Bis vor gut zwei Wochen habe ich nicht gewusst, dass die Nationalflagge der Ukraine oben blau und unten gelb ist. Auch ob es eine gesonderte ukrainische Sprache gibt, oder ob es sich nur um einen Dialekt der im Grunde russischen Sprache handelt, hätte ich nicht sicher mit Ja beantworten können. Hoffentlich können wir das noch lange als bereichernden Lerneffekt verbuchen. Hier, in diesem sehr, sehr ausführlichen Blog-Artikel von Peter Althaus wird beeindruckend komplex auf die Unterschiede zwischen Russisch und Ukrainisch eingegangen, auch auf den gesamten sprach-geschichtlichen Hintergrund.
09. März 2022
Wiederholt fällt mir auf, dass eine ganze Reihe von Zitaten von Marie von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916) nicht auf mein Wohlgefallen trifft. Innerlich verdrehte ich soeben die Augen bei folgendem Zitat:
„Und ich habe mich so gefreut!“ sagst du vorwurfsvoll, wenn dir eine Hoffnung zerstört wurde. Du hast dich gefreut – ist das nichts?“
Einige Zeilen darunter stand allerdings ein Gedanke von ihr, den ich gar nicht so uninteressant finde, zumal in diesen Tagen (mit Blick zu einem Palast an der Schwarzmeerküste):
„Dem, der uns Gutes tut, sind wir nie so dankbar wie dem, der uns Böses tun könnte, es aber unterlässt.“
Wobei sie auch hier letzten Endes fehlformuliert. Erleichterung ob einer schwindenden Bedrohung ist nicht gleichzusetzen mit Dankbarkeit gegenüber dem die Drohung aussprechenden. Ebner-Eschenbach war offenbar eine seltsam schulmeisternde Gouvernante, die nicht zu Ende denken konnte. Die erste Hälfte ihrer Lebensweisheiten und Kalendersprüche ist im Ansatz interessant, das Fazit etwas fadenscheinig bis löchrig.
08. März 2022

Hallo Universum. Mein größter Wunsch: Frieden für Alle. Ukrainer und Russen. Syrier und Libyer und Äthiopier und Taiwanesen und Jemeniten und Israelis und Palästinenser und Nord- und Südkoreaner und Senegalesen und Kongo(nesen?) Usw. usf. (Und *Innen natürlich). Wobei mein Wunsch schon mehr an das männliche als an das weibliche Universum gerichtet ist, da die kriegerischen Aggressionen von Weltrang üblicherweise vom männlichen Geschlecht initiiert werden. Ich bin da auch überhaupt nicht für eine Sichtweise, die keine Unterscheidung zwischen Mann und Frau macht. Es wäre sehr charmant, wenn mir dieser Wunsch am heutigen Frauentag erfüllt werden könnte. Da nicht bekannt ist, ob Herr Putin engere Kontakte zu Frauen pflegt, die über inszenierte Propaganda-Zusammenkünfte mit Flugbegleiterinnen hinausgehen, und er somit heute einer Dame einen Wunsch von den Augen abzulesen gedenkt, könnte er immerhin punkten, indem er mir diesen Wunsch erfüllt. Weiterer Kontakt allerdings ausgeschlossen (nicht mein Typ, zu unbeweglich).
07. März 2022
06. März 2022
06. März 2022
Kundgebung heute am Bebelplatz in Mitte, 14 – 17 Uhr: „Stand With Ukraine“. Initiiert vom Internationalen Literaturfestival Berlin.
Es sprechen/Keynotes – analog and digital:
Svetlana Aleksievic
Yuriy Gurzhy
Yevgenia Belorusets
Juri Andruchowytsch
Jurko Prohasko
Katja Petrowskaja
Kateryna Mishchenko
Juri Durkot
Marieluise Beck
Wolf Biermann
Gerd Koenen
Mario Vargas Llosa
Irina Bondas
Oleksandra Bienert
Martin Pollack
Christian Tomuschat
Daniel Cohn-Bendit
Navid Kermani
Timothy Garton Ash
Andrij Lubka
Volny Choir
05. März 2022
04. März 2022
Zweitausendvier hat den ESC die Amazone Ruslana gewonnen. Mit dem Song „Wild Dances“ für die Ukraine. Stelle mir gerade vor, Ruslana würde die ukrainische Armee anführen, die aus den Tänzern besteht. Als Russe, der vor ihr steht, würde ich mich ihr und ihrer Truppe sofort unterwerfen. Die Uniformen auch sehr apart, wenn auch etwas luftig, jetzt im Winter. Vielleicht wäre der Krieg dann schneller beendet und alle können zusammen ums warme Feuer tanzen. Im Wikipedia-Eintrag über Ruslana lese ich: „In 1995, Ruslana graduated from the Lviv Conservatory as professional conductor and classical pianist. She was the student of one of the most prominent Ukrainian composers and conductors, Mykola Kolessa who is regarded as ‚the father of the Ukrainian conducting school‘.“ Den Gewinnersong hat sie selbst komponiert. Ist jetzt nicht meine Lieblingsmusik, aber Feuer ist da schon drin, archaisch. Ruslana tritt immer wieder als Aktivistin für Menschenrechte und für Unicef in Erscheinung. Respekt.

04. März 2022
„Unpolitisch sein heißt politisch sein, ohne es zu merken!“
Rosa Luxemburg
04. März 2022

Die fortschreitende Metamorphose meines alten Siemens-Staubsaugers. Das grünliche Teil war ganz unten am Motor, aus mattem Stahl, ist nun ein Stövchen und steht auf meinem Küchentisch. Die goldenen Sonnen erstrahlen durch Blattgold, gestern kamen noch verschiedene Mosaiksteine darauf, aus Dalmatiner-Jaspis, Nephrit-Jade, Ozean-Jaspis, Crazy Lace-Achat und Kalahari-Jaspis. Es sind sieben Sonnen und so heißt das Werk auch. Sie sind nun auf einem sehr dicken weißen Brett untereinander angebracht, das ich am Straßenrand gefunden habe. Morgen wird es voraussichtlich fertig. Ich widme die SiebenSiemensSonnen dem genialen Erfinder Werner v. Siemens.


03. März 2022


Dieser Luxus, ein kuscheliges, heiles Zuhause zu haben. Die letzten Stunden eingehend damit befasst, ob und wenn ja, welche Sachspenden sinnvoll sind und wohin. Von abenteuerlichen Trips mit gutgemeinten Kraut- und Rüben-Sachspenden in Eigeninitiative ins Grenzgebiet wird abgeraten. Privatfahrzeuge verstärken den Stau und blockieren den zügigen Transport von wirklich benötigten Sachen wie Medikamenten. In meinem näheren Umfeld wurde gerade so eine gutgemeinte Aktion initiiert, wo nun ein Haufen kleinteilig auseinanderzudividierender Dinge an die polnische Grenze kutschiert werden soll, die zum Teil gar nicht wirklich gebraucht werden. Tatsächlich muss man für sinnvolle Sachspenden Geld in die Hand nehmen, weil es um Alltagsbedarf geht oder um Ausrüstungsgegenstände, die man nicht mal eben bei sich auf dem Dachboden herumliegen hat, wie kugelsichere Westen oder Helme. Und benötigte Hygieneartikel, die weiß Gott immer von Bedarf sind, sollten palettenweise in Großpackungen gespendet werden, nicht fünf kleine Päckchen vom Drogeriemarkt. Das Auseinandersortieren von Klein-Spenden ist ein riesiger logistischer Aufwand. Die am Hauptbahnhof ankommenden Geflüchteten werden von ehrenamtlichen Helfern in Empfang genommen. Um Orientierung zu geben, sind russische Sprachkenntnisse wünschenswert. Der RBB hat eine gute Infoseite gemacht, wie sich Hilfswillige engagieren können und fasst zusammen was sinnvoll ist, mit vielen weiterführenden Links, hier.

03. März 2022
Hier ein Link zu einem google-doc, die fortlaufend aktualisierte Bedarfsliste, was bei den Sammelstellen in Berlin und bei den Sammelstellen an den deutsch-polnisch-ukrainischen Grenzen gebraucht wird (und was NICHT: z. B. KEINE Jacken, KEINE Mäntel, KEINE sonstige Kleidung (außer kugelsichere Westen und Schutzhelme)), und Info, in welcher Form es abgegeben werden soll. Via Ukraine-Hilfe Berlin e. V.; ganz unten im google-doc sind die Adressen der Berliner Sammelstellen.
02. März 2022
Einleitende Worte von der Website von Wolodymyr Selenskyj, aus der Zeit als er für das Amt des Präsidenten kandidierte:
„Hallo, alle miteinander! Ich bin Wolodymyr Selenskyj. Die meisten von Ihnen kennen mich als Schauspieler, Fernsehmoderator, Regisseur und Produzent von Projekten für das Studio Kvartal 95, wo ich viele Jahre künstlerischer Leiter war. (…) Neben mir war immer ein Team: Meine Gleichgesinnten sind talentierte, professionelle, positive Menschen. Wir haben uns immer eine hohe Messlatte gesetzt. Unser Hauptziel ist es, den Menschen gute Laune zu geben und ihr Leben glücklicher zu machen.“
Das ist der Mann, der die EU um Aufnahme der Ukraine bittet.
Sehr bewegende Rede gestern vor dem Parlament. Hier bei Alban Nikolai Herbst mit deutschen Untertiteln verlinkt.
02. März 2022
Bücher. Und uralte VHS-Video-Kassetten. Das Regal mit dem Schmetterling. Ingmar Bergman, „Szenen einer Ehe“. In den Neunzigern mitgeschnitten. Ich war eine Perfektionistin darin, beim Aufnehmen von Filmausstrahlungen im TV die Werbung exakt herauszuschneiden. Aber damals hatten wir auch noch kein Internet und keine Mediatheken. Es gab Zeit für solche Beschäftigungen. Ich habe immer noch einen funktionierenden alten VHS-Rekorder, der sich mit meinem smarten TV-Gerät verbinden lässt. Gar nicht mal schlecht die Bildqualität. Eine einzige VHS-Kassette ist mir mal gerissen, einer meiner Lieblingsfilme darauf: „Die Kaktusblüte“ mit Walter Matthau, Ingrid Bergman und Goldie Hawn. Gekauft habe ich nicht so viele Filme. Nur zuletzt mal, das war aber ein Fehlkauf.
Ich hatte vor anderthalb Jahren mit Jenny im Kino den Claude Lelouch-Film „Die schönsten Jahre eines Lebens“ mit Anouk Aimée und Jean Louis Trintignant gesehen und war hingerissen. Da er sich auf zwei Filme vorher bezieht, nämlich „Ein Mann und eine Frau“ von 1966 und „Ein Mann und eine Frau, zwanzig Jahre später“ von 1986, wollte ich auch diese beiden Filme sehen. Vielleicht hatte ich sogar den ersten schon einmal als Jugendliche im Fernsehen erlebt, aber wenn, war es mir entfallen. Ich bestellte also die beiden Filme und lud Ina vor drei Wochen zum Heimkino ein. Irrtümlich hatte ich scheinbar zweimal den gleichen Film geliefert bekommen, nämlich „Ein Mann und eine Frau, zwanzig Jahre später“. Am liebsten hätte ich mit Ina den dritten, neuesten gesehen, aber den gibt es nicht auf DVD.
Nun hatte ich also zur Verabredung nur den zweiten parat, den ich auch nicht kannte. Testweise legte ich am Abend vor dem Treffen die DVDs in das Gerät, um zu sehen, ob es funktioniert. Der Film begann mit einer mich langweilenden Autorallye, die kein Ende nehmen wollte. Mir schien es auch wohl deshalb elend lang, weil ich auf eine Szene wartete, wo gesprochen wird, um festzustellen, ob ich erfolgreich „Deutsch“ als Filmsprache gewählt hatte. Hatte ich, dann brach ich ab, ich wollte den Film ja mit derselben Neugier wie Ina gucken. Auf der anderen DVD war gar kein Spielfilm, sondern nur französischsprachiges Bonusmaterial. Ich verstehe so là là ein Drittel, wenn Franzosen in normal schnellem Tempo sprechen, ich rate herum, also es ist kein wirklicher Genuss.
Der Abend war da, Ina kam, Wein wurde geöffnet, ich hatte Sushi geholt, wir redeten uns erstmal warm und aßen an meinem Küchentisch. Dann zogen wir ins Wohnzimmer um (wo auch diese Regale sind) und ich schmiss den Film an. Ein hanebüchenes Drehbuch, selten so einen konstruierten Unsinn gesehen. Völlig mit Nebenhandlungen überladen, anstatt sich auf die Liebesgeschichte zu konzentrieren. Ein Film, den man wahrlich nicht gesehen haben muss. Aber schön war der Abend dann doch, weil wir uns zum Glück einig waren, dass der Film zurecht nahezu unbekannt ist.
Es gibt in diesem Zimmer und den Nebenräumen weitere Regale, in denen sich Bücher befinden. Ich weiß nicht mehr wohin mit neu dazukommenden Büchern, es wird eng, richtig eng. Die alten CDs will ich jetzt aber auch noch nicht aussortieren. Man hat sich alles bewusst und mit Hingabe angeignet, da hängen viele Gedanken und Erinnerungen und Gefühle gelebter Jahre daran. Auch wenn alles zusätzlich auf Festplatten ist und von da abgespielt werden kann. Ich habe lange keine CD eingelegt. Aber dennoch. Ein Blick in private Regale ist etwas sehr Persönliches. Aber warum nicht das private Universum teilen, es geht dadurch ja nicht verloren.





01. März 2022
Während ich gestern meine Getränke- und Essenseinkäufe auspackte und verräumte, lief nebenher „Das perfekte Dinner“ auf Vox. Montags beginnt immer eine neue Gruppe zu kochen. Diesmal aus Baden Württemberg. Eine Dame und vier Herren, im Alter zwischen – grob geschätzt – Vierzig bis Sechzig. Alle bemerkenswert sympathisch. Die Frau, die am Montag Gastgeberin war (Géraldine, laut Bauchbinde 49), außerordentlich attraktiv, dunkelhaarig, aus Frankreich stammend. Sie hat erwartungsgemäß einen charmanten, dezenten französischen Akzent, spricht exzellent Deutsch, seit zwanzig Jahren lebt sie in irgendeinem Ort im Schwabenland, der mir entfallen ist. Ihr Mann ist Deutscher, die Liebe ließ sie hier hängenbleiben. Töchter gibt es auch. Mein erster Impuls, als ich sie ca. drei Minuten beobachtet hatte: das wäre genau Albans Typ. Da ich meine zu wissen, dass er kein TV-Gerät hat, wäre es unsinnig gewesen, ihn darauf aufmerksam zu machen. Allerdings ist es ab heute in der Mediathek.
Was für eine lange Vorrede zu dem, was mich eigentlich veranlasst, darüber zu berichten. Nun kennt vielleicht nicht jeder den Ablauf dieses Formats. Die Gruppe kennt sich am Montag noch nicht komplett, wenn vor dem Abendessen die Menükarten verteilt werden und Einzel- oder Zweierinterviews stattfinden. Zwei der Herren bekamen also die Karte der Französin serviert, wo zu lesen war, was es zu essen gibt. Da stehen nicht immer die Bestandteile, sondern manchmal phantasievolle Umschreibungen.
Am ersten Tag vor dem Treffen wird noch nicht erhellt, ob es ein Gastgeber oder eine Gastgeberin ist, weder ist das Alter bekannt, noch der Beruf. Nur der Wohnort und diese Menüabfolge. Es sollte nun von den beiden Herren geraten werden, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt. Als große Überschrift über dem Menü stand: „Kleine französische Reise“. Einer der beiden Herren meinte: „hm… „kleine französische Reise“ – das klingt nach einer Frau.“ Die Interviewstimme aus dem Off: „Wieso glaubst du das denn, dass das eine Frau ist?“ Kandidat: „Ha! Ein Mann hätte geschrieben: „Große französische Reise!“.
28. Februar 2022
Leider zeitlos. (Gerade gelernt, was Frieden auf Dänisch, Schwedisch und Norwegisch heißt: „Fred“. Musste grinsen… bin ja ein Familie Feuerstein-Wilma-Fred- und Barney Geröllheimer-Kind)
27. Februar 2022



Crocus aus den Prinzessinnengärten. Die Schneeglöckchen auch. Habe ich heute Nachmittag gepflückt. Aber nicht alle. Ob der wilde Wiesenkrokus guten Safran ergibt… hm… warum eigentlich nicht?





26. Februar 2022




Gestern „Věc Makropulos“ („Die Sache Makropulos“) in der Staatsoper Unter den Linden. Die Karte verdankte ich Alban Nikolai Herbst, der die Aufführung bereits bei der Premiere Mitte Februar gesehen hatte und eine Kritik bei faustkultur dazu schrieb. Dankenswerterweise konnte ich ihn bei dem erneuten Besuch dieser neuen Inszenierung begleiten. Ich hatte gar nicht mitgekriegt, dass die U-Bahnhaltestelle „Museumsinsel“ schon in Betrieb ist, so lief ich von zuhause hin, dort traf ich Alban, angemessen elegant – wie immer (mit Fliege).
Vor Beginn gab der Dramaturg eine redselige Einführung, die offenbar das abhandelte, was auch im Begleitheft stand. Wir hörten die letzten Erklärungen bei einem ersten Glas Wein. Dann nahmen wir unsere sehr guten Plätze im ersten Rang ein. Die Staatsoper praktiziert 2G+ und zusätzlich Maskenpflicht während der gesamten Vorstellung, auch am Platz, was schon ausgehalten werden können muss. Aber dennoch, wie erhebend, so einen hochkarätigen Abend an diesem Ort erleben zu können.
Die musikalische Leitung hatte Sir Simon Rattle. Wer würde „Nein, Danke“ sagen. In der Hauptrolle strahlte Marlis Petersen. Ich hatte ihre unglaublich klare, satte Stimme zum ersten mal so bewusst im Ohr. Ich mochte die Farbe gleich, was bei der Stimmlage (Sopran) eher nicht so häufig der Fall ist. Im ersten Akt waren mir die Szenen in der Anwaltskanzlei um die Erbsache etwas langatmig geschwätzig angelegt, dafür kann aber die Inszenierung nichts. Ganz aufregend, dieses Atmen in diesem zeitlosen milchigen Kubus, das hat mich sehr gepackt. Und der letzte Akt war mir der liebste, da wurde es thematisch richtig metaphysisch-tragisch.
Petersen ist in der Rolle der Emilia Marty eine durch einen Zaubertrank seit 337 Jahren lebende, erfolgreiche Sängerin, die durch ihr geheimes, überlanges Leben irritierende Hinweise zu einem ewig langen Erbschaftsstreit gibt. Worum es genau geht, kann man nachlesen. Den Trank nimmt sie nicht freiwillig, sondern als Versuchskaninchen ihre Vaters, der Leibarzt von Kaiser Rudolf II. war. Da der Trank aber nur 300 Jahre des Nicht-Alterns gewährt und sie mit sechzehn Jahren sozusagen altersmäßig eingefroren wurde, altert sie seit dem 301. Jahr. Ich brauchte eine Weile, bis ich begriff, weshalb sie nicht wie Sechzehn wirkt, sondern wie eine Frau meines Alters, weil sie ja nun schon 16 + 37 ist. Also dreiundfünfzig.
Ich hatte immer mal wieder Eindrücke von der Musik, die den Wunsch auslösten, die symphonischen Passagen und die mit dem Gesang von Petersen ohne zusätzliche Eindrücke von Bildern nochmals zu hören. Ich kannte diese Oper bisher überhaupt nicht. Und die Staatsoper Unter den Linden an sich ist ja auch schon ein nicht schwacher Eindruck. Nach der Vorstellung spazierten wir Richtung Rosenthaler Straße, wo in dem kleinen Raucherséparée des Café Cinema“ mit einigen Gläsern Wein der Abend ausklang.

25. Februar 2022








Besuch in Zelle 4 @Soeht7. Zweiter September 2017. Nach dem Konzert von Maria und Sibylle im bestuhlten Zellenflur, das mit Gastauftritten von Jenny und Saskia und Hans aufgelockert wurde. Als alle weg waren, räumte ich noch ein bißchen auf und bekam Besuch von dem hier gezeigten, jungen Mann. Er hatte einen Job in Soeht7, so eine Art „Mädchen für Alles“ beim Veranstaltungsmanagement. Ich hatte noch Champagner in der Flasche und bei mir lief immer diese schöne Musik und da war dieses angenehme Licht und diese einladende Pritsche. Das hatte ich alles absichtlich so eingerichtet, dass es den Charakter hatte, als würde ich da tatsächlich „wohnen“. Demzufolge kam auch immer wieder die Frage „übernachtest du da auch?“. So auch von Maxime, so hieß der junge Mann, kein Tippfehler, hinten mit „e“. Bzw. wollte er mich überreden, da zu übernachten. Und zwar mit ihm. Ich amüsierte mich über seine Avancen und sah photographisches Potenzial. Mehr aber auch nicht, er war schlicht und ergreifend nicht mein Typ. Ich seiner aber wohl schon, daher entstanden diese willigen Aufnahmen von ihm. Ich hatte tatsächlich ein recht kaltes Kalkül dabei, dass er sich eignen würde, etwas klischeehafte Fotos Richtung sexy Gesetzesbrecher zu machen. So geschehen. Ihn dann abzuwimmeln, war nicht so ganz einfach. Er war nicht körperlich aggressiv, aber mental und verbal beharrlich. Ich musste letztlich etwas unterkühlt eine Grenze setzen. Aber meine Fotos hatte ich. Lange waren sie in meiner Schublade, ich hatte keine Lust mich damit zu beschäftigen und sie zu posten. Er verfolgte mich danach noch etwas auf facebook, wo ich ihn kurzerhand als Kontakt blockierte. Ich wollte damals auch nicht, dass der Eindruck entstünde, ich hätte was mit ihm gehabt, ich finde die Fotos sehen sehr danach aus. Ich müsste das natürlich auch jetzt nicht erhellen, aber ich will. Nicht dass mir ihm ähnelnde Kandidaten demnächst Avancen machen. Ich finde man kann hier wieder sehr schön sehen, welchen Sex Appeal so ein leicht aggressives Posing hat. Insofern sind das mit die gelungensten Fotos, die ich je von einem jungen Mann machte.











