Bar jeder Vernunft: Astrid North & Gäste – North-Lichter – auf der Bühne Astrid North, Maria Schuster, Franziska Plückhan, Johanna Zeul, Aziza A, Benny Glass
(…) u. als Gast (im Auditorium) Saskia Rutner
Bar jeder Vernunft: Astrid North & Gäste – North-Lichter – auf der Bühne Astrid North, Maria Schuster, Franziska Plückhan, Johanna Zeul, Aziza A, Benny Glass
(…) u. als Gast (im Auditorium) Saskia Rutner
Gedöns
Danielle De Picciotto, Quasimodo
steht lieber rum: Benny Glass
These boots are made for walking
And that’s just what they’ll do
One of these days these boots are gonna walk all over you
Ein großer Teil der Bilder, die ich in den letzten Tagen von Jenny Kittmann, Astrid North, Johanna Zeul, Franziska Plückhan und Saskia Rutner gepostet gepostet habe, ist aus diesem Album. Hier ist der Rest. Ich empfehle, die Bilder als Slideshow zu betrachten, da ist so ein extra Button auf flickr im oberen Bereich dafür. Oder über diese Adresse. Viel Vergnügen, es war ein sehr schöner Abend, auch ohne Männer auf der Bühne. Frauen haben ja auch Testosteron.
Beine gehen immer.
wenn ich groß bin, werde ich Astrid North
Jenny Kittmann, Wabe
D̶e̶̶s̶̶d̶̶e̶̶m̶̶o̶̶n̶a Alekto.
Listening to Astrid North
Frau North, Frau Rutner, Frau Zeul
Maria Schuster
Hanni und Nanni
Noch eins von Jenny, typisches Gaga-Nielsen-Foto halt! Jetzt mal gucken, was ich gestern in der Bar jeder Vernunft fabriziert habe, noch nicht dazu gekommen. Ich durfte tatsächlich fotografieren. Es gibt Zeichen und Wunder. Der Supervisor war sogar richtig nett zu mir und hat mir mehrere Plätze schmackhaft gemacht, von wo ich überall fotografieren könnte. Hinten rechts hatten wir auch einen schönen Tisch, mit Jenny und Fabian und Melli und Saskia. Ich habe mich aber durch das Zelt bewegt. Schon seltsam, wenn man einmal rigide davon abgehalten wurde und plötzlich ermuntert wird, sich frei zu entfalten. Natürlich ohne die Show zu beeinträchtigen, aber das ist ja mein Spezialgebiet. Die erste geglückte Rehabilitation in diesem Jahr. Wenn jetzt noch das Stones-Konzert im Olympiastadion schön wird, zeige ich mich offfen für weitere Wiedergutmachungen. An mir soll es nicht scheitern!

Jenny, 10. März, Wabe
Die zauberhafte Astrid North am letzten Samstag in der Wabe und heute Abend in der Bar jeder Vernunft. Maria ist auch da und singt! Und Johanna Zeul und und und. Freue mich sehr. Ich habe übrigens selten eine Bildstrecke gemacht, in der mir die Farbversion der Bilder ganz oft besser gefällt als s/w. Sehr schöne Lichtchoreographie zum Teil. Weiß nicht, ob kontrolliert und beabsichtigt. In einigen Läden wird das auch ein bißchen dem Zufall überlassen. Dann ist es halt Serendipity. Auch schön!
mehr Bilder vom 8. März in der Wabe. mit Johanna Zeuls Lieblingsbühnentierinnen, Teil 2 feat. Bernadette La Hengst, einer begnadeten Straßenmusikerin aus London, deren Namen ich leider nicht behalten habe, Amalia Chikh und Maria mit Eine tochter. Wobei ich letztere, wie schon ausgiebig erklärt, nicht mehr sehen konnte, weil auf dem Weg zum zweiten Event im Quasimodo. Als ich gestern wieder da war und den Flyer sah, fiel mir auf, dass Judith auch auf dem Flyer war, obwohl gar nicht angekündigt, vielleicht hat sie mit Eine Tochter gespielt. Ich weiß es ja leider nicht. Gestern habe ich bedeutend mehr Bilder gemacht. Sehr, sehr viel mehr. Mit Jenny am Flügel und Nahaufnahmen von Astrid North und Saskia mit ihrer Ukulele, sie war der Überaschungsgast. Und auch sehr schöne Bilder von Johanna Zeuls einer kleinen Tochter am Schlagzeug. Entzückendes Kind. Ich hatte gestern – insprierit von Melli – eine Jacke aus schwarzem Paillettenstoff an. Als ich an der Kleinen vorbeiwollte, stelllte sie sich mir in den Weg, hob die Hände wie Goldmarie, die Sterntaler auffangen will, berührte vorsichtig mit ihren flachen Patschehändchen die Pailletten, strahlte mich an und juchzte „GLITZER….!“. Dann durfte ich weitergehen. War sehr schön, nicht nur diese kleine Episode.
Habe den kühnen Vorsatz gefasst, vor dem Release-Konzert im Quasimodo noch ein gutes Stündchen in der Wabe zu verbringen, wo Maria ab Acht mit eine tochter und anderen Damen spielt., u. a. Bernadette La Hengst. Um 21:15 muss ich dann aber weg und mit dem Taxi Richtung Quasimodo eilen, wo Ina auf mich wartet, ich hab unsere Tickets für Hackedepicciotto – Alexander Hacke & Danielle de Picciotto in der Tasche. Bin gespannt, auf alle Acts! Wer mich immer schon mal treffen wollte, hat heute Abend die Auswahl – Wabe oder Quasimodo. Oder beides! CU…! (?)
Jemand Interesse, dass ich für morgen Hacke/de Picciotto im Quasimodo Tickets mitbringe? Ich hole gleich welche, Record Release! Das da, Ticket 22 Euro, bitte bis 17 Uhr um Rückmeldung! Die beiden sind grandios, Beginn 22 Uhr! Ina und ich sind auch da! Da steht 20 Uhr, das ist falsch, Einlass ist 20 Uhr, Showtime 22 Uhr! Im Quasimodo darf erst ab 22 Uhr live gespielt werden, damit der Kinobetrieb im Delphi nicht akustisch leidet!
Hello Cowgirl in the sand

