aha, der „Boy“

…von VIVI BACH gesungen, ich bin entzückt! Noch dazu in meinem Geburtsjahr, 1965 in der Musikshow „Hotel Victoria„! Ein bißchen schräg war diese Show ja schon. Vico Torriani, der Gastgeber und fiktive „Hoteldirektor“ hat in jeder Folge ein gesungenes Kochrezept präsentiert. Flankiert von langbeinigen, glutäugigen Tänzerinnen und Tänzern. Hier Paella, falls Sie geiade ein Rezept brauchen:
05. Mai 2017
27. Mai 2017

Sommerschnee, Pappelflaum. Auf dem Balkon in der Sonne, die Balkontür zugemacht, zum ersten mal im neunzehnten Sommerfrühling hier. Alles an seinem Platz. Wenn die Sonne so wunderbar scheint, kann man ja nicht das geringste mit Bildern machen, aber Tippen geht. Oder Copypasten. Habe wieder neuen Schwung, die Lücke zu schließen. Die Lücke der fehlenden Einträge in meinem schönen Blog. Mir kam die Routine abhanden, sie verlagerte sich. Ich habe nie aufgehört, Einträge zu verfassen und meine Bildstrecken zu posten. Man kann auf facebook nicht so komfortabel rückwärts blättern oder bei sich selbst suchen, wie in einem Blog. Und auch die Bilder nicht so hingebungsvoll einbauen und anordnen. Aber wem erzähle ich das. Ja, genau, wem erzähle ich das eigentlich? Meinen alten, treuen Lesern aus der Blogosphäre, wie es einmal hieß, aber auch den Besuchern meiner facebook-timeline. Ich will also die Lücke schließen, die sich im letzten Jahr aufgetan hat. Seit Februar 2016. Ich mache mir keine Illusionen, dass das mehr als zwei, drei Leute rückwärts lesen werden, ist ja auch etwas schwierig nachzuvollziehen, wo etwas nachgetragen wurde, ich führe da nicht auch noch Protokoll. Ich selber habe schon nur mit Mühe den Überblick, was ich parallel gepostet habe und was gar nicht. Aber man kann es durchaus in zwei Fenstern chronologisch aufrufen. Das ist also auch etwas, was ich hier in der Sonne mache. Einfach nur stundenlang herumliegen ist nicht so mein Ding. Es muss sich immer etwas entwickeln und bewegen. Dynamik und Evolution. Wenn man sich mit alten Einträgen befasst, wenn auch nur zwecks Copypasten und Nachtragen, konfrontiert man sich dennoch aus dem Augenwinkel mit dem Inhalt. Sei es ein Bild oder eine Bildstrecke oder ein Satz, der einem da noch einmal um die Ohren gehauen wird. Das sind nicht nur visuelle, sondern auch emotionale Déjà-vus. Das macht etwas mit einem. Man empfindet das vergangene Gefühl noch einmal, aber zeitgleich das gegenwärtige Empfinden dazu. Und spürt, wieviel noch da ist. Oder nicht. Oder doch. Und was genau. Das ist durchaus aufwühlend, manchmal irritierend, manchmal besänftigend. Manches hinterlässt mich ratlos. Dann wieder mit neuem Verstehen. Kein technischer Vorgang und überhaupt nicht profan. Mein sentimentales Archiv.

09. Mai 2017
Freud und Leid der Konzertfotografie. Ihr habt ja keine Ahnung. Leidtragene Fotografen ausgenommen. Freude, wenn man einen intensiven Moment erwischt, womöglich mit starkem, dramaturgisch gesetztem Bühnenlicht. Da kann man später auf dem heimischen Rechner schöne Sachen sehen, Augenblicke, an die man sich gerne erinnert, nicht nur die Musiker, die sich dann ja zum ersten mal sehen, wie sie das Publikum erlebt hat. Leidvoll allerdings, weil unfassbar zeitaufwändig, den größeren Teil der Aufnahmen von störenden Elementen zu befreien. Ich meine damit nicht etwa unnattraktive Bandmitglieder oder unstylishes Publikum, sondern das, was nahezu zwangsläufig mit den schönen Spotlights :einhergeht: Lichtreflexe auf sämtlichen verchromten Teilen des Equipments, und das ist einiges. Reflexe, die man nicht haben will und die den Blick ohne Not auf das Gewerk von Stativen und Schraubgewinden und Plaketten lenken, anstatt auf das Objekt der Begierde. Das sind nämlich keine schicken, glamourösen, sternförmigen Glanzlichter wie in der Colgate-Reklame, sondern grellweiße Flecken an hunderttausend Stellen, wo man sie nicht haben will. Ungefähr dem Gesamtbild so förderlich wie ein Dutzend Fussel auf dem Objektiv. Wobei einer schon reicht, um das Bild überarbeitungsbedürftig zu machen. Nun habe ich noch dazu eine besonders ausgeprägte Vorliebe für eine klare Bildsprache und Linienführung ohne Nebenkriegsschauplätze. Es gibt Aufnahmen, die einem vom Ausdruck her dermaßen am Herz liegen, dass man im schlimmsten Fall schon mal eine halbe Stunde bei einem Bild zugange ist, die Reflexfussel auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Das ahnt der Laie ja nicht. Aber das ist nicht der einzige Grund, wieso ich mich in diesem Jahr tendenziell von dieser Art der Fotografie zurückziehe. Wenn man eine Location und die Protagonisten wiederholt in derselben Kombination erlebt und sozusagen verarbeitet hat, stellt sich ein bißchen ein Gefühl von Wiederholung und Einerlei ein. Und dann noch die Strafarbeit am Ende, die einem – mangels Wissen – nicht gedankt wird. Und selbst diese Kenntnis unterstellt, das gerät ganz schnell wieder in Vergessenheit. Ich kenne einige Menschen, die ein kuscheliges Gefühl bei Wiederholungen empfinden, das kenne ich nur bei Erlebnissen, die Balsam sind. Sinnlich oder seelisch. Das darf sich gerne wiederholen. Strafarbeit bitte nicht. Man muss etwas so lange kultivieren, so lange es Entwicklungspotenzial hat, noch nicht alle Blütenblätter entfaltet sind. Dann die Blüte genießen, daran schnuppern. Und dann das Verblühen zur Kenntnis nehmen. Ruhig mit Sentimentalität. Man darf auch trauern. Das ist angemessen und eine Form des Respekts, der Würdigung. Das tue ich. Immer.

27. Mai 2017

Sommerschnee, Pappelflaum. Auf dem Balkon in der Sonne, die Balkontür zugemacht, zum ersten mal im neunzehnten Sommerfrühling hier. Alles an seinem Platz. Wenn die Sonne so wunderbar scheint, kann man ja nicht das geringste mit Bildern machen, aber Tippen geht. Oder Copypasten. Habe wieder neuen Schwung, die Lücke zu schließen. Die Lücke der fehlenden Einträge in meinem schönen Blog. Mir kam die Routine abhanden, sie verlagerte sich. Ich habe nie aufgehört, Einträge zu verfassen und meine Bildstrecken zu posten. Man kann auf facebook nicht so komfortabel rückwärts blättern oder bei sich selbst suchen, wie in einem Blog. Und auch die Bilder nicht so hingebungsvoll einbauen und anordnen. Aber wem erzähle ich das. Ja, genau, wem erzähle ich das eigentlich? Meinen alten, treuen Lesern aus der Blogosphäre, wie es einmal hieß, aber auch den Besuchern meiner facebook-timeline. Ich will also die Lücke schließen, die sich im letzten Jahr aufgetan hat. Seit Februar 2016. Ich mache mir keine Illusionen, dass das mehr als zwei, drei Leute rückwärts lesen werden, ist ja auch etwas schwierig nachzuvollziehen, wo etwas nachgetragen wurde, ich führe da nicht auch noch Protokoll. Ich selber habe schon nur mit Mühe den Überblick, was ich parallel gepostet habe und was gar nicht. Aber man kann es durchaus in zwei Fenstern chronologisch aufrufen. Das ist also auch etwas, was ich hier in der Sonne mache. Einfach nur stundenlang herumliegen ist nicht so mein Ding. Es muss sich immer etwas entwickeln und bewegen. Dynamik und Evolution. Wenn man sich mit alten Einträgen befasst, wenn auch nur zwecks Copypasten und Nachtragen, konfrontiert man sich dennoch aus dem Augenwinkel mit dem Inhalt. Sei es ein Bild oder eine Bildstrecke oder ein Satz, der einem da noch einmal um die Ohren gehauen wird. Das sind nicht nur visuelle, sondern auch emotionale Déjà-vus. Das macht etwas mit einem. Man empfindet das vergangene Gefühl noch einmal, aber zeitgleich das gegenwärtige Empfinden dazu. Und spürt, wieviel noch da ist. Oder nicht. Oder doch. Und was genau. Das ist durchaus aufwühlend, manchmal irritierend, manchmal besänftigend. Manches hinterlässt mich ratlos. Dann wieder mit neuem Verstehen. Kein technischer Vorgang und überhaupt nicht profan. Mein sentimentales Archiv.

