Geht besser. MĂŒll und Altglas runtergebracht. Im Fahrstuhl meine Nachbarin (ca. Mitte DreiĂig), erkundigt sich, ob mich ihre Katze gestört hat. Sie weint, jault die letzten Tage immer wieder. Ich höre es an der WohnungstĂŒr beim AufschlieĂen. Ich sage, dass ich mich tatsĂ€chlich gesorgt habe. Die Mieze leidet darunter, wenn sie allein ist, sagt sie. Ob sie lĂ€ufig ist? Ja, kann sein, meint die Nachbarin. Und erwĂ€hnt, dass sie auch immer nach meinen TĂ€ubchen guckt, die Katze. Und dass es ja wieder Junge gab, also KĂŒken. Ja, sag ich, das hab ich diesmal verpasst, erst bemerkt, als sie schon kurz vor flĂŒgge waren. Aber jetzt gibt es wieder ein Gelege. Seit einer Woche, brĂŒten immer 16 – 17 Tage. In ca. zehn Tagen mĂŒssten sie schlĂŒpfen. Nachbarin freut sich, sagt, dass sie die Katze aus dem KĂŒchenfenster gucken lĂ€sst, wenn die KrĂ€hen ums Nest kreisen, zur Abschreckung. SĂŒĂ. Viele wissen gar nicht, dass jedes Gelege unter Naturschutz steht, steht BuĂgeld auf Zerstörung. Noch kein Foto gemacht, die zwei Ringeltauben-Eier sehen immer gleich aus, weiĂ. Aber wenn sie geschlĂŒpft sind, versuch ich wieder, die Kleinen einzufangen. Nur mit der Kamera! Zum Gucken, wie die neuen Struppis aussehen, im Vergleich zu den frĂŒheren KĂŒken.
21. Mai 2026
heute krank
20. Mai 2026
Ein kleiner Auszug aus einem Chat mit Lydia, in dem ich von zwei Filmen schwÀrme, die ich nach vielen, vielen Jahren wieder sah:

„(âŠ) guck dir lieber „Ein Herz und eine Krone“ mit Audrey an oder „Traum meines Lebens“. Ich war gestern wieder komplett verzĂŒckt, wie sĂŒĂ Audrey Hepburn war, wie toll die Dialoge in dem Film, kein Kitsch, aber dennoch wunderschön, auch die Kulissen. Dass sie eine königliche Hoheit spielt, ist natĂŒrlich per se Kitsch, aber ohne peinlichen SĂŒĂkram und Rom von seiner schönsten Seite⊠spielt in der damaligen Gegenwart der FĂŒnfziger, kein KostĂŒmfilm, wirst du ja auch schon mal gesehen haben, ich leider gar nicht so oft, aber hatte schon dĂ©jĂ -vus, ist toll, wenn man einen Film Jahrzehnte nicht gesehen hat, zuletzt als Kind oder Teenie, man achtet auf andere Dinge⊠genieĂt wahrscheinlich noch mehr, wenn ein Film ein tolles Drehbuch, die besten Schauspieler, intelligente Dialoge und auch noch eine phantastische Kulisse hat, weil das insgesamt gar nicht soo viele Filme der Filmgeschichte zu bieten haben. Und ebenso „Traum meines Lebens„, trifft auch alles auf diesen Film zu, alles erste Sahne. Eine Lovestory in Venedig spielend, mit Katharine Hepburn und einem sexy reiferen Italiener, von 1955, gestern gesehen, nach vielen Jahrzehnten mal wieder. SO schön! Und beide Filme haben nichts verloren, ĂŒber die Entwicklung der Welt hinweg, die beiden Frauen wirken nicht altbacken oder altmodisch in ihrer Haltung, sehr eigenwillig, tolles Frauenbild, das sie verkörpern. Beide Filme auch ungewöhnlicherweise ohne zuckriges Happy End, aber auch kein tragisches Ende, eher auf eine schöne Art melancholisch.„
19. Mai 2026
Hab heute keine Lust zu bloggen. Geh lieber nebenan in die KĂŒche und mach mir einen Pfannkuchen. Bis morgen.
18. Mai 2026



So, 17. Mai. Neue Woche, neuer Hut-Content. VoilĂ : einer der beiden aus sogenanntem Papierstroh von dm, hier das gĂŒnstigere 9,90 ⏠Modell. Leider war gestern nicht das avisierte wolkenlose Wetter, aber fĂŒr die Bilder konnte ich ein paar Strahlen einfangen. Richtig auf dem Kopf, passt er auch, ist nicht so klein, wie auf dem Foto wirkend, wo ich gerade im Begriff bin, ihn mir aufzusetzen. Bei der Gelegenheit verrate ich meine Herangehensweise bei Selbstportraits. Ich fotografiere ausnahmslos in Bewegung, nie statisch. Kein Stillhalten, gebannt gucken und Schnute ziehen und dann abdrĂŒcken, sondern immer bewegen, bewegen, bewegen, wenn auch minimal, und dabei auslösen. Da ist immer was dabei. Tatsache ist, dass man im wahren Leben auch stĂ€ndig in Bewegung ist, und sei es nur eine minimale Kopfbewegung oder ein Wimpernschlag. Alles andere wirkt berechnet und ausgezirkelt.



17. Mai 2026

Den Kirchhoff gestern ausgelesen. Zuweilen beschleunigt durch ĂberblĂ€ttern, zunehmend ab der Mitte. Tragisch, das zentrale, initiale Geschehen, Freitod der Frau des Ich-ErzĂ€hlers, dessen Auslöser ihn Jahre umtreibt. Viel, viel Italien darin, wie auch im Leben des Autors. Ungeduld, wann er endlich den Brief mit einer weiteren Trauernachricht öffnet, den er Wochen nach Erhalt von einer Ecke in die andere legt. Aber selbst die LĂ€ngen, die ich mir etwas ignorant verkĂŒrze, reichen nicht fĂŒr ein gelangweiltes Fazit. Immer wieder Stellen, fĂŒr die ich den Autor schĂ€tze und daher auch dieses Buch mochte. Kann es nicht uneingeschrĂ€nkt empfehlen, aber auch nicht abraten. Fragmente, die mir gefielen.

„Ich war noch einmal jung, kaum Ă€lter als Malte, und ein MĂ€dchen kommt auf mich zu, wippende Locken, wippender Rock, sie nimmt meine Hand und sagt, lass uns verreisen, wollen wir? Alles ist unendlich einfach, wie auf einem Foto, das mich in Griechenland zeigt, braungebrannt auf einem Fels am Meer, im langen Haar eine Taucherbrille und in der Hand eine Zigarette. Einer aus meiner Ersatzdienstzeit hat auf den Auslöser gedrĂŒckt, wir waren zu zweit unterwegs, einen Monat lang jeder mit dreihundert Mark, und nur dieses Foto ist davon geblieben, vor einiger Zeit beim AufrĂ€umen wiederentdeckt; seitdem steht es, klein und gerahmt, auf dem Fenstersims in der KĂŒche, und als Malte es dort zum ersten Mal sah, fragte er, wer das sei auf dem Fels. Ich mein Freund, ich! Und darauf er: He, du hattest ja richtige Haare und Schultern (âŠ)“ S. 150

„(âŠ) und warum nicht auch einfach weiter die lieben, die man zu kennen geglaubt hat. Die, mit der ich im Sand hinter den DĂŒnen von Pellestrina unter dem Sonnensegelfetzen lag, unsere LeihrĂ€der auch im Sand, so verhakt wie wir, der eine Lenker mit fehlendem Griff, dort, wo er in die Luft ragt mit blanker Kante. (âŠ) Meine SchlĂ€fe lag seit WĂŒrzburg am Fenster, die ErschĂŒtterungen in der Scheibe taten gut, als könnten sie schwere Gedanken zu leichten zerreiben, und man selbst mĂŒsste gar nichts tun“ S. 328

„Die Zeit, sie drĂ€ngt, wenn der Umriss des eigenen Endes Gestalt annimmt, ich rede von mir. Noch schlĂ€gt das Herz, und ich sitze auf dem Balkon, unter mir die Riesenglyzinie, ĂŒber mir der Vesuv und ein Sternenpfeffer, zu meinen FĂŒĂen das Tier, das einen Namen braucht, etwas, das im GedĂ€chtnis bleibt, wie der Name Pompeji (âŠ)“ S. 444, Bodo Kirchhoff, „Verlangen und Melancholie„
17. Mai 2026
17. Mai 2026
16. Mai 2026


Ein alter Hut. Die AuguststraĂe entlang, ĂŒber die Kreuzung Rosenthaler, rechts in die Kleine Rosenthaler, links in die MulackstraĂe, rechts in die GormannstraĂe, Blick in und durch die Schaufenster von Sevenstar, WeinmeisterstraĂe, U8. Atelier.
BlĂŒtenstaub auf meinem Josef Hoffmann-SchrĂ€nkchen auf dem Balkon und den Fliesen daneben. Hellgelb wie Dr. Oetker Vanillepudding meiner Kindheit. Den ich nicht so mochte. Lieber Schoko. Weggeputzt, auch bisschen Vogelkacke auf drei Kacheln. Den Mittelmeerwolfsmilchbusch vom vorletzten Jahr in den Balkonkasten gepflanzt, vielleicht wird er da wieder buschig. Gegossen. Zwei Schluck Rotwein. Kein Kalkstein mehr im WC, ordentlich geputzt.
Wieder Richtung heim. Davor ins Hermannquartier, einkaufen. In der Eingangspassage eine Rollstuhlfahrerin, circa Mitte Sechzig, ganz fein zurecht gemacht. Vor allem die Frisur. Dunkelbraune, kinnlange Haare in feinen Wellen onduliert und seitlich eine groĂe Glitzer-Haarspange, wie man sie sonst nur an kleinen MĂ€dchen oder in Zwanziger Jahre-Filmen sieht.
Zuerst dm, VorrĂ€te FlĂŒssigseife, Vanille-Kokos. Und an einem StĂ€nder mit SonnenhĂŒten zwei aufprobiert. Haben gepasst. Einer 9,90, der andere 14,90. Ein Geflecht wie Stroh, ist aber wohl Papier, einer wie helles Stroh, mit naturweiĂem Flatterhutband aus Baumwolle, der andere dunkleres Papierstroh mit blau-weiĂ gewebtem Ethno-Band. Beide HĂŒte ineinander gesteckt und als Einkaufskörbchen fĂŒr die fĂŒnf Seifenflaschen benutzt. Die Kassiererin lĂ€chelte heiter, als ich sagte: „Das ist mein Einkaufskörbchen!“
Dann runter zu Rewe, wollte hauptsĂ€chlich wieder stichfesten Bulgaria-Joghurt in der blaugrĂŒnen Verpackung holen, war wieder nicht im Regal. Da es eh keinen anderen stichfesten dort gibt, kann ich gleich wieder gehen. Die schon mitgenommenen hellen Weintrauben wieder zurĂŒck ins Regal gelegt, wieder mit der Rolltreppe nach oben, zu meinem Endziel, Netto.
Dort das KrĂ€uterregal geplĂŒndert und alle vier vorhandenen Petersilientöpfchen und eins mit Schnittlauch mitgenommen. GekrĂ€uselte Petersilie, die ich sehr gerne mag und die ein paar Jahre aus der Mode war, aber nie bei mir. Sie erinnert mich an die Petersiliendeko meiner Sechziger- und Siebziger-Jahre-Kindheit, Weintrauben, einen Vierer-Pack von einem beliebigen Joghurt 3,8 Prozent eingepackt, nix besonderes. Und eine Flasche Cola, ich achtete nur auf schwarze Schrift auf rotem Etikett. Hatte die Brille nicht auf.
In der U-Bahn zurĂŒck, eine junge Frau in den Zwanzigern mit braunen Haaren und einem etwas formlosen Kurzhaarschnitt, zu wellig irgendwie. Aber ein tolles Detail: sie hat sich mit einer HaarstrĂ€hne von den SchlĂ€fen einen Herrenwinker auf die Backe geklebt. Eine ganz fein gerollte Haarschnecke klebte da. Toll!
Daheim beim Aufschrauben der Colaflasche bemerkt, dass das Etikett einen komischen lilaroten Rand hat. Erst mal getrunken. Irgendwie anders, aber nicht gut anders, komisch anders. Brille aufgesetzt, Etikett genau angeguckt. Fuck. „Cherry Coke Zero“ stand da. Gar nicht meins! Wusste ich schon vorher. Nie probiert, nie gekauft. Mit experimentellen Cola-Geschmacksrichtungen muss man mir nicht kommen. Auch nicht mit Bier mit Zitronenlimo-Geschmack oder dergleichen Unfug. Aber die 2 HĂŒte sind super.

15. Mai 2026
In my Garbo Years. Die wechselnden AugenglĂ€ser schĂŒtzen die empfindlichen, schnell trĂ€nenden, alten Augen von Gaga Garbo vor Wind und Wetter und ĂŒberdies vor allzu bohrenden Blicken!



15. Mai 2026

In my Garbo Years. Nicht der GröĂenwahn nimmt ĂŒberhand, sondern Parallelen. Ich denke dabei keineswegs an Garbo, den gefeierten Stummfilmstar, sondern Greta Garbo zwischen ihrem 60. und 84. Lebensjahr. In bequemen, aber immer eleganten flachen Schuhen, Loafers aus feinem Wildleder, Ton in Ton gekleidet, oft mit einer passenden Kopfbedeckung, streifte sie allein durch die StraĂen ihrer Stadt, machte Besorgungen, besuchte Ausstellungen, beobachtete Menschen und ging wieder nach Hause, in ihr mit schönem Mobiliar und Kunst bestĂŒcktes Apartment. Na gut â niemand paparazzt mich. Und noch lache ich.


