13. November 2016

gerade bei Harry hängengeblieben…
(…) „JUHNKE: Ein Theater, in dem ich spielen kann, finde ich immer. Ich kann so viel. Ich geh‘ nicht unter. Es wird immer Leute geben, die mit mir arbeiten wollen, (…) Die Leute wollen mich sehen. Denen ist es völlig wurst, was ich privat alles treibe, und wenn ich zwischendurch kleine Kinder fresse. (…) heute ist es doch so, daß sich die Leute nach Ausste…igern sehnen, also nach jemandem, der wie Juhnke macht, was er will, der sich eine andere Frau nimmt, der über die Grenzen hinaus lebt, der beispielsweise auch keine Angst hat vor seinen Vorgesetzten, sondern sagt, heute hab ich keine Lust aufzutreten. Wenn mir ein Intendant oder ein Regisseur nicht gefällt, dann sage ich zu dem, du bist doch eine faule Nuß. Dann werde ich vielleicht rausgeschmissen. Aber das ist mir egal. Ich lebe den Leuten vor, was sie sich wünschen, aber wozu ihnen der Mut fehlt. (…)“
André Müller – Interview mit Harald Juhnke 1983

12. November 2016


von Jan, an seinem berühmten kitchenwork-Tisch. Ich passte nicht in die Reihe für das Buch weil – – – egal – diese Aufnahme mag ich ganz gerne. Du hast doch damals noch viel mehr gemacht, als diese paar mit dem Stein und dem Schädel.. habe ich nie gesehen, eine ganze Serie mit deiner grünen Polizeimütze… die stand mir eigentlich gut. Ich bin ja ein latent autoritärer Typ!

12. November 2016

Daß mein Leben ein Gesang | Sag‘ ich’s nur! geworden | Jeder Sturm und jeder Drang | Dient ihm zu Akkorden | Was mir nicht gesungen ist | Ist mir nicht gelebet | Was noch nicht bezwungen ist | Sei noch angestrebet | Von der Welt, die mich umringt | Wüßt‘ ich unbezwingbar | Wen’ges nur; die Seele klingt | Und die Welt ist singbar.

Friedrich Rückert

11. November 2016


Gisela Getty und Jutta Winkelmann, 3. Juni 2008, Einstein UdL. Übrigens nicht direkt im Einstein eingefangen, davor. Ich war vorher drin und die beiden auch und wir sind für ein paar Bilder nach draußen. Sehr unkompliziert die zwei. Gisela Getty hat seither ein Bild aus der Reihe als Profilfoto auf facebook, sie wechselt zweimal im Jahr zwischen drei Portraitfotos, davon zwei aus ihrer Jugend, mehr oder weniger. Das von mir ist das, was ihrer gegenwärtigen Erscheinung am ehesten nahe kommt. Verrauscht, grenzwertige Unschärfe, aber wunderbares strahlendes Lächeln Ich glaube, sie liebt es.

11. November 2016

Leonard…


I’m guided by a signal in the heavens
I’m guided by this birthmark on my skin
I’m guided by the beauty of our weapons
First we take Manhattan, then we take Berlin

10. November 2016

Happy Birthday Friedrich Schiller, 10.11.1759 – 09.05.1805
’Es ist des Wohllauts mächtige Gottheit, die zum geselligen Tanz ordnet den tobenden Sprung, die, der Nemesis gleich, an des Rhythmus goldenem Zügel lenkt die brausende Lust und die verwilderte zähmt.‘‘
’’Auch ist nicht zu leugnen, dass die Empfindung der meisten Menschen richtiger ist als ihr Räsonnement.‘‘
’’Es schwinden jedes Kummers Falten, so lang des Liedes Zauber walten.‘‘
’’Der Ring macht Ehen, und Ringe sind`s, die eine Kette machen.‘‘
„Unsere Sache ist es, den Funken des Lichts festzuhalten, der aus dem Leben überall da hervorbricht, wo die Ewigkeit die Zeit berührt.“

10. November 2016


Happy Birthday Richard Burton, 10.11.1925 – 05.08.1984
„I have to think hard to name an interesting man who does not drink.“
„I’ve done the most awful rubbish in order to have somewhere to go in the morning.“
„Certainly most movie executives were making love to the starlets. But then, so were most of us actors.“
„Generally if you mention the word Shakespeare in Hollywood, everybody leaves the room.“
„God put me on this earth to raise sheer hell.“
„The minute you start fiddling around outside the idea of monogamy, nothing satisfies anymore.“
„I drank too much, smoked too much and made love too much.“
„You may be as vicious about me as you please. You will only do me justice.“
„Richard Burton is now my epitaph, my cross, my title, my image. I have achieved a kind of diabolical fame. It has nothing to do with my talents as an actor. That counts for little now. I am the diabolically famous Richard Burton.“

07. November 2016

Es ist manchmal so leicht, Menschen glücklich zu machen. Einfach mal an der Supermarktkasse jemanden mit ein, zwei Teilen hinter einem vorlassen, OHNE dass der darum gebeten hat. Mache ich immer, wenn ich selbst einen größeren Einkauf auf dem Band habe. Diese Dankbarkeit! Schon aus Egoismus! Die ältere Dame vorhin mit ihrer Coladose konnte ihr Glück nicht fassen. In der anderen Hand hatte sie noch einen Beutel Äpfel, den ich übersehen hatte, aber das war mir schnurz, „nein, nein – kein Problem – gehen Sie vor!“. Sie fing vor Rührung an, mir von ihrem Knieleiden zu erzählen, und wie schlecht sie länger stehen kann. Das wusste ich ja alles gar nicht. Damit sie sich nicht alt und gebrechlich fühlt, habe ich noch hinzugesetzt: „Das habe ich jetzt aber nicht wegen Ihres Alters gemacht – so gebrechlich wirken Sie nicht!“ Das sind immer schöne Episoden. Einfach mal ausprobieren. Sie hat sich dann noch verabschiedet und mir von der Tür zugewunken. Entzückend.

