19. August 2017
17. August 2017
14. August 2017

Kleines Plakat zur Orientierung, hundertachtundzwanzig mal zweiundsiebzig. In der Mitte ist das ganze Opus Magnum aufgeführt. Links und rechts die Hauptdarsteller meiner filmischen Werke, illustriert mit Filmstills. Mein 4K-Projektor macht mich ganz kirre. Gestern fast die ganze Nacht durch (meine) Filme geschaut, bis halbsieben in der Früh. Weil ich mich sowieso nicht festlegen will, habe ich einfach alle Filme auf die Liste gepackt. Dann kann ich machen was ich will. Schön flexibel. Sogar die alten Streifen sehen präsentabel aus, obwohl kein HD, von UHD gar nicht zu reden. Wird sowieso überbewertet. Was nützt die porentiefe Auflösung, wenn die Kamera nur Unsinn einfängt. Oder den üblichen gekünstelten Mainstreamquatsch.
14. August 2017

Kleines Plakat zur Orientierung, hundertachtundzwanzig mal zweiundsiebzig. In der Mitte ist das ganze Opus Magnum aufgeführt. Links und rechts die Hauptdarsteller meiner filmischen Werke, illustriert mit Filmstills. Mein 4K-Projektor macht mich ganz kirre. Gestern fast die ganze Nacht durch (meine) Filme geschaut, bis halbsieben in der Früh. Weil ich mich sowieso nicht festlegen will, habe ich einfach alle Filme auf die Liste gepackt. Dann kann ich machen was ich will. Schön flexibel. Sogar die alten Streifen sehen präsentabel aus, obwohl kein HD, von UHD gar nicht zu reden. Wird sowieso überbewertet. Was nützt die porentiefe Auflösung, wenn die Kamera nur Unsinn einfängt. Oder den üblichen gekünstelten Mainstreamquatsch.
02. Juli 2017

Bloggen ist durchaus Arbeit. Auch ohne Markenbotschafter-Auftrag. Wir alten Recken frickeln an der Reihenfolge von Bildern und Absätzen und feilen und setzen elegante Links. Veröffentlichen und lesen mit den Augen des anderen und ein Kommafehler springt einem ins Auge. Eine Doppelung einer Formulierung, beim rasanten Tippen übersehen. Selbst Einträge, die völlig ohne Text dastehen, werden nochmal angefasst, die minimale Bildunterschrift geändert, man will keinen Umbruch, oder die kleinere Typo ist doch schöner. Überlegungen und Aktivitäten, die Facebook-Postern für immer ein Rätsel bleiben werden. Die Prägung hat bei mir Einzug bei fb gehalten. Nicht einmal da ist es mir schnurz, mit welchem Teaser-Bild die Verlinkung erscheint. Oder wie der Rhythmus der Reihenfolge getaggter Personen ist. Detailverliebt wird editiert. Das Bescheuerte bei facebook ist, dass der Bearbeitungsverlauf gezeigt wird. Ich empfinde das als indiskret. Die Begründung ist in gewisser Weise nachvollziehbar, wenn jemand z. B. ein politisch korrektes Bikini-Mädchen gepostet hätte, das dreitausend Likes bekommt und der Eintrag dergestalt editiert würde, dass das Bikini-Mädchen-Foto durch ein Foto von Adolf Hitler in der Badehose ersetzt wird, würde rückwirkend die Absicht der Likenden torpediert. Man kann in dem Fall das Posting löschen und ein Neues fabrizieren. Wenn dann schon Kommentare oder Likes darunter gewesen wären, die einem lieb sind, sind die dann natürlich weg. Luxusprobleme am Sonntagabend. In Wahrheit treiben mich natürlich ganz andere Dinge um, aber die sind zu sensibel, um hier breitgetreten zu werden. Wenn ich beschreiben sollte, wie es in mir aussieht, wünsche ich mir als erstes Hilfsmittel eine Zeitmaschine. Ich würde fünf bis zehn Jahre vorspulen. Oder noch mehr. Allerdings hat die Zeit auch immer wieder gebracht, dass der Zeitpunkt, an dem etwas sagbar geworden ist, ein Punkt in der Entwicklung war, an dem das was einen umtrieb, derart an Gewicht eingebüßt hat, dass man dann aus Gründen der Irrelevanz keine Energie darauf verwendet, einen Text darüber zu schreiben. Vielleicht sehr, sehr viel später, wenn sich die Dinge über Jahrzehnte relativiert haben und ihren Platz finden im großen Archiv. Dann zieht man vielleicht irgendwann eine knarzende Schublade auf und hält ein Fundstück aus der Vergangenheit gegen das Licht und ertappt sich dabei, wie ein zärtliches Gefühl in einem aufsteigt. Ganz friedlich. Und erinnert sich vielleicht doch. An all die Bilder. Und das Herzblut.

09. August 2017

Wie oft müssen diese Glen Campbell-Songs in meiner Kindheit im Radio gespielt worden sein, dass ich sie nach fünfundvierzig oder mehr Jahren zum erstem mal wieder höre und mich kein Ton überrascht. So vertraut. „Gentle on my Mind„, 1967. Da war ich zwei. „Witchita Lineman„, 1968. Ich war drei. „Rhinestone Cowboy„, 1975, gerade zehn. Ich kann nicht einmal sagen, ob mich die Songs so rühren, weil sie eine versunkene Ära wachrufen, oder ob sie wirklich richtig gut sind. Doch, ich kann es erkennen. Da stimmt ganz viel, bei den durchaus gefälligen Arrangements und bei seinem Gesang. Das ist Geschichten erzählen, Story Telling, ganz unaufgesetzt. Und ohne Ironie, der großen Mode unserer Zeit, der ich überdrüssig bin, die mich nicht bereichert, nicht weiter bringt. Nicht wärmt. Nicht reifer macht. Nicht weiter macht. Nichts heilt. Nur für ein kurzes Grinsen reicht, kein zartes Gefühl. Ironie hatte Ende der Sechziger keinen Platz in persönlichem Liedgut. Hingabe und Sentimentalität waren selbstverständlich. Gefühlsduselei. Und nicht kitschig, nicht in seinem Fall. Glen Campbell war ein guter Musiker und Sänger, glaubwürdig im Ausdruck Ich höre das. Ich höre Versteckspiel und Maskeraden und Absicht … und bin verstimmt. Aber nicht bei Campbell. Ich hatte auch völlig vergessen, wie er aussieht, und dass er selbst Gitarre spielt. Gute Figur auch, ganz nebenbei. Und ein freundliches, sanftes Wesen, das sich im Gesicht spiegelte. Gestern, am 8. August 2017 starb er. Ich kriege ganz viele Nachrichten nur mit, wenn ich auf gmx gehe, um Mails abzurufen. Auch das manchmal nur alle zwei Tage… Schönes Lebenswerk, Mr. Campbell. Adios. Rest in Peace.
09. August 2017

Wie oft müssen diese Glen Campbell-Songs in meiner Kindheit im Radio gespielt worden sein, dass ich sie nach fünfundvierzig oder mehr Jahren zum erstem mal wieder höre und mich kein Ton überrascht. So vertraut. „Gentle on my Mind„, 1967. Da war ich zwei. „Witchita Lineman„, 1968. Ich war drei. „Rhinestone Cowboy„, 1975, gerade zehn. Ich kann nicht einmal sagen, ob mich die Songs so rühren, weil sie eine versunkene Ära wachrufen, oder ob sie wirklich richtig gut sind. Doch, ich kann es erkennen. Da stimmt ganz viel, bei den durchaus gefälligen Arrangements und bei seinem Gesang. Das ist Geschichten erzählen, Story Telling, ganz unaufgesetzt. Und ohne Ironie, der großen Mode unserer Zeit, der ich überdrüssig bin, die mich nicht bereichert, nicht weiter bringt. Nicht wärmt. Nicht reifer macht. Nicht weiter macht. Nichts heilt. Nur für ein kurzes Grinsen reicht, kein zartes Gefühl. Ironie hatte Ende der Sechziger keinen Platz in persönlichem Liedgut. Hingabe und Sentimentalität waren selbstverständlich. Gefühlsduselei. Und nicht kitschig, nicht in seinem Fall. Glen Campbell war ein guter Musiker und Sänger, glaubwürdig im Ausdruck Ich höre das. Ich höre Versteckspiel und Maskeraden und Absicht … und bin verstimmt. Aber nicht bei Campbell. Ich hatte auch völlig vergessen, wie er aussieht, und dass er selbst Gitarre spielt. Gute Figur auch, ganz nebenbei. Und ein freundliches, sanftes Wesen, das sich im Gesicht spiegelte. Gestern, am 8. August 2017 starb er. Ich kriege ganz viele Nachrichten nur mit, wenn ich auf gmx gehe, um Mails abzurufen. Auch das manchmal nur alle zwei Tage… Schönes Lebenswerk, Mr. Campbell. Adios. Rest in Peace.
08. August 2017
08. August 2017
– Pressemitteilung –

„Die Berliner Bloggerin und Fotografin Gaga Nielsen öffnet ihr sentimentales Archiv mit Filmen und Fotografien der letzten Dekade. In rund zehn Jahren sind bei Streifzügen durch die Berliner Kunst-, Musik- und Bloggerszene zahlreiche Aufnahmen entstanden, die neben Jan Sobottka, befreundete und bekannte Künstler bei der Arbeit und privat zeigen. Aus einem sehr persönlichen Blickwinkel werden Momente bei Begegnungen zuhause und unterwegs, auf und hinter Berliner Bühnen verewigt. Einzelne Filmdokumente fördern amüsantes Geplauder aus dem Nähkästchen zutage, andere vermitteln die freundschaftliche Vertrautheit . Die visuellen Dokumentationen der seit dreizehn Jahren unter http://gaga.twoday.net schreibenden Bloggerin haben gemeinsam, dass sie in privater Nähe zu den eingefangenen Künstlern und Musikern entstehen. Häufig bemerkt der Fotografierte oder Gefilmte nicht einmal, dass er gerade verewigt wird. Die emotionale Qualität eines Augenblicks entscheidet, ob er einen Platz für die Ewigkeit in Gaga Nielsens sentimentalem Archiv erhält. Im September ist in Soeht7 eine Auswahl von cirka vierhundert Aufnahmen und einem Dutzend Filmen aus dem mittlerweile 53.000 Fotografien und hundertzwanzig Filme umfassenden Werk von Gaga Nielsen zu sehen.“
1. – 3. September 2017, SOEHT 7
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
[ mehr: Brennpunkt – Magazin für Fotografie, Juli/Aug., S. 16 – 17 http://edition-dibue.de/…/07/brennpunkt-fu%CC%88r-internet.pdf ]
24. Juli 2017

Frühsonne geht im Blauen, wie eine goldne Fee,
Will über die Schultern der Bäume schauen.
Die Schmetterlinge jagen sich über Baum und Klee,
Und Wolken lassen sich tragen
Hin über die blauen Gassen,
Wie Damen in seidenen Wagen.
Du und ich auf grünem Rasen,
Wie am Grund von einem See,
Sitzen verwunschen und weltverlassen,
Und wenn wir uns einsam umfassen,
Wissen wir Aller Freude und Weh.
Max Dauthendey (1867 – 1918)
03. August 2017
in LOVE
Drei Tage umkreist, erste Berührungen, Mitbewerber geprüft, einige für nett befunden, aber einfach kein Feuer gefangen. Heute beim dritten Date endlich mit nach Hause genommen. Sehr verliebt. <3
03. August 2017
in LOVE
Drei Tage umkreist, erste Berührungen, Mitbewerber geprüft, einige für nett befunden, aber einfach kein Feuer gefangen. Heute beim dritten Date endlich mit nach Hause genommen. Sehr verliebt. <3
11. Juli 2016
Man kann ja gegen Fußball sagen, was man will, aber in Sachen Trendfrisuren und durchtrainierte Körper sind die jungen Männer ganz vorne mit dabei. Ja, man könnte sagen allererste Liga!
25. Juli 2017

Ich möcht’ wie ein Baum mich am Weg aufpflanzen
Mit jedem Blatt in der Liebeslust tanzen.
Ich möchte mir Flügel schaffen wie Finken
Und in der Liedluft hinfliegend versinken.
Ein Lied verschiebt Berge und Dächer und Wände;
Ich möchte im Mai jetzt ein Nachtsänger sein
Und säng’ mich im Schlaf zu der Liebsten hinein.
Ich möchte, ich möchte, ich möchte ohn’ Ende –
Und hab’ zum Umfangen nicht mehr als zwei Hände.

Da capo. Der zauberhafte Max Dauthendey. Heute, am 25. Juli 2017, vor hundertfünfzig Jahren, wurde der mir zu Herzen gehende Max geboren. Er hat viel geschrieben, in den einundfünfzig Jahren, die er auf der Erde weilte. Es gibt keine Feier heute in Berlin für ihn, keine, von der ich wüsste, außer meiner eigenen. Ich werde ihn ehren und er wird es vielleicht spüren. So eine große Seele verpufft nicht einfach im Nirgendwo. Wenn ich die Gedichte von Max Dautheney lese, bin ich daheim. Diese Heimat kann mir keiner nehmen. Kein Kummer und kein weltlicher Schmerz.
02. September 2016
Ich verrate ein Geheimnis. Die analoge Qualität digitaler Bilder entsteht nicht bei der Nachbearbeitung, sondern bei der Aufnahme. Das gilt sowohl für Fotografien als auch für Filmaufnahmen. Wer bei der Aufnahme mit der falschen Einstellung arbeitet, kann es kaum mehr mit Filtern und so weiter herbeizaubern. ‚Einstellung‘ technisch gemeint, aber auch mental. Den Human Touch fängt man beim Auslösen ein. Die meisten digitalen Aufnahmen kranken an zu ausgezirkelten porentiefen Details. Messerschärfe ist bei Portraits nur in seltenen Fällen eine atmosphärische Aufwertung. Das gilt auch für den inflationären Gebrauch von Weichzeichnereffekten im Kontrast mit punktueller Tiefenschärfe. Das Ergebnis ist fast immer steriler Kitsch. Tausendmal gesehen, tausendmal nix gespürt. Bis auf die Absicht. Ein gutes Bild braucht eine kleine Schaufel Dreck.

25. Juli 2017

Ich möcht’ wie ein Baum mich am Weg aufpflanzen
Mit jedem Blatt in der Liebeslust tanzen.
Ich möchte mir Flügel schaffen wie Finken
Und in der Liedluft hinfliegend versinken.
Ein Lied verschiebt Berge und Dächer und Wände;
Ich möchte im Mai jetzt ein Nachtsänger sein
Und säng’ mich im Schlaf zu der Liebsten hinein.
Ich möchte, ich möchte, ich möchte ohn’ Ende –
Und hab’ zum Umfangen nicht mehr als zwei Hände.

Da capo. Der zauberhafte Max Dauthendey. Heute, am 25. Juli 2017, vor hundertfünfzig Jahren, wurde der mir zu Herzen gehende Max geboren. Er hat viel geschrieben, in den einundfünfzig Jahren, die er auf der Erde weilte. Es gibt keine Feier heute in Berlin für ihn, keine, von der ich wüsste, außer meiner eigenen. Ich werde ihn ehren und er wird es vielleicht spüren. So eine große Seele verpufft nicht einfach im Nirgendwo. Wenn ich die Gedichte von Max Dautheney lese, bin ich daheim. Diese Heimat kann mir keiner nehmen. Kein Kummer und kein weltlicher Schmerz.
24. Juli 2017

Frühsonne geht im Blauen, wie eine goldne Fee,
Will über die Schultern der Bäume schauen.
Die Schmetterlinge jagen sich über Baum und Klee,
Und Wolken lassen sich tragen
Hin über die blauen Gassen,
Wie Damen in seidenen Wagen.
Du und ich auf grünem Rasen,
Wie am Grund von einem See,
Sitzen verwunschen und weltverlassen,
Und wenn wir uns einsam umfassen,
Wissen wir Aller Freude und Weh.
Max Dauthendey (1867 – 1918)
22. Juli 2017
Nicos neunundzwanzigster Todestag. Ihr treuer Freund Lutz Graf-Ulbrich aka Lüül gedenkt ihr in der wunderbaren Galerie 1er étage über dem Brel am Savignyplatz 1. Lutz hatte ein paar seltene Filmaufnahmen im Gepäck, die nicht auf youtube zu finden sind. Er erzählte Anekdoten und las aus seinem Buch „Nico – im Schatten der Mondgöttin“. Ich kannte schon so manches, das ist auch angemessen für die „inoffizielle Nico-Botschafterin“, wie mir Lutz in seiner Widmung im Buch schrieb. Was mich mit Nico verbindet, habe ich in den letzten dreizehn Jahren, die es dieses Blog gibt, schon das eine oder andere mal erzählt. Als ich vor zehn Jahren diesen kleinen Film auf youtube veröffentlichte, der den Weg zu ihrem Grab zeigt, schrieb mir Lutz und bedankte sich, weil er ihn rührte. Und mich rührte am vergangenen Dienstag, wie er das Lied vom einsamen Mädchen interpretierte. Die gebeamte Nico schaute zu. Es hatte etwas von Minne, eine ganz reduzierte Gitarre, so mittelalterlich schlicht, das hätte sie geliebt, unsere Göttin aus dem Nibelungenland. War ein ganz zauberhafter Abend, mit einer langen Nacht auf dem Balkon mit Blick auf den Savignyplatz. Eine Sommernacht, in der wir tranken und erzählten und rauchten und uns beschenkt fühlten, dass wir so wunderbare Orte hier haben. Ich war mit Jenny verarbredet und es wurde sehr voll. Einige im Publikum hatten Nico noch live erlebt. So wie ich. Aber auch eine sehr junge Frau war da und konnte den Magnetismus nachempfinden. Und meine Freundin Lydia, die auch zu jung ist, um Nico erlebt zu haben, war gekommen. Aber das ist gar nicht wichtig. Am Ende zählt nur das Gefühl und Empfinden für einen Menschen und dessen Persönlichkeit. Lydia machte ein paar Bilder von Jenny und mir, die ich sehr mag. Jenny meinte vorhin, als sie die Bilder sah, man könnte meinen, wir kennen uns ewig. Wer weiß. Vielleicht ist es so, schrieb ich ihr zurück. Wir wissen so Vieles nicht. Und dieses große Geheimnis zaubert Wesen wie Nico in diese Welt. Und mich. Und Jenny. Und Lydia. Und dich.
11. Januar 2016


Liebe. Eckzähne. Stimme. Gestik. Scharfsinn, Vision. Wille. Blick. Freigeist. Schöngeist. Wärme. Witz. Bei Georg schrieb ich vorhin: „Als ich das Video am Samstag sah, wurde ich sehr traurig. Denn es war mir klar, dass das ernst ist. Schon bei „Where are we now“ nahm ich Abschied, das war der Bruch, er sah da schon so geschwächt aus, dass ich nicht mehr glauben konnte, dass er noch viele Jahre hat. Aber er hat so viel gegeben. Mehr ging nicht.“ […]

This way or no way
You know, I’ll be free
Just like that bluebird
Now ain’t that just like me
Oh I’ll be free
17. Juli 2017
13. Juli 2017

Eines Tages. One fine day. (Werde ich…) Werde ich. Vielleicht. (…) Einen Eintrag schreiben, der etwas verständlich macht. Oder auch nicht. Ich weiß es selber nicht. Nichts ist einfach. Alles komplex. Wie wäre das deutsche Wort? Gibt es eines? Ein einziges dafür? Ich schreibe gerne verständlich, auf direktestem Weg. „Vielschichtig“? Was sagt der Duden oder Wikipedia… „Das Adjektiv komplex bezeichnet die Eigenschaft einer vielschichtigen Struktur, siehe Komplexität„ (gut geraten…) (…) „Bei dem Begriff handelt es sich um ein Kompositum aus der Präposition lateinisch cum ‚mit‘, oder ‚zusammen mit‘ und plectere ‚flechten‘ oder ‚ineinander fügen, im Sinne von ‚verflochten‘, ‚verwoben‘. (…) Kann man das Gesamtverhalten eines Systems, trotz vollständiger Informationen über seine Einzelkomponenten und deren Wechselwirkungen, nicht eindeutig beschreiben, so handelt es sich um Emergenz.“ Wow. Emergenz. Gestern, vorgestern Nacht – ja, vorgestern war es. Beim morgendlichen Aufwachen, im Alphazustand, einen letzten Traumfetzen erinnernd, ein Bild, ganz deutlich. Im Halbschlaf stand mir ein Blatt Papier vor Augen. Es lag vor mir, wie auf einem Tisch, mit gedruckten Zeilen, ein Brief, ganz offensichtlich. Es gab eine Anrede, die ich nicht erkannte, aber da war Text, und er hörte auf, ohne eine Schlussformel. Obgleich noch Platz gewesen wäre, auf dem Papier. Ich erwachte in diesem Moment und dachte: „Die Schlussformel fehlt“. Und es war wie ein Gleichnis. Die Schlussformel fehlt. [ To whom it may concern. ]
09. Juli 2017

Bonsoir. Ich habe keine Lust, angemessen Bericht zu erstatten. Nebenher läuft die 3-sat Mediathek, die schöne Serie „Der Meisterfälscher“. Wolfgang Beltracchi portraitiert Marie Bäumer. Lange nicht mehr gesehen, gibt ganz viele neue Folgen in der Mediathek. Bäumer trinkt gerne Champagner. (Ich auch.) Ah, zu Ende. Nächste Folge… Beltracchi portraitiert Reinhold Messner. Ich sehe mir das jetzt alles an. Ich brauche Ablenkung. Viel. Sehr viel. Ich finde diesen Fälscher unendlich sympathisch. Die Bilder hier, die verlinkten und eingefügten, die sind von gestern. Ich muss gestehen, dass wir, Lydia und ich, zwar auch Lesungen hörten, sie mehr als ich – aber das Wesentliche, Bedeutendere, war unwiderlegbar, was wir uns erzählten. Und wiir erzählen gut. Lydia schreibt. Nichts weniger als grandios. Ich schreibe. Die Bewertung überlasse ich anderen, ich weiß nur, dass mein Maßstab ist, es selbst gerne wiederzulesen. Was für ein Wetter gestern. April ist ein Witz dagegen. Ich hatte diesen Hosenanzug gewählt, elfenbeinfarben, mit den nachtblauen Blüten. Ich liebe diesen Anzug, und hatte ihn erst einmal an. Und weil iihn mein schwuler Vorgesetzter „sehr apart“ fand, war ich mir sicher, dass er wirklich zu mir passt. Man täuscht sich ja auch mitunter, was die Wirkung der gewählten Kleidung angeht. Da fällt mir eine jüngste Situation ein – nein. Nicht möglich, das hier näher zu beschreiben. Aber Lydia erzählte ich davon, gestern.. Wobei… so ganz hatte ich mich nicht getäuscht. Ich glaube, die Folge mit Messner ist nicht so spannend. Ich kenne schon zuviel von Messners Erkenntnissen. Und immer noch diese nicht sehr attraktive nepalesische Halskette. Damit wird er sich wahrscheinlich begraben lassen. Endeutig sind die Gesprächsbeiträge von Beltracchi inspirierender, obgleich ich gar nichts gegen den Bergsteiger habe. Ich las sogar manche seiner Buchveröffentlichungen. Sehr gebildeter Mann, durchaus. Egal. Jetzt über Wiedergeburt. Halleluja. „Wiedergeburt ist eine Belastung“. Tut mir leid, das ist mir zu abgedroschen und zu kurz gedacht. Bitte jetzt keine Belehrungen über Buddhismus. Doch. Aua. Schnitt. Danke. Schieber nach vorne. Ich will das fertige Bild sehen. Um auf gestern zurückzukommen, wir, Lydia und ich, saßen uns vor allem gegenüber und tranken und redeten und rauchten und schauten auf den Wannsee. Uns trennen auf dem Papier zwanzig Jahre Altersunterschied. Ich empfinde das nicht. Viel stärker ist die Wahrnehmung von angemessener Verständigung. Nicht das Empfinden von Zugeständnis, Zurücknahme in Sachen Komplexität und Tiefgang von Gedanken. Ich mag tabulose Kommunikation, gerne über Eingemachtes. Das bedeutet nicht, „too much information“ zu verheizen, viel mehr die Widersprüche und gefühlten Peinlichkeiten, die einen umtreiben, nicht zu verschweigen. Später spielte eine Band aus Tschechien. „Kafka“. Ich fand es beeindruckender, als die Videos auf facebook vermuten ließen. Der Sänger Jaroslav Rudiš hat eine gewisse innere Verwandtschaft mit Blixa Bargeld, in der Art, wie er hochkonzentriert den Text – auf deutsch und tschechisch – mit einer sehr charismatischen Stimme verbindet. Die Band war exzellent. Großartige Arrangements. Auf eine mich berührende Art ernsthaft. Der Sänger ist auch Schriftsteller, kein Wort banal, egal. Ich mag diesen sehr ernsten Ansatz. Wir verbrachten viele Stunden dort, es gab heisse Sonne und wilden Sturm am See, dann Regen, durchnässt, mit triefenden Haaren in die Villa, den Berg hinan. Später dann, ein rosé-violetter Sonnenuntergang. So ein Sommer.