Maria Schuster, LOLA was here
Bittere Bilanz!
fünfzehnter September 1965 Waldbühne
(Mick 22, Gaga fünfzehn Tage alt, nicht dabei gewesen, weil Baby und nicht in Berlin)
16. September 1970 Deutschlandhalle
(Mick 27, Gaga fünf, nicht dabei gewesen, weil zu klein und nicht in Berlin)
19. Oktober 1973 Deutschlandhalle
(Mick 30, Gaga acht, nicht dabei gewesen, weil zu klein und nicht in Berlin)
3. Mai 1976 Deutschlandhalle
(Mick 32, Gaga zehn, nicht dabei gewesen, weil zu klein und nicht in Berlin)
8. Juni 1982 Waldbühne
(Mick 38, Gaga sechzehn, nicht dabei gewesen, weil leider immer noch nicht in Berlin, sonst ganz bestimmt und unbedingt!)
6. Juni 1990 Olympiastadion
(Mick 46, Gaga vierundzwanzig, nicht dabei gewesen, obwohl seit vier Jahren in Berlin, weil keine Karten mehr gekriegt, geärgert!)
13. August 1990 Radrennbahn Weißensee (Steel Wheels/Urban Jungle)
(Mick 47, Gaga vierundzwanzig, dabei gewesen! FOS! Direkt an der Bühne! Weinende Ostberliner, war super!)
14. August 1990 Radrennbahn Weißensee
(Mick 47, Gaga vierundzwanzig, nicht dabei gewesen, weil schon am Tag vorher dabei)
17. August 1995 Olympiastadion (Voodoo Lounge)
(Mick 52, Gaga neunundzwanzig, dabei gewesen, Tribüne ganz weit weg, war gar nicht super, vor Ende gegangen, genervt!)
26. August 1998 Olympiastadion
(Mick 55, Gaga zweiunddreissig, nicht dabei gewesen, wegen Olympiastadion-Trauma von 1995)
10. September 1998 Waldbühne
(Mick 55, Gaga dreiunddreissig, nicht dabei gewesen, wegen Stadion-Trauma von 1995)
15. Juni 2003 Olympiastadion
(Mick 59, Gaga siebenunddreissig, nicht dabei gewesen, wegen Olympiastadion-Trauma von 1995)
21. Juli 2006 Olympiastadion
(Mick 63, Gaga vierzig, nicht dabei gewesen, wegen Olympiastadion-Trauma von 1995)
10. Juni 2014 Waldbühne
(Mick 70, Gaga achtundvierzig, nicht dabei gewesen, weil nicht weiter beachtet, immer noch Stadion-Trauma, siehe oben)
22. Juni 2018 Olympiastadion
(Mick 74, Gaga zweiundundsoweiter, dabei, weil mitgekriegt und entschieden Olympiastadion-Trauma von 1995 zu bearbeiten! Ticket für den Innenraum, schöpfe neue Hoffnung, erhoffe Heilung!)
»Mick Jagger agreed to answer questions from BBC News website readers. Almost 1,800 questions were sent for the Rolling Stones legend. (…) Q: „Which is your favourite cover version of a Stones song?“ A: „I think Otis Redding’s Satisfaction has got to be in there. Aretha Franklin did a quite good version of Satisfaction as I recall as well. Erm, and then… after that I can’t remember“«
Michael Praetorius
Suite aus Tänzen (Bearbeitung für Bratschenensemble)
Benjamin James Dale
Introduktion und Andante für sechs Bratschen op. 5
York Bowen
Fantasia für vier Bratschen e-Moll op. 41 Nr. 1
Giuseppe Verdi
Ave Maria (Scala enigmatica) aus den Quattro pezzi sacri (Bearbeitung für Bratschenensemble)
Simonide Braconi
Back to the viola für zwölf Bratschen
Gioacchino Rossini
Ouvertüre zur Oper Der Barbier von Sevilla (Bearbeitung für acht Bratschen)
Giuseppe Verdi
Laudi alla vergine Maria aus den Quattro pezzi sacri (Bearbeitung für Bratschenensemble)
Kenneth Harding
Rondo Capriccio für sechs Bratschen
Max von Weinzierl
Nachtstück für vier Bratschen op. 34
Astor Piazzolla
Primavera porteña aus Las cuatro estaciones porteñas (Bearbeitung für Bratschenensemble)
Astor Piazzolla
Fuga y misterio aus María de Buenos Aires (Bearbeitung für Bratschenensemble)
Johann Strauß (Sohn)
Kaiserwalzer op. 437 (Bearbeitung für Bratschenensemble)
Zwölf Bratschisten der Berliner Philharmoniker spielen quer durch die Musikgeschichte, Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie. Virtuos wie erwartet. Schon richtig, Tonmitschnitte zu verbieten (die wären einfach zu gut und die Philharmoniker hätten nicht viel von der abseitigen Verwertung). Fotografieren ist auch nicht im Rahmen des Erwünschten, verstehe ich völlig. Vollkommen richtig. Die beiläufigen dreieinhalb Bilder, die ich hier zeige, hat meine Kamera ohne meine Erlaubnis gemacht. Sie ist in diesem pubertären Alter, wo man mitunter die Grenzen ausprobieren muss. Hat zum Glück keinen gestört. Ich fand es nicht so wünschenswert, dass meine Kamera unbedingt irgendein Erinnerungsbild mitnehmen musste. Man ist doch phantasie- und erinnerungsbegabt und kann sich auf die schönsten Momente besinnen. Das ist eine reine Übungssache. Niemand kann behaupten, dass es ein Foto braucht, um sich zu erinnern. Ich weiß, wovon ich rede. Und ich behaupte das, obwohl ich schon das eine oder andere Foto mit Hingabe gemacht habe. Wie meine Kamera. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm – wir sind eben doch verwandt. Und dennoch – – gibt es niemals Bilder von den schönsten Momenten. Dann würden sie nämlich nicht passieren. Außer man heißt Gustav Klimt. Dann schenkt man der Welt den Kuss, der in Wien im Belvedere hängt und seither auf drei Milliarden Kaffeetassen und Postkarten und Seidentüchern und Schatullen und Brillenetuis vervielfältigt wird., bis zum Ende aller Tage. Als stellvertretender Traum der Menschheit. An den man sich erinnern will, wenn man Kaffee trinkt, ein Halstuch bindet und die Brille aus dem Etui nimmt, weil man nicht mehr so gut sehen kann, wie damals bei diesem jenen ersten, zweiten oder zwölften Kuss.
Lenny über Gustav. Eine ganz besonders schöne Episode vom 7. Februar 1960 der legendären „Young People’s Concerts“ mit Leonard Bernstein, anlässlich der Würdigung des 100. Geburtstags von Gustav Mahler, am 7. Juli 1960. „Who is Gustav Mahler?“
Die Top-10-Zeitschriften mit der höchsten Reichweite, neue Bundesländer
1 Superillu
2 Guter Rat
3 Mini
4 B.Z. am Sonntag
5 AutoStraßenverkehr
6 Viel Spaß
7 mach mal Pause
8 Schöne Woche
9 Avanti
10 illu der Frau
[ Quelle ]
Seven Star, siebter Februar. Albans Tag. Bob Rutman drittes mal. Der erste Abend später Nachmittag mit Doro. Zweiter mit Ina, wir verpassten den Anfang, das mutmaßlich Beste, die Passage mit den klagenden Lauten war bereits vorbei. Am dritten Abend, den ich Alban angetragen hatte, war dieser Part der Performance von Bob Rutman wieder gegen Ende. Das Publikum lachte ein weiteres mal auf fassungslose Art, Übersprungshandlung angesichts des Unglaublichen, nicht Einordenbaren. Als sei das Naheliegendste, komische Absicht zu vermuten, zumal Rutman sein dunkelwarmes diabolisches Grinsen dazu lieferte. Es war jedoch hörbar kein Klamauk, sondern geniale Instrumentierung von etwas Unbeschreiblichem, Gefürchteten. Fegefeuer in meinem Sinn. Danach fanden wir uns im hinteren Bereich an der Bar, in diesem zeitlos schönen Keller. Seven Star. Tranken Wein, rauchten. Sascha kam vorbei, die Treppe runter, ein guter Freund von Alban. Die Zigaretten gingen aus, ich holte Nachschub aus der Wohnung, wenig später kam auch noch Ina zu uns hinunter. In dieses zauberhaft entflammte Gewölbe, wo man vom ersten bis zum letzten Augenblick Miles Davis‘ Fahrstuhl zum Schafott zu hören meint. Kopfsteinpflaster, mitternachtsblau. (Ascenseur pour l’éch…)
Das erste Bild da oben hab ich neulich beim Beatles-Konzert gemacht. So eine Beatgruppe, wird man eventuell noch viel davon hören. Ich fotografiere gerne Publikum. Die Leute auf der Bühne werden ja schon immer ausführlich von den anderen, den richtigen Fotografen fotografiert. Da möchte ich mich gar nicht in Konkurrenz begeben, Schuster bleib bei deinen Leisten! Ich habe an dem Abend auch Fotos von den Bühnenkünstlern gemacht, manche sogar ganz okay, aber als ich die Bilder für den Eintrag hier auswählte, gefielen mir die Bilder von der Bühne gar nicht am besten. Und darauf kommt es ja an, in so einem sterbenden, supersubjektiven Befindlichkeitsblog wie meinem, das sich in keinster Weise der Objektivität oder gar Neutralität verpflichtet fühlt. Nikko Weidemann wurde bestimmt schon schlechter eingefangen. Das ist der Mann mit der Glitzer-Augenklappe und dem Hut und der Gitarre. Sein Lied war auch ganz schön. Eine Coverversion, Titel vergessen, ein ganz bekannter Song. Dann war da noch Gisbert zu Knypshausen. Kann sein, dass ich den Namen nicht ganz korrekt getippt habe, da nicht gecopypastet, sondern freihändig, ohne Netz und doppelten Boden in die Tastatur gehauen. Er fiel mir im Backstage sympathisch auf. Nicht, dass ich im Backstage gewesen wäre. Ich gebe es ehrlich zu, ich könnte auch alles Mögliche einfach so behaupten, zutrauen würde man es mir. Schließlich habe ich es in meinem Leben schon in so manches Backstage gebracht (oder sagt man geschafft?). Wie auch immer. Als der – wie gesagt – sehr sympathische Gisbert usw. mit seinem Lied auftrat, fand ich es ganz nett, aber ich musste nicht direkt weinen. Das ist immer mein ultimatives Qualitätsmerkmal, dass ich anfange zu schlucken. Die Stimmfarbe ist auch nicht komplett so, dass ich superweiche Knie bekomme. Aber er ist eine ehrliche Haut. Ich freue mich, dass er Erfolg hat, wenn ich auch nicht direkt dazu beitrage. Sehr toll und animierend waren die drei Damen, die Backing Vocals gemacht haben, untermalt von aparten (fast!) synchronen Handbewegungen. Es hat mir schon gut gefallen. Jenny und ich haben alle Weine durchprobiert, und nachdem wir erst einmal oben auf der Raucheretage waren, auch fleißig sämtliche Aschenbecher benutzt. Es ist schön da, im Ballhaus in der Chausseesstraße, das Publikum durchweg unsere Generation, mit die Krone der Schöpfung (Barbara Schöne<3) . Letzten Endes waren Jenny und ich auch da, was nicht selbstverständlich war, denn die Valentinale, eine Veranstaltung aus der beliebten Reihe „Ein Hit ist ein Hit“, war abermals ausverkauft, aber der Mann am Eingang hat uns so einladend zugelächelt, als wir nach der Panikherz-Vorstellung etwa eine dreiviertel Stunde nach Beginn eintrudelten, dass wir es wagten, Einlass zu erfragen. Hat geklappt. Aus Blödsinn schlug ich Jenny vor, dass wir ja so tun könnten, als ob wir uns nicht kennen, und dann gucken, ob wir angequatscht werden. Trotz Metoo. Jenny wollte nicht so richtig mitspielen, sie hat einfach nicht aufgehört, sich mit mir zu unterhalten. Spielverderberin! So haben wir natürlich niemanden kennengelernt! Aber wir hatten trotzdem einen sehr schönen Abend. Wir haben ihn uns schön getrunken. Der letzte Wein, an den ich mich erinnere, war ein roter Zweigelt. Die Roten waren besser als die Weißen. Das war also der Valentinstag. Aber wenn ich ehrlich bin, wirkt Panikherz im BE länger nach als die Valentinale. Unsinniger Vergleich – – ich weiß – .
Gefiel mir. Elektrisierte und berührte mich. Die anfängliche Irritation über vier Benjamins statt einem, löste sich in Wohlgefallen auf. Ich wusste nicht, dass so viel Musik, und vor allem live gespielte Musik in der Inszenierung ist. Als die Szene mit den Rammsteinzitaten kam, blieb mir lLuft weg. Später, zwischen BE und Ballhaus, in einem arabischen Laden, wo Jenny ihren Hunger stillte, fragte sie mich, ob ich mir vorstellen könne, mich jemals so nackt zu machen, wie Stuckrad-Barre mit diesen abgründigen Offenbarungen. Wir sprachen über Tabus. Ich sagte ihr, dass ich durchaus Tabus habe, die damit zu tun haben, Verbindungen, Beziehungsgeflechte zu schützen. Wobei ich mir vorstellen kann – das sagte ich nicht, weil sich das Gespräch dann anderweitig entwickelte – dass man Jahrzehnte später etwas offenbart, wenn es nicht mehr atmet, oder der zwiespältige, überempfindliche Aspekt nicht mehr in der Form existiert. Wenn es überwunden ist. Das habe ich nicht gesagt, dafür schreibe ich es jetzt hier. Ich freute mich darüber, von ihr zu hören, dass sie nicht das Empfinden hat, dass ich eine Grenze überschreite. Manchmal, wie gerade jetzt, hier in diesem Eintrag, erwähne ich sie namentlich. Das könnte man ja bereits als zu persönlich empfinden. Meine Antennen sind ganz weit ausgefahren, wenn ich schreibe, denn eigentlich soll es so persönlich wie möglich sein, man möchte die eigene Berührtheit oder Erschütterung vermitteln, ohne plakative Bekenntnisse auszustellen. Wir haben den Anfang vom Stück verpasst, weil auf der Seite vom BE stand 19:30, dann warteten wir eine Weile vor den geschlossenen Logen, bis ein Klingelzeichen signalisierte, dass man die Loge nun betreten könne. Beim Warten habe ich die Bilder gemacht. Während der Vorstellung blieb die Kamera weggepackt, das hätte mich selbst gestört, ich hätte mich über mich selbst beschweren müssen, hätte ich angefangen zu fotografieren, auch wenn ich diskret vorgehe. So habe ich den einen Benjamin auf meiner inneren Festplatte gespeichert, mit seinem fünf-Tage-Bart, und Licht und Schatten auf dem Körper.
Nur am Ende packte ich die Kamera kurz aus, das sind die Bilder der leeren Bühne nach dem Schlussapplaus. Wir trafen uns unten im Foyer, wir waren in getrennten Logen, da es bei den begehrten Plätzen keine nebeneinanderliegenden mehr gab, das hielt uns aber nicht ab und wir haben es nicht bereut. Dann hinaus in die Kälte, mit dem Auto in die Chausseestraße, Richtung Ballhaus. Das ist der erste Eintrag, den ich parallel veröffentliche, auf twoday und der neuen Seite. Ich will noch keinen Cut machen, ich bin erst dazu bereit, wenn es sich entscheiden sollte, dass Antville die alten twoday-Blogs doch nicht unter die Fittiche nimmt. Ein bißchen doppelte Buchführung. Ich schreibe doch am liebsten in das twoday-Fenster. Es ist nicht nur Gewohnheit, sondern die Farbe der Umgebung. Ich sehe keine Admin-Umgebung, sondern mein Layout, meine Farbwelt. Schwarz und Elfenbein. Ich kopiere es gleich mal auf gaganielsen.com, meine frisch bezogene Exilheimat.