07. November 2016


Bar jeder Vernunft
»Jörg Thadeusz sieht Interviews als Flirtversuch, die er am liebsten in einer partybeschwipsten Stimmung führt. Seine Strategie: „Es ist jedes Mal ein Flirtversuch. So in die Richtung: Eigentlich gefallen wir uns doch, oder?“«

06. November 2016

auch schön… Winterreise-Karaoke, ‚Gute Nacht‘.
Fremd bin ich eingezogen
Fremd zieh‘ ich wieder aus
Der Mai war mir gewogen
Mit manchem Blumenstrauß
Das Mädchen sprach von Liebe
Die Mutter gar von Eh‘
Das Mädchen sprach von Liebe
Die Mutter gar von Eh‘
~
Nun ist die Welt so trübe
Der Weg gehüllt in Schnee
Nun ist die Welt so trübe
Der Weg gehüllt in Schnee
~
Ich kann zu meiner Reisen
Nicht wählen mit der Zeit
Muß selbst den Weg mir weisen
In dieser Dunkelheit
Es zieht ein Mondenschatten
Als mein Gefährte mit
Es zieht ein Mondenschatten
Als mein Gefährte mit
~
Und auf den weißen Matten
Such‘ ich des Wildes Tritt
Und auf den weißen Matten
Such‘ ich des Wildes Tritt
~
Was soll ich länger weilen
Daß man mich trieb hinaus
Laß irre Hunde heulen
Vor ihres Herren Haus
Die Liebe liebt das Wandern
Gott hat sie so gemacht
Von einem zu dem andern
Gott hat sie so gemacht
~
Die Liebe liebt das Wandern
Fein Liebchen, gute Nacht
Von einem zu dem andern
Fein Liebchen, gute Nacht
~
Will dich im Traum nicht stören
Wär schad‘ um deine Ruh‘
Sollst meinen Tritt nicht hören
Sacht, sacht die Türe zu
Schreib im Vorübergehen
Ans Tor dir: Gute Nacht
Damit du mögest sehen
An dich hab‘ ich gedacht
~
Schreib im Vorübergehen
Ans Tor dir: Gute Nacht
Damit du mögest sehen
An dich hab‘ ich gedacht
An dich hab‘ ich gedacht

Es müsste von Alfred Brendel eine Aufnahme nur mit seiner Begleitung geben. Blöd, immer singt Dietrich Fischer-Dieskau drüber. Ich kenne keine einzige Aufnahme der Winterreise, wo mir der Gesang wirklich gefällt. Ich stelle mir das mehr so storytelling-mäßig vor, ohne belcanto und opernhafte Phrasierung. Die Umsetzung von ‚Gute Nacht‘ von Hannes Wader finde ich im übrigen auch irrelevant. Die Gitarre von Ralf Illenberger ist ganz schön, aber der Gesang altbacken dick aufgetragen. Pathos-Inflation. Das ist alles nicht meins. Jemand vom Kaliber von Sven Ratzke müsste das mit so einer schönen Iggy-Bowie-Cave-Stimme aufnehmen. Halb geflüstert, reduziert, brüchig.

05. November 2016

16-11-04 Rionacht (6)
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Erlebnisaufsatz zu gestern, Rio-Nacht Admiralspalast, copypaste von nächtlicher Message an Ilka (u. Max) auf Frage „Wo warst du“.
„(…) die ersten beiden Stunden brav eingeklemmt auf Platz 53 im oberen Rang, Reihe 1, dann entdeckt, dass der rechte Rang fast leer war, mit Freundin Ina raus, Pipi machen, Rotwein holen und dann in den fast leeren Rang und abgetanzt! da konnte man tanzen! …. habe… immer wieder im Parkett unten die Reihen nach deiner blonden Löwenmähne gescannt und dich / euch nicht entdeckt – wo wart Ihr? Bin eben nach Hause gekommen, wir waren noch zu zweit in einer Bar in der Dorotheenstr. wo ich mich ein wenig danebenbenommen habe, weil aufgeregt, dass der Bartender meine kleine Zigarettenschachtel für Müll gehalten hat, der weg kann, ich divenhafter Abgang nach draußen, geraucht und auf Freundin Ina gewartet, die noch ihren Wein austrinken wollte i(…), dann weiter in die Auguststr. in die Bar vom Paulysaal, (…) Ich fand heute Abend einige Sachen sehr anrührend, nicht durchgängig – ich mochte Alexander Scheer sehr, auch „der Traum ist aus“ von Marianne und ihre Erzählungen, und die Tagebuchlesung von Harfouch, von der ich zwar kein Riesenfan bin, aber von Rios Eintragungen. Die haben mich so gerührt, ich hätte fast geheult. Und die Neuauflage der Scherben mochte ich auch, der Keyboarder* hatte ja wirklich den Duktus von Rio drauf beim Singen. Und Alexander Hacke mit „Jenseits von Eden“ da habe ich auch getanzt. Waren schon schöne Momente. Und Heike immer wieder am Bass – wusste ich vorher gar nicht! Wenn man Corny Littmann und den anderen nicht so sehr angemerkt hätte, dass sie offensichtlich vertraglich verpflichtet wurden, alle 120 Sekunden diese „Black Box“ zu erwähnen, wäre es noch schöner gewesen. Das hatte schon was vonTeleshopping und man merkte, dass sich die Künstler auch nicht so richtig wohl damit fühlen, diese Verkaufsmasche abzuarbeiten. (…) ich wurde – wie wohl alle – mit einer Taschenuntersuchung behelligt, was dazu führte, dass meine Kamera exhumiert werden musste, und an einem Tresen, mit Nummer auf einem Papierschnipsel in Sicherheitsverwahrung kam, denn „Profikameras“ sind nicht erlaubt. haha. Nun ja. Aber es ist ja sichergestellt, dass ca. 50 smartphones mitgefilmt und geknipst haben. Also wenn jemand nach Erinnerungsbildern des Abends sucht – ab morgen auf youtube und instagram. Aber nicht bei mir. Hat auch den Vorteil, dass nicht noch ein weiterer Stapel von Bildern in meiner Warteschleife landet. Hätte aber zum Teil einen schönen Winkel gehabt, besonders in der zweiten Hälfte. Na ja, hat nicht sollen sein. Also noch strengeres Regiment als in der Bar jeder Vernunft, wo mir zumindest die Kamera nicht abgenommen wurde, ich demzufolge subversiv aus der Hüfte paparazzen konnte. Wenn auch aus sehr eingeschränktem Winkel. (…) Ich fand, die Tontechniker haben sich nicht mit Ruhm bekleckert, das war dermaßen laut, vor allem die Gitarren, dass ich mir ein Tempotaschentuch zerrissen habe und die Schnipsel in die Ohren gestopft. So ging es einigermaßen!
*Lukas McNally