25. Februar 2022
Das ungezogenste Kind in der hintersten Reihe der Klasse bekommt die meiste Aufmerksamkeit. Vom Lehrer und von den Mitschülern. Lautstarke Aggression kann schlicht aufgrund des Lärmpegels schwer ignoriert werden. Tatsächlich ist bereits die herausgehobene Kenntnisnahme einer grellen Äußerung für den Aggressor Befriedigung. Da er nichts Substanielleres als Geschrei zu bieten hat, greift er zu dem, was auch ohne besondere Kompetenzen oder Talente jedem zur Verfügung steht, der körperlich vital ist. Das leise, introvertierte, nachdenkliche Kind hat keine Chance, in diesem Moment gleichwertig in den Fokus zu rücken. Das bedeutet, in dieser Zeitspanne wird einer destruktiven Energie zu Bedeutung verholfen, die Bühnenposition ist gesetzt. Ich bin nicht bereit da mitzuspielen. Meine Aufmerksamkeit gilt dem leisen Kind, das nachdenkt, bevor es etwas vorbringt.
25. Februar 2022
„Publicity, publicity, publicity is the greatest moral factor and force in our public life.“ Joseph Pulitzer
25. Februar 2022
Ich glaube nicht, dass es gut ist, beschwörungsformelhaft von „Krieg in Europa“ zu sprechen. Ich zöge es vor, es einen Angriff der Ukraine durch die Russische Förderation zu nennen. „Krieg in Europa“ hat einen derart flächendeckenden Charakter, dass der/die Verursacher Futter für ihren Größenwahn bekommen. Richtung Ranking „Größter Feldherr aller Zeiten“. Das ist nicht in meinem Sinne. Natürlich betrifft das auch in verschiedener Hinsicht die Nachbarländer, so wie auch die USA, ich bin ja nicht doof. Aber so lange noch keine russischen Panzer das Brandenburger Tor passieren, verbitte ich mir das. Kein Futter fürs Ego von Machtsinnigen.
25. Februar 2022
Eine gute Entscheidung, vorgestern nicht fernzusehen, ich meine den Bachelor-Quatsch, sondern stattdessen Premium-Live-Content bei Alban zu genießen. Bedeutete somit allerdings auch keinen Chat mit Tina zum Copypasten zu haben. Ich teilte ihr soeben dazu das Folgende mit:
„Gestern Abend im Schnelldurchlauf nebenher durch die letzte Bachie-Folge gezappt. Ich konnte mich nicht recht dafür interessieren. Wer mit wem, der Palaver, der unverändert uninteressante Bachelor, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe. Ich sah ein paar Minuten dieses Gruppendates in mexikanischen Trachten und Totenkopf-Gesichtsbemalung. Mit dem starken schwarzen Augen-Make up, das Augenhöhlen andeutet, bekam er rein äußerlich erstmalig etwas Apartes, das veränderte den Eindruck der Gesichts-Physiognomie so stark, dass er dadurch richtig gut aussah, ich war wenige Minuten fasziniert. Das wars. Als er dann wieder „in Natur“ im Bild war, konnte ich keinerlei Aufmerksamkeit mehr aufbringen. War schon auch ein schräges Thema für ein Date, dass er sich in einen prachtvollen offenen Sarg legt, die Augen schließt und die Hände faltet, und sich von den Kandidatinnen jeweils einzeln eine Ansprache anhört, was sie besonders an ihm mochte. Nun ja. Ich weiß nicht mal, wer rausflog und wer nicht, es ist mir einfach komplett egal. Eines ist klar: mich könnte an einer weiteren Folge nur noch interessieren, sie mit dir gemeinsam zu gucken, um die eine oder andere Steilvorlage für eigenen interessanten Content zu bekommen. Tatsächlich berausche ich mich nicht an dem TV-Content, sondern dem in deinem und meinem Kopf. 🙂“
24. Februar 2022



















Gestern Nachmittag von gut fünfzehn Uhr bis ziemlich genau drei Uhr morgens bei Alban. Das sollte eigentlich nur „mal auf einen Kaffee vorbeikommen“ werden. Wir hatten uns seit dreieinhalb Jahren nicht mehr gesehen. Am frühen Abend kam Albans Sohn Adrian vorbei, den ich genauso lange nicht mehr getroffen hatte. Es gab nach einem vorzüglichen, frisch gemahlenen Espresso, zur Feier des Tages eine Flasche Champagner, dann folgte ein Single Malt, begleitet von verschiedenen Gewächsen, die geeignet sind, geraucht zu werden, z. B. Tabak. Alban hatte zwischendurch einige Texte aus seinem kommenden Gedichtband gelesen. Adrian wollte langsam mal aufbrechen, ich überlegte auch zu gehen, aber dann fiel uns wieder etwas ein, worüber wir uns dringend austauschen mussten. Mittlerweile hatte Alban beschlossen, im nächstgelegenen Späti in der Dunckerstr., zwei Flaschen Wein zu holen. Zurück kam er zusätzlich mit zwei Tüten Kartoffelchips und ohne Portemonnaie. Er ging nochmal los, um das vergessene Portemonnaie zu holen. Wir saßen immer noch da. Alban kam wieder zurück und fragte, ob ich Hunger hätte, Adrian war nun doch aufgebrochen. Alban wärmte in der Küche einen knusprigen Auflauf auf, zu dem wir den Soave tranken. Nun hätte ich ja langsam mal gehen können, aber unser Gespräch führte wiederholt zu einem Punkt, wo Alban ein korrespondierendes Béart-Gedicht einfiel, das er mir dann wieder vorlas. Ich war zum Teil – nein falsch – eigentlich durchgängig dermaßen ergriffen von seinen vorgetragenen Zeilen, dass ich drei Taschentücher verbrauchte. Zum Glück haben wir die Fotos von uns beiden vorher gemacht, sonst wäre bei mir keine Wimperntusche mehr drangewesen. War wirklich schön. Heim mit dem Taxi, weil um Viertel nach Drei noch keine S-Bahn fuhr. Zuhause schnell noch Alban mitgeteilt, dass ich gut heimgekommen bin und ab in die Falle. Bin erstaunlicherweise gar nicht verkatert. Gar kein bißchen.

23. Februar 2022


Erlebnisbericht zum gestrigen Klempnerbesuch, aus einer abendlichen Message kopiert, daher der saloppe Plauderstil. Streng genommen, war es kein Klempner, mehr so ein Installateur für Sanitär-Elektrotechnik. Die feinen Unterschiede zu einem Gas-Wasser-Installateur weiß ich auch nicht so genau.
„Ich war bis gerade eben im Atelier, der Klempner hat einen neuen Durchlauferhitzer eingebaut, und war dauernd von meinen Bildern abgelenkt, da kam er auf die Idee, mich zu fragen, ob ich Interesse an dem alten Boiler habe. Und weißt du was, nachdem ich vorgestern gesehen hatte, dass da eine große Kupferröhre drin ist, wunderschön, hatte ich überlegt, ob ich den Installateur fragen könnte, ob er mir den alten Boiler dalässt. Der hatte genau dieselbe Idee wie ich. Während er den neuen eingebaut hat, habe ich den alten zerlegt, er hat sich total drüber amüsiert und zu mir gesagt. „Du bist CRAZY!“ Als er das große Zimmer gesehen hat, hat er gemeint: „Verkaufst du gut? Ja, oder? Bestimmt!“ Ich hab mich echt gefreut, dass sich ein Sanitär-Elektriker spontan für mein Zeugs begeistert..! Und bevor er gegangen ist, hat er mich gefragt, ob er ein Foto vom Bad machen darf, weil: „Ein Bad mit KUNST!!!“ Hab ich ihm natürlich supergerne gestattet! Ich fühl mich immer wie geadelt, wenn Leute, die ÜBERHAUPT nix mit Kunst zu tun haben, von meinem Zeug total abgelenkt sind, so schön!
Ich hab dann, während ich an dem alten herumgeschraubt habe, noch zu ihm gesagt, dass ich totale Bewunderung für Elektrik habe, das sind solche Wunderwerke, Hammer. Ich hab Lieblingsmusik laufen lassen und er hat immer wieder mitgesungen. Das war echt nett. So altes Zeug wie „siempre siempre siempre“ von Caterina Valente, das konnte der gar nicht kennen, weil Caterina nur ältere Leute kennen, aber er war sofort drin in dem Song! Er war ca. Ende Dreißig, Anfang Vierzig, nicht älter als 43 schätze ich. Ich dachte, er hätte einen osteuropäischen Akzent, dann hat er aber beim Rumschrauben im Bad manchmal vor sich hingebrabbelt und so englische Sachen wie „oh my goodness“ gesagt. Ich hätte gedacht aus Polen, kann ja auch sein, dass auch ein Pole so englische Sachen sagt. Ich hab das Lied falsch geschrieben, man schreibt es „sempre sempre sempre“, das ist es.„ P.S.: „siempre“ ist die spanische Schreibweise, „sempre“ die italienische. Heißt „immer“ oder „für immer“. Es geht um Liebe.


22. Februar 2022
Wieder mal ein Chatprotokoll von Tina und mir. Wir guckten gestern Abend gemeinsam, d. h., zeitgleich, aber jeweils in der eigenen Wohnung, zuerst „First Dates Hotel“ und danach „Prince Charming“ (die dritte Staffel der Gay-Ausgabe des Bachelors) auf Vox. Wie immer, gab es im späteren Verlauf des Chats zunehmend persönliche Bekenntnisse, die nicht immer unmittelbar mit dem Geschehen in der Sendung zu tun hatten.
Tina
Ich bin da. Aber mache noch was nebenbei
Gaga
👍
Tina
Nelson hat nen schrecklichen Kleidungsstil.
Gaga
Ich wollte dich gerade fragen, wie du so Anglerkäppis an Männern findest…
Tina
Alles zusammen, das gelbe Shirt, die Tattoos und dann noch das Käppi. Schlimm. Und kurz vorher – dein Tipp — matcht es zwischen den beiden Zwanzigern?
Gaga
Ich spüre noch nix…
Tina
Du solltest es nicht spüren, sondern einen Tipp abgeben vorher, wenn du die beiden siehst, wie wenn man beim Fussball tippt, wie es ausgeht.
Gaga
Äh…. ich tippe auf freundschaftliche Sympathie, aber kein Kribbeln, also kein Match. Möchte ja nicht oberflächlich erscheinen, indem ich ständig an den Klamotten herumnörgle, aber ihre Reaktion „oh… Hawaiihemd“ sprach für eine spontane Irritation ihrerseits, wie ich sie auch gehabt hätte. Aber ein aufregender Typ kann auch ein komisches Hemdenmuster überstrahlen. Wobei das kein klassisches Hawaiihemd ist, aber eben zu groß und unruhig gemustert. Aber er als Typ ist so… nicht Fisch, nicht Fleisch… DAS ist schon eher ein Hawaiihemd, der ältere Herr jetzt, mit dem schwarzen mit rosaweißen Blüten… Frank, 57. Wenn der für Ludi gekommen ist, sage ich: Gefälle. Ludi ist zu attraktiv für ihn. Ach der Vater! Der Hemdengeschmack hat sich vererbt… Das graue Jimi Hendrix-Shirt ist aber cool, das hätte ich auch gerne.
Tina
Wir werden sehen.
Gaga
Ludi hat so was Verfeinertes, so ein Typ mit erlesenerem Geschmack… Philipp ist ganz interessant… auch der Werdegang.
Tina
Was macht er, ich hab kurz nicht zugehört. Schlagwort reicht. Und ja, sieht nett aus. Hat Ausstrahlung…
Gaga
Mir gefällt, wie er so spricht, auch die Stimme ist angenehm… Die erste Ausbildung hab ich vergessen, danach hat er Mode-Management studiert und war in der Weltgeschichte unterwegs, jobmäßig.
Tina
Den Christian Lindner-Text hast du aber doch nicht online gestellt, oder (nur als Info)? Ich wollte doch SEO-Suche probieren.
Gaga
Pikant wäre, wenn sie mal ein Date kombinieren würden, wo sie älter ist und er einiges jünger, also z. B. Ludi und Philipp! Natürlich hab ich den Lindner-Strang online gestellt, noch am selben Abend. Auf fb und meinen beiden Blogs und sogar getaggt.
Tina
Also deine Wunschkonstellation. Mmh, vielleicht sollte man denen mal schreiben, dass die das mal bei nem Nebendate bisschen pushen sollten.
Gaga
Hab ihn aber selber gegoogelt, in Verbindung mit „WordPress“ und meinem Namen, tauchte aber zumindest bis am nächsten Tag noch nicht auf.
Tina
Oh Mann, den hab ich aber verpasst. Schau ich in ein paar Minuten rein. Wird auch doch eher schwierig. Ich denke, Anderes ist da besser geeignet. Es hätten wohl auch noch einige Verlinkungen reingemusst.
Gaga
Ehrlich gesagt, hab ich keine Lust, mich weiter mit Lindner zu befassen, er langweilt mich und hat doofe Ideen!
Tina
Ja, ich auch nicht.
Gaga
Wär mir auch fast schon peinlich, mit ihm in Verbindung gebracht zu werden, als hätte ich irgendein Interesse an seiner Person.
Tina
Ach, das kommt schon rüber, dass es anders ist.
Gaga
Du bist doch nur drauf gekommen, weil er dem Bachie bißchen ähnelt, oder?
Tina
Das war einfach eine blöde Idee meiner spontanen Fasteneuphorie Und es geht dabei auch eigentlich nicht um ihm, sondern – genau – seine Ähnlichkeit und wegen dem SEO. Aber über Lindner reden sicher ganz viele andere Seiten, also kann das so gar nicht klappen.
Gaga
Lindner hat einen sog. „Wirtschaftsweisen“ als Berater engagiert, der die unsägliche Idee vorantreibt, dass alle bis Siebzig arbeiten sollen!
Tina
Hu!
Gaga
Das musst du dann alleine mit eigenen Experimenten ausprobieren, also dafür steht mein kleines süßes Blog nicht zur Verfügung.
Tina
Nein, muss ich gar nicht zu sehr ausprobieren. Wie gesagt, spontane Fasteneuphorie, du bist ja auch eingestiegen. Ich hatte aber eher das Gefühl, wir machen uns ein wenig über ihn lustig.
Gaga
Mich langweilt der Typ als Thema.
Tina
Mich doch auch. Er war nie Thema. Für mich ist das hier auch manchmal rumblödeln.
Gaga
Julia für Philipp? Interessant.
Tina
Kommt sie aus Berlin oder Brandenburg?
Gaga
Zumindest schon mal kein Attraktivitäts-Gefälle bei den Beiden. Wieder die Kölsche Frohnatur mit Babymützchen. Ihn könnte ich mir auch als Schausteller vorstellen, einer der so ein Fahrgeschäft betreibt, auf der Kirmes.
Tina
Vater und Sohn fahren alleine heim, beide. Denke ich mal.
Gaga
Der Sohn hat auf die Entfernung auch keine Menschenkenntnis, wenn er meint, Ludi und sein Vater, das würde passen… Ich stimme dir vollumfänglich zu. Wie kommst du drauf, dass Julia aus Brandenburg oder Berlin sein könnte? War da eine Bauchbinde? Sie spricht nicht, wie jemand von hier. Trettl war Synchronschwimmer….! Sie ist aus „Braunatal“, wherever this might be… hab mich verguckt, muss wohl „Baunatal“ sein. Wikipedia: „Baunatal ist eine Mittelstadt im nordhessischen Landkreis Kassel.“ Worin bestehen jetzt noch mal die Gemeinsamkeiten zwischen Frank und Ludi? Der junge Mann interessiert sich also für Mode, aha… Julia hat tolle Beine. Und lacht gerne. Ich hätte jetzt Lust auf Pommes. Aha, zweites Date bei den jungen Leuten, aber ich glaub, sie wird kein Feuer fangen. In der nächsten Werbepause muss ich schnell in die Küche und mir Pommes schnitzen, ich hab so einen mechanischen Pommesschneider, so ein Teil aus Stahl mit Schneidmessern so kariert, das drückt man von oben auf die Kartoffel und hat Stäbchen auf dem Brett!
Tina
Ui wow.
Gaga
Ludi gibt ein Körbchen, wie schon vermutet… Oh Teaser mit Phillip, er hat als Kind mit Barbies gespielt… und ist nicht schwul! Voll sympathisch! Also bin in der Küche, nun.
Tina
Woher kommt eigentlich der Ausdruck mit dem Korb?
Gaga
Keine Ahnung. Hab ich was verpasst, bin gerade zurück, Fritten in Arbeit! Bin optimistisch bei Julia und Philipp, obwohls erst losgeht mit den Beiden! „Osteuropäisch-skandinavisch ist, was mich so catcht“ sagt er… hm. Bei osteuropäisch denke ich eher an dunklere Typen… wobei… vielleicht meint er die Richtung Typen wie aus dem Baltikum. Frank tut mir ein bißchen leid. Oh nein, schon wieder so ein Hemd… gerade im Interview-Einspieler, ein lachsrosa Hawaiihemd… „Cooles Outfit“ sagt Trettl zur Anglermütze… und sie: „Mallorca-Boy“. Genau, das ist der klassische Ballermann-Look. Das Wort fehlte mir. Aber sie hat wohl Feuer gefangen und sieht darüber hinweg… Der Polizist Frank sieht ein bißchen aus wie der Synchronsprecher Christian Brückner in stämmiger und ohne die Sophistication. Aber ein lieber Mensch. Ach Mensch… hab Mitleid. Philipp gibt gerne Geld für gutes Essen aus! Mein Mann! Ich mag ihn! Wenn Stefanie, 20, gesagt hätte, sie ist 16 hätte ich es auch geglaubt… uiuuiiui…. Küsse im Pool!!! Und richtiger Champagner (zumindest das Glas) am Beckenrand. Ich hätte jetzt auch Lust auf Rotwein… kommt nicht mehr so oft vor! Ich schätze, die erwähnte Serie „True Crime“ ist vergleichbar mit „Medical Detectives“ auf Vox, so ein Dokuformat über die Aufklärung von Verbrechen und Morden… (hatte auch mal ne Phase, wo ich das nächtens nonstop guckte…). Er, also Philipp, hat so eine gewisse, sanfte Art, wenn er spricht, der könnte mich mit der Stimme hypnotisieren.
Tina
Nein, da gibt es viele Formate, die sich darum kümmern. Sie hört es ja zum Einschlafen, also es sind vor allem Podcasts. Es gibt private und aber auch welche von den seriösen Medien. „Zeit Verbrechen“ ist einer und supertoll. Ich höre das auch zum Einschlafen.
Gaga
Sie sprachen über TV-Serien, daher dachte ich… aber Philipp hat kein Match mit ihr empfunden, ich glaube, er ist freigeistiger als sie. Mit mir hätte er vielleicht eins gehabt 🙂
Tina
Ah. Dieses Wort „beziehungsunfähig“… schnell die Beine in die Hand nehmen und wegrennen. Hat er benutzt, dein Philipp.
Gaga
Kann ich nicht beurteilen, aber er ist picky, hat er selbst gesagt. Ich auch. Vielleicht ist er auch „Jungfrau“ wie ich.
Tina
Manche lenken sich damit einfach davon ab, dass sie vielleicht nicht wirklich wollen.
Gaga
Als sie von ihren wenigen Beziehungen erzählt hat, und dass sie darauf stolz ist, hat er nicht so wirklich verständnisvoll oder anerkennend geguckt. Der ist noch immer in der Entdeckungsphase, die weite Welt und alles, was sie zu bieten hat… Oh zu zweit im Hotelbett. Novum in dem Format!
Tina
Ist halt auch einfach eine Frage der Definition. Was man will. Irgendwann kann man vom ewigen Entdecken auch mal die Nase voll haben. Und andere haben halt nie genug.
Gaga
Ich glaube, der Ballermann-Anglerkäppi-Typ hätte sich mit jeder eingelassen, die halbwegs attraktiv ist.
Tina
Aber ich glaube ihr auch, wenn sie so die Schultern hebt und sagt, dass sie denkt, nix verpasst zu haben.
Gaga
Ich hab in Sachen Entdeckungs- und Forschungsdrang mit Zwanzig einen halbjährigen Crashkurs absolviert, damit wars erledigt.
Tina
Na ja, es gibt wohl das Draufgänger-Entdeckertum. Aber danach kommt ja das andere, eben lang gezogenere.
Gaga
Also im Hinblick auf verschiedene Männertypen etc. Durchprobieren… ansonsten hab ich immer noch Entdeckungsdrang, z. B. Staubsauger zerlegen, und gucken was drin ist! 🙂 Oh. Lea nun, „spirituell“. Lass uns aufmerksam gucken.
Tina
Unbedingt. 😀
Gaga
Gerade war so ein Outdoor-Vorhang an der Loggia zu sehen, das wäre auch auf deinem Balkon sehr hübsch!
Tina
Ja vielleicht.
Gaga
Ich mach jetzt den Rotwein auf! Rothschild, „Légende“!
Tina
Ich noch n Tee. Ich darf auch ein Löffel Honig. Mh.
Gaga
Supie-dupie! „Die sieben Chakren“ auf dem Arm. („Hallo Irina?) Ach, das war schon süß, die Dankbarkeitsmeditation auf dem Outdoor-Bett, das ist schon „quality time“! Nee, echt jetzt. Fand ich irgendwie süß, wenn auch klischeehaft. Ich ahnte es, Ballermann-Klamotte-Nelson und sein Flirt habens nicht in den Alltag geschafft… Und nun zum Prince Charming, bist du dabei? Ich finde den Prince Charming mittlerweile richtig sympathisch, er hat eine besonnene Art. Der Wein ist ja richtig, richtig, richtig gut… so ein schöner charaktervoller Bordeaux Jahrgang 17. Mein „perfektes Dinner“ dazu, in den Werbepausen zubereitet: handgeschnitzte Pommes „Erdige Brandenburger“ mit grünen, in Butter geschwenkten Bohnen, ein paar Emmentaler-Würfeln, Ruccola, bißchen Mayo, Kümmel, frisch gemahlener bunter Pfeffer, Salz, Hanfsamen, Chiasamen, frischer Schnittlauch. Was süß ist, bei der neuen Prince Charming-Staffel, dass die Bewerber in der Villa ganz gut harmonieren, die führen so einfühlsame Gespräche… Beim diesjährigen Bachelor komplett undenkbar. Liegt aber sicher auch daran, dass beim Prince jeder Mitbewerber auch potentielle Beute sein könnte. Der Wein ist so dermaßen gut!… Tee mit Honig ist bestimmt auch gut zum Einschlafen (?)
Tina
Nein, ich hab nur ne Wärmflasche gemacht und Wäsche Aufhängen nebenbei. Bin wieder am Start. Aber fahre auch langsam runter.
Gaga
Wärmflasche ist soooo schön!!! Guck mal, richtig sensible Gesprächsrunden beim Prince…
Tina
Ja!
Gaga
Oh, Feinheiten, wann fängt Sex an – ist ein Blow Job Sex oder nicht? Hello? Ich finde das schon recht intim, egal ob hetero oder gay.
Tina
Ja, ich auch. Siehste, jetzt stören dich seine Zähne nicht mehr.
Gaga
Als Love Interest ist er bei mir jetzt nicht im Fokus, sondern menschlich sehr angenehm.
Tina
Das Plus! Uhhhhhh. Gibt es schwule Männer, die bei dir einen Love Interest wecken? Ich dachte, es ging dir dabei schon um Sympathie.
Gaga
NEIN, nicht „Freundschaft Plus“ sondern „Freundschaft“, auch ohne „Minus“. Eben klassische, gute alte Freundschaft! Es gibt schwule Männer, die ich ganz klar sexy und körperlich anziehend finde, ohne dass ich sie je belästigen würde. Aber ich guck da dann anders hin vorm TV.
Tina
Krass. Na ja, ich guck das, weil ich auch die homosexuelleren Formate viel respektvoller untereinander finde.
Gaga
Der gerade mit dem Hut, den finde ich charakterlich etwas zwiespältig, etwas windig möchte ich sagen, aber rein erotisch-körperlich hat der was, was mich ein bißchen anzöge.
Tina
Ich mochte ja auch die Princess Charming. Es zieht mich aber in den Formaten eigentlich nie was an. Ich brauch Realität, um überhaupt Anziehung fühlen zu können.
Gaga
Die hab ich mal zwanzig Minuten geguckt, um nicht als Spielverderberin zu gelten, aber ich konnte mich nicht entflammen. Ich sah die Folge mit einem kürzeren Ausschnitt, wo die Zwillingsschwester der Princess Charming, die hetero ist, die Kandidatinnen überraschte und sich als die Princess ausgab. Es fesselte mich, so lange die Zwillingsschwester sprach, auch über das Verhältnis etc. Dann konnte ich keine Aufmerksamkeit mehr halten, war vorbei…
Tina
Ja, das war spät.
Gaga
Ich brauche scheinbar irgendein Element, das mit mir direkt korrespondiert.
Tina
Für dich möchte ich keine Zielgruppenanalyse machen müssen.
Gaga
Ich gucke mir wahnsinnig gerne Männer in ihrer Blüte an. Ja, it’s complicated! Ich brauche immer ein bißchen Sophistication… und skorpionische Energie. Kann ich jetzt leider nur Astrologie-Affinen plausibel machen. Was Tiefgründiges, subtil Erotisches, Kontrolliertes, Gedeckeltes. Ich stehe total auf kontrollierte Menschen, bei denen man spürt, dass da unterschwellig was am Kochen und Lodern ist. Der Reiz, das mal befreit zu erleben… 🙂
Tina
Wow, so tief hab ich noch nicht dahin gedacht. Ich analysiere manchmal wenig und laufe über die Gefühlsebene.
Gaga
Ich hab den Mars im Skorpion und da ist das perfekte Match Venus im Skorpion beim Mann. Das ist ein rein erotischer Aspekt. Herzensliebe liest man an andren Konstellationen ab.
Gaga
Das Interessante bei der Astrologie ist, dass es nicht die Illusion gibt, dass erotische und Herzensliebe ein- und dasselbe sind oder sein müssten. Es wird ganz klar auseinandergehalten. D. h., du kannst die perfekte Herzensliebe in jemandem finden, wo du dich zuhause und geborgen und verstanden fühlst, aber gleichzeitig keine nennenswerten erotischen Vibrationen hast. Und eben umgekehrt. Wenn beides zusammentrifft ist das ein seltener Glücksfall.
Tina
Manfred findest du hübsch, richtig?
Gaga
Ich hab mir die Namen noch nicht gemerkt… Der mit dem Hut? Ich finde der hat rein erotisch was, aber ich trau ihm irgendwie nicht über den Weg.
Tina
Manfred kann ich mir merken.
Gaga
Der gerade sagt „Beziehungen waren bisher nicht so mein Ding“ , der heißt Manfred??? So ein altmodischer Name?
Tina
Nein, der mit dem Hut.
Gaga
Ja, den meine ich, der hat jetzt mal ausnahmsweise gerade keinen Hut auf, sonst aber meistens. Wieso heißt der denn bloß M A N F R E D…
Tina
Ach du meinst den hier, der jetzt!!! geküsst wird?
Gaga
„Es fällt ein Kuss“ wie es in Dating-Formaten immer heißt. Ja, den jetzt, sonst hat doch keiner einen Hut auf.
Tina
Nein, das ist nicht Manfred.
Gaga
Keine Ahnung, wen du meinst. Der Name passt auch Null zu ihm.
Tina
Ein anderer mit Hut und langem Bart.
Gaga
Langer Bart… uhhhhh. Ah, JAN!!!! So heißt er.
Tina
„Boyfriend Material“
Gaga
Ja, blöder Begriff. Es gibt doch nur so einen Dickeren, Dunkelhaarigen mit längerem Bart. Der ist für mich erotisch praktisch nicht vorhanden.
Tina
Ja, hatte mich gewundert.
Gaga
ich glaube aber, Jan ist ne kleine Hure. „Kevin, 32 trug schon als Kind Versace“ Text Bauchbinde.
Tina
Ja ja, die Schönlinge sind halt oft mit Vorsicht zu genießen.
Gaga
Ich stehe sowas von gar nicht auf längere Bärte. No Go. Jan ist auch so ein bißchen sehr kamerageil glaube ich. Sind ja alle, aber er noch mal extra. So ein Laufsteg-Charakter. Aber schon apart anzusehen.
Tina
Nö, ich finde so ne Arroganz wirkt auch gegenteilig. Mag ich gar nicht.
Gaga
Hat Unterhaltungswert, ohne Sympathiepunkte zu erlangen.
Tina
Wenn Leute zu sehr von sich überzeugt sind und so künstlich, das erzeugt bei mir krasse Antipathy. Ich mag bodenständige, reflektierte Menschen.
Gaga
So leicht zwielichtige, windige, undurchsichtige Charaktere bringen ja immer ein bißchen Spannung und Salz in die Suppe. That’s Entertainment.
Tina
Wobei er nicht unbedingt undurchsichtig ist. Wenn er das wenigstens wäre.
Gaga
In meinem Leben möchte ich solche Menschen auch nicht haben, aber dramaturgisch ergeben solche Kandidaten schon Sinn.
Tina
Ja
Gaga
Die sind gut für den Kontrast zu den vertrauenswürdigeren Charakteren, die kommen dadurch besser raus.
Tina
Aber ich findet, das schmälert auch deren Schönheit. Mal so ganz generell gesagt.
Gaga
Ja klar, total. Von Schönheit möchte ich da sowieso nicht reden. Das ist maximal Hübschheit. Dekorativ. Mehr nicht. Wie ne stylishe Tapete im Hintergrund.
Tina
Ist der Prince Tänzer?
Gaga
Ja, er hat da eine professionelle Vergangenheit.
Tina
Und was trainiert er jetzt?
Gaga
Weiß nicht. Vergessen, kann man bestimmt googeln. Aber interessant: er hat einen 13-jährigen Sohn, von einer Beziehung mit einer Frau, bevor er sich über seine Orientierung klar wurde.
Tina
Uhhh!
Gaga
In der letzten Folge wurde er von einem Kandidaten gefragt, ob er in der Szene unterwegs ist, also so richtig engagiert in der Gay Community, das hat er verneint. Er möchte ganz normal verschubladet werden, ohne Fokus auf seine Sexualität. Oh, Max macht Drag! Den finde ich direkt sympathisch.
Tina
Der hat bisschen so ne Theateroptik.
Gaga
Ja, ich weiß, was du meinst… hätte auch gut in den Cast von Cabaret gepasst, den alten Film mit Liza Minelli… ich merke den Rotwein… ist schon ein Kaliber…
Tina
Übertreibs nicht.
Gaga
Der jetzt mit Kim, den kennt Kim schon aus seinem erweiterten Bekanntenkreis. Daher haben die beiden etwas Befangenheit im Umgang miteinander. Ich hätte jetzt gern einen etwas süßeren Nachtisch… aber nix da! Außer Weintrauben, Äpfel und Orangen… Manfred hat in der letzten Folge Kuchen gebacken, der hat so was Mütterliches…
Tina
Uh Petzen gehen gar nich.
Gaga
Ja, Petzen ist Scheiße, aber Manfred versucht Oberwasser zu kriegen, die müssen kämpfen, die Jungs.
Tina
Ich könnte dem Manfred nicht lange zuhören. Der nuschelt alles so weg
Gaga
Dass Jan „fremdgekuschelt“ hat, wundert mich ja nun sowas von gar nicht. Kleine Hure eben. Rosa Anzug wäre cool, wenn er dazu ein schwarzes oder dunkelbraunes, offenes Hemd kombiniert hätte. Mit dem weißen, hochgeschlossenen Shirt keine so gute Kombi.
Tina
Aber die kurze Hosenlänge mit Sneakers ist schick.
Gaga
Muss ich mal drauf achten. Die Rotweinflasche ist noch zu 4 Fünftel voll, aber ich fühl mich, als hätte ich sie zu vier Fünftel leergetrunken… schwerer Stoff… jetzt fällt mir wieder ein, wieso ich meistens lieber keinen Rotwein trinke… von anderen Sachen vertrag ich mehr… bin voll bettschwer, ist aber auch gut so, da ich morgen um Zehn im Atelier sein soll, besser etwas vorher, da kommt der Klempner… hab nicht aufgepasst, ist Manfred raus oder weiter?
Tina
Ich guckte auch gerade nicht hin.
Gaga
Ah jetzt… Weißt du, mit wem Jan rumgemacht hat?
Tina
Nö. Ich schlummere nun auch weg.
Gaga
Vielleicht mit dem, der Drag macht… weil der gerade so gerade mal durchgewunken wurde…
Tina
Schlaf du gut und Spaß mit dem Klempner. 👨🔧
Gaga
Ok. wie auch immer, vorbei…! „Spaß mit dem Klempner“ dergestalt, dass er mir wieder zu fließendem Wasser und neuem Boiler verhilft… Good Night, Sleep Tight!
Tina
🎀
Gaga
🎀
22. Februar 2022
Zartfühlende Interpretation von Jasmin von „La chanson d’Hélène“
21. Februar 2022
Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.
21. Februar 2022
21. Februar 2022
21. Februar 2022
21. Februar 2022
21. Februar 2022
21. Februar 2022
Vorzugsweise palavere ich hier nicht über weltpolitisches Hickhack, bei dem es zu 99,99 Prozent um Machtansprüche und einhergehende Drohgebärden bis zu kriegerischen Aktivitäten geht. Das kommt mir alles so altbacken und evolutionär gestrig vor, dass ich mich frage, ob hier ein großes Mittelalter-Rollenspiel stattfindet. Weil ich aber trotzdem nicht unter einem Stein lebe, habe ich mal geschaut, ob ich einen Artikel finde, in dem bezogen auf den schwelenden (um nicht zu sagen „furchterregenden“) Russland-Ukraine-Konflikt, die Ursachen erklärt werden, worum es da eigentlich geht. Habe ich gerade gefunden, hier abgehandelt.