Gerade von meinem lieben Freund kid37 erfahren, dass twoday, mein virtuelles Zuhause seit vierzehn Jahren, die Pforten für immer schließt, Ende Mai. Ich habe nie irgendetwas parallel gesichert. Es liegt mir am Herzen, ich werde es versuchen. Das ist soviel Leben und Identität, das kann man nicht einfach so gehen lassen. Ja, ich kenne die Exportfunktion, aber sie funktioniert bei mir seit langem nicht, da ich einen kostenlosen account hatte und seit Jahren das Limit überschritten, dennoch konnte ich schreiben. Bilder immer querverlinkt von flickr. Und ja, da hat ein User so ein Script geschrieben, um die Einträge zu sichern. Ich gucke mir das mal an. Ansonsten Handarbeit, copy-pasten. Unsere Server stehen in Wien. In diesem Jahr 2018 jährt sich zum hundertsten Mal der Todestag von Gustav Klimt und von Egon Schiele und von Otto Wagner. Und nun nähert sich auch der Todestag von diesem schönen Blog. Ich bin jetzt ein bißchen traurig und aufgewühlt und werde bis Ende Mai viel Zeit damit verbringen zu retten, was zu retten ist. Wer nur ab und zu einen Halbsatz in facebook postet, kann nicht ermessen, was das bedeutet. Es sind keine beiläufigen Fragmente und Schlaglichter, es ist ganz viel Herz. Blut.
P.S.
wer immer schon einmal mit dem Gedanken spielte, rückwärts zu lesen, kann jetzt die Gelegenheit ergreifen. Bis Ende Mai ist noch alles hier zu lesen. Den ersten Eintrag schrieb ich im Februar Zweitausendvier.
Noch ein Geburtstag. Photographische Widmung für Alban. Mit einem Bild von Adrian und einem von beiden, an dem Abend in Soeht 7 enstanden, als sie beide im Kuppelsaal auftraten. Alban las, Adrian spielte Cello, neben Bach auch eigene Kompositionen. Was uns von allem bis zum letzten Atemzug bleibt, sind Erinnerungen. Man kann ein wenig nachhelfen und sie materialisieren. In einem Text oder auf Papier. Das ist meine vornehmste Aufgabe. Wer ein bißchen neidisch wird, dass er noch nicht derart von mir beglückt wurde, darf wissen, dass ich das nur anlässlich persönlicher Begegnungen mache und übergebe, dann aber mit Hingabe. Als ich letztes Jahr eine Fotografie von Romain groß rahmte und ihm zu seinem großen Fest ins Blackland mitbrachte, hatte es nicht den Hintergrund, dass wir in einer besonderen Beziehung gewesen wären. Er hatte mich schlicht und ergreifend herzlich eingeladen. Alban hat dieses Jahr nicht eingeladen, aber ich hatte ihm eine zuem Konzert von Bob Rutman bei Seven Star zukommen lassen und er kam, und ich wusste es. Sympathie ist durchaus Voraussetzung, um solche Reliquien zu erschaffen. Es braucht ein paar Stunden meiner Lebenszeit, das ist Teil des Geschenks und geschieht in Andacht.

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Heute die Lady Gaga-Tickets mit der Post zurückgeschickt. Ina und ich wollten am 23. Februar in die Mercedes-Benz-Arena, aber Lady Gaga ist leider zu krank. Weil es ein Geburtstagsgeschenk für Ina war, musste Ersatz her, adäquater. Das Gaga-Ticket hatte ich ihr am Freitag zu ihrer Feier daheim in Frohnau in einem großen blau verpackten Karton mitgebracht. Es war in einem roten Luftballon. Einem Herzluftballon. Dienstag Abend kam Ina zu mir mit dem Luftballon, wir wollten das Ticket gemeinsam explantieren, befreien, indem wir den Ballon aufhängen und mit Messern darauf werfen und uns dabei vorstellen, es wäre Amors Pfeil. Das war gar nicht so einfach. Obwohl es scharfe, schwere Messer waren, und wir nur mit einem guten Meter Abstand davor standen, wollte Amors Pfeil erst beim dritten Mal das Herz treffen. Inas Amorpfeil hat getroffen. Meiner nicht. Aber das wäre ja auch eine Weltneuheit gewesen. Im Wohnzimmer wartete dann das neue Ticket auf Ina, aber sie musste es finden. Ich gab ihr den Hinweis, dass sie nach etwas Blauem Ausschau halten muss, Blau, Blau und Blau sind nämlich ihre drei Lieblingsfarben, und zwar genau in der Reihenfolge. Das Ticket versteckte sich in einem blauen Bogen Papier, den ich um das Ticket gelegt hatte und zu einer Vase für das Vergißmeinnicht gemacht hatte. Sie hat sie ganz schnell gefunden, die Nick Cave-Karte für die Waldbühne am 14 Juli 2018.

Da muss natürlich noch Text dazu, das ist doch klar. Ehrensache, Herzensangelegenheit bei Seven Star. Wenn man mich im Tiefschlaf anstupsen würde, im – nein, das ist nicht der Alpha-Zustand, was ist das? Gamma? Delta? Ich würde auf die Frage nach der mir am meisten am Herzen liegenden Galerie antworten „Seven Star“. Das steht wahrscheinlich in den Sternen. Muss Thorsten mal nach der Geburtszeit der Galerie fragen. Vielleicht haben wir die Venus oder gar die Sonne im siebten Haus. Das versteht jetzt wieder keiner. Außer vielleicht mein Lieblings-Galerist. Das hier sind Bilder von heute, gestern, nein heute Nachmittag. Wenn man noch nicht geschlafen hat, ist es immer noch heute. Dienstag und Mittwoch wieder. Eigentlich ist es relativ egal, was performt wird, es ist immer schön, dort. Bob Rutman ist allerdings eine Erscheinung, die man lieben muss. Was er heute Nachmittag auf seinem Steel Cello zu Gehör gebracht hat, war erwartungsgemäß wie aus dem All. Später ging er eben mal um die Ecke in seine Wohnung, um ein anderes selbstgebasteltes Instrument zu holen. Ein gebogener Draht auf einem Styropor-Sockel. So sah es wenigstens aus. Das war noch ausbaufähig, wir hörten work in progress, sage ich mal. Der Gitarrist Brenden kriegte es hin, auf der Gitarre Töne zu spielen, die wie die kleinen Geschwister vom Steel Cello anmuteten, das fiel mir erst auf, als Bob Rutman auf dem Styropordings herummachte. Sehr überzeugt hat mich dann wieder seine Vorstellung mit den Plastikhühnern.