25. Mai 2017

Dieser Wunsch, das Leben festzuhalten. Einen Tag, Erinnerungen, Erleben. Nicht nur für sich. Siebzehnter Mai 2017. Immer schon, jedesmal dachte man, als man durch das S-Bahn-Fenster den schwebenden Rosinenbomber sah, da müsste man auch mal hin. Ins Technoseum, wie ich es nenne. Dann vergisst man es, zieht andere Ausflüge vor, auch möchte man die Freizeit nicht mit Belehrungen vor Schautafeln verplempern. Und Technik – ja mein Gott, schon wichtig irgendwie – man sitzt ja gerade auch schon wieder vorm Computer und tippt. Eigentlich sogar existentiell. Dusche, Kaffeemaschine, Herd, Licht, Musik von der Festplatte. Wie das alles zustande gekommen ist, ja sicher, kann man irgendwann mal anschauen. Und dann hinterlegt mir neulich meine Freundin eine Freikarte am Haupteingang, und ich habe auch Zeit und wir wollen anschließend noch was trinken. Und ich in meiner grenzenlosen Naivität und Ahnungslosigkeit gehe eine knappe Stunde vor Schluss hin, also gegen halbfünf am Nachmittag. Traumwetter, ein Sommertag. Denke, ich scanne das mal alles auf die Schnelle, wahrscheinlich zwei, drei Säle mit alten Gerätschaften, altes Tonband, alte Waschmaschine und natürlich der Rosinenbomber, mein Hauptinteresse, den Flieger aus der Nähe sehen. Ich liebe Fliegen. Ich liebe es. Ich bin in Flugzeuge verliebt. Das Abheben erotisiert mich. Jedenfalls komme ich da an und stehe in einer riesigen Halle, von der aus man auf zig Etagen und Nebengebäude und noch dazu zu einen Park kommt. Ich war total perplex, wie riesig das ist, und nehme mir so einen Faltplan und gehe rasant nach oben, in die erstbeste Abteilung. Lande beim Rias-Studio, alte Fernseh-Mischpulte, alte Fernsehkameras, was für schöne Apparate. Schnell weiter, immer der Nase nach, dann dieser Lokschuppen mit alten Monstern der Eisenbahngeschichte. Nicht dass mich Loks wahnsinnig interessieren würden – ich fahre ganz gerne Zug – aber die alten Abteile mit Plüschsesseln sind schon charmant. Und diese riesigen Fahrzeuge mti den riesigen Rädern und dieses alte Gußeisen und diese ganze Aura. Ich muss dauernd an die Jules Verne-Filme denken, die ich als Kind immer wieder gesehen habe, immer und immer wieder. Die Reise zum Mittelpunkt der Erde und In Achtzig Tagen um die Welt. Und dann sind da zwei gigantisch große Steinfiguren, die vom alten, zerstörten Anhalter Bahnhof übrig geblieben sind, sie waren oben auf dem Portikus, ich finde sie wunderschön, sie heißen „Tag und Nacht“, da zwischen den großen alten Lokmonstern. Kurz nach draußen in den Park, von dem ich fast gar nichts sehe, denn eine Aufsicht schickt mich wieder hinein, zu spät zum Spazieren und Picknick im Park. Das kann man da nämlich machen, Windmühlen gibt es auch, alles nicht gesehen. Drinnen finde ich endlich meine Freundin und sie weiß, wo der Rosinenbomber ist, in der vierten vom Neubau. Ich flitze hin und bewundere in der letzten halben Stunde die ganzen riesigen ersten alten Fluggeräte und Flugzeuge ganz oben und den Rosinenbomber auf der Terrasse. Der Himmel tiefblau. Was mir kurz danach durch den Kopf ging, schrieb ich in dem Eintrag „Der Traum vom Fliegen„. Eben. Jeder technischen Erfindung liegt ein zutiefst romantischer Traum zugrunde. Es ist so.
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Danach liefen wir zum Yorckschlösschen und redeten über sehr viele, sehr persönliche Dinge. Man sitzt unter Bäumen, wo dauernd irgendwas runterfällt, was gerade blüht und sich vermehren will. Ich habe ein Wiener Schnitzel mit Pommes Frites gegessen, darauf habe ich praktisch immer Appetit. Das Bier war fürchterlich, nichts Richtung Jever dabei, dann umgeschwenkt auf Grauburgunder, ging so. Drinnen spielte nach Einbruch der Dunkelheit eine Band, scheinbar die Hauscombo, so eine leicht altväterlich daherkommende Mischung aus Blues und Altherren-Jazz. Mir eindeutig zu gemütlich. Der Sänger war mehrfach auf Wandbildern zu sehen, also gemalt. Offenbar sein Wohnzimmer. Ich nehme an, dass die Gäste überwiegend aus der Nachbarschaft waren. War man also auch mal im Yorckschlösschen. Lauer Abend und gute Gespräche mit Lydia. Am Tisch nebenan im Biergarten war eine Familie mit zwei kleinen Kindern. Der Junge, ich schätze so zwei bis drei Jahre alt, kam immer wieder zu mir, quetschte sich an den Bänken vorbei und schaute mich mit großen Augen an. Ich habe ihm keinerlei Avancen gemacht, weder gelockt noch duziduziduzi, aber er hat mich hartnäckig besucht und fokussiert. Ich habe ihn nur mal kurz angeschaut, sicher auch freundlich gelächelt, und mich dann wieder weiter unterhalten. Aber Lydia, die ihn aufgrund ihrer Blickrichtung gesehen hat, machte mich amüsiert immer wieder darauf aufmerksam, dass er schon wieder da war. Zum Teil habe ich es auch gespürt, er hat regelrecht Körperkontakt gesucht. Hat auch ein bißchen enttäuscht geguckt, weil ich keine Anstalten gemacht habe, ihn auf den Arm zu nehmen oder dergleichen. Weiß nicht, ob er da sonst andere Erfahrungen macht. Irgendwann kam dann der Vater und noch ein kleines Mädchen, seine ältere Schwester, und der Vater entschuldigte sich bei mir für seinen etwas aufdringlichen kleinen Sohn. Das amüsierte mich dann auch wieder. Ich habe dem Vater dann gesagt, dass er mich nicht gestört hat, alles okay und außerdem ja auch ein ganz sympathischer Junge wäre. Und ich im übrigen durchaus nicht alle Kinder „süß“ finden würde. Der Vater guckt mich höchst überrascht und auch interessiert an, man sah deutlich, dass er noch nie so eine Aussage von einer Frau gehört hat, zumal in Anwesenheit seiner kleinen Kinder. Ich weiter: „ich finde, es gibt genauso viele unsympathische und unattraktive Kinder, wie es auch unsympathische und unattraktive Erwachsene gibt. Ich mache da keinen Unterschied. Für mich sind das fertige Persönlichkeiten.“ Er: „Aha! Ah ja. Hm.“ Und versicherte ihm nochmals, dass sein kleiner Sohn und im übrigen auch seine kleine Tochter durchaus sympathisch seien. Also alles im grünen Bereich. Er schien ein wenig erleichtert. Ich glaube, Lydia amüsierte sich auch über meine unverblümten Offenbarungen. Ich denke, dass ich nur etwas ausgesprochen habe, das andere ähnlich empfinden, aber es gibt ein ungeschriebenes Gesetz, dass man alle Kinder als niedlich zu bezeichnen hat. Wenn ich ein kleines Kind mag, dann aber richtig. Wie eben auch große Menschen. Und Tiere. Habe ich Lydia auch davon erzählt, sie hat eine Katze. Die ich nicht persönlich kenne. Ich mag tendenziell Katzen sehr gerne, aber auch da gibt es mir zutiefst unsympathische Persönlichkeiten oder einfach Gesichter, die ich nicht gene anschaue. Lydia war ein bißchen aufgeregt, ob sie mir auf ihrem Smartphone ein Foto von ihrer Katze zeigen kann, denn es könnte ja sein, dass ich sie unsympathisch finde. Ging auch gut. Die Katze hat eine Filmstar-Aura, ein sehr hübsches Gesicht und sieht zum Glück nicht dumm aus. Gerade noch mal die Kurve gekriegt. Es wäre mir auch unangenehm gewesen, wenn ich die Mieze nicht liebenswert hätte finden können. Ich hätte gar nicht gewusst, was ich sagen soll. Als wir gingen, sah ich auf so einem Plakataufsteller am Eingang, dass das Yorckschlösschen regelmäßig Live-Bands im Programm hat. Ich nehme an, das ist so im Rotationsprinzip wie im Rickenbackers, wo in einem gewissen Turnus immer wieder dieselben, beim Stammpublikum beliebten Bands auf der Bühne stehen. Davon hab ich Lydia auch erzählt, kannte sie auch nicht. Also es war ein interessanter Ausflugstag, mit schönen neuen Eindrücken.

