28. März 2023

Warten auf ista. Austausch Wasserzähler. Angekündigt für 7 – 10 Uhr. Wecker auf 6 Uhr gestellt, im Halbschlaf Klingeln abgestellt, weitergeschlafen, fünf vor Sieben aufgewacht, unter die Dusche, sehr kurz geduscht, zum Glockenschlag um Sieben mit nassen Haaren angezogen, Kaffeewasser aufgesetzt. Inzwischen hatte ich über eine Stunde Zeit mich zurechtzumachen, ich wäre dann so weit!

27. März 2023

Heute Nachmittag süße Teilchen gebacken. In der Sonne trocknen lassen, zum ersten mal in diesem Jahr. Aus mir wäre auch eine gute Zuckerbäckerin geworden, sahnige Schnörkel gehen mir leicht von der Hand! Rezept für den delikaten Boden: zwei alte Präsentationsmappen von irgendeinem Workshop, darauf cremiger Klebestift und der Stoff von dem zerschnittenen, großen Staubbeutel für die Handtasche, die ich mir nach dem Diebstahl neu gekauft habe. Die süßen Schnörkel mache ich freihändig mit UHU-Bastelkleber. Wenn alles trocken ist, kommt noch weißer Zuckerguss drüber. Über die Kringel. Die süßen Teilchen sind das Ergebnis von Drückebergerei, wenn ich keine Lust habe, an was weiterzuwerkeln, was eigentlich dran wäre, aber mühselig ist. Dann mache ich zwischendurch mal süße Teilchen zum Prokrastinieren!

24. März 2023

Ich bin ja mittlerweile konziliant, ob dauerhaft Sommerzeit oder Winterzeit, Hauptsache: gleichbleibend. Das Anpassen an andere Aufstehzeit geht bei mir schnell, mich nervt ungleich mehr die Kontrolle und Umstellung von Geräten mit Zeitanzeige. Wecker, Telefon, Notebook. Mein Notebook hat noch nie eine Punktlandung hingekriegt, sich von selbst RICHTIG umzustellen. So stelle ich in Handarbeit die Zeit um, um dann zwei, drei Tage später festzustellen, dass ich nun eine zweistündige Zeitvorstellung angezeigt bekomme. Welche der verdammten Geräte stellen sich nun von selbst um, und welche nicht, und WANN….? Darüber möchte ich gar nicht nachdenken müssen. Das ist doch im wahrsten Sinne des Wortes Zeitverschwendung.

24. März 2023

Und last but not least: die doofe Zeitumstellung von Samstag Nacht auf Sonntag nicht vergessen, NOCH FRÜHER am Montag aufstehen, als sowieso schon….. grrrrr

24. März 2023

To whom it may concern: am großen Streiktag am Mo, 27.03.2023 streikt in Berlin ab 00:00 – 23:59 die S-Bahn und die Regionalbahn, aber NICHT die BVG, d. h., die U-Bahn, Straßenbahn und die BVG-Busse fahren fahrplangemäß. Die BVG hat sogenannte Friedenspflicht, da einen gültigen Tarifvertrag. Da es mich am Montag auch betrifft, nicht mit der S-Bahn fahren zu können, musste ich es recherchieren. Die BVG hat netterweise auf der Startseite auch gleich einen Hinweis, dass sie nicht streikt. Ich wünsche mir sehr, dass der Ver.di-Streik zum gewünschten Ergebnis führt. Die unteren Gehaltsgruppen, die die wirklich systemerhaltenden Jobs machen, haben es verdient.

23. März 2023

Tina-Gaga-Chat zur Bachelor-Folge vom Mittwoch, 22. März 2023. Wir sind nunmehr etwas gelangweilt, aber plaudern nichtsdestotrotz unermüdlich weiter!

Gaga
Heute ist wieder unsere Date-Night mit dem Bachie!

Tina
Juhuuu! Ich will ein Actiondate.

Gaga
Wenn du es noch mehrmals einforderst, könntest Du erhört werden! Wenn es dich schon befriedigt, ein Actiondate zu gucken, umso besser. Ist Björn heute mit von der Partie?

Tina
Nein, Björn freut sich, nicht hier sein zu müssen. Und er lehnt es ab, den Bachelor für sich selbst zu schauen, weiß gar nicht wieso. Björn ist einfach durch und durch intellektuell. Er liest lieber. Und lehnt auch derartige frauenverachtende Formate ab.

Gaga
Die Frauen sehen aber gar nicht aus, als ob sie sich verachtet fühlen…. also nicht alle.

Tina
Oh je. Diese Großanalyse möchte ich jetzt lieber nicht aufmachen.

Gaga
Ich vermute, Björn ist Feminist der alten Schule, er kennt wohl noch nicht die neuen Spielarten.

Tina
Ja, das ist er. Ganz die alte Schule. Demzufolge wäre das Problem generell.

Gaga
Verstehe, ich hatte dir doch gestern von meinem ehemaligen Lover erzählt, der einer der ersten sich dazu bekennenden Feministen war. Wahrscheinlich diese alte Schule.

Tina
Das Format hat eine leicht oberflächliche Grundaufmachung. Die kann man sicher bei Männern als auch Frauen fraglich finden.

Gaga
Der Bachelor ist meines Erachtens sowohl Feminist der alten, als auch der neuen Schule! Eben flexibel und modern!

Tina
Natürlich ist auch hinter Oberflächen oft noch mehr. Aber meine persönliche Ästhetik ist auch eine andere. Ich bin immer ganz froh, wenn ich nach meinem Job als Flugbegleiterin das ganz Make up und die falsch weiß strahlenden Zahnschienen ablegen darf und ich einfach ich selbst sein kann.

Gaga
Mir ist gerade kurz entfallen, warum wir beide das Format gucken…

Tina
Na, weil es eben unterhaltsam ist. Deswegen müssen wir ja nicht alles mögen, was dort propagiert wird.

Gaga
Das versteh ich soo gut. Wenn ich auch nicht als Flugbegleiterin der Luxus-Klasse unterwegs bin. Noch nicht mal der Holzklasse! Möglicherweise würde ich es gar nicht so gucken, wenn wir dabei nicht unseren kleinen, exquisiten Chat hätten. Die Villen ähneln sich ja auch, die wiederholten Locations finde ich auf Dauer ein bißchen langweilig. Ich fordere abermals eine Staffel an der Côte d’Azur. Der Bachelor in der Rothschild-Villa Ephrussi, oder in der Villa, die Keith 1971 gemietet hatte, Nellcôte, das hätte Kultformat!

Tina
Gucken deine Kolleginnen im Büro auch noch?

Gaga
Ich weiß aktuell nur von einer Kollegin, die ist ca. so alt wie Du, also so in den Dreißigern, wir tauschen uns unregelmäßig drüber aus, aber nur kurz, sie macht fast dauernd Home Office. Die andere, die geguckt hat, ist seit März im Ruhestand. Gerade, bei den Beiden, ist ja eine sehr sachliche Gesprächsatmosphäre… so gar keine Romantik oder Flirt-Stimmung.

Tina
Ich koch mir unaufällig nebenbei was. Jovana hat, finde ich, ein ganz interessantes Aussehen. Bisschen rausstechend. ACTIONDATE.

Gaga
Du hast mir immer noch nicht beantwortet, was dein ersehntes ACTIONDATE beinhalten sollte.

Tina
Ich will Bagger fahren lernen.

Gaga
Meinst Du Giovanna?

Tina
Ja.

Gaga
Die konservative Italienerin, die Problemgespräche forciert. Aha!

Tina
Aber ich mag schon die Areas gern zum Entspannen anschauen.

Gaga
Bagger fahren lernen von diesem Bachelor?

Tina
Nein, mit Björn. Oder im Kran rumschwenken, noch cooler. Woher weißt du, dass die Italienerin konservativ ist, kann ich so nich sehen.

Gaga
Den Kran rumschwenken… äh das ist dann aber kein Date im Date-Sinne, was du da willst, oder? Meinst Du erotische Annäherung im schwenkenden Kran?

Tina
Nein, ich meine nicht im Sinne erotischer Annäherung. Ich meine, einfach was Tolles, Außergewöhnliches zusammen machen.

Gaga
Das nennt man dann aber nicht Date, Schnuffilein.

Tina
Doch DOCH doch! Das ist ja eben ein Actiondate. Erotische Annäherung ist was für Candlelight Dinner und so. Für mich ist jedes Treffen mit Björn noch ein DATE!

Gaga
Ok, meinethalben, Ihr Thirtysomethings habt da so eure Vorstellungen…

Tina
Das geht für mich über das Anfangszeug hinaus.

Gaga
Also auch Treffen im Baumarkt, um neuen Syphon für die Küchenspüle zu kaufen: Date. Habs verstanden.

Tina
Uuhh, die Mittelpunktsdiskussion … langsam zieht es an.

Gaga
Wenn ich verknallt bin, oder jemanden sogar richtig liebe, bin ich auch dazu fähig, jegliches Aufeinandertreffen zu erhöhen. Egal wo. Auch im Zusammenhang mit profanen Erledigungen. Das hat dann so eine schöne selbstverständliche Verbundenheit. Ich versteh das schon. Hab vor elf Jahren den Kran von Star-Architekt David Chipperfield aus meinem Küchenfenster fotografiert, ein ganz schicker Kran. Der Kranführer hat offenbar Zeitungspapier an die Scheiben geklebt, wohl zum Sonnenschutz, schätze ich mal. https://www.flickr.com/photos/gaganielsen/albums/72157628881167735 Nicht, dass ich kein Herz für Kräne hätte! <3 Die Stimme von Yolanda eben, wieder so richtig DIRTY… hehe.

Tina
Ich verstehe vieles Gesagte akustisch gar nicht.

Gaga
Ist glaub ich kein so großes Versäumnis.

Tina
Ach ja, Björn meinte letzte Woche noch, dass ihm keine der Damen gefällt.

Gaga
Also die Truppe insgesamt, so alle Mädels zusammen, haben schon Potenzial, die Staffel zu werden, die man am schnellsten wieder vergisst. Das bedeutet, dass Björn ein hübsches Gesicht und eine bestimmte Figur oder Haarfarbe noch lange nicht locken kann. Ist doch gut.

Tina
Ohhhhhhhr Rollschuhe ! Wie coooooool.

Gaga
Hattest Du mal welche? Ich ja, war in meiner Generation aber Standard, bei Euch warens dann doch mehr so Inline-Skater oder wie das heißt… Ich bin als junges Mädchen jeden Tag Rollschuh gelaufen, also im Frühling, Sommer und Herbst. Im Winter dann Schlittschuh, aber nicht so viel. Also gefühlt, wenn ich mich mit Freundinnen getroffen habe, aus der Nachbarschaft. Mein wichtigstes Hobby war eigentlich Lesen, aber Rollschuhlaufen, Tischtennis, Fahrradfahren und ins Schwimmbad war auch immer mal dran. Und Federball. Das ist aber echt schön, dass er über sich sagt: „Ich hab voll den Wissensdurst und will immer dazulernen.“ Klasse. Bienchen von Gaga! Yolanda sieht heute etwas müde und erschöpft und gelangweilt aus. Oh, Lisa ist schon mit seine Favoritin, die sind erotisch aneinander interessiert.

Tina
Muss ich aufpassen wer das ist. Ahhh, Lisa aus Potsdam. Wie stehst du eigentlich zu Till Schweiger?

Gaga
Till Schweiger war nie mein Typ, ich schwanke zwischen leichter Abneigung aber auch wieder Sympathien, wenn er eigenständige, originäre Gedanken äußert und Anfeindungen aushält. Am Set ist er leider wohl sehr klassisch chefmäßig… nicht der Typ, der sich für die Leute in der zweiten und dritten Reihe interessiert, den Hauptcast immer im Fokus. Und sehr forcierend, was das Marketing seiner Projekte angeht, arbeitet extrem mit seinen Netzwerken, z. T. gekaufte gute Kritiken. Klatschvieh. https://www.deutschlandfunk.de/til-schweiger-und-die-filmkritik-100.html

Tina
Aha. Spannend.

Gaga
Clooney dagegen ist dafür bekannt und geschätzt, dass er am Set keine Hierarchien pflegt, er kennt seinen Wert, interessiert sich für jeden, der mitwirkt, bis zum kleinsten Komparsen. Keine Berührungsängste, im Gegenteil. Das sagt man auch über Jürgen Drews, übrigens. Drews schüttelt jedem Techniker und jedem die Hand und stellt sich freundlich als Jürgen vor und sagt Sachen wie „Schön, dass du dabei bist“. Ich nenne die Drei in einem Atemzug, weil sie jeder kennt und jeder in seinem Metier einen gewissen Kultstatus hat.

Tina
Nochmal zurück zum Feminismus. Jetzt werden die Frauen wieder so gezeigt, wie sie sind. Hinterhältig, zickig, intrigant. Ist doch irgendwie schon ein totales Klischeeeee.

Gaga
Bei dieser Staffel habe ich fast bei jeder Folge noch einige Zeit vor Ende den Gedanken: „hoffentlich ist die Folge bald vorbei“. Deutliche mentale Ermüdungserscheinungen, echtes Gelangweiltsein. Zu viele phrasenhafte Sätze…

Tina
Würdest du sagen, es wird von Staffel zu Staffel dünner?

Gaga
Ich finde die Staffel mit der letzten Bachelorette war auch schon mehr so tralalala… Mir fehlen bei den Kandidatinnen die Ecken und Kanten, dann verliere ich das Interesse. Lisa jetzt, ist noch am ehesten interessant. Ich schlaf gleich ein… Ich fand in früheren Staffeln die Musikauswahl auch besser, mehr Klassiker, nicht so Partymucke.

Tina
Ohhhr Arme GAGA!

Gaga
Ich schlaf ja gerne, kein Problem. Es ist mir auch dermaßen schnuppe, wer rausfliegt, und wer nicht. Am ehesten wünsch ich mir noch, dass Lisa und Yolanda drinbleiben, weil die rausfallen, auch wenn Yolanda letztlich auch nicht zu ihm passt. Mit Xenia ist auch noch ein bißchen Erotik da, die sollte drinbleiben. Die Gänseblümchenträger vom Kleid von der Einen gefallen mir. Süß.

Tina
Angelinas Brüste, wie Bälle! Und das bei so jungen Mädels…

Gaga
Das wünschen sie sich bestimmt alle spätestens zur Volljährigkeit oder zum Abi. Was ich nicht verstehe, wenn die Brüste schon gemacht sind, dann wirkt es doch besser und natürlicher, wenn sie nicht zusätzlich so hochgepresst werden. Ist wohl der Gedanke dahinter: „Jetzt hab ich schon so viel Geld dafür ausgegeben und so viele Schmerzen erlitten, jetzt soll es auch immer und jeder sofort zur Kenntnis nehmen, dass da RICHTIG was in der Bluse ist! So als „Entschädigung“ und Belohnung für den grässlichen Aufwand. Ich warte noch auf die letzte Rose und geh dann in die Falle, bin tatsächlich schön schläfrig…

Tina
Schlaf schon mal gut. Habe leider auch nichts Spannendes hinzuzufügen

Gaga
wir hören oder lesen uns morgen…! Gute Nacht!

Do, 23. März 2023
Gaga
P.S. meine Kollegin langweilt die diesjährige Staffel mit den vielen gemachten Brüsten auch.

22. März 2023

Heute Morgen, gegen halbzehn in Berlin Mitte (Wettervorhersage für den heutigen Mittwoch 17 Grad), im Durchgang der Sophie-Gips-Höfe, vor der Bäckerei, eine schlanke, junge Frau mit männlicher Begleitung. Sie trägt die dickste, imposanteste, voluminöseste, wollweiße Flokati-Fell-Jacke, die ich je gesehen habe, superlanges Fell, Muppetshow-Qualität, fast schon ein Mantel. Ich denke: schon blöd, wenn man noch nicht alle tollen Winterjacken und -mäntel ausgiebig genug getragen hat und auf einmal frühlingsartige Temperaturen daherkommen. Ich laufe auf sie zu, sehe sie nun frontal von vorne. Sie trägt das Yeti-Teil vorne offen, darunter nur ein knappes Oberteil, das gerade die Brust bedeckt, nackte Haut bis unter den Bauchnabel, bis zum tiefsitzenden Bund der Hüfthose. Sie gestikuliert eifrig, während sie zu ihrem Begleiter spricht, so kann ich ihre mega-langen, angeklebten hellblauen Fingernägel sehen. Schon ein Hingucker, die ganze Kombi. Und die Antwort auf meine Frage, wie man mit dem Dilemma umgehen könnte, dass noch auszuführende Winterkleidung im Schrank hängt: drunter ganz wenig anziehen!

22. März 2023

EMBRYO. Dino-Ei. Fadenscheiniges Frotteetuch, Aquarellpapier, Tinte, Kleber, Acryl, Karton, Blattgold, Rahmen, 87,5 x 47,5 cm, 23., 29. Januar, 3., 4., 5., 7., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 18., 19., 21., 23. Februar, 4., 5., 8., 12. März 2023, Staatl. Museen v. Gaganien

21. März 2023

Am gestrigen Montagabend gab es wieder einen kleinen Tina-Gaga-Chat, diesmal zur VOX-Sendung „First Dates Hotel“, einem auf Mallorca spielenden Dating Format mit dem Sternekoch Roland Trettl, der vormals im Tantris und im Aubergine und Witzigmanns Mallorca-Ablegerrestaurant am Herd stand, als jovialem, launigem Gastgeber. Die liebeswilligen Kandidaten treffen sich in einem Hotel, wo sie auch übernachten, manchmal sogar im selben Bett. Nach Ende der Sendung plauderten wir noch ein bißchen weiter, u. a. über Brangelina.

Gaga
Heute Abend First Dates Hotel gucken?

Tina
Bin dran, aber eher still. Arbeite noch bisschen nebenher.

Gaga
Ich blogge nebenher! Sie gerade süß: „Mit mir kann man auch Weidezaun stecken!“

Tina
Ich mag die Einrichtung der Hotelzimmer. Jessica und ihr junger Typ sehen sich ähnlich. Eine Fliesenlegerin. Cooool! Ein Actiondate, cool. Ich will auch ein Actiondate…

Gaga
Du willst mich mit deinen Bemerkungen doch nur testen, ob ich noch dran bin!

Tina
Nee… stimmt gar nicht. Ich will wirklich ein Actiondate. Unbedingt!!

Gaga
Und was wäre deine Lieblings-Action beim Date? Ich hab übrigens eine neue Lieblings-Hass-Stimme in der Werbung. Die vom neuen Jägermeister-Werbespot. Wieder so ne Bitch! So betont sonor-dirty, könnte ich treten und zuschlagen! Figur von Boris ist auch nicht meins, so auftrainiert und unbehaart…

Tina
Ich hör dort kaum hin. Aber ich kenne das mit der Stimme meiner Nachbarin… Eyleeen!!

Gaga
Witziger Vergleich mit der Stimme deiner Nachbarin… Eyleen hats auch verdient, mal jemanden zu finden.

Tina
Der Vergleich ist nicht witzig, sondern existentiell. Denn du kannst die Jägermeisterfrau schließlich einfach abschalten. Ich hab jetzt dafür tolle Ohrstöpsel und verschiedene Varianten von Noise Cancelling Kopfhörern. Trotzdem finde ich sie einfach abstoßend. ich muss ihr gesamtes Leben mitanhören.

Gaga
Bei Eyleen hätte ich von vorne gar nicht gesehen, dass sie aufgespritze Oberlippe hat, erst von der Seite…

Tina
Könnte auch fast eine Dragqueen sein.

Gaga
Ja, so extrem tunen sich manche, aber sie ist glaub ich schon Natur-Frau. Oder sagt man Bio-Frau?

Tina
Max ist ein bisschen steif, durch sie wird er etwas lockerer! Oh, ich muss die Jägermeisterfrau finden.

