17. März 2018
D̶e̶̶s̶̶d̶̶e̶̶m̶̶o̶̶n̶a Alekto.
17. März 2018
17. März 2018
17. März 2018
17. März 2018
17. März 2018
Listening to Astrid North
17. März 2018
16. März 2018
Frau North, Frau Rutner, Frau Zeul
16. März 2018
15. März 2018
15. März 2018
15. März 2018
Maria Schuster
15. März 2018
15. März 2018
15. März 2018
14. März 2018
Hanni und Nanni
13. März 2018
Noch eins von Jenny, typisches Gaga-Nielsen-Foto halt! Jetzt mal gucken, was ich gestern in der Bar jeder Vernunft fabriziert habe, noch nicht dazu gekommen. Ich durfte tatsächlich fotografieren. Es gibt Zeichen und Wunder. Der Supervisor war sogar richtig nett zu mir und hat mir mehrere Plätze schmackhaft gemacht, von wo ich überall fotografieren könnte. Hinten rechts hatten wir auch einen schönen Tisch, mit Jenny und Fabian und Melli und Saskia. Ich habe mich aber durch das Zelt bewegt. Schon seltsam, wenn man einmal rigide davon abgehalten wurde und plötzlich ermuntert wird, sich frei zu entfalten. Natürlich ohne die Show zu beeinträchtigen, aber das ist ja mein Spezialgebiet. Die erste geglückte Rehabilitation in diesem Jahr. Wenn jetzt noch das Stones-Konzert im Olympiastadion schön wird, zeige ich mich offfen für weitere Wiedergutmachungen. An mir soll es nicht scheitern!
13. März 2018

Jenny, 10. März, Wabe
12. März 2018
Die zauberhafte Astrid North am letzten Samstag in der Wabe und heute Abend in der Bar jeder Vernunft. Maria ist auch da und singt! Und Johanna Zeul und und und. Freue mich sehr. Ich habe übrigens selten eine Bildstrecke gemacht, in der mir die Farbversion der Bilder ganz oft besser gefällt als s/w. Sehr schöne Lichtchoreographie zum Teil. Weiß nicht, ob kontrolliert und beabsichtigt. In einigen Läden wird das auch ein bißchen dem Zufall überlassen. Dann ist es halt Serendipity. Auch schön!
11. März 2018
mehr Bilder vom 8. März in der Wabe. mit Johanna Zeuls Lieblingsbühnentierinnen, Teil 2 feat. Bernadette La Hengst, einer begnadeten Straßenmusikerin aus London, deren Namen ich leider nicht behalten habe, Amalia Chikh und Maria mit Eine tochter. Wobei ich letztere, wie schon ausgiebig erklärt, nicht mehr sehen konnte, weil auf dem Weg zum zweiten Event im Quasimodo. Als ich gestern wieder da war und den Flyer sah, fiel mir auf, dass Judith auch auf dem Flyer war, obwohl gar nicht angekündigt, vielleicht hat sie mit Eine Tochter gespielt. Ich weiß es ja leider nicht. Gestern habe ich bedeutend mehr Bilder gemacht. Sehr, sehr viel mehr. Mit Jenny am Flügel und Nahaufnahmen von Astrid North und Saskia mit ihrer Ukulele, sie war der Überaschungsgast. Und auch sehr schöne Bilder von Johanna Zeuls einer kleinen Tochter am Schlagzeug. Entzückendes Kind. Ich hatte gestern – insprierit von Melli – eine Jacke aus schwarzem Paillettenstoff an. Als ich an der Kleinen vorbeiwollte, stelllte sie sich mir in den Weg, hob die Hände wie Goldmarie, die Sterntaler auffangen will, berührte vorsichtig mit ihren flachen Patschehändchen die Pailletten, strahlte mich an und juchzte „GLITZER….!“. Dann durfte ich weitergehen. War sehr schön, nicht nur diese kleine Episode.
10. März 2018
08. März 2018
Habe den kühnen Vorsatz gefasst, vor dem Release-Konzert im Quasimodo noch ein gutes Stündchen in der Wabe zu verbringen, wo Maria ab Acht mit eine tochter und anderen Damen spielt., u. a. Bernadette La Hengst. Um 21:15 muss ich dann aber weg und mit dem Taxi Richtung Quasimodo eilen, wo Ina auf mich wartet, ich hab unsere Tickets für Hackedepicciotto – Alexander Hacke & Danielle de Picciotto in der Tasche. Bin gespannt, auf alle Acts! Wer mich immer schon mal treffen wollte, hat heute Abend die Auswahl – Wabe oder Quasimodo. Oder beides! CU…! (?)
07. März 2018
Jemand Interesse, dass ich für morgen Hacke/de Picciotto im Quasimodo Tickets mitbringe? Ich hole gleich welche, Record Release! Das da, Ticket 22 Euro, bitte bis 17 Uhr um Rückmeldung! Die beiden sind grandios, Beginn 22 Uhr! Ina und ich sind auch da! Da steht 20 Uhr, das ist falsch, Einlass ist 20 Uhr, Showtime 22 Uhr! Im Quasimodo darf erst ab 22 Uhr live gespielt werden, damit der Kinobetrieb im Delphi nicht akustisch leidet!
04. März 2018
Hello Cowgirl in the sand

Maria Schuster, LOLA was here
02. März 2018
Bittere Bilanz!
fünfzehnter September 1965 Waldbühne
(Mick 22, Gaga fünfzehn Tage alt, nicht dabei gewesen, weil Baby und nicht in Berlin)
16. September 1970 Deutschlandhalle
(Mick 27, Gaga fünf, nicht dabei gewesen, weil zu klein und nicht in Berlin)
19. Oktober 1973 Deutschlandhalle
(Mick 30, Gaga acht, nicht dabei gewesen, weil zu klein und nicht in Berlin)
3. Mai 1976 Deutschlandhalle
(Mick 32, Gaga zehn, nicht dabei gewesen, weil zu klein und nicht in Berlin)
8. Juni 1982 Waldbühne
(Mick 38, Gaga sechzehn, nicht dabei gewesen, weil leider immer noch nicht in Berlin, sonst ganz bestimmt und unbedingt!)
6. Juni 1990 Olympiastadion
(Mick 46, Gaga vierundzwanzig, nicht dabei gewesen, obwohl seit vier Jahren in Berlin, weil keine Karten mehr gekriegt, geärgert!)
13. August 1990 Radrennbahn Weißensee (Steel Wheels/Urban Jungle)
(Mick 47, Gaga vierundzwanzig, dabei gewesen! FOS! Direkt an der Bühne! Weinende Ostberliner, war super!)
14. August 1990 Radrennbahn Weißensee
(Mick 47, Gaga vierundzwanzig, nicht dabei gewesen, weil schon am Tag vorher dabei)
17. August 1995 Olympiastadion (Voodoo Lounge)
(Mick 52, Gaga neunundzwanzig, dabei gewesen, Tribüne ganz weit weg, war gar nicht super, vor Ende gegangen, genervt!)
26. August 1998 Olympiastadion
(Mick 55, Gaga zweiunddreissig, nicht dabei gewesen, wegen Olympiastadion-Trauma von 1995)
10. September 1998 Waldbühne
(Mick 55, Gaga dreiunddreissig, nicht dabei gewesen, wegen Stadion-Trauma von 1995)
15. Juni 2003 Olympiastadion
(Mick 59, Gaga siebenunddreissig, nicht dabei gewesen, wegen Olympiastadion-Trauma von 1995)
21. Juli 2006 Olympiastadion
(Mick 63, Gaga vierzig, nicht dabei gewesen, wegen Olympiastadion-Trauma von 1995)
10. Juni 2014 Waldbühne
(Mick 70, Gaga achtundvierzig, nicht dabei gewesen, weil nicht weiter beachtet, immer noch Stadion-Trauma, siehe oben)
22. Juni 2018 Olympiastadion
(Mick 74, Gaga zweiundundsoweiter, dabei, weil mitgekriegt und entschieden Olympiastadion-Trauma von 1995 zu bearbeiten! Ticket für den Innenraum, schöpfe neue Hoffnung, erhoffe Heilung!)
01. März 2018
»Mick Jagger agreed to answer questions from BBC News website readers. Almost 1,800 questions were sent for the Rolling Stones legend. (…) Q: „Which is your favourite cover version of a Stones song?“ A: „I think Otis Redding’s Satisfaction has got to be in there. Aretha Franklin did a quite good version of Satisfaction as I recall as well. Erm, and then… after that I can’t remember“«
27. Februar 2018
27. Februar 2018
Michael Praetorius
Suite aus Tänzen (Bearbeitung für Bratschenensemble)
Benjamin James Dale
Introduktion und Andante für sechs Bratschen op. 5
York Bowen
Fantasia für vier Bratschen e-Moll op. 41 Nr. 1
Giuseppe Verdi
Ave Maria (Scala enigmatica) aus den Quattro pezzi sacri (Bearbeitung für Bratschenensemble)
Simonide Braconi
Back to the viola für zwölf Bratschen
Gioacchino Rossini
Ouvertüre zur Oper Der Barbier von Sevilla (Bearbeitung für acht Bratschen)
Giuseppe Verdi
Laudi alla vergine Maria aus den Quattro pezzi sacri (Bearbeitung für Bratschenensemble)
Kenneth Harding
Rondo Capriccio für sechs Bratschen
Max von Weinzierl
Nachtstück für vier Bratschen op. 34
Astor Piazzolla
Primavera porteña aus Las cuatro estaciones porteñas (Bearbeitung für Bratschenensemble)
Astor Piazzolla
Fuga y misterio aus María de Buenos Aires (Bearbeitung für Bratschenensemble)
Johann Strauß (Sohn)
Kaiserwalzer op. 437 (Bearbeitung für Bratschenensemble)
Zwölf Bratschisten der Berliner Philharmoniker spielen quer durch die Musikgeschichte, Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie. Virtuos wie erwartet. Schon richtig, Tonmitschnitte zu verbieten (die wären einfach zu gut und die Philharmoniker hätten nicht viel von der abseitigen Verwertung). Fotografieren ist auch nicht im Rahmen des Erwünschten, verstehe ich völlig. Vollkommen richtig. Die beiläufigen dreieinhalb Bilder, die ich hier zeige, hat meine Kamera ohne meine Erlaubnis gemacht. Sie ist in diesem pubertären Alter, wo man mitunter die Grenzen ausprobieren muss. Hat zum Glück keinen gestört. Ich fand es nicht so wünschenswert, dass meine Kamera unbedingt irgendein Erinnerungsbild mitnehmen musste. Man ist doch phantasie- und erinnerungsbegabt und kann sich auf die schönsten Momente besinnen. Das ist eine reine Übungssache. Niemand kann behaupten, dass es ein Foto braucht, um sich zu erinnern. Ich weiß, wovon ich rede. Und ich behaupte das, obwohl ich schon das eine oder andere Foto mit Hingabe gemacht habe. Wie meine Kamera. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm – wir sind eben doch verwandt. Und dennoch – – gibt es niemals Bilder von den schönsten Momenten. Dann würden sie nämlich nicht passieren. Außer man heißt Gustav Klimt. Dann schenkt man der Welt den Kuss, der in Wien im Belvedere hängt und seither auf drei Milliarden Kaffeetassen und Postkarten und Seidentüchern und Schatullen und Brillenetuis vervielfältigt wird., bis zum Ende aller Tage. Als stellvertretender Traum der Menschheit. An den man sich erinnern will, wenn man Kaffee trinkt, ein Halstuch bindet und die Brille aus dem Etui nimmt, weil man nicht mehr so gut sehen kann, wie damals bei diesem jenen ersten, zweiten oder zwölften Kuss.
24. Februar 2018
Lenny über Gustav. Eine ganz besonders schöne Episode vom 7. Februar 1960 der legendären „Young People’s Concerts“ mit Leonard Bernstein, anlässlich der Würdigung des 100. Geburtstags von Gustav Mahler, am 7. Juli 1960. „Who is Gustav Mahler?“
22. Februar 2018
Die Top-10-Zeitschriften mit der höchsten Reichweite, neue Bundesländer
1 Superillu
2 Guter Rat
3 Mini
4 B.Z. am Sonntag
5 AutoStraßenverkehr
6 Viel Spaß
7 mach mal Pause
8 Schöne Woche
9 Avanti
10 illu der Frau
[ Quelle ]
20. Februar 2018
Seven Star, siebter Februar. Albans Tag. Bob Rutman drittes mal. Der erste Abend später Nachmittag mit Doro. Zweiter mit Ina, wir verpassten den Anfang, das mutmaßlich Beste, die Passage mit den klagenden Lauten war bereits vorbei. Am dritten Abend, den ich Alban angetragen hatte, war dieser Part der Performance von Bob Rutman wieder gegen Ende. Das Publikum lachte ein weiteres mal auf fassungslose Art, Übersprungshandlung angesichts des Unglaublichen, nicht Einordenbaren. Als sei das Naheliegendste, komische Absicht zu vermuten, zumal Rutman sein dunkelwarmes diabolisches Grinsen dazu lieferte. Es war jedoch hörbar kein Klamauk, sondern geniale Instrumentierung von etwas Unbeschreiblichem, Gefürchteten. Fegefeuer in meinem Sinn. Danach fanden wir uns im hinteren Bereich an der Bar, in diesem zeitlos schönen Keller. Seven Star. Tranken Wein, rauchten. Sascha kam vorbei, die Treppe runter, ein guter Freund von Alban. Die Zigaretten gingen aus, ich holte Nachschub aus der Wohnung, wenig später kam auch noch Ina zu uns hinunter. In dieses zauberhaft entflammte Gewölbe, wo man vom ersten bis zum letzten Augenblick Miles Davis‘ Fahrstuhl zum Schafott zu hören meint. Kopfsteinpflaster, mitternachtsblau. (Ascenseur pour l’éch…)
19. Februar 2018
Das erste Bild da oben hab ich neulich beim Beatles-Konzert gemacht. So eine Beatgruppe, wird man eventuell noch viel davon hören. Ich fotografiere gerne Publikum. Die Leute auf der Bühne werden ja schon immer ausführlich von den anderen, den richtigen Fotografen fotografiert. Da möchte ich mich gar nicht in Konkurrenz begeben, Schuster bleib bei deinen Leisten! Ich habe an dem Abend auch Fotos von den Bühnenkünstlern gemacht, manche sogar ganz okay, aber als ich die Bilder für den Eintrag hier auswählte, gefielen mir die Bilder von der Bühne gar nicht am besten. Und darauf kommt es ja an, in so einem sterbenden, supersubjektiven Befindlichkeitsblog wie meinem, das sich in keinster Weise der Objektivität oder gar Neutralität verpflichtet fühlt. Nikko Weidemann wurde bestimmt schon schlechter eingefangen. Das ist der Mann mit der Glitzer-Augenklappe und dem Hut und der Gitarre. Sein Lied war auch ganz schön. Eine Coverversion, Titel vergessen, ein ganz bekannter Song. Dann war da noch Gisbert zu Knypshausen. Kann sein, dass ich den Namen nicht ganz korrekt getippt habe, da nicht gecopypastet, sondern freihändig, ohne Netz und doppelten Boden in die Tastatur gehauen. Er fiel mir im Backstage sympathisch auf. Nicht, dass ich im Backstage gewesen wäre. Ich gebe es ehrlich zu, ich könnte auch alles Mögliche einfach so behaupten, zutrauen würde man es mir. Schließlich habe ich es in meinem Leben schon in so manches Backstage gebracht (oder sagt man geschafft?). Wie auch immer. Als der – wie gesagt – sehr sympathische Gisbert usw. mit seinem Lied auftrat, fand ich es ganz nett, aber ich musste nicht direkt weinen. Das ist immer mein ultimatives Qualitätsmerkmal, dass ich anfange zu schlucken. Die Stimmfarbe ist auch nicht komplett so, dass ich superweiche Knie bekomme. Aber er ist eine ehrliche Haut. Ich freue mich, dass er Erfolg hat, wenn ich auch nicht direkt dazu beitrage. Sehr toll und animierend waren die drei Damen, die Backing Vocals gemacht haben, untermalt von aparten (fast!) synchronen Handbewegungen. Es hat mir schon gut gefallen. Jenny und ich haben alle Weine durchprobiert, und nachdem wir erst einmal oben auf der Raucheretage waren, auch fleißig sämtliche Aschenbecher benutzt. Es ist schön da, im Ballhaus in der Chausseesstraße, das Publikum durchweg unsere Generation, mit die Krone der Schöpfung (Barbara Schöne<3) . Letzten Endes waren Jenny und ich auch da, was nicht selbstverständlich war, denn die Valentinale, eine Veranstaltung aus der beliebten Reihe „Ein Hit ist ein Hit“, war abermals ausverkauft, aber der Mann am Eingang hat uns so einladend zugelächelt, als wir nach der Panikherz-Vorstellung etwa eine dreiviertel Stunde nach Beginn eintrudelten, dass wir es wagten, Einlass zu erfragen. Hat geklappt. Aus Blödsinn schlug ich Jenny vor, dass wir ja so tun könnten, als ob wir uns nicht kennen, und dann gucken, ob wir angequatscht werden. Trotz Metoo. Jenny wollte nicht so richtig mitspielen, sie hat einfach nicht aufgehört, sich mit mir zu unterhalten. Spielverderberin! So haben wir natürlich niemanden kennengelernt! Aber wir hatten trotzdem einen sehr schönen Abend. Wir haben ihn uns schön getrunken. Der letzte Wein, an den ich mich erinnere, war ein roter Zweigelt. Die Roten waren besser als die Weißen. Das war also der Valentinstag. Aber wenn ich ehrlich bin, wirkt Panikherz im BE länger nach als die Valentinale. Unsinniger Vergleich – – ich weiß – .
18. Februar 2018
Gefiel mir. Elektrisierte und berührte mich. Die anfängliche Irritation über vier Benjamins statt einem, löste sich in Wohlgefallen auf. Ich wusste nicht, dass so viel Musik, und vor allem live gespielte Musik in der Inszenierung ist. Als die Szene mit den Rammsteinzitaten kam, blieb mir lLuft weg. Später, zwischen BE und Ballhaus, in einem arabischen Laden, wo Jenny ihren Hunger stillte, fragte sie mich, ob ich mir vorstellen könne, mich jemals so nackt zu machen, wie Stuckrad-Barre mit diesen abgründigen Offenbarungen. Wir sprachen über Tabus. Ich sagte ihr, dass ich durchaus Tabus habe, die damit zu tun haben, Verbindungen, Beziehungsgeflechte zu schützen. Wobei ich mir vorstellen kann – das sagte ich nicht, weil sich das Gespräch dann anderweitig entwickelte – dass man Jahrzehnte später etwas offenbart, wenn es nicht mehr atmet, oder der zwiespältige, überempfindliche Aspekt nicht mehr in der Form existiert. Wenn es überwunden ist. Das habe ich nicht gesagt, dafür schreibe ich es jetzt hier. Ich freute mich darüber, von ihr zu hören, dass sie nicht das Empfinden hat, dass ich eine Grenze überschreite. Manchmal, wie gerade jetzt, hier in diesem Eintrag, erwähne ich sie namentlich. Das könnte man ja bereits als zu persönlich empfinden. Meine Antennen sind ganz weit ausgefahren, wenn ich schreibe, denn eigentlich soll es so persönlich wie möglich sein, man möchte die eigene Berührtheit oder Erschütterung vermitteln, ohne plakative Bekenntnisse auszustellen. Wir haben den Anfang vom Stück verpasst, weil auf der Seite vom BE stand 19:30, dann warteten wir eine Weile vor den geschlossenen Logen, bis ein Klingelzeichen signalisierte, dass man die Loge nun betreten könne. Beim Warten habe ich die Bilder gemacht. Während der Vorstellung blieb die Kamera weggepackt, das hätte mich selbst gestört, ich hätte mich über mich selbst beschweren müssen, hätte ich angefangen zu fotografieren, auch wenn ich diskret vorgehe. So habe ich den einen Benjamin auf meiner inneren Festplatte gespeichert, mit seinem fünf-Tage-Bart, und Licht und Schatten auf dem Körper.
Nur am Ende packte ich die Kamera kurz aus, das sind die Bilder der leeren Bühne nach dem Schlussapplaus. Wir trafen uns unten im Foyer, wir waren in getrennten Logen, da es bei den begehrten Plätzen keine nebeneinanderliegenden mehr gab, das hielt uns aber nicht ab und wir haben es nicht bereut. Dann hinaus in die Kälte, mit dem Auto in die Chausseestraße, Richtung Ballhaus. Das ist der erste Eintrag, den ich parallel veröffentliche, auf twoday und der neuen Seite. Ich will noch keinen Cut machen, ich bin erst dazu bereit, wenn es sich entscheiden sollte, dass Antville die alten twoday-Blogs doch nicht unter die Fittiche nimmt. Ein bißchen doppelte Buchführung. Ich schreibe doch am liebsten in das twoday-Fenster. Es ist nicht nur Gewohnheit, sondern die Farbe der Umgebung. Ich sehe keine Admin-Umgebung, sondern mein Layout, meine Farbwelt. Schwarz und Elfenbein. Ich kopiere es gleich mal auf gaganielsen.com, meine frisch bezogene Exilheimat.
11. Februar 2018