(smarte Fon-Fotos No. 1 – No. 5 von Ina)

04. November 2016


Das hier ist eine ganz typische Geste von Rakete. Der Direktor. Der behutsame Dirigent. Unaufgeregt, zielgerichtet und bestimmt. Ganz ruhig, mit der ihm eigenen Autorität. Das wäre die Geste, die er bei Robert Lembkes ‚Was bin ich‘ machen müsste, wenn es die Sendung noch gäbe.

04. November 2016


Rakete hört Wolf Wondratschek zu. Ich finde ja Portraits mit inszenierter Denkerpose ganz fürchterlich. Wenn dieselbe Geste, wie hier, aus einem natürlichen Bewegungsablauf kommt, als originärer Ausdruck, mag ich es. Ein feiner Unterschied. Mir ist alles Aufgesetzte und Affektierte zuwider. Es sei denn, es handelt sich um eine unverholen theatralische Inszenierung.

04. November 2016


Apropos Rakete. Kein Pokerface. Denkt in dem Moment darüber nach, was ihm zu Vivian Maiers paparazzter Straßenfotografie einfällt. Ich sagte ihm, dass ihre Kamera diese diskrete Vorgehensweise erlaubte, die doppeläugige Rolleiflex, mit der man das fokussierte Motiv mit nach untem geneigtem Kopf kontrolliert. Eine völlig andere Situation, als die Waffe auf Augenhöhe zu halten und jemanden abzuschie…ßen. Die offenkundige Bedrohung bleibt aus. Ich weiß genau wovon ich rede. Und dass das ja nun auch digital möglich ist. In diesem Moment habe ich diese Aufnahme gemacht. Rakete war ein bißchen irritiert von dem Vorgang, weil er nicht über Display fokussiert. Das war bei c/o. Sein Freund Peter Lindbergh war da und er wartete auf das Ende der Signierstunde(n), um dann später mit ihm und Freunden wie Gero von Boehm und dem Verleger Lothar Schirmer weiter in die Paris Bar zu ziehen. Lothar Schirmer hatte mich immer wieder von der Seite angequatscht, ich wusste gar nicht, wer das ist. Erst später zuhause, nachdem ich ihn gegoogelt hatte. Passiert mir öfter, dergleichen.

03. November 2016


Pokerface. Nicht ganz. Man sieht die Hintergedanken, den Subtext im Hirn. Er ist nicht nur bei seinem Gesprächspartner, sondern gleichzeitig in seinem eigenen Film, den er nicht offenbart. Man weiß nicht genau, wie der Plot ist, aber könnte sich auf die Situation des gesehen und beobachtet Werdens beziehen. Nicht mein Fall. Interessant war die Anmerkung, dass für das Covershooting für seine erste… Platte die Wahl auf Rakete fiel, weil man sich davon Bilder versprach, die ihn ‚kerniger‘ wirken lassen. Hat auch funktioniert. Auch auf meinen Bildern. Er wirkt durchweg viriler auf den Fotografien als leibhaftig, in der Bewegung. Das Zusammenspiel von Mimik und Gestik wirkt von der Energie her eher weich, spannungsarm. Die Spannung wird künstlich hergestellt. Auch ablesbar an etwas ungelenk, nicht ganz flüssig wirkenden, betont dynamischen Handbewegungen, oder dem in Cowboymanier betont lässig übergeschlagenen Bein. Er ist nicht völlig unsympathisch, das nicht, aber mit diesen aufgesetzten Details für mich völlig uninteressant. Nicht nur als Mann. Man scannt sehr schnell, was einem da möglich erscheint. Eine Frage von Sekunden. Till Brönner heißt der Mann.

03. November 2016

Herrlich – im wahrsten Sinne des Wortes:

„Generell gilt: abends ist ein dunkler Anzug ein Muss!“
„Smoking Regeln für Gentlemen: Die sehr smarten Ensembles à la James Bond sind durch ein wieder kultivierteres Bewusstsein der aktuellen Mode heutzutage immer häufiger zu sehen und avancieren wieder zu einem Muss im Schrank e…ines jeden stilsicheren, trendbewussten Gentleman“
„Der Rollkragenpullover: verboten, überall dort, wo strenge Etikette herrscht oder wenn Sie nicht Leonard Bernstein sind.“
„Als Schuhe sind nur Lackschuhe ohne Schnürung oder glatte Kalbslederschuhe mit schwarzer Schleife gestattet.
Achtung: keine normalen oder robusten Straßenschuhe!!“
„Geschenke – Für die Gastgeber/in – Bringen Sie nie Praktisches mit! Das könnte peinliche Anspielungen auf mangelnde Kochkünste, Handwerkskünste oder ähnliches andeuten!“
„Der Dame: stets gerne Blumen (NIE Nelken oder Lilien = Friedhofsblumen)!“
„Dem Herrn: eine gute Flasche Wein – Rotwein im Herbst und Winter, Weißwein im Frühjahr und Sommer.“
„Demnächst erfahren Sie hier mehr zu den Themen:
Duzen oder Nicht? Wie lehnt man ein Du ab? Kann man ein Du wieder zurücknehmen?“
„Ein Hauch von Dekadenz: „Frühstück mit Stil“. Kein „fliegender Kaffee“ – stattdessen Porzellan und seidener Morgenrock – wie ein Gentleman einen Tag stilvoll beginnt!“
„Tabak – zum Geleit! Zigarren, Zigaretten und Pfeifen – wieder en vogue.“
· Und vieles mehr

Bleiben Sie dran!