Gaga
Musste nur lange genug den Fernseher anlassen, die ist recht neu, die Werbung, erst seit ca. zwei, drei Tagen. Hab sie glaub ich gestern auf RTL erwischt. Das ist der Spot: „Be The Meister“ https://www.youtube.com/watch?v=lM6X5jyfgyY vielleicht erotisiert sie dich ja. Ich finde die Stimme nur unglaublich arrogant und blasiert und kalt. Herrlich, so durchgeknallte Typen wie der Indianer…. und die Woodstock-Musik dazu, echt gut gemacht.

Tina
Oh, oh. KULTURELLE ANEIGNUNG. Aber mochtest du Indianer nicht auch irgendwie?

Gaga
Haha…. you name it, dass das überhaupt ausgestrahlt wird!!!!

Tina
Aber er hat was sehr Willensstarkes und Ausdruck im Gesicht, so dass er echt wie einer aussieht.

Gaga
Ich hab die Original-Indianer mit ohne Aneignung sogar persönlich in Amerika besucht und Freundschaft geschlossen!

Tina
Ja, ich weiß. Ich habs noch irgendwie im Ohr.

Gaga
Ich mag Verrückte und Exzentriker und Paradiesvögel, so lang sie nicht rumschreien und gefährlich um sich ballern und schlagen. Zum Beispiel die total exaltierten Augenbrauen von Eyleen, fast schon wie Mr. Spock. Ich finde weder den Indianer attraktiv, noch die Augenbrauen von ihr, aber dieses Eigenwillige hat meine Sympathie.

Tina
Ja, ich denke, ich kenne schon die Tendenz.

Gaga
Huiuiui, Tuchfühlung!!!!

Tina
Huch, und die Fliesenlegerin ist erst 35, hätte sie auch eher Mitte Ende Vierzig geschätzt. Stephanie.

Gaga
Ist vielleicht auch die Mutti-Frisur, diese olle Dauerwelle. Aber schön, dass er mit 47 auf ihrer Wellenlänge ist.

Tina
Obwohl sowas auch poppig rüberkommen kann.

Gaga
Hab gar nicht mitgekriegt, wie er auf ihre Engelsflügel reagiert hat.

Tina
Yves find ich irgendwie um einiges attraktiver.

Gaga
Ist das sein Bruder? Attraktiver als wen? Das gerade war Yves. Huiuuiuiuiiui, Thorsten – its a match.

Tina
Ohhhhhr, keine Gefühle. Die sind schon sensibel, die beiden Brüder. Durch ihre Lebensgeschichte.

Gaga
Sie braucht einen schwelgerisch-emotionaleren Mann. Du hast gut aufgepasst, ich hab die Lebensgeschichte leider verpasst.

Tina
Die Mutter ist in ihren Vierzigern gestorben und die Beiden wurden zur Adoption freigegeben.

Gaga
Aber wieder: das Licht in der golden Suite ist nicht sehr romantisch… bitte Licht aus.

Tina
Vielleicht muss das so fürs TV.

Gaga
Quatsch, hab ich schon mal gesagt, die haben am Oberbeleuchter gespart. „Sie hat Haare wie eine explodierte Klobürste, aber sie steht dazu, ich finds cool.“ Na, den hats echt erwischt, krasse Aussagen. Ui, Lady in Red….

Tina
Ding ding ding ding.

Gaga
Hihi. Klong. Ommmm. Räucherstäbchenalarm!

Gaga
„Prosecco ist Friseurwasser“ aha. Aber für eine Friseurin ist die Frisur mit den seitlichen dunkelroten Kringeln nicht so der letzte Schrei.

Tina
Ich bleib jetzt noch dran.

Gaga
Ich hab für heute fertig gebloggt und geguckt evt. auch. Hab eine für mich neue Doku-Reihe in der ZDF-Mediathek entdeckt, „The True Story of…“ Ich gucke jetzt mal „The True Story of Brangelina“ https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/the-true-story-of–brad-and-angelina-sie-waren-brangelina-100.html

Tina
Uhhhhhhhhh! Cooool. Das will ich auch. Ich bin schon länger auf der Suche nach einer coolen, seichten Boulevardsendung mal wieder. Aber die üblichen Formate von vor zehn Jahren bieten irgendwie nicht wirklich viel.

Gaga
Ist ein bißchen wie eine Nachrichtensendung, die Sprecherin wie aus der Tagesschau, na ja, rauscht so durch.

Tina
Guckst du Musk oder Brangelina?

Gaga
Brangelina, First Things First! Bin schon bei der Hälfte.

Tina
Ja, aber man weiß ja alles schon. Arme Jennifer Aniston.

Gaga
Aber am Ende halt auch kein Happy End… ich fand immer, dass ein Attraktivitätsgefälle zwischen Pitt und Aniston ist…

Tina
Angelina sieht auch von den Proportionen her aus wie eine Barbie! So perfekt.

Gaga
Aber mit humanitärem Ehrgeiz, den hat Barbie eher nicht…

Tina
Darum gehts mir grade gar nicht. Ich finde es nur so krass, dass das technisch möglich ist. Auch immer die großen Brüste und die dünnen Ärmchen im schon höheren Alter. Ja, und die Brüste sind vielleicht neu aber dennoch.

Gaga
Sie hat sich doch vor zehn Jahren die Brüste amputieren lassen und künstlich mit Silicon aufbauen, weil ihre Mutter so früh an Brustkrebs starb und sie ein besonders hohes Risiko hatte, auch daran zu erkranken, auch die Eierstöcke entfernen lassen, um das Risiko zu minimieren, damit sie für die Kids möglichst lange lebt. Das ist halt das Hollywood-Biz, sich den Körper künstlich aufzubauen… nach so was. Muss eine Horror-OP gewesen sein, sie schrieb darüber, sehr schmerzhaft.

Tina
Aber nicht alles kann man so machen. Die dünnen Ärmchen sind schon an der Natur angelehnt.

Gaga
Was meinst du? Sie hat sicher eine kleine Essstörung aus ihrer Jugend mitgenommen.

Tina
Ich weiß nicht, ob Essstörungen klein sein können.

Gaga
Magst du Recht haben…

Tina
Sie hat vielleicht die tollsten Berater. Und sie würde kaputter aussehen. Sie hat auch ne tolle Haut.

Gaga
Mich fasziniert bei Brad, dass ich ihn früher komplett uninteressant fand, und er mit den Jahren so an Charakter und Ausstrahlung gewonnen hat, dass ich ihn nun richtig gern habe. Und er ist bildender Künstler, macht sehr imposante, großformatige Werke, reliefartig, sammelt Kunst, Neo Rauch…

Tina
Ich guck jetzt Adele. Über Elon hab ich schon genug gesehen.

Gaga
Ich bin bei Brangelina und geh dann schlafen. Die anderen dann an anderen Abenden…

Tina
Ja, ich muss noch etwas runterkommen.

20. März 2023

KÖNIGIN DER NACHT. Aufgetrennter, zu kleiner Sommerrock aus Baumwollkrepp, aufgetrennte, bestickte BH-Körbchen und Strumpfhaltergürtel, Messingteilchen, Spiegelsplitter, Kleber, Acryl, Gelstift, goldene Lindt-Schokoladen-Schachtelfragmente, Blattgold, goldene Teetassenhenkelscherben, gefundener, stabiler Karton, Schattenfugenrahmen, 10., 21., 29. Januar, 3., 3., 5., 7., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 18., 19., 21., 26., Februar, 4., 5., 8., 11., 12., 18. März 2023, 64,2 cm x 84,2 cm, Staatliche Museen von Gaganien. Was habt Ihr am Wochenende so vollbracht? Ich: die Königin der Nacht! Nein, stimmt ja gar nicht, sie hat sich selbst gemacht! Ich hab sie nur dabei bewacht. Die Königin der Nacht ist eine in Gaganien einheimische Baumart mit goldenen Prachtblüten, die sich stets zur Mitternacht entfalten. Wenn wieder die Sonne über die Dächer lacht, schließt sie ihre Blüten, bis zur nächsten Nacht.

20. März 2023

Noch ein paar, erst aussortiert, dann wieder reingenommen ins Album. Alle von Lydia gemacht, Freitag, 17. März, Ballhaus Berlin. Altersweisheit: Fotos von sich, die man nicht überragend findet, gewinnen häufig beim erneuten Anschauen zehn Jahre später. Reaktion dann: „Ich war doch eigentlich recht passabel, seinerzeit.“

19. März 2023

Kleine Serie von Lydia, letzten Freitag an der Wendeltreppe vom Ballhaus, in einer Pause mit dem Smartphone gemacht. Mir fällt auf, dass ich nicht eingefroren bin, was schon mal passieren kann, wenn jemand die Kamera auf mich hält. Sie hat einfach draufgehalten, ohne blöde komplizierte, irritierende Anweisungen.

19. März 2023

Ein paar Details der Location, wo der Berlin Beat Club in Nachfolge vom Rickenbacker’s jetzt zugange ist, von Lydia eingefangen. Das Ballhaus in der Chausseestr. gibts seit 1905, die opulenten Jugendstildeko-Details sind aus irgendeinem Pappmaché-artigen Zeug, aber gut gemacht. Diesmal gabs den BBC wieder in traditionellem Hippie-Outfit. Ich bin sehr fasziniert, dass individuell unterschiedliche Tanzstile trotzdem oft noch innerhalb einer Generation Ähnlichkeiten haben. Das Publikum war im Durchschnitt zwischen 49 und 69, aber auch ein paar Jüngere darunter, die sich wahrscheinlich eher zufällig dort eingefunden haben. Die jüngeren Gäste haben sich weniger armrudernd bewegt, subtiler, lässiger. Mehr rhythmische Moves in der unteren Körperhälfte, was irgendwie sexier rüberkommt, unaufgeregter. Ich beobachte das total gerne, wie verschieden Leute tanzen, und tanze auch selbst immer wieder mal. Ich bilde mir ein, bei mir wären der Ober- und der Unterkörper prozentual anteilig ungefähr gleich in Bewegung. Ich habe einen Hang zu rhythmischen Schulterbewegungen in Verbindung mit Hüftschwung, und mit dem Song korrespondierenden Handbewegungen, manchmal auch etwas exaltiert-albern und singe gerne mit. Lydia tanzt mit angewinkelten Armen, die sich im Takt auf- und ab bewegen, so auf dem Platz stehend, der ganze Körper rhythmisch auf- und ab. Wenn ich Platz um mich habe, werde ich etwas raumgreifender und fange an rumzuspinnen, bilde mir ein, ich stehe auf der Bühne und bin Mick Jagger. War am Freitag leider nicht genug Platz dafür. P.S.: Lieblingssong des Abends: „Foxy Lady“ von Jimi Hendrix <3 .

18. März 2023

Samstagabend, 22 Uhr, Rosenthaler Ecke Gipsstr., junger Mann, etwa 20, stylishe Klamotten, läuft mit Grüppchen über die Kreuzung, telefoniert mit Kumpel: „Lass mal Warschauer peilen.“ Es gibt so Redewendungen, die mir auf Anhieb zusagen. Ich weiß nur nicht, ob das nicht aufgesetzt jugendlich rüber kommt, wenn ich demnächst zu Lydia sage: „Lass mal Warschauer peilen.“ Ich glaube, so richtig funktioniert das auch nur mit bestimmten Zielorten. Möglicherweise nur mit Warschauer? Für Nicht-Berliner und alte Leute: an der U- und S-Bahn-Halte Warschauer Straße ist das RAW-Gelände in der Revaler Straße mit diversen Clubs. Das Hobby ist auch da. Aber eigentlich will ich demnächst mal ins Beate Uwe! Schillingstr., zwischen Alex und Jannowitzbrücke.

18. März 2023

Gestern Abend im Ballhaus mit Lydia! Sie hat schöne Fotos gemacht, alle von ihr. Ich war schon oft im Ballhaus in der Chausseestraße, Lydia noch nie. Es ist nicht Clärchens Ballhaus! Das ist ein anderes. Der Berlin Beat Club hat gestern wieder da gespielt und wird es noch oft tun. Gestern wars noch voller als bei der Faschingsparty neulich. Das Publikum ist gemischter als im Rickenbacker’s, ist ja auch eine ganz andere Ecke von Berlin. Mitte! Ob die Telefone gehen, weiß ich nicht, die Musik war so laut, dass man kein Freizeichen gekriegt hat, also nicht hören konnte. Ich poste später noch mehr Fotos. Die tolle Diva auf dem Foto (ist das Isabelle Adjani?) ist auf der Eingangstür zur Damentoilette!

17. März 2023

Back to Bachie. Fortsetzung des Tina-Gaga-Chats zur aktuellen Bachelor-Staffel, heute zur Folge vom letzten Mittwoch, 15. März.

Gaga
Bachie? Jetzt!

Tina
Bin dabei. Björn ist auch da, heute.

Tina
Die Kissen mit den Vierecken sind hübsch.

Gaga
Sehr schön, die Terrasse mit dem Daybed.

Tina
Dubai again.

Gaga
80 % WIR ist aber schon viel, oder? Was sie meinte, so als Ideal-Vorstellung von Gemeinsamkeit und Zeit zusammen. Er ist schon Personal Trainer-mäßig in der Lage, sich auf jemanden einzustellen und sich zuzuwenden, gute Fähigkeit.

Tina
Hi hi. Du sagst was Gutes über ihn.

Gaga
Ich bin eine sachlich-neutrale Beobachterin, so als Hobby-Psychologin. Das differenzierte Urteilsvermögen der Jungfrau!

Tina
Ich bin heute vielleicht etwas tippfaul.

Gaga
Voll ok!

Tina
Aber gespannt dabei.

Gaga
Also Yolanda, die Halbghanaerin mit der tieferen Stimme scheint noch drin zu sein, kommt wenig vor in der Sendung bislang… Ich hatte noch nie Lust, in der knalligen Sonne Alkohol zu trinken… Sind das jetzt alle Mädels, nö, oder? Da sind doch noch welche in der Villa geblieben…

Tina
Björn sagt: er ist kein kompletter Idiot.

Gaga
Hab ich auch nie behauptet, sogar ein kleiner Hobby-Philosoph. Schön mit Xenia auf dem Schiff, sie ist kein Girlie, sie macht Ansagen. Er ist halt überhaupt nicht das, was mich so erotisiert, aber ich bin schon immer froh, wenn der Bachelor ernstere Gespräche versucht, da gibts immer ein Bienchen von Gaga! Endlich ist Yolanda mal dran!

Tina
Magst du sie so, weil sie eine Prinzessin ist?

Gaga
Ich mag sie nicht besonders, ich finde, sie hat eine interessantere Ausstrahlung, hat mit Mögen nichts zu tun, sie wirkt reifer, das macht es spannender. Ich sehe gerne Frauen, die eigensinnig sind und kein Girlie-Klischee pflegen. Sie gerade, mit dem Trauma, ist mir emotional näher, ist aber so ein bißchen bedauerlich… kommt nicht so die Augenhöhe und Erotik auf. Ist gerade wie beim Therapeuten…

Tina
Ja, aber spannend zum Anschauen.

Gaga
Jedenfalls hab ich die letzten Minuten auch zugehört. Yolanda ist voll der Manager-Typ, Chef, Alpha. Sie hat ja auch ihren Fokus auf ihr Master-Studium erwähnt. Sie wäre der Mann in der Beziehung. Nicht, dass ich mich damit identifiziere, gar nicht, ich gucke da eher fasziniert hin. Die Farbe von dem Anzug und auch den Style finde ich nicht so passend für ihn, dieses Kakao-Rosa… Hätte er mit schwarzem Hemd oder schwarzem Shirt kombinieren sollen, nicht das gleichfarbige Oberteil drunter. Yolanda gerade voll die Barfrauenstimme, Tresen-Chefin im Rotlichtmilieu… Jetzt aber Colleen, die kam noch gar nicht zum Zug! Colleen, voll die beleidigte Schnute, versteh ich aber auch.

Tina
Björn über Tamara: „Hhhh… hat die Speed genommen? Was ist denn mit ihren Augen?“

Gaga
Ja? Wer ist Tamara….? Frisur? Kleid? Haarfarbe? Ach, die Blondie, die ist glaub ich so von Natur aus angeknipst.

SIE jetzt, geht ein bißchen in Richtung ladylike… Gleich das erste Problem-Gespräch, bevor es überhaupt zur Beziehung kommt… eieiei. Wie wird das dann erst, wenn da was wäre????? Das wird nix! Giovanna wird einen netten Italiener finden.

SIE fiel mir noch gar nicht auf, war die schon immer dabei? Eine etwas erwachsenere Frau, schon mal verheiratet! Aha, Alyssa.

Leyla Abramovich! Wieso ist sie nicht abgepudert????

Yolanda hat aber auch so eine dirty Seite. Wie er sagt: „Yolanda geht richtig auf Angriff!“

Meines Erachtens sind hier mindestens drei gemachte Brüste(-Paare) am Start.

Immer sehr fair, auszusteigen, bevor die Rosen verteilt werden. Bye bye, Fiona…

Bin echt kein Fan von Rosa-Braun.

Giovanna ist zu konservativ für ihn.

Oh! Colleen!

Tina
Leila Marina Abramovich

Gaga
Ich mag sie irgendwie, ganz süß.

Lisa – war klar.

Die letzte geht an Yolanda, auch klar, oder?

Tina
Ja

Gaga
Die vorletzte für Yolanda. Und nun die letzte…

Oh – hat Leyla eine Rose? Ja, Leyla hat eine!

Huiuiui… nächste Woche Nahkampf.
Na denn, bis zum nächsten Date! Gute Nacht Euch!

Tina
Gute Nacht.

16. März 2023

Ich denke, es steht Anderen mehr zu als mir, über Michel Würthle etwas zu sagen, der heute die irdischen Gefilde verlassen hat. Aber ich will doch ein paar Kleinigkeiten vermerken. Ina, die in den vergangenen Jahren aufgrund eines Buchprojektes viel mit ihm zu tun hatte, teilte mir heute am frühen Nachmittag seinen Tod mit. Ich las es jetzt erst. Nun sind schon viele Nachrufe da. Für West-Berlin war Michel, der Vater der Paris Bar in der Kantstraße, eine Ikone. Ein unglaublich gut aussehender Mann, dieser Wiener. Zum ersten mal fiel er mir 1986 ins Auge, am Maybachufer entlang flanierend, mit hellem Leinenanzug und Borsalino aus Stroh. Nicht allein, mit seiner damaligen Frau an der Seite. Eine Erscheinung! Ein paar Filmrollen hatte er auch. Wer das war, wusste ich damals aus einer Art Klatschspalte im tip, der sich damals nur mit dem überschaubaren Westberlin und den dort vorhandenen Lichtgestalten befasste.

Ich war auch im letzten Jahrhundert einige Male in der Paris Bar, aber etwas häufiger erst in den letzten zehn Jahren. Wenn Ina dabei war, ergab sich immer so ein flüchtiger Kontakt, kaum der Rede wert, der charismatische Michel war ja auch immer umringt. Ein- oder zweimal hat er mir Feuer gegeben, ungefragt, und wie er sich selbst bekannt machte, war besonders charmant. Er, dessen Vorname immer so französisch artikuliert ausgesprochen wurde: „Mischell“ hat sich selber, ganz unaffektiert und unparfümiert wienerisch vorgestellt: „I bin der Michl“. Farewell Michel, du grandiose Lichtgestalt. Du wirst nicht vergessen.