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265

09. Juli 2017

Bonsoir. Ich habe keine Lust, angemessen Bericht zu erstatten. Nebenher läuft die 3-sat Mediathek, die schöne Serie „Der Meisterfälscher“. Wolfgang Beltracchi portraitiert Marie Bäumer. Lange nicht mehr gesehen, gibt ganz viele neue Folgen in der Mediathek. Bäumer trinkt gerne Champagner. (Ich auch.) Ah, zu Ende. Nächste Folge… Beltracchi portraitiert Reinhold Messner. Ich sehe mir das jetzt alles an. Ich brauche Ablenkung. Viel. Sehr viel. Ich finde diesen Fälscher unendlich sympathisch. Die Bilder hier, die verlinkten und eingefügten, die sind von gestern. Ich muss gestehen, dass wir, Lydia und ich, zwar auch Lesungen hörten, sie mehr als ich – aber das Wesentliche, Bedeutendere, war unwiderlegbar, was wir uns erzählten. Und wiir erzählen gut. Lydia schreibt. Nichts weniger als grandios. Ich schreibe. Die Bewertung überlasse ich anderen, ich weiß nur, dass mein Maßstab ist, es selbst gerne wiederzulesen. Was für ein Wetter gestern. April ist ein Witz dagegen. Ich hatte diesen Hosenanzug gewählt, elfenbeinfarben, mit den nachtblauen Blüten. Ich liebe diesen Anzug, und hatte ihn erst einmal an. Und weil iihn mein schwuler Vorgesetzter „sehr apart“ fand, war ich mir sicher, dass er wirklich zu mir passt. Man täuscht sich ja auch mitunter, was die Wirkung der gewählten Kleidung angeht. Da fällt mir eine jüngste Situation ein – nein. Nicht möglich, das hier näher zu beschreiben. Aber Lydia erzählte ich davon, gestern.. Wobei… so ganz hatte ich mich nicht getäuscht. Ich glaube, die Folge mit Messner ist nicht so spannend. Ich kenne schon zuviel von Messners Erkenntnissen. Und immer noch diese nicht sehr attraktive nepalesische Halskette. Damit wird er sich wahrscheinlich begraben lassen. Endeutig sind die Gesprächsbeiträge von Beltracchi inspirierender, obgleich ich gar nichts gegen den Bergsteiger habe. Ich las sogar manche seiner Buchveröffentlichungen. Sehr gebildeter Mann, durchaus. Egal. Jetzt über Wiedergeburt. Halleluja. „Wiedergeburt ist eine Belastung“. Tut mir leid, das ist mir zu abgedroschen und zu kurz gedacht. Bitte jetzt keine Belehrungen über Buddhismus. Doch. Aua. Schnitt. Danke. Schieber nach vorne. Ich will das fertige Bild sehen. Um auf gestern zurückzukommen, wir, Lydia und ich, saßen uns vor allem gegenüber und tranken und redeten und rauchten und schauten auf den Wannsee. Uns trennen auf dem Papier zwanzig Jahre Altersunterschied. Ich empfinde das nicht. Viel stärker ist die Wahrnehmung von angemessener Verständigung. Nicht das Empfinden von Zugeständnis, Zurücknahme in Sachen Komplexität und Tiefgang von Gedanken. Ich mag tabulose Kommunikation, gerne über Eingemachtes. Das bedeutet nicht, „too much information“ zu verheizen, viel mehr die Widersprüche und gefühlten Peinlichkeiten, die einen umtreiben, nicht zu verschweigen. Später spielte eine Band aus Tschechien. „Kafka“. Ich fand es beeindruckender, als die Videos auf facebook vermuten ließen. Der Sänger Jaroslav Rudiš hat eine gewisse innere Verwandtschaft mit Blixa Bargeld, in der Art, wie er hochkonzentriert den Text – auf deutsch und tschechisch – mit einer sehr charismatischen Stimme verbindet. Die Band war exzellent. Großartige Arrangements. Auf eine mich berührende Art ernsthaft. Der Sänger ist auch Schriftsteller, kein Wort banal, egal. Ich mag diesen sehr ernsten Ansatz. Wir verbrachten viele Stunden dort, es gab heisse Sonne und wilden Sturm am See, dann Regen, durchnässt, mit triefenden Haaren in die Villa, den Berg hinan. Später dann, ein rosé-violetter Sonnenuntergang. So ein Sommer.

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265

08. Juli 2017

Alle Einträge von jetzt bis 24. Januar 2017 vollständig hier. Wieviel schöner alles aussieht. Jetzt fertig machen, mich. Zum Literarischen Collloquium am Wannsee. Anousch wird um halbvier lesen. Was für erstaunliche Entwicklungen manche der alten Bloggerfreunde genommen haben. Erstaunlich ist vielleicht gar nicht immer zutreffend, aber bemerkenswert. Mit Lydia gerade noch hier im privaten Backstage darüber ausgetauscht, ob man was zum Trinken einschmuggelt. Sieht im Moment noch eher nach Wetter für heißen Kaffee aus, kann sich aber ändern. Kleine Verlage treffen sich in der Villa und im Garten und es wird gelesen, später spielt eine Band namens Kafka. Bestimmt ein interessantes Publikum da. Und die Antwort auf die Kleiderfrage sieht mehr nach Anzug und Stiefeln aus, als nach flatterndem Partykleid und Sandaletten. Schade, ich hätte da was im Schrank, Man überhäufe mich mit Einladungen zu sommerlichen Gartenfesten mit Temperaturen über zwanzig Grad. Einmal möchte ich das schon anziehen. Außerdem käme dann wieder einmal der spektakuläre Dolce & Gabbana-Gürtel zu Ehren, wegen dem mich Gürtel-Fetischisten in aller Welt auf Flickr verfolgen. Das geht schon so weit, dass ich vorgestern allen Ernstes einen Bittbrief (also per flickr-Mail) in meinem Eingang hatte, in dem ich nach nettem Lobgehudel angefragt wurde, ob ich nicht endlich einmal wieder ein Bild mit dem Gürtel posten könnte. Das ist dieselbe Frau, die mir das Objekt der Begierde schon für vierhundert Euro abkaufen wollte. Also schon deswegen muss ich dieses Kleid mit dem Gürtel wenigstens noch einmal in diesem Sommer anziehen. Das wird sicher jeder nachvollziehen können. Sonst keine größeren Probleme hier, den wir sind ja in Berlin und nicht in Hamburg. Gesund und munter, über subtilere Herzenregungen wird nicht gesprochen. Und wenn, nur unter vier Augen.
08. Juli 2017

Alle Einträge von jetzt bis 24. Januar 2017 vollständig hier. Wieviel schöner alles aussieht. Jetzt fertig machen, mich. Zum Literarischen Collloquium am Wannsee. Anousch wird um halbvier lesen. Was für erstaunliche Entwicklungen manche der alten Bloggerfreunde genommen haben. Erstaunlich ist vielleicht gar nicht immer zutreffend, aber bemerkenswert. Mit Lydia gerade noch hier im privaten Backstage darüber ausgetauscht, ob man was zum Trinken einschmuggelt. Sieht im Moment noch eher nach Wetter für heißen Kaffee aus, kann sich aber ändern. Kleine Verlage treffen sich in der Villa und im Garten und es wird gelesen, später spielt eine Band namens Kafka. Bestimmt ein interessantes Publikum da. Und die Antwort auf die Kleiderfrage sieht mehr nach Anzug und Stiefeln aus, als nach flatterndem Partykleid und Sandaletten. Schade, ich hätte da was im Schrank, Man überhäufe mich mit Einladungen zu sommerlichen Gartenfesten mit Temperaturen über zwanzig Grad. Einmal möchte ich das schon anziehen. Außerdem käme dann wieder einmal der spektakuläre Dolce & Gabbana-Gürtel zu Ehren, wegen dem mich Gürtel-Fetischisten in aller Welt auf Flickr verfolgen. Das geht schon so weit, dass ich vorgestern allen Ernstes einen Bittbrief (also per flickr-Mail) in meinem Eingang hatte, in dem ich nach nettem Lobgehudel angefragt wurde, ob ich nicht endlich einmal wieder ein Bild mit dem Gürtel posten könnte. Das ist dieselbe Frau, die mir das Objekt der Begierde schon für vierhundert Euro abkaufen wollte. Also schon deswegen muss ich dieses Kleid mit dem Gürtel wenigstens noch einmal in diesem Sommer anziehen. Das wird sicher jeder nachvollziehen können. Sonst keine größeren Probleme hier, den wir sind ja in Berlin und nicht in Hamburg. Gesund und munter, über subtilere Herzenregungen wird nicht gesprochen. Und wenn, nur unter vier Augen.
04. Juli 2017
04. Juli 2017
Auf Seite sechzehn bis siebzehn. Schöner Artikel in der neuesten Ausgabe des Fotografie-Magazins Brennpunkt über Jan Sobottka und Gaga Nielsen. Und was wir im September in SOEHT7 zeigen. Und wer noch live dabei sein wird. Nämlich Alban Nikolai Herbst. Und Maria Schuster. Und einige andere.
04. Juli 2017
04. Juli 2017
[ mit: Lackstiefeln, Galerie Schmalfuss, Irrungen, Wirrungen, Gefühlslandschaften, Kinder-Lieben Chris Roberts, Roy Black, Jürgen Drews, Und es war Sommer, Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben, Gaga Nielsen wird Spitzen-Musikproduzentin ]
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265

„Tag der Irrtümer“ wollte ich den Eintrag überschreiben. In verschiedener Hinsicht zutreffend. Der Weg zur Galerie Schmalfuss schien so simpel auf dem Plan. Bis Savignyplatz mit der S-Bahn, dann Richtung Kantstraße, drüber, in die Knesebeck, kein Hexenwerk. Und doch ist es mir gelungen, mich zu verlaufen, zu verfransen, zu weit links… ich habe ja kein Smartphone. Eigentlich sollte ich die Ecke besser kennen. Ich nahm den bizarren Spaziergang als eine Art work out. Was wollte ich da überhaupt, in der Galerie Schmalfuss? Jan hatte mir eine Einladung zukommen lassen, es sollte mit einer Tango-Tanz-Performance eröffnet werden. ich leide in Galerien und bei Eröffnungen oft unter der Abwesenheit von Musik, das ist mir zu steril, ich begreife das Konzept nicht. Irgendwann kam ich dann doch an, bei Schmalfuss in der dritten Etage eines schönen alten Jugendstilhauses. Die Performance war vorüber, Jan nicht mehr da – bzw. wusste ich gar nicht, ob er überhaupt da gewesen war. Ich konnte ihn auch nicht kontaktieren, denn ich habe nicht nur kein Smartphone, sondern auch kein schlichtes Mobiltelephon. Da lief ich nun durch die edlen Räume mit den Gemälden von tanzenden Tangopaaren. Mit meinen schönen Lackstiefeln, passend zum Namen der Galerie, machen einen schlanken Fuß. Hat nicht sollen sein. Man scannt dann – oder ich scanne – wer da so rumsteht und plaudert, und guckt quer drüber, ob irgendein Gesicht dabei ist, das einen interessieren könnte. War nicht. Es war mir alles zu überpflegt bürgerlich. Da fehlte die Schaufel Dreck. Ich glaube, ich war die Schaufel Dreck, die die Gäste vielleicht nicht uninteressant fanden, aber ich will ja auch inspiriert werden. Für andere Inspiration zu sein, ist mir zu wenig. Ich will auch irritiert werden.


Die alllzu berechenbaren Verhältnisse ließen mich sehr bald wieder gehen. Ich nahm mir nicht einmal ein Glas Wein. Den Weg zurück zur S-Bahn, diesmal Zoo, fand ich schlafwandlerisch. Wie gesagt, ich kenne die Ecke ja eigentlich. Da um den Steinplatz herum. Fand es dann auch angenehm, so früh wieder zuhause zu sein. Schade war nur, dass ich mich so herausgeputzt hatte, für – – ? Ja, wofür. Einen Spaziergang. Zurück daheim, fuhr ich den Rechner hoch und nahm mir ein Glas Wein, und las überrascht eine message, aus der sich eine kleine Konversation entspann, die mir gefiel. Und dann abbrach. Was mir nicht gefiel. Aber es war nicht das erste mal. Das hat mir schon viel Kopfzerbrechen bereitet, aber ich wollte mir diesmal nicht wieder den Kopf zerbrechen. Seltsamer Tag, seltsamer Abend. Tag der Irrtümer. Nichts erwarten, alles für möglich halten. „Nichts“ inbegriffen. Aber ich habe mir eine innere Karte von der Ecke erlaufen, da zwischen Knesebeckstraße und Steinplatz und so weiter. Wie man sich souverän eine innere Karte von Gefühlslandschaften erläuft, weiß ich nicht. Da dilettiere ich, verirre mich, komme irgendwo heraus, wo ich niemals hinwollte.

Vorhin, als ich dachte, ich poste jetzt etwas zu den Schmalfuss-Bildern, stolperte ich über die Meldung, dass Chris Roberts tot ist. Als ich ungefähr fünf war, habe ich für ihn geschwärmt. Bestimmt auch noch mit sechs oder sieben. Er war Dauergast in der Hitparade von Dieter Thomas Heck. Jeden Samstag nach dem Baden geschaut, so lange durften wir als Kiinder aufbleiben. Und danach auch noch zur Samstag Abend Show. Am Laufenden Band oder Musik ist Trumpf. Die Maschen der Mädchen und Du kannst nicht immer Siebzehn sein, lief rauf und runter im Radio. Ich mochte die längere Haarfrisur und sein sehr verbindlliches Lächeln. Habe mir vorhin ein paar Videos angeschaut. Er hatte eigentlich auch eine ziemlich gute Figur. Ich wurde dann älter und fand ihn nicht mehr so toll, das Lächeln war mir auf einmal zu glatt und kalkuliert. Zu gefällig, opportunistisch. Solche Wörter kannte ich damals natürlich noch nicht. Ich war in einige Schlagersänger als Kind verliebt. Roy Black gefiel mir auch sehr. Weniger die Lieder, als sein Mund und seine Grübchen. ich würde schon sagen, dass man bereits als Kind eine Verliebtheit empfinden kann, die durchaus erotische Züge hat. Jürgen Marcus fand ich auch gut, er war mir sympathisch, ich war aber meiner Erinnerung nach nicht so richtig verliebt. Wer allerdings auch mein Herz im Sturm erobert hat, war der Bastian. Da war ich dann aber schon älter. Bestimmt schon sieben oder acht. O.k., kein Sänger, hätte aber einer sein können. Er sah eigentlich aus, also ob er Gitarre spielen könnte. Wer mir zum Beispiel gar nicht gefallen hat, war Bernd Clüver. Oder Christian Anders. Da ging gar nichts. Jürgen Drews dagegen war ganz vorne mit dabei.. Er war eigentlich der Hübscheste und Lässigste von allen. Absolut sexy, sein Grinsen. Genau mein Fall. Und sein Bett im Kornfeld war auch musikalisch klasse. Ich finde es heute noch gut. Aus der Ära ist mir auch noch „Und es war Sommer“ in Erinnerung, das liebte ich auch sehr. Ganz besonders. Ich habe den Text abgeschrieben und in meiner Schultasche herumgetragen, da sind Bilder entstanden, von denen ich gar nicht genug kriegen konnte. Dieses Sonnenuntergang am Strand-Ding und Haut und überhaupt.. Peter Maffay war aber auch nicht jemand, in den ich heimlich verliebt gewesen wäre, der guckte immer so besorgt und das Muttermal gefiel mir auch nicht, aber der Song hat restlos überzeugt. Als ich vorhin auf youtube die Chris Roberts-Hits durchgehört habe, dachte ich mir bei so manchem Text, dass es sehr apart sein könnte, wenn man das elegant covert, mit einem subtilen Arrangement, befreit von dem ganzen Gute-Laune-Schlager-Gedöns. Da könnten interessante Sachen dabei rauskommen. Auch lustige natürlich. In Schlagertexten sind oft erschreckend wahre Gefühle verarbeitet, die man gerne runterspielt, für banal erklärt und souverän belächelt. Wenn man nur auf den Text hört, kann man oft feststellen, dass man nackte persönliche Empfindungen und Sehnsüchte darin entdeckt. Deswegen funktioniert das Ganze auch dermaßen breitenwirksam. (Big News.) Wenn man keine musikalische Schmerzgrenze hat, kann einem das sicher sehr viel geben. Insofern ein hochattraktiver Gedanke, diese oft vermeintlich platten Texte mit einem weniger mainstreamartigen Arrangement zu versehen. Da könnten zauberhafte Sachen entstehen. Okay, das ist jetzt nicht so ganz leicht bei diesen Chris Roberts-Mitklatsch-Nummern vorstellbar, ich gebe es zu. Und dennoch hat der Text von „Du kannst nicht immer Siebzehn sein“ schöne Momente, denen man mit der richtigen Interpretation Tiefgang verleihen könnte. Oder zum Beispiel „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ von Jürgen Marcus. Ich würde das ganz reduziert bringen, mit so einer melancholischen Bossa Nova-Gitarre, so Richtung „Girl from Ipanema“. Caterina Valente könnte das wunderbar singen. Das alberne „nananananana“ müsste man natürlich ersatzlos streichen. Nur so eine launige Idee. An mir ist wahrlich eine Musikproduzentin verloren gegangen.

03. Juli 2017
[ nächtlicher Schreibanfall. In diesem Text: Hans R. und sein Berlin Beat Club, Christoph M. und sein Smartphone, Ina W. und ihr (geparktes) Auto… ]



Wieder. Egozentrisches Bildmaterial. Warum nur. Was ist hier nun wieder schief gelaufen. Schreibt man das eigentlich auseinander? Oder doch zusammen? Nun wieder Rechtschreibreformen. Die unselige Majonäse wird abgeschafft. Gut so. Und andere ästhetische Unfälle. Apropos „ästhetische Unfälle“…. auch so ein Grund, die Kamera sinken zu lassen. Bei mir kann ich ja einiges steuern, aber die anderen. Styling matters. Size matters. Alles mögliche matters, auch wenn wir es aus demokratischer Sehnsucht oft schön fänden, wenn auch das Mittelmaß irgendwie geehrt würde, nicht nur respektiert. In was für einen Text schraube ich mich da wieder hinein. Schnitt. Cut. Ich komme zur Betitelung dieser Strecke, in der leider Gottes wieder nur ich zu sehen bin. Wissen Sie, wenn ich mich ablichte, mahnt mich niemand ab, erhalte ich keine Bitten, dieses oder jenes Bild bitte offline zu nehmen. Obgleich mir das extrem selten passiert, in Relation zum Volumen meiner Uploads. Aber wenn, bin ich doch ein bißchen angepisst, denn dann handelt es sich in aller Regel um Aufnahmen, die auch mit einem liebenden Auge betrachtet werden, nicht nur meinem allein. Befindlichkeiten von potenziellen Diven. Diva ist an sich ja keine Beleidigung sondern ein Status. Ein göttlicher Funken steckt in einer Diva. die potenziellen hätten gerne diesen Adel und eiern herum, meinen durch das Offline-Setzen einer Aufnahme, die keinem Puppen-Klischee entspricht, ihrem Weltrang zuzuarbeiten. Oh oh, ich verzettle mich schon wieder. So schön es ist, so schnell tippen zu können, wie die Gedanken einströmen, so fatal ist es für den Text. Aber ich liebe das ja. Das macht meine Texte für mich selbst sehr interessant und lesenswert. Nächster Anlauf. Da steht was von fête de la… nach den Pünktchen muss de la musique kommen. Wer mich kennt, weiß, dass mir Musik durchaus am Herzen liegt. Zutiefst. Zu allertiefst. Mehr geht nicht. Das ist dieser schöne Feiertag, an dem überall in der Stadt live gespielt wird, umsonst und draußen. Und drinnen. Aber ich war draußen verabredet. Am Tag vorher waren wir noch bei Ratzkes Show-Aufzeichnung, am 21. Juni, dem Tag der Fête galt es, sich zu entscheiden, was man sich anhört. Hans Rohe hatte mir eine Einladung zukommen lassen, der zu entnehmen war, dass er mit seiner Beat-Coverband „Berlin Beat Club“ am Marheinekeplatz auftreten würde. Ich hatte die Truppe noch nicht live erlebt, nur Videos gesehen. Ich fand es durchaus lustig und launig, dass die Musiker die Mode der Sechziger und Siebziger bei ihrem Bühnenoutfit ganz stark zitieren. Und zwar ohne Rücksicht auf Grenzen des sogenannten guten Geschmacks. Man konnte sich ja durchaus auch in den Sixties und Seventies modisch, trendbewusst aber doch elegant kleiden. Nicht so das Credo des Berlin Beat Clubs. Schlaghosen sind Pflicht, Geblümtes, Getupftes, psychedelisch Gebatiktes. Ja, schlimm. Aber eben gute Musiker. Das Programm sind die absolut größten Kracherhits aus den beiden genannten Jahrzehnten. Alles, was man kennt, eine Nummer Eins nach der anderen. Finde ich persönlich jetzt nicht den verkehrtesten Ansatz. Ich war mit Ina am Marheinekeplatz verabredet, wir hatten Sommerwetter, damals wars. Passend zum Programm wählte ich ein leicht hippieskes Outfit, das man sich durchaus auch an Anita Pallenberg hätte vorstellen können. Ein bodenlanges, rückenfreies Kleid in Siebziger Jahre-Brauntönen, exotischen Schmuck, sogar am Oberarm, Zehensandalen. Wobei ich das schon noch im Rahmen einer gewissen Eleganz betrieben habe, nach Karneval sollte es nicht aussehen. Unsere Verabredung, also die von Ina und mir ist ein bißchen zeitlich und örtlich verrutscht. Wir haben uns am Brunnen irgendwie verpasst und die eine dachte von der anderen, sie sei nicht da, dabei standen wir eine gute Dreiviertelstunde nur ein paar Meter voneinander entfernt. Die eine links vom Brunnen, die andere rechts davon. Es war voll, richtig voll. Und doch traf ich zufällig auf Christoph, der launig mitwippte. Bevor ich ihn traf, war ich ein bißchen in wieder-gehen-Stimmung, weil ich nicht weit genug vorne an der Bühne war und deshalb der Funke nicht sofort übersprang. Dazu kam das ältere Publikum, also meine Generation. Ähm. Den Satz sollte ich viellelicht lieber wieder löschen. Scheiß drauf! Ich haderte also eine Weile, hatte keine Lust Fotos zu machen und dachte daran, dass Maria mich eigentlich beschworen hatte, zum Café Butter im Prenzlauer Berg zu kommen, wo die Bolschewistische Kurkapelle mit Romy aufspielen würde. Die haben jetzt doch die Noten von meinem Vater! Vielleicht hätten sie schon „Es wird Nacht, Señorita“ eingeübt und würden es spielen. Und ich bin nicht dabei. Ein Jammer! Das wäre bestimmt viel cooler, als hier am Marheinekeplatz, dachte ich. Schaute nach Ina, fand sie nicht, ärgerte mich ein bißchen. Christoph war so nett, Ina mit seinem Smartphone eine message zu schicken „bin am Brunnen, wo bist du???!!?“ Er hatte aber nicht richtig Netz, es dauerte ewig, das zu posten. Antwort kam keine. Dann holte ich mir endlich was zu trinken. Auf dem Rückweg von dem Getränkestand entdeckte ich plötzlich Ina, erhöht auf einem Stein am Brunnen stehen. Sie war später als ich gekommen und dachte, von da oben hätte sie den perfekten Überblick und würde mich entdecken. War nun nicht. Egal, wir hatten uns ja doch noch gefunden. Wir gingen zusammen zu Christoph, die beiden machten sich bekannt und quatschten, als ob sie sich schon seit zehn Jahren kennen. Sind ja beide sehr kommunikativ. Christoph war ein bißchen erkältet, also in den letzten Zügen der Rekonvaleszenz, und wollte sich schonen. Und ging tatsächlich als es noch hell war. Unglaublich. Ina und ich holten Getränkenachschub, mittlerweile war es so spät, dass wir die Kurkapelle sowieso verpasst hatten, die haben ja früher angefangen, als der Beat Club. Also hierbleiben und gucken, was abgeht. Die Meute wurde tanzwütiger und wir gingen ganz nach vorne zur Bühne. Entweder war es der Alkohol oder die einbrechende Dunkelheit oder die spürbaren Bässe vorne an der Bühne. Wir fingen an zu tanzen, als wären wir ein Teil der Bühnenshow. Das Lustige ist, dass man das merkt, wenn man beim Tanzen vom übrigen Publikum angeschaut wird. Ich muss irgendwas anderes als die anderen machen. Wenn ich tanze, kommt plötzlich so eine Rampensau in mir raus, die ich sonst unter Verschluss halte. Ina ist auch lustig, wenn sie in Stimmung ist, sie tanzt auch wie eine Wilde und hat dann noch so Anflüge von Groupie-Klischee-Verhalten. Also jetzt nicht die billige Sorte, sondern die Variante mit den Hüften zu wackeln und breit zu grinsen und Namen zu rufen. Ich kann es gar nicht recht beschreiben. Sie selber lacht darüber am meisten. Es war ein Fest. Plötzlich habe ich keine Sekunde mehr bereut, dass wir hier und nirgendwo sonst waren. Halb Kreuzberg hatte sich auf dem Marheinkeplatz versammelt und rockte zu sämtlichen Stones- und Doors- und Kinks- und weiß der Geier-Hits aus den guten alten Zeiten ab. Die Story, wie wir dann Inas Auto bis zum geht-nicht-mehr gesucht haben, breite ich jetzt aber nicht im Detail aus. Es hat gedauert. Irgendwann haben wir es gefunden und sind zur Wabe, wo auch was stattfinden sollte, fand ich aber nicht so aufregend, was da auf der Bühne von einem jungen Mann und einer jungen Frau geboten wurde. Beide sehr hip und sehr unkommunikativ. Das Gegenteil von dem, was der Berlin Beat Club kultiviert. Unvergessen sind mir auch die roten Lackschuhe vom Sänger und dem zweiten Gitarristen. Auch nicht fotografiert. Das sehe ich schon als Verlust, ich gestehe es ein. Da hätte ich wirklich mal die Kamera rausholen können. Nach dem kurzen Ausflug zur Wabe hatten wir Hunger und alle Küchen hatten zu, deswegen sind wir noch bei mir gelandet, wo ich immerhin was zu trinken und ein paar Nüsse anbieten konnte. Kochen wollte ich nun auch nicht mehr, zu später Stunde. Am nächsten Tag habe ich Ina einen Link mit einer Auswahl von Apps geschickt, wie man sein geparktes Auto wiederfindet. Als wir den Platz zig mal umrundeten, um
Inas Auto zu finden, wunderte sie sich, dass ich so ruhig blieb. Ich spürte, dass sie von der Situation total genervt war und sie tat mir leid. So ein irgendwo geparktes Auto findet sich doch irgenwann einmal wieder. Das ist doch kein Beinbruch. Hauptsache gesund…!

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265


04. Juli 2017
Auf Seite sechzehn bis siebzehn. Schöner Artikel in der neuesten Ausgabe des Fotografie-Magazins Brennpunkt über Jan Sobottka und Gaga Nielsen. Und was wir im September in SOEHT7 zeigen. Und wer noch live dabei sein wird. Nämlich Alban Nikolai Herbst. Und Maria Schuster. Und einige andere.
04. Juli 2017
[ mit: Lackstiefeln, Galerie Schmalfuss, Irrungen, Wirrungen, Gefühlslandschaften, Kinder-Lieben Chris Roberts, Roy Black, Jürgen Drews, Und es war Sommer, Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben, Gaga Nielsen wird Spitzen-Musikproduzentin ]
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265

„Tag der Irrtümer“ wollte ich den Eintrag überschreiben. In verschiedener Hinsicht zutreffend. Der Weg zur Galerie Schmalfuss schien so simpel auf dem Plan. Bis Savignyplatz mit der S-Bahn, dann Richtung Kantstraße, drüber, in die Knesebeck, kein Hexenwerk. Und doch ist es mir gelungen, mich zu verlaufen, zu verfransen, zu weit links… ich habe ja kein Smartphone. Eigentlich sollte ich die Ecke besser kennen. Ich nahm den bizarren Spaziergang als eine Art work out. Was wollte ich da überhaupt, in der Galerie Schmalfuss? Jan hatte mir eine Einladung zukommen lassen, es sollte mit einer Tango-Tanz-Performance eröffnet werden. ich leide in Galerien und bei Eröffnungen oft unter der Abwesenheit von Musik, das ist mir zu steril, ich begreife das Konzept nicht. Irgendwann kam ich dann doch an, bei Schmalfuss in der dritten Etage eines schönen alten Jugendstilhauses. Die Performance war vorüber, Jan nicht mehr da – bzw. wusste ich gar nicht, ob er überhaupt da gewesen war. Ich konnte ihn auch nicht kontaktieren, denn ich habe nicht nur kein Smartphone, sondern auch kein schlichtes Mobiltelephon. Da lief ich nun durch die edlen Räume mit den Gemälden von tanzenden Tangopaaren. Mit meinen schönen Lackstiefeln, passend zum Namen der Galerie, machen einen schlanken Fuß. Hat nicht sollen sein. Man scannt dann – oder ich scanne – wer da so rumsteht und plaudert, und guckt quer drüber, ob irgendein Gesicht dabei ist, das einen interessieren könnte. War nicht. Es war mir alles zu überpflegt bürgerlich. Da fehlte die Schaufel Dreck. Ich glaube, ich war die Schaufel Dreck, die die Gäste vielleicht nicht uninteressant fanden, aber ich will ja auch inspiriert werden. Für andere Inspiration zu sein, ist mir zu wenig. Ich will auch irritiert werden.


Die alllzu berechenbaren Verhältnisse ließen mich sehr bald wieder gehen. Ich nahm mir nicht einmal ein Glas Wein. Den Weg zurück zur S-Bahn, diesmal Zoo, fand ich schlafwandlerisch. Wie gesagt, ich kenne die Ecke ja eigentlich. Da um den Steinplatz herum. Fand es dann auch angenehm, so früh wieder zuhause zu sein. Schade war nur, dass ich mich so herausgeputzt hatte, für – – ? Ja, wofür. Einen Spaziergang. Zurück daheim, fuhr ich den Rechner hoch und nahm mir ein Glas Wein, und las überrascht eine message, aus der sich eine kleine Konversation entspann, die mir gefiel. Und dann abbrach. Was mir nicht gefiel. Aber es war nicht das erste mal. Das hat mir schon viel Kopfzerbrechen bereitet, aber ich wollte mir diesmal nicht wieder den Kopf zerbrechen. Seltsamer Tag, seltsamer Abend. Tag der Irrtümer. Nichts erwarten, alles für möglich halten. „Nichts“ inbegriffen. Aber ich habe mir eine innere Karte von der Ecke erlaufen, da zwischen Knesebeckstraße und Steinplatz und so weiter. Wie man sich souverän eine innere Karte von Gefühlslandschaften erläuft, weiß ich nicht. Da dilettiere ich, verirre mich, komme irgendwo heraus, wo ich niemals hinwollte.

Vorhin, als ich dachte, ich poste jetzt etwas zu den Schmalfuss-Bildern, stolperte ich über die Meldung, dass Chris Roberts tot ist. Als ich ungefähr fünf war, habe ich für ihn geschwärmt. Bestimmt auch noch mit sechs oder sieben. Er war Dauergast in der Hitparade von Dieter Thomas Heck. Jeden Samstag nach dem Baden geschaut, so lange durften wir als Kiinder aufbleiben. Und danach auch noch zur Samstag Abend Show. Am Laufenden Band oder Musik ist Trumpf. Die Maschen der Mädchen und Du kannst nicht immer Siebzehn sein, lief rauf und runter im Radio. Ich mochte die längere Haarfrisur und sein sehr verbindlliches Lächeln. Habe mir vorhin ein paar Videos angeschaut. Er hatte eigentlich auch eine ziemlich gute Figur. Ich wurde dann älter und fand ihn nicht mehr so toll, das Lächeln war mir auf einmal zu glatt und kalkuliert. Zu gefällig, opportunistisch. Solche Wörter kannte ich damals natürlich noch nicht. Ich war in einige Schlagersänger als Kind verliebt. Roy Black gefiel mir auch sehr. Weniger die Lieder, als sein Mund und seine Grübchen. ich würde schon sagen, dass man bereits als Kind eine Verliebtheit empfinden kann, die durchaus erotische Züge hat. Jürgen Marcus fand ich auch gut, er war mir sympathisch, ich war aber meiner Erinnerung nach nicht so richtig verliebt. Wer allerdings auch mein Herz im Sturm erobert hat, war der Bastian. Da war ich dann aber schon älter. Bestimmt schon sieben oder acht. O.k., kein Sänger, hätte aber einer sein können. Er sah eigentlich aus, also ob er Gitarre spielen könnte. Wer mir zum Beispiel gar nicht gefallen hat, war Bernd Clüver. Oder Christian Anders. Da ging gar nichts. Jürgen Drews dagegen war ganz vorne mit dabei.. Er war eigentlich der Hübscheste und Lässigste von allen. Absolut sexy, sein Grinsen. Genau mein Fall. Und sein Bett im Kornfeld war auch musikalisch klasse. Ich finde es heute noch gut. Aus der Ära ist mir auch noch „Und es war Sommer“ in Erinnerung, das liebte ich auch sehr. Ganz besonders. Ich habe den Text abgeschrieben und in meiner Schultasche herumgetragen, da sind Bilder entstanden, von denen ich gar nicht genug kriegen konnte. Dieses Sonnenuntergang am Strand-Ding und Haut und überhaupt.. Peter Maffay war aber auch nicht jemand, in den ich heimlich verliebt gewesen wäre, der guckte immer so besorgt und das Muttermal gefiel mir auch nicht, aber der Song hat restlos überzeugt. Als ich vorhin auf youtube die Chris Roberts-Hits durchgehört habe, dachte ich mir bei so manchem Text, dass es sehr apart sein könnte, wenn man das elegant covert, mit einem subtilen Arrangement, befreit von dem ganzen Gute-Laune-Schlager-Gedöns. Da könnten interessante Sachen dabei rauskommen. Auch lustige natürlich. In Schlagertexten sind oft erschreckend wahre Gefühle verarbeitet, die man gerne runterspielt, für banal erklärt und souverän belächelt. Wenn man nur auf den Text hört, kann man oft feststellen, dass man nackte persönliche Empfindungen und Sehnsüchte darin entdeckt. Deswegen funktioniert das Ganze auch dermaßen breitenwirksam. (Big News.) Wenn man keine musikalische Schmerzgrenze hat, kann einem das sicher sehr viel geben. Insofern ein hochattraktiver Gedanke, diese oft vermeintlich platten Texte mit einem weniger mainstreamartigen Arrangement zu versehen. Da könnten zauberhafte Sachen entstehen. Okay, das ist jetzt nicht so ganz leicht bei diesen Chris Roberts-Mitklatsch-Nummern vorstellbar, ich gebe es zu. Und dennoch hat der Text von „Du kannst nicht immer Siebzehn sein“ schöne Momente, denen man mit der richtigen Interpretation Tiefgang verleihen könnte. Oder zum Beispiel „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ von Jürgen Marcus. Ich würde das ganz reduziert bringen, mit so einer melancholischen Bossa Nova-Gitarre, so Richtung „Girl from Ipanema“. Caterina Valente könnte das wunderbar singen. Das alberne „nananananana“ müsste man natürlich ersatzlos streichen. Nur so eine launige Idee. An mir ist wahrlich eine Musikproduzentin verloren gegangen.

03. Juli 2017
[ nächtlicher Schreibanfall. In diesem Text: Hans R. und sein Berlin Beat Club, Christoph M. und sein Smartphone, Ina W. und ihr (geparktes) Auto… ]



Wieder. Egozentrisches Bildmaterial. Warum nur. Was ist hier nun wieder schief gelaufen. Schreibt man das eigentlich auseinander? Oder doch zusammen? Nun wieder Rechtschreibreformen. Die unselige Majonäse wird abgeschafft. Gut so. Und andere ästhetische Unfälle. Apropos „ästhetische Unfälle“…. auch so ein Grund, die Kamera sinken zu lassen. Bei mir kann ich ja einiges steuern, aber die anderen. Styling matters. Size matters. Alles mögliche matters, auch wenn wir es aus demokratischer Sehnsucht oft schön fänden, wenn auch das Mittelmaß irgendwie geehrt würde, nicht nur respektiert. In was für einen Text schraube ich mich da wieder hinein. Schnitt. Cut. Ich komme zur Betitelung dieser Strecke, in der leider Gottes wieder nur ich zu sehen bin. Wissen Sie, wenn ich mich ablichte, mahnt mich niemand ab, erhalte ich keine Bitten, dieses oder jenes Bild bitte offline zu nehmen. Obgleich mir das extrem selten passiert, in Relation zum Volumen meiner Uploads. Aber wenn, bin ich doch ein bißchen angepisst, denn dann handelt es sich in aller Regel um Aufnahmen, die auch mit einem liebenden Auge betrachtet werden, nicht nur meinem allein. Befindlichkeiten von potenziellen Diven. Diva ist an sich ja keine Beleidigung sondern ein Status. Ein göttlicher Funken steckt in einer Diva. die potenziellen hätten gerne diesen Adel und eiern herum, meinen durch das Offline-Setzen einer Aufnahme, die keinem Puppen-Klischee entspricht, ihrem Weltrang zuzuarbeiten. Oh oh, ich verzettle mich schon wieder. So schön es ist, so schnell tippen zu können, wie die Gedanken einströmen, so fatal ist es für den Text. Aber ich liebe das ja. Das macht meine Texte für mich selbst sehr interessant und lesenswert. Nächster Anlauf. Da steht was von fête de la… nach den Pünktchen muss de la musique kommen. Wer mich kennt, weiß, dass mir Musik durchaus am Herzen liegt. Zutiefst. Zu allertiefst. Mehr geht nicht. Das ist dieser schöne Feiertag, an dem überall in der Stadt live gespielt wird, umsonst und draußen. Und drinnen. Aber ich war draußen verabredet. Am Tag vorher waren wir noch bei Ratzkes Show-Aufzeichnung, am 21. Juni, dem Tag der Fête galt es, sich zu entscheiden, was man sich anhört. Hans Rohe hatte mir eine Einladung zukommen lassen, der zu entnehmen war, dass er mit seiner Beat-Coverband „Berlin Beat Club“ am Marheinekeplatz auftreten würde. Ich hatte die Truppe noch nicht live erlebt, nur Videos gesehen. Ich fand es durchaus lustig und launig, dass die Musiker die Mode der Sechziger und Siebziger bei ihrem Bühnenoutfit ganz stark zitieren. Und zwar ohne Rücksicht auf Grenzen des sogenannten guten Geschmacks. Man konnte sich ja durchaus auch in den Sixties und Seventies modisch, trendbewusst aber doch elegant kleiden. Nicht so das Credo des Berlin Beat Clubs. Schlaghosen sind Pflicht, Geblümtes, Getupftes, psychedelisch Gebatiktes. Ja, schlimm. Aber eben gute Musiker. Das Programm sind die absolut größten Kracherhits aus den beiden genannten Jahrzehnten. Alles, was man kennt, eine Nummer Eins nach der anderen. Finde ich persönlich jetzt nicht den verkehrtesten Ansatz. Ich war mit Ina am Marheinekeplatz verabredet, wir hatten Sommerwetter, damals wars. Passend zum Programm wählte ich ein leicht hippieskes Outfit, das man sich durchaus auch an Anita Pallenberg hätte vorstellen können. Ein bodenlanges, rückenfreies Kleid in Siebziger Jahre-Brauntönen, exotischen Schmuck, sogar am Oberarm, Zehensandalen. Wobei ich das schon noch im Rahmen einer gewissen Eleganz betrieben habe, nach Karneval sollte es nicht aussehen. Unsere Verabredung, also die von Ina und mir ist ein bißchen zeitlich und örtlich verrutscht. Wir haben uns am Brunnen irgendwie verpasst und die eine dachte von der anderen, sie sei nicht da, dabei standen wir eine gute Dreiviertelstunde nur ein paar Meter voneinander entfernt. Die eine links vom Brunnen, die andere rechts davon. Es war voll, richtig voll. Und doch traf ich zufällig auf Christoph, der launig mitwippte. Bevor ich ihn traf, war ich ein bißchen in wieder-gehen-Stimmung, weil ich nicht weit genug vorne an der Bühne war und deshalb der Funke nicht sofort übersprang. Dazu kam das ältere Publikum, also meine Generation. Ähm. Den Satz sollte ich viellelicht lieber wieder löschen. Scheiß drauf! Ich haderte also eine Weile, hatte keine Lust Fotos zu machen und dachte daran, dass Maria mich eigentlich beschworen hatte, zum Café Butter im Prenzlauer Berg zu kommen, wo die Bolschewistische Kurkapelle mit Romy aufspielen würde. Die haben jetzt doch die Noten von meinem Vater! Vielleicht hätten sie schon „Es wird Nacht, Señorita“ eingeübt und würden es spielen. Und ich bin nicht dabei. Ein Jammer! Das wäre bestimmt viel cooler, als hier am Marheinekeplatz, dachte ich. Schaute nach Ina, fand sie nicht, ärgerte mich ein bißchen. Christoph war so nett, Ina mit seinem Smartphone eine message zu schicken „bin am Brunnen, wo bist du???!!?“ Er hatte aber nicht richtig Netz, es dauerte ewig, das zu posten. Antwort kam keine. Dann holte ich mir endlich was zu trinken. Auf dem Rückweg von dem Getränkestand entdeckte ich plötzlich Ina, erhöht auf einem Stein am Brunnen stehen. Sie war später als ich gekommen und dachte, von da oben hätte sie den perfekten Überblick und würde mich entdecken. War nun nicht. Egal, wir hatten uns ja doch noch gefunden. Wir gingen zusammen zu Christoph, die beiden machten sich bekannt und quatschten, als ob sie sich schon seit zehn Jahren kennen. Sind ja beide sehr kommunikativ. Christoph war ein bißchen erkältet, also in den letzten Zügen der Rekonvaleszenz, und wollte sich schonen. Und ging tatsächlich als es noch hell war. Unglaublich. Ina und ich holten Getränkenachschub, mittlerweile war es so spät, dass wir die Kurkapelle sowieso verpasst hatten, die haben ja früher angefangen, als der Beat Club. Also hierbleiben und gucken, was abgeht. Die Meute wurde tanzwütiger und wir gingen ganz nach vorne zur Bühne. Entweder war es der Alkohol oder die einbrechende Dunkelheit oder die spürbaren Bässe vorne an der Bühne. Wir fingen an zu tanzen, als wären wir ein Teil der Bühnenshow. Das Lustige ist, dass man das merkt, wenn man beim Tanzen vom übrigen Publikum angeschaut wird. Ich muss irgendwas anderes als die anderen machen. Wenn ich tanze, kommt plötzlich so eine Rampensau in mir raus, die ich sonst unter Verschluss halte. Ina ist auch lustig, wenn sie in Stimmung ist, sie tanzt auch wie eine Wilde und hat dann noch so Anflüge von Groupie-Klischee-Verhalten. Also jetzt nicht die billige Sorte, sondern die Variante mit den Hüften zu wackeln und breit zu grinsen und Namen zu rufen. Ich kann es gar nicht recht beschreiben. Sie selber lacht darüber am meisten. Es war ein Fest. Plötzlich habe ich keine Sekunde mehr bereut, dass wir hier und nirgendwo sonst waren. Halb Kreuzberg hatte sich auf dem Marheinkeplatz versammelt und rockte zu sämtlichen Stones- und Doors- und Kinks- und weiß der Geier-Hits aus den guten alten Zeiten ab. Die Story, wie wir dann Inas Auto bis zum geht-nicht-mehr gesucht haben, breite ich jetzt aber nicht im Detail aus. Es hat gedauert. Irgendwann haben wir es gefunden und sind zur Wabe, wo auch was stattfinden sollte, fand ich aber nicht so aufregend, was da auf der Bühne von einem jungen Mann und einer jungen Frau geboten wurde. Beide sehr hip und sehr unkommunikativ. Das Gegenteil von dem, was der Berlin Beat Club kultiviert. Unvergessen sind mir auch die roten Lackschuhe vom Sänger und dem zweiten Gitarristen. Auch nicht fotografiert. Das sehe ich schon als Verlust, ich gestehe es ein. Da hätte ich wirklich mal die Kamera rausholen können. Nach dem kurzen Ausflug zur Wabe hatten wir Hunger und alle Küchen hatten zu, deswegen sind wir noch bei mir gelandet, wo ich immerhin was zu trinken und ein paar Nüsse anbieten konnte. Kochen wollte ich nun auch nicht mehr, zu später Stunde. Am nächsten Tag habe ich Ina einen Link mit einer Auswahl von Apps geschickt, wie man sein geparktes Auto wiederfindet. Als wir den Platz zig mal umrundeten, um
Inas Auto zu finden, wunderte sie sich, dass ich so ruhig blieb. Ich spürte, dass sie von der Situation total genervt war und sie tat mir leid. So ein irgendwo geparktes Auto findet sich doch irgenwann einmal wieder. Das ist doch kein Beinbruch. Hauptsache gesund…!

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02. Juli 2017
Blättern. Ihr müsst blättern. In Blogs kann man blättern. Nicht nur wischen. Seitenweise blättern. Durch die Zeit, in meine Ewigkeit.
02. Juli 2017

Bloggen ist durchaus Arbeit. Auch ohne Markenbotschafter-Auftrag. Wir alten Recken frickeln an der Reihenfolge von Bildern und Absätzen und feilen und setzen elegante Links. Veröffentlichen und lesen mit den Augen des anderen und ein Kommafehler springt einem ins Auge. Eine Doppelung einer Formulierung, beim rasanten Tippen übersehen. Selbst Einträge, die völlig ohne Text dastehen, werden nochmal angefasst, die minimale Bildunterschrift geändert, man will keinen Umbruch, oder die kleinere Typo ist doch schöner. Überlegungen und Aktivitäten, die Facebook-Postern für immer ein Rätsel bleiben werden. Die Prägung hat bei mir Einzug bei fb gehalten. Nicht einmal da ist es mir schnurz, mit welchem Teaser-Bild die Verlinkung erscheint. Oder wie der Rhythmus der Reihenfolge getaggter Personen ist. Detailverliebt wird editiert. Das Bescheuerte bei facebook ist, dass der Bearbeitungsverlauf gezeigt wird. Ich empfinde das als indiskret. Die Begründung ist in gewisser Weise nachvollziehbar, wenn jemand z. B. ein politisch korrektes Bikini-Mädchen gepostet hätte, das dreitausend Likes bekommt und der Eintrag dergestalt editiert würde, dass das Bikini-Mädchen-Foto durch ein Foto von Adolf Hitler in der Badehose ersetzt wird, würde rückwirkend die Absicht der Likenden torpediert. Man kann in dem Fall das Posting löschen und ein Neues fabrizieren. Wenn dann schon Kommentare oder Likes darunter gewesen wären, die einem lieb sind, sind die dann natürlich weg. Luxusprobleme am Sonntagabend. In Wahrheit treiben mich natürlich ganz andere Dinge um, aber die sind zu sensibel, um hier breitgetreten zu werden. Wenn ich beschreiben sollte, wie es in mir aussieht, wünsche ich mir als erstes Hilfsmittel eine Zeitmaschine. Ich würde fünf bis zehn Jahre vorspulen. Oder noch mehr. Allerdings hat die Zeit auch immer wieder gebracht, dass der Zeitpunkt, an dem etwas sagbar geworden ist, ein Punkt in der Entwicklung war, an dem das was einen umtrieb, derart an Gewicht eingebüßt hat, dass man dann aus Gründen der Irrelevanz keine Energie darauf verwendet, einen Text darüber zu schreiben. Vielleicht sehr, sehr viel später, wenn sich die Dinge über Jahrzehnte relativiert haben und ihren Platz finden im großen Archiv. Dann zieht man vielleicht irgendwann eine knarzende Schublade auf und hält ein Fundstück aus der Vergangenheit gegen das Licht und ertappt sich dabei, wie ein zärtliches Gefühl in einem aufsteigt. Ganz friedlich. Und erinnert sich vielleicht doch. An all die Bilder. Und das Herzblut.

02. Juli 2017



Karl Neukauf @Karl Neukauf | Chanson(g)s
01. Juli 2017
An besonders schönen Tagen
ist der Himmel sozusagen
wie aus blauem Porzellan.
Und die Federwolken gleichen
weißen, zart getuschten Zeichen,
wie wir sie auf Schalen sahn.
Alle Welt fühlt sich gehoben,
blinzelt glücklich schräg nach oben
und bewundert die Natur.
Vater ruft, direkt verwegen:
„´n Wetter, glatt zum Eierlegen!“
(Na, er renommiert wohl nur.)
Und er steuert ohne Fehler
über Hügel und durch Täler.
Tante Paula wird es schlecht.
Doch die übrige Verwandtschaft
blickt begeistert in die Landschaft.
Und der Landschaft ist es recht.
Um den Kopf weht eine Brise
von besonnter Luft und Wiese,
dividiert durch viel Benzin.
Onkel Theobald berichtet,
was er alles sieht und sichtet.
Doch man sieht´s auch ohne ihn.
Den Gesang nach Kräften pflegend
und sich rhythmisch fortbewegend
strömt die Menschheit durchs Revier.
Immer rascher jagt der Wagen.
Und wir hören Vater sagen:
„Dauernd Wald, und nirgends Bier.“
Aber schließlich hilft sein Suchen.
Er kriegt Bier. Wir kriegen Kuchen.
Und das Auto ruht sich aus.
Tante schimpft auf die Gehälter.
Und allmählich wird es kälter.
Und dann fahren wir nach Haus.
Erich Kästner
[ nicht dieser und nicht jener und gerade deshalb umso mehr ]
vertont von Karl*
01. Juli 2017
Mein Rendezvous mit Herrn Ratzke. Oder sein Rendezvous mit mir. Unser Rendezvous! Man könnte hier sonstwas schreiben und behaupten, wer wollte es anzweifeln. In Wahrheit hatte er nur indirekt ein Rendezvous mit mir. Und ich mit ihm. Rendezvous tippt sich nicht gut. Ich komme beim v immer auf die b-Taste. Also gut, ich hatte kein Rendezvous mit ihm. Denn er zog es ja vor, sich mit Meret Becker und Katharina Thalbach zu vergnügen. Von den Männern rede ich gar nicht, nicht der Rede wert. Aber Meret war gut in Form. Wir alle, wirklich alle, also wir vier erwachsenen Frauen in der Blüte unseres Lebens, waren scharf auf Merets Jeans-Einteiler mit Halterneck, rückenfrei, hauteng. Und dazu eine kesse rote Fliege auf nackter Haut. Was für ein Hingucker. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie je so gut ausgesehen hätte. Man plauderte so halb privat angeschickert, es gab Champagner, sie erzählte dauernd davon, dass sie seit drei Tagen nicht mehr trinkt. Wurde dann aber doch schwach. Zwei Sendungen wurden aufgezeichnet. Schon lustig irgendwie, wenn die ganze Show-Dramaturgie mit frenetischer Begrüßung und furiosem Schlussapplaus zweimal hintereinander zelebriert wird. Man denkt beim ersten Ende der Show, wenn man als Publikum in die Nacht verabschiedet wird („kommen Sie gut nach Hause!“), einen Moment, dass jetzt wirklich Schluss ist, da stimmt einfach alles in dem Moment, auch die Kameras lenken nicht ausreichend ab oder die wichtig mit Walkie Talkie (heißt das überhaupt noch so? Also es war kein Smartphone sondern sah aus wie die Funksprechgeräte mit Antenne aus meiner Kindheit oder die ersten Mobiltelefone) und Klemmbrett herumscharwenzelnde Aufnahmeleiterin. Le Ratzke verabschiedete uns nach Aufnahmeschluss in die längere Pause, da er sich ja nun umziehen müsse für die zweite Show und wir müssten uns ja nun bitte schließlich auch etwas anderes anziehen. Äh ja. Die Musiker, die zauberhafte Band rechts von der Bühne in der Ecke, die ich ja Dank Maria, die auch dabei war, sogar schon persönlich kennenlernen durfte, hat sich auch ein bißchen „umgezogen“. Also in der ersten Show weißes Hemd, schwarzes Sakko und dunkler Binder. In der zweiten Show Sakko aus, Schlips weg, Hemd leicht geöffnet. Also es war launig und gab auch ein paar schöne Songs. Kathi Thalbach hat selbstgebackene Kekse mitgebracht. Für’s Publikum. Und strahlte Ratzke wie frisch verliebt an. Er ist aber auch wirklich eine sehr nette Mischung aus impulsiv und intelligent. Mit den Plätzen in der ersten Reihe hat es leider nicht geklappt, umsonst aufgestylt. Wir hätten schlicht und ergreifend einen Tisch für sechs Personen von langer Hand reservieren müssen, woran keine von uns gedacht hat. So verteilten wir uns hinter der Hauptkamera 1 auf Stühlen und Barhockern. Man konnte sich nicht so gut als Truppe verständigen, ich bin immer hin und hergependelt, mal stehend neben dem Hocker von Ina, dann wieder hinter Maria und neben Romy sitzend. Wir haben uns aber dennoch gut amüsiert. Ich empfehle die Sendung, von der ich noch gar nicht weiß, wann sie zum ersten mal ausgestrahlt wird. Das nächste mal reservieren wir aber einen Tisch. Ich habe nicht ein einziges Foto von der Show mit nach Hause gebracht, weil ich schlicht und ergreifend keines gemacht habe. Ich war zum einen unsicher, ob es nun wieder untersagt ist und wollte keine Diskussionen provozieren, die den Sendeablauf torpediert hätten, und zum anderen war da mindestens ein Fotograf mit Riesen-Equipment, der hat seine Kanonenrohre ohne Unterlass aus allen Winkeln draufgehalten. Wo diese Bilder landen, wissen die Götter. Vielleicht in Fernsehzeitschriften oder auf der Seite vom SWR, wenn es dann einmal so weit sein wird und das Ereignis angekündigt werden wird. Weil Maria ja nun Herrn Ratzke sehr gut kennt (wir erinnern uns, sie war sein Sidekick in HEDWIG) wollte sie es sich nicht nehmen lassen, sich nach der Show wenigstens zu verabschieden. Wir sind dann also nach hinten, an den Zirkuswägen vorbei, so eine Art Hinterhofcharme, das open air backstage von der Bar jeder Vernunft. Eine Hollywoodschaukel dazwischen. Ein bißchen Bronx-artig. Brennende Öltonnen hätten noch gut hingepasst. Auf der Hollywoodschaukel saß Meret und rauchte etwas nervös inhalierend. Und Kathi Thalbach stand auch da herum. Die freute sich unwahrscheinlich über das Wiedersehen mit Maria und ließ sich auf den neuesten Stand bringen, was sie so treibt. Auch da hat sie die ganze Zeit sehr breit gelächelt, sie war gut drauf. Aber vielleicht hat es auch was damit zu tun, dass man in einem gewissen Alter einfach viel attraktiver aussieht, wenn man ein Lächeln im Gesicht hat. Das hat sie auch auf der Bühne erzählt. Oder war es Zazie de Paris, stimmt, die war ja auch da – fast vergessen. Nein, ich glaube es war Katharina Thalbach. Ratzke hielt ein Foto von ihr aus ihren Zwanziger Jahren in die Kamera, sie guckt darauf ernst und ein bißchen trotzig. Da fiel ihr auf, wie ausgesprochen attraktiv so ein bockiger Gesichtsausdruck in einem jungen Gesicht wirken kann. Aber derselbe übellaunige Ausdruck in einem älteren Gesicht… nicht sehr anziehend. So ein Lächleln hebt die Gesichtzüge. Ich weß genau, was sie meint. Wenn man im Schlepptau von Maria im backstage auftaucht, kriegt man dann auch noch eine Umarmung von Le Ratzke ab, das war auch nicht unangenehm. Man verzeihe mir das einseitige Bildmaterial des Abends. Ich kann versichern, dass meine Begleiterinnen Ina, Maria und Romy und auch der Nachwuchs, der mit uns war, fotogen gewesen wären. Aber wie bereits erwähnt, ich wollte unbedingt den reibungslosen Sendeablauf sicherstellen.

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Wer da war, wundert sich vielleicht, warum ich so gar kein Wort über die ebenfalls prominenten männlichen Gäste verliere. Der Eine war von Hause aus nicht so spannend für mich, und von dem Anderen bin ich kein Fan. Letzterer (ein durchaus berühmter deutscher Popsänger älteren Semesters) wurde erst mit Riesenbeifall begrüßt, als er dann anfing zu erzählen, wie es ihn nach Hamburg verschlagen hat und er dann später Berlin entdeckt hat, konnte man zusehen, wie die Dichte von Smartphones sekündlich anstieg, Nicht, um ihn damit zu fotografieren, sondern um messages zu checken. Wir nutzen diesen Showteil dann auch, um aufs Klo zu gehen und draußen eine zu rauchen. Wer wissen will, von wem ich rede, muss halt googlen. Interessanterweise gibt es in dem Hörfunkbericht hier auch keine Erwähnung der männlichen Gäste. Dank an Saskia für den supercleveren Tipp, vor Aufzeichnungsbeginn Getränkevorräte zu bestellen. Wir hatten neben den von der Außenbar mitgebrachten Getränken in der ersten Sendung eine Flasche Crémant Rosé im Kühler und eine Flasche Wasser und zur zweiten Sendung eine Flasche Sancerre und eine zweite Flasche Wasser. Das nächste mal lieber gleich zwei Kühler und drei bis vier Flaschen. Und dann haben wir ja sowieso den allergrößten Tisch für uns. Das wird fein.
30. Juni 2017
28. Juni 2017

Karl Neukauf playing C[arl]Hintze Grand Piano
27. Juni 2017
26. Juni 2017
19. Juni 2017
17. Juni 2017

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Unterwegs in der Fasanen- und Auguststraße. Treffpunkt Fasanen 45, Galerie einer sehr sympathischen Schweizerin, zu der ich sofort Vertrauen habe. Nicht abgelichtet, intensive Unterhaltung mit einem Besucher, wir saßen draußen an dem Kaffeehaustisch, Cava, ein, zwei Zigaretten. Er fragte mich nach den formaljuristischen Grenzen von street photography. Ich erklärte ihm die Sache mit den „Wimmelbildern“ und dem expliziten Fokussieren von jemandem in der Menge. Die feinen Unterschiede. Und dass natürlich gewisse legendäre Aufnahmen nicht in der Welt wären, wenn vorher immer erst ein Antrag gestellt worden wäre, eine Erlaubnis eingeholt. Da ist auch Feinfühligkeit gefragt, wenn man die Grenze bewusst überschreitet. Jan kam geraume Zeit später, war aber kein Problem, sonst hätte das Gespräch vorher nicht stattgefunden. Ich mag die Fasanenstraße sehr. Sie hebt sich atmosphärisch von allen anderen Straßen ab, die ich in Berlin kenne. Die Künstlerin, die ihre Fotografien ausstellte, war ebenfalls aus der Schweiz. Wir unterhielten uns auch über unsere Selbsterfahrungen mit Selbstportraits, denn sie stellte u. a. einige aus. Keine „Selfies“ wohlgemerkt, die für meine Begriffe die Kategorie bezeichnen, dass jemand mit dem Smartphone auf sich draufhält. Bilder mit Selbstauslöser dabei, sehr atmosphärische Aufnahmen darunter, ich mochte aber die Hängung nicht wirklich. Ungerahmt und in konsequentem Wechsel mit Blumenbildern. Das war zu absehbar und auch in der Verbindung nicht sinnstiftend. Viele Selbstportraits waren zu gut, um von qualitativ abfallenden Motiven eingerahmt zu werden. Da ziehe ich großzügige, solitäre Hängung eindeutig vor. Jan und ich spazierten dann die Fasanenstraße entlang, Richtung Savignyplatz, da in die S-Bahn, bei Edeka am Hackeschen ein paar Sachen geholt, Äpfel, Orangen, was zu trinken. Auf dem Weg zu CWC in der Auguststr. kurz in meiner Wohnung angehalten, Getränke in den Kühlschrank, auf’s Klo, und weiter. Bei Camera Work in der Auguststraße, da in der Mädchenschule, affige Einlasspolitik, die Tür versperrt, obwohl kaum Besucher da. Dennoch den kurzen Besuch wert, weil die Art, wie die Fotografien da gerahmt hingen, auch in ihrer Großzügigkeit, sehenswert war. Ich liebe 3D-Rahmen. Und 3D-Leinwände. Sehr hochkarätig, wie das alles da auf Abstand hängt. Und der schöne, samtig graue Beton-Estrich. Wer selbst fotografiert, hat auch einen besonderen Blick für die Größe, den Abzug, die Hängung in einer Ausstellung, manchmal mehr, als für das Motiv. Insofern gibt es gar keine völlig uninteressanten Ausstellungen. Manchmal sieht man auch einfach nur, wie man es ziemlich sicher nicht machen möchte und wird.

Danach ließen wir uns darußen an einem Tisch vom RUZ nieder. Ich blieb bei Cava. Lange, intensive, gute Gespräche. Ich erzählte Jan unter anderem von meiner Lieblingspuppe Michaela. Eigentlich hatte ich auch nur eine, von späteren Barbiepuppen abgesehen. Ich erinnerte mich, dass ich Babypuppen-Spiele langweilig fand, aber mitmachte, weil alle Mädchen es machten. Ich wollte lieber Ausgehen und Party und Photoshooting und Auftritt spielen. Als Berufe fand ich Schlagersängerin, Stewardess und Mannequin am interessantesten. Später dann Fotografin. Mit Michaela habe ich zum ersten mal 1974 Photoshooting gespielt. Ich habe sie an einen Busch im Garten gelehnt. Das Kleid war insofern selbst gestylt, als ich ein Seidentuch meiner Mama zum Partykleid für Michaela umfunktioniert hatte. Michaela hatte nur noch ein Bein, weil sie aus Hartplastik war und mal runtergefallen ist. Ich habe das Bein versucht anzukleben und ihr immer wieder einen Verband gemacht, aber es ist nicht mehr angewachsen. Deswegen habe ich Michaela immer lange Kleider gemacht, damit sie nicht invalide aussieht, sondern in ihrer ganzen Schönheit erstrahlen kann. Ich habe sie immer noch. Sie war ein paar Jahre bei meinen Eltern auf dem Dachboden in einer Truhe mit Spielsachen. Vor zehn Jahren habe ich sie zurückgeholt und jetzt wohnt sie wieder bei mir. 1974, als ich diese ersten Bilder gemacht habe, war ich achteinhalb. Das war genau mein Ding. Hat sich nur unwesentlich verändert. Hier sind Fotos von Michaela, das allererste Foto ist das von 1974 .
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P.S. und hier noch mal alles über den Unfall mit dem Bein.
22. Juni 2017


Ich erinnere mich offen gestanden nicht exakt, wann wir uns das erste mal miteinander unterhielten. Aber Ina. Sie meint, bei Carpentier. Wir kamen über Jan in Kontakt, er hatte sie kennengelernt und mir Bilder von ihr gezeigt. Fotografien, die sie zeigen. Ich mochte auf Anhieb die raubtierhafte Konzentration in ihrem schönen Gesicht. Dass wir uns gut verstehen würden, war mir eigentlich klar, ohne je mit ihr gesprochen zu haben. Eine meiner schönsten Begegnungen der letzten Jahre. Nun sind wir Freundinnen. Was wir uns erzählen, weiß so mancher nicht im Entferntesten. Es ist gut aufgehoben, weil es Parallelen in unseren Leben gibt, die man anderen umständlich erklären müsste, und sie verstünden es doch nicht im tiefsten Herzen. Auf den Bildern war Ina auf der legendären ehemaligen Abhörstation der US-Allierten auf dem Teufelsberg. Wir haben es nicht bis ganz nach oben in dem Turm geschafft, weil unten eine Filmvorführung wartete. Inas guter Freund Eike, den ich auch schon einige Male traf, zeigte seinen sehr sehenswerten Dokumenarfilm über Fürst Pückler, open air. Ina hat darin eine kleine Statistenrolle übernommen und war dann auch ganz froh, dass sie nicht zu ausführlich vorkam, weil die Frisur ein bißchen trutschig geraten war. Fürst Pückler wurde einem höchst sinnenfroh und spielerisch sehr nah gebracht. Ein Frauenheld und Weltreisender und dann seine Parkomanie. Ab sofort meine Lieblings-Besessenheit. Eventuell schaffe ich sie mir selbst an. „Ach wissen Sie, ich habe dieses Leiden, ich leide unter Parkomanie. Ich muss immer große Parks anlegen und große Baumalleen. Sie verstehen. Das kostet.“ Dafür hat er sich, also Pückler, sogar von seiner geliebten Gefährtin scheiden lassen, um auf Brautschau nach einer jungen begüterten Dame von Welt zu gehen, die weitere Parkanlagen finanzieren könnte. Was für ein Schlawiner. Aber sein Erbe lebt fort. Muss man überall hin. Branitz. Und Muskau. Und Babelsberg. Und dann der Schriftsteller. Über seine Brautschau in höheren Kreisen verfasste er ein Buch, das aus den Briefen an seine geliebte, eingeweihte, leider geschiedene Frau besteht, die – selbstredend – ebenfalls unter Parkomanie litt. „Briefe eines Verstorbenen“ heißt das schöne Werk, das sofort zum Bestseller geriet, weil es erstmalig Einblick in das private Leben der Adelskreise gab. Später schrieb er noch andere Bücher, eines unter dem Pseudonym „Tutti Frutti“. Übrigens war die Brautschau nicht von Erfolg gekrönt, aber da kam als Geschenk des Himmels der Mega-Erfolg der Briefe eines Verstorbenen und so konnte die Parkomanie weiter betrieben und finanziert werden. Ich finde das alles herrlich. Solche Menschen braucht die Welt. Nach dem Film verabschiedeten wir uns von Eike und wo sind wir dann hin… ah ja, wir wollten ins SO36, Inas Schwester kutschierte uns in ihrem schönen Auto hin und da war eine albern lange Schlange von jungem Gemüse, das dort ebenfalls das Tanzbein schwingen wollte. Wir gingen stattdessen schräg gegenüber zu einem Crossover-Asiaten mit opulentem Interieur und bestellten ein paar Köstlichkeiten und erzählten ganz viel. Wie eigentlich immer.

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19. Juni 2017
Meine Damen (oder der der eine oder andere Herr), morgen Abend schon etwas vor? Ich hätte da ein Ticket übrig für Ratzkes Rendezvous in der Bar jeder Vernunft, wir sind ein e̶̶x̶̶c̶̶l̶̶u̶̶s̶̶i̶̶v̶̶e̶̶r Damenclub.. Ist das da (im Damenclub: Maria S., Romy S., Ina W., noch zwei tolle jüngere Ladies und meine Wenigkeit. Im äußersten Notfall würde ich das Ticket an einen Mann vergeben. Also wenn alle Stricke reißen! Er müsste sich natürlich benehmen und die Füße still halten. Reden nur, wenn er gefragt wird (etc. pp., das Übliche.))
20. Juni 2017
Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten! Das Ticket ist immer noch nicht vergeben, ich gebe es zum Sonderpreis ab, obwohl mein Name draufsteht und es schon alleine deswegen eigentlich mehr kosten müsste! Die Versteigerung ist um 18 Uhr beendet, so lange kann noch geboten werden.

P.S. da habe ich doch gerade einen Geistesblitz. Ich verkaufe gerne auch nur das Ticket, quasi als Souvenir, da ja mein Name draufsteht, derjenige, der oder die es ersteht, muss gar nicht hingehen, total bequem! Ticket bei mir ordern, ich verschicke es ausgedruckt mit der Post, einrahmen müsst ihr es selbst.
19. Juni 2017
Morgen zu Le Ratzke in die Bar jeder Vernunft. Mit Kathi Thalbach als Talkgast und Meret Becker und Zazie de Paris. Es ist die Aufzeichnung der ersten beiden Folgen einer neuen Late Night Show für den SWR mit Sven Ratzke als Gastgeber. Die Bar jeder Vernunft hat ja so schon eine strikte Politik, was der Gast zu unterlassen hat. Nicht nach Beginn der Vorstellung in den Saal gehen, keinen Getränkenachschub außerhalb der Pause holen, Rauchen sowieso nicht, nicht Fotografieren. Da wird morgen noch eine Schippe draufgelegt, nehme ich an. Dann wenigstens halbwegs nachvollziehbar. Treffe mich um Sieben rum mit Maria, Ina, Romy und noch zwei jungen Frauen, damit wir einen guten Platz bekommen. Geht aber erst um Acht los. Habe immer noch eine Karte übrig. Muss ordentlich Geld mitnehmen, weil Romy neulich beim Ratespiel rosa Champagner gewonnen hat. Da will ich dann auch nicht daneben sitzen und Fanta trinken. Keine Ahnung bislang, was ich anziehe. Man ist dann ja im Fernsehen, wenn man einen Platz weiter vorne hat. Kennt man ja, diese Kameraschwenks ins Publikum. Ich möchte schon gut rüberkommen. Ein Glück, dass meine Freundinnen immer tiptop aussehen, da ist nichts zu befürchten. Der gemeine Fernsehzuschauer soll später in seinem Sessel denken: Toller Künstler, tolle Gäste! Und erst das weibliche Publikum! Ich gebe alles. Wenn ich nur schon wüsste, was ich anziehe. Es soll total warm werden, ich habe einfach viel zu wenig Kleider, die sich für Fernsehauftritte eignen. Ich hatte da bislang den völlig falschen Ansatz. Das muss sich ändern. Natürlich möchte ich den Hauptakteuren auch nicht die Schau stehlen, wie es im Fachjargon heißt. Da ist Fingerspitzengefühl gefragt. Gut aussehen und den beeindruckenden Gesamteindruck abrunden. Ich überlege, ob ich dasselbe Kleid anziehe, wie neulich bei der Feier da oben auf dem Teufelsberg, dezent aber doch auffällig! Erst mal ein Schlaftrunk. Ich komme in der Sache heute nicht mehr weiter. Aber ich werde berichten. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Wobei ich hin und wieder auch nicht berichte, fällt mir gerade auf. Zum Beispiel habe ich überhaupt nicht erzählt, dass ich neulich mit Maria bei Ratzkes letzter Starman-Show im Tipi war. Im Tipi gibt’s Sancerre, da haben wir uns ein Fläschchen gegönnt, immerhin der Lieblingswein von David Bowie, Gott hab ihn selig, das passte so schön zur Show, wo Ratzke ja Bowie-Songs performt. Und dazwischen ganz viel redet. Wie das eben so seine Art ist. Er ist schon sehr eloquent. Auch wenn die Erzählungen ein Teil der einstudierten Show sind, austauschbar ist Sven Ratzke so schnell nicht. Eine wahnsinnige Lichtchoreographie, auch nicht fotografiert. War aber alles dennoch erlebenswert. Es ist ja nicht so, dass mir die Hand zu zittern beginnt, wenn ich nicht fotografieren kann. Es gibt auch noch ein Leben ohne Kamera. Nach der Show hätte es auch so manches interessante Motiv gegeben, aber das wäre noch unangemessener gewesen. Ich bin da äußerst zurückhaltend.


19. Juni 2017
Meine Damen (oder der der eine oder andere Herr), morgen Abend schon etwas vor? Ich hätte da ein Ticket übrig für Ratzkes Rendezvous in der Bar jeder Vernunft, wir sind ein e̶̶x̶̶c̶̶l̶̶u̶̶s̶̶i̶̶v̶̶e̶̶r Damenclub.. Ist das da (im Damenclub: Maria S., Romy S., Ina W., noch zwei tolle jüngere Ladies und meine Wenigkeit. Im äußersten Notfall würde ich das Ticket an einen Mann vergeben. Also wenn alle Stricke reißen! Er müsste sich natürlich benehmen und die Füße still halten. Reden nur, wenn er gefragt wird (etc. pp., das Übliche.))
19. Juni 2017
19. Juni 2017
18. Ju ni 2017

“To photograph people is to violate them, by seeing them as they never see themselves, by having knowledge of them that they can never have; it turns people into objects that can be symbolically possessed. Just as a camera is a sublimation of the gun, to photograph someone is a subliminal murder.“
― Susan Sontag, On Photography
17. Juni 2017

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Unterwegs in der Fasanen- und Auguststraße. Treffpunkt Fasanen 45, Galerie einer sehr sympathischen Schweizerin, zu der ich sofort Vertrauen habe. Nicht abgelichtet, intensive Unterhaltung mit einem Besucher, wir saßen draußen an dem Kaffeehaustisch, Cava, ein, zwei Zigaretten. Er fragte mich nach den formaljuristischen Grenzen von street photography. Ich erklärte ihm die Sache mit den „Wimmelbildern“ und dem expliziten Fokussieren von jemandem in der Menge. Die feinen Unterschiede. Und dass natürlich gewisse legendäre Aufnahmen nicht in der Welt wären, wenn vorher immer erst ein Antrag gestellt worden wäre, eine Erlaubnis eingeholt. Da ist auch Feinfühligkeit gefragt, wenn man die Grenze bewusst überschreitet. Jan kam geraume Zeit später, war aber kein Problem, sonst hätte das Gespräch vorher nicht stattgefunden. Ich mag die Fasanenstraße sehr. Sie hebt sich atmosphärisch von allen anderen Straßen ab, die ich in Berlin kenne. Die Künstlerin, die ihre Fotografien ausstellte, war ebenfalls aus der Schweiz. Wir unterhielten uns auch über unsere Selbsterfahrungen mit Selbstportraits, denn sie stellte u. a. einige aus. Keine „Selfies“ wohlgemerkt, die für meine Begriffe die Kategorie bezeichnen, dass jemand mit dem Smartphone auf sich draufhält. Bilder mit Selbstauslöser dabei, sehr atmosphärische Aufnahmen darunter, ich mochte aber die Hängung nicht wirklich. Ungerahmt und in konsequentem Wechsel mit Blumenbildern. Das war zu absehbar und auch in der Verbindung nicht sinnstiftend. Viele Selbstportraits waren zu gut, um von qualitativ abfallenden Motiven eingerahmt zu werden. Da ziehe ich großzügige, solitäre Hängung eindeutig vor. Jan und ich spazierten dann die Fasanenstraße entlang, Richtung Savignyplatz, da in die S-Bahn, bei Edeka am Hackeschen ein paar Sachen geholt, Äpfel, Orangen, was zu trinken. Auf dem Weg zu CWC in der Auguststr. kurz in meiner Wohnung angehalten, Getränke in den Kühlschrank, auf’s Klo, und weiter. Bei Camera Work in der Auguststraße, da in der Mädchenschule, affige Einlasspolitik, die Tür versperrt, obwohl kaum Besucher da. Dennoch den kurzen Besuch wert, weil die Art, wie die Fotografien da gerahmt hingen, auch in ihrer Großzügigkeit, sehenswert war. Ich liebe 3D-Rahmen. Und 3D-Leinwände. Sehr hochkarätig, wie das alles da auf Abstand hängt. Und der schöne, samtig graue Beton-Estrich. Wer selbst fotografiert, hat auch einen besonderen Blick für die Größe, den Abzug, die Hängung in einer Ausstellung, manchmal mehr, als für das Motiv. Insofern gibt es gar keine völlig uninteressanten Ausstellungen. Manchmal sieht man auch einfach nur, wie man es ziemlich sicher nicht machen möchte und wird.

Danach ließen wir uns darußen an einem Tisch vom RUZ nieder. Ich blieb bei Cava. Lange, intensive, gute Gespräche. Ich erzählte Jan unter anderem von meiner Lieblingspuppe Michaela. Eigentlich hatte ich auch nur eine, von späteren Barbiepuppen abgesehen. Ich erinnerte mich, dass ich Babypuppen-Spiele langweilig fand, aber mitmachte, weil alle Mädchen es machten. Ich wollte lieber Ausgehen und Party und Photoshooting und Auftritt spielen. Als Berufe fand ich Schlagersängerin, Stewardess und Mannequin am interessantesten. Später dann Fotografin. Mit Michaela habe ich zum ersten mal 1974 Photoshooting gespielt. Ich habe sie an einen Busch im Garten gelehnt. Das Kleid war insofern selbst gestylt, als ich ein Seidentuch meiner Mama zum Partykleid für Michaela umfunktioniert hatte. Michaela hatte nur noch ein Bein, weil sie aus Hartplastik war und mal runtergefallen ist. Ich habe das Bein versucht anzukleben und ihr immer wieder einen Verband gemacht, aber es ist nicht mehr angewachsen. Deswegen habe ich Michaela immer lange Kleider gemacht, damit sie nicht invalide aussieht, sondern in ihrer ganzen Schönheit erstrahlen kann. Ich habe sie immer noch. Sie war ein paar Jahre bei meinen Eltern auf dem Dachboden in einer Truhe mit Spielsachen. Vor zehn Jahren habe ich sie zurückgeholt und jetzt wohnt sie wieder bei mir. 1974, als ich diese ersten Bilder gemacht habe, war ich achteinhalb. Das war genau mein Ding. Hat sich nur unwesentlich verändert. Hier sind Fotos von Michaela, das allererste Foto ist das von 1974 .
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P.S. und hier noch mal alles über den Unfall mit dem Bein.
15. Juni 2017
15. Juni 2017
26. Juli 2013

Mick war und ist natürlich wichtig auf unserem Planeten. Happy Birthday! Fast, aber nur fast vergessen. Man wird ja immer an alles Wichtige erinnert, wenn man sich bei gmx einloggt. Sehr praktisch. Am Schönsten fand ich ihn ja während dieser Phase, als er bei dem Konzert im Hyde Park dieses weiße Minikleid mit Rüschenärmeln anhatte. Das gefältelte weiße Röckchen stand ihm schon unheimlich gut. Das hat Maßstäbe in Sachen Anmut gesetzt. Ich meine: er hat trotzdem nicht wie ein Mädchen ausgesehen. Deswegen hat das Röckchen ja so gerockt. Gut, dass man wenigstens niemandem erklären muss, wer Mick Jagger ist. Neulich übrigens, beruhigenderweise, auch empörte Blicke geerntet, als ich in einer Runde in Anwesenheit Anfang zwanzigjähriger Frauen anheimstellte, dass die eine oder andere vielleicht nicht wüsste, wer Iggy Pop ist. Es ging um Berlin und Blixa und Nick und Jim Jarmusch und das Ex und Pop und den Dschungel und wer da so hinging und so weiter und so fort. Da war ich endlich mal vollumfänglich auskunftsfähig, auch ohne Google. Bin ich ja beruhigt. Also wegen Iggy. Ich stoße auf jeden Fall heute noch mal mit Mick an. Ansonsten im luftigen Drinnen bleiben und den schattigen Abend genießen. Ach ja, fällt mir noch ein, neulich mal wieder „Performance“ geguckt, auf dem neuen, selten benutzten HD-Fernseher, den Film mit Anita Pallenberg, wo sich die beiden in dieser verschleierten Hippie-Villa in London mit marrokanischem Interieur der Pilzzucht und körperlichen Liebe hingeben. Nachdem ich Keefs LIFE studiert hatte, noch mal interessanter, wenn man die Hintergrundgeschichte kennt, wie sich Keith Richards in einem Hotelzimmer ein paar Häuser weiter vor Eifersucht gequält hat, weil er ahnte, dass da was geht zwischen Mick und Anita, während des Drehs, und es regnete, und da fällt ihm auf dem Bett liegend, frustriert, Gimme Shelter ein. Ich liebe solche Geschichten aus dem Nähkästchen. Könnte ich mich stundenlang dafür begeistern. Aber natürlich nicht von jedem. Jedenfalls Mick ist in dem Film als ein zugedröhnter Super-Rockstar zu sehen, mit anderen Worten, als er selbst. Besonders mit Kajal sah er noch verschärfter aus, und die Haare wurden damals für den Film dunkler gefärbt. Manche Männer können ein bißchen Augen Make up gut vertragen. Aber es muss natürlich zum Typ passen. Wenn Sie also ungefähr die Allure von Jagger haben, diesen gewissen androgynen Einschlag, dann geht das sehr gut. Aber Vorsicht in reiferen Jahren. Man möchte dann ja auch nicht wie Alice Cooper aussehen. Sie wissen, was ich meine. Also noch mal: alles Gute Mick, bleib fit und genieße die nächsten zwei bis drei Jahrzehnte, ich halte dir die Stange. Äh – ja. Rock on!
06. Juni 2017
Eros will have naked bodies; Friendship naked personalities.
C. S. Lewis (1898 – 1963)
13. Juni 2017
Gehört auch hierher. Ich kann zwar entscheiden, nicht mehr initial auf facebook zu posten und dann hierher zu kopieren, aber wenn jemand dort etwas formuliert, das mich betrifft und berührt, muss ich es hier integrieren, einbetten. Einen Ehrenplatz einräumen. Cosmic und ich waren einige wenige Jahre permanent präsent, hier in meinem Blog. Wir hatten eine sehr intensive Zeit und wahrscheinlich liegt es in der Natur der Dinge, dass sich eine aufstrebende Dynamik nicht endlos fortsetzt. Heute kann ich ohne lange zu überlegen sagen, dass wir besonders vertraute Freunde sind, die sich selten sehen, und die gemeinsame Zeit in Ehren halten. Vielleicht hätte ich heute gar keinen Eintrag verfasst oder einen eher banalen. Ich war ein paar mal heute kurz davor, hatte dann aber so viel zu tun, dass ich andere Prioritäten gesetzt habe. Meine facebook-timeline, oder „Pinnwand“ oder wie es auch immer heißen mag, ich kann es mir ums Verrecken nicht merken. Chronik? Völlig egal – war gerade wieder komplett leer. Ich brauche das ab und zu. Setze alle Postings aus der Vergangenheit offline, sie sind noch da, aber in einem Status, der sich privat nennt. Kann niemand sehen, außer mir. Wer neugierig genug ist, was aus mir geworden ist, oder was mich bewegt, oder auch in der Vergangenheit bewegt hat, wird den Weg hierher finden. Ich bin inzwischen beim 14. Februar 2017, mit meinen rückwärts gerichteten copypaste-Schularbeiten. Die Löcher in diesem großen Käse hier umfassen nur noch einige Phasen innerhalb der Zeitspanne zwischen Februar Sechzehn und Februar Siebzehn.
Um zu diesem Eintrag zurückzukommen – auf meiner leergefegten facebook-Seite standen heute Abend plötzlich Zeilen von Cosmic, Georg. Er erinnerte sich – oder vielleicht wurde er auch vom System erinnert – an einen Eintrag von ihm selbst, als er noch in sein Blog schrieb, vor sieben Jahren. Und an mich, die Zeiten, als wir all das unternommen hatten, was nun in digitalen Archiven liegt. Immer noch zu sehen und zu hören. Ich kommentierte unter dem Eintrag, das gehört sich einfach so. Ich kann mich nicht entsinnen, je von jemandem deutlicher in Worten gewürdigt worden zu sein, als von ihm. Es gab und gibt auch andere, die mir Zuspruch zuteil werden lassen, aber niemals in vergleichbar wiederholter und nachdrücklicher Weise. Wenn man Würdigung dann in dieser Form bekommt, spürt man, dass es einem eigentlich immer gefehlt hat. Ich bin sehr empfänglich für Worte. Wenn ich mich jemandem verbunden fühle, und es keinen bemerkenswerten verbalen Austausch gibt, fühle ich mich wie eine ver(w)irrte Orchidee, die vom feuchten Dschungel in eine karge Wüste versetzt wurde.
Ich kopiere den Eintrag von Georg hierher. Das habe ich in den Kommentaren angekündigt. Aber selbst, wenn ich es nicht getan hätte, würde ich keine Sekunde zweifeln, dass es völlig in Ordnung ist. Diese Freiheit empfinde ich auch noch bei zwei anderen Menschen, die in meinem Leben eine Bedeutung hatten oder haben, seit vielen Jahren. Jan hat mir in dieser Hinsicht nie auf die Finger geklopft. Aber auch von Duke erlebte ich bei meinen überschaubaren, handverlesenen, aber umso tiefer gehenden Veröffentlichungen nur warmen Zuspruch, gleich, wie persönlich meine Erinnerungen und Gedanken wurden. Ich kann mich nicht entsinnen, dass man mir je Grenzüberschreitung oder Indiskretion vorgeworfen hätte. Aber bei manchen Menschen halte ich sehr bewusst strikte Grenzen ein, auf die ich nicht immer Lust habe. Ich gehe eigentlich sehr gerne an die Grenze, wo man etwas spürt. Sich berührt.

Dienstag, 13. Juni 2017 21:20 Uhr
Georg
Da war ich gerade frisch in Berlin angekommen und traf meine Schwester Braut Gaga Nielsen. Zurückblickend war das mit eine der besten Zeiten im Leben, obwohl ich denke, dass ich das in ein paar Jahren auch über die jetzige Zeit sagen werde. Alles läuft irgendwie sehr gut. Ich liebe meine neue Heimat Berlin und die Menschen, denen ich hier begegne. Und immer mit Musik zu tun, Soundtrack fürs Leben. Ich schreib irgendwie meine eigene Filmmusik zu meinem Film. Ist nicht verkehrt, das kann ich jetzt schon sagen. Musik ist mein Ding! :)
Gaga
auf einer meiner Festplatten gibt es eine alte (Film)projekt-Datei, ich hatte schon viele Schnitte in der Bildspur gemacht…. dann beiseite getan. Es war noch 3:4. Obgleich ich immer versuche, Dinge zu Ende zu bringen, besonders wenn ich viel Zeit und Hingabe investiert habe. Hier ist es mir nicht gelungen. Aber ich erinnere mich an alles. Auch für mich eine kostbare Zeit. Es gibt keinen vergleichbaren Lebensabschnitt, in dem ich so viel – auch filmend – dokumentiert habe. Ich muss sogar sagen, das hat Maßstäbe gesetzt, insofern, dass ich seltsam enttäuscht war,, wenn etwas Vergleichbares nicht mit anderen möglich war. So spielerisch und selbstverständlich. Wir hatten auf dieser Ebene einen unheimlichen Draht. Ohne Worte und komplizierte Verabredungen.
Georg
Du warst gewiss eine der bedeutendsten Begegnungen in meiner Timeline… – und es ist ja noch nicht vorbei. Abschnittsweise ja, es gab eine Zäsur – aber ich bin noch da und Du bist noch da. Und ich schmiede grade wieder Pläne. Wer weiss, vielleicht läuft wieder was zusammen, was Konkretes. Du bist für mich eine grosse Artistin, gerne würde ich wieder anknüpfen, an die Vergangenheit im Jetzt. ;)
Gaga
Ich danke dir. Für alles. Der besondere Wert unserer Begegnung lag darin, dass wir uns wahrhaftig gesehen haben und gegenseitig in unserem Talent gewürdigt. Da war kein Gefälle derart, dass man das Gefühl gehabt hätte, man liefert jemandem zu, der im absoluten Mittelpunkt steht oder die Alpha-Position beansprucht. Wir waren beide Alphatiere, die sich nichts genommen, sondern gegeben haben. Ich hasse es, wenn mir jemand das Gefühl gibt, eine Dienstleistung zu erbringen, anstatt das Alleinstellungsmerkmal meines Tuns zu feiern. Das hast du immer getan, Letzteres. Das kann sich gerne jeder zum Vorbild nehmen, der mit mir zu tun hat. Oder zum Teufel gehen;.) (Tonspur zum letzten Kommentar.…)
Georg
Besser kann man es nicht in Worte fassen, auch für diese Gabe liebe ich Dich! :-)
Gaga
Ich sage jetzt nichts mehr, sondern freue mich einfach nur über deine Würdigung. Zumal zu Lebzeiten. Das sind die allerschönsten.
P.S. ich copypaste den Strang in mein Blog. Ich schreibe wieder, ich meine dort. Da gehört alles hin. Mein ganzes Herzblut.
Georg
Ich fang auch wieder an…
Gaga
P.P.S. für alle, die keinen blassen Schimmer haben, wovon wir hier reden… https://www.flickr.com/photos/gaganielsen/collections/72157610749241169 (…) https://vimeo.com/album/2566345









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12. Juni 2017
03. Juni 2017
„Wie ich einmal im Brautmodengeschäft war“ könnte der Eintrag heißen, den ich hier nun zu posten gedenke. Habe eben bei kid37 kommentiert und derlei persönliche Bekenntnisse gehören auch hier verewigt. Kid erwähnt in seinem letzten Eintrag, dass er unlängst bei einem Wienbesuch neben einem Hochzeits- organisationsgeschäft gewohnt hat. Um meinen Kommentar zu verstehen, muss ich den Absatz aus seinem Eintrag hier einfügen, sonst ergibt das ja alles gar keinen Sinn:
„Nun kam es so: Letztes Jahr wohnte ich in Wien neben einem Hochzeitsorganisationsgeschäft und dachte, ach, das trifft sich ja zufällig gut, vielleicht bewirkt das was. Einfach mal im Leben etwas Neues ausprobieren! Ich lungerte also dort meine freie Zeit herum, steckte mir wohl auch ein rotes, aus einer Blumenbinde-fachzeitschrift geschnittenes, rotes Herz ans Revers, aber unter den jungen heiratsfähigen Wienerinnen wollte sich seriöserweise nichts ergeben. Über eine ganze Stunde stand ich dort, wie ein Tor oder ein Schauspieler aus dem Volkstheater, der ein burleskes Stück aufführt. Na, schönen Dank und Servus.“
Daraufhin ich:
„Die geschilderte Situation bei dem Hochzeitsorganisations-geschäft – ich hätte da eine Erklärung. Die jungen Frauen, die dort mit offenen Augen eintrudeln, haben glaube ich überwiegend schon einen Bräutigam. Oft kommen die Damen auch in Begleitung der Frau Mutter oder der jüngeren Schwester oder Cousine oder alle auf einmal. Auch die stehen und sitzen mit weit aufgerissenen Augen im Geschäft, aber an einem solchen Ort ist die holde Weiblichkeit derart von Spitzen, Rüschen und Schleiern vernebelt, dass keine Aufmerksamkeitskapazitäten mehr für profane Dinge wie fremde Männer übrig sind. Ich war neulich im Januar das erste mal in meinem Leben selbst in so einem Geschäft. Möglicherweise auch das letzte mal. Allerdings wollte ich nur ein tolles Partykleid, diese Brautgeschäfte haben da ja ganz oft so eine Partykleider-Abteilung als Zubrot. Ich habe viele lange Roben anprobiert, sehr interessante Erfahrung, wenn die Verkäuferin zwingend darauf besteht, mit in die Umkleidekabine zu kommen und beim Anziehen zu helfen. Ich habe es abgelehnt, sie ist meinem Wunsch nur ungern nachgekommen, das war etwas anstrengend, obgleich eine sehr charmante Fachkraft. Es war das eine oder andere Oscar-kompatible Modell dabei, aber ich habe dann doch nichts erstanden. Tolle Ausstattung in dem Geschäft, KuDamm Ecke Joachimsthaler. So eine Drehplatte mit einer lebendigen Braut drauf, die gerade ein Kleid anprobiert hat, rundherum in Plüschsesselchen der weibliche Familienanhang, ca. zehn Damen. Schon eine interessante Parallelwelt.“

Nun ist der Vollständigkeit halber noch hinzuzufügen, dass ich anschließend in einem anderen Geschäft schräg gegenüber war, wo ich alleine anprobieren durfte und auch gleich zwei – allerdings kurze – Partykleider erstanden habe. Eines davon hatte ich dann an. Goldener Brokatstoff mit eingewirkten dunkelgrauen Arabesken. Gut, dass ich keine der Oscar-Roben genommen habe, ich wäre bei der Party hoffnungslos overdressed gewesen.