03. November 2016


Erzähl mir nichts? Doch, ich erzähle euch was. Wieso ich manche Bilder, viele Bilder, diese vielen Bilder erst sechs Wochen nachdem sie entstanden, veröffentliche. Darum: ich dachte mir nämlich, dass mir die Zuneigung der Protagonisten nicht sofort abhanden kommt, wenn ich die Bilder nicht im Handumdrehen aus dem Ärmel schüttle. Bei anderen bin ich mir da nicht so sicher. Das ist ein Kompliment. Für die wunderbaren Menschen, die in diesem ziemlich umfangreichen Album zu sehen sind. Drei davon muss ich unbedingt namentlich nennen. Es sind Phyllis Kiehl, die ich liebe und verehre, und Sebastian Rogler, einer der Menschen, die mein Herz über dieses wundersame Internet erreicht haben, und sich auch in der dritten Dimension als Bereicherung erwiesen haben, und last but not least Alban Nikolai Herbst, für den beides gilt, was ich eben erklärt habe. Ganz wunderbare Menschen. Deshalb müssen Sie bitte auch Verständnis haben, dass die drei häufiger als die anderen Beteiligten dieses schönen Abends in der Galerie Nord in dieser Strecke auftauchen. Ich muss gestehen, ich war bei der Fülle auch an der Grenze, noch zu beurteilen, was kann weg, was ist redundant, was ist doppelt und dreifach. Sehen Sie es als einen Einblick in mein virtuelles backup, mehr oder weniger unkuratierter Content. Insofern exclusiv. Viel Vergnügen. Und auch Danke allen anderen, dem Suppenkoch Uwe Schäfer, dem Kinderklavierspieler Adrian Rovatkay, Martina Altschäfer und unserer musikalischen Performancekünstlerin, der ich eine ganz eigene Strecke gewidmet habe, Catherine Lorent. Merci bien.

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02. November 2016

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Hans Werner Olm, Felix Bodner, Lucas Schneider, Daniel Tutschek und Fabian Balgenorth am Bass und Maria Schuster am Mikro, neulich im Rickenbackers. Locations wie das Rickenbackers, mit sehr viel Dekoration und Gedöns im Hintergrund und noch dazu Schummerbeleuchtung und bunter Lichtorgel stellen eine fotografische Herausforderung dar. Aber ich sehe das sportlich. Je mehr Kraut und Rüben das Drumherum, umso größer ist mein Ehrgeiz, halbwegs elegante Perspektiven zu errwischen. Habe ja Übung.

01. November 2016



»Das aktive Moment der Kreation ist weder die Arbeit selbst, noch das vorherige Skizzieren, sondern der Augenblick, in dem das Unbewusste ohne unser Zutun an die Oberfläche steigt. Die Wahrheit ist das, was sich unserem Willen und unserer Kontrolle entzieht.«

Hans Richter

29. Oktober 2016


OMG. Keine Photos bitte. Das ist glücklicherweise ein Satz den ich von Maria noch nie gehört habe. Höchstens mal im Nachhinein und dann aus nachvollziehbarem Grund. Nicht weil die Bilder so miserabel waren. Vielmehr in gewisser Weise zu schön. Ja, das gibt es. Sie weiß gar nicht, wie schön, aber egal. Also habe ich jetzt einen kleinen (sehr kleinen) Safe mit sehr schönen Aufnahmen. Auch ein paar Videos. Die werden nicht verarbeitet, nicht veröffentlicht, gar nichts. Aber auch nicht vernichtet. Vielleicht kennen wir uns in zwanzig Jahren ja immer noch und dann heißt es „Sag mal, hast du eigentlich noch diese Aufnahmen von damals, du weißt schon…? Ich wollte sie ja nie sehen – aber jetzt ist das ja alles lange her, wäre vielleicht doch mal interessant.“ Und dann sage ich: „Klar, Maria, du glaubst doch nicht, dass ich die schönsten Filmsequenzen, die ich möglicherweise überhaupt je von deinem Gesang gemacht habe, wegwerfe?“ Und dann wird sie ganz breit grinsen und sich freuen wie ein Kind. Dereinst. Dieses Bild da unten ist natürlich nicht aus der Giftschrank-Serie sondern von einem Auftritt im Rickenbackers, neulich mit der Band von H. W. Olm. Er hat sich verspielt.

29. Oktober 2016


Verrückte Welt. Vorgestern schreibt mich eine Arda auf englisch über flickr an, entschuldigt sich, dass sie mich behelligt, und fragt, ob ich ihr diesen Gürtel verkaufe. Sie könnte bis zu 800 Euro dafür bezahlen. Ich möchte das gute Stück gerne behalten und bin gerade auch nicht verschuldet, also wird nichts aus dem Geschäftsangebot. Aber es beschäftigt mich nun, ob ich nicht künftig doch eher Sac…hen von sehr bekannten Designern kaufen sollte, als wie bisher nach Lust und Laune und Gefallen, ungeachtet des Labels. Das Ding ist von Dolce & Gabbana und die Logo-Initialen sind auf der Schließe eingeprägt. Ich habe ja schön öfter mal gehört, dass sich Stücke aus der Haute Couture und von Labels wie Chanel und Dior zum Teil mit Wertsteigerung verkaufen lassen. Jedenfalls hat der Gürtel bei weitem nicht 800 Euro gekostet. Er ist aus dem KaDeWe und war als ich ihn entdeckte, reduziert von ca. 450 auf 220 Euro. Muss das Ding mal wieder anziehen. Ist auf jeden Fall ein Hingucker. Als ich ihn 2008 zum ersten mal bei der Eröffnung einer Galerie anhatte, verfolgte mich André Rival mit seiner Kamera, da wusste ich noch gar nicht, wer der lustige Mann mit dem Fotoapparat ist. Er schickte es mir später, so bin ich stolze Besitzerin einer Fotografie von Rival mit mir drauf, ohne ihn dafür bezahlt zu haben. Habe ich sicher dem Gürtel zu verdanken. Den kann ich doch gar nicht verkaufen.