Die Unabhängigkeitsbestrebungen der Ukraine, die auch die schöne Krim verwaltet, sind wie ich es verstehe, der Hauptgrund. In dem Artikel wird dargelegt, welche Bedeutung für die Identität Russlands die Krim hat, deswegen wird von Putin so gedroht und geklammert. Die Krim ist ein Kronjuwel im gesamtrussischen Ego.
Ich finde es immer ganz gruselig, wenn mit Gewalt an etwas festgehalten wird, das Aktivitätsbestrebungen in eine andere Richtung hat. Das ist wie ein verschmähter Ehepartner, der nicht akzeptieren kann, dass die Basis für die frühere Bindung nicht mehr vorhanden ist, und nun Rache am abtrünnigen Ex-Geliebten nehmen will. Es gibt ja zum Beispiel auch – ich muss es leider sagen – vorzugsweise Frauen – die nach einem Ehebruch starkes Interesse haben, den Abtrünnigen finanziell ausbluten zu lassen, um ihm noch mal so richtig, richtig weh zu tun. Denn zur Weiterführung der Ehe kann er ja nicht verhaftet werden.
Ich kannte tatsächlich eine Reihe Frauen älterer Generation, die veritable Rachepläne geschmiedet haben, zu denen ein Anwalt gehörte, der sich in Sachen Scheidungsrecht in der Richtung spezialisiert hatte, dem neu liierten Ex möglichst viel Geld für die Mandantin abzupressen. Manche kamen dann auch an entsprechenden Unterhalt. Für mich wäre das kein Triumph und keine Genugtuung, sondern peinlich. Ich sehe da durchaus Parallelen zwischen dem Russland-Ukraine-Drama und einem sogenannten „Rosen-Krieg“. Das ist alles unwürdig. Das Wetter.
20. Februar 2022
20. Februar 2022
Gerne copypaste ich abermals mein Leben illustrierende Absätze aus einer nächtlichen Message von gestern:
„(…) Überschwemmung in meinem Atelier… huiuiui. war vorhin da, nach fünf Tagen zuletzt… was immer da passiert ist, der Warmwasserboiler im Bad tropft, leider nicht ins Waschbecken, sondern auf den Boden, schon eine große Pfütze, zum Glück nicht übergeschwappt auf den Flur mit den Holzdielen… hab alles trockengelegt und ne Schüssel drunter, den Haupthahn abgedreht. Nun kein fließendes Wasser mehr, keine Klospülung, aber der Boiler tropft weiter, wenn auch in größeren Abständen… so ne Scheiße.
Hab die Abdeckung abgezogen, da ist ja nur Elektronik dahinter und von da tropft es, ich kapiers nicht… ich war ein paar Stunden da, bis die Schüssel voll ist und das Backblech drunter, dürfte es ein paar Stunden dauern, sicherheitshalber noch ein dickes Frotteetuch an die Türschwelle gelegt… jetzt mail ich dem Vermieter und dem Klempner. Ich denke, den Sonntag krieg ich noch so hin, ohne Reparatur. Fahr morgen zeitig hin, stelle eine größere Plastikwanne drunter, und bestelle jetzt den Klempner für Montag.“



Nicht erwähnt: eigentlich wollte ich ganz entspannt den Motor meines alten kaputten Staubsaugers zerlegen, um an die Metallschätze zu kommen. Hab ich auch gemacht, tolle Sachen da drin, wer hätte es gedacht! Runde Stahlschreiben mit interessanten Sonnenrad-artigen Perforierungen und Erhebungen. Eine Augenweide. Wird noch verarbeitet, zu schön!





Klempner wird für Dienstag bestellt, da sind die eh im Haus, schreibt mir Herr Weber, mein Vermieter vorhin. Ich fahr jetzt wieder hin, ein größeres Auffangbehältnis unter mein nässendes Boiler-Baby stellen. Und die Sicherung rausdrehen… äh – kam mir gestern schon mal in den Sinn, nachdem ich mir einen kleinen Stromschlag geholt hatte. Aber überlebt!
19. Februar 2022

Foto von Jan, vorgestern bei der Ausstellungseröffnung am Donnerstag bei feinart gemacht, vor dem Bild von Wolfgang Petrick. Ich hab die Maske aufbehalten, obgleich – oder vielmehr weil kaum jemand um mich herum eine trug. Es war recht voll und ziemliche Dichte, man ging so lässig ein und aus… ich wurde spürbar verwundert angeguckt deswegen, hatte ich das deutliche Empfinden. Wenn noch 2G-Kontrolle gewesen wär, hätte ich es vielleicht lässiger gehandhabt. Sollte keinerlei Demonstration von mir sein, war nur so ein deutliches, gefühlsmäßiges Bedürfnis.
19. Februar 2022
Blöd geträumt. Irgendwann sagte ein mittelalter, etwas zottelhaariger, nicht genau identifizierbarer Bekannter in dozierender Art und Weise, dass er Curtis Mayfield nicht mehr hören könne, und gerade bei „Move on up“ müsse er abschalten. Als würde es jeden Tag zehn mal im Radio rauf- und runterlaufen. Das ist der einzige Song von Curtis Mayfield, den ich auf meiner Lieblingsplaylist habe und sehr schätze, noch dazu in der „extended version“. I was not amused! Weiß nicht, wer der Klugscheißer war. Jedenfalls ist das für mich so eine Sache, wo ich dann innerlich in Sachen Sympathie Abstriche mache. Punktabzug!
18. Februar 2022
Nachtcafé SWR, heutige Sendung, eben Vorstellungsrunde, Thema Porno und Fetisch, unter den Gästen, Diana Körner, Schauspielerin (77). Steinbrecher stellt sie vor mit: „Diana Körner meint, Sex im Alter wird überbewertet, seit dem Tod ihres Mannes hatte sie keinen Sex mehr“. Darauf Diana Körner: „Das wissen Sie doch gar nicht.“ Na ja, ich guck mal weiter, weil ich das Format sehr schätze. Frau Körner gefällt mir, mit ihrer widerspenstigen Art.
17. Februar 2022