Gibt es da eigentlich einen deutschen Begriff dafür? „Unverhältnismäßig herausgeputzt“? Aber eines muss ich doch sagen, wenn die Verkäuferinnen nicht wären, und man da frei agieren könnte, wäre es schon noch einmal interessant, einen ganzen Tag in der Partykleiderabteilung zu verleben. Also vom Brautmodengeschäft. Auch für die Brautmutter gibt es herrliche Ensembles aus Etuikleid und edlem Kurzmäntelchen aus herrlichen Stoffen, die ich mir auch gut an mir unter der Woche vorstellen könnte. Bei den Brautkleidern habe ich aber nicht geschaut. Da fehlt einfach der Grund. Wenn ich jemals heiraten sollte, traue ich mir auch zu, dass ich einen weißen Smoking mit Zylinder anziehe. So ein Kaffeekannenwärmer-Kleid ist nicht mein Ding. Wenn Kleid, dann ganz schmal geschnitten. Figurbetont und ohne Schnickschnack. Es soll ja nichts von mir ablenken!
01. Januar 2017

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Zuerst fünf vor zwölf zu Maria, die war schon mit ihrem Liebsten auf dem Dach und hörte die Klingel nicht mehr. So schade. Dann Punkt Mitternacht durch Böller und Feuerwerk über Straßen zur leeren U-Bahn, um Richtung Paris Bar zu fahren, wo Ina sein würde. Sie kam später, um einiges, Manfred auch dabei. Großartige Musik zum Tanzen. Sie saß am Tisch von Michel und seinen Begleitern, ich setzte mich dazu, wenn ich nicht gerade tanzte. Tanzwütige alte Herren, gut gekleidete Paradiesvögel, es war ein unerwartet großes Vergnügen. Man trank Champagner. Was auch sonst. Größte Erheiterung, als ein männlicher Tänzer mich fragt, ob ich ein Rockstar sei. Ich sähe so aus. Hatte wohl mit meiner speziellen Art, bühnenraumgreifend und sehr rhythmusbetont auch im Beckenbereich, durch die Paris-Bar zu tanzen, zu tun. Ina fand das eine angemessene Betitelung für mich. Und dann noch mein knöchellanger schwarzer Lurex-Glitzermantel. Huiuiui. Als ich sehr viel später ging: „oh…. schade… der Rockstar geht.“. Michel Würthle wie man ihn kennt, erstklassig gestylt, bis zum Einstecktuch, von Kopf bis Fuß. Beeindruckend. Ich mochte ihn schon immer. Nur kurze Konversation, Feuer geben etc., aber klarer Blickkontakt. Ina ließ sich auch beflirten, ich nicht minder. Aber allein nach Hause.
14. Juni 2017
Möglicherweise zu interessant, dieser Strang von Zucker und mir, um in den Kommentar-Niederungen zu versinken. Gerne lesen Sie mit und teilen Ihre Gedanken und Erfahrungen. Auch so ein Blog-Dings, dieses gelegentliche Siezen, macht man auf FB auch nicht… Welten. Continental Drift.
13. Juni 2017
Gehört auch hierher. Ich kann zwar entscheiden, nicht mehr initial auf facebook zu posten und dann hierher zu kopieren, aber wenn jemand dort etwas formuliert, das mich betrifft und berührt, muss ich es hier integrieren, einbetten. Einen Ehrenplatz einräumen. Cosmic und ich waren einige wenige Jahre permanent präsent, hier in meinem Blog. Wir hatten eine sehr intensive Zeit und wahrscheinlich liegt es in der Natur der Dinge, dass sich eine aufstrebende Dynamik nicht endlos fortsetzt. Heute kann ich ohne lange zu überlegen sagen, dass wir besonders vertraute Freunde sind, die sich selten sehen, und die gemeinsame Zeit in Ehren halten. Vielleicht hätte ich heute gar keinen Eintrag verfasst oder einen eher banalen. Ich war ein paar mal heute kurz davor, hatte dann aber so viel zu tun, dass ich andere Prioritäten gesetzt habe. Meine facebook-timeline, oder „Pinnwand“ oder wie es auch immer heißen mag, ich kann es mir ums Verrecken nicht merken. Chronik? Völlig egal – war gerade wieder komplett leer. Ich brauche das ab und zu. Setze alle Postings aus der Vergangenheit offline, sie sind noch da, aber in einem Status, der sich privat nennt. Kann niemand sehen, außer mir. Wer neugierig genug ist, was aus mir geworden ist, oder was mich bewegt, oder auch in der Vergangenheit bewegt hat, wird den Weg hierher finden. Ich bin inzwischen beim 14. Februar 2017, mit meinen rückwärts gerichteten copypaste-Schularbeiten. Die Löcher in diesem großen Käse hier umfassen nur noch einige Phasen innerhalb der Zeitspanne zwischen Februar Sechzehn und Februar Siebzehn.
Um zu diesem Eintrag zurückzukommen – auf meiner leergefegten facebook-Seite standen heute Abend plötzlich Zeilen von Cosmic, Georg. Er erinnerte sich – oder vielleicht wurde er auch vom System erinnert – an einen Eintrag von ihm selbst, als er noch in sein Blog schrieb, vor sieben Jahren. Und an mich, die Zeiten, als wir all das unternommen hatten, was nun in digitalen Archiven liegt. Immer noch zu sehen und zu hören. Ich kommentierte unter dem Eintrag, das gehört sich einfach so. Ich kann mich nicht entsinnen, je von jemandem deutlicher in Worten gewürdigt worden zu sein, als von ihm. Es gab und gibt auch andere, die mir Zuspruch zuteil werden lassen, aber niemals in vergleichbar wiederholter und nachdrücklicher Weise. Wenn man Würdigung dann in dieser Form bekommt, spürt man, dass es einem eigentlich immer gefehlt hat. Ich bin sehr empfänglich für Worte. Wenn ich mich jemandem verbunden fühle, und es keinen bemerkenswerten verbalen Austausch gibt, fühle ich mich wie eine ver(w)irrte Orchidee, die vom feuchten Dschungel in eine karge Wüste versetzt wurde.
Ich kopiere den Eintrag von Georg hierher. Das habe ich in den Kommentaren angekündigt. Aber selbst, wenn ich es nicht getan hätte, würde ich keine Sekunde zweifeln, dass es völlig in Ordnung ist. Diese Freiheit empfinde ich auch noch bei zwei anderen Menschen, die in meinem Leben eine Bedeutung hatten oder haben, seit vielen Jahren. Jan hat mir in dieser Hinsicht nie auf die Finger geklopft. Aber auch von Duke erlebte ich bei meinen überschaubaren, handverlesenen, aber umso tiefer gehenden Veröffentlichungen nur warmen Zuspruch, gleich, wie persönlich meine Erinnerungen und Gedanken wurden. Ich kann mich nicht entsinnen, dass man mir je Grenzüberschreitung oder Indiskretion vorgeworfen hätte. Aber bei manchen Menschen halte ich sehr bewusst strikte Grenzen ein, auf die ich nicht immer Lust habe. Ich gehe eigentlich sehr gerne an die Grenze, wo man etwas spürt. Sich berührt.

Dienstag, 13. Juni 2017 21:20 Uhr
Georg
Da war ich gerade frisch in Berlin angekommen und traf meine Schwester Braut Gaga Nielsen. Zurückblickend war das mit eine der besten Zeiten im Leben, obwohl ich denke, dass ich das in ein paar Jahren auch über die jetzige Zeit sagen werde. Alles läuft irgendwie sehr gut. Ich liebe meine neue Heimat Berlin und die Menschen, denen ich hier begegne. Und immer mit Musik zu tun, Soundtrack fürs Leben. Ich schreib irgendwie meine eigene Filmmusik zu meinem Film. Ist nicht verkehrt, das kann ich jetzt schon sagen. Musik ist mein Ding! :)
Gaga
auf einer meiner Festplatten gibt es eine alte (Film)projekt-Datei, ich hatte schon viele Schnitte in der Bildspur gemacht…. dann beiseite getan. Es war noch 3:4. Obgleich ich immer versuche, Dinge zu Ende zu bringen, besonders wenn ich viel Zeit und Hingabe investiert habe. Hier ist es mir nicht gelungen. Aber ich erinnere mich an alles. Auch für mich eine kostbare Zeit. Es gibt keinen vergleichbaren Lebensabschnitt, in dem ich so viel – auch filmend – dokumentiert habe. Ich muss sogar sagen, das hat Maßstäbe gesetzt, insofern, dass ich seltsam enttäuscht war,, wenn etwas Vergleichbares nicht mit anderen möglich war. So spielerisch und selbstverständlich. Wir hatten auf dieser Ebene einen unheimlichen Draht. Ohne Worte und komplizierte Verabredungen.
Georg
Du warst gewiss eine der bedeutendsten Begegnungen in meiner Timeline… – und es ist ja noch nicht vorbei. Abschnittsweise ja, es gab eine Zäsur – aber ich bin noch da und Du bist noch da. Und ich schmiede grade wieder Pläne. Wer weiss, vielleicht läuft wieder was zusammen, was Konkretes. Du bist für mich eine grosse Artistin, gerne würde ich wieder anknüpfen, an die Vergangenheit im Jetzt. ;)
Gaga
Ich danke dir. Für alles. Der besondere Wert unserer Begegnung lag darin, dass wir uns wahrhaftig gesehen haben und gegenseitig in unserem Talent gewürdigt. Da war kein Gefälle derart, dass man das Gefühl gehabt hätte, man liefert jemandem zu, der im absoluten Mittelpunkt steht oder die Alpha-Position beansprucht. Wir waren beide Alphatiere, die sich nichts genommen, sondern gegeben haben. Ich hasse es, wenn mir jemand das Gefühl gibt, eine Dienstleistung zu erbringen, anstatt das Alleinstellungsmerkmal meines Tuns zu feiern. Das hast du immer getan, Letzteres. Das kann sich gerne jeder zum Vorbild nehmen, der mit mir zu tun hat. Oder zum Teufel gehen;.) (Tonspur zum letzten Kommentar.…)
Georg
Besser kann man es nicht in Worte fassen, auch für diese Gabe liebe ich Dich! :-)
Gaga
Ich sage jetzt nichts mehr, sondern freue mich einfach nur über deine Würdigung. Zumal zu Lebzeiten. Das sind die allerschönsten.
P.S. ich copypaste den Strang in mein Blog. Ich schreibe wieder, ich meine dort. Da gehört alles hin. Mein ganzes Herzblut.
Georg
Ich fang auch wieder an…
Gaga
P.P.S. für alle, die keinen blassen Schimmer haben, wovon wir hier reden… https://www.flickr.com/photos/gaganielsen/collections/72157610749241169 (…) https://vimeo.com/album/2566345









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12. Juni 2017
16. Februar 2017

Cookies Cream
Schönster Tisch. Als säßen wir immer da. Das Essen wie eine vulkanische Schwefellandschaft auf Island. Nie gesehen. Und wieso waren in der Flasche Ruinart derart viele Gläser… Hexenwerk.
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11. Juni 2017

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Vor dem Abend in Soeht7, wo Katharina – nicht Thalbach – Wackernagel – mit ihrer Mutter, die auch Schauspielerin ist, und einer weiteren, böse Texte las. Das Böse wiederholte sich irgendwann allzu berechenbar, man ahnte, worauf es hinauslaufen würde. Kreislers Tauben vergiften im Park umzudichten auf Männer, und dann so ganz ohne das zugehörige Wienerische, das war auch nicht so überzeugend. Aber Katharina schon. Die Bilder entstanden davor und danach. Wir trafen uns bei Jan, das war gut, weil wir uns zusammenraufen mussten. Sozusagen. Unser Projekt im September in Soeht7, ist mit der einen oder anderen Absprache verbunden, es gibt verabredete Dinge, die ich nicht im Detail hier verhandeln will, aber auch produktive Auseinandersetzungen. Am Ende immer bereichernd, mittendrin mitunter aufgeregt. Ich bin äußerst fixiert, wenn ich eine Absprache getroffen habe. Wenn dann jemand von dem verabredeten Weg abzweigt, oder auch vermeintlich, erwarte ich Erklärungen. Aber das haben wir an dem Abend beiseite getan, weitgehend, und auch befriedet. Ich habe inzwischen einen schönen Artikel für die Fotografie-Zeitschrift Brennpunkt verfasst, mit dem wir beide zufrieden sind. Darin geht es auch um die dreitägige Ausstelllung Anfang September, wo ich meine Visuals zeige, mein „sentimentales Archiv„. Bzw. Teile davon. Alles wäre ja gar nicht möglich, da müsste der Projektor nonstop Tag und Nacht laufen. Ich wähle aus, was mit Jans Sachen korrespondiert, er kommt ja auch in dem einen oder anderen Opus vor. Und Bilder unserer gemeinsamen Streifzüge.

Sicher ist auch noch Platz für anderes. Bei dem was ich mache, ist auch eine gewisse Freiheit da, zu variieren, das ist bei gedruckten und gerahmten Fotografien nicht so ohne weiteres machbar. Ich hatte lange eine gewisse Hemmung, auszustellen, weil ich damit immer zwingend die Idee verbunden habe, man müsste die Fotografien großformatig in höchster Museumsqualität aufwändig gerahmt, hinter edlen Passepartouts an Wände hängen, um das Publikum maximal beeindruckt zu hinterlassen. Das erschien mir aber als das geringere Problem. Eher stand ich vor einer Art Rätsel, nach welchen Kriterien ich auswählen sollte, und was DANACH damit geschehen würde. Wenn es abgehängt wird, da ich nicht so überzeugt war, dass eine Fotografie, die vor allem mir etwas bedeutet, oder jemanden zeigt, der oder die mir nah steht, für jemand anderen in seinem persönlichen Lebensbereich als Dauerzustand relevant sein könnte. Ich habe zwar immer noch mein Atelier in Neukölln, wo ausreichend Platz ist, so etwas zu lagern, aber es käme mir auch wie ein Friedhof vor, mit zu vielen Erinnerungen, die man auch hin und wieder einfach ganz wegpacken möchte. Dort sind einige abgezogene Fotografien, größerformatig. Daher weiß ich, wie das auf mich wirkt. Ich bin extrem empfänglich für stichwortgebende Augenblicke. Mein Gefühlshaushalt ist sehr filigran, ja fragil. Ich sehe zuweilen ein Bild und breche in Tränen aus. Das geht ruckzuck. Insofern ist es für mich eine wunderbare Lösung, Bilder in einem Loop zu zeigen, wo jede Erinnerung nur ein paar Sekunden aufflackert, und so schnell wieder vergangen ist, überlagert wird von dem nächsten Eindruck, dass ich außer Gefahr bin. Den kurzen Moment genieße, ohne in iein tiefes Meer zu fallen und zu sinken. Und ich muss nicht zahllose Bilder rahmen und transportieren und hängen. Wobei ich nicht ausschließen möchte, dass ich auch dies irgendwann mache, vereinzelt. In Verbiindung mit den bewegten Bildern. Alles im Fluss. Durchaus spannend… die Komfortzone ein Stückchen verlassen.
02. Juni 2017

Lesezeichen. Ich erkläre, was es bedeutet, wenn ich bei meinen Einträgen am Anfang „Lesezeichen“ schreibe und einen Beitrag verlinke. Im Grunde völlig simpel, das ist ein Lesezeichen für mich, wo ich gerade bin, beim Copypasten, Rüberschaufeln von facebook nach twoday. Das Lesezeichen ist die Stelle, wo ich gerade bin und in den folgenden Tagen oder Wochen weitermachen werde. Irgendwann muss es ja aufhören. Ich sehne den Tag herbei. Und andererseits hat es eine besondere Qualität zu begreifen, was die Tage eines Jahres ausgemacht haben. Dieses ist beinah schon wieder zur Hälfte vorbei. Ich kann es kaum fassen. Als ich irgendwas zwischen zehn und zwanzig war, erschien es mir unvorstellbar, dass die Zeit eines Tages schneller vergehen sollte. Mir erschienen alle Jahre unendlich lang. Vielleicht weil man als Schulkind den endlos erscheinenden Unterricht so verinnerlicht hat. Der verlängert die Zeit ungemein. Überhaupt ja jede Situation, in der man sich langweilt. Wenn man älter ist, kann man dann doch besser haushalten und einiges selbstbestimmter regeln. Ich fand (Schul)kind sein, nicht besonders frei. Auf ein erwachsenes Leben habe ich mich immer halb gefreut, halb hat es mir Angst gemacht. Wo sollte nur das Geld herkommen. Herrje. Vom aus dem Fenster träumen würde man wahrscheinlich keine Wohnungsmiete bezahlen können. Es hat sich ganz gut gefügt, zu meiner eigenen Überraschung. Wie bin ich darauf gekommen… die Zeit. Die Zeit. Die gottverdammte, kostbare Zeit. Ich bin recht geizig mit meiner Zeit. Oder auch bewusst, wie man es nimmt. Ich gehe nicht irgendwo hin, weil mir gerade langweilig ist. Alles mit Bedacht. Immer wieder große Überraschung, wenn ich jemandem sage, dass ich selten ausgehe. „Wie? DU? Du bist doch ständig unterwegs.“ Nein. Ich gehe eher selten aus. Im Vergleich zu anderen. Es kommt vor, dass ich zwei Wochen oder mehr, überhaupt nicht ausgehe. Mit Ausgehen meint man ja immer am Abend, sich mit Freunden etc. treffen. Nun kenne ich eben auch schon sehr viel, hier in Berlin. Leute, Kneipen, Bars. Gespräche. Palaver. Small Talk. Ich bin immer offen für sehr inspirierende Gespräche, die das Potenzial haben, tiefer zu schürfen oder mich sogar in irgendeiner Weise zu provozieren, aber dieses gewisse Plätscher-Plätscher-Gelaber, das über Party-Konversation nicht hinauskommt, interessiert mich nicht. Ich mag persönliche Offenbarungen, visionäre Gedankengänge. Die Regungen und Bewegungen im Herzen und im Kopf. Und wie sie zusammenpassen. Und miteinander kämpfen.
08. Juni 2017
Das sentimentale Archiv
· Opus 119 – Iridium IV.
· Opus 118 – private backup (nicht öffentl.)
· Opus 117 – Maria Schuster & Jovica Hendrix „W.t.f.is Angelina“
· Opus 116 – SIR „Am Fenster bei Nacht“
· Opus 115 – Karl Neukauf „Paternoster“ live
· Opus 114 – Blixa Bargeld & Teho Teardo „The Beast“
· Opus 113 – Little Annie „Don’t call me Mama“
· Opus 112 – Little Annie „You better run“
· Opus 111 – Little Annie „You don’t know what Love is“
· Opus 110 – Little Annie „Dear John“
· Opus 109 – Tom Adams „Time“
· Opus 108 – Tom Adams „Come on, Dreamer“
· Opus 107 – Tom Adams „Static“
· Opus 106 – Tom Adams „Migration“
· Opus 105 – Tom Adams „Arbeitstitel“
· Opus 104 – Home sweet home
· Opus 103 – Vienna Calling
· Opus 102 – Ein Traum
· Opus 101 – Brangelina Bunte
· Opus 100 – HD
· Opus 99 – April (Erich Kästner)
· Opus 98 – Can’t we
· Opus 97 – Heit nocht
· Opus 96 – Bussardsteig
· Opus 95 – Cosmic „Neujahrsmorgen“
· Opus 94 – Scheinweltfieber
· Opus 93 – Berlin Art Week
· Opus 92 – September (Erich Kästner)
· Opus 91 – Hilma af Klint
· Opus 90 – Duke Meyer | Eibensang „Filmfestspiele v. Gaganien“
· Opus 89 – Duke Meyer | Eibensang „Wiedersehen“ (live)
· Opus 88 – Duke Meyer | Eibensang „Manifest“
· Opus 87 – Duke Meyer | Eibensang „Macht d. N. hell/Tunk“(live)
· Opus 86 – Duke Meyer | Eibensang „Tunk die Banane“ (live)
· Opus 85 – Duke Meyer | Eibensang „Thors Wiederkehr“
· Opus 84 – Findelkind
· Opus 83 – Duke Meyer | Eibensang „Vogelsang“
· Opus 82 – Duke Meyer | Eibensang „Gnomenspruch“
· Opus 81 – Duke Meyer | Eibensang „Dschungelsang“ (live)
· Opus 80 – Duke Meyer | Eibensang „Ich folge d. Pferd.“ (live)
· Opus 79 – Duke Meyer | Eibensang „Zentaurentraum“ (live)
· Opus 78 – Cosmic „Ewig neu und jung“
· Opus 77 – Duke Meyer | Eibensang & MWNN „Ich fühl mich gut“
· Opus 76 – Angela Winkler „Eine Zigarette lang“
· Opus 75 – Aufbau „Berlin Art Scene“
· Opus 74 – Gaga Nielsens allererste Filmaufnahmen
· Opus 73 – noch am Leben
· Opus 72 – Last Daily Shot
· Opus 71 – Singstunde
· Opus 70 – Neujahrsansprache
· Opus 69 – Der Wolf und die sieben Geißlein
· Opus 68 – es schneit
· Opus 67 – Knigge, Keith und Kino
· Opus 66 – Shopping Queen und Fleischsalat
· Opus 65 – November (Erich Kästner)
· Opus 64 – Geburtstagsansprache
· Opus 63 – Problem
· Opus 62 – Weltgeschehen
· Opus 61 – schwarzrotgold
· Opus 60 – Jan Sobottka erzählt
· Opus 59 – but seriously
· Opus 58 – von wegen
· Opus 57 – Daily Walk
· Opus 56 – Ferienpostkarte IV
· Opus 55 – Ferienpostkarte III (Heidi & Seal)
· Opus 54 – Ferienpostkarte II
· Opus 53 – Ferienpostkarte
· Opus 52 – Carillon
· Opus 51 – to Leni [the photographer]
· Opus 50 – Radio Gaga [Gaga Nielsen bei Radio Fritz]
· Opus 49 – Kuroboshi [Farin Urlaub bei Lumas)
· Opus 48 – Jardin du Luxembourg [Erich Kästner]
· Opus 47 – Hermaphrodite
· Opus 46 – Private Rehearsal [Zauberkreis]
· Opus 45 – Helge Timmerberg „Fuck the Tiger“
· Opus 44 – Hyppolita
· Opus 43 – Liebeslied [Hermann Hesse]
· Opus 42 – Cosmic – „Weltkrieg“
· Opus 41 – Cosmic „Widerspruch“
· Opus 40 – Cosmic „zu viel (geredet…)“
· Opus 39 – Smile
· Opus 38 – Cosmic „Blume der Ergebung“ (live bei Radio Fritz)
· Opus 37 – Cosmic „Die Welt ist schön“ [live]
· Opus 36 – Cosmic „Liedergabe“ [live]
· Opus 35 – Blumenroth „Hoppe Hoppe Reiter“ [live]
· Opus 34 – Cosmic „Offen“
· Opus 33 – Cosmic „Paradies“
· Opus 32 – Vera von Lehndorff on Irving Penn
· Opus 31 – Cosmic „Sing out“ [live]
· Opus 30 – Zauberkreis [Cosmic’s Poetryclub]
· Opus 29 – Höxchen Stöxchen
· Opus 28 – Berlin Berlin [rehearsal Poetryclub]
· Opus 27 – Du bist die Ruh [Poetryclub]
· Opus 26 – Jan ruft an
· Opus 25 – Jan
· Opus 24 – Parlez moi
· Opus 23 – Sevenstar – „Folle de toi“
· Opus 22 – Helge Timmerberg „The Unquiet Grave“
· Opus 21 – Sans mots
· Opus 20 – Sale e Tabacchi
· Opus 19 – Cosmic Babylon [Poetryclub]
· Opus 18 – Poetryclub „Blüh wie die Blum'“ [live]
· Opus 17 – Poetryclub „Goldene Zeit'“ [live]
· Opus 16 – Wir holen jetzt Jutta
· Opus 15 – Ich habe kein Blog
· Opus 14 – Cosmic „Riff.Rose.Paradies“ [live unplugged]
· Opus 13 – Cosmic goes Gaga
· Opus 12 – Cosmic in Arizona
· Opus 11 – Geh hin und mach das Foto
· Opus 10 – ACTION!
· Opus 9 – Kinostar
· Opus 8 – NICO
· Opus 7 – Follow me
· Opus 6 – Ostern [ach du dickes Ei]
· Opus 5 – Die Herren dieser Welt
· Opus 4 – Zwischenspiel
· Opus 3 – Painting
· Opus 2 – Kein schöner Land
· Opus 1 – Gaga goes Iggy (nur Vimeo, auf youtube gesperrt)
vimeo.com/channels/605604 youtube.com/user/gagavision/videos
feat.
Maria Schuster, Jovica Hendrix, SIR, Saskia Rutner, Karl Neukauf, Blixa Bargeld, Teho Teardo, Little Annie, Tom Adams, Brad Pitt, Angelina Jolie, Erich Kästner, Friedrich Rückert, Cosmic, Christine Kaufmann, Hilma af Klint, Duke Meyer, Angela Winkler, Jan Sobottka, Keith Richards, Guido Maria Kretschmer, Berlin Mitte, Prince William, Kate Middleton, Heidi Klum, Seal, Charlie Chaplin, Leni Riefenstahl, Farin Urlaub, Markus Richter, kid37, Helge Timmerberg, Jan-Robert Blumenroth, Vera von Lehndorff, Konstantin Schneider, Torsten Warmuth, Zarah Leander, Nico , Hildegard Knef, Lou Reed, Iggy Pop, Jimi Hendrix & Gaga Nielsen
06. Juni 2017
Eros will have naked bodies; Friendship naked personalities.
C. S. Lewis (1898 – 1963)
06. Juni 2017
05. Juni 2016
Das waren noch Dialoge
„Ich kann es auf den Tod nicht ausstehen, wenn jemand anfängt mich zu stören, wenn ich gerade dabei bin, meine Barthaare zu kräuseln!“
Mörder ahoi!
05. Juni 2017
Katharina Wackernagel, Sabine Wackernagel, Tina Amon Amonsen, Jochen Hahn, Jan Sobottka, Peter Hahn, Gaga Nielsen @SOEHT 7 Ateliers im ehem. Frauengefängnis Lichterfelde.

