30. April 2022

Die Coverband Get Stoned hat natürlich nicht nur einen Sänger, sondern auch zwei Gitarristen, einen Bassisten und einen Schlagzeuger und eine Backgroundsängerin. Den Gesangspart von Mick Jagger übernimmt Martin Glaß, an den Gitarren gibt Florian Glaß Keith Richards und Norbert Hupp Ronnie Wood, Alex Schirner spielt Bass und Frank Fuhrmann sitzt am gleichen Gretsch Round Badge Drum Set wie Charlie Watts. Für den Backing Gesang, aber auch einzelne weibliche Lead Vocals ist Kristin Panzlaff zuständig. Sie singt zum Beispiel Sister Morphine. Überhaupt: Sister Morphine ist mir vorher noch nie so ins Ohr gegangen wie gestern Abend. Sehr schön. Klasse war auch Harlem Shuffle, sehr sexy. Der Drummer spielt sehr tight und straight, gefiel mir von Anfang an und es ist eine richtige Band, das hört man. Ein großes Ganzes.

Ich finde es ein absolutes Muss, dass eine Coverband, die sich die Stones vornimmt, auch einen Jagger präsentiert, und das mit den entsprechenden Moves. Was wären denn die Stones ohne ihn. Zumindest Show- und Allure-mäßig praktisch nicht vorhanden. Und wer den Jagger gibt, muss vorne stehen und das Alphatier geben. Nicht musikalisch, aber visuell. Vor einigen Monaten, am 29. September 2021 war Mick Jagger zu Gast in Howard Sterns Show. Stern ist ein langjähriger, früher sehr anarchischer Kult-Radio- und TV-Host mit einer langen Geschichte in den USA.

Teil des Interviews war die Frage, wie Jagger zu seinen Moves auf der Bühne kam. Mick erklärte: „As a lead singer in a band, you have to be an extrovert. And you watch other people and you copy other people. Look at all these… James Brown, Chuck Berry, Jerry Lee Lewis… they had great moves, all had great moves. This is part of what it is, to be a lead singer.“ Natürlich sind die anderen in der Band auch wichtig, aber die Rollen sind klar verteilt, und das Publikum will das so und ich auch!

30. April 2022

Fortsetzung meines derzeitigen Lieblings-Studien-Objekts (Berliner) Stones-Coverbands, insbesondere der Sänger. Hier sehen wir den „Mick“ der Gruppe „Get Stoned„. Obwohl er weder eine ähnliche Stimmfarbe hat wie Mick, noch die korrekte Haarlänge, und auch die Gesichtszüge nicht zum Verwechseln ähnlich sind, gibt er alles und hat immer wieder einmal tolle Moves im Repertoire. Er bewegt sich sehr ausgiebig und versteht es, das Publikum zum Mitsingen zu motivieren. Sehr schön, leider nicht fotografiert (es stand immer gerade der Gitarrist oder der Bassist davor), sein Outfit und Zubehör bei Sympathy for the Devil. Er trug einen schönen Hut und eine Art Zepter mit dem er dramatisch herumfuchtelte. Auch spielt er Gitarre und Mundharmonika und ist ein guter Percussionist. Meine Bewertung in der Kategorie „Moves like Jagger“: 8 von 10 Punkten, Luft nach oben, aber: I approve…!

30. April 2022

Hi Charlie! Ina und ich haben gestern auch eine Stones-Coverband aufgemacht. Wir nennen uns OPEN! Ich spiele Schlagzeug, Ina spielt Gitarre und singt. Unser erster Auftritt ist am 12. Juli 2022 im Frannz Club, als Vorgruppe spielen Get Stoned, so eine andere Berliner Stones-Coverband, auch sehr gut!

Okay, das war jetzt ein bißchen geschwindelt. Aber am 12. Juli, zum 60-jährigen Jubiläum des ersten Stones-Auftritts sind wir wirklich im Frannz Club bei Get Stoned, die wir gestern im Rickenbackers erlebt haben. Hat sich sehr gelohnt! UND: zum ersten mal eine gute live Performance von Miss You gehört. Mega! Alle haben ahhahaahahaaahaaahaaa ahhahaaahahaaahaaaahaaa mitgesungen, und mittendrin wurde umgeswitcht auf eine Strophe von „Give me just another Night“ von Micky Maus, hat sehr gut gepasst. Habe noch ein paar Fotos mit Sänger, später.

29. April 2022

Ich habe vorhin eine Art Rollenspiel gemacht: ich wollte wissen, wie man sich als Influencerin fühlt. Ina hat mich nach einem Bild von meiner neuen Sonnenbrille gefragt. Normalerweise hätte ich kein Bild gemacht, wo plump das Hersteller-Logo fokussiert wird. Nun weiß ich, dass es mich langweilen würde, so etwas jeden Tag zu machen, um meine Miete bezahlen. Was man so hört, MUSS man da jeden Tag am Start sein. Und natürlich nicht auf einem Blog, sondern bei Insta und TikTok. Ich hätte bereits an Tag 3 Social Media Burn Out. Es ist etwas völlig anderes, frei Schnauze mit einem verspielten Ansatz, aber einem gewissen sportlichen Ehrgeiz täglich anzupeilen, private Einträge zu posten.

Amüsanter als Produkte-Lobhudelei als bezahlte Werbepartnerin stelle ich mir hingegen vor, sich bloggenderweise mit einem Produkt zu befassen, das von der Sache her grundsätzlich zu meinem Repertoire des täglichen Bedarfs gehören könnte, von mir bislang aber nicht in Betracht gezogen wurde und auch kritisiert und auch demontiert werden darf. Dafür bezahlt nur niemand, schätze ich mal. Ach, ich merke gerade, während ich das tippe, dass mich das aber auch schnell langweilen würde. Da mache ich lieber unbezahlt und kooperationslos weiter als Befindlichkeitsbloggerin. Im Übrigen würde ich durchaus nicht jedem dieses Brillenmodell empfehlen – mir hat sie zufällig gut gepasst. Nach dem Kauf habe ich sie drei anderen Frauen zum Anprobieren gegeben, die hatten alle zu schmale Köpfe dafür.

Jedoch empfehle ich schon, ins KadeWe zu gehen und sich an den schönen Geschäften und den Auslagen zu erfreuen. Und wenn man dann eine nette und kompetente Beratung genossen hat, ist es schon charmant, dort auch zu kaufen, wenn das Modell gefällt. Auch wenn es das Dings im Internet hundert Euro günstiger gibt. Wir wollen ja schließlich alle, dass das KadeWe noch lange besteht. Nach dem Umbau ist es schöner als je zuvor, die neue Treppe ist wunderschön, mit edlem Holz verkleidet, ganz schick und exclusiv. Und die Auslagen, und die Labels, und die Verkäufer. Ganz toll. Ich liebe das KadeWe. Da könnte ich mich richtig hineinsteigern! Und zwar komplett unbezahlt und kooperationslos.

25. April 2022

Schwestern im Geiste: Anita. Jerry. Georgia. Keith. Gaga. Apropos Keith: er hat tatsächlich im Oktober 2019 aufgehört mit Rauchen! Ich lese immer noch das Buch über Anita. Es besteht völlige Einigkeit darüber, dass sie das Styling der Stones in den Sechzigern und Siebzigern maßgeblich beeinflusst hat. Diese Renaissance-Volants, Tücher, wilden Prints und Kombinationen, die femininen Oberteile an Brian, Keith und Mick. Sie haben die Klamotten untereinander getauscht und sind gemeinsam in die Damenabteilungen shoppen gegangen. Und das hippe London hat es Ihnen nachgemacht. Never underestimate Anita Pallenberg!

24. April 2022

Last but not least, sprachen Ina und ich über die „SIXTY“-Tour der Stones. Sie spielen in Deutschland nur in München und Gelsenkirchen(!). So sieht der Tourplan für Juni und Juli durch Europa aus:

June ’22
5th Olympic Stadium MUNICH, GERMANY
9th Anfield Stadium LIVERPOOL, UK
13th Johan Cruijff Arena AMSTERDAM, NETHERLANDS
17th Wankdorf Stadium BERN, SWITZERLAND
21st San Siro Stadium MILAN, ITALY
25th Hyde Park LONDON, UK

July ’22
3rd Hyde Park LONDON, UK
11th King Baudouin Stadium BRUSSELS, BELGIUM
15th Ernst Happel Stadium – VIENNA, AUSTRIA
19th Groupama Stadium LYON, FRANCE
23rd Hippodrome ParisLongchamp PARIS, FRANCE
27th Veltins-Arena GELSENKIRCHEN, GERMANY
31st Friends Arena STOCKHOLM, SWEDEN

Im Hyde Park würde ich sie mir evt. geschenkt (inclusive Anreise) angucken. Also es ist nicht so brennend. Auch wenn ich gerne die Charlie Watts-Gedenkminuten am Anfang der Show live erleben würde. Man sieht auf den großen, hochkantigen Videomonitoren verschiedene Filmschnipsel vom drummenden Charlie, ganz straight, der schlichte Beat, der Herzschlag der Stones. Schon toll. Aber wer je auf Stones-Konzerten nach – sagen wir – 1964 war, kennt nur noch Gigs in gigantischen Hallen. Keine Intimität, keine Nähe, ungreifbar. Ohne die Videowände wäre es total frustrierend.

Deswegen hat uns, Ina und mich, auch der extreme Gegensatz zum Erlebnis der Berliner Stones Coverband Brown Sugar – The Great Rolling Stones Show, so begeistert. Die echten Stones spielen live mittlerweile ganz passabel, das war nicht immer so. Ich habe keine guten Erinnerungen an ein Konzert im Olympiastadion Mitte der Neunziger. Da fehlte ganz viel Enthusiasmus, es hörte sich heruntergenudelt an. Das ist jetzt wohl wieder besser, ich habe sie zuletzt bei ihrem letzen Berlin-Konzert 2018 gehört. Bei der Tributeband am Freitag gefielen mir am besten Sympathy for the Devil, Gimme Shelter und Wild Horses. Richtig gut. Andere Songs waren schwächer, ich hatte aber nicht den idealen Platz, um das wirklich zu beurteilen. Direkt vor der großen Box rechts vor der Bühne, das war ein selbstgemachtes Problem, danach hatte ich schon ein bißchen Ohrensausen. Der Platz war aber gut zum Fotografieren, vom Winkel her. Ansonsten war es schwieriges Licht. Aber dafür ist die Ausbeute dann doch ganz atmosphärisch.

Außerdem war ich nie zuvor im schon ewig existierenden Artenschutz-Theater, in der Nähe vom S-Bahnhof Bellevue. Es wurde von Albrecht Metzger gegründet, der in den Siebziger und Achtziger Jahren den Rockpalast moderiert hat. Das war Kult für alle Rockmusik-liebenden Jugendlichen. Obwohl wir die Moderationen von Herrn Metzger immer etwas hölzern fanden.

24. April 2022

Moves like Jagger…!

Elektrifiziertes Publikum bei Brown Sugar – The Great Rolling Stones Show (von mir nur ein Symbolfoto, schon etwas älter – damals noch dunkelhaarig, aber ich hatte dieselbe Leopardenweste an und eine Kamera vor mir, die Selfies mit Ina sind nix geworden, verschwunden.

24. April 2022

Unter anderem sprachen Ina und ich in der Pause an unserem Tisch rechts vor der Bühne darüber, wie dankbar wir sind, dass wir vor einigen Jahren unseren Coverband-Dünkel verloren haben. Früher hatten wir die Bemühungen von Cover- und Tribute-Bands von oben herab als zweitklassig belächelt. Glücklicherweise hat uns das Schicksal mehrere Konzerterlebnisse beschert, die uns gelehrt haben, dass es eine große Kunst für sich ist, bekannte Songs adäquat nachzuspielen. Damit stehen sogar die original Bands vor einer wiederkehrenden Herausforderung: so zu klingen, wie die Fans es von der Platte kennen und erwarten. Alter Witz: „If Keith Richards had to play Keith Richards‘ guitar parts, how would it sound?“ Zu diesem Thema hat Flake, der Keyboarder von Rammstein etwas sehr Schönes geschrieben: wenn eine Tour ansteht, nimmt er sich, bevor sich die Band im Proberaum trifft, zu Übungszwecken youtube-Videos von Rammstein-Coverbands vor, und spielt auf seinem Keyboard mit. Bei den Coverbands ist er sich sicher, dass sie sich mit gebührendem Eifer an das Original halten.

Fotos: 22.04.2022, Brown Sugar – The Great Rolling Stones Show

24. April 2022

22-04-22 Brown Sugar (1)

Brown Sugar – The Great Rolling Stones Show vorgestern im Artenschutztheater. Das war eine grandiose Show, die den Glimmer Twins auch gefallen hätte. Ich habe sie schon mal im Rickenbackers erlebt, aber diesmal hat es mir noch besser gefallen. Ina hat sie zum ersten mal gesehen und ich amüsierte mich über ihren leicht perplexen Gesichtsausdruck in Anbetracht dieses unglaublichen Mick Jagger-Impersonators. Er ist schon eine Nummer – und wirkt gar nicht, als ober etwas „nachmacht“. Der ist so. Und witzig dazu. Teilweise musste ich bei seinen Ansagen an Klaus Kinski denken, der hat auf die gleiche Art berlinert. Schon toll, dass der vermutlich beste Mick Jagger einer Coverband ein eingeborener Berliner ist. Muss man erlebt haben. Dann geht er ja zum Beispiel auch ungeniert von der Bühne und singt einzelne Gäste an, das was sich jeder Stones Fan eigentlich völlig hoffnungslos erträumt: die Stones in einem kleinen Club zu erleben und von Mick Jagger ins Auge gefasst zu werden. Ina und ich haben gegiggelt wie die Teenies, man fühlt sich wie siebzehn. Oder so…

22. April 2022

CALLAS. Euroshop-Spiegel, Crémant-Manschetten, Spachtel, vier Dekospiralen für Vorhangstangen, verschiedene Metallteile: Messing-Schraubgewinde und Kleinkram und vergoldetes schwarzes Kunststoffelement von Stiebel-Eltron Boiler, verchromte Verschlusshülsen von Eyeliner und Wimperntusche, runde Puderdosen-Aluminium-Einlagen, Kleber, Leinwand, Grundierung, 100 x 150 cm, 9. und 16. April 2022, Staatl. Museen v. Gaganien

Am Tag nach der „Seven Deaths of Callas”-Aufführung von Marina Abramović (ich schrieb ausführlich darüber) in der Deutschen Oper, begab ich mich in meine Werkstatt. Ich wusste ganz grob, dass ich diverse Metallteile auf einer größeren Leinwand, um einen Spiegel gruppiert verarbeiten wollte, aber dachte zuerst nicht an einen Bezug zu Callas. Während ich die Teile so herumschob, wurde mir klar, dass mir die ganze Zeit die Aufführung durch den Kopf ging, vor allem der letzte Akt mit dem nachgebauten Schlafzimmer. Aber auch, in welchem Maß Abramović versuchte, sich auf eine Bedeutungs-Stufe mit Maria Callas zu stellen, indem sie parallel eigene biographische Eckdaten einarbeitete. Manches war mir erst im Nachgang aufgefallen.

Ich sah mir einige Dokumentationen über Abramović an und realisierte, dass in den Videosequenzen der Aufführung Anspielungen auf Abramovićs große verlorene Liebe, dem Performancekünstler Ulay waren. Willem Dafoe trug in einigen Szenen eine wilde Gesichtsbemalung, durch die er dem Ex-Gefährten stark ähnelte. Was mich in der Aufführung irritiert hatte, weil ich vorher las, dass Dafoe mehr oder weniger Ari Onassis darstellt, ergab nun im Nachhinein Sinn.

Da Abramović dieses Werk aber schon vom Titel her als eine Callas-Hommage präsentiert, fand ich das etwas unangemessen. Das Publikum wird von Callas angelockt und durch die Hintertür genötigt, sich Abramovićs Verarbeitung ihres eigenen Beziehungsdramas zu widmen. Nun mögen sich Liebesdramen ähneln und auch – oder gerade – die Verarbeitung des eigenen relevant sein, aber dann hätte ich gerne ein weniger missverständliches Etikett an der Inszenierung. Mir war in den Videos zu viel Abramović und zu wenig Callas und auch zu wenig Ehrerbietung, ein bißchen Demut wäre mir sehr passend erschienen. Ich sah vor meinem geistigen Auge die feinsinnige, zartfühlende, musikalisch virtuose und hochelegante Maria Callas, auf einem verdienten Podest, und wie einen Störfaktor, die sich mit roher Gewalt daneben quetschen wollende, eher rustikal grobe Abramović.