16. März 2023

MEIN STERN. (guiding star, guarding angel). Frottee-Badetuch, Fragment Aquarellpapier, blaugrüntürkise Tinte, Spiegelscherben, Klebestoff, Blattgold, Acryl, Verpackungskarton, 29. Januar, 3., 4., 5., 7., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 18., 19., 21., 26. Februar, 4.,8., 10. u. 11. März 2023, 66 cm x 97 cm, Staatliche Museen von Gaganien

15. März 2023

In meinem alten verklecksten Shirt. Seit April 2004 habe ich es zum Malen an, fast neunzehn Jahre. Schon oft gewaschen, ein paar Löcher drin und Farbe von allen Bildern der letzten zwei Jahrzehnte. War mal weiß und vorne Schrift und Federn drauf, ein Shirt, das mir eine Navajo-Frau, in deren Familien-Hogan ich schlafen durfte, zum Abschied geschenkt hat, im Frühling 2004 in Rainbow Mountain, Utah, einem Bergdorf in der Navajo Nation Reservation, wo zwischen roten Felsen wilde Mustangs leben. Frei.

15. März 2023

MEKKA. Niederegger-Marzipan-Inlay, Pannesamt, Karton, Kleber, Acryl, Spiegelscherben, Mosaiksteine, Messingbügel von kaputter Lesebrille, Blattgold, Schattenfugenrahmen, 10., 21., 29. Januar, 3., 4., 5., 7., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 18., 19., 21. Februar, 8., 10., 11. März 2023, 43,4 x 73,3 cm, Staatliche Museen von Gaganien.

14. März 2023

Service-Information für Berliner: morgen 15. bis 17. März weiträumige Absperrungen in der West City wegen des Staatsbesuchs des israelischen Staatschefs, bitte nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel, Skateboard, Roller und Fahrrad.

Des weiteren: Am 29. März begrüßen Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender King Charles und Queen Camilla mit militärischen Ehren in Berlin. Abends lädt der Bundespräsident zu Ehren des Königs zu einem Staatsbankett ins Schloss Bellevue ein. Am zweiten Tag, dem 30. März 2023 nehmen der Bundespräsident und seine königlichen Gäste Termine in Berlin und Brandenburg wahr. Am dritten Tag, 31. März, begleiten der Bundespräsident und Büdenbender ihre Gäste nach Hamburg. Bitte stellen Sie sich auch hier auf Absperrungen und Beeinträchtigungen im Individualverkehr ein. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

13. März 2023

BLAULILA ELEFANT. Mini-Frotteetuch Sixties oder Seventies, Karton. Kleber, Acryl, Blattgold, Barockrahmen, 23., 29. Januar, 3., 4., 5., 7., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 18., 19., 21., 26. Februar, 4., 8., 12. März 2023, 32,5 x 52,5 cm, Staatliche Museen von Gaganien.

Das ist von einer Reliquie inspriert, sie ist der Untergrund. Ein ganz kleines Frotteehandtuch aus meiner Kindheit in den Sechzigern und Siebzigern. Es war rosa, weiß und hellblau längs gestreift, verwaschen, verblasst, hellgrau, nicht mehr flauschig, bretthart, aber die Erinnerung an die Farben und Streifen war angenehm, so habe ich es im vorletzten Jahr beim Aufräumen eines elterlichen Küchenschranks konfisziert. Dann ein paar Wochen als Handtuch im Bad meiner Werkstatt zum Händeabtrocknen benutzt, war mir aber zu wenig flauschig. Wegschmeißen konnte ich es auch nicht. Auf Pappkarton geklebt. Und so weiter und so fort. Jetzt ist es verewigt, wenn man auch von den rosa und hellblauen Streifen gar nichts mehr erkennen kann. Ich weiß, dass sie da sind. Oder waren. Elefant ist mir als Erstes eingefallen. Sieht so elefantig aus.

12. März 2023

Super aufgeräumt. So in den letzten Zügen bei einigen Bildern wird nicht mehr herumgesaut, frickelige, kleine Feinarbeiten. Wer es nicht weiß, hält die Bilder für fertig. Aber wenn zum Beispiel der Goldton vom Rahmen nicht hundertprozentig stimmt, muss ich ran.

11. März 2023

Noch ein winterlicher, kalter Märztag. Die Sonne kämpft sich so durch, aber kriegts nicht richtig hin. Ohne Schal und Mütze vor die Tür noch undenkbar. Hab ja genug. Samstags-Programm: Waschmaschine angeworfen, anziehen, frühstücken, Wimpern tuschen, Müll runter, U 8, zu Rewe und ins Atelier. Bis nachher.

10. März 2023

Hier nun nachgereicht, der vergleichsweise kontroverse, leicht zickige Chat zwischen Tina und mir zur letzten Bachelor-Folge vom Mittwoch, 8. März, am Frauentag, die uns beide offenbar so wenig gefesselt hat, dass wir uns mehr über andere Sachen austauschten, wie was Feministinnen vom Bachelor halten, Muskel-Implantate für Männer, Stefanie-Stahl-Bücher und Barbies.

Gaga
Bei den Schnatterliesen im TV ist im Moment rein gar nix, was mich fesselt.

Tina
Genieß die Landschaft.

Gaga
Der Typ… Ohrringe, Actionfan, wohnt halb in Dubai…. lauter Sachen, die mich komplett abtörnen. Ich gehör zu den Frauen, die man mit Dubai nicht beeindrucken kann, sondern abschrecken. Leute, die sich nur für Labelklamotten und Statuskrempel interessieren und Horror-Hitze und geschmacklose nachgebaute Barock-Ausstattungen. Wenn einer auf Dubai abfährt, denke ich spontan: geistig minderbemittelt.

Tina
Sie hat „Jeder ist beziehungsfähig“ von Stefanie Stahl gelesen.

Gaga
Ist wohl in Mode, die Lektüre. Mein Neffe hats auch gelesen.

Tina
Ich fahre auf Dubai ab. Auch das.

Gaga
Verarschst du mich?

Tina
Nein. ich mags einfach bullig warm. Das ist voll mein Ding. War sogar schon mal da.

Gaga
Bullig schwül, bäh, fühlt sich an wie fiebrige Grippe für mich. Und diese Unkultur. Eklig.

Tina
Na ja auch so steinige, karge Landschaften gefallen mir, bin Steinbock. Es gibt da doch noch mehr, als immer so nach außen schnell gezeigt wird.

Gaga
Ich hab noch nie steinige, karge Landschaftsaufnahmen aus Dubai gesehen, Stausee, bling bling, bling bling, Wüste, Kamel, Rolex.

Tina
Ach Gaga.

Gaga
interessiert mich alles NULL. Wenn ich eine Reise dahin gewinne, schenk ich sie dir.

Tina
Das Leben und die Welt ist nun mal leider nicht nur für dich gemacht. Ich nehme sie gern.

Gaga
Und auch ganz tolle politische Verhältnisse dort. A-sozial.

Tina
Aber Moment mal, waren die nicht letzte Woche in Mexiko. Bin ganz verwirrt.

Gaga
Ist die Sendung jetzt woanders? Sieht immer noch aus wie Mexico.

Tina
Ach so, die haben nur über Dubai geredet. Es wird nicht da gedreht.

Gaga
Der mit dem Dutt, dieser Bachelor, der hält sich da im Blingbling-Staate auf, Stuttgart und Dubai, daher. Mexico finde ich bei weitem attraktiver als Dubai, sieht auch ganz anders aus, zumindest im TV.

Tina
Der Bling Bling Bachelor.

Gaga
Nee, er ist ja nicht mal bling bling, er ist optisch so pseudo-woke und hip, aber eigentlich recht schlicht gestrickt…

Tina
Ich gebe dir recht, dass das Niveau von mal zu mal abnimmt. Gefühlt.

Gaga
Aber er sucht die Kontakte in die bling bling-Welt. Wahrscheinlich so als Personal Trainer… wenn er das mit Carmen Geiss veranstalten würde, fänds ich schon wieder witzig und würde es mir SOGAR in Verbindung mit Dubai angucken :-)

Tina
Ich muss später nachgucken, was Feministinnen zum Bachelor zu sagen haben.

Gaga
Ich glaube, es gibt nicht (mehr) DIE Feministinnen, sondern so viele Strömungen, Dogmen und Unterströmungen, dass die sich untereinaner auch nicht einig sind. Die einen werdens gucken, so „ironisch“ gemeint, die anderen verteufeln. Schätze ich mal. Gibt auf jeden Fall auf twitter immer einen Strang zu jeder Sendung, aber länger nicht danach geguckt. Twitter wird jetzt ja auch von vielen Woken boykottiert, wegen Elon Musk.

Tina
Wie haben sie die Emma in dieser Satire Show knackig umbenannt: „Omma“ 😄

Gaga
Ja, Alice ist unten durch bei den jungen Feministinnen, die hat da nix mehr zu melden, wird gebasht! Sie hat halt manchmal recht eigene Ansichten, das ist nicht erwünscht, immer schön mit der Suppe mitschwimmen. Nicht, dass ich ihre Ansichten immer teile, aber ich finde diese Schulmeisterei irgendwie spießig. Also von den Kids Richtung Alice.

Tina
Mmh, na ja das war nach dem Manifest für den Frieden und weil sie es dort nicht hinbekommen hat, das Mikro richtigrum zu halten. Das war schon leichte Comedy.

Gaga
Hab ich gar nicht verfolgt, was da abgegangen ist, nur mitbekommen, dass sie zur Demo aufrief mit der Dings… Sahra… usw. Aber das ist doch kindisch, jemanden aufzuziehen, der ein Mikro falsch hält, Kindergarten! Wie jemanden auslachen, weil er ausrutscht. Hat für mich Clown-im-Zirkus-Qualität. Ich mochte Clowns nie, hab mich als Kind geschämt, dass ich den „Humor“ nicht verstanden habe, warum man lachen soll, wenn jemand ungeschickt ist und hinfällt oder stolpert. Alle anderen haben gelacht, ich hab mich ganz schlecht gefühlt. Jetzt kommt der romantische Teil beim Bachie-Date.

Tina
Das war doch in einer Satireshow, die suchen die ganz Zeit nach lustigen Fehltritten. Du bist heut gegen alles und jeden. Ich lache auch über mich selbst, wenn ich ungeschickt bin, und das sehr oft!! Kein Ding.

Gaga
Das ist was ganz Anderes.

Tina
Aber Satire finde ich gerade in diesen harten Zeiten unglaublich erfrischend!

Gaga
Schadenfreude ist prollig. Satire und Schadenfreude sind nicht dasselbe.

Tina
Gestern hast du dich noch über die innere Gouvernante der anderen beschwert und heute holst du deine hervor. Ich muss jetzt gucken, worüber die beiden reden.

Gaga
Das Eine erfordert Grips, das Andere lediglich ein sehr schlichtes Gemüt. Und ein wenig Niedertracht.

Tina
Im Satireformat kam ja dann zum Mikro noch einiges andere dazu.

Gaga
Ich schulmeistere die schlichten Gemüter ja nicht, sondern ich erzähle es dir und halte mich von solchen Gestalten einfach fern.

Tina
Mmh mhh. Aber du hast das Gesamtstück von dem ich sprach nicht gesehen. Also solltest du es nicht verurteilen.

Gaga
Und ich bin abgehärtet vom U8-Fahren :-) Da wäre ich schon tot, wenn ich schulmeistern würde! Mausetot. Das ist ne andere Liga.

Tina
Dort sollten mal welche versuchen, clowneske Witze zu machen.

Gaga
Es interessiert mich einfach nicht genug, was Wagenknecht, Alice und die ganze Szene da, so über Antikriegs-Demo hinaus, durchhecheln. Antikriegs-Demo, gerne, super, aber der Rest…. gähn. Ich schaffs gerade auch nicht, das Geplapper der Mädels zu verfolgen, also rein interessemäßig…. so wenig Charisma in der Truppe… Es fehlen ein bißchen die Exzentrikerinnen, die interessieren könnten. Recht lau. Sind die vielleicht jünger als in früheren Staffeln? Wenig erlebt, wenig zu sagen?

Tina
Für mich ist das seichte Niveau dabei nicht all zu störend.

Gaga
Der Bachelor und die Grundschulklasse oder so…. kreisch, quiek, Ausflug ins Freibad…

Tina
Ich will mir das Kreischen aber gerade abgucken.

Gaga
Die Halb-Ghanaerin würde ich gerne mehr sehen, die hat Bitch-Potenzial, so eine gewisse Härte, die mit der tieferen Stimme.

Tina
Bitch-Potential :-)

Gaga
Sie sieht auch recht ERFAHREN aus! Auf jeden Fall hab ich schon mal was gelernt: dass „es hat gevibed“ so eine Modefloskel zu sein scheint. Die haben auch dauernd so Freizeit-Schlaffi-Anziehsachen an, gar keine schicken Partykleider! Wir sind hier doch nicht im Home Office!

Tina
Freizeit Schlaffi im Office wird immer besser akzeptiert. Kannste jetzt im Office tragen, heißt es. Oder … warum nicht mal am Casual Friday im Badeoutfit erscheinen.

Gaga
Ich weiß, ich sehe es ja…. den Verfall der Sitten! (also bei mir im Büro). Ich schau mir lieber die Mädchen im Badeanzug an, als ihn in der Badehose. Finde seinen Körper wie so ein Plastik-Barbie-Ken in dunkel.

Tina
Könnnen sich Männer so was auch operieren lassen?

Gaga
Ja. Silicon. Aber bei ihm vermutlich antrainiert, als Trainer, hey.
https://www.kanesthetic.de/muskelimplantate-maenner/
Früher hat man wohl statt viben von „auf einer Wellenlänge sein“ gesprochen, aber bei viben schwingt noch so was Körperlicheres mit. Insofern schwer mit einem Wort von früher zu übersetzen.

Tina
Toll, lass ich mir operieren!

Gaga
Wird sich aber nicht wie echte Muskeln anfühlen und verhalten, nur als kleine Vorwarnung :-)

Tina
Umso besser. Mmh, Batida.

Gaga
Du dann so muskelbepackt im Sommer auf der Straße, fragt dich einer, ob du ihm hilfst, seine zwei Bierkästen zu tragen, du: ööhh… ähhh…

Tina
Komm wir lassen uns mal ein superlustiges, alternatives Product Placement einfallen. Das Lustigste gewinnt.

Gaga
Muskeln und Kreischen, interessante Kombi! Product-Placement passend zu Zielgruppe: Fanta und Alete. Lecker Breichen. Limo. Zuckerwatte. Brausepulver. ODER: Barbi und Ken als Bachelorette und Bachelor! Die ganze Serie, im Dutzend billiger, alle bisherigen Bachelor und Bacheloretten als Barbie nachgemacht, geht doch mit dem 3D-Scan ganz flott. Und dann so kleine, biegsame Rosen in die Hand…. süüüüß! Und eine kleine Barbie-Bachie-Villa in Mexico fürs Kinderzimmer.

Tina
Mmh, ich bin für glitzernde Handyhüllen. Und ha .. jetzt kommts! BÜCHER!

Gaga
Lass mich raten: von STEFANIE STAHL???? ALLE Bücher von Stefanie Stahl kaufen, gibt eine glitzernde Handyhülle mit Konterfei vom aktuellen Bachelor gratis drauf! Und den Barbie-Bachelor auch noch dazu, mit Röschen.

Tina
Mmh, deins ist aber besser. Ich wünsch mir das jetzt. Vor allem hat der bling bling Bachie den original Body, den so ein Ken braucht.

Gaga
Wir können den ganzen Merch ja auf die kommenden Staffeln verteilen, damits nicht langweilig wird, dann gibts mein Set und deins abwechselnd oder so. Ich will wissen, was mit der Ghanaerin ist! Halb-Ghanaerin.

Tina
Ah, die eine hat bei Schokoladeneis gelacht. Wir brauchen noch was Essbares! EDLE TROPFEN IN NUSS.

Gaga
Nein, das sind MEINE, nicht dem Bachelor seine!!!!!! Der kann von mir aus die ollen Lindt-Kugeln haben, wo immer eine mit geschürzten Lippen auf einem Sessel sitzt und dann so übertrieben langsam an der Schokokugel herumschlabbert…. soooooooooooo lasziv, sooooooo gar nicht zweideutig, um nicht zu sagen dreideutig.

Tina
Kenne ich alles nicht.

Gaga
Ich finds porno, also mir too much, zu platt, kann gar nicht hingucken! Kommentiert B. auch, während der Bachie bei dir läuft? Also so ins Wohnzimmer hinein? :-) Seine fachliche Einschätzung täte mich auch interessieren, also was er vom Bachie denkt und ob eine Frau dabei ist, die er ganz ok findet, oder eine, die extra blöd findet….? Hast du zum Frauentag eine rote Rose bekommen?

Tina
Er findet es generell eher ätzend.

Gaga
Also zeigt er sich tolerant! :-)

Tina
Und nein, keine Rose, er hat mich beglückwünscht. War ja erst Valentinstag. Ja, er muss es manchmal gucken. Aber gerade ist er nicht hier. Ich bestimme eh das Programm und was wir machen und so. Er ist froh, wenn jemand den Ton angibt.

Gaga
Süß, beglückwünschen ist aber charmant, ich beglückwünsche Dich auch, dass du ein Mädchen geworden bist! Ich mich auch! :-)

Tina
Mmh. Das sehe ich nun aber anders. Ich habe heute einen alten männlichen Exfreund zum Frauentag beglückwünscht.

Gaga
Du hättest dich empört abwenden können und ihn schulmeistern: „ich wäre viel lieber ein MANN, menno!!!!!!“

Tina
Das wäre ich auch nich unbedingt lieber. Vielleicht wäre ich was anderes

Gaga
Der Exfreund hat aber auch allen Grund, glücklich zu sein, dass er ALS MANN am Frauentag auch frei hat! Ein Regenwurm? Ein Schmetterling? Eine Giraffe? Transgender?

Tina
Heute habe ich darüber nachgedacht, ob es eigentlich auch irgendwie kulturelle Aneignung ist, wenn man sein Geschlecht ändert oder wenn man sich als Drag Queen kleidet.

Gaga
Hihi, das ist ein W E I T E S Feld und es wird nicht kleiner! Eher im Gegenteil.

Tina
Und vorhin hab ich mich ertappt gefühlt, weil ich mit B. immer über black and white lache. Also letztens hatte er Hanuta black and white dabei als Beispiel.

Gaga
Sollte mich wundern, wenn das nicht auch schon heiß diskutiert würde, überall, wo noch diskutiert wird. Also jetzt nicht in Kriegsgebieten oder so, da wo eigentlich Friede, Freude, Eierkuchen ist, so im Großen und Ganzen.

Tina
jetzt höre ich aber für immer auf damit.

Gaga
Ist das erlaubt????????? Hanuta black and white so zu nennen? Oder ist das eine alte Produktionsauflage, schau mal aufs Verfallsdatum! Nicht, dass es Bauchschmerzen gibt, von dem alten black and white-Hanuta! :-)

Tina
Nein, das war frisch.

Gaga
Hab mich vorhin amüsiert, dass der (dunkelhäutige!) US-Comedian Chris Rock sich über Frau Harkle lustig gemacht hat, die ja nun in der Tombola doch eine recht helle Hautfarbe gewonnen hat.

https://www.n-tv.de/leute/Chris-Rock-laestert-ueber-Herzogin-Meghan-article23966385.html

Ich werde mich nun ganz langsam bettfertig machen, um morgen etwas jünger und frischer zu wirken :-)

Tina
Ich auch, morgen kommen hier Handwerker.

Gaga
Was machen die Handwerker?

Tina
Die kommen wegen der bald statt findenden Strangsanierung.

Gaga
Ah! Strangsanierung. Hab gelesen: STAATSSANIERUNG!

Tina
Huu, du willst heut viel wissen.

Gaga
Ja!

Tina
Nun gut, ich muss mal runterfahren.

Gaga
So, ich halte dich nicht mehr vom Schlafengehen ab, träum schön!