Kann man schlecht erklären, muss man erlebt haben. Ich sage nur HALLELUJA. Und das hörten wir auch von Bob Rutman und Brenden, beide keine begnadeten Sänger, aber das ist auch nicht nötig für eine innige Punk Version der göttlichen Anrufung. Dabei sind unter anderem die Bilder entstanden, wo er das Kreuz hält. Und wer meint, das wäre Gotteslästerung, soll zeigen, dass er göttlichere Klänge, als die von Bobs Steel Cello zustande bringt. Amen.

Heute Nachmittag um 16 Uhr und am Di, 6. und Mi, 7. Februar um 20 Uhr. Grandioses Instrument. Seven Star Gallery, Gormannstr. 7, Mitte. Ich gehe heute Nachmittag hin und auch noch mal am Di. oder Mi Abend.
„DIE WOHNUNG“. Eine ganz besondere Dokumentation. Gestern gesehen, gefesselt. Inhalt: „Die Wohnung der geflohenen Jüdin Gerda Tuchler war 70 Jahre lang ein Stück Berlin in Tel Aviv. Als sie mit 98 Jahren stirbt und die Wohnung geräumt werden muss, will ihr Enkel, der Regisseur Arnon Goldfinger, die darin konservierte Welt filmisch festhalten. (….) Doch inmitten unzähliger Briefe, Fotos und Dokumente entdeckt er plötzlich Spuren einer unbekannten Vergangenheit: Die jüdischen Großeltern waren eng befreundet mit der Familie des SS-Offiziers Leopold von Mildenstein. Sogar über das Ende des Zweiten Weltkriegs hinaus. Und so nimmt der Filmemacher und Enkel zusammen mit seiner Mutter den Kampf auf – wie ein Detektiv nähert er sich Schritt für Schritt der Familiengeschichte und kämpft mit Kisten, Staub, mit Antiquitätenhändlern, der Familie, der Vergangenheit und Gegenwart, mit Verdrängung und Wahrheit.“
97 Minuten


Countdown Soeht 31.08.17. Equipment, Exponate, Projektionswände, Regiestuhl, Teppiche in den Fahrstuhl, in den Transporter, vorher Sachen aus dem Atelier geholt, von denen ich nicht mehr wusste, dass ich sie habe. Das alte Telefon, Abzüge, Cosmic schläft und der Riss in der Agave. Es hat sich etwas angesammelt. Und doch ist kein einziges der gemalten Bilder dabei. Nur Fotografien. Auch die 127 Postkarten, die Cosmic Gaga Collection, die ich 2010 ausgestellt hatte, links von der Bühne, und die Bühne umrahmend, auf der auch meine Visuals liefen. Das meiste vor zehn Jahren entstanden. Wer es dann sah in Soeht7, dachte es sei etwas Gegenwärtiges. Das zeigt, beweist, dass man den Geist einer Empfindung verewigen kann, so dass er sich auf andere überträgt, selbst wenn man längst weit weg von dieser Empfindung ist. Aber ich erinnere mich daran. Gerne. Während ich das schreibe, merke ich, dass mir die produktive Intensität im Austausch mit jemandem fehlt. Man kann das nicht konstruieren. Es geschieht oder nicht .So lange es ein Spiel ist, interessiert es mich. Man kann solche Lebensphasen auch nicht wiederbeleben, nicht in der gleichen Konstellation. Etwas Neues muss her, das sich nicht wie eine Wiederholung anfühlt. Letzte oder vorletzte Nacht intensive Träume von jemandem, der mir lange nah und wichtig war. Im Traum hatte die heute freundschaftliche Gegenwart unserer Verbindung Einzug gehalten. Immer wieder wunderte ich mich, nicht nur im Traum, wie sich Verbindungen, die so leidenschaftlicher Natur waren, tatsächlich in Freundschaft wandeln können. Das hätte ich mir früher gar nicht zugetraut. So absolut wie ich war, Schwarz oder Weiß, Alles oder Nichts, Leben oder Tod. Heute realisiere ich die Komplexität des Lebens und der Biographie jedes Einzelnen. Man ist nicht der erste und der letzte Mensch, der einem anderen begegnet, das wäre ja ein bißchen wie Insasse und Gefängniswärter, die absolute Berechenbarkeit und Kontrolle. Obwohl mir das nie angeboten wurde, weiß ich auch so, dass das auf Dauer doch etwas eintönig und traurig wäre. Das schönste Geschenk für mich ist sehr abwechslungsreiche Zuwendung. Nicht jeden Tag, aber wenn, mit einer Ahnung von Pferde stehlen und zum Mond reiten. Durch die gleißende Galaxis.





»ZEIT Campus: Herr Pfaller, wann haben Sie das letzte Mal eine kindische Dummheit begangen? Robert Pfaller: Oh, erst vor Kurzem. Aber ich werde Ihnen nicht verraten, welche.«

GENUSS IST POLITISCH. Der Philosoph Robert Pfaller verteidigt die Unvernunft. Das Leben sei nur dann lebenswert, sagt er, wenn wir miteinander feiern, trinken und schlafen.
Quelle

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Der pfiffige Pfaller aus Hütteldorf, wohnhaft im Ersten. Nicht, dass ich hier Intimitäten ausplaudere – Dr. Ankowitsch hat das Gespräch mit der Frage nach dem konkreten Wohnsitz in Wien eröffnet. Also bitte. Ich bin zwar keine Wienerin, aber weiß sehr wohl, wo Hütteldorf liegt, denn ich habe ja die Fuchs-Villa wissenschaftlich dokumentiert. Das habe ich natürlich nicht verraten, sondern mich mucksmäuschenstill verhalten. Wenn man ganz vorne mit einer Kamera rummacht, ist man ja ohnehin schon gehalten, sich diskret zu verhalten. Habe ich mich ohne Wenn und Aber dran gehalten! Interessante Gedankengänge hat er, der Philosophieprofessor Robert Pfaller, zum Beispiel zur Erwachsenensprache. Wenn die Schlange an der Kasse nicht gewesen wäre, hätte ich mir vielleicht auch ein Buch geholt. Da es leider auch keine Getränkebar gab, wo man sich die Wartezeit hätte schöntrinken können, bin ich unmittelbar nach Veranstaltungsende wieder heim. Hat sich trotzdem gelohnt!

Dr. Ankowitsch

Herr Dr. Ankowitsch und Herr Prof. Dr. Pfaller

viele Damen im Publikum!

…auch mit tollem Lidstrich

interessante Lampenaufhängung auch

auch die Schuhe sind bei einer Lesung wichtig!

…und viel Publikum!

Ich war auch da!
in der Akazienbuchhandlung mit Robert Pfaller, Christian Ankowitsch, Julia Hacker. Ich schreib noch was dazu. Eventuell.
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Ach ja, doch.
Termin bei Dr. Ankowitsch in Schöneberg, 20 Uhr.
Erhoffe Besserung
Mini- und Teenie-Gaga, von unten nach oben, Februar 1966 bis 1981. Februar 1966 fünf Monate, September 1966 Eins, September 1969 Vier, September 1970 Fünf, mit Trost-Minischultüte, weil mein eineinhalb Jahre älterer Bruder in die Schule durfte und eine große Tüte gekriegt hat. Ich wollte gerne mit und musste allein daheim bleiben. Er war ja mein bester Freund, das war doof. Das Kleid war hellgelb mit Blumen, das weiß ich noch genau. Daneben Weihnachten 1971 mit Sechs. Sommer 1974, Achtdreiviertel mit selber erfundenem Wickel-Kleid aus einem großen Stoffrest von meiner Tante oder Oma, auf einer Stufe im Garten meiner Eltern. Und mein erstes Automatenpassfoto für einen Schülerausweis 1981, mit Fünfzehn oder Sechzehn. Ich war übrigens sehr schüchtern. Am liebsten habe ich gelesen und gemalt und gebastelt und mich mit Freundinnen getroffen zum Barbie spielen oder Rollschuhlaufen oder mit meinem Bruder gespielt. Ein Spiel war Hitparade, mit Haarbürste als Mikro die Top Ten nachsingen. Ich war auch immer im Schulchor, aber hätte mich nie alleine hingestellt und ein Lied gesungen. Nie im Leben, viel zu schüchtern. Eines meiner schlimmsten Erlebnisse war, als wir zum ersten mal ein Referat halten mussten, in Biologie. Ich sollte eines zum Thema Schnecke machen. Dafür bestimmt tolle Bilder ins Schulheft gemalt, aber vor der Klasse reden müssen, war eine ganz schlimme Vorstellung, ich hatte richtig Angst davor. Alle haben dann immer gesagt, das wäre ganz normal und Lampenfieber, sobald man dann anfängt, geht das weg. Bei mir ist da aber nichts weggegangen, ich habe vor Aufregung so gut wie nichts mehr auswendig gewusst und mir war ganz heiß und die Hände ganz feucht. Das war nicht schön, ich war so froh, als es vorbei war und habe inständig gebetet, dass ich nie mehr im Leben ein Referat halten muss. Das Gebet wurde leider nicht erhört. So schlimm wie beim ersten mal war es nie mehr. Ich bin immer noch verwundert, wieso ich heute in der Lage bin, mit Menschen zu sprechen, die ich nicht richtig kenne, ohne dass ich rot werde. Das ging ganz lange, dass ich immer vor Verlegenheit und Aufregung rote Backen gekriegt habe. Ein Wunder, dass ich nicht gestottert habe. Ich glaube, mich hat immer sehr beschäftigt, was der andere von mir denkt und wie er mich findet. Das hat sich erst so ein bißchen gelegt, als ich so Fünfzehn, Sechzehn, Siebzehn wurde und die Coolen aus der Schule mir zu verstehen gegeben haben, dass sie mich leiden können. Das hat mich total stolz gemacht. Es war auch ein bißchen wie Rache, weil ich in den ersten Schuljahren manchmal aufgezogen und herumgeschubst worden bin von den Großmäulern. Es gibt ja immer so Anführer und Anführerinnen. Das war ich nie. Heute natürlich schon! Das klingt jetzt ein bißchen wie Trotz oder Spaß, aber interessanterweise habe ich mich im Erwachsenenalter zu jemandem mit Führungsqualitäten entwickelt, der allerdings nach wie vor keine Lust hat, Menschen zu führen. Das ist einfach nicht mein Interesse. Ich will niemanden erziehen. Bin ja mit mir selber noch nicht fertig. Ich glaube, das hab ich noch nie erzählt. Manchmal denkt man beim Schreiben eines Blogeintrags, dass man eigentlich schon viele ähnliche Sachen geschrieben hat, was es dann für einen selber auch ein wenig uninteressant macht. Mal sehen, was ich noch ausgrabe. Irgendwas fällt mir ja immer ein.