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265

Die zauberhafte Katharina Wackernagel…

…muss man einfach mögen.

Bißchen Viktoria von Schweden.

Aber mit Temperament.

Also noch mehr.

Frau Wackernagel, Herr Sobottka:

05. Juni 2017
05. Juni 2017
05. Juni 2017
04. Juni 2017

Nielsen & Sobottka gestern @SOEHT7 Ateliers im ehem. Frauengef., kleine Besprechung im Gefängnishof für Romantiker
04. Juni 2017
03. Juni 2017
„Wie ich einmal im Brautmodengeschäft war“ könnte der Eintrag heißen, den ich hier nun zu posten gedenke. Habe eben bei kid37 kommentiert und derlei persönliche Bekenntnisse gehören auch hier verewigt. Kid erwähnt in seinem letzten Eintrag, dass er unlängst bei einem Wienbesuch neben einem Hochzeits- organisationsgeschäft gewohnt hat. Um meinen Kommentar zu verstehen, muss ich den Absatz aus seinem Eintrag hier einfügen, sonst ergibt das ja alles gar keinen Sinn:
„Nun kam es so: Letztes Jahr wohnte ich in Wien neben einem Hochzeitsorganisationsgeschäft und dachte, ach, das trifft sich ja zufällig gut, vielleicht bewirkt das was. Einfach mal im Leben etwas Neues ausprobieren! Ich lungerte also dort meine freie Zeit herum, steckte mir wohl auch ein rotes, aus einer Blumenbinde-fachzeitschrift geschnittenes, rotes Herz ans Revers, aber unter den jungen heiratsfähigen Wienerinnen wollte sich seriöserweise nichts ergeben. Über eine ganze Stunde stand ich dort, wie ein Tor oder ein Schauspieler aus dem Volkstheater, der ein burleskes Stück aufführt. Na, schönen Dank und Servus.“
Daraufhin ich:
„Die geschilderte Situation bei dem Hochzeitsorganisations-geschäft – ich hätte da eine Erklärung. Die jungen Frauen, die dort mit offenen Augen eintrudeln, haben glaube ich überwiegend schon einen Bräutigam. Oft kommen die Damen auch in Begleitung der Frau Mutter oder der jüngeren Schwester oder Cousine oder alle auf einmal. Auch die stehen und sitzen mit weit aufgerissenen Augen im Geschäft, aber an einem solchen Ort ist die holde Weiblichkeit derart von Spitzen, Rüschen und Schleiern vernebelt, dass keine Aufmerksamkeitskapazitäten mehr für profane Dinge wie fremde Männer übrig sind. Ich war neulich im Januar das erste mal in meinem Leben selbst in so einem Geschäft. Möglicherweise auch das letzte mal. Allerdings wollte ich nur ein tolles Partykleid, diese Brautgeschäfte haben da ja ganz oft so eine Partykleider-Abteilung als Zubrot. Ich habe viele lange Roben anprobiert, sehr interessante Erfahrung, wenn die Verkäuferin zwingend darauf besteht, mit in die Umkleidekabine zu kommen und beim Anziehen zu helfen. Ich habe es abgelehnt, sie ist meinem Wunsch nur ungern nachgekommen, das war etwas anstrengend, obgleich eine sehr charmante Fachkraft. Es war das eine oder andere Oscar-kompatible Modell dabei, aber ich habe dann doch nichts erstanden. Tolle Ausstattung in dem Geschäft, KuDamm Ecke Joachimsthaler. So eine Drehplatte mit einer lebendigen Braut drauf, die gerade ein Kleid anprobiert hat, rundherum in Plüschsesselchen der weibliche Familienanhang, ca. zehn Damen. Schon eine interessante Parallelwelt.“

Nun ist der Vollständigkeit halber noch hinzuzufügen, dass ich anschließend in einem anderen Geschäft schräg gegenüber war, wo ich alleine anprobieren durfte und auch gleich zwei – allerdings kurze – Partykleider erstanden habe. Eines davon hatte ich dann an. Goldener Brokatstoff mit eingewirkten dunkelgrauen Arabesken. Gut, dass ich keine der Oscar-Roben genommen habe, ich wäre bei der Party hoffnungslos overdressed gewesen.

Gibt es da eigentlich einen deutschen Begriff dafür? „Unverhältnismäßig herausgeputzt“? Aber eines muss ich doch sagen, wenn die Verkäuferinnen nicht wären, und man da frei agieren könnte, wäre es schon noch einmal interessant, einen ganzen Tag in der Partykleiderabteilung zu verleben. Also vom Brautmodengeschäft. Auch für die Brautmutter gibt es herrliche Ensembles aus Etuikleid und edlem Kurzmäntelchen aus herrlichen Stoffen, die ich mir auch gut an mir unter der Woche vorstellen könnte. Bei den Brautkleidern habe ich aber nicht geschaut. Da fehlt einfach der Grund. Wenn ich jemals heiraten sollte, traue ich mir auch zu, dass ich einen weißen Smoking mit Zylinder anziehe. So ein Kaffeekannenwärmer-Kleid ist nicht mein Ding. Wenn Kleid, dann ganz schmal geschnitten. Figurbetont und ohne Schnickschnack. Es soll ja nichts von mir ablenken!
02. Juni 2017

Lesezeichen. Ich erkläre, was es bedeutet, wenn ich bei meinen Einträgen am Anfang „Lesezeichen“ schreibe und einen Beitrag verlinke. Im Grunde völlig simpel, das ist ein Lesezeichen für mich, wo ich gerade bin, beim Copypasten, Rüberschaufeln von facebook nach twoday. Das Lesezeichen ist die Stelle, wo ich gerade bin und in den folgenden Tagen oder Wochen weitermachen werde. Irgendwann muss es ja aufhören. Ich sehne den Tag herbei. Und andererseits hat es eine besondere Qualität zu begreifen, was die Tage eines Jahres ausgemacht haben. Dieses ist beinah schon wieder zur Hälfte vorbei. Ich kann es kaum fassen. Als ich irgendwas zwischen zehn und zwanzig war, erschien es mir unvorstellbar, dass die Zeit eines Tages schneller vergehen sollte. Mir erschienen alle Jahre unendlich lang. Vielleicht weil man als Schulkind den endlos erscheinenden Unterricht so verinnerlicht hat. Der verlängert die Zeit ungemein. Überhaupt ja jede Situation, in der man sich langweilt. Wenn man älter ist, kann man dann doch besser haushalten und einiges selbstbestimmter regeln. Ich fand (Schul)kind sein, nicht besonders frei. Auf ein erwachsenes Leben habe ich mich immer halb gefreut, halb hat es mir Angst gemacht. Wo sollte nur das Geld herkommen. Herrje. Vom aus dem Fenster träumen würde man wahrscheinlich keine Wohnungsmiete bezahlen können. Es hat sich ganz gut gefügt, zu meiner eigenen Überraschung. Wie bin ich darauf gekommen… die Zeit. Die Zeit. Die gottverdammte, kostbare Zeit. Ich bin recht geizig mit meiner Zeit. Oder auch bewusst, wie man es nimmt. Ich gehe nicht irgendwo hin, weil mir gerade langweilig ist. Alles mit Bedacht. Immer wieder große Überraschung, wenn ich jemandem sage, dass ich selten ausgehe. „Wie? DU? Du bist doch ständig unterwegs.“ Nein. Ich gehe eher selten aus. Im Vergleich zu anderen. Es kommt vor, dass ich zwei Wochen oder mehr, überhaupt nicht ausgehe. Mit Ausgehen meint man ja immer am Abend, sich mit Freunden etc. treffen. Nun kenne ich eben auch schon sehr viel, hier in Berlin. Leute, Kneipen, Bars. Gespräche. Palaver. Small Talk. Ich bin immer offen für sehr inspirierende Gespräche, die das Potenzial haben, tiefer zu schürfen oder mich sogar in irgendeiner Weise zu provozieren, aber dieses gewisse Plätscher-Plätscher-Gelaber, das über Party-Konversation nicht hinauskommt, interessiert mich nicht. Ich mag persönliche Offenbarungen, visionäre Gedankengänge. Die Regungen und Bewegungen im Herzen und im Kopf. Und wie sie zusammenpassen. Und miteinander kämpfen.
30. Mai 2017
Lesezeichen. (30. März 2017)
Nebenher der Fernseher. Gregor Meyle trifft Helene Fischer. Tja. Ich finde sie menschlich durchaus angenehm. Aber halt die extra Schicht fette Buttercreme im Ausdruck, die Musical-Phrasierung. Müssen wir nicht darüber reden. Wobei Meyle auch nicht ganz frei von Manierismen ist, aber es hält sich in Grenzen. Neulich sah ich mir nach Jahren zum ersten mal auf youtube die Liste an, wo man sieht, wer einen abonniert hat. Da ist Gregor Meyle dabei. Ich musste fast lachen, vor Irritation. Aber das liegt Jahre zurück. Da ist er irgendwann vor mehr als zehn Jahren über mich gestolpert und hat beschlossen, dass das interessant sein könnte. Zweitausendsechs wusste noch niemand, wer Gregor Meyle ist, es ging ja im Grunde alles mit „Sing meinen Song“ für ihn los. Es sei ihm gegönnt. Ich glaube, das ist ein herzensguter Mensch, der heutzutage sicher keine Zeit mehr hat, zu verfolgen, was ich treibe. Egal. Ich wollte es nur mal erwähnt haben. Ich archiviere weiter. Denke dabei auch (in meinem Kopf ist ja immer Metatext), dass facebook-Leser -„Freunde“ – tendenziell weniger nachvollziehen können werden, was das soll. Aber meinen Bloglesern, die zu annähernd hundert Pröozent auch selbst seit Jahren bloggen, muss ich das nicht erklären, viel mehr kommt aus dieser Ecke Zuspruch und eine Art von erleichtertem Seufzen. „Sie ist uns doch nicht völlig verloren gegangen“. Wer aber dieses Phänomen nicht in Fleisch und Blut hat, und nicht selbst eine Biographie als Blogger oder Bloggerin hat, sondern erst mit facebook begonnen hat, „ins Internet zu schreiben“ wie es Sascha Lobo irgendwann für sich definierte (oder war es Felix Schwenzel, ich glaube ja) und da auch eher nur kurze Wasserstandsmeldungen oder beiläufige Bilder aus dem Smartphone postet (verdammt, was für ein viel zu langer Satz), der mag es prätentiös verschubladen, was ich hier zelebriere. Aber sei’s drum. Scheiß drauf. Mein Leben. Und ihr lest ja doch immer wieder mit. Am Ende aller Tage ist alles Schall und Rauch und eine digitale Wolke im Universum. Ein Abglanz von Leben, von Aufregung und Lieben und Vergehen.
30. Mai 2017
Lesezeichen. (30. März 2017)
Nebenher der Fernseher. Gregor Meyle trifft Helene Fischer. Tja. Ich finde sie menschlich durchaus angenehm. Aber halt die extra Schicht fette Buttercreme im Ausdruck, die Musical-Phrasierung. Müssen wir nicht darüber reden. Wobei Meyle auch nicht ganz frei von Manierismen ist, aber es hält sich in Grenzen. Neulich sah ich mir nach Jahren zum ersten mal auf youtube die Liste an, wo man sieht, wer einen abonniert hat. Da ist Gregor Meyle dabei. Ich musste fast lachen, vor Irritation. Aber das liegt Jahre zurück. Da ist er irgendwann vor mehr als zehn Jahren über mich gestolpert und hat beschlossen, dass das interessant sein könnte. Zweitausendsechs wusste noch niemand, wer Gregor Meyle ist, es ging ja im Grunde alles mit „Sing meinen Song“ für ihn los. Es sei ihm gegönnt. Ich glaube, das ist ein herzensguter Mensch, der heutzutage sicher keine Zeit mehr hat, zu verfolgen, was ich treibe. Egal. Ich wollte es nur mal erwähnt haben. Ich archiviere weiter. Denke dabei auch (in meinem Kopf ist ja immer Metatext), dass facebook-Leser -„Freunde“ – tendenziell weniger nachvollziehen können werden, was das soll. Aber meinen Bloglesern, die zu annähernd hundert Pröozent auch selbst seit Jahren bloggen, muss ich das nicht erklären, viel mehr kommt aus dieser Ecke Zuspruch und eine Art von erleichtertem Seufzen. „Sie ist uns doch nicht völlig verloren gegangen“. Wer aber dieses Phänomen nicht in Fleisch und Blut hat, und nicht selbst eine Biographie als Blogger oder Bloggerin hat, sondern erst mit facebook begonnen hat, „ins Internet zu schreiben“ wie es Sascha Lobo irgendwann für sich definierte (oder war es Felix Schwenzel, ich glaube ja) und da auch eher nur kurze Wasserstandsmeldungen oder beiläufige Bilder aus dem Smartphone postet (verdammt, was für ein viel zu langer Satz), der mag es prätentiös verschubladen, was ich hier zelebriere. Aber sei’s drum. Scheiß drauf. Mein Leben. Und ihr lest ja doch immer wieder mit. Am Ende aller Tage ist alles Schall und Rauch und eine digitale Wolke im Universum. Ein Abglanz von Leben, von Aufregung und Lieben und Vergehen.
29. Mai 2017
Lesezeichen. (morgen weiter)
01. Januar 2015
23. April 2017
21. April 2017
Die schöne blaue Donau geht zu Victor nach Wien. Da gehört sie ja auch hin. Eine Antiquität! Wird am Wochenende verschickt.

Das war diese Geschichte… es sind noch eine Menge Noten übrig. Wer es gerade nicht im Ohr hat…. zauberhafte Musik
28. Mai 2017

Gerade eben quick und dirty Silvester nachgetragen. Gabs noch gar nicht. Ich meine nirgends, auch keine Einlassung dazu auf Facebook. Just for the record, ohne literarischen Anspruch. D. h., noch weniger als sonst. Ja gut, das ist schon auch kokett, in Anbetracht dessen, was mir gelegentlich in den Texten unterläuft. Allerdings finde ich Tiefstapeln erstens sympathischer und zweitens ist man damit auf der sicheren Seite. Das merke ich ja im umgekehrten Falle, wenn sich wieder einmal jemand als Dichter oder Dichterin oder Poet oder Poetin tituliert. Da merkt man dann doch recht schnell, wo die Messlatte derjenigen welchen hängt, um nicht zu sagen dümpelt. Da kann ich mit „Autorin“ oder „Schriftstellerin“ noch eher leben. Ich meine nicht mich, sondern die selbst geadelten Poetinnen und Poeten. Recht bizarr finde ich auch, dass diese sogenannten Poetry Slammer ihr Format der Korrektheit halber nicht als das bezeichnen, was es zu ungefähr 99 Prozent beinhaltet: Klamauk, Quatsch, Comedy, im besten Fall Satire. Neulich einem Link zu youtube gefolgt, wurde angepriesen als das Beste vom Besten, ein mehr oder weniger Jugendlicher, vieleicht gerade volljährig oder Anfang Zwanzig gibt platte Kalauer, die sich mitunter reimen zum Besten, das ebenfalls jugendliche Publikum rastet nach jedem Halbsatz aus. Vielleicht hat der junge Mann inzwischen Kultstatus in der Szene. Wenn man sich für Heinz Erhardt begeistert, mag das unterhaltsam sein. Wenn jemand in meiner Gegenwart anfängt zu kalauern, muss ich mich immer ganz stark zusammenreißen, um mir nicht anmerken zu lassen, wie sehr mich Sprücheklopferei langweilt. Ich habe eine andere Vorstellung von Humor, fürchte ich. Wenn jemand kalauert, habe ich immer den Eindruck, jemand meint, die Gruppe auf einem möglichst für jeden zugänglichen Niveau unterhalten zu müssen. Oder dass ernstere Betrachtungen oder gar sehr persönliche Bemerkungen als zu schwer verdaulich oder intim oder nicht gruppen- oder gesellschaftskompatibel eingeordnet werden. Im Gegensatz zu Allerwelts-Kalauern finde ich sehr persönliche Äußerungen ausgesprochen attraktiv. Und erotischer auch.
24. April 2017

Noch eine Perle – die „Old Shatterhand Melodie“
24. April 2017
aha, der „Boy“

…von VIVI BACH gesungen, ich bin entzückt! Noch dazu in meinem Geburtsjahr, 1965 in der Musikshow „Hotel Victoria„! Ein bißchen schräg war diese Show ja schon. Vico Torriani, der Gastgeber und fiktive „Hoteldirektor“ hat in jeder Folge ein gesungenes Kochrezept präsentiert. Flankiert von langbeinigen, glutäugigen Tänzerinnen und Tänzern. Hier Paella, falls Sie geiade ein Rezept brauchen:
05. Mai 2017
27. Mai 2017

Sommerschnee, Pappelflaum. Auf dem Balkon in der Sonne, die Balkontür zugemacht, zum ersten mal im neunzehnten Sommerfrühling hier. Alles an seinem Platz. Wenn die Sonne so wunderbar scheint, kann man ja nicht das geringste mit Bildern machen, aber Tippen geht. Oder Copypasten. Habe wieder neuen Schwung, die Lücke zu schließen. Die Lücke der fehlenden Einträge in meinem schönen Blog. Mir kam die Routine abhanden, sie verlagerte sich. Ich habe nie aufgehört, Einträge zu verfassen und meine Bildstrecken zu posten. Man kann auf facebook nicht so komfortabel rückwärts blättern oder bei sich selbst suchen, wie in einem Blog. Und auch die Bilder nicht so hingebungsvoll einbauen und anordnen. Aber wem erzähle ich das. Ja, genau, wem erzähle ich das eigentlich? Meinen alten, treuen Lesern aus der Blogosphäre, wie es einmal hieß, aber auch den Besuchern meiner facebook-timeline. Ich will also die Lücke schließen, die sich im letzten Jahr aufgetan hat. Seit Februar 2016. Ich mache mir keine Illusionen, dass das mehr als zwei, drei Leute rückwärts lesen werden, ist ja auch etwas schwierig nachzuvollziehen, wo etwas nachgetragen wurde, ich führe da nicht auch noch Protokoll. Ich selber habe schon nur mit Mühe den Überblick, was ich parallel gepostet habe und was gar nicht. Aber man kann es durchaus in zwei Fenstern chronologisch aufrufen. Das ist also auch etwas, was ich hier in der Sonne mache. Einfach nur stundenlang herumliegen ist nicht so mein Ding. Es muss sich immer etwas entwickeln und bewegen. Dynamik und Evolution. Wenn man sich mit alten Einträgen befasst, wenn auch nur zwecks Copypasten und Nachtragen, konfrontiert man sich dennoch aus dem Augenwinkel mit dem Inhalt. Sei es ein Bild oder eine Bildstrecke oder ein Satz, der einem da noch einmal um die Ohren gehauen wird. Das sind nicht nur visuelle, sondern auch emotionale Déjà-vus. Das macht etwas mit einem. Man empfindet das vergangene Gefühl noch einmal, aber zeitgleich das gegenwärtige Empfinden dazu. Und spürt, wieviel noch da ist. Oder nicht. Oder doch. Und was genau. Das ist durchaus aufwühlend, manchmal irritierend, manchmal besänftigend. Manches hinterlässt mich ratlos. Dann wieder mit neuem Verstehen. Kein technischer Vorgang und überhaupt nicht profan. Mein sentimentales Archiv.

09. Mai 2017
Freud und Leid der Konzertfotografie. Ihr habt ja keine Ahnung. Leidtragene Fotografen ausgenommen. Freude, wenn man einen intensiven Moment erwischt, womöglich mit starkem, dramaturgisch gesetztem Bühnenlicht. Da kann man später auf dem heimischen Rechner schöne Sachen sehen, Augenblicke, an die man sich gerne erinnert, nicht nur die Musiker, die sich dann ja zum ersten mal sehen, wie sie das Publikum erlebt hat. Leidvoll allerdings, weil unfassbar zeitaufwändig, den größeren Teil der Aufnahmen von störenden Elementen zu befreien. Ich meine damit nicht etwa unnattraktive Bandmitglieder oder unstylishes Publikum, sondern das, was nahezu zwangsläufig mit den schönen Spotlights :einhergeht: Lichtreflexe auf sämtlichen verchromten Teilen des Equipments, und das ist einiges. Reflexe, die man nicht haben will und die den Blick ohne Not auf das Gewerk von Stativen und Schraubgewinden und Plaketten lenken, anstatt auf das Objekt der Begierde. Das sind nämlich keine schicken, glamourösen, sternförmigen Glanzlichter wie in der Colgate-Reklame, sondern grellweiße Flecken an hunderttausend Stellen, wo man sie nicht haben will. Ungefähr dem Gesamtbild so förderlich wie ein Dutzend Fussel auf dem Objektiv. Wobei einer schon reicht, um das Bild überarbeitungsbedürftig zu machen. Nun habe ich noch dazu eine besonders ausgeprägte Vorliebe für eine klare Bildsprache und Linienführung ohne Nebenkriegsschauplätze. Es gibt Aufnahmen, die einem vom Ausdruck her dermaßen am Herz liegen, dass man im schlimmsten Fall schon mal eine halbe Stunde bei einem Bild zugange ist, die Reflexfussel auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Das ahnt der Laie ja nicht. Aber das ist nicht der einzige Grund, wieso ich mich in diesem Jahr tendenziell von dieser Art der Fotografie zurückziehe. Wenn man eine Location und die Protagonisten wiederholt in derselben Kombination erlebt und sozusagen verarbeitet hat, stellt sich ein bißchen ein Gefühl von Wiederholung und Einerlei ein. Und dann noch die Strafarbeit am Ende, die einem – mangels Wissen – nicht gedankt wird. Und selbst diese Kenntnis unterstellt, das gerät ganz schnell wieder in Vergessenheit. Ich kenne einige Menschen, die ein kuscheliges Gefühl bei Wiederholungen empfinden, das kenne ich nur bei Erlebnissen, die Balsam sind. Sinnlich oder seelisch. Das darf sich gerne wiederholen. Strafarbeit bitte nicht. Man muss etwas so lange kultivieren, so lange es Entwicklungspotenzial hat, noch nicht alle Blütenblätter entfaltet sind. Dann die Blüte genießen, daran schnuppern. Und dann das Verblühen zur Kenntnis nehmen. Ruhig mit Sentimentalität. Man darf auch trauern. Das ist angemessen und eine Form des Respekts, der Würdigung. Das tue ich. Immer.