Tina
Ja, schlaf du auch gut! 🌜

09. März 2023

Irgendjemand Interesse an meinem letzten Bachelor-Chat mit Tina? Copypasten geht ja schnell, aber ich formatiere ja immer noch hingebungsvoll und radiere gewisse SEHR persönliche Passagen aus. Aber auch nicht zu viele. Also…? 🙂 Wenn nicht, dann nicht.

09. März 2023

Auch eine interessante Variante von „Nachdenken“: bei GNTM sagt die österreichisch stämmige Kandidatin mit dem aufgespritzen Schmollmund nach Heidi-Kritik: „ich denke, ich denke zuviel nach! Das ist mein Problem.“ So so. Interessante Selbst-Einschätzung. Kann sogar stimmen! Guter Walk bedeutet nicht, vorher superviel darüber nachgedacht haben, sondern: es im Blut haben. Womöglich doch eine gute Selbst-Einschätzung.

09. März 2023

Ich kehre natürlich auch Dinge unter den Teppich. OHNE im Sonnenzeichen Fische geboren zu sein. Jungfrauen können das auch. ALLE können das und machen es. Ganz normal, legitim und sogar wünschenswert. Wo wären wir denn, wenn Jeder Alles öffentlich breitträte, was auch noch Andere betrifft, und wovon wir keine General-Erlaubnis besitzen, darüber öffentlich zu befinden und zu schwadronieren. So what. Heute hatte ich eine interessante Begegnung, über die ich aus Datenschutzgründen nichts veröffentlichen werde. Schade eigentlich! Hätte sicher die eine oder andere Reaktion als Kommentar. Aber ich teilte es nur mit einer Freundin im virtuellen Backstage. Und so haben wir alle unsere Geheimnisse, die einen nicht zu geringen Teil unseres Lebens ausmachen :-) Aber letztlich: das allzu Transparente wird auch schnell langweilig. Aber wie sehr kann uns das Unwägbare fesseln. Ich war schon immer eine Freundin einer gewissen Unwägbarkeit in emotional aufregenden Aspekten. Nur bei meinen Einkünften und meinem Dach überm Kopf habe ich es gerne sicher und zuverlässig…. aber sonst… so ein bißchen Unsicherheit duftet auch nach Abenteuer und flüstert „Alles auf Anfang“. Ich mag das.

09. März 2023

Aber Eines ist gesetzt: wir sind im Zeichen Fische und das sind (unter AndereN) Meister*innen des Pokerfaces und des (tatsächlich arglos) Unter-den-Teppich-Kehrens von gewissen Sachverhalten. Beobachte ich gerade leicht amüsiert (aber auch nachdenklich) anhand einer gewissen Nativität. „Nativität“ ist Astrologen-Sprech, nicht wundern – habe ich noch von früher intus, als ich mich SEHR damit befasste (bis zur High end-Professionalität) 🙂 Ich mag Fische ja, immer ein Draht da. Aber dieser Aspekt ist doch…. würdig und relevant, reflektiert zu werden.

07. März 2023

GOLDFISCH. Baby Comp. Frotteetuch, dekonstruierter Luxus-Slip, Museums-Postkarte mit islamischem Mosaik, Pralinenschachtel-Inlay-Fragmente (Edle Geburtstags-Tropfen in Nuss 2022 von Lydia) Kleber, Acryl, Blattgold, Verpackungskarton, Barockrahmen, 29. Januar, 3., 4., 5., 7., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 18., 19., 21. Feb., 4. März 2023, 87,5 x 47,5 cm, Staatl. Museen von Gaganien.

Mein Goldfisch! Ich widme das Prachtexemplar allen meinen im Zeichen Fische geborenen Freunden! Wie zum Beispiel dem Geburtstagskind von heute, Duke. Warum da Baby Comp steht, erklärt sich so: vor ungefähr fünfzehn Jahren wollte ich mal das Verhütungsmittel Baby Comp ausprobieren. Ein Computer mit einem Temperatur-Mess-Sensor, den man neben das Bett stellen sollte und jeden Tag nach dem Aufwachen zur selben Zeit die Körpertemperatur messen, indem man die Zunge auf den Sensor legte. Dann sollte nach einer Weile ein Lernprozess bei dem Computer stattfinden, der dazu führt, dass er zuverlässig anzeigen kann, wann die fruchtbaren Tage sind. Das bedeutete, dass man das Gerät, ungefähr so groß wie eine kleine Herdplatte, mit Strom versorgen musste und eben neben das Bett stellen sollte. Mit der Lieferung kam als Werbe-Gratisgeschenk ein weißes Frotteetuch mit eingewebtem Relief „Baby Comp“. Sehr flauschig. Nach ein paar Wochen – ich war schon leicht genervt von diesem täglichen Temperaturmessen – bezog ich das Bett mal wieder frisch. Das Ding stand auf dem Teppich neben dem Bett. Als ich den Rahmen von meinem Ikea-Sultan-Bett anhob, um das Spannbetttuch über die Ecken zu ziehen, und den Rahmen wieder losließ, machte es „kracks“. Ich hatte den Baby Comp-Verhütungscomputer getötet. Ein Gefühl der Erleichterung machte sich breit! Nie mehr blöde Temperaturmessungen nach Uhrzeit machen! Es war eine Befreiung. Ich hatte zu dem Zeitpunkt sowieso nicht viel zu verhüten, war ohnehin Quatsch. Das flauschige Frotteetuch habe ich noch lange benutzt, nach dem Duschen als Turban um den Kopf gewickelt. Mit der Zeit wurde aus dem weißen Frotteetuch ein hellgraues Frotteetuch. Neulich beim Ausmisten fiel mir auf, dass ich es ewig nicht benutzt hatte und daher auch anders verwenden könnte. Zum Beispiel als Malunterlage auf Pappkarton. So geschehen. Es wollte in Verbindung mit einem ausrangierten Slip, einem Luxus-Teil, und Krimskrams, mein Goldfisch werden. Voilà!

06. März 2023

KAISERFISCH. Pomacanthus imperator. Laserprint-Schnipsel von Schumacher-Onlineshop-Tapetenmuster „Carmel Coastline“ von Trina Turk und Türkis- u. Blau-Segmente von Gaga Nielsen-Bild „Julimond“, Spiegelscherbe, Kleber, Acryl, Blattgold, Leinwand, Schattenfuge, 3., 4., 5., 7., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 18., 19., 21. Feb., 4. März 2023, 33,5 x 44,5 cm, Staatl. Museen von Gaganien.

Der stolze Imperator-Kaiserfisch schwimmt rechts hinten versteckt durch die rhizomatösen Wasserpflanzen durch. Wo das Gold ist…

05. März 2023

Vorhin, 16:15 Uhr. Bin noch im Hellen wieder heimgefahren. Mir war so. Ein paar fertige Bilder fotografiert, bißchen Blattgold verteilt, kleiner Imbiss, Haselnussbrand, zurück nach Mitte. Keine weiteren Vorkommnisse. Gestern Nachmittag hatte in der U-Bahn ein leicht torkelnder Herr, der aussah wie Aladdin mit in allen Richtungen abstehenen Haaren, den Spruch: „Abrakadabra – Münzgeld zu mir“ und kam mir ein bißchen arg nah. Ich zog es vor, nicht zu reagieren, er hatte so einen Vibe an sich, als ob er einen in endlosen Palaver verwickelt und dabei antatscht. Aber das Abrakadabra hat mir eigentlich ganz gut gefallen, so als Variante.

05. März 2023

Megáli ékrixi. Μεγάλη έκρηξη. Zertrümmerte Spiegelkachel, Acryl, Kleber, Aluminium, Blattgold, Leinwand. 20 cm x 20 cm x 4 cm, 13., 15., 16., 18. und 19. Februar 2023, Staatliche Museen v. Gaganien. Gaga Nielsen weiß, wo der Hammer hängt! Megáli ékrixi ist Griechisch und heißt Urknall. Ich war sehr angetan von meinem Hammerschlag, der gar nicht so gezielt war, wie das Ergebnis aussieht. Ist vielleicht auch eine Sonne, auf jeden Fall ein hochdynamisches kosmisches Geschehen! Die kleine, schicke 3D-Leinwand ist vom Euro-Shop, Preis 1,10 €. Das Ergebnis sieht meines Erachtens mindestens nach 1,20 € aus. Schönen Sonntag!

03. März 2023

Berliner sind hilfsbereit! Heute wieder erlebt. Mit schwerem Gepäck, nämlich neben meiner um den Hals gehängten Umhängetasche, einem recht großen, flachen, aber ersichtlich schweren Karton (mit vier gewichtigen Bilderrahmen) in der einen Hand, in der anderen einen großen Bilderrahmen, unterwegs in öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich rangiere und jongliere dann immer mit viel Bedacht, um mit niemanden zu kollidieren, nicht unnötig Platz wegzunehmen. Freundliches Platzmachen in der U 9 von Zoo bis Bundesplatz, Mit-Trage-Angebot einer ca. 23-jährigen Mitfahrerin beim Aussteigen am Bundesplatz.

Nächstes Angebot oben am S-Bahnsteig von einem älteren Herrn: „Soll ich tragen helfen?“ – ich: „Nein danke, ich habe vorher geübt, aber VIELEN DANK für das nette Angebot! :-) Aufmunterntes Lächeln beim Rangieren Richtung S-Bahn-Ausgang von Herrn, der mir zuvorkommend auf den Türöffnungs-Knopf drückt. Wer sagt, Berliner sind nicht freundlich? Hat mich heute direkt an meinen allerersten Tag in Berlin erinnert, den 2. April 1986. So viel Freundlichkeit. Ich habe Berlin heute wieder so richtig ins Herz geschlossen.

Auch witzig irgendwie, später bei Netto. Ich kaufte ein, war an der Kasse gerade dran, hörte mit, dass eine Kundin, die allerdings Hausverbot hatte, in einen Palaver verwickelt war, weil sie wohl schon mehrfach durch Aneignungen aus dem Warensortiment auffiel. Sie stellte sich aber dumm, als wüsste sie von nichts. Eine andere Kundin meinte, sie in Schutz nehmen zu müssen, woraufhin die Netto-Fachkraft sie darüber aufklärte, dass es schon seine Gründe hätte, warum die junge Frau Hausverbot hat. Ihr Einkaufsmodell ist wohl, durch die Gänge zu laufen, verschiedene Lebensmittel zu konsumieren und an der Kasse eine winzige Kleinigkeit aufs Band zwecks Bezahlung zu legen. Mir tat eigentlich mehr die Netto-Fachkraft leid, die sich rechtfertigen sollte, warum sie das Hausrecht durchzusetzen versucht. Aber ich hielt mich komplett raus, packte nur mein Zeug ein.

Dann raus, zur Rolltreppe nach unten. Auf der Rolltreppe seh ich aus dem Augenwinkel, dass mich die junge Frau mit dem speziellen Einkaufsmodell von oben anschaut und geradezu anstrahlt. Ich konnte nicht anders, als zurückzulächeln, obwohl ich ihr Verhalten nicht richtig super finde. Irgendwie war heute ein besonderer Vibe in der Luft. Einfach nett.

03. März 2023

Nachdenklich stimmende Zufallsentdeckung beim Zitate-Stöbern:

„Manches Menschen Lebensrechnung stimmte nicht, weil er sich selbst als eine Größe einsetzte, die er nicht war.“
Peter Sirius (1858 – 1913), eigentlich Otto Kimmig, deutscher Gymnasialprofessor, Dichter und Aphoristiker

02. März 2023

Countdown Wochenende. Ich finde es immer noch saukalt. Bin wirklich empfindlicher als andere, was Kälte angeht. Schlägt mir auf die Stimmung, wenn eine Heizung unzulänglich arbeitet. Dann nehme ich mir auch schon mal den Mantel in eine Besprechung und ziehe ihn an. Vorsorglich. Das ist Verantwortungsbewusstsein für die Aufrechterhaltung meiner nicht zu geringen Leistungsfähigkeit. Seit Monaten mit langen Unterhosen unterwegs, die handelsüblich als leggins bezeichnet werden. Aber auch zuhause immer zwei Schichten. Hat die Heizung früher mehr gewärmt oder bin ich noch empfindlicher geworden? Alterserscheinung? Wobei – ich war auch schon vor zehn Jahren zimperlicher als manche Kollegen, was das angeht. Und in Hotels hat mir auch nie eine Bettdecke gereicht, außer im tropisch temperierten Hochsommer. Es ist, wie es ist. Anderseits bin ich auch empfindlicher, was hohe Außentemperaturen angeht, mit Zwanzig und noch Dreißig aus freien Stücken in der brennenden Mittagssonne gebadet, jetzt hört die Wohlfühltemperatur bei 27 Grad auf. Wenn mir einer eine Reise nach Dubai schenken würde, wäre mein erster Gedanke, an wen ich das weiterverschenke, oder ob es sich umtauschen lässt. Die Bling-Bling-Kultur dort interessiert mich schon sowieso nicht, aber die Temperaturen, die mich in klimatisierte Hotelzimmer zwingen würden. Ein Albtraum. Oder andere tropisch feuchte Gegenden. Nicht geschenkt. Hat aber viel mit Luftfeuchtigkeit bei mir zu tun, die ich ab einer gewissen Höhe sehr unangenehm finde. Sehr warm und trocken geht gerade noch so. Ich bin stundenlang in Arizona durch Wüstengegenden gelaufen, war auch recht warm zum Teil, aber ich mochte die Luft.

02. März 2023

Für Fans des gehobenen Tratsches: mein gestriger abendlicher Chat vom 1. März 2023 mit Tina, ein privates Begleitprogramm zur Auftaktfolge der neuen Bachelor-Staffel, Mädels unter sich. Falls das überhaupt irgendwer liest: viel Vergnügen!

Tina
Wir haben heute Abend was vorhhor! Heute startet der Bäbschelor!

Gaga
Tatsächlich, ich schalte zu, obwohl der Bachelor rein äußerlich am allerwenigsten von allen bisher meinem Geschmack entspricht, aber ich freu mich auf die Mädels im Autoheck.

Tina
Cool. Ich hab einen kleinen Kater, da ist das genau das Richtige.

Gaga
Und auf die Villa oder beide Villen, gibt ja immer die Mädelsvilla und die vom Bachie. Bin am Start.

Tina
Me too.

Gaga
Body mir schon mal zu aufgepumpt. Also seiner.

Tina
Oh Mann, diese Gen Z ängstigt mich manchmal. Damit meine ich den Hirninhalt dieser Frauen.

Gaga
Das ist der Teil der Generation, der UNBEDINGT ins TV will. Nicht vergessen.

Tina
Er sieht aus wie ein Dschinn

Gaga
Es gibt auch nicht kamerageile Steuerfachgehilfinnen, die ganz anders drauf sind. Was ist ein Dschinn?

Tina
Ob er Wünsche erfüllen kann?

Gaga
Ach so.

Tina
Alyssa, 35. Ich könnte fast noch mitmachen.

Gaga
Aus FRRanken.

Tina
Scheint etwas reflektierter.

Gaga
Klar, wenn du dich beim Casting nicht zu intellektuell präsentierst, herzlich willkommen!

Tina
Als Besserwisserin rüberzukommen, wird mir leider manchmal auch schon vorgeworfen. Aber ich gebe mich dennoch nicht dümmer. „Du tust immer so schlau“. Aber er ist ein schöner Mann. Hat Ausstrahlung.

Gaga
Oh… das mit der Schwester… rührend, wie er darüber spricht.

Tina
Er hat mehr Herz als der letzte, dieser Christian Lindner. Er ist „Content Creator“.

Gaga
Das sagen die, die finden, dass „Influencer“ verbrannt ist.

Tina
Nee nee.

Gaga
Sondern?

Tina
Das ist, was ich auch mache. Ist ein weites Feld.

Gaga
Ok, gibt aber auch Influencer, die nur bei Insta und tiktok rummachen und sich so nennen, ohne viel Text abzuliefern.

Tina
Aber im Grunde bist du im Auftrag für jemanden unterwegs.

Gaga
Ja.

Tina
Du kannst auch Grafiken erstellen. Oder ganze Kampagnen.

Gaga
Obwohl – auch im eigenen (Auftrag)… ist ein wischiwaschi-Begriff für Alles und Nichts.

Tina
Aber es wird richtig gesucht, ob du es glaubst oder nicht.

Gaga
Befindlichkeitsblogger wie ich sind auch Content Creator, nennen sich nur seltener so, weil albern prätentiös.

Tina
Kann aber bald mal platzen die Blase.

Gaga
Puff….!!!!

Tina
Leyla ähnelt schon fast Marina Abramovich. Die Lady davor.

Gaga
Witziger Vergleich!

Gaga
Die Damen sind von der Stimmlage alle unheimlich angeknipst, außer die Halb-Ghanaerin. Aber alle sehr extrovertiert…

Tina
Ob gelegentliches Rumkreischen eigentlich Pflicht ist, wenn man da mitmacht?

Gaga
Kreischen, ja, wirkt wohl irgendwie lebhaft, damit der Zuschauer nicht einpennt. Wie ein Wecker quasi.

Tina
Das ist, was ich am Frau sein nicht mag. Ich hatte schon manchmal im Leben das Gefühl, dass von mir eine gewisse frauliche Affektiertheit verlangt wird, die ich nur leider nie geben konnte.

Gaga
Stimme zu, geht mir ähnlich. So das betont Süße-Freche-Kesse. Der Lolitakram eben.

Tina
Oder auch das Hilflose.

Gaga
Bewundernder Augenaufschlag von unten nach oben zum König der Schöpfung.

Gaga
Ja, das Hilflose, da gibt es einen ganzen Song drüber von Hildegard Knef, großes Kino. „Ich hab keine rehbraunen Augen, und schließ sie auch nur wenn ich schlaf“.

Tina
Oh, das muss ich recherchieren.

Gaga
https://www.youtube.com/watch?v=fgsidgt2_5c
Korrigiere: ich hab keine SAMTbraunen Augen. Super Song.

Tina
Ja, toll! Hatte ich aber doch schon gehört.

Gaga
Mir fällt gerade auf, es sind nie Frauen mit Kurzhaarfrisuren oder halblang dabei. Immer Mähne.

Tina
Doch manchmal schon, dachte ich. Früher. Ich finde seine Frisur auch nicht sehr vorteilhaft. Ohne seinen Zopf könnte er besser aussehen.

Gaga
Alanis Morrissette ist auch dabei. Aus Potsdam.

Tina
Ja. Aber scheint nicht so ne Kreischerin zu sein, vom Gefühl her.

Gaga
Ja. Wirkt reifer, komplexer. Die beiden sind connected.

Tina
Stimmt.

Gaga
Könnte ein Match sein. Auf Augenhöhe, die beiden.

Tina
Wow-Moment.

Gaga
Er hat sie auch anders angeschaut, konzentrierter, ernster. Jetzt aber Schnelldurchlauf. Die hübsche Blonde mit dem Kind, Jana, wirkt auch etwas reifer. Na ja – hat ein Kind.

Tina
Aber sie ist schon wirklich Topmodell.

Gaga
Sie hat was Verfeinertes von der Art her. Was mich wundert bei ihm ist, dass er eher einen bayrischen/Münchner Akzent hat, wie er spricht, gar nicht wie die Stuttgarter klingen.

Tina
Sehe ich anders. Für mich klingt er schwäbisch.

Gaga
Hatte allerdings auch noch nie länger oder enger mit Stuttgartern zu tun. Kenn ich eigentlich nur aus dem TV.

