10. Mai 2021

Sonntag in Gaganien! (Zitat „Ich mache nachher ein Foto.“) (…) Wir sehen zunächst den Ausblick vom Südbalkon des Gagingham Palasts, zu dessen Füßen sich das gaganische Volk beim Picknick unter dem Apfelbaum und mit Ballspielen die Zeit vertreibt. Nachdem mein Blick ausreichend und wohlwollend auf dem sonntäglichen Treiben geruht hatte, begab ich mich in die geheimen Gärten, die nur mit einem Schlüssel begehbar sind (über welchen ich selbstverständlich verfüge).

Dort sah ich nach dem von mir am gestrigen Abend gepflanzten Ahorngewächs, welches zu meinem Entsetzen die Flügel (oder wie man das nennt) hängen ließ. Nun gut, es ist mein erster Baum, den ich gepflanzt habe, mir fehlen da noch Erfahrungswerte und Daten, ob das normal ist. Ich vermute, die Kreatur muss sich noch etwas eingewöhnen. Im Vergleich zu dem doch recht kleinen Topf vorher ist das wahrscheinlich, als ob man von einer zwanzig Quadratmeter Studentenbude in die Villa von Bill Gates umzieht. Da müsste sich wohl jeder umgewöhnen und die Eindrücke erstmal verarbeiten.

Hernach führte mich mein Spaziergang zum alten Garnisonsfriedhof von Gaganien, wo wir herrliche alte Gräber haben, unter anderem vom preußischen Generalleutnant, Chef der Land- und Grenzgendarmerie, Stadtkommandant und Gouverneur von Berlin: Ludwig Matthias Nathanael Gottlieb von Brauchitsch, geboren am 7. Mai 1757 zu Breslau; verstorben am 19. Januar 1827 in Berlin (Sie werden ihn kennen).

Auch dort blüht der Flieder und es gibt grüne Wiesen, die das gaganische Volk sehr gerne dafür nutzt, sich hinzulegen und rechtschaffen von der beschwerlichen Coronawoche auszuruhen. Auf so einem Friedhof wird ja allgemein eher gelegen, daher habe ich keinerlei Einwände dagegen vorzubringen, dass die noch lebende Bevölkerung auch diese Position einnimmt. Ich zeige mich in diesen Dingen großzügig.

Der Rückweg zum Gagingham Palast führte mich an den Anpflanzungen des Amano-Hotels vorbei, dessen Gärtner sich heuer für Zitronenbäume entschieden hat. I approve!

09. Mai 2021

Wer kennt es(?): auf fb im Newsstream einen Werbebeitrag zwecks Bereinigung wegklicken, die angebotenen Antworten zur Begründung „irrelevant“ / „sensibles Thema“ / „zu persönlich“ / „weiß zu viel“ (???) / „beleidigend“ / „wiederholend“ / „bereits erworben“ ebenfalls wegklicken, ohne eine Auswahl zu treffen.

Soeben habe ich ausnahmsweise mal nicht sofort weggeklickt, sondern als Begründung „bereits erworben“ gewählt. Es ging um ein Bild von Basquiat, das bei Sotheby’s zur Auktion steht. Stimmt zwar nicht, war aber ein tolles Gefühl! Ich habe bei Sotheby’s einen BASQUIAT ersteigert!!!!! (Meine blühende Phantasie ist mehr wert als Gold.)

09. Mai 2021

Das (mir bekannte) sexieste Mai- und Frühlingslied der Welt wurde 1973 von Manfred Krug getextet (alias „Clemens Kerber“), gesungen und aufgenommen. „Wenn’s draußen grün wird“. Beachten Sie auch das extrem flotte Schlagzeug von Wolfgang ‚Zicke‘ Schneider!

Wenn’s draußen grün wird, fällt mir nur noch Liebe ein (ohh yeah)
Es kommt über mich und bricht mir das Herz (bibi, düdüdüdü)
Mag Sonne scheinen oder mag es trübe sein (düdüdüdüdü)
Ein Gefühl so zwischen Freude und Schmerz

Im wunderschönen Monat Mai
Als alle Knospen sprangen
Da ist nicht nur in Heines Herz
Liebe aufgegangen

Wenn’s draußen bunt wird, dann wird mir so gut zumut‘ (ohoho)
Und auch jeder Blume, jedem Getier (weep, weep, wowowo)
Dann steigt der Saft in Bäume und auch uns ins Blut (weep, wowowowo)

Dann muss ich zu dir und du musst zu mir
Im wunderschönen Monat Mai
Als alle Knospen sprangen
Da ist nicht nur in Heines Herz
Die
Liebe aufgegangen

09. Mai 2021

ERNTE IN GAGANIEN, Papier, Acryl, Geschirrtuch, Karton, Aug./Sept./Okt. 2020, 50 x 60, Staatliche Museen von Gaganien

Jawohl, es gab auch eine Ernte in Gaganien! Im letzten Herbst wurde fleißig geerntet und die Früchte eingelagert, die ich jetzt präsentiere. Das Bild hat ein Geheimnis. Die Früchte sind aus kleinen Kernen von einer anderen großen Frucht gezogen. Also einem größeren Bild, das ich noch nicht gezeigt habe. Ich möchte keine Herbststimmung verbreiten, sondern auf die Schönheit der Natur aufmerksam machen, die jetzt ja wieder ihr allerschönstes Kleid anzieht. Heute ist endlich ein richtig frühlingshaft warmer Tag.

Meine Haare sind noch vom Duschen nass. Ich werde in der Sonne spät frühstücken und mich zurechtmachen und ein wenig durch Gaganien spazieren. Auch will ich den Ahornbaum besuchen, den ich gestern bei uns unten im grünen Hinterhof gepflanzt habe. Seit drei Jahren kam immer wieder so ein kleiner Baum in einem Blumentopf auf dem Südbalkon, den ich gar nicht gepflanzt hatte, den hat es einfach zu mir geweht. Jetzt wird er langsam so kräftig, dass mir der Topf zu klein vorkam, als Dauerwohnung. Deswegen habe ich ihn gestern an einer guten Stelle ins Berliner Erdreich gepflanzt. Der erste Baum, den ich gepflanzt habe! Gewächse umtopfen zähle ich nicht dazu, dann hätte ich ja auch den kleinen Olivenbaum, den ich gestern umgetopft hätte, mitzählen müssen. Ich mache nachher ein Foto!

06. Mai 2021

Es färbte sich die Wiese grün
Und um die Hecken sah ich blühn,
Tagtäglich sah ich neue Kräuter,
Mild war die Luft, der Himmel heiter.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Und immer dunkler ward der Wald
Auch bunter Sänger Aufenthalt,
Es drang mir bald auf allen Wegen
Ihr Klang in süßem Duft entgegen.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Es quoll und trieb nun überall
Mit Leben, Farben, Duft und Schall,
Sie schienen gern sich zu vereinen,
Daß alles möchte lieblich scheinen.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

So dacht ich: ist ein Geist erwacht,
Der alles so lebendig macht
Und der mit tausend schönen Waren
Und Blüten sich will offenbaren?
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Vielleicht beginnt ein neues Reich –
Der lockre Staub wird zum Gesträuch
Der Baum nimmt tierische Gebärden
Das Tier soll gar zum Menschen werden.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Wie ich so stand und bei mir sann,
Ein mächtger Trieb in mir begann.
Ein freundlich Mädchen kam gegangen
Und nahm mir jeden Sinn gefangen.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Sie ging vorbei, ich grüßte sie,
Sie dankte, das vergeß ich nie –
Ich mußte ihre Hand erfassen
Und Sie schien gern sie mir zu lassen.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Uns barg der Wald vor Sonnenschein
Das ist der Frühling fiel mir ein.
Kurzum, ich sah, daß jetzt auf Erden
Die Menschen sollten Götter werden.
Nun wußt ich wohl, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Novalis (Georg Philipp Friedrich v. Hardenberg 1772 – 1801)

05. Mai 2021

Ich habe heute viereinhalb Stunden lang Trendfrisuren bei neun jungen Männern im Alter zwischen 20 und 29 Jahren studieren können. Zu meiner Zeit waren Männerhaare nicht so toll und perfekt gestylt. Sieben von neun hatten einen rasanten Kurzhaarschnitt mit kurz gehaltenen Schläfen, so sidecut-mäßig und länger gehaltenem, vollem Deckhaar, das zum Teil kunstvoll hochgestylt war, so ein bißchen Elvismäßig, aber ohne Rockabilly-Anmutung, sondern modern.

Einer hatte eine nicht so attraktive Mütze auf (Kopfsocke), da konnte ich nur sehen, dass die herausschauenden Haare auch eher kurz und dunkel waren. Einer hatte die ganze Zeit die Kapuze von seinem Hoodie auf (brauchte er vermutlich für sein Wellnessgefühl), da guckte im Stirnbereich nur irgendwas dunkelblondes vor, ich habe keine Ahnung, was er für eine Frisur hatte, ob kurz oder lang.

Bei den gestylten Jungs saß die Frisur auch noch nach der vierten Stunde, daher vermute ich Stylingpräparate, evt. sogar Haarspray. Aber die Haare sahen bei keinem verklebt aus. So viel zu meinen Beobachtungen in Sachen Trendfrisuren bei jungen Herren, Stand 5. Mai 2021. Auch noch für die Statistik: sieben davon sind Berliner, einer Brandenburger, einer von irgendwo außerhalb.

P.S.: bei keiner Frisur konnte ich gefärbte Haare identifizieren, sahen alle aus wie die Naturhaarfarbe. Also diverse Töne von Dunkelblond über Hellbraun bis Dunkelbraun und auch Schwarz.

P.P.S. Alle haben einen Negativ-Test von gestern vorgelegt. Ich habe auch einen!

3. Mai 2021

VF III. Vanity Fair Logos 1992 – 2020, Papier, Acryl, Blattgold, PVC, 42 x 54 cm, 28. – 29. November 2020, Staatl. Museen v. Gaganien. Dritter Teil der Vanity Fair Trilogie. I. und II. sind im Flur, III. hängt an der Waschmaschine. Das Vanity Fair Logo hat sich seit Gründung des Magazins im Jahr 1913 immer wieder verändert. In den vergangenen dreißig Jahren gab es mitunter die Renaissance einer älteren Typographie, die ich am schönsten finde. Mit diesem dritten Werk hatte ich tatsächlich hinbekommen, für die von meiner Buchbinderei der Editionen übrigen Logos in allen möglichen Größen, eine Anordnung zu finden, die alle Schnipsel unterbringt.

01. Mai 2021

Erster Mai! Ich war spazieren. Es hat doch nicht geregnet, bißchen Sonne sogar zuweilen. War im Atelier, habe Scherben von einem zerbrochenen Keramikteller im Bambus-Blumenkasten verteilt. Wenn die Sonne knallt, wird die Erde nicht so schnell trocken und es sieht ganz schön aus. Dann ist mir die Lust vergangen, noch mehr zu machen. Ich war unruhig und wollte was anderes sehen.

Die Kamera eingepackt und Richtung schräg gegenüber, in die Wildnis der Prinzessinnengärten, vormals Friedhof. Da ist eine schöne Magnolie. Mach doch mal so ein typisches Frühlingsfoto vor blühendem Baum, dachte ich mir. Das kommt gut an! Die Magnolie war schon kurz vorm Verblühen. Dann bin ich weiter, mir fiel ein, dass es ein paar hundert Meter weiter noch andere Friedhöfe gibt und auch Magnolien. Da landete ich dann auf einem Friedhof, wo die türkischstämmigen Anwohner ihre Angehörigen bestattet haben. Also unter anderem. Es gibt auch uralte deutsche Gräber, aber jede Menge neue mit türkischer und arabischer Schrift. Viel Text, ich kann das ja leider nicht lesen. Und die neueste Mode ist offenbar, dass man Lieblingsfotos von den Verstorbenen direkt auf den Grabstein appliziert, irgendein digitales Verfahren. Die reinsten Fotoalben in überdimensional.

Ich hab es nicht fotografiert, weil es mir zu persönlich erschienen wäre, wie übergriffig. Sind ja keine Angehörigen von mir. Aber schon ungewohnt, so eine Dame im Bauchtanzkostüm auf einem schwarzen Grabstein zu sehen, lebensgroß. Für meinen Geschmack werden zu viele Herzen verarbeitet, aber es ist nunmal eine Herzenssache. Auch sieht man oft eine Sitzgruppe aus dem gleichen Granit oder Marmor vor dem Grab. Mit Tisch in der Mitte, wie im Gartenlokal. Das muss unfassbar teuer sein. Manche Gräber sind so großformatig, fast schon pyramidenartig, mit mehreren Stufen mit einem Plateau, dass mir nicht mal Berliner Ehrengräber in der Größe einfallen. Also ich fand die alle nicht „schön“, aber sehr speziell und so noch nie gesehen.

Dann war ich noch bei einer Magnolie am Ausgang und hab noch mal Frühlingsfotos gemacht und fertig war der Spaziergang! Gibt einem ein bißchen das Gefühl, den ersten Mai angemessen begangen zu haben. Weniger wegen Friedhof, sondern wegen Spaziergang und Magnolien. Jetzt bin ich wieder daheim.

Da fällt mir noch ein, in der U 8 hinwärts hatte ein junger Mann seinen Musikapparat laut aufgedreht und beschallte das Abteil mit „Keine Macht für Niemand“. Ich wurde ein wenig sentimental. Oder nein – nicht sentimental – nostalgisch! Ich kam mir für ein paar Minuten wie ein Fahrgast-Komparse in einem Rock-Musical über den ersten Mai in den Achtzigern vor. Er ist am Hermannplatz ausgestiegen, die Hoodie-Kapuze tief ins Gesicht gezogen.

01. Mai 2021

Im Mai sind alle Blätter grün, im Mai sind alle Kater kühn. Drum wer ein Herz hat, faßt sich eins, und wer sich keins faßt, hat auch keins.