25. Mai 2017

Dieser Wunsch, das Leben festzuhalten. Einen Tag, Erinnerungen, Erleben. Nicht nur für sich. Siebzehnter Mai 2017. Immer schon, jedesmal dachte man, als man durch das S-Bahn-Fenster den schwebenden Rosinenbomber sah, da müsste man auch mal hin. Ins Technoseum, wie ich es nenne. Dann vergisst man es, zieht andere Ausflüge vor, auch möchte man die Freizeit nicht mit Belehrungen vor Schautafeln verplempern. Und Technik – ja mein Gott, schon wichtig irgendwie – man sitzt ja gerade auch schon wieder vorm Computer und tippt. Eigentlich sogar existentiell. Dusche, Kaffeemaschine, Herd, Licht, Musik von der Festplatte. Wie das alles zustande gekommen ist, ja sicher, kann man irgendwann mal anschauen. Und dann hinterlegt mir neulich meine Freundin eine Freikarte am Haupteingang, und ich habe auch Zeit und wir wollen anschließend noch was trinken. Und ich in meiner grenzenlosen Naivität und Ahnungslosigkeit gehe eine knappe Stunde vor Schluss hin, also gegen halbfünf am Nachmittag. Traumwetter, ein Sommertag. Denke, ich scanne das mal alles auf die Schnelle, wahrscheinlich zwei, drei Säle mit alten Gerätschaften, altes Tonband, alte Waschmaschine und natürlich der Rosinenbomber, mein Hauptinteresse, den Flieger aus der Nähe sehen. Ich liebe Fliegen. Ich liebe es. Ich bin in Flugzeuge verliebt. Das Abheben erotisiert mich. Jedenfalls komme ich da an und stehe in einer riesigen Halle, von der aus man auf zig Etagen und Nebengebäude und noch dazu zu einen Park kommt. Ich war total perplex, wie riesig das ist, und nehme mir so einen Faltplan und gehe rasant nach oben, in die erstbeste Abteilung. Lande beim Rias-Studio, alte Fernseh-Mischpulte, alte Fernsehkameras, was für schöne Apparate. Schnell weiter, immer der Nase nach, dann dieser Lokschuppen mit alten Monstern der Eisenbahngeschichte. Nicht dass mich Loks wahnsinnig interessieren würden – ich fahre ganz gerne Zug – aber die alten Abteile mit Plüschsesseln sind schon charmant. Und diese riesigen Fahrzeuge mti den riesigen Rädern und dieses alte Gußeisen und diese ganze Aura. Ich muss dauernd an die Jules Verne-Filme denken, die ich als Kind immer wieder gesehen habe, immer und immer wieder. Die Reise zum Mittelpunkt der Erde und In Achtzig Tagen um die Welt. Und dann sind da zwei gigantisch große Steinfiguren, die vom alten, zerstörten Anhalter Bahnhof übrig geblieben sind, sie waren oben auf dem Portikus, ich finde sie wunderschön, sie heißen „Tag und Nacht“, da zwischen den großen alten Lokmonstern. Kurz nach draußen in den Park, von dem ich fast gar nichts sehe, denn eine Aufsicht schickt mich wieder hinein, zu spät zum Spazieren und Picknick im Park. Das kann man da nämlich machen, Windmühlen gibt es auch, alles nicht gesehen. Drinnen finde ich endlich meine Freundin und sie weiß, wo der Rosinenbomber ist, in der vierten vom Neubau. Ich flitze hin und bewundere in der letzten halben Stunde die ganzen riesigen ersten alten Fluggeräte und Flugzeuge ganz oben und den Rosinenbomber auf der Terrasse. Der Himmel tiefblau. Was mir kurz danach durch den Kopf ging, schrieb ich in dem Eintrag „Der Traum vom Fliegen„. Eben. Jeder technischen Erfindung liegt ein zutiefst romantischer Traum zugrunde. Es ist so.
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Danach liefen wir zum Yorckschlösschen und redeten über sehr viele, sehr persönliche Dinge. Man sitzt unter Bäumen, wo dauernd irgendwas runterfällt, was gerade blüht und sich vermehren will. Ich habe ein Wiener Schnitzel mit Pommes Frites gegessen, darauf habe ich praktisch immer Appetit. Das Bier war fürchterlich, nichts Richtung Jever dabei, dann umgeschwenkt auf Grauburgunder, ging so. Drinnen spielte nach Einbruch der Dunkelheit eine Band, scheinbar die Hauscombo, so eine leicht altväterlich daherkommende Mischung aus Blues und Altherren-Jazz. Mir eindeutig zu gemütlich. Der Sänger war mehrfach auf Wandbildern zu sehen, also gemalt. Offenbar sein Wohnzimmer. Ich nehme an, dass die Gäste überwiegend aus der Nachbarschaft waren. War man also auch mal im Yorckschlösschen. Lauer Abend und gute Gespräche mit Lydia. Am Tisch nebenan im Biergarten war eine Familie mit zwei kleinen Kindern. Der Junge, ich schätze so zwei bis drei Jahre alt, kam immer wieder zu mir, quetschte sich an den Bänken vorbei und schaute mich mit großen Augen an. Ich habe ihm keinerlei Avancen gemacht, weder gelockt noch duziduziduzi, aber er hat mich hartnäckig besucht und fokussiert. Ich habe ihn nur mal kurz angeschaut, sicher auch freundlich gelächelt, und mich dann wieder weiter unterhalten. Aber Lydia, die ihn aufgrund ihrer Blickrichtung gesehen hat, machte mich amüsiert immer wieder darauf aufmerksam, dass er schon wieder da war. Zum Teil habe ich es auch gespürt, er hat regelrecht Körperkontakt gesucht. Hat auch ein bißchen enttäuscht geguckt, weil ich keine Anstalten gemacht habe, ihn auf den Arm zu nehmen oder dergleichen. Weiß nicht, ob er da sonst andere Erfahrungen macht. Irgendwann kam dann der Vater und noch ein kleines Mädchen, seine ältere Schwester, und der Vater entschuldigte sich bei mir für seinen etwas aufdringlichen kleinen Sohn. Das amüsierte mich dann auch wieder. Ich habe dem Vater dann gesagt, dass er mich nicht gestört hat, alles okay und außerdem ja auch ein ganz sympathischer Junge wäre. Und ich im übrigen durchaus nicht alle Kinder „süß“ finden würde. Der Vater guckt mich höchst überrascht und auch interessiert an, man sah deutlich, dass er noch nie so eine Aussage von einer Frau gehört hat, zumal in Anwesenheit seiner kleinen Kinder. Ich weiter: „ich finde, es gibt genauso viele unsympathische und unattraktive Kinder, wie es auch unsympathische und unattraktive Erwachsene gibt. Ich mache da keinen Unterschied. Für mich sind das fertige Persönlichkeiten.“ Er: „Aha! Ah ja. Hm.“ Und versicherte ihm nochmals, dass sein kleiner Sohn und im übrigen auch seine kleine Tochter durchaus sympathisch seien. Also alles im grünen Bereich. Er schien ein wenig erleichtert. Ich glaube, Lydia amüsierte sich auch über meine unverblümten Offenbarungen. Ich denke, dass ich nur etwas ausgesprochen habe, das andere ähnlich empfinden, aber es gibt ein ungeschriebenes Gesetz, dass man alle Kinder als niedlich zu bezeichnen hat. Wenn ich ein kleines Kind mag, dann aber richtig. Wie eben auch große Menschen. Und Tiere. Habe ich Lydia auch davon erzählt, sie hat eine Katze. Die ich nicht persönlich kenne. Ich mag tendenziell Katzen sehr gerne, aber auch da gibt es mir zutiefst unsympathische Persönlichkeiten oder einfach Gesichter, die ich nicht gene anschaue. Lydia war ein bißchen aufgeregt, ob sie mir auf ihrem Smartphone ein Foto von ihrer Katze zeigen kann, denn es könnte ja sein, dass ich sie unsympathisch finde. Ging auch gut. Die Katze hat eine Filmstar-Aura, ein sehr hübsches Gesicht und sieht zum Glück nicht dumm aus. Gerade noch mal die Kurve gekriegt. Es wäre mir auch unangenehm gewesen, wenn ich die Mieze nicht liebenswert hätte finden können. Ich hätte gar nicht gewusst, was ich sagen soll. Als wir gingen, sah ich auf so einem Plakataufsteller am Eingang, dass das Yorckschlösschen regelmäßig Live-Bands im Programm hat. Ich nehme an, das ist so im Rotationsprinzip wie im Rickenbackers, wo in einem gewissen Turnus immer wieder dieselben, beim Stammpublikum beliebten Bands auf der Bühne stehen. Davon hab ich Lydia auch erzählt, kannte sie auch nicht. Also es war ein interessanter Ausflugstag, mit schönen neuen Eindrücken.