Gaga
Bizarr, die 26-jährige Leyla „Abramovic“ sieht der 76-jährigen Marina Abramovic so ähnlich, weil sie an denselben Stellen, vor allem den Lippen, Unterspritzungen hat. Sie sehen beide „gemacht“ aus, irgendwie fast gleichaltrig…. uhhhh. Der Getränke-Sponsor muss diesmal irgendein Rosé-Hersteller sein. Es gab noch gar kein Batida de Coco aber viel Rosé in den Gläsern! Ist dir bekannt, ob es auch Fälle gibt, wo Frauen Männern k.o.-Tropfen in den Drink kippen? Ich komme darauf, weil der Bachelor auch immer sein Glas in der Hand behält, wenn er tanzt. Oder ist einfach so ein gespiegeltes Verhalten, weil man es immer bei den anderen sieht? Ich vermute es. „To mirror someone“… was auch bei angehenden Paaren zu beobachten ist. Und wohl auch Gewohnheit. Ich hätte immer Bedenken, das Getränk zu verschütten….

Tina
Nee ist mir so nicht bekannt. Aber gibt es sicher alles. Fahre nun schön runter.

Gaga
Am Ende doch eine Batida-Sponsor-Ansage… warum die jetzt immer in Mexico sind? Ich fände es apart, wenn die Länder wechseln würden. Mal eine Villa in Hollywood oder in Südfrankreich wäre doch auch charmant! Aber wohl teurer.

Tina
Vielleicht ist es dort halt einfach supergünstig. Und vielleicht haben die dann gleich Rahmenverträge.

Gaga
Ich schalte auch ab, danke für Deine Gesellschaft, liebe Tina und gute Nacht!

Tina
Schlaf gut.

02. März 2023

Juhu, ich habs geschafft, den Legionellen-Beprober nicht zu verschlafen. Obwohl ich die beiden auf kurz vor Sechs gestellten Wecker überhört oder ignoriert habe. Um Halbsieben aus einem Traum hochgeschreckt. War nicht direkt ein Albtraum, eher verwunderlich. Der Beprober war für 7 bis 8 Uhr angekündigt. 30 Minuten davor schoss es mir in den Kopf, dass er kommt. Aus dem Bett zum Bad gestürmt, Klo, Zähneputzen, Dusche, Kaffeewasser aufgesetzt, Haare geföhnt, Wimpern getuscht, puh. Klingeling, superpünktlich, um 7:02 stand er vor meiner Tür. Hatte mich gerade vollständig angezogen. Das war knapp!

Ging dann wieder recht schnell. Muss mir merken, dass er immer nur ins Bad zur Dusche muss. NICHT in die Küche, nicht unter die Spüle, ich muss den Spülschrank NICHT freiräumen. Diesmal auch nicht gemacht. Gestern Abend noch gegoogelt, was genau da an welcher Stelle beprobt wird. Also: der Beprober will immer NUR ins Bad, ins Bad, ins Bad, ins Bad. Kommt alle drei Jahre. Das hat man nur, wenn man in einem Mietshaus mit vielen Parteien ist, und einer bestimmten Größe von Warmwasser-Aufbereitungsanlage, Wasserhygieneverordnung. Es werden immer nur Proben ganz unten, wo die Anlage ist, genommen, und bei den Mietern in den obersten Stockwerken. Das heißt, der Beprober sieht in seinem Job eigentlich nur hoch gelegene Wohnungsetagen, jede Menge Dachgeschosse mit schönen Ausblicken. Netter Job eigentlich.

Der Traum: Doro hatte zu einer Party eingeladen, mit Verkleiden. Ich hatte zugesagt und schon eine komische blaue Kopfbedeckung als Verkleidung am Start, irgendein Gewusel. Fragte sie, ob sie G. (der mir die Freundschaft gekündigt hat) auch eingeladen hat und er zugesagt hätte. Sie meinte ja, er hat auch zugesagt und ist sogar schon da, hätte bei ihr übernachtet, da hinten schläft er, deutet zu einem Gästezimmer. Ich perplex, da mir bekannt ist, dass er für gewöhnlich keine Partyzusagen macht, wenn da Gäste zu erwarten sind oder geladen sind, mit denen er sich in irgendeiner Form überworfen hat. Dann bin ich hochgeschreckt und hab nur noch an den Legionellen-Beprober gedacht.

01. März 2023

Tina, mit der ich traditionell gerne zu ausgesuchten Dating-Shows chatte, hat mich vorhin darauf aufmerksam gemacht, dass heute, also gleich, eine neue Bachelor-Staffel startet. Kann aber nicht versprechen, dass ich unseren Chat wieder zu einem Eintrag verwurste. Qualiätsabhängig! Geht gleich los.

28. Februar 2023

Foto vom 23. Ich verzieh mich jetzt ins Bett. Kein Witz. Noch die abgeworfenen Klamotten von heute zurück in den Schrank packen und dann mit Buch in die Federn. Werde voraussichtlich nach zehn Minuten zuklappen. Meine Lesehaltung im Bett ist so dermaßen zum einschlafen. Morgen blind date mit neuem Chef. Ja, das gibts!

28. Februar 2023

Vorsatz: guter Dinge in den März. Dem Optimismus und Frieden eine Chance. Peace & Love! Gruß an Putin und Selenskyj. Ich hätte bitte gerne einen friedlichen Frühling. Lieber Geld in den Aufbau in der Ukraine und der Türkei stecken. Bombardieren ist so 1943. Altbacken, uncool und frumpy! Ihr alternden Männer: Sex Appeal kommt nicht davon, humorlos und gewälttätig andere zu überwältigen. Das nennt man Vergewaltigung und führt nicht zu Herzchen in den Augen. Wie wärs mit Cello oder Klavier spielen?

27. Februar 2023

Da niemand perfekt ist, wage ich mal ein unzeitgemäßes, eventuell unpopuläres Bekenntnis. Also: neulich im Drogeriemarkt. Ich brauchte Taschentücher. Gerne nehme ich Discountermarken im Zehner-Pack oder was es eben preisgünstig gibt. Hauptsache, sie riechen nicht zusätzlich nach irgendwas. Ich hatte die Brille zwar nicht auf, konnte aber auf der einen günstigen Packung lesen „Recycling“. Noch nie gekauft, kann man ja mal eine Chance geben. Die Qualität vom Schneuz-Erlebnis ist ok. Riechen auch neutral. Aber die Farbe. Ich bin scheinbar eine über Jahrzehnte verwöhnte Püppi, die in blütenweiße neue, und damit neu aussehende Papiertaschentücher zu schneuzen gewohnt ist. Immer, wenn ich mir ein neues, unbenutzes Recycling-Papiertaschentuch rausziehe, kommt es mir vor wie aus dem Altbestand von einer Wohnungsauflösung. Oder als ob die Packung schon mal irgendwie feucht geworden ist, und dann wieder getrocknet. Oder vesehentlich in eine Tasse Kaffee getunkt. Oder seit Jahren in einer Manteltasche vergilbt ist. Es ist einfach nicht die Freude, wie bei den richtig weißen. Ich will die Sorte deswegen nicht mehr kaufen. Außer, wenn es welche gibt, die auch weiß aussehen. Bin ich jetzt ein schlechter Mensch, der den okologischen Wandel torpediert? Ich habe übrigens seit 2011 Strom und Gas von Greenpeace Energy und besitze kein Auto. Ich fahre mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das einzige Papier, das ich kaufe, sind Papiertaschentücher und Klopapier (auch kein Recycling, sondern das Fünflagige für die Prinzessin auf der Erbse von dm). Komme ich in die Hölle?

26. Februar 2023

More recent stuff. Nachdem ich genesen bin, habe ich den Eindruck, mehr Schlaf zu brauchen. Neun bis zehn Stunden. Kriege ich aber unter der Woche nicht hin, am Wochenende hole ich nach. Vielleicht groovt sich das wieder ein, und ich komme mit sieben oder acht Stunden aus. Ich glaube, ich bin noch in einer Regenerationsphase. Neulich mal ohne Mütze rausgegangen, habe mich ungeschützt gefühlt, im kalten Wind. Bald Frühling. Dann nur noch Mützen als Styling, nicht mehr zum Warmhalten. Ab und zu, nicht oft, mache ich Fotos. Es kommt mir mit Abstand vor, als ob ich meine Regeneration daran ablesen kann. Wird schon.

25. Februar 2023

Meine Wenigkeit, vorgestern, 23. Februar 2023, 20:36 Uhr. Dreimal aus Inas Smartphone, einmal aus meiner Kamera. Das Mäntelchen mit dem Kuhfellmuster aus feinem Viscose-Velours nenne ich Lindbergh-Mantel, zum steten Gedenken an eine Begegnung vor acht Jahren mit Peter Lindbergh. Ich hatte ihn an, und er fand ihn so toll, dass er es mir mehrmals zurief. Leider inzwischen etwas verwaschen, das Weiß ist nicht mehr so wie früher, die schwarzen Kuhflecken haben wohl in der Waschmaschine Farbe abgegeben. Liebe ihn dennoch, vor etlichen Jahren im KadeWe geschossen.

25. Februar 2023

Ein paar Fotos von vorgestern mit Ina. Sie hängt auch in der Ausstellung im Bethanien, in Form eines Portraits, das Jan von ihr gemacht hat. Davor haben wir uns unter anderem geknipst. Dann zum Dal Contadino bei mir um die Ecke, in der Gormannstraße.

24. Februar 2023

Denke gerade, dass es bei hingebungsvollen Brautmodenverkäufern, Hochzeitsrednern, Hochzeitssängern, Standesbeamten, Hebammen, Geburtsmedizinern, Hospizmitarbeitern, Bestattern, Trauerrednern und Pastoren eine innere Verwandtschaft gibt. Sie sind Schlüsselfiguren bei den emotionalsten Momenten im Leben. Wie schön und intensiv das doch ist. Schwer vorzustellen, dass sich jemand mit diesen Berufen wegen dem Gefühl von Arbeit ohne Sinn demotiviert aus dem Arbeitsleben zurückzieht. Emotionale Momente zu begleiten, als Tagwerk. Wundervoll. Komme drauf, weil ich heute am späten Nachmittag Lust hatte, den Fernseher anzumachen, da kam auf Vox diese Sendung, wo angehende Bräute mit ihren weiblichen Angehörigen Brautkleider aussuchen, und viel geweint wird, wenn die wiederkehrende Verkäuferinnen-Frage: „Ist DAS Dein Kleid?“ schniefend mit: „JA! DAS ist MEIN Kleid!“ beantwortet wird. So süß. Diese Gefühle! Herrlich. Scheißegal, wie das Kleid aussieht, schnurzpiepegal. Was hingebungsvolle Trauerbegleitung und die damit verbundenen Momente bedeutet, kann ich mir durch Marias Erleben auch gut vorstellen. Viel harte Arbeit, aber so reich an Sinn. Die Bedeutung von intensiven Gefühlen, ob aus erster oder zweiter Hand, daran teilzuhaben, ist nicht zu gering zu schätzen.

23. Februar 2023

Ich mache mal quick and dirty, weils schnell gehen muss – will mich noch etwas zurechtmachen, treffe mich gleich mit Ina bei Jans Ausstellungseröffnung im Bethanien – hier ein Link zu einem kleinen, interessanten Palaver (unter Freundinnen) bei Doro zum Thema (graue) Haare färben. Und Iris Berben :-) Als Illustration ein Foto vom März 2010 von mir mit Streifenhörnchen-Haarschopf.

Mein erster Kommentar: „(…) Interessant, dass das Thema „graue Haare colorieren oder nicht“ immer gleich zu einer Art Religionsbekenntnis mutiert. Ich hatte mir sehr viele Jahre meine eigentlich zwischen dunkelblond und hellbraun mäandernde Naturhaarfarbe sehr dunkel gefärbt, hatte Lust auf Pocahontas-Style. Dann wurde die Haarqualität vom jahrelangen Färben immer stumpfer und ich auch neugierig, ob ich schon sehr grau bin oder nur ein bißchen. Konnte ich am Haaransatz mit einem Zentimeter nicht verifizieren. Also neugierig auf den naturbelassenen Zustand, aufgehört mit Dunkelbraun- und Schwarzfärberei. Was da kam, war noch gar nicht so sehr grau, ein bißchen durchzogen, aber nicht dominant, hauptsächlich an den Schläfen grau. Da hatte ich dann nach ein paar Monaten auch keine Lust mehr drauf und übertönte es unregelmäßig mit einem Ton in meiner Naturhaarfarbe, allerdings einem Produkt, das nicht aggressiv auf die Struktur wirkt. Mache ich bis heute sehr unregelmäßig. im Moment wieder ca. 5 Zentimeter naturbelassen rausgewachsen, aber moderater Übergang. Habe Nachschub zum Nachcolorieren bei Lust und Laune auf Vorrat, aber momentan zu faul. Ich setze auch jeden Tag Mützen auf und ich habe keinen komplett grauen Streifen als „Nachwuchs“. Immer noch durchwachsen. Wenn mir danach ist, klatsche ich das sanfte Produkt (Olia, hellbraun) wieder drauf. Komischerweise wirken meine Haare seit einer Weile insgesamt, vor allem auf Fotos im guten Licht wie blond. Auch nicht übel. Aber hey: es muss wirklich keine Grundsatzentscheidung sein, das finde ich unglaublich spießig. Cool fand ich, dass Iris Berben mal aufhörte zu färben, sich so zeigte, mit dem SEHR grauen Ansatz durch die Presse ging, Respekt gezollt wurde, und dann fing sie wieder an mit Färben. Wirkt auf mich sehr souverän, sich nicht einem Alternativ-Diktat von wegen „zum Alter und dem Alterungsprozess zu stehen“, unterzuordnen. Manchmal ist Grau apart, aber auch nur, wenn sich die Trägerinnen als Gesamtpaket sehr durchstylen. Im insgesamt naturbelassenen Kontext wirkt es schon oft verhärmt und unnötig alt.“ Fortsetzung unterm Link oben!

22. Februar 2023

Tja, liebe Leute. Ich habe mich gerade in einem Kommentar verausgabt, der wieder einmal schon rein umfangmäßig das Potenzial für einen Eintrag hätte, auch inhaltlich. Mache ich vielleicht morgen einen Eintrag daraus :-) Muss ich noch ein wenig sacken lassen, ist zwar schnell gecopypasted, aber mir fallen dazu noch ergänzende Gedanken ein, die so in mir herumwabern. Ich werde noch ein wenig lesen. Aber nicht zu dem Thema.

21. Februar 2023

Erneut kein Mitteilungsdrang. Nur das: ich habe herausgefunden, dass es ein Wort gibt, das auf Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch komplett identisch ist. Das Wort für Urknall: Big Bang. Schade, dachte, die Franzosen hätten etwas Eleganteres in petto. Die Griechen haben ein eigenes Wort, ganz niedlich: Μεγάλη έκρηξη = Megáli ékrixi. Auf Latein: Fragor magnus. Klingt sehr streng. Das beschäftigt mich auch nur deshalb, weil ich ein Bild gemacht habe, das eigentlich den Urknall darstellt, vielleicht auch eine Sonnenexplosion, es sieht aber nicht nach „Big Bang“ aus. Die Melodie der Worte passt nicht zu meinem Bild, zu comic-haft. Mein Urknall ist eher elegant. Vielleicht nehme ich das griechische. Gefällt mir noch am ehesten. Bilder müssen getauft werden, der Name ist wichtig, habe ich gelernt. Finde ich auch, aber aus anderen Gründen als die Kunstmarktsachverständigen. Je abstrakter der Name, um so stärker die Aura und Vermutung, dass es bei dem Werk eine hohe, respektable Bedeutung gibt, haben die Kunstkenner ermittelt. Treibt das Ansehen und damit den Preis in die Höhe. Nun doch etwas mitgeteilt. Bis morgen.

19. Februar 2023

Und noch ein Einkaufstipp für alle, die wie ich fast schon verzweifelt nach stichfestem Joghurt suchen, wie er früher in jedem Kühlregal zu finden war. Ich habe mich nun durch diverse Angebote durchprobiert und bin bei „Bulgaria Joghurt“ 3,5 im großen blauen Becher von Hansana, bei Rewe erhältlich, gelandet.

Es lassen sich zwar einige herbeigoogeln, die finde ich aber alle nicht in meinen Berliner Super- oder Biomärkten. Zum Beispiel nirgendwo gesehen, der angeblich vorhandene stichfeste Joghurt von Landliebe. Dann gibt es ein paar gelobte Marken, die wohl aus Baden Württemberg kommen und auch nur dort zu kaufen sind.

Der stichfeste von JA! im kleinen vierer-Pack-Becher ist nicht richtig stichfest und schmeckt ausgesprochen mager, obwohl ich sonst ein großer Fan der JA!-Produkte bin. Ich finde ja schon den Namen super. Also dieser Bulgaria Joghurt entspricht genau dem, was ich früher am liebsten mochte, und auch heute noch.

Bis vor ein paar Jahren hatte Aldi stichfesten im Viererpack, den konnte man sogar stürzen, wie einen Pudding. Wurde aus dem Sortiment genommen und in den letzten Jahren gibt es diese mir nicht verständliche Mode, Joghurt als „cremig gerührt“ anzupreisen.

Möglicherweise nur ein cleverer Schachzug, um das Produkt mit Wasser verdünnt, sparsamer abzufüllen. Ich lege keinerlei Wert auf „cremig gerührt“. Griechischen Joghurt habe ich auch probiert, schmeckt mir nicht, ist mir vom Geschmack her zu fettig und schwer.

Joghurt gehört zu meinem Frühstück an Tagen, an denen ich ausschlafen kann. Findet dann mehr oder weniger erst mittags statt. Ich schnipple mir ein paar Obstsorten klein, derzeit immer ein Elstar-Apfel, eine Orange und ein paar Weintrauben, dazu viel Kaffee mit schaumig geschüttelter Biosahne.

Bin nicht der klassische Frühstückstyp mit Brötchen, Marmelade und Käse- und Wurstplatte. Wenn ich früh raus muss, gibts nur Kaffee. Da ich meist recht spät zu Bett gehe, esse ich auch oft spät noch etwas, daher stellt sich zur frühen Stunde kein Frühstückshunger ein.

Jetzt fahre ich gestärkt in meine Vergolder-Werkstatt. Da warten mehrere eingepinselte Teile darauf, dass ich Gold anlege. Habe festgestellt, dass es ganz gut ist, eine Nacht damit zu warten, lieber später als zu früh anlegen.

19. Februar 2023

Hier zeigt sich die Sonne immer wieder. Gestern, als ich meinen Eintrag fertig hatte, fiel mir auf, dass mir doch mitunter sehr persönliche Offenbarungen unterlaufen. Das passiert einfach, aber meist eher in den letzten Absätzen, oder nahezu versteckt in ausschweifenden Kommentaren, zu denen ich neige. Und die lesen ja nicht alle, also längere Einträge und meine Kommentare in meinem Blog und anderswo. Insofern ist dem Schutzreflex doch wieder genüge getan. Ich habe so einen unkoordinierten Ansatz beim Eintrag verfassen. Ein bestimmtes Thema oder Ereignis ist die Initialzündung und dann kommen Gedankensprünge, niedergeschrieben wie in den Sinn gekommen. Was als Erinnerung an ein wiederentdecktes Lied beginnt, endet als tiefenpsychologische Selbstbetrachtung. Aber das kann ja auch als eigenständige Qualität gesehen und empfunden werden. Schönen, friedlichen Sonntag allen.

18. Februar 2023

Als ich im letzten Dezember Kinderfotos von mir zeigte, und um korrespondierenden atmosphärischen Text bemüht, die jeweiligen Chart-Hits des Kinderfoto-Aufnahme-Jahres recherchierte, stolperte ich über einen Song, den ich komplett vergessen hatte, und der mich nun gut fünf Jahrzehnte später, erneut verzauberte. „Clair“ von Gilbert O’Sullivan, veröffentlicht im Oktober 1972 und gleich ein Riesenhit, Nummer Eins in Großbrittannien, wochenlang Nummer Zwei in den USA und auch in vielen anderen Ländern weit oben in den Charts. Es lief auch in Deutschland dauernd im Radio. Da war ich gerade sieben Jahre alt. Ich konnte fast kein Englisch, woher auch. Ich verstand Hello und Good Bye und Thank You Very Much und I Love You. Das wars. Aber dass „Clair“ eine Art Liebeslied war, war mir schon klar. Das hörte man ja schon an der hingebungsvollen, zärtlichen Melodie und Darbietung. Ein leichtes Lied wie auf einer Wolke geboren, ohne Probleme und Schwermut, voller Liebe und Hoffnung.