Interessant. „Das Alter in der Popmusik (Workshop)“ Kulturpastor Matthias Surall vom Haus kirchlicher Dienste Hannover über Jagger:
„Mick Jagger hüpft mit 74 Jahren noch mit einer Energie über die Bühne, die ich nicht einmal vor zwanzig Jahren hatte. Früher habe ich mich noch über Jagger amüsiert, weil ich gedacht habe, er hat einen Peter-Pan-Komplex. Inzwischen muss ich sagen, er nötigt mir einen hohen Respekt ab, weil er wie eben auch Bob Dylan oder Patti Smith diesen Ansatz fährt: „Ich mache mein Ding, ich mache meine Kunst, bis ich nicht mehr lebe, bis ich nicht mehr kann.“ Ich finde das bewundernswert, denn das bedeutet für mich bewusstes Leben gerade auch im Alter.“
„Warum beschäftigen Sie sich als Pastor so ausgiebig mit Songs der Pop- und Rockmusik?“
„Für eine Kirche, die sich dem Dialog mit zeitgenössischer Kunst und Kultur geöffnet und verschrieben hat, gibt es keinen Weg vorbei an der Popmusikkultur. Denn Popmusik ist seit den Sechzigerjahren ein selbstverständlicher und vielfältiger Teil unserer Welt, Gesellschaft und Kultur geworden. Sie prägt den Lebensalltag und die Biographien zahlreicher Menschen und widmet sich wie andere Kunstsparten auch oft den großen Lebensthemen wie Liebe und Tod.“

(…) Dr. Matthias Surall (55) ist seit Februar 2016 leitender Referent für Kunst und Kultur im Haus kirchlicher Dienste Hannover. Seine Dissertation schrieb er über das Werk des australischen Singer-Songwriters Nick Cave, sein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Werk von Bob Dylan. Am Sonnabend, 13. Januar, hielt er zusammen mit Pastorin Imke Schwarz aus Fleestedt einen Workshop zum Thema „Das Alter in der Popmusik“

Jenny kam gegen Viertelneun zu mir und wir tranken ein Glas auf das neue Jahr. Kleine Führung, das geht ja schnell bei einer Wohnung mit zwei Zimmern. Ein Schlafzimmer darf eine dunkle Höhle sein, wir sind uns da einig. In Jennys Mini zum Savignyplatz. Weil sie so viel quatschte und ich auch nicht auf den Weg achtete, fuhren wir zu weit, waren schon an der Oper, dann wieder zurück. Ich erzählte ihr die seltsame Geschichte, wie ich einmal im Brautmodengeschäft am Kudamm war, in der Abteilung für Abendkleider wohlgemerkt, und mit der Fachverkäuferin verhandeln musste, bis mir gestattet wurde, die Kleider ohne ihr Beisein anzuprobieren. Ich will mich nicht vor einer fremden Frau, und sei sie noch so nett, splitterfasernackt ausziehen. Von dem Erlebnis gibt es auch einen Blogeintrag, hier. Jenny war auch mal in dem Geschäft, anlässlich der Hochzeit ihrer Schwester und trotzdem hatte sie kein Déjà vu, als ich ihr erzählte, dass die geneigte Braut sich mit Begriffen wie „Prinzessinnen-, Meerjungfrau- oder Cinderellakleid“ vertraut machen sollte, bevor sie den Laden betritt, um sich vor der Fachverkäuferin nicht zu blamieren und einen schlecht vorbereiteten Eindruck zu hinterlassen. Aber das soll alles nicht Thema dieses Eintrags sein, sondern dass wir uns dann doch irgendwann, und nicht einmal so unpünktlich in der Galerie Premier Etage über dem Brel einfanden, wo Lüül und Bock im ersten Stock ihren zweiten literarisch musikalischen Salon zelebrierten. Diesmal war Ahne zu Gast. Ich habe ihn um die Jahrtausendwende ab und zu bei den Surfpoeten gesehen, als sie noch hier um die Ecke in einem Lokal in der Großen Hamburger Straße auftraten, Name vergessen. Und noch mal im Kaffee Burger, da gibt es auch Fotos, lange her. Er führt immer noch interessante Gespräche mit unserem Schöpfer. Später kam noch Ina dazu, sie war vorher bei einer Tango-Veranstaltung und wir ließen uns noch lange an einem Tisch nieder und erzählten. Gespräche, weit entfernt von Small Talk. Zu dritt geht das noch. Wären wir mehr gewesen, hätte es sich vielleicht nicht so entwickelt. Aber vielleicht liegt es auch an den beteiligten Personen. Ich denke gerade an einen Abend, an dem auch eine Reihe Freunde zugegen waren, die durchaus gerne gehaltvolle Gespräche führen. Aber sobald ein, zwei dabei sind, die mit Kalauern anfangen, passen sich viele an, man pflegt Small Talk, um eine Art Party-Leichtigkeit sicherzustellen, die mich auf Dauer aber massiv langweilt, wenn es überhand nimmt. Ich glaube nicht, dass man mir vorwerfen kann, dass ich zum Lachen in den Keller gehe, aber ich habe gerne eine gewisse geistige Dynamik, wenn ich mich schon darauf einlasse, Lebenszeit mit Trinken, Reden und Rauchen zu verbringen. An diesem Abend spielte Lüül ein paar neue Songs, er arbeitet an Aufnahmen für ein neues Album. Ich war sehr gerührt von seinem Auftritt. Er spielte auch am Klavier. Eines hieß glaube ich Hohe Wellen. Das war sehr zu Herzen gehend. Wir brachen so gegen Drei Uhr auf und Ina brachte mich nach Hause. Wir redeten noch eine Weile im Auto. In der Reihe der Bilder ist auch ein Foto, das Ina gemacht hat, von Jenny und mir. Dieser Salon ist auch deshalb so schön, weil der Ort so eine schöne Atmosphäre hat. Unter einer Ankündigung auf facebook von Thilo Bock, in der er schrieb: „Morgen sind Lüül, Ahne (Zwiegespräche mit Gott) und ich mal im Westen zugange. Geht mit uns!“ schrieb ich: „in einem der schönsten, schummrigsten, elegantesten (Raucher-)Etablissements des alten Westens am zauberhaften Savignyplatz. Einem sehr schönen Ort für Genießer und Hedonisten.Ich werde da sein. (diese Einlassung nur, um der protestantischen Anmutung der Ankündigung entgegenzuwirken!)“ Ahne schrieb mir ins Buch: „Ick kenn ma nich mit Schauspielerinnen aus, aba du bist knorke!“ Vielleicht ahnt er ja mehr als ich, letzten Endes führt er ja dauernd Zwiegespräche mit Gott. Ich natürlich auch, aber man ist ja ein wenig betriebsblind.
Gestern Abend, auf dem ‚Thron‘ bei Makarow. In einer facebook-Message tippte ich vorgestern: „morgen Abend unterwegs, bei einer russisch-orthodoxen Silvesterfeier bei Makarov, einem schrägen russischen Maler… mit Ina und Evelyn, Freundinnen. Die Feier ist jedes Jahr am 13. Januar, wir wollen das verlorene Silvester nachfeiern, weil ich da krank war… vor allem mit Ina, ich hatte mir extra ein Kleid gekauft, wir waren in der Paris Bar verabredet und ich konnte einfach nicht, haben uns länger nicht gesehen…“ Gestern Nacht, wieder daheim nach dem Fest, berichtete ich: „…gerade nach Hause gekommen… die feiern noch bis zum Morgengrauen, diese Russen – ! Ungefähr vierhundert Gäste oder mehr, Wahnsinn, live Musik, viel getanzt bis zur Erschöpfung… nun hab ich es mal gesehen und erlebt, das legendäre Fest bei Makarov..… falle nun in die Federn… schade, dass du mein Kleid nicht gesehen hast! Die Bling Bling-Russinnen waren sehr angetan davon und wollten mich sogar anfassen. In der Tat, Wodka in Strömen… hab mich aber an Wein gehalten, abgesehen von dem Begrüßungs-Wodka im mit Goldfolie ausgeschlagenen Lasten-Fahrstuhl nach oben zum Atelier. Auch noch nicht gesehen, Aufzug mit Bar und Häppchen… Er macht zweimal im Jahr so ein Fest, viel Kunst- und Kulturszene da, Flügel (…) er hat auch prominente Sammler. Na ja, man muss sich vernetzen und zeigen! Schlaf gut…“