Heute in der Fasanenstraße in meinem Giraffenpullover. Bin um 19:25 Uhr von da kurz zu Jans Ausstellungseröffnung und wieder heim nach Mitte. Ist manchmal völlig ok, nur ganz kurz wo zu sein, ganz friedlich. War um 20:30 Uhr schon wieder in meinem Wohnzimmer. Jan hat auch ein Foto gemacht, mal gucken. Ist eine Gruppenausstellung bei feinart.
17. Februar 2022
Noch so ein apartes Chat-Protokoll! Ich persönlich fände es ja sehr spannend, bei Anderen mal Mäuschen zu spielen, was die so chatten. Insofern denke ich mir das auch interessant, was ich mitunter so chatte. Am Montag, 7. Februar 2022, um 20:15 Uhr hatte ich wieder so eine kleine Verabredung mit Tina, gemeinsam eines dieser Dating-Formate zu gucken, also ein ausgesuchtes, wir gucken nicht jeden Trash. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich unsere Chats gerne mal Richtung Meta-Ebene bewegen, was meines Erachtens durchaus eine interessante Lektüre darstellt. Hier also das Protokoll vom vorletzten Montag!
Gaga
Jetzt kommt First Dates Hotel, ich schalte mal an.
Tina
Ja, ich auch gleich.
Gaga
Schade, dass die süße Französin nicht dabei ist, erinnerst du dich? Aber sie sind ja auch nicht in Frankreich diesmal… schade… ich meinte diese „Aline“ vom Empfangstresen.
Tina
Oh ja ich muss näher hinsehen. Oh Gott, ich interessier mich nicht mehr richtig für Männer. Schau auf der Straße nur noch nach Hunden. Kann zu den Typen bei First Dates einfach keine Meinung mehr haben.
Gaga
Ich warte auf Typen, die polarisieren, bißchen Lästerpotenzial wär schon apart! Wenn zum Beispiel einer so eine apart defizitäre Ausdrucksweise am Start hat, mit falscher Grammatik etc. und sich für Superman hält.
Tina
Aber na ja, so ganz Abgefuckte sind doch dort eh nie.
Gaga
Die Mischung machts, ganz abgefuckt wär ja auch langweilig. Toll z. B. Rolex und toller Flitzer und dann so leicht debiler Satzbau.
Tina
Puh. irgendwie triggert mich das. Ich glaube das ist nicht ganz das Richtige für mich. Ich will mir lieber Dokus über Quantenphysik oder KI angucken.
Gaga
Ach was. Hauptsache hübsches Hotel und tolle Natur und nette Dialekte.
Tina
Nö. DIe Katie aus door DDR. Den Oberkellner würde ich daten.
Gaga
Hab nix mitbekommen, Waffel im Eisen verkohlt, Rauchfahne in der Küche, hat plötzlich so gestunken… jetzt lüften. Meinst du den Kellner, der die Haare immer zum Dutt macht und auch in der Daily immer hinterm Tresen ist?
Tina
Oh je, das kenn ich gut. Hin und wieder. Aber du hast ja nun auch Rauchmelder?
Gaga
zum Glück ist er nicht an, ich hasse das Geräusch, hat noch nicht gebrannt, kurz davor, schade um die Waffel.
Tina
Nee, ich mein den Chef des Hauses. der hat so ein schönes jungenhaftes Lächeln.
Gaga
du meinst den alten Trettl? Der grauhaarige ältere Mann, der immer alle begrüßt. Typ Teddybär, schon nett. Aber bei mir friendzone 🙂.
Tina
Friendzone. Allein dieses Wort. Aber ja, ich weiß ist verheiratet.
Gaga
Ich finds eigentlich auch zum Kotzen, aber bringts auf dem Punkt, viel schlimmer finde ich das Wort „Freundschaft Plus“ Mit Kumpel vögeln ohne emotionale Erotik. Bäh. Abartig. Das ist ja, wie wenn ich dich anbaggern würde. Ich halte das gerne konsequent getrennt und muss mir da auch nix verkneifen. Das degradierte für mich den erotischen Gottesdienst zum Schnellimbiss à la McDonalds. Profanisierung, welche ich geißle!
Tina
Ich bin auch anders herum naiv. Ich hatte so viele Männer, bei denen ich immer dachte, das könnten alles mein Kumpels sein und so. ich hab sehr lange gebraucht, um zu verstehen, dass sie es leider nicht sein können. Aber es macht mich manchmal traurig. Ehrlich.
Gaga
Wobei es die seltenen Fälle gibt, wo nach längerer Zeit auf einmal aus Freunden eine Paarbeziehung wird, aber das ist was völlig anderes. Da ist ja Evolution passiert. Es ist völlig angemessen, wenn ein Mann, der in dich von Herzen verliebt ist, mit weichen, erotisierten Knien, nicht bereit ist, so eine lauwarme Kumpel-Freundschaft mit dir zu pflegen. Das kratzt zu sehr am erotischen Ego.
Tina
Nein, das ist nicht unbedingt was ich meine.
Gaga
Das funktionert erst dann, wenn jeder jemand Anderen für das Erotische hat, und keiner mehr was in der Richtung will, das ist möglich.
Tina
Es ist eher so, dass unter dem Deckmantel von Freundschaft dann irgendwie immer wieder das Erotische da reingezogen wird.
Gaga
Strange, das sind dann genau diese von mir erwähnten „Freundschaft Plus“-Arschlöcher. Ist eine Mode in einer gewissen Generation.
Tina
Nein, darum gehts auch nicht unbedingt. Was dann am Ende draußen werden würde, kann sicher auch mehr sein.
Gaga
Du giltst dann als verklemmt, wenn du keine Böcke auf Freundschaft Plus mit lauem Gevögel zum Zeitvertreib hast. Mir zu kompliziert. Ich hab nur Interesse an glasklaren Verhältnissen und Interessen. Ich guck jetzt die Sendung.
Tina
Nein, das waren eher Künstlertypen oder nerdige Intellektuelle. Mit denen ich immer voll viel zu bereden hatte, aber die mich halt nicht als Mann interessierten. Du sagst es wirklich komplexer, als das was im Klischee abläuft.
Gaga
Ich hatte gerade einen lustigen Verleser bei deinem letzten Kommentar: „(…) Künstlertypen oder niedrige Intellektuelle“ 🙂
Tina
😂
Gaga
Ohne Witz jetzt: ich beobachte bei diesen TV-Formaten gerne, wie sich jüngere Generationen präsentieren und artikulieren. Ich studiere das wie eine interessante Spezies.
Tina
Okay
Gaga
Und stelle immer wieder fest, dass sooo viel Evolution noch nicht stattgefunden hat. Dieselben altbackenen Rollen, die schon in den Fünziger Jahren von den Damen und Herren eingenommen wurden.
Tina
Ich denke eher, dass die Dinge sich zurückentwickeln.
Gaga
Also nichts Neues unter der Sonne, de facto, außer dass sich die Modewörter im Small Talk ändern.
Tina
Wer hat mir das erzählt, dass die Chinesen die sozialen Kanäle ihrer Kiddies dahingehend manipulieren, dass am Ende eine Persönlichkeit steht, die sich eher für Wissenschaft und Forschung interessiert, statt Selfies & Co.
Gaga
Ich sag mal so: wer sich für Castings in Dating-Formaten bewirbt, ist von Hause aus erst mal TV-geil und auch sonst etwas schlichter gestrickt, heißt: leicht altbacken von der Denke her. Daher.
Tina
Wobei das beim Bachelor oder anderswo deutlich krasser ist. Es ist hier schon ein gewisses Niveau. Frag mich, ob denen auch manchmal der Nachschub ausgeht.
Gaga
Es ist hier schon ein Mix von 50 Prozent Nullachtfuffzehn-Dating-Show Cast und ein anderer Teil mit einem Anteil Ernsthaftigkeit. Die mixen den Cast von echten Bewerbern mit Kleindarstellern.
Tina
Bei den coolen Kids guckt glaub ich kaum noch einer Fernsehen. Ohh. Ohoho hhoho „Die Gesetze der Anziehung!“
Gaga
Das kommt auf das Format an, es wird schon gescannt, wo laufen Datingformate und populäre Reality-Formate, die werden genauso geguckt wie der ganze Netflixkrempel. Sonst würden ja bei First Dates nicht dauernd Paare sitzen, die sich gegenseitig erzählen, welche Netflixserien sie am liebsten gucken. Das läuft ja auch alles über Notebook. brauchste keinen TV und es spricht sich rum und ist Gespräch, wie bei dir und mir auch.
Tina
Übrigens gabs da eine sehr schöne alte Folge „Sex and the City“. Wo traurige, heulende Frauen mittleren Alters in der Buchhandlung bei den Selbsthilfebüchern sitzen und Charlotte dann geschockt anfängt, sich lieber für Anderes zu interessieren. Heute gilt das ja wieder als cool, das Zum Thema Evolution. Bei solchen Leuten, wie denen, die da mitmachen. Aber nicht bei „normalen“ Berlin-Mitte-Leuten zum Beispiel. So, ich bin ruhiger. Nehme jetzt das Handy, da kann ich nicht schnell tippen.
Gaga
Übrigens kann ich dir versichern, dass jede Menge Akademikerinnen Trash TV gucken, es aber nicht zugeben, bzw. erst dann, wenns eine andere, geistig fortgeschrittene Person outet. Männer auch. Also AkademikeR.
Tina
Ich kann über das Alles hinwegsehen. Keine Sorge. Ich denke nur manchmal, dass ich eben einfach zu viel TV gucke, anstatt zu lesen und dann kreide ich das vor mir selber an. Mein innerer Kritiker und ich sind in einem steten Dialog. Und wir sind selten einer Meinung.
Gaga
die Gefahr ist bei mir ja nicht, da es nur an manchen Abenden stattfindet. Thema abtörnende Dialekte: Kölsch. Thema abtörnende Kopfbedeckungen: Basecap mit Schild nach hinten, wie ein Kleinkind und dann beim Essen auflassen. Schild nach vorne wär aber auch nicht besser. Oh, er war jung Soldat und muss Jugend nachholen… da ist er ein bißchen entschuldigt. Männer mit Haarausfall sollten einfach dazu stehen und es ganz kurz abrasieren, was noch drumherum da ist. Sieht am besten aus, wenn der Schädel eine gute Form hat. Glatze verstecken ist unsexy.
Tina
Wie wird man denn mit 16 schon Soldat? Der Mark ist nicht mein Typ. Hat aber ein Strahlen, was immer irgendwie sympathisch wirkt.
Gaga
Keine Ahnung… ich fänds interessanter, wenn noch ältere Paare mit ausgeprägtem Ego kämen. Gerne Siebzig plus :-) Insgesamt gefiel mir das Ambiente in Südfrankreich besser, hatte mehr Flair…
Tina
Na, jetzt kommt charming Kati ausm Osten.
Gaga
Kati, 51, aus Gera scheint echt zu sein. Bin gespannt.
Tina
Wo findet es denn derzeit statt?
Gaga
Kroatien
Tina
Ich find es auch hübsch. Vielleicht fehlt dir auch das Personal.
Gaga
die Bepflanzung ist ganz nett, aber Südfrankreich ist eben Südfrankreich, nischt wahr? Ja, Aline und der Champagner zur Begrüßung fehlt mir ganz klar! Aber auch das Himmelbett draußen am Pool. Die possierlichen Möbelchen, die Fensterläden…
Tina
Der Entertainer Mario hat doch Charakter.
Gaga
Polycolor. Aber die Brusthaare etc. dann grau. Muss an den Maler denken, der hat auch immer schlimm gefärbte Haare.
Tina
Ja, Herrgott.
Gaga
Der ist aber schon über Achtzig und wiederum rührend, dass er noch die Jugend beschwört… würde dich das nicht stören, auf dem Kopf selbstgefärbt Blauschwarz und Rest Grau? Hast du wahrscheinlich noch nicht erleben dürfen/müssen. Das Bett ist doch sehr hübsch, da auf der Terrasse.
Tina
Kati irgendwie cool.
Gaga
ja, Kati ist irgendwie nett.
Tina
Auch wenn Ostdeutsche immer bisschen blöd erscheinen unter dem Deckmantel des Dialekts. Aber sie ist sehr natürlich und spritzig.
Gaga
Es gibt auch westdeutsche Dialekte, die manchen etwas geistig langsamer wirken lassen. Ich freu mich schon aufs Ende, bin heute schon etwas bettschwer… geht wohl bis 22:20 Uhr. Danach kommt eine neue Staffel Prince Charming, aber der ist auch nicht mein Fall, was ich im Trailer gesehen habe. Ich gucke ja auch schwule Männer mit Heteroblick an, daher… und auch zu bettschwer… gerade dank der Sendung gelernt, den Unterschied zwischen bisexuell und pansexuell. Wusste ich noch nicht: „Wenn du dich zu deinem eigenen, aber auch zu anderen Geschlechtern hingezogen fühlst, bist du vielleicht bisexuell. Und wenn dir das Geschlecht in Sachen Sexualität vollkommen egal ist, kann es sein, dass du pansexuell bist.“
Tina
Ja auch gerade gelernt.
Gaga
also stehen bisexuelle im Zweifel nicht auf transsexuelle oder genderfluide Menschen, aber pansexuelle schon, wenn der Mensch im egalen Körper attraktiv ist.
Tina
🎀 So muss es sein.
Gaga
So eine Veranlagung finde ich eigentlich toll, kann man aber nicht lernen. Ich liebe ja auch alles, was kreucht und fleucht, aber für erotisches Match bin ich total festgelegt, impulsiv, tief körperlich, nicht moralisch konditioniert.
Tina
Die beiden Älteren sind aber spannender.
Gaga
Der Garten ist doch sehr schön, auch der Pool… und die Musik… that’s life – Sinatra… die Augen von Nelson sind mir unheimlich. So kleine Pupillen haben Kokser.
Tina
Ich mag die beiden, den Ösi und die Graue aus Gera.
Gaga
Oh hoppla, er drängt zur Bühne…
Tina
Schon Schlimmeres gehört 😉
Gaga
Die Tränen beim Ständchen sind bestimmt auch, weil ihr noch nie einer eins gesungen hat… ich glaub, er ist entflammt und sie auf Distanz, findet es aber schön, umgarnt zu werden und mag ihn menschlich….
Tina
Oh, oh Prince Charming. Scheiße. Das guck ich auch noch.
Gaga
Ich hab zu viel getrunken, ich muss in die Falle! Danke für deine Gesellschaft! 🙂
Tina
Ja, Schlaf gut!
🎀
16. Februar 2022
Here we go: der Bachelor hat heute Abend wieder seine Rosen verteilt und Tina und ich waren dabei.
Tina
Hey Girl, vergiss heut bloß nicht einzuschalten. Love, Tina!
Gaga
Ach Mensch Tina, dachte schon, du hast die Schnauze voll, hey supie, dassde mit am Start bist. Jetzt kommt ja gerade so eine blöde langweilige Sondersendung, wo angebliche Coronalockerungen abgefeiert werden, die aber eigentlich nur Lockerungen für Ungeimpfte sind, wir müssen alle halt ne Maske aufziehen, gähn… Aber genug von dem Ernst der Lage, ich stimme mich auf die nächste Episode mit coronafreiem Flirtpalaver ein!
Tina
Nein, nein. Ich sage nur: die Dosis macht das Gift. Außerdem will ich meine SEO-Fähigkeiten in deinen Chat fließen lassen, dass, wenn Leute Christian Lindner googeln, dann bei mir landen. Na ja, ha ha wird nicht klappen. Dazu müssten wir das keyword sehr oft verwenden. Also in diesem Sinne: ich bin gespannt auf den kleinen Bruder von Christian Lindner.
Gaga
Ich habe keine Probleme, Christian Lindner öfter zu erwähnen, ich kann ja schnell tippen, wie du weißt! 🙂 Meines Erachtens trägt Christian Lindner sein Haar im vorderen Bereich etwas anders, also kürzer. Was ich persönlich besser finde. Ich muss mich aber nochmal updaten, wie die Frisur von CHRISTIAN LINDNER aktuell ist.
Tina
Jetzt musste ich kurz laut lachen. Aber wegen Christian Lindner war es nicht. 😂
Gaga
Ich hab mich falsch erinnert, das ist das einzige Foto, wo ich CHRISTIAN LINDNER ganz passabel finde: https://www.bundestag.de/resource/image/525066/2×3/316/475/737860ffe1b92026cae01272fa31807e/Ve/lindner_christian_gross.png Tatsächlich finde ich den Haarschnitt von CHRISTAN LINDNER doch nicht so top und auch seine Stirn nicht so gut. So ne flotte Tolle nach oben hat schon mehr Pfiff als das platt anliegende Haar von CHRISTIAN LINDNER!
Tina
Ich glaube aber Kleinbuchstaben reichen, oder? Also ganz normal Christian Lindner. Was dem Bachelor steht, täte auch Christian Lindner stehen, glaub mir.
Gaga
O.k. ich kann den Ball in Sachen Christian Lindner auch flach halten. Meinst du christian lindner kann auch Discofox, wie unser Bachelor?
Tina
Kann der Bachelor Discofox?
Gaga
Ich bin kein Fan vom Look von Christina-Shakira (um auch mal einen Satz ohne Christian Lindner zu schreiben). Muss man für Discofox was können?
Tina
Magst du die Locken von Shakira nicht? Die würden Christian Lindner sicher auch stehen. Aber ob am Ende jemand überhaupt Christian Lindner je googelt?
Gaga
Ich habe die Frage falsch gestellt; sie hätte korrekt lauten müssen: „Meinst du, Christian Lindner ist auch so willig wie der Bachelor, Disco-Fox zu tanzen?“ Obwohl es mich eigentlich gar nicht interessiert, da ich selbst keinerlei Lust habe, jemals Discofox zu tanzen! Weder mit dem Bachelor, noch mit Christian Lindner! Ist also nur blödes Gesabbel.
Tina
Ja ganz ruhig. Auch ein bisschen entspannen.
Gaga
Würde Christian Lindner sicher auch tun.
Tina
Ich hab heut schon viel getippt und bin am Handy.
Gaga
Die Locken von Christina-Shakira stehen niemandem! Aber vielleicht gefallen Sie Christian Lindner und er hat Lust Christina-Shakira zu heiraten und dann könnte sie den hübschen Namen Christina-Shakira Lindner tragen. Ja, einfach mal die Klappe halten! Ich bin ja nur froh, dass die Mädels nicht alle blond sind, sondern noch eine andere Haarfarbe dabei ist, sonst könnte ich die gar nicht auseinanderhalten.
Tina
Jetzt probiere ich’s mal mit der Diktierfunktion. „Diktierfunktion, schreibst du auch Christian Lindner?“ Ah super, so bin ich schon viel, viel schneller.
Gaga
boah…. geilomat!
Tina
Diktierfunktion ist gerade am Handy schon geil, weil alles so klein und fipselig da ist. Ich bin mir sicher, Christian Lindner nutzt auch gerne mal die Diktierfunktion. Der kleine Bruder von Christian Lindner schwitzt ja gerade echt voll.
Gaga
Ich finde, der (Christian Lindner etwas ähnelnde) Bachelor hat so eine bestimmte Sprechweise, wie ich sie mir bei Verkäufern in einem Handyladen vorstelle. Wenn er so die Vertragsvorteile und die Downloadkapazitäten erklärt. Immer schön sachlich. „Wir kichern so wie kleine Kinder, das erste mal verliebt“. Auch ein schöner Satz von Jana-Maria oder wie die heißt. Verliebte Kinder, wer kennt sie nicht!
Tina
Machst du für mich auch mal so zwei Zäpfchen zur Seite mit deinen langen Haaren? Ich erzähle auch Christian Lindner nichts davon.
Gaga
Er lässt einfach keine erotische Spannung aufkommen, immer alles so leicht angealbert. Nein, ich mache dir keine zwei Zäpfchen, ich habe keine Ausbildung zur Apothekenhelferin.
Tina
Oh ich meinte natürlich Zöpfchen. Da will die Diktierfunktion immer nur Zäpfchen verstehen. Warum auch immer. Christian Lindner würde das sicher auch gefallen.
Gaga
Vielleicht steht Christian Lindner sogar mehr auf Zäpfchen als auf Zöpfchen 🙂 Hey Tina, Girl! Du bist ja heute richtig aufgekratzt und in Kommentierlaune. Bist du vielleicht heimlich ein bißchen in Christian Lindner verliebt und möchtest ihn so auf dich aufmerksam machen? Die Bettwäsche in dem Schlafsaal ist ja furchtbar. Total geschmacklos! Da kommt keine Villen-Stimmung bei mir auf. No Go! Ich schalte gleich ab, wenn das Interieur nicht stylisher wird!
Tina
Nein keineswegs, ich möchte eigentlich nur mal testen, wie krass Key Word bla bla bla funktionieren kann. Außerdem finde ich meinen eigenen, diesen Witz so unglaublich gut, dass ich Lust hab, bis zur Unkenntlichkeit drauf rumzureiten. Generell sagen mir blonde Männer nur sehr wenig.
Gaga
Ich warte drauf, dass die Tante mit dem Sex-Blog langsam mal angreift, die hat sich doch gebrüstet, dass SIE auf jemanden zugeht und der aktive Typ ist! Wir könnten natürlich auch subversive politische Botschaften nach unserem Geschmack einbauen, welche, die Christian Lindner nicht so ganz super fände.
Tina
Och nö.
Gaga
Ja, sorry, ich wollte hier auch nicht die Stimmung eintrüben, doofe Idee!
Tina
Ich stresse kurz ein bisschen ab und folge dem Geschehen stumm.
Gaga
Das war doch die Sex-Blog-Tante, die gerade auf der Couch zu der einen gesagt hat: „Das ist ein bißchen akward oder?“ „akward“ so amerikanisch nuschelig ausgesprochen.
Tina
Aber ich bin noch euphorisch dabei, wäre der Christian Lindner sicher auch.
Gaga
„abstressen“? Interessantes Wort, muss ich mir merken. Wie er gerade sagt „Wohlfühlfaktor“, klingt wie das Detail eines Business-Plans. Christina-Shakira mit blauer Schleife in den Schillerlocken! Sieht aus wie ein Yorkshire-Terrier! Haha, die Gesprächsthemen gehen aus, lustig! Ich denke, er ist dunkelhaariger, als du denkst, er hat ja nur die Deckhaare oben blondiert, der Bart ist mehr so zwischen mittel- und dunkelbraun, der Haaransatz auch! Entschuldige bitte, dass ich zuletzt so wenig Gedanken an Christian Lindner hatte. Es ist mir etwas peinlich, ich hab den Namen vom Bachelor ganz vergessen. Ich will Jugendfotos von ihm googeln, weißt du, wie er heißt? Hab den Namen gegoogelt, er heißt „Dominik Stuckmann“. War mir noch nicht mal entfallen, ich hab den Namen einfach bislang ignoriert… ist auch irgendwie kompliziert. Dagegen ist Christian Lindner doch ein Name, den man sich recht gut merken kann.
Tina
„Ich denke, er ist dunkelhaariger, als du denkst, er hat ja nur die Deckhaare blondiert“ Ich dachte dieser Gedanke hier war über Christian Lindner? Mensch, ich höre seinen Namen aber auch zum ersten mal.
Gaga
Anna wirkt doch recht besonnen, ich finde sie am interessantesten, aber vielleicht zu reif für ihn.
Tina
Wie alt ist er?
Gaga
26 oder so oder bißchen älter.
Tina
Ui.
Gaga
Ach nee, schon dreißig, geb. am 21. Januar 1992.
Tina
Na besser.
Gaga
Ich hätte ihm auch 34 abgenommen. Guck mal, wie dunkel der Bart ist, dabei war er stundenlang in der mexikanischen Sonne.
Tina
Ja haa. Aber die Augen und alles. Für mich is das n Blondie.
Gaga
Ja, so langweilig hellblaue Augen.
Tina
Meinst du das ironisch? Die hat n schönes Outfit, die Anna.
Gaga
Nee, ich mag am liebsten grüngraue Augen. Kein quietschiges Blau, aber auch kein Braun. Gegen braune Augen habe ich eine richtige Abneigung, kann ich schlecht erklären, ist so. Also erotik- und romantikmäßig mein ich. Ich kenne auch sympathische Menschen mit braunen Augen. Und blauen auch.
Tina
Grüngrau ist sicher voll selten.
Gaga
Ja, Grüngrau ist selten. Aber Grün mit einem Hauch Gold geht auch gerade noch so. Weil Grüngrau so selten ist, finde ich ja niemanden… jaul…
Tina
Du hast aber auch ein verdammt scharfes Profil.
Gaga
Ja, schlimm.
Tina
Ich lerne auch manchmal jemanden kennen, der Null mein Typ ist, und dann wird er noch schön, durch das, was er ist.
Gaga
Ich sag mal so: ich hab irgendwann zufällig bemerkt, dass die Augen, in die ich mich am meisten verliebt habe, immer ins Grüne gingen…
Tina
Solche, die eigentlich mein Typ waren, sind auch schon verblasst. Aufgrund des Verhaltens.
Gaga
Vielleicht ist da ein Charakterzusammenhang. Sind glaube ich, starke Freigeister… Ich liebe Freigeister.
Tina
Ja, das tue ich auch. Ob Christian Lindner nicht eigentlich auch einer ist?
Gaga
Ehrlich gesagt, finde ich meine Augenfarbe auch ganz okay, ist so Blaugrau, mit mehr Grau und in der Mitte ein Hauch ins Grüne, aber nur ganz wenig… Christian Lindner ist vielleicht ein Freigeist auf seine Art, aber mir fehlt da der künstlerische Anteil, sowas brauch ich auch äußerst dringend, für einen Austausch auf Augenhöhe. Ich glaube, er liest hauptsächlich Sachbücher, Karriere-Ratgeber und im Urlaub mal nen Krimi. Gedichte eher wohl nicht.
Tina
Darüberhinaus googelt sich Christian Lindner selbst ab und an.
Gaga
Außerdem mag ich Menschen mit großen Pupillen, das sind zutrauliche Menschen, die keine Angst haben und so eine Grund-Entspannung.
Tina
Vielleicht findet Christian Lindner ja diesen Chat.
Gaga
Ich kann da unterstützend tätig werden, indem ich ihn später tagge, wenn ich den Palaver nach WordPress copypaste!
Tina
Wobei die Pupillen sich je nach Zutrauen auch ändern. Menschen, deren Pupillen dir gegenüber klein sind, trauen dir vielleicht nicht so sehr. Hab darüber letztens was in nem Krimi gelernt. Auch, dass du über die Pupillen sehen kannst, ob jemand auf dich steht und so.
Gaga
Erfahrungsgemäß werden bei den meisten Menschen die Pupillen größer, wenn ich vor ihnen stehe! 🙂
Tina
Toll! Sicher hat Christian Lindner für so einen Quatsch keine Zeit. https://www.amazon.de/Tell-Tale-Eye-Thoughts-Emotions/dp/0442233906
Gaga
Da irrst du dich, dass Christian Lindner dafür keine Zeit hat, das macht er nebenher, in diversen Videokonferenzen, die er abhalten muss. Hab schon öfter beobachtet, dass sich unbeobachtet glaubende Teilnehmer im Videocall auf dem Smartphone rumspielen, auch bei einem höheren Tier der Berliner Wirtschaft. Der hat dann so nach unten gegrinst, und man wusste, er checkt nebenher sein Smartphone.
Tina
Aber das machen alle. Nur wird Christian Lindner da sicher nicht unseren Chat checken 🤪. Das nächste mal ist ein B-Promi das Keyword.
Gaga
Das verstehe ich nicht, B-Promis, sind die besonders interessant? Sind nicht eher die A- und Z-Promis unterhaltsam?
Tina
Da kennst du dich sicher besser aus. Ich meinte einfach jemanden mit etwas mehr Zeit.
Gaga
Vielleicht müssen wir den Chat noch mit zusätzlichen Keywords aufpeppen, die ihn anfixen, z. B. „Christian Lindner – sexiest man alive“. Für den eigenen Sex Appeal-Rang interessieren sich alle Männer!
Tina
Ach, es kommt wie es kommt. So viel bedeutet uns Christian Lindners Aufmerksamkeit sicher nicht.
Gaga
Ah, es geht weiter, ich will mal bißchen gucken. Ich kann dir nicht sagen, wie sehr mich Geschicklichkeits-Gruppenspiele langweilen. „Ich möchte wissen, was deine Love-Language ist“. Interessante Frage! Hast du dir denn Batida geholt?
Tina
Nein. Ich tue was Schlimmeres. Ich faste mir gerade etwas Winterspeck runter. No food. This week.
Gaga
Kannst du bitte für mich mitfasten? Ich hab keine Lust drauf, aber auch Winterspeck!
Tina
Aber es macht auch euphorisch. Bin heute gut drauf dadurch. Es ist nicht so schlimm wie man immer denkt.
Gaga
Mir fehlt so bißchen das Ziel…! Ich werde einfach die nächste Zeit keine gefährlichen Sachen wie Eierlikör und Niederegger Marzipan kaufen!
Tina
Bei mir kommt das meiste wohl auch vom Bier. Eierlikör mag ich eh nicht. Aber Niederegger Marzipan! Mmmmmmmmh 🤤
Gaga
Bei mir vom Gesamtpaket in puncto Hemmungslosigkeit, allerdings meist erst am Abend. Tagsüber bin ich recht zurückhaltend.
Tina
Ja, das kenn ich auch zu gut.
Gaga
Es geht weiter, wir wollen Christian Lindner doch nicht mit unseren Gewichtsangelegenheiten langweilen!
Tina
Nein niemals. Etwas Derartiges ist Christian Lindner nicht würdig.
Gaga
Kuss-Noten wie in der Schule, finde ich jetzt aber auch nicht so prickelnd als Gesprächsthema unter geneigten Damen und Herren. Ich hab übrigens vorgestern doch Prince Charming geguckt, ich fand die Kandidaten und Dates interessanter als die hier jetzt… aber der Prince Charming hat ja z. B. grüne Augen, aber da tut sich bei mir nix, weil das Gesamtpaket von den Gesichtszügen nicht mein Fall ist. Ich finde seine grünen Augen auch zu froschgrün, wie Kermit. Wobei die auch noch mit Colorgrading in der Postproduction nachhelfen.
Tina
Oh cool. Da guck ich nächste Woche auch wieder. Ich hab’s am Montag vergessen.
Gaga
Ok, es funkt nicht bei Shakira und ihm, zum Glück beidseitig, also wird sie selber gehen!
Tina
„Die Alte ey“. Oh oh, das geht gar nicht, so über andere Menschen zu reden. Meiner Meinung nach.
Gaga
Welche „Alte“? Hab ich überhört…
Tina
Ja, sei froh. Das war die Sex-Bloggerin.
Gaga
Die kuscheln und drücken sich doch gerade alle. Ist natürlich auch nicht ganz echt, ist klar. Über wen hat sie das gesagt, wen hat sie gemeint? Shakira?
Tina
Das hab ich nicht mitgekriegt. Ich glaube auch wegen Chiara.
Gaga
Die packt noch ihre bitch moves aus, sag ich doch!
Tina
Ob Christian Lindner bitch moves mag?
Gaga
Mir schnuppe! Ach, es gibt 2 x Chiara. Da war vorhin eine blonde, fülligere Chiara aus HH im Bild, und die hübsche Dunkle heißt auch so! Raeklame. Man kann einen „Schmuckgutschein“ gewinnen. Schwieriges Wort! Ich werde übrigens die Tippfehler wieder ausmerzen! Die Leute wissen doch gar nicht, ob wir uns vertippt haben oder eine Rechtschreibschwäche haben!
Tina
Ach menno, ich machte viele heute. Schreib doch einfach so einen Hinweissatz drüber oder drunter. Das kann ich ja gar nicht mit ansehen, dass du dir da noch so ne Mühe mit machst. Aber Christian Lindner fände das sicher nicht ganz schlecht. Christian Lindner ist ja so voll der Karrieretyp.
Gaga
Nein, ich möchte schon druckreif rüberkommen! Die Leute beeindrucken! Die denken doch sonst „Na ja, wer so einen Trash guckt, kann auch kein richtiges Deutsch“
Tina
Okay, das kann ich verstehen. Diese Verlinkung ergibt einen gewissen Sinn. Oh Mann, so viel Werbung für Essen, das weckt Gelüste.
Gaga
Christian Lindner wird das ja voraussichtlich als ersten Text meines Oeuvres genießen, da kann er ja noch gar nicht ermessen, mit welcher Komplexität und mit welcher Exzellenz ich (und natürlich auch DU) in unseren sonstigen Veröffentlichungen brillieren! (der verdrehte Satzbau eben muss natürlich auch berichtigt werden!!!) Von Wegen Essen und Werbung: mit Haribo kannst du mich jagen. Ich finde nicht nur die Werbung mit dem Quatsch Erwachsene-mit-Kinderstimmchen völlig witzlos, sondern auch den Geschmack. Es geht weiter! Ach schade, die Bitch muss die Fliege machen, hätte spannend werden können! Aber immerhin konnte sie für sich und ihr Geschreibsel Öffentlichkeit generieren. Wer möchte das nicht! Ich bin ja leider zu alt für den Cast! Ist schon vorbei, oder?
Tina
Milchschnitte. Da würd ich ne ganze Palette von essen, wenn’s nicht so mega ungesund wäre. Ja, vorbei.
Gaga
Bäh, ich glaube deine Erziehung ist noch nicht abgeschlossen! So, Mädchen, dann geh mal fein ins Bett, ich darf noch aufbleiben, da ich die Ältere bin! 🙂 Ich muß abschalten, die geilen sich gerade an der bedrohlichen Sturmwarnung auf. So Nachrichtensendungen sind nix für mich. Auch keine Villa außerdem! Eingeschränkter Bahnverkehr pipapo, ja ist ja gut, ist ja gut… Also mach schön Heia!
Tina
Ich mags einfach süß süß süß. Aber das ist nur, was ich mag. Esse das ja nie.
Gaga
🎀
Tina
Und ja, ich mach Heia. Ob Christian Lindner jetzt auch schon Heia macht. Wer weiß?
Gaga
Das war nochmal ein sehr schöner Schlußgedanke! 🙂
16. Februar 2022
Portrait von Jan. Ich habe ihn sehr, sehr, sehr oft fotografiert. Und meistens auf eine bestimmte Art, die tatsächlich seinem eigenen Blick auf andere etwas entsprach. Ein erotischer Blick. Den habe ich immer, dazu braucht es keine erotische Beziehung zu dem Menschen vor mir. Vielleicht ist die Abwesenheit einer ausgelebten erotischen Verbindung sogar beim Fotografieren zuträglich, vorausgesetzt, man empfindet das Potenzial des Gegenübers als grundsätzlich erotisch. Jedenfalls hatte ich immer großen Spaß, dieses gewisse erotische Etwas, das in einem bestimmten ernsten Blick liegt, der auch eine gewisse Spannung haben muss, eine unterschwellige Aggression, herauszukitzeln. Das Schöne war, das Jan sehr spielerisch dazu bereit war und er, soweit ich weiß, vorher nicht so ausgiebig von anderen fotografisch fokussiert wurde. Ich habe den Spieß umgedreht. Der Jäger wurde zum willigen Wild.