Das Einzige, was mich an dem Song etwas störte, war das Baby-Gegacker am Ende. Da dachte ich dann immer etwas enttäuscht „ach so, das ist für ein Baby“. Ich akzeptierte dann etwas widerwillig, dass es kein romantisches Liebeslied war, und verdrängte es schnell wieder. Mir war romantisierte Elternliebe nicht bekannt, ich wurde nicht auf ein Podest gehoben und umschwärmt und geherzt. Ich musste beim Geschirr Abtrocknen und sonstigen Haushaltsarbeiten helfen, wurde viel zurechtgewiesen und meine kindlich aufbegehrenden Widerworte waren in keinster Weise erwünscht. Still und brav sein, nicht auffallen, anpassen, hieß die Parole, ansonsten Strafpredigt. Schon aus dem Grund wollte ich ganz bestimmt keine rosa verpackten Vatergefühle (wie ich dachte) aus dem Radio präsentiert bekommen.

Aber wenn das Lied wieder von vorne anfing, vergaß ich wieder ganz schnell, dass es nicht um eine flirrend aufregende Verliebtheit ging. Als Kind hat man schon eine Vorstellung von Erwachsenen-Liebe, an allen Ecken wird sie gezeigt und besungen, natürlich hauptsächlich in Film und Fernsehen. Aus nächster Nähe kannte ich auch keine Erwachsenen-Zärtlichkeiten. Nie gesehen, nie erlebt. Aber dass da was Schönes dran sein muss, fühlte ich. Zum Beispiel in dem Lied.

Als ich im Dezember dann Videos von Clair suchte, und auch den Text googelte, stolperte ich über für mich unfassbare Debatten darüber, ob Clair das Werk von einem Pädophilen ist. Ich war schockiert, wieviel Dummheit es in der Welt gibt. Inzwischen verstand ich den englischen Text einwandfrei und kannte auch die Hintergrundstory. Gilbert O’Sullivan hatte sich als junger Mann etwas als Babysitter der Tochter einer befreundeten Familie dazuverdient, und er hatte sofort einen Draht zu diesem kleinen Wesen. Er hat das ein paar Jahre gemacht und es blieb bei einer schlichten zärtlichen Zuwendung, dem Gefühl, der Persönlichkeit eines kleinen Menschen stark verbunden zu sein, eben mehr als das nur jobmäßig umsorgende Gefühl von Babysitter zu Kleinkind.

Ich habe das sofort verstanden, und auch, dass es nicht das Geringste mit Pädophilie zu tun hat, sondern unschuldiger zärtlicher Liebe zu einem Lebewesen. Wie zu einer geliebten Katze, die einen besonders verständnisvoll anschaut und die Fingerspitzen ableckt. So eine Katze hatte ich. Da war auch keine Perversion im Spiel. Und als mein einer Neffe geboren wurde, der leider nicht mehr lebt, hatte ich ein besonderes Erlebnis. Mein Bruder besuchte mich eine ganze Weile nach der Geburt und legte mir vertrauensvoll das kleine, hellwache Wesen in den Arm. Es hatte die Augen auf und guckte mich ganz direkt an, und ich fühlte sofort einen starken Draht zu diesem kleinen Jungen, als hätte er mir mein verschüttetes Baby-Bewusstsein zurückgeschenkt. Wir waren auf einer Wellenlänge.

Das war kein mütterliches Gefühl, sondern ein Gefühl tiefer persönlicher Verbundenheit mit einem fertigen Menschen, einer Persönlichkeit, wenn auch in einem Baby-Körper. Aber das muss man vielleicht erlebt haben, um es nachzuvollziehen. Clair ist das unschuldigste Lied auf der Erde, ich liebe es, trotz des Baby-Plots. Ich habe es mir dann runtergeladen und mit einem Audiobearbeitungsprogramm das Baby-Gackern am Ende weggeschnitten. Jetzt ist es perfekt für mich. Und für die kleine siebenjährige Gaga von 1972.

Clair
The moment I met you, I swear
I felt as if something, somewhere
Had happened to me
Which I couldn’t see
And then, the moment I met you, again
I knew in my heart
That we were friends
It had to be so
It couldn’t be no
But try as hard as I might do
I don’t know why
You get to me in a way
I can’t describe
Words mean so little
When you look up and smile
I don’t care what people say
To me you’re more than a child
Oh, Clair Clair Clair
If ever a moment so rare
Was captured for all to compare
That moment is you
In all that you do
But why in spite of our
Age difference do I cry
Each time I leave you
I feel I could die
Nothing means more to me
Than hearing you say
I’m going to marry you
Will you marry me, Uncle Ray?
Oh, Clair Clair Clair
I’ve told you before
Don’t you dare
Get back into bed
Can’t you see that it’s late
No you can’t have a drink
Oh all right then
But wait just a minute
While I, in an effort to babysit
Catch up on my breath
What there is left of it
You can be murder
At this hour of the day
But in the morning the sun
Will see my lifetime away
Oh, Clair
Clair
Oh, Clair

17. Februar 2023

Das war gestern eine Faschingsparty mit Hindernissen. Ich war nach dem Schornsteinfeger-Termin und meinem Gewerkel eigentlich etwas müde, gar nicht in Stimmung mich großartig zu verkleiden, aber wollte mich dazu zwingen, um keine Spielverderberin, sondern ein „good sport“ wie der Brite sagt, zu sein. Also nahm ichs sportlich. Klar war, dass ich mit Vorhandenem arbeiten würde, nichts dazukaufe.

Nun sollte man auch wissen, dass meine letzte Faschingsparty circa um mein zwölftes Lebensjahr herum stattgefunden haben dürfte. Danach war ich strikte Faschings-Verweigerin, ja geradezu stolz, dass ich in ein Bundesland ausgewandert war, in dem Karneval und Fasching eine Fußnote war, die Tage bekam ja auch niemand arbeitsfrei.

Auch in diesem Jahr drängte es mich nicht, nach Faschingsparty-Terminen Ausschau zu halten. Obwohl mir niemand vorwerfen kann, Verkleidungsexperimente zu scheuen, nur dass ich dafür kein Faschings-Etikett benötige. Nun begab es sich aber, dass meine Berliner Lieblings-Coverband, der Berlin Beat Club, zur Faschingsparty ins Ballhaus in der Chausseestraße einlud.

Da ich mich der Gruppe mit großer Solidarität verbunden fühle, und das gestrige Konzert der Auftakt einer Reihe an einem neuen Standort sein könnte, nachdem das Rickenbacker’s das Zeitliche segnete, wollte ich mich nicht sperren und das Spielchen mitspielen. Ich freute mich auch schon auf die Verkleidungen der Bandmitglieder, da hatte ich auf einem Foto – wie bereits erwähnt – schon ein fulminantes Beispiel mit John & Yoko-Verkleidung gesehen.

Ich kam also mit meinen Einkaufstüten kurz vor Fünf nach Hause, schaute auf die Uhr und befand, ein Schläfchen könnte meine Verfassung richten. So geschehen, ich stand um Sechs wieder auf, haute mir Nürnberger Rostbratwürstchen in die Pfanne, da ich schon wusste, dass es dort nichts zu essen gäbe. Also Stärkung von Nöten. Beim Essen ging mir durch den Kopf, dass mir definitiv nicht nach einem luftigen Fähnchen oder Flatterkleidchen war, auch nackte Arme wollte ich nicht präsentieren. Ratter ratter in meinem Kopf. Langärmlig?

Ich dachte zehn Sekunden, ich könnte mich als Existenzialistin verkleiden. Schwarze Hose, schwarzer Rollkragenpullover. Fertig. Aber wer erkennt das denn? Nicht mal eine Juliette Gréco-Perücke hätte ich, um den Wiedererkennungswert einer „Existentialistin“ im Paris der Fünfziger Jahre zu bestärken. Auch wollte ich nicht die ganze Zeit mit einem Sartre- oder Beauvoir-Schinken unter dem Arm herumlaufen. Wie anstrengend! Mir erschien bald jede Verkleidung zu anstrengend. Dann der Gedanke: „Ach was solls, ich klebe mir einfach nur ein paar meiner überdrehten Las Vegas-Glitzerwimpern an. Fertig“.

Irrtum. Ich legte mir die verschiedenen Wimpernsets zurecht und am meisten blinkten mich die mit dem Strass an. Dabei kam mir die Idee, ich könnte ja in die bling-bling-Richtung gehen. Und da war dann der Gedanke zu „russische Oligarchin“ nicht mehr weit. Der Gedanke gefiel mir immer besser, ich hatte doch auch noch diese Webpelz-Weste, kombiniert mit Zuchtperlenkette und Glitzerkram, könnte das doch recht „wohlhabend“ wirken. Und dann mein Zebra-Webpelzmantel. Und dann auch noch die passende riesige Fellmütze dazu. Wenn das nicht reich aussieht, dann weiß ich auch nicht!

Also ich fing an, mir die Wimpern ankleben zu wollen. Dabei stellte sich heraus, dass der Wimpernkleber in der kleinen Tube von Anno 2019 schon weitgehend eingetrocknet war. Nur in der unzugänglichen Tubenmitte war es noch flüssig. Ich nahm ein spitzes Messer und stocherte herum, bis was Flüssiges rauskam. Das ließ sich dann aber nicht so gezielt auftragen, wie normalerweise. Ich schmierte mir das Zeug mit Hilfe der Messerspitze auf die Augendeckel. Leider nicht so, wie es soll. Man macht da eigentlich nur einen dünnen Streifen, wie Eyeliner, direkt an der Wimpernkante, aber ich hatte das Zeug auf dem ganzen Augenlid und auch noch unten. Mit Erfolg hatte ich mir nun das linke Auge zugeklebt!

Da ich auch eine Augenklappe besitze, hätte ich nun als Piratin gehen können, aber ich zog es vor, das Auge wieder zu öffnen, indem ich den halbtrockenen, gummiartigen Klebstoff von meinen Wimpern, meinen echten, abzog. Drei weitere Anläufe brachten auch keinen Erfolg, außer dass das eine Auge nun ganz rot war. Ich hatte nun reichlich Zeit verplempert und beließ es make up-mäßig bei dem Üblichen, nur dass ich einen längeren Lidstrich zog.

Dann den schwarzen Rollkragenpullover, die Fellweste, eine schwarze partymäßige Schlaghose mit einem weißen Glitzerdrachen an den Hosenbeinen, schwarze Stiefeletten und ordentlich Schmuck. Das war auch noch ein Gesuche und Gefummel. Am Ende zwei Zuchtperlenketten, ein Strasshalsband und eine Strassbrosche an einer Kette und noch ein Glitzerarmband. Fertig! Wäre es mir früher eingefallen, hätte ich mir noch so lange Fingernägel angeklebt. Aber was der Haushalt nicht hergibt, gibt er nicht her. Für Lackieren war auch keine Zeit.

Nun noch schnell ins Internet, Messages checken. Da musste ich nun zur Kenntnis nehmen, dass Ina unpässlich war und Lydia anderweitig orientiert. Egal! Jetzt war ich schon aufgestylt, jetzt wollte ich auch hin. Das bin ich dem Berlin Beat Club schuldig! Ich fühlte mich schon etwas prunkvoller als sonst, als ich mit dem ganzen Zinnober in die U-Bahn Richtung Naturkundemuseum stieg. Meine Angeber-Versace-Sonnenbrille hatte ich noch in die Pelzmütze geschoben. Albern! Aber solche Sachen sieht man ja mitunter.

Ich habe natürlich mehrere Role Models in meinem Kopf, ohne Namen nennen zu können, wie ich mir eine „russische Oligarchin“ vorstelle. Ich muss sagen, ich sah eigentlich besser aus, als die echten Oligarchenfrauen, die ich neulich in einer Doku sah, die mir Lydia empfohlen hatte. Da saßen Frauen über vergangene Ehen mit Oligarchen klagend in nachgemachten Barockmöbeln und boten ein eher bedauernswertes Bild, als ein vor Luxus und Glamour strahlendes Erfolgsmodell. Ich konnte die Doku deswegen auch nicht zu Ende schauen, es war alles so trostlos.

Ich schaltete dann schnell zu einer mehrteiligen Doku über die High Society von Monaco. Das ging schon eher in die Richtung der bling-bling-Russin. Man weiß ja, dass der reiche Russe und auch die reiche Russin Südfrankreich liebt. Kaum eine stolze Premium-Villa, die nicht fest in Oligarchenhand ist. Zum Beispiel die legendäre Villa, in der die Stones „Exile on Mainstreet“ aufgenommen haben, Nellcôte, fest in Oligarchenhand. Wenn auch zum Kriegsbeginn letztes Jahr von der französischen Regierung beschlagnahmt.

Wie auch immer – ich kam also als „russische Oligarchin“ im Ballhaus an. Und schon am Eingang wurde mir klar, dass sich meine „Verkleidung“ nun bereits zu fünfzig Prozent in Nichts auflösen würde, da ich den Pelzmantel und die Pelzmütze abzugeben hatte. Bzw. hätte ich die Mütze aufbehalten dürfen, aber sie war mir zu warm! Nun betrat ich also nur noch in Fellweste und bling bling-Schmuck den Festsaal. Ich sah ganz adrett aus, aber mitnichten verkleidet!

Es war gut besucht, viele bekannte Gesichter der festen Fan Base vom Berlin Beat Club hatten sich nach Mitte begeben. Die Band stand schon auf der Bühne und ich war hin und weg, wie der Sänger Tom Thiede aussah. Sonst zieht er zu den Auftritten immer so Hippie-Zeugs an, Rüschenhemden, wild Gemustertes, Peacezeichen-Kette. So eine Mischung aus sehr lustig und sehr schrecklich. Ist natürlich Geschmackssache und auch wirklich eher lustig gemeint.

Aber diesmal! Ich war sofort Fan des Looks. Er hatte sich als Pharao verkleidet, ganz in Schwarz und Gold. Ein Traum! So ähnlich wie dieses Kostüm. Die Tut-Ench-Amun-Kopfbedeckung schwarz und gold gestreift, bis über die Schultern fallend, dazu ein schwarzes, Kimono-artiges Gewand mit goldener Schärpe. Ganz arg schön! Am Ende von manchen Songs machte er als Krönung so Anbetungsposen, wie man es von alten ägyptischen Wandmalereien kennt. Ich finde, das sollte er immer anziehen. Habe ich ihm auch gesagt!

Der Drummer Richard beabsichtigte wohl, sich als Frau zu verkleiden, mit roter Langhaarperücke, schwarzem Kostüm und roter Sonnenbrille, sah aber aus wie ein sehr cooler Rockstar, eine Mischung aus einem Ramone und David Bowie. Leeman ging als Cowboy mit hübschem Colt in der Tasche, Hans machte auf Raubkätzchen mit Leopardenhemd und Leopardenhose und ein paar aufgemalten Schnurrhaaren. Gabi am Bass fehlte leider, wurde aber durch einen Las Vegas-mäßig gestylten Herrn mit Schnäuzer und Rüschenhemd und Sonnenbrille vertreten.

Selbstverständlich erkannte keiner meine „Verkleidung“. Ich unternahm nur einen Versuch, sie zu erklären, Hans gegenüber. Konziliant wie er ist, versuchte er mich zu bestärken, dass es schon irgendwie erkennbar wäre, wenn ich jetzt zum Beispiel an die Bar ginge und den teuersten Rotwein, den sie haben, bestellte. Äh ja. Stattdessen gab ich dem jungen Mann bei einem der drei Biere übertrieben viel Trinkgeld. Er guckte regelrecht irritiert. Aber dass ihm dabei der Gedanke „russische Oligarchin?“ kam, wage ich zu bezweifeln.

Nach einer Weile kam wieder die gewohnte, typische BBC-Mitgroove-und Mitsing-Stimmung auf, es war doch recht schön. Unter den Verkleideten identifizierte ich unter anderem den einen weiblichen Fan, den ich immer insgeheim „Uschi Nerke“ nenne, die hatte sich eine gerüschte Schlafhaube aufgesetzt, kombiniert mit einem gestreiften Pyjama. Außerdem am Start: ein grauhaariger „Rennfahrer“ mit Overall, auf dessen Rücken in Glitzerbuchstaben „SAAB“ aufgeklebt war. War mir jetzt nicht so als DIE Rennauto-Marke geläufig, aber ich bin da auch nicht so auf dem Laufenden.

Einer mit von Natur aus wenig Haaren hatte ein Piratenkostüm an, sogar mit Plastik-Dolch, den er rhythmisch über seinem Kopf schwingen ließ. Das sah beinah ein bißchen gefährlich aus, aber ich mochte es. Dann gab es einen knallroten Offizier, zwei Cowgirls, einen Bayern, ein Dirndl, eine rote Pappnase, einen Sträfling und einen Matrosen. Ansonsten, der Rest: HIPPIES! Da wäre ich ja noch weniger als sowieso schon aufgefallen!

War aber auch so unterm Radar toll, den Zirkus zu erleben. Manchmal ging ich nach oben, hinter die Balustrade und beobachtete aus dem Hinterhalt. Aber ansonsten auch immer wieder mal getanzt. Am besten die Stimmung am nähesten an der Bühne. Nach dem dritten Veltins (eigentlich nicht so mein Geschmack, zu wenig herb), war ich dann auch bettschwer. Im dritten Set blieb ich bis zu „Marmor, Stein und Eisen bricht“, das hatte ich noch nie vom Berlin Beat Club gehört und lauthals mitgesungen, herrlich! Das war gestern mein kleiner Höhepunkt, besser konnte es nicht mehr werden. War schön!

16. Februar 2023

Oder ich gehe zur Faschingsparty als Hippie, wie auf dem Foto vom 16. Februar 2013. Das Stirnband mit den Pailletten habe ich noch, Ist türkis. Dazu könnte ich mich mit meinem Türkisschmuck und allem was die Schatulle so hergibt, behängen. Ist jetzt nicht so wahnsinnig originell, aber passt zum Berlin Beat Club. Außerdem laufe ich nie so rum, wäre demzufolge verkleidet. Dazu irgendein langes, wild gemustertes Kleid und drunter eine lange Unterhose gegen Verkühlung! Und Stiefel. Oder so. Mal sehen. Drüber könnte ich meinen Zebra-Webpelzmantel ziehen. Die Hippies haben doch auch alles drunter und drüber und durcheinander angezogen. Was zum Kiffen wäre natürlich auch ein sehr authentisches Accessoire. Krieg ich aber so schnell nicht her. Was ich in einer Dose habe, ist schon alt und vertrocknet. Ich könnte mir noch Papers holen und einen Joint mit irgendeinem Kraut bauen, das konnte ich früher sehr gut. Ich war da sehr perfektionistisch, insbesondere die Kante sauber abzukokeln. Das war vor circa vierzig Jahren, dass diese Spezialqualifikation von mir gebraucht wurde. Aber gelernt ist gelernt. Die letzten Male, wo mir jemand was zum Rauchen angeboten hat, waren es immer nur so normal aussehende Formate, Zigaretten-Optik. So große Joints sind vielleicht auch out. Keine Ahnung, blicke nicht mehr durch! Andererseits, wenn ich so ein Ding als Karnevalszubehör präsentiere, glaubt mir das doch keiner, dass das nur Quatsch ist und dann kriege ich Ärger. Kokeln darf man im Ballhaus bestimmt auch nicht, und vor die Tür stelle ich mich auch nicht, nur um so zu tun, als ob, das ist doch lächerlich! So genug Gedanken über meine Kostümierung gemacht, muss langsam in die Falle. Morgen kommt ab zehn der Schornsteinfeger in meine Werkstatt, mal wieder die Therme warten. Der junge Mann ist immer unwahrscheinlich gesprächig. Sicher wird er morgen den Tod meines Vermieters ansprechen. Danach wurstle ich weiter an meinen Bildern und dann einkaufen und zurück nach Mitte und auf den Abend einstimmen. Den Eintrag des Tages habe ich nun schon clever erledigt, ist ja schon der 16.!

