EXTRA BRUT VIII. Schaumstoffverpackungshälften, Kleber, Spachtel, Grundierung, Acryl, Flambierbrenner, Blattgold, 16 x 51 x 5,5 cm, 9., 11., 12. Januar 2022, Staatliche Museen von Gaganien

Zum Glück gibt es in den Schichten des Unterbewußtseins auch Harmloses und Lebensbejahendes. Sonst gäbe es keine profanen Szenen in den nächtlichen Traumfilmen. Bei dem vorliegenden Exponat war ich allerdings nicht ganz eigenverantwortlich, was die Silhouette der Vertiefungen angeht. Ich hatte mir zwei Weingläser bestellt, die ein besonderes, zylindrisches Format haben. Die Lieferung kam in einer vorbildlich bruchsicheren Verpackung, nämlich einer Art Sarkophag aus sehr stabilem, schwarzen Schaumstoff. Ein anderes Material als Schaumstoff für Stuhlpolster, sehr festes Zeug, wie Styropor, aber doch flexibel.

Da ich seit einer Weile den Wunsch hegte, „mal was mit Gastronomie“ zu machen, also ein Bild o. ä., schien mir hier das Schicksal die Lösung auf dem Tablett zu servieren. Ich musste allerdings von der einen Schaumstoffhälfte den Unterboden ablösen und seitenverkehrt wieder ankleben, damit der Rhythmus stimmte. Hier kommt dann wieder das unterbewusste Instrumentarium zum Einsatz. Ich lege es mal so und mal anders hin und stelle fest: da stimmt was nicht. Das wird identifiziert und sodann behoben.

Inzwischen hängt das Bild an einem Ort mit einem gewissen gastronomischen Bezug. Weil aber der Bereich links davon jetzt wie eine Leerstelle wirkt, arbeite ich seit zwei Tagen an einem korrespondierenden Zwilling mit einer Vertiefung, die eine Flasche Dom Perignon zitieren soll. Dafür musste ich einen Rohling aus mehreren Schichten Verpackungskarton aufbauen. Die Schichten zu einem Block leimen und die Silhouette ausschneiden. Daran werde ich heute weiterwerkeln.

Die Idee mit der korrespondierenden Flasche stammt nicht von mir, aber ich fand sie amüsant. Der Rohling ist über Nacht getrocknet, jetzt kommt Spachtel drüber, dann Grundierung, dann Acryl, Bearbeitung der Oberfläche mit dem Flambierbrenner, dann Blattgold und als Finish ein paar Akzente mit Acryl.

Aber erstmal Kaffeetrinken und fertig machen. Der Himmel sieht verheißungsvoll aus, schön hell, da hinten, die Sonne im Süden.

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