Nach diesem aufregenden Interview bei Oprah Winfrey ist das Publikum natürlich – verständlicherweise – an unmittelbaren Reaktionen in royalen Kreisen interessiert. Hier kann ich Abhilfe schaffen. Wie sagte Harry neulich so schön: “We can all live a life of service. Service is universal.” In diesem Sinne sehe auch ich mich als Dienstleisterin des öffentlichen Interesses und biete exclusives Bildmaterial!

Man könnte auch sagen, ich habe das Regelwerk in diesem großen Theaterstück, das sich Monarchie nennt, verstanden. Es ist sehr hilfreich, wenn man sich darüber im Klaren ist, dass das Konstrukt der Monarchie davon lebt, dass die Rollen tadellos ausgeführt werden. Der Text sollte sitzen und das Kostüm ebenso. Die Regieanweisung „Never explain, never complain“, gilt für das gesamte, vom Zuschauer mit teuren Steuern bezahlte Stück.

Bei dieser Aufführung geht es schwerpunktmäßig nicht um gesellschaftliche Erneuerung, Modernität, Gleichberechtigung oder freizügige Ausgestaltung. Eigentlich ist das auch nicht ganz unbekannt, wenn man seine Schularbeiten gemacht hat. Wer insbesondere die englische Monarchie mit einem libertären, demokratischen Schwerpunkt umzumodeln wünscht, muss sich die Frage gefallen lassen, welchen Zweck dann noch luxuriöse Privilegien erfüllen sollen.

Das Kasperletheater Monarchie lebt davon, dass die Königin die Königin ist, der Kasper, der Kasper, der Polizist, der Polizist und das Krokodil das Krokodil. Es ist zwar ein lustiger Schlenker, und für die Allgemeinheit ab und zu Salz in der Suppe, wenn die Besetzung der Nebenrollen aufbegehrt und auch einmal Königin spielen will, aber so funktioniert das uralte Stück auf Dauer nicht.

Interessant, dass sich Meghan offenbar nicht der Widersprüchlichkeiten ihrer Aussagen bewusst ist. Angeblich hat sie niemals die Presse über sich verfolgt, aber dennoch Handlungsbedarf gesehen, Anklage gegen diverse Gazetten zu erheben. Der Move nach L.A., ins Mekka von Showbiz und Publicity, soll größere Privatheit sicherstellen. Passend dazu gibt es ein „tell-all“-Interview mit der populärsten TV-Personality in Sachen Celebrity-Reportagen. Jetzt warten wir alle gespannt, wer die rassistischen Bemerkungen zur möglichen Hautfarbe von Archie gemacht hat und ob es irgendeine Verlautbarung dazu geben wird.

Ich nehme an, bei den britischen Royals gibt es denselben unterschwelligen Rassismus wie in der gemeinen Bevölkerung. Der größere Teil akzeptiert Vielfältigkeit, ein gewisser Prozentsatz erhält sich ein Weltbild mit der insgeheimen Überzeugung einer besseren „Rasse“. Ach, es hat schon auch Entertainmentqualität, wenn das mal unverblümt hochkocht. Ich beobachte das Theaterstück mit Interesse und denke mir meinen Teil. Mein Mitleid hält sich allerdings im Hinblick auf alle Seiten in Grenzen.

12 Antworten auf „08. März 2021

  1. Ina Weisse
    Ach ne, für Harry und Meghan nur wenig Interesse , aber deine Ausführungen zum Königshaus fand ich gut…

    Gaga Nielsen
    Mit Nebelkerzen verschwurbelte Machtspielchen und Geltungsdrang interessieren mich immer! Das ist aus meiner Einschätzung die Essenz. Harry ist in der Geschichte nur eine eher blasse, etwas arglose Nebenfigur.

    Ina Weisse
    Ich finde, es ergibt sich daraus, warum es heute noch Monarchien gibt.

    Gaga Nielsen
    fürs Entertainment der einfacheren Klassen, die professionell dargebotene Traumszenarien sehen wollen. Aber auch sichergestellt wissen wollen, dass die Darsteller der Szenarien eine nicht zu einfache Rolle haben und es sich nicht zu leicht machen. Die sollen schon ein bißchen leiden, sonst wär es ja komplett unerträglich. In Schlössern in Opulenz machen, wonach einem der Sinn steht? So nicht. An dem Punkt entspannt sich der Nicht-Royal dann nämlich: dass er immerhin nicht in diesem Zirkus strammstehen muss.