24. Mai 2017
„Was gedacht werden kann, geschieht.“ Lese gerade den Roman In New York von Alban Nikolai Herbst. Der Satz beschäftigt mich, seit ich ihn las, gestern oder vorgestern. Manches ist unvorstellbar, als ob man es gedanklich herbeizwingen müsste, fühlt sich verkehrt an. Anderes ganz leicht vorzustellen. Wieder anderes nicht sofort, aber auch nicht so absurd oder weit weg, dass man unterschreiben würde „äußerst unwahrscheinlich“. Ich denke zum Beispiel daran, dass ich bei einer weit zurückliegenden Verbindung zu jemandem, völlig außerstande war mir vorzustellen, dass er in derselben Stadt wie ich lebt, Ich konnte es mir nicht einmal wünschen, was nichts mit mangelnder Zuneigung zu tun hatte, sondern sich einfach erzwungen und falsch angefühlt hätte. Das Bild wollte sich nicht einstellen, das fiel mir sehr bald auf, gerade auch deshalb, weil ich von der Konstellation einer sogenannten Fernbeziehung nicht restlos begeistert war. Ich hätte ihn gerne öfter und unkomplizierter gesehen, mich kurzfristig verabredet, was aufgrund der Distanz nicht möglich war. Jeder hätte anhand dieser Tatsache vermutet, dass es geradezu mein Herzenswunsch sein müsste, dass er in meine Nähe zieht. Nicht zu mir, wohlgemerkt, das wollte ich definitiv nicht, nur eben in komfortable Nähe. Aber ich spürte, das ist ein falscher Gedanke und deshalb habe ich den Wunsch auch nicht zugelassen oder kultiviert. Auch nicht unterdrückt, wohlgemerkt, sondern als nicht im Rahmen dessen, was uns beiden bestimmt ist, zur Kenntnis genommen. Auch irgendwie traurig, aber schicksalsergeben. So bin ich. An solche Dinge denke ich bei Albans Satz.

22. Mai 2017
Schöne Wohnung, da in Wilmersdorf, wo Jenny mit Hans ihre Songs spielte. Beinah feudal. Für einen Tag Bilder einer sympathischen Künstlerin an der Wand. Sogar das Schlafzimmer war begehbar, ein schöner, angedeuteter Akt hing über dem Bett. Ina ging früher als wir, sie hatte eine Verabredung. Jenny und ich düsten wieder in den Osten. Im Prenzlauer Berg in eine Kneipe, Bar, deren Namen schwer zu eruieren war. Hätte uns auch egal sein können, aber wir wollten Maria gerne auch da haben und ihr Bescheid geben. Ich ging deswegen vor die Tür und da stand allen Ernstes in Leuchtreklame Rockpalast. Mit dem Logo-Schriftzug von der Sendung. Ich dachte deswegen, dass der Laden so heißt. Auf den Getränkekarten stand wohl was anderes, wir konnten es aber nicht entziffern, weil wir unsere Lesebrillen wohlweislich nicht mit dabei hatten. Maria kam dann auch bald von einer anderen Veranstaltung, das war schön. Man konnte da nicht nur trinken sondern auch rauchen, und das haben wir ausführlich getan. Später kam plötzlich auch noch Karl dazu, der vorher auch da war, wo Maria herkam. Es wurde spät im „Rockpalast“ und danach noch ein Imbiss am Rosenthaler Platz . Ich hielt den einen oder anderen Vortrag, wie ich das mitunter mache, wenn die Stunde geschlagen hat. Zuerst bin ich über weite Strecken sehr ruhig, höre mir an, was die anderen zu sagen haben und lasse es auf mich wirken. Manchmal verstreicht eine ganze Menge Zeit, bis ich einen Satz ausspucke. Aber wenn, bleibt es nicht bei einem. Wenn ich erst in Fahrt bin! Ich weiß aber noch genau, was ich zu wem gesagt habe. Bis der Morgen dämmerte. Heute kein Alkohol. Also kaum.
22. Mai 2017
22. Mai 2017
20. Mai 2017
20. Mai 2017
20. Mai 2017
20. Mai 2017
Der Traum vom Fliegen. Jeder Erfindung liegt eine romantische Idee zugrunde. Sich schwere- und mühelos durch Raum und Zeit zu bewegen. Auflösung oder Loslösung von der Schwerkraft. Der Zustand von Verliebtsein. In die schiere irdische Existenz. Jedem Apparat wohnt diese romantische Idee inne. Mit einem Wundergerät den Zauber einer geliebten Stimme einzufangen. Oder das Abbild eines geliebten Gesichts. Und die Bewegungen, eine typische Geste, ein Lächeln. Musik hören zu können, ohne ein Orchester zu sich einladen zu müssen. Erfinder sind die Geburtshelfer der Verwirklichung romantischer Ideen. Irdische Zauberer.

20. Mai 2017
20. Mai 2017
17. Mai 2017

Gerade im abfotografierten Familienalbum herumgeblättert und wieder die Bilder mit Vivi Bach drauf gesehen. Habe gedacht, vielleicht sollte ich sie Dietmar Schönherr schicken, der kennt die bestimmt auch noch nicht und freut sich. Dann ist mir eingefallen, dass er auch schon tot ist. Mist. Er hätte sich bestimmt total über die Vivi-Bilder gefreut. Ich mochte sie unheimlich gerne. Die Bilder hab ich mir als Kind immer wieder angeschaut. Ich poste bald mal das ganze Album. Mit Uralt-Postkarten aus Karlsbad und Badeanzug-Fotos von meiner Mama im Italien-Urlaub in Grado Anfang der Sechziger.
16. Mai 2017
15. Mai 2017
15. Mai 2017
13. Mai 2017
„LE R(…)“

12. Mai 2017
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
RotFront Emigrantski Raggamuffin Kollektiv
11. Mai 2017
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
PINK PARTE Maria Schuster, Judith Retzlik & Romain Vicente
live @ SO36. Lichtchoreographie: Tobias Pehla
09. Mai 2017
Freud und Leid der Konzertfotografie. Ihr habt ja keine Ahnung. Leidtragene Fotografen ausgenommen. Freude, wenn man einen intensiven Moment erwischt, womöglich mit starkem, dramaturgisch gesetztem Bühnenlicht. Da kann man später auf dem heimischen Rechner schöne Sachen sehen, Augenblicke, an die man sich gerne erinnert, nicht nur die Musiker, die sich dann ja zum ersten mal sehen, wie sie das Publikum erlebt hat. Leidvoll allerdings, weil unfassbar zeitaufwändig, den größeren Teil der Aufnahmen von störenden Elementen zu befreien. Ich meine damit nicht etwa unnattraktive Bandmitglieder oder unstylishes Publikum, sondern das, was nahezu zwangsläufig mit den schönen Spotlights :einhergeht: Lichtreflexe auf sämtlichen verchromten Teilen des Equipments, und das ist einiges. Reflexe, die man nicht haben will und die den Blick ohne Not auf das Gewerk von Stativen und Schraubgewinden und Plaketten lenken, anstatt auf das Objekt der Begierde. Das sind nämlich keine schicken, glamourösen, sternförmigen Glanzlichter wie in der Colgate-Reklame, sondern grellweiße Flecken an hunderttausend Stellen, wo man sie nicht haben will. Ungefähr dem Gesamtbild so förderlich wie ein Dutzend Fussel auf dem Objektiv. Wobei einer schon reicht, um das Bild überarbeitungsbedürftig zu machen. Nun habe ich noch dazu eine besonders ausgeprägte Vorliebe für eine klare Bildsprache und Linienführung ohne Nebenkriegsschauplätze. Es gibt Aufnahmen, die einem vom Ausdruck her dermaßen am Herz liegen, dass man im schlimmsten Fall schon mal eine halbe Stunde bei einem Bild zugange ist, die Reflexfussel auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Das ahnt der Laie ja nicht. Aber das ist nicht der einzige Grund, wieso ich mich in diesem Jahr tendenziell von dieser Art der Fotografie zurückziehe. Wenn man eine Location und die Protagonisten wiederholt in derselben Kombination erlebt und sozusagen verarbeitet hat, stellt sich ein bißchen ein Gefühl von Wiederholung und Einerlei ein. Und dann noch die Strafarbeit am Ende, die einem – mangels Wissen – nicht gedankt wird. Und selbst diese Kenntnis unterstellt, das gerät ganz schnell wieder in Vergessenheit. Ich kenne einige Menschen, die ein kuscheliges Gefühl bei Wiederholungen empfinden, das kenne ich nur bei Erlebnissen, die Balsam sind. Sinnlich oder seelisch. Das darf sich gerne wiederholen. Strafarbeit bitte nicht. Man muss etwas so lange kultivieren, so lange es Entwicklungspotenzial hat, noch nicht alle Blütenblätter entfaltet sind. Dann die Blüte genießen, daran schnuppern. Und dann das Verblühen zur Kenntnis nehmen. Ruhig mit Sentimentalität. Man darf auch trauern. Das ist angemessen und eine Form des Respekts, der Würdigung. Das tue ich. Immer.

08. Mai 2017
pas une énigme

Romain Vicente
08. Mai 2017
Wer als erstes errät, wie die Gruppe heißt, kriegt von mir bei nächster Gelegenheit ein Glas Pink Panther oder rosa Champagner! Nicht mitraten dürfen: Maria, Tobias, Judith, Romain und Moritz. Alternativ wollte ich noch als Preis die Rock’n’Roll Barbie ausschreiben, aber die gefällt mir selber so gut, dass ich mich nicht trennen werde können, wenn ich sie erst einmal habe!

