Frage des Nachmittags: was ziehe ich an? Ich gehe zu 19 Uhr zu einer Ausstellungseröffnung in der Saarbrücker Straße. Da gehe ich zu Fuß hin. Es sieht regnerisch aus. Ich gehe nicht gerne mit Regenschirm aus dem Haus. Vielleicht ziehe ich mir einen Hut oder ein Barett auf. Oder mein Kapuzenmäntelchen. Bin sehr erfreut, dass es am Karfreitag doch noch etwas anderes als innere Einkehr gibt. Ich meine: das unerfreuliche Ende von Jesus ist ja nicht dadurch rückgängig zu machen, dass man sich grämt, zumal er ja recht flott wiederauferstanden ist. Ich oute sogar, dass ich Musik höre. Zwar ohne das Tanzbein dazu zu schwingen, aber das mache ich auch sonst nicht, wenn ich gerade einen Eintrag verfasse. Außerdem habe ich gerade Appetit auf kleine Rostbratwürstchen. Noch sind sie nicht gebraten, ich zögere noch. Ich esse sehr viel Fisch, aber heute steht mir der Sinn so gar nicht danach. Kommt man auch ins ewige Fegefeuer, wenn man schon im letzten Jahrtausend aus der Kirche ausgetreten ist? Oder verjährt das? Ich habe Kirchen von Herzen gerne, schon wegen der Kuppeln und Türmchen und der Altäre und dem ganzen unprofanen Ansatz. Es gibt auch so herrlich ausgemalte Kapellen in der Welt. Jean Cocteau hat zum Beispiel in Villefranche-sur-Mer die Chapelle Saint-Pierre ausgemalt. Oder Pablo Picasso die kleine Kapelle in Vallauris, mit einem großen Fresko zu Krieg und Frieden. Und Henri Matisse die Chapelle du Rosaire in Vence.

Eine Antwort auf „15. April 2022

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