Otto Julius Bierbaum (1865 – 1910)

Boudoir. Papier, Acryl, Zitat-Fagmente „Maikaterlied“ Otto Julius Bierbaum, 1901 (Reliquie 2016), Fragment Otto Mueller „Drei Mädchen im Spiegel“, 1912, Leinengeschirrtuch, Plexiglas, Bütten, Tinte, PVC-Pfeffersalamiverpackung, Blattgold, 30 x 40, 1. Mai 2016, 3. – 5. Juli 2020, 12. Dez. 2020, Staatl. Museen v. Gaganien

30. April 2021

Schatzkammer III befindet sich im Eingangsbereich meines kleinen Hauptstadtateliers! Wir bewegen uns im Uhrzeigersinn, vorbei am Eingang zur noch nicht gezeigten Schatzkammer IV. (Küchenkammer), von der im hinteren Bereich die bereits gezeigte Schatzkammer II. (Speisekammer) abgeht, vorbei am Eingang zur auch schon gezeigten Schatzkammer I. (Badekammer), vorbei an der Haupteingangstür, vorbei am Eingang zur noch geheimen Schatzkammer V., in der ich noch ein bißchen aufräumen muss.

Außerdem kommen jetzt lauter Regentage und ich will schon ein bißchen flutendes Sonnenlicht auf den Bildern von Kammer IV. und Kammer V. haben. Ich möchte jetzt nicht so weit gehen, den kleinen Balkon auch noch als Schatzkammer VI. zu bezeichnen. Da wäre eventuell doch ein bißchen arg prätentiös. Obwohl da auch ein Bild hängt! Mal sehen. Das hier ist jedenfalls erstmal die dritte Schatzkammer, wie sie jetzt seit allerneuestem aussieht.

Ein ganz klarer Vorteil im Vergleich zu den Schatzkammern der alten Pharaonen in Ägypten ist, dass in meinen Schatzkammern die Luft zirkuliert und man nicht husten muss, da es keinen Schimmel gibt! Ich muss keine Maske in den Räumen tragen, sehr angenehm! Eintritt ist auch frei. Und es gibt Getränke! Aus einem kleinen gekühlten Schatzkästchen in Schatzkammer IV. Auch für Häppchen ist gesorgt. Die bereite ich mir höchstpersönlich selber zu, ich bin demzufolge unabhängig von Dienern. Auch ein Vorteil im direkten Pharaonen-Vergleich! Noch mehr Bilder aus sämtlichen Winkeln der Schatzkammer gibt es hier. Obwohl das jetzt ja auch schon recht viele sind, die ich hier zeige. Aber mehr ist mehr!

29. April 2021

VF II. vom Buchbinden übrige Vanity Fair-Logos, Lackmalstift, Kunststoff, 30 x 56, Nov. 2020, Staatl. Museen v. Gaganien. Gaga Nielsen und wie sie die Welt sah. Nämlich: grafisch! Ich weiß, dass andere Menschen wohl andere erste Wahrnehmungen haben müssen, wenn sie etwas sehen. Für mich ist zunächst alles Sichtbare losgelöst von der Funktion, obwohl ich in der Lage bin, diese zu erkennen. Mir springt zuerst die Form und die Farbe ins Auge, beides gleichzeitig. Wie Puzzleteilchen, die am besten an einer bestimmten Stelle aufgehoben sind und passen. So sehe ich die Welt. Dass diese Sachen auch noch Sachen machen können, ist eine feine Sache, die ich mir gerne auch zunutze mache!

28. April 2021

Sehr geehrte Damen und Herren, heute präsentiere ich Ihnen mein Schmutziges Hobby! 50 x 50, Acryl, Leinwand, Tombola-Lose von der Viewing Party „Queen of Drags“ 2019, Reklame-Toy Boy aus gratis Gay-Zeitschrift aus dem Hobby! Staatl. Museen v. Gaganien.

Leider kann man auf dem fertigen Werk nur noch mit der Lupe erkennen, was auf den einzelnen Losen steht. Es ist so eine Art Poesie-Album, das ich zum steten Gedenken im Mai 2020 gebastelt und gemalt habe. Im November und Dezember 2019 bin ich immer mit Lydia zu den Viewing Parties ins Hobby gepilgert, das ist so ein lustiger Club auf dem RAW-Gelände in der Revaler Straße. Schön aufgetranst mit Glitzer und Klimper-Wimpern. Einmal war auch Jenny mit und einmal Ina. Und noch zwei andere Freundinnen von Lydia. Wir hatten viel Spaß und haben wild getanzt. „Damals“ war Bad Guy von Billie Eilish gerade der heiße Scheiß und wir haben abgehottet, als gäbe es kein Morgen.

Da habe ich gelernt, dass es auf der Erde nur eine deutschsprachige männliche Bevölkerungsgruppe gibt, die richtig, richtig, richtig gut tanzen kann, und das ist die Gay Community <3. Und dann die tollen Ehrengäste aus der Show! Katy Bähm und Candy Crash und Bambi Mercury, für den ich IMMER gevotet habe und der an dem Tag im Hobby war, als er Papa von Zwillingsmädchen wurde. Da haben wir alle darauf angestoßen – mir kommen gleich die Tränen! Es war alles eine Augenweide und man durfte mitmachen, so schön….! Im Mai 2020 kam es mir schon wie ewig her vor, dass wir tanzen waren. Aber jetzt…. ! Puh. Das fehlt mir mit am meisten. Und natürlich Live Musik. Und Essen gehen. Und Trinken gehen. Und Tanzen Tanzen Tanzen! Am besten alles zusammen. Hab ich erwähnt, dass ich gerne tanze?

27. April 2021

Sonnenschein! Gestern auf dem Balkon im Atelier geknipst. Jetzt in der Sonne an der Balkontür von meinem Adlerhorst. Die Haare sind noch nicht ganz trocken und übrigens nicht blondiert. Das sieht in der knalligen Sonne nur so hell aus. Habe diese Woche Ferien und fahre gleich zum „Holländer“ am Olympiastadion. Ein Pflanzengeschäft, mit großer Draußen-Verkaufsfläche, da muss man keinen Negativtest vorlegen. Ich hab eine Negativbescheinigung vom 23. April, die zählt ja nicht mehr. Morgen könnte ich natürlich schummeln und aus der 23 eine 28 machen. Mit einem schwarzen Fineliner wäre das kein Problem. Aber ich bescheiße nicht! Das ist nicht mein Stil. Das kommt alles zu einem zurück. Schwindeln, Lügen und Betrügen gehört nicht zu meiner Werkseinstellung! Meiner Meinung nach wirken sich Unwahrheiten und Schummeleien ungünstig auf die Ausstrahlung aus. Da wäre ich schon viel zu eitel, ich möchte gut aussehen!

Meine Haare sind bestimmt gleich trocken, die Sonne ist endlich mal richtig warm, aber man spürt drumherum immer noch so ein kühles Lüftchen. Gabs schon mal so einen kalten April mit Winterprognose für Mai? Na ja, nichts Schlimmeres soll uns widerfahren. Ich höre gerade gute Laune-Musik. „Señorita“ von Shawn Mendes und soundso. Ähnlich gute Stimmung macht mir „Shape of You“ von dem rothaarigen Sänger, Dings – Ed Sheeran. Neulich hat er irgendwo erzählt, dass er ein heimliches Hobby hat, das darin besteht, überall Legosteine mitzunehmen, z. B. früher, wenn er auf ein Date gewartet hat. Hilfe! Abgesehen davon, dass er mir von der Optik her auch zu mainzelmännchenhaft ist – ich möchte kein Date mit jemandem, der vorher mit Legosteinen spielt. Ich bin ja auch verspielt und spiele mit Farbtöpfen und so weiter, aber doch nicht, wenn ich im Lokal auf eine im Idealfall erotische Begegnung warte.

Auch noch gute Laune macht mir „New York – Empire State of Mind“ von Alicia Keys und ein neueres Lied, also auch nicht mehr ganz neu, aber ich habs bisher nicht richtig registriert, von diesem Ex-The Voice-Kandidaten Max Giesinger und einer gewissen Lotte, „Auf das, was da noch kommt„, schon eine supertolle Hook! Kann man nicht schlechtreden. Ich ziehe mich langsam mal an, für mein Rendezvous mit meinem Holländer! Ich will hochwachsende Gräser kaufen, als Sichtschutz für die rechte Seite von meinen Atelierbalkon. Das ist charmanter als so eine Trennwand und die Sonnenstrahlen können zwischen den Grashalmen zu mir tanzen!

24. April 2021

Schatzkammer II. Ich mach mir die Welt, wiedie wiedie, wie sie mir gefällt! Stolze anderthalb Quadratmeter, aber drei Meter hoch! So eine Speisekammer bietet locker Platz für zwanzig Bilder und einen bequemen Schaumstoffblock als kleine Liegewiese und Muschi-Pupu-Beleuchtung! – wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! Ich hab‘ ein Haus, ein kunterbuntes Haus, ein Äffchen und ein Pferd, die schauen dort zum Fenster raus. Drei x drei macht sechs, wer will’s von mir lernen? Alle groß und klein, trallalala lad‘ ich zu mir ein!

18. April 2021

Mein kleines Schatzkammer-Bad im Atelier. Jetzt mit schickem, neuen Teppichboden! Eigentlich war das gar keine Auslegware, sondern ein freiliegender Teppich von einem Laden in New York, wo ich natürlich nicht selbst zum Einkaufen war.

In den Sechziger Jahren ist eine Familie aus dem Iran nach Amerika ausgewandert und hat dort ein Geschäft mit Teppichen eröffnet. Das haben sie immer weiter und sehr erfolgreich ausgebaut und jetzt ist es ein riesiges Einrichtungsgeschäft in der Fifth Avenue!

Man merkt bei dem Teppich, dass er für amerikanische Ansprüche gewebt wurde. Extra dick und weich. Nicht alles, was aus Amerika kommt, ist schlecht! Wird aber natürlich in der Türkei gewebt, wie die meisten guten Teppiche. Eine Behausung ganz ohne Teppiche kann ich mir gar nicht vorstellen.

Das ist die erste Schatzkammer von meinem neu sortierten Atelier. „Neu eingerichtet“ wäre der falsche Begriff, weil man sich dann irgendwelche neuen Möblierungen vorstellt, die es dort ja so gut wie gar nicht gibt. Ein paar Bilder hängen anders.

In der Dusche, die ich nicht so richtig fotografiert habe, sind jetzt viele Säulenskulpturen. Nur auf einem etwas verschwommenen Foto mit mir drauf, kann man es im Hintergrund sehen. Ich fotografiere auch noch die anderen Schatzkammern.

17. April 2021

[…]

Schau den Regenbogen an und preise den, der ihn gemacht hat! Überaus schön ist er in seinem Glanz.

Er zog am Himmel einen Kreis von Herrlichkeit, die Hände des Höchsten haben ihn ausgespannt.

Mit seinem Befehl führt er rasch den Schnee herbei und er beschleunigt Blitze, wie er es bestimmt.

Deswegen sind die Schatzkammern geöffnet und die Wolken sind ausgeflogen wie Vögel.

In seiner Größe hat er Wolken zusammengeballt und Hagelsteine aus ihnen geschlagen.

Bei seinem Anblick erbeben die Berge, durch seinen Willen weht der Südwind.

Die Stimme seines Donners versetzt die Erde in Wehen, ebenso ein Sturm aus dem Norden und ein Wirbelwind.

Wie Vögel herabfliegen, so streut er Schnee aus, wie eine Heuschrecke, die sich niederlässt, fällt er herab;

Seine weiße Pracht bewundert das Auge und über Schneeschauer staunt das Herz.

Er streut Reif wie Salz auf die Erde, und wenn er gefroren ist, entstehen Eiszapfen.

Ein eisiger Nordwind weht und Eis gefriert auf dem Wasser.

Auf jedem stehenden Gewässer lässt es sich nieder, wie mit einem Panzer bekleidet sich das Wasser.

Er verschlingt die Berge, dörrt die Wüste aus und versengt das sprossende Grün wie Feuer.

Feuchter Nebel bringt rasch für alles Heilung, der Tau, der niederfällt, wird nach der Hitze erfrischen.

Nach seinem Plan bändigt er den Abgrund des Meeres und pflanzt Inseln hinein.

Die das Meer befahren, erzählen von seiner Gefahr und wir staunen über das, was unsere Ohren hören.

Dort gibt es unglaubliche und wunderbare Werke, eine Vielfalt von allen Lebewesen, eine Schöpfung von Ungeheuern.

Seinetwegen ist sein Bote erfolgreich und durch sein Wort ist all das zusammengefügt.

Vieles werden wir sagen, aber wir kommen nie an ein Ziel und das Ende der Worte ist: Er ist das All.

Wo werden wir die Kraft finden, ihn zu preisen? Denn er selbst ist der Große über all seinen Werken.

Ehrfurcht gebietend und überaus groß ist der Herr, wunderbar ist seine Herrschaft.

Die ihr den Herrn lobt, erhöht ihn, so viel ihr könnt, denn er wird es noch übertreffen!

Die ihr ihn erhöht, tut es mit vermehrter Kraft! Werdet nicht müde, denn ihr kommt nie an ein Ziel!

Wer hat ihn gesehen und kann von ihm erzählen? Wer preist ihn, wie er ist?

Viele verborgene Dinge sind größer als dies, denn nur wenige seiner Werke haben wir gesehen.

Denn alles hat der Herr gemacht und den Frommen hat er Weisheit geschenkt.

Jesus Sirach 43,28, Altest Testament, 190/180 v. Chr.

14. April 2021

„Es ist vollbracht.“ Farewell, June. Gruß an Helmut.

Ich habe June Newton, die als Fotografin unter dem Namen Alice Springs arbeitete, zweimal aus der Nähe erlebt. Einmal um die Jahrtausendwende mit Helmut Newton auf der Bühne des Renaissance-Theaters, eine Matinée an einem Sonntagvormittag, bei der die beiden mit Gero von Boehm sehr launig plauderten.

Und dann noch einmal im Juni 2008, oder eigentlich zweimal, kurz hintereinander anlässlich einer Ausstellungseröffnung in der Newton Foundation, zuerst bei der Pressekonferenz am Vormittag und dann am darauffolgenden Abend beim Opening. Jan war auch dabei. Dreizehn Jahre her… da war sie auch schon betagt, aber noch kein bißchen gebrechlich. Dabei entstanden eine Reihe Aufnahmen von ihr (von mir), unter anderem dieses. Hier sind die anderen Bilder zu sehen.