Gerade von meinem lieben Freund kid37 erfahren, dass twoday, mein virtuelles Zuhause seit vierzehn Jahren, die Pforten für immer schließt, Ende Mai. Ich habe nie irgendetwas parallel gesichert. Es liegt mir am Herzen, ich werde es versuchen. Das ist soviel Leben und Identität, das kann man nicht einfach so gehen lassen. Ja, ich kenne die Exportfunktion, aber sie funktioniert bei mir seit langem nicht, da ich einen kostenlosen account hatte und seit Jahren das Limit überschritten, dennoch konnte ich schreiben. Bilder immer querverlinkt von flickr. Und ja, da hat ein User so ein Script geschrieben, um die Einträge zu sichern. Ich gucke mir das mal an. Ansonsten Handarbeit, copy-pasten. Unsere Server stehen in Wien. In diesem Jahr 2018 jährt sich zum hundertsten Mal der Todestag von Gustav Klimt und von Egon Schiele und von Otto Wagner. Und nun nähert sich auch der Todestag von diesem schönen Blog. Ich bin jetzt ein bißchen traurig und aufgewühlt und werde bis Ende Mai viel Zeit damit verbringen zu retten, was zu retten ist. Wer nur ab und zu einen Halbsatz in facebook postet, kann nicht ermessen, was das bedeutet. Es sind keine beiläufigen Fragmente und Schlaglichter, es ist ganz viel Herz. Blut.
P.S.
wer immer schon einmal mit dem Gedanken spielte, rückwärts zu lesen, kann jetzt die Gelegenheit ergreifen. Bis Ende Mai ist noch alles hier zu lesen. Den ersten Eintrag schrieb ich im Februar Zweitausendvier.
09. Februar 2018
Noch ein Geburtstag. Photographische Widmung für Alban. Mit einem Bild von Adrian und einem von beiden, an dem Abend in Soeht 7 enstanden, als sie beide im Kuppelsaal auftraten. Alban las, Adrian spielte Cello, neben Bach auch eigene Kompositionen. Was uns von allem bis zum letzten Atemzug bleibt, sind Erinnerungen. Man kann ein wenig nachhelfen und sie materialisieren. In einem Text oder auf Papier. Das ist meine vornehmste Aufgabe. Wer ein bißchen neidisch wird, dass er noch nicht derart von mir beglückt wurde, darf wissen, dass ich das nur anlässlich persönlicher Begegnungen mache und übergebe, dann aber mit Hingabe. Als ich letztes Jahr eine Fotografie von Romain groß rahmte und ihm zu seinem großen Fest ins Blackland mitbrachte, hatte es nicht den Hintergrund, dass wir in einer besonderen Beziehung gewesen wären. Er hatte mich schlicht und ergreifend herzlich eingeladen. Alban hat dieses Jahr nicht eingeladen, aber ich hatte ihm eine zuem Konzert von Bob Rutman bei Seven Star zukommen lassen und er kam, und ich wusste es. Sympathie ist durchaus Voraussetzung, um solche Reliquien zu erschaffen. Es braucht ein paar Stunden meiner Lebenszeit, das ist Teil des Geschenks und geschieht in Andacht.
08. Februar 2018

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Heute die Lady Gaga-Tickets mit der Post zurückgeschickt. Ina und ich wollten am 23. Februar in die Mercedes-Benz-Arena, aber Lady Gaga ist leider zu krank. Weil es ein Geburtstagsgeschenk für Ina war, musste Ersatz her, adäquater. Das Gaga-Ticket hatte ich ihr am Freitag zu ihrer Feier daheim in Frohnau in einem großen blau verpackten Karton mitgebracht. Es war in einem roten Luftballon. Einem Herzluftballon. Dienstag Abend kam Ina zu mir mit dem Luftballon, wir wollten das Ticket gemeinsam explantieren, befreien, indem wir den Ballon aufhängen und mit Messern darauf werfen und uns dabei vorstellen, es wäre Amors Pfeil. Das war gar nicht so einfach. Obwohl es scharfe, schwere Messer waren, und wir nur mit einem guten Meter Abstand davor standen, wollte Amors Pfeil erst beim dritten Mal das Herz treffen. Inas Amorpfeil hat getroffen. Meiner nicht. Aber das wäre ja auch eine Weltneuheit gewesen. Im Wohnzimmer wartete dann das neue Ticket auf Ina, aber sie musste es finden. Ich gab ihr den Hinweis, dass sie nach etwas Blauem Ausschau halten muss, Blau, Blau und Blau sind nämlich ihre drei Lieblingsfarben, und zwar genau in der Reihenfolge. Das Ticket versteckte sich in einem blauen Bogen Papier, den ich um das Ticket gelegt hatte und zu einer Vase für das Vergißmeinnicht gemacht hatte. Sie hat sie ganz schnell gefunden, die Nick Cave-Karte für die Waldbühne am 14 Juli 2018.

05. Februar 2018
Da muss natürlich noch Text dazu, das ist doch klar. Ehrensache, Herzensangelegenheit bei Seven Star. Wenn man mich im Tiefschlaf anstupsen würde, im – nein, das ist nicht der Alpha-Zustand, was ist das? Gamma? Delta? Ich würde auf die Frage nach der mir am meisten am Herzen liegenden Galerie antworten „Seven Star“. Das steht wahrscheinlich in den Sternen. Muss Thorsten mal nach der Geburtszeit der Galerie fragen. Vielleicht haben wir die Venus oder gar die Sonne im siebten Haus. Das versteht jetzt wieder keiner. Außer vielleicht mein Lieblings-Galerist. Das hier sind Bilder von heute, gestern, nein heute Nachmittag. Wenn man noch nicht geschlafen hat, ist es immer noch heute. Dienstag und Mittwoch wieder. Eigentlich ist es relativ egal, was performt wird, es ist immer schön, dort. Bob Rutman ist allerdings eine Erscheinung, die man lieben muss. Was er heute Nachmittag auf seinem Steel Cello zu Gehör gebracht hat, war erwartungsgemäß wie aus dem All. Später ging er eben mal um die Ecke in seine Wohnung, um ein anderes selbstgebasteltes Instrument zu holen. Ein gebogener Draht auf einem Styropor-Sockel. So sah es wenigstens aus. Das war noch ausbaufähig, wir hörten work in progress, sage ich mal. Der Gitarrist Brenden kriegte es hin, auf der Gitarre Töne zu spielen, die wie die kleinen Geschwister vom Steel Cello anmuteten, das fiel mir erst auf, als Bob Rutman auf dem Styropordings herummachte. Sehr überzeugt hat mich dann wieder seine Vorstellung mit den Plastikhühnern.


Kann man schlecht erklären, muss man erlebt haben. Ich sage nur HALLELUJA. Und das hörten wir auch von Bob Rutman und Brenden, beide keine begnadeten Sänger, aber das ist auch nicht nötig für eine innige Punk Version der göttlichen Anrufung. Dabei sind unter anderem die Bilder entstanden, wo er das Kreuz hält. Und wer meint, das wäre Gotteslästerung, soll zeigen, dass er göttlichere Klänge, als die von Bobs Steel Cello zustande bringt. Amen.
04. Februar 2018

Heute Nachmittag um 16 Uhr und am Di, 6. und Mi, 7. Februar um 20 Uhr. Grandioses Instrument. Seven Star Gallery, Gormannstr. 7, Mitte. Ich gehe heute Nachmittag hin und auch noch mal am Di. oder Mi Abend.
31. Januar 2018
„DIE WOHNUNG“. Eine ganz besondere Dokumentation. Gestern gesehen, gefesselt. Inhalt: „Die Wohnung der geflohenen Jüdin Gerda Tuchler war 70 Jahre lang ein Stück Berlin in Tel Aviv. Als sie mit 98 Jahren stirbt und die Wohnung geräumt werden muss, will ihr Enkel, der Regisseur Arnon Goldfinger, die darin konservierte Welt filmisch festhalten. (….) Doch inmitten unzähliger Briefe, Fotos und Dokumente entdeckt er plötzlich Spuren einer unbekannten Vergangenheit: Die jüdischen Großeltern waren eng befreundet mit der Familie des SS-Offiziers Leopold von Mildenstein. Sogar über das Ende des Zweiten Weltkriegs hinaus. Und so nimmt der Filmemacher und Enkel zusammen mit seiner Mutter den Kampf auf – wie ein Detektiv nähert er sich Schritt für Schritt der Familiengeschichte und kämpft mit Kisten, Staub, mit Antiquitätenhändlern, der Familie, der Vergangenheit und Gegenwart, mit Verdrängung und Wahrheit.“
97 Minuten
29 Januar 2018


Countdown Soeht 31.08.17. Equipment, Exponate, Projektionswände, Regiestuhl, Teppiche in den Fahrstuhl, in den Transporter, vorher Sachen aus dem Atelier geholt, von denen ich nicht mehr wusste, dass ich sie habe. Das alte Telefon, Abzüge, Cosmic schläft und der Riss in der Agave. Es hat sich etwas angesammelt. Und doch ist kein einziges der gemalten Bilder dabei. Nur Fotografien. Auch die 127 Postkarten, die Cosmic Gaga Collection, die ich 2010 ausgestellt hatte, links von der Bühne, und die Bühne umrahmend, auf der auch meine Visuals liefen. Das meiste vor zehn Jahren entstanden. Wer es dann sah in Soeht7, dachte es sei etwas Gegenwärtiges. Das zeigt, beweist, dass man den Geist einer Empfindung verewigen kann, so dass er sich auf andere überträgt, selbst wenn man längst weit weg von dieser Empfindung ist. Aber ich erinnere mich daran. Gerne. Während ich das schreibe, merke ich, dass mir die produktive Intensität im Austausch mit jemandem fehlt. Man kann das nicht konstruieren. Es geschieht oder nicht .So lange es ein Spiel ist, interessiert es mich. Man kann solche Lebensphasen auch nicht wiederbeleben, nicht in der gleichen Konstellation. Etwas Neues muss her, das sich nicht wie eine Wiederholung anfühlt. Letzte oder vorletzte Nacht intensive Träume von jemandem, der mir lange nah und wichtig war. Im Traum hatte die heute freundschaftliche Gegenwart unserer Verbindung Einzug gehalten. Immer wieder wunderte ich mich, nicht nur im Traum, wie sich Verbindungen, die so leidenschaftlicher Natur waren, tatsächlich in Freundschaft wandeln können. Das hätte ich mir früher gar nicht zugetraut. So absolut wie ich war, Schwarz oder Weiß, Alles oder Nichts, Leben oder Tod. Heute realisiere ich die Komplexität des Lebens und der Biographie jedes Einzelnen. Man ist nicht der erste und der letzte Mensch, der einem anderen begegnet, das wäre ja ein bißchen wie Insasse und Gefängniswärter, die absolute Berechenbarkeit und Kontrolle. Obwohl mir das nie angeboten wurde, weiß ich auch so, dass das auf Dauer doch etwas eintönig und traurig wäre. Das schönste Geschenk für mich ist sehr abwechslungsreiche Zuwendung. Nicht jeden Tag, aber wenn, mit einer Ahnung von Pferde stehlen und zum Mond reiten. Durch die gleißende Galaxis.





