31. Dezember 2017


Kommt gut rüber, mit einem Lieblingsstück von meiner Playlist, Cousteau, „Last Good Day of The Year“. Und einem Lieblingsbild, das als großer Abzug an einer der Zellenwände klebte. Ich wurde oft darauf angesprochen, was es eigentlich ist. Es ist ein Selbstportrait. Mein vernarbtes Herz. Nein, Scherz. Bin zwar ein bißchen lädiert, aber wird schon wieder. Es ist ein Riss in einem Blatt. Einer schönen großen Agave im Tierpark Friedrichsfelde.

24. Dezember 2017


Abgehärtet. Dieses Jahr hat mir Herausforderungen beschert, die ich angenommen habe. Ich hätte sie auch ablehnen können. Aber ich wollte die Grenzen erfahren, wie weit die Leistungs- und Leidensfähigkeit geht. Wo das eine aufhört und das andere anfängt. Die Komfortzone ein bißchen verlassen. Teilweise hat es mich sehr strapaziert, aber ich kenne die Grenze jetzt weitaus besser und kann künftig besser, schonender agieren. Es hat mit allen Lebensbereichen zu tun. Die Pflanzen auf meinem Nordbalkon sind widerstandsfähriger, als diejenigen auf der gegenüberliegenden Seite, die Sonnenverwöhnten. Ich hatte vor vielen Jahren zwei Oleander, einen im Norden, einen im Süden. Als der erste Frost kam, überlebte der im Norden, der gepamperte auf der Südseite überstand die eine Frostnacht nicht. Ich bin ganz sicher der Oleander im Norden. Ich spüre ein dickes, dichtes inneres Fell, das mich auch in der nächsten eisigen Sturmnacht wärmen wird. Wenn es dann milder wird, und die ersten Sonnenstrahlen zu mir durchdringen, fährt das ganze System mit Riesenkräften hoch. Wenn die Blüte kommt, wird sie besonders schön. Und langlebig. Man kann die Blüten dann ins Poesiealbum legen und sanft trocknen. In schönem Gedenken für die Ewigkeit.