Foto: Gaga Nielsen. Jan Sobottka am 6. April 2017 in der Tykwer-Zelle von Soeht7
16. Februar 2022





Abbau Soeht7. Ein paar Bilder nach dem Ausstellungswochenende in Soeht7 vor viereinhalb Jahren. Man muss das dann ja auch wieder abbauen und abtransportieren. Bevor ich das gemacht habe, hielt ich noch mal hier und da die Kamera drauf. Im Zellenflur mit dem Netz turnte eine Theatergruppe probenderweise herum. Ich hatte aber nicht nur mein Equipment und die Exponate im Gepäck für den Rücktransport, sondern auch Geburtstagsblumen, die ich von Jenny, Lydia und Miriam bekommen und daheim zu einem bunten Strauß gebunden hatte. Ich hatte die Sachen für die Ausstellung mit der professionellen Transportfirma „General Overnight“ hin- und zurücktransportieren lassen. Alles alleine aufgebaut und auch alles alleine abgebaut. War schon viel Zeug. Diese ganzen Stangen für die Projektionswände, die Beamer, die Soundanlage… war wie eine Reise mit schwerem Gepäck vorbereiten. Ich hatte ehrlich gesagt, diffus gedacht, man würde da mit den anderen Mitstreitern irgendwie zusammenarbeiten und sich gegenseitig dabei helfen… Pustekuchen. Jeder war für seine eigene Sache verantwortlich, und auf sich fokussiert. Sehr starkes Gefühl von Konkurrenzdenken, das mich befremdete, aber zu einem Teil auch wieder amüsierte, weil mein Zeug sehr interessiert angenommen wurde. Ich glaube, fehlendes Wohlwollen anderen gegenüber kommt von einer Selbstwahrnehmung, dass der eigene Status durch andere in Gefahr gerät. Das hab ich gar nicht. Ich freue mich an jedem gelungenen Werk eines anderen, weil ich mich ja auch daran berausche und es deswegen als Bereicherung sehe. Wenn ich allerdings auf weniger Interesse gestoßen wäre und beobachten hätte müssen, dass das Gezeigte in den benachbarten Räumen mehr Interesse findet, wäre ich bestimmt auch etwas geknickt gewesen. Aber eher still traurig. Bei Grenzüberschreitungen werde ich aber rigoros. Wenn man ein Event oder eine Ausstellung plant, sollte man schon den Weitblick haben, dass jedes Element zur Geltung kommen muss und einer den anderen mit einer konkurrierenden Veranstaltung oder Performance nicht konterkariert und beeinträchtigt. War Alles in Allem eine komprimierte Lernerfahrung. Eine schöne aber auch.









15. Februar 2022




FEUER I. u. FEUER II. Spiegelscherben, Kleber, Acryl, Leinwand, je 23 x 33 cm, 25./26. Februar 2021, Staatl. Museen v. Gaganien

14. Februar 2022


DAS SCHLÜRFEN IST NICHT GESTATTET. Vergilbter, ca. fünfzehn bis zwanzig Jahre alter Zeitungsartikel (Tagesspiegel? Berliner Zeitung?) mit einem Text von André Müller über einen DDR-Knigge für Diplomaten, illustriert mit Fotografien von Herlinde Koelbl aus dem Bildband „Feine Leute“, übrige Nägel, Schrauben, Skyn-Kondom-Verpackungen vom „Orion“-Shop Friedrichstr., Weihnachtskugel-Scherben, schwarzgoldene Kunstlederschnipsel, Messingglieder und Reißverschluss von Totenkopf-Handtasche aus Taschenshop Europacenter, Klamotten-Label-Anhänger, Kleber, Edding, Acryl, Flambierbrenner, Acrylscheibe, 83,5 x 63 x 3 cm, 15., 16., 17., 20., 21. u. 22. Mai 2020, Staatl. Museen v. Gaganien











13. Februar 2022
Ich hab nen Neuen! Ist ca. dreißig Jahre jünger als der Vorherige. In Mitte aufgegabelt, stand da so am Alex rum, bei Saturn, wie bestellt und nicht abgeholt. Aus einer renommierten Berliner Familie, zufällig von derselben wie der Ex. Das sind schon gute Gene. Hat mir zugezwinkert, dachte ich, kann man mal mit nach Hause nehmen. Ging alles recht flott. Macht seine Sache sehr gut. Kraftvoll und ausdauernd. Wenn ich ihn nicht mehr brauche, zieht er sich in die Küche zurück. Er hat da sein eigenes Separée. Wenn mir danach ist, steht er mir zur Verfügung, rund um die Uhr. Er hat eine interessante Eigenart – im Vergleich zu seinem Vorgänger – wenn ich bestimmte Bewegungen mit ihm mache, die ihm nicht zusagen, schnaubt er wie ein störrischer kleiner Hengst. Putzig!

12. Februar 2022
Während ich in der frühlingshaften Nachmittagssonne am offenen Fenster auf dem Teppich sitze, denke ich darüber nach, was ich mit dem Tag noch anstelle. Gerade bei amazon gebraucht den sechsbändigen Schuber mit Michel Würthles „Paris Bar Confidental“ geschossen, von dem mir Ina gestern erzählte, als sie bei mir war. Ich wusste noch gar nicht, dass er sich (nicht nur wegen Corona) zurückgezogen hat und diese Bildbände im Dezember veröffentlichte. Hier steht etwas zu diesem Werk, von dem einige als einem Vermächtnis sprechen. Ich war lange nicht in der Paris Bar, habe aber besonders schöne Silvesterfeiern mit dem Charme des alten Berliner Westens in Erinnerung.
Gestern habe ich festgestellt, dass mein Staubsauger endgültig den Kampf gegen die Materialermüdung verloren hat. Unlängst war schon der Schlauch von mir ersetzt worden, da war ein Riss. Gab noch einen für das uralte Staubsaugermodell bei Amazon. Jetzt hält die Klappe nicht mehr und die Saugleistung lässt zu wünschen übrig. Ich glaube, ich hab den Staubsauger circa 1992 gekauft, als ich damals nach Wilmersdorf gezogen bin. Oder vielleicht sogar schon vorher in Schöneberg. Auf jeden Fall ist er mindestens seit dreißig Jahren in meinen Diensten gewesen. Ein blauer Siemens-Staubsauger, der im Schränkchen unter meiner Spüle Platz gefunden hat. Der neue muss auch dahin. Ich hätte gerne was kleines, leistungsstarkes ohne Schnickschnack und ohne ein Potpourri von Saugaufsätzen, die ich eh nie benutze. Ich denke, ich fahr mal zum Staubsauger-Shopping zu Saturn am Alex. Mir ist danach!
11. Februar 2022
Ina sitzt neben mir in meinem Wohnzimmer, und ich habe ihr gerade klar gemacht, dass ich noch einen Eintrag verfassen muss, weil ich sonst kein Lob mehr erhalte. Dabei könnte ich es nun belassen. Soll ich?
„NEIN!“ empört sich Ina. Soll ich jetzt noch mehr Grütze schreiben oder was? „JAAAA!“ bestätigt Ina und lächelt fein.
Ina setzt nach: „Nein, du musst doch noch schreiben, dass ich dich so nett bedient habe“. Hm. Okay. (sie hat mir zwei Gläser gebracht (1 Wein, 1 Wasser).
10. Februar 2022
In letzter Zeit gucke ich nur noch den Anfang oder das Ende vom Perfekten Dinner, Übersättigung. Für alle Hobbyköche: es ist keine gute Idee, riesige Portionen auf den Gast-Teller zu häufen. Das hat oft die Qualität von Nötigung. Auch für den Gastgeber ist es weniger peinlich, wenn eine kleine Portion einigermaßen verputzt wurde, als einen halb aufgegessenen Teller abzuräumen. Spart beiden Seiten Frustrationserlebnisse.
Ehrlicherweise muss man festhalten, dass nicht jeder Amateur-Koch oder jede sich berufen fühlende Hobbyköchin unwiderstehliche Delikatessen präsentiert. Selbst ausgebildetete Köche bringen nach drei Jahren nicht ausschließlich Köstlichkeiten auf den Teller. Gerade gestern kam ich wieder in den Genuss einer fragwürdigen Nachspeise, die aber Eins A angerichtet war (Endprodukt einer Prüfung für Köche).
Heute habe ich die letzte Viertelstunde vom Perfekten Dinner laufen lassen, ein Herr aus Norddeutschland präsentierte zum Dessert einen italienischen Schokoladenkuchen, dazu Eis und einen Beerenspiegel. Zufällig war der Kuchen wohl ganz gut geraten. Aber was wäre gewesen, wenn das unverhältnismäßig große Kuchenstück auf dem Nachspeisenteller nicht so geglückt wäre? Format war ca. 8 cm breit, 12 cm lang, 6 cm dick. Dazu noch das Eis und die Soße. Puh. Die Größe des Kuchenstücks hätte jedem Nachmittagskaffeeklatsch zur Ehre gereicht. Er wurde auch nicht von allen komplett aufgegessen.
Nach Vorspeise und Hauptgang muss ja erst mal verdaut werden. Der Gastgeber hätte die Kuchenstücke halbieren sollen und nur als kleineres Quadrat präsentieren. Das wäre nicht nur eleganter, einem Dessert angemessener, er hätte dann auch noch reichlich Stückchen für Nachschlag in petto gehabt. Hätte den jemand erbeten, wären alle Beteiligten erfreut gewesen. Wer will schon aus Höflichkeit Riesenportionen verdrücken.
09. Februar 2022
Vorhin wieder Bachelor geguckt, wenn auch mit nachlassender Konzentration, und begleitend mit Tina gechattet.
Tina
Hier ein lustiger TikTok Spruch: „ich bin jetz echt in dem Alter wo ich Männer nur noch ambulant und nicht mehr stationär aufnehme“ Aber ich kannte den schon. Schalte gleich den Bachelor ein, jetzt haste mich wieder.
Gaga
Schön, dass du wieder dabei bist, Tina 🙂
Tina
So quatsch ich dich jetzt auch immer an: „hey girl!“
Gaga
Komisch, dass die Klamotten so durcheinander durchs Zimmer fliegen und die Sachen alle im Koffer liegen. Entweder keine Zeit zum Auspacken oder gerade angekommen oder keine Schränke im Zimmer? Oder Unsicherheit, ob es sich lohnt auszupacken?
Tina
Ich tippe auf keine Schränke. Oder es wird erst Platz, wenns weniger werden.
Gaga
Aber wieso heulen die denn schon rum, ist doch noch gar nix passiert…. hä?
Tina
Irgendwas mit Shakira und so.
Gaga
Egal… wenn du „hey Girl“ zu mir sagst, fühl ich mich wie achtzehn, toll!!!
Tina
Ist doch mit das Coolste. Ja, eben!
Da is er wieder, Christian Linders kleiner Bruder.
Gaga
Hat er eben gesagt „wir werden heute den Jungel erkunden“ ? Oder hab ich mich verhört? Wieso haben manche Kätzchen-Make up und Katzenohren? Bemerkenswert langweilige Truppe, er eingeschlossen…. ich kann die auch kaum auseinanderhalten, paar Blonde, paar Dunkelhaarige… keine Ecken und Kanten.
Tina
Die eine da hat auch schon gleich Riesen Besitzanspruch . Ich muss mir ihren Namen noch einprägen.
Gaga
Ich hab auch Probleme zu folgen, wg. schlechtem Ton, Genuschel und langweiligen Gesprächsinhalten…
Tina
Na ja, aber der geht schon ab bei den Frauen, der hat halt auch so n bisschen was jungenhaft Unschuldiges. Das mögen Frauen doch schon sehr.
Gaga
Meinste? Das ist aber auch Regieanweisung, zu betonen, was einem an ihm gefällt. Ebenso wie Küssen. Es muss geküsst werden, sonst ist die Regie nicht zufrieden. ich spür da nirgends echte Funken bislang. Er wirkt auch so kontrolliert-reserviert. Seinen Kuss fand ich auch irgendwie technisch und leidenschaftslos abgearbeitet. Da gabs schon interessanter anzuschauende Küsser, die mehr so gierig wirkten, als ob sie richtig Appetit hätten. Raubtierhafter 🙂
Tina
Nein, ich glaube das ist echt. Sie ist schon sehr hübsch, ich denke, Abweisung oder dergleichen kennt sie noch gar nicht. Aber er ist schon auch echt ein bisschen künstlich, egoman, affektiert und ein bisschen over the top. Könnte auch eine Werbeagentur leiten oder so was.
Gaga
Gerade mit der hübschen Dunkelhaarigen, in der Villa Kunterbunt, hatte ich wieder einen hübschen Verhörer: „Für misch ist das schon ein Problem, wenn isch in der Beziehung nischt mehr an den Schrank komme!“ (Tatsächlich hat sie wohl gesagt: „Für mich ist das schon ein Problem, wenn ich in der Beziehung nicht mehr an ihn rankomme.“)
Tina
Du übertreibst. Aber ich bin auch gut trainiert im Verstehen, durch TikTok.
Gaga
Ich hab das wirklich gehört, aber dann drüber nachgedacht, was sie noch gemeint haben könnte.
Tina
Es ist die Jana-Maria die ganz besitzergreifend ist oder nicht mit Andere-Küssen klarkommt. Och, die Arme.
Gaga
Die aus Marbella, oder?
Tina
Also wo die jetzt herkommen, kann ich nicht sagen.
Gaga
Ist das gleich vorbei, schon wieder Nacht der Rosen? War ja nur ne gute Stunde, hoppla. Ich dachte, auf der Bauchbinde stünde mitunter Marbella. Ach es geht noch weiter…. ich war so drauf konditioniert, dass die Sendung immer mit der Nacht der Rosen endet…
Tina
Ja, aber die Nacht der Rosen ist tatsächlich länger als man denkt. Es ist ja quasi auch der Partyabend und alle wollen ihre Einzeldates. OH NEIN! 😱 Warum weiß ich so was? Er „Das Alter is mir Jacke wie Hose.“ Dann fände ich es cool, wenn ein zwei wirklich Älter Ü40 und Ü 50 dabei wären…
Gaga
Das wäre allerdings pikant!
Tina
Jana Maria! Da is sie.
Gaga
„ich kenn das nicht, ich kämpfe NIE für nen Mann“ gnagnagna büschen verwöhnt die Gute… Anna ist ganz relaxed und aufgeräumt. Ich muss mir bei close ups von ihm immer vorstellen, wie er mit der Rundbürste morgens im Badezimmer seine Tolle rundföhnt und toupiert und mit Haarspray fixiert.
Tina
Oh Anna fandest du in der letzten Episode noch ganz doof. Das macht doch jemand anderes für ihn.
Gaga
Ja? War das die mit dem tatsächlich? Heute gar nicht gefallen.
Tina
Is auch egal.
Gaga
Daheim muss er selber föhnen!
Tina
„Ich hab noch nie nem Mann hinterhergeheult, das werd ich diesmal auch nicht tun“ Vielleicht lässt er es dann einfach ungeföhnt. Aber ist das nicht mit etwas rumwuscheln schon getan?
Gaga
Nee, das ist SEIN signature-Look. Ach die heißt in echt Shakira? Ich dachte nur, sie sieht ihr ähnlich und hab sie so genannt… „Christina-Shakira“ 🙂
Tina
Ich mag aber die grünen Outfits sehr. So was will ich jetzt auch haben.
Gaga
Die grünen meinst du? Ich dachte auch eben, dass da hübsche Kleidchen und Overalls dabei sind.
Tina
Ja, das ist ja schon alles im selben Stil. Aber vor allem die mit den Wickeloberteilen. Wie bei Nele.
Gaga
Die werden vor der Reise gebrieft, wie viele Kleider für tagsüber und Abends und in welchem Stil sie mitnehmen sollen. Die meisten haben selbst mitgebrachte Klamotten an, sofern sie von der Kostümbildnerin durchgewunken werden, wenn nix Vernünftiges in Grün im Koffer war, bekommen sie eins von der Produktion gestellt.
Tina
Aber die Rosennächte unterstehen schon einem bestimmten Motto.
Gaga
Jaja, das erfahren die ja vorher, welche Farben bevorzugt werden. Das ist wie Briefing für Komparserie, da kriegt man auch eine Liste, welche Farben und Stile etc. pp., also wenns zeitgenössisch ist… die haben aber auch einen Notvorrat für ungeeignete mitgebrachte Sachen. Die gerade ist ne Bitch, sag ich mal so… mit dem großen Mund, der auch nochmal extra aufgespritzt ist, sie hat dieses gewisse Kampfbereite, Triumphierende… mit dem Palmwedelmuster auf dem tiefausgeschnittenen Kleid.
Tina
Nächste Woche hol ich mir Batida de Coco dafür.
Gaga
Überstanden! Das Gesöff gibts bestimmt im Sonderangebot, wenn die Staffel läuft!
Tina
Kann ich leider jetzt noch nicht auseinanderhalten, aber scheint eines der üblichen Klischees zu sein, was du beschreibst. Im Ernst? Na da hol ich doch gleich ne ganze Palette.
Gaga
Ich meine die letzte, die ne Rose gekriegt hat. Lange Haare, Riesenmund, Superego. Musst aber aufpassen, dass du keinen Zuckerschock kriegst. Oder gibts schon „Batida Zero“?
Tina
Ich mix das dann mit Crémant.
Gaga
Äh… aha…
Tina
Ich lass mich noch etwas berieseln und schlaf dabei ein.
Gaga
Ich meine die Bitch ist „Susanna (27), Social Media Managerin aus Hamburg“ ziemlich weit nach unten scrollen bei den Portraits: https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/der-bachelor-kandidatinnen-2022-teilnehmerinnen-heute-9-2-22-wer-ist-raus-id61432251.html
Tina
Dass dich das so aufreibt.
Gaga
Bin auch schon bettschwer. Sagen wir mal so, das ist die einzige, die ein ganz offensichtliches Kampf- und Hinterhältigkeitspotenzial hat. Also, die es gar nicht versteckt! Ich seh so was! Gute Nacht, Tina!
Tina
Gut Gaga. Dann ist es ja gut, dass sie eine Rose bekommen hat 🌹Schlaf gut!
Gaga
👍
09. Februar 2022


TEST TEST TEST. Alle möglichen Stifte, Papier, Passepartout, Rahmen, 19,3 x 25 cm, 01. Feb. 2015, Staatl. Museen v. Gaganien


„̸C̸̸̸y̸̸̸ ̸̸̸T̸̸̸w̸̸̸o̸̸̸m̸̸̸b̸̸̸l̸̸̸y̸ Gaga Nielsen zählt neben Franz Kline, Robert Motherwell, Helen Frankenthaler, Willem de Kooning und Jackson Pollock zu den bekanntesten Vertretern des a̸̸̸m̸̸̸e̸̸̸r̸̸̸i̸̸̸k̸̸̸a̸̸̸n̸̸̸i̸̸̸s̸̸̸c̸̸̸h̸̸̸e̸̸̸n̸̸̸ weltweiten Abstrakten Expressionismus.S̸̸̸e̸̸̸i̸̸̸n̸̸̸e̸̸̸ Ihre Bilder vereinen die Züge der abstrakten Malerei mit schriftzugartigen Zeichnungen zu einem sehr feinen gewebeartigen Grundduktus. Trotz oder wegen der zurückhaltenden Ausdrucksmittel und der filigranen Technik wirken s̸̸̸e̸̸̸i̸̸̸n̸̸̸e̸̸̸ ̸ ihre g̸̸̸r̸̸̸o̸̸̸ß̸̸̸ kleinformatigen Gemälde monumental. T̸̸̸o̸̸̸m̸̸̸b̸̸̸l̸̸̸y̸̸̸s̸̸̸ ̸̸ Nielsens Malerei erinnert an Kritzeleien auf Kneipentischen, an Häuserwänden oder Pissoirs und fordert somit Assoziationen zur späteren Bildsprache der Graffiti heraus. (…) Niemand d̸u̸r̸f̸t̸e̸ ̸d̸̸̸e̸̸̸n̸̸̸ darf die Künstlerin beim Malen beobachten oder stören. Tagelang s̸a̸ß̸ ̸e̸̸̸r̸̸̸ sitzt sie vor d̸e̸r̸ ̸l̸e̸e̸r̸e̸n̸ ̸L̸e̸i̸n̸w̸a̸n̸d̸ dem leeren Stück Papier, bis es aus i̸̸̸h̸̸̸m̸̸̸ ihr herausb̸r̸a̸c̸h̸bricht und e̸̸̸r sie das Bild nach ein paar Minuten fertigstellt̶̷e̶̷. Auf dem internationalen Kunstmarkt w̸̸̸u̸̸̸r̸̸̸d̸̸̸e̸̸̸n werden für ̸T̸̸̸w̸̸̸o̸̸̸m̸̸̸b̸̸̸l̸̸̸y̸̸̸s̸ Nielsens Werke bis zu 70 Millionen US-Dollar bezahlt.“ Wikipedia

08. Februar 2022
Fühle mich heute nicht inspiriert.
07. Februar 2022


SPIEGEL. Leinenserviette, Schuhkartondeckel, Gürtelschließe, Puderdosenspiegel, Kinderspielzeugspiegel, Pin, Kleber, 19 x 32,5 x 3 cm, 2016, 15. Februar 2017, Staatliche Museen von Gaganien


Zu dem mittleren Teil, dem kleineren runden Spiegel, muss ich noch anmerken, dass es sich um ein Lieblingskinderspielzeug von mir gehandelt hat. Auf der Rückseite war nämlich ein Schüttelspiel, hinter einer durchsichtigen runden Scheibe war eine kleine Plastikmaus und eine Mausefalle und man musste die kleine Maus durch Schütteln in der Falle parken! Irgendwann ist die runde Plastikscheibe rausgegangen und die kleine Maus ist abgehauen!