  2. iGing – 8. Mär, 22:56
    Man spürt’s an allen Ecken und Enden: Sie haben das einfach verstanden mit der Royalität, dieser Mischung aus Hochmut und Fügsamkeit ;-)

    g a g a – 8. Mär, 22:58
    tja, blaues Blut! :-)

  3. Duke Meyer
    Sehr schön zu einer gewissen Kenntlichkeit entblößt, diese Traditionsvorführung!

    Saskia R.
    WORD 😍😄👏🇬🇧👑

  4. kid37 – 10. Mär, 21:30
    Ich hoffe ja, dereinst vom NDR als Nachfolger von Herrn S.-E. zum Adelsexperten berufen zu werden und bin natürlich hoch elektrisiert. Offenbar ein Machtkampf zwischen der Monarchie der Showbiz-Starlets aus den USA und dem Hause Windsor. Die Verbandelung beider Königshäuser des höheren Entertainments gelang nicht gut, Harry macht es lieber dem alten Edward nach und tritt zurück. Davon unbemerkt hat sich der Komplex in den britischen Underground fortgepflanzt. Die von mir geschätzte Newcomerband Dry Cleaning hat vor einiger Zeit einen Song aus Textfragmenten eines Interviews mit damals noch Prinz Harry gemacht: Magic Of Meghan. Was mich sehr entzückt ist der irritierende Eindruck, daß hier Harry selbst am Schlagzeug sitzt. Mediale Botschaft: Der Wechsel ins Showbiz und Entertainment lag schon in der Luft.

    g a g a – 10. Mär, 21:53
    Ich zeige mich ebenfalls offen für eine Professionalisierung meiner royalen Studien! So eine Doppelmoderation hätte doch Charme. Ich hoffe die Parallelen zu Edward erstrecken sich nicht auf dessen politische Präferenzen. Näher als er stand wohl kein Royal Hitler und Mussolini. Gerne hat man sich mit Simpson auf dem Berghof (schräg gegenüber von Magda Schneider) eingefunden.

    Beeindruckend als Lyrics, diese Interviewteile, vor allem in der Ernsthaftigkeit des Vortrags. Die Frage der musikalischen Früherziehung von Harry und William hat mich auch schon häufiger beschäftigt. Ich meine: es war doch Geld für Klavierstunden da. Was ist da schiefgelaufen? Immerhin gibt es doch diesen Clip, wo Diana kurz Rachmaninow anspielt. Auch auf Highgrove gab es einen Flügel im großen Salon. Daran hätte es nicht scheitern müssen. Zeit wäre auch da, um die eine oder andere Etüde einzustudieren. Mich verwirrt dieser Punkt sehr.

    Auch war ich etwas enttäuscht von Harrys Auftritt bei James Corden, oben im Doppeldeckerbus und in der Villa vom Prinz von Bel Air. Harry war so blaß und gar nicht richtig schlagfertig. Ich möchte fast sagen, ein wenig langweilig. Das erste Gespräch, das Corden führt, das ich nicht zu Ende geschaut habe, wegen zunehmender Schläfrigkeit. Später haben sie wohl noch geturnt. Das langweilt mich ja sowieso mehr als alles andere, wenn Leute im Fernsehen Geschicklichkeitsspiele machen und turnen. Da bin ich raus! So viel von mir für heute!

  5. kid37 – 10. Mär, 22:42
    Man erinnere Harrys Nazi-Partyuniform in jungen Jahren. Aber für Schlußfolgerungen und Theorien ist es noch zu früh, derzeit wirkt er jedenfalls als Daddy ohne Plan, der sich in eine Ecke manövriert hat Großmama hat heute signailisert, daß alle nach wie vor willkommen seien. Wir können dann Eggebert/Schöneberger nachfolgen, aber in vertauschten Rollen! Das ist modern.

    g a g a – 11. Mär, 18:16
    Haben/hatten Eggebert Schöneberger so profilierte Rollen? Und wenn ja, inwiefern? Ich sehe mich eher in der Tradition von Frauke Ludowig und Guido Maria Kretschmer, denen kann ich eigentlich immer recht gut folgen, da sie unbestechlich wirken in ihren Aussagen. Ganz im Gegensatz zu Oprah Winfrey, die ja ein Paradebeispiel für Bestechlichkeit in diesem Gartenpalaver bietet. So viel Opportunismus hätte ich ihr gar nicht zugetraut.