28. Januar 2018
»ZEIT Campus: Herr Pfaller, wann haben Sie das letzte Mal eine kindische Dummheit begangen? Robert Pfaller: Oh, erst vor Kurzem. Aber ich werde Ihnen nicht verraten, welche.«

GENUSS IST POLITISCH. Der Philosoph Robert Pfaller verteidigt die Unvernunft. Das Leben sei nur dann lebenswert, sagt er, wenn wir miteinander feiern, trinken und schlafen.
Quelle
28. Januar 2018

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Der pfiffige Pfaller aus Hütteldorf, wohnhaft im Ersten. Nicht, dass ich hier Intimitäten ausplaudere – Dr. Ankowitsch hat das Gespräch mit der Frage nach dem konkreten Wohnsitz in Wien eröffnet. Also bitte. Ich bin zwar keine Wienerin, aber weiß sehr wohl, wo Hütteldorf liegt, denn ich habe ja die Fuchs-Villa wissenschaftlich dokumentiert. Das habe ich natürlich nicht verraten, sondern mich mucksmäuschenstill verhalten. Wenn man ganz vorne mit einer Kamera rummacht, ist man ja ohnehin schon gehalten, sich diskret zu verhalten. Habe ich mich ohne Wenn und Aber dran gehalten! Interessante Gedankengänge hat er, der Philosophieprofessor Robert Pfaller, zum Beispiel zur Erwachsenensprache. Wenn die Schlange an der Kasse nicht gewesen wäre, hätte ich mir vielleicht auch ein Buch geholt. Da es leider auch keine Getränkebar gab, wo man sich die Wartezeit hätte schöntrinken können, bin ich unmittelbar nach Veranstaltungsende wieder heim. Hat sich trotzdem gelohnt!

Dr. Ankowitsch

Herr Dr. Ankowitsch und Herr Prof. Dr. Pfaller

viele Damen im Publikum!

…auch mit tollem Lidstrich

interessante Lampenaufhängung auch

auch die Schuhe sind bei einer Lesung wichtig!

…und viel Publikum!

Ich war auch da!
28. Januar 2018
in der Akazienbuchhandlung mit Robert Pfaller, Christian Ankowitsch, Julia Hacker. Ich schreib noch was dazu. Eventuell.
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Ach ja, doch.
25. Januar 2018
Termin bei Dr. Ankowitsch in Schöneberg, 20 Uhr.
Erhoffe Besserung
23. Januar 2018
Mini- und Teenie-Gaga, von unten nach oben, Februar 1966 bis 1981. Februar 1966 fünf Monate, September 1966 Eins, September 1969 Vier, September 1970 Fünf, mit Trost-Minischultüte, weil mein eineinhalb Jahre älterer Bruder in die Schule durfte und eine große Tüte gekriegt hat. Ich wollte gerne mit und musste allein daheim bleiben. Er war ja mein bester Freund, das war doof. Das Kleid war hellgelb mit Blumen, das weiß ich noch genau. Daneben Weihnachten 1971 mit Sechs. Sommer 1974, Achtdreiviertel mit selber erfundenem Wickel-Kleid aus einem großen Stoffrest von meiner Tante oder Oma, auf einer Stufe im Garten meiner Eltern. Und mein erstes Automatenpassfoto für einen Schülerausweis 1981, mit Fünfzehn oder Sechzehn. Ich war übrigens sehr schüchtern. Am liebsten habe ich gelesen und gemalt und gebastelt und mich mit Freundinnen getroffen zum Barbie spielen oder Rollschuhlaufen oder mit meinem Bruder gespielt. Ein Spiel war Hitparade, mit Haarbürste als Mikro die Top Ten nachsingen. Ich war auch immer im Schulchor, aber hätte mich nie alleine hingestellt und ein Lied gesungen. Nie im Leben, viel zu schüchtern. Eines meiner schlimmsten Erlebnisse war, als wir zum ersten mal ein Referat halten mussten, in Biologie. Ich sollte eines zum Thema Schnecke machen. Dafür bestimmt tolle Bilder ins Schulheft gemalt, aber vor der Klasse reden müssen, war eine ganz schlimme Vorstellung, ich hatte richtig Angst davor. Alle haben dann immer gesagt, das wäre ganz normal und Lampenfieber, sobald man dann anfängt, geht das weg. Bei mir ist da aber nichts weggegangen, ich habe vor Aufregung so gut wie nichts mehr auswendig gewusst und mir war ganz heiß und die Hände ganz feucht. Das war nicht schön, ich war so froh, als es vorbei war und habe inständig gebetet, dass ich nie mehr im Leben ein Referat halten muss. Das Gebet wurde leider nicht erhört. So schlimm wie beim ersten mal war es nie mehr. Ich bin immer noch verwundert, wieso ich heute in der Lage bin, mit Menschen zu sprechen, die ich nicht richtig kenne, ohne dass ich rot werde. Das ging ganz lange, dass ich immer vor Verlegenheit und Aufregung rote Backen gekriegt habe. Ein Wunder, dass ich nicht gestottert habe. Ich glaube, mich hat immer sehr beschäftigt, was der andere von mir denkt und wie er mich findet. Das hat sich erst so ein bißchen gelegt, als ich so Fünfzehn, Sechzehn, Siebzehn wurde und die Coolen aus der Schule mir zu verstehen gegeben haben, dass sie mich leiden können. Das hat mich total stolz gemacht. Es war auch ein bißchen wie Rache, weil ich in den ersten Schuljahren manchmal aufgezogen und herumgeschubst worden bin von den Großmäulern. Es gibt ja immer so Anführer und Anführerinnen. Das war ich nie. Heute natürlich schon! Das klingt jetzt ein bißchen wie Trotz oder Spaß, aber interessanterweise habe ich mich im Erwachsenenalter zu jemandem mit Führungsqualitäten entwickelt, der allerdings nach wie vor keine Lust hat, Menschen zu führen. Das ist einfach nicht mein Interesse. Ich will niemanden erziehen. Bin ja mit mir selber noch nicht fertig. Ich glaube, das hab ich noch nie erzählt. Manchmal denkt man beim Schreiben eines Blogeintrags, dass man eigentlich schon viele ähnliche Sachen geschrieben hat, was es dann für einen selber auch ein wenig uninteressant macht. Mal sehen, was ich noch ausgrabe. Irgendwas fällt mir ja immer ein.

22. Januar 2018

Interessant. „Das Alter in der Popmusik (Workshop)“ Kulturpastor Matthias Surall vom Haus kirchlicher Dienste Hannover über Jagger:
„Mick Jagger hüpft mit 74 Jahren noch mit einer Energie über die Bühne, die ich nicht einmal vor zwanzig Jahren hatte. Früher habe ich mich noch über Jagger amüsiert, weil ich gedacht habe, er hat einen Peter-Pan-Komplex. Inzwischen muss ich sagen, er nötigt mir einen hohen Respekt ab, weil er wie eben auch Bob Dylan oder Patti Smith diesen Ansatz fährt: „Ich mache mein Ding, ich mache meine Kunst, bis ich nicht mehr lebe, bis ich nicht mehr kann.“ Ich finde das bewundernswert, denn das bedeutet für mich bewusstes Leben gerade auch im Alter.“
„Warum beschäftigen Sie sich als Pastor so ausgiebig mit Songs der Pop- und Rockmusik?“
„Für eine Kirche, die sich dem Dialog mit zeitgenössischer Kunst und Kultur geöffnet und verschrieben hat, gibt es keinen Weg vorbei an der Popmusikkultur. Denn Popmusik ist seit den Sechzigerjahren ein selbstverständlicher und vielfältiger Teil unserer Welt, Gesellschaft und Kultur geworden. Sie prägt den Lebensalltag und die Biographien zahlreicher Menschen und widmet sich wie andere Kunstsparten auch oft den großen Lebensthemen wie Liebe und Tod.“

(…) Dr. Matthias Surall (55) ist seit Februar 2016 leitender Referent für Kunst und Kultur im Haus kirchlicher Dienste Hannover. Seine Dissertation schrieb er über das Werk des australischen Singer-Songwriters Nick Cave, sein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Werk von Bob Dylan. Am Sonnabend, 13. Januar, hielt er zusammen mit Pastorin Imke Schwarz aus Fleestedt einen Workshop zum Thema „Das Alter in der Popmusik“

21. Januar 2018
Jenny kam gegen Viertelneun zu mir und wir tranken ein Glas auf das neue Jahr. Kleine Führung, das geht ja schnell bei einer Wohnung mit zwei Zimmern. Ein Schlafzimmer darf eine dunkle Höhle sein, wir sind uns da einig. In Jennys Mini zum Savignyplatz. Weil sie so viel quatschte und ich auch nicht auf den Weg achtete, fuhren wir zu weit, waren schon an der Oper, dann wieder zurück. Ich erzählte ihr die seltsame Geschichte, wie ich einmal im Brautmodengeschäft am Kudamm war, in der Abteilung für Abendkleider wohlgemerkt, und mit der Fachverkäuferin verhandeln musste, bis mir gestattet wurde, die Kleider ohne ihr Beisein anzuprobieren. Ich will mich nicht vor einer fremden Frau, und sei sie noch so nett, splitterfasernackt ausziehen. Von dem Erlebnis gibt es auch einen Blogeintrag, hier. Jenny war auch mal in dem Geschäft, anlässlich der Hochzeit ihrer Schwester und trotzdem hatte sie kein Déjà vu, als ich ihr erzählte, dass die geneigte Braut sich mit Begriffen wie „Prinzessinnen-, Meerjungfrau- oder Cinderellakleid“ vertraut machen sollte, bevor sie den Laden betritt, um sich vor der Fachverkäuferin nicht zu blamieren und einen schlecht vorbereiteten Eindruck zu hinterlassen. Aber das soll alles nicht Thema dieses Eintrags sein, sondern dass wir uns dann doch irgendwann, und nicht einmal so unpünktlich in der Galerie Premier Etage über dem Brel einfanden, wo Lüül und Bock im ersten Stock ihren zweiten literarisch musikalischen Salon zelebrierten. Diesmal war Ahne zu Gast. Ich habe ihn um die Jahrtausendwende ab und zu bei den Surfpoeten gesehen, als sie noch hier um die Ecke in einem Lokal in der Großen Hamburger Straße auftraten, Name vergessen. Und noch mal im Kaffee Burger, da gibt es auch Fotos, lange her. Er führt immer noch interessante Gespräche mit unserem Schöpfer. Später kam noch Ina dazu, sie war vorher bei einer Tango-Veranstaltung und wir ließen uns noch lange an einem Tisch nieder und erzählten. Gespräche, weit entfernt von Small Talk. Zu dritt geht das noch. Wären wir mehr gewesen, hätte es sich vielleicht nicht so entwickelt. Aber vielleicht liegt es auch an den beteiligten Personen. Ich denke gerade an einen Abend, an dem auch eine Reihe Freunde zugegen waren, die durchaus gerne gehaltvolle Gespräche führen. Aber sobald ein, zwei dabei sind, die mit Kalauern anfangen, passen sich viele an, man pflegt Small Talk, um eine Art Party-Leichtigkeit sicherzustellen, die mich auf Dauer aber massiv langweilt, wenn es überhand nimmt. Ich glaube nicht, dass man mir vorwerfen kann, dass ich zum Lachen in den Keller gehe, aber ich habe gerne eine gewisse geistige Dynamik, wenn ich mich schon darauf einlasse, Lebenszeit mit Trinken, Reden und Rauchen zu verbringen. An diesem Abend spielte Lüül ein paar neue Songs, er arbeitet an Aufnahmen für ein neues Album. Ich war sehr gerührt von seinem Auftritt. Er spielte auch am Klavier. Eines hieß glaube ich Hohe Wellen. Das war sehr zu Herzen gehend. Wir brachen so gegen Drei Uhr auf und Ina brachte mich nach Hause. Wir redeten noch eine Weile im Auto. In der Reihe der Bilder ist auch ein Foto, das Ina gemacht hat, von Jenny und mir. Dieser Salon ist auch deshalb so schön, weil der Ort so eine schöne Atmosphäre hat. Unter einer Ankündigung auf facebook von Thilo Bock, in der er schrieb: „Morgen sind Lüül, Ahne (Zwiegespräche mit Gott) und ich mal im Westen zugange. Geht mit uns!“ schrieb ich: „in einem der schönsten, schummrigsten, elegantesten (Raucher-)Etablissements des alten Westens am zauberhaften Savignyplatz. Einem sehr schönen Ort für Genießer und Hedonisten.Ich werde da sein. (diese Einlassung nur, um der protestantischen Anmutung der Ankündigung entgegenzuwirken!)“ Ahne schrieb mir ins Buch: „Ick kenn ma nich mit Schauspielerinnen aus, aba du bist knorke!“ Vielleicht ahnt er ja mehr als ich, letzten Endes führt er ja dauernd Zwiegespräche mit Gott. Ich natürlich auch, aber man ist ja ein wenig betriebsblind.
14. Januar 2018
Gestern Abend, auf dem ‚Thron‘ bei Makarow. In einer facebook-Message tippte ich vorgestern: „morgen Abend unterwegs, bei einer russisch-orthodoxen Silvesterfeier bei Makarov, einem schrägen russischen Maler… mit Ina und Evelyn, Freundinnen. Die Feier ist jedes Jahr am 13. Januar, wir wollen das verlorene Silvester nachfeiern, weil ich da krank war… vor allem mit Ina, ich hatte mir extra ein Kleid gekauft, wir waren in der Paris Bar verabredet und ich konnte einfach nicht, haben uns länger nicht gesehen…“ Gestern Nacht, wieder daheim nach dem Fest, berichtete ich: „…gerade nach Hause gekommen… die feiern noch bis zum Morgengrauen, diese Russen – ! Ungefähr vierhundert Gäste oder mehr, Wahnsinn, live Musik, viel getanzt bis zur Erschöpfung… nun hab ich es mal gesehen und erlebt, das legendäre Fest bei Makarov..… falle nun in die Federn… schade, dass du mein Kleid nicht gesehen hast! Die Bling Bling-Russinnen waren sehr angetan davon und wollten mich sogar anfassen. In der Tat, Wodka in Strömen… hab mich aber an Wein gehalten, abgesehen von dem Begrüßungs-Wodka im mit Goldfolie ausgeschlagenen Lasten-Fahrstuhl nach oben zum Atelier. Auch noch nicht gesehen, Aufzug mit Bar und Häppchen… Er macht zweimal im Jahr so ein Fest, viel Kunst- und Kulturszene da, Flügel (…) er hat auch prominente Sammler. Na ja, man muss sich vernetzen und zeigen! Schlaf gut…“

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13. Januar 2018

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Schräg gegenüber vom Eingangsportal der Villa Jacobs in Potsdam ist der Bertiniweg 1. Wir besuchten die Galerie Kunst Kontor zwischen ein paar Gläsern Wein und gingen wieder zurück zur Villa Jacobs. Man sieht der Galerie an, dass dort auch gelebt wird. Ich mag das sehr. Man kommt sich ein bißchen vor wie in einem Rosamunde Pilcher-Film, jeder Winkel ist mit Liebe zum Detail ausstaffiert, man kann gar nicht identifizieren, was immer da hängt und steht und was zu einer temporären Ausstellung gehört. Im blühenden hinteren Hof und Garten Skulpturen zwischen Bäumen und Büschen und hier ein Tischchen und da ein Bänkchen. Ein Tisch mit Kaffee in Porzellankannen, Wein natürlich auch. Ina erzählte mir, dass bei den Dreharbeiten für die Partyszene auf der Terrasse der Villa Jacobs die Maske im Hof der Galerie eingerichtet wurde. Man ist nachbarschaftlich verbunden. Eine ehemalige Bankiersvilla reiht sich an die andere im Bertiniweg. Potsdam, wo es am schönsten ist, da am Jungfernsee.