07. Mai 2017
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265

Wenn das Gegenlicht mir keinen Strich durch die Rechnung gemacht hätte, könnte man links von mir auf dem Bild das ganze Adlon sehen.
07. Mai 2017

Was hätte Max Liebermann dazu gesagt. Vielleicht „Mir ist eine gut gemalte Kohlrübe lieber als eine schlecht gemalte Madonna.“ Oder „Das Publikum sieht Kunstfertigkeit für Vollendung an, ohne zu ahnen, daß eleganter Vortrag und virtuose Mache nur untergeordnete Fingerfertigkeiten sind, gegen die wahre künstlerische Durchbildung.“ Und er hätte mit beidem Recht gehabt. Schlaglicht auf die Ausstellung von Daniel Richter im Max Liebermann Haus am Pariser Platz. Was für eine Ehre, dort hängen zu dürfen. Richter stellt dort Exponate aus, die es aus verschiedenen Gründen noch nicht in Ausstellungen gegeben hat. Manches ist nicht ausgereift genug, um mit viel Gedöns präsentiert zu werden. So in etwa hieß es in einer der Ansprachen bei der Eröffnung, sinngemäß. Nicht durchgängig natürlich. Richter war da und mir durchaus sympathisch. Besonders in dem Moment, als ihm im Namen des Hauses mit den besten Wünschen eine Flasche Single Malt, ein guter, überreicht wurde. Begleitet von der Anmerkung „Wir wissen ja gar nicht, ob Sie überhaupt Whisky trinken… äh….?“ Richter: „Ich trinke ALLES!“. Habe ihn nicht fotografiert, hat sich nicht ergeben. Also nicht organisch. Es gibt Situationen, da käme ich mir vor, als würde ich paparazzen. Das ist nicht mein Stil. Aus dem Hinterhalt, wie er auf dem Balkon eine raucht oder mit seinem kleinen Sohn, der entzückend mit einem Anzug herausgeputzt war, herumalbert. Das gehört sich nicht. Zu privat. Ich bin ja nun nicht die Mutter oder Lebensgefährtin. Habe recht spät angefangen zu fotografieren, mehr so nebenbei. Als ich fasziniert das Brandenburger Tor und den Reichstag und das Adlon aus den Fenstern und vom Balkon sah. Wirklich unfassbare Lage, dieses Liebermann-Haus. Eines Königs würdig. Die Architektur ist eine sogenannte „kritische Rekonstruktion“. Man hat sich im Bezug auf die Proportionen und Fassade und Grundriss am zerstörten Original orientiert, aber keine Replik hingesetzt. Im Kern ist das Haus sehr modern. Besonders im oberen Bereich, wo die mich sehr faszinierende Toilette ist, mit den gegenüberliegenden Spiegeln, die einen bis in die Unendlichkeit spiegeln. Mich muss ich ja nicht um Erlaubnis fragen, wenn ich mich abschieße, da kann schon einmal eine Serie unterlaufen. Daher komme ich etwas häufiger als sonst in dieser Strecke vor. Meine durchaus fotogenen Freundinnen Irina und Lydia wollte ich auch nicht über Gebühr belästigen. Nur weil man sich kennt, ist das keine Lizenz sein Gegenüber mit der Kamera zu verfolgen. Hier ist die ganze Strecke vom Liebermann-Haus.
07. Mai 2017
Schmetterlinge jagen… und manchmal sich selbst.

07. Mai 2017
05. Mai 2017
Was bin ich froh, dass mir niemand mehr diktieren kann, wen ich bei einer Veranstaltung abzulichten habe und namentlich zu erwähnen. Die kleinsten Lichter haben es nötig, die beleidigte Leberwurst zu geben, wenn sie nicht vorkommen. Ja Entschuldigung – vielleicht waren sie für mich einfach nicht interessant GENUG, obwohl sie irgendeine – für mich unwesentliche – Funktion im Geschehen hatten. Ihr müsst jetzt ganz stark sein: ich bin keine Reporterin. Leidenschaftliche fotografische Annäherung hat mit Demokratie und Gleichberechtigung nicht das Geringste zu tun. Ich bin eine Schmetterlingsjägerin und lasse mich gerne von bunten Flügeln verzaubern. Das kann auch nur ein Blick sein.
05. Mai 2017
04. Mai 2017
sehr lesenswert.
03. Mai 2017

Aus irgendeinem Grund berührt mich dieses Bild in der Reihe mit Gudrun und Blixa besonders. Ist es die Geste von Fürsorglichkeit und umfassender Wahrnehmung, was in dieser Situation das Angemessenste ist? Blixa das Mikrophon dienend hinzuhalten, ohne dabei wie eine Dienerin auszusehen. Ja, vielleicht. Ich mag Gudrun Gut auf dem Bild besonders. Auf allen Bildern, aber auf dem besonders. Augenhöhe fasziniert mich. Vielleicht, weil man es nicht so oft sieht. Sympathische Alphatiere, die sich Raum einräumen. Das Gegenteil* langweilt mich.
*Leithammel mit Kernkompetenz Präpotenz
02. Mai 2017
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Sonntag-Nachmittags-Spaziergang am 30. April, bei zauberhafter Frühlingssonne, Richtung Torstraße, zur Janine Bean Gallery und wieder heim, vorbei am Koppenplatz, wo die Bäume und der Flieder blühen. Mysterium auf meinem Balkon… vor mehr als zehn Jahren pflanzte ich einen Fliederbusch, ich glaube, er war zart blau-violett, ähnlich wie dieser, blühte nur einen Frühling, erfror.

In späteren Jahren, ich ließ den Fliederbusch in der Erde, war kein Leben mehr auszumachen. Dann fiel mir in den letzten Jahren ein zarter Trieb auf, der wie Flieder aussah, neben dem toten Busch. Aber keine Blüte. Und nun, seit ein paar Tagen, sehe ich eine Fliederblüte. Aus derselben Erde. Aber weiß. Kann es sein, dass der Nachwuchs von einem Fliederbusch eine andere Farbe hat? Ich kenne diese Farbmutationen von Hortensien, es hängt von der Erde ab, vom Säuregrad. Ich weiß nicht, wie das bei Flieder ist, aber ich freue mich sehr über diese weiße Blüte, nach all den Jahren.
01. Mai 2017
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
PINK PARTE & RotFront – Emigrantski Raggamuffin Kollektiv backstage, vor und nach der Show im SO36. Ungestellte Aufnahmen! Das sieht da hinten wirklich so aus. Plüschsofas und gesundes Essen, Wasser und Säfte. Na gut, in den gut bestückten Kühlschränken gibt es auch Bier und Wein und auf dem Tisch stand auch eine Flasche Rum. Aber was ist das schon – eine Flasche für ein Dutzend Leute, die sich mental für die Show fit machen müssen. Wir sehen die Künstler beim Rumhängen, Aufwärmen, Reden, Rumstehen, Anziehen, Flirten, Schwitzen, Ausziehen! DANKE, Maria.
01. Mai 2017

Das komplette „Business Outfit“ mit der Rüschenbluse von gestern. Neulich eine Doku über zwei Modebloggerinnen gesehen. Geschäftsmodell: Sich selber bzw. gegenseitig in Anziehsachen fotografieren und dann auf instagram und dem Blog mit Herstellerverweis posten. Total im Stress die Damen, die Klamotten werden drei bis fünf mal pro Tag gewechselt und hundert mal geknipst und gephotoshoppt, bis ein „Wow-Foto“ dabei ist, das gutes Potenzial für Likes hat. Das Ganze rund um die Uhr, 24/7 wie sie es trendbewusst ausdrücken. Das machen die schon ein paar Jahre, permanent unterwegs, denn nicht nur die Klamotten, auch die Locations für die täglichen Selfies müssen „wow“ sein. Wenn in der Cochella-Saison kein Cochella-Outfit BEIM Cochella geknipst dabei ist, können sich die Ladies warm anziehen, das findet der Sponsor dann nicht sonderlich „wow“. Ganz schön stressiger Job. Ist noch in der mediathek von VOX zu sehen, hier.
01. Mai 2017
01. Mai 2017
01. Mai 2017

Auch so eine Spezialität von mir, selektiver Blick auf das Wesentliche. Der Rest wird gekappt. Das Bild hat noch ein oberes Drittel, das mich aber nicht interessiert, hier sieht man es ganz. Entweder ist ein Werk in Gänze gelungen, dann ist es für meine Begriffe virtuos, oder partiell. Dann gibt es Entwicklungspotenzial, mit dem man arbeiten kann. Gilt auch für Musik. Der Rest muss verflüssigt und neu geformt werden. Konzentration auf das Gehaltvolle, Aussagekräftige, Bewegende, auf die Substanz. Schnörkel weglassen, Klischees vermeiden, Posen, Plagiate. Es sei denn, sie haben eine dramaturgische Funktion und geben sich als solche, als Plagiate zu erkennen. Wahrscheinlich kann mir gerade keiner mehr so richtig folgen.
01. Mai 2017

wobei mir das eigentlich ganz gut gefällt. Man könnte sagen, es spricht mich an. Im Original natürlich in dezenter Farbigkeit, aber ich will es nach den zwei Farbfotos nicht übertreiben, sonst denken meine Besucher noch, sie sind auf der falschen Seite. In Wahrheit mache ich natürlich insgeheim dauernd Farbfotos, aber das bleibt bitte unter uns.
30. April 2017
30. April 2017
30. April 2017
30. April 2017
29. April 2017
29. April 2017
28. April 2017
28. April 2017
28. April 2017
Heute Abend Blixa & Gudrun! Marienstr. 26 Ich bin ab 18 Uhr (mit Ina) da, könnte voll werden, nur hundert Plätze. Eintritt frei. Ich gebe das hier zur Kenntnis, damit es nicht wieder heißt „hätte ich das gewusst…“ oder „du hast ja immer so tolle Sachen vor“. Das sind überwiegend keine hochexklusiven Sachen, die nur einer erlesenen Elite zugänglich sind, sondern jedem, der sich dafür interessiert. Das einzig exclusive dabei sind die Verteiler und Informationswege, über die mir das zur Kenntnis gebracht wird. Ein Newsletter hier, eine weitergeleitete Info da, von Menschen, die mich und meine Vorlieben gut kennen. So läuft der Hase.
28. April 2017
Pariser Platz 7 — at Max Liebermann Haus