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Schräg gegenüber vom Eingangsportal der Villa Jacobs in Potsdam ist der Bertiniweg 1. Wir besuchten die Galerie Kunst Kontor zwischen ein paar Gläsern Wein und gingen wieder zurück zur Villa Jacobs. Man sieht der Galerie an, dass dort auch gelebt wird. Ich mag das sehr. Man kommt sich ein bißchen vor wie in einem Rosamunde Pilcher-Film, jeder Winkel ist mit Liebe zum Detail ausstaffiert, man kann gar nicht identifizieren, was immer da hängt und steht und was zu einer temporären Ausstellung gehört. Im blühenden hinteren Hof und Garten Skulpturen zwischen Bäumen und Büschen und hier ein Tischchen und da ein Bänkchen. Ein Tisch mit Kaffee in Porzellankannen, Wein natürlich auch. Ina erzählte mir, dass bei den Dreharbeiten für die Partyszene auf der Terrasse der Villa Jacobs die Maske im Hof der Galerie eingerichtet wurde. Man ist nachbarschaftlich verbunden. Eine ehemalige Bankiersvilla reiht sich an die andere im Bertiniweg. Potsdam, wo es am schönsten ist, da am Jungfernsee.






Spätsommerausflug zur Villa Jacobs, Bertiniweg in Potsdam. Es gab Wein, sehr guten von eigenen Rebstöcken. Der Frühburgunder wird in Potsdam angebaut, im Park der Villa. Am zehnten September, einem Bilderbuchsonntag, hatten die Eigentümer ihr Anwesen am Jungfernsee zugänglich gemacht. Es war auf meiner kleinen Liste. Ich habe so eine Liste, da sind Ausflüge vermerkt, die ich noch machen will, hier in der Umgebung. Ein paar Sachen gibt es noch. Die Villa Jacobs hatte ich gar nicht mehr im Kopf, als Eike erzählte, dass dort an einem Wochenende das Weinfest sei und man da doch hinkönnte. Er hatte im Park und auf der Terrasse ein paar Szenen für seinen letzten Film gedreht und Ina und Evelyn standen in Zwanziger-Jahre Abendkleidern herum und spielten feudales Fest. Ich hätte auch dabei sein sollen, aber der Termin war nicht zu mir durchgedrungen. Nun wollte ich diesen besonderen Ort mit der nachgebauten Villa aber wenigstens an jenem Wochenende sehen. Man kann den Villa-Jacobs-Wein, den sehr zu empfehlenden roten Frühburgunder auch online erstehen. Vielleicht bestelle ich mir eine Kiste und denke dann beim Trinken an die sonnigen Hügel am Jungfernsee, bis zum nächsten Ausflug. Ein paar wenige Wochen noch, dann treibt der Frühling junges Grün. So lange die Bäume Winterruhe halten, muss man nicht nach draußen gehen. Ich bin da ganz bequem und bleibe gerne drinnen und schaue mir lieber diese Bilder vom Sommer an.


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„(…) von allem das Beste wünsche ich. Am Ende stellt man fest, dass man nur Einzelteile vom Besten gekriegt hat, anstatt des kompletten Ganzen, aber immerhin. Wenn die fehlenden Teile in den nächsten Jahren nachgeliefert werden, kann man irgendwann alles zusammenbauen. In der Glücksfabrik gibt es immer Produktionsengpässe hab ich gehört, weil das Produkt so stark nachgefragt ist. Wenn man das weiß, fällt es leichter nachsichtig zu sein.“ Kommentar (von mir) heute Montag, 1. Januar 2018, 13:20 bei kid37 im Hermetischen Café. Wenn man dann auf dem Teppich zwischen den Einzelteilen sitzt, die so unverbunden herumliegen, und weiter nachdenkt, dämmert einem, dass vermutlich noch nie ein vollständiges Modell produziert und ausgeliefert wurde. Es wird nur manchmal davon geredet. Und gesungen. Und geschwärmt. Und getanzt. Und geträumt. Wir sind immer ganz nah dran. Besonders in der Kunst und in der Dichtung und in der Musik. Aber das uns zugängliche Paradies ist der Funke in jedem Einzelteil. Und die einzige Verbindung ist die Kraft der Imagination. In der Kunst vollendet sich unsere Sehnsucht. Ich wünsche uns Träume, die die Kraft haben, in die Wirklichkeit zu greifen.

Kommt gut rüber, mit einem Lieblingsstück von meiner Playlist, Cousteau, „Last Good Day of The Year“. Und einem Lieblingsbild, das als großer Abzug an einer der Zellenwände klebte. Ich wurde oft darauf angesprochen, was es eigentlich ist. Es ist ein Selbstportrait. Mein vernarbtes Herz. Nein, Scherz. Bin zwar ein bißchen lädiert, aber wird schon wieder. Es ist ein Riss in einem Blatt. Einer schönen großen Agave im Tierpark Friedrichsfelde.

Abgehärtet. Dieses Jahr hat mir Herausforderungen beschert, die ich angenommen habe. Ich hätte sie auch ablehnen können. Aber ich wollte die Grenzen erfahren, wie weit die Leistungs- und Leidensfähigkeit geht. Wo das eine aufhört und das andere anfängt. Die Komfortzone ein bißchen verlassen. Teilweise hat es mich sehr strapaziert, aber ich kenne die Grenze jetzt weitaus besser und kann künftig besser, schonender agieren. Es hat mit allen Lebensbereichen zu tun. Die Pflanzen auf meinem Nordbalkon sind widerstandsfähriger, als diejenigen auf der gegenüberliegenden Seite, die Sonnenverwöhnten. Ich hatte vor vielen Jahren zwei Oleander, einen im Norden, einen im Süden. Als der erste Frost kam, überlebte der im Norden, der gepamperte auf der Südseite überstand die eine Frostnacht nicht. Ich bin ganz sicher der Oleander im Norden. Ich spüre ein dickes, dichtes inneres Fell, das mich auch in der nächsten eisigen Sturmnacht wärmen wird. Wenn es dann milder wird, und die ersten Sonnenstrahlen zu mir durchdringen, fährt das ganze System mit Riesenkräften hoch. Wenn die Blüte kommt, wird sie besonders schön. Und langlebig. Man kann die Blüten dann ins Poesiealbum legen und sanft trocknen. In schönem Gedenken für die Ewigkeit.
„Dreimal werden wir noch wach (…)“
Noch knapp vierundsiebzig Stunden.
Am Freitag Abend um dreiundzwanzig Uhr ins Bett?
(also jetzt… nur so ein Gedanke!)
SZ: Wie finden Sie den Vergleich, der immer wieder kommt: die deutsche Doris Day?
Pulver: Ein Kompliment. Eine hervorragende Schauspielerin, die ja auch hinreißend singt. Und sie sieht gut aus.
SZ: Doris Day war sicherlich die amerikanische Schauspielerin, die am meisten für Züchtigkeit stand.
Pulver: Kann sein, aber sie war auch an erster Stelle, was die Beliebtheit angeht. Daran sieht man doch, dass das ganze Sextheater überhaupt keine Rolle spielt!
SZ: Sie meinen in den prüden Fünfzigern?
Pulver: Immer. Auch heute. Die Leute wollen das in Wirklichkeit nicht. Sie wollen sich amüsieren, sie wollen sich schon angezogen fühlen von einem Mann, sie wollen sich auch was dabei denken…
SZ: Aber?
Pulver: Aber sie wollen nicht unbedingt nackte Frauen und nackte Männer sehen, sie wollen eben: interessiert sein. Mein Lehrer Paul Kalbeck hat mal gesagt: Ein Schauspieler muss weder gut noch schlecht sein. Er muss interessieren!
Liselotte Pulver, SZ-Interview 2010
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Gaga Nielsen liest ein pikantes Kapitel aus dem Roman „Senatsreserve“ von Thilo Bock, nämlich Seite 89 bis Seite 97, in dem sich die heimliche erotische Hingezogenheit des zwanzigjährigen Protagonisten zu Christel, der Mutter seiner Freundin Simone offenbart. Christel arbeitet in einem Frisörsalon, wo sich der erste Körperkontakt mit ihrem jungen Verehrer ergibt.