27. Mai 2017

Sommerschnee, Pappelflaum. Auf dem Balkon in der Sonne, die Balkontür zugemacht, zum ersten mal im neunzehnten Sommerfrühling hier. Alles an seinem Platz. Wenn die Sonne so wunderbar scheint, kann man ja nicht das geringste mit Bildern machen, aber Tippen geht. Oder Copypasten. Habe wieder neuen Schwung, die Lücke zu schließen. Die Lücke der fehlenden Einträge in meinem schönen Blog. Mir kam die Routine abhanden, sie verlagerte sich. Ich habe nie aufgehört, Einträge zu verfassen und meine Bildstrecken zu posten. Man kann auf facebook nicht so komfortabel rückwärts blättern oder bei sich selbst suchen, wie in einem Blog. Und auch die Bilder nicht so hingebungsvoll einbauen und anordnen. Aber wem erzähle ich das. Ja, genau, wem erzähle ich das eigentlich? Meinen alten, treuen Lesern aus der Blogosphäre, wie es einmal hieß, aber auch den Besuchern meiner facebook-timeline. Ich will also die Lücke schließen, die sich im letzten Jahr aufgetan hat. Seit Februar 2016. Ich mache mir keine Illusionen, dass das mehr als zwei, drei Leute rückwärts lesen werden, ist ja auch etwas schwierig nachzuvollziehen, wo etwas nachgetragen wurde, ich führe da nicht auch noch Protokoll. Ich selber habe schon nur mit Mühe den Überblick, was ich parallel gepostet habe und was gar nicht. Aber man kann es durchaus in zwei Fenstern chronologisch aufrufen. Das ist also auch etwas, was ich hier in der Sonne mache. Einfach nur stundenlang herumliegen ist nicht so mein Ding. Es muss sich immer etwas entwickeln und bewegen. Dynamik und Evolution. Wenn man sich mit alten Einträgen befasst, wenn auch nur zwecks Copypasten und Nachtragen, konfrontiert man sich dennoch aus dem Augenwinkel mit dem Inhalt. Sei es ein Bild oder eine Bildstrecke oder ein Satz, der einem da noch einmal um die Ohren gehauen wird. Das sind nicht nur visuelle, sondern auch emotionale Déjà-vus. Das macht etwas mit einem. Man empfindet das vergangene Gefühl noch einmal, aber zeitgleich das gegenwärtige Empfinden dazu. Und spürt, wieviel noch da ist. Oder nicht. Oder doch. Und was genau. Das ist durchaus aufwühlend, manchmal irritierend, manchmal besänftigend. Manches hinterlässt mich ratlos. Dann wieder mit neuem Verstehen. Kein technischer Vorgang und überhaupt nicht profan. Mein sentimentales Archiv.

25. Mai 2017

Dieser Wunsch, das Leben festzuhalten. Einen Tag, Erinnerungen, Erleben. Nicht nur für sich. Siebzehnter Mai 2017. Immer schon, jedesmal dachte man, als man durch das S-Bahn-Fenster den schwebenden Rosinenbomber sah, da müsste man auch mal hin. Ins Technoseum, wie ich es nenne. Dann vergisst man es, zieht andere Ausflüge vor, auch möchte man die Freizeit nicht mit Belehrungen vor Schautafeln verplempern. Und Technik – ja mein Gott, schon wichtig irgendwie – man sitzt ja gerade auch schon wieder vorm Computer und tippt. Eigentlich sogar existentiell. Dusche, Kaffeemaschine, Herd, Licht, Musik von der Festplatte. Wie das alles zustande gekommen ist, ja sicher, kann man irgendwann mal anschauen. Und dann hinterlegt mir neulich meine Freundin eine Freikarte am Haupteingang, und ich habe auch Zeit und wir wollen anschließend noch was trinken. Und ich in meiner grenzenlosen Naivität und Ahnungslosigkeit gehe eine knappe Stunde vor Schluss hin, also gegen halbfünf am Nachmittag. Traumwetter, ein Sommertag. Denke, ich scanne das mal alles auf die Schnelle, wahrscheinlich zwei, drei Säle mit alten Gerätschaften, altes Tonband, alte Waschmaschine und natürlich der Rosinenbomber, mein Hauptinteresse, den Flieger aus der Nähe sehen. Ich liebe Fliegen. Ich liebe es. Ich bin in Flugzeuge verliebt. Das Abheben erotisiert mich. Jedenfalls komme ich da an und stehe in einer riesigen Halle, von der aus man auf zig Etagen und Nebengebäude und noch dazu zu einen Park kommt. Ich war total perplex, wie riesig das ist, und nehme mir so einen Faltplan und gehe rasant nach oben, in die erstbeste Abteilung. Lande beim Rias-Studio, alte Fernseh-Mischpulte, alte Fernsehkameras, was für schöne Apparate. Schnell weiter, immer der Nase nach, dann dieser Lokschuppen mit alten Monstern der Eisenbahngeschichte. Nicht dass mich Loks wahnsinnig interessieren würden – ich fahre ganz gerne Zug – aber die alten Abteile mit Plüschsesseln sind schon charmant. Und diese riesigen Fahrzeuge mti den riesigen Rädern und dieses alte Gußeisen und diese ganze Aura. Ich muss dauernd an die Jules Verne-Filme denken, die ich als Kind immer wieder gesehen habe, immer und immer wieder. Die Reise zum Mittelpunkt der Erde und In Achtzig Tagen um die Welt. Und dann sind da zwei gigantisch große Steinfiguren, die vom alten, zerstörten Anhalter Bahnhof übrig geblieben sind, sie waren oben auf dem Portikus, ich finde sie wunderschön, sie heißen „Tag und Nacht“, da zwischen den großen alten Lokmonstern. Kurz nach draußen in den Park, von dem ich fast gar nichts sehe, denn eine Aufsicht schickt mich wieder hinein, zu spät zum Spazieren und Picknick im Park. Das kann man da nämlich machen, Windmühlen gibt es auch, alles nicht gesehen. Drinnen finde ich endlich meine Freundin und sie weiß, wo der Rosinenbomber ist, in der vierten vom Neubau. Ich flitze hin und bewundere in der letzten halben Stunde die ganzen riesigen ersten alten Fluggeräte und Flugzeuge ganz oben und den Rosinenbomber auf der Terrasse. Der Himmel tiefblau. Was mir kurz danach durch den Kopf ging, schrieb ich in dem Eintrag „Der Traum vom Fliegen„. Eben. Jeder technischen Erfindung liegt ein zutiefst romantischer Traum zugrunde. Es ist so.
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Danach liefen wir zum Yorckschlösschen und redeten über sehr viele, sehr persönliche Dinge. Man sitzt unter Bäumen, wo dauernd irgendwas runterfällt, was gerade blüht und sich vermehren will. Ich habe ein Wiener Schnitzel mit Pommes Frites gegessen, darauf habe ich praktisch immer Appetit. Das Bier war fürchterlich, nichts Richtung Jever dabei, dann umgeschwenkt auf Grauburgunder, ging so. Drinnen spielte nach Einbruch der Dunkelheit eine Band, scheinbar die Hauscombo, so eine leicht altväterlich daherkommende Mischung aus Blues und Altherren-Jazz. Mir eindeutig zu gemütlich. Der Sänger war mehrfach auf Wandbildern zu sehen, also gemalt. Offenbar sein Wohnzimmer. Ich nehme an, dass die Gäste überwiegend aus der Nachbarschaft waren. War man also auch mal im Yorckschlösschen. Lauer Abend und gute Gespräche mit Lydia. Am Tisch nebenan im Biergarten war eine Familie mit zwei kleinen Kindern. Der Junge, ich schätze so zwei bis drei Jahre alt, kam immer wieder zu mir, quetschte sich an den Bänken vorbei und schaute mich mit großen Augen an. Ich habe ihm keinerlei Avancen gemacht, weder gelockt noch duziduziduzi, aber er hat mich hartnäckig besucht und fokussiert. Ich habe ihn nur mal kurz angeschaut, sicher auch freundlich gelächelt, und mich dann wieder weiter unterhalten. Aber Lydia, die ihn aufgrund ihrer Blickrichtung gesehen hat, machte mich amüsiert immer wieder darauf aufmerksam, dass er schon wieder da war. Zum Teil habe ich es auch gespürt, er hat regelrecht Körperkontakt gesucht. Hat auch ein bißchen enttäuscht geguckt, weil ich keine Anstalten gemacht habe, ihn auf den Arm zu nehmen oder dergleichen. Weiß nicht, ob er da sonst andere Erfahrungen macht. Irgendwann kam dann der Vater und noch ein kleines Mädchen, seine ältere Schwester, und der Vater entschuldigte sich bei mir für seinen etwas aufdringlichen kleinen Sohn. Das amüsierte mich dann auch wieder. Ich habe dem Vater dann gesagt, dass er mich nicht gestört hat, alles okay und außerdem ja auch ein ganz sympathischer Junge wäre. Und ich im übrigen durchaus nicht alle Kinder „süß“ finden würde. Der Vater guckt mich höchst überrascht und auch interessiert an, man sah deutlich, dass er noch nie so eine Aussage von einer Frau gehört hat, zumal in Anwesenheit seiner kleinen Kinder. Ich weiter: „ich finde, es gibt genauso viele unsympathische und unattraktive Kinder, wie es auch unsympathische und unattraktive Erwachsene gibt. Ich mache da keinen Unterschied. Für mich sind das fertige Persönlichkeiten.“ Er: „Aha! Ah ja. Hm.“ Und versicherte ihm nochmals, dass sein kleiner Sohn und im übrigen auch seine kleine Tochter durchaus sympathisch seien. Also alles im grünen Bereich. Er schien ein wenig erleichtert. Ich glaube, Lydia amüsierte sich auch über meine unverblümten Offenbarungen. Ich denke, dass ich nur etwas ausgesprochen habe, das andere ähnlich empfinden, aber es gibt ein ungeschriebenes Gesetz, dass man alle Kinder als niedlich zu bezeichnen hat. Wenn ich ein kleines Kind mag, dann aber richtig. Wie eben auch große Menschen. Und Tiere. Habe ich Lydia auch davon erzählt, sie hat eine Katze. Die ich nicht persönlich kenne. Ich mag tendenziell Katzen sehr gerne, aber auch da gibt es mir zutiefst unsympathische Persönlichkeiten oder einfach Gesichter, die ich nicht gene anschaue. Lydia war ein bißchen aufgeregt, ob sie mir auf ihrem Smartphone ein Foto von ihrer Katze zeigen kann, denn es könnte ja sein, dass ich sie unsympathisch finde. Ging auch gut. Die Katze hat eine Filmstar-Aura, ein sehr hübsches Gesicht und sieht zum Glück nicht dumm aus. Gerade noch mal die Kurve gekriegt. Es wäre mir auch unangenehm gewesen, wenn ich die Mieze nicht liebenswert hätte finden können. Ich hätte gar nicht gewusst, was ich sagen soll. Als wir gingen, sah ich auf so einem Plakataufsteller am Eingang, dass das Yorckschlösschen regelmäßig Live-Bands im Programm hat. Ich nehme an, das ist so im Rotationsprinzip wie im Rickenbackers, wo in einem gewissen Turnus immer wieder dieselben, beim Stammpublikum beliebten Bands auf der Bühne stehen. Davon hab ich Lydia auch erzählt, kannte sie auch nicht. Also es war ein interessanter Ausflugstag, mit schönen neuen Eindrücken.

25. Mai 2017

Dieser Wunsch, das Leben festzuhalten. Einen Tag, Erinnerungen, Erleben. Nicht nur für sich. Siebzehnter Mai 2017. Immer schon, jedesmal dachte man, als man durch das S-Bahn-Fenster den schwebenden Rosinenbomber sah, da müsste man auch mal hin. Ins Technoseum, wie ich es nenne. Dann vergisst man es, zieht andere Ausflüge vor, auch möchte man die Freizeit nicht mit Belehrungen vor Schautafeln verplempern. Und Technik – ja mein Gott, schon wichtig irgendwie – man sitzt ja gerade auch schon wieder vorm Computer und tippt. Eigentlich sogar existentiell. Dusche, Kaffeemaschine, Herd, Licht, Musik von der Festplatte. Wie das alles zustande gekommen ist, ja sicher, kann man irgendwann mal anschauen. Und dann hinterlegt mir neulich meine Freundin eine Freikarte am Haupteingang, und ich habe auch Zeit und wir wollen anschließend noch was trinken. Und ich in meiner grenzenlosen Naivität und Ahnungslosigkeit gehe eine knappe Stunde vor Schluss hin, also gegen halbfünf am Nachmittag. Traumwetter, ein Sommertag. Denke, ich scanne das mal alles auf die Schnelle, wahrscheinlich zwei, drei Säle mit alten Gerätschaften, altes Tonband, alte Waschmaschine und natürlich der Rosinenbomber, mein Hauptinteresse, den Flieger aus der Nähe sehen. Ich liebe Fliegen. Ich liebe es. Ich bin in Flugzeuge verliebt. Das Abheben erotisiert mich. Jedenfalls komme ich da an und stehe in einer riesigen Halle, von der aus man auf zig Etagen und Nebengebäude und noch dazu zu einen Park kommt. Ich war total perplex, wie riesig das ist, und nehme mir so einen Faltplan und gehe rasant nach oben, in die erstbeste Abteilung. Lande beim Rias-Studio, alte Fernseh-Mischpulte, alte Fernsehkameras, was für schöne Apparate. Schnell weiter, immer der Nase nach, dann dieser Lokschuppen mit alten Monstern der Eisenbahngeschichte. Nicht dass mich Loks wahnsinnig interessieren würden – ich fahre ganz gerne Zug – aber die alten Abteile mit Plüschsesseln sind schon charmant. Und diese riesigen Fahrzeuge mti den riesigen Rädern und dieses alte Gußeisen und diese ganze Aura. Ich muss dauernd an die Jules Verne-Filme denken, die ich als Kind immer wieder gesehen habe, immer und immer wieder. Die Reise zum Mittelpunkt der Erde und In Achtzig Tagen um die Welt. Und dann sind da zwei gigantisch große Steinfiguren, die vom alten, zerstörten Anhalter Bahnhof übrig geblieben sind, sie waren oben auf dem Portikus, ich finde sie wunderschön, sie heißen „Tag und Nacht“, da zwischen den großen alten Lokmonstern. Kurz nach draußen in den Park, von dem ich fast gar nichts sehe, denn eine Aufsicht schickt mich wieder hinein, zu spät zum Spazieren und Picknick im Park. Das kann man da nämlich machen, Windmühlen gibt es auch, alles nicht gesehen. Drinnen finde ich endlich meine Freundin und sie weiß, wo der Rosinenbomber ist, in der vierten vom Neubau. Ich flitze hin und bewundere in der letzten halben Stunde die ganzen riesigen ersten alten Fluggeräte und Flugzeuge ganz oben und den Rosinenbomber auf der Terrasse. Der Himmel tiefblau. Was mir kurz danach durch den Kopf ging, schrieb ich in dem Eintrag „Der Traum vom Fliegen„. Eben. Jeder technischen Erfindung liegt ein zutiefst romantischer Traum zugrunde. Es ist so.
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Danach liefen wir zum Yorckschlösschen und redeten über sehr viele, sehr persönliche Dinge. Man sitzt unter Bäumen, wo dauernd irgendwas runterfällt, was gerade blüht und sich vermehren will. Ich habe ein Wiener Schnitzel mit Pommes Frites gegessen, darauf habe ich praktisch immer Appetit. Das Bier war fürchterlich, nichts Richtung Jever dabei, dann umgeschwenkt auf Grauburgunder, ging so. Drinnen spielte nach Einbruch der Dunkelheit eine Band, scheinbar die Hauscombo, so eine leicht altväterlich daherkommende Mischung aus Blues und Altherren-Jazz. Mir eindeutig zu gemütlich. Der Sänger war mehrfach auf Wandbildern zu sehen, also gemalt. Offenbar sein Wohnzimmer. Ich nehme an, dass die Gäste überwiegend aus der Nachbarschaft waren. War man also auch mal im Yorckschlösschen. Lauer Abend und gute Gespräche mit Lydia. Am Tisch nebenan im Biergarten war eine Familie mit zwei kleinen Kindern. Der Junge, ich schätze so zwei bis drei Jahre alt, kam immer wieder zu mir, quetschte sich an den Bänken vorbei und schaute mich mit großen Augen an. Ich habe ihm keinerlei Avancen gemacht, weder gelockt noch duziduziduzi, aber er hat mich hartnäckig besucht und fokussiert. Ich habe ihn nur mal kurz angeschaut, sicher auch freundlich gelächelt, und mich dann wieder weiter unterhalten. Aber Lydia, die ihn aufgrund ihrer Blickrichtung gesehen hat, machte mich amüsiert immer wieder darauf aufmerksam, dass er schon wieder da war. Zum Teil habe ich es auch gespürt, er hat regelrecht Körperkontakt gesucht. Hat auch ein bißchen enttäuscht geguckt, weil ich keine Anstalten gemacht habe, ihn auf den Arm zu nehmen oder dergleichen. Weiß nicht, ob er da sonst andere Erfahrungen macht. Irgendwann kam dann der Vater und noch ein kleines Mädchen, seine ältere Schwester, und der Vater entschuldigte sich bei mir für seinen etwas aufdringlichen kleinen Sohn. Das amüsierte mich dann auch wieder. Ich habe dem Vater dann gesagt, dass er mich nicht gestört hat, alles okay und außerdem ja auch ein ganz sympathischer Junge wäre. Und ich im übrigen durchaus nicht alle Kinder „süß“ finden würde. Der Vater guckt mich höchst überrascht und auch interessiert an, man sah deutlich, dass er noch nie so eine Aussage von einer Frau gehört hat, zumal in Anwesenheit seiner kleinen Kinder. Ich weiter: „ich finde, es gibt genauso viele unsympathische und unattraktive Kinder, wie es auch unsympathische und unattraktive Erwachsene gibt. Ich mache da keinen Unterschied. Für mich sind das fertige Persönlichkeiten.“ Er: „Aha! Ah ja. Hm.“ Und versicherte ihm nochmals, dass sein kleiner Sohn und im übrigen auch seine kleine Tochter durchaus sympathisch seien. Also alles im grünen Bereich. Er schien ein wenig erleichtert. Ich glaube, Lydia amüsierte sich auch über meine unverblümten Offenbarungen. Ich denke, dass ich nur etwas ausgesprochen habe, das andere ähnlich empfinden, aber es gibt ein ungeschriebenes Gesetz, dass man alle Kinder als niedlich zu bezeichnen hat. Wenn ich ein kleines Kind mag, dann aber richtig. Wie eben auch große Menschen. Und Tiere. Habe ich Lydia auch davon erzählt, sie hat eine Katze. Die ich nicht persönlich kenne. Ich mag tendenziell Katzen sehr gerne, aber auch da gibt es mir zutiefst unsympathische Persönlichkeiten oder einfach Gesichter, die ich nicht gene anschaue. Lydia war ein bißchen aufgeregt, ob sie mir auf ihrem Smartphone ein Foto von ihrer Katze zeigen kann, denn es könnte ja sein, dass ich sie unsympathisch finde. Ging auch gut. Die Katze hat eine Filmstar-Aura, ein sehr hübsches Gesicht und sieht zum Glück nicht dumm aus. Gerade noch mal die Kurve gekriegt. Es wäre mir auch unangenehm gewesen, wenn ich die Mieze nicht liebenswert hätte finden können. Ich hätte gar nicht gewusst, was ich sagen soll. Als wir gingen, sah ich auf so einem Plakataufsteller am Eingang, dass das Yorckschlösschen regelmäßig Live-Bands im Programm hat. Ich nehme an, das ist so im Rotationsprinzip wie im Rickenbackers, wo in einem gewissen Turnus immer wieder dieselben, beim Stammpublikum beliebten Bands auf der Bühne stehen. Davon hab ich Lydia auch erzählt, kannte sie auch nicht. Also es war ein interessanter Ausflugstag, mit schönen neuen Eindrücken.

24. Mai 2017
„Was gedacht werden kann, geschieht.“ Lese gerade den Roman In New York von Alban Nikolai Herbst. Der Satz beschäftigt mich, seit ich ihn las, gestern oder vorgestern. Manches ist unvorstellbar, als ob man es gedanklich herbeizwingen müsste, fühlt sich verkehrt an. Anderes ganz leicht vorzustellen. Wieder anderes nicht sofort, aber auch nicht so absurd oder weit weg, dass man unterschreiben würde „äußerst unwahrscheinlich“. Ich denke zum Beispiel daran, dass ich bei einer weit zurückliegenden Verbindung zu jemandem, völlig außerstande war mir vorzustellen, dass er in derselben Stadt wie ich lebt, Ich konnte es mir nicht einmal wünschen, was nichts mit mangelnder Zuneigung zu tun hatte, sondern sich einfach erzwungen und falsch angefühlt hätte. Das Bild wollte sich nicht einstellen, das fiel mir sehr bald auf, gerade auch deshalb, weil ich von der Konstellation einer sogenannten Fernbeziehung nicht restlos begeistert war. Ich hätte ihn gerne öfter und unkomplizierter gesehen, mich kurzfristig verabredet, was aufgrund der Distanz nicht möglich war. Jeder hätte anhand dieser Tatsache vermutet, dass es geradezu mein Herzenswunsch sein müsste, dass er in meine Nähe zieht. Nicht zu mir, wohlgemerkt, das wollte ich definitiv nicht, nur eben in komfortable Nähe. Aber ich spürte, das ist ein falscher Gedanke und deshalb habe ich den Wunsch auch nicht zugelassen oder kultiviert. Auch nicht unterdrückt, wohlgemerkt, sondern als nicht im Rahmen dessen, was uns beiden bestimmt ist, zur Kenntnis genommen. Auch irgendwie traurig, aber schicksalsergeben. So bin ich. An solche Dinge denke ich bei Albans Satz.

22. Mai 2017
Schöne Wohnung, da in Wilmersdorf, wo Jenny mit Hans ihre Songs spielte. Beinah feudal. Für einen Tag Bilder einer sympathischen Künstlerin an der Wand. Sogar das Schlafzimmer war begehbar, ein schöner, angedeuteter Akt hing über dem Bett. Ina ging früher als wir, sie hatte eine Verabredung. Jenny und ich düsten wieder in den Osten. Im Prenzlauer Berg in eine Kneipe, Bar, deren Namen schwer zu eruieren war. Hätte uns auch egal sein können, aber wir wollten Maria gerne auch da haben und ihr Bescheid geben. Ich ging deswegen vor die Tür und da stand allen Ernstes in Leuchtreklame Rockpalast. Mit dem Logo-Schriftzug von der Sendung. Ich dachte deswegen, dass der Laden so heißt. Auf den Getränkekarten stand wohl was anderes, wir konnten es aber nicht entziffern, weil wir unsere Lesebrillen wohlweislich nicht mit dabei hatten. Maria kam dann auch bald von einer anderen Veranstaltung, das war schön. Man konnte da nicht nur trinken sondern auch rauchen, und das haben wir ausführlich getan. Später kam plötzlich auch noch Karl dazu, der vorher auch da war, wo Maria herkam. Es wurde spät im „Rockpalast“ und danach noch ein Imbiss am Rosenthaler Platz . Ich hielt den einen oder anderen Vortrag, wie ich das mitunter mache, wenn die Stunde geschlagen hat. Zuerst bin ich über weite Strecken sehr ruhig, höre mir an, was die anderen zu sagen haben und lasse es auf mich wirken. Manchmal verstreicht eine ganze Menge Zeit, bis ich einen Satz ausspucke. Aber wenn, bleibt es nicht bei einem. Wenn ich erst in Fahrt bin! Ich weiß aber noch genau, was ich zu wem gesagt habe. Bis der Morgen dämmerte. Heute kein Alkohol. Also kaum.









