07. Januar 2018


Spätsommerausflug zur Villa Jacobs, Bertiniweg in Potsdam. Es gab Wein, sehr guten von eigenen Rebstöcken. Der Frühburgunder wird in Potsdam angebaut, im Park der Villa. Am zehnten September, einem Bilderbuchsonntag, hatten die Eigentümer ihr Anwesen am Jungfernsee zugänglich gemacht. Es war auf meiner kleinen Liste. Ich habe so eine Liste, da sind Ausflüge vermerkt, die ich noch machen will, hier in der Umgebung. Ein paar Sachen gibt es noch. Die Villa Jacobs hatte ich gar nicht mehr im Kopf, als Eike erzählte, dass dort an einem Wochenende das Weinfest sei und man da doch hinkönnte. Er hatte im Park und auf der Terrasse ein paar Szenen für seinen letzten Film gedreht und Ina und Evelyn standen in Zwanziger-Jahre Abendkleidern herum und spielten feudales Fest. Ich hätte auch dabei sein sollen, aber der Termin war nicht zu mir durchgedrungen. Nun wollte ich diesen besonderen Ort mit der nachgebauten Villa aber wenigstens an jenem Wochenende sehen. Man kann den Villa-Jacobs-Wein, den sehr zu empfehlenden roten Frühburgunder auch online erstehen. Vielleicht bestelle ich mir eine Kiste und denke dann beim Trinken an die sonnigen Hügel am Jungfernsee, bis zum nächsten Ausflug. Ein paar wenige Wochen noch, dann treibt der Frühling junges Grün. So lange die Bäume Winterruhe halten, muss man nicht nach draußen gehen. Ich bin da ganz bequem und bleibe gerne drinnen und schaue mir lieber diese Bilder vom Sommer an.


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01. Januar 2018

„(…) von allem das Beste wünsche ich. Am Ende stellt man fest, dass man nur Einzelteile vom Besten gekriegt hat, anstatt des kompletten Ganzen, aber immerhin. Wenn die fehlenden Teile in den nächsten Jahren nachgeliefert werden, kann man irgendwann alles zusammenbauen. In der Glücksfabrik gibt es immer Produktionsengpässe hab ich gehört, weil das Produkt so stark nachgefragt ist. Wenn man das weiß, fällt es leichter nachsichtig zu sein.“ Kommentar (von mir) heute Montag, 1. Januar 2018, 13:20 bei kid37 im Hermetischen Café. Wenn man dann auf dem Teppich zwischen den Einzelteilen sitzt, die so unverbunden herumliegen, und weiter nachdenkt, dämmert einem, dass vermutlich noch nie ein vollständiges Modell produziert und ausgeliefert wurde. Es wird nur manchmal davon geredet. Und gesungen. Und geschwärmt. Und getanzt. Und geträumt. Wir sind immer ganz nah dran. Besonders in der Kunst und in der Dichtung und in der Musik. Aber das uns zugängliche Paradies ist der Funke in jedem Einzelteil. Und die einzige Verbindung ist die Kraft der Imagination. In der Kunst vollendet sich unsere Sehnsucht. Ich wünsche uns Träume, die die Kraft haben, in die Wirklichkeit zu greifen.
31. Dezember 2017

Kommt gut rüber, mit einem Lieblingsstück von meiner Playlist, Cousteau, „Last Good Day of The Year“. Und einem Lieblingsbild, das als großer Abzug an einer der Zellenwände klebte. Ich wurde oft darauf angesprochen, was es eigentlich ist. Es ist ein Selbstportrait. Mein vernarbtes Herz. Nein, Scherz. Bin zwar ein bißchen lädiert, aber wird schon wieder. Es ist ein Riss in einem Blatt. Einer schönen großen Agave im Tierpark Friedrichsfelde.
24. Dezember 2017

Abgehärtet. Dieses Jahr hat mir Herausforderungen beschert, die ich angenommen habe. Ich hätte sie auch ablehnen können. Aber ich wollte die Grenzen erfahren, wie weit die Leistungs- und Leidensfähigkeit geht. Wo das eine aufhört und das andere anfängt. Die Komfortzone ein bißchen verlassen. Teilweise hat es mich sehr strapaziert, aber ich kenne die Grenze jetzt weitaus besser und kann künftig besser, schonender agieren. Es hat mit allen Lebensbereichen zu tun. Die Pflanzen auf meinem Nordbalkon sind widerstandsfähriger, als diejenigen auf der gegenüberliegenden Seite, die Sonnenverwöhnten. Ich hatte vor vielen Jahren zwei Oleander, einen im Norden, einen im Süden. Als der erste Frost kam, überlebte der im Norden, der gepamperte auf der Südseite überstand die eine Frostnacht nicht. Ich bin ganz sicher der Oleander im Norden. Ich spüre ein dickes, dichtes inneres Fell, das mich auch in der nächsten eisigen Sturmnacht wärmen wird. Wenn es dann milder wird, und die ersten Sonnenstrahlen zu mir durchdringen, fährt das ganze System mit Riesenkräften hoch. Wenn die Blüte kommt, wird sie besonders schön. Und langlebig. Man kann die Blüten dann ins Poesiealbum legen und sanft trocknen. In schönem Gedenken für die Ewigkeit.
24. Dezember 2017
„Dreimal werden wir noch wach (…)“
23. Dezember 2017
Noch knapp vierundsiebzig Stunden.
22. Dezember 2017
Am Freitag Abend um dreiundzwanzig Uhr ins Bett?
(also jetzt… nur so ein Gedanke!)
19. Dezember 2017
SZ: Wie finden Sie den Vergleich, der immer wieder kommt: die deutsche Doris Day?
Pulver: Ein Kompliment. Eine hervorragende Schauspielerin, die ja auch hinreißend singt. Und sie sieht gut aus.
SZ: Doris Day war sicherlich die amerikanische Schauspielerin, die am meisten für Züchtigkeit stand.
Pulver: Kann sein, aber sie war auch an erster Stelle, was die Beliebtheit angeht. Daran sieht man doch, dass das ganze Sextheater überhaupt keine Rolle spielt!
SZ: Sie meinen in den prüden Fünfzigern?
Pulver: Immer. Auch heute. Die Leute wollen das in Wirklichkeit nicht. Sie wollen sich amüsieren, sie wollen sich schon angezogen fühlen von einem Mann, sie wollen sich auch was dabei denken…
SZ: Aber?
Pulver: Aber sie wollen nicht unbedingt nackte Frauen und nackte Männer sehen, sie wollen eben: interessiert sein. Mein Lehrer Paul Kalbeck hat mal gesagt: Ein Schauspieler muss weder gut noch schlecht sein. Er muss interessieren!
Liselotte Pulver, SZ-Interview 2010
18. Dezember 2017
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Gaga Nielsen liest ein pikantes Kapitel aus dem Roman „Senatsreserve“ von Thilo Bock, nämlich Seite 89 bis Seite 97, in dem sich die heimliche erotische Hingezogenheit des zwanzigjährigen Protagonisten zu Christel, der Mutter seiner Freundin Simone offenbart. Christel arbeitet in einem Frisörsalon, wo sich der erste Körperkontakt mit ihrem jungen Verehrer ergibt.
15. Dezember 2017

Ich muss es leider sagen, die Ästhetik und Farbwelt von Weihnachtsdekoration ist halt auch nicht meins. Grüner Baum, rote Kugel, goldenes Lametta. Alleine dieses Trio: Grün, Rot und Gold. Das spricht mich einfach nicht an. Ich bin da sensibel. Gut dagegen gefallen mir Mistelzweige. Einige Jahre gab es die Tradition, dass in einem der Durchgänge der Hackeschen Höfe ein Mistelzweig hing. So ein schöner großer, kugeliger. Von mir aus könnte man die Deko darauf und auf ein paar dicke weiße Kerzen beschränken. Meine Playlist ändert sich im Dezember auch nicht thematisch. Vielleicht fehlt mir da irgendein Gen. Geschenke gibt es von mir zum Geburtstag, sofern ich eingeladen bin und ansonsten auch ohne besonderen Anlass. Man kann die Erwartungstradition seiner Umgebung, das ganze Feiertags-Ritual mitzuspielen, auch erzieherisch beeinflussen, indem man mal auf den Tisch haut und sich sperrt. Das muss ja nicht in einen Streit ausarten. Ich habe tatsächtlich seit ich im Jahre 1985 aus dem Elternhaus ausgezogen bin, in meinen Wohnungen weder Adventskränze, noch Nussknacker, noch Weihnachtsbäume noch Weihnachtsbescherung noch Gänsebraten gehabt und auch nicht vermisst. Allerdings gehe ich mit dieser Verweigerungs-Anmutung auch nicht hausieren. Ich gestehe allen, in allem Respekt zu, das schön und heimelig zu finden, ich muss da ja nicht mitspielen. Kerzen gibt es bei mir immer, das ist nicht an den Kalender gebunden. Sentimental bin ich auch, aber leider gibt es da bei mir keine Verbindung zu diesen Feiertagen, das spielt sich ausschließlich im Bereich von sehr privaten und persönlichen Ge- und Berührtheitserinnerungen ab. Was ich durchaus auch gerne mal mache, wenn irgendwo ein Tannenzweig herumfliegt, damit herumkokeln, das riecht gut. Mal ausprobieren! Was mir aufgefallen ist, seit ich in dieses Blog im Internet schreibe, also seit 2004, dass sich wenige Tage vor den Weihnachtsfeiertagen und auch danach, zwischen den Jahren, die virtuelle Kommunikation, damit meine ich vor allem in Blogs und Kommentaren, reduziert, am sogenannten Heilig Abend grenzt es schon an ein Gefühl von Stromausfall. Zumindest war es vor ungefähr zehn Jahren so. Jetzt, wo alle Smartphones haben (außer mir natürlich), kann ich mir gar nicht vorstellen, dass die unterm Weihnachtsbaum ohne das Ding sitzen, ich nehme an, dass zumindest bei jedem Gang aufs Klo mal eben ein Blick darauf geworfen wird, bevor es wieder ins Bescherungszimmer geht. In zwei Wochen ist alles wieder vorbei und in den Schokoladenfabriken werden die Weihnachtsmänner zu Osterhäschen eingeschmolzen. Hauptsache, es schmeckt. Ich wünsche allen, die diese Zeit als besonders besinnlich empfinden, schönes Sinnieren. Ich mache das ja das ganze Jahr, insofen wäre es Eulen nach Athen zu tragen, Gaga Nielsen besinnliche Tage zu wünschen. Ich glaube, kurz nach Weihnachten werden in den Drogeriemärkten die Preise für einige Kerzenmodelle reduziert. Da schlage ich zu. Ich mag offenes Feuer. Bis vor einigen Jahren hatte ich sogar mal eine Art Lagerfeuer-Installation auf dem Teppich im Wohnzimmer. Hölzchen und Stöckchen so drapiert, wie man das beim Feuermachen hinlegt und dazwischen versteckt, dicke Kerzen. Hat auch manchmal ein bißchen gekokelt, war aber sehr schön. Beim Renovieren vor ein paar Jahren abgebaut. Der Teppich darunter war auch ganz leicht angekokelt. Seither liegt an genau der Stelle ein Kissen auf dem Teppich. Hat bis jetzt noch keiner entdeckt.
14. Dezember 2017
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Jörg Sundermeier, Ludwig Lugmeier und Daniel Richter auf der Spur von Käpt’n Bilbo, Verbrecher Verlag-Versammlung Fahimi Bar
11. Dezember 2017
Wunderschöne Joni Mitchell-Doku. Bestimmt zehn Jahre ihre Musik aus meinem Regal nicht mehr so intensiv gehört. Erwärmt kalte Wintertage und Nächte wie diese. Blue, Little Green, River und A Case of You, meine allerliebsten Songs von Joni. Beauty.
Und The Tea Leaf Prophecy und Let the Wind Carry me und Cherokee Louise und Urge For Going und Paprika Plains
I awoke today and found the frost perched on the town
It hovered in a frozen sky, then it gobbled summer down
When the sun turns traitor cold
and all trees are shivering in a naked row
I get the urge for going but I never seem to go
I get the urge for going
When the meadow grass is turning brown
Summertime is falling down and winter is closing in
I had me a man in summertime
He had summer-colored skin
And not another girl in town
My darling’s heart could win
But when the leaves fell on the ground
And bully winds came around pushed them face down in the snow
He got the urge for going and I had to let him go
He got the urge for going
When the meadow grass was turning brown
And summertime was falling down and winter was closing in
Now the warriors of winter they gave a cold triumphant shout
And all that stays is dying and all that lives is getting out
See the geese in chevron flight flapping and racing on before the snow
They’ve got the urge for going and they’ve got the wings so they can go
They get the urge for going
When the meadow grass is turning brown
Summertime is falling down and winter is closing in
I’ll ply the fire with kindling and pull the blankets to my chin
I’ll lock the vagrant winter out and I’ll bolt my wandering in
I’d like to call back summertime and have her stay for just another month or so
But she’s got the urge for going so I guess she’ll have to go
She get the urge for going when the meadow grass is turning brown
And all her empires are falling down
And winter’s closing in
And I get the urge for going when the meadow grass is turning brown
And summertime is falling down
Joni Mitchell, Urge for Going
09. Dezember 2017
09. Dezember 2017

Verbrecher Verlag-Verbrecher Jörg Sundermeier und Daniel Richter bei der vorgestrigen Verbrecherversammlung @Fahimibar.
07. Dezember 2017
Verbrecherversammlung, 20 Uhr Fahimi Bar! Mit Daniel Richter! (ja, DEM!) Nase pudern und los.
03. Dezember 2017
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►watch on youtube
„Never do Weddings, Babies oder Bar Mitzvahs.“ Ken Regan – ALL ACCESS. The Rolling Stones, The Beatles, John Lennon, Leonard Bernstein, Mick Jagger, June Carter Cash, Johnny Cash, Iggy Pop, Stevie Nicks, Carly Simon, Bob Dylan, Keith Richards, Patti Hansen, Theodora Richards. The London Symphony Orchestra.
29. November 2017
Lese Ina Hartwigs „Wer war Ingeborg Bachmann“. Ab Seite 59 beschäftigt sie sich mit ihrer Stimme. Bachmann hatte bereits Erfahrungen durch Radiosendungen im Wiener Funkhaus, bevor sie vor Publikum las. Die Stimme war weder ausgebildet, noch entsprach ihr Duktus ihrer regionalen Herkunft. Ein eigene Schöpfung.
„(…) sie versteht, dass man das leblose Mikrophon als ein lebendiges Gegenüber betrachten muss, was eine erhebliche Abstraktionsleistung erfordert. Sie richtet sich via Mikrophon an die Hörer draußen an den Radioapparaten, die ihr lauschen, ohne sie zu sehen. Der Psychoanalytiker Jacques Lacan, der ein wilder Denker war, sah in der Stimme ein Triebobjekt. Roland Barthes wiederum hat um das „Korn der Stimme“ eine Theorie gerankt, in der sich das Timbre mit dem Imaginären verbindet, dabei den Narzissmus keineswegs verachtend. Daran knüpft Meyer-Kalkus an, wenn er in der Stimme vor dem Mikrophon ein „vokales Self-Fashioning“ ausmacht, den ganz bewussten stimmlichen Selbstentwurf“.“
VOKALES SELF-FASHIONING. Hat mich beeindruckt, dieser Begriff. Wusste, was gemeint ist. Sehr oft bei vokalen, künstlerisch beabsichtigten Darbietungen zu erkennen. Eigentlich häufiger als nicht. Wem es gelingt, vokale Raffinessen dem Gefühlsausdruck unterzuordnen, ist auf einem guten Weg. Bewusst nicht zu zeigen, was man zeigen könnte, weil es sinnloses Blendwerk bedeuten würde, ist in jedem Fall das höhere Level. Das Weglassen. Eine nackte, tiefere Wahrheit nicht mit Posen oder Häkelborten zu umschleiern.
25. November 2017
zu Bett
25. November 2017
Supernova Esofuck



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21. November 2017
20. November 2017
Flashback – erster September 2008. Atelier. Farbe und Leinwand. Die nie gezeigten Bilder. In meinem geheimen Biotop. Bilder so zu materialisieren macht mich wehmütig. Ein sehr schöner Akt, es zu erschaffen. Und dann dieses deutliche Bewusstsein, dass diese Bilder einen überleben. Das wühlt mich auf. Sobald ich in das Atelier fahren würde, würde es wieder geschehen. Wenn alles aufgeräumt ist. Würde das Herzblut wieder in Farbe fließen. Bilder, die man gar nicht zeigen kann, ohne sich zu offenbaren. Sich nackt zu machen. Mit einigen Motiven geht das. Aber ich fürchte andere, die sich selbst malen und etwas manifestieren, das verborgen bleiben soll. Bilder, die niemanden etwas angehen. Und wahrscheinlich wären sie sehr schön. So schön, dass es weh tut.

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19. November 2017
Der legendäre Bill Graham wurde als Wolfgang 1931 in Berlin geboren. Eltern in Auschwitz vergast. Man lernt nicht aus.
19. November 2017
fuck
19. November 2017
„From Cradle to Stage“. Wie man einen Rockstar großzieht. Sehr charmant, die Mama von Dave Grohl.
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https://www.berliner-zeitung.de/kultur/musik/foo-fighters-mutter-virginia-grohl-wie-bitte-zieht-man-einen-rockstar-gross–28379440
19. November 2017
James Corden’s Carpool Karaoke. Highly recommended by Gaga Nielsen. Check it out! Best of, feat. Adele, Red Hot Chili Peppers, Foo Fighters. Madonna, Pink, Lady Gaga, Etlon John, Jennifer Lopez, Rod Stewart, George Michael, Chris Martin, Justin Bieber, Mariah Carey, Britney Spears, Michelle Obama.
Adele ♥ https://www.youtube.com/watch?v=Nck6BZga7TQ
RHCP https://www.youtube.com/watch?v=cfudXO_vzWk&t=576s
Foo Fighters ♥ https://www.youtube.com/watch?v=5Xe0Qd6bUFo
Madonna https://www.youtube.com/watch?v=Sx2PfL2ekTY
Pink ♥ https://www.youtube.com/watch?v=sottGW1p5os&
Lady Gaga https://www.youtube.com/watch?v=X5Cfi7U4eL4
J.LO ♥ https://www.youtube.com/watch?v=qQIsdod0LWo
Elton John https://www.youtube.com/watch?v=5ndj6xn2P0c
Rod Stewart https://www.youtube.com/watch?v=qQIsdod0LWo
G. Michael https://www.youtube.com/watch?v=hvuENG3O9TM
Chris Martin ♥ https://www.youtube.com/watch?v=SADub7W22Zg
Justin Bieber https://www.youtube.com/watch?v=Dx06c0ZEBMk
Mariah Carey https://www.youtube.com/watch?v=z2iwQoKD6mg
Britney Spears https://www.youtube.com/watch?v=pSd9hiBGoE0
M. Obama https://www.youtube.com/watch?v=ln3wAdRAim4
19. November 2017

Treffpunkt 29.8., Dienstag nachmittag gegen 16 Uhr, stand in der Mail. Um zu entscheiden, welche Zellen bespielt werden, was an technischen Voraussetzungen vorhanden ist, angefangen bei Verlängerungskabeln und Verteilerbuchsen. Immerhin nur drei Tage, bevor es losgehen sollte. Die Tykwerzelle und eine kleine gegenüber genommen. Weil mir das Gitter vor dem Fenster gefiel und dass Pritschen darin waren. Und eine Lampe an der Wand, die warmes Licht machte. Da konnte ich mir gleich vorstellen, dass das schön wird. Das späte Tageslicht fiel noch ein und auch das war anheimelnd. Auf dem Hof fand ich einen kleinen, quadratischen Tisch mit einem schmiedeeisernen, geschwungenen Gestell und einer schweren Steinplatte. Der kam in die kleine Zelle und ein Stuhl, den ich in einer Ecke fand. Und noch einen Tisch für die Tykwerzelle und den zweiten Stuhl. Ich richtete im Kopf das Equipment mit den Notebooks und Beamern und Soundanlagen ein. Klebte Zettel an die Wand und auf den Tisch, um die Positionen zu markieren, als hätte ich die Befürchtung, im Eifer des Gefechts etwas durcheinanderzubringen. Schleppte das schwere Gestell mit der alten, gestreiften Matraze aus der kleinen in die große Zelle. Im Waschbecken der großen Zelle verkeilte ich ein Brett, das zu einem Regal gehörte, um es als Ablage für den Beamer zu benutzen. Da ich noch keine Exponate dabei hatte, musste ich aufhören, als alles in einer mir sinnvoll erscheinenden Position war. Es gefiel mir schon ganz gut. Und am übernächsten Tag würde ich mit dem Transporter und meinem Equipment und den Projektionswänden und den Reliquien anrücken. Während ich mich mit den Zellen vertraut machte, hatte Jan schon angefangen, seine Bilder in die obere Etage im Kuppelsaal zu bringen. Er hatte Unterstützung von seiner früheren Gefährtin, und die beiden guckten im Vorbeigehen, was ich treibe. Ich dachte laut nach, wie ich die kleinere Projektionswand stelle, ob an die Fensterseite oder an die freie Wand. Sie fand, es sollte an die Fensterfront, ich mochte zwar die Idee, dass man die Projektion dann noch deutlicher vom Flur her sieht, aber ich wollte die Fensterseite nicht so verstellen. Dann kam ich auf die Idee, die Projektionswand schräg zu positionieren, über Eck, das würde den räumlichen Eindruck weicher und dynamischer erscheinen lassen. So wie ich es auch in meinen privaten Räumen gerne mache. Es gibt immer eine Ecke, die nahezu aufgelöst wird und dem Raum dadurch weniger den Eindruck sturer, betonierter Rechtwinkligkeit verleiht. Hier ist der nächtliche Blogeintrag, den ich danach noch schrieb.


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14. November 2017
12. November 2017

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War schön… Saskia in Hochform. Die anderen natürlich auch. Da waren noch zwei anderen Fotografinnen, die ebenfalls imposante Bilder gemacht haben werden. Die eine hatte so ein Kanonenrohr, wie man es benutzt, um aus großer Entfernung ganz nah an den Künstler ranzuzoomen. Bin sehr gespannt auf die Bilder, zumal sie aus etwa zwei Metern Entfernung gemacht wurden. Als ich die schwer bewaffnete Kollegin gesehen hatte und noch eine weitere, die vorwiegend vom Fußboden aus, direkt vor der Bühne fokussierte, dachte ich, ich konzentriere mich mal ein bißchen mehr auf das Publikum und das sehr aparte Tresenpersonal. Die sind ja auch wichtig, damit so ein Abend gelingt. Aber Saskia und Ilka und Melli und Heike sind mir trotzdem irgendwie vors Objetkiv gerutscht. Ließ sich nicht umgehen. Bitte um Nachsicht!

11. November 2017

Nicht dass der Eindruck entsteht, mir käme der Sinn für das Wesentliche abhanden. Heute Abend werde ich das Haus verlassen, um mich in eine Bar zu bewegen. Die Sweetwater Bar. Grund der exorbitanten Aktivität: Saskia wird dort singen. In Begleitung von drei Musikerinnen, die ich auch kenne und mag. Grund genug, den Elfenbeinturm zu verlassen. Ich habe Saskia Rutner das erste mal im Grünen Salon auf der Bühne gesehen. Das war am vierzehnten Februar 2016. Auch bekannt als Valentinstag. Der Salon nannte sich demzufolge Valentinssalon. An jenem Abend hatte ich sie nur fotografiert. Zum ersten mal miteinander gesprochen haben wir bei einer anderen Gelegenheit, im Schlot auf dem Damenklo. Durchaus kurios war, dass ich ihr am Waschbecken erzählte, dass ich bei dem zweiten Set im Valentinssalon, wo sie zur Hochform auflief, immer wieder dachte: „Tiger-Lilly!“. Und Saskia gewissermaßen zusammenzuckte, als ich ihr das mitteilte, von wegen Déjà-vu. So hatte man sie zu Schulzeiten genannt Hey! Ich habe das gechannelt! Ich kann so was. Warum, weiß ich auch nicht. Jedenfalls mag ich sie seit dieser Begegnung noch mehr. Sehr. Ich denke, das wird sich auch nicht mehr ändern. Nur so ein Gefühl. Wie eingangs erwähnt, tritt sie heute Abend auf und ich bin dabei. Denn irgendwann in dieser Nacht werde ich noch schlafen gehen – will morgen schließlich gut aussehen! Apropos: hier sind all die Bilder versteckt, die ich bislang von Saskia gemacht habe. Und hier der Link zur Veranstaltung. Und nun Schönheitsschlaf.
11. November 2017
„(…) Ihr Denkvermögen wird nun in mancher Hinsicht auf die Probe gestellt. Sie sollten versuchen, es aus dieser Perspektive zu sehen und aus Ihren Fehlern zu lernen. Versuchen Sie nicht, Ideen hochzuhalten, die sich eindeutig als überholt erwiesen haben.“
Ist ja gut, ist ja gut! Stellt sich immer noch die Frage der Eindeutigkeit. Habe vielmehr den Eindruck von Dreideutigkeit. Nicht zu verwechseln mit Dreifaltigkeit! (fuck!)
[ Merkur Quadrat Sonne ]
11. November 2017

Vielleicht bin ich auch nur eines von Gottes bevorzugten Versuchskaninchen in einer sehr, sehr langen Langzeitstudie zur Erforschung emotionaler Resilienz). Möglicherweise war der Ansatz, mich als Probandin auszuwählen, der augenscheinliche Eindruck von Widerstandsfähigkeit, Robustheit, Stärke (Mars im Skorpion), optimistischer Werkseinstellung. Was er aber vielleicht nicht bedacht hat, könnte sein, dass die unausgesetzten Tests, diese pausenlosen Laboraufenthalte selbst der stärksten Kreatur zusetzen. Ich hätte gerne eine Pause. Eine lange Pause. Noch genauer: ich möchte, dass das aufhört. Ich will keine Probandin mehr für dich sein, lieber Gott. Ich will mich endlich erholen und keinen Prüfungen mehr ausgesetzt sein. Ich will ab jetzt Spazierengehen. Meine Werkseinstellung entfalten. Nicht mehr tapfer in Indianermanier die Zähne zusammenbeißen. Genug der Initiationsrituale. Fakir wollte ich auch nie werden. Fakirin ebensowenig. Leck mich am Arsch, Gott. Mach deine Tests ohne mich. Such dir jemand anderen. Irgendsoeine Püppi, der bis jetzt Zucker in den Arsch geblasen wurde. Da wird sich doch jemand finden. Vielleicht mal das Gegenteil von mir, ist sicher forschungsmäßig auch ergiebig. Wort zum Sonntag. Amen.
10. November 2017



Lüül und Bock und H. P. Daniels im ersten Stock. Ich war auch da. Und Ina. Ist so ein schöner Ort, da über dem Brel. Auf dem roten Samt-Kanapee. Sehr über die Senats-Reserven-Geschichte von Herrn Bock gelacht. „Ich bevorrate meine Stadt mit… Ölsardinen und Filzpantoffeln“. Versteht man jetzt nicht, wenn man die Geschichte nicht kennt. Ina und ich kannten sie auch nicht, hat sich aber gleich erschlossen, man musste nicht um die Ecke denken. Lustig ist aber auch die Widmung von Herrn Bock zu unserer „anregenden Foto-Session“. Das zu erklären, würde jetzt entschieden zu weit führen, ich kann das gerne bei näherem Interesse einmal unter vier Augen erhellen. Ich durfte die Widmung erst zuhause lesen. Das hatte mir Peter Lindbergh seinerzeit auch aufgetragen und ich habe mich daran gehalten. Musste sehr lachen, in beiden Fällen. Thilo Bock hat mehr Bilder abgekriegt, weil er als einziger direkt unter der Lampe saß. Die anderen beiden mehr so im Schatten. Schöner neuer kleiner Salon mit Lüül und Bock. Und ein Gast soll immer dabei sein. Lüül hat neue Songs ausprobiert und H. P. Daniels Geschichten von hinter dem Deich zum Besten gegeben. Mit Ina schon um Mitternacht nach Hause, dann aber noch eine Stunde im Auto gequatscht. Nein, geredet. Quatschen würde den Vorgang unzutreffend banalisieren. Über Eingemachtes quatscht man nicht. Schon kurz nach Eins ins Bett. Ich hatte wieder einen frühen Klempnertermin in Aussicht und der Wecker klingelte um Sechs. Daher. Sonst schaue ich nicht auf die Uhr. Absperrhahn gewechselt. Das soll es dann nun auch für eine Weile gewesen sein. Seltsame Serie von Klempner-Terminen in den letzten Wochen. Waren aber alle sehr nett, wenn auch nicht immer alles auf Anhieb geklappt hat. Nun ist Ruhe eingekehrt, nichts mehr tropft, nichts mehr verstopft.
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03. November 2017
01. November 2017
01. November 2017
Das ist die Playlist, die in Soeht7 auf den Notebooks in den Zellen lief, und auch sonst, privat in meiner Wohnung. Nicht alphabetisch wie hier aufgeführt, immer im Zufallsmodus. Sie ist dynamisch, manchmal wird nach einer Weile ein Titel rausgeworfen oder es kommen neue dazu, aber im Großen und Ganzen haben die meisten Titel einen festen Platz – dort und im Herzen. Der Soundtrack zu den Bildern des sentimentalen Archivs. Es liegt eine Weile zurück, zwei Monate genau. Je länger ich darüber nachdenke, umso unverständlicher ist mir, wieso bei Ausstellungen kein Lebensraum installiert wird. Ich kapiere das nicht. Wenn eine Ausstellung eine Einladung zu einer persönlichen Annäherung ist, wieso werden so viele Aspekte ausgespart. Vielleicht ist der Gedanke einfach noch nicht genug verbreitet und kultiviert. Kein Werk entsteht im luftleeren Raum, ein Geflecht aus Atmosphäre und Erlebnissen und Erinnerungen gebiert die neue Materie, ein Surrogat aus Gefühlen und Gedanken, Tagen und Nächten. Und immer gibt es eine Tonspur. Manchmal nur Wind. Regen. Und ganz oft Musik.
Adele – Lovesong
Al Green – How can you mend a broken heart
Amy Winehouse – Some holy war
André Heller – Lied an eine Schauspielerin
André Heller – Maria Magdalena
Angela Gheorghiu – Ständchen (Schubert)
Aretha Franklin – I say a little prayer
Astor Piazzolla – Libertango
Astor Piazzolla (Kurt Weill) – Youkali Tango
Astrud Gilberto & Stan Getz – Girl from Ipanema
Barbra Streisand – Between yesterday and tomorrow
Barbra Streisand – Lover Man, where can you be
Barbra Streisand – What are you doin the rest of your life
Barry White – I’m gonna love you just a little bit more baby
Benjamin Biolay – Dernier souper au château
Benjamin Biolay – Aime mon amour
Benjamin Biolay – Cactus Concerto
Benjamin Biolay – Dans ta bouche
Benjamin Biolay – Des lendemains qui chantent
Benjamin Biolay – Folle de toi
Benjamin Biolay – Holland Spring
Benjamin Biolay – La Garçonnière
Benjamin Biolay – tete à claques
Benjamin Biolay – Tu es mon amour
Bernd Begemann – Ich bin der Typ, der immer zurückkehrt
Bill Withers – Ain’t no sunshine when she’s gone
Billie Holiday – How deep is the Ocean
Bing Crosby – I surrender Dear
Birgit Denk & Hannes Ringlstetter – heit nocht
Birgit Minichmayer & Campino – Auflösen (live 2009)
Birgit Minichmayr & Campino – Auflösen (live bei Bio)
Blixa Bargeld & Teho Teardo – Nur zur Erinnerung
Bosse & Anna Loos – Frankfurt Oder
Brigitte Bardot & Sacha Distel – Soleil de ma vie
Bruce Springsteen – I’m on Fire
Bryan Ferry – in the Mood for Love
Burt Bacharach/B.J. Thomas – Raindrops keep fallin‘ on my head
Burt Bacharach & Jackie DeShannon – What the world needs now
Burt Bacharach & Dusty Springfield – The Look of Love
Burt Bacharach & Herb Alpert – This Guy‘s in Love with you
Burt Bacharach & The Carpenters – Close to you
Cassandra Wilson – Harvest Moon
Cassandra Wilson – Until
Caterina Valente – Les moulins de mon coeur
Chaka Khan – Ain’t nobody
Charles Aznavour – La Mamma
Charles Trenet – La mer
Chet Baker – I’ve never been in love before
Chet Baker – My funny Valentine
Chet Baker – The Touch of your lips
Chet Baker – You don’t know what Love is
Chet Baker & Ruth Young – Autumn Leaves
Club der toten Dichter – Lass es regnen (sagenhaft)
Clueso – Achterbahn
Coldplay – Adventure of a life
Cousteau – The Last Good Day of The Year
David Bowie – Lazarus
David Bowie – Sound & Vision
David Silvian – When the Poets dreamed of Angels
Diana Krall – Fly me to the moon
Diana Krall – I*ve grown accustomed to his face
Diana Krall – The look of love
Die Strottern – Wia tanzn is
Dionne Warwick – Theme from Valley of the Dolls
Diva – Promenade Sentimentale
Dominic Miller – Do you want me
Duke Meyer – Wo
Duke Meyer & MWNN – Es kann auch Liebe sein
Duke Meyer & MWNN – Ich fühl mich gut
Ed Harcourt – The Way that I Live
Eddie Vedder – Girl from the North Country
Edwyn Collings – A Girl like you
Ella Fitzgerald – I love Paris
Ella Fitzgerald – These Foolish Things
Ella Fitzgerald & Joe Pass – A foggy day
Elton John – Love Song
Elvis Presley – I can’t help falling in love with you
Emmylou Harris – The Magdalene Laundries
Eric Clapton – Layla
Erik Satie – Gymnopedie No. 1 (Gitarre)
Esther & Abi Ofarim – Hush-a-bye
Esther & Abi Ofarim – Morning of my Life
Eszter Balint – Un poison violent c’est l‘amour
Eva Cassidy – Autumn Leaves
Fink – Perfect Darkness
Fleetwood Mac – Butter Cookie (Demo)
Fleetwood Mac – Dreams
Fleetwood Mac – Planets of the Universe (Demo)
Françoise Hardy – Tous les garcons et les filles de mon age
Frank Sinatra – I’ve got you under my skin
Frank Sinatra – It was a very good year
Frank Sinatra – Moon River
Frank Sinatra – Summer Wind
Franz Schubert – Opus 100 Klaviertrio No. 2 in Es-Dur
Franz Schubert – Opus 103 Fantasie in F (H. Sermet)
Georg Danzer – Weisse Pferde
George Benson – Ode to A. Kudu
Ghinzu – High Voltage Queen
Glen Campbell – By the time I get to Phoenix
Glen Campbell – Gentle on my mind
Glen Campbell – If you go away
Glen Campbell – Rhinestone Cowboy
Glen Campbell – Witchita Lineman
Glen Campbell – Yesterday when I was young
Gordon Lightfood – If you could read my mind
Grace Jones – Breakdown
Grace Jones – Love is the Drug
Gregor Meyle – Sunday Lover
Gudrun Gut & Blixa Bargeld – Die Sonne
Gustavo Santolalla – Amelia Desert Morning
Gustavo Santolalla – Breathing Soul
Gustavo Santolalla – Morning pray
Harry Belafonte – Remember (live)
Herbert Grönemeyer – Fang mich an
Herbert Grönemeyer – Mensch
Hildegard Knef – Für mich soll’s rote Rosen regnen
Hildegard Knef – Ich hab noch einen Koffer in Berlin
Hildegard Knef – In der Stille der Nacht
Hildegard Knef – Nichts haut mich um aber Du
Hildegard Knef – This Girl’s in Love with You
Hindi Zahra – Waitin in vain
Iggy Pop – Passenger
Iggy Pop & David Bowie – Everything will be alright tonight
James Blake – Limit to Your Love
Jenny Kittmann & Karl Neukauf – Sag es leise
Joanne Shenandoah & Lawrence Laughing – Prophecy Song
John Cale – Amsterdam
John Denver – Annie’s Song
Julie London – Fly me to the moon
K. D. Lang – haint it funny
K. D. Lang – Help me I think I’m fallin
Karl Neukauf – Bevor die letzten Züge gehen
Karl Neukauf – Die Leber deiner Laus
Karl Neukauf – Einzig und allein
Karl Neukauf – Hoftheater (live)
Karl Neukauf – Milder Mittwochmorgen
Karl Neukauf – Paternoster
Katey Brooks – Fought Lovers
Keira Knightley – Coming up Roses
Keith Richards – Make no mistake
Laith Al Deen – Steine (live acoustic)
Laurie Anderson – Bodies in motion
Laurie Anderson – Free fall
Lee Clayton – 10.000 Years Sexual Moon
Lee Clayton – I Ride Alone
Leonard Cohen – A thousand kisses deep
Leonard Cohen – Everybody knows
Leonard Cohen – Famous Blue Raincoat
Leonard Cohen – Here it is
Los Lobos – Sabor a mi
Lou Doillon – ICU
Lou Reed – Berlin
Lou Reed – Coney Island Baby
Lou Reed – Love makes you feel
Lou Reed – Modern Dance
Lou Reed – N. Y. City Man
Lou Reed – Perfect Day
Lou Reed – Ride into the Sun
Luiz Bonfa – Manha de Carnaval (Orfeu Negro)
Luther Vandross – The Night I fell in Love
Madrugada – Quite emotional
Madrugada – Vocal
Mahalia Jackson – Summertime
Manfred Krug – Danke für den Abend
Manfred Krug – Morgen
Marcus Wiebusch – Nur einmal rächen
Maria Schuster (Schön Blond) – Alles
Marvin Gaye – Inner City Blues
Massive Attack – Live with me
Matt Monro – The music played
Max Giesinger – Sex on Fire (live acoustic)
Maxwell – Ascencion
Michael Patrick Kelly – Memories
Nancy Sinatra & Lee Hazlewood – Summerwine
Nat King Cole – I love you for sentimental reasons
Nat King Cole – Love is a many splendored thing
Nat King Cole – No me platiques
Nat King Cole – Perfidia
Nat King Cole – Quizas quizas quizas
Nat King Cole – suas maos
Nat King Cole – te quiero dijiste
Neil Young – Are you passionate
Neil Young – Coup de Ville
Neil Young – Cowgirl in the sand
Neil Young – Hey Babe
Neil Young – Tell me why
Nick Cave – Jesus of The Moon
Nick Cave – Let the Bells Ring
Nick Cave – Spell
Nick Cave – We know, who U R
Patti Smith – Dream of Life
Patti Smith – Free Money
Patti Smith – Maria
Paul Anka – Put your head on my shoulder
Pink Floyd – Wish you were here
Poetryclub – Dschellaladin II
Poetryclub – Schwesterbraut III
Poetryclub – Widerspruch (live)
Quicksilver Messenger Service – Gone again
Rachel Maio – Say it right
Rammstein – Frühling in Paris
Red Hot Chili Peppers – Californication
Red Hot Chili Peppers – Hey
Rio Reiser – Frühlingssturm
Rod Stewart – Sailing
Rod Stewart – Windy Town
Roman Rappak (Breton) – Fifteen Minutes
Roman Rappak (Breton) – Governing correctly
Romy Schneider & Michel Piccoli – Chanson d‘Hélène
Roseanne Cash – Girl from the North Country (live Band)
Roseanne Cash – Girl from the North Country (live Solo)
Roxy Music – Don’t Stop the Dance
Roxy Music – Love is the Drug
Rudy Bennett – How can we hang on to a dream
Sade – Sweetest Taboo
Sarah Vaughan – The Time for Love is Anytime
Silly – Erinnert
Simply Red – Holding Back the Years
Sting feat. Cheb Mami – Desert Rose (live 1)
Sting feat. Cheb Mami – Desert Rose (live 2 introducing Cheb)
Suzie Quatro & Chris Norman – Stumblin‘ in
The Beatles – And I love her
The Beatles – In my Life
The Bee Gees – How deep is your love
The Church – Under the Milky Way
The Civil Wars – My Father
The Common Linnets – Calm after the The Storm
The Derek Trucks Band – This Sky
The Doors – Riders On The Storm
The Everly Brothers – All I have to do is dream
The Magnetic Fields – No one will ever love you
The Pointer Sisters – Fire
The Pointer Sisters – Slow hand
The Rolling Stones – Anybody Seen my Baby
The Rolling Stones – Can’t be seen
The Rolling Stones – Continental Drift
The Rolling Stones – Gimme Shelter
The Rolling Stones – Love is strong
The Rolling Stones – Miss You
The Rolling Stones – Paint it Black
The Rolling Stones – Play with Fire
The Rolling Stones – Terrifying
The Rolling Stones – Wild Horses (1971)
The Rolling Stones – Wild Horses (2009)
The Stranglers – Golden Brown
The Stranglers – Walk on by
Them – It’s all over now
Thin Lizzy – Whiskey in the jar
Tom Adams – Nothing has changed
Tom Waits – Blue Valentines
Tom Waits – Kentucky Avenue
Udo Jürgens – Un air sur mon piano
Ulla Meinecke & Danny Dziuk – Wenn zwei zueinander passen
Velvet Underground & Nico – Femme Fatale
Vivi Bach – The Boy from Ipanema
Vonda Shepard – Vincent (starry starry night)
Willy de Ville – I call your name
Wolfgang Müller – Stück von dir
Wolfgang Müller – Unterschiedlich schwer
Xavier Naidoo – Dieser Weg
Yusuf (Cat Stevens) – Heaven
29. Oktober 2017
Als Maria und ich gestern gegen halbneun die Veteranenstraße herunterliefen, war ein leichter Nieselregen, undramatisch. Und als wir uns drei Stunden später am Rosenthaler Platz herzend verabschiedeten, nachdem wir dort in einem thailändischen Lokal gut gegessen hatten, war auch noch kein Sturm. Daheim merkte ich auch nichts davon, ich warf keinen Blick aus dem Fenster, hatte Musik an, und auch Schallschutzfenster. Ich verließ meinen Adlerhorst seither nicht mehr. Völlig an mir vorbeigerauscht, der Sturm. In einem nächtlichen Gespräch erinnerte ich mich an die Begegnung mit der Hamburger Fotografin Kerstin Schlitter, wir besuchten gemeinsam CAMERA WORK in der Kantstraße, genau zehn Jahre liegt es zurück. Peter Lindbergh hatte dort eine Ausstellung, und großformatige Abzüge von Portraits von Keith Richards und Mick Jagger dominierten den oberen Raum der sehr schönen Galerie in Charlottenburg. Kerstin war sehr musikliebend, sie lebt nicht mehr. Im Jahr nach unserer Begegnung starb sie viel zu früh, im Dezember 2008 in Hamburg. Dass sie noch erlebte, dass eine Fotostrecke von ihr im Rolling Stone erschienen war, war uns allen noch rückblickend ein Trost. Das war und ist der Olymp für eine Rock-Fotografin. Kerstin bat mich, zwischen zwei Portraits von Keith zu posen, was ich gerne tat, obgleich ich anfänglich immer verunsichert bin, wenn mich jemand mit Anleitung fotografieren möchte. Ich mag die Bilder. An demselben Tag, an dem sie mich besuchte, damit wir uns endlich mal kennenlernten – wir kannten uns virtuell von der gegenseitigen Lektüre unserer Blogeinträge und respektierten die Fotografie der jeweils Anderen, machten wir auch noch einen Ausflug nach Schöneberg, zu dem stillgelegten Rangierbahnhof, wo seither ein ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet die alten Gleise überwuchert. Wir saßen auf einem Aussichtspunkt und ich erzählte Kerstin etwas sehr Privates. Ich musste weinen und sie hatte die Kamera in der Hand und fotografierte dennoch. Ich war nicht in der Verfassung, das ausdrücklich abzuwehren. Später, als ich die Bilder davon sah, verstand ich nicht, warum sie währenddessen fotografiert hatte. Gestern Nacht erzählte ich davon, dass ich genau so etwas nicht machen möchte. Jemanden in einem Moment der Niedergeschlagenheit dokumentieren. Ich möchte vielmehr einfangen, wenn jemand sehr nah bei sich ist, sich entfaltet. Die guten Momente. Da zwischen Keith, das war so ein guter Moment. Aus irgendeinem Grund kommt mir Keith Richards wie ein Familienmitglied vor. Vielleicht auch weil mein Bruder Keith so mochte und ein Schwarzweiß-Foto einen Ehrenplatz in seinem Zimmer hatte. Keith war einfach immer da und ich fand ihn zutiefst sympathisch. Nicht zum Verlieben, so wie ein vertrautes Familienmitglied. Ich erzählte noch viel mehr gestern Nacht. Als es schon hell wurde, konnte ich vom Bett durch das gekippte Fenster den Wind und später leichten Regen hören. So gesehen war ich von keinem meteorologischen Sturm betroffen. Heute Nachmittag hörte ich einen Song, den Kavi auf facebook verlinkt hatte, sie schrieb, ihr Sohn habe sie darauf gebracht. Ich nehme an, sie meint Adrian. Das ist das Lied. Ich finde es nicht durchgängig umwerfend, aber es gibt ein paar schöne Stellen, besonders im Text, die mich amüsierten, weil sie gerade so zu passen schienen.
Baby, gib mir mehr von dem, was du Liebe nennst
Auch wenn es keine Liebe ist, ich liebe es
Hilf mir zu vergessen, was war
Ich park‘ mein Herz bei dir heute Nacht, yeah
Also gib mir mehr von dem, was du Liebe nennst
Auch wenn es keine Liebe ist, ich liebe es
Hilf mir zu vergessen, was war
Ich park‘ mein Herz bei dir heute Nacht, heute Nacht, Baby
Deine Liebe ist nicht echt, aber dafür ist sie gut
Park‘ den Benz vor der Tür, park‘ mein Herz in deinem Bett
Mach so weiter und ich geh‘ hier nicht mehr weg
Oh Baby, gib mir mehr von dem, was du Liebe nennst
Auch wenn es keine Liebe ist, ich liebe es
Hilf mir zu vergessen, was war
Ich park‘ mein Herz bei dir heute Nacht, yeah
Also gib mir mehr von dem, was du Liebe nennst
Auch wenn es keine Liebe ist, ich liebe es
Hilf mir zu vergessen, was war
Ich park‘ mein Herz bei dir heute Nacht, heute Nacht, Baby
Yeah, ey, ey, Baby, wie lang bleibst du mit mir wach?
Ich park‘ mein Herz bei dir heute Nacht, yeah
Wie lang bleibst du mit mir wach?
Ich park‘ mein Herz bei dir heute Nacht.
28. Oktober 2017