Ich schob meine Metallreste hin und her und hatte das Gefühl, ich müsste Maria Callas ein Denkmal setzen. Während sich alles fügte, gliederte ich die Leinwand im Geiste in ihrem Schlafzimmer ein. Ich fand, da passte sie recht gut hin. Und mir kam in den Sinn, dass es schon von der Größe her gar kein adäquates Grabmal gibt. Ihre Asche ruht in einer Wand mit einer Marmorplatte davor, eher klein. Ich stellte mir vor, ich mache ihr eine Art Grabmal, eine Gedenktafel, die ihr gefallen könnte, großzügig, strahlend und elegant, und im Zentrum ein Ornament, wie…~ ein großer Gesang.

19. April 2022

SERENDIPITY II. „Ich träum ich treff dich ganz tief unten, Mariannengraben, Meeresgrund… dort geb ich dir ein Fest.“ (Einstürzende Neubauten) pouring II., Siliconöl, Edding 750, Leinwand, Acryl, 30 x 30 cm, 12./13. Aug. 2019, Staatl. Museen v. Gaganien

19. April 2022

SERENDIPITY I. pouring I., Siliconöl, Edding 750, Acryl, Leinwand, 30 x 30 cm, 12./13. August 2019, Staatliche Museen v. Gaganien. Erster transformierter Fehlversuch der Pouring-Experimentreihe 2019. Ich hatte ja schon drei gepostet. Das Teil hat mittlerweile zwei Sommer an der Balkonwand hinter sich, jetzt ist es drinnen.

19. April 2022

gähn…

So ein Spamordner gibt immerhin Hinweise, welche Themen die Spammer für relevant halten und ist somit ein gesellschaftlich relevantes Zeitdokument. Vor fünfzehn bis zwanzig Jahren gab es zumindest noch keine Bitcoin- und Samurai-Messer- und Wattestäbchen-Spammails. Man sieht aber auch, was quasi zeitlose Dauerbrenner sind: Erektionsprobleme und Bauchfett. Womöglich ist da ein Zusammenhang. Lesen hier zufällig Männer mit zuviel Bauchfett und Erektionsproblemen mit? (ist natürlich nur eine rhetorische Frage, ich kenne ja gar keine Männer mit zuviel Bauchfett oder Erektionsproblemen. Das wüsste ich schließlich)

18. April 2022

BELUGA. Puderdosendeckelrahmen, Beluga-Linsen, Metallteil unerinnerbarer Provenienz, Kleber, Grundierung, Leinwandkarton, 48 x 68 cm, 8. und 9. Februar 2020, Staatl. Museen von Gaganien

Statt Nougatei ein etwas anderes Ei aus Beluga-Linsen. Eine kleine Linse ist ja auch eine Art Ei, es beherbergt einen geheimen Code aus Zellen, aus denen einmal etwas Großes werden kann, wenn man es zulässt. Wie komme ich auf die Idee Beluga-Linsen aufzukleben? Ich hatte welche gekauft, mit der Absicht sie zu kochen und zu essen. Zweimal hatte ich es probiert und festgestellt, dass sie mir überhaupt nicht schmecken, es war einfach ein langweiliges Gericht, auch mit Reis gemischt. Ebenfalls langweilten mich diese orangefarbenen roten Linsen, die habe ich aber aufgegessen, sie waren ganz okay, wenn auch nicht der Olymp für meine Geschmackssinne. Dabei bin ich sehr virtuos, wenn es darum geht, langweilige Ausgangsprodukte mit entsprechenden Gewürzen zu einem delikaten Gericht zu machen. Das ist auch alles Geschmackssache. Mich kann man z. B mit Cous-Cous auch nicht hinter dem Ofen hervorlocken, 1995 in einem nordafrikanischen Spezialitätenrestaurant in Paris gegessen, neben der Großen Moschee im Quartier Latin, bin fast eingeschlafen vor Langeweile beim Essen. Hat ewig lange gedauert, bis das hübsche, original marokkanische Tajine-Gefäß auf dem Tisch serviert wurde, meine Erwartungen war groß und die Enttäuschung ebenso. Das war alles kochend heiß, sehr weich und beliebig, und sehr schwach gewürzt, was ich gerade völlig anders erwartet hätte. Ich habe gerne Essen mit Biss und gut gewürzt, viel grober Pfeffer, etwas Schärfe, Salz, Kräuterchen. In Sachen Langweiligkeit erinnerten mich die Beluga Linsen an Cous-Cous. Aber sie sehen sehr hübsch aus, so hatte ich Lust, ihnen auf diesem Weg eine letzte Ehre zu erweisen. In der Mitte musste ein Kontrapunkt hin, da kam mir das leere Puderdöschen gerade recht.

17. April 2022

Das erwähnte aparte Gemäuer und der Boden im temporären Ausstellungskeller in der Straßburger Straße 53, Ecke Saarbrücker Str. 24, dem Gelände der ehemaligen „Königstadtbrauerei“. Wir befinden uns diffus zwischen Mitte und Prenzlauer Berg. Brauereien scheinen besonders interessante unterirdische Gewölbe zu beherbergen, wie ich schon neulich beim Besuch der Musikbrauerei, diesem Tonstudio feststellte, frühere Schneider-Brauerei. Große Hallen, in denen vermutlich riesige Bierkessel standen. Ich war vor einigen Jahren schon einmal in diesem Gebäude, aber nicht im Keller, sondern unterm Dach, wo die Werketage ist, oder war. Jenny hatte dort einen Auftritt neben anderen mir bekannten Musikern. Martin Goldenbaum und Johanna Zeul. Aber vorgestern war ich im Keller und habe mich umgeschaut. Auf den Fotos ist der Bereich, wo es zu den Toiletten ging. Könnte man schöne archaisch anmutende Fotos machen, also planvoll meine ich, nicht nur nebenher als Beifang, wie diese.

17. April 2022

Noch eine Handvoll Bilder. Ich habe recht wenig Motivation, Exponate zu fotografieren, es sei denn, ich bin hin und weg. Warum ich nun diese Lichtinstallation eingefangen habe, war wohl dem Effekt im Raum geschuldet. Ein Werk von Moritz Frei. Ich weiß nicht, ob man entziffern kann, dass das Buchstaben sind. Bernward, auf dem einen Bild neben mir, kam beim ersten Leseversuch auf „PEACE“. Beim zweiten Anlauf hatte er es dann, mit meiner Hilfe. Wir machten peinlich berührt „huch“ und „hach“ und „mein lieber Schieber!“ und „hö hö hö, ganz schön groß, dem Moritz Frei sein PENIS!“. Damit war es dann auch erledigt. Aber ich muss zugeben, ich wollte dann schon wissen, wie der Typ aussieht, der so etwas WAHNSINNIG ORIGINELLES kreiert hat, wie er so rüberkommt, wie er so gebaut ist. Er sah sogar vergleichsweise recht gut aus, ich habe aber nicht sein Untergeschoss gescannt. Später saß ich mit einem mir fremden Mann auf einer Bank im Vorraum, welcher in den höchsten Tönen vom Künstler Moritz Frei schwärmte und ein kleines Heft aus der Jackentasche zog, eine Veröffentlichung von Herrn Frei mit seinem Konterfei, Überschrift: „Hier! Hier! Ich! Ich!“. Das fand ich dann in der Tat doch recht possierlich. Ansonsten gefielen mir an dem Ort des Geschehens vor allem die löchrigen, bröckelnden Wände und Böden, ein denkwürdiges Verlies, da in der Straßburger Straße 53. Das auf den Fotos ist übrigens nicht Moritz Frei, sondern Jan Sobottka. Ich finde, es macht sich immer netter, wenn zu den Bildern etwas dasteht. Ich war ja hauptsächlich wegen Jans Geburtstag dort. Er hätte mich auch sonstwo hinbestellen können.

17. April 2022

Unbekannte mit Hut. Als sie den Ausstellungsraum betrat, gab es sofort großes Aufsehen. Der Hut! Die Haare! Die Ringe! Wie ein Popstar hielt sie Hof und posierte für diverse anwesende Fotografierende. Für mich allerdings nicht, weil ich Posieren für Bilder in meinem Sinn eher unergiebig finde. Die Bilder sind also beiläufig entstanden, man könnte auch sagen: paparazzt. Etwas traurig finde ich, dass keiner ihren Namen kennt, und Jan, der mit ihr sprach, hat ihn nicht behalten oder nicht richtig. Sie hat die Ringe wohl selbst entworfen. Es ist immer schön, wenn sich jemand extravagant präsentiert, das ist Entertainment und Bereicherung. So ein Hut ist schon grandios. Die Brille aber auch.

17. April 2022


Irgendwie putzig, Jan Sobottka (69) und Gaga Nielsen (56,5) machen ein Selfie mit einem komischen altmodischen Apparat, mit dem man nicht telefonieren und nicht ins Internet kann. Niedlich…!

Photo: Klaus Memmert

16. April 2022

Es wurde dann mein altes Leopardenjackett, gestern Abend. So ein Teil gehört meines Erachtens ja zu den Klassikern, die in keinem Kleiderschrank fehlen dürfen. Meines ist bestimmt schon zwanzig Jahre alt, wenn nicht fünfundzwanzig, aus einer der letzten Kollektionen von Sandra Pabst. Eine Anschaffung fürs Leben. Aber Leopardenprint ist nicht automatisch toll. Die Textur und die Farben müssen schon stimmen. Bei meinem Jäckchen ist es ein seidiger Velours aus Viscose, Teddy-mäßig oder Billigdruck ist hingegen nicht so schön, das sieht dann schnell preisgünstig aus. Und das wollen wir doch nicht. Für mich stellt sich auch immer die Frage: wäre es für Anita Pallenberg gut genug gewesen. Sie hat ja in reiferem Alter noch Textiltechnik und Modedesign studiert und einen Abschluss gemacht, was die wenigsten wissen. Sie ist mir gerade besonders präsent, weil ich gerade das einzige Buch, das es über sie gibt, lese. „Wie ein Regenbogen„. Zum Teil unglaublich amateurhaft übersetzt (Kostprobe: „Botschafter-Koffer“), aber ich kann ableiten, was jeweils gemeint ist. Liest sich wie einmal durch den google-Übersetzer gejagt und nicht Korrektur gelesen. Wobei der ja gar nicht mehr so schlecht übersetzt, für so ein Gratis Tool. Ich verabschiede mich nun in die Sonne, muss auch einkaufen, bestimmte Getränke neigen sich dem Ende!

15. April 2022

Frage des Nachmittags: was ziehe ich an? Ich gehe zu 19 Uhr zu einer Ausstellungseröffnung in der Saarbrücker Straße. Da gehe ich zu Fuß hin. Es sieht regnerisch aus. Ich gehe nicht gerne mit Regenschirm aus dem Haus. Vielleicht ziehe ich mir einen Hut oder ein Barett auf. Oder mein Kapuzenmäntelchen. Bin sehr erfreut, dass es am Karfreitag doch noch etwas anderes als innere Einkehr gibt. Ich meine: das unerfreuliche Ende von Jesus ist ja nicht dadurch rückgängig zu machen, dass man sich grämt, zumal er ja recht flott wiederauferstanden ist. Ich oute sogar, dass ich Musik höre. Zwar ohne das Tanzbein dazu zu schwingen, aber das mache ich auch sonst nicht, wenn ich gerade einen Eintrag verfasse. Außerdem habe ich gerade Appetit auf kleine Rostbratwürstchen. Noch sind sie nicht gebraten, ich zögere noch. Ich esse sehr viel Fisch, aber heute steht mir der Sinn so gar nicht danach. Kommt man auch ins ewige Fegefeuer, wenn man schon im letzten Jahrtausend aus der Kirche ausgetreten ist? Oder verjährt das? Ich habe Kirchen von Herzen gerne, schon wegen der Kuppeln und Türmchen und der Altäre und dem ganzen unprofanen Ansatz. Es gibt auch so herrlich ausgemalte Kapellen in der Welt. Jean Cocteau hat zum Beispiel in Villefranche-sur-Mer die Chapelle Saint-Pierre ausgemalt. Oder Pablo Picasso die kleine Kapelle in Vallauris, mit einem großen Fresko zu Krieg und Frieden. Und Henri Matisse die Chapelle du Rosaire in Vence.

15. April 2022

HALTERLOSE. Wäscheschublade-Beschriftungen, gebrochener Euroshop-Spiegel, 6 Reißverschlussschieber, Spiegelscherben, Tortenspitze, Serviette, Papierfragmente mit Rückert-Gedicht „Zauberkreis“, Kleber, Geschirrtuch, Grundierung, Acryl, Karton, 58,55 x 46,5 cm, 13./14./15. Mai 2020, Staatl. Museen v. Gaganien

14. April 2022

FROHE OSTERN! Pappkarton Niederegger Trüffel-Eier, Schere, Farbausdruck acht Rechtecke, Papier, Kleber, Tipp Ex, Text-Marker, 15 x 20 x 4 cm, 13. April 2022, Staatl. Museen v. Gaganien

Ich weiß, dass heute noch nicht Ostern ist, aber im Ostereierhandel sehr wohl! Dieses Werk war wieder einmal nicht geplant. Nachdem die Schachtel mit den Trüffel-Eiern leergegessen war, konnte ich sie nicht wegschmeißen. So eine hübsche ovale Form und so ein schöner fester Pappkarton! Ich selbst habe die Eier nicht gekauft, aber durfte davon essen. Da mir alles von Niederegger schmeckt, ist es unnötig hervorzuheben, dass mir auch die Trüffeleier gut geschmeckt haben. Ich werde nun keine weiteren Schokoladeneier mehr verzehren, außer man drängt sie mir auf. Da wir heute Gründonnerstag haben, an welchem des letzten Abendmahles von Jesus und seinen Jüngern vor der Kreuzigung gedacht wird, ist es nicht ganz unpassend, eine Analogie zu meinem letzten verzehrten Trüffelei zu ziehen, welches eines Abendmahles würdig gewesen wäre. Nachdem die Eier explantiert wurden, konnte sich der Heilige Geist voll entfalten, welcher sich unwiderlegbar im zentralen Motiv wiederfindet. Die Transzendenz, dieses Flirrende, die Aureole! Nach allen Seiten viibrierende Schöpferkräfte! FROHE OSTERN!

12. April 2022

236 STREIFEN. „Große Sommerferien“. Acryl, Pinsel, Lineal, Acrylstifte, Kreidestifte, Filzstifte, OH-Stifte, Permanent Marker, Text-Marker, Bleistifte, Leinwand, 20 x 150 cm, 25. Dezember 2021, 9. Januar 2022, 12. Januar 2022, 16. Januar 2022, 22. Januar 2022, 23. Januar 2022, 25. Januar 2022, 29. Januar 2022, 30. Januar 2022, 5. Februar 2022, 6. Februar 2022, 8. Februar 2022, Staatliche Museen v. Gaganien, Sammlung Fasanenstraße.

Unglaublich, aber wahr: an diesen 236 Streifen habe ich zwölf Tage gearbeitet. Nach einem Drittel habe ich es gehasst und mich davor gedrückt. Fast hätte ich angefangen, Fenster zu putzen, neben Bügeln eine Tätigkeit, die ich erfolgreich zu vermeiden weiß. Ich suchte nach Ausreden, weitere Streifen malen zu müssen, aber es half ja nichts. Was angefangen wird, wird auch zu Ende gebracht. Und wenn ich wieder zehn Zentimeter geschafft hatte, war ich sehr zufrieden. Wobei zu erwähnen ist, dass ich jeden Streifen zwei- bis dreimal gemalt habe, bis ich den richtigen Farbton hatte, weil nicht einmal das Schwarz das Schwarz war, das ich mir vorstellte. Das Orange musste zweimal mit Gelb aufgehellt werden, das Türkis hatte grundsätzlich eine Schicht Schlumpfblau, dann ein heller Grünton, dann nochmal Schlumpfblau, bis es das Türkis wurde, das es werden sollte. Ich habe vielfarbige Acrylstifte, aber kein einziger hatte genau den Ton, den ich wollte. Immer musste ich mischen, es war leidvoll! Aber das Ergebnis war dann wie große Sommerferien. Das verbinde ich mit solchen Streifen. Es ist auch nicht so einfach, den richtigen Rhythmus herauszukriegen, das ist wie Musik komponieren, stelle ich mir vor. Und die Streifen nicht fusselig zu malen, erfordert auch Disziplin. Am Anfang war ich ein bißchen freier und schlampiger, im oberen Bereich, da ist es sogar mal richtig schief, aber ich hab die Kurve gekriegt. So schnell werde ich kein Streifenbild mehr malen, so viel ist sicher. Sehr, sehr anstrengend. Wer hätte es gedacht. Und das Format ist auch kompliziert, man kriegt es kaum fotografiert. Einmal und nie wieder!