Ich muss es leider sagen, die Ästhetik und Farbwelt von Weihnachtsdekoration ist halt auch nicht meins. Grüner Baum, rote Kugel, goldenes Lametta. Alleine dieses Trio: Grün, Rot und Gold. Das spricht mich einfach nicht an. Ich bin da sensibel. Gut dagegen gefallen mir Mistelzweige. Einige Jahre gab es die Tradition, dass in einem der Durchgänge der Hackeschen Höfe ein Mistelzweig hing. So ein schöner großer, kugeliger. Von mir aus könnte man die Deko darauf und auf ein paar dicke weiße Kerzen beschränken. Meine Playlist ändert sich im Dezember auch nicht thematisch. Vielleicht fehlt mir da irgendein Gen. Geschenke gibt es von mir zum Geburtstag, sofern ich eingeladen bin und ansonsten auch ohne besonderen Anlass. Man kann die Erwartungstradition seiner Umgebung, das ganze Feiertags-Ritual mitzuspielen, auch erzieherisch beeinflussen, indem man mal auf den Tisch haut und sich sperrt. Das muss ja nicht in einen Streit ausarten. Ich habe tatsächtlich seit ich im Jahre 1985 aus dem Elternhaus ausgezogen bin, in meinen Wohnungen weder Adventskränze, noch Nussknacker, noch Weihnachtsbäume noch Weihnachtsbescherung noch Gänsebraten gehabt und auch nicht vermisst. Allerdings gehe ich mit dieser Verweigerungs-Anmutung auch nicht hausieren. Ich gestehe allen, in allem Respekt zu, das schön und heimelig zu finden, ich muss da ja nicht mitspielen. Kerzen gibt es bei mir immer, das ist nicht an den Kalender gebunden. Sentimental bin ich auch, aber leider gibt es da bei mir keine Verbindung zu diesen Feiertagen, das spielt sich ausschließlich im Bereich von sehr privaten und persönlichen Ge- und Berührtheitserinnerungen ab. Was ich durchaus auch gerne mal mache, wenn irgendwo ein Tannenzweig herumfliegt, damit herumkokeln, das riecht gut. Mal ausprobieren! Was mir aufgefallen ist, seit ich in dieses Blog im Internet schreibe, also seit 2004, dass sich wenige Tage vor den Weihnachtsfeiertagen und auch danach, zwischen den Jahren, die virtuelle Kommunikation, damit meine ich vor allem in Blogs und Kommentaren, reduziert, am sogenannten Heilig Abend grenzt es schon an ein Gefühl von Stromausfall. Zumindest war es vor ungefähr zehn Jahren so. Jetzt, wo alle Smartphones haben (außer mir natürlich), kann ich mir gar nicht vorstellen, dass die unterm Weihnachtsbaum ohne das Ding sitzen, ich nehme an, dass zumindest bei jedem Gang aufs Klo mal eben ein Blick darauf geworfen wird, bevor es wieder ins Bescherungszimmer geht. In zwei Wochen ist alles wieder vorbei und in den Schokoladenfabriken werden die Weihnachtsmänner zu Osterhäschen eingeschmolzen. Hauptsache, es schmeckt. Ich wünsche allen, die diese Zeit als besonders besinnlich empfinden, schönes Sinnieren. Ich mache das ja das ganze Jahr, insofen wäre es Eulen nach Athen zu tragen, Gaga Nielsen besinnliche Tage zu wünschen. Ich glaube, kurz nach Weihnachten werden in den Drogeriemärkten die Preise für einige Kerzenmodelle reduziert. Da schlage ich zu. Ich mag offenes Feuer. Bis vor einigen Jahren hatte ich sogar mal eine Art Lagerfeuer-Installation auf dem Teppich im Wohnzimmer. Hölzchen und Stöckchen so drapiert, wie man das beim Feuermachen hinlegt und dazwischen versteckt, dicke Kerzen. Hat auch manchmal ein bißchen gekokelt, war aber sehr schön. Beim Renovieren vor ein paar Jahren abgebaut. Der Teppich darunter war auch ganz leicht angekokelt. Seither liegt an genau der Stelle ein Kissen auf dem Teppich. Hat bis jetzt noch keiner entdeckt.
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Jörg Sundermeier, Ludwig Lugmeier und Daniel Richter auf der Spur von Käpt’n Bilbo, Verbrecher Verlag-Versammlung Fahimi Bar
Wunderschöne Joni Mitchell-Doku. Bestimmt zehn Jahre ihre Musik aus meinem Regal nicht mehr so intensiv gehört. Erwärmt kalte Wintertage und Nächte wie diese. Blue, Little Green, River und A Case of You, meine allerliebsten Songs von Joni. Beauty.
Und The Tea Leaf Prophecy und Let the Wind Carry me und Cherokee Louise und Urge For Going und Paprika Plains
I awoke today and found the frost perched on the town
It hovered in a frozen sky, then it gobbled summer down
When the sun turns traitor cold
and all trees are shivering in a naked row
I get the urge for going but I never seem to go
I get the urge for going
When the meadow grass is turning brown
Summertime is falling down and winter is closing in
I had me a man in summertime
He had summer-colored skin
And not another girl in town
My darling’s heart could win
But when the leaves fell on the ground
And bully winds came around pushed them face down in the snow
He got the urge for going and I had to let him go
He got the urge for going
When the meadow grass was turning brown
And summertime was falling down and winter was closing in
Now the warriors of winter they gave a cold triumphant shout
And all that stays is dying and all that lives is getting out
See the geese in chevron flight flapping and racing on before the snow
They’ve got the urge for going and they’ve got the wings so they can go
They get the urge for going
When the meadow grass is turning brown
Summertime is falling down and winter is closing in
I’ll ply the fire with kindling and pull the blankets to my chin
I’ll lock the vagrant winter out and I’ll bolt my wandering in
I’d like to call back summertime and have her stay for just another month or so
But she’s got the urge for going so I guess she’ll have to go
She get the urge for going when the meadow grass is turning brown
And all her empires are falling down
And winter’s closing in
And I get the urge for going when the meadow grass is turning brown
And summertime is falling down
Joni Mitchell, Urge for Going

Verbrecher Verlag-Verbrecher Jörg Sundermeier und Daniel Richter bei der vorgestrigen Verbrecherversammlung @Fahimibar.
Verbrecherversammlung, 20 Uhr Fahimi Bar! Mit Daniel Richter! (ja, DEM!) Nase pudern und los.
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„Never do Weddings, Babies oder Bar Mitzvahs.“ Ken Regan – ALL ACCESS. The Rolling Stones, The Beatles, John Lennon, Leonard Bernstein, Mick Jagger, June Carter Cash, Johnny Cash, Iggy Pop, Stevie Nicks, Carly Simon, Bob Dylan, Keith Richards, Patti Hansen, Theodora Richards. The London Symphony Orchestra.
Lese Ina Hartwigs „Wer war Ingeborg Bachmann“. Ab Seite 59 beschäftigt sie sich mit ihrer Stimme. Bachmann hatte bereits Erfahrungen durch Radiosendungen im Wiener Funkhaus, bevor sie vor Publikum las. Die Stimme war weder ausgebildet, noch entsprach ihr Duktus ihrer regionalen Herkunft. Ein eigene Schöpfung.
„(…) sie versteht, dass man das leblose Mikrophon als ein lebendiges Gegenüber betrachten muss, was eine erhebliche Abstraktionsleistung erfordert. Sie richtet sich via Mikrophon an die Hörer draußen an den Radioapparaten, die ihr lauschen, ohne sie zu sehen. Der Psychoanalytiker Jacques Lacan, der ein wilder Denker war, sah in der Stimme ein Triebobjekt. Roland Barthes wiederum hat um das „Korn der Stimme“ eine Theorie gerankt, in der sich das Timbre mit dem Imaginären verbindet, dabei den Narzissmus keineswegs verachtend. Daran knüpft Meyer-Kalkus an, wenn er in der Stimme vor dem Mikrophon ein „vokales Self-Fashioning“ ausmacht, den ganz bewussten stimmlichen Selbstentwurf“.“
VOKALES SELF-FASHIONING. Hat mich beeindruckt, dieser Begriff. Wusste, was gemeint ist. Sehr oft bei vokalen, künstlerisch beabsichtigten Darbietungen zu erkennen. Eigentlich häufiger als nicht. Wem es gelingt, vokale Raffinessen dem Gefühlsausdruck unterzuordnen, ist auf einem guten Weg. Bewusst nicht zu zeigen, was man zeigen könnte, weil es sinnloses Blendwerk bedeuten würde, ist in jedem Fall das höhere Level. Das Weglassen. Eine nackte, tiefere Wahrheit nicht mit Posen oder Häkelborten zu umschleiern.
zu Bett
Supernova Esofuck



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Flashback – erster September 2008. Atelier. Farbe und Leinwand. Die nie gezeigten Bilder. In meinem geheimen Biotop. Bilder so zu materialisieren macht mich wehmütig. Ein sehr schöner Akt, es zu erschaffen. Und dann dieses deutliche Bewusstsein, dass diese Bilder einen überleben. Das wühlt mich auf. Sobald ich in das Atelier fahren würde, würde es wieder geschehen. Wenn alles aufgeräumt ist. Würde das Herzblut wieder in Farbe fließen. Bilder, die man gar nicht zeigen kann, ohne sich zu offenbaren. Sich nackt zu machen. Mit einigen Motiven geht das. Aber ich fürchte andere, die sich selbst malen und etwas manifestieren, das verborgen bleiben soll. Bilder, die niemanden etwas angehen. Und wahrscheinlich wären sie sehr schön. So schön, dass es weh tut.