29. Oktober 2016


amüsiere mich gerade über das alte Foto von Onkel Wolfgang. Normalerweise googelt man ja keine Bilder von der Verwandtschaft. Also ich jedenfalls nicht. Ich nehme mal an, er hat unterwegs auf Tour auch so einiges mitgenommen. Ich glaube, die waren damals auch im Westen mit der Günther Fischer Band. Irgendwas war da. Jedenfalls wusste die ganze Familie, dass das Telefon abgehört wird. Das war Standard. Big News. Und dann ist ja auch noch sein Sohn, der gute Michael vor Mauerfall in den Westen geflüchtet, er wollte einfach die Welt sehen. Und das erste was er gemacht hat, war sich Cannes und Nizza anzuschauen. Südfrankreich hatte es ihm angetan. Ich glaube, er lebt jetzt in irgendeinem anderen Land. War es die Schweiz? Oder Kanada? Ich merke mir das alles auch nicht, was mir meine Mutter da immer am Telefon erzählt. Eben Geschichten aus der Verwandtschaft. Kennt man ja.

28. Oktober 2016

Meine Superlative kommen von Herzen. Aus Opportunismus unterläuft mir kein ‚toll super grandios genial, ich habe geweint.“ Anderen schon. Kommt mir jedenfalls so vor. Bei grundlegender Sympathie halte ich immer Ausschau nach dem Potenzial. Den Stärken lobhudeln. Wenn sich Selbstvertrauen entfaltet, ist das eine hervorragende Basis für überragende Performance. Die eigene Stärke spüren, empfinden und dann frontal übertragen. Man muss ergriffen von sich selbst sein, von der Musik. Von sich als Instrument. Das man allerdings auch virtuos spielen können muss. Dann überträgt sich die Magie, die man selbst empfindet. Da fängt die wirkliche Kunst an und da hört die ‚Kleinkunst‘ (böses Wort, aber mitunter halt leider doch passend) auf. Wenn das Klappern und Gebrabbel aufhört. Der Atem stockt. Und sich alles verbindet.

28. Oktober 2016

unermüdlich – – – (fast) und nachtaktiv. und sogar bei Tag. Wo soll das hinführen. In welchen Olymp – – – ? Irgendwann eine Scheu bekommen, noch mehr zu materialisieren. Neulich erzählte mir eine Frau vom Erbe ihres Vaters. Bilder über Bilder. Gemalte. Zeichnungen. Blätter. Leinwände. Uferlos. Aber nicht museumsreif. Dilettantismus heißt ursprünglich übrigens nicht Unzulänglichkeit sondern sinngemäß Liebhaberei. Sich ergötzen. Erfreuen. Sie weiß nicht, wohin mit all den Bildern, will ihre eigenen Räume auch nicht zukacheln mit den Werken des Vaters. Und doch scheint sie das Erbe sehr zu würdigen, denn sie hat vieles aufgehängt. Aber wohin mit all dem anderen…. Man sollte sich doch zu Lebzeiten einen Plan machen und es in der Welt unterbringen. Irgendwann…. Ich hätte ja sehr gerne ein Gaga Nielsen-Museum. In einer alten Villa in Berlin. Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Und natürlich ein Ehrengrab. (Falls ich das noch nicht erwähnt haben sollte.)

28. Oktober 2016

“A man should learn to detect and watch that gleam of light which flashes across his mind from within, more than the lustre of the firmament of bards and sages. Yet he dismisses without notice his thought, because it is his. In every work of genius we recognize our own rejected thoughts: they come back to us with a certain alienated majesty.”
Ralph Waldo Emerson

27. Oktober 2016

“All photographs are memento mori. To take a photograph is to participate in another person’s mortality, vulnerability, mutability. Precisely by slicing out this moment and freezing it, all photographs testify to time’s relentless melt.”
Susan Sontag

27. Oktober 2016

Manne Krug ist tot – wie schade. Ich habe Liebling Kreuzberg geliebt und fand es ziemlich cool, dass (m)ein Onkel (über Eck – geschiedener Schwiegersohn der Treptower Cousine meines Vaters), der Jazz-Drummer Wolfgang ‚Zicke‘ Schneider mit ihm auf Tour war und in der Sauna. („und in den Siebzigern ‚zentrale Platten‘ aufnahm“, wie es im Wikipedia-Eintrag von Wolfgang so schön heißt) Also damals, in Ostberlin. Diese Szene um Günther Fischer. Da es zu Mauerzeiten intensiven Briefkontakt gab und nach Mauerfall viele Besuche, wurde familiär öfter mal aus dem Nähkästchen geplaudert. Aber immer respektvoll. Ich fand ihn auch ganz sexy. Also jetzt nicht meinen Onkel und auch nicht Günther, sondern Manfred. Farewell.