27. April 2017
„Ich glaube nicht an Technik. Für mich ist das Malen eine Form des Denkens, und die Dinge, die man für diese Form des Denkens benötigt, macht man sich gefügig.“ Daniel Richter
Heute Abend Opening im Liebermann-Haus am Pariser Platz. Nase pudern und kurz nach halb los. Sonne scheint.
27. April 2017
27. April 2017
27. April 2017
PINK PARTE – Seven seconds away

vor dem gig im SO36, im letzten Winter. Die ganze – sehr umfangreiche – Reihe wird in den nächsten Tagen das Licht der Welt erblicken. 1. Backstage 2. on stage und last but not least RotFront – Emigrantski Raggamuffin Kollektiv. Das Schöne ist, wenn so viel Zeit vergeht, bis man die Bilder sieht, sagt man Sachen wie „Weißt du noch?“
27. April 2017
25. April 2017
24. April 2017

Mambo Nr. 5 – ein Notenblatt, um einiges älter als 1999, als Lou Bega seinen Hit hatte. War mir auch nicht so richtig bekannt, bis ich es in den letzten Tagen realisierte. Entweder ist es ein anderer Mambo oder die Urversion. Und ja. Es ist beides. Die Urversion und doch ein etwas anderer Mambo, denn Lou Bega hat das Stück von 1949 aufgegriffen und sozusagen weiterentwickelt, indem er sich einen launigen Text und ein zeitgenössisches Arrangement dazu überlegt hat. Was zu dem Welterfolg führte, der in Wikipedia wie folgt erläutert wird: „Gemessen am Weltumsatz ist Mambo No. 5 die erfolgreichste deutsche Musikproduktion aller Zeiten im Sektor der Popmusik.“ Wiki Wow! This is really something. Das alte Notenblatt ist also ein antiquarisches Dokument des Ur-Mambo No. 5 von Perez Prado. Schöne Geste, dass Lou Bega seinerzeit (nun ja auch schon wieder achtzehn Jahre her) sogar den Style von Perez Prado aufgriff, selber Schnurrbart etc.pp. Wieder etwas gelernt. Hier ist der Ur-Mambo Nr.5 von Perez Prado

Und das war das official Video von 1999 – man konnte den Song damals nach einer gewissen Zeit wirklich nicht mehr hören, so überpräsent war die Nummer. Aber nach achtzehn Jahren ist es durchaus mal wieder möglich.
24. April 2017
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Als ich meinem Vater vor drei Tagen am Telefon die Zustellung des Paketes mit den Noten bestätigte und ich ihm sagte, dass mich das offenkundig sehr alte Notenblatt von „An der schönen blauen Donau“ besonders beeindruckt, erwähnte er mit – ja, man könnte sagen, leicht gesenkter Stimme, dass er noch mehr derlei in seinem Archiv hätte, aber ja nun auch nicht ALLES einfach so an irgendwen weitergeben wollte. Was übersetzt heißt, er hat da noch viel mehr in seinen Notenschränken, als die paar hundert Titel auf der Liste, die ich gepostet habe. Dachte ich mir eigentlich auch. Ich erinnere mich da schon an ein paar Kubikmeter mehr als das, was die Titel auf der Liste beanspruchen könnten. Das ist quasi die Bückware für den Ausverkauf. Aber in Anbetracht dessen, gar nicht schlecht. „Daddy Cool“ ist auch dabei, bei den Noten von meinem coolen Daddy. Das Boney M.-Potpourri war allerdings schon vergriffen. Als ich die Liste hier gepostet hatte, hat mein lieber 84-jähriger Vater weiter genetworkt und diverse Notenblätter an den Nachwuchs in seinem Bekanntenkreis verteilt. Ist natürlich auch völlig okay. Wobei ich es aber dennoch besonders schön finde, wenn ich Romys Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot irgendwann im Sommer oder Herbst mal wieder höre und sehe, und dann einer der Titel dabei ist, die ich ihr zugeschanzt habe. Das wird fein. und so soll es sein.
24. April 2017
aha, der „Boy“

…von VIVI BACH gesungen, ich bin entzückt! Noch dazu in meinem Geburtsjahr, 1965 in der Musikshow „Hotel Victoria„! Ein bißchen schräg war diese Show ja schon. Vico Torriani, der Gastgeber und fiktive „Hoteldirektor“ hat in jeder Folge ein gesungenes Kochrezept präsentiert. Flankiert von langbeinigen, glutäugigen Tänzerinnen und Tänzern. Hier Paella, falls Sie geiade ein Rezept brauchen:
24. April 2017

Noch eine Perle – die „Old Shatterhand Melodie“
23. April 2017
23. April 2017
23. April 2017
ACHTUNG! NEUERSCHEINUNG

Pride, sad, splendid liar,
Sworn enemy of love
Kept my lips from saying
Things I was thinking of.
But now my pride you’ve humbled,
I’ve cast it to the winds,
Broken, beaten, sick at heart
My confession begins.
We’ve played the game of stay away
But it cost more that I can pay.
Without you I can’t make my way,
I surrender, dear.
I may seem proud, I may act gay,
It’s just a pose, I’m not that way,
‚Cause deep down in my heart I say
I surrender, dear.
Little mean things we were doing
Must have been part of the game,
Lending a spice to the wooing,
But I don’t care who’s to blame.
When stars appear and shadows fall,
Why then you’ll hear My poor heart call,
To you my love, my life, my all
I surrender, dear.
We’ve played the game of stay away
But it cost more that I can pay.
Without you I can’t make my way,
I surrender, dear.
I may seem proud, I may act gay,
It’s just a pose, I’m not that way,
‚Cause deep down in my heart I say
I surrender, dear.
Little mean things we were doing
Must have been part of the game,
Lending a spice to the wooing,
But I don’t care who’s to blame.
When stars appear And shadows fall,
Why then you’ll hear My poor heart call,
To you my love, my life, my all
Gordon Clifford (1931)
21. April 2017
Und ja, natürlich hab ich im Kopf und Herz, wer uns vor einem Jahr verlassen hat. Ein einziges mal habe ich ihn auf der Bühne sehen dürfen. Müsste das Jahr recherieren…. es war, als die TAFKAP-Phase vorbei war, auf dem Ticket stand wieder Prince. Er war in Hochform. Meinethalben mit Unterstützung von Psychopharmaka, wie wir heute zur Kenntnis nehmen, aber dennoch ein Ausdruck reinen Geistes und einmaliger Energie. Denn kein Psychopharmaka der Welt kann eine geniale Performance herzaubern, wenn es nicht ohnehin in der Persönlichkeit angelegt ist. Sternstunde, als er sehr heiter und warmherzig und amüsiert einige Ladies aus dem Publikum aufforderte, die Bühne zu entern, und mit ihm zu tanzen. Das war nicht abgesprochen. Das waren Berlinerinnen jeglicher Herkunft und Tanzbegabung. Jede einzelne wird diesen Moment für immer im Herzen tragen und bewahren. Grandios. Prince war ein Geschenk für die Menschheit. Ehre, wem Ehre gebührt. Ihm jede.
21. April 2017

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265

Geburtstagskind. No Idiot. Iggy fotografierte ich ausgiebig 2008 in der Zitadelle. Für Cosmic und mich war das damals ein Gottesdienst, in der Zitadelle Spandau. Letztes Jahr im Februar eröffnete seine frühere Gefährtin Esther Friedman eine Ausstellung über ihre Zeit mit Iggy in Berlin. Sie war da. Sehr sympathische Erscheinung. Je älter man wird, umso jünger, ja geradezu irrelevant in mancher Hinsicht, erscheint einem ein Lebensalter, das man in jungen Jahren als „alt“ verschubladet hätte. Happy Birthday, Iggy.
All across the continents
Everywhere a soul is sent
A new mix of the races is taking place
It’s what Hitler didn’t like
And it makes a pretty sight
Just look at what you see on your MTV
Out on the edges they‘ re mixin‘ the colors
Some they don‘ t like it but me I don‘ t mind
In every city they‘ re mixing the colors
Different shades for the whole countryside
If you leave the hate alone tonight
Music’s gonna get you home tonight
If you leave the hate alone tonight
Music’s gonna get you home tonight
Mixin‘, they ‚re mixin‘
On the edges of the line
There’s a different kind of kind
No one seems to claim for
The race war games
‚cause you don t have to choose sides
It just crucifies your mind
There’s a hundred million ways
To live your life for yourself
‚
Out on the edges they re mixin‘ the colors
Some they don ‚t like it but me I don‘ t mind
In every city they ‚re mixin‘ the colors
Different shades for the whole countryside
I like the kids with the ways of their own
If you leave the hate alone tonight
Music’s gonna get you home tonight
If you leave the hate alone tonight
Music’s gonna get you home tonight
Mixin‘ the colors
Now a language that sounds new
Comes a-driftin‘ next to you
And the music that you hear ls changin‘ too
‚cause they ‚re mixin‘ the colors
Baby the colors
„it’s what Hitler didn’t like – and it makes a pretty sight…! Zauberhafter Text. Wünsche ich mir als Neujahrsansprache.
ICON

21. April 2017
Die schöne blaue Donau geht zu Victor nach Wien. Da gehört sie ja auch hin. Eine Antiquität! Wird am Wochenende verschickt.

