Nach zwanzig Jahren traf ich (gezwungenermaßen) meine ehemalige Assistentin Saskia Sachs, die mittlerweile anderweitig Karriere gemacht hat, im Foyer vom Zoopalast, wo wir auf meine anderen drei Assistentinnen warteten, um gemeinsam diesen neuen Film über mich anzusehen. Damit das Gefälle zur Realität der etwas verharmlosten Darstellung meiner Person, also Gaga Priestly, in diesem Streifen „Der Teufel trägt Prada 2“ nicht allzu augenfällig ausfällt, bemühte ich mich um Haltung und spielte die konziliante, verbindliche Ex-Chefin. Die Sachs schien sich sichtlich für die Selfies mit mir zu begeistern, ich spielte mit. Schließlich kann sie mir später noch nützlich sein, wenn sie wieder bei Runway einsteigt, um sich mit dem unglamourösen Part der Schadensbegrenzung wegen dieser unerquicklichen Geschichte irgendwelcher ausbeuterischen Produktionsbedingungen bei Dior, die leider Gottes aufgeflogen sind, zu befassen. Um das Blatt und den Premiumkunden zu halten, muss man leider Opfer bringen. Ich bin über meinen Schatten gesprungen, wie man sieht. Wer mich persönlich kennt, sieht natürlich, dass mein Lächeln unnatürlich und gespielt ist. Zum Glück kamen bald meine anderen Assistentinnen Jenny, Lydia und Doro, und ich konnte mir das alberne Gelächel sparen, das sie ohnehin nicht von mir kennen.

Nach der Vorführung: „Hätte nicht gedacht, dass ich mal als Spitzenmerkmal eines Films die DROHNEN-BILDER benennen würde, aber war so. Milano und New York City aus der Drohnenkameraperspektive – grandios. (Dialoge eher platt, Plot bemüht politisch korrekt, das devilishe hat bei Miranda ein bisschen sehr nachgelassen. Aber tolle Outfits auch, mehr darf man nicht erwarten!)“

Saskia (Sachs): „Ich fasse zusammen: Es war kein Ohren-, sondern ein Augenschmaus!

3 Antworten auf „13. Mai 2026

  1. Gaga Priestly
    P.S. Die eine Assistentin – Jenny heißt sie glaub ich – hat sich meiner Meinung nach gestern auch optisch etwas stark in den Vordergrund gespielt, mit ihrem farblich sehr expressiven Outfit. Das hätte vorher noch besser mit mir abgestimmt werden müssen, bzw. hätte ICH das eigentlich tragen sollen und sie hat doch sicher auch noch irgendein unauffälligeres Kostüm in gedeckten Farben im Schrank. Man könnte meinen, die Regeln für Auftritte in der Öffentlichkeit wären gänzlich unbekannt! Schon mal drüber nachgedacht, wieso es der Queen – Gott hab sie selig – vorbehalten war, Signalfarben zu tragen – na…?

  2. Saskia Sachs
    Ich habe beschlossen, dich in dem Glauben zu lassen, ich sei noch deine Assistentin. Ab einem bestimmten Alter sollte man Menschen ihre liebgewonnenen Illusionen nicht mehr abrupt nehmen. Es war allerdings rührend zu beobachten, mit welcher Hingabe du an den Hierarchien der 2000er festhältst. Das erklärt natürlich auch dein tapferes Lächeln auf den Fotos. Die Übernahme von Runway verkünde ich dann zu gegebener Zeit selbst.

    Gaga Priestly
    Unverschämtes Ding! 😲

    ( *schnappt nach Luft* – *tippt wichtige Nummer* )

Hinterlasse einen Kommentar