27. Oktober 2016


Genpool. 25 Prozent Alma, 25 Prozent André, 25 Prozent Anna, 25 Prozent Rudolf (?). Oder verteilt sich das anders? Ich habe den Eindruck, dass Merkmale der Großeltern oft offensichtlicher durchschlagen, als Merkmale der Eltern. Kann mich aber irren. Wobei ich eher wenig Verbindung zu meiner Großmutter väterlicherseits, Anna, spürte. Obwohl wir im selben Haus lebten. Ich glaube, ich habe die Langlebigkeit von meinem Großvater Rudolf mitbekommen, ein groß gewachsener Mann, immer in Bewegung. Ich kann mir nicht vorstellen, an einer langwierigen oder womöglich vorzeitigen Erkrankung das Zeitliche zu segnen. Eher trifft mich der Schlag. Ich habe mich früher sehr intensiv mit Astrologie befasst. Die Fachliteratur meint, es sei eine Korrelation zwischen Mars-Positon und Todesart zu beobachten. Ich habe den Mars im Skorpion. Das bedeutet traditionell ein Maximum an körperlicher Energie und die Gefahr von zu impulsiver Energieentladung, wenn die sonst stark praktizierte Kontrolle aufgehoben wird. Passiert aber selten und wenn, bewusst kontrolliert. Mars im Skorpion neigt zu Tod durch äußere Gewalteinwirkung, Unfall bzw. unerwartet, sehr plötzlich. Ich schneide mich aber öfter mal ins eigene Fleisch. Nicht nur metaphorisch. Beim Kochen oder Hantieren mit scharfen Instrumenten. An Ampeln, wo die Straßenbahn fährt, bleibe ich diszipliniert stehen, obwohl ich sonst pragmatisch entscheide, auch bei Rot über die Straße zu gehen. Mich hat fast einmal eine Straßenbahn am Hackeschen Markt erwischt. Vollbremsung. Mir tat der Fahrer wahnsinnig leid, der hatte so einen Schreck. Ich auch. Seitdem bin ich da sehr vorsichtig. Das wäre kein Tod nach meinem Geschmack. Ich hoffe, ich werde sehr alt und schlafe dann einfach plötzlich ein. Jupiter im achten Haus. Ein leichter Tod. Hoffe ich sehr. Ich habe auch keine Angst davor. Das letzte Abenteuer.

26. Oktober 2016



Alma, 1931 und 1932. Siebzehn Jahre alt. Die Mama meiner Mama, als sie André kennenlernte. Meine Mama war ein Wunschkind, das sieben Jahre auf sich warten ließ. Ich habe meine Oma Alma sehr geliebt. Sie hat viel gelacht und mich gerne zum Lachen gebracht. Und am liebsten Zarah-Leander-Lieder gesungen. YES SIR. Und ‚Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen‘. Meinen Großvater André habe ich nie kennengelernt, nur durch Erzählungen. Meine Mama sagt, dass sie glaubt, dass ich meine Talente von ihm habe. Er hat auch gemalt und Bilder mit tanzenden Elfen gestickt. Er starb, bevor mein Bruder 1964 geboren wurde, mit nur 54 Jahren, der Krieg hatte ihn sehr mitgenommen, er hatte ein Bein in der Schlacht von Sedan in Frankreich verloren, am 1. und 2. September 1940. Ich wurde fünfundzwanzig Jahre später, am ersten September geboren. Ich hätte ihn gerne gekannt. Aber eigentlich habe ich das auch. Durch die vielen liebevollen Erzählungen meiner Mama und meiner Oma Alma. Sie hat ihn sehr geliebt. Und er sie. Und manchmal glaube ich, dass sie mich beschützt. ~ ~ http://gaga.twoday.net/stories/822959 ~ ~

25. Oktober 2016

Hoppla da bin ja ich. Ist so ein 360-Grad-Foto, ich bin zwei Stühle weiter rechter Hand von Patrice Bouédibéla. Im ‚veganen‘ Ozelot mit Kamera. Linker Hand von ihm sitzt übrigens Marusha, falls sich noch jemand erinnert.

25. Oktober 2016


Der Satz, den ich am häufigsten höre, geht so: „Hast du Fotos gemacht? Hast du deine Kamera überhaupt dabei? Ich habe dich gar nicht gesehen.“ Kann man unbemerkt so ein Foto machen? Scheinbar ja. Na ja, ich trage ja auch gerne schwarz und es ist oft dunkel. Elisabeth King aus K̶̶a̶̶n̶̶a̶̶d̶̶a̶̶̶, Florida, Pianistin.

24. Oktober 2016

Hin und wieder muss ich etwas Grundsätzliches auffrischen. So sehr es mich freut, dass jemand meine Fotografien mag und gerne atmosphärische Aufnahmen von sich hätte. Ich bin nicht käuflich und agiere nicht auf Abruf. Ganz selten gehe ich geringfügige Kompromisse ein, aus freundschaftlicher Gefälligkeit, aber nicht bedingungslos. Am Ende entscheidet immer noch die Anziehungskraft des Szenarios und der einzelnen Protagonisten, wer in welchem Ausmaß stattfindet. Wer damit ein Problem hat, muss sich einen der vielen abrufbereiten Fotodienstleister einladen. So lange ich aus freien Stücken agiere, entscheide ich und niemand sonst, wer im Fokus ist. Ich verstehe natürlich den Wunsch, fokussiert zu werden – but you can’t always get what you want. Ich habe zu früheren Zeiten nach Auftrag agiert und mir diktieren lassen, wer stattzufinden hat. Dabei wäre mir fast die Liebe zur Fotografie abhanden gekommen. Und das wäre doch schade. Sogar sehr. Es ist keineswegs so, dass ich danach lechze, jegliche Bühnenperfomances fotografisch zu dokumentieren. Genauer genommen, ist es durchaus als Ehre zu verstehen, wenn ich mich irgendwohin bewege und die Kamera in die Hand nehme. Just for the record. Danke für die Aufmerksamkeit.

22. Oktober 2016


https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Ich denke, man sieht schon an der Auswahl der Bilder, wer mir gestern sympathischer war. Die Sitzpose von Til Brönner war mir zu aufgesetzt, aber sie macht sich überraschend gut auf dem Foto. Mir ist gestern wieder aufgefallen, wie ausschlaggebend (u. a.) die Körperspannung dafür ist, ob ich jemanden attraktiv oder unattraktiv finde. Ich fand Till Brönner gestern – erotisch gesehen – so interessant wie seine Musik (gar nicht). Olaf Heine dagegen sehr anziehend mit seinen unaffektierten, zielgerichteten Gesten. Nur der dicke Ehering hat ein klein wenig das Bild beeinträchtigt. Sehr sympathischer Mann. Und großartiger Fotograf.