Das war diese Geschichte… es sind noch eine Menge Noten übrig. Wer es gerade nicht im Ohr hat…. zauberhafte Musik
21. April 2017

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Wunschkonzert für Romy und ihre Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot und für Victor auf meinem Küchentisch. Die Noten meines Vaters sind da.
20. April 2017
Umdeutung einer Gefängniszelle
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
19. April 2017
Die ganze Reihe mit dem Flügel…
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265

ich mag die Decke….
18. April 2017
18. April 2017
Super frostempfindlich – Aloen und Agaven. Sofort zurück ins Warme. Furchtbar, wenn man eine Generation Nachwuchs gepäppelt hat und dann die ganze Jungfamilie verliert, wegen einer einzigen Frostnacht. Ist mir einmal passiert. Von sieben Jungpflanzen konnte ich nur eine retten. Die Mutter-Aloe ist aber seit ihrem ersten „Wurf“ extrem fruchtbar, ich könnte eine Plantage aufmachen. Interessant, wie unterschiedlich sich die Jungpflanzen aus demselben Jahrgang trotz absolut ähnlicher Bedingungen entwickeln, gleiche Erde, gleich großer Topf, Standort nahezu identisch. Und doch gibt es Alphatiere mit Superkräften und kleine zarte Mimosen. Die haben Charakter. Der größte Nachwuchs meiner Aloe vera, aus der zweiten Generation, sieht aus wie ein Herrscher, ein König. Hat auch den größten Topf inzwischen, so expansiv, wie er ins Leben tritt. Und mein junger Olivenbaum ist auch für die nächsten drei Tage im Frostasyl in der Küche. Empfindliches Blattwerk. Und ein junger Rosmarin. Am Freitag ist die Eiszeit überstanden, dann geht es wieder in die Berliner Nachtluft.
18. April 2017
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Besprechung mit Jochen Hahn, dem Manager von SOEHT 7, wg. dem Event im September. Wird alles dokumentiert. Mehr oder weniger. „Der Prozess ist das Produkt“ hat Cosmic gerne proklamiert. Ich verstand das sofort. Ich habe eine sehr starke Neigung, alles was mir widerfährt, zeitgleich mit einer artifiziellen Perspektive zu betrachten. Das wertet das Geschehen ungemein auf. Es adelt gewissermaßen den Augenblick. Ich kann gar nicht anders. Romy Schneider hat in einem von vielen Interviews sinngemäß gesagt, sie lebt nur im Film, wenn die Kamera läuft, empfindet sie die Intensität des Augenblicks, des Lebens stärker. Ich möchte weiter gehen und diese Intensität, dieses Bewusstsein mit dem tatsächlichen Geschehen verbinden. Nicht mit Fiktion, sondern wahrhaftigen Begebenheiten.
17. April 2017
immer wieder schön, die Sonne (von Blixa und Gudrun…)
Gudrun 2008 in der Volksbühne

Blixa 2016 im Radialsystem

und beide am übernächsten Freitag, 28. April im Sprechsaal
16. April 2017

Bubi Scholz auf der Pritsche in der Zelle zu channeln, ist mir im Gegensatz zu Gustav am Flügel so̶̶ ̶̶g̶̶u̶̶t̶̶ ̶̶w̶̶i̶e gar nicht geglückt. Ich war auch nicht ernsthaft bei der Sache. Im Grunde gar nicht. Ich plädiere überhaupt dafür, dass man Räume, die man betritt, mit erhabenen und erhebenden Gedanken und Phantasien flutet. Ich habe auf der Pritsche keine Sekunde auch nur einen Gedanken an Freiheitsberaubung verschwendet. Man muss alles neu aufladen und beleben. Starke Gegenkräfte walten lassen. Gedenkminuten brauchen ein Happy End. Eine Frage der Übung. Man muss es kultivieren.
16. April 2017
Channeling Gustav

Stanislavski’s System.
Apropos Gustav. – Gustav playing Gustav
Debussy plays Debussy
Rachmaninoff plays Rachmaninoff
Ravel plays Ravel
16. April 2017
16. April 2017
15. April 2017

Foto: Jan Sobottka
pling. SOEHT7 Gibt’s auch zweihändig als Film. Jan wollte, dass ich spiele. Ich mache ja alles mit. Mysteriöserweise sieht der Flügel in dem Film aus, als ob er mich kennt und ich ihn. Seltsame Sequenz. Die Töne könnten auch absichtsvoll gespielt worden sein. Ich traue mich das aber nicht zu veröffentlichen. Wobei andere das vielleicht längst getan hätten. Man muss auch nicht alles verbreiten.
https://www.soeht7.com
15. April 2017
15. April 2017
Ortstermin. SOEHT 7 Ateliers im ehem. Frauengefängnis Lichterfelde

Foto: Jan Sobottka
15. April 2017
Alle Jahre wieder. Mein Oster-Opus von vor drei Jahren. Man könnte denken, ich lese im Kindergarten vor. Die dreizehn Monate von Kästner sind aber auch so putzig geschrieben. Zum September hab ich auch mal eins gemacht, und zum November. Da war ich aber etwas ungnädig mit Herrn Kästner und habe an den Reimen herumgekrittelt. Aber hier das April-Dings habe ich ganz artig vorgetragen. Obwohl ja schon auch ein bißchen kitschig. Na ja, man entwickelt sich, aber sollte zu seinen Jugendsünden stehen. Da war ich ja erst zarte achtundvierzigeinhalb, was will man erwarten. Schönen Ostersamstag.
14. April 2017
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265

¡Hasta la victoria siempre! (da ist mein L̶a̶̶s̶̶e̶r Lichtschwert von Epson drin)
Fotos: Jan Sobottka
14. April 2017
12. April 2017
»Was bedeutet der Verlust der Sehkraft für einen visuellen Menschen? Ballhaus: Wenn man durch die Arbeit mit den Augen gelebt hat, dann ist diese Veränderung ungeheuerlich. Ich kann nicht sagen, dass ich diesen Verlust überwunden habe. Was mich tröstet: Ich habe so viel Schönes gesehen. Aber es hilft nicht so richtig. Ich hätte nämlich gerne noch viel mehr Schönes gesehen. Und gefilmt? Ballhaus: Ja, ich hätte sonst sicher weitergefilmt. Aber es ist auch gut, dass man einmal aufhören muss. Ich habe meinen Beruf geliebt. Vom Anfang bis zum Ende.«

http://www.zeit.de/2014/12/michael-ballhaus
12. April 2017
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=1811922554

Michael Ballhaus | 5. August 1935 – 12. April 2017 Ich mochte ihn so sehr. Kaum zu beschreiben, der Augenblick, als er nahezu erblindet, ungelenk, aber unendlich bemüht, meinen Namen zur Widmung in sein Buch schrieb. Da fehlen einem die Worte. Und dennoch war er heiter und dankbar. Und wehmütig zugleich. Das kenne ich gut, wenn auch aus anderen Gründen. Wenn die Welt so sehr über die Augen zu erfahren, ein Teil der Persönlichkeit ist, fühlt man noch viel intensiver mit. So ein großer Verlust.