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Ich war dann auch im Wahn. Nicht abgebildet: Regiestuhl, Feuerzeuge, Zigarettenschachteln, T-Shirts (langärmlig, kurzärmlig, muscle shirt), Sporttasche, Messengertasche, Einkaufsbeutel, Turnbeutel… Alles Dunkelgrau auf Schwarz natürlich. Man muss da auch konsequent bleiben. Die Welt drumherum ist schon bunt genug. Hier erholt sich das müde Auge, wird endlich nicht mehr strapaziert und kann Kraft schöpfen. Alles natürlich in hochexclusiver, limitierter Auflage. Die Feuerzeuge wurden zum Beispiel handverlesen vor Ort in Soeht7 an hochstehende Persönlichkeiten vergeben. Ich kann da jetzt keine Namen nennen, das wird man verstehen. Ich habe noch vier davon übrig. Das sollte gut überlegt sein, wem man solch ein Juwel zuteil werden lässt.



25. Oktober 2017
Fats Domino ist gestern gestorben. Ein household name, wie der Amerikaner so sagt. Jemand, von dem man keine Platten hat. Offen gestanden hätte ich nicht einmal sicher sagen können, ob er noch lebt. In den letzten Jahren sind auch so viele gestorben. Ich erinnere mich noch an den aufgebahrten James Brown. Ein goldener, offener Sarg, wenn ich mich recht entsinne. Und Michael Jackson hatte später das gleiche Modell. Wenn der Blick so die Titel streift, die Fats Domino der Welt geschenkt hat, kennt man doch eine Menge und hat gleich den Refrain im Ohr. Wie bei diesem hier zum Beispiel. Ain’t that a shame? Der Text ist in seiner direkten Schlichtheit schon irgendwie auch besonders. Wer würde sich heutzutage trauen, solche Verse zu schreiben. Das kann man noch nicht einmal als Satire wagen. Viel zu platt. Farin Urlaub brächte das vielleicht zustande. Der macht ja auch Lieder wie OK („Ich hasse dich„). Und ich vermute, Farins Song hat einen sehr ehrlichen Ursprung. Und dieser hier von Fats Domino auch. Darauf kann man unbesorgt wetten. Antoine Domino hieß er also. Und der Co-Autor ist Dave Bartholomew. Hat man den Namen auch mal gehört. Hier ein schönes Video mit Texteinblendung, zum Mitsingen. Ein kleines Farewell für den großen Fats Domino.
You made me cry when you said goodbye
Ain’t that a shame?
My tears fell like rain
Ain’t that a shame?
You’re the one to blame
You broke my heart when you said we’ll part
Ain’t that a shame?
My tears fell like rain
Ain’t that a shame?
You’re the one to blame
Oh well, goodbye
Although I’ll cry
Ain’t that a shame?
My tears fell like rain
Ain’t that a shame?
You’re the one to blame
You made me cry when you said goodbye
Ain’t that a shame?
My tears fell like rain
Ain’t that a shame?
You’re the one to blame
Oh well goodbye
Although I’ll cry
Ain’t that a shame?
My tears fell like rain
Ain’t that a shame?
You’re the one to blame
ANTOINE DOMINO, DAVE BARTHOLOMEW 1955
21. Oktober 2017
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Ina wartete bereits im Kaminsaal vom Literarischen Colloquium am Wannsee in den Stuhlreihen, und hielt mir einen Platz frei. „Wer war Ingeborg Bachmann?“ hieß die Veranstaltung, die uns beide sehr interessierte. Benannt nach dem Buch, das erst im November erscheinen wird. Wieder hat sich jemand eindringlich mit ihr beschäftigt, diesmal Ina Hartwig. Sie hat viele Zeitzeugen befragt und die neueren Erkenntnisse, aufgrund der vor kurzem erschienen Briefe Ingeborg Bachmanns an ihre Ärzte miteinbezogen. Ich hatte nur einen Blick auf Fragmente der Autorin und ihrer Gesprächspartnerin auf der Bühne, aber wenn ich es darauf angelegt hätte, wäre es möglich gewesen, diskret Bilder zu machen. Um ehrlich zu sein, hat mir das Herzblut gefehlt. Mich verbindet nichts mit der Autorin des Buches, außer dem Interesse an Ingeborg Bachmann. Und die war ja leider aus bekannten Gründen nicht anwesend. Würde sie leben, wäre sie einundneunzig. So bewahren wir für immer das Bild einer jugendlichen Frau, weil uns ein anderes nicht zugänglich oder vorstellbar ist. Sie legte immer Wert auf ihre Erscheinung, zum Glück wurde man nicht mit Bildern überfordert, die sie auf der Intensivstation in der Klinik in Rom mit den Brandwunden zeigen, da, wo sie am 17. Oktober 1973 starb. Es wird seither gemutmaßt, ob ihr Leben zu retten gewesen wäre, hätten die behandelnden Ärzte gewusst, von welchem Psychopharmaka ihre schweren Entzugserscheinungen rührten. Aber was wäre das für eine Ingeborg Bachmann gewesen, die innerlich ohnehin gebrochen war. Mehrfach. Verstümmelt und vernarbt wie ihr vielffach zerrissenes Herz. Das wäre noch tragischer gewesen, als das furchtbare Ende. Wir saßen nach der Lesung und den Gesprächen noch eine Weile in dem Raum mit der Bar, es gab Gulasch- und Kartoffelsuppe, ich hatte Gulasch, Ina die mit den Kartoffeln, sehr gut und heiß. Es war schon herbstlich. Dazu Wein. Das Buch ist noch nicht erschienen, weil die Autorin noch nicht die erforderlichen Freigaben aller Zeitzeugen für die Texte hatte. Bei der Gelegenheit erzählte sie auch, dass sich die Gesetze international sehr unterscheiden, was die Veröffentlichung von Interviews in gedruckter Form angeht. Sie sagte, in den USA gelte das gesprochene Wort, ein Interviewpartner könne keine Abnahme mit eigenmächtigen Änderungen, in Form von gestrichenen Passagen des Gesprächs verlangen. Ina hatte einen sehr speziellen Blickwinkel auf die Passagen, die zu Gehör gebracht wurden, da sie selbst an einem biographischen Buch mit einer mehr oder weniger öffentlichen Person arbeitet und im Zuge dessen auch viele Interviews führt. Wir sprachen darüber, ob es nicht eher eine Verlegenheitsgeste mangels inhaltlicher Substanz darstellt, wenn der Autor, die Autorin, seine persönliche Herangehensweise im Buch mit verarbeitet, beispielsweise, was ihr durch den Kopf ging, während des Flugs nach New York, um einen bestimmten Zeitzeugen zu treffen. Dieses Drumherum. Ich kann damit viel anfangen, weil es eine Verwandtschaft zur Herangehensweise beim Schreiben eines Blogeintrages hat, der in meinem Fall zumindest auf gar keinen Fall den Anspruch hat, sich mit maximaler Distanz oder gar Sachlichkeit einem Subjekt zu nähern. Ich empfinde dann viel mehr, dass ein Text atmet, mir erschließt sich dann das Gesamte organischer, ich mag das. Aber dazu muss man sich selbst wahrscheinlich auch ein bißchen wichtig nehmen. Als Blogger darf man das nicht nur, man muss es sogar, sonst entsteht kein Profil oder Wiedererkennungswert. Es gibt ja genug sachbezogene Seiten im Internet, das hat alles seine Berechtigung. Inas Perspektive ist eine andere, professionellere. Ich mache das ja ohne die geringste Rücksprache mit irgendwem.
21. Oktober 2017
Jenny singt heute Abend im artliners. Ich kriege es leider nicht hin, dabeizusein. Das tut mir aufrichtig leid. Es geht bestimmt noch bis in die Puppen. Das artliners ist in Friedrichshain, ganz kleiner, intimer Laden in der Gärtnerstr. 23, Nähe Boxi. Sieht da so aus.
21. Oktober 2017

Maria heute als Adela, „Ein starkes Team“. 20:15, ZDF, auch in der Mediathek. Adela findet beim Saubermachen die Leiche der Hausfrau. Das Rumänisch ist echt, nicht übergeholfen. Allerdings der Akzent, wenn sie Deutsch spricht. Maria spricht bildschönes Hochdeutsch, auch ganz privat. Ich habe schon mal heimlich vorab heute Nachmittag geguckt. Sehr spannend. Bis kurz vor Ende habe ich nicht durchschaut, wer die Leiche auf dem Kerbholz hat, aber ich verrate nichts. Jedenfalls treten Zustände zutage, die man nicht haben möchte. Lug und Trug und Affären unter vorgeblichen Freunden. Normalerweise gucke ich die Sendung nicht, wegen Maria mache ich da mal eine Ausnahme. Hat sich gelohnt. Wobei die Darsteller nicht durchgängig oscarverdächtig sind. Aber Maria natürlich schon, das schreibe ich ganz unvoreingenommen. Mit einer Schmierenkomödiantin könnte ich niemals befreundet sein. Aber es sind auch richtig gute dabei. Der Assistent, der jüngere, der gefällt mir ausnehmend gut, wirkt ganz unaufgesetzt. Wie heißt er noch – Matthi Faust als Sebastian Klöckner. Florian Martens ist natürlich auch immer Spitze. Die neue Ermittlerin gibt auch ihr Bestes, sie ist nicht schlecht, aber ich war schon ein bißchen verliebt in Maja Maranow, mit ihr hatte ich mal ein paar wenige Episoden geschaut. Eigentlich finde ich, dass Maria auch eine gute Besetzung für die Kommissarin wäre. Dann würde ich natürlich immer gucken!
01. Juli 2017
Mein Rendezvous mit Herrn Ratzke. Oder sein Rendezvous mit mir. Unser Rendezvous! Man könnte hier sonstwas schreiben und behaupten, wer wollte es anzweifeln. In Wahrheit hatte er nur indirekt ein Rendezvous mit mir. Und ich mit ihm. Rendezvous tippt sich nicht gut. Ich komme beim v immer auf die b-Taste. Also gut, ich hatte kein Rendezvous mit ihm. Denn er zog es ja vor, sich mit Meret Becker und Katharina Thalbach zu vergnügen. Von den Männern rede ich gar nicht, nicht der Rede wert. Aber Meret war gut in Form. Wir alle, wirklich alle, also wir vier erwachsenen Frauen in der Blüte unseres Lebens, waren scharf auf Merets Jeans-Einteiler mit Halterneck, rückenfrei, hauteng. Und dazu eine kesse rote Fliege auf nackter Haut. Was für ein Hingucker. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie je so gut ausgesehen hätte. Man plauderte so halb privat angeschickert, es gab Champagner, sie erzählte dauernd davon, dass sie seit drei Tagen nicht mehr trinkt. Wurde dann aber doch schwach. Zwei Sendungen wurden aufgezeichnet. Schon lustig irgendwie, wenn die ganze Show-Dramaturgie mit frenetischer Begrüßung und furiosem Schlussapplaus zweimal hintereinander zelebriert wird. Man denkt beim ersten Ende der Show, wenn man als Publikum in die Nacht verabschiedet wird („kommen Sie gut nach Hause!“), einen Moment, dass jetzt wirklich Schluss ist, da stimmt einfach alles in dem Moment, auch die Kameras lenken nicht ausreichend ab oder die wichtig mit Walkie Talkie (heißt das überhaupt noch so? Also es war kein Smartphone sondern sah aus wie die Funksprechgeräte mit Antenne aus meiner Kindheit oder die ersten Mobiltelefone) und Klemmbrett herumscharwenzelnde Aufnahmeleiterin. Le Ratzke verabschiedete uns nach Aufnahmeschluss in die längere Pause, da er sich ja nun umziehen müsse für die zweite Show und wir müssten uns ja nun bitte schließlich auch etwas anderes anziehen. Äh ja. Die Musiker, die zauberhafte Band rechts von der Bühne in der Ecke, die ich ja Dank Maria, die auch dabei war, sogar schon persönlich kennenlernen durfte, hat sich auch ein bißchen „umgezogen“. Also in der ersten Show weißes Hemd, schwarzes Sakko und dunkler Binder. In der zweiten Show Sakko aus, Schlips weg, Hemd leicht geöffnet. Also es war launig und gab auch ein paar schöne Songs. Kathi Thalbach hat selbstgebackene Kekse mitgebracht. Für’s Publikum. Und strahlte Ratzke wie frisch verliebt an. Er ist aber auch wirklich eine sehr nette Mischung aus impulsiv und intelligent. Mit den Plätzen in der ersten Reihe hat es leider nicht geklappt, umsonst aufgestylt. Wir hätten schlicht und ergreifend einen Tisch für sechs Personen von langer Hand reservieren müssen, woran keine von uns gedacht hat. So verteilten wir uns hinter der Hauptkamera 1 auf Stühlen und Barhockern. Man konnte sich nicht so gut als Truppe verständigen, ich bin immer hin und hergependelt, mal stehend neben dem Hocker von Ina, dann wieder hinter Maria und neben Romy sitzend. Wir haben uns aber dennoch gut amüsiert. Ich empfehle die Sendung, von der ich noch gar nicht weiß, wann sie zum ersten mal ausgestrahlt wird. Das nächste mal reservieren wir aber einen Tisch. Ich habe nicht ein einziges Foto von der Show mit nach Hause gebracht, weil ich schlicht und ergreifend keines gemacht habe. Ich war zum einen unsicher, ob es nun wieder untersagt ist und wollte keine Diskussionen provozieren, die den Sendeablauf torpediert hätten, und zum anderen war da mindestens ein Fotograf mit Riesen-Equipment, der hat seine Kanonenrohre ohne Unterlass aus allen Winkeln draufgehalten. Wo diese Bilder landen, wissen die Götter. Vielleicht in Fernsehzeitschriften oder auf der Seite vom SWR, wenn es dann einmal so weit sein wird und das Ereignis angekündigt werden wird. Weil Maria ja nun Herrn Ratzke sehr gut kennt (wir erinnern uns, sie war sein Sidekick in HEDWIG) wollte sie es sich nicht nehmen lassen, sich nach der Show wenigstens zu verabschieden. Wir sind dann also nach hinten, an den Zirkuswägen vorbei, so eine Art Hinterhofcharme, das open air backstage von der Bar jeder Vernunft. Eine Hollywoodschaukel dazwischen. Ein bißchen Bronx-artig. Brennende Öltonnen hätten noch gut hingepasst. Auf der Hollywoodschaukel saß Meret und rauchte etwas nervös inhalierend. Und Kathi Thalbach stand auch da herum. Die freute sich unwahrscheinlich über das Wiedersehen mit Maria und ließ sich auf den neuesten Stand bringen, was sie so treibt. Auch da hat sie die ganze Zeit sehr breit gelächelt, sie war gut drauf. Aber vielleicht hat es auch was damit zu tun, dass man in einem gewissen Alter einfach viel attraktiver aussieht, wenn man ein Lächeln im Gesicht hat. Das hat sie auch auf der Bühne erzählt. Oder war es Zazie de Paris, stimmt, die war ja auch da – fast vergessen. Nein, ich glaube es war Katharina Thalbach. Ratzke hielt ein Foto von ihr aus ihren Zwanziger Jahren in die Kamera, sie guckt darauf ernst und ein bißchen trotzig. Da fiel ihr auf, wie ausgesprochen attraktiv so ein bockiger Gesichtsausdruck in einem jungen Gesicht wirken kann. Aber derselbe übellaunige Ausdruck in einem älteren Gesicht… nicht sehr anziehend. So ein Lächleln hebt die Gesichtzüge. Ich weß genau, was sie meint. Wenn man im Schlepptau von Maria im backstage auftaucht, kriegt man dann auch noch eine Umarmung von Le Ratzke ab, das war auch nicht unangenehm. Man verzeihe mir das einseitige Bildmaterial des Abends. Ich kann versichern, dass meine Begleiterinnen Ina, Maria und Romy und auch der Nachwuchs, der mit uns war, fotogen gewesen wären. Aber wie bereits erwähnt, ich wollte unbedingt den reibungslosen Sendeablauf sicherstellen.