21. Oktober 2016


Das hier ist das am häufigsten abgerufene Bild in meinem flickr account, achttausendfünfhundert Zugriffe. Ich mag die drei ja auch sehr. Das Muschi Obermaier gibt es leider nicht mehr. Und Jimi auch nicht. Aber Uschi und Keith. Wobei wir uns darauf einstellen werden müssen, dass uns Uschi vor Keith verlassen wird. Denn wie hat doch neulich ein Freund sehr richtig angemahnt: „Wir müssen darauf achten, welche Erde wir Keith Richards hinterlassen“.

21. Oktober 2016


Heute Abend um halbacht im nhow, Finissage von Olaf Heines ‚Do not disturb‚. Wahnsinnig lange Laufzeit für eine Ausstellung, über ein halbes Jahr, seit April. Er hängt da aber auch zu schön mit seinen wunderbaren Musikerportraits. Er setzt sich heute Abend mit Till Brönner zum artist talk aufs Podium. Brönner interessiert mich mehr als Fotograf, als aufgrund seiner musikalischen Aktivitäten. Seine Musik ist mir zu glatt und geschniegelt und zu berechenbar. Da fehlt komplett die Schaufel Dreck, die mich interessiert. Aber er macht phantastische Musikerportraits, die unter privilegierten Bedingungen entstehen, insofern, dass er als Vertrauter fotografiert. Genau das, was mich auch interessiert. Und ganz nebenbei finde ich sowohl Olaf Heine als auch Brönner durchaus fotogen und nicht unsexy. Gründe genug, da hinzugehen. Abgesehen davon, dass sich im nhow immer ein sehr interessantes, außerordentlich musikaffines Publikum einfindet und es eine überaus schöne Location ist. Und der Rotwein ist auch gut.
(Und alle anderen gehen heute Abend bitte ins BKA zu Hedwig!)

20. Oktober 2016


Ich war gestern Abend bei ‚Hedwig‚ im BKA. Kannte das Stück nicht. Es war von der ersten bis zur letzte Minute furios. Sven Ratzke ist eine Naturgewalt. An seiner Seite Maria Schuster und eine geile (noch dazu extrem gutaussehende) Band. Wenn jemand eine Stimmfarbe zwischen Iggy Pop und David Bowie hat, gehe ich sowieso in die Knie. Absolut großartige Performance, keine Sekunde langweilig. Es rockt ohne Ende. Ist ja auch ein ‚Rockmusical‘. Ich bin ja sonst eigentlich allergisch auf „Musical“ und theatermäßige Gesangsdarbietungen, aber das ist eine komplett andere Liga. Unbedingt hingehen. Noch heute und morgen Abend im BKA und dann noch mal drei Tage im November, ansonsten auf Tour in Hamburg. An meinem Tisch waren fünf junge Frauen, die das Stück schon am Broadway und in Linz und sonstwo gesehen hatten, sie pilgern zu den verschiedenen Inszenierungen. Seit Jahren. Sie waren völlig begeistert. Das war gestern eines meiner Konzert-Highlights 2016. Neben Blixa Bargeld und Teho Teardo und Tom Adams. Und Alexander Hacke und Danielle de Picciotto. Und Pharoah Chromium. Es gab auch noch andere großartige Momente bei Konzerten, Little Annie war auch ein Erlebnis, gesanglich aber nicht so durchgängig. Mit Maria hatte ich sowieso schöne Momente, nicht nur musikalisch. Karl Neukauf im Grünen Salon mit „Einzig und allein“ allein am Flügel, war ein unerwartetes Aha-Erlebnis. Ich weiß noch, wie Doro und ich uns ansahen. Großartige Momente auch bei der einen oder anderen Coverband, ich will da nichts unter den Teppich kehren. Oder Buzzdee und Romain bei der Open Stage im Blackland. Aber Hedwig gehört ganz nach oben auf der Treppe der Musikperformances. Selbstverständlich Bilder gemacht. Und gefilmt. Als wir uns nach der Show an der Bar trafen, und mich Maria Sven und der Rockband vorstellte, hatte ich noch mehr zu verarbeiten als ohnehin schon. Die sehen ja privat komplett anders aus. Natürlich auch gut, aber völlig andere Frisuren. Und wie sich Maria über mein ungläubiges Gesicht amüsierte. Besonders der Bassist hatte es mir angetan, mit seinem rockigen Bülent Ceylan-Style. Die schönen langen Haare waren weg. Die kajalumrandeten Augen jungfräulich. Oder der Gitarrist – oder war es der Keyboarder. Statt Rockermatte ein sehr cooler Undercut. Frisuren sind einfach unheimlich wichtig. Wer etwas anderes behauptet, lügt. Wir haben dann noch eine Bio-Currywurst mit Pommes nebenan bei Curry 36 verdrückt und dann heim nach Mitte. Ohne Alkoholexzess. Nur zwei Jever und das halbe Bier von Maria. War ein wirklich schöner Abend. Danke, Hedwig. Danke, Maria.

