Vor ein, zwei Tagen habe ich rund siebzig Fotos von der Kundgebung am Bebelplatz „Stand With Ukraine“ hochgeladen, aber keine Motivation einen wort- oder eben bildreichen Eintrag dazu zu posten. Jeder weiß, wie Kundgebungen aussehen, die Meinung wird von einigen auf Bannern hochgehalten. Da sind schon recht gute Motive dabei, aber wen interessiert das, der nicht selbst dort war? Solche Bilder haben eine recht kurze Halbwertzeit, sie taugen für einen möglichst aktuellen Eintrag zum Ereignis und verbreitern das Meinungsbild. Nicht in die Tiefe, aber eben in die Breite. Abgesehen von den Schildern, auf denen „Frieden“ auf Russisch steht, oder „Stop War“ oder dem Peace-Symbol, kann ich nicht guten Gewissens sagen, dass ich auch alle anderen Banner und Schilder mit ihren Botschaften unterschreibe, dafür habe ich mich zu wenig in die Details der Materie eingearbeitet, mir fehlt da auch der Weitblick, um zu beurteilen, ob es zielführend ist (also ultimativ, für den Fortbestand unserer Zivilisation), den Luftraum zu sperren. Etc. pp.

Marieluise Beck hat sehr verständlich gesprochen, auch mit viel Feuer und Nachdruck, ohne Polemik. Was nicht bei allen der Fall war. Dadurch dass es so kalt war, ist sicher mitunter die Konzentration etwas eingeschränkt gewesen. Biermann hat einen verwirrenden Duktus an den Tag gelegt. Er sagte Dinge, die in der Konsequenz verständlich und auch nicht neu oder nie gehört sind, aber in einer schlingernd-mäandernden Weise, die geeignet ist, Verwirrung zu stiften. Er gefällt sich in dramaturgischen Höhen und Tiefen und arbeitet mit albernen Cliffhangern, wenn er ansetzt, seine Meinung zu erläutern. Kunstpausen, die nicht sinnstiftend sondern eitel dramaturgisch erarbeitet wirken. Das muss ich leider als großer Fan von einer ganzen Handvoll Lieder aus den Siebziger Jahren aus seiner Feder sagen.

Ich wollte doch eigentlich nur schreiben, wieso ich nichts weiter schreiben wollte, zu dieser Kundgebung gegen den Angriff auf die Ukraine, am Bebelplatz vor über einer Woche. Den Journalisten Deniz Yücsel habe ich dort erstmalig aus der Nähe gesehen, er war ebenfalls als Besucher da. Alban unterhielt sich eine gute Weile mit ihm, dabei habe ich die beiden auch eingefangen. Danach gingen Lydia und ich zum nahen Humboldtforum (sprich „Berliner Schloss“) in ein Café, zum Aufwärmen.

3 Antworten auf „16. März 2022

  1. Lydia G.
    Interessante Momentaufnahmen. Schöne, lebendige Bilder. Und nicht zuletzt auch ein kleine Chronik unserer Zeit. Besonders die beiden sich umarmenden „Älteren“ gefallen mir sehr!

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