15. Mai 2026
Schlaflos in Berlin⊠bin kurz vor zwei ins Bett, nur wach gelegen, alle möglichen GedankengĂ€nge⊠wieder aufgestanden, in die KĂŒche, ein kleines Jever aufgemacht, trinke ich jetzt. Mal sehen, ob sich Bettschwere einstellt. Vor allem mentale. Die brauch ich. Neulich in irgendeinem Artikel gelesen, eine Psychologin empfiehlt, man soll bei innerer Unruhe aufschreiben, was einen beschĂ€ftigt. Ich blogge ja meist am Abend, aber keine Themen, die mich ganz privat umtreiben bzw. nur durch die Blume. Aus Diskretion, nicht aus Heimlichtuerei. Ich habe ĂŒberhaupt keine Lust oder Motivation, ein geheimes Tagebuch zu fĂŒhren, in dem ich jegliches dokumentiere. Je Ă€lter man wird, umso mehr wird einem klar, dass man auch nur ein durchlaufender Posten im GefĂŒge der Menschheit ist und nicht zu dem kleinen Prozentsatz gehören wird, der noch nach Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten in einem Lexikon auftaucht und dessen Lebensbewegungen dereinst erforscht werden. Von daher erschiene es mir eher als eine lĂ€stige Ansammlung von weiteren intimen Sachverhalten. Das hĂ€tte alles nur Sinn es zu dokumentieren, wenn ich ein autofiktionales Buchprojekt hĂ€tte, dem ich damit zuarbeiten wĂŒrde. Ist gar nicht auf meiner inneren Agenda. Der erste Vogel zwitschert. Es ist noch stockdunkel. Beruhigend. Nach Einbruch der Helligkeit schlafen zu gehen, ist blöd. Als hĂ€tte man billigend in Kauf genommen, dass der neue Tag kastriert wird. Jetzt fange ich an zu faseln. Ein gutes Zeichen, bin wohl kurz vorm Alphazustand. Das Jever ist nun leer.
14. Mai 2026

Aprilwetter im Mai, kleine Chats mit Tanger, da hĂ€tte ich mal hin sollen. Völlig ĂŒberrumpelt, dass heute Feiertag ist, da ich die ganze Woche frei habe. Wollte eigentlich paar Sachen einkaufen. Obwohl – da fĂ€llt mir ein, dieser Denns Biomarkt am Gesundbrunnen hat glaube ich an Feiertagen auf. Da könnte ich mal hin. Jetzt wieder ein paar Minuten Sonne. Ist aber kalt drauĂen. Gestern bei Bio Company (wo ich relativ selten kaufe) Zitronenbasilikum gekauft, im Töpfchen und drauĂen eingepflanzt, in einen groĂen Topf. Es hat kleinere BlĂ€tter, die wirklich zitronig schmecken, interessanter, als die groĂblĂ€ttrige, dem Untergang geweihte italienische Sorte aus dem Supermarkt. Ich checke mal, ob dieser Denns auf hat.
14. Mai 2026
„Als wir aus dem Hotel in die Sonne traten, dachte ich an heiĂe Junitage zurĂŒck, wenn Schwimmen auf dem Stundenplan stand und die BĂŒrkle in den See ging, ihren Badeanzug noch mit den Daumen ĂŒber die Pobacken zog, die Daumen dort, wo man selbst gerne hingefasst hĂ€tte, ehe sie eintauchte und man zugleich mit ihr seine angelesenen Weltsichten davonschwimmen sah, das StĂŒckchen Hegel, das jeder anders verstand, und den Marxismus in Kurzform, die Theorien zur Befreiung der UnterdrĂŒckten oder das Einmaleins der Anarchie“
Bodo Kirchhoff, „Verlangen und Melancholie„, Seite 67
13. Mai 2026


Nach zwanzig Jahren traf ich (gezwungenermaĂen) meine ehemalige Assistentin Saskia Sachs, die mittlerweile anderweitig Karriere gemacht hat, im Foyer vom Zoopalast, wo wir auf meine anderen drei Assistentinnen warteten, um gemeinsam diesen neuen Film ĂŒber mich anzusehen. Damit das GefĂ€lle zur RealitĂ€t der etwas verharmlosten Darstellung meiner Person, also Gaga Priestly, in diesem Streifen „Der Teufel trĂ€gt Prada 2“ nicht allzu augenfĂ€llig ausfĂ€llt, bemĂŒhte ich mich um Haltung und spielte die konziliante, verbindliche Ex-Chefin. Die Sachs schien sich sichtlich fĂŒr die Selfies mit mir zu begeistern, ich spielte mit. SchlieĂlich kann sie mir spĂ€ter noch nĂŒtzlich sein, wenn sie wieder bei Runway einsteigt, um sich mit dem unglamourösen Part der Schadensbegrenzung wegen dieser unerquicklichen Geschichte irgendwelcher ausbeuterischen Produktionsbedingungen bei Dior, die leider Gottes aufgeflogen sind, zu befassen. Um das Blatt und den Premiumkunden zu halten, muss man leider Opfer bringen. Ich bin ĂŒber meinen Schatten gesprungen, wie man sieht. Wer mich persönlich kennt, sieht natĂŒrlich, dass mein LĂ€cheln unnatĂŒrlich und gespielt ist. Zum GlĂŒck kamen bald meine anderen Assistentinnen Jenny, Lydia und Doro, und ich konnte mir das alberne GelĂ€chel sparen, das sie ohnehin nicht von mir kennen.




Nach der VorfĂŒhrung: „HĂ€tte nicht gedacht, dass ich mal als Spitzenmerkmal eines Films die DROHNEN-BILDER benennen wĂŒrde, aber war so. Milano und New York City aus der Drohnenkameraperspektive – grandios. (Dialoge eher platt, Plot bemĂŒht politisch korrekt, das devilishe hat bei Miranda ein bisschen sehr nachgelassen. Aber tolle Outfits auch, mehr darf man nicht erwarten!)“
Saskia (Sachs): „Ich fasse zusammen: Es war kein Ohren-, sondern ein Augenschmaus!„
13. Mai 2026
13. Mai 2026

Gestern vor dem Kino Miranda Priestly mit Paillettenblazer, Schluppenbluse sowie arrogant blasierter Expertise gechannelt.


12. Mai 2026

Der heutige Kino-Abend ist diesen beiden Damen gewidmet. Die mit Meryl recht gut befreundete Anna Wintour lÀsst wissen, dass eine wesentliche Abweichung zur RealitÀt darin besteht, dass sie niemals mit einer ihrer Assistentinnen zu den Fashion Weeks in Paris reiste. Ihr wurde stets vor Ort eine Assistentin bereit gestellt.
11. Mai 2026

Die kleine Schubladenkommode auf dem frisch geputzen Atelierbalkon ist nun schon viele Jahre dort und eigentlich kein DrauĂen-Mobiliar. Aber ein sehr passendes Möbel fĂŒr den winzig kleinen Balkon, wo sich gute GetrĂ€nke abstellen lassen. In den Schubladen kommen allerlei Putzmittel unter. Damit die OberflĂ€che nicht zu sehr dem Regen ausgesetzt ist, habe ich ein StĂŒck Acrylscheibe passend zugeschnitten. Als der blaue Polsterentwurf aus dem Jahr 1909 von Josef Hoffmann, den ich (wie ĂŒberhaupt die Wiener WerkstĂ€tte) tief verehre, in mein Auge fiel, erschien er mir wie das TĂŒpfelchen auf dem i fĂŒr meine blaue Balkonphantasie. So geschehen. Ich passte die SeitenverhĂ€ltnisse vor dem Ausdruck an, legte ihn unter die Scheibe und nun kann ich Josef Hoffmann in Gedanken ehren, wann immer mein Blick darauf fĂ€llt.



11. Mai 2026
11. Mai 2026
Senta Berger erinnert sich. UnverblĂŒmt und berĂŒhrend.
10. Mai 2026
10. Mai 2026
So, 10. Mai 1964 1. Muttertag Mama âĄ, Geburt v. Sohn Andreas â
So, 10. Mai 1970 7. Muttertag MamaâĄ, 6. Geburtstag v. Andreasâ
So, 10. Mai 1981 18. Muttertag MamaâĄ, 17. Geburtstag Andreas â
So, 10. Mai 1987 24. Muttertag MamaâĄ, 23. Geburtstag Andreasâ
So, 10. Mai 1993 30. Muttertag Mama âĄ, (29. Geburtst.) Andreasâ
So, 10. Mai 1998 35. Muttertag Mama âĄ, (34. Geburtst.) Andreasâ
So, 10. Mai 2009 46. Muttertag Mama âĄ, (45. Geburtst.) Andreasâ
So, 10. Mai 2015 52. Muttertag Mama âĄ, (51. Geburtst.) Andreasâ
So, 10. Mai 2021 58. Muttertag Mama âĄ, (57. Geburtst.) Andreasâ
So, 10. Mai 2026 (63.)Muttertag Mamaâ , (62. Geburtst.) Andreasâ




09. Mai 2026
09. Mai 2026





Chat nach dem Konzert, in der Nacht vom 6. zum 7. Mai: „Sie ist ganz sympathisch, ungekĂŒnstelt und nahbar. Sie wohnt ĂŒbrigens wĂ€hrend ihrer kleinen Deutschland-Tour in Berlin. Heute spielt sie in Hamburg. Sie hat dem Publikum zwischen den Songs viel erzĂ€hlt, ganz zutraulich. Auch zwei Songs mitgefilmt, mal gucken, ob ich die verwerten kann. Leider musste ich die Kamera beim Fotografieren und Filmen extrem weit hochheben, weil ich eher im mittleren Bereich stand, es war doch sehr voll. Das Hochhalten war anstrengend und ich hab auch bei den Filmaufnahmen ganz schön gewackelt. Muss mal sehen, ob sich das stabilisieren lĂ€sst.„



„Sophie Auster hatte schon wĂ€hrend des Konzerts ausfĂŒhrlich erklĂ€rt, dass sie danach auf jeden Fall noch da sein wird, wo auch ihre Platten sind und man dann quatschen könnte und so. Aber weil sie eh schon dauernd erzĂ€hlt hat, war es, als hĂ€tte man eine Freundin getroffen. Auch lustig auf dem Foto, sieht aus, als hĂ€tte der Drummer einen exaltierten Schnurrbart. Wenn ich sie richtig verstanden habe, sind ihre Mitmusiker aus Berlin, bzw. leben hier, deswegen haben sie auch eine Woche vorher angefangen in Berlin in einem Ăbungsraum zu proben. Sie kennt die drei, den Drummer, die Keyboarderin und den Bassisten wohl schon vom letzten Jahr.„



„Da ist sie auch mit Ihrem Mann und kleinem Sohn bei der Tour in einer Wohnung in Berlin gewesen. Jetzt kĂ€me es ihr schon ganz familĂ€r hier vor, meinte sie. Die anderen ziehen sie auf, weil sie die StraĂe, in der sie wohnt, nicht richtig aussprechen kann. Wenn sie mit ihrer akustischen Gitarre spielt und eine ihrer Balladen singt, erinnert das ein bisschen an Joan Baez 1968, aber ebenbĂŒrtig. Sie kann aber auch rockiger, hat auch ein paar uptempo Nummern im Programm und einen Song hat sie gecovert, „Self Control“ von 1984 von Laura Branigan, da meinte sie, der hat fĂŒr sie immer schon Berlin Vibes gehabt, oder was sie sich darunter vorstellte. Sie animierte das Publikum dann auch den Refrain mitzusingen.„




„Sie hat eine magnetische Ausstrahlung, ein schneller Wechsel zwischen ganz ernst und dann wieder koboldhaft, wenn sie erzĂ€hlt, dass sie ihren Mann (den sie oft erwĂ€hnt) in einem Club kennengelernt hat, als sie sturzbetrunken war, was ihr peinlich war, darĂŒber hat sie auch ein Lied gemacht. Und dass sie vor der Show noch einen Shot genommen hat, hat sie auch nicht verheimlicht, die wilde Sophie. Mangelnde Lebhaftigkeit kann man ihr sicher nicht vorwerfen. Ihr BlĂŒschen hat mich aber auch stark fasziniert, die Ărmel! Da muss man ja schon aus Spieltrieb expressive Armbewegungen machen! Bye bye Sophie, war schön mit Dir! [Jenny schreibt dazu: Mit Hingabe, sehr toll] Ich: Das muss man sich auch trauen, auf das GefĂŒhl vertrauen, das macht sie.“









08. Mai 2026
08. Mai 2026
08. Mai 2026

Gedankenlose Testfotos fĂŒr die Kamera-Einstellung, hab sie behalten, weil Details vom Interieur im Frannz Club. Kronleuchter und plĂŒschige Fransenlampe im Vorraum vom Konzertsaal. Am Abend war Wetter fĂŒr Pullover und Schal, wie man sieht. Erst nach der HĂ€lfte des Konzerts ausgezogen und den Pullover um die HĂŒften gebunden, weil zu dick fĂŒr die Tasche. Pullover an HĂŒfte finde ich nicht so toll, irgendwie Achtziger oder Wandertag. Noch uncooler sieht nur Pullover um Schultern oder Hals geknotet aus. Neulich gelesen, dass dieses Pullover um Hals oder Schultern von bodenstĂ€ndigeren Syltern als „Kampen-Kringel“ geĂ€chtet wird. Golfer-Look fĂŒr gehobene Einkommensklassen ist nicht meine modische Liga. Liegt weniger an der Einkommensklasse, kommt mir Sascha Hehn-mĂ€Ăig und Achtziger vor. Herzlich Willkommen bei den Guldenburgs. Gestepptes Barbour-JĂ€ckchen, Wellies und Zuchtperlenkette. Und SUV. Der (in)diskrete Charme gewisser Kaufleute. Meinen Pullover an HĂŒfte hat keiner im dunklen Konzertsaal sehen können, die Leute standen zu dicht, da konnte ich mir diesen quasi Fehltritt – rein praktisch begrĂŒndet – erlauben.


08. Mai 2026

Hier zu sehen, alle Bilder aus meiner Kamera von Sophie Austers Konzert am Mi, 6. Mai 2026 im Frannz Club in Berlin.
08. Mai 2026

Vorgestern machte ich mich lĂ€diert auf den Weg zu Sophie Austers Konzert in den Frannz Club, hatte immer noch Kopfweh, wollte aber die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, sie zu sehen und die Karte nicht verfallen lassen. Der Weg dahin fĂŒhlte sich mehr an wie eine Arbeit, die man aus PflichtgefĂŒhl erledigt, als der Auftakt zu einem VergnĂŒgen. Meine musikalischen Freundinnen waren weitgehend durch andere Termine, Verpflichtungen oder Abwesenheiten verhindert, obwohl schon auch interessiert. Ich befasste mich abermals mit der StraĂenbahn, welche zur Kulturbrauerei fĂ€hrt. Keine. Die M1 fĂ€hrt bis Schwedter Str., da aussteigen, Oderberger bis Kreuzung Schönhauser Allee 36, da wo die Skredzkistr. anfĂ€ngt. Man könnte denken, ich bin neu zugezogen, derart wenig Orientierung im Detail, von Himmelsrichtungen abgesehen, habe ich in der Ecke. Ja, ich war da schon einige Male im letzten Vierteljahrhundert. Aber das ist ja Prenzlauer Berg und da fĂ€hrt eben nur die StraĂenbahn hin. Es sei denn, man stiege am U-Bahnhof Rosa Luxemburg Platz ein und fĂ€hrt dann nördlich, sofern die dortige Baustelle im U-Bahnhof das nicht verhindert. Ich war schon wieder kurz davor, in ein Taxi zu springen. Aber dann ermahnte ich mich: stell Dich nicht so an! Die BVG-Seite schlĂ€gt den Weg zum Frannz Club sogar als FUĂWEG vor, 19 Minuten. Eigentlich ĂŒberschaubar. Aber ist man lĂ€diert und geschwĂ€cht, macht nicht jeder Gang schlank, sondern strengt an.

Um mit der Kamera warm zu werden, ein paar Fotos fabriziert, denn dass ich Sophie Auster mit dem GerĂ€t einfangen will, war noch eine gewisse Motivation, mich aufzurappeln. Ging dann relativ flott vom Rosenthaler Platz. Da fahren ja ganz schön viele Leute mit, mit dieser Tram. HauptsĂ€chlich jĂŒngere. Den FuĂweg von der Tramhalte bis zum Frannz Club fand ich sogar recht pittoresk, im Hinblick auf die GeschĂ€fte und die gastronomischen Etablissements. Da wirkt einiges einladend. WĂ€re ich auf einem StĂ€dtetrip, wĂŒrde ich da vielleicht ausgiebig spazieren gehen und einkehren. Was man so macht auf Reisen. Toll ist allerdings auch, wenn man selten in einer Ecke der Stadt ist, prĂ€sentiert sie sich immer wieder mit einem Potpourri an Neuigkeiten. Zumindest da.

Das mag auch an der geschĂ€ftlichen Experimentierfreude liegen, schnell hat ein Romantiker oder eine Romantikerin mit Enthusiasmus, Mut und Lust zur SelbstĂ€ndigkeit eine Idee, einen Laden, eine Galerie oder ein CafĂ© zu öffnen und dann lĂ€ufts vielleicht doch nicht so super und die nicht geringe Miete in beliebten Ecken wie dieser, wirft einem KnĂŒppel zwischen die Beine und dann ist der Mietvertrag leider nach einer Weile beendet. Man ist fasziniert, wenn sich liebevoll bewirtschaftete EinzelhandelsgeschĂ€fte mehrere Jahre halten, wenn es nicht gerade ein LebensmittelgeschĂ€ft ist. Die hĂŒbschen Schaufenster mĂŒssen bezahlt werden, aber wovon, wenn hauptsĂ€chlich im Internet Zeug gekauft wird. Von mir zum Beispiel. Erlebnis-Shopping ist bei mir dann doch Reisen vorbehalten, im Alltag finde ich dafĂŒr ganz selten Zeit bzw. habe konstruktivere Sachen vor.

Allerdings muss ich auch anmerken, dass es kleine, schicke LĂ€den gibt, die nicht vermitteln, dass sie jede Kundschaft mit offenen Armen willkommen heiĂen. Wenn ein oder eine Angestellte/r (auf Minijob-Basis) auf dem Smartphone daddelt, wĂ€hrend ein Kunde mit interessiertem oder gar fragendem Blick das GeschĂ€ft betritt, bin ich nur so lange nachsichtig, wie zwischendurch ein LĂ€cheln in meine Richtung kommt, komplette GleichgĂŒltigkeit reizt meinen Fluchtreflex. Ich beehre ein GeschĂ€ft, bin grundsĂ€tzlich bereit Geld dort zu lassen und die GeschĂ€ftsfĂŒhrung bezahlt jemanden fĂŒr Kundenservice, denn das ist die VerkaufstĂ€tigkeit in meinen Augen, und NICHT fĂŒr eine mehrstĂŒndige Sitz-Performance in Sachen Null Interesse am Verkauf. Ich komme schon wieder vom Hundersten ins Tausendste. Also Einkaufen in putzigen LĂ€den muss einen gröĂeren Mehrwert als ein schönes Schaufenster und besondere Ware bieten. Dass Tiefstpreise wie im Internethandel unrealistisch sind, ist klar. Also bitte ich darum, sĂ€mtliche Antennen Richtung Kundschaft auszufahren, die sich bereits entschlossen hat, ein GeschĂ€ft zu betreten oder kurz davor ist. Das kriegt man natĂŒrlich nur mit, wenn man den Blick regelmĂ€Ăig vom Smartphone hebt und mal zur TĂŒr guckt. Wie sich der eingangs erwĂ€hnte Konzertabend dann am Ziel gestaltete, also im Frannz Club, werde ich alsbald auch noch berichten. Und zwar anhand von Bildern meiner Kamera der unwiderlegbar zauberhaften Sophie Auster.
07. Mai 2026

„ZUM ROTEN KLIFF„. Treppen aus Holzplanken nach unten, zum Meer, wo die Schwertmuscheln im Sand anlanden. Einunddreissig Schwertförmige Scheidenmuscheln (Ensis ensis), auch Schwertförmige Messerscheide, Gebogene Schwertmuschel oder unspezifisch auch nur Schwertmuschel genannt (Wikipedia), am 29. und 30. August 2025 gefunden am Roten Kliff, Kampen, Sylt. SushistĂ€bchen, Lidschatten-AluschĂ€lchen, Spiegelscherbe, kaputte HandtaschenreiĂverschluss-Teile, Kleber, Grundierung, Leinwand. 50 x 70 cm, 2./3. Mai 2026, Staatl. Museen v. Gaganien




06. Mai 2026
06. Mai 2026
05. Mai 2026



Was fĂŒr ein Erfolg! Weniger fĂŒr mich, als fĂŒr Henri Matisse. HĂ€tte er 1952 in Nizza, mit der groĂen Schere in der Hand ertrĂ€umt, dass seine Nus Bleus vierundsiebzig Jahre spĂ€ter die Inspiration fĂŒr Meterware eines flatternden Oberteils abgeben, in dem sich in Berlin Gaga Matisse zu seinen Ehren in Pose werfen wird? Aber ja! Denn seine Vorstellungskraft kannte keine kleinlichen Grenzen.

05. Mai 2026

FĂŒhle mich heute (körperlich) nicht so gut, aber simuliere Funktionieren – mit stetigem Seitenblick zur Uhr. Noch 38 Minuten. Mir ist leicht schummrig, Kopfweh, hohe Luftfeuchtigkeit heute in Berlin, drĂŒckend. Fortschritt: privat Freundinnen-Kino-Verabredung hinbekommen, sogar Tickets gekauft. FĂŒr den 12. Mai, „Der Teufel trĂ€gt Prada 2“. Völlig unglaublich, dass der erste Film schon genau 20 Jahre her ist. Da sah Meryl Streep genauso aus wie in dem neuen. Allerhand. Vielleicht bleibt man zwischen Mitte FĂŒnfzig und Mitte Siebzig auch ein bisschen stehen, weil dann ja die Wechseljahre mit dem markantesten Umschwung erledigt sind. Mehr oder weniger. WĂ€re mir durchaus lieb. Fotos nicht von heute, vom Wochenende. Sonntag. Bevor ich mich auf den Weg machte. Mein vornehmster Plan fĂŒr nachher, auĂer Ausruhen, ist vorher zum gut sortierten „Ullrich am Zoo“ zu gehen und das KrĂ€utertöpfchen-Regal leer zu kaufen. Habe reichlich kleine Töpfchen auf dem Balkon, in denen mal was blĂŒhte. KrĂ€uter sind mir mit die liebsten Balkonpflanzen. Top Drei: Rosmarin, Salbei, Schnittlauch. Gestern schon zwei kleine Exemplare Minze mitgenommen. Was ich nie mehr kaufe, ist Basilikum. Geht mir immer ein, hoffnungslos. Und ist auch nicht mein Lieblingskraut.

04. Mai 2026

Auch grottig, licht- und schĂ€rfetechnisch, aber nett im Ausdruck. Ich habe keine Hemmungen Bilder, die mich zeigen, genauso zu bewerten, als sei eine andere Person abgebildet. Maria Callas hatte das auch, vor allem im Hinblick auf ihre gesanglichen Leistungen. Sie konnte ihre gelungenen Aufnahmen schwelgerisch wĂŒrdigen, insbesondere zeitlich weiter zurĂŒck liegende. Es gibt keinen Grund, sich herabzusetzen. Sich ungebĂŒhrlich zu erhöhen, freilich auch nicht. Neulich hat Alt-Rapper Bushido, der in der aktuellen DSDS-Staffel in der Jury sitzt (neben Dieter Bohlen und Isi GlĂŒck), nach einer Performance zu einem jungen Kandidaten mit vĂ€terlicher FĂŒrsorglichkeit gesagt: „Versuch einfach mal, mit Understatement zu glĂ€nzen.“ Hat mich sehr beeindruckt, der Satz.

04. Mai 2026

Manchmal hab ich einfach die verkehrte Einstellung. Es sei denn, man wĂŒrde unfreiwillig grobkörnige, analog wirkende Resultate anpeilen, wie aus einer 70er-Jahre Pocketkamera. Spielzeug meiner Kindheit, erste Fotoversuche Anno 1974 mit Achteinhalb. Interessanter Unterschied dieser fehlerhaften Einstellung zu defizitĂ€ren Smartphone-Ergebnissen: es gibt beim gnadenlosen Reinzoomen keinerlei pixelige Quadrate, sondern körnige Punkte.

03. Mai 2026
03. Mai 2026


„Wenn der weiĂe (âŠ)„. „HERR PERRYâŠ.??!? HimmlischâŠ! – – – BILL PERRY ist mein Vater?!? Ist das auch wirklich wahrâŠ?“ (âŠ)



02. Mai 2026

Mein ganzer Hausfrauenstolz: gestern Balkon Drei geschrubbt. Leer gerĂ€umt und auf Knien jede einzelne Fliese bearbeitet. Bestimmt drei Jahre her, dass ich das so grĂŒndlich gemacht habe.

Und den vertrockneten Bambus gestutzt und die Balkonmöbel geputzt. Stehen noch drinnen. Muss heute noch ein paar Stellen an den Fliesen reparieren. Mein eigenes Werk, die blauweiĂe Pracht, drunter verstecken sich schnöde, quadratische, kleine graue Fliesen. Die blauweiĂen Fliesen auf der BrĂŒstung will ich auch noch richtig grĂŒndlich sauber machen, die sind nur aufgelegt, bevor ich die StĂŒhle und die kleine Schubladenkommode wieder auf den Balkon stelle. Und dann zur Belohnung dort ein schönes GlĂ€schen WeiĂwein trinken. So hab ich mir das fĂŒr heute gedacht.


02. Mai 2026

Erster Mai von hinten aufgezĂ€umt. Gefiel mir, das Hemd im Fenster. Zum AuslĂŒften hingehĂ€ngt oder frisch gewaschen. Ich habe gestern auch ein Bettlaken auf dem Balkon zum Trocknen aufgehĂ€ngt, perfektes Wetter dafĂŒr. Nach der Schnippel-Aktion auf Balkon Eins zum Atelier gefahren und dort sehr fleiĂig geputzt. Zeige ich gleich. Auf dem Heimweg von der U-Bahn WeinmeisterstraĂe noch einen kleinen Spaziergang ĂŒber die Mulack- und die RĂŒckertstraĂe gemacht, in der war ich noch nie. Also in der RĂŒckert. In der MulackstraĂe schon, selbstverstĂ€ndlich.

02. Mai 2026

Hat mich ebenfalls erheitert, diese Passage in Kirchhoffs Fibel „Betreff: Einladung zu einer Kreuzfahrt“. Kleines Lese-Intermezzo.

Nun wieder ein dicker Kirchhoff unterwegs, gestern in der U8 begonnen: Verlangen und Melancholie aus dem Jahr 2014.
01. Mai 2026
01. Mai 2026

schnippschnapp – Haare ab. Heute 23, morgen bis zu 27 GradâŠ! Sommerlich. Gerade das Chinaschilf „Miscanthus sinensis „Hermann MĂŒssel““ gestutzt, hatte schon die BefĂŒrchtung, dass es vertrocknet ist, weil ich Monate nicht gegossen hab, erst vor vier Tagen wieder angefangen, alle Pflanzen drauĂen tĂ€glich zu gieĂen. Aber die winterharten sind ja so dankbar und kommen immer wieder, alle braunen und vertrockneten BlĂ€tter und Triebe weggemacht, mit der GeflĂŒgelschere gestutzt, die meine Eltern zur Hochzeit 1963 bekommen haben. Die hat mir meine Mama noch zu Lebzeiten geschenkt, weil ich die immer so toll fand⊠jetzt sieht es auf dem Balkon natĂŒrlich noch ein bisschen mickrig aus, aber das kommt alles noch. Ich liebe winterharte Pflanzen, die jedes Jahr zurĂŒckkommen. WĂ€sche trocknet auf dem Balkon, gerade aufgehĂ€ngt. Jetzt wohlverdiente Pause mit Brotzeit! Gartenarbeit ist auch auf dem Balkon herrlich. Zutiefst befriedigend. Man ist ganz selbstvergessen und doch konstruktiv – so wie beim MalenâŠ




01. Mai 2026
Scheint ein schöner erster Mai zu werden. Bin bereits am FrĂŒhstĂŒcken mit groĂem Kaffee und Obstsalat aus Apfelschnipseln, Weintrauben und Mandarine mit Joghurt. Nun Unterbrechung, um die BettwĂ€sche abzuziehen und in die Waschmaschine zu packen. WĂ€hrend die dann lĂ€uft, will ich das WintergestrĂŒpp von den BalkongewĂ€chsen wegmachen, stutzen. Ist doch Einiges, besonders das Chinagras braucht einen Schnitt. Wenn ich damit fertig bin, könnte die Waschmaschine auch fertig sein. Dann zum Trocknen aufhĂ€ngen und dann vor die TĂŒr, zum Atelier. Habe ein Bild angefangen, bin noch unsicher, ob das so hinhaut, was ich angeordnet habe. Angeordnet im Sinne von Teile auf einer Leinwand angeordnet. Einen Assistenten, dem ich etwas anordnen könnte, habe und will ich da nicht. Und nun ans Werk, mal sehen, ob das alles so von statten geht, wie ich es vorhabe. Gestern Abend war ich in keiner Galerie mehr, daheim geblieben.
30. April 2026
Morgen ist ein Feiertag. Hatte ich wieder vergessen – und mir zwei Ăpfel fĂŒr mein ObstschĂ€lchen auf dem Schreibtisch eingesteckt, einen fĂŒr heute, einen fĂŒr morgen – bis jemand jemandem ein schönes langes Wochenende gewĂŒnscht hat. Im SchĂ€lchen sind jetzt drei Ăpfel und eine Mandarine. In der GemeinschaftskĂŒche noch eine Paprika eine Tomate, eine Gurke, zwei Zitronen, rote Weintrauben und Ingwer. Nehme ich nachher alles mit, wenn es sonst keiner macht. Opfere mich gerne. Soll nicht schlecht werden.
DrauĂen ist herrliches Wetter. Gerade im Freien, mit Blick zur Sonne zu Mittag gegessen, gab Kabeljau mit Kartoffeln und buntem Salat. Dazu eine Fritz Cola superzero. Die bevorzuge ich eigentlich nicht, weil teurer als die Vita Cola ohne Zucker und weil sie auch nicht besser schmeckt. Ich mag die Vita Cola sehr gerne, die ist ein bisschen zitroniger, aber die war alle.
Meine Lieblings-Servicedame wollte mir ein Dessert schenken, aber da mir die andere auch sehr nette Mitarbeiterin schon eine doppelte Portion Kabeljau und Kartoffeln auf den Teller gepackt hat, hĂ€tte ich das Dessert einfach nicht mehr geschafft. Ich kĂ€mpfte zuletzt ein wenig mit dem letzten StĂŒckchen Fisch, aber dann hab ich mich zusammengerissen, extra langsam gekaut und gedacht, das wĂ€re doch lĂ€cherlich, wenn das nicht noch reinpasst.
Nebenher habe ich noch ein paar AbsĂ€tze in einem schmalen BĂŒchlein gelesen, das mich seit drei Tagen unterwegs begleitet, nĂ€mlich: „Betreff: Einladung zu einer Kreuzfahrt“ von meinem alten Kumpel Bodo Kirchhoff. Gibt ein paar launige Passagen. Die unverblĂŒmten sind mir immer die liebsten von ihm.

DrauĂen habe ich mit dem Tablett mit dem Essen auf einem gemauerten Absatz einen Platz in der Sonne gefunden, weil noch keine StĂŒhle drauĂen standen. Auf das MĂ€uerchen habe ich einen Stoff-Einkaufsbeutel gelegt, damit es nicht so kalt am Popo ist.
Schade, dass das Dessert nicht mehr reingepasst hat, da gab es ein Glas mit rosa Joghurt oder Quarkspeise und oben drauf noch eine Schicht Rote GrĂŒtze. Genau meins.
Am Wochenende ist wieder Gallery Weekend in Berlin und mehr als sonstwo, geradezu exzessiv in meiner Ecke. Kann sein, dass ich heute Abend vielleicht bei einer Eröffnung am Gipsdreieck vorbeigucke, ist noch unsicher. Aber so Gallery Hopping von einer Galerie zur anderen, die ganze August- und LinienstraĂe entlang, ist mir zu stressig. Auch wenn da mitunter tolle Sachen zu sehen sind.
Wenn mittelmĂ€Ăiges Zeugs prĂ€sentiert wird, Ă€rgere ich mich immer ein bisschen und denke dann insgeheim Sachen wie „Much Ado About Nothing, was fĂŒr eine prĂ€tentiöse ScheiĂe!“ Aber auf der anderen Seite grĂ€me ich mich dann ĂŒber mich selber, dass ich nicht der Typ fĂŒr aufdringlich marktschreierische Selbstvermarktung bin. Und Klinkenputzen schon dreimal nicht. Daran haperts bei mir.
29. April 2026

Habe gerade den Abschiedsbrief von Jonathan Meese an seine vor einer Woche verstorbene, sehr verehrte Frau Mutter gelesen. AuĂerdem war gerade der Bezirksschornsteinfeger von Mitte da und hat einen Rauchmelder ausgewechselt, der seit ein paar Wochen nervig in circa 20-Stunden-AbstĂ€nden zweimal gepiepst hat. Der Schornsteinfeger war in voller Montur mit schwarzer Kluft mit goldenen Messingknöpfen und hohem, schwarzem Zylinder. Ich hab ihn aber nicht angefasst – auch nicht danach gefragt. Gestern hab ich gehört, dass manche den Schornsteinfeger nicht anfassen oder am goldenen Knopf reiben, sondern ihn kneifen! Das tĂ€te ich mich ja noch viel weniger trauen. Ganz schön kess. Ist das vielleicht eine regionale SpezialitĂ€t im Hohen Norden, in Schleswig-Holstein und Hamburg? Beim Googeln hab ich gar nichts darĂŒber gefunden, nur, dass manche GlĂŒcksritter dem Feger mitunter ihren ausgefĂŒllten Lottoschein zum Betatschen hinhalten.
P.S. jetzt mit Bild, gemalt 1970 oder 1971 (war ich fĂŒnf oder sechs)
28. April 2026

Und wieder blĂŒht die Magnolie in den PrinzessinnengĂ€rten.

Eigentlich möchte ich gar nicht weiter erklĂ€ren, wie die GĂ€rten zweitausendachtzehn zu diesem disneyhaften Namen gekommen sind. So kann man sich einfach vorstellen, dass Königin Luise von PreuĂen als Kronprinzessin dort gewandelt ist (âŠeher unwahrscheinlich). Aber indirekt gibt es doch eine Verbindung. Es gibt in Kreuzberg eine PrinzessinnenstraĂe und die erhielt ihren Namen am 3. Januar 1855 zu Ehren der Prinzessinnen aus dem Hause Hohenzollern. In jener StraĂe, in der ich ĂŒbrigens im Sommer 1986 fĂŒr drei Monate in der Hausnummer 1 – 3 wohnte, wurde ein hippiehaftes, gemeinnĂŒtziges Gartenkollektiv begrĂŒndet, das mit den PrinzessinnengĂ€rten in der HerrmannstraĂe, auf dem ehemaligen GelĂ€nde des Alten St. Jacobi Friedhofs einen riesengroĂen Ableger bekommen hat. Jetzt habe ich den Prinzessinnen-Namen doch erklĂ€rt. Dort gibt es nur noch circa fĂŒnfhundert alte GrĂ€ber, die nicht verlĂ€ngert werden können, wenn sie bald auslaufen. Neue Bestattungen finden dort seit vielen Jahren nicht mehr statt. Das junge, blĂŒhende Leben hat Einzug gehalten. Im vorderen Bereich ist ein GartencafĂ© und im Sommer gibt es dort Open air-Kinovorstellungen. Ganz hinten, Richtung Tempelhofer Feld, beginnen dann die GemĂŒsegĂ€rtlein und Hochbeete mit pittoresken Gartenmöbeln, dazwischen Skulpturen. Die Magnolie ist recht nah vorne beim CafĂ©, abseits vom Weg.



28. April 2026



Leicht versteckte Lieblingshecke in den PrinzessinnengĂ€rten. Bei meiner kleinen Werkstatt, knappe Minute FuĂweg um die Ecke.

27. April 2026

Wilde Wiesentulpen, Nachfahren frĂŒherer Grabblumen in den PrinzessinnengĂ€rten. Gestern bei einem kleinen Spaziergang.


26. April 2026

„Ich glaube, ich habe Ihnen nie gesagt, warum ich Sie gerne und nicht nur fĂŒr Stunden, sondern oft sehen möchte. Weil ich mir nĂ€mlich einbilde, dass wir ĂŒber alles reden sollten, worĂŒber man sonst wenig Lust hat, noch mit irgendjemand zu reden, und dass es einen Sinn hĂ€tte. Ich möchte mit Ihnen sogar ĂŒber das Schreiben, ĂŒber Gedichte und wie alles verĂ€nderbar wĂ€re, reden, und was zu tun ist und warum, ohne Plan und erstarrte Ansicht. Auch streiten möchte ich mit Ihnen, damit man noch einmal etwas herausfindet und nicht, damit man recht behĂ€lt, und man könnte an allen Enden anfangen und doch kein Ende finden.“
Ingeborg Bachmann an Hans M. Enzensberger, „schreib alles was wahr ist auf“, S. 39

Karo-Kessler. Es wĂ€chst sich zur Marotte aus mit jenen MĂŒtzen.


25. April 2026

Es folgt die Beschreibung des gestrigen Abends, Untertitel „Ausgehen ohne Smartphone“. Fotos mit der Barbie-Kessler-MĂŒtze, gestern, 17.43 Uhr, kurz vor dem Losgehen. Ich machte auf dem Weg zur U-Bahn einen Schlenker in die GormannstraĂe zu Sevenstar. Um 17.55 Uhr war ich da, um kurz Hallo zu sagen.
Gegen 18.03 Uhr brach ich wieder auf, die GormannstraĂe entlang Richtung U-Bahn WeinmeisterstraĂe. Sechs Minuten Warten auf dem Bahnsteig, um 18.12 Uhr kam die U8 zum Alex, eine Halte. 18.14 Uhr raus, ich musste umsteigen in die U2 Richtung Ruhleben.
Es ist ein ziemlich langer Weg vom Bahnsteig der U8 zum Bahnsteig der U2. Man lÀuft und lÀuft und lÀuft. Kennt man ja. Aber diesmal trippelte ich etwas, immer mit Bedacht, mir das Ungewohnte nicht anmerken zu lassen, die Stiefeletten mit den höheren AbsÀtzen machten sich bemerkbar. Ein anderes Laufen.
Dann, am Bahnsteig der U2, ca. um 18.20 Uhr sondierte ich die Fahrtrichtung, suchte nach der Anzeige „Ruhleben“. Das stand da aber nicht. Ich las evt. Theodor-Heuss-Platz oder eine andere Haltestelle, wobei das ja auch die richtige Richtung gewesen wĂ€re und ich es wissen mĂŒsste. Dann kam eine U-Bahn, ich war verwirrt und stieg auf der falschen Seite ein, Richtung Pankow, was Unsinn war und ich hĂ€tte eigentlich wissen mĂŒssen. So weit reichen meine Geographiekenntnisse in Sachen Berliner Bezirke.
Die TĂŒr schloss sich und die nĂ€chste Halte war Rosa-Luxemburg-Platz, genau falsche Richtung. Ich noch relativ entspannt, weil ja gut in der Zeit, frĂŒher losgegangen, als geplant. Ziel eine Ausstellungseröffnung in Schöneberg in der Potsdamer Str., NĂ€he U-Bahnhalte BĂŒlowstraĂe. Davon war ich aber noch sehr weit entfernt.
Ich stieg Rosa-Luxemburg-Platz aus und wollte lĂ€ssig zum gegenĂŒber liegenden Bahnsteig, um wieder in die richtige Spur, also richtige Fahrtrichtung zur U-Bahn-Halte BĂŒlowstraĂe zu kommen. Man ahnt schon an der UmstĂ€ndlichkeit meiner Beschreibung des Vorgangs, dass es nicht einfacher wurde.
Ich konnte leider nicht einfach mal rĂŒber zur anderen Fahrtrichtung, weil ausgerechnet am Rosa-Luxemburg-Platz gröĂere Bauarbeiten an dem Schienenstrang und im U-Bahnhof von statten gehen. Ein groĂer Bauzaun verdeckt die Sicht auf den Bahnsteig, zu dem ich wollte.
Treppe hoch, Ausschau nach einem anderen Zugang gesucht, andere Treppe runter. Wieder war ich auf dem selben Bahnsteig in die falsche Richtung, nach Pankow. Es war ca. 18.20 Uhr. Wieder hoch. Ein Hinweisschild ĂŒberflogen, irgendwas mit Ersatzverkehr, aber keine richtungsweisenden Pfeile.
Etwas entfernt entdeckte ich eine Bushaltestelle, da standen auch zwei Frauen und warteten und auf einem Fahrplanschild stand „Ersatzverkehr“, die Details las ich leider nicht. Hoffte, das nun da irgendein Ersatzverkehr-Bus kĂ€me, checkte die Fahrtrichtung und die Haltestellen, aha, bis Spittelmarkt also. Ok. Dann könnte ich da ja wieder in die U 2 Richtung BĂŒlowstr. So dachte ich.
Und wartete. Und wartete. Und wartete. Inzwischen waren sicher zehn Minuten vergangen, wenn nicht fĂŒnfzehn, als ich zweifelte, ob ich hier richtig sei. Kein Bus zu sehen. NĂ€her zum „Ersatzverkehr“-Hinweisschild. Erstmalig die Uhrzeiten gelesen. Den Ersatzverkehr gab es erst ab ca. 22 Uhr. Hier war ich falsch. Wo der Ersatzverkehr fĂŒr den frĂŒhen Abend ist, konnte ich nicht herausfinden.
Die beiden anderen wartenden Damen schienen auf einen anderen Bus zu warten, der vielleicht bald kĂ€me und regulĂ€r dort abfĂ€hrt, aber ganz weit östlich fĂ€hrt, nicht ĂŒber den Alex, nicht nach SĂŒden. Beim Warten hielt ich schon immer Ausschau nach Taxis, aber alle waren besetzt. Ich drehte mich um und hoffte an einer anderen Ecke weiterzukommen, egal wie.
Ein Taxi kam, das frei war, ich winkte und stieg ein. Auf dem Display im Taxi war es 18.37 Uhr. Ich nannte die Adresse Potsdamer Str. 161 und wir gurkten eine ganze Weile durch Mitte, Absperrung hier, Absperrung da, Baustellen. Ca. 18.47 Uhr waren wir am Potsdamer Platz.
Mir fiel kurz ein, dass ich vielleicht straffer unterwegs gewesen wĂ€re, wenn ich mit der S-Bahn von Oranienburger Str. bis Potsdamer Platz gefahren wĂ€re und von da in die U2, aber dafĂŒr war es nun zu spĂ€t. Ich war auch nicht mehr gewillt, ein weiteres StĂŒck mit der U-Bahn zu fahren, zumal noch ein FuĂweg bis zur Hausnummer 161 in der Potsdamer Str. wartete. Trippel trippel.
Um fĂŒnf vor Sieben war ich mit dem Taxi am Ziel und dachte, das ist ja eigentlich genau die Zeit, die ich angekĂŒndigt hatte. NĂ€mlich, ich kĂ€me zwischen 18.30 und 19 Uhr, „so kurz vor Sieben“ hatte ich Ina und Lydia mitgeteilt. Ina wollte frĂŒher kommen, zu 18.30 Uhr circa-ungefĂ€hr.
Ich wollte es vor Ort kurz halten, da erfahrungsgemÀà schnell erfasst ist, was hĂ€ngt und nur mal Hallo zu Jan sagen, was im erwartungsgemĂ€Ăen Trubel auch keine lĂ€ngere Zeit in Anspruch nimmt. Da er dort in einer Gruppenausstellung vertreten war, wollte ich als Geste der Freundschaft und auch Interesse, was andere so treiben, meine Aufwartung machen.
Mit Option zum lĂ€nger Bleiben, falls sich eine unerwartete Begegnung ergeben sollte, die exorbitant fesselt. Und anschlieĂend zum Berlin Beat Club, im Ballhaus in der ChausseestraĂe. Jedenfalls Ina hatte auch wieder mal Lust darauf. Lydia wollte zwischen 18.30 und 19.00 Uhr in der Galerie dazustoĂen.
Ich stand vor der komplett verschlossenen Galerie, mit mir ein GrĂŒppchen Wartender, die Einlass begehrten. Die TĂŒr war verriegelt. Ich hatte irgendwo gelesen, die Eröffnung begĂ€nne um 17 Uhr und war irritiert. Fragen ergab: „Nein, 19 Uhr“. Keine Ina, keine Lydia weit und breit. Auch von Jan nichts zu sehen. Man wartete.
Ich langweilte mich. Niemand da, den ich kannte oder mir interessant genug erschien, um in Kontakt zu treten. Die ganzen Vibrations waren eher unkommunikativ. Man spĂŒrt das ja. Ich kam mir wirklich vor wie eine Barbiepuppe in meinem Rosa von Kopf bis FuĂ, die sich im Kino in den falschen Saal verirrt hat.
Ein Mann kam mit einem SchlĂŒssel, er wirkte eher wie ein Hausmeister in rustikalen Alltagsklamotten und schloss auf. Drinnen keine wartenden KĂŒnstler oder GĂ€ste-willkommen-heiĂenden Galeristen, nur ein kleiner Tresen, an dem GetrĂ€nke verkauft wurden. Zwei ĂŒberschaubare AusstellungsrĂ€ume mit vielen kleinen Bildern, eng gehĂ€ngt, fĂŒr mich zusammenhanglos, qualitativ sehr unterschiedlich, durchwachsen. Ăberladene HĂ€ngung fĂŒr mein Auge.
Der vordere Raum roch, als sei ewig nicht mehr durchgelĂŒftet worden. Ich ging aufs Klo links vom Tresen. Es kamen weitere Leute, aber niemand, den ich kannte. Kurz ĂŒberlegte ich mir ein GetrĂ€nk zu holen, aber mir verging die Lust, lĂ€nger zu verweilen und zu warten. Meine Gedanken, wieso weder Ina noch Lydia da waren, gingen in zwei Richtungen.
Entweder waren sie um 18.30 schon vor mir da, erfuhren, dass erst in einer halben Stunde geöffnet wird und suchten sich einen angenehmeren Ort in der NÀhe, um die Wartezeit bis dahin zu vertreiben und kÀmen dann wieder.
Oder es war ihnen etwas Unvorhersehbares dazwischen gekommen, Unwohlsein, ein Haushaltsproblem und ich konnte die eventuelle diesbezĂŒgliche Message kurzfristig nicht mehr bekommen, weil ich schon unterwegs war und damit offline. Ohne Smartphone.
Dritte Variante wÀre, sie kÀmen einfach bedeutend spÀter, fragt sich nur wann. Mir gefiel es dort nicht, ich hatte keine Lust eine unwÀgbare Zeit abzuwarten, ob sie noch kÀmen. Weiterer Gedanke: Ina könnte gemerkt haben, dass es bei ihr zeitlich zu knapp wird, alles unter einen Hut zu bringen und fÀhrt direkt zum Ballhaus.
Inzwischen war es 19.10 Uhr und ich sah wenig Sinn, noch lĂ€nger zwischen Fremden tatenlos herumzustehen und Zeit zu verlieren. Ich hatte vorher Ina mitgeteilt, dass wir ca. gegen 19.20 los sollten Richtung Ballhaus. Wenn sie jetzt erst oder in fĂŒnf Minuten kĂ€men, dann wĂ€re zumindest Ina nur fĂŒr 5 – 10 Minuten in der Ausstellung, wenn sie mit zum Beatclub kĂ€me, wohin sie doch auch wollte, wie ich bis dahin dachte. Das ergab doch wenig Sinn.
Ich ĂŒberlegte, zurĂŒck nach Hause zu fahren, um eine Message abzusetzen, dass ich auf dem Weg ins Ballhaus sei oder direkt hinzufahren und dann von da aus irgendwie zu kommunizieren, indem mir jemand von der Band, die ich ja kenne, mal kurz gestattet sein Smartphone zu benutzen. Ich entschied, mich auf den direkten Weg zum Ballhaus zu begeben. Dachte, je frĂŒher ich dort bin, umso gröĂer die Chance sogar noch ein, zwei PlĂ€tze zu bekommen. Die Konzerte fangen recht pĂŒnktlich um 20 Uhr an.
Da keine Taxis kamen, trippelte ich zĂŒgig zur U-Bahn BĂŒlowstraĂe, immer noch Ausschau haltend, ob mir nicht doch Lydia oder Ina entgegenkĂ€men. Leider nicht. Umsteigen in die U6 am U-Bahnhof Stadtmitte, Fahrtrichtung Kurt-Schumacher-Platz bis zur Haltestelle Naturkundemuseum. Gegen ca. 19.35 Uhr war ich da. Gut in der Zeit zum Konzertbeginn, aber leider doch schon alle SitzplĂ€tze vergeben.
Ich konnte leider an kein Smartphone rankommen, um Kontakt aufzunehmen und hoffte, dass Ina von selbst auf die Idee kÀme, dass ich schon im Ballhaus bin. Ich holte mir ein frisch gezapftes kleines Veltins und hypnotisierte den Eingangsbereich, um sie nicht zu verpassen. Leider erfolglos. Es stellte sich nach dem ca. dritten Song heraus, dass der SÀnger wohl nicht dabei ist, der gute Tom.
„If I had a Hammer“ hob meine Laune und auch „Under my Thumb“. Ich genehmigte mir ein zweites kleines Bier und wackelte ein bisschen mit im Takt, das Glas in der Hand. Blöderweise hatte ich auch keine Telefonnummer von Ina oder Lydia bei mir und TelefonbĂŒcher gibts ja nicht mehr, zumal da keine Handynummern drinstehen.
Ich trat vor die TĂŒr, holte bisschen Luft, es war sogar noch hell. Allein machte es mir keinen SpaĂ, es war nicht dasselbe wie sich zu zweit oder mehreren an der Musik zu erfreuen und mir war nicht nach Kontakte knĂŒpfen. Im Saal hatte ich mir erlaubt, mich mal temporĂ€r hinzusetzen, wo ein Stuhl frei war, weil getanzt wurde.
Ich kenne die Gegebenheiten und ungeschriebenen Regeln und wĂ€re sofort aufgestanden, wenn die „Besitzerin“ des Stuhls vom Tanzen zurĂŒckgekommen wĂ€re. Das versuchte ich auch vorneweg dem Mann an dem Tisch zu sagen, der mich argwöhnisch betrachtete. Ich lĂ€chelte ihn an und versuchte mit Gesten, HĂ€nden und FĂŒĂen und auch Worten zu signalisieren, dass ich nur kurz mal Platz nehme, sofort wieder aufstehe, wenn jemand zurĂŒck kommt.
Ein gnadenloser Blick strafte mich. Die Musik war zu laut, um sich zu verstĂ€ndigen. Das Lied war dann zu Ende, ich hatte weiter beschwichtigend gestikuliert, aber wurde nicht verstanden. Er kam auf mich zu, ich wollte es in der ruhigen Minute kurz rĂŒberbringen, dass ich sofort aufstehen wĂŒrde, dass ich den an „unsichtbar“ vergebenen Platz nicht unangemessenerweise fĂŒr den Rest des Abends beanspruche.
Er lieĂ mich nicht zu Wort kommen und legte los Ă la: „JETZT REDE ICH!“, dass das der Platz seiner Frau sei, die diesen dringend benötige. Was ich ihr nie streitig machen wollte, ich kam nur nicht dazu, das zu erklĂ€ren, und noch tanzte sie offenkundig munter und zeigte keinerlei Interesse am Stuhl. Er blockte meine ErklĂ€rungsversuche ab mit, dass ihn nicht interessiere, was ich zu sagen hĂ€tte.
Mir wurde es zu blöd, ich schĂŒttelte den Kopf und stand auf. Meine Stimmung war nicht mehr gehoben. Ein paar Mal wechselte ich noch den Standort, selbstverstĂ€ndlich stehend und ahnte lĂ€ngst, dass Ina nicht mehr eintreffen wĂŒrde. Wenn ihr eh was dazwischen gekommen war, hatte sie vielleicht alles gecancelled.
In meinem Hinterkopf war noch eine vage andere Idee, den Abend zu verbringen, die könnte ich noch eruieren, dachte ich mir. Und verlieĂ das Ballhaus gegen ca. 20.40 Uhr. Zum TĂŒrsteher sagte ich, dass ich vielleicht wiederkĂ€me, ich wĂŒsste es noch nicht genau. Er lĂ€chelte freundlich. Wieder zur U-Bahn. Haltestelle Naturkundemuseum. Eine Halte bis Oranienburger Tor. Und dann der lange FuĂweg die LinienstraĂe entlang, trippel trippel trippel.
Joachimstr. Ecke August. Fahrstuhl. WohnungstĂŒr. Schuhe aus. Meine FuĂsohlen brannten etwas. Rosa Anzug aus. Sollte ich noch mal vor die TĂŒr gehen, wĂŒrde ich das Outfit komplett wechseln. Und sehr bequeme flache Stiefeletten anziehen. Falls. Ich genehmigte mir ein Jever, guckte meine Messages durch.
Zwei von Ina und Lydia, in denen sie sich nach meinem Verbleib erkundigten. Die eine von Lydia von 20.01 Uhr, dass sie und Ina vor der Galerie sĂ€Ăen und warteten. Die andere von Ina von 20.24 Uhr mit der Frage, ob ich gleich wieder gegangen sei. Ich antworte um 21.02, erklĂ€rend von wann bis wann ich vor Ort war und machte mir ein paar Schnittchen mit Mortadella und GĂŒrkchen.
Mein Festnetz-Telefon klingelte. Im TelefongesprĂ€ch bahnte sich die Möglichkeit an, noch zu einer privaten Feier im Prenzlauer Berg dazuzustoĂen, Ich hatte Lust darauf, um diesen Freitagabend vielleicht doch noch mit einem Highlight oder wenigstens anregendem Tapetenwechsel abzuschlieĂen und ĂŒberlegte schon mal mit neuer Munterkeit, was ich anziehe.
Zog es kurzerhand schon mal an und wartete bis 22.30 Uhr auf die avisierte RĂŒckmeldung, die leider nicht kam. Dann trank ich mein Bier aus, entledigte mich meiner Ausgehkleidung, hĂ€ngte den rosa Anzug auf und rĂ€umte die ĂŒbrigen ausgezogenen Klamotten weg, packte die Stiefeletten mit den AbsĂ€tzen wieder zurĂŒck in die Truhe und schlĂŒpfte ins Bett.
Der Wecker neben meinem Bett zeigte 23.00 Uhr. Der Beatclub spielte vermutlich gerade das letzte Set. Was fĂŒr ein bemerkenswert verworrener Freitagabend. Nun weiĂ ich immerhin, dass die höheren Stiefeletten zwar gut zum rosa Hosenanzug passen, aber zum Wandern auf Asphalt nicht zu empfehlen sind.


25. April 2026

Guten Morgen! Hier also die Variante mit der rosa MĂŒtze, die ich Barbie Kessler getauft habe. AuĂerdem Stiefeletten mit Absatz und ein GĂŒrtel. Und vorteilhafter hingestellt, das macht viel aus. Leider hatte ich gestern nicht das erhoffte Publikum fĂŒr meine Aufbrezelei. ErzĂ€hle ich spĂ€ter. Vielleicht. Eventuell. Leicht zensiert. So in etwa.


24. April 2026

Das gute StĂŒck. Mein einziges Outfit in Rosa. Warum nur? Jetzt gibt es sogar noch eine rosa KesslermĂŒtze dazu, noch nicht abgelichtet. Die hat mir die nette russische oder ukrainische VerkĂ€uferin vom Wochenmarkt am Hackeschen Markt besorgt, nachdem ich ihr schon eine hellgrĂŒne und eine dunkelblaue abgekauft hatte. Auf meine Nachfrage, ob es die auch in Rosa geben wĂŒrde, hat sie sich vor einer Woche eine Notiz auf ihrem Smartphone gemacht, mit meiner GröĂe, und eine Woche spĂ€ter hatte sie eine fĂŒr mich in Rosa. Habe nun schon familiĂ€re GefĂŒhle, wenn ich an der Marktfrau vorbeikomme, es wird immer gewunken, gegrĂŒĂt oder geplaudert. Der Hosenanzug sieht auf den Fotos aus, als ob er ein bisschen auftrĂ€gt, so voluminös komme ich mir gar nicht vor, vielleicht hĂ€tte ich ihn doch eine Nummer kleiner bestellen sollen. Aber sehr bequem. Die weiten Hosenbeine machen vielleicht ein bisschen stĂ€mmig. Aber wenn ich dazu mal Stiefeletten mit höherem Absatz ausprobiere, könnte das die ganze Angelegenheit vorteilhaft strecken. Die Hosenbeine wĂ€ren jedenfalls lang genug fĂŒr Schuhe mit Absatz. Mal ausprobieren.



24. April 2026
Im Bild die Königsberger Klopse, die Jenny und ich nach der Ausstellung in der „Letzten Instanz“ verzehrt haben. Bzw. mein Teller, Jenny hatte einen eigenen. Mittig ein Scheibchen Rote Bete, die grĂŒne SoĂe schmeckte nach Meerrettich, Wasabi nicht ganz ausgeschlossen. Die rostfarbenen KrĂŒmel auf den Klopsen waren entweder zerkleinerte Röstzwiebeln oder in Butter gebrĂ€unte Semmelbrösel, konnte ich nicht genau eruieren. Bisschen fancy neu interpretiert, schon gelungen. Mir waren die Klopse innen ein bisschen zu trocken, fast krĂŒmelig, habe ich lieber etwas cremiger. Nachfolgend kopierte AuszĂŒge aus meiner gestrigen Konversation mit Ina, der ich ausfĂŒhrlich von unserem Besuch dort berichtete:

„(âŠ) In der Instanz war netter Service, wir haben mit Ach und Krach den letzten Tisch bekommen, nix reserviert, ein frecher Gastgeber, aber so Richtung Herz mit Schnauze. Die Weinkarte war gar nix fĂŒr mich, die hatten 7 Sorten offenen Wein, davon 5 Rieslinge !!!!!! Die anderen beiden irgendein WeiĂburgunder, war ganz ok, und ein Dessertwein. Der Schaumwein war leider auch nicht meins. Vier zur Auswahl, darunter zweimal Rieslingsekt (nicht meins, wie du weiĂt), ein dritter, weiĂ nicht mehr was an dem unattraktiv war und ein RosĂ©sekt, hab ich genommen, obwohl auch nicht mein Favorit, war sauer wie Riesling. Sie hĂ€tten doch einen Wein, den ich favorisiert hĂ€tte, aber den gabs leider nicht offen, nur flaschenweise, einen frĂ€nkischen Silvaner⊠Jenny mag auch Riesling, war gut bedient.
Bier hatte ich zuerst, wurde aber, obwohl Pils vom Fass, nicht im Pilsglas, sondern so einem normalen WeiĂbierglas mit dickem Rand serviert. Die Königsberger Klopse waren etwas fancy, neu interpretiert mit einer MerrettichsoĂe, ziemlich groĂe Klopse, innen trocken krĂŒmelig, hab schon bessere gegessen. Also war nicht schlecht, aber Jenny, die auch K. Klopse mag, fand, es wĂ€ren die besten gewesen, die sie je aĂ. Publikum war schon Ă€lter und ganz interessant. Das Lokal hat FĂŒr und Wider. GemĂŒtlich, kurzweilig. Ich wĂŒrde schon nochmal hingehen, und dann die Keule essen đ Wenn du mal Lust hast!
Der Nachtisch, die Apfelringe, die ich hatte, war hingegen sehr gut. Die Klopse sehen natĂŒrlich schon auch gut aus. Was aber nett war, ich hab Jenny von dem Maria Callas Buch von der Freundin von Callas erzĂ€hlt, dem ganz alten, der Wirt hat immer unverblĂŒmt so halb mitgehört und dann hat er etwas spĂ€ter „Casta Diva“ auf seiner Musikanlage laufen lassen, was die anderen GĂ€ste irritiert hat, weil vorher so neuere Sachen, aber dezent, liefen. Also sehr zugewandt, unbekannterweise. Die Instanz ist recht klein, ĂŒberschaubar, passen schĂ€tzungsweise zehn bis zwölf kleine Tische fĂŒr zwei Personen rein und dann noch ein, zwei gröĂere. Nette Ecke mit Eckbank fĂŒr ca. 6 Personen gibts auch.
Uns gegenĂŒber saĂ einsam ein dunkelhaariger jĂŒngerer Mann mit runder, schwarzgerahmter Brille und so einer Art D’Artagnan-Schnurrbart. Der guckte immer wieder verstohlen zu Jenny und mir auf, als ob er auch unser GesprĂ€ch verfolgen wĂŒrde, seither ĂŒberlege ich, woher ich das Gesicht kenne. Ich habe das dunkle GefĂŒhl, dass das irgendein Schriftsteller war, den ich schon mal in irgendeiner Sendung gesehen habe, komme einfach nicht drauf.
Jenny hingegen meinte, wenn er etwas gesagt hat (zum Ober), dann hĂ€tte er so „gestĂŒtzt“ gesprochen, sie hĂ€tte ein Gehör dafĂŒr und meinte, das wĂ€re bestimmt ein Schauspieler, aber ich verorte ihn irgendwie anders. Dann meinte Jenny noch, sie hĂ€tte zeitweise das GefĂŒhl gehabt, er wĂ€re kurz davor gewesen uns anzusprechen. Das hab ich aber nicht mitbekommen, nur dass man ihm angesehen hat, dass er bisschen die Ohren spitzt. Er war direkt auf unserer Sichtachse. Mir war, als hĂ€tte er auch Notizen gemacht oder gelesen und die Konversation mit dem Wirt etc. war so familiĂ€r, als sĂ€Ăe er dort auf seinem Stammplatz und wĂŒrde jeden Abend dort verbringen đ Ein Mysterium!“

24. April 2026


Das war war nun also unser Besuch in der Ausstellung „GALLERY LOOKS„, die Jenny und ich uneingeschrĂ€nkt empfehlen können!



23. April 2026
23. April 2026

Eine weitere aufwĂ€ndige Arbeit von Lennart Bohle. „Echoes Of Tomorrow“, Look 2: „(âŠ) made from leather off cuts with handwoven details referencing the bobbin lace pattern silk chiffon dress, garment dye with dryed camomille and a pinch of kurkuma“.


22. April 2026

Gleichfalls von Karen Jessen. Teils faszinierende Silhouette am RĂŒcken, allerdings nichts, was ich im Schrank haben wollte. Grellrot in Verbindung mit jeglicher Art von Spitze, wenn auch hier hippie-rustikal geklöppelt oder gehĂ€kelt, erinnert mich immer an preisgĂŒnstig wirkende Dessous, wie sie Beate Uhse im Sortiment hatte. Als sei Halbtransparentes dringend auf Signalfarbe angewiesen, um keinesfalls ĂŒbersehen zu werden. Too much, wenig subtil, kitschig, ja aufdringlich, ohne Sophistication fĂŒr mein Empfinden. Wie aus einem Shakira-Video aus den Neunzigern. Eleganz und Grandezza zeigt hingegen das ebenfalls rote Ensemble aus langer Robe und Hut im Bild an der RĂŒckwand, das Audrey Hepburn als Holy Golightly sicher auch getragen hĂ€tte.


21. April 2026

Die scheinbare Fortsetzung des Oberteils Richtung Kopf, ein Netz vor dem Gesicht, das in einem Pferdeschwanz am Hinterkopf mĂŒndet, hat mich sehr fasziniert. Leider mag ich die Sorte GetrĂ€nke, die mit Strohhalm serviert werden, also Longdrinks nicht. Dann bei Tisch, wenn es zu Champagner und Wein und ans Essen geht, könnte man den Kopf- und Gesichtsschmuck vermutlich nach vorne herunterklappen. Eine Schöpfung der TextilkĂŒnstlerin Karen Jessen, die ihr Atelier in Nauen hat. Auf ihrer Instagram-Seite sah ich ein Foto, wo das Kopfnetz separat von einem Modell getragen wurde, es wĂ€chst also doch nicht aus dem Kleid, wie erst vermutet.

21. April 2026

In der Ausstellung „Gallery Looks“ untermalen KlĂ€nge von barocker Musik die Inszenierung von Couture auf Kleiderpuppen ohne GesichtszĂŒge vor historischen GemĂ€lden. Die Musik wirkt derart erhaben und erhebend, dass man wĂ€hnt, es schicke sich der Choreographie folgend, wohlbedacht gemessen zu schreiten, anstatt – wie gewohnt – ohne Nachdenken kreuz und quer zu laufen. Das MusikstĂŒck mit zackigen Streichern rĂŒhrt von einem atmosphĂ€rischen Video, das auf einem groĂen Monitor im Loop lĂ€uft und die ausgestellten StĂŒcke mit ganz hervorragend ausgesuchten Models in der GemĂ€ldegalerie in Szene gesetzt, in Bewegung zeigt. Leider kann ich diesen Film von Florian Azar nirgendwo finden, um ihn hier zu verlinken. Am besten: Hingehen.


20. April 2026


Serviervorschlag, PrĂ€sentiervorschlag fĂŒr den Herren. Wobei ich das auch alles tragen wĂŒrde. Einige Modelle in der Ausstellung sind zwar unisex, aber nicht ohne Sex. Spannend sind immer Kontraste wie eine körperlich ausgeprĂ€gt mĂ€nnliche, kantige, vielleicht sogar harte Erscheinung, in Kleidung mit weichen oder sogar verspielten Elementen. Zum Beispiel sehr viriler Typ im gutsitzenden grauen oder schwarzen Anzug mit hellrosa Oberhemd. Oder: sehr weiblich wirkendes Wesen (im Sinne von weichen, kurvigen Linien, also ausgeprĂ€gten weiblichen sekundĂ€ren Geschlechtsmerkmalen) in geradliniger Kleidung ohne Schnörkel und Spielereien. Das ergibt einen interessanten Spannungsbogen, zumindest dann, wenn es gerne getragen wird. Wahrscheinlich, weil der Gegensatz eine komplexe Persönlichkeit vermuten lĂ€sst, die sich nicht so leicht in eine Schublade einordnen lĂ€sst. AnnĂ€herung an Vollendung durch Umarmung der PolaritĂ€ten.

20. April 2026

Jon Liesenfeld, V-COLLECTIVE: leather jacket on display @FASHION X CRAFT: Echoes of Tomorrow, GemĂ€ldegalerie. Jon Liesenfeld ist Absolvent der AMD Akademie Mode & Design DĂŒsseldorf und wurde fĂŒr seine Kollektion âLâapprentiâ auf der letzten Berlin Fashion Week mit dem 1. Preis des „European Fashion Award“ â FASH 2025 und dem âBest Global Concept Awardâ der Neo.Fashion. 2025 ausgezeichnet. Liesenfeld recycelt unter anderem LederbezĂŒge ausrangierter Polstermöbel und gibt den OberflĂ€chen neue Strukturen – mit groĂartigen Ergebnissen.


20. April 2026

Jon Liesenfeld, V-COLLECTIVE: Sprayed gradient cotton blazer with striped distressing and wet shaped cane lapel @FASHION X CRAFT: Echoes of Tomorrow, GemÀldegalerie.


19. April 2026
19. April 2026
19. April 2026
19. April 2026
19. April 2026

Gerade die derzeit aktuelle Berliner TV-Sender-Belegung der fĂŒr mich relevanten Sender im Kabelnetz abgetippt und alphabetisch sortiert. Seit geraumer Zeit mache ich keine individuelle Belegung der SendeplĂ€tze mehr Ă la âPro Sieben auf 7â. Wenn sich nĂ€mlich wieder alles verschiebt, war die ganze LiebesmĂŒh umsonst. Vor einigen Monaten passiert. Jetzt schreibe ich lieber die Standard-Belegung der Sender auf, die mich ĂŒberhaupt ab und zu mit ihrem Programm interessieren (könnten). Sind doch einige. Die Senderbelegungsliste drucke ich mir noch aus und klebe sie auf die RĂŒckseite meiner Fernbedienung!
Nicht interessieren mich: Shopping-, Sport-, Bibel-, Esoterik- und Volksmusiksender sowie KanĂ€le mit Programm in mir nicht verstĂ€ndlichen Sprachen wie Arabisch, Russisch oder Ukrainisch. Einige SendeplĂ€tze sind von Anbietern belegt, die ich nicht empfangen kann, wie der Disney Channel oder Curiosity TV (frĂŒher Spiegel TV). Fett formatiert, die ich erfahrungsgemÀà schon mal gezielt aufgerufen habe.
Auch in der Liste: RTL Nitro, da musste ich erst mal recherchieren, was da ĂŒberhaupt gebracht wird und erfuhr, es handelt sich um einen RTL-Sender mit einem Programm, das sich eher an MĂ€nner richtet, mit viel Sport-, Auto- und Krimiprogramm. Dass ich den in der Liste habe, ist dem Format „AnwĂ€lte der Toten“ geschuldet, sowas gucke ich hin und wieder mal gerne, diese True Crime-Sendungen wie „Criminal Detectives“. Aber auch nicht stĂ€ndig. Ganz grundsĂ€tzlich habe ich eine ausgesprochene Vorliebe fĂŒr gut gemachte Dokus.
Eine komplette Abneigung hingegen hege ich gegen Spiel- und Rateshows. Diesen ganzen angeknipsten Klimbim, den Moderatoren wie diese zwei erfolgreichen jĂŒngeren MĂ€nner, Joko und Klaas heiĂen sie wohl, machen. Das halte ich keine halbe Minute aus, ich sterbe vor Langeweile und habe auch keinerlei Sinn fĂŒr die kunterbunte Las Vegas-mĂ€Ăige blingbling-Ăsthetik dieser Spielshow-Studios.
Talkshows gehen mir auch seit Jahren auf die Nerven, mit den immer gleichen Politikern oder Promis, die ihr neuestes Produkt in die Kamera halten. Einzige Ausnahme: Nachtcafé vom SWR mit Michael Steinbrecher, eine GesprÀchssendung mit echtem Tiefgang und Austausch und einem konkreten Thema, keine Tagespolitik.
Sogenannte „Comedy“ interessiert mich ebenfalls Nullkommanull, nicht mein Humor, auch fĂŒr Polit-Kabarett ist mir schon vor Jahren der Sinn abhanden gekommen.
Ebensowenig jemals von mir eingeschaltet: vulgĂ€re Datingformate oder „Reality“-Shows mit D – Z-„Promis“, die ich eh nicht kenne und auch nicht kennenlernen will, diese sogenannten „Reality Stars“. Mir daher ebenfalls komplett schnuppe, auch weil eklig, dieses unappetitliche Dschungel-Camp mit abgewirtschafteten TV-Gesichtern. Dieses Gezeter aus aufgespritzten Lippen brauche ich wie einen Kropf. FrĂŒher hab ich auch mal die Bachelor-Staffeln verfolgt, aber dann war da ein Einbruch, eine dramaturgische Ănderung und auch die Hintergrundmusik gefiel mir nicht mehr, die Kandidaten langweilten mich, schon seit vielen Jahren nicht mehr gesehen.
1 Ausnahme mache ich in puncto Datingshows. Auf VOX kommt werktags um 18 Uhr ein ganz charmantes Format, das ich aber mittlerweile auch eher selten verfolge, das da heiĂt „First Dates – ein Tisch fĂŒr zwei“ mit diesem Sternekoch Trettl als Gastgeber und einmal im Jahr zur Prime Time das First Dates Hotel in einer tollen Location am Mittelmeer. Da zieht sich niemand nackig aus, es wird nicht gezetert, ist manchmal ganz kurzweilig.
Unmittelbar im Anschluss, um 19 Uhr, auch auf VOX, folgt dann das Perfekte Dinner, wo ich alle paar Wochen mal zuschaue. Wenn ich die Truppe mag, auch mal mehrere Tage hinteinander. Und dann wieder lange gar nicht.
Obwohl auch im weiteren Sinne eine Art Reality Format, sehe ich gerne den Auswanderern von Goodbye Deutschland auf VOX zu, besonders denen, die schon lÀnger dabei sind, der Mallorca-Truppe und einigen, die es nach Amerika zog. Gibt aber auch neuere Auswanderer, die mich gar nicht interessieren, hÀngt immer von der persönlichen Sympathie ab und auch um welches Land es geht.
Bei den Geissens schaue ich auch ab und zu am Montag rein, das ist ja im Grunde eine Sendung ĂŒber Innenreinrichtungen, die HauptbeschĂ€ftigung dieser Familie. Tolle HĂ€user, Hotels und Möbel angucken und dazu der mich mitunter durchaus amĂŒsierende Palaver zwischen Carmen und Robert und ihren verwöhnten Töchtern an der französischen Riviera unterhĂ€lt mich doch hin und wieder. Hingegen absolutes No Go fĂŒr mich: diese Wollnys, die unattraktive Truppe und das ganze Ambiente halte ich keine zehn Sekunden aus.
Dass ich derzeit die aktuelle Staffel GNTM gucke, ist auch kein Geheimnis und wegen der freundschaftlich-familiĂ€ren Connection zu einem Kandidaten, Let’s Dance am Freitag. Das wars dann aber auch mit regelmĂ€Ăigem Gucken.
Die Freude an „Sing meinen Song“ und „The Voice“ ist mir die letzten Staffeln leider abhanden gekommen. GefĂŒhlt ist da stĂ€ndig Johannes Oerding dabei oder der mit der Kappe und dem Bart. Dings. Wie heiĂt er denn, dicke Brille, Bart, Kappe – – – muss googeln, ist mit dieser Lena verheiratet, macht so einen Geheimniszirkus um sein Privatleben⊠Mark Förster⊠Àh Forster.
Etwas bedauerlich, dass die Connection von youtube mit meinem alten smart TV nicht mehr funktioniert, könnte ich meine abonnierten Channels gucke, gibt schon ein paar. Ist aber nun auch kein existentielles Problem.
Netflix hab ich gar nicht, Serien mit fiktiven Geschichten habe ich nur in meiner Kindheit und Jugend geguckt. Daher begann meine diesbezĂŒgliche Expertise bei Flipper und Lassie und endete bei Kir Royal. Netflix habe ich nur mal temporĂ€r empfangen, mit den Zugangsdaten einer Freundin, um die kompletten Staffeln von The Crown gucken zu können (was ich qualitativ als exzellente Ausnahme empfand), und die Dokuserie der beiden Kaulitze auf die Schnelle durchgeguckt, sonst weiter keinerlei Bedarf.
Auch bei Amazon Prime TV, das man scheinbar automatisch hat, wenn man Prime fĂŒr Bestellungen hat, gucke ich nur ganz, ganz selten, checke auch nicht groĂartig, was da im Angebot ist.
Erst kĂŒrzlich habe ich die eher altbackene visuelle Aufbereitung der Internet-Hörzu entdeckt, die mir TV-Zeitschriften betreffend, am ehesten zusagt. Ăbersichtlich, ruhig, seniorengerecht ohne ablenkende Bilder, Pop up-Fenster oder animiert blinkende Reklame in den Seitenleisten. Die aktuelle Sendezeit farblich hellgrĂŒn markiert. Da komme ich ausgesprochen gut damit zurecht.
Alex Berlin – 57
ARD Alpha – 31
ARD Das Erste – 1
Arte – 12
BR – 38
CNN – 25
Deluxe Music – 19
DMF – 11
3sat – 44
HR – 37
Kabel Eins – 13
Kabel Eins Doku – 9
MDR – 36
MTV – 80
N24 – 8
NDR – 39
ntv – 16
One – 30
Phoenix – 40
Pro Sieben – 6
Pro 7 Maxx â 113
RBB – 42
RTL – 3
RTL2 – 7
RTL Nitro – 105
RTL Up – 106
Sat1 – 4
Sat1 Gold – 10
SIXX – 85
SR – 32
SWR – 35
tagesschau24 – 29
Telegold – 108
TV Berlin – 92
TV5 Monde – 28
VOX – 5
VOX up – 74
WDR – 41
WELT – 112
ZDF – 2
ZDF info – 46
zdf neo – 43
18. April 2026


Guten Morgen bzw. Mittag! Ganz gut geschlafen und könnte theoretisch so aufgeweckt aus der WĂ€sche gucken wie auf den Fotos hier vom Mittwoch. Es ist Samstag, bisschen sonnig, bisschen wolkig und ich habe keinerlei PlĂ€ne. Bin zufrieden, dass ich keinen schweren Kopf habe, das langt mir schon. Habe nicht viel getrunken oder dergleichen, aber nicht selten kommen die ScheiĂ-Attacken mit bohrendem Clusterkopfschmerz ausgerechnet am Wochenende zu Besuch und versauen mir mindestens einen Tag komplett. Also schon mal ein guter Tag nur deswegen. Hoffe, Ihr habt auch keine EinschrĂ€nkungen, auĂer den ĂŒblichen intellektuellen :-) Gestern Abend wieder Let’s Dance geguckt, dabei mit Jenny gechattet, deren BrĂŒderchen Jan mittanzt. Aber den Palaver erspare ich meinen Leserinnen und Lesern. Der hat vor allem Unterhaltungswert, wenn man weiĂ, von wem da ĂŒberhaupt die Rede ist. Ich schreibe ja beim Chatten mit ihr nicht jedesmal: „Gustav SchĂ€fer, der Drummer von Tokio Hotel, den man bisher nie so richtig wahrgenommen hat“. Den guten Gustav finde ich nĂ€mlich auch ziemlich klasse, der hat was, der kleine TanzbĂ€r. Bis nachher.

17. April 2026
Schlaft schön!
16. April 2026
15. April 2026
14. April 2026
13. April 2026
âYou need power only when you want to do something harmful.
Otherwise love is enough to get everything done.â â Charlie Chaplin
12. April 2026
12. April 2026

Drinnenbleiben-Wetter in Berlin. Lese weiter in einem Callas-Buch, einem ganz alten, von einer PR-Dame, Nadia Stancioff, die Callas Ende der Sechziger beim Filmdreh fĂŒr den Pasolini-Film Medea kennenlernte, fĂŒr den sie die Pressearbeit ĂŒbernahm. Die beiden wurden Freundinnen. Ganz andere Aspekte von Maria Callas treten zutage. In welchem AusmaĂ Maria Callas ein deutliches Bewusstsein dafĂŒr hatte, dass es eine private Maria gibt und „die Callas“, die sie dann bei Bedarf performte, nicht nur auf der BĂŒhne.
11. April 2026
Am Mi, 6. Mai 2026 spielt Sophie Auster mit kleiner Band im Frannz Club in der Kulturbrauerei. Ich gehe hin, gibt noch Karten.
10. April 2026
09. April 2026

Oh⊠Mario Adorf hat auch die Seite gewechselt. Immer sehr gemocht, aber genau genommen, erst in reiferen Jahren als Schauspieler ernst genommen. Unvergessen fĂŒr mich, seine Rolle in Kir Royal, als er den einsamen Fabrikanten aus der rheinischen Provinz mimte, der beim MĂŒnchner Nobel-Italiener den gröĂten Tisch reservierte, um mit der Bussi-Bussi-Gesellschaft anzubandeln. Privat eine beeindruckend lange, offenbar glĂŒckliche Ehe mit seiner französischen Frau Monique erleben dĂŒrfen. Farewell, lieber Mario Adorf.
08. April 2026
07. April 2026

Ja oder Ja?đ©·Soll wohl morgen kommen. Ein Traum wĂ€re, wenn die Hosenbeine so lang wĂ€ren, wie bei dem Mannequin auf dem Foto. Wieso ist eigentlich das Wort Mannequin zuerst durch Fotomodell und dann durch Model ersetzt worden? Und ganz frĂŒher hieĂ es VorfĂŒhrdame. Wobei mir schon klar ist, dass ein Fotomodell nicht zwingend VorfĂŒhrdame oder Anprobe-Modell im Atelier eines Couturiers war. Und nicht jede VorfĂŒhrdame, nicht jedes Laufsteg-Mannequin das beste Fotomodell. Das ist heute ja nicht anders. Bei Heidi sieht man auch immer, dass manche Kandidatinnen oder Kandidaten toll fĂŒr Fotos posieren können, viel anbieten, aber manchmal nicht so kraftvoll oder anmutig laufen – und umgekehrt. Eine Freundin von mir war in den Sechzigern VorfĂŒhrdame im Atelier von Uli Richter, wenn ich es recht erinnere. Oder war es Heinz Oestergaard? Jedenfalls einer von beiden. Es war eine Ehre. Sie hatte zuerst als Schneiderin dort begonnen, wurde dann Direktrice und wegen ihres hĂŒbschen Gesichts und der zierlichen Figur gefragt, ob sie nicht auch VorfĂŒhrdame sein möchte. Auffallend groĂ war sie nicht, eher so DurchschnittsgröĂe 1,68 m. Sie mochte. Wenn die Hose von dem rosa Hosenanzug mit Streifen zu kurz sein sollte, hab ich immerhin Hoffnung, dass noch ordentlich Saum zum Rauslassen vorhanden ist. Bei dem Preis wird da hoffentlich nicht gegeizt. Ich kaufe sonst recht sparsam, aber als ich diesen Anzug gesehen habe, war ich verliebt und sah mich auĂerstande, bis zu einem Ausverkauf zu warten, der dann vielleicht erst im Herbst ist, wenn keine rosa FrĂŒhlings-Schwingungen mehr in der Luft sind. Wenn er da ist, muss ich auch sofort gucken, ob da meine leichten, hellbeigen Chelsea Boots aus Wildleder damit korrespondieren. Denn fĂŒr nackte FĂŒĂe in Zehensandalen haben wir noch so gar kein Wetterchen in Berlin.
06. April 2026
Wirr getrĂ€umt, aber nicht schlimm. Paar Fetzen sind hĂ€ngengeblieben. Ich traf mich mit Alban, den ich lĂ€nger nicht gesehen hatte, in einem neu von ihm (und mir?) als Untermieter(n) angemieteten, winzigen, quadratischen Arbeitszimmer, in dem aber gleichzeitig auch der Vermieter an einem kleinen, ebenfalls quadratischen Schreibtisch arbeitete. Er schrieb eifrig am Computer. Unser gemeinsamer Schreibtisch, baugleich, auch quadratisch, war direkt an seinen gerĂŒckt, man saĂ quasi wie in einer Reihe nebeneinander, Blickrichtung zur Wand mit einigen BĂŒcherregalen. Farbstimmung Grautöne, nicht metaphorisch gemeint, reine Farbangabe. Der schachtelförmige Raum hatte kein Fenster, GröĂe etwa vier mal vier Meter. Wir machten uns direkt an die Arbeit, Alban und ich hatten irgendein konkretes, gemeinsames Schreibprojekt, ich erinnere mich leider nicht, worum es ging.
Einschub: gestern, vor dem Schlafengehen dachte ich noch eine Weile darĂŒber nach, weshalb Siri Hustvedt sowohl im Buch Ghost Stories, als auch im jetzt angelaufenen Dokumentarfilm ĂŒber sie, vermittelt, Paul Austers Arbeitsplatz als Schriftsteller sei im gemeinsamen Haus in Brooklyn gewesen. In mehreren Interviews, auch in einem Video erzĂ€hlt er, dass er seine BĂŒcher seit 2004 nicht mehr im gemeinsamen Haus schreibt, wo Hustvedt ihr Arbeitszimmer unterm Dach hat und er vor vielen Jahren sein Arbeitszimmer im Keller (das im Film gezeigt wird und dem getrĂ€umten Arbeitsraum Ă€hnelt), sondern in einer kleinen Wohnung um die Ecke, ebenfalls in Brooklyn, drei Minuten FuĂweg entfernt, wo er seine komplette Ruhe hat. Er ging dazu ĂŒber, als es umfangreichere Bauarbeiten im Haus gab, die sich ĂŒber viele Wochen erstreckten und ihn zu sehr in seiner Konzentration beeintrĂ€chtigten. Er behielt den externen Arbeitsplatz dann auch nach Ende der Bauarbeiten bei. Ein ganz schmuckloser Raum, wie er es beschreibt, was ihm aber völlig egal sei. Siri Hustvedt legt den Fokus immer auf den alten, frĂŒheren Arbeitsraum im Haus. Im Film sagt sie nach seinem Tod, dass ihr das Klappern seiner Schreibmaschine fehlt. Da assoziiert man als Zuseher natĂŒrlich, dass das GerĂ€usch bis kurz vor seinem Tod im Haus zu hören war, nicht schon seit zwanzig Jahren nicht mehr. Feinheiten, die mir zu denken geben.
In dem Traum ging es aber noch bizarr weiter. Entweder der Vermieter des Arbeitsraums von Alban und mir oder irgendwer anders hatte eine KostĂŒmparty in Vorbereitung, vielleicht war das auch das eifrige Tippen am Computer links von uns, das den Vermieter so geschĂ€ftig hielt. Ich bekam den Hinweis, dass ich mich an einem Haufen Klamotten bedienen könnte, denn ich hatte keine Verkleidung dabei und irgendwie musste ich mir auch etwas anziehen, weil ich – warum auch immer – nicht vollstĂ€ndig bekleidet war. Ich ging dann durch viele RĂ€ume, wie im Kreis, und hatte dann noch eine Lieblingsporzellantasse von mir in der Hand, blau und gold gemustert, die fiel mir runter, als ich Klamotten von einem Haufen vom Boden zusammenraffte und der Henkel brach ab. Ich griff sie dann wieder ohne Henkel und nach einem KostĂŒm, das angeblich ein EisbĂ€rkostĂŒm sein sollte. Mir war es relativ egal, ich wollte mich einfach anziehen, anstatt nur in UnterwĂ€sche rumzulaufen. Als ich das KostĂŒm ĂŒberzog, entpuppte es sich als gar kein EisbĂ€rkostĂŒm, es hatte gar kein weiĂes Fell und auch keinen EisbĂ€rkopf. Es sah einfach nur aus wie ein karamellfarbener, schlichter Popelinemantel. Gerade geschnitten. Seltsam. Alban hatte sich nicht verkleidet. Bin dann aufgewacht.
05. April 2026


Was mich bewegte, am Karfreitag das Zeiss-Planetarium zu besuchen, war nicht die Ausstellung, sondern eine FilmvorfĂŒhrung. Es gibt dort einen Kinosaal, in dem aktuelle Filme gezeigt werden. NĂ€mlich gab es den am Tag vorher angelaufenen Dokumentarfilm „Siri Hustvedt – Dance Around The Self“ von Sabine Lidl. Nachdem ich vor kurzem ihr neues Buch Ghost Stories gelesen hatte, das inhaltlich korrespondiert, wollte ich mir dieses Puzzleteilchen nicht entgehen lassen. AuĂerdem liebe ich mit Hingabe gemachte Dokumentationen sehr.
Nun saĂ ich aber nicht als Fangirl von Hustvedt im Kino, das jede ĂuĂerung von ihr als goldene Worte empfindet. Die erste halbe Stunde des Films, der sie schon auf ein Podest hebt, hatte so einige LĂ€ngen, die mich fast wegdriften lieĂen. Sie wurde immer wieder in ihrem Haus platziert, um aus ihren eigenen BĂŒchern vorzulesen. Ihre Stimme ist etwas dĂŒnn, eher hoch und leicht brĂŒchig, auch ein wenig vernuschelt, ihre Aussprache. Die gewĂ€hlten Passagen fesselten mich nicht.
Interessant wurde es, wenn sie frei erzĂ€hlte, ihre Zeichnungen zeigte, die ich zum Teil beeindruckend fand, ja virtuos. GroĂes zeichnerisches Talent. Sie hatte in jungen Jahren auch Ăberlegungen, bildende KĂŒnstlerin zu werden.
Die Doku entstand ab 2022 ĂŒber insgesamt vier Jahre, beginnend zu einem Zeitpunkt, als ihr GefĂ€hrte Paul Auster noch nicht seine Krebsdiagnose hatte. Ich weiĂ nicht, ob der Schnitt rein chronologisch ist, aber ich bilde mir ein, dass sich ihre Ausstrahlung sehr verĂ€ndert, je weiter der Film fortschreitet. Ich nehme an, es ist der Entwicklung mit Pauls Krankheit geschuldet. Ich fand sie nahbarer in ihrer leichten Verunsicherung. Ihre drei Schwestern waren auch zu sehen, eine enge Familie. Die Schwestern waren mir alle drei sofort nĂ€her als die gefeierte Siri. Ganz andere Typen, auch alle hochkultiviert, aber sehr bodenstĂ€ndig und nahbar.
Immer wieder erwĂ€hnt der Film die bildende KĂŒnstlerin Louise Bourgeois, mit der sich Hustvedt auch in ihren Schriften wiederholt befasste. Eine interessante Sequenz ist, wo sie sich mit ihrem alten Freund Wim Wenders trifft, um eine Rauminstallation von Bourgeois in Norwegen zu besuchen, die Installation eines symbolischen Scheiterhaufens, beeindruckendes Kunstwerk, dieses Hexenmahnmal in VardĂž.
An einer Stelle erheiterte mich Siri Hustvedt. Sie lieĂ durchblicken, was sie von Lebenshilfe-Ratgebern hĂ€lt, die in Aussicht stellen, in fĂŒnf Schritten zum GlĂŒck zu fĂŒhren oder „die beste Version von sich selbst“ herbeizuzaubern helfen. Als gĂ€be es zu Lebzeiten jemals ein finales, fertiges, unverĂ€nderliches Stadium, das nur erreicht werden mĂŒsste. Bullshit. Das sagte sie nicht, aber ihr Gesichtsausdruck. In der Szene gefiel sie mir.
Paul Auster ist einige wenige Male auch vor der Kamera und sagt Dinge ĂŒber sie, die jede Frau gerne hören wĂŒrde. Die Verleihung einer Ehrendoktor-WĂŒrde an Siri Hustvedt wird gezeigt, ihre Dankesansprache. Wir dĂŒrfen immer wieder die WohnrĂ€ume sehen und auch einmal den Besuch ihrer Tochter mit ihrem Mann und ihrem Neugeborenen, familiĂ€re Szenen, alle beugen sich ĂŒber das Baby, das auf dem Teppich liegt. Der sympathische Schwiegersohn fotografiert oft, macht sehr schöne Erinnerungsbilder, gerade auch von Paul und Siri in den letzten Wochen.
Dann ist Paul weg. Siri lĂ€uft durchs Haus, das plötzlich doppelt so groĂ zu sein scheint, ohne ihn. Eine Gedenkfeier. Die Tochter Sophie singt ihre wunderschöne Ballade „Blue Team„. Ich bekam feuchte Augen, die Kamera zeigt Siri in Gedanken, in Gedenken, beim Zuhören. Im Publikum auch kurz zu erkennen, Wim Wenders mit seiner Frau Donata.
Der erwĂ€hnte Besuch bei der Installation in Norwegen war erst danach. Sehr feine Kameraeinstellungen, durchweg, subtil gewĂ€hlte Hintergrundmusik. Die Doku hat einige Momente voller Poesie, besonders auch wenn Hustvedts kleine Zeichnungen zu animierten Figuren werden, beeindruckend gemacht. Es ist auf jeden Fall eine hochkarĂ€tige Doku, die gefĂŒhlten LĂ€ngen waren nur am Anfang. Man bekommt viel AtmosphĂ€risches mit, von diesem besonderen Leben in Brooklyn.
Gegen Ende war mir Hustvedt nĂ€her als in der ersten halben Stunde. Es ist offenkundig eine Autorin, die in ihr Schreiben hĂ€ufig einflieĂen lĂ€sst, wie sie die LektĂŒre von anderen Autoren, Denkern und Wissenschaftlern rezipiert, das interessiert mich nicht so sehr, meine Faszination liegt eher bei originĂ€ren Gedanken, besonders auch eingestandenen ambivalenten, die in keine Schublade passen. Wer die Autorin ohnehin mag, sollte den Film auf jeden Fall sehen, eine vollumfĂ€ngliche WĂŒrdigung. FĂŒr Doku-Liebhaber bietet er auch eine Menge. Eine Empfehlung fĂŒr einen Nachmittag.


04. April 2026

Im Zeiss-GroĂplanetarium ist im Foyer eine Dauerausstellung, Einritt frei, mit unter anderem diesem Sternenprojektor, der ab Erbauung des Planetariums im Jahr 1987, bis 2014 dort unter der groĂen Kuppel im Einsatz war, der „Zeiss Cosmorama“. Das Carl Zeiss-GroĂplanetarium war eines der letzten oder vielleicht sogar DAS letzte Prestigeobjekt Ostberliner Architektur der DDR-Ăra.

West- und Ostberlin feierten 1987 den siebenhundertfĂŒnfzigsten Geburtstag von Berlin. Ich erinnere mich genau, wie sehr dieses JubilĂ€um in jenem Jahr stĂ€ndig Thema in der Berliner Abendschau war. Wenn man sich die Funktionsbeschreibung des Cosmorama durchliest, scheint das Gegenteil der Redewendung „kein Hexenwerk“ angemessen. Denn: „Der Cosmorama zĂ€hlte zu den ersten computergesteuerten Projektoren: Er konnte sowohl manuell ĂŒber ein Bedienpult als auch vollstĂ€ndig automatisiert ĂŒber Computer gesteuert werden. An den Ă€uĂeren Enden des Cosmorama sitzen zwei Fixsternkugeln, die ĂŒber insgesamt 32 Projektionslinsen verfĂŒgen und jeweils den nördlichen bzw. sĂŒdlichen Sternenhimmel in den Kuppelsaal projizieren. Die eigentlichen »Sterne« wurden mithilfe durchlöcherter Kupferfolien erzeugt â jedes Loch entspricht einem Stern in genau der richtigen Helligkeit und an der richtigen Position. Auf diese Weise wurden insgesamt 9.200 kĂŒnstliche Sterne am Kuppelhimmel dargestellt. Die kleineren Kugeln dienten zur Projektion der Sternbilder. Die GittertĂŒrme, auf denen die Fixsternkugeln befestigt sind, beinhalten die Projektoren fĂŒr Planeten, Sonne und Mond. Spezielle Zahnradgetriebe ermöglichten es, Planetenkonstellationen mit groĂer Genauigkeit nachzustellen. Die groĂe Kugel im Zentrum des Cosmorama beherbergt die Steuermotoren, die das GerĂ€t um drei Achsen drehen können. Unterhalb der Sockelplatte waren auĂerdem zwölf Panoramaprojektoren angebracht, die zur Erzeugung verschiedener Horizontpanoramen, z.B. von StĂ€dten, Landschaften und anderen Planeten, dienten.“ Quelle: Zeiss.de

Der beeindruckende Cosmorama Sternenprojektor mit der Anmutung eines riesigen blauen Insekts aus einer Jules Verne-ErzĂ€hlung wurde insgesamt nur viermal gebaut und installiert. In Edmonton, Kanada (1984), in Jena (1985), in Berlin (1987) und zuletzt in Prag (1991). Der Apparat aus dem sozialistischen Jena galt damals als der herausragendste Planetariumsprojektor weltweit, fĂŒr Kuppeln mit einem Durchmesser bis zu 23 Metern.

04. April 2026
04. April 2026


Das Geheimnis des BlumenstrauĂes. Wieso legt jemand so ein niedliches Blumengebinde zu FĂŒĂen dieser Skulptur am Zeiss-Planetarium? Die Figur aus Bronze heiĂt „Sportler“ und stellt keine konkrete Persönlichkeit dar. Kein Nazi-Opfer, keinen WiderstandskĂ€mpfer mit rundem Geburtstag. 1965 von der Bildhauerin Margret Midell erschaffen. Sie lebt noch, hat am 8. Mai Geburtstag, 1940 geboren. Oder wurden vielleicht Fotos im Park gemacht und der StrauĂ nur vorĂŒbergehend abgelegt, um die HĂ€nde frei zu haben und er wurde dann dort vergessen? Oder gab es ein Rendezvous, bei dem zuerst der romantische StrauĂ ĂŒberreicht wurde und dann kippte die Stimmung und die Blumen waren nicht mehr erwĂŒnscht und wurden enttĂ€uscht, ja beleidigt zurĂŒckgewiesen, dort hingelegt? Oder war die Stimmung von Anfang an belastet, weil der Verehrer, der sie vielleicht als Versöhnungsgeste, als Entschuldigung ĂŒberreichen wollte, seine VertrauenswĂŒrdigkeit endgĂŒltig verspielt hatte und er selbst legte sie nach der RĂŒckweisung, dem ultimativen Showdown, dort ab?

Wir werden es nie erfahren, aber meine Phantasie hat sich an diesem unerklĂ€rlichen Anblick entzĂŒndet. Ich finde die Figur nicht sonderlich inspirierend, der Ausdruck ist mir zu leblos und auch verstehe ich nicht, wieso der Sportler vollstĂ€ndig nackt ist (der nicht fotografierte Mittelteil ist auch kein spektakulĂ€rer Hingucker). Die Figur erinnerte mich stilistisch an Bildhauerei aus der Nazi-Ăra, aber dass im Ostteil Berlins kein bildhauerisches Relikt aus dieser dunklen Epoche stehen kann, war mir auch klar. Wieso ich ĂŒberhaupt da war, am Zeiss-Planetarium in „P-Berg“, wie die jungen Leute neuerdings als AbkĂŒrzung sagen, erzĂ€hle ich spĂ€ter.

P.S. noch eine Idee: die damals 25-jĂ€hrige Bildhauerin hatte ihren Liebsten als Modell fĂŒr diese Figur gewĂ€hlt. SpĂ€ter heirateten sie und bekamen Kinder und fĂŒhrten eine lange, glĂŒckliche Ehe und wurden auch GroĂeltern. Mittlerweile ist er leider verstorben und hĂ€tte gestern seinen 100. Geburtstag gefeiert. Zu seinen Ehren legten die Kinder und Enkel diesen LiebesgruĂ der Bildhauerin Margret Middell zu seinen FĂŒĂen. Oder sie war mit ihren 86 Jahren noch dazu in der Lage und machte es selbst⊠(Lieblingsversion – !)
03. April 2026
Fast kurios: in meinem Haushalt stehen keinerlei Vasen bis auf eine ganz kleine chinesische, in die nur eine kurze Blume passt. Nie kaufe ich Schnittblumen und bekomme auch sehr selten welche geschenkt. Aber gestern! Zuerst musste ein kleiner Milchtopf herhalten, fand dann ein GefĂ€Ă, in dem mal französischer Senf war. GroĂe Blumenliebe habe ich durchaus. Zauberhafte Wesen. GĂ€nseblĂŒmchen, sĂ€mtliche Wald- und Wiesenblumen, Kornblumen, Schleierkraut, Pfingstrosen, Pompon-Dahlien, kugelige Schnittlauch- und LauchblĂŒten, Ranunkeln, Agapanthus, Sonnenhut, Schneeballhortensien, alte, gefĂŒllte Rosensorten, Kamelien, Blauregen. Gibt auch Blumen, die nicht so auf meiner WellenlĂ€nge sind, zum Beispiel StiefmĂŒtterchen oder rote Rosen, wie sie dieser Bachelor verteilt. Leider schwierig: Hyazinthen und Lilien, so schön ich die BlĂŒten finde. Kopfschmerz bringende DĂŒfte, sogleich wird mir schummrig wie von Haarspray oder Haarfestiger.

Anderes Thema: heute ist ja Karfreitag mit gesetzlich verordnetem Tanzverbot. Deshalb gibt es heute keine Live-Sendung von Let’s Dance. Aber RTL zeigt auf dem Sendeplatz einen Zusammenschnitt von alten Let’s Dance Performances mit der höchsten Punktzahl. Ich hĂ€tte gedacht, das pietĂ€tsbedingte Tanzverbot umfasst auch eine entsprechende Gestaltung des Fernsehprogramms. Aber wenn man das Gesetz genau nimmt, kann man es auch so interpetieren, dass es kein Verbot ist, aufgezeichnete Tanzereien anzusehen. Leichte Doppelmoral. Nicht, dass ich ĂŒberhaupt fĂŒr ein Tanzverbot wĂ€re. Das mit Jesus und dem rituellen Bedauern seines Schicksals ist doch individuell, wenn man sich ihm nah fĂŒhlt, meinetwegen. Aber verordnetes Gedenken fĂŒr die gesamte Bevölkerung verstehe ich so gar nicht.
02. April 2026
Heute Berlin-Geburtstag. Vierzig Jahre hier. War eine gute Idee. Sollte eigentlich zur Feier des Tages ins Schwarze CafĂ© gehen, das erste Berliner Lokal, das ich jemals betrat, und das es immer noch gibt. Aber der Abend wird etwas anders verlaufen. Mal sehen. Leider versĂ€umt, eine gröĂere Feier zu organisieren, hatte ich zeitweise im Hinterkopf. Aber Sonne in Berlin. Und im Herzen eh.

01. April 2026
Heute FischstĂ€bchen. ich brate die StĂ€bchen in guter Butter an, Zitrone drauf und daneben in der Pfanne Ingwerschnipsel. Frisch gemahlener Pfeffer drĂŒber, Salz, kleine Kartoffeln (Drillinge) bisschen Rosmarin dazu, KrĂ€uter-Gurkensalat. Irgendwie so.
31. MĂ€rz 2026
Nun ist heute also schon wieder ein Viertel vom Jahr 2026 herum. Mehr habe ich heute nicht zu verewigen. Gute Nacht aus Berlin.
30. MĂ€rz 2026
Kalt geworden, gehe bald ins Bett. Gestern sah ich zuletzt eine kleine Doku auf Arte ĂŒber das Ălterwerden von Deutschen, die in jungen Jahren in die Toskana auswanderten, Ăberlegungen haben, ob sie dort bleiben oder nach Deutschland zurĂŒckkehren. Nicht wegen Heimweh, nur wegen sozialer Absicherung und Gesundheitsversorgung. Die Portraitierten haben allerdings solche Wurzeln geschlagen, dass sie nach Wegen suchen, zu bleiben.
29. MĂ€rz 2026
Könnte mein Geplapper aus einem Chat copypasten, der die heutige Let’s Dance-Show begleitete, aber das ist ja schwer nachvollziehbar, wenn man es nicht verfolgt hat. Ich gucke auch hauptsĂ€chlich nach Jahren mal wieder, weil der Bruder meiner lieben Freundin Jenny mittanzt, der recht attraktive GZSZ-Star Jan Kittmann, den ich schon das VergnĂŒgen hatte, aus nĂ€chster NĂ€he im familiĂ€ren Umfeld zu sehen, ein angenehmer Mensch. Kriegt bislang stets Lob und hohe Punktzahlen von der Jury. Er gibt aber auch alles. Ich hoffe, es geht noch lange fĂŒr ihn weiter. Gute Nacht!
28. MĂ€rz 2026

Am spĂ€teren Nachmittag war ich gestern nach lĂ€ngerer Zeit wieder einmal mit Ina verabredet. Wir gingen ins Kino, in den Zoopalast. Zu meiner Ăberraschung lief noch immer der von Senta Berger zuletzt gedrehte Film mit dem umstĂ€ndlichen Titel „Ach, diese LĂŒcke, diese entsetzliche LĂŒcke“, der auf einem gleichnamigen autobiographischen Buch eines Schauspielers basiert. War mir nicht bekannt, bis es Ina mir erhellte, die mehrere BĂŒcher des Autors gelesen hatte. Mich zog Senta in den Film und der Trailer war auch schon passabel. Wir fanden uns in dem sehr lauschigen kleinen „Club B“ ein. Dort gibt es drei PlĂ€tze, die sich mitunter auch Loveseats nennen, wir hatten den Zweierplatz ganz hinten, der war mit Abstand der Beste! Eine richtig breite Samtcouch mit Sofakissen und festgeschraubten Beistelltischchen. An beiden WĂ€nden vom kleinen Club-Kino, links und rechts von der Leinwand, sind BĂŒcherregale, voll mit allen möglichen BĂŒchern, eine richtige Bibliothek. Man kommt sich eher vor wie im privaten VorfĂŒhrraum einer Villa von einem Filmproduzenten. Auch toll: wenn man sitzt und die Werbung beginnt, kommt jemand vom Service und fragt, was man gerne zu trinken oder zu essen hĂ€tte, sogar ein GetrĂ€nk aufs Haus ist dabei. Wirklich ein schöner Service. Ich bestellte einen Cappuccino, eine Cola und eine Packung Eiskonfekt, dazu das prickelnde GetrĂ€nk vom Haus. Ina hatte glaube ich einen Long Drink. Und der Film war einfach rundum sehenswert, sehr gelungen. Senta in allen Facetten wundervoll. Aber die anderen Schauspieler auch, der junge Mann, der den Enkel auf der Schauspielschule spielt, sehr ausstrahlungsstark, spielt ganz subtil, mochte ich auf Anhieb, Bruno Alexander heiĂt er. Nur die Film-Tochter von Senta war etwas blass in der Darstellung, nicht der Rolle geschuldet, ich fand die Schauspielerin vergleichsweise ausstrahlungsarm. Dieses Gesamtpaket gestern mit diesem Film in der 16.50 Uhr-Vorstellung im Zoopalast-Club-Kino-B kann man nur wĂ€rmstens empfehlen. Und unbedingt den hintersten Loveseat. Danach folgte mir Ina einfach, wir hatten Hunger. Ich lotste sie ein paar Meter weiter, die Treppe hoch, Richtung Bikini und zu ihrer Ăberraschung fĂŒhrte ich sie ins Steakhaus „Block House“, ein Ableger dieser Kette, den es seit 1968 gibt. Wir wollten gut essen und angenehm sitzen, möglichst in Kino-NĂ€he, so kam ich drauf, und nicht zuletzt, weil ich an meinem Geburtstag zwischen zwei ZĂŒgen am Hauptbahnhof Hamburg weilte und dort die Wartezeit mit einem Essen im dortigen Block House gegenĂŒber vom Bahnhof verkĂŒrzte. Der Service in beiden Lokalen war unfassbar nett, damals in Hamburg und gestern in Berlin. Nichts zu meckern. Wir hatten einen sehr schönen Abend mit intensiven GesprĂ€chen. Mein Exemplar von Hustvedts Ghost Stories vererbte ich Ina, Tausch mit der Kinokarte.

28. MĂ€rz 2026

Das landete gestern auf meinem Schreibtisch. Es handelt sich um das Resultat einer praktischen ZwischenprĂŒfung fĂŒr Köche. Der Auszubildende hat auf jeden Fall ein HĂ€ndchen fĂŒrs Anrichten gezeigt. Ich bekomme hin und wieder das Angebot, die Ergebnisse zu verspeisen. Gestern wollte ich wieder einmal Lamm probieren, was mir in neun von zehn FĂ€llen weniger zusagt. Aber nicht wegen der mangelhaften Zubereitung, eher wegen des Aromas, das die Fleischsorte mitbringt. Eigentlich habe ich von den ĂŒberschaubaren Versuchen nur eine Verkostung in Erinnerung, wo ich ĂŒberrascht und angetan war. Es war ein OsterlĂ€mmchen in einem Restaurant am Savignyplatz. Gestern habe ich den Teller gewĂ€hlt, auf dem am wenigsten Fleisch war. Der kam dann mit Polenta, auch kein Favorit von mir. Aber die Prinzessbohnen waren recht gut. Die Spargelcremesuppe mit der dekorativen Basilikumöl-Verzierung ebenfalls. Ich glaube, das Ăl war nicht im sogenannten Warenkorb, nur die wesentlichen Bestandteile, bin mir aber nicht sicher. GrundsĂ€tzliche Kochzutaten wie GewĂŒrze und Ăle oder SpeisestĂ€rke und Mehl sind in den PrĂŒfkĂŒchen immer vorhanden und dĂŒrfen verwendet werden. So ein Azubi bekommt zwei Wochen vor der PrĂŒfung die Bestandteile von zwei Warenkörben mitgeteilt und die PrĂŒfer bestimmen dann einen davon (der erst am Tag der PrĂŒfung bekannt gegeben wird), aus dessen Zutaten die Kandidaten am Ende des zweiten Lehrjahres ein zweigĂ€ngiges MenĂŒ mit Vorspeise und Hauptgang kreieren mĂŒssen. Erst in der AbschlussprĂŒfung am Ende des dritten Lehrjahres muss auĂerdem ein Dessert zubereitet werden. Gestern schon ein wenig vermisst.
28. MĂ€rz 2026


Gestern. Kessler mit Streifen. Ich nenne die Sorte MĂŒtzen jetzt einfach KESSLER, den Kessler-Zwillingen gewidmet. Der Handel hat dafĂŒr andere Begriffe, zum Beispiel „Bakerboy Hat“ oder „Newsboy Hat“ oder SchirmmĂŒtze oder BallonmĂŒtze. Ich Kessler!


27. MĂ€rz 2026
26. MĂ€rz 2026
„Das Opfer lernt auch immer TĂ€terverhalten.“ Ăber die Aussage denke ich seit einer Weile nach. Kam von Jill Deimel, einer der ausgeschiedenen Ă€lteren Kandidaten von den Male Models bei GNTM im GesprĂ€ch mit Ramon Wagner. Da Jill es selbst von Beginn an offen thematisierte, Trans Hintergrund, aber schon zwanzig Jahre als Mann lebend. Unheimlich reflektiert, arbeitet auch als Coach, nicht Fitness – mental, spirituell. Der Kontext war glaube ich, was man in prĂ€genden Beziehungen erfĂ€hrt. Eltern-Kind, Liebesbeziehungen. Die Wechselwirkung, dass die- oder derjenige, die oder der nicht dominiert, weil es nicht dem Naturell entspricht, die Dominanz-Bestrebungen des GegenĂŒbers als Verhaltensnorm lernt, als NormalitĂ€t, zu erwartenden Standard fehldeutet und insofern ein Zerrbild von zu erwartender Beziehungsdynamik entwickelt. Ist nicht ganz neu, aber die Formulierung ist prĂ€gnant. „Das Opfer lernt auch TĂ€terverhalten.“
25. MĂ€rz 2026
Umstyling bei Heidi. Bin gespannt, wie der Bart von plus size-Kandidat Carsten danach aussehen wird, ich fand ihn ein bisschen zu lang, sie fĂ€rben. Einer meiner Lieblinge unter den Male Models. Und Alexavius erinnert mich seit der ersten Folge an Prince und lustigerweise spielen sie heute schon zum zweiten Mal was von ihm im Hintergrund. Alexavius in seinem selbstgewĂ€hlten Styling mit lila Anzug und groĂer Blume am Revers bangt um sein Menjou-BĂ€rtchen. Sehr passend: Purple Rain. Er bekam Extensions, stehen im gut. Aber ist der SchnĂ€uzer dran? Und die sonst so coole aber beflissene Merret zeigt sich plötzlich mental wackelig angesichts der ewigen Haar-Prozedur, deren Ergebnis ihr noch unbekannt ist. Bis jetzt noch kein Kurzhaarschnitt bei den Frauen zu erkennen. Bin gespannt. Waschmaschine lĂ€uft, wĂ€scht Farbreste von einem fehlgeschlagenen UmfĂ€rbeversuch aus den Teilen. Wollte zwei schwarz-weiĂ-grau gemusterte Palazzohosen umfĂ€rben, in einem Cognac-Ton, schien gut zu werden. Beim ersten AusspĂŒlen ging fast alles wieder raus. Der Stoff hatte sich angefĂŒhlt wie Viscose. Offenbar ist die Textil-Technologie so fortgeschritten, dass ein HautgefĂŒhl von Baumwolljersey aus Kunstfaser, die keine Farbe annimmt, imitiert werden kann. Ich schneide immer alle eingenĂ€hten Zettel und Etiketten aus Kleidungspartien, die direkten Hautkontakt haben. So konnte ich nicht mehr herausfinden, aus was fĂŒr einer Faser dieser Stoff ist.




































