10. April 2022

GRAS. pouring III., Acryl, Pouring Medium, Siliconöl, Euroshop-Leinwand, 30 x 30, 14. August 2019, Staatl. Museen v. Gaganien.

Im Jahre 2019 begab es sich, dass ich austüfteln wollte, wie dieses „Acrylic Pouring“ funktioniert. Ich besorgte mir Pouring Medium, Siliconöl und destilliertes Wasser und sah mir zahllose youtube Videos an. Es geht grob gesagt darum, mit Unterstützung dieser Flüssigkeit, genannt Pouring Medium und Siliconöl und Rakel, unberechenbare, interessante Zellbildungen in verschiedenen Schichten von Acrylfarbe zu erzielen. Ich habe für diese Experimentierreihe die kleinsten Leinwände gekauft, im Euroshop gab es für 1,10 € pro Stück, kleine Leinwände, die mit Kalendersprüchen der Sorte „Carpe diem“ bedruckt waren. Da ich reichlich Grundierung hatte, dachte ich, das wäre eine preisgünstige Anschaffung. Nicht bedacht hatte ich, dass das Überdecken des hartnäckigen Aufdrucks in knalligen Farben und auch Schwarz, mehr als eine Schicht Grundierung erfordert. Dann wohl doch keine so sparsame Idee. Wie auch immer – ich bekam trotz Beachtung sämtlicher Vorschriften keine imposante Zellbildung hin. Bis auf eine einzige spätere Ausnahme. Aber ich hatte bei jedem mißglückten Versuch den Ehrgeiz doch noch irgendetwas in meinem Sinne daraus zu machen. Mir gefallen die meisten Ergebnisse sogar recht gut, wenn sie auch wenig mit dem ursprünglichen Plan zu tun hatten. Wie das hier z. B.: junges Gras.

09. April 2022

Es fällt mir schwer, eine kurz gefasste, angemessene Beurteilung zu geben, die insbesondere Jenny und Ina (da beide daran interessiert gewesen wären, aber auf Reisen) vermitteln kann, ob es nun ein Verlust oder zu vernachlässigen ist, die Aufführung von „7 Deaths of Maria Callas“ in der Deutschen Oper gesehen zu haben. Ich war selten in einer Aufführung, die in gleichem Maß faszinierende wie auch peinliche Elemente hatte.

Vorweg muss ich erhellen, dass nicht die Performance-Künstlerin Abramović, sondern die thematisierte Callas die Attraktion für mich war, diese Inszenierung erleben zu wollen. Mir war Abramović ein Begriff; dass sie sich nicht demütig zurücknehmen wird, um Callas zu würdigen, war absehbar, da ihr daran gelegen ist, die Identifikation ihrer selbst mit Callas zu fokussieren und zu transportieren. Es gibt zudem seit zwei Jahren Videomaterial und Kritiken, da die Uraufführung im April 2020 in der Bayrischen Staatsoper in München stattfand, und gestern nur die Berliner Premiere war.

So war mir bekannt, dass, abgesehen vom letzten Akt hauptsächlich eine Videoprojektion zu sehen ist, in der Abramović und der mit ihr befreundete Willem Dafoe, als Callas und quasi Onassis agieren, jeweils im sehr individuell interpretierten Setting von sieben großen Opernrollen, in denen Callas auf der Bühne den Tod fand. Spannend, nicht wahr.

Spannend war in der Tat das Spiel von Willem Dafoe, der mit großer Intensität und Hingabe seinen jeweiligen Part ausführte. Leider war Marina Abramović keine ebenbürtige Darstellerin. Die von mir erwähnten Peinlichkeiten spielten sich hauptsächlich in diesen Filmsequenzen ab, in denen in Großaufnahme die mimischen Unzulänglichkeiten von Abramović auszuhalten waren, als da wären: in Stummfilm-Manier zum Zwecke der Darstellung von Entsetzen und persönlichem Drama, aufgerissene Augen und Münder, sprich Abramovićs kosmetisch aufgeplusterte Lippen, begleitet von rudernden Armen. Ein Potpourri von walkürenhaft plumpen Bewegungen in karnevalesken Kostümierungen.

Der offenkundig auch körperlich filigranere Willem Dafoe konnte da nichts ausrichten und retten. Mit der Aura und dem Charisma von Maria Callas hatte das soviel zu tun, wie Cindy aus Marzahn. Dass die fünfundsiebzigjährige Selbstdarstellerin in diesem Videoreigen ohne erkennbaren Sinn auch einen Platz für die Präsentation ihrer unbekleideten Brüste findet, wundert dann auch nicht mehr.

Das durchwachsene Bildmaterial wurde jeweils von Gesang begleitet, den sieben hochprofessionelle Sopranistinnen in Einzelauftritten absolvierten, wir hörten bekannte Arien der Hauptrollen von Callas. Musikalisch war das unter der Leitung von Yoel Gamzou tadellos. Die im Vergleich zu Abramović bedeutend jüngeren und attraktiveren Sängerinnen mussten sich in einer Art grauem Dienstbotengewand auf die Bühne stellen. So sollte wohl sichergestellt werden, dass keine visuelle Konkurrenz entsteht, die den Blick von Abramovićs filmischen Bemühungen ablenkt.

Nicht zu vergessen: während die graugewandeten Sängerinnen vor dem Videogeschehen performten, stand das Todesbett der Callas rechts auf der Bühne, darin die regungslose Abramović, mit dem Kopf aus der Bettdecke hervorguckend. Sie kam also nicht erst am Ende auf die Bühne, sondern war in dieser Form durchgängig präsent. Erstaunliche Leistung, so lange so bewegungslos zu verharren. Wer je Modell in einem Zeichenkurs gestanden hat, weiß das zu würdigen.

Bevor die jeweilige Parade-Arie zum Auftritt kam, gab es eine Tonbandaufnahme mit Abramovićs Stimme zu hören, in der sie einleitende Worte fand. Sie trug diese auf Englisch vor. Da ihre Aussprache derart von einem schweren osteuropäischen Akzent mit Betonungen an der falschen Stelle dominiert wurde, hatte ich durchweg Probleme das Vorgetragene zu verstehen und las sicherheitshalber die Worte als Obertitel über der Bühne mit. Wahlweise in Deutsch oder Englisch.

Das ist grob zusammengefasst, was mir nicht gefiel. Aber: es gab in diesem multimedialen Gemenge auch sehr sehens- und hörenswerte Elemente, die geradezu entschädigten. Zwischen den Video-Rollenspielen gab es metaphysisch gemeinte Visuals mit viel dramatischen Wolken zu sehen, was manchmal kitschig und banal wirkte, aber immer wieder auch faszinierend und hypnotisch. Letzteres war auch der eigens dazu komponierten Musik von Marko Nikodijević zu verdanken. Ganz grandios wurde es nach Ende des siebten Todes, als der schwarze Vorhang fiel und ein langes donnerndes Unwetter zu hören war, sphärische Winde und Grollen und aufregende Stille.

Der letzte Akt verabschiedete sich von der Bühnenfigur Callas und der Videoprojektion. Der schwarze Vorhang hob sich und wir erblickten das nachgebaute Schlafzimmer von Maria Callas, in dem sie 1977 starb. In ihrer Wohnung in Paris in der Avenue Georges Baume. Ich versuchte zu recherchieren, anhand welcher Fotografien Abramović das Schlafzimmer rekonstruierte. Ich fand nichts. Mich würden ihre Quellen sehr interessieren. Es gibt lediglich Fotografien ihrer Wohnräume. Nun sahen wir das Bett, das bislang rechts vor der Videowand stand, integriert in die Kulisse des Schlafzimmers.

Ein aristokratisches Gemach mit elfenbeinfarbenen Holzvertäfelungen, Antiquitäten und Gemälden. Die weiterhin regungslose Abramović kam nun in Bewegung und setzte sich auf. Aus dem Off wieder ihre Stimme, sie erinnerte Menschen, die ihr wichtig waren. Ihre Todesstunde. Sie richtete sich vollständig auf und verließ in langsamen Schritten die Bühne, entschwand durch die Tür. Unmittelbar danach erschienen die sieben Sopranistinnen als Dienstmädchen, die das Sterbezimmer reinigten und das Bett und die Spiegel und Möbel mit schwarzem Chiffon verhängten. Das gefiel mir sehr.

Nun erklärte sich auch die seltsame Gewandung der Sängerinnen, während ihrer Auftritte. Ich hätte ihnen dennoch für ihren großen Auftritt eine andere Garderobe zugestanden. Irene Roberts als Carmen. Diana Gouglina als Floria aus Tosca. Valeriia Savinskaia als Desdemona. Adela Zaharia als Lucia. Flurina Stucki als Norma. Antonia Ahyoung Kim als Butterfly. Mané Galoyan als Violetta Valéry aus La Traviata.

Von mir aus hätte es damit auch beendet sein dürfen, aber Abramović wollte zu gerne noch eine Callas-Performance als letztes Bild geben. Der Vorhang fiel abermals und sie erschien von links, an den Rängen vorbei, zu den Klängen der Original Aufnahme von Maria Callas der Arie Casta Diva aus Norma, mit Kopfbewegungen und Gesten Gesang andeutend. Das Goldlamé-Kleid glitzerte fast unwirklich, als sei ein Avatar auf der Bühne. Aber auch da nicht an Callas erinnernd, sondern an Abramović in ihrer Lieblingsprojektion von sich selbst. Mitten in der Arie brach der Gesang ab und es wurde dunkel. Sie verschwand. Abramović verschwand. Nicht Maria Callas. Denn das war eine andere, und diese ist nicht auszulöschen, da: unsterblich.

Trotz ihrer Unzulänglichkeiten in darstellerischer Hinsicht, ringt mir Marina Abromovićs Eigensinn und Durchsetzungsvermögen Respekt ab. Zwar wird es niemals eine in meinem Sinn veränderte Inszenierung dieses interessanten Bühnenprojekts geben, aber ich hatte Freude an der Vorstellung. Man fühlt sich auch ermuntert und inspiriert, eigene Ideen zu forcieren und umzusetzen. Sie ist der beste Beweis, dass ein ausgeprägter Wille etwas zu erschaffen, wichtiger für die Umsetzung einer Idee ist, als die wasserdichte Qualität der Substanz. Wenn’s einmal läuft. Das ist mir wirklich Inspiration, dafür danke, Frau Abramović.

08. April 2022

Neulich, am 24. März 2022 in Charlottenburg, mit Ina und Herrn Zohlen. Fotos von Jan und Ulrike Oppelt. Ina fragte mich mittags, ob ich auch hinginge, ich wusste nichts von der Eröffnung, aber zeigte mich spontan, da ich sowieso in Charlottenburg war. Ich selbst hatte keine Kamera bei mir. Verleger Gerwin musste noch zu einem geschäftlichen Termin, und Ina und ich landeten wieder in unserem kleinen Separée vom Cucina Comoda, gleich schräg gegenüber. Nudeln mit Trüffeln für Ina, Saltimbocca & Tartufo: ich.

07. April 2022

VOGEL AUF DEM DACH. Metallreste (Eisen, Stahl, Chrom, Kupfer) von Stiebel-Eltron Boiler und Siemens Staubsauger, Schrankgriff u.s.w., u.s.f., Klebstoff, Grundierung, 3D-Leinwand, 80 x 100 cm, 27. März, 3. April 2022, Staatl. Museen v. Gaganien

06. April 2022

Mit Jenny tatkräftig ortsansässige gastronomische Betriebe unterstützt: den Gugelhof und die Schankwirtschaft Seeblick. Die Suppe und das Schnitzel haben sehr gut geschmeckt, auch das frischgezapfte Bier war tiptop. Jenny hat außerdem der Winzerzunft einen gesonderten Solidarbeitrag gespendet. Die Traditionsgaststätte Seeblick ist in unserem Subventionsplan im Ranking weit nach oben gerückt. Der Betrieb hat sich eine besondere Förderung verdient, auch im Hinblick auf das im kommenden Jahr anstehende, 30-jährige Betriebsjubiläum. Wir sind überzeugt, dass unsere Fördergelder hier am besten aufgehoben sind. Darüberhinaus zeigen wir uns offen für die Förderung weiterer familiär geführter gastronomischer Betriebe!

05. April 2022

Meine S- und U-Bahn-Lektüre im Monat März 2022. Die Notizen sind die Eselsohrenstellen, die ich z. T. noch fertig recherchieren muss. Meiner Meinung nach ist es eine launige Lektüre, die sich nach einer Weile zu wiederholen scheint. Aber Joan Collins konnte damit in jedem Fall Sympathiepunkte bei mir sammeln, man hätte sie gerne zur Freundin. Natürlich auch wegen ihrer tollen Kontakte zu Gott und der Welt. Die Notizen eignen sich auch gut als Restaurantführer für New York, Los Angeles, London und Paris. Viele von ihr in den Achtzigern und Neunzigern frequentierten Edel-Restaurationen gibt es noch. Meine aktuelle Lektüre: „Wie ein Regenbogen“ v. Simon Wells, über Stones-Ikone Anita Pallenberg.

03. April 2022

Mein neues Auto! Ein Horch DKW F7 (oder so). Sicherheitshalber habe ich es in einem versteckten Kellergelass in der Musikbrauerei geparkt. So ein Premium-Wagen wird einem ja sonst gleich geklaut. Ich lade alle zu einer Spritzfahrt ein, Schampus für alle!

02. April 2022

Es sieht ganz so aus, als würde ich heute Abend allein ausgehen, ewig nicht gemacht. Aber nicht mit artiger Schleifenbluse, die hatte ich zu der Urania-Veranstaltung mit Wrede und Nast an. Heute Abend ist ein Release Konzert von Lüül in einer gewissen Musikbrauerei. Ich gehe unheimlich gerne zu Orten, die ich noch nicht kenne. Wie verreist! Voraussichtlich ist aber dann doch immer irgendjemand da, den ich kenne, außer den Musikern auf der Bühne, meine ich.

01. April 2022

Bachelor-Finale und Anschluss-Wiedersehens-Sendung mit Frauke Ludowig-Gucken. Der Tina-und-Gaga-Chat unter besonderen Voraussetzungen, da nicht während der TV-Ausstrahlung am Mittwoch, sondern erst am Donnerstag um 20 Uhr, via Mediathek. Der Chat langweilt etwas durch die fortlaufende Erwähnung, wann Reklame kam. Oft! Was mehr oder weniger den Sinn hatte, sich dauernd zu versichern, dass man wirklich-wirklich zeitlich synchron an derselben Stelle im Mediatheken-Schnipsel ist. Direkt im TV zu gucken, wenn es gerade ausgestrahlt wird, ist eindeutig unkomplizierter! Aber Frauke Ludowig in Pucci! Nun ist es vorbei. Zumindest mit dem diesjährigen Bachelor.

Gaga
Ich bin startklar, du auch? Wichtig wäre, dass du nicht mit werbefreiem Premium-Account guckst, weil ich ja auch Werbung sehen muss, dann sind wir auch bei den Werbeblöcken zeitgleich! https://www.tvnow.de/shows/der-bachelor-1733 Also wenn du so einen Account hast, please ausloggen.

Tina
Mmh. Ich versuchs mal. Gib mir mal noch 2, 3 Minuten.

Gaga
Gib mir den Startschuss! Ich suche derweil den Link zur Anschluss-Sendung mit Frauke Ludowig „Das große Wiedersehen“. Kann ich nicht finden, aber vielleicht wird es einem nach Ende des Finales automatisch vorgeschlagen.

Tina
Startschuss.

Gaga
Läuft, gerade Werbung.

Tina
Ok.

Gaga
Geht schon los, supie!

Tina
Welche Minute bei dir nur zum Abgleich? Hatte noch paar Tonprobleme.

Gaga
Links unten läuft ein Countdown, der ist bei 18:39. Ich finde, Anna sieht zu reif aus für bauchfrei.

Tina
Ich dachte nur: Gott, ist sie dünn.

Gaga
Sie sitzen und trinken Schampus. Aber sie ist wirklich ein dünner Typ.

Tina
Bestimmt hat die Regie dazu animiert.

Gaga
Sicher auch, aber alle ihre Klamotten waren extrem tief ausgeschnitten, die bringen ihre privaten Sachen als Vorschlag mit, da ist ein roter Faden bei ihr: viel Haut zeigen.

Tina
Na ja, als ob da welche das Gegenteil groß täten.

Gaga
Sooooo tiefe Ausschnitte haben nicht alle. Andererseits, wann wenn nicht jetzt soll sie Alles präsentieren, sie ist ja auch älter als er, wohl 32 oder 33 und er ist 29. Werbung!