18. Oktober 2016

Nächtliche Message (Fragmente)
„(…) Termin am Nachmittag abgesagt und mich versucht vom Kater zu kurieren, ging so na ja – bin dann hastig aus der Wohnungstür, hab sie mit innen steckendem Schlüssel zugeschlagen, unkonzentriert, und wusste, ich muss nach dem Konzert den Zweitschlüssel holen. Auf den letzten Drücker mit einem Taxi zur Bar jeder Vernunft, kurz vor Beginn da gewesen, Ticket geholt, ein Ansager verkündet strikt, dass Fotografieren untersagt ist. Ich dachte, für mich gilt das nicht, weil man mich ja gebeten hatte, ob ich fotografieren könnte. Eigentlich hatte mich das Konzert nicht so brennend interessiert, auch fotografisch nicht, war eher ein Gefallen und für gratis Eintritt ok. Ich habe also ein paar Bilder zu Anfang geschossen und als ich den Ansager sah, ging ich offensiv auf ihn zu, um ihm zu sagen, dass ich es auf Wunsch der Künstler mache – hat ihn nicht interessiert, da müsste eine Fotografier-Erlaubnis vorher beantragt werden. Laber laber. Bin dann in eine versteckte Nische, wo auch Hans Rohe saß und Moritz, der Booker. Konnte mit meinem schwenkbaren Display diskret weiterfotografieren. (…) Trotzdem was rausgeholt, auch eine Filmsequenz, irgendeine Bob-Dylan-Nummer, na ja. Nach dem Auftrittsende kommt Dziuk an mir vorbei, begrüßt mich sehr herzlich – eigentlich unerwartet – ich kenn ihn ja nur von ein paar Mails, als ich ihm einen link zur Strecke im April geschickt hatte. Erzähl ihm von dem Verbot und meiner subversiven Vorgehensweise, freut sich wie Bolle und meint, da könnte man dann ja behaupten, das wären Bilder von woanders, wenn die so herumzicken. (…) Hole meinen Zweitschlüssel, fahre nach Hause, Schlüssel nützt nix, weil ich den anderen von innen drinnenstecken hatte, kann die Tür nicht öffnen. Zur Nachbarin, Schlüsseldienst gerufen, sagt 30 Minuten ca, ich sage ich warte unten im Hausflur, an der Tür. Setze mich auf den Boden, der kommt und kommt nicht, blättere meine Fotos durch, lösche (…). Nach über einer Stunde auf dem kalten Boden kommt der Mann. Es kam ein Notfall dazwischen, er konnte mich nicht erreichen, stillende Mutter hatte sich ausgesperrt, Baby auf dem Bett, Baby kann nicht unbetreut da ewig liegen, ist klar. Und jetzt bin ich gerade in meine Wohnung gekommen und fahre den Rechner nochmal hoch, Tapetenwechsel nach diesem Scheißtag. Und jetzt geh ich schlafen.“

14. Oktober 2016


David Biene, OFFSTAGE

In irgendeiner trunkenen Nacht Zweitausendacht zeigte Jan mir die Sevenstar Gallery, nur von draußen, sie war schon lange zu. Aber ich sah die rund gebogenen Neonröhren, die kein kaltes Licht sondern die Magie von Aureolen abstrahlten. Die Zeit und Vergänglichkeit atmenden Wände, mit der Schönheit der Fragmente des abgetragenen Putzes von mehreren Generationen Leben, in diesem alten Haus im Scheunenviertel, wo auch ich seit siebzehn Jahren in der Auguststraße lebe, nicht weit von der Gormannstraße Sieben, hier in Berlin Mitte. Und dann noch der Name. Ich mit meiner Vernarrtheit in die Sieben. Ich war sofort in diese Galerie verliebt. Das ist mir nie zuvor passiert. Und nie mehr später. Eigentlich habe ich nur noch ein ähnlich spontanes Heimatgefühl in der Newton Foundation empfunden. Orte, wo ich nichts erklären muss. Wo mich nichts stört oder befremdet. Zuhause. Daheim.

12. Oktober 2016

»Unsere Sache ist es, den Funken des Lichts festzuhalten, der aus dem Leben überall da hervorbricht, wo die Ewigkeit die Zeit berührt.«
Friedrich von Schiller

08. Oktober 2016


Große Freude vorgestern, den Galeristen Thorsten Heinze nach Jahren wiederzusehen. Immer noch von Herzen verbunden, durch einen Lichtstrahl, der keine Zeit kennt. Hat offenbar sogar die Kamera gesehen.

06. Oktober 2016

gehe ich heute Abend ̶e̶̶v̶̶e̶̶n̶̶t̶̶u̶̶e̶̶l̶̶l̶̶ ̶-̶ ̶̶w̶̶a̶̶h̶̶r̶̶s̶̶c̶̶h̶̶e̶̶i̶̶n̶̶l̶̶i̶̶c̶̶h̶̶ ̶-̶ ̶̶v̶̶i̶̶e̶̶l̶̶l̶̶e̶̶i̶̶c̶̶h̶̶t̶ hin – ist bei mir um die Ecke. Ewig nicht bei Sevenstar gewesen. Schönste Galerie in Berlin, unvergleichlich. David Biene fotografiert vor allem Musiker. In diesem Fall unmittelbar nach dem Auftritt vor einer Wand „OFFstage is a series of portraits shot in the moment after an artist steps away from his or her performance.“ Ab 19 Uhr, Gormann 7.

05. Oktober 2016


Sechzehndreiviertel. Ich im Juni 1982. Müsste Tagebücher ausgraben, um nachzulesen, was da genau war. Aber verliebt war ich sicher. In den letzten Zügen dieser Reihe. Ich setze diese Bilder ja immer auf den privateren Freunde-Status. Obgleich sie für einen durchaus nicht privaten Zweck gemacht wurden. Ich glaube, die besondere Qualität ist nichtsdestoweniger eine private. Ich suche beim Fotografieren immer eine private Qualität. Alles andere langweilt mich. Wenn Sie die Bilder betrachten, und nicht genau wissen, was vor sich ging, ist alles in Ordnung. Niemand muss alles wissen. Die Abwesenheit von Unwägbarkeit hat die Qualität von Wartehallen mit Neonlicht. Niemand liebt Wartehallen. Und niemand liebt Neonlicht.

04. Oktober 2016


Adrian v. Ribbentrop
»I’ve worked out a series of no’s. No to exquisite light, no to apparent compositions, no to the seduction of poses or narrative. And all those no’s force me to the “yes.” I have a white background. I have the person I’m interested in and the thing that happens between us.«
Richard Avedon

04. Oktober 2016

Das ist wahrer Ruhm, wenn Kalauer als Aphorismen gefeiert werden. „Es kommt bei einer Frau nicht nur auf Äußerlichkeiten an. Auch die Dessous sind wichtig.“. Andernorts: „Es kommt gewiss nicht bloß auf den Körper einer Frau an. Auch die Dessous sind wichtig.“ Der gute Karl hat da manches auf Lager. Mein lieber Schieber.