15. Februar 2023

„Kann ich bitte mal Ihre Fahrzeugpapiere sehen?“ Habe gerade recherchiert, welche Faschingskostüme erlaubt sind. Es gibt da so einen Bußgeldkatalog, in dem steht, Uniformen sind erlaubt, wenn sie keine Verwechslungsgefahr mit der original Uniform bieten. Die Mütze auf den Fotos – übrigens wieder auf den Tag zehn Jahre alte Aufnahmen, vom 15. Februar 2013 – ist von irgendeinem Flohmarkt und meine Recherchen haben ergeben, dass es eine historische Offiziersmütze von einem russischen Regiment ist, leider nicht datierbar. Außerdem hätte ich noch drei aufsehenerregende Tiaras im Angebot, die ein wenig welchen aus den britischen Kronjuwelen ähneln. Sieht auch alles super aus, aber ich will mich auch wohl fühlen und beim Tanzen nicht das Gefühl haben, dass bei einer falschen Kopfbewegung das Diadem auf Halbacht hängt. Ich weiß schon, wie das professionell befestigt wird, da gibt es youtube-Videos für Braut-Diademe, die zeigen jeden Befestigungsschritt. Aber ist halt doch Gewicht auf dem Kopf. Morgen ist Faschingsparty im Ballhaus in der Chausseestraße. Nicht zu verwechseln mit Clärchens Ballhaus! Der Berlin Beat Club wird morgen dort spielen und Ina und hoffentlich auch Lydia gehen hin.

Es gibt ein ganz süßes Foto, wo die Bassistin Gabi sich als Yoko Ono verkleidet hat und der Gitarrist Hans als John Lennon. Zum Piepen! Mir würde man Yoko Ono wohl nicht abkaufen, weil ich einfach viel zu groß dafür bin. Auch habe ich keine passende Perücke und keinen schwarzen Schlapphut und keine weißen Stiefel. Also ich bin noch unentschieden. Vielleicht klebe ich mir auch nur Las Vegas-Wimpern an. Habe ja noch sechs Varianten im Sortiment von den Viewing Parties 2019 im Schmutzigen Hobby.

14. Februar 2023

Bin gerade selbst überrascht, dass ich einen Tag später vor zehn Jahren das gleiche Outfit in einer anderen Farbe präsentierte. 14. Februar 2013. Die Sachen habe ich alle noch, nichts davon ist kaputt oder zerstückelt. Dass das ein Valentinstag war, war mir sicher nicht präsent, da der Tag 2013 keinerlei romantische Bedeutung für mich hatte. Ich kann mich auch nicht entsinnen, jemals von irgendwem Blumen oder sonstige Zuwendungen am 14. Februar bekommen zu haben. Dafür fehlten mir schlichtweg die passenden Rosenkavaliere. Keine zwanzigjährige Verlobung, die ich hier unter den Teppich kehren würde. Wenn ich amouröse Begegnungen hatte oder gar Beziehungen pflegte, waren die entweder so larifiari oder kompliziert, dass es schlichtweg nicht benannt werden konnte. „Was ist das eigentlich? Junge oder Mädchen?“ Ausgefuchste können ein paar alte Fotografien unter Abertausenden finden, fotografiert habe ich immer gerne. In diesem Jahr 2013 habe ich jedenfalls hauptsächlich mich fotografiert. Sind doch ein paar schöne Aufnahmen rumgekommen.

Gerade gefrühstückt, war sehr spät gestern. Ich verpasste die letzte U-Bahn zurück nach Mitte, und musste den Nachtbus nehmen, der die U8 ersetzt, der N8. Etwas andere Klientel als in der U-Bahn, vor allem nachtaktive Clubgänger. Junges Volk. War schön, so eine Stadtrundfahrt die Oranienstraße entlang, so viele kleine Läden, bunt und wild bemalte Eingänge, nachts hübscher als tagsüber. An dieser Ankerklause denke ich jedesmal, sieht nett aus, die Kneipe, war ich noch nie. Denke ich seit zwanzig Jahren. Immer, wenn ich die letzte U-Bahn verpasst habe. Ich war gestern bis weit nach Mitternacht so im flow, dass ich nicht hätte sagen können, ob es 21 Uhr oder ein Uhr nachts ist. War dann letzteres.

13. Februar 2023

Das sind schön schnelle Einträge: zehn Jahre alte Fotos raussuchen und ab die Post. Voilà, 13. Februar 2013. Aber Schein und Sein: so bin ich nicht vor die Tür gegangen, wenn es auch ein aparter Look ist. Es war mit Sicherheit zu kalt für nackte Beine und kurzes Röckchen. Das war der Endspurt meines Jahresprojekts mit den Daily Shots, drei Tage vor Ende, und ich hatte noch ein paar Klamotten im Schrank, die noch nicht fotografiert waren. Passt in den Emily-in-Paris-Trend. Ich kenne die Serie nur aussschnittsweise und von Fotos. Scheint Insta als Film zu sein. Auf Netflix habe ich mit Zugriff auf Lydias Account mal The Crown schauen können, was durchaus eine High end-Produktion in Ausnahme-Qualität in allen Aspekten ist. Schön ruhig geschnitten, langsame Bilder, lange Einstellungen. Subtil ausgeleuchtet, exquisite Ausstattung, sehr kunstvoll, Kinofilm-Qualität. Alle Staffeln geguckt, jetzt habe ich keinen Zugriff mehr. Bin auch ansonsten kein Serien-Typ. Ich habs mehr mit Dokus. Gagily in Paris entschwindet jetzt in ihr petit Atelier à Berlin. Salut, à bientôt!

12. Februar 2023

Wem die Gründe entfallen sind, warum es erstrebenswert sein könnte, ein weltberühmter UND reicher Rockstar zu werden, kann sich ja mal im „Haus“ von Flea von den Red Hot Chili Peppers umschauen, das er aus mir nicht bekannten Gründen verkaufen möchte. Vielleicht die erhöhten Strompreise. Ist schon drei Monate her, ich nehme an, dass sich inzwischen jemand gefunden hat. Selbst wenn es bei den Chilis nicht mehr so gut läuft wie früher, wenn man als Bassist einer Rockband so eine Immobilie sein eigen nennt, ist doch alles super gelaufen.

Der youtube Channel von AD, also der amerikanische von „Architectural Digest“, ist einer der wenigen youtube Channels, die ich konsequent verfolge. Dieser Clip hier krankt lediglich daran, dass Flea nicht selbst durchs Haus führt, aber ganz wunderbar die Homestories, wo die A-Lister-Superstars von Hollywood und der Musik- und sonstigen Showbusiness-Branche die Haustür zu ihrem Heim öffnen und (zurecht!) mit Stolz zeigen, was sie sich Schönes erarbeitet haben. Zum Beispiel die Hütte von Alisha Keys und ihrem Liebsten. Ein Traum. Aber nun zur Einstimmung das Heim von Flea.

11. Februar 2023

Flashback, heute vor zehn Jahren, 11. Februar 2013, ein Montag. Das Oberteil mit dem Tribal-Muster gibt es nicht mehr, nur die gemusterten Stoffteile davon. Sie befinden sich in einer meiner Material-Schachteln in meiner kleinen Werkstatt. Ich habe so viel Material! Meistens kommt es von ausrangierten Anziehsachen oder Verpackungen oder Zeitungsschnipseln oder Fotos aus Zeitschriften, alte Eintrittskarten, Flyer und und und. Das Oberteil war nach mehrmaligem Waschen so eng geworden, dass ich es nicht mehr anziehen wollte. Außerdem war es dann auch irgendwie out und durch. Eines Tages werden sich die Reste davon auf einem Bild finden. Ich habe eine Materialschachtel in der nur schwarz-weiße Sachen sind, da ist es drin. Ich fahre alsbald zu meinen Schachteln! Noch schön aufhübschen, Müll runter und los.

10. Februar 2023

KLEINES GLÜCK. Kugelschreiber auf Brotkörbchendeckchen, 12. Oktober 2000, 29 cm x 37 cm, Staatliche Museen von Gaganien. Aus meiner Serie „Ausrangierte Tisch- und Bettwäsche“. Das war eines dieser kleinen Fransendeckchen aus Leinen, die man in Brotkörbchen legt. Wo die Schildkröte ist, waren hartnäckige Flecken von irgendeinem Salatöl. Wie die da auch immer hin gekommen sind. Mein ultimativer Haushaltstipp gegen Flecken auf Tisch- und Bettwäsche: kleine Tiere drauf malen. Hilft immer!

09. Februar 2023

Burt Bacharach – In memoriam.

*12. Mai 1928 – 8. Februar 2023

Close To You
Do You Know The Way To San Jose?
Magic Moments
Raindrops Keep Fallin‘ On My Head
I Say A Little Prayer
What’s New Pussycat?
Tower Of Strength
I Just Don’t Know What To Do With Myself
I’ll Never Fall In Love Again
Anyone Who Had A Heart
A House Is Not A Home
You’ll Never Get To Heaven If You Break My Heart
The Look Of Love
Walk On By
Don’t Go Breaking My Heart
Always Something There To Remind Me
What The World Needs Now Is Love
Reach Out For Me
Wives And Lovers
Make It Easy On Yourself
Don’t Make Me Over
Trains And Boats And Planes
Wishin‘ And Hopin‘
This Guy’s In Love With You

So viele Gefühle und Erinnerungen in dieser Musik. Eine meiner ältesten Erinnerungen in Verbindung mit Musik ist für mich, dass Raindrops Keep Fallin On My Head eines meiner Lieblingslieder aus dem Radio war. 1969, ich zwischen Drei und Vier. Ich konnte es nicht oft genug hören und noch heute liebe ich es. Und Walk On By. Und What The World Needs Now. Und The Look of Love. Und This Guy’s In Love With You. Und Say A Little Prayer. So ein bezauberndes musikalisches Lebenswerk. THANK YOU FOR THE MUSIC, Burt Bacharach.

09. Februar 2023

Führt jemand von Euch ein ganz privates Tagebuch, das niemand sonst je sieht und liest, außer Euch selbst? Handschriftlich in einem schönen oder auch profanen Notizbuch oder Taschenkalender oder als fortlaufende Datei? Einträge, in denen schmerzhafte oder erfreuliche Begebenheiten festgehalten und erörtert werden, mit Gefühlen und Daten und Namen? Besondere Begegnungen, Liebesleid und Liebesfreud, so privat, dass es niemand sonst zu Lebzeiten lesen soll, darf?

Ich habe mich vor zwanzig Jahren konsequent davon gelöst, als ich zu öffentlichen Einträgen, die auch immer persönlicher und ausführlicher wurden, überging, woraus sich mein Blog entwickelte. Ich hatte gar nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlt, obgleich ich bis zu diesem Wendepunkt sehr regelmäßig hochemotionale Dinge handschriftlich auf Papier festhielt, die auch heute noch für mich erkennen lassen, wer oder was gemeint war. Namen konnten im Schutz des Privaten vermerkt werden, ohne Aufruhr auszulösen.

Eher selten dachte ich später, als ich im Internet nur noch mit sehr bedachter, großer Diskretion schrieb, und eher Andeutungen machte, dass ich gerne viel deutlicher erzählen würde. Merkwürdig, diese Zäsur.

Heute, rückblickend, bin ich geradezu mitgenommen und oft auch schockiert, durch welche tiefen Abgründe ich emotional gegangen bin, und mit welcher Deutlichkeit ich Vieles von meinem elften bis zu meinem 37. Lebensjahr dokumentierte. Sehr detailliert, noch beim Lesen später bis heute schmerzhaft. Das Wiederaufleben eines abgeschlossenen Empfindens durch die schiere Lektüre. Schönes auch, aber so viel Schmerz.

Davon musste ich mich wohl auch erholen. Mir wurde klar, dass ich das Schmerzhafte durch die Niederschrift gar nicht loswerde, sondern verewige. Ja, das war der Grund.

Wenn ich – allerdings selten – davon höre, dass jemand wie ich ein persönliches Blog schreibt und zusätzlich ein privates Tagebuch, fühle ich mich als Leserin irgendwie betrogen. Als ob noch größere Schätze vorhanden sind, die mir vorenthalten bleiben. Ich weiß, das ist unsinnig, denn ich verschließe ja auch Einiges tief in mir. Manches ist engen Freunden teilweise oder auch weiter gehend bekannt, manches mache ich nur mit mir aus. Es gibt ja keine Berichterstattungspflicht zum Privatleben.

Aber es ist immer wieder auch eine Gratwanderung für mich, weil viel und leidenschaftlich und kontinuierlich schreibende Menschen auch um das Potenzial als interessante und inspirierende Lektüre für andere wissen, das eben vor allem intime Bekenntnisse haben. Wenn ich in mich hineinhöre, spüre ich, dass sich weiterhin kein Drang abzeichnet, sehr viel mehr zu offenbaren. Ich versuche die Grenze aber auch nicht zu hart zu setzen. Mitgefühl wäre immer zu erwarten, das ist nicht die Befürchtung, eher Verletzung, Preisgabe von Beteiligten durch unerwünschte Offenbarungen. Was nur meine Abgründe angeht, darf ich frei entscheiden, zu offenbaren.

08. Februar 2023

Talentierte, ambitionierte TraumdeuterInnen bitte lesen.

Mir träumte letzte Nacht, ich kaufte einen Blumentopf, eventuell auch ein Töpfchen Küchenkräuter, im Supermarkt, stellte es in meinem alten Kinderzimmer unterm Dach ans Fenster, und stellte fest, dass ein süßer kleiner Gecko rauskrabbelte. Ich war ganz aus dem Häuschen, weil das Tier so süß und liebenswert war – und gratis! Knallgrün und zum Verlieben. Es war wie ein Glücks-Omen.

Ich beobachtete das süße Tier und schwelgte. Auf einmal kamen noch andere kleine Echslein dazu, es wurden immer mehr. Faszinierend! Ich fand es immer noch toll. Ich nahm wahr, dass die kleinen Geckos wuchsen, ich konnte zusehen. Der erste, den ich entdeckt hatte, wagte nun einen Sprung vom Fensterbrett auf einen Ast von der Pflanze. So geschickt, so süß, ich war ganz stolz auf ihn. Wie hübsch er auf dem länglichen Blatt landete. Eine Wonne!

Ich drehte mich um, Richtung Bett, auf einmal sah ich, dass aus allen Ecken immer größer werdende Echsen kamen, alle quietschgrün und auch ein bißchen unheimlich. Sie konnten zubeißen, das konnte ich sehen. Sie wurden immer größer und ich hatte plötzlich Panik, wo das enden sollte und wie ich die Tiere halten könnte und durchbringen und es wurden immer mehr und mehr, oh je oh je.

Ich hatte Angst und fand das alles gar nicht mehr süß. Ich überlegte schnell, ob es in Ordnung wäre, bei einem Tierheim oder so anzurufen, ob man die Echsen da abgeben könnte. Ich dachte noch, wie erkläre ich das denn, dass ich so viele grüne Echsen habe, die ich auf einmal loswerden will. Ich war ganz durcheinander und bin dann zum Glück aufgewacht!

07. Februar 2023

Heute gratuliere ich Alban Nikolai Herbst auf das Allerherzlichste zu seinem Geburtstag. Das Foto habe ich am 14. September 2016 gemacht. Man könnte denken, es sei im Rahmen einer Verabredung entstanden, wo man dem zu Fotografierenden kleine Vorgaben macht, wie, sich auf einen Stuhl zu setzen, etwas mehr in die oder die Richtung zu drehen, ein wenig in die Ferne zu blicken. Aber ganz anders. Ich mache weder Vorgaben, noch gebe ich Anweisungen. Es gibt von mir maximal Vorschläge für einen Bereich im Raum. Dieses Bild ist bei einer Lesung entstanden, die Alban moderiert hat und dazwischen hörte er einfach zu. So sieht er aus, wenn er aufmerksam zuhört. Ich musste nur abdrücken. So habe ich es immer am liebsten gehalten: die Lage sondieren und mich in eine entsprechende Position zu bringen, die mir Fotografien ermöglicht, die ich interessant genug finde, sie zu verewigen. Bei mir bewegt sich also nicht „kamerabewusst“ das fokussierte Subjekt in meine Richtung, sondern ich bewege mich. Ohne merkliche Kommunikation, ein stillschweigender Vorgang.

06. Februar 2023

Winterliche Grüße von Gaga Karenina! Schon ist der herrliche Schnee, der in der Nacht mein kleines Städtchen weiß gemacht, geschmolzen. Aber zur Morgenstunde konnte ich guter Dinge meine modisch ambitionierte Reihe „Schick durch den Winter“ mit Mützenmodenschau weiter zelebrieren, ohne mich allzu großer Exaltiertheit verdächtig zu machen. Ein besonders warmes Modell, echt Webpelz. Da mich mein belesener junger Kollege als Anna Karenina begrüßte, greife ich es gerne auf. Gaga Schiwago wäre auch noch in petto gewesen, aber Doktor Schiwagos Lara hieß ja gar nicht Schiwago, sondern Antipowa. Das weiß doch kaum einer. Ich bin für gut verständliche Einträge. Wünsche eine gute Woche!

05. Februar 2023

Sophienkirchturm. Jetzt, im kahlen Winter, sehe ich den Turm noch besser. Er gehört zu den vertrauten Bauten, wenn ich aus dem Wohnzimmerfenster schaue. Tatsächlich ist er auf der Sichtachse, von wo ich meine Einträge tippe. „Der filigran gestaltete Westturm ist in der frühen Barockzeit hinzugebaut worden und gilt inzwischen als der einzige erhaltene barocke Kirchturm in Berlin.“ Die Grundsteinlegung für die Sophienkirche war 1712. Sie hat alle Kriege unbeschadet überstanden. Bemerkenswert. Deswegen auch der schöne satte, alte Grünspan.

04. Februar 2023

Bevor ich in meine Werkstatt entschwinde, zeige ich Euch mein ultimatives Ernst-Fuchs-Käppi. Wenn ich später mal Malerfürstin bin, habe ich schon verschiedene Outfits in petto und bin für den großen Auftritt vorbereitet! Das Modell habe ich bei Amazon geschossen und nennt sich Kufi und wird gerne von Herren der islamischen Welt getragen, gerade auch zum Gebet – und von mir! Da ich mein ganzes Leben als Gebet betrachte, ist sie auf meinem Kopf gut aufgehoben. Es gab noch andere herrliche Modelle, die ich schon im Einkaufskörbchen hatte, dann hab ich aber ausnahmsweise mal das Kleingedruckte gelesen und gesehen, dass die aus Ländern geliefert werden würden, wo wieder jede Menge Zoll anfällt, und dann kostet das Häubchen auf einmal siebzig statt zwanzig Euro unterm Strich, wenn dann die Rechnung vom Zoll dazukommt. Und nun werde ich mich aufmachen. Ich bearbeite gerade acht Bilder gleichzeitig, liegen alle auf dem Boden. Hab ich noch nie gemacht, so viele parallel zu behandeln. Macht auch Spaß, wenn ich bei einem gerade nicht weiter weiß, schau ich auf eines der anderen, und mir geht ein Licht auf, was der nächste Schritt ist. Sehr überraschend. Ich weiß ja nie, was am Ende dabei rauskommt. Die Untergründe sind diesmal bis auf eine kleine, gefundene Leinwand durchweg selbst gemacht, also mit Resteverwertung. Ich hatte ein paar Stoffreste und abgeschrabbelte Frotteetücher, auch große Badetücher, die eine schöne Textur als Bilduntergrund haben, zum Abtrocknen sind sie nicht mehr flauschig genug, ich bin da empfindlich. Ich habe die aussortierten Frotteetücher und Stoffreste ausgemessen und dann auf der kurzen und langen Seite je 10 Zentimeter abgezogen und mir dann aus großen Versandkartons passende Teile zurechtgeschnitten, und die Stoffteile draufgeklebt, an den Seiten nach hinten umgeklappt. Das sind interessante Maluntergründe, funktioniert! Und fast gratis, vom Klebstoff abgesehen. Ich habe die gemessenen Endformate immer auf gängige Maße reduziert, falls ich Rahmen dafür besorge, kann ich Standardmaße nehmen, ist günstiger. Z. B. 40 cm x 80 cm für gängige kleinere Handtücher.