13. April 2021

Fasanenpalme rahmen, hängen ERLEDIGT! (Blattgoldfinish?)
Glasplattenschachtel hinter David ERLEDIGT!
– Weltgeheimnis Seitenhaken Wand Nagel/Holz Schraube hängen ERLEDIGT!
Käferdings Rückwand 3 D-Abstand, hängen ERLEDIGT!
Zebradings Rückwand 3 D-Abstand, hängen ERLEDIGT!
Durchgang-Vorhang anders rum ERLEDIGT!
Läufer Missina (Mi?) ERLEDIGT!
– Arm, wohin, wie? ERLEDIGT!
Über Weltgeheimnis? Nix, ERLEDIGT!
Marokk. Spiegelfenster Weiß, ERLEDIGT! wohin? Balkon?
Rostigen Übertopf mit- (selbe Farbe) ERLEDIGT!
Scherben einweichen ERLEDIGT!
– Kupferkessel zerlegen

26. März 2021

Greta to Glam. …

„This issue of 1992 Architectural Digest has been hauting me for more than 20 years. It presents photos of Greta Garbo’s colorful NY Apartment. I Always regretted Not Stealing it From It’s owner. I usually don’t Steal From people’s Coffee tables but that was exactly how the owner, a very terrible Person, had come into It’s possession.Thanks to the incredible one-and-only Gaga Nielsen it’s with me now. No Stealing necessary.“

Glam|Volker Ludewig, 23. März 2021

: : A R C H I T E C T U R A L : : D I G E S T : :

ACADEMY AWARDS EDITION ~ April 1992

~ TABLE OF CONTENTS ~

12 Letters from Readers

16 Contributors

20 William Wellmann in Hollywood
Flying High with the Director of the Academy’s First Best Picture

34 Dressing Rooms of the Stars
Vintage Studio Bungalows Tailored to Film Personas

48 Robert Usher: Imagining Movies
Visual Genius of Paramount’s Innovative Art Director

66 George Hurrell’s Hollywood Glamour
The Photographer’s Glittering Visions of Stars at Home

78 Maurice Chevalier
Suave Star of Gigi in His Spanish-Style House

88 Stars in Residence

114 D. W. Griffith
The Father of American Film in Beverly Hills

120 Greta Garbo
The Legendary Star’s Secret Garden in New York

128 Cedric Gibbons and Dolores Del Rio
The Art Director and the Star of Flying Down to Rio in Santa Monica

134 Jack L. Warner
The Beverly Hills Estate of the Archetypal Hollywood Mogul

142 Vivien Leigh and Laurence Olivier
Gone With the Wind and Wuthering Heights Stars in England

146 Judy Garland
The Wizard of Oz Star in Bel-Air

150 Leslie Howard
Star of Intermezzo and Gone With the Wind in Beverly Hills

152 Lana Turner
Best Actress Nominee for Peyton Place at Home in Brentwood

156 Preston Sturges
Writer and Director of Sullivans’s Travels and The Miracle of Morgan’s Creek in the Hollywood Hills

160 Janet Gaynor and Adrian
Nominee for A Star Is Born and Her Costume Designer Husband

164 Garson Kanin and Ruth Gordon
The Turtle Bay House of the Writers of Adam’s Rib and Pat and Mike

168 Jennifer Jones and David O. Selznick
The Song of Bernadette Star and Producer of Gone With the Wind at Tower Grove

174 Greer Garson
Mrs. Miniver’s Best Actress with Husband Richard Ney in Bel-Air

178 Robert Montgomery
Debonair Leading Man and Two-Time Nominee in Beverly Hills

180 Paulette Goddard
Star of Modern Times and Kitty in Goldwater Canyon

184 David Niven
Separate Tables‘ Best Actor in the Pink House

186 Joan Fontaine
Suspicion’s Best Actress on Rodeo Drive

188 Gene Kelly
Star of An American in Paris on Alta Drive

190 Rosalind Russell
Auntie Mame at Home in Beverly Hills

192 Hal Wallis
The Producer’s Valley Farm

194 Olivia de Havilland
The Beverly Hills House of the Best Actress in To Each His Own and The Heiress

196 Anatole Litvak
Oceanside Retreat of The Snake Pit’s Director

200 Gene Tierney
Beverly Hills Backdrop for the Enigmatic Star of Laura

202 John Huston
Mercurial Director of The Maltese Falcon and The Dead at St. Clerans

206 Leland Hayward and Margaret Sullavan
Hollywood’s First Super-Agent and the Nominee for Three Comrades

210 Henry Fonda
The Bel-Air Residence of On Golden Pond’s Best Actor

214 Ava Gardner
Nominee for Mogambo in London

218 Vicente Minelli
MGM’s Visionary Director of Gigi and Lust for Life in Beverly Hills

220 Deborah Kerr
Six-Time Nominee in Pacific Palisades

222 William Goetz
Prolific Producer’s Holmby Hills Collection

226 Edith Head
The Award-Winning Costume Designer’s Hacienda-Style Retreat in Beverly Hills

228 Sammy Cahn
Bicoastal Lives of the Master Lyricis; New York, Los Angeles

232 Claire Trevor
A Spacious New York Apartment for Key Largo’s Best Supporting Actress

238 Cher
Moonstruck’s Best Actress in Malibu

244 Michael Douglas
The Manhattan Apartment of Wall Street’s Best Actor

250 William Holden
Best Actor in Stalag 77 in His San Fernando Valley House

294 AD-at-Large
Inside the Design World

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Dieses Inhaltsverzeichnis sagt wohl mehr als tausend Adjektive.

22. März 2021

GAGANISCHES WASSERPFERD. Indische Paillettenchiffon-Schnipsel, kariertes Baumwollhalstuch, Strandponchoborte, Papier, Karton, 70 x 150 cm, Februar 2021, Staatl. Museen von Gaganien

In den Gärten von Gaganien gibt es viele Gewässer. Zu den zahlreichen endemischen Tieren gehört das prachtvolle Gaganische Wasserpferd. Es wurde am 28. Februar 2021 erstmalig gesichtet und von den Forschern dokumentiert. Seine Länge beträgt 1,50 m und es ist 70 cm dick, also wohlgenährt. Putzmunter springt und schwimmt es durch den großen Teich und freut sich des Lebens. Wovon es sich ernährt ist noch nicht abschließend geklärt, aber es freut sich über wohlwollende Blicke!

20. März 2021

Bildergruß aus meinem Klischeeatelier! Bei mir ist Ausnahmezustand, dergestalt, dass meine kleine Werkstatt erstmalig wie ein richtiges Atelier aussieht, mit so an die Wand gestapelten Leinwänden und alles Kraut und Rüben! Das habe ich meinem Vermieter, dem Klempner und dem zweiten Handwerker zu verdanken, der die Wand von meinem Kämmerchen aufgestemmt hat, um an das Fallrohr zu kommen, zwecks Austausch. Er hat mir auch empfohlen, möglichst alles beiseite zu räumen, weil es sehr, sehr, sehr viel Dreck machen wird, also einstauben. Hab ich dann gemacht. Also von 16 (!) Wänden Bilder abgehängt. Jawohl. Die erstaunliche Zahl kommt daher, dass vier mal vier sechzehn ergibt. 4 Wände vom Kämmerchen, 4 Wände von der Küche, 4 Wände vom Bad, 4 Wände vom Flur. Ich habe dann einfach alles in das große Zimmer geräumt und die Tür zugemacht. Und jetzt ist es fast fertig und ich räume wieder alles zurück. Allerdings hänge ich viele Bilder anders. Alles neu macht der Frühling! Und natürlich mal richtig durchgewischt. Am Montag wird noch der Syphon unterm Handwaschbecken erneuert und das dicke Rohr, das vom WC in die Wand geht. Dem Minibad habe ich einen neuen Luxusteppich gegönnt, hab ich schon zugeschnitten.

Ulkig war bei der Begehung vor den Bauarbeiten, dass der Mann, der die Wand aufgestemmt hat, der auch Malermeister ist, auf dem Weg vom Flur durch die Küche Richtung Kämmerchen mehrfach bei meinem großen Space Oddity-Bild von David innegehalten hat. Er konnte nicht normal dran vorbeigehen, er musste es immer aus dem Augenwinkel genauer fixieren. Ist mir richtig aufgefallen!

Der pink bezogene Schaumstoffblock hat eigentlich ganz gut vor das Fenster gepasst, war auch gemütlich. Aber nimmt zu viel Platz weg, der ist jetzt schon wieder im Kämmerchen, wo er hingehört. Ich hab den vor achtzehn Jahren in einem Schaumstoff- und Markisengeschäft in der Schöneberger Hauptstraße zuschneiden lassen und selbst bezogen. Am Anfang war er nicht pink, sondern so zartgelb. Dann war mir nach Pink und ich habe den Bezug gefärbt. Pink gibt mir immer kleine elektrische Stöße! Am lustigsten ist immer, wenn jemand mein Kämmerchen noch nicht gesehen hat und die Tür noch zu ist. Und dann mach ich die Tür auf und dann klappen die Kinnladen runter! Es ist wohl nicht so üblich, dass man eine Speisekammer total komplett mit einem pink bezogenen Schaumstoffblock möbliert. So, ich muss mich nun fertig machen.

08. März 2021

Nach diesem aufregenden Interview bei Oprah Winfrey ist das Publikum natürlich – verständlicherweise – an unmittelbaren Reaktionen in royalen Kreisen interessiert. Hier kann ich Abhilfe schaffen. Wie sagte Harry neulich so schön: “We can all live a life of service. Service is universal.” In diesem Sinne sehe auch ich mich als Dienstleisterin des öffentlichen Interesses und biete exclusives Bildmaterial!

Man könnte auch sagen, ich habe das Regelwerk in diesem großen Theaterstück, das sich Monarchie nennt, verstanden. Es ist sehr hilfreich, wenn man sich darüber im Klaren ist, dass das Konstrukt der Monarchie davon lebt, dass die Rollen tadellos ausgeführt werden. Der Text sollte sitzen und das Kostüm ebenso. Die Regieanweisung „Never explain, never complain“, gilt für das gesamte, vom Zuschauer mit teuren Steuern bezahlte Stück.

Bei dieser Aufführung geht es schwerpunktmäßig nicht um gesellschaftliche Erneuerung, Modernität, Gleichberechtigung oder freizügige Ausgestaltung. Eigentlich ist das auch nicht ganz unbekannt, wenn man seine Schularbeiten gemacht hat. Wer insbesondere die englische Monarchie mit einem libertären, demokratischen Schwerpunkt umzumodeln wünscht, muss sich die Frage gefallen lassen, welchen Zweck dann noch luxuriöse Privilegien erfüllen sollen.

Das Kasperletheater Monarchie lebt davon, dass die Königin die Königin ist, der Kasper, der Kasper, der Polizist, der Polizist und das Krokodil das Krokodil. Es ist zwar ein lustiger Schlenker, und für die Allgemeinheit ab und zu Salz in der Suppe, wenn die Besetzung der Nebenrollen aufbegehrt und auch einmal Königin spielen will, aber so funktioniert das uralte Stück auf Dauer nicht.

Interessant, dass sich Meghan offenbar nicht der Widersprüchlichkeiten ihrer Aussagen bewusst ist. Angeblich hat sie niemals die Presse über sich verfolgt, aber dennoch Handlungsbedarf gesehen, Anklage gegen diverse Gazetten zu erheben. Der Move nach L.A., ins Mekka von Showbiz und Publicity, soll größere Privatheit sicherstellen. Passend dazu gibt es ein „tell-all“-Interview mit der populärsten TV-Personality in Sachen Celebrity-Reportagen. Jetzt warten wir alle gespannt, wer die rassistischen Bemerkungen zur möglichen Hautfarbe von Archie gemacht hat und ob es irgendeine Verlautbarung dazu geben wird.

Ich nehme an, bei den britischen Royals gibt es denselben unterschwelligen Rassismus wie in der gemeinen Bevölkerung. Der größere Teil akzeptiert Vielfältigkeit, ein gewisser Prozentsatz erhält sich ein Weltbild mit der insgeheimen Überzeugung einer besseren „Rasse“. Ach, es hat schon auch Entertainmentqualität, wenn das mal unverblümt hochkocht. Ich beobachte das Theaterstück mit Interesse und denke mir meinen Teil. Mein Mitleid hält sich allerdings im Hinblick auf alle Seiten in Grenzen.

07. März 2021

Guten Tag! Ich melde mich heute hochexclusiv aus dem Palais Niederegger. Die Abbildung zeigt die prunkvolle Klinke des Portals. Die Einladung habe ich erhalten, weil ich fleißig Marzipan gegessen habe, auch die eine oder andere kleine Marzipantorte war dabei. Zum Lohn darf ich heute und wann immer ich will, das traumhafte Palais Niederegger besuchen. Wenn Sie mich jetzt fragen, ob das Palais in Lübeck steht, kann ich leider aus Gründen der Geheimhaltung nicht exakt antworten. Im weitesten Sinne steht es im schönen Gaganien. Und das ist ja vor allem in meinem Kopf.

In Abwandlung eines André Heller-Zitates teile ich mit: die schönsten Schlösser sind im Kopf – und in Gaganien! Ich weiß zwar auch ein Palais aus Stein und Mörtel und Marmor zu würdigen, aber manchmal muss es schnell gehen, und dann weiß ich mir auch anders zu behelfen. Ich bin ja sowieso eine Meisterin darin, aus vermeintlichem Müll Schätze zu heben. Das Marzipan hat mir wieder sehr gut geschmeckt. Als Kind habe ich Marzipan gehasst! Mir wurde fast schlecht von Marzipanpralinen. Aber die waren auch nicht von Niederegger. Ich wollte nur die mit Nougat. Momentan ist meine Lieblings-Nervennahrung allerdings nicht reines Marzipan, sondern Mozartkugeln, in denen ja auch ein bißchen Marzipan ist. Ich habe immer welche da. Die oberste Schicht ist Marzipan, dann kommt Nougat und dann Pistazie, drumherum Schokolade. Eine ganz meisterhafte Kreation. Ein Mozart-Palais wird es aber in absehbarer Zeit nicht in Gaganien geben, da die Mozartkugeln-Verpackung (Zellophantüte) meines Erachtens kein geeigneter Baustoff ist. Ich achte immer sehr stark auf Nachhaltigkeit, wenn ich meine Schlösser und Paläste baue.

