Die zauberhafte Angela Winkler. In Filmstills und auf der Bühne bei ihrer Lesung am 19. September. Letzter Tag Internationales Literaturfestival Berlin im Silent Green. Ein Kulturquartier auf dem Gelände und in den Gebäuden des ehemaligen Krematoriums im Wedding. Mir wäre das wieder entgangen, aber Lydia hatte das Programm verfolgt und mehrere Lesungen besucht und mich auf Angela Winklers Lesung aufmerksam gemacht. Ich hatte sie ja schon einmal vor zehn Jahren im LCB aus nächster Nähe erlebt, wo sie mit Begleitung am Flügel im Kaminzimmer gesungen hat. So hatte ich auch meine Kamera diesmal dabei, was nicht mehr selbstverständlich ist, wenn ich ausgehe. Nach dem Ende ihrer Lesung hat sie a capella ein Chanson von Barbara gesungen.

Danach schlenderten wir, also Lydia und ich, noch durch die Gegend im Wedding und entdeckten eine Nacht der offenen Ateliers in den ehemaligen Gerichtshöfen, wo wir auch ein paar Maler in ihren Werkstätten besuchten. Sie saßen meist (sicher schon seit vielen Stunden) etwas unbeteiligt in einer Ecke und tranken. Ich fand das nicht sehr gastlich, dass sie uns nichts angeboten haben. Also ich hätte da nach Strich und Faden Hof gehalten und Champagner in petto gehabt, und jedem gleich ein Glas in die Hand gedrückt, der mich da in meiner Werkstatt besucht. Aufgedonnert hätte ich mich natürlich auch, alles was geht. Man möchte doch beeindrucken, nicht nur die Werke! Na ja. Jeder soll nach seiner Façon selig werden (Friedrich der Große).

So hat sich nur eine kleine Konversation im letzten Atelier unterm Dach ergeben, weil ich neugierig war, wieviel Miete so etwas kostet. Zahlen wurden nicht genannt, aber es ist subventioniert und man hat einen günstigen Mietvertrag und selbst in den Ausbau investiert etc. pp. Also wie überall: über Geld spricht man nicht. Schön, mal zu sehen. Aber das Highlight des Abends war eindeutig Angela Winkler. In ihrem Fall möchte man immer gerne das unwahrscheinliche Alter dazuschreiben. Sie ist auf dem Papier 76. Aber im Herzen irgendwas zwischen Sechs und Sechsunddreißig.

3 Antworten auf „27. September 2020

  1. Tolle Bilder von Angela. Mir fast ein Rätsel, wie du das machst, wenn dir die Kamera doch nur auf dem Schoß und so halbseiden im Handgelenk hängt. (Das von uns ist doch auch ganz schön, eines wo mein Gesicht so komisch rumalbert … )

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