03. Februar 2023

EUKALYPTUSASTGABELTERMITE. Kugelschreiber auf Bettlaken 28 x 36 cm, 11. Oktober 2000. Das Bild korrespondiert zeitlich mit dem Foto, das ich im vorigen Eintrag von mir gepostet habe. Ich habe das Tierchen fünf Wochen davor, daheim auf ein Stück Bettlaken gemalt.

Zur Jahrhundertwende, also im Jahr Zweitausend, hatte ich eine vorübergehende Phase, in der ich Musik der Ureinwohner von Australien hörte, ganz Archaisches, aber auch Crossover, fast immer mit Didgeridoo, der Klang beruhigte mich. Das Instrument wird aus Eukalyptusstämmen- und Ästen gebaut, die von Termiten ausgehöhlt wurden. Meine musikalisch gebildeten Leser wissen das bestimmt, aber ich erwähne es noch einmal extra, um den Zusammenhang mit dem abgebildeten Tier herauszustreichen!

Ich hatte ein zerschlissenes Bettlaken und kam auf die Idee, es zu bemalen. Vielleicht habe ich dabei auch Didgeridoo-Musik gehört. Das Tier hat sich von selbst gemalt, mir war sofort klar, dass es sich eindeutig um eine Eukalyptusastgabeltermite handeln muss!

Auf die anderen Reste vom Bettlaken habe ich andere Sachen gemalt, z. B. eine große Wasserschildkröte. Ich merkte dann, dass es mir sehr gut gefällt, auf Stoff zu malen, was ich lange vorher, 1982, nur zweimal gemacht hatte, auch auf Bettlaken. Einmal ein Portrait von Romy Schneider, nachdem sie gestorben war, und ein weiteres Portrait, das die junge Patti Smith zeigt.

Als ich dann vor rund zwanzig Jahren alle Laken- und Stoffreste bemalt hatte (z. B. eine fleckige Leinenserviette und einen zerschnittenen Baumwolleinkaufsbeutel, eine fleckige gelbe Leinentischdecke und ein großes Stück Jute, in das mal ein Geburtstagsgeschenk eingewickelt war), holte ich mir ein paar kleinere Leinwände und bemalte sie mit den wenigen Farben, die ich daheim für den Hausgebrauch hatte. Ein Rest Wandfarbe war auch dabei.

Da hatte ich meine Werkstatt noch nicht. Als ich Lust bekam, immer größere Leinwände zu bemalen, habe ich mir die kleine Werkstatt gesucht, um nicht den Teppichboden in meiner Wohnung zu versauen, und auch um Platz für große Leinwände zu haben. So kam das alles. Aber wieder angefangen hat der Drang mit dem Bildermalen mit der niedlichen kleinen Eukalyptusastgabeltermite!

02. Februar 2023

VAMP | 24. Mai 1975 | Wasserfarbe auf Papier gespiegelt 15 x 20. Ein weiteres Frühwerk von klein Gaga, mit neuneinhalb gemalt. Eine sehr zeitsparende Maltechnik: ich habe mit viel nasser Wasserfarbe ein halbes Gesicht auf die eine Papierhälfte gemalt, dann gefaltet und die leere Papierhälfte auf das nasse halbe Gesicht gedrückt. Ergebnis gefällt mir gut, prima Drucktechnik! Tolle Vamp-Wimpern, verschleierter Blick, schöner großer Mund.

01. Februar 2023

Früher, also ganz früher, als ich klein war, gab es im Radio eine Sendung, die meine Mama gerne beim Bügeln hörte. Sie kam am Nachmittag zur Kaffeestunde. Die Radiosendung hieß „Glückwunschkonzert“ Ein älterer Onkel mit gemütlichem Tonfall las Geburtstagsglückwünsche vor, die Hörerinnen und Hörer an den Bayerischen Rundfunk geschickt hatten, verbunden mit einem Musikwunsch. Es wurde Oma zum achtzigsten Geburtstag gratuliert oder den Großeltern zur Silberhochzeit. Korrespondierend zum Alter der Jubilare wurde altmodische Musik gespielt, Evergreens und Operettenlieder oder auch mal ein schöner Wiener Walzer. Richard Tauber wurde auch sehr gerne gewünscht. Ich saß dabei auf der Kücheneckbank und durfte die frisch gebügelten Taschentücher übereinander legen oder auch was malen. Vielleicht habe ich auch schon Hausaufgaben gemacht, aber das weiß ich nicht mehr, ich war doch noch klein!

Das ist mir alles gerade wieder eingefallen und ich habe herausgekriegt, wie die Erkennungsmelodie war, nämlich der Walzer „Gold und Silber“ von Franz Lehár. Hier von den Wiener Philharmonikern unter John Eliot Gardiner gespielt. Nach dem Vorspiel kommt ab Minute 1:20 die Hook, die kennt jeder! Mit diesem festlich eleganten Lehár-Walzer möchte ich heute Ina zu Ihrem Wiegenfest gratulieren! Harry Styles feiert heute ebenfalls Geburtstag, auch ihm ist dieses kleine Glückwunschkonzert zugedacht, er liest ja sicher mit. Und ein paar Walzertöne kommen bestimmt auch im Himmel an, bei Glark Gable und Lisa Marie Presley, die heute ebenfalls Geburtstag gehabt hätten. Mit den erdenklich besten Glück- und Segenswünschen für ein goldenes neues Lebensjahr, droben im Himmel und hienieden auf Erden!

31. Januar 2023

Atmosphärisch ungeheuer dichter Song von David Crosby, veröffentlicht vor drei Jahren, „Rusty and Blue„. Ich erwischte davon einen Fetzen in einer Doku über ihn, die sehr sehenswert ist, „Remember my Name, in der arte-Mediathek. Ich bin schlicht nicht in der Lage zu beurteilen, ob die Doku auch für jemanden interessant ist, den die Musik von Crosby, Stills & Nash & Young nicht durch Jugendjahre begleitet hat. Es ist ein sehr ungewöhnliches, charaktervolles Portrait einer störrischen Persönlichkeit. Gerade das gefiel mir darin an ihm. Und wie er gegen Ende klein bei gibt, demütig und doch aufrecht zugibt, wie oft er sich menschlich daneben verhalten hat und es ihm leid tut. Ein starker, ungewöhnlicher Film. Der Song „Rusty and Blue“ auch, stark und ungewöhnlich. Ich wusste gar nicht, dass er so eine intensive Beziehung mit Joni Mitchell hatte. Also nicht ZU, sondern MIT. Wie gesagt: ich vermag nicht einzuschätzen, für wen, der das liest, dieser Film von Interesse ist. Bei „Rusty and Blue ist außerdem bemerkenswert, dass sich David Crosby einen relativ jugendlichen Ton seiner Stimme bewahrt hat, er klang 2020 nicht wie kurz vor Achtzig. Im selben Alter hatte Udo Jürgens wesentlich stärkere, altersbedingte stimmliche Einbußen, und er wollte es nicht wahrhaben, äußerte allen Ernstes, er würde im hohen Alter besser singen als je zuvor. Da hat wohl auch das Gehör nachgelassen. Eine häufige, tragische Beobachtung bei Berufs-Sängern. Aber zum Glück sind ihre besten Zeiten und Aufnahmen für immer und ewig konserviert. Mögen beide in Frieden ruhen.

31. Januar 2023

Es gibt existenzielle Momente im Leben, die einem auch in genau dem Moment bewusst sind. Begleitet von innerem Zittern, großer Aufregung. Wenn man den Ausgang einer Entwicklung nicht kennt, aber weiß, das könnte jetzt ein Wendepunkt werden. Ich hatte das schon einige Male im Leben, zuletzt vorgestern, am Sonntag Abend. Ich hatte in den letzten drei Monaten, seit Oktober 2022 erfolgreich verdrängt, dass es eine Veränderung bei der Konstellation mit meiner kleinen Werkstatt geben könnte. Wenn es zu meinem Nachteil wäre, würde ich mich in einer mir wichtigen Hinsicht neu orientieren müssen. Ich habe ein Liebesverhältnis mit meiner kleinen Werkstatt. Sie empfängt mich immer mit offenen Armen, bereichert mich seelisch, wärmt mich, lässt mich Raum und Zeit und alle Schwierigkeiten irdischer Existenz vergessen. Der Flow und die damit verbundene Erholung stellt sich immer ein. Was mache ich, wenn ich das verliere? Kann ich mir je wieder etwas Vergleichbares leisten? Wohin mit all den Bildern….? Meinem Herzblut? Gestern teilte ich Lydia mit:

„(…) hab gerade der neuen Vermieterin meines Ateliers geschrieben, es ist die Witwe meines Vermieters, hab ihr mein Beileid ausgedrückt und dass ich froh bin, dass sie es übernimmt…. (…) bin so erleichtert deswegen… hab ihren Brief gestern spätabends in der U-Bahn aufgemacht und gelesen, total aufgeregt, was da jetzt drinsteht, war eine liebe Karte drin mit Foto von ihrem verstorbenen Mann und Danksagung für die Beileidsbekundungen und dass sie das Haus selbst weiterverwalten möchte. Uff.

Liebe Frau (…).,

als langjährige Mieterin in der (…) Straße (…)7, möchte ich mich hiermit gerne bei Ihnen melden und Ihnen mein Mitgefühl aussprechen. Ich habe erst am Wochenende die Karte und Ihr Schreiben aus dem Briefkasten geholt, nachdem ich mehrere Wochen mit einer Lungenentzündung krank war. Jetzt bin ich erholt und wieder regelmäßig dort.

Es ist mir auch ein Anliegen, Ihnen zu sagen, dass Herr (…). für uns Mieterinnen und Mieter ein Glücksfall war. Nie davor und danach habe ich in einem Mietverhältnis so ein Verantwortungsgefühl und so eine Fairness erlebt. Menschlich ein ganz großer Verlust, auch wenn man als Mieterin nur gelegentlich Kontakt hatte. Als ich den Aushang im Oktober sah, war ich regelrecht geschockt. Sie können sich denken, dass einem vieles durch den Kopf geht, wenn eine Änderung des Mietverhältnisses ansteht. Umso froher bin ich, von Ihnen zu hören, dass Sie die Verwaltung in Nachfolge Ihres Mannes übernehmen werden.

Sie wissen ja, dass ich die kleine Wohnung als Atelier zum Malen nutze (…) es ist für mich der dritte Raum, der mir in meiner eigentlichen Wohnung fehlt. Ich bin bis heute unendlich dankbar, dass ich diese kleine Einzimmerwohnung in der zweiten Etage vor zwanzig Jahren gefunden habe und Herr (…). hatte auch keine Einwände. Er meinte nur: „Hauptsache, die anderen Mieter werden nicht belästigt. Wenn es nicht im Treppenhaus nach Farbe riecht, dann ist es völlig in Ordnung.“ Da konnte ich ihn beruhigen, da ich lösungsmittelfreie Farben benutze, ich male mit Acryl, das riecht gar nicht.

Es ist eine sehr stabile und nette Mietergemeinschaft mit einem freundlichen Umgangston in dem Haus, man fühlt sich wohl und sicher. Ich bin mir sicher, dass das unter Ihrer sorgsamen Verwaltung auch so bleiben wird, dafür und auch sonst wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Gaga Nielsen
vom gaga-atelier

30. Januar 2023

Heute: Gaga Rebroff. Jüngere Leser fühlen sich vielleicht eher an Jay Kay von Jamiroquai erinnert, aber ich möchte heute Ivan Rebroff ehren. Als ich klein war, trat er in mindestens jeder zweiten Fernsehshow auf. Später kam raus, dass er gar kein Russe, sondern Berliner war! Ein schlimmer Fall von kultureller Aneignung, der aber inzwischen verbüßt sein dürfte, da Herr Rebroff Zweitausendacht das Zeitliche gesegnet hat, und wenn er dafür in die Hölle gekommen ist, fünfzehn Jahre Fegefeuer hinter sich hat. Das sollte langen, nach meinem Dafürhalten. Ich persönlich trage solcherlei Mützen aus medizinischen Gründen, sie wurden mir von meinem Leibarzt verschrieben. Ich fühle mich seither schon viel besser! Als nächstes probiere ich eine blauschwarze Waschbärmütze aus echt Webpelz aus, von der ich mir ebenfalls sehr gute medizinische Erfolge verspreche. Ich berichte zeitnah!

30. Januar 2023

Also die Versace-Brille lässt mich doch sehr autoritär aussehen. Sie erfüllt ihren Zweck als Windschutzbrille, aber sonst ist sie mir ein bißchen zur klobig. Mein Gott ja, ich habe online bestellt, ohne aufzuprobieren, weil mir die Greca-Intarsien im Bügel so gefallen haben, und das Damen-Modell war mir zu schmetterlingshaft verspielt, aber dieses Modell für den Herrn lässt mich doch sehr hart und unerbittlich aussehen, so bin ich doch gar nicht! Zwar hilfreich, wenn man nachts in dubiosen Ecken unterwegs ist, was auch regelmäßig der Fall ist (ich fahre U8), aber da habe ich wieder das Bedürfnis, die Brille abzusetzen, wenn es endlich mal keinen kalten Wind gibt. Ich muss doch immer weinen, wenn mich kalte Luft umweht. Habe ich neulich auch in einem Ärzteblatt gelesen, dass gegen tränende Augen draußen eine Sonnenbrille hilft. Das weiß ich schon lange. Aber die hier würde ich ganz gerne an jemanden weitergeben, der sie besser tragen kann. Ein Mann!

29. Januar 2023

Gestern und auch heute ist das mein vor-die-Tür-zur-U-Bahn-geh-Outfit. Ich nenne es „Gaga Fuchs“, wegen der Form der Mütze. Maler-Meister Ernst Fuchs hat immer ähnlich geformte Mützen und Kappen getragen, dafür war er bekannt. Ich gedenke seiner gerne, umso mehr, als ich vor neun Jahren durch seine herrliche Otto-Wagner-Villa im Wiener Bezirk Hütteldorf spazierte. Da lebte er noch, hatte sich aber in die privatesten Räume zurückgezogen. Von allen begehbaren Räumen und Salons habe ich unendlich viele Fotos gemacht, auf einigen bin ich auch zu sehen, die hat Duke geschossen, den ich nach vielen Jahren in Wien wiedertraf. Hier ist die ganze Sammlung mit den Bildern der Fuchs-Villa und auch des Gartens mit herrlichen Skulpturen. Muss man gewesen sein, muss man gesehen haben. Ich empfehle mich, Gaga Fuchs

28. Januar 2023

Vor dem Zubettgehen (Eurem, nicht meinem) noch ein schneller Eintrag mit Lokalkolorit. Ich komme gerade von der U-Bahnfahrt von meiner Werkstatt heimwärts. Was in keinem Reiseführer steht: seit mindestens einem Jahr hat das Ansageband „Zurückbleiben bitte“ manchmal einen Hänger. Lustige Hänger! Es gibt einen Hänger, der macht, dass die Ansage ganz schnell rappt: „ZurückbleibenZurückbleibenZurückbleiben!!!“ Sehr schmissig und irgendwie Berlin-gemäß. Dann gibt es aber auch noch die Variante, die meine allerliebste ist, dass das „Zurückbleiben“ verschluckt wird und der Mann nur noch „Bitte….!!!“ sagt. Immer wieder, mit so einer kleinen Pause dazwischen, fast flehentlich: „BITTE….!!!“. Ich stelle mir dann vor, dass er seine Freundin oder Frau anfleht, ihn nicht zu verlassen. Er hat nämlich eine sehr gefühlvolle Stimme und er tut mir dann immer so wahnsinnig leid. Ich mag ihn einfach. Ich stelle ihn mir So Ende Dreißig, Anfang Vierzig vor, mit braunen Haaren, schlank und glatt rasiert. Ein athletischer, aber romantischer Typ mit dunkel blickenden, gefühlvollen Augen. Wie Bambi oder ein treuer Hund. Mich hat noch nie ein Mann angefleht: „Bitte, verlass mich nicht…!“ Ich hab auch noch keinen verlassen, also nicht so richtig, das ist nicht mein Stil. Das wollte ich mal erzählen. Bißchen Berliner Lokalkolorit und was mir beim Ansage-Hänger in der U8 so durch den Kopf geht. Und nun gute Nacht!

26. Januar 2023

Am Sonntag wurde nicht nur Abschied von Lisa Marie Presley in Memphis genommen, sondern auch vom Rickenbacker’s Music Inn in Berlin. Ich war bei diesem Abschied leider nicht dabei. Der Berlin Beat Club hatte noch ein letztes mal dort gespielt, wo ich ihn oft erlebte, meistens war Ina mitgekommen. Ich habe in meinem Archiv gestöbert, welche Fotos ich dort gemacht habe, sind doch einige. Und die ich besonders mag, habe ich in ein Album gepackt, hier. Viele Erinnerungen an schöne Abende mit Musik mit Herzblut. Von Musikern mit Herz und Musik im Blut. Immer ganz nah dran. Und das war ich auch mit der Kamera: immer ganz nah dran. Mit dem Herzen dabei. Im Album: Maria, Jovica Hendrix, Hans Rohe und Hans Werner Olm, Ilka, Simone Reifegerste, Melanie, Karl, Martin Goldenbaum, Gabi, Tom vom Berlin Beat Club und viele andere. Eine Ära ist zu Ende. Man wird sentimental. Hier sind alle Alben zu sehen. Es gibt schon Pläne und einen Ort für neue regelmäßige open stage Sessions, im Loci Loft, das werde ich mir bald einmal anschauen. Live Musik ist einfach das Schönste. Wir sehen uns.

24. Januar 2023

Vor elf Jahren, im Januar 2012, veröffentlichte Lisa Marie Presley dieses Lied „Storm & Grace“, das sie gemeinsam mit dem britischen Songwriter Richard Hawley komponiert hatte und ihrem damals zwanzigjährigen Sohn Benjamin widmete. Acht Jahre später nahm er sich sein Leben, das brach ihr das Herz. Ich habe mich nie großartig mit Lisa Marie Presley als Songwriterin und Sängerin befasst. Man kriegte das mit, dass sie musikalische Ambitionen hatte, schon als sie noch sehr jung war, aber da sie nie in irgendwelchen Charts auftauchte, vergaß man es auch wieder. Ich finde Storm & Grace sehr hörenswert. Geht ins Blut, ins Herz.

23. Januar 2023

Sind eigentlich Vornamen wie Ralph und Holger schon wieder in Mode? Fällt mir gerade ein, weil ich soeben eine Mail erhielt, wo der Doppel-Vorname des schon etwas älteren Kuriers (schätzungsweise Anfang Sechzig), der mir gerade etwas gebracht hat, vermerkt war.

Als ich zur Schule ging, gab es jede Menge Ralph und Holger, aber auch Thomas und Jürgen und Michael waren immer mehrfach in der Klasse vorhanden. Und Klaus! Kläuse gab es am laufenