amüsiere mich gerade über das alte Foto von Onkel Wolfgang. Normalerweise googelt man ja keine Bilder von der Verwandtschaft. Also ich jedenfalls nicht. Ich nehme mal an, er hat unterwegs auf Tour auch so einiges mitgenommen. Ich glaube, die waren damals auch im Westen mit der Günther Fischer Band. Irgendwas war da. Jedenfalls wusste die ganze Familie, dass das Telefon abgehört wird. Das war Standard. Big News. Und dann ist ja auch noch sein Sohn, der gute Michael vor Mauerfall in den Westen geflüchtet, er wollte einfach die Welt sehen. Und das erste was er gemacht hat, war sich Cannes und Nizza anzuschauen. Südfrankreich hatte es ihm angetan. Ich glaube, er lebt jetzt in irgendeinem anderen Land. War es die Schweiz? Oder Kanada? Ich merke mir das alles auch nicht, was mir meine Mutter da immer am Telefon erzählt. Eben Geschichten aus der Verwandtschaft. Kennt man ja.

Eine Antwort auf „29. Oktober 2016

  1. [ fb-Komm. ~ 29.10.16 ] G. N.: ein aktuelleres Bild, eine Autogrammkarte, rechts Onkel Wolfgang, unterschreibt mit ‚Zicke S.‘

    Der gute Wolfgang hat für die letzte Platte von Manfred Krug mit Uschi Brüning nach vielen Jahren wieder für ihn Schlagzeug gespielt. Sie wollten ab Dezember auf Tour gehen. „80 Jahre Manfred Krug“ – jetzt steht bei den Konzertankündigungen „Wegen Todesfall leider abgesagt“. Im April 17 hätten sie im Ernst-Reuter-Saal in Berlin gespielt. Ich glaube, das wäre das letzte Konzert gewesen. Wikipedia „Wolfgang Schneider studierte an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Mitte der 1960er Jahre gehörte er mit Hartmut Behrsing, Hans Schätzke und Reinhard Lakomy zu den Dixieland All Stars Berlin. 1967 war er Gründungsmitglied des Quintetts von Günther Fischer (…)“ Kontext

    Hab gerade einen totalen Erinnerungs-Flashback…. denke an die ganzen Westpakete meiner Kindheit, die wir nach Treptow geschickt haben… mit Kaffee und Milka-Schokolade. Wolfgang brachte ja immer ‚Devisen‘ mit, wenn er von seinen Touren mit Günther Fischer zurückkam. Damit konnte die Ostberliner Familie dann in diesen Läden einkaufen – wie hießen die noch mal – – – wo es Westprodukte gab. Und Parfum brachte er immer mit. Kurz vor Mauerfall, im Juni 89 war ich zu Besuch in Ostberlin bei der Familie und sie zeigten mir Berlin Mitte – ich wohnte ja in Schöneberg – und im Badezimmer waren die Fläschchen mit West-Parfum, die ganzen Mitbringsel von Wolfgang…. und der Barmann meiner Stammkneipe in Schöneberg, der Domina-Bar in der Winterfeldtstraße, Mora Morenz – in den ich sehr verliebt war – er hatte eine Radiosendung, alle zwei Wochen und spielte, was ihm gefiel. So ein anarchischer Radiosender – Name entfallen – der spielte einmal einen Song von Manfred Krug – „Nacht, ich träume düster“ und ich war total von den Socken, dass dieser Mann, der alle Musik der Welt kannte und in der Dominabar Hilde Knef und die Beastie Boys und André Heller und Prince und Jimi Hendrix hintereinanderweg spielte, auch noch Manfred Krug als Sänger kannte. Da wurde mir sehr warm ums Herz. Noch wärmer als sowieso schon….

    C. M.: Intershop

    G. N.: exakt! Wenn ich dich nicht hätte!

    C. M.: Solange ich schneller als Google bin, habe ich eine Daseinsberechtigung;)

    G. N.: die hast du auch wenn du langsamer als google bist, mein Bester! Ach guck – Fischer hat auch die Filmmusik zu „Schöner Gigolo, armer Gigolo“ geschrieben. 1978. Das Regiedebüt von David Hemmings, in dem auch David Bowie mitgespielt hat. Und Marlene Dietrich in ihrer letzten Rolle… eine von vielen Filmmusiken… Die Musik zu Solo Sunny hat er auch komponiert, der gute Günther (das wusste ich aber schon).

    Lesenswerte Konzertkritik vom letzten Jahr… „(…) Manfred Krug liebte schon immer den schlagerhaften Jazz. Er singt ältere und neuere Lieder, oft englischen Originalen nachempfunden, mit deutschen Texten, die nicht gerade Bachmann-Preis-verdächtig sind“ äh ja. Ist aber dennoch kein böser Text.

    Noch ein Erinnerungsfetzen – 1979 ich Feuer und Flamme beim Konzert zu Nina Hagens Tour zu ihrer Debutplatte – für mich als dreizehneinhalbjährigem West-Teenie ein bislang unbeschriebenes Blatt – werde via Großtante im Osten aufgeklärt, dass es durchaus eine Vorgeschichte der Sängerin gibt, und sie bei ihren „Du-hast-den-Farbfilm-vergessen“-Auftritten auch das eine oder andere mal von Wolfgang an der Schießbude begleitet wurde. Ein guter Drummer wird halt überall gebraucht.

    Rangehen.

    Ich war beim Bums, da fiel er mir gleich auf:
    Wie er da langschlich, als wär‘ er allein da.
    Naklar, naklar der Typ war einfach süss.
    Da wollt ich ran, wollt mich mal schnell bemerkbar machen
    Rangehen rangehen
    Immer Schritt auf Schritt
    Und Schritt auf’n andern Schritt
    Immer ran
    Das geht ein, zwei, drei los! Ran! Rangehen!
    Mein Knie war weich, mein Kopf war heiss wie er
    Als er mich da so heftig anvisierte.
    Naklar, naklar, da musste was passieren,
    Denn die Musik war so danach, die war wie die hier
    Rangehen rangehen
    Immer Schritt auf Schritt
    Und Schritt auf’n andern Schritt
    Immer ran
    Das geht eins, zwei, drei los! Ran! Rangehen!
    Rangehen, rangehen!
    Wenn du scharf bist, musst du rangehen!
    Hingehen, hingehen!
    Dann ist alles gut, ist alles O.K. jeje
    Rangehen, rangehen!
    Wenn du scharf bist, nusst du rangehen!
    Hingehen hingehen!
    Dann ist alles gut, is alles O.K jeje?
    Ich stürtzte auf ihn los
    Er stürzte auf mich
    Wir stürzten aufeineander los. Unglaublich!
    Ich sagte „Sorry“ und „Ich heisse Rosi“.
    Er sagte „Rosie, sie gefällen mir so Sie!
    Rangehen, rangehen immer Schritt auf Schritt
    Und schritt auf’n andern Schritt immer ran, das geht ein, zwei, drei los!
    Rangehen
    Rangehen!
    Wenn du scharf bist, musst du rangehen
    Hingehen, hingehen
    Dann ist alles gut.
    Ist alles O.K. jeje
    Rangehen, rangehen!
    Wenn du scharf bist, muss du rangehen
    Hingehen, hingehen
    Dann ist alles gut, ist alles O.Keh?

    (geil. genial. immer noch – – -.)

    C. M.: und hiermit löse ich das Rätsel um den Vornamen meiner ältesten Tochter;)

    G. N.: oh really….?!!! C’mon – sweet…!

    C. M.: Yup!

    G. N.: hach…! ♥
    (…du Nachteule)

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