Aus meiner Fotokiste. Vor zehn Jahren. Café Einstein Unter den Linden, 21. März 2011. Eine Feier zum fünfzehnjährigen Bestehen. Das heißt, in diesem Jahr fünfundzwanzigjähriges Jubiläum. Vielleicht kann es mit der Wiedereröffnung im März verbunden werden. Das Einstein Unter den Linden war das Baby, ein Herzensanliegen von Gerald Uhlig, der leider nicht mehr lebt. Ohne Gerald wäre ich nicht zu dieser Feier eingeladen gewesen, denn ich war kein Stammgast. Wir hatten uns bei der Eröffnung einer Fotogalerie kennengelernt, wo er selbst als Gast war, mit seinem guten Freund André Rival. Bei der Begegnung hat etwas zwischen uns gefunkt. Geistig, menschlich, sympathisch.

Meine Güte, was soll ich machen, außer in alten Fotokisten zu kramen, mich zu erinnern und herumzupinseln? Jeder macht, was ihm Erholung und irgendeine Entspannung und Beruhigung verschafft. Vor mir liegen ein paar ganz und gar freie Tage, die ich in Berlin verbringen werde. Mit viel Ausschlafen und Herumtrödeln und Herumräumen und so weiter und so fort. Auch muss man immer einkaufen und den Müll herunterbringen und die Blumen gießen. Und sich pflegen. Und sich erinnern. Erinnern. Erinnern. Erinnern. Das macht man immer besonders intensiv, wenn nichts Ersehntes vor einem liegt. Ja, ich glaube, es ist so.

6 Antworten auf „19. Februar 2021

  1. Das war leider nicht so richtig der Fall. Ich hatte damals seit einem Jahr keinen Alkohol getrunken und war stimmungsmäßig daher nicht auf Augenhöhe mit den anderen Gästen. Ich war schon ganz gut gelaunt, aber ich konnte dem etwas angetrunkenen und dadurch abgeflachten Niveau der allgemeinen Konversation nicht so richtig viel abgewinnen, was dann auch nicht die Flirtbereitschaft auf beiden Seiten anzuheben geeignet war. Aber dennoch interessant, dabeigewesen zu sein.

  2. Die Gäste waren nicht schlimm betrunken, ich war nur so furchtbar nüchtern (und damit ernüchtert). An dem Abend wurde mir klar, dass es auch ganz schön ist, sich einen Abend etwas schöner zu trinken. Ich nippte testweise am Rotwein von Jan, aber das brachte natürlich nichts. Erst ein Jahr und fünf Wochen danach hatte ich mein Alkoholproblem überwunden, das war im Mai 2012, als Sarkozy die Wahl verlor, was mich so freute, dass ich zur Feier des Tages den verstaubten Saint Emilion vom Küchenschrank nahm und öffnete. Das war ein echter Genuss. Seither kann ich wieder alkoholische Getränke zu mir nehmen und auch mal nachsichtig Small Talk vorbeirauschen lassen und tolerieren.

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