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Der legendäre Bill Graham wurde als Wolfgang 1931 in Berlin geboren. Eltern in Auschwitz vergast. Man lernt nicht aus.
fuck
„From Cradle to Stage“. Wie man einen Rockstar großzieht. Sehr charmant, die Mama von Dave Grohl.
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https://www.berliner-zeitung.de/kultur/musik/foo-fighters-mutter-virginia-grohl-wie-bitte-zieht-man-einen-rockstar-gross–28379440
James Corden’s Carpool Karaoke. Highly recommended by Gaga Nielsen. Check it out! Best of, feat. Adele, Red Hot Chili Peppers, Foo Fighters. Madonna, Pink, Lady Gaga, Etlon John, Jennifer Lopez, Rod Stewart, George Michael, Chris Martin, Justin Bieber, Mariah Carey, Britney Spears, Michelle Obama.
Adele ♥ https://www.youtube.com/watch?v=Nck6BZga7TQ
RHCP https://www.youtube.com/watch?v=cfudXO_vzWk&t=576s
Foo Fighters ♥ https://www.youtube.com/watch?v=5Xe0Qd6bUFo
Madonna https://www.youtube.com/watch?v=Sx2PfL2ekTY
Pink ♥ https://www.youtube.com/watch?v=sottGW1p5os&
Lady Gaga https://www.youtube.com/watch?v=X5Cfi7U4eL4
J.LO ♥ https://www.youtube.com/watch?v=qQIsdod0LWo
Elton John https://www.youtube.com/watch?v=5ndj6xn2P0c
Rod Stewart https://www.youtube.com/watch?v=qQIsdod0LWo
G. Michael https://www.youtube.com/watch?v=hvuENG3O9TM
Chris Martin ♥ https://www.youtube.com/watch?v=SADub7W22Zg
Justin Bieber https://www.youtube.com/watch?v=Dx06c0ZEBMk
Mariah Carey https://www.youtube.com/watch?v=z2iwQoKD6mg
Britney Spears https://www.youtube.com/watch?v=pSd9hiBGoE0
M. Obama https://www.youtube.com/watch?v=ln3wAdRAim4

Treffpunkt 29.8., Dienstag nachmittag gegen 16 Uhr, stand in der Mail. Um zu entscheiden, welche Zellen bespielt werden, was an technischen Voraussetzungen vorhanden ist, angefangen bei Verlängerungskabeln und Verteilerbuchsen. Immerhin nur drei Tage, bevor es losgehen sollte. Die Tykwerzelle und eine kleine gegenüber genommen. Weil mir das Gitter vor dem Fenster gefiel und dass Pritschen darin waren. Und eine Lampe an der Wand, die warmes Licht machte. Da konnte ich mir gleich vorstellen, dass das schön wird. Das späte Tageslicht fiel noch ein und auch das war anheimelnd. Auf dem Hof fand ich einen kleinen, quadratischen Tisch mit einem schmiedeeisernen, geschwungenen Gestell und einer schweren Steinplatte. Der kam in die kleine Zelle und ein Stuhl, den ich in einer Ecke fand. Und noch einen Tisch für die Tykwerzelle und den zweiten Stuhl. Ich richtete im Kopf das Equipment mit den Notebooks und Beamern und Soundanlagen ein. Klebte Zettel an die Wand und auf den Tisch, um die Positionen zu markieren, als hätte ich die Befürchtung, im Eifer des Gefechts etwas durcheinanderzubringen. Schleppte das schwere Gestell mit der alten, gestreiften Matraze aus der kleinen in die große Zelle. Im Waschbecken der großen Zelle verkeilte ich ein Brett, das zu einem Regal gehörte, um es als Ablage für den Beamer zu benutzen. Da ich noch keine Exponate dabei hatte, musste ich aufhören, als alles in einer mir sinnvoll erscheinenden Position war. Es gefiel mir schon ganz gut. Und am übernächsten Tag würde ich mit dem Transporter und meinem Equipment und den Projektionswänden und den Reliquien anrücken. Während ich mich mit den Zellen vertraut machte, hatte Jan schon angefangen, seine Bilder in die obere Etage im Kuppelsaal zu bringen. Er hatte Unterstützung von seiner früheren Gefährtin, und die beiden guckten im Vorbeigehen, was ich treibe. Ich dachte laut nach, wie ich die kleinere Projektionswand stelle, ob an die Fensterseite oder an die freie Wand. Sie fand, es sollte an die Fensterfront, ich mochte zwar die Idee, dass man die Projektion dann noch deutlicher vom Flur her sieht, aber ich wollte die Fensterseite nicht so verstellen. Dann kam ich auf die Idee, die Projektionswand schräg zu positionieren, über Eck, das würde den räumlichen Eindruck weicher und dynamischer erscheinen lassen. So wie ich es auch in meinen privaten Räumen gerne mache. Es gibt immer eine Ecke, die nahezu aufgelöst wird und dem Raum dadurch weniger den Eindruck sturer, betonierter Rechtwinkligkeit verleiht. Hier ist der nächtliche Blogeintrag, den ich danach noch schrieb.


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War schön… Saskia in Hochform. Die anderen natürlich auch. Da waren noch zwei anderen Fotografinnen, die ebenfalls imposante Bilder gemacht haben werden. Die eine hatte so ein Kanonenrohr, wie man es benutzt, um aus großer Entfernung ganz nah an den Künstler ranzuzoomen. Bin sehr gespannt auf die Bilder, zumal sie aus etwa zwei Metern Entfernung gemacht wurden. Als ich die schwer bewaffnete Kollegin gesehen hatte und noch eine weitere, die vorwiegend vom Fußboden aus, direkt vor der Bühne fokussierte, dachte ich, ich konzentriere mich mal ein bißchen mehr auf das Publikum und das sehr aparte Tresenpersonal. Die sind ja auch wichtig, damit so ein Abend gelingt. Aber Saskia und Ilka und Melli und Heike sind mir trotzdem irgendwie vors Objetkiv gerutscht. Ließ sich nicht umgehen. Bitte um Nachsicht!


Nicht dass der Eindruck entsteht, mir käme der Sinn für das Wesentliche abhanden. Heute Abend werde ich das Haus verlassen, um mich in eine Bar zu bewegen. Die Sweetwater Bar. Grund der exorbitanten Aktivität: Saskia wird dort singen. In Begleitung von drei Musikerinnen, die ich auch kenne und mag. Grund genug, den Elfenbeinturm zu verlassen. Ich habe Saskia Rutner das erste mal im Grünen Salon auf der Bühne gesehen. Das war am vierzehnten Februar 2016. Auch bekannt als Valentinstag. Der Salon nannte sich demzufolge Valentinssalon. An jenem Abend hatte ich sie nur fotografiert. Zum ersten mal miteinander gesprochen haben wir bei einer anderen Gelegenheit, im Schlot auf dem Damenklo. Durchaus kurios war, dass ich ihr am Waschbecken erzählte, dass ich bei dem zweiten Set im Valentinssalon, wo sie zur Hochform auflief, immer wieder dachte: „Tiger-Lilly!“. Und Saskia gewissermaßen zusammenzuckte, als ich ihr das mitteilte, von wegen Déjà-vu. So hatte man sie zu Schulzeiten genannt Hey! Ich habe das gechannelt! Ich kann so was. Warum, weiß ich auch nicht. Jedenfalls mag ich sie seit dieser Begegnung noch mehr. Sehr. Ich denke, das wird sich auch nicht mehr ändern. Nur so ein Gefühl. Wie eingangs erwähnt, tritt sie heute Abend auf und ich bin dabei. Denn irgendwann in dieser Nacht werde ich noch schlafen gehen – will morgen schließlich gut aussehen! Apropos: hier sind all die Bilder versteckt, die ich bislang von Saskia gemacht habe. Und hier der Link zur Veranstaltung. Und nun Schönheitsschlaf.
„(…) Ihr Denkvermögen wird nun in mancher Hinsicht auf die Probe gestellt. Sie sollten versuchen, es aus dieser Perspektive zu sehen und aus Ihren Fehlern zu lernen. Versuchen Sie nicht, Ideen hochzuhalten, die sich eindeutig als überholt erwiesen haben.“
Ist ja gut, ist ja gut! Stellt sich immer noch die Frage der Eindeutigkeit. Habe vielmehr den Eindruck von Dreideutigkeit. Nicht zu verwechseln mit Dreifaltigkeit! (fuck!)
[ Merkur Quadrat Sonne ]

Vielleicht bin ich auch nur eines von Gottes bevorzugten Versuchskaninchen in einer sehr, sehr langen Langzeitstudie zur Erforschung emotionaler Resilienz). Möglicherweise war der Ansatz, mich als Probandin auszuwählen, der augenscheinliche Eindruck von Widerstandsfähigkeit, Robustheit, Stärke (Mars im Skorpion), optimistischer Werkseinstellung. Was er aber vielleicht nicht bedacht hat, könnte sein, dass die unausgesetzten Tests, diese pausenlosen Laboraufenthalte selbst der stärksten Kreatur zusetzen. Ich hätte gerne eine Pause. Eine lange Pause. Noch genauer: ich möchte, dass das aufhört. Ich will keine Probandin mehr für dich sein, lieber Gott. Ich will mich endlich erholen und keinen Prüfungen mehr ausgesetzt sein. Ich will ab jetzt Spazierengehen. Meine Werkseinstellung entfalten. Nicht mehr tapfer in Indianermanier die Zähne zusammenbeißen. Genug der Initiationsrituale. Fakir wollte ich auch nie werden. Fakirin ebensowenig. Leck mich am Arsch, Gott. Mach deine Tests ohne mich. Such dir jemand anderen. Irgendsoeine Püppi, der bis jetzt Zucker in den Arsch geblasen wurde. Da wird sich doch jemand finden. Vielleicht mal das Gegenteil von mir, ist sicher forschungsmäßig auch ergiebig. Wort zum Sonntag. Amen.