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265

Wer da war, wundert sich vielleicht, warum ich so gar kein Wort über die ebenfalls prominenten männlichen Gäste verliere. Der Eine war von Hause aus nicht so spannend für mich, und von dem Anderen bin ich kein Fan. Letzterer (ein durchaus berühmter deutscher Popsänger älteren Semesters) wurde erst mit Riesenbeifall begrüßt, als er dann anfing zu erzählen, wie es ihn nach Hamburg verschlagen hat und er dann später Berlin entdeckt hat, konnte man zusehen, wie die Dichte von Smartphones sekündlich anstieg, Nicht, um ihn damit zu fotografieren, sondern um messages zu checken. Wir nutzen diesen Showteil dann auch, um aufs Klo zu gehen und draußen eine zu rauchen. Wer wissen will, von wem ich rede, muss halt googlen. Interessanterweise gibt es in dem Hörfunkbericht hier auch keine Erwähnung der männlichen Gäste. Dank an Saskia für den supercleveren Tipp, vor Aufzeichnungsbeginn Getränkevorräte zu bestellen. Wir hatten neben den von der Außenbar mitgebrachten Getränken in der ersten Sendung eine Flasche Crémant Rosé im Kühler und eine Flasche Wasser und zur zweiten Sendung eine Flasche Sancerre und eine zweite Flasche Wasser. Das nächste mal lieber gleich zwei Kühler und drei bis vier Flaschen. Und dann haben wir ja sowieso den allergrößten Tisch für uns. Das wird fein.
18. Oktober 2017

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Muss morgen früh raus. Früher als sonst. Wie schon hier und da dargelegt, verweigere ich seit einigen Jahren beauftragtes Enstehen (vor allem) und einhergehende Verwurstung meines Bildmaterials. Also muss das Geld woanders herkommen. Ich habe mir vor vielen Jahren eine Quelle erschlossen. Das verlangt einige Male im Jahr, dass ich früh aus den Federn komme. So wie morgen. Die Bilder, die ich in diesen Eintrag einbaue, hängen auch mit so einem Termin zusammen. Ich musste also am 21. September 2017 zum ersten mal in meinem Leben zu einer Gerichtsverhandlung. Unversehens fand ich mich in einem Verhandlungssaal an dem Tisch, auf dem das Schild mit dem Aufdruck „Beklagte/r“ aufgestellt war. Ich nahm es sportlich. Der Verteidiger der Klägerin auch. Er lächelte und zwinkerte mir zu und hatte keine Scheu, nach meinen Darlegungen, die durchaus plausibel schienen, auch für ihn, in den Verhandlungssaal – mir zugewandt – zu verlautbaren: „Hm. Ja. Na klar. Aber Sie WISSEN, wen ich hier vertreten MUSS….?!“ Am Ende hatten wir einen Vergleich, der inhaltlich nicht mehr viel mit irgendwelchen Gesetzesgrundlagen zu tun hatte. Ich war um eine Erfahrung reicher. Zum Beispiel, dass man vor Betreten des Gerichtsgebäudes einem Bodycheck unterzogen wird, vergleichbar beim Check in am Flughafen. Es wurde an meiner kleinen Stahl-Thermoskanne mit frisch gekochtem Espresso geschnüffelt. Der Gürtel musste abgelegt werden. Am Ende hat die Seite, für die ich nur neugierhalber (ich war gar nicht als Hauptzeugin oder dergleichen geladen) vor Ort war, also einen Vergleich erzielt. Im Nachgang lernte ich die Redewendung „Orientalische Phase“. Beim Vergleich vor Gericht begeben wir uns also in Zustände, vergleichbar einem orientalischen Basar, Pferdemarkt, Teppichhändler. Das Ganze fand in der Kirchstraße statt, in Moabit. Nicht weit davon hatte ich einige Tage später den Gerichtsdreh, im alten Kriminalgericht, Alt Moabit. Davon hatte ich ja ausgiebig berichtet. Rückblickend finde ich es kurios, dass ich zum ersten mal in meinem Leben in ein Gerichtsgebäude geladen war. Einmal allen Ernstes und das andere Mal zum Spiel, und derart kurz hintereinander. War nicht auf meiner Liste der Sachen, die ich unbedingt mal machen wollte, aber schon nicht uninteressant. Das mit dem Filmdreh war hingegen schon etwas, was mich seit Längerem beschäftigte. Der ganze visuelle Krempel ist ja mein Metier, mein Herzblut. Ich hätte es schon 1986, als ich diese Affäre mit dem Oberbeleuchter von Margarethe von Trotta hatte, stimmig gefunden, wenn ich da einen kleinen Zeh in die Tür bekommen hätte. Na ja. Wie auch immer. Dass sich da nie etwas Raumgreifenderes bewegt hat, liegt schlicht daran, dass ich noch nie an jemanden herangetreten bin – außer mich selber – um meine Dienste anzubieten. Wenn mich aber jemand nett bittet, also ohne mein Zutun auf Ideen kommt, zeige ich mich offen. So ist im Grunde alles zustande gekommen, was mir in Hinsiciht öffentlicher Wahrnehmbarkeit widerfahren ist. Wiederfahren? Widerfahren. Widerfahren. Ist. Man könnte auch sagen, ich lasse es darauf ankommen, ob andere zu der Ansicht gelangen, dass ich einen interessanten Beitrag liefern könnte. So lange ich das Gefühl habe, nett gebeten zu werden, gerne auch ein bißchen hofiert, zeige ich mich interessiert. Wer sich im Ton vergreift, hat eher nichts zu erwarten. Ich will nicht vollständig von mir weisen, dass hier eine geringfügige Veranlagung zur Diva zutage tritt. Ich kann mich ja auch nur selbst beobachten. Letzten Endes ist man sich und seinen innersten Impulsen auf Gedeih oder Verderb ausgeliefert. Als alter Astrologin würde mich aber schon interessieren, wohin mich mein revolutionsliebender Jungfrau-Pluto in exaker Konjunktion mit dem erfinderischen, superfortschrittlichen Uranus im zehnten Haus (Öffentlichkeit, gesellschaftliche Anerkennung) noch zu führen gedenkt. Bei jedem anderen hätte ich da eine sportliche Erklärung, aber bei sich selber ist man ja betriebsblind. Oder auch einfach so ein bißchen demutsvoll artig zurückhaltend.

17. Oktober 2017
Warten auf den Klempner. Zweiter Teil.
Oder den Nachbarn. Oder beide. Ich will hier niemanden mit meinen Abflussproblemen langweilen. Zumal die ja gar nicht bei mir sind. Aber nun bin ich – wie auch gestern – sozusagen im Bereitschaftsdienst, falls der Klempner irgendwas von mir will. Schampus ist auch kaltgestellt. Nicht für den Handwerker, sondern für mich. Ich weiß auch gar nicht, was der gerne trinkt. Normalerweise halte ich mich tagsüber mit Alkohol zurück, aber wenn ich ein bißchen was getrunken habe, bin ich zahmer und das könnte der Verständigung dienen. Mein Nachbar, der das eigentliche Problem hat, ist da ja ein ganz anderes Kaliber. Die Sanftmut in Person. Damit provoziert er bei mir so eine Mischung aus Ungeduld und Mitleid. Weil ER nun ein Problem hat, das eventuell auf die Aktion vom Freitag bei mir zurückzuführen ist, sind alle auf unserer Seite gebeten, das Wasser in der Küche nicht zu benutzen, es könnte wieder eine Sauerei bei ihm auslösen. Nun wäscht man das Geschirr im Bad. Alles keine echten Probleme, first world problems, schon klar. Aber dass ich im Zeitfenster X bis Y hier verfügbar bin und dann hält sich der Klempnerdienst nicht an das Zeitfenster, sondern schlägt viel später auf, oder auch gar nicht, weil was dazwischen gekommen ist – wie gestern, das strapaziert mein luxuriöses Nervenkostüm. Ich bin da etwas untolerant. Aber mein Nachbar ist ja von sanftem Gemüt und kommt nicht auf die Idee, dem Klempner hinterherzutelefonieren. Vielleicht ist das auch britische Gelassenheit. Er kommt von da. Ich sitze also nun wieder in meiner durchaus geliebten Wohnung und könnte alles machen, was ich auch sonst mache, aber will lieber ein bißchen herumjammern. Nein, es ist nicht schlimm, ich habe zu essen und zu trinken, ein Dach über dem Kopf, kann aufs Klo gehen, im Bad Geschirr spülen. Habe den sanftmütigen Briten gebeten, mir Bescheid zu geben, wenn der Klempner dann irgendwann mal da ist. Dann gehe ich runter und versuche zu eruieren, ob ich überhaupt gebraucht werde, um testweise Wasser ablaufen zu lassen oder dergleichen. Aus Faulheit und auch weil es mir nicht einleuchtet, habe ich den Schrank unter der Spüle nicht freigeräumt, wie beim letzten mal. Keine Lust!
P,S. Der Brite hat gerade angerufen und mitgeteilt, dass der Wiener (anderer Nachbar, zwischen uns) mitgeteilt hat, dass der Klempner unterwegs ist.
16. Oktober 2017
Die Adresse ist ja nicht schlecht. 5th Avenue, No 1.
Aber das Wand-Tattoo.
16. Oktober 2017
Soeht7. Zweiter Tag, Konzert mit Maria
Am zweiten Tag, dem zweiten September 2017 wurde der Zellenflur zur Bühne erklärt, denn Maria würde kommen und spielen. Sie hätte es auch alleine machen können, aber sie brachte Sibylle mit und das war schön. Ich hatte die beiden erst einmal zusammen gehört, im letzten Jahr im Lola. Sibylle stieg – übers Knie gebrochen – bei Songs ein, die sie gar nicht kannte. Sehr sportlich. Aber jetzt hörte ich die beiden eingespielt und das war wunderbar. Alte Songs von ihrer früheren Band „Schön Blond“ und neuere von Maria, die ich zum Teil kannte. Ich wusste immer, dass Maria in jedem Fall etwas abliefern würde, das mich entflammt. Sie hat mich zum Weinen gebracht, weil sie ein paar Lieder geschrieben hat, die mich sehr berühren. Eines davon ist „Hörst du mich“. Ich schreibe das, während ich im Schneidersitz auf meinem Bett sitze. Ich habe noch niemals hier einen Entrag geschrieben. Es liegt daran, dass ich heute den Marshall-Lautsprecher, der in Zelle vier war, im Schlafzimmer angeschlossen habe. Ich höre nebenher diverse Folgen von Bettina Rust im Gespräch mit Diesem und Jenem. Während ich schreibe, höre ich nicht mehr zu, merke ich gerade. Eben ein Schauspieler, der amüsant erzählt, Name vergessen (Sebastian Blomberg). Ich trinke etwas, wenn ich zu später Stunde in die Tasten haue. Tiefgang heißt der Wein. Erstaunliche Qualität, im Vergleich zum Preis. Also. Maria hat gespielt. Und es war eine Ehre. Wir haben uns im Grunde gegenseitig die Ehre erwiesen, wir beide wissen, was damit gemeint ist. Auch eine große Freude, dass einige Freunde da waren, die auch Musiker sind, Musikerinnen, Sängerinnen. Und nach einer Pause mit der einen oder anderen Zigarette, erklärte Maria die Bühne zur open stage und die Gäste ließen sich nicht lange bitten. Einer der Mitarbeiter von Soeht7 brachte Bob Marleys Redemption Song und noch ein weiteres Lied zu Gehör, überraschend virtuos. Wir staunten. Jenny sang einen selbst geschriebenen Tango, Hans spielte dazu auf Marias roter Gitarre. Und noch ein zweites Lied, ein neues. Dann sang Saskia „Abgewrackt“ und die Tresenfee von Soeht7, die sich hingerissen einen Stuhl genommen hatte, war sofort verliebt. Hans hatte eine von ihm übersetzte Version von Dead Flowers von den Stones in petto, wobei Susie zu Gaga Nielsen wurde. Nicht unbedingt schmeichelhaft, aber die Geste an sich, namentlich verwurstet zu werden, konnte ich durchaus würdigen. Die Tresenfee hatte inzwischen Pizza aufgebacken und verteilt und sorgte für Getränkenachschub, als sich mein Champagner dem Ende neigte. Ich blieb nach diesen schönen musikalischen Einlagen noch etwas länger in meinen Zellen, um ein bißchen aufzuräumen und meine Notebooks einzupacken, eine Weile leistete mir noch der Mitarbeiter Gesellschaft, der den Bob Marley-Song gespielt hatte, wir hatten längst angefangen, in den Zellen zu rauchen, der Rauch verlor sich ohnehin in den hohen Räumen. Dabei lief meine schöne Playlist über den kleinen Marshall Amp. Ich fotografierte ihn auf der Pritsche, wo er sich räkelte, als hätten wir ein Shooting verabredet. Dabei mutierte ich fotografiernderweise zur Schmetterlingsfängerin, es bot sich einfach an, rein visuell, was er etwas anders interpretierte, als von mir beabsichtigt. Ich konnte den jungen Mann kaum abschütteln, aber er fügte sich dann doch etwas betreten, wenn auch ohne Verstehen, in sein Schicksal. Die Bilder gibt es noch, ich werde sie gnadenlos verwerten. Irgendwann dann nach Hause, allein. Vermutlich mit einem gewunkenen Taxi, das irgendwann des Weges kam. So genau weiß ich es nicht mehr.
14. Oktober 2017
Ganz viele Bilder vom 2. September in Soeht7, Marias Auftritt, begleitet von Sibylle. Und später noch mit Spontaneinlagen von Jenny und Hans und Saskia und Maxime. Das war sehr schön. Es war eine Ehre. Ich schreibe später noch ein bißchen mehr dazu.
14. Oktober 2017
Kopfweh
13. Oktober 2017
Warten auf den Klempner













































































