Tina
Ha. Bei mir auch exakt.

Gaga
Klasse!

Tina
Ist die jetzt personalisiert? Ich krieg Werbung für DKB und Krankenkasse.

Gaga
Ich esse gerade nebenher. Frag mich nicht jedesmal, ob die personalisiert ist, ich wünschte es: NEIN! niemals, das sind Gerüchte. DKB?

Tina
DKB Bank. Gleich zweimal nacheinander.

Gaga
Ich achte nicht drauf, weil langweilig.

Tina
Jetzt Melitta Manufaktur Kaffee.

Gaga
Wie auch immer, die Reklame hat nix mit meinen Vorlieben zu tun. Disney und so ein Kinderkram.

Tina
Kinderschokolade. Alles voll mein Zeug.

Gaga
Es geht weiter! Anna sieht fast aus wie seine Mutter, gerade, mit ihrem reifen Gesicht. Also nicht alt, aber so erwachsen, so gereifter, wissender Blick.

Tina
Hab vergessen, wie die Mutter aussah.

Gaga
Nicht wie seine echte Mutter, sondern altersmäßig, als wäre sie eine andere Generation.

Tina
Kann ich nicht so entdecken.

Gaga
Sie könnte auch eine gut erhaltene Anfang-Vierzigerin sein.

Tina
Mmh. Ich sehe eh kein Alter so gut.

Gaga
Ich meine: inneres Alter. Muss lachen, das kleinmädchenhafte Haargezwirbel von Lara-Maria. Oder Jana-Maria. Sie lallt schon wieder so ganz leicht.

Tina
Wenn’s zu albern ist, kann’s auch der vibe fehlen.

Gaga
Absolut, dann lässt die erotische Steigerung gerne mal nach. Reklame.

Tina
Ich krieg alles, was ich auch benutze.

Gaga
Freixenet schmeckt mir auch überhaupt nicht, richtige Plörre. Geht schon weiter!

Tina
Airbnb. Stepstone. @Freixenet: Du solltest Champagner kriegen.

Gaga
Rostroten Lidschatten finde ich auch keine gute Empfehlung.

Tina
Och doch, im Gesamten schon gelungen.

Gaga
Ich meinte den Look vorher, nicht jetzt.

Tina
Hat was sehr Barbiehaftes bei beiden. Schneeweißchen und Rosenrot.

Gaga
Reklohme.

Tina
Schon wieder DKB Konto. Zum dritten Mal.

Gaga
Nun mach schon den Vertrag, wechsle die Bank!

Tina
Nö.

Gaga
Ich will die Produkte bei mir nicht nennen, sonst fließt es irgendwo als Interesse von mir ein. Was ja nicht stimmt.

Tina
Ha. Jetzt Sparkasse. Meine Bank

Gaga
Hör auf! Die können nicht auseinanderhalten, ob ich oder du das geschrieben hast. Es geht eh weiter.

Tina
Schneeweißchen und Rosenrot. Oder Schneeweißchen und Rostrot.

Gaga
Das erste mal, dass er flüstert. Die Lichteffekte unter den Agaven sind gut, sehr schön…. die Schnitte sind ja perfide, so fast übergangslos…. Reklame. Ich geh aufs Klo.

Gaga
Bin zurück. Sie kann ihr aufgesetztes Lächeln nicht absetzen. Auch krank, irgendwie.

Tina
Neee, die ist unter Schock und hat Haltung.

Gaga
Sie will ihre erste Filmrolle gut über die Bühne bringen.

Tina
Ich würde da auch nicht gleich losjaulen. Das ist auch ne natürliche Reaktion.

Gaga
Sie machts für die Kamera. Ich kannte das Ergebnis ja schon, und auch dass sie später gesagt hat, dass sie nicht länger als drei Tage braucht, um sich zu entlieben, sie wäre nun mal gerne verliebt und das ginge alles immer sehr flott bei ihr. Glaub ich auch. Sie ist verliebt ins Verliebt-sein-Darstellen.

Tina
Sowas ist schon bisschen typenabhängig. So. Ich denke, Frauke Ludowig ist erst nächste Woche.

Gaga
Nein, die war gestern auch, die Sendung, definitiv.

Tina
Oder? Ahhh cool

Gaga
Hab mich heute mit meiner Kollegin drüber ausgetauscht. Da hat Jana-Maria auch vom Stapel gelassen, dass sie keinen nennenswerten Liebeskummer hat. Mal sehen, obs direkt nach dem Werbeblock kommt. Ja!!! Bist du noch dran? Frauke Ludowig in Pucci!

Tina
Bin da. War nur kurz weg.

Gaga
Am Anfang waren doch seehr viele tiefe Ausschnitte bei den Damen…

Tina
Frauke Ludowigs Styling! Woooow.

Gaga
PUCCI forever!

Tina
Was?

Gaga
Die Marke: Emilio Pucci, die Bluse mit den charakteristischen Sixties-Arabesken. Kultmarke.

Tina
Aha.

Gaga
Marilyn in Pucci: https://www.amalfistyle.com/2021/03/09/updated-pucci-book-out-in-time-for-the-release-of-the-new-pucci-collection

Tina
Oh toll.

Gaga
Pucci war ein italienischer Adeliger aus Florenz, mit einem tollen Palazzo, in dem die Modenschauen stattfanden. Ich war in den Neunzigern mit meiner halbitalienischen Freundin Elena in Florenz bei einer Familie, die auch einen Palazzo hatte und wir waren bei Pucci, in der Boutique, hab dort einen Bildband gekauft.

Tina
Ui, die Fremden-Diskussion, peinlich.

Gaga
Reklame. Die wellenförmigen Muster hat Pucci selbst entworfen, sie waren vom Fliegen inspiriert, er war im Krieg Flieger und dachte dabei an die Wellen von oben, wenn er über das Meer flog…. https://bit.ly/3qQytEj Geht weiter.

Tina
Frauke sieht alle Staffeln. Vielleicht will sie mal mit in unseren Chat.

Gaga
Du weißt aber schon, dass sie seit Jahren diese Sendung moderiert, oder?

Tina
Ja, und. Eben drum.

Gaga
War das ironisch gerade?

Tina
Nein. Es war eine Idee, bzw. interessante Vorstellung.

Gaga
Hä? Du bist ernsthaft überrascht, dass sie die Staffeln anguckt (, schon in Vorbereitung auf diese letzte Sendung)?

Tina
Nein. Wieso soll ich überrascht sein?

Gaga
Weil du das wiederholt und betont hast.

Tina
Diese Aussage brachte mich nur eben auf diese Idee.

Gaga
Es gibt unfassbar Viele auf Twitter, die so einen Chat wie wir, live während der Sendung machen.

Tina
Ich kenne persönlich niemanden, der das guckt.

Gaga
Ich auch nicht, aber das ist superleicht zu googeln, es wird auch in Berichten kolportiert, was darüber getwittert wurde. Wird auch auf der fb-Seite zum Bachelor nach jeder Sendung verlinkt. Ich meinte, ich kenne niemanden mit Twitter persönlich, die oder der das guckt. Viele Blogger twittern natürlich. Das gilt aber nicht als Tabu, viele die cool sind, twittern darüber, keine unterbelichteten Tussis. Ist einfach so ein Sport, solche Formate durchzuhecheln. Es geht darum, sich gegenseitig in seiner Twitter-Bubble die Schlagfertigkeit zu beweisen, wie Ping Pong.

Tina
Darum geht es ja bei Twitter per se.

Gaga
Ja. Ist eine Steilvorlage von Vielen.

Tina
Jeder braucht sein Hobby.

Gaga
Ich mache hier nichts anderes, nur außerhalb von Twitter und nicht live bei der Sendung.

Tina
Na ja, sie ist schon getroffen. Kann nicht verlieren. Jana-Maria.

Gaga
Ja, als Verliererin vom Platz gehen, passt nicht in ihr Erfolgsbild, also Alles komplett relativieren und flach halten.

Tina
https://www.gala.de/amp/lifestyle/film-tv-musik/der-bachelor-2022–verliererin-jana-maria-rechnet-mit-dominik-ab-22627430.html

Gaga
Kannte schon den Artikel.

Tina
Aha.

Gaga
Heute früh gelesen. Viele Werbeblöcke, aber relativ kurze. Mit Familienwerbespots kann man mich auch zu Tode langweilen. Ich freu mich tatsächlich für die Beiden, ich denke, er wird sich durch sie weiterentwickeln. THE END.

Tina
YES.

Gaga
Happy End! Ist doch fein.

Tina
Ich geh heut sehr früh in die Heia.

Gaga
Bis bald, meine Liebe, danke für die immer wieder anregende Gesellschaft!

Tina
Aber gerne doch.


30. März 2022

In den Abendstunden gibt es ein Gespräch. Diesmal nicht mit Tina im Chat, sondern zwischen Eric Wrede, dem bekannten Bestatter und Michael Nast, dem wohl auch bekannten Autor von (Lebenshilfe-?)büchern zum Thema Beziehungsunfähigkeit. Als Lydia mich darauf aufmerksam machte, verstand ich es so, auch anhand der Beschreibung der Veranstaltung, dass es im Gespräch um Abschied und Trauer nach Ende einer Liebesbeziehung geht, das aber nicht durch den Tod verursacht wurde. Meiner persönlichen Erfahrung nach ist es mindestens genauso und noch ganz anders verarbeitungsbedürftig, wenn eine Liebesverbindung ohne so einen logisch nachvollziehbaren Grund wie Versterben endet. Zumal bei absehbarem Tod noch liebevolle Abschiedsrituale praktiziert werden (können). Bei nicht einvernehmlich entschiedener Trennung ist das ja nun gar nicht der Fall. Der oder die Eine hat die Arschkarte der Zurückweisung und einem Gefühl von Entwertung, der oder die Andere ist gedanklich schon auf zu neuen Ufern und freut sich auf den neuen Lebensabschnitt. Also ich bin gespannt, ob das Thema heute auch vom Abschied Weiterlebender handelt. Heute um 19:30 in der Urania. Ich verzichte dafür sogar auf das direkte Gucken des heutigen Bachelor-Finales mit Tina. (Wird dann via Mediathek nachgeholt).

29. März 2022

Ich habe mir früher, etwa von 2002 bis 2012 die Haare um einige Nuancen dunkler gefärbt. Im Grunde hatte ich jeden im Handel erhältlichen Farbton von Mittelbraun über Kastanie zu Dunkelbraun bis Ebenholz zu Blauschwarz schon einmal auf dem Kopf und in den Haaren. Noch vorher gab es diverse Blondtöne und auch eine Rotphase mit Henna und sonstigen Produkten hatte ich einmal als Teenie. Ich kenne den Vorgang mit Produkten und Pülverchen verschiedenster Provenienz aus dem Effeff und bin daher qualifiziert, anderen Ratschläge beim Selberfärben zu erteilen.

Das Thema hat mich heute gar nicht beschäftigt, bis ich vor einer halben Stunde in der abendlichen Fernsehsendung „First Dates, – ein Tisch für Zwei“ eine 53-jährige Frau betrachtete, die ihr langes Haar offenkundig frisch mit der Farbe Schwarz coloriert hatte. Schätzungsweise am Tag vor dem Dreh. Der Mittelscheitel der Indianerfrisur leuchtete in sattem Orange. Es dauert ca. 24 Stunden bis sich die mitgefärbte Kopfhaut erneuert und die normale Scheitelfarbe wieder zu sehen ist. Auch empfehle ich, die Augenbrauen zeitgleich passend zu färben. Die Kandidatin war offenkundig von Natur aus kein brünetter Typ, daher wirkte die Gesamterscheinigung trotz der Solariumbräune etwas faschingsartig verkleidet. Winnetou hätte das bestimmt nicht gefallen. Ergo: bei anstehendem Date Haarfarbe mindestens zwei Tage davor auffrischen. Und die Augenbrauen nicht vergessen!

29. März 2022

Tina-Gaga-Chat, 28. März 2022, 20:15 Uhr. First Dates Hotel, Vox. Geht beim Geplauder schwerpunktmäßig um (meine) Vorlieben beim männlichen Klamotten- und Frisuren-Styling (und offenbar hat meine betagte Erinnerung „Carrie – Tochter des Satans“ und „Der Exorzist“ zu einem einzigen Film gemacht…).

Gaga
Jetzt First Dates Hotel. Heute junge Männer mit hippen Frisuren und eine Christina, die sagt, sie wird nie angesprochen, egal wie schön sie sich anzieht. Ich vermute, es ist ihr Blick. Sie guckt wie Carrie in der Exorzist, die Augen so rund aufgerissen, man denkt sie sieht gerade was Schlimmes.

Tina
Stimmt. So ein Blick kann viel sein. Dafür lacht ihr Date-Partner permanent, erinnert an Jim Carey.

Gaga
Jetzt guckt sie aber nicht so schlimm, ist jetzt gerade im Bild.

Tina
Aber Barbara Schöneberger hat auch so einen ähnlichen Blick. Uhhh. Alex aus Königs Wusterhausen könnte dein Typ sein.

Gaga
Alex ist süß, aber mehr zum Adoptieren. Als Söhnchen. Fergie guckt auch ein bißchen wie Christina. Also die rothaarige Exfrau von Prince Dings.

Tina
Weiß ich doch. Ich lese auch noch immer an deinem Diana-Buch.

Gaga
Es gibt ja auch noch die Popsängerin Fergie von den Black Eyed Peas, daher der Zusatz.

Tina
Bin fast durch. Aber es ennuyiert mich doch etwas.

Gaga
Ja klar, es wiederholt sich halt und sie ist doch relativ diskret. Ich finde das hellgrüne Kleid zu bauschig.

Tina
Und zu kurz, daher wirkt es auch bauschiger.

Gaga
Ja, in lang ginge es evt. noch. Als ob sie ein hellgrünes Spannbettuch anhat

Tina
Es ist aber auch noch irgendwie witzig. Oder eine hellgrüne bauschige Gardine.

Gaga
? witzig? Ich würde kein witziges Kleid beim ersten Date anziehen wollen. Ja, Gardine, mit dem Band für die Raffung oben.

Tina
Nee. Aber irgendwo anders hin.

Gaga
Bin kein Fan von Hellgrün mit froschgrünen Blumen drauf.

Tina
Es ist doch schon übertrieben mädchenhaft.

Gaga
Lindgrün kann toll sein, mit einer schmalen, eleganten Silhouette. Ja, wie ein Knallbonbon „wickel mich aus, ich bin soooo süß“.

Tina
Vielleicht für ne Dreizehnjährige. Lolitastyle. Ich würde gern aus Trotz witzige Sachen tragen, hin und wieder. Als eine Art Lachoffensive.

Gaga
Die können ja trotzdem kleidsam sein, wie ein freches Hütchen. Aber nicht lustig, wie ein verkleideter Clown in unförmigen Sachen.

Tina
Nein, aber eben latent lustig. Und schon gern leicht daneben.

Gaga
Ich möchte auch keinen Mann in der Öffentlichkeit treffen, der betont lustig gekleidet ist.
Bei dir sähe „lustig“ eh immer wie Avantgarde aus, bei dir ist es schnurz, weil deine Attitude immer sophisticated ist.

Tina
Doch. Ich schon. Aber nur wenn man auch erkennen würde, dass er es nicht ganz ernst meint. Ach, ich kann auch sehr albern aussehen. Eigentlich das Prinzip von Hipstern und gar nix Neues.

Gaga
Gottlieb Wendehals war ein „lustig“ gekleideter Mann, nun ja schon tot: https://bit.ly/3wHzYZv oder dieser kleine Moderator mit der Brille mit den schlimmen Anzügen, mir ist der Name entfallen… da hört bei mir der Spaß echt auf!

Tina
Was moderiert er?

Gaga
Sendungen moderiert er.

Tina
Wigald Boning?

Gaga
Ja. https://bit.ly/3NrWtaL Grüne Strickjacke, karierter Schlips, gemustertes Hemd, superlustig, hahahahaha. Schlimm.

Tina
https://bit.ly/3JSN362

Gaga
Ich finde es so vordergründig, aufgesetzt betont: „ich bin total uneitel und kann über mich selbst lachen.“ Aber das Gegenüber kriegt Augenkrebs. Nicht sehr rücksichtsvoll.

Tina
Das ist natürlich zu viel.

Gaga
Ich meine, die Outfits von den Berlin Beat Club Musikern sind auch super grenzwertig und betont kitschig, aber da kann ich drüberhinwegsehen, weil sie das nur auf der Bühne anhaben.

Tina
Aber der Gastwirt mit seinen Strümpfen geht auch in die Richtung.

