Schlaflos in Berlin… bin kurz vor zwei ins Bett, nur wach gelegen, alle möglichen Gedankengänge… wieder aufgestanden, in die Küche, ein kleines Jever aufgemacht, trinke ich jetzt. Mal sehen, ob sich Bettschwere einstellt. Vor allem mentale. Die brauch ich. Neulich in irgendeinem Artikel gelesen, eine Psychologin empfiehlt, man soll bei innerer Unruhe aufschreiben, was einen beschäftigt. Ich blogge ja meist am Abend, aber keine Themen, die mich ganz privat umtreiben bzw. nur durch die Blume. Aus Diskretion, nicht aus Heimlichtuerei. Ich habe überhaupt keine Lust oder Motivation, ein geheimes Tagebuch zu führen, indem ich jegliches dokumentiere. Je älter man wird, umso mehr wird einem klar, dass man auch nur ein durchlaufender Posten im Gefüge der Menschheit ist und nicht zu dem kleinen Prozentsatz gehören wird, der noch nach Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten in einem Lexikon auftaucht und dessen Lebensbewegungen dereinst erforscht werden. Von daher erschiene es mir eher als eine lästige Ansammlung von weiteren intimen Sachverhalten. Das hätte alles nur Sinn es zu dokumentieren, wenn ich ein autofiktionales Buchprojekt hätte, dem ich damit zuarbeiten würde. Ist gar nicht auf meiner inneren Agenda. Der erste Vogel zwitschert. Es ist noch stockdunkel. Beruhigend. Nach Einbruch der Helligkeit schlafen zu gehen, ist blöd. Als hätte man billigend in Kauf genommen, dass der neue Tag kastriert wird. Jetzt fange ich an zu faseln. Ein gutes Zeichen, bin wohl kurz vorm Alphazustand. Das Jever ist nun leer.