    Übrigens ist ja inzwischen auch offenbart, wie der Kontakt zwischen Winfrey und Meghan und Harry Markle zustande kam. Man ist keineswegs eben irgendwie „befreundet“. Oprah hatte keinen Plan, wer Meghan war, bis sie mit Harry rummachte, von da an hat sie ihre Fühler ausgestreckt und Meghan hat begeistert durch ihre Agentin den Kontakt erwidert, sie hat dann wohl mal mit der Agentin von Oprah gesprochen. Irgendwie so. Getroffen haben sie sich gar nicht. Aber Meghan hat sich dann eine schicke Gästeliste für die Hochzeit ausgedacht, wo Leute draufwaren, die sie schon immer mal kennenlernen wollte und die Harry Markle auch interessant fand. Das waren dann so Leute wie James Corden, die Clooneys, die Beckhams und diese Tennisspielerin und eben auch Oprah Winfrey. Bei der Gelegenheit haben sie sich wohl erstmalig überhaupt gesehen, waren also keineswegs „befreundet“. Die gebauchpinselte Oprah hat da natürlich Lunte gerochen, dass das auf einen interessanten Geschäftskontakt hinauslaufen könnte.

    Das war auch die im Interview erwähnte Begegnung, wo Oprah schon mal um ein Interview bat und Meghan meinte, es sei NOCH nicht der richtige Zeitpunkt. Nun waren also erste zarte Kontakte geknüpft und bei der Suche nach einer Villa in L.A. wurde dann auf diese Premiumkontakte zurückgegriffen, deswegen wohnen sie jetzt in derselben Hood. Ich glaube nicht, dass Oprah je Kontakt gesucht hätte, wenn es den royalen Kontext nicht gäbe. Leider mussten einige von Harrys alten echten Freunden von der Hochzeitsgästeliste gestrichen werden, damit die bekannten Unbekannten auf die Liste passten. War publicitymäßig sicher die richtige Entscheidung. So alte Kumpanen aus Studentenzeiten trinken doch nur den teuren Schampus und bieten keinen Mehrwert oder Dominoeffekt. Wirtschaftlich sehr gut mitgedacht!

    Frauke hat am letzten Sonntag noch erwähnt, dass sie nochmal einen Reporter zu Thomas Markle schicken wollen, der an der Grenze in Mexiko wohnt, In einem Interview hat er ja schon eingestanden, dass er auch Fehler gemacht hätte, aber immerhin hätte er noch keine Nazi-Uniform angezogen. Ich finde, er sagt gar nicht so dumme Sachen!

  6. vom Kaiser von China. (wem sonst). Spaß….!!!! das war nur ein Scherz!

    Alle Diademe der englischen Kronjuwelen, so auch dieses hier, sind eine Leihgabe from HER MAJESTY.

  7. kid37 – 11. Mär, 21:34
    Ah, interessant. Frau Winfrey wurde auf einem bekannten Kurznachrichtendienst ja vielfach als „Journalistin“ bezeichnet, was ich deutlich überzogen finde. Eine Medienunternehmerin mit gutem Riecher für Emo-Stories ganz gewiß. Der „Königsfritze“ ist im NDR ja Institution. Fernsehpreis für William und Kate! Seit einigen Jahren tapfer flankiert von Barbara S., die mit Quirligkeit und kessen Statements die steife Oberlippe lockern soll. Ein bewährtes ÖRR-Gespann bei allerlei Hochzeitsübertragungen. Ich hätte jetzt die seriösen weißen Haare und Sie den Blick für kritische Details. Quirlig sind wir ja sowieso. Ich hoffe, in Hamburg-Lokstedt lesen sie hier mit.

    g a g a – 11. Mär, 21:59
    Und das sollen wir tauschen? Ich die weißen Haare nehmen und Sie brillieren mit kritischen Details? Na, na, na…. ich weiß natürlich wer der alte Eggebrecht, Sägebrecht, Seeggedings ist… ich kenne alle Folgen von ZDF Royal! (wohlgemerkt NICHT ZDF Royale). Gleich mal gucken, ob es nicht endlich wieder eine aktuelle Folge gibt! Ok, ich hab da was verwechselt, Seelmann-Eggebert ist vom Ersten deutschen Fernsehen. Aber natürlich ein Begriff!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s