Gaga
Ja, sehr rustikal… Aber schlimmer: die umgekehrt aufgesetzten Kinder-Basecaps bei erwachsenen Männern, zumal beim Date. Das kann er draußen anziehen, beim Joggen. Ein Träumchen wäre für mich, wenn ein Mann beim ersten (und auch zweiten und dritten) Date einen supergut geschnittenen, hochwertig aussehenden schwarzen Anzug anhätte und ein schlichtes weißes Hemd, die obersten zwei Knöpfe auf. Das Hemd natürlich messerscharf gebügelt und nicht angegilbt.

Tina
Oh ja, also bei Basecaps ist Schluss. Da geb ich dir recht. Die gehen nicht mal beim Joggen.

Gaga
Schwarzer Anzug und dunkelgraues oder schwarzes Hemd ist auch cool. Oder rosa Hemd, ein schönes Rosa, kein Schweinchenrosa, ein kaltes.

Tina
Gaga, nach solchen Dingen solltest du in Berlin eher nicht suchen.

Gaga
Sollte ich vielleicht nach Südfrankreich ziehen?

Tina
Oder in Business-Städte.

Gaga
Auch liebe ich keine Kopfsocken.

Tina
In Frankfurt werden viele Anzüge getragen.

Gaga
Ich möchte ja einen ausgewiesenen Bon Vivant, keinen Finanzdienstleister. Kleidungsstil Pierre Brice oder Brian Ferry (aber nicht als Winnetou, obwohl ich natürlich in Winnetou verliebt war).

Tina
Es sollte eine App geben, die du mit all den Infos fütterst und die dann akribisch und mittels AI danach sucht.

Gaga
Auch immer sehr gut gekleidet, der Cellist Hauser, der sieht ja sowieso hot aus. https://bit.ly/3wKR2h7 Perfekter Look, auch die Frisur gefällt mir: https://bit.ly/3tP5liE Schön, dass Alex einen Anzug angezogen hat, er hat eine sehr zugewandte und doch lässige Haltung, wenn er zuhört.

Tina
Ah ich dachte, jetzt kommt ein Kommentar zu Iris

Gaga
Wer ist Iris? Das Date von Alex?

Tina
Die Frau, die jetzt danach kommt.

Gaga
Ach so jetzt, Iris, 56, mein Alter. Ich guck erst mal, bevor ich mich äußere!

Tina
Anscheinend bist du etwas hinterher, im Zeitverzug.

Gaga
Nein, ich hab getippt und war unaufmerksam, ich sehs ja live im TV. Ein Tipp, den man dir nicht geben muss: keine exzessiven Sonnenbäder, die rächen sich um die Fünfzig, hat dann so Wienerwald-Grillhähnchen-Charme. Meinst du ihr Slang ist aus dem Ruhrpott? Ich finde sie nicht unsympathisch. Eine bodenständige Frau, die die Höhen und Tiefen des Lebens kennt und nicht aufgibt.

Tina
Es würde auch reichen, wenn sie das Faltige etwas bedeckt. Aber das ist auch ein bisschen Veranlagung.

Gaga
Karlheinz nehme ich gar wahr als Mann…

Tina
Ja, aber ihr gehts um andere Dinge. Er ist mit Sicherheit ne alternative Persönlichkeit.

Gaga
Beim Beruferaten könnte ich mir Iris als Bedienung in einer Kneipe vorstellen. So eine zupackende, schnelle. Oder in einem sozialen Beruf.

Tina
Ja, dachte ich auch. Kneipe. Ich werd auch nicht mehr zu sehr auf Schönheit setzen, bei Männern.

Gaga
Vielleicht macht Karlheinz Tantra Er erhält viele Komplimente für seine Haare. (Außer von mir). Das letzte mal, dass ich richtig lange Haare bei einem Typen hot fand, war bei Bülent Ceylan.

Tina
Cool! Aber im Ernst, den fandest du jetzt hot? Ich krieg keinen Algorithmus daraus gestrickt 😵‍💫

Gaga
Bülent finde ich zauberhaft, aber ich meine mehr so herzallerliebst, wenn er aber headbangt und die Pommesgabel macht, ist er auch cool. Hab mich gerade ganz arg mit dem Clip hier amüsiert, https://www.youtube.com/watch?v=IAJX3n9B-ZI er ist echt süß, ich hab sonst keinen Sinn für Komiker, für ihn ja. Ich will ihn auch adoptieren, dann ist Alex nicht mehr allein. Bei ihm finde ich sogar den Mannheimer Dialekt putzig (aber nicht sexy). In dem Clip macht er einen Mann aus Hannover sehr gut nach, hab mich gerade weggeschmissen!

Tina
Ja, hab’s gesehen.

28. März 2022

Dieses kuschelige Foto von Ina und mir hatte ich versehentlich gelöscht, aber gestern beim Runterladen anderer Fotos entdeckt, war noch auf der Kamera. Mit Berlin Beat Club in Hintergrund! Wir sind ja treue Fans der Gruppe, waren schon ganz ganz oft da. Das vorletzte mal hat es uns nicht so gut gefallen, weil die Corona-Sache nur Stehtanz am Platz ermöglicht hat. Ina hatte diesmal einen Tisch links vor der Bühne reserviert, deswegen war ich eigentlich immer auf gut zwei Meter Abstand zu den Musikern, das Publikum hat eher im hinteren Bereich getanzt, so war die Tanzfläche eher luftig. Ich habe am Tag danach einen Schnelltest daheim gemacht und vorhin auch wieder einen unter Aufsicht. Weiterhin negativ! Obwohl um mich herum jetzt Einige etwas eingefangen haben. Laut der Blutgruppen-Studie wäre ich mit Blutgruppe A Rhesus negativ eher empfänglicher für eine Infektion. Ging also wieder mal gut. Nun war ich zweimal hintereinander aus.

Man muss wieder Vertrauen fassen. Allerdings stelle ich fest, dass ich selten mit jemandem spreche, der den Kopf nah vor mir hat. Wenn man essen geht, ist ja auch die Tischplatte dazwischen. Ich umarme Freunde zur Begrüßung und zum Abschied, aber nicht die ganze Zeit dazwischen. Früher auch schon nicht. Für so ein Foto rückt man dann mal enger zusammen. Wenn es laute Musik gibt, und man möchte mal was mitteilen, wartet man auf einen ruhigeren Moment und spricht dann mal direkt ins Ohr, aber nicht in den Mund! Und Engtanz zum Beispiel ist im Rickenbackers nicht so angesagt, ich wüsste momentan auch nicht, mit wem ich das praktizieren sollte. Habe ich als Teenie aber auch nur selten gemacht, wegen mangelnder Aufforderung. Passende Lieder hätte es schon gegeben: „Samba Pa ti“ und „Love hurts“ und „Whiter shade of pale“ und „Angie“ und „Lady d’Arbanville“ und „Wish you were here“. Ich spreche von 1976 bis 1979, als ich so 11 – 14 war!

28. März 2022

Mir ist am Wochenende ein kleines Malheur unterlaufen. Ich war ja – wie schon mehrfach erwähnt – am Freitag zum Tanzen, nämlich zur live gespielten Beat-Musik vom Berlin Beat Club. Die Gruppe hat ein riesiges Repertoire, was zur Folge hat, dass ich nicht immer alle Lieder sofort erkenne, was mich aber nicht hindert, mich daran zu erfreuen. Manche kommen mir irgendwie aus der Kindheit bekannt vor, welche schon etwas länger zurückliegt.

Nun begab es sich, dass ein Lied gespielt wurde – auch das habe ich schon mehrfach erwähnt – das eine gewisse Erotik hatte und mir auch nicht ganz unbekannt vorkam, aber ich wusste später daheim nicht mehr, ob da eine „Moni/Mony(?)“ oder eine „Mona“ besungen wurde. Ich habe es versucht durch googeln herauszufinden und bin dann auf „Mony, Mony“ gekommen. Beim Anhören fiel mir schon irgendwie auf, dass das Arrangement einige Änderungen zu dem, was ich gehört habe, aufweist, aber das habe ich unter künstlerische Freiheit der Interpretation verbucht. Wobei das eigentlich beim Berlin Beat Club eher tabu ist, von dem traditionellen Arrangement zu stark abzuweichen. Jedenfalls habe ich dann in meinem Eintrag begeistert von der Darbietung des „Mony, Mony“-Liedes, gesungen von Hans Rohe geschwärmt.

Netterweise haben mich die Bassistin Gabi Mehlitz und Hans höchstpersönlich aufgeklärt, dass sie keineswegs „Mony, Mony“ gespielt haben, sondern „Mona“ von den Rolling Stones, die haben es auch gecovert, und zwar von Bo Diddley. Mir war das dann direkt peinlich, dass ich das verwechselt habe und grübelte, wie das passieren konnte. Da es mir keine Ruhe ließ, habe ich mal die beiden Texte gegenübergestellt und etwaige Übereinstimmungen farblich markiert. Ich finde, das entschuldigt mich ein bißchen.

Mony vs. Mona

27. März 2022

Noch ein Bildergruß von vorgestern Abend, bevor ich Richtung Güntzelstraße zum Berlin Beat Club im Rickenbergers aufgebrochen bin. Ich hatte einen hellblauen Kaftan an, eine helle Leinenhose und darüber ein hellblaues Mäntelchen mit Paisleymuster. Ich kleide mich stets mit Bedacht auf das Ereignis. Wobei Paisley ja zum Glück zu den klassischen Mustern gehört, wenn es auch in den Sixties besonders häufig zu sehen war. Schon der dritte Eintrag heute, ich finde es reicht! Nun zur Sonne.

27. März 2022

Da gratuliere ich mir doch selbst. Hundert Tage in Folge unermüdlich Mitteilungen gepostet. Insgeheim hatte ich die Hoffnung, es würde etwa Besonderes passieren, wenn ich bei 100 bin, aber wie man sieht, hat das Lob für den hundersten Tag keine Girlande. Ich vermute, ich werde trotzdem weiter ohne größere Pausen bloggen, wie ich das ja schon seit insgesamt 6615 Tagen (18 Jahre, 1 Monat, 1 Woche, 5 Tage) mache. Heute übrigens wieder Zeitumstellung. Es ist schon Mittag! Immer wenn Zeitumstellung ist, muss ich zwei, drei Tage googeln „Wie spät ist es?“, weil sich mein Notebook anders automatisch umstellt als andere Geräte. Bin kein Fan der Zeitumstellung. Die Abschaffung ist dank des sonstigen Weltenlaufs auch wieder aus dem Fokus gerückt, schade! Aber ich will nicht lamentieren, sondern mich bei der Sonne bedanken, die auch heute wieder auf unser friedliches kleines Land scheint. Gruß aus Berlin, im Ohr Kinderquaken und Skater-Gerumpel vom Gipsdreieck.

100 Tage

27. März 2022

Ich muss noch einmal auf das Lied „Mony Mony“ zurückkommen. Das Original aus dem Jahre 1968 wurde von der Beatgruppe Tommy James & The Shondells aufgenommen. Hier im Video zu sehen und zu hören:

Ich bin kein Fan von der Stimm(farb)e des Sängers, aber der Rhythmus und das Arrangement mit dem unmissverständlichen Text ist schon sehr packend. Natürlich kenne ich auch die Coverversion von Billy Idol, aber ich möchte heute das Original würdigen, weil ich vorgestern beim Berlin Beat Club eine Version gehört habe, die sich mehr an dieser Aufname orientiert, wobei der Gesang von Hans Rohe um einiges raffinierter und modulierter und phrasierter war. Ganz starke Dramaturgie! Ungeheure Steigerungen! Das Video ist auch wegen der Kleidung sehenswert, vor allem wegen der völlig verloren gegangenen Styling-Idee, eine lange Kette über einem Kurzmantel oder Gehrock zu tragen. Außer vielleicht bei indischen Prinzen, aber die sehe ich hier nicht so oft.

Mir gefällt ganz grundsätzlich der unverblümt erotische Ansatz des Werkes. Früher hätte man es elegant umschrieben mit: „Da geht es doch immer nur um das Eine“. („Mony, Mony, ride your Pony“). Zur Verdeutlichung füge ich den gesamten Text ein:

All right. You wanna dance? Yeah? All right!
Here she comes now, singin‘, „Mony, Mony“

Shoot it up, come on, Mony, Mony
Hey, she looks good, and I feel all right now
I said don’t stop now, come on, Mony
Come on, yeah

I said, yeah (yeah), yeah (yeah),
yeah (yeah), yeah (yeah),
yeah (yeah), yeah (yeah)
‚Cause you make me feel (Mony, Mony)
So good, (Mony, Mony) so good, (Mony, Mony)
You’ll feel all right, (Mony, Mony)

So fine, (Mony, Mony)
so fine, it’s all mine (Mony, Mony),
yes, I feel all right (Mony, Mony)
I said, yeah (yeah), yeah (yeah), yeah (yeah),
yeah (yeah), yeah (yeah), yeah (yeah)

Well, you could shake it, Mony, Mony
I said, shotgun dead and I’ll come on, Mony
Ooo, don’t stop cookin‘ ‚cause I feel too good, yeah
Well, don’t stop now, come on, Mony, come on, yeah

I said, yeah (yeah), yeah (yeah),
yeah (yeah), yeah (yeah), yeah (yeah), yeah (yeah)
‚Cause you make me feel (Mony, Mony)
So fine (Mony, Mony), so fine (Mony, Mony)
It’s all mine (Mony, Mony), make me feel all right (Mony, Mony)

All right (Mony, Mony), all right (Mony, Mony)
Do you feel all right? (Mony, Mony),
I said, yeah (yeah), yeah (yeah), yeah (yeah),
yeah (yeah), yeah (yeah), yeah (yeah), said I do

(I love you, Mony, mo-mo-mony), yes, I do
(I love you, Mony, mo-mo-mony), said I do
(I love you, Mony, mo-mo-mony)
I said Mony (yeah), Mony (yeah)

Yeah (Yeah), yeah (Yeah), yeah (Yeah), yeah (Yeah)
Wow!
(Mony Mony)
(Mony Mony)
(Mony Mony)

I said, come on, come on, come on (Mony Mony)
Mony Mony
Mony Mony
Mony Mony

Feel all right, I said, yeah (yeah), oh yeah (yeah),
yeah (yeah), yeah (yeah), yeah (yeah), yeah (yeah)
Come on! Ride your pony
Mony Mony

Mony Mony
Come on, come on, come on
Mony Mony
Mony Mony
Ooh, ooh feel all right
I said, yeah (yeah), yeah (yeah), yeah (yeah),
yeah (yeah), yeah (yeah), yeah (yeah)
All right. Thank you

26. März 2022

Der Berlin Beat Club mit Gabi Mehlitz, Hans Rohe, Ralf Leeman und Perzi Perzborn gestern im Rickenbacker’s. Der Sänger Tom Thiede hat gefehlt, unglaublich, aber wahr. Am Anfang hat man auf die freie Fläche in der Mitte der Bühne geschaut, als könnte man ihn dadurch herbeamen. Das hat aber irgendwie nicht geklappt. Nach ungefähr dem vierten Lied kam aber doch die erhoffte Stimmung auf und die Vier haben (wie immer) alles gegeben, wirklich Alles. Sehr toll war auch dieses ekstatische Stück, wo Hans immer „Mony Mony“ gesungen hat (hätte fast geschrieben „gestöhnt“)… Mesmerizing. Ich wollte noch die Original Version googeln, habe ich aber noch nicht geschafft. Bin für einen Tipp dankbar. Es war ein sehr schönes Konzert vom Berlin Beat Club, aber wir freuen uns natürlich auch, wenn Tom wieder singt. Er hat so eine spezielle Art, das Publikum zu animieren.

25. März 2022

Nachgetragen: der copygepastete Bachie-Chat von Tina und mir zur letzten „Der Bachelor“-Sendung vom Mittwoch, 23. März 2022. Diesmal mit kleinen sadistischen Phantasien zum von Tina erträumten Szenario „Was würde Gaga wohl als Chefin mit ihm machen?“

Gaga
Jetzt wieder Bachie: im Haus von Frida Kahlo, immerhin tolle Location.

Tina
Ja, tolle Location. Fand ich auch.

Tina
Aber beim Reiten am Anfang hat er sich ganz schön blamiert.

Gaga
Sehr sympathisch: die blonde Hamburgerin, die braungebrannte, sagt gerade, dass diese Überraschungsdates gar nicht ihr Ding sind, nicht zu wissen, was auf einen zukommt…

Tina
Ja, Nele finde ich auch recht sympathisch. Was denkst du, wer wird es gewinnen?

