Gestern auf dem Weg zum Schornsteinfeger-Date. Ich habe mir die Kessler-Zwillinge-Gedenkmütze auch noch in nilgrün, schwarz und grau gekauft. Gerade richtig für Übergangswetter, es ist noch frisch. Und die gute Sonne arbeitet sich gerade erst für den Frühlingsauftritt durch, kuschelt lieber noch mit der Wolkendecke.

Heute ist in vielen Teilen der Welt ein besonderer Tag. In der westlichen Welt der Frühlingsanfang, in der muslimischen Religion schon seit gestern das Bayram-Fest oder auch Zuckerfest genannt, Ende des Ramadan. Das hätte ich nicht mitbekommen, wenn nicht eine meiner liebsten Kolleginnen, die libanesische Wurzeln hat, aber in Berlin aufgewachsen ist, selbstgebackene Plätzchen ihrer Mama mitgebracht hätte, damit wir auch was vom Bayram-Fest haben. Solche familiären Gesten rühren mich sehr.

Ich stelle mir dann vor, wie die Mama zu ihr sagt: „Bring Deinen Kolleginnen auch was mit, ich hab extra mehr gebacken!“ Mit Ramadan habe ich sonst nur indirekt Berührung. Vor einem Jahr hatte ich mal privat einen Kurierdienst für einen Transport beauftragt, für Abholung und Zustellung in den frühen Abendstunden, eine Uhrzeit, wo es gerade dunkel wird. Es gab Engpässe beim Kurierdienst, einen Fahrer zu finden, weil die Firma mit sehr vielen muslimischen Berlinern zusammenarbeitet. Es war Ramadan. Sobald es dunkel wird, dürfen sie während des Ramadan endlich etwas essen und zu der Uhrzeit waren dann alle schon in den Startlöchern Richtung Futterkrippe. Habe dann einen anderen Termin für die Zustellung auserwählt, eine Uhrzeit gegen Mittag, war dann auch gar kein Problem, einen Fahrer zu finden.

Noch ein Feiertag bzw. Auftakt zu längerer Feierei, sogar 13 Tage lang, ist das persische Neujahrsfest, Nouruz oder Nowruz. Der unerschütterliche Lebenswille lässt sich nicht bremsen, trotz der Luftangriffe versuchen die Iraner ihr schönes Ritual beizubehalten. Das ist auch richtig so, finde ich. Niemals den kriegerischen, destruktiven Kräften die Oberhand zugestehen. Aber immer dem Friedlichen, der Freude und allem Schönen. Wie der Poesie.

Gerade gelesen, dass heute auch Tag der Poesie ist, von der UNESCO eingeführt. Und: Tag gegen Rassismus. Ich finde, so einen Tag sollte es in unserer Zeit wirklich nicht mehr brauchen, das ist ja wohl selbstverständlich, finde ich. Wie Tag gegen Kacke auf dem Tisch – braucht auch kein Mensch. So wird Schwachsinn hofiert, indem er namentlich auf ein Podest kommt, wenn auch unter anderen Vorzeichen. Und jene, die die Message nicht erhalten haben, werden eher bockig auf Krawall gebürstet, weiter ihre kleingeistige Haltung proklamieren, sollten sie je davon hören. Die Sonne hat ihren Auftritt, ich gehe mal Hallo sagen, mit dem Buch von B… Bodo Kirchhoff. Noch gut fünfzig Seiten. Und Kaffee!






































































































































