06. Februar 2022
Metamorphose eines Besucher-Check-in-Hinweisschildes „S – Z“.





SCHLANGE & ZEBRA. Halbes Messe-Check-in-Schild „S – Z“, Edding, Passepartout, Zebrastoffrest, Rahmenschutzecken, Kleber, 41,5 x 51,5 cm, 15., 16., 17. Mai 2018, Staatl. Museen v. Gaganien




05. Februar 2022
Ging auch schon öfter mal schief: als ambitionierter Nachwuchssänger aufgrund der Begeisterung der verliebten Freundin, der öfter mal was ins Ohr gehaucht wurde, beim Casting vorstellig zu werden.
05. Februar 2022
Soeben verfolge ich DSDS. Das gucke ich, ohne dabei zu chatten. Mein Begleitprogramm besteht aus kochen (in der Werbepause) und nebenher essen und trinken und – wie jetzt z. B. – bloggen. Bislang laufen Castings, noch keine Shows. Diese Staffel ist die erste ohne Dieter Bohlen. In der Jury sitzen Ilse DeLange, Toby Gad und Florian Silbereisen. Interessant, wie oft die Jury mit meinem Eindruck übereinstimmt.
Ilse DeLange – wer es nicht weiß – ist eine sehr erfolgreiche, aus den Niederlanden stammende Countrysängerin, die damals beim Grand Prix 2014, den Conchita Wurst gewonnen hat, als Duo mit einem Gitarristen und Sänger unter dem Namen „The Common Linnets“ mit dem Song „Calm after the Storm“ den zweiten Platz machte. Ich hätte ihr den ersten gewünscht. Der Song ist seitdem auf meiner Playlist von Lieblingssongs.
Toby Gad ist ein aus Deutschland stammender Produzent, der vor langer Zeit nach New York ging und jetzt in Los Angeles arbeitet, u. a. mit Madonna und Beyoncé und Shakira und so weiter und so fort. Mittlerweile eine große Nummer unter den zeitgenössischen amerikanischen Produzenten, mehrfacher Grammy-Gewinner, im Ranking unter den derzeit drei erfolgreichsten Musikproduzenten in Amerika.
Florian Silbereisen, der selbst auch mehrere Instrumente spielt, ist durchaus breitgefächert fachkundig und keineswegs weichgespült, nicht unsympathisch.
Was ich bisher nicht hier thematisiert habe ist, dass an mir eine Musik-Produzentin verloren gegangen ist. Aber ich kann nicht alles machen. Das ist kein blöder Witz, ich höre sofort, was an einem Arrangement, einer Produktion nicht optimal ist. Da muss ich nicht lang überlegen. Wenn ich Musik höre, die ich nicht kenne, läuft bei mir im Kopf sofort zeitlich parallel eine zweite Tonspur, die optimiert ist. Ich kann das alles auch benennen.
Also wenn mir jemand seine roughen Aufnahmen zuteil werden lässt (schon passiert), spucke ich in Nullkommanix aus, was da optimiert werden muss.
Es geht weiter!
04. Februar 2022


MEDUSE. Netzadapter- oder Audiokabel, selten benutzte, überlange Zebra-Schnürsenkel, Klebstoff, weißes Krepp-Papier, schwarzer Edding, schwarze Wasserfarbe, Verpackungsschachtel, 26./27. Juni 2018, 55,5 x 41,5 x 5,5, Staatl. Museen v. Gaganien


03. Februar 2022




THE CORE. „Edle Tropfen in Nuss“-Verpackungseinlageschnipsel, Schokoladengoldpapier, Kleber, Acryl, geschenkte Mini-Leinwand, 24. u. 25. Dez. 2020, 23 x 23 x 3,3 cm, Staatl. Museen v. Gaganien

02. Februar 2022
Abendlicher Chat mit Tina (Name v. d. Verf. geändert).
Tina
Ich gucke den Bachelor, bin aber auch nicht so in Tippstimmung.
Gaga
Ich auch, gerade angemacht, zum Glück war der Actionausflug nur ganz kurz. Er sagt mir zu oft „krass“ und „super“. Aber mir gefällt, wenn er „heiliger Bimbam“ sagt, so schön altmodisch.
Das Mädelchen vom Date ist mir zu kleinmädchenhaft von ihrer Attitüde, das Haare-mit-den-Fingern-kringeln, kleines Spielkind. Oder Verlegenheit. Der enthaart sich bestimmt die Brust, sehr schade…
Tina
Also ich muss gestehen, dass ich an einem Punkt angelangt bin, wo ich so Sunnyboys, Schönlinge und ihr inhaltsloses Gelaber richtig abstoßend 🤢 finde
Gaga
Du hast jetzt aber keinen intellektuellen oder philosophischen Überflieger erwartet? Mir reicht bei dem Format schon, wenn sich einer gelegentlich emotional zeigt und artikuliert. Ist auch schon was selten Erlebtes.
Tina
Das weiß ich doch alles. Aber bisher schmunzelte ich eher darüber. Aber momentan finde ich das wirklich richtig abstoßend. 🤮 das muss ja auch mal sein dürfen, Ich erwarte ja gar nix außer seichter Ablenkung
Gaga
Die Hamburger Trulla hat die „tatsächlich“-Krankheit.
Tina
Und sie zwitschert und züngelt und betont das t immer so. Is mir potentiell auch etwas unangenehm. Ansonsten sagte sie aber gar nicht so blödes Zeug 😌
Gaga
Ach, tatsächlich?
Tina
Na, dass es mit dem Daten ü30 schwierig ist wegen Kinderthema usw. Also weil die Männer immer gleich denken, ne Frau ü30 will jetzt schnell schnell ein Kind usw.
Gaga
ich war so beschäftigt mitzuzählen, wie oft sie tatsächlich sagt, dass mir das tatsächlich entgangen ist! Wollen Frauen ü30 nicht doch tatsächlich mitunter langsam mal ein Kind? Oder ist das eine reine Verschwörungstheorie?
Tina
Sicher schon. Aber dann werden eben schnell alle über einen Kamm geschert
Gaga
Ich glaube, das könnte sich zu einem interessanten Chat mit Potenzial zum Copypasten entwickeln! 🙂 Ich hab einige männliche Leser!
Tina
Ohh Nein! 😱 ich bin doch so scheu. Aber tu, was zu nicht lassen kannst. Ich hab mit Facebook kaum noch was zu schaffen
Gaga
Du hast noch nichts Peinliches geschrieben! Ich ja sowieso nicht! 🙂
Tina
Außer dass ich Schönlinge jetzt abstoßend finde
Gaga
„Bobette“ finde ich jetzt aber auch nicht den schönsten aller Vornamen der Welt.
Tina
Trägt sie einen Bob?
Gaga
Bobette trägt keinen Bob. Haste gepennt? Die war gerade im Bild, jetzt wieder. Hat lange dunkle Haare. Für wen soll dein Statement mit den Schönlingen peinlich sein? Für Schönlinge, die dir eh wurst sind? „Bobette“ klingt wie ein Kinderwagen-Modell. Zum Zusammenklappen.
Tina
Bobette heißen und nen Bob tragen fänd ich super super cool
Gaga
Das wäre next level, stimme ich zu, aber das erforderte einen gewissen Hintersinn, welcher noch nicht erwiesen ist.
Tina
Guter Name für ne trashige Romanfigur
Gaga
Pulp fiction. Gibts noch ne zweite Christina, weil hinter der einen „Christina R.“ steht?
Tina
Bestimmt. Ich möchte mich auch generell nicht öffentlich outen, dass ich den Bachelor gucke. Ich versuche doch nach außen irgendwie seriös zu erscheinen. Außerdem bin ich durchaus Feministin.
Gaga
Biste bekloppt? Das ist gerade cool, als Superintellektuelle, die wir sind, so einen Trash wissenschaftlich fundiert aufzuarbeiten!
Tina
Wissenschaftlich? 😀
Gaga
Der Bachelor ist auch Feminist! Haben meine wissenschaftlichen Analysen ergeben.
Tina
Also meine Prüfung dazu läuft aber noch.
Gaga
Auch wissenschaftlich fundierte Zwischenergebnisse sind relevant, solange sie durch die Veröffentlichung nicht die Versuchsanordnung beeinflussen!
Oh, gibt es etwa richtigen Champagner heute? Kennt man ja gar nicht von dem Format. Oder nur eine neue Gläser-Sorte von der Ausstattung eingekauft.
Tina
Seit Alle den Bachelor gucken, wird auch nur noch Batida de Coco getrunken.
Gaga
Wo außer in der Sendung? Kennst du Leute, die das trinken? Ich meinte die Champagnertulpen vor der Szene mit den Batida de Coco-Kelchen.
Tina
Nein, aber jeden, den ich das jetzt trinken sehen würde, täte ich unter Verdacht stellen, ein Bachelor-Zuschauer zu sein.
Gaga
Haha, die hätten da sicher kein Problem so wie du damit. Die würden glatt dazu stehen! Ganz arglos und nonchalant! Schon wieder Reklame, gut so, kann man mal aufs Klo.
Tina
Der Bachelor erinnert mich manchmal in seinen Gesten an Christian Lindner. Der findet sich auch immer so geil.
Gaga
Geht weiter (hab gerade noch Kartoffelsuppe aufgesetzt und Rosmarin vom Balkon gepflückt).
Die Püppi gerade: „Ich muss schon sagen, dass ich mich von ihm beschützt fühle!“ Lebt sie in nem Kriegsgebiet oder so?
Der Lindner-Vergleich ist gut!
Schade, das Model mit der süßen Zahnlücke muss zu ihrem Sohn… aber da wär auch Gefälle gewesen, ich fand sie zu attraktiv und ausstrahlungsstark für ihn, also im Vergleich zu ihm.
Oh Gott, wieder die süße Batida de Coco-Plörre…
„Franziska aus Kassel“ spricht so rauchig, um nicht zu sagen asthmatisch. Ob da ein Problem mit der Lunge vorliegt?
Tina
Vielleicht haben die heimlich alle was ganz anderes im Glas
Gaga
Haha, vielleicht was Härteres, um schneller locker zu werden! 🙂
Tina
Ich hätte da Bier drin.
Gaga
Die Größe der Kelche würde sich auch hervorragend für Bier eignen! Ein schönes, frisch gezapftes Pils vom Fass! Eigentlich sind die Gläser doch cool, weil undurchsichtig, da können die Mädels notfalls schummeln!
Tina
Ja absolut.
Gaga
Gerade Einstürzende Neubauten als Hintergrundmusik! Ob die das wissen? „Silence is sexy“…
Gerade bei der Reklame war ich in der Küche, Suppe ist fertig, Kartoffeln mit dem Stampfer leicht püriert, noch etwas mit Cayennepfeffer und frisch gemahlenem Pfeffer und einer Handvoll Cashews verfeinert, sowie einem Schuss Bio-Schlagsahne. Dazu habe ich mir gerade ein Fläschchen Chateau Miraval entkorkt, von dem Weingut von Brangelina, ein preisgekrönter Rosé, obwohl ich kein Roséfan bin, aber der schmeckt überhaupt nicht wie Rosé! Mineralisch, sehr gut. Ach ja und eine Rote-Bete-Knolle hab ich auch noch in mein Süppchen geschnippelt. Ess ich nun nebenher.
Unvorteilhaft finde ich die Tolle bei seiner Frisur. Auch angesichts der Tatsache, dass das bestimmt klebt und bretthart ist, wenn man reinfasst. Ich hab Haarspray-Horror. So Haare nach oben mit sidecut finde ich gut, aber nicht so Elvismäßig, lieber straff nach hinten geföhnt. Das mit der Reklame nimmt aber überhand!
Tina
Ich werde müde. Aber bin noch da
Gaga
Kati Witt macht Reklame für hochdosiertes Vitamin D3, wichtig im Winter! Nicht das schlechteste Produkt für Reklame. Sollte in Seniorenheimen verteilt werden. Wollte jetzt aber keine Seniorenthemen einläuten!
Ich hol mir noch Suppe! Und Wein. Kannst gleich wegpennen, die zweite Nacht der Rosen hat gestartet, ist gleich vorbei!
Himmelblauer Anzug von der Stange und weißes Shirt ist jetzt stylingmäßig auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Gerade im Bild seine Turnschuhe, sehen aus wie orthopädische Gesundheitsschuhe für medizinisches Fachpersonal mit so Klettverschluss. Törnt mich total ab. Dass Hellblau so unkleidsam sein kann. Blondie, die eine, hat ein Kleid mit Spaghettiträgern in derselben Farbe an wie sein Anzug. Und dann so ein ganz billiger Glanz, wie Futterstoff. Auch nicht gut beraten.
Shakira ist weiter. Hm. Diese Korkenzieherlocken, war das seit dem ausgehenden Biedermeier mal wieder modern? Nele mit dem blauen Kleid ist auch aus Hamburg. Dabei haben die doch immer so viel Geschmack, also mehr so understatementmäßig gediegen. Oder sie ist von Sankt Pauli. Jedenfalls nicht von der Elbchaussee. Ich hol mir gleich die dritte Schüssel Suppe. Auch bin ich keine Freundin von blondiertem Deckhaar.
Vorbei, du bist erlöst. Jetzt kommt wieder die unappetitliche Sendung ohne Villa. Ich guck nur Trash TV mit Villa. Hab ich Zeit die Eindrücke zu verabeiten! Fernseher ist aus! Schlaf schön.
Tina
Ich werd wieder Alpträume haben, in denen irgendjemand den Bachelor und Christian Lindner immer hin- und hertauscht. Aber Hauptsache, die finden sich toll.
Gaga
👍
02. Februar 2022
Heute haben auf der Erde 222022 Männer geheiratet, die sich kein Datum merken können.
02. Februar 2022
Ich mach es mir einfach und copypaste, was ich Jenny über meinen jüngsten Kinobesuch berichtet habe. Es gab „House of Gucci“, OmU. Ich war mit Lydia drin, Ina kannte ihn schon, war nicht dabei, Jenny war leider verhindert:
„Bin heute bißchen lahm und rammdösig nach dem langen Abend. Zweieinhalb Stunden Film (ohne Pipimachen, weil nix verpassen wollen) ist schon happig…. uhhh die letzte Stunde so leicht verkrampft im Kinosessel deswegen.
Lady Gaga als Patrizia Gucci bzw. Reggiani ist unfassbar gut. Besser gehts nicht. Von mir aus kriegt sie dafür gleich den nächsten Oscar. Hammer-Schauspielerin. Auch der übrige Cast sensationell, Legenden wie Al Pacino und Jeremy Irons und Salma Hayek, wow wow wow. Wer mir auf die Nerven ging, war Jared Leto oder wie der Typ heißt, der sonst so lange Zottelhaare und eng stehende Augen wie Charles Manson hat, der spielte einen Glatzkopf mit Italo-Slang, eine Art schwarzes Schaf im Familienclan. Der war wie ein Clown, der sich dauernd total übertrieben in den Vordergrund spielt.
Die übrigen Schauspieler umwerfend. Besonders Al Pacino und Jeremy Irons. Nicht gut besetzt war allerdings Tom Ford, der echte ist viel attraktiver. Was bißchen schade an der Story war, dass man nicht nachvollziehen konnte, wie sich Gucci zu dieser gehypten Weltmarke gemausert hat.
In den 20er Jahren als Lederwaren-Handwerksbetrieb gegründet, von einem Sattler, dann italienweit Geschäfte eröffnet, hauptsächlich mit Taschen und Reisegepäck, dann irgendwann die legendären Gucci-Loafer. Aber das weiß ich von Wikipedia, nicht aus dem Film. Da wird nur anhand eines Schuhs erwähnt, dass er auf Wunsch von Clark Gable in den 50er Jahren maßgefertigt wurde, aber wie es diese Luxusmarke von Weltrang wurde, kein Thema. Der Film steigt in den Siebziger Jahren ein, da gabs wohl ein Tief beim Umsatz. In den Neunzigern wurde Tom Ford engagiert, da kam der Hype, und auch da im Film erst richtige Fashion-Szenen, bißchen Modenschau, aber auch eher wenig.
Was nicht passend scheint: dass der Firmenchef Aldo, von Al Pacino gespielt, so rustikal wirkt. Eher wie ein Patron von einem guten italienischen Restaurant, aber nicht von einer Superluxus-Modemarke. Na ja, kein Film ist perfekt. Aber Lady Gaga allein ist eine wahre Wonne in der Rolle. Die Gesten! Ah – herrlich, na ja, sie hat ja auch italienische Vorfahren.
Der Film läuft ja nur noch heute und dann vielleicht in einzelnen Programmkinos oder so. Wegen der Länge lohnt es sich schon auf DVD oder so daheim zu gucken.
Die Restaurantidee „Nightkitchen“ war der absolute Flop, blanker Hohn. Wir wurden kurz vor elf Uhr weggeschickt, hatte auch nix reserviert, sah auch nicht voll aus. Die sprechen nur Englisch, affig und arrogant. Putzten schon den Herd. Kannste knicken!“
(Waren dann noch auf zwei lange Drinks im Keyser Soze, schön gemütlich, daheim hab ich mir vorm Schlafengehen noch Bratwürstchen mit Sauerkraut in die Pfanne gehauen.)
01. Februar 2022
31. Januar 2022
Eine Unart, die ich VOX gerne abgewöhnen würde ist, Episoden-Wiederholungen bei Formaten wie „First Dates“ oder „Das perfekte Dinner“ oder „Goodbye Deutschland“ unterzumuscheln, ohne diese kenntlich zu machen! Ich betrachte das als einen unzulässigen Missbrauch meiner Freizeit!
In Erwartung von Frischware sitze ich vor dem Gerät und merke nach etwa fünf bis zehn Minuten, dass mir die Gesichter oder das Szenario irgendwie bekannt vorkommen. Das sind somit fünf bis zehn Minuten meiner Lebenszeit, in denen ich nichts Neues erfahren habe!
Das ärgert mich so ähnlich wie die Lektüre eines mich langweilenden Buches, welches überwiegend gut besprochen wurde. Ich möchte jetzt nicht von Körperverletzung sprechen, aber es geht in die Richtung. Es ist schon ein wenig übergriffig, derart mit meinen Erwartungen und Gefühlen herumzuspielen.
Sehr ordentlich hingegen die Kennzeichnung der Wiederholungen bei einem meiner Lieblingsformate „Nachtcafé“ vom SWR. Nimm dir das bitte als Beispiel, VOX!
31. Januar 2022
Improve your English with Gaga Nielsen! Diesmal nicht unter Zuhilfenahme von Royal Gossip sondern First Hand Hollywood Gossip. Ich arbeite mich wissenschaftlich durch „My Unapologetic Diaries“ von Dame Joan Collins. Heute lernen wir: RAMIFICATIONS und FLABBERGASTED.
„ramifications“ Kontext: „(…) conversation begins in various corners as everyone discusses the ramifications of this latest pairing“ ah! Es ist doppeldeutig konnotiert, es heißt einerseits ganz schlicht „Auswirkungen“, andererseits im urban Slang quasi Gerammel (wonach es ja auch irgendwie klingt). Es ging um eine Party, wo Jack Nicholson mit seiner neuesten Flamme auftauchte.
„flabbergasted“ Kontext: „The Producer, ever polite, looks slightly flabbergasted but gives the actor a weak smile.“ aha, hat mehrere Bedeutungen, je nach Kontext – verblüfft, überrumpelt, irritiert, verwundert.
30. Januar 2022



ZEBRAGRAS. Kissenbezug Grabbeltisch, Holzlack, Pappkarton, 22. Dezember 2020, 65 x 65 x 5 cm, Staatl. Museen v. Gaganien



30. Januar 2022

LHOTE, MIRMANDE. Grundierung, Acryl, Papier, Wellpappe, ca. 3. April 2020, 27,5 x 14,5 x 3 cm, Staatliche Museen von Gaganien



Inspiriert von einem meiner Lieblingsgemälde von André Lhote.

29. Januar 2022
morgen wieder!
28. Januar 2022

BÄRLAUCH. Pouring VIII. Acryl, Pouring Medium, Silikonöl, Leinwand, 17. August 2019, 30 x 30, Staatl. Museen v. Gaganien



28. Januar 2022
Ich copypaste den Chat mit Lydia und Ina vom 21. Januar, am Tag nach dem Kino-Besuch des Films „Spencer“ OmU. Nicht abermals erwähnt, was ich zu den beiden direkt danach sagte, dass ein ganz wesentlicher Teil von Dianas Persönlichkeit in der Darstellung durch Kristen Stewart nicht vorkommt, nämlich ihre sehr warme Ausstrahlung, wenn sie lächelte, selbst wenn es nur für die Kameras war. Herzenswärme ist schlicht und ergreifend nicht einstudierbar oder imitierbar.
Gaga
ich wünsche mir von Euch beiden noch je ein, zwei Sätze, kurze (oder nach Belieben auch nicht so kurze) Statements zu dem Film gestern, das würde ich mit einklöppeln, wenn ich was drüber schreibe, wegen Meinungsvielfalt! Ich denke, Ihr steht der Hauptdarstellerin weniger distanziert als ich gegenüber!
Ina
Es war diesmal eine Kamerafrau, die das Schloss als Märchenschloss in Szene gesetzt hat. Stewart war nur 1,65 m und mir gefiel ihr Gesicht, vor allem der Mund
Lydia
oh, ad hoc muss ich nachdenken Statement kommt noch… Der Mund ist sicher eine gute Beobachtung…
Gaga
einen Mund zu haben ist ja an sich noch keine darstellerische Leistung. Stewart ist im Netz 165 cm, vermutlich aber kleiner, da wird gerne nach oben geschummelt, Diana war 178, evt. sogar größer. Für mich stimmte die Körperhaltung nicht, weil leichte Schieflage und der Kopf gedrungen auf dem Atlas saß!
Interessante Beobachtung einer Bloggerin, die Millenial ist und mit Stewart in dieser Twilight Serie aufwuchs, eine Art Fan war oder ist, die fand, dass zu viele Stewart-immanente Ticks zu sehen sind. Interessant auch das: „Stewart liefert hier zwar, wie Vulture schreibt, „beachtliche Durchsichtigkeit“ – anstatt mich aber in dieser Transparenz zu verlieren, fragte ich mich andauernd, wie gründlich sie jede einzelne Bewegung durchdacht hatte. Mit jedem zurückhaltenden Schritt und gehauchtem Satz konnte ich die sich drehenden Zahnräder in Stewarts Kopf erkennen.“
Hab vorhin dem Testzentrum-Team eine Szene erzählt, die mussten lachen – ich auch – dann hab ich betont, dass es aber keine Komödie ist. Es war die Szene, wo die Familie an der langen Festtafel sitzt und daneben ein Streichquartett aufpeitschende Weisen spielt, und sich die Streicher dann immer dramatischer steigern, wie in einem Hitchcock in der Duschszene, wo die Hand mit dem Messer kommt. Dann Kamera auf die gequälte, sich bekleckernd Suppe essende Diana und dann die platzende Perlenkette mit den Perlen in der Erbsensuppe. Schon eine hübsche, wenn auch sehr frei erfundene Szene. Das hatte Schmiss! Auch sehr frei dabei: die trostlose Freudlosigkeit aller Beteiligten am Tisch. Dabei lernt man doch schon in der ersten Klasse in Britischer-Königshaus-Kunde, dass es Vorschrift ist, zu Weihnachten Scherzartikel und Albernes zu schenken und vieldeutige Witzeleien an der Tagesordnung sind. Ganz bestimmt wird kein Streichquartett getragene oder dramatische Weisen zur Begleitung spielen. Wer im Royal-Unterricht nicht aufgepasst hat, wird das freilich für realistisch halten!
Lydia
Wow, du schaust wieder sehr scharf analytisch hin.
Ich hab mich eher berieseln lassen von den Bildern.
Gaga
die Bilder waren sensationell, klare Empfehlung DESWEGEN und Hammer-Schnitt, tolle Dramaturgie.
Diana hatte zu der Zeit übrigens durchgängig einen Lover, also versch. aber hintereinander, nicht zeitgleich, daher wird sie sicher auf dem Zimmerchen mit den Süßen am Tel. geturtelt haben. Die Haushälterin hat das alles mitgekriegt Steht in dem verbotenen Buch, u. a., also nicht soooooo einsam
https://www.amazon.de/Housekeepers-Diary-Charles-Before-Breakup/dp/156980057X
Lydia
Ich mochte Dianas 80er Jahre Outfit und den Offiziers-Butler mit dem krassen Gesicht. Diana war als Figur unglaublich nah und alles andere irgendwie entfernte Kulisse. Dadurch konnte ich mit der Figur einerseits mitfühlen und mitleiden. Aber ich fand sie auch manchmal unglaublich Ich-bezogen, als ob die gesamte Welt sich um nichts anderes als sie selbst dreht. Und es gab Punkte, da hat sie mich in diesem Film damit auch regelrecht genervt. (z.B. da wo nach den Dienern William noch mal extra klopfen musste, damit Mummy endlich mal raus kommt ….) Und da war es mir manchmal zu dramatisch. Weil eben die Welt um sie herum eher verschwommen gezeichnet war. Auch weil es zwischen all den Drama-Einstellungen manchmal kaum Luft zum aufatmen gab. Dann begann es für mich auch etwas unglaubhaft zu werden. Aber sicher hat der Film ja auch diesen, einen anderen Ansatz gesucht. Anders als alles, was man bisher über sie gemacht hat…
Ist vielleicht auch ne Stimmungsfrage, fand ihn dennoch auf jeden Fall sehenswert!
Gaga
Der Film hat ganz klar den Ansatz gehabt, schwarz-weiß zu malen, aber ich fand ihn auch sehenswert, wie gesagt visuell, schnitttechnisch, dramaturgisch, wenn auch viel Blödsinn. Aber tolle Szenen der Küchenbrigade usw. usf.
Ja, Diana war ne Prinzessin auf der Erbse, sie kam ja aus adligem Hause und kannte dieses auf großem Fuß, hochherrschaftlich zu leben, aber ohne Protokoll.
Lydia
Ja, das auf jeden Fall. Vor allem schön anzusehen. Gerade auf einer großen Kinoleinwand und wenn man durch die Pandemie ein bisschen ausgehungert ist. Stillt den Hunger und Durst nach Impressionen.
Gaga
total, herrliche Bilder, ich fand auch schön, dass das Publikum so einheitlich gefesselt war ab einer Weile und dann mucksmäuschenstill! Übrigens hat Diana keine Kindergärtnerinnenausbildung gehabt oder gemacht, sondern sie war eine verträumte schlechte Schülerin ohne Pläne, die dann das Angebot bekam, in einem befreundeten Nobelhaushalt Babysitting zu machen, das setzte sich dann fort und so kam sie zum Kita-Job.
Sie hat in ihrer Freizeit hauptsächlich Liebesromane gelesen, die in Adelskreisen spielen und in der High Society, die ihre Großtante Barbara Cartland schrieb. Sie hatte auch einen Minderwertigkeitskomplex wegen schlechter Bildung und mäßiger Allgemeinbildung und hat versucht, das in den letzten Lebensjahren aufzuholen. Sie hat sich ein paar mal bei öffentlichen Anlässen blamiert, weil sie immer zu faul war, das Briefing zu lesen, weil sie keine Lust hatte, etwas über Politik oder Wirtschaft etc. zu lesen.
Die Royals bekommen immer ein leicht konsumierbares Hand out mit Essentials zu einem Staatsgast oder zu einer Institution oder gemeinnützigen Stiftung. Später hat sie angefangen, die Sachen zu lesen und war gut vorbereitet und hat auch Unterricht im Reden halten genommen. Das war alles erst nach der Trennung von Charles, sie wollte weiter Aufmerksamkeit haben und bekam von ihrer Astrologin den Rat in die Charity-Richtung zu gehen, weil es ihr so offenkundig lag, vom Charakter her. Dann wollte sie sich profilieren, als Diana, nicht als Frau vom Thronfolger, es war auch ein Konkurrenzkampf um öffentliche Aufmerksamkeit. Sie hat viel dafür getan, um die Publicity am Laufen zu halten. Und auch oft Journalisten einen Tipp gegeben, in welchen Restaurant sie am Abend sein wird, die dann die Fotografen losschickten. Das war auch intensiv, als sie von Hasnat Khan verlassen wurde, ihrer großen Liebe, dem pakistanischen Herzchirurgen, sie wollte ihn eifersüchtig machen, indem möglichst viele Turtel-Bilder mit Dodi Al-Fayed in der Presse erscheinen. Sie hat die Presse informiert, dass sie nach Paris fliegen wird.
Lydia
oh dieses Thema kommt übrigens auch in der Serie the Queen auf, als Lilibet nämlich jung war, war sie auch recht schlecht gebildet. Hatte als Frau immer nur Etikette erzählt bekommen und als dann klar war, dass sie Queen wird, begann sie Unterricht in Politik und Wirtschaft zu nehmen. Und musste sich damit im Palast auch erst mal durchsetzen, weil man ihr das nicht angedeihen wollte.
Gaga
Der Unterschied bei Lilibet und Diana ist aber, dass Diana alle Möglichkeiten von klein auf offen standen, auch bildungsmäßig, und sie keine Böcke drauf hatte!
Lydia
oh, deine Buchempfehlung tönt aber wirklich interessant. Ich liebe ja dein Hintergrundwissen. So tief würde ich mich dann noch nie in die Materie hineinbegeben….ich hab es mal pro forma in den Warenkorb gepackt
Gaga
An dem englischen Buch der Haushälterin gefällt mir sehr ihre Schreibe, weil sie so tolle Redewendungen drauf hat, aus dem Volke und dem Alltag. Dabei war sie nicht ungebildet, sondern sogar mal Lehrerin. Ich kann dir das Buch auch ausleihen, kannst es lesen und Eselsohren reinmachen, mach ich auch!
Lydia
Oh ja! Besser
27. Januar 2022





SUMMERTIME. and the cotton is…, Pouring XII. Acryl, Silikonöl, Schokoladenpapier, Crémantmanschetten, Kleber, Rahmenrückw., 29. August 2019, 41 x 52 cm, Staatliche Museen von Gaganien
Mir ist bekannt, dass Winter ist. Einer mit viel Regen, so dass ich noch nicht einen dicken Wintermantel aus meiner Truhe geholt habe, sondern fast jeden Tag mein schwarzes Kapuzen-Lackmäntelchen trage. Mir persönlich ist es kalt genug, Schnee wird auch nicht benötigt. Wenn ich herumwerkle, beschwöre ich lieber die blühenden Jahreszeiten. Ein flirrendes Spätsommergrün mit goldenen Einsprengseln. Wie in Augusttagen. Das Bild hängt in meinem Atelier, links vom Küchenfenster, in der gelbgrünen Ecke.
26. Januar 2022



MARE. Am Straßenrand Gips- Ecke Joachimstraße ausgesetzter, aufgegabelter, Holz-Rahmen mit Papprückwand ohne Scheibe, zwei ausgesparte Fragmente von darüber gespanntem, gebatiktem Baumwollbatist-Halstuch von Berliner Wochenmarkt Neunziger Jahre, Grundierung, sieben Aquarellpapierfragmente, Wasserfarbe, Tinte, Raufaserspachtel, Kupfer- und Goldacryl, Pappkringel, Spiegelscherben, Kleber, Bohrlöcher, Flambierbrenner, 25. und 26. September 2021 und 2., 3., 9., 10., 15., 16., 17., 23., 24., 29., 30. und 31. Oktober 2021, 61 x 91 cm, Staatliche Museen v. Gaganien




26. Januar 2022
Die folgende Stelle gefällt mir auch noch ganz gut, weil ich mir schon mehrmals im Leben dachte, dass es sich genauso verhält. Nämlich die ganze Wahrheit einer Begebenheit, häufig so komplex verschlungen und auch auf absurde Art überaschend oder ungefällig bis bizarr ist, dass es sich in einem Roman oder als Drehbuch wie übertrieben fabuliert anhören müsste. WEIL wir an vereinfachte Geschichten gewöhnt sind. Leicht konsumierbar geglättet und abgeschmirgelt, ohne Grautöne. Schwarz-weiß plakativ, für schlichte Gemüter verstehbar. Und vielleicht rührt daher die Erwartungshaltung, dass unser Leben sich gefälligst leicht verständlich, eindeutig und unwidersprüchlich gestalten möge. In der Liebe und bei Karriereplänen und in der Erziehung und überhaupt. Hier also ein letzter kleiner Auszug aus Capotes „Erhörte Gebete“:
»(…) Seine Erzählungen sind immer realistisch, sogar wenn sie abgründig sind – wie ‘Das ungeheure Radio‘ oder ‘Der Schwimmer‘.« Woodrow war vergnatzt: »Wenn es wahr ist, und das ist es, warum sollle es dann niemand glauben?« »Wenn etwas wahr ist, so heißt das nicht, dass es überzeugend ist, weder im Leben noch in der Kunst. Denk an Proust. Würde die Suche nach der verlorenen Zeit so wahr klingen, wie sie es tut, wenn er sich buchstabengetreu an die historischen Umstände gehalten hätte, wenn er nicht das jeweilige Geschlecht, die Ereignisse, die Namen abgewandelt hätte? Wenn er sich strikt an die Tatsachen gehalten hätte, wäre sie weniger glaubwürdig gewesen, aber« – ein Gedanke, der mir oft durch den Kopf gegangen war – »vielleicht besser. Weniger leicht verdaulich, aber besser.« Ich entschied mich doch für noch einen Drink. »Das ist die Frage: ist die Wahrheit eine Illusion. Oder ist Illusion Wahrheit, oder sind sie im Grunde ein und dasselbe? Ich meinerseits, mir ist völlig egal, was jemand über mich sagt, solange es nicht wahr ist.«
Truman Capote, „Erhörte Gebete“, dt. Heidi Zerning, Kein & Aber Pocket, S. 64
25. Januar 2022
Kleine Boshaftigkeiten, wie die nachfolgend aus Capotes „Erhörte Gebete“ zitierten, können durchaus unterhaltsam und mitteilenswert sein. Nicht wegen Freude an der Herabwürdigung der beschriebenen Damen, deren Wahrheitsgehalt ich ohnehin nicht prüfen kann, sondern wegen der mit viel Liebe zum Detail gewählten Beschreibungen. Mir fiel zum Beispiel auf, dass ich das Wort „hochmütig“ niemals benutze, wo es doch so manches mal ganz vorzüglich passen würde. Ich will von nun an daran denken!
»(…) Während die Gäste sich auf Boatys Rosshaarsofas niederließen, kam ich zu dem Schluss, dass von den Dreien Estelle Winwood, eine Schauspielerin Anfang Sechzig, die Umwerfendste war. Parker – sie sah aus wie eine Frau, der man in der U-Bahn sofort seinen Sitzplatz anbietet, ein verletzliches, nur dem Anschein nach hilfloses Kind, das eingeschlafen und vierzig Jahre später wieder aufgewacht war, mit verquollenen Augen, falschen Zähnen und einer Whiskyfahne. Und Bankhead – ihr Kopf war zu groß für ihren Körper, ihre Füße dagegen zu klein; außerdem war ihre Persönlichkeit zu stark, um in ein Zimmer zu passen: sie brauchte einen Zuschauerraum. Aber Miss Winwood war ein exotisches Geschöpf – schlangenschlank, aufrecht wie eine Schulleiterin, trug sie einen riesigen, breitkrempigen schwarzen Strohhut, den sie den ganzen Abend über nicht abnahm; die Krempe dieses Hutes verschattete die Perlenblässe ihres hochmütigen Gesichts und verbarg, wenn auch nicht allzu erfolgreich, die Bosheit, die schwach in ihren lavendelblauen Augen glomm.(…)«
Truman Capote (über eine private Essenseinladung mit u. a. Dorothy Parker, Tallulah Bankhead u. Estelle Winwood), „Erhörte Gebete“, dt. Heidi Zerning, Kein & Aber Pocket, S. 132
24. Januar 2022
Wer kennt es? Bei einer Umarmung wie ein Hund getätschelt werden, wie beschwichtigend oder ausbremsend. Zum Glück selten und lange nicht erlebt, aber eben bei First Dates beobachtet. Habe nach der Hälfte zugeschaltet. Ein Pärchen hat beim Abschlussinterview bestätigt, sich nochmal ohne Kameras zu einem zweiten Date treffen zu wollen, und der Typ hat die recht attraktive junge Dame etwas verlegen umarmt und dabei getätschelt. Entweder war er wegen der Kamera gehemmt und verlegen oder er ist nicht erotisiert. Absolutes No Go. Ich tätschle noch nicht mal enge Freundinnen zur Begrüßung oder zum Abschied. Da wird ordentlich und unmißverständlich herzhaft zugepackt!
24. Januar 2022

FLUSH. Gustav gewidmet. aufgetrennter Klimt-Beethovenfries-Kissenbezug, Gummibaumblatt von Duke mit Widmung, um 2001, Messingteile, „Elfin Scents“-Räucherstäbchen-Verpackung von Wochenmarkt Neunziger J., Pralinengoldpapier, Fragmente „Edle Tropfen in Nuss“-Einlage (Geburtstagsmitbringsel von Lydia), Acryl, Kleber, Faserschreiber, Versandkarton, Flambierbrenner, Bleistift, 40 x 80 cm, 7. u. 13. Februar 2021, Staatliche Museen v. Gaganien











23. Januar 2022
Neues Buch, neue Eselsohren. Ich lese seit Mittwoch oder Donnerstag „Erhörte Gebete“ von Truman Capote. Oft ist mir der Duktus der Dialoge zu salopp und auch zynisch, ich fange schon an, ganze Seiten zu überfliegen, wenn sie mir wie im Kokainrausch dahergefaselt oder ausgekotzt vorkommen. Es gibt aber auch ab und zu sehr lesenwerte Passagen, die ich gründlich und mit Gewinn lese.
Wie die folgende, über Truman Capotes Begegnung mit Colette in Paris. Der Hauptprotagonist des Buches kann getrost als Alter Ego von Truman Capote genommen werden. Dieses Werk von ihm führte zum Bruch mit vielen seiner prominenten Freunde, da es vor Indiskretionen strotzt. Einige haben geänderte Namen, andere die Namen, die die Welt kennt. Bei der Recherche, welche Pseudonyme für welche realen Personen stehen, stellte ich fest, dass mir gerade die geänderten, verschleierten, auch als Klarnamen nicht viel sagten. Ein gewisser gealterter Schriftsteller namens Wallace soll Tennessee Williams sein. Damit konnte ich noch etwas anfangen. Aber nun zu der sehr schönen Passage mit Colette, die auch im Buch Colette sein darf.

»Miss Barney war es auch, die es mir ermöglichte, Colette zu besuchen, die ich unbedingt kennenlernen wollte, nicht aus meinen üblichen opportunistischen Gründen, sondern weil Boaty mich mit ihrem Werk bekannt gemacht hatte (vergessen Sie bitte nicht, dass ich intellektuell ein Landstreicher bin, der seine Bildung am Rande von Fernstraßen und unter Brücken aufsammelt) und ich davon beeindruckt war: Claudines Mädchenjahre sind meisterhaft, unvergleichlich in der Kunstfertigkeit des Spiels mit Sinneseindrücken – Geschmack, Geruch, Tastsinn, Sehkraft.
Außerdem war ich neugierig auf diese Frau; ich war der Meinung, jemand, der so freizügig gelebt hatte wie sie, der so intelligent war wie sie, musste auf einiges Antwort wissen. Deshalb war ich dankbar, als Miss Barney es so einrichtete, dass ich mit Colette in ihrer Wohnung im Palais Royal Tee trinken durfte. »Aber«, warnte Miss Barney mich am Telefon, »ermüden Sie sie nicht und bleiben Sie nicht zu lange; sie ist den ganzen Winter über krank gewesen.«
Es ist wahr, Colette empfing mich in ihrem Schlafzimmer – sie saß in einem goldenen Bett à la Louis Quatorze beim Lever; aber ansonsten wirkte sie so wenig indisponiert wie ein Watussi in voller Kriegsbemalung, der einen Stammestanz anführt. Auch ihre Maquillage konnte es durchaus mit dem Watussi aufnehmen: schräge Schlitzaugen, hell und klar wie die Augen eines Weimaraner Jagdhundes, dick mit Kajal umrandet; ein mageres und kluges, clownsbleich gepudertes Gesicht; der Mund trotz ihrer beträchtlichen Jahre von einem glitschigen, glänzenden, aufreizenden Revuegirl-Rot; und ihre Haare leuchtend rot oder rötlich, ein rosiger, krauser Schaum.
Das Zimmer roch nach ihrem Parfüm (irgendwann fragte ich sie, welches es sei, und Colette sagte: »Jicky. Die Kaiserin Eugénie hat es immer getragen. Ich mag es, weil es ein altmodischer Duft mit einer eleganten Geschichte ist und weil es witzig ist, ohne ordinär zu sein – wie ein guter Causeur. Proust hat es getragen. Behauptet jedenfalls Cocteau. Aber der ist bekanntlich nicht sonderlich zuverlässig«), nach Schalen mit Obst und einer Junibrise, die Vorhänge aus Voile bewegte.
Der Tee wurde von einer Zofe gebracht, sie stellte das Tablett auf einem Bett ab, das schon mit schlummernden Katzen überhäuft war, dazu mit Briefen, Büchern, Zeitschriften und diversen Nippes, vor allem einem Haufen alter französischer Briefbeschwerer aus Kristallglas – viele dieser kostbaren Kugeln lagen auch auf Tischen und einem Kaminsims herum. Ich hatte so etwas noch nie gesehen; Colette bemerkte mein Interesse, wählte ein Exemplar aus und hielt sein Geglitzer vor das gelbe Licht einer Lampe: »Dieses Stück heißt Weiße Rose. Wie Sie sehen, steckt mitten in reinstem Kristallglas eine weiße Rosenblüte. Es wurde 1850 in der Clichy-Manufaktur hergestellt.
Alle schönen Briefbeschwerer wurden zwischen 1840 und 1900 von nur drei Firmen angefertigt – Clichy, Baccarat und St. Louis. Als ich anfing, sie zu kaufen, auf Flohmärkten und an ähnlichen Orten, waren sie nicht übermäßig teuer, aber in den letzten Jahrzehnten ist es in Mode gekommen sie zu sammeln, eine wahre Manie, und die Preise sind horrend. Für mich« – sie ließ eine Kugel aufblitzen, die eine grüne Eidechse enthielt, und eine andere mit einem Korb voll roter Kirschen – »sind sie beglückender als Schmuck. Oder Skulpturen. Eine stumme Musik, diese Universen aus Kristall.
Und jetzt«, fuhr sie fort und kam überraschend zur Sache, »sagen Sie mir, was Sie vom Leben erwarten. Abgesehen von Ruhm und Reichtum – das ist ja selbstverständlich. Ich sagte: »Ich weiß nicht, was ich erwarten soll. Ich weiß, was ich gern wäre. Nämlich ein erwachsener Mensch.«
Colettes bemalte Augenlider hoben und senkten sich wie die langsam schlagenden Flügel eines großen blauen Adlers. »Aber das«, sagte sie, »ist ja das Einzige, was niemand von uns je sein kann: ein erwachsener Mensch. Falls Sie einen Geist meinen, nur gehüllt in Sack und Asche der Weisheit? Frei von allem Bösen – Neid und Bosheit und Habgier und Schuld? Unmöglich.
Voltaire, sogar Voltaire lebte mit einem Kind im Innern, eifersüchtig und zornig, ein schmutziger kleiner Junge, der ständig an seinen Fingern roch. Voltaire trug dieses Kind mit sich herum bis ins Grab, wie wir alle es tun werden. Der Papst auf seinem Balkon … der von einem hübschen Gesicht in der Schweizer Garde träumt.
Und der britische Richter mit vornehmer Perücke, woran denkt er, während er einen Mann an den Galgen bringt? An Gerechtigkeit und Ewigkeit und reife Dinge? Oder überlegt er womöglich, wie er es schaffen kann, in den Jockey Club aufgenommen zu werden?
Natürlich haben Menschen erwachsene Augenblicke, einige wenige edle Momente, hier und da verstreut, und der wichtigste davon ist natürlich der Tod. Denn der Tod verjagt endlich diesen schmutzigen kleinen Jungen und macht das, was von uns übrig ist, einfach zu einem Gegenstand, leblos, aber rein, so wie die Weiße Rose. Hier« –
sie hielt mir die Blumenkugel hin, »stecken Sie das in die Tasche. Es soll sie immer daran erinnern, dauerhaft vollkommen, mithin erwachsen zu sein, das bedeutet, ein Gegenstand zu sein, ein Altar, eine Gestalt in einem Kirchenfenster: in Ehren gehaltenes Zeug. Da ist es doch viel besser, zu niesen und menschliche Gefühle zu haben.«
Truman Capote, „Erhörte Gebete“, dt. Heidi Zerning, Kein & Aber Pocket, S. 56 – 59
22. Januar 2022
Ganz schöne Version von „I shall be released“ von Jack Johnson, der mir, bis ich dieses Cover auf youtube entdeckte, gar nichts sagte. Ich habe bestimmt dreißig oder vierzig Versionen von dieser Dylan-Komposition gehört. Wie eigentlich immer, gefällt mir seine eigene Aufnahme nicht so besonders, auch nicht die von „The Band“, wegen der hohen Tonlage. Ich finde, Dylan hat einige sehr bemerkenswerte Songs geschrieben, sowohl musikalisch als auch von den Lyrics her, aber seine Stimme mag man oder eben nicht. Ich habe überhaupt keine angenehmen Gefühle, wenn ich sie höre. Die Instrumentierung und das Arrangement gefällt mir schon bei der bekannten Version, aber das reicht mir nicht. Früher beeindruckte mich mal eine Weile die Version von Bette Midler, jetzt ist sie mir zu angeknipst, zu marktschreierisch. Ich bin da sehr heikel. Wenn ich Jack Johnsons Aufnahme produziert hätte, wäre mein Rat gewesen, ein bißchen mehr Dynamik in den Gesang zu legen, das ist ein wenig gleichförmig plätschernd, aber alles in allem eine der schönsten Versionen dieses weltberühmten Songs.
21. Januar 2022
Immer noch negativ. Ergebnis von heutigem, guten (tägl., Mo – Fr) Schnelltest. Besonders erfreulich, weil ich gestern das erste mal in diesem Jahr (zuletzt im November 2021 mit Jenny) aus war. Zuerst im Kino in den Hackeschen Höfen, wo ich von der Einlasserin für meinen selbstgebastelten, scheckkartenkleinen Booster-Ausweis gelobt worden bin (weil er schneller lesbar ist, als die smartphone-app) und danach im spanischen Lokal nebenan, dem Yosoy. Auch da haben sie diesmal ordentlich kontrolliert, nicht so huschhusch.
Im Kino war ich mit Ina und Lydia. Im Kino 2 in der hintersten, 13. Reihe mittig links. Da war außer uns nur noch ein Mann, drei Plätze entfernt, rechts. Die ganze Reihe vor uns war gesperrt, wg. „social distancing“, in der 11. Reihe waren drei Frauen, dann kam schon ein Gang und die ersten Reihen hatten auch jede Menge Lücken und Sperrplätze. Im Restaurant waren wir im hinteren Bereich, wo außer uns nur ein Liebespärchen war. Vorne war auch relativ leer. Hatte allerdings den Nachteil, dass die offenbar arbeitsmüde Kellnerin mit dem Herrn am Tresen beschlossen hat, schon vor Mitternacht das Putzlicht anzuknipsen, damit wir schneller austrinken. Frechheit! War dennoch ein schöner Abend, trotzdem. Ist aber bei der Gesellschaft auch garantiert. Über den Film („Spencer“) lasse ich mich voraussichtlich noch extra aus, ich finde ihn sehenswert, wenn ich auch der Lobhudelei die Hauptdarstellerin betreffend, nicht zustimme. Wir haben ihn im Original mit deutschen Untertiteln geguckt. Demnächst mehr!

Photo: Lydia
20. Januar 2022
Heute Kino!
19. Januar 2022
„Verliebt in scharfe Kurven“ guck ich gerade in der arte-Mediathek. Von Dino Risi, 1962. Charmant, charmant! Viel Sommer und Sonne, viel Rom, tolle Bilder, ein toller Flitzer, lustiger Palaver, altmodische Anbaggereien, flotte Bienen! Keine Ahnung wie Trintignant in den italienischen Film kommt. Auch die Synchronstimmen sehr anheimelnd. Ist mir fast schon egal, was geredet wird. Und die lustige Autohupe, süß!
18. Januar 2022
Letzte Adlon-Notizen. Nun bin ich fertig. Das Adlon hat mich schon immer mehr als jedes andere Berliner Hotel fasziniert. Erstmalig werde ich kurz nach Mauerfall davon gehört haben, als der Pariser Platz wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückte. Egal, was ich las oder hörte, ich fühlte immer eine beinah familiäre Vertrautheit mit dem im Zeichen des Skorpion geborenen Hotel Adlon.
Als ich Ende der Neunziger Jahre, ca. 1998 oder 1999, nicht sehr lange nach der Eröffnung 1997 des am selben Platz wiederaufgebauten neuen Adlon, die Gelegenheit für eine besondere Führung durch alle Etagen und besonderen Räumlichkeiten hatte, war ich sehr aufgeregt. Ich war Teil einer Gruppe, die den damaligen, schon recht betagten Ausbildungsleiter aus anderen Zusammenhängen kannte. Er hatte vorher jahrzehntelang diese Aufgabe im „Kempi“, wie wir das Hotel Kempinski ausnahmslos liebevoll nennen, und das Adlon gehörte nun auch zur Kempinski-Gruppe.
Er führte uns auch in die Backstage-Bereiche und erklärte, dass Mehrsprachigkeit eine Mindestanforderung für angehende Auszubildende ist. Wir bekamen aber auch erklärt, welche Elemente aus der alten Ruine gerettet werden konnten und wieder eingebaut wurden oder als Repliken wiederhergestellt wurden. Und dass das ornamentale Relief der Fahrstuhltüren eine Nachbildung der Original-Fahrstühle ist. Wir sahen auch die staatstragende Suite, in der Gorbatschow und andere Herrscher nächtigten, mit Blick zum Brandenburger Tor. Ich erinnere mich an eine Art Chaiselongue mit Zebra-Bezug, die mich anlockte und ich durfte probeliegen. Am Ende der Führung servierte uns sehr charmant der damalige Hoteldirektor van Daalen höchstpersönlich ein Tablett mit Champagner und fragte, ob es uns gefallen hatte.
Noch einige Male war ich zur Teestunde mit feinem Gebäck in der Hotel-Lounge und erfreute mich am Anblick der Kissen-aufschüttelnden Pagen, die sich dabei bewegten, als ob sie ein Tambourin spielen. Auch in diesen schwierigen Zeiten für die Hotellerie gehört das Adlon unvermindert zu den Hotels mit den meisten Auszubildenden, und ist somit auch da ein Vorbild.
Zwar sah ich schon so manche Dokumentation und den Fernsehmehrteiler von Uli Edel über das Adlon, aber dieses familiäre Erinnerungsbuch von Felix Adlon lädt das alles noch mit mehr Gefühl und wichtigen Informationen auf. Zum Beispiel, dass das Adlon ein Treffpunkt für Widerstandskämpfer war, die dort unbehelligt sein konnten, da Louis Adlon und seine Frau Hella durch kalkulierte, aber völlig passive Parteimitgliedschaft lange als unverdächtig eingestuft wurden. Besonders dieser Aspekt beschäftigte Felix Adlon sehr und dementsprechend groß war seine Erleichterung, als er diese Zusammenhänge erhellen konnte.

18. Januar 2022


EXTRA BRUT IX. geschichtet geleimte Verpackungskartons, Kleber, Spachtel, Grundierung, Acryl, Flambierbrenner, Blattgold, 16 x 52 x 6 cm, 14., 15., 16. Jan. 2022, Staatl. Museen v. Gaganien

Jetzt wird es ein bißchen religiös. Wenn mir jemand so eine Vorlage gibt, wie letzten Freitag („Jetzt fehlt noch eine Flasche“), will ich dem mehr als gerecht werden. Wenn schon, denn schon: Dom Pérignon. Im Paradies wird es dereinst einen Hahn für kaltes und warmes Wasser geben und einen zweiten für eiskalten Dom Pérignon. Es gibt ein paar Verrückte wie mich, die der Ansicht sind, es handle sich hierbei um eine völlig eigenständige Kategorie von Getränk. Der Eindruck entstand vor einigen Jahren, als ich ein Glas davon serviert bekam und nicht wusste, was darin war. Ich war völlig begeistert von dem mir unbekannten, irrtümlich für gewöhnlichen Champagner gehaltenden Göttertrank, und hielt dann erst Ausschau nach der Quelle. Das Zauberelixier kam aus einer Methusalem-Flasche Dom Pérignon. Da war mir klar, dass es das Beste war, was ich je getrunken hatte und ich konnte nicht anders, als mich jenem tiefreligiösen Geheimbund anzuschließen, der schon beim Gedanken daran, ein Glitzern in den Augen bekommt. Was nicht bedeutet, dass ich ihn mir mit irgendeiner Regelmäßigkeit leisten würde. So eine Methusalem ist ja auch ein bißchen viel für eine Party alleine. Jedenfalls habe ich dieses Werk in Gedanken an meinen Bruder im Geiste gemacht, der meine Hingabe zu diesem Getränk zweihundertprozentig versteht. Nicht zufällig ist es jemand, der mit vielfältiger professioneller Ausbildung in der Gastronomie zu tun hat. Er war gleich angetan von meiner Umsetzung seiner albernen Bemerkung und jetzt hängt es neben „Extra Brut VIII.“, dem gaganisierten Verpackungs-Dings mit den Gläsern. Nun gibt es immer eine Flasche auf Vorrat. Vom Feinsten.



17. Januar 2022
Ich habe noch keine Lust auf den Eintrag, wo ich schreiben wollte, welche Werbespots im TV ich am meisten hasse. Vorhin war ein Werbeblock auf VOX und kein einziger von denen, die ich so wenig mag, dass es mich richtig ärgert, war drin. Ich kann so nicht arbeiten! In den Mediatheken kommt auch oft Werbung, die mich speziell reizt. Also nicht zum Kauf, sondern das Produkt grundsätzlich deswegen zu boykottieren.
Ich kann aber schon mal sagen, was für mich ein absoluter Trigger für tiefe Abscheu ist: arrogant-zickige, kalte, affektierte, pseudo-verführerisch bitchy näselnde Sprecherinnen-Stimmen, die ich nie und nimmer buchen würde. Da wird mir richtig körperlich schlecht. Das ist so eine neue Mode, speziell bei Produkten, die sich an eine jüngere Zielgruppe wenden. Wenn die nächste Reklame dieser Art kommt, berichte ich und verlinke das Machwerk des Schreckens.
Insbesondere ärgert es mich auch noch zusätzlich deswegen, weil es ja durchaus angenehme Sprecherinnen gibt! Alleine in meinem Freundeskreis gibt es fünf Frauen mit ausgesprochen schönen, angenehmen, anheimelnden Stimmen, drei davon sind sogar Professionelle! Also Sprecherinnen.
16. Januar 2022
Meinen ersten veritablen Blogeintrag habe ich am 16. Februar 2004 verfasst und seither nie eine Pause gemacht. Also keine längere Pause, als mal eine oder anderthalb Wochen, man musste sich nicht sorgen. Aber bestimmt habe ich eher jeden zweiten als jeden Tag etwas veröffentlicht. Heute habe ich wieder ein Lob von WordPress erhalten, weil ich dreißig Tage lang keinen einzigen Tag ausgelassen habe. Das ist mir Anlass, einmal zu zeigen, wie das Lob ausschaut!

Ich poste einen Eintrag auf meinem gaganielsen.com-Blog (nachdem ich ihn initial bei gaga.twoday.net geschrieben und veröffentlicht habe) und dann leuchtet rechts oben ein Glöckchen auf und ich weiß, dass ich nun wieder Lob gekriegt habe, dergestalt. Ich bin mitunter einfach glücklich zu machen.
Ich habe meine Ansprüche in Sachen Zuspruch im Laufe des Lebens so weit nach unten geschraubt, dass ich mich darüber freuen kann, obwohl ich natürlich weiß, dass das eine Maschine ist, die mich da lobt. Mir gefällt das Ping Pong. Ich mache was und kriege gleich eine Reaktion.
Nicht gefällt mir hingegen, wenn ich etwas Schönes mache oder poste oder mitteile und kein Schwein reagiert darauf. Ich hasse das, wenn ich ehrlich bin! Daher habe ich nun trainiert, mich an computergesteuertem Zuspruch zu erfreuen. Ich denke, dafür habe ich die Goldmedaille in Resilienz verdient.
16. Januar 2021



EXTRA BRUT VIII. Schaumstoffverpackungshälften, Kleber, Spachtel, Grundierung, Acryl, Flambierbrenner, Blattgold, 16 x 51 x 5,5 cm, 9., 11., 12. Januar 2022, Staatliche Museen von Gaganien

Zum Glück gibt es in den Schichten des Unterbewußtseins auch Harmloses und Lebensbejahendes. Sonst gäbe es keine profanen Szenen in den nächtlichen Traumfilmen. Bei dem vorliegenden Exponat war ich allerdings nicht ganz eigenverantwortlich, was die Silhouette der Vertiefungen angeht. Ich hatte mir zwei Weingläser bestellt, die ein besonderes, zylindrisches Format haben. Die Lieferung kam in einer vorbildlich bruchsicheren Verpackung, nämlich einer Art Sarkophag aus sehr stabilem, schwarzen Schaumstoff. Ein anderes Material als Schaumstoff für Stuhlpolster, sehr festes Zeug, wie Styropor, aber doch flexibel.
Da ich seit einer Weile den Wunsch hegte, „mal was mit Gastronomie“ zu machen, also ein Bild o. ä., schien mir hier das Schicksal die Lösung auf dem Tablett zu servieren. Ich musste allerdings von der einen Schaumstoffhälfte den Unterboden ablösen und seitenverkehrt wieder ankleben, damit der Rhythmus stimmte. Hier kommt dann wieder das unterbewusste Instrumentarium zum Einsatz. Ich lege es mal so und mal anders hin und stelle fest: da stimmt was nicht. Das wird identifiziert und sodann behoben.
Inzwischen hängt das Bild an einem Ort mit einem gewissen gastronomischen Bezug. Weil aber der Bereich links davon jetzt wie eine Leerstelle wirkt, arbeite ich seit zwei Tagen an einem korrespondierenden Zwilling mit einer Vertiefung, die eine Flasche Dom Perignon zitieren soll. Dafür musste ich einen Rohling aus mehreren Schichten Verpackungskarton aufbauen. Die Schichten zu einem Block leimen und die Silhouette ausschneiden. Daran werde ich heute weiterwerkeln.
Die Idee mit der korrespondierenden Flasche stammt nicht von mir, aber ich fand sie amüsant. Der Rohling ist über Nacht getrocknet, jetzt kommt Spachtel drüber, dann Grundierung, dann Acryl, Bearbeitung der Oberfläche mit dem Flambierbrenner, dann Blattgold und als Finish ein paar Akzente mit Acryl.
Aber erstmal Kaffeetrinken und fertig machen. Der Himmel sieht verheißungsvoll aus, schön hell, da hinten, die Sonne im Süden.






15. Januar 2022
13G:
G-boostert -G-pinkelt – G-zähneputzt – G-duscht – G-föhnt – G-frühstückt – G-bloggt – G-schminkt – G-kämmt – G-kleidet – G-spült – G-räumt – G-packt.
15. Januar 2022

GHOSTDANCE. Geistertanz. Ausrangiertes Messe-Check-in-Counter-Infoschild „G – K“, Edding, Jalousien-Verpackung, 50 x 100 x 6 cm, 17. Juni, 22. Juli 2018, Staatliche Museen v. Gaganien


Das ist das wahrscheinlich unheimlichste Bild, das ich je gemalt habe. Es ist für mich der ultimative Beweis, dass mein Unterbewußtes agiert, wenn ich mit Farben und Materie werkle. Bei wachem Verstand, hätte ich mich geweigert, etwas Derartiges zu malen. Ich war irritiert, ja leicht verstört, als ich es am Ende betrachtete. Es basiert auf einem ausrangierten Hinweisschild für Besucher-Check-in bei großen Veranstaltungen. Ich hatte die anderen, A-F, L-N, O-R und S-Z schon verarbeitet, G-K war noch übrig. Wenn man sich das Bild querdenkt, kann man die beiden Buchstaben und den verbindenden Strich erahnen. Zwei Tage nachdem ich das Bild gemalt hatte, widerfuhr mir ein unheimliches Erlebnis, das mir das Bild wie eine Vorahnung erscheinen ließ. Plötzlich ergab es Sinn. Deswegen liegt es mir sogar am Herzen.




14. Januar 2022
Auch ganz, ganz schlimm, die Frage:
„Wo siehst du dich in zehn Jahren?“
Komme drauf, weil gerade bei einem Pärchen in der „First Dates“-Sendung gehört. Derartigen Unsinn fragen meist Menschen in der Altersgruppe Fünfundzwanzig bis Fünfundvierzig. Pikant wäre natürlich, wenn das mal eine Fünfundsiebzigjährige einen Fünfundachtzigjährigen fragen würde (oder umgedreht). Würde das Antwortspektrum innovativ modifizieren. („im betreuten Wohnen“, „im Friedwald“). Aber man muss nachsichtig mit den jungen Leuten sein.
14. Januar 2022
Ich kann jetzt schon mal ankündigen, dass ich schwanger bin.
Also ich meine, damit schwanger gehe, einen Eintrag zu verfassen, in dem ich die mir am meisten verhassten Fernsehreklame-Spots aufführe. Ich werde mich nicht scheuen, Ross und Reiter zu nennen! Die Werbebranche kann sich auf etwas gefasst machen, ja ich möchte sagen: warm anziehen! Das wird kein Osterspaziergang und kein Streichelzoo. Bleiben Sie dran!
13. Januar 2022
Meine (einseitige) Tinder-Korrespondenz der letzten Monate.

Ich gebe zu, es handelt sich um einen Verlegenheits-Eintrag, um die Chose am Laufen zu halten. Wer sich für Algorithmen der Dating-Plattform Tinder interessiert, kann hier ablesen, in welchem ungefähren Rhythmus welche Mitteilungen zugestellt werden. Weiterhin habe ich keine Lust, Tinder zu besuchen und erhalte weiterhin mahnende Erinnerungsmails. Inzwischen weiß ich, dass das Profil auch nicht ausgeblendet wird, wenn damit gedroht wurde, sonst wäre es ja recht unlogisch, dass ich ein paar Tage nach der Ausblendungs-Androhung eine begeisterte Mitteilung folgenden Wortlauts erhalte:
„Deine Likes gehen voll ab! 😲 Du hast echt so viele Likes wie noch nie bekommen. Neugierig? Dann geh jetzt auf Tinder und schau sie dir an. Hey, immer noch da?! Los jetzt – ab auf Tinder und losgematcht!“
Ich wollte das einfach mal für diejenigen teilen, die auch immer von Tinder hören und es nicht kennen. Nun habe ich wieder einen Eintrag für heute fertig und bekomme gleich wieder ein Lob von WordPress, was mir mehr bedeutet als Lob von Tinder. Kann ich schlecht erklären.
12. Januar 2022

Das sind soweit meine (unerledigten) Hausaufgaben vom Adlon-Buch-Lesen. Schon mal aufgeschrieben, dann kann ich die Eselsohren schon wieder zurückklappen. Bin gut halb durch mit dem Buch. Liest sich besser als das vorherige Sacher-Hotel-Buch. Liegt auch daran, dass Felix Adlon aus erster Hand schreibt, als Ur-Urenkel des Hotelgründers Lorenz Adlon. Viele schöne alte Fotos aus dem Privatarchiv sind im Buch. Ich freue mich immer, wenn ich begleitend zu meiner Lektüre zusätzliche Bilder im Internet finde, dann ist das Lesen noch mehr wie ein Film.
Ich bemühe mich, jeden Tag einen kleinen Eintrag zu posten. Wenn ich keine Lücke habe, kriege ich jeden Tag ein Lob von WordPress, was ich nicht kriege, wenn ich nur jeden zweiten Tag schreibe. Ich bin sehr empfänglich für Lob!
Adlon-Notizen:
S. 30 – Schloss Peleș, Karpaten
(Sommerresidenz König Carol I.)
Bembé: Kaiser-App., Speisesaal
Holzvertäfelungen
S. 51 – „Johannisloge zur Eintracht“
Berl. Freimaurer
S. 55 – „Vossische Zeitung“
S. 68 – Berl. Gewerbeausstellung 1896
S. 112 – Olivaer Pl. 10 (Wohnung)
S. 113 – „Das feine Dienstmädchen, wie
es sein soll“, Isa von der Lütt 1892
S. 117 – Porzellan-Bettwärmer (v. Adlon)
-> Sammlung Bernhard Paul (Roncalli)
S. 118 – „Terrapin“ = Schildkröte! (-Suppe)
S. 121 – Rudolf Laubentahl, Opernsänger
S. 134 – Claire Dux, Schausp. (?)
S. 164 – Joa v. Preußen
11. Januar 2022
„There is no such thing as a moral or an immoral book.
Books are well written, or badly written. That is all.“
Oscar Wilde, Preface “The Picture of Dorian Gray”
10. Januar 2022
09. Januar 2022


MAHLER VI. Tinte, Antikgoldacryl, leinenbezogene Unterschriftenmappe, Klebstoff, Verpackungsschachtel, 29 x 39 x 4 cm, 1., 4., 6. und 7. Juli 2018, Staatliche Museen von Gaganien.


Dieses Werk aus dem Juli 2018 ist eines der seltenen, das einen direkten Bezug zu einem Erlebnis hat. Die Sechste von Mahler wurde im Juni 2018 bei seinem Abschiedskonzert von den Berliner Philharmonikern von Sir Simon Rattle dirigiert. Ich konnte keine Karten für das Konzert in der Philharmonie bekommen, obwohl ich wirklich alles versucht hatte. Mir vorher einen Account angelegt und den Vorgang online durchexerziert. Ich wusste, dass die Platzwahl-Anzeige nur über den Internet Explorer funktioniert, nicht über Firefox. Vor dem Start der Freischaltung der Tickets war ich online und versuchte fast schon atemlos Karten zu ergattern. Vergeblich. Sicher gab es bereits ein Kontingent für Abonnenten, das früher freigeschaltet wurde. Ich war wirklich traurig deswegen. Was es noch gab. waren Tickets für eine Live-Übertragung in ausgewählten Kinos in Berlin. Dafür bekam ich Karten, im Kino in der Kulturbrauerei. Immerhin. Ich hatte mich schon lange vorher mit verschiedenen Aufnahmen der sechsten Symphonie beschäftigt, mich eingehört. Ich kannte die subtile Tragik der Entstehungsgeschichte und warum diese Symphonie „Die Tragische“ genannt wird. Das kann jeder nachlesen, wer sich dafür interessiert. Dieses Konzert der Berliner Philharmoniker war brillant. Ich musste weinen. Sehr. Es hat mich aus verschiedenen Gründen noch lange beschäftigt. Ich musste es verarbeiten. Nicht nur mental und emotional. Es irgendwie greifbar für mich machen.







08. Januar 2022
Laterne Laterne, Sonne Mond und Sterne… Foto von 16.02 Uhr, die Stimmung in meinem Wohnzimmer. Das sehe ich, wenn ich leicht nach rechts schaue. Ich habe meinen Booster doch digitalisieren lassen und mir von dem Ausdruck mit dem QR-Code eine kleine Scheckkarte gebastelt, für mein Portemonnaie. Dafür hab ich den QR-Code ein bißchen kleiner kopiert und bin am selben Tag zu Butlers am Hackeschen Markt, weil ich da schon bestimmt ein Jahr nicht mehr war und meine Booster-Checkkarte austesten wollte. Hat einwandfrei geklappt, die scannen da den Code. Dann bin ich durch den Laden spaziert und habe mich an den frühlingshaften Angeboten erfreut. Ich brauche ja nix, aber dann wollte ich doch würdigen, dass die Sachen so schön dekoriert sind und mir doch einiges gut gefällt. Bei der Laterne bin ich dann hängengeblieben. Sie macht schönes warmes Licht, was mich besonders nach Sonnenuntergang sehr anspricht. Ich habe immer überall kuschelige Beleuchtung. Auch jetzt, wenn ich tippe. Der Monitor leuchtet ja auch, das reicht mir, mit den noch fünf anderen Lampen.

08. Januar 2022
Nun Tee.

08. Januar 2022
Vorhin, 10.48 – 10.52 Uhr. Ich habe wohl nicht genug gebetet. Die Sonne hat sich schon wieder versteckt. Keine Lust auf meine Werkstatt. Zu tun hab ich auch hier. Aus meinen Otto-Friedrich-Büchern über Berlin und Hollywood habe ich jetzt genug Highlights gepostet. Die Lektüre ist schon ein paar Wochen her, ich habe damit Eselsohren abgearbeitet. D. h., die unten umgeknickten Ecken auf Seiten, wo Sachen stehen, die ich besonders lesenswert gefunden habe oder etwas recherchieren will. Wenn ich es erledigt habe, klappe ich die kleinen Eselsohren wieder zurück. Man sieht meinen Büchern an, dass sie gelesen wurden. Aber ich schreibe nichts hinein. Die letzten Tage begleitet mich ein Buch von Felix Adlon über die Geschichte des Hotels und wie es überhaupt dazu kam und so weiter und so fort. Ist auch immer Berlin-Geschichte, die mich unverändert interessiert. Oh, die Sonne hat wohl gelesen, dass ich sie vermisse. Jetzt guckt sie wieder hinter der Wolke vor.






07. Januar 2022
„Was Musik anbelangt, war Berlin immer noch eine Bastion des Traditionalismus“ meint Yehudi Menuhin. „Beethoven und Brahms waren die Götter und Furtwängler und Walter ihre Propheten; und Frau Louise Wolff, die Inhaberin der größten Konzertagentur Berlins, ihre Hohepriesterin. Ich erinnere mich noch gut an das Galadiner, das Frau Wolff am Tage meines Debüts, am 12. April 1929, nach der Generalprobe gab. Die Generalprobe war entscheidender als das Konzert selbst, weil dazu alle wichtigen Musiker erschienen. Am Diner nahmen mindestens vierzig Personen teil. Sie alle verbeugten sich voreinander und schüttelten sich die Hände: „Mahlzeit“.
Mehr als vierzig Jahre nach diesem Ereignis spielt Menuhin im Durcheinander seines New Yorker Hotelzimmers die Szene nach. Er schüttelt die Hände imaginärer Prominenz und wiederholt die Aufforderung, zu speisen. „Dann aßen sie, bis sie nicht mehr konnten. Schließlich erhoben sie sich und verbeugten sich wieder, so tief sie konnten – allerdings nicht mehr ganz so tief wie vor dem Essen: „Mahlzeit, Mahlzeit“. Diese Art, zu leben – repräsentiert durch Damastdecken auf jedem Tisch und Spitzendeckchen auf dem Damast -, wollte man unbedingt aufrechterhalten, so lange wie man es irgend konnte.“
„Ich spreche speziell vom kulinarischen Musikgenuß, weil er im damaligen Berlin sehr wichtig war“, fährt Menuhin fort. „Dieses Musikleben ersetzte etwas, was in der Hauptstadt einer Weltmacht durch Kolonien oder sonst einen außenpolitischen Prunk repräsentiert werden mag. Alle Lust an Macht- und Prachtfreudigkeit, die in anderen Völkern durch die Staatsmacht befriedigt wird, wurde in Berlin auf die Opernbühnen und Konzertpodien transponiert.“
Otto Friedrich, Weltstadt Berlin – Größe und Untergang 1918 – 1933, Verlag Kurt Desch 1973, S. 173/174