11. April 2017
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Bei Jan vor Soeht 7. In seiner berühmten KITCHENWORK*- Ecke.
(*Das Buch, in das ich nicht hineinpasste. O.k. – ich bin einsachtzig.)
11. April 2017
11. April 2017
10. April 2017

irgendwann verjährt sowieso alles. Wobei – mitunter schade…! Ich meine…, dass die Dinge in den Fluten des Overflows versinken. Aber wir können sie heben. Exhumieren. Präsentieren. Wir schaffen das. Hier – flashback Kumpelnest 3000. Vor vielen Jahren. Insgesamt ein schöner Abend. Mehr oder weniger. Unsere Busenfreundin war dabei das geringste Problem – überhaupt keines – ich mochte sie auf Anhieb.
09. April 2017
09. April 2017

Wo fängt man an. Wo hört man auf. So viele Bilder, Erinnerungen, Gefühle. Dann gehe ich zuweilen auf der Suche nach einem bestimmten Bild auf ein älteres Album, sehe mir eines von 53.000 Bildern genauer an und werde neugierig auf die zugehörige Strecke aus der Vergangenheit. Und damit meine ich nur meine digitale Fotografie. Nicht, dass ich nicht schon vor Erfindung der Digitalkamera Bilder verewigt hätte. Aber ich beschränke die Auswahl für SOEHT7 auf die digitalen Aufnahmen seit Zweitausendfünf. Wenige Ausnahmen von digitalisierten Portraits darunter. Ja – und dann bleibe ich bei einer meiner in der Erinnerung versunkenen Strecken von zum Beispiel 2009 hängen und sehe mir die ganze Reihe an und sehe, dass da auch brauchbare Aufnahmen dabei sind, mehr als nur die eine von mir erinnerte. Hilfe. Ich brauche in absehbarer Zeit ein Gaga-Nielsen-Museum (Stiftung Preußischer Kulturbesitz). Nach welchen Kriterien soll ich auswählen. Das ist ja alles uferlos.
Als ich neulich für den Kunstsalon in der Auguststraße eine Auswahl traf, war das über Nacht, quick and dirty, die Strecken der letzten ein, zwei Jahre gescannt, ein paar persönliche Klassiker am Ende, das ging relativ fix. Aber jetzt realisiere ich, was ich da alles nicht berücksichtigte. Haben die geneigten Zuschauer, Besucher, Vorlieben, besondere Interessen? Ich versuche die Bilder von einer Meta-Ebene aus zu betrachten, als wären sie nicht von mir und als hätte ich keinen persönlichen Bezug dazu. Welchen Bestand hat eine Aufnahme für einen Betrachter ohne Vorkenntnis meiner Verbindung zu diesem oder jenem Menschen, oder Szenario? Spannende Betrachtungsweise auch für mich. Mir ist schon klar, dass sich jeder, den ich je ablichtete, geschmeichelt fühlen würde, wenn er oder sie im September in Großformat an einer der Wände in Soeht 7 auftauchen würde, aber personenspezifische Nähe-Bekundungen haben in einer Ausstellung nur dann Relevanz, wenn sich die Intensität des Gefühls, aus dem die Aufnahme entstand, ohne Erklärung überträgt. Das ist die Messlatte. INTENSITÄT.
09. April 2017

Style it takes. Weißes Hemd, schwarzes Sakko, immer ein gute Entscheidung. Auch bei Frauen. Aber auch die Stiefel sind wichtig. JB Martin, Bohème, Vernis noir. Ich nehme an, solche Sachen schreiben Fashion Blogger. Die ich nicht lese. Was nicht heißen muss, dass einem Verpackung egal ist. Ich zum Beispiel bin außerordentlich eitel, insofern es bedeuten mag, sich darum zu scheren, welchen Anblick man der Außenwelt bietet. Ich halte das für eine Form der Rücksichtnahme. Das meine ich vollkommen ernst, meine Liebe zur Ironie hält sich in Grenzen. Dem Auge schmeichelnde Architektur, Karosserien, Stadtmöbel, Mülleimer, Verpackungen, Schilder, Herbst- und Winterjacken, Frisuren, Mimik. Und natürlich Stiefel. Stiefel, Stiefel, Stiefel. Äußerlichkeiten sind durchaus – um nicht zu sagen wahnsinnig wichtig, denn sie sind die materialisierte Form von Empfindung. Gutes Design, dem liebenden Auge schmeichelnde Materie ist das Lächeln der irdischen Schöpfung.
08. April 2017

Gestern, ganz adrett mit weißem Kragen, schon wieder im ehemaligen Frauengefängnis. Diesmal im bespielten Zustand mit Publikum gesehen. Ulrich Matthes las zwei Texte von Wolfgang Borchert in der Kapelle, sein Bruder, Dieter Matthes, eröffnete eine Ausstellung mit seinen Fotografien, die auf die Einzelzellen verteilt im Erdgeschoss hingen. War sehr gut besucht, draußen im Hof waren die Feuerschalen entzündet. Ulrich Matthes ist einfach nur brillant. Mehr geht nicht, wenn es um Ausdruck und Artikulation bei einer Lesung geht. Setzt Maßstäbe. Es war mucksmäuschenstill während er las. Ich musste nur ein paar mal schlucken, weil es derart berührend war, was Borchert da in der Hundeblume schrieb. Und auch in der Schischyphusch-Erzählung, besonders gegen Ende. Ich habe nicht fotografiert, gar nicht. Es gab nur eine kleine Fotosession mit den Brüdern in der Tykwer-Zelle, nach der Lesung, wo ich die Lampe hielt, aber nicht selbst fotografierte. Hat sich abermals gelohnt, der Weg nach Lichterfelde zu SOETH 7.
Auf dem Hinweg, ich hatte ein Taxi vom S-Bahnhof Lichterfelde Ost in die Soehtstr. genommen, erzählte mir der eingeborene Taxifahrer, was er alles über das ehemalige Frauengefängnis weiß, dass Bubi Scholz dort eingesessen hat, also besonders zuletzt – nicht immer durchgängig nur Frauen, und es als eine Art Luxus-Gefängnis galt, für Freigänger. Andere ehemaligen Insassen bezeichneten das Gefängnis in der Soehtstraße im Vergleich mit anderen Berliner Gefängnissen als „Kuschelknast“. Vielleicht ist die Atmosphäre auch deswegen nicht so beklemmend, wie man befürchtet, wenn man an einen Knast denkt. Und dann erzählte der Taxifahrer noch launig, welche prominenten Lichterfelder ihm so einfielen, das reinste Schlagersänger-Nest, obwohl er ja kein Schlagerfan sei, wie er betonte. Also in der soundso-Straße ist ja Roland Kaiser aufgewachsen, und da hinten am Dingsbumsweg wohnt ja die ganze Familie von Marianne Rosenberg, heute noch! Und natürlich Drafi Deutscher! Ich sehe gerade in Wikipedia, dass Götz George und Peter Fox auch „Söhne des Ortsteils“ sind. Ist dann ja nicht die schlechteste Adresse für Frau Nielsen.
Danach noch ein bißchen small talk mit dem Manager von dem Ganzen, Jochen Hahn, man muss ja Kontakte pflegen…, und mit Ina in die Nacht abgeschwirrt. Jan ging früh, zu früh, wir hatten eine kleine, unerquickliche Auseinandersetzung, ohne Not, aber Schwamm drüber.
Wir waren unternehmungslustig und wollten in eine schöne Bar, dachte, wir könnten ja mal ein paar Etablissements abklappern, die Ina noch nicht kennt, eine halbe Minute im Posh Teckel, Publikum zu jung, irgendwie studentisch, Musik zu laut und schrill, dreissig Sekunden im Circus Lemke, ähnlicher Eindruck, dann glückliches Ende in der Victoria Bar in Schöneberg. Genau unsere Kragenweite. Muss man viel öfter hin. Klasse Service, klasse Ambiente, Rauchen gestattet, buntes Publikum, durchaus stylish, aber nicht affig. Angenehm.
07. April 2017

Herr Sobottka bestellt Frau Nielsen ein Taxi. Von Lichterfelde nach Mitte ist doch eine ganz schöne Ecke. Vor allem mit Gepäck. Nicht vom Übernachten, mein Equipment. Kam gar nicht zum Einsatz. Hauptsächlich herumgelaufen und sich ein Bild von den Möglichkeiten gemacht. Die dunkle Tykwerzelle ist jedenfalls meine. Ein geheimnisvoller, schwarzgrau gestrichener Raum mit mystischem Licht. Da sollten schon ein paar schön gerahmte Werke hängen. Nur zum Projezieren fast zu schade. Aber auch dafür sehr gut geeignet. Das wird mein kleines Kino. Und es steht eine alte Gefängnispritsche quer darin. Man wollte sich gleich hinlegen. Mit so einer gestreiften Matratze. Gibt ein paar Bilder. Aber relativ wenig heute fotografiert. Mehr wirken lassen. Sich annähern, Atmosphäre spüren. Gar nicht beklemmend. Wahrscheinlich alles zu lange her und die Transformation ist geglückt. Ein neuer Geist ist eingezogen und kann nun Wunder wirken. Und meiner noch dazu.
07. April 2017

Foto: Jan Sobottka
Heute Nachmittag beim Gefängnistor. Die mir bislang bekannten Bilder des Objekts spiegeln leider die romantische Qualität nicht so recht wieder, die der Hof und der Saal mit dem Flügel im obersten Stockwerk haben. Viele schöne Details, alter Putz und Patina. Selbst die Zellentüren wirken beinah putzig in ihrer altertümlichen Anmutung. War ein lohnenswerter Besuch in Soeht 7.
07. April 2017
06. April 2017
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265

Heute Nachmittag Begehung von SOETH.7. Mein erster richtiger Besuch im ehemaligen Frauengefängnis. Bin gespannt auf die Räume und Flure und Zellen. Da kann man einiges machen. Treffe mich um 15 Uhr mit Jan bei ihm und dann Spaziergang zur Söhtstr. 7. Habe meinen Projektor, ein Notebook und diverse Kabel dabei. Mir schwebt vor, dass ich zwei Projektionen parallel mache, Filme und Fotografien auf verschiedenen Rechnern und Projektoren. Und eventuell auch Flachware. Habe schon phantasiert, dass es auch interessant sein könnte, wenn man jeweils eine Zelle einer Person widmet, also mehrere fotografische Portraits, nicht in Masse aber mit Klasse, von jeweils einem Menschen. Na ja, work in progress – bin gespannt.





































