In den Abendstunden gibt es ein Gespräch. Diesmal nicht mit Tina im Chat, sondern zwischen Eric Wrede, dem bekannten Bestatter und Michael Nast, dem wohl auch bekannten Autor von (Lebenshilfe-?)büchern zum Thema Beziehungsunfähigkeit. Als Lydia mich darauf aufmerksam machte, verstand ich es so, auch anhand der Beschreibung der Veranstaltung, dass es im Gespräch um Abschied und Trauer nach Ende einer Liebesbeziehung geht, das aber nicht durch den Tod verursacht wurde. Meiner persönlichen Erfahrung nach ist es mindestens genauso und noch ganz anders verarbeitungsbedürftig, wenn eine Liebesverbindung ohne so einen logisch nachvollziehbaren Grund wie Versterben endet. Zumal bei absehbarem Tod noch liebevolle Abschiedsrituale praktiziert werden (können). Bei nicht einvernehmlich entschiedener Trennung ist das ja nun gar nicht der Fall. Der oder die Eine hat die Arschkarte der Zurückweisung und einem Gefühl von Entwertung, der oder die Andere ist gedanklich schon auf zu neuen Ufern und freut sich auf den neuen Lebensabschnitt. Also ich bin gespannt, ob das Thema heute auch vom Abschied Weiterlebender handelt. Heute um 19:30 in der Urania. Ich verzichte dafür sogar auf das direkte Gucken des heutigen Bachelor-Finales mit Tina. (Wird dann via Mediathek nachgeholt).

5 Antworten auf „30. März 2022

  1. Das war ein nettes Gespräch mit sympathischen Gesprächspartnern (u. a. über das Thema welches Vermächtnis man hinterlassen möchte, Wunschgrabstätte, Elternbeziehung), aber das angekündigte Thema Trennungsschmerz („Ist Liebeskummer Trauerarbeit? Kann man Trauer „wegschreiben“?“) kam leider nicht vor.

  2. C. Araxe – 30. Mär, 21:00
    Eine Trennung hat ja immer Gründe (Todesfall ausgeschlossen). Von beiden Seiten – egal wer die Beziehung beendet.

    g a g a – 31. Mär, 02:45
    Es gibt auch Todesfälle mit Trennungsabsicht. Freitod, Mord. Gründe gibt es auch da immer. Wenn jemand aus dem Leben scheidet und in einer vermeintlich noch bestehenden Beziehung war, hat der Hinterbleibende natürlich auch eine beträchtliche Hausaufgabe zu bewältigen. Mich interessiert der Unterschied zwischen der gesellschaftlichen Anerkennung der Schmerzdimension bei natürlichem Tod, gegenübergestellt der Schmerzliga bei einseitig initiierter Auflösung einer Verbindung. Wenn ein Ehepartner oder Elternteil stirbt, bekommt man ein, zwei Tage Sonderurlaub und tiefes Mitgefühl. Bei schlichter Trennung gibt es triviale Ablenkungs-Ratschläge. Will sagen: die Dimension des „den Boden unter den Füßen weggezogen bekommen“ ist überaus adäquat, aber der Todesfall an sich steht auf einem Altar, vor dem sich alles verneigt, die Trennungskatastrophe darf sich im direkten Vergleich in die hintere Reihe stellen, obgleich eine Trennung noch zusätzliche Schmerzdimensionen bereithält, vor denen eine Witwe, die mit der Erinnerung einer gelungenen Liebe zurückbleibt, keine Ahnung hat.

  3. Lydia G.
    Das sind super Fotos der beiden Herren. Die Winkel schmeicheln Ihnen. Aber auch sonst, ich mag wie du sie in ihrem natürlichen Gebaren einfängst.

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