Gaga
Denk ich nicht drüber nach, aber wenn ich jetzt sehe, wie Nele so relativiert, wirkt sie auch, als ob sie sich schon innerlich etwas zurückzieht… also Nele eher nicht… Vielleicht doch die aus Marbella, nicht Anna. Also im Finale Anna und die immer so „beamt“, die Diva. Mal sehen, was noch passiert beim Übernachtungsdate… Die aus Marbella knipst immer sofort ihren Beamer-Schalter an, wenn die Kamera drauf ist, wie eine Filmdiva vor der Großaufnahme.

Tina
Ih. Diese ganzen Küsse, die ganze Zeit.

Gaga
Und vor allem: unerotische Küsse, man möchte nicht mit der Dame tauschen. Küsse, die die Welt nicht braucht… Seine Frisur sitzt bei dem Date etwas besser, evt. etwas nachgeschnitten, die Tolle oben nicht so über die Rundbürste.

Tina
Aber ja du hast recht. Ein bisschen gespielt das Ganze. Wie würdest du ihn frisieren?

Gaga
Ich glaube, er würde mit so kinnlangen, ganz glatten Haaren aus dem Gesicht und oben nicht aufgebauscht, lässiger aussehen.

Tina
Uh, was für ein Kommentar, so unerwartet wertend: „Ist Nele dem Bachelor eine Spur zu kühl?“

Gaga
Gäbe ihm quasi etwas künstlerisch-rockiges, was er so gar nicht hat. Insofern wäre es Etikettenschwindel. Nele ist ihm an Bedachtsamkeit meilenweit überlegen, sie wirkt fast wie eine andere Generation. Er hat noch voll den Spieltrieb, sie ist erwachsen.

Tina
Ja, Spieltrieb ist eine gute Beobachtung. Und Unsicherheit.

Gaga
Orientierungslosigkeit könnte man es auch nennen…. als ob er nichts blickt und versteht…. die Welt ein Riesen-Rätsel… und dann darin diese rätselhaften Frauen um ihn herum… mysteriös!

Tina
Ach vielleicht müsste er einmal ein paar Tage zu Tante Gaga. Damit sie ihm etwas Weltgewandtheit angedeihen lässt.

Gaga
Ich glaube, der kleine Dominik würde staunend vor mir und meinen Spezialinteressen stehen und dann anfangen, in seinem Smartphone rumzudaddeln und zu gucken, ober er neue Insta-Follower hat, die ihm folgen, weil er mir leider nicht so ganz folgen könnte!

Tina
Oh ja, genau so sind sie. Ich denke, es wird wohl Anna werden.

Gaga
Stell dir mal die Kuss-Situation gerade vor: im superengen Helikopter, vor ihnen die Kamera an der Scheibe oder womöglich noch ein echter Kameramann, wie im Käfig eingeklemmt, alles wackelt, und er versucht romantischen Kuss zu spielen. Lächerlich.

Tina
Ich muss mir den kleinen Dominik auch gleich wieder fiktiv in einer Agentur vorstellen, mit dir als seiner Chefin. Auch eine interessante Vorstellung.

Gaga
Eher als Praktikant, mehr würde ich ihm fürs erste nicht zutrauen.

Tina
😁

Gaga
Ich schätze ihn so ein, dass er versuchen würde, mich mit seinen eher durchschnittlichen Witzeleien für sich zu gewinnen, also als Chefin, und dann würde ich nicht so richtig darauf anspringen, und er sitzt dann da und guckt verloren und hofft, dass recht bald Feierabend ist!

Tina
Es ist zu lustig. Ich habe lebendige Bilderwelten im Kopf.

Gaga
Ich auch!

Tina
Bachelor In the Office.

Gaga
Ich halte ihn jobmäßig für einen extremen Opportunisten, so einer der prinzipiell buckelt, wenn er sich was davon verspricht.

Tina
Jetzt hat der das „krasse Kompliment, das er noch keiner gesagt hat“ so genuschelt, dass ichs nicht verstanden hab.

Gaga
Ich hätte Spaß, ihm einen komplizierten Auftrag zu geben, wo er irgendwelche Excel-Formeln einbauen muss und dann Auswertungen generieren, und zwar in kürzester Zeit. Er käme ganz schön ins Schwitzen!

Tina
Sicher würden einige deiner Kolleginnen es mögen, ihn schwitzen zu sehen.

Gaga
Vorstellbar wäre auch, ihm eine sterbenslangweilige Power Point-Präsentation aufzudrücken, die er nicht nur erstellen, sondern auch halten muss, und dann kommt der große Termin, wo er präsentieren soll, und kurz vorher teile ich ihm mit, dass sein Beitrag leider gecancelt werden musste, keine Zeit. Meine Kolleginnen, die den Bachie gucken, finden ihn auch ungeil. Ich hätte Lust, ihn ein bißchen zu quälen und zu demütigen.

Tina
Ich wusste gar nicht, was für dunkle Seiten du in dir trägst.

Gaga
Ich konnte das ja noch nie ausleben, aber er wäre ein geeignetes Opfer!

Tina
„Eine Gentleman schweigt und genießt.“ Würde er vielleicht wie eben dazu sagen.

Gaga
Haha, einfach lächerlich. Den Spruch bringt man auch taktisch, wenn nichts gelaufen ist.

Tina
Der Bachelor bringt vielleicht keine Sexinesss, aber doch viel Spaß und komödiantische Momente.

Gaga
Allerdings gäbe es nicht Zuckerbrot und Peitsche, sondern nur Letzteres. Ja, er ist schon eine prima Steilvorlage! Ich brauche mehr Alkohol!

Tina
Gaga?????? Nicht einschlafen. Viel zu viel Make up bei den Damen heute.

Gaga
Ich hatte gerade einen epischen Kommentar geschrieben, wohl vergessen zu posten. Ging um die fatale Kombi von Hitze im Jacuzzi und Rotwein… schade ist weg. Sie müssen echt viel trinken und ich merke es oft an der Artikulation… dem leichten Lallen…

Tina
Wirkt eher entstellend.

Gaga
Siehste, die blonde Hamburgerin ist raus… mit Sicherheit. Nele guckt schon so weltuntergangsmäßig. Ich hatte vorhin u. a. geschrieben, dass das eine Glas Rotwein, das wir sehen, mitunter schon das fünfte oder sechste ist, weil ja nicht immer alles gleich im Kasten ist und dort echte Alkoholika konsumiert werden…

Tina
Aber doch spannend!!!

Gaga
Bist du überrascht? Ich bin mir sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr sicher, dass Jana-Maria oder wie sie heißt, noch gar nicht realisiert hat, dass sie sich in die „TV-Dreh-vor-der-Kamera-toll-zurechtgemacht-und-dabei-turteln-und-verliebt-fühlen-Situation“ verliebt hat… und gar nicht in den Herrn Bachelor!

Tina
Mh, kann sein. Aber ich kaufe es ihr auch doch schon ab… Und ja, sie habens doch spannend gemacht. Wenn es so wäre, wie du prophezeist, dann muss ich dennoch sagen, dass ich eine gewisse Sympathie für sie entwickelt hab. Jenseits deiner These hab ich mich auch oft genauso blind und naiv in den Esel verliebt. Irgendwie fühle ich mit ihr.

Gaga
Ich hab nichts dagegen, dass sie ins Showgeschäft einsteigt, sie ist dafür sehr gut geeignet!

22. März 2022

Guten Abend! Ich bin heute seit Nachmittag faul und fast untätig. Aber ich war sehr früh auf den Beinen. Geld verdienen. Dann wollte ich gegen halbdrei in meine Werkstatt, aber die U-Bahn ist nicht gefahren wie sonst. Dann habe ich umdisponiert, bin heimgefahren und hab mich am hellichten Tag ins Bett gelegt und bis sieben geschlafen. Also neunzehn Uhr. Ich war nämlich ein bißchen angetrunken, weil es mittags Essen mit alkoholischen Getränken gab. Nicht im Essen, begleitend. Das ist nicht jeden Tag der Fall, ich bin auch kein Typ für Alkohol am hellichten Tag. Aber wenn es sehr gesellig ist und mir jemand zuvorkommend nachschenkt, will ich nicht unhöflich sein. Ich war wirklich bettschwer. Dabei war draußen wieder herrliche Sonne. Aber der Wetterbericht gibt weiter Hoffnung auf schöne Tage. Jetzt müsste sich nur noch die weltpolitische Lage der Wettervorhersage anpassen. Fände ich sehr apart, ja ich möchte sagen: elegant!

21. März 2022

Montag-Abend-Chat 20:18 bis 22:17 Uhr, Tina-Gaga, mit Alters-Lamento, inclusive einem wertvoll gemeinten Ratschlag von Gaga (56,5) für die zwei Dekaden jüngere Tina.

Gaga
Falls du heute Abend nicht durch die Lüfte schwebst… 20:15 First Dates Hotel…

Tina
Jetzt First Dates.

Gaga
Die ältere Dame, 61, jetzt im TV. Es haut mich um, dass die nur vier läppische Jahre älter als ich ist… also annähernd meine Generation. Sei froh, dass du noch nicht kurz vor Sechzig bist…. kann mich NULL mit dieser Generation gerade im TV identifizieren.

Tina
Wobei sie doch okay aussieht. Bei ihr ist es nur das Wesen.

Gaga
Wie schnell die Jahre vorübergehen, irrsinnig, irrwitzig. Für mich ist das eine alte Oma.

Tina
Fand sie recht jung geblieben. Aber schaue noch mal genauer hin.

Gaga
Sie hat vorhin auch mehrfach vom letzten Lebensviertel gesprochen. In einem Altersheim wäre sie eine der Jüngeren, aber man würde sie nicht für fehl dort halten.

Tina
Na mal schauen.

Gaga
Ich will sie nicht schlecht machen, nur DIR klar machen, dass du jetzt dein Alter vielmehr genießen und wertschätzen musst, die beste Lebenszeit, von den Möglichkeiten her.

Tina
Ach ja, das weiß ich doch.

Gaga
Ich fühl mich innerlich deiner Generation viel näher… so deutlich puh.

Tina
Aber ich hatte ungeachtet des Alters schon immer doofe Phasen.

Gaga
Na klar, den Rucksack seiner Macken hat man, aber erst mit über Fünfzig wird einem klar, was man alles nicht genug wertgeschätzt hat, diese körperliche Jugend, die nur von jüngeren Menschen unterbewertet wird.

Tina
Aber ich fühl mich innerlich auch gerne Älteren näher. Oder nee – am nächsten fühl ich mich freien Geistern. Ungeachtet des Alters. Aber mal im Ernst: Gleichaltrige sind mir auch fremd. Die, die ich noch kenne, da sind jetzt auch die letzten im Mami-Ding angekommen.

Gaga
Na gut, wir sind ja beide auch spezielle Eigenbrötlerinnen… Mit einem starken Selbstschutzinstinkt, glaube ich… ich versuch mal die Sendung bißchen zu gucken….

Tina
Ja

Gaga
Diese „demisexuelle“ Rachel war schon mal in irgendeinem anderen TV Format… vielleicht auch der 18-Uhr Sendung First Dates, ein Tisch für zwei…. ich komm nicht drauf… finde bisher alles so mittelinteressant… vor Müdigkeit fehlt mir sogar der Elan zum Lästern…. bzw. ermüde ich mich selber, wenn ich Äußerlichkeiten kommentiere, wenn sie mir nicht zusagen…. wäre toll, wenn einfach mal ein attraktiver Typ da wäre, den man einfach gerne anschaut, mit ein bißchen Witz und Tiefgang, der deutlich spricht… Nur das Eine: als Styling-Beraterin möchte ich der langhaarigen Blondine dringend von der unvorteilhaften Brille abraten. Aber super, dass ich so schläfrig bin, wenn die Sendung zu Ende ist, falle ich sofort in Vollnarkose…. ich trinke noch was für zusätzliche Bettschwere… es fällt mir sonst echt schwer, vor Mitternacht zu schlafen, aber heute krieg ichs hin, praktisch – wo ich es ja sollte!

Tina
Huch, ich bin noch da. Bei den Nachrichten hat’s nicht geklingelt. Aber ich wünsche dir schonmal vorträglich ne gute Nacht. Aber du hast recht mit der Brille. So was, wo die Dorfoptiker dachten, „des isch keck“ oder so.

Gaga
Die neu dazugekommene, hübsche langhaarige blonde Frau sagte eben (selbstkritisch): „ich zerdenke jede Situation“…hatte ein Wiedererkennen, ich meine, das fängt erst nach irgendeiner initialen Enttäuschung an…. wenn die Arglosigkeit und Naivität und der Glaube an das Gute ad absurdum geführt wurde, dann fängt man an, so vorsichtige Gedankengänge zu haben… Ach, wie blöd, habe gerade „Kalle“ nicht als schwul identifiziert und gehofft, das wäre der sensible Kandidat für die Zerdenkerin… Ach schon vorbei… hab noch was im Glas, noch ein bißchen Prince… obwohl mir die permanente Partymucke im Hintergrund zu anstrengend ist…. ah nur partiell… ich sage gute Nacht, kann nicht mehr folgen… schlaf gut!

20. März 2022

SIEBEN SONNEN. Gewidmet Werner von Siemens (1816 – 1892). Sieben Siemens-Sonnen von Staubsauger „Siemens Super 910 Electronic“, Baujahr 1992, dreißig Jahre in meinem Haushalt tätig, von 1992 – 12. Februar 2022 (Explantation), Blattgold, Bernstein, Dalmatiner-Jaspis, Nephrit-Jade, Ozean-Jaspis, Kalahari-Jaspis, Crazy Lace-Achat, Spiegelscherben, Acryl, Spachtel, Kleber, Brett (am Straßenrand gefunden), 26./27. Feb., 2./3./5./8./12./13./15./18. u. 19. März 2022, 117 x 30 x 5 cm, Staatliche Museen v. Gaganien

20. März 2022

Gestern, die Abendsonne. Als die Sonne unterging, war ich fertig mit meinen „Sieben Sonnen“. Bilder davon später. Ich muss wieder raus. Chronologischer Frühlingsbeginn oder? Wie heißt das? Chronischer Frühlingsanfang? Irgendwie so ähnlich. Herrliche Märzensonne, war vorhin wieder, wie Gott mich schuf, am offenen Fenster auf dem Teppich gefrühstückt, gegen halbzwei. Ich habe von ein Uhr zehn bis dreizehn Uhr fünf geschlafen. Zwölf Stunden!

18. März 2022

Das Foto von Lydia finde ich auch sehr schön, als sie mir vor einer Woche im Zwiebelfisch gegenübersaß. Dass sie nun so häufig auf Bildern ist, liegt schlicht daran, dass ich mit ihr am meisten unterwegs war. Ich will nicht ausschließen, dass mir auch andere Menschen ein Foto wert sind. Eine Frage der Begegnung, ganz simpel. Und der Bereitschaft natürlich. Wenn sich jemand ziert und „ach nein, ich weiß nicht…“ flötet, vergeht mir die Lust. Wobei ich das ehrlicherweise selten erlebt habe. Äußerst selten. Ganz selten.

18. März 2022

Schon wieder in einer Galerie gewesen. Wie früher. Mit Lydia bei Schmalfuss getroffen, feiner Charlottenburger Galerie in der Knesebeckstraße. Der Bildhauer und Grafiker Hans Scheib hatte eine Eröffnung mit Skulpturen. Aus Holz geschnitzte und in Bronze gegossene unbekleidete Figuren, weibliche. Er ist, was man arriviert nennt. Seine Werke befinden sich unter anderem im Albertinum Dresden, in der Berlinischen Galerie, im Deutschen Historischen Museum, im Museum Ludwig, im National Art Museum of China, in der Nationalgalerie Berlin und in der Sammlung Deutscher Bundestag usw. usf. Also die Liga, wo jede/r mit professioneller Ambition in der bildenden Kunst gerne hinwill. Mir ist Hans Scheib einige Male im privaten Kreis begegnet. Leider hatte er keine Tierfiguren in der Ausstellung, die mag ich von ihm am liebsten. Danach flanierten wir Richtung Savignyplatz, zum Zwiebelfisch, davon hatte ich ja bereits eine Aufnahme gepostet.

17. März 2022

Mi, 16. März 2022, 20:21 Uhr, (schleichend abnehmender,) begleitender „Bachelor“-Chat von Tina und Gaga

Tina
Ich mache es zärtlich nebenbei an.

Gaga
Ich mehr so holzschnittartig brachial als Beleuchtungselement in der Ecke… Die Mutter ist wohl ca. mein Alter, wirkt auf mich sympathischer als ihr Sohn.

Tina
Ja, ich auch. Ich hab es nur auf dem kleinen Tablet an. Vielleicht aber auch das Komödienhafte von ihr… ha ha. Ich ziehe mich auch zurück. Aber bin da.

Gaga
Wenn das der letzte Mann auf der Erde wäre, ich würde lesbisch werden und die Kandidatinnen und die Mutter daten.

Tina
Okay. Welche Kandidatinnen genau?

Gaga
Die hellblonde Hamburgerin, jetzt gerade im Bild gewesen. Und die Dunkelhäutige.

Tina
Und … andere Frage, wenn du wirklich die Mutter wärst und ich deine potenzielle Schwiegertochter. Wie würdest du auf ein solches Glücksschwein von mir reagieren?

Gaga
Hä? Hab ich was versäumt? Glücksschwein? Hat eine was geschenkt, also der Mutter?

Tina
Ja, absolut. Ja.

Gaga
Welche von beiden?

Tina
Vielleicht kommt das im TV wieder später, ups. Nele und die dunkelblonde, zickigere.

Gaga
Käme auf die Bewerberin an. Ich fände es etwas einschleimend aber auch rührend (wenn auch hässlich). Ich hör nur halb hin, aber versuche das Wesentliche zu checken (als Erklärung, weshalb mir das Glücksschwein-Mitbringsel offenbar entging). Ich esse auch nebenher. Ich würde die anderen Kandidatinnen aber auch daten, die sind schon jede für sich irgendwie attraktiv, auch die Diva aus Marbella.

Tina
Attraktiv ist er ja auch.

Gaga
Nein.

Tina
Das ist subjektiv. Objektiv betrachtet ist er es definitiv.

Gaga
Nicht für mich, für mich ist nicht ein winziger Quadratzentimeter und kein Detail seines Erscheinungsbildes oder Gehabes attraktiv. Rein gar nichts. Er ist nicht mal „hübsch“, nicht gutaussehend, sondern nur zurechtgemacht.

Tina
Ist interessant, das aber so von dir zu hören.

Gaga
Kleine, engstehende Schweinsaugen ohne Tiefgang, schmale, unsinnliche Lippen… zurechtgepumpter, haarloser Körper. Unsensible Ausstrahlung… null Charisma…

Tina
Mmh. Wobei ich sagen muss, dass ich noch keinen Bachelor mit dir gesehen hab, den ich jetzt anziehend fand. Irgendwie aalglatt sind die doch alle.

Gaga
Unangenehme Art zu sprechen, hektische Körpersprache, keine elegante Kleidung, abgedroschene Phrasen. Nein, er ist der Tiefpunkt. Den letzten fand ich tausendmal attraktiver, der hatte was, Niko. Die Staffel in Deutschland, der hatte was sehr Sensitives. und sein Umgang mit Michele ist auch sehr sensibel. Richtig gut.

Tina
Aber ein Assessment-Center-Gehabe hat er definitiv. Vielleicht läuft es gerade nicht in seiner eigentlichen Branche und da dachte er sich, werde ich halt einfach Bachelor und mach alles wie damals in meinem Job als CEO. Einfach bisschen Arschloch durch den Bart brabbeln.

Gaga
Die Arbeitsplatte in der Küche ist attraktiv. Hast du das gerade gesehen, er hat der Blonden wie einem Haustier auf dem Kopf herumgekrault. Total gefühllos. Ich würde mich schütteln, wenn jemand wagen sollte, mich so anzufassen.

Tina
Es wirkt gekünstelt, ja.

Gaga
Immer diese Kommentare, er crashed jedes Potenzial von einem romantischen Moment. Wenn dein Herz „höher schlägt“, wie er es gerade erwähnte, dann mampfst du nicht mit dicken Hamsterbacken irgendeinen Snack, während du das offenbarst.

Tina
Ich glaube, der ist nun genauso überfordert wie der Niko damals, aber der hat sein Problem immer offen kommuniziert und ausgesprochen, wie hilflos er sich fühlt. Während der Domi hier immer versucht, die Dinge mit lauter (kindischer) Coolness zu überspielen. Aber so sind diese Kinder. In Wahrheit ist der komplett unsicher.

Gaga
Ja, kindisch. Wie ein Elfjähriger.

Tina
Und er ist zu kindisch, um die Dinge ein bisschen zu reflektieren.

Gaga
Aber lehnt sich permanent mit analytischen Faziten und Bewertungsphrasen aus dem Fenster. Vielleicht kriegt er vom Regieassistenten vor den Interviews mit ihm, immer einen Zettel mit Formulierungsvarianten zu den Damen. Die Qualität (als Beifang), dieses Formats ist, dass sich durch das Beobachten der Szenen und Verhaltensweisen Analogien zum eigenen Erleben ableiten lassen. Quasi als Denk- und Reflektionsanstoß. (@Christina) Sie ist etwas unscheinbar, aber ganz sympathisch.

Tina
Ja, finde sie eigentlich mit am coolsten. Aber wahrscheinlich muss er jetzt alle noch mal schnell durchchecken. Oh Gott.

Gaga
weil sie so ungekünstelt und unprätentiös ist, hat man sie nicht so auf dem Schirm gehabt, ich jedenfalls nicht.

Tina
Ich schon. Er hat sie nur nicht auf dem Schirm.

Gaga
Christina.

Tina
Aber sie ist sicher zu gut für ihn. Sie hat zu viel Wärme.

Gaga
Also sie ist jetzt meine persönliche Sympathieträgerin, ganz oben. Er betonte schon mehrfach, dass er eine Frau braucht, die auf den Tisch haut… ein kleiner Junge, der gerne eine Mutti hat, die ihm sagt, dass er die Zähne putzen soll? Ich mag ihr Kleid, auch die Fliederfarbe…

Tina
Och Gottchen, wegen dem Tanzen. Das war doch Situationskomik.

Gaga
Da liegen seine Empfindlichkeiten… er rechnete nicht damit, dass er als DER BACHELOR, um den ALLE KÄMPFEN, belustigend aufs Korn genommen wird. Tabu, tabu, tabu! Anna ist für ihn interessant, so lange sie sich zurückhaltend gibt. Das weckt den Jagdinstinkt. That’s all. Wenn sie zur Geisha wird, ist seine Aufmerksamkeit erloschen.

Tina
Muss nicht sein. Wenn er ne Weile hinter ihr her war, wird’s auch ne Weile anhalten.

Gaga
Glaub ich nicht, weil es auch von den Damen her nicht halten wird, die wollen weiter im Format drinbleiben, alles mitnehmen. Die mit Tiefgang und Emotion ist nun raus.

Tina
Ich hau mich ins Bett. Schlaf gut.

Gaga
👍
(22:37 Uhr)

16. März 2022

Eindrücke. Berlin am 6. März 2022. Berlin Mitte, U-Bahnhaltestelle Museumsinsel, nah am Humboldtforum. Die neue U-Bahnhaltestelle der U5, an dem Tag zum ersten mal damit gefahren und den Sternenhimmel am gebogenen U-Bahn-Firmament bewundert. Wegen der Nähe zur Staatsoper ist die Decke einem Bühnenbild von Karl Friedrich Schinkel für „Die Zauberflöte“ nachempfunden, nämlich dem Entwurf zur Sternenhalle im Palast der Königin der Nacht von 1815. Ins Humboldtforum führte Lydia und mich die große Kälte an diesem Tag, wir kamen von der Kundgebung am Bebelplatz. Im Humboldtforum, dem neuerschaffenen Berliner Stadtschloss am ursprünglichen Ort, gibt es mehrere Cafés und Restaurants. Wir landeten zunächst im Baret auf der Dachterrasse, wo es aber etwas schwierig war, absehbar bedient zu werden, wegen mangelnder Mitarbeiterkapazitäten aufgrund von Infektionen. Unten im Selbstbedienungscafé bekam man alles Gebotene ohne zu warten. Zum Beispiel Mousse au Chocolat-Törtchen und andere und guten Kaffee. Wir wärmten uns auf und sprachen über unsere Eindrücke. Dann noch ein Bier für Lydia und ein Glas Wein für mich und wieder nach Hause. In der großen Halle unten im Humboldtforum war eine Installation in den Farben der ukrainischen Nationalflagge, Gelb und Blau, wie wir gelernt haben.

16. März 2022

Vor ein, zwei Tagen habe ich rund siebzig Fotos von der Kundgebung am Bebelplatz „Stand With Ukraine“ hochgeladen, aber keine Motivation einen wort- oder eben bildreichen Eintrag dazu zu posten. Jeder weiß, wie Kundgebungen aussehen, die Meinung wird von einigen auf Bannern hochgehalten. Da sind schon recht gute Motive dabei, aber wen interessiert das, der nicht selbst dort war? Solche Bilder haben eine recht kurze Halbwertzeit, sie taugen für einen möglichst aktuellen Eintrag zum Ereignis und verbreitern das Meinungsbild. Nicht in die Tiefe, aber eben in die Breite. Abgesehen von den Schildern, auf denen „Frieden“ auf Russisch steht, oder „Stop War“ oder dem Peace-Symbol, kann ich nicht guten Gewissens sagen, dass ich auch alle anderen Banner und Schilder mit ihren Botschaften unterschreibe, dafür habe ich mich zu wenig in die Details der Materie eingearbeitet, mir fehlt da auch der Weitblick, um zu beurteilen, ob es zielführend ist (also ultimativ, für den Fortbestand unserer Zivilisation), den Luftraum zu sperren. Etc. pp.

Marieluise Beck hat sehr verständlich gesprochen, auch mit viel Feuer und Nachdruck, ohne Polemik. Was nicht bei allen der Fall war. Dadurch dass es so kalt war, ist sicher mitunter die Konzentration etwas eingeschränkt gewesen. Biermann hat einen verwirrenden Duktus an den Tag gelegt. Er sagte Dinge, die in der Konsequenz verständlich und auch nicht neu oder nie gehört sind, aber in einer schlingernd-mäandernden Weise, die geeignet ist, Verwirrung zu stiften. Er gefällt sich in dramaturgischen Höhen und Tiefen und arbeitet mit albernen Cliffhangern, wenn er ansetzt, seine Meinung zu erläutern. Kunstpausen, die nicht sinnstiftend sondern eitel dramaturgisch erarbeitet wirken. Das muss ich leider als großer Fan von einer ganzen Handvoll Lieder aus den Siebziger Jahren aus seiner Feder sagen.

Ich wollte doch eigentlich nur schreiben, wieso ich nichts weiter schreiben wollte, zu dieser Kundgebung gegen den Angriff auf die Ukraine, am Bebelplatz vor über einer Woche. Den Journalisten Deniz Yücsel habe ich dort erstmalig aus der Nähe gesehen, er war ebenfalls als Besucher da. Alban unterhielt sich eine gute Weile mit ihm, dabei habe ich die beiden auch eingefangen. Danach gingen Lydia und ich zum nahen Humboldtforum (sprich „Berliner Schloss“) in ein Café, zum Aufwärmen.

15. März 2022

Am Freitag, dem 4. März 2022 begab es sich, dass Ina und ich die Ausstellungseröffnung des russischen Malers Pavel Feinstein in der Galerie Friedmann-Hahn besuchten. Er hatte bereits vor fast zwanzig Jahren eine Einzelausstellung mit siebzig Werken im Jüdischen Museum Berlin. Altmeisterlich verfertigt er an Cezanne erinnernde Stillleben, allerdings mit dem einen oder anderen verstörenden Element. Auf dieser großformatigen Karte mit dem Mandarinenmotiv ist allerdings schönster Frieden. Ich war nie vorher in dieser Galerie in der Wielandstraße und orientierte mich an den Hausnummern. Bei der entsprechenden suchte ich auf dem Klingelschild den Galerienamen und fand ihn auch und klingelte.

Nichts. Hermetisch verschlossen. Etwas warten, erneut klingeln. Wieder nichts. Ich behelligte nun das Klingelschild darunter oder darüber, eine Stimme…. ich: „ich möchte gerne zur Ausstellungseröffnung“. Unverständliches Brummen, der Türöffner wurde betätigt. Mir unklar, in welche Etage ich musste, stieg ich nach oben, in der Hoffnung, an einem präsenten Schild vorbeizukommen, das ich auch ohne Lesebrille würde erkennen können. Auf Etage drei oder vier kam mir ein jovialer älterer Herr entgegen, vom Erscheinungsbild her einem Galeristenklischee entsprechend (qualitätvoller schwarzer Rollkragenpullover, feine Goldbrille auf der Nasenspitze). Mit quasi zum Willkommen ausgebreiteten Armen kam er mir lächelnd entgegen. Ich hatte vorher auf facebook Fotos der Galerie von anderen Ausstellungseröffnungen betrachtet und bildete mir ein, er sähe dem Galerieinhaber ähnlich. Sicher waren die Fotos schon älter und er dementsprechend etwas gealtert. Nun. Dem war nicht so.

Wenn ich zu jener Galerie wollte, müsse ich mich wieder nach unten, zum Eckhaus begeben, da unten sei die Galerie. Die habe aber jetzt bestimmt nicht mehr auf. Ich gab zu bedenken, dass es eine Eröffnung sei und daher wohl kein üblicher Betrieb von der Öffnungszeit her. Es stimmte zu und ließ es sich nicht nehmen, mich zum Fahrstuhl zu geleiten. Er öffnete mir zuvorkommend die Tür und entschuldigte sich bei mir, dass die Galerie nicht hier bei ihm sei und ich ja nun ganz umsonst nach oben gekommen sei, wie bedauerlich! Ganz Kavalier, machte er mich noch darauf aufmerksam, dass ich die beiden Fahrstuhlflügeltüren ganz fest zuziehen müsse, sonst würde sich der Apparat nicht in Bewegung setzen. Man wünschte sich noch einen angenehmen Abend und alsbald gelangte ich zur im Eckhaus befindlichen Galerie.

Ina war schon da. Ich nahm mir einen Becher Wein und die Preisliste und machte mir ein Bild, wieviel Geld ich in die Hand nehmen müsste, um das eine oder andere Werk von Pavel Feinstein zu erstehen. Beschwingt vom Wein bot ich Ina an, ihr ein Bild zu kaufen! Man einigte sich recht schnell auf ein Motiv, ein größeres Werk, 1,10 Meter mal 1,20 Meter, mit vielen Orangen.

Leider war schon ein roter Punkt dran. Es wäre durchaus erschwinglich gewesen, um die zwölftausend – oder warens dreiundzwanzigtausend – für so ein Format nicht übertrieben. Aber, es hat nicht sollen sein, war ja nun leider schon verkauft. Wir suchten nach einer Alternative, konnten uns aber nur auf die Gratis-Postkarte mit den Mandarinen einigen. Rechtschaffen hungrig von den aufreibenden Kauferwägungen begaben wir uns in das italienische Lokal „Cucina Comoda“ um die Ecke, welches ich empfehle. Die Kellner waren sehr um uns bemüht und es fielen altmodische Begriffe wie „Bella“, auch wurde gescherzt und zutraulich mit den Wimpern geklimpert. Genau meine Vorstellung von zuvorkommendem Service. Dementsprechend bestellte ich mir statt einem Dessert eine Doppelportion, nämlich Cassata alla siciliana und ein gar herrliches Tartufo. Ina durfte auch mal mitlöffeln. Ein gelungener Lokalbesuch, ohne Wenn und Aber.

15. März 2022

Ein etwas kürzerer Chat als sonst, gestern Abend, am 14. März 2022, von 20.18 bis 22:21 Uhr. Davon ausgehend, dass längeren Palaver ohnehin kaum wer lesen wird (und damit auch welthaltige Perlen unsere gechatteten Gedanken unter den Tisch fallen), wird sich keiner beschweren. Tina hatte mir zwischendurch – das Aufsatz-Thema verfehlend – noch alles Mögliche über „Bumble“ mitgeteilt, was mir aber ungefähr so wumpe war, wie mein tief und fest schlafender Tinder-Account.

Tina
Heute hab ich Vox an.

Gaga
Bin nun auch dabei… Friederike topattraktiv. Guckst du?

Tina
Ja.

Gaga
Sag mal was zu Gregor.

Tina
Keck. Aber bisschen nervig. Übergriffig.

Gaga
Er ist mir ein bißchen zu onkelhaft und auch der alte Herrenwitz ist nicht weit…. zwar ein gewisser Witz, aber reicht mir nicht, auch zu undefiniert vom Körper her… er hat diesen Hang zum Kalauer, den ich im Übermaß nervig und Achtziger finde… Leute, die dauernd Wortspiele machen, hö hö hö.

Tina
Ja, er könnte auch Lehrer sein.

Gaga
Fächer?

Tina
Biologie und Geografie.

Gaga
Bio und Geo auch – haha. Oder Dozent für Betriebswirtschaft.

Tina
Nee, dafür ist er zu lustig. Da bräuchte er Pragmatismus.

Gaga
Krass, als Vorname „Vanita“ „Die Eitelkeit“ sozusagen… aber Mickymausstimmchen…. Der ist schon auch pragmatisch, aber nun zu Vanita… sie hat keinen BH an, oho… „ich hab drei Namen: Ivan Raimund Charles“. Schon sehr speziell, die Eltern…

Tina
Vielleicht der Papa auch schon schwul.

Gaga
Finde Ivan aber recht sympathisch.

Tina
Ja, die sind beide cool.

Gaga
Ebenbürtig, man spürt Draht.

Tina
Patricia hat sogar ihre Brüste tatöwiert.

Gaga
Links „bite“, rechts „me“ (hat sie vorhin erzählt…). Sie ist so eine Eigensinnige, für Männer zu kompliziert, schätze ich.

Tina
Du meinst, weil sie auch so viel plappert? Mmh. Weiß nicht, inwieweit man das so sehen soll. Es muss auch eigensinnige Männer geben, irgendwo.

Gaga
Sie sagt sehr dezidierte Dinge, was ihre selektiven Vorlieben angeht, das wirkt anstrengend und verschreckt, weil es bedeutet, dass sie in allen Bereichen genaue Vorstellungen hat, also auch, wie der Mann sich verhalten soll, etc.

Gaga
Die beiden: Kate Moss datet Basti Schweinsteiger!

Tina
Ja! Ha ha.

Gaga
Sie hat schon die Hosen an…

Tina
Vielleicht mag er das aber auch.

Gaga
Ja, er wirkt eher gutmütig. Massimo und Ivan… wie Brüder, mit dem drei-Tage-Bart.

Tina
Ja, sehen super zusammen aus. Ich nehme an, du schaltest nun ab.

Gaga
Wurde eine schöne Freundschaft…. Ich muss in die Heia, Wecker klingelt morgen sehr sehr früh (um 4:10 Uhr).

Tina
Oh je und ja, dann schlafen Sie gut Frau Nielsen.

14. März 2022

Neulich hat mich Ina gefragt, woher ich Tina kenne, mit der ich gelegentlich die beiden Datingformate „First Dates Hotel“ und „Der Bachelor“ gucke und kommentiere. Ich kenne tatsächlich viel mehr Leute, als ich hier erwähne. Tina gehört seit einiger Zeit auch dazu. Sie arbeitet bei einer sehr exclusiven Fluggesellschaft mit elitärer Klientel und möchte diskret damit verfahren, dass sie zur Entspannung solche Sachen anschaut, sonst wäre sie in ihren Kommentaren gehemmt. Wir gucken soeben wieder nebenher First Dates Hotel. Gerade Reklame.

13. März 2022

Gestern Abend mit Lydia im Zwiebelfisch am Savignyplatz. Heftige Debatten über Gott und die Welt, nicht mal kontrovers, aber hitzig. Vorher bei einer Ausstellungseröffnung in der Galerie Schmalfuß in der Knesebeckstraße. Ich mag das alte Charlottenburg, diese Ecke besonders. Und die Patina vom Zwiebelfisch, all die Bilder und das ebenso patinierte Publikum. Bin ja selber nun schon leicht patiniert.

12. März 2022

Vor meinem großen Vogel in der Fasanenstraße. Kein Fasan. Vogelwesen sind mir sehr vertraut, ich habe quasi familiäre Gefühle gegenüber den Gefiederten. Vor einer Woche, Freitag, 4. März, bevor ich mich mit Ina in einer Galerie in der Wielandstr. traf.

„Phoenix“, 4. November 2003, Acryl auf Leinwand, 120 x 150 cm.

11. März 2022

Heute: fünfundneunzigster Geburtstag von Joachim Karl „Blacky“ Fuchsberger. Ganz toller Mann. Er hat nicht nur geschauspielert, moderiert und Bücher geschrieben, sondern war auch der Texter des für mich bei weitem schönsten, international erfolgreichsten Chansons von Udo Jürgens: „Was ich dir sagen will“ (engl. Fassung „The Music Played“). Ich fand ihn schon als kleines Mädchen zum verlieben und sende einen innigen Gruß in den Himmel.

P.S. und er war der erste deutsche UNICEF-Botschafter, dreißig Jahre lang, und hat häufig seine Gagen an UNICEF gespendet.

10. März 2022

Chatprotokoll von Gaga und Tina, 9. März 2022, 20:30 Uhr – 22:51 Uhr (triviales Bachelor-Gucken im Bewusstsein des Krieges in der Ukraine)

Gaga
Ich lass den Bachie nebenher laufen, aber etwas leidenschaftslos. Fängt jetzt an.

Tina
Ja in ein paar Minuten folge ich dir. (…) Bin da.

Gaga
Langweiligster Bachelor der Erdgeschichte, las eben nebenher einen Artikel, welche Luxussachen in Russland nicht mehr erhältlich sind… ganz interessant…. kein Netflix mehr… https://www.hna.de/wirtschaft/geschlossene-laeden-kein-netflix-russen-spueren-sanktionen-zr-91399391.html
Der Bachelor redet wie ein Versicherungsvertreter, schlimm.

Tina
Mh. Sehe nun auch nicht so viele Unterschiede zu den anderen. Aber er wirkt schon etwas kalt.

Gaga
Ich ja, die anderen haben sich emotionaler artikuliert, hatten keinen so hektisch geschäftsmäßigen Duktus. Er könnte auch über eine Eigentumswohnung reden oder eine Wertpapieraktie. Alles eine Leier, und immer geschäftiges Stakkato.

Tina
Ist halt Christian Linder Style. Könnte auch Personalchef bei irgendnem Startup sein. Solche musste ich auch schon kennenlernen. Hat keinen Spaß gemacht.

Gaga
Alles wie auswendig gelernt, als ob er im Kopf eine Liste abhakt, was er noch alles erwähnen muss, was ihm die Regie vorgegeben hat. So jemanden würde ich nie kennenlernen, das wäre noch nicht mal ein flüchtiger Bekannter. Höchstens aufgenötigte Job-Bekanntschaft als Prüfungsteilnehmer.

Tina
@“kein-netflix-russen“: was las ich dazu auf Twitter:
„Njet-Flix“

Gaga
Aber die Mädels haben tolle Bikinifiguren, knackige Popos. Die sind ja noch sehr jung und trainieren auch viel dafür. Merken: genießen, wenns noch nicht überall schwabbelt, so knackig ist man nur in jungen Jahren…. oder mit elend viel workout

Tina
Habe gerade das ARD Extra auch wieder gesehen, will ich eigentlich gar nicht. Aber es heißt, die russischen Truppen kommen ja laut Satellitenbilder echt nicht voran. Er hat sich bei seiner Blitzkriegtheorie verkalkuliert, es gibt wohl auch schlicht und ergreifend zu wenig Treibstoff für die Panzer und man setzt doch große Hoffnungen auf die Verhandlungen in der Türkei.

Gaga
Mich als Mann würde am ehesten die blonde Hamburgerin interessieren, die gerade gesagt hat „es ist ein Auf und Ab“ die wirkt interessant reifer.

Tina
@“genießen, wenns noch nicht überall schwabbelt“: Es gibt auch immer Mittelwege. Mit Alltagssport ist nicht wenig getan. @“blonde Hamburgerin“: Hab ich verpasst. Der erinnert mich vom Gehabe her auch an meinen Zahnarzt.

Gaga
Die ist hellblond und sieht reifer aus, nicht diese Anna. Sind ja nicht mehr so viele.

Tina
What’s your Anna-Opinion?

Gaga
Wird langsam uninteressanter. Seine ganze Stimmlage ist für mich zum Davonrennen. Dieser komische kölsche Zungenschlag… so vernuschelt. Oder wie ein Motivationstrainer im Sparformat.

Tina
Außerdem ist es auch nicht unbedingt normal, in jungen Jahren total knackig zu sein. Ein kleiner Trugschluss. Viele junge Menschen werden immer dicker. Sagt auch meine Mutter über die Mitschüler meiner Nichten und Neffen. Ich war mit neunzehn, nachdem ich das erste Mal richtig Pillen schlucken musste, am dicksten.

Gaga
Ich rede nicht von dick oder dünn, sondern von schwabbelig. Oh Gott, Schamanentreff. Sparkassenangestellter trifft auf Eso. Aber DIE Mode ist ja im Mainstream angekommen. Gähn.

Tina
Ich war mal in einen Sparkassenangestellten verliebt. Sehr verliebt.

Gaga
Ich kenne auch coole Leute in Langweilerjobs, aber er erfüllt so ein Klischeebild.

Tina
Ich finde es gerade schade, dass die Eso-Sachen so unverwandt im Mainstream angekommen sind.

Gaga
Wieso? Ist doch niedlich. Die Welt öffnet sich eben nach allen Seiten, ist schon okay.

Tina
Er könnte auch ein Personalchef in einem hipster Startup Café sein, das sich nicht für seine Gäste interessiert.

Gaga
Ach, die kleine Franzi aus Kassel weint. Oder Teamleiter in einem Telekommunikations-Laden. Man könnte bei allem was er sagt auch denken, er redet über Arbeitsdynamik in seinem Team. Immer schön analytisch.

Tina
Art Director in ner Werbeagentur.

Gaga
Niemals Art Director in einer Werbeagentur, völlig undenkbar, die sind viel stylisher und haben eine gewisse Sophistication und Kultiviertheit und Kunstsinn, schon als Jobanforderung. Er passt auch in ein Autohaus, Kleinwagen verkaufen und anpreisen.

Tina
@“Art Director in einer Werbeagentur, völlig undenkbar, die sind…
Leider sind die genau so nicht! Die sind total krass und gnadenlos. Da ist nix mit künstlerischer Feingeistigkeit und Tra la la la. Die, die ich erlebte, waren knallhart. Deswegen konnte ich mir auch nie vorstellen, in eine Werbeagentur zu gehen.

Gaga
Art Directoren schon, die fürs Finanzielle vielleicht nicht. Kannst ja mal googeln, wer im Art Directors Club in der Jury ist. Das sind ganz andere Kaliber, nicht so ein grüner Junge ohne Kultur. https://www.adc.de/club/praesidium Es gibt natürlich auch kleine Agenturen, die die Welt nicht so kennt, aber ich denke eher an JvM und Springer Jacoby etc.

Tina
Könnte er auch ein besserwisserischer Polizist sein. Ha. Was könnt er alles noch sein, wo man auf den zweiten Blick hindenken würde. Nach dem Küssen wie nach der Weinverkostung: „Is gut. …. Is gut.“

Gaga
Immer derselbe Tonfall.

Tina
Aber in einem Haus das alles. Das ist ja schon nah an Quälerei der Frauen.

Gaga
Er spricht wie Jürgen von der Lippe, nur nicht so geistreich-witzig. Der ältere Komiker mit den Hawaiihemden.

Tina
Hier ein kleines Tütü von TikTok. Wahrsagerei mal anders. „Achtung, aufgepasst: nimm das nächstgelegene Buch zur Hand und schlage Seite siebenundzwanzig auf. Der erste vollständige Satz beschreibt deine nächste Beziehung.“

Gaga
Ach ja, diese Spielchen. Das ist der Komikeropa J. v. d. Lippe, der auch so das sch kölschmäßig vernuschelt https://www.youtube.com/watch?v=6jR87Q_EorM

Tina
Du, den kenn ich doch. Nur zu gut. Keine Sorge.

Gaga
Ich dachte, du bist evt. zu jung, das ist ja schon ein alter Sack.

Tina
Ich bin auch nicht mehr so jung, wie du mich immer vermutest. Gehe straff auf die vierzig zu.

Gaga
Wie findest du so diese sprachliche Einfärbung? Ist dir so etwas egal?

Tina
Ich höre es bei ihm noch nicht ganz so. Für mich nuschelt er eher. Aber wenn er sich schämt, ist es krasser.

Gaga
Das ist der unsentimentalste Mann ever in diesem Format. Wann hat er sich denn geschämt?

Tina
Ist doch aber auch mal irgendwie cool. Ho ho ho, da war er aber ganz schön genervt. Er kommt wohl doch an seine Grenzen.

Gaga
Ich stell mir vor, dass er beim Sex auch dauernd blöde Witzeleien ablässt, damit bloß keine tiefen Leidenschaften aufkommen.

Tina
Ja, ich verstehe was du meinst. Es wird oberzickig.

Gaga
Die im roten Kleid sonnt sich vor allem in der Rolle „verliebt für die TV-Kamera“ darstellen, das genießt sie in vollen Zügen. Voll die kamerasüchtige Diva. Sie kommt auch sehr dekorativ rüber. Oh reimt sich! Ein Rap! Sie performt regelrecht, auch beim Erzählen vor den anderen. Immer ausladende Bühnengesten. Heidi (Klum) sagt bei Photosessions oft zu den Mädchen: „denk dran: schöne Füße. Schöne Hände, schöne Füße“. Damit meint sie nicht, dass die Nägel gepflegt und sauber sein sollen, sondern eine bestimmte Anmut in der Geste, den Fuß z. B. in gerader Spannung halten etc. Das kann die Jana, oder wie sie heißt im roten Kleid, auch sehr gut. Was war eigentlich beim (gähn) Schamanen? Ich glaub, da war ich in der Küche…

Tina
Kriegt er es auch nicht gut hin, das alles auszubalancieren? Was meinst du?

Gaga
Hä? Ich höre immer nur den Duktus eines Zwischengesprächs zwischen Bereichsleiter und Mitarbeiterin über den bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres. Der kriegt emotional kommunikationsmäßig rein gar nichts hin.

Tina
Die finden ihn aber trotzdem hot. Ich meinte aber oben, er kriegt es nicht hin, ihnen die gleiche Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen.

Gaga
Die finden es hot, vor der Kamera zu stehen und wissen, dass sie ihn gut finden sollten. Ich bin beim Nachfolgebetrag, Bericht über Lili, die nach Berlin geflüchtet ist… interessiert mich gerade mehr, sehr persönlich…

Tina
Ja, ich gucke es auch.

Gaga
Ich sehe recht selten Berichterstattung zur Ukraine, ich lese mehr. Dass Jan Hofer vom Ersten jetzt bei RTL ist, entging mir auch. Dachte, er ist auf Rente… macht sich aber vertrauenswürdig.

Tina
Ich mach beides schon die ganze Zeit. Einige Dokus über Putin.

Gaga
Dokus ja, das ist was Anderes, ich meine, diese minutiöse Tagesberichterstattung geb ich mir nicht. Also nicht via TV.

Tina
Den ukrainischen Botschafter sehe ich seit Wochen. Der hat vor dem Krieg so eindrücklich bei Anne Will gesprochen, da war’s mir schon ziemlich klar, dass dieser Krieg passieren wird.

Gaga
Ich recherchiere konkret Zeitungsartikel zu bestimmten Themen mit Bezug dazu.

Tina
Jeder darf, was er dazu braucht und will.

Gaga
Ich fahre täglich zweimal durch den Hauptbahnhof und sehe was auf den Bahnsteigen los ist, die Züge aus Warschau… die vollen Bahnsteige… die Helfer…sieht man aus dem S-Bahnfenster. Schönes Schlussbild mit der Musik… Gute Nacht, Tina.

Tina
Was die gerade als russische Zugeständnisse verlesen, ist komplett lächerlich. Ich finde Russland sollte dazu verdonnert werden, das Land wieder aufzubauen. Reparationen! Ja, gute Nacht 😴

Gaga
👍

Gaga
Nachtrag zu deinem Tik Tok-Tütü von wegen „nimm das nächstgelegene Buch zur Hand und schlage Seite siebenundzwanzig auf. Der erste vollständige Satz beschreibt deine nächste Beziehung.“:

„Los Angeles – Arrive on the British Airways flight slightly hungover after hours of eating and drinking and sitting in those newfangled recliners which the cabin crew call ‘coffins’.”

10. März 2022

„Obst“, Holzteller, Durchmesser 26,5 cm, Wasserfarbe, Kreide, Bunt- und Filstift, 27.04.1996, Gaga Nielsen, Verbleib unbekannt.

Heute morgen hat mich plötzlich beschäftigt, wo dieser von mir vor sechsundzwanzig Jahren bemalte Holzteller abgeblieben ist. Ich habe zuerst in der Küche nachgeschaut und dann in den anderen Zimmern. In meiner Werkstatt ist er garantiert auch nicht. Meine ich wenigstens. Es könnte auch sein, dass wer bei mir zu Besuch war (Jan? Ina?) gefragt hat, ob er von mir ist und ich ja gesagt habe und dann verschenkt habe. Ich will ihn gar nicht zurück (außer er hat keinen Platz gefunden), es würde mich nur mal interessieren!