PALAIS NIEDEREGGER. Marzipan(törtchen)verpackungen auf Leinwand, 20 x 30 cm, Staatliche Museen von Gaganien

06. März 2021

Am 26. und 27. Februar habe ich an meinem vorletzten Werk gewerkelt. Als ich die dritte Blume aus Spiegelscherben und den schönen alten EierMokkalöffeln von meiner Oma Alma gepflanzt hatte, wusste ich, das es Alma-Blumen sind. So heißt das Bild auch. Gewidmet Alma, 23.08.1915 – 24.03.1982. Lange habe ich die Löffelchen und korrespondierenden Eierbecher in Ehren gehalten. Von den Bechern habe ich nur zwei, aber vier Löffel. Ich finde sie ein bißchen arg klein geraten, aber sehr putzig. Jetzt haben sie den richtigen Platz gefunden und gleich sind Blumen daraus gewachsen. Das ist bestimmt der kommende Frühling. Die Natur ist einfach voller Wunder! Die Eierbecher sind ein Beweis, dass Hühnereier früher kleiner gewesen sein müssen. Ich kann mir nicht denken, dass meine Oma Alma zum Frühstück Wachteleier gegessen hat. Dafür sind sie dann wieder zu groß. Ich habe lange kein Frühstück mit weichgekochten Eiern zelebriert. Auf jeden Fall hebe ich die beiden silbernen Eierbecher auf. Irgendwann kommt der Tag! Zuletzt habe ich einen benutzt, um Aquarellstifte in Wasser zu tunken. Gerade ist es bedeckt in Berlin. Ich muss schon wieder einkaufen und Müll runterbringen. Und Wimpern tuschen. Ich kann mich nicht erinnern, ob Alma die Wimpern getuscht hat. Aber den Mund angemalt, das weiß ich bestimmt. Und Augenbrauenstift hat sie auch benutzt. Wahrscheinlich noch mehr, aber als Kind durchschaut man das ja noch nicht. Also ich schicke einen Gruß in den Himmel, ich hoffe sehr, die Alma-Blumen gefallen Dir.

ALMA-BLUMEN. EierMokkalöffel von Alma, Spiegelscherben, Acryl, Pappkarton, 50 x 70 cm. Feb. 2021, Staatl. Museen von Gaganien

02. März 2021

„Ich denke sehr viel, aber entscheide mich mit meinem Herzen.“
Dimitrios, 42, „First Dates“, VOX, 2. März 2021

Mal sehen, ob wir noch mehr Gemeinsamkeiten haben.

27. Februar 2021

Säule II. Stoffreste Jenny u. v. altem Indienstoff u. abgeschnittene Ärmelborten von Strandponcho-Fehlkauf im Internet, auf altem Papprohr, 60 x 18 cm, 25. Feb. 2021, Staatl. Museen v. Gaganien

So eine staatstragende Säule ist eine schöne Sache. Ich habe sie Säule II. getauft, weil es die zweite gaganische Säule in diesem Jahr ist, aber es gibt noch viel mehr. Die Stoffreste von Jenny sind die mit den großen Blumen in der Mitte. Sie hatte mir den Stoff auf ihrem Smartphone gezeigt, als wir vor einem halben Jahr im Kino waren und ich wollte gleich die Reste haben. Die hat sie mir dann in einem goldenen Säckchen zum Geburtstag mitgebracht. Mit der Mia-Wallace-Challenge-Postkarte. Es ist immer geheimnisvoll, wie sich ganz plötzlich ein Teil aus meinem Fundus bemerkbar macht und sofort transformiert werden will, obwohl es vorher monatelang nichts von mir wollte. Ich räume so rum, und dann habe ich etwas wieder im Blick, weil ich rumgeräumt habe, ich habe es nicht gesucht. Und dann passiert es. In so eine schöne Fundsache wie ein großes dickes Versandrohr kann man auch Sachen hineintun. Zum Beispiel andere Fundstücke, die auch mal was werden wollen.

26. Februar 2021

PINK ELEPHANT. Gaga Nielsen, September/Oktober 2020, pinke Einkaufstüte von Boutique „City Girl“, Geschenkpapier von Lydia, Bauplatte vom Gehsteig, 102 x 65 cm, Staatl. Museen v. Gaganien

Es ist ein Mysterium um die pinke Einkaufstüte, die ich hier transformiert habe. Mein Vater hat mir Äpfel aus dem Garten hineingepackt, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er oder meine Mama oder meine Tante in einer Boutique namens „City Girl“ einkaufen waren. Wahrscheinlich hat irgendeine jüngere Bekannte, vielleicht eine Nachbarin, darin ein Mitbringsel eingepackt. Das goldene Geschenkpapier hingegen ist von Lydia. Sie hat damit die Packung Edle Tropfen in Nuss eingepackt, welche sie mir an meinem letzten Geburtstag überreicht hat. Für goldene Sachen habe ich immer Verwendung! Man könnte denken, ich wäre ganz versessen darauf, Geschenkpapier zu verarbeiten, aber das stimmt überhaupt nicht. Es ist nur eine Ehrerbietung, weil ich mich immer sehr geehrt und geschmeichelt fühle, wenn mir eine Freundin ein Geschenk gibt, das liebevoll eingepackt wurde. Es käme mir wie Frevel vor, das Geschenkpapier wegzuwerfen. Außer es wäre total hässlich, dann würde ich es wenigstens als Unterlage zum mit Farbe bekleckern benutzen und hätte dann eine Ausrede, warum ich es entsorgen muss. Aber meine Freundinnen nehmen ja nur ganz apartes Geschenkpapier! Was für ein Glück!

Der komische Titel „Pink Elephant“ ist mir so eingefallen, also danach. Ich finde er passt, obwohl ich selber auch keinen Elefanten erkennen kann. Aber es ist alles irgendwie so elefantig. Max Ernst, also der Maler, erzählt in einem Video, dass ihn ein Kurator oder Kunsthistoriker oder Galerist mal gefragt hat, wieso er seine Bilder immer so genau benennt, er könnte doch genausogut auch als Titel „Komposition Nr. XY“ und das Jahr verwenden, denn dem Betrachter würde damit ja die Freiheit genommen werden, selbst etwas ganz anderes darin zu sehen.

Dabei muss man wissen, dass Herr Ernst, so wie ich auch, oft erst nach Fertigstellung des Bildes Titel gewählt hat, manchmal auch schon mittendrin, wenn sich die Richtung manifestiert hat, aber niemals vorher, also nicht nach dem Motto: „heute male ich mal die Mona Lisa!“. Daraufhin antwortete Max Ernst, dass es ja jedem unabhängig von seiner Betitelung frei gestellt ist, alles mögliche in einem Bild zu sehen, aber er sich ebenfalls nicht die Freiheit nehmen lassen möchte, etwas eigenes darin zu entdecken, deswegen nimmt er sich heraus, seinem Bild den Namen zu geben, der ihm so spontan in den Sinn kommt. Ich kann jetzt nicht direkt empfehlen, sich Videos anzuschauen, in denen Max Ernst erzählt. Mich strengt seine Sprechweise etwas an. Er ist meistens auch schon recht alt in den Aufnahmen und spricht so ein bißchen schwerfällig, stockend, wobei ich nicht einordnen kann, ob das schon immer so war, oder ob es mit seinem Alter zu tun hat. Ich lasse gerne nebenher solche Dokus laufen, am liebsten vom youtube channel moriundmori. Etwas Schönes ist immer dabei.

24. Februar 2021

Gestern war ein aufregender Tag für Gaganien! Der Besatzung der SpaceX Crew-1, der zweiten bemannten Raumfahrtmission des Raumschiffs Crew Dragon, das seit 17. November 2020 an der internationalen Raumfahrtstation ISS angedockt ist, sind erstmalig Aufnahmen von Gaganien aus dem All gelungen! Es war schon bekannt, dass Gaganien ein prunkvoller Planet ist, aber aus dem Weltall betrachtet, bietet sich doch noch mal ein ganz anderer Eindruck! Nachdem ich die Aufnahme über Satellit bekommen habe, musste ich sie mir gleich ausdrucken und einrahmen. Sie hat nun einen Ehrenplatz in der Empfangshalle vom gaganischen Palast! Ich bedanke mich bei der NASA und den Astronauten Shannon Walker, Victor Glover, Michael Hopkins und Sōichi Noguchi und wünsche gute Reise und gute Heimkehr im Mai 2021.

GAGANIEN. Mission SpaceX Crew-1, Gaga Nielsen, Feb. 2021, Spiegelscherben, Glammy Geschenkpapier, Tackerklammern, Schattenfuge, Leinwand, 26 x 32 cm, Staatl. Museen v. Gaganien

23. Februar 2021

STALKING! Gaga Nielsen, Februar 2021, Schlüsseletui, Schokoladenpapier, Glammy Geschenkpapier, Spiegelscherben, Acryl, Holzbrett, 30 x 37 x 3 cm, Staatliche Museen von Gaganien

Wer kennt es nicht, mit funkelnden Pupillen vor einem Insta- oder Facebook-Profil zu sitzen und Eins und Eins zusammenzuzählen. Ergebnis: Zwei. Oder auch Drei. Und so weiter. Früher war man auf Getratsche angewiesen, heute ist das etwas einfacher, ja man könnte sagen eleganter, diskreter geworden. Die Bildersprache hat inzwischen einen Subtext entwickelt. Ein bestimmtes Bild zu einem bestimmten Zeitpunkt, das mit einem bestimmten Bild zu einem bestimmten Zeitpunkt eines anderen Profils korrespondiert, hilft beim Lösen anstehender Rechenaufgaben. Die Grundrechenarten werden leichter beherrscht. Eine Freundin bekannte einmal mit gesenkter Stimme, eine Zeit lang ein gewisses Instagram-Profil vehement verfolgt zu haben. Wie man sich schon denken kann, stand es in direktem Zusammenhang zu ihren persönlichen Beziehungen. Sie guckte, als hätte sie das Briefgeheimnis verletzt. Dabei handelte es sich um aller Welt zugängliches Bildmaterial. Ich wiegelte ab, dass das völlig normal und verständlich sei, wenn man Klarheit gewinnen will. Das ist quasi eine therapeutische Maßnahme. Ebenso wie aus ähnlicher Motivation, bestimmte Profile gerade nicht (mehr) anzusehen, um den Seelenfrieden wieder zu erlangen. Darüber könnte man Bücher schreiben, vermutlich wurden sie auch schon geschrieben. In einer Welt, in dem es einzelne Menschen zu einem höchsten Wert erkoren haben, in allen EInzelheiten betrachtet zu werden, muss man es aushalten, auch aus anderen Gründen seziert zu werden. Wen das stört, muss mit öffentlichen Bildern ganz viel Zurückhaltung üben.

„Aber Jesus bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie nun anhielten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein (…)“ Die Bibel, Neues Testament, Johannes 8

22. Februar 2021

Sonne! Schon der dritte sonnige Tag in Folge. Den ersten, am Samstag, konnte ich leider gar nicht genießen, mir gings nicht gut und ich blieb bis Sonnenuntergang im Bett. Gestern schon viel besser, ich war im Atelier, bißchen herumgepuzzelt, wie man so sagt. Tatsächlich war es so ähnlich wie Puzzeln, was ich gemacht habe. Das tu ich oft, wenn etwas Neues entsteht. Ich sitze am Boden mit meinen Puzzleteilen verschiedenster Provenienz und finde heraus, welche Anordnung die ideale ist.

Das sind Stücke aus Metall, Papier, Leder, Spiegelscherben, übrig gebliebene kleine Sachen, die ich nicht brauche, aber aus einem interessanten Material sind, oder eine inspirierende Silhouette haben, in der ich etwas völlig anderes sehe.

Zum Beispiel ein kleines Täschchen aus schwarzem, groben Leder mit Reißverschluss, um einen Schlüsselbund aufzubewahren. Hat mir meine Tante geschickt. Brauch ich nicht, ich hab meine Schlüssel in einer aufgenähten Tasche an meiner Umhängetasche. Auseinandergeklappt sieht es aus wie eine Sonnenbrille. Ich hab goldene Augen reingemalt und blitzende Pupillen aus Spiegelscherben aufgeklebt und werde es auf einem vergoldeten alten Holzbrett fixieren. Das Werk heißt „Stalking“ :-) Genauso sieht Stalking aus! Was man ja selber auch manchmal im Internet macht, nicht wahr.

Das Foto ist symbolisch, genau das sehe ich gerade. Da ich schon ewig hier wohne, kann ich alte Bilder aufwärmen, und muss sie nicht neu machen. Nur der Fuß stimmt nicht ganz. Ich hab nämlich Socken an! Mein erster Ferientag und Ferienwetter und ich bin fit wie ein Turnschuh! Von selbst um 8:45 Uhr aufgewacht (ICH!). Jetzt noch Kaffee und Augen anmalen und los!

21. Februar 2021

„Bildersturm im Dritten Reich – Es sprechen die Zeugen“. Beeindruckende Dokumentation von 1965, schmerzhaft. Zu sehen und zu hören sind betroffene Künstler, Angehörige und ehemalige Mitarbeiter, wie der von den Nazis seines Amtes enthobene Direktor der Berliner Nationalgalerie, Eberhard Hanfstaengl, der sich weigerte, die Bilder der Moderne zu entfernen.

19. Februar 2021

Aus meiner Fotokiste. Vor zehn Jahren. Café Einstein Unter den Linden, 21. März 2011. Eine Feier zum fünfzehnjährigen Bestehen. Das heißt, in diesem Jahr fünfundzwanzigjähriges Jubiläum. Vielleicht kann es mit der Wiedereröffnung im März verbunden werden. Das Einstein Unter den Linden war das Baby, ein Herzensanliegen von Gerald Uhlig, der leider nicht mehr lebt. Ohne Gerald wäre ich nicht zu dieser Feier eingeladen gewesen, denn ich war kein Stammgast. Wir hatten uns bei der Eröffnung einer Fotogalerie kennengelernt, wo er selbst als Gast war, mit seinem guten Freund André Rival. Bei der Begegnung hat etwas zwischen uns gefunkt. Geistig, menschlich, sympathisch.

Meine Güte, was soll ich machen, außer in alten Fotokisten zu kramen, mich zu erinnern und herumzupinseln? Jeder macht, was ihm Erholung und irgendeine Entspannung und Beruhigung verschafft. Vor mir liegen ein paar ganz und gar freie Tage, die ich in Berlin verbringen werde. Mit viel Ausschlafen und Herumtrödeln und Herumräumen und so weiter und so fort. Auch muss man immer einkaufen und den Müll herunterbringen und die Blumen gießen. Und sich pflegen. Und sich erinnern. Erinnern. Erinnern. Erinnern. Das macht man immer besonders intensiv, wenn nichts Ersehntes vor einem liegt. Ja, ich glaube, es ist so.

16. Februar 2021

Gaga in Paris. Oktober 1995. Eine zu dieser Zeit enge Freundin begleitete mich und hat die Fotos geschossen. Wir erliefen uns die schönsten Arrondissements. Unser Hôtel Américain in der Rue Charlot im Marais, nah dem Place de la République und dem Musée Picasso war dafür ausgezeichnet gelegen. Ich machte vorher daheim in Berlin Pläne und tüftelte die schönsten Routen aus. In Versailles waren wir auch. Draußen auf dem sonnigen Marktplatz spielte ein älterer Franzose Akkordeon und wir tranken den besten Café au Lait. Lauter Klischees. Alle wahr.

Auch das, dass die Pariser etwas arrogant sind und nicht gewillt, sich anders als auf Französisch zu verständigen, worum ich mich dann auch sehr bemühte. Aber sie waren trotzdem kein bißchen charmant, gar nicht, kein einziger. Ob das noch Ressentiments gegen Deutsche waren? In Berlin wurde ich noch nie so gleichgültig abgefertigt. Auch deswegen war ich nie wieder in Paris. Mir ging das Herz nicht auf, in dieser schönen Kulissenstadt. Wenn ich die alten Fotografien von 1995 sehe, die Ilona von mir aufgenommen hat, ist mir unbegreiflich, wie man uns nicht überaus charmant gegenübertreten konnte. Meine Freundin war eine attraktive, sympathische Blondine mit einem frechen Lächeln und Grübchen. In den Siebziger Jahren hatte sie als Fotomodell und Mannequin gearbeitet (was nicht dasselbe ist).

Vielleicht war es aber auch eine besonders angespannte und misstrauische Atmosphäre, weil Paris gerade eine Serie von U-Bahn-Anschlägen hinter sich hatte. In allen Museen und beim Betreten jeglicher sonstigen Sehenswürdigkeiten wurden die Handtaschen bis in den kleinsten Winkel kontrolliert.

Als wir die Avenue Montaigne entlangschlenderten, wo Marlene Dietrich bis zu ihrem Tod lebte, kamen wir beim Stammhaus von Dior vorbei und Ilona fotografierte mich, wie ich vorbeilaufe, als sei es ein selbstverständlicher Weg für mich. Ich freute mich sehr über das Bild. Natürlich habe ich auch fotografiert, analog. Etwas anderes kannte man damals noch nicht. Aus den Bildern wurden zwei dicke Alben, im Format alter Telefonbücher, von Hand geleimt. Das hier sind nur die Bilder, die mich zeigen. Die anderen Motive hat man ja so oder so schon mal gesehen.

Aber da fällt mir ein, im Kaufhaus Samaritaine oder im Galeries Lafayette muss doch eine ältere Verkäuferin sehr nett gewesen sein. Ich handelte nämlich ein Set von drei Kochtöpfen am Stiel mit schönen Holzgriffen noch mal herunter, obgleich sie bereits ein Sonderangebot waren. Das hätte ich mir gar nicht so zugetraut, also rein sprachlich. Nach einer Weile traut man sich immer mehr.

Und auf einem der Flohmärkte im Norden, im 18. Arrondissement, Nähe Montmartre, wo es vor Händlern aus der arabischen Welt wimmelte, gab es auch ein paar warme Blicke. Und von den singenden Nonnen beim Gottesdienst in Sacre Coeur. Niemals zuvor einen so schönen Gottesdienst mit so himmlischem Gesang erlebt. Und der spätsommerliche Oktober-Nachmittag in der Großen Pariser Moschee, draußen im Garten mit den Mosaiken beim Tee war auch unvergesslich.

Ganz ohne Frage hat die Schönheit der alten Straßenzüge und Fassaden und Interieurs einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Wie an vielen Orten und Situationen in der Welt kommt es auf das Entrée an, das man genießt. Uns hat einfach die weltliche Connection gefehlt, innere Verbundenheit mit Picasso und den Schöngeistern und allem Schönen dieser Welt hat leider nicht gereicht. Aber ich bin Frankreich im Alltag tief verbunden. Ich trinke nämlich nur Weine aus Frankreich und nicht zu knapp!

Meine private Situation war damals speziell (wie eigentlich immer). Ich hatte einen regelmäßigen Geliebten, das heißt, die Unregelmäßigkeit hatte sich zur Regel entwickelt. Er hatte in Berlin als Übersetzer und Dolmetscher zu tun, während ich mit meiner Freundin auf Reisen ging. Mit ihm wäre sie vermutlich weniger amüsant gewesen, weil er auf eine bildungsbürgerlich intellektuelle Art sehr dominant war, zum Dozieren neigte, und sicher seiner Wege gegangen wäre, die ich dann hätte begleiten dürfen.

Vielleicht hätte ich dann den Maler Botero kennengelernt, mit dem er gut befreundet war, aber ich hätte nicht wie an einer Perlenschnur aufgereiht, diese insbesondere mich interessierenden Schätze gesehen und erlebt. Ich habe die wesentlichsten Museen und Sehenswürdigkeiten gesehen und ein Gefühl für die Architektur bekommen. Meine Freundin hatte eine starke Neigung zu denselben schönen Dingen wie ich, in einer Lebensphase hatte sie auch einmal einen Antiquitätenladen in Berlin. Und wir lachten viel. Wie es war, war es gut.

Zwei Reisen hatte ich mit meinem damaligen Liebhaber erlebt, eine nach Prag und eine auf eine griechische Insel. Wir waren nicht dafür bestimmt, gemeinsam zu reisen. Alle anderen Reisen meines Lebens waren schöner, ob allein oder mit engen Freundinnen. Wenn eine Verbindung so lange zurückdatiert, fast dreißig Jahre, kann ich etwas darüber sagen. Über spätere Dinge und Ereignisse dann entsprechend später. Ich könnte Bücher schreiben (oh oh…!)

14. Februar 2021

Aus einem Standbild der alten Aufnahmen von 1995 auf dem Fernseher, habe ich 1999 diese Zeichnung gemacht, mit Bleistift auf Leinwand, 50 x 70 cm. Hängt heute in meinem Atelier im Flur, über der Tür zum kleinen Badezimmer. Wie man sieht, war ich zu faul, die Hände richtig gut zu zeichnen. Hände sind schwierig. Gekonnt hätte ich es, aber es soll immer alles schnell gehen. Mit der Zeichnung habe ich einen Nachmittag zugebracht. Habe ewig nicht mehr gezeichnet. Satter Farbauftrag mit Pinsel ist während des Prozesses für mich viel befriedigender. Haptischer, sinnlicher.

14. Februar 2021

Historische Aufnahmen, Film-Schnipsel von 1995. Ich hatte mir eine analoge Sony Handycam gekauft und ließ sie im Aufnahmemodus laufen, während ich versuchte, die Verbindung mit dem TV-Gerät herzustellen. Manchmal schaue ich nach unten in die Bedienungsanleitung. Ende 1995 war ich Dreißig. Später habe ich es hinbekommen, eine Standleitung zum Fernseher einzurichten, und ich kaspere herum, so ähnlich wie Kinder, die zum ersten mal ihr Spiegelbild entdecken. Gegen Ende liege ich auf der Couch. Ich hatte von einem Fahrradunfall eine kleine Prellung an der Wirbelsäule und lag viel rum. Es ist in der Wohnung in Wilmersdorf, wo ich bis Mai 1999 gewohnt habe. Im Juni 99 bin ich nach Mitte gezogen. Die Frisur hatte ich etwa zwei Jahre, immer selber geschnitten. Dann hab ich die Haare wieder wachsen lassen.

07. Januar 2021

Am Samstag, dem 12. Dezember 2020, fiel mein Blick aus der Balkontür Richtung Norden, auf den höchsten Baumwipfel. Dort balancierte ein Vogel. Ich musste an die Vögel aus buntem Glas aus den Sechziger Jahren denken, die man an Weihnachtsbaumäste klemmte, und überlegte, ob es auch eine Weihnachtsbaumspitze in Vogelform gibt, oder ob da immer nur Engel thronen dürfen. Immerhin auch gefiederte Wesen, aber nicht ersten Ranges in der irdischen Welt, da weniger materialisiert und auch etwas strittig und nicht so unwiderlegbar erfahrbar.

Ich fand den echten Vogel auf dem echten Baum da draußen viel beeindruckender. Mich beschäftigte, ob die souveräne Balance auf diesem sehr, sehr hohen Baum, deshalb so souverän ist, weil der Vogel – eine Elster, wie ich beim Vergrößern erkannte – weiß, dass er nicht abstürzen wird, weil er fliegen kann. Ja natürlich, so ist es. Sonst würde er bestimmt ein bißchen zittern und die Balance wäre in Gefahr. Wenn man auf den festen Boden vertraut oder darauf, weich zu landen, braucht man vermutlich viel weniger Fläche, weniger Raum, um die Balance zu halten, als man vermeintlich glaubt, wenn man weiß, dass der Raum sehr begrenzt ist.

Könnte das nicht bedeuten, dass man zu riskanteren Bewegungen, zu einem größeren Radius fähig ist, wenn man keine Furcht hat? Ich glaube, so ist es. Das ist metaphorisch sehr spannend und geradezu aufregend. Wenn man keine Angst vor irgendetwas hat, ist man zu einem grenzenlosen Bewegungsradius fähig. Das möchte ich gerne verinnerlichen.

02. Januar 2021

Will den jemand haben?

Ein cremeweißer Eisen-Gartenstuhl, Barhockerhöhe, zusammenklappbar. Ideal auch für eine erhöhte Position des Künstlers beim Open air-Konzert im Garten!

Befindet sich auf meinem Balkon und nimmt Platz weg!

Drei Jahre alt. Dachte, ich würde ihn bei untergehender Spätnachmittagssonne benutzen, um die letzten Strahlen abzubekommen.

Hab ich aber nur zweimal praktiziert, da sehr kurzes Vergnügen (die Sonne bleibt ja nicht stehen).

31. Dezember 2020

So sehe ich heute nicht aus, aber ich könnte, wenn ich wollte! Ich will halt nur nicht! Ich weiß ja auch gar nicht mehr, wie man feiert, das ist alles so lange her. Und dann habe ich auch noch die Berliner Coronachrichten nicht richtig verfolgt und demzufolge verschlafen, dass man nur bis 14 Uhr Schaumwein kaufen durfte. ich hab ja noch eine angebrochene halbe Flasche von gestern, falls ich einen Schlaftrunk brauche. Ich höre besinnliche Musik (nichts Weihnachtliches, um Gottes willen), was meine Lieblingsplaylist so anbietet. Mehr Erbauliches habe ich jetzt auch nicht zu berichten. Ich wünsche einen angenehmen Abend!

18. Dezember 2020

Mein neues Schmuck-Kästchen ist hier zu sehen. Ich verdanke auch das meinem lieben Freund Volker-Vanity-Glam. Niemals habe ich Aquarellstifte besessen oder benutzt. Zum besseren Kennenlernen habe ich die Farben in den Deckel gemalt. Einen Block mit Aquarellpapier habe ich auch bekommen. Das war aber nicht mein erster. Ich habe Aquarellpapier schon benutzt, große Bögen, ganz anders, als dafür gedacht. Darin bin ich recht gut, mir Materialien unorthodox zu erschließen. Da mache ich vor nichts Halt! Das Kästchen hat ein Zuhause in meiner Wohnung, nicht in meiner Werkstatt, weil ich dort einen starken Drang habe, weniger filigrane, flächige und großformatigere Sachen zu machen.

Manchmal kam es schon vor, dass ich in meiner Wohnung war und keine Lust auf mein Atelier hatte und dann einen Film sah oder Musik hörte, im Internet herumflanierte und dann doch einen Impuls verspürte, irgendeine Materie zu verwandeln. Und ich musste mich bremsen oder noch mehr improvisieren, als mir lieb war. Für solche Augenblicke habe ich nun ein Schatzkästchen, das genau dann seinen Schatz zeigen wird.

Ich bin in diesen Tagen etwas hinterher mit der Würdigung meiner Post. Eine neue Postkartenchallenge gab es seit Holly Golightly nicht, aber andere schöne Sachen, die hin- und hergingen. Ist alles verewigt und wird gewürdigt. Nichts geht verloren, es bleibt. Nicht immer materiell, aber als Gedanke und Erinnerung. Irgendwo schwirrt das alles herum.

17. Dezember 2020

Aloe Vera Linné-Babies in gute Hände abzugeben. Ich kann sie auch mit der Post verschicken! Es sind die Enkelkinder von meiner Aloe, die ich vor ungefähr 25 Jahren adoptiert habe. Sie werden gerne in Ruhe gelassen, finden ein bißchen sandigen Boden schön und freuen sich über liebevolle Blicke und ein- bis zweimal im Monat gießen. Wenn sie viel Platz im Topf haben, werden sie schnell groß und kräftig, wenn kleiner Topf, passen sie sich an. Will jemand ein Baby von mir haben? Kostet nix, nur einen Kommentar!

10. Dezember 2020

GLOSSY ON THE OUTSIDE…GRITTY ON THE INSIDE. Glam Issue. Ich weiß nicht, wieviele Seiten ich in dieser einen, Volker-Glam gewidmeten Ausgabe gebunden habe. Vielleicht sechshundert. Oder auch mehr. Schöne Texte dabei, die für ein Foto nicht so viel hergeben. Man könnte sagen, ein textlastiger Bildband. Thematisch sehr exclusiv akzentuiert.

Ich hatte ja erzählt, dass ich die Vanity Fair-Jahrgänge zerlegte und dabei auftürmte, was ich behalten wollte. Dabei entstand daneben ein kleineres Häufchen für den Vorbesitzer. Spontan bestimmte ich, was in die für ihn gedachte Überraschungs-Ausgabe kommen sollte. Ich denke, es waren ein paar Treffer dabei. Ich weiß es mittlerweile. Glossy on the outside… gritty on the inside!

Als ich die Bibel dann verschickt hatte und die Rückmeldung bekam, dass da unter anderem ein sehr interessanter Artikel drin ist, den er damals glatt überlesen hatte, habe ich mich mitgefreut. Einige Seiten hätte ich auch gerne für mich behalten, da war ich hin- und hergerissen. Aber dann war der Impuls, sie Glams Marilyn-Archiv zu übereignen, doch stärker. Das war der Artikel mit dem großen Billy Wilder-Gespräch. Den habe ich mir dann nachträglich aus dem Vanity Fair-Archiv ausgedruckt und bei mir eingebunden. Aber ich bin auch sonst nicht zu kurz gekommen, ich kann mich nicht beschweren. Die Anschaffung des Eimerchens Blockleim hat sich auf jeden Fall gelohnt.

08. Dezember 2020

Sotheby’s Sotheby’s Sotheby’s Christie’s Christie’s Christie’s. Mal wieder die Algorithmen manipulieren. Soeben ein schön anzusehendes Werbebanner in der Seitenleiste von meinem Mailaccount gesehen, angeklickt, damit es sich auch gut festsetzt. Ein Banner für eine Auktion bei Sotheby’s für historische Bücher und Manuskripte, diese hier. Gefällt mir sehr gut. Wiederholt suche ich von Zeit zu Zeit nach Sachen, von denen ich weiß, dass die Werbung gut aussieht. Z. B. sauteure Dessous oder Sachen von den großen französischen Modehäusern wie Dior oder Chanel. Da ist man auf der sicheren Seite, dass die Kampagnen gut aussehen. Ich habe umfassende Adblocker, aber manche Seiten sind so gestrickt, dass auch zentrale Funktionen mit einem Adblocker unterbunden werden, da hilft nur noch den Feind mit seinen eigenen Waffen zu schlagen!

Obwohl ich einige Größen von Size Zero entfernt bin, suche ich auch gerne zwischendurch zur Auflockerung nach dieser Größe und Sachen, von denen ich glaube, dass sie jüngere Frauen als Kunden im Blick haben. Ein bißchen Irritation bringt den Algorithmus interessant durcheinander und ich werde weniger mit vermeintlich zu meiner Altersgruppe passenden Produkten behelligt. Und was suchen Sie so für hochattraktive Premiumprodukte um Ihr Internet aufzuhübschen? Bitte keine Sachen für die Ausmerzung von gesundheitlichen Einschränkungen nennen, niemals! Brandgefährlich. Das wird man so schnell nicht mehr los!

29. November 2020

Geheime Einblicke. Das Universum meines Badezimmers. Neu ist die Reihe der Bilder unter dem gestreiften Fries. Einige der schönsten Werbe-Fotografien aus Vanity Fair. Und auf der Waschmaschine das kleine ovale Döschen und darüber der Rahmen mit den langen Dior-Beinen. Und daneben Liz. Alles Sachen, die mir Glam|Volker überlassen hat. Und den Bildband „Stars“, und die Interview-Ausgabe mit Barbra Streisand. Liz hing bei ihm in der Küche, über dem Kühlschrank und hat eine wunderbare Patina. Ich liebe das vergilbte Papier der Seiten alter Zeitungen und Illustrierten. Nun habe ich keinen Platz mehr für weitere Bilder. Aber es sind ja nun auch wahrlich genug. Obwohl ich auch Ambiente mit minimalistischer Einrichtung mag, sofern es sehr schöne Stücke sind, wird bei mir jeder Raum zum eklektischen Wohnzimmer. Wenn auch der Waschraum zum Salon wird, verfügt man über ein Zimmer, also ein Boudoir mehr, quasi!

22. November 2020

„VF I“, 42 x 59 cm, Papier auf Papier, Lackmalstift, Nov. 2020, Überbleibsel-Verwertung aus meiner kleinen Vanity Fair-Werkstatt. Staatliche Museen v. Gaganien. Steht im Flur, links von der Wohnungstür, unter dem wachsamen Auge von Pablo Picasso.

20. November 2020

Gestern Abend, ja fast schon Nacht, lange mit Ina telefoniert. Viel gab es zu erzählen, auszutauschen, nach längerer Zeit. Wir sprachen aber nicht nur über den Abschied von ihrer Mutter Eva und meinen letzten Wochen mit der exzessiven Beschäftigung mit (dem „Weltkulturerbe“ möchte ich beinah sagen) Vanity Fair, sondern auch über meine kürzliche Lektüre von Françoise Gilots Erinnerungen an ihr Leben mit Picasso.

Ein Buch, das in den Sechziger Jahren erschien, das Ina schon mehrfach mit Gewinn gelesen hatte, und von dem ich auch schon lange wusste, es aber doch nie las, bis vor kurzem. Picasso hatte als es erschien, er lebte ja noch, versucht, zu erwirken, dass es zurückgezogen wird. Françoise nahm sich einen Anwalt und bekam das Recht zugestanden, ihre Erinnerungen zu veröffentlichen, da keine Unwahrheiten nachzuweisen waren. Sie erinnert sich, dass Picasso ihr einige Zeit nach dem Urteil Respekt bekundete und ihr quasi – ganz ohne Ironie – gratulierte, da es ihm gefiel, wenn jemand einen Sieg errang. Er mochte Sieger.

Ich gebe das aus der Erinnerung wieder, das muss ich in einem begleitenden Artikel gelesen haben. Ich mochte das Buch, das mit dem berühmten Foto von Robert Capa geschmückt ist, wo man Picasso am Strand hinter ihr sieht, einen großen Sonnenschirm mit Fransen über sie haltend. Ein wunderbares Foto. Es hängt seit vielen Jahren in meiner Wohnung im Flur.

Wirklich intensiv und erlebbar sind in diesen Erinnerungen die Beschreibungen des Schöpfungsprozesses von Picasso, den niemand sonst über so einen langen Zeitraum aus nächster Nähe bei der Arbeit erlebt haben dürfte. Er hatte kein Problem damit zuzulassen, dass Françoise Gilot ihm über viele Stunden zusah, um zu studieren, wie er malte. Er respektierte auch sie als Malerin und schätzte es, sich darüber auszutauschen. Vermutlich gab es außer Dora Maar keine Frau, mit der so ein intensiver Austausch auf dieser Ebene stattfand. Sicher war seine letzte Frau Jacqueline auch interessiert und involviert, aber wie es scheint, mehr als ergebene Dienerin, die das Werk ihres Mannes zu ehren und zu bewahren, zur eigenen Lebensaufgabe machte.

Nachdem wesentliche Dinge nach seinem Tod 1973 geregelt waren und große Teile seines künstlerischen Nachlasses dem eigens dafür installierten Pariser Musée Picasso zugekommen waren, nahm sie sich wenige Tage nach Eröffnung des Museums, im Oktober 1985 das Leben, indem sie sich in der letzten gemeinsamen Villa in Mougins, in Südfrankreich erschoss.

Picasso hatte den Wunsch, zu Beginn der Beziehung zur vierzig Jahre jüngeren Françoise, ihr alle Lebensmittelpunkte, seine Ateliers und Wohnungen vor ihr, zugänglich zu machen, er wollte es offenbar sinnlich und plastisch nachvollziehbar machen, was vor ihr geschehen war, ein Vertrauensbeweis, aber auch ein Zeichen, dass er sich und sein Erleben und Werk als Ereignisse von Rang beurteilte. Und die Welt gab ihm recht.

Wenn ich ein Buch lese, mache ich seit einiger Zeit kleine Eselsohren. Und zwar oben und unten. Die obere umgeknickte Ecke zeigt mir, an welcher Stelle ich im Buch bin, es ist mein Lesezeichen. Für mich sind Eselsohren nur in Bildbänden und antiquarisch kostbaren Ausgaben tabu.

In Alltagslektüre für unterwegs gibt es auch Eselsohren an unteren Ecken. Die mache ich immer dann, wenn eine Erwähnung stattfindet, die mich genauer interessiert, und zu der ich später noch recherchieren möchte. Oder die ich so interessant oder amüsant finde, dass ich sie alsbald in einem Eintrag zitieren möchte.

Eines dieser Eselsohren ist auf Seite 133. Die erste Frau Picassos, die russische Tänzerin Olga, beschrieben als auf bourgoise Art kapriziös und anspruchsvoll, was Pablo auf Dauer nervte, kam über die Trennung nicht hinweg, verweigerte die Scheidung, und setzte ihrem abtrünnigen Ehemann, mit dem sie Picassos ersten Sohn hatte, mit unbeantworteten Briefen zu. Chronologisch lagen zwischen Olga und Françoise, Marie-Therese Walther, die ihm eine Tochter gebar und Dora Maar.

Françoise Gilot hatte nun das zweifelhafte Vergnügen, die von Olga verfassten Briefe am Frühstückstisch zur Kenntnis zu nehmen und zitiert in ihrem Erinnerungsbuch wiederkehrende Inhalte:

„(…) Olga schrieb ihm fast täglich lange Tiraden auf Spanisch, damit ich nichts lesen konnte, vermischt mit russischen Worten, die niemand verstand, und einem Französisch, das so schlecht war, daß es ebenfalls kaum zu verstehen war. Sie schrieb kreuz und quer in alle Richtungen und bis an die Ränder. Häufig legte sie eine Postkarte bei, die Beethoven zeigte – meistens beim Dirigieren eines Orchesters; manchmal auch ein Bild von Rembrandt mit der Aufschrift: „Wärest Du wie er, dann wärest Du ein großer Künstler.“ Pablo las diese Briefe immer bis zum Schluß und ärgerte sich schrecklich darüber. Ich schlug im vor, er solle sie doch einfach beiseite legen, aber das brachte er nicht fertig. Er wollte wissen, was Olga schrieb.“

Im Anschluss an dieses interessante Buch begann ich mit „Die Frau, die Nein sagt“, ein Buch, das sich ebenfalls um Françoise Gilot dreht, aber nicht von ihr verfasst wurde, sondern von dem mit ihr mittlerweile gut bekannten Journalisten Malte Herwig. Es enthält für meinen Geschmack zu umfangreiche Passagen, in denen fast schon kapitelweise aus Gilots Buch zitiert wird. Interessant sind jedoch die Berichte über jüngere Begegnungen mit dieser sehr faszinierenden Zeitzeugin und Protagonistin der Kunstgeschichte. Eine Künstlerin, die noch von persönlichen, privaten Begegnungen mit Matisse berichten kann, der wiederum von seinen persönlichen Begegnungen mit Renoir aus dem Nähkästchen plaudern konnte. Beinah unfassbar. Sie lebt noch und sie malt noch.

09. November 2020

Es begab sich vor sechs Wochen, nämlich am 23. September 2020, dass Doro den glänzenden Einfall hatte, mich auf ein großes Konvolut Vanity Fair des letzten Vierteljahrhunderts aufmerksam zu machen, das ein mir seit langem bekannter Blogger, Volker, aka Glam weitergeben wollte.

Ich kannte ihn nur vom Lesen, erstaunlicherweise hatten wir uns trotz vielfältiger Überschneidungen im Freundeskreis seit Beginn unserer Blogger-Aktivitäten vor rund fünfzehn Jahren, nie kennengelernt. Das ist insofern bemerkenswert, als es ab 2005 viele Treffen und Lesungen gab, bei denen ich oft mit meiner Kamera anwesend war. Einmal sah ich ihn aus dem Augenwinkel an mir vorbeilaufen, es war bei einer Lesung in einem Lokal namens Offenbar, aber es war nicht der Moment um ihn anzusprechen, er war immer schon in einer Konversation und so glitten wir aneinander vorbei, was ich ein wenig schade fand.

Als ich nun über Facebook Interesse an den Jahrgängen zeigte, kamen wir schnell zu einer Verabredung. Er würde sich melden, wenn er im Oktober wieder in Berlin sei, und da machen wir die Übergabe. Anlass für die Weitergabe der Jahrgänge war sein Umzug und die Auflösung seiner Berliner Wohnung. Im Zuge dessen sichtete er, was er unbedingt mitnehmen wollte.

Am 12. Oktober fuhr ich um Halbsieben nach Kreuzberg und lief erstmalig viele, viele Treppen nach oben, in eine Dachgeschoßwohnung, in der ich mich irgendwie gleich daheim fühlte. Es waren noch alle Möbel da, viele Bilder und Fotos aus Zeitschriften hingen an den Wänden. Ein über zwanzig Jahre gewachsenes Universum mit viel Liebe zum Detail. Die Begrüßung war sehr herzlich und irgendwie vertraut, obwohl wir uns – bis auf diese Verabredung noch nie vorher ausgetauscht hatten, auch nicht kommentierernderweise in unseren Blogs.

Volker-Glam führte mich mit dem Putzlappen in der Hand durch sein Universum, entdeckte in seiner Bibliothek noch und noch einen wundervollen Bildbband, über den er sorgsam drüberwischte, bevor er ihn in einen Karton packte.

In der gemütlichen Küche mit weitem Blick über die Dächer sprachen wir in der Abenddämmerung über die selbstentworfenen Teppiche von Greta Garbo in ihrem New Yorker Apartment am Hudson River. Und über Marilyn, natürlich Marilyn, die niemand mehr liebt als Glam. Aber auch über persönliche Dinge und Beweggründe für den Umzug.

Ich hatte fast vergessen, dass ich wegen der Vanity Fair Hefte gekommen war. In diesem Zuhause gab es so viel zu sehen, angefangen mit dem beeindruckenden riesigen Foto von Liz Taylor, das etwa die Breite von zwei Metern im Flur einnahm. Oder das schwarz-weiß-Portrait von Greta Garbo an der Tür zum Schlafzimmer. Greta hatte eine echte Zigarette im Mund, die er mit viel Geschick tatsächlich so fixiert hatte, dass sie waagerecht von der Tür abstand. Ich war begeistert!

Die ganze Zeit über lief Musik im Zufallsmodus, u. a. drängelte sich Ingrid Caven immer mal in den Vordergrund, mit der er früher beruflich beim Viellieb-Plattenlabel zu tun hatte, aber auch sonst war es eine überaus angenehme Berieselung mit handverlesenen Songs, die ich zum Teil gar nicht kannte.

Am diesem ersten Abend schleppte ich zwei schwere Taschen Richtung Kottbusser Tor. So viel ich tragen konnte, sozusagen. Immer wieder musste ich eine Pause machen, bis ich endlich in die U 8 fiel und damit in meine Werkstatt fuhr. Dort setzte ich mich auf den Boden und begann nach Jahrgängen zu sortieren. Manche Hefte blätterte ich neugierig auf und blieb an Artikeln hängen. Je mehr ich blätterte, umso mehr machte sich der Wunsch bemerkbar, auch die übrigen Jahrgänge, die ich nicht tragen konnte, zu haben.

Wieder daheim teilte ich das Volker mit, der noch bis Mittwoch in Berlin sein würde. Ich kündigte mich gleich für den nächsten Abend erneut an. Mit neuem Schwung lief ich abermals die vielen Treppen nach oben in den schönen Adlerhorst. Vor der Eingangstür lagen schon fein säuberlich gestapelt die übrigen Hefte. Diesmal wollte ich mir ein Taxi leisten. Ich hatte vier große Taschen für den Transport dabei, darunter zwei große Reisetaschen. Und für den Fall der Fälle noch Packpapier und Paketschnur.

Abermals landeten wir alsbald bei einem Plausch in der Küche, die mit zartgelben und rosa Markisenstreifen ausgemalt war, und wo eine kleine Stehlampe mit Plissee-Schirm heimeliges Licht spendete. Wieder erfasste mich Bedauern, dass ich hier nicht mehr oft zu Besuch kommen könnte und wir uns erst so spät kennenlernten. Volker half mir die schweren Taschen nach unten tragen und rief das Taxi. Wir verabschiedeten uns mit einer warmen Umarmung.

Am nächsten Tag schickte er mir ein Foto von weiteren vier Vanities, die er noch gefunden hatte. Da war natürlich klar, dass ich abermals würde kommen müssen. Der ultimative Umzug aller Sachen war für die letzte Oktoberwoche vorgesehen. Um sich noch einmal zum Abschied gemeinsam mit Doro zu treffen, die das Ganze ja angeleiert hatte, verabredeten wir uns für einen Sonntag Nachmittag, wenige Tage bevor die Möbelpacker kamen. Doro holte mich zuhause ab. Ich hatte drei Sorten Florentiner gekauft und sie hatte feinste Tortenstückchen zur Kaffeestunde eingepackt.

Es war immer noch sehr wohnlich und gemütlich, als wir eintrafen, da alle Möbel noch an ihrem Platz weilten und sämtliche Lampen wohnliche Stimmung verbreiteten, und auch alle Bilder noch hingen. Im Arbeitszimmer stapelten sich schon mehrere fertig gepackte Umzugskisten mit Büchern und Filmen, aber es gab noch Einiges zu packen. Doro machte den Auftakt und bot an, sich um die Bilder zu kümmern. Ich widmete mich den Langspielplatten, von denen bereits die Hälfte zum Verschenken oder für den Trödel aussortiert waren. Darunter drei Marilyn-Schallplatten. Da Doro drei Söhne hat, hatte ich die brilliante Idee, sie könnte ja jedem ihrer Söhne eine Marilyn-Platte zu Weihnachten schenken. Sicher wäre die Freude groß! Wir mussten lachen, als wir uns die Gesichter der bereits sehr erwachsenen Jungs vorstellten, von denen sich bislang keiner als ausgewiesener Marilyn Monroe Fan geoutet hat.

Zwischen Packen und Hin- und Hergewuchte von Sachen, untermalt von Geblödel, machten wir immer mal ein Päuschen und erzählten. Glam fand zwischendurch immer wieder interessante Fundstücke in seinem Archiv, zeigte Fotos von sich, als er als ganz junger Beau modelte und las einen grandiosen Liebesbrief von einem verflossenen Lover vor. Dabei lief wieder seine schöne Musiksammlung vom ipod rauf und runter.

Die vier Vanities, die er noch gefunden hatte, breitete ich auf dem Teppich im Schlafzimmer aus und zeigte Doro, nach welchen Kriterien ich die Hefte auseinandernehme. Ein Häufchen für besonders schöne Artikel für die Jahrgangsbände, die ich binden wollte, ein Häufchen für eine besondere Edition für Glam, da ich mittlerweile einschätzen konnte, wo seine Spezialinteressen liegen, und ein weiteres Häufchen mit visuell besonders interessanten Seiten, die ich für Collagen oder Ähnliches verwerten wollte. Ich war mit den vier Heften in einer halben Stunde durch und half dann, die großen Bilder transportfähig zu machen. Ich wickelte sie dazu in Teppichläufer und fixierte das Ganze mit Paketschnur.

Nachdem die Bilder abgehängt waren, fiel es gar nicht mehr so schwer, sich vorzustellen, dass man dieses lauschige Nest überhaupt jemals verlassen könnte. Kaum sind die persönlichen Details weg, ändert sich die Wahrnehmung beträchtlich. Ich war froh darum, da ich wusste, dass in diesen Räumen unendlich viel gelacht und geweint und geliebt wurde, immerhin zwanzig Jahre lang. Gute Jahre. Weit nach Einbruch der Dunkelheit verabschiedeten wir uns, wieder mit dem Gedanken, dass es so bald kein Wiedersehen geben würde. Doro kannte Glam und die Wohnung seit vielen Jahren von früheren Treffen und Festen, ich dagegen erst seit zwei Wochen, aber der Abschied ging mir ähnlich zu Herzen wie Doro.

Wie es der Zufall so will, fanden sich in der Wohnung im Zimmer seines vorübergehenden Mitbewohners, der nun auch langsam seine Sachen packen musste, noch drei weitere Vanity Fair Hefte. Nicht nur weil ich ein sehr beharrlicher Typ bin, und nun wirklich jede herumschwirrende Vanity Fair in meine Edition einverleiben wollte, sondern auch weil ich Lust auf noch einen weiteren unterhaltsamen Abend zwischen Umzugskisten packen hatte, erklärte ich, dass ich nun ja wohl abermals vorbeischneien müsste. Gesagt, getan.

Am 27. Oktober 2020, dem Abend bevor die Möbelpacker kamen, lief ich nun zum vierten mal die Treppe in der Lausitzer Straße hoch, nun aber wirklich zum letzten mal. Wir begrüßten uns wie vertraute Freunde und erzählten ohne Punkt und Komma, während wir die letzten Regale ausräumten und abwischten. Die Musikanlage war zum Glück noch in Betrieb und die Lampen machten immer noch ihr heimeliges Licht.

Ich widmete mich dem Küchenregal, das sein Vater gebaut hatte, und fand beim Herumrücken einen alten Einkaufzettel, womöglich noch aus den Zeiten, als er mit Georgette Dee hier wohnte. Eine kleine Schubladenkommode links von der Spüle hatte sie mit in den Haushalt gebracht. Darauf packte ich nun Putzmittel und Wischlappen. Die Spüle war schon blitzblank, alles restliche Geschirr gespült und auf den Fensterbrettern aufgereiht, noch eimal setzten wir uns in den Schein der kleinen Lampe, ruhten aus und erzählten.

Zuletzt holten wir den schweren Lüster von der Decke im Flur, ich hielt die Leiter. Wir waren ein richtig gutes Team! Bei meinem letzten Weg aus der Wohnung begleitete Volker mich nach unten, er hatte ohnehin etwas zu seinem Auto zu bringen, den Holzkoffer mit der goldenen Schachtel darin, in der besondere persönliche Erinnerungsstücke waren, die alle mit ihm im Auto mitsollten.

Es stand in der Nähe der Skalitzer Straße und wir verabschiedeten uns nun zum vierten mal, aber bestimmt nicht zum letzten mal. Das nächste mal sehen wir uns sicher an einer anderen Ecke in Berlin wieder, aber wir sehen uns wieder. Das möchte ich mir erbeten haben. Ich kann mich nicht erinnern, irgendeine Freundin oder einen Freund in so kurzer Zeit so oft besucht zu haben.

Der Kontakt zwischen uns setzt sich nun virtuell fort. Ich zeige ihm, was ich an weiteren Entdeckungen in den Vanities gemachte habe, und was aus dem Konvolut, diesem Schatz von ihm, nun wird. Das hier sind Bilder von meiner Editierphase. Zwischen die Vanity Fair-Hefte hatte sich eine italienische VOGUE L’Uomo-Ausgabe geschmuggelt, in der sich eine schöne Fotostrecke mit Rufus Wainwright befand. Die musste natürlich zu ihm zurück, ich machte davon ein kleines Sonderheft und schickte es ihm mit der Post.

Meine weiteren Verarbeitungsschritte habe ich auch dokumentiert, aber eins nach dem andern. Ich musste jetzt unbedingt einmal diese Geschichte erzählen, wieso meine letzten Wochen derart von der Beschäftigung mit Vanity Fair bestimmt sind.

Ein bißchen was vom Weltgeschehen bekomme ich dennoch mit – apropos Trump: 2016 meinte Donald Trump einen Tweet absetzen zu müssen, der sich despektierlich über Vanity Fair äußert. Ihm ging wohl gegen den Strich, dass eines seiner Restaurants als unzulänglich bewertet wurde. Daraufhin schaltete die Vanity Fair auf der Startseite ein Banner mit dem Claim: „The magazine Trump doesn’t want you to read. Subscribe now!” So viel zu meiner Beschäftigung mit „The Worlds most talked about Magazine.“

Ich fahre nun wieder in meine Buchbinderwerkstatt. Bis ganz bald.

30. Oktober 2020

Zum einjährigen Jubiläum meiner neu erwachten Postkartenaktivitäten habe ich eine Geburtstagspostkarte verschickt, nämlich an kid37. Die Sonne steht im Skorpion und zufällig habe ich in diesem Jahr einen großen Skorpion auf die Welt gebracht. Mit ein wenig Geschick lässt sich daraus eine Postkarte basteln. Bitte sehr!

Der November steht vor der Tür und ich mag ihn sehr! Ein kuscheliger Monat, in dem man sich seinen Archiven und Erinnerungen widmet (Stichwort „Archiv“ – Vanity Fair! Bin nun beim Jahrgang 2007). Und vielleicht auch einmal wieder einen Brief oder eine Postkarte schreibt oder schöne Blogeinträge. Material hat man in unserem Alter ja genug.

Ich wünsche allen Skorpionen einen angenehmen November. Und mir natürlich auch, und allen anderen, die den November nicht leiden können. Ich bin natürlich prädestiniert den November zu mögen, weil ich zum einen eine massive Besetzung im Skorpion habe (Aszendent, Mond, Mars, Neptun) und weil ich mir da auch immer eine ganze Woche freischaufle, die nun vor mir liegt.

20. Oktober 2020

Inmitten der Schätze. Tägliche Überdosis Vanity Fair! In meiner Werkstatt ist nun das Jahr 2000 angebrochen und 2001 steht schon vor der Tür. Der Tag hat mit Januar 1999 angefangen, gegen 18 Uhr schwirrte mir der Kopf und ich konnte das erste Jahr des neuen Jahrtausends erfolgreich abschließen.

Meine wissenschaftlichen Analysen haben ergeben, dass ein Vanity Fair-Heft zwischen 140 und 170 Seiten hat, also mehr oder weniger um die 150 im Durchschnitt. Ein Jahrgang hat zwölf Ausgaben. Ich schaffe zwei Jahrgänge pro Tag. Wir rechnen also: 150 x 24 = ? (ich machs mal im Kopf…. äh… 3600 Seiten! So viele Seiten gucke ich mir nun fast jeden Tag an.

Unterbrochen nur von einem kleinen Imbiss, Tee nachschenken und aufs Klo gehen. Nach fünf bis sieben Stunden bin ich bedient und weiß nicht mehr, ob ich Junge oder Mädchen bin. Habe aber dann auch viele wahnsinnig schöne Eindrücke von Fotografien und Artikeln gehabt, die ich mir in Ruhe erst dann durchlese, wenn ich meine Gaga Nielsen-Edition gebunden habe.

Vor 2001 hab ich ein bißchen Angst, weil die letzten drei Monate bestimmt nicht nur von Party und glamourösen Hollywoodgeschichten und den Problemen und Erfreulichkeiten der Filmwelt handeln dürften. 9/11. Aber da muss ich durch.

Jetzt, wo ich diese Hefte so rasant inhaltlich scanne, fällt mir auf, dass mit großer Regelmäßigkeit Kriminalfälle von Anno Dazumal mit schönem angegilbten Bildmaterial in den Heften aufgearbeitet werden. Oft Leute aus höheren Kreisen, von denen ich noch nie gehört habe, die da abgemurkst wurden. Meistens sortier ich die aus, Gruselcontent ist nicht so meine Vorzugslektüre.

Es sei denn, es handelt sich um eine interessante Überschneidung mit Protagonisten aus dem Showbiz, da bin ich dann doch wieder interessiert. Aber ich sortiere streng! Ganz ganz oft wird auch die Kennedy-Familie präsentiert. Da gibt es aber auch zu schöne Fotos!

19. Oktober 2020

Reklame muss nicht hässlich sein! Als ehemalige VOGUE Leserin (1986 – 2000 lückenloses Archiv hier) war mir das natürlich längst bekannt, aber die Zeitreise durch fast dreißig Jahre Vanity Fair bringt es mir noch einmal in aller Deutlichkeit in Erinnerung! Niemals nicht beim Artwork knausern! Geld in die Hand nehmen!

13. Oktober 2020

All meine Libellenköniginnen: die I. ist die Inspirierende, die II. ist die Gebärende, die III ist die Heilende, und die IV. ist die Feiernde.

Libellenkönigin IV. „Die Feiernde“. Papiercollage auf Karton, Filzstift, 30 x 42 cm, 29./30. Juli 2020, Staatl. Museen v. Gaganien.

10. Oktober 2020

Hi from New York City! I’m Gaga Golightly. In case you got a little tiny déjà-vu, but just don’t remember why, I give you a little hint:

I’M A PARTY GIRL AND I JUST LOVE TIFFANY’S!!!

Ok. Ick sprecke Deutsch. Es ist Samstag und ich bin nun wieder in Berlin. Risikogebiet Berlin! Risiko Risiko Risiko! I love this german expression, it sounds so sexy! Riskiostadt Berlin! Die Wahrheit ist, dass viele Single Berliners like me, alleine Party machen. Aber – somehow: es geht! Just look at these pictures! Ich spiele dabei gerne „Rauchen“. Meine extra lange Zigarettenspitze ist ein Bambusstöckchen aus einem Blumentopf, vergoldet mit Geschenkband (von Jenny!). Die Zigarette ist echt, aber wenn ich an der Spitze ziehe, kommt kein Rauch durch, was sehr gesund ist.

Meine Hochfrisur habe ich mit einem alten Tafelschwamm, den keiner mehr braucht, in Form gebracht. Wir nehmen eine Haushaltsschere und schneiden uns einen Doghnut. Darüber wursteln wir die Haare. Es gibt herrliche Tutorials für die Holly Golightly-Hochfrisur. Damit hat man schon wieder eine ganze Menge Freizeit erledigt, die nicht anders genutzt werden muss.

Zum Signature Look gehört natürlich ein authentischer Ohrclip, den zu basteln mich ebenfalls zwei Stunden meines Lebens beschäftigt hat. Bei einer Vernissage im Jahr 2008 gab es eine silber glänzende Postkarte, die mir hier gute Dienste geleistet hat. Mit Nagelschere und Filzstift und Nagellack und dem Zeiger einer alten hässlichen Wanduhr (für den Clip am Ohrläppchen) konnte ich den Ohrschmuck authentisch realisieren, mein ganzer Stolz!

Das kleine Schwarze hatte ich natürlich schon im Schrank, wie es sich gehört. Die angeklebten Fingernägel habe ich aus Tesafilm gebastelt. Drei Schichten übereinander, mit der Nagelschere zurechtgeschnitten und Nagellack drüber, fertig! (ich bringe in Erinnerung, dass ich nichts kaufen darf!)

Der Halsschmuck ist aus meiner Schatulle, ich habe allerdings die schönen Zuchtperlen teilweise etwas mit Kryolan-Farbe übermalt, was eine rechte Sauerei war. Ich hatte dann lauter grauschwarze Farbflecken auf dem Hals. Aber was macht man nicht alles für eine gute Party! Die beste Party der Welt! (Ok, das ist jetzt leicht übertrieben).

Die angeklebten Wimpern hatte ich noch vom letzten Jahr, als ich immer mit Lydia zu den Queen-of-Drags-Parties ins Schmutzige Hobby gepilgert bin. Und wie es der Zufall so will, verdanke ich auch diese aparte Challenge wiederum Lydia!

Ich gebe zu, dass ich diesmal zu faul war, die Haarfarbe anzupassen, ich hätte etwas mit Mascara an den Schläfen nacharbeiten können. Daher darf ich mich auch nicht Holly nennen, sondern bin eben Gaga Golightly! Hier sind alle Bildchen von meiner tollen Party, from Risikogebiet Berlin Mitte!

03. Oktober 2020

Bonjour de Paris! Je m’appelle Regina ‚Reggie‘ Lampert et je suis très honoré de presenter mon nouveau voile* et mon vieux trench!

Vielleicht komme ich Ihnen ein wenig bekannt vor. Nein, nicht aus Frühstück bei Tiffany, sondern aus meinem anderen Erfolgsfilm „Charade„, in dem ich eine junge Witwe gebe, die aufgrund einer wirren Geschichte Cary Grant durch Paris verfolgt. Wenn Sie sich davon überzeugen möchten, schalten Sie ganz praktisch Ihr Empfangsgerät an und gehen mit dem Schieber zu Minute 48:02.

Da kommt zuerst Cary als Peter Joshua (alias Alexander Dyle etc.) aus dem Hotel Saint-Jacques und ich schleiche ihm in meinem schicken Outfit mit Trenchcoat und Kopfuch hinterher. Die Szene ist eigentlich recht lustig anzuschauen, weil ich diesen unattraktiven Mann, draußen im Café immer wieder behelligen muss, der nicht weiß, wie ihm geschieht, der Ärmste.

Wir haben den Film von Oktober 1962 bis Januar 1963 hauptsächlich in Paris gedreht. Damals war ich Dreiunddreißig und Cary Achtundfünfzig. Frühstück bei Tiffany war zwei Jahre vorher. Ich konnte mir die Rollen aussuchen, man hat sich um mich gerissen! Man sagt ja auch mal gerne einen Film mit fragwürdigem Drehbuch zu, wenn die Partner angenehm sind und die Drehorte attraktiv, da war ich keine Ausnahme.

Zwischen Tiffany und Charade habe ich zum Beispiel „Paris when it sizzles“ mit William Holden gedreht. An den Film erinnert sich kaum wer, er war auch nicht sehr anspruchsvoll. Aber Bill (also William) und ich hatten damals eine sehr intensive Affäre, von der niemand wissen durfte, da hat man jede Gelegenheit ergriffen, um dem anderen nah zu sein. Ich hätte ihn sogar geheiratet, wenn er nicht schon verheiratet gewesen wäre, und gerne Kinder mit ihm bekommen, aber er hatte ja diese Vasektomie.

Zum Glück habe ich dann meinen ersten Ehemann getroffen, ausgerechnet auf einer Geburtstagsparty von Bill! Das war natürlich schon ein ganz schöner Brocken für ihn, denn eigentlich hat er mich doch auch sehr geliebt. Na ja, es hat nicht sollen sein.

Das sind so die Geheimnisse, die erst später ans Licht kommen. Was zum Beispiel auch viele nicht gewusst haben, außer meinen Kollegen natürlich, dass ich ganz schön groß bin. Viele dachten ja immer, die kleine, filigrane Audrey Hepburn, das zarte Ding. Dabei war ich 1,76 m groß und oft sogar größer als meine männlichen Partner. Im Internet wird oft eine falsche Größe geschrieben, nämlich 1,70. Da schreibt einer vom anderen ab, aber es ist falsch!

Weil ich so eine Bohnenstange war, konnte ich auch nicht mit dem Ballett weiter machen, also bin ich zum Schauspiel gewechselt. Die eine Szene in Sabrina, wo ich mit Humphrey Bogart Wange an Wange tanze, war eine der schwierigsten Szenen meiner Laufbahn. Ich musste immer in die Knie gehen, damit sein Kopf nicht an meinem Schlüsselbein lag. Ja, da staunen Sie!

Und diese Ballerinas, die ich populär gemacht habe, habe ich auch hauptsächlich deswegen getragen, damit ich nicht noch größer bin. Übrigens Schuhgröße 41. Das ist alles zutage getreten, als es eine Ausstellung mit meinen Kleidern und Schuhen gab, da war es dann vorbei mit dem Mythos von dem kleinen süßen Spatz Audrey Hepburn.

Das sind jetzt viele neue Informationen, die Sie sicher erst einmal verdauen müssen. Machen Sie einen schönen Spaziergang, es ist herrliches Wetter draußen. Aber vergessen Sie nicht den Übergangsmantel und das Kopftuch. Diese sehr aparte Challenge verdanke ich meiner geschätzten Freundin Lydia.

*) Kopftuch

27. September 2020

Die zauberhafte Angela Winkler. In Filmstills und auf der Bühne bei ihrer Lesung am 19. September. Letzter Tag Internationales Literaturfestival Berlin im Silent Green. Ein Kulturquartier auf dem Gelände und in den Gebäuden des ehemaligen Krematoriums im Wedding. Mir wäre das wieder entgangen, aber Lydia hatte das Programm verfolgt und mehrere Lesungen besucht und mich auf Angela Winklers Lesung aufmerksam gemacht. Ich hatte sie ja schon einmal vor zehn Jahren im LCB aus nächster Nähe erlebt, wo sie mit Begleitung am Flügel im Kaminzimmer gesungen hat. So hatte ich auch meine Kamera diesmal dabei, was nicht mehr selbstverständlich ist, wenn ich ausgehe. Nach dem Ende ihrer Lesung hat sie a capella ein Chanson von Barbara gesungen.

Danach schlenderten wir, also Lydia und ich, noch durch die Gegend im Wedding und entdeckten eine Nacht der offenen Ateliers in den ehemaligen Gerichtshöfen, wo wir auch ein paar Maler in ihren Werkstätten besuchten. Sie saßen meist (sicher schon seit vielen Stunden) etwas unbeteiligt in einer Ecke und tranken. Ich fand das nicht sehr gastlich, dass sie uns nichts angeboten haben. Also ich hätte da nach Strich und Faden Hof gehalten und Champagner in petto gehabt, und jedem gleich ein Glas in die Hand gedrückt, der mich da in meiner Werkstatt besucht. Aufgedonnert hätte ich mich natürlich auch, alles was geht. Man möchte doch beeindrucken, nicht nur die Werke! Na ja. Jeder soll nach seiner Façon selig werden (Friedrich der Große).

So hat sich nur eine kleine Konversation im letzten Atelier unterm Dach ergeben, weil ich neugierig war, wieviel Miete so etwas kostet. Zahlen wurden nicht genannt, aber es ist subventioniert und man hat einen günstigen Mietvertrag und selbst in den Ausbau investiert etc. pp. Also wie überall: über Geld spricht man nicht. Schön, mal zu sehen. Aber das Highlight des Abends war eindeutig Angela Winkler. In ihrem Fall möchte man immer gerne das unwahrscheinliche Alter dazuschreiben. Sie ist auf dem Papier 76. Aber im Herzen irgendwas zwischen Sechs und Sechsunddreißig.

23. September 2020

„Wer nicht zur Liebe und zur Achtung des anderen fähig ist, hat auf der Welt nichts verloren.“

„Das Geld ist leider die Sache, für die man im Leben am meisten zahlen muss.“

„Liebe ist wie ein Verkehrsunfall. Man wird angefahren und fällt um. Entweder überlebt man oder nicht.“

Juliette Gréco (07.02.1927 – 23.09.2020)

22. September 2020

CERES.
Hüll‘ und Füll‘, Gedeihen immer,
Scheun‘ und Boden ledig nimmer;
Reben, hoch voll Trauben rankend;
Pflanzen, von der Bürde wankend;
Frühling werd‘ euch schon erneuert,
Wann der Herbst kaum eingescheuert!
Dürftigkeit und Mangel meid‘ euch!
Ceres‘ Segen so geleit‘ euch!

William Shakespeare, 1611, The Tempest/Der Sturm, 4. Aufzug

So wollen wir den Herbstanfang mit einem herrlichen Erntefest feiern, für das ich mein schönstes Geschmeide angelegt habe. Mein goldenes Sterndiadem aus echtem Geschenkpapier (von Lydia), meine herrlichen Flügel, die mich über Wald und Feld tragen, um nach dem Rechten zu sehen (ob das goldene Korn auch ordentlich gemäht wird), man kann sie leider nur erraten, obwohl ich mit viel Liebe zum Detail schöne große Flügel aus einem alten Amazon-Pappkarton gebastelt habe. Aber mein Täubchen mit dem Olivenzweig liegt mir treu zu Füßen. Es wurde auch aus einem Pappkarton geboren, den ich aus der Altpapiertonne vom Hof gerettet habe. Als Schutzgöttin der Ernte etc. pp. ist es ja auch meine Aufgabe, wertvolle Rohstoffe zu beschützen.

Diese gar herrliche Postkarte hat mir Doro aus dem fernen Italien geschickt, laut Poststempel am 19. April 1924, aus Milano. Sie kann viel besser italienisch als ich, und hat gesagt, dass darauf steht:

„Viele Grüße und Küsse zu Ostern sendet euch euer Onkel D. Macciughi“

Das ist doch eine sehr schöne Botschaft, auch zum Erntedank. Zu Ostern ist ja gesät worden, was wir heute ernten, also liegt der Onkel nicht so ganz falsch mit dem spätsommerlichen Bild von der Ernte. Diese Postkarten-Challenge war doch eine größere Herausforderung und ich bin nicht so ganz zufrieden, weil der Hintergrund doch so ein bißchen dahingeschludert ist. Aber wenn mein Blick dann auf meinem Täubchen ruht, gefällt es mir doch wieder ganz gut. Das muss mir erst mal einer nachmachen!

Schön ist an der Postkarte auch, dass man beim besten Willen nicht googeln kann, von wem das Postkartenbild gemalt ist. Es ist ein Geheimnis und das ist auch schön. Ich werde sie für immer in Ehren halten.

15. September 2020

Voyager I. Seit 1977 im All unterwegs. Seit 43 Jahren….! Wie kann man diese Mission nicht lieben… Das sind die schönsten Bilder die Voyager von 1977 bis 1990 geschickt hat. Seitdem gibt es keine Bilder mehr, nur noch Signale. Vor acht Jahren ist Voyager I. in den interstellaren Raum eingetreten, an Bord die Golden Record mit Bildern und Musik der Menschheit. Es tut sehr gut, sich das anzuschauen und sich ein bißchen mit Voyager und den Sachen auf der goldenen Platte zu beschäftigen. Das rückt manches zurecht.

Eine gute Nacht von der Erde, dem kleinen blauen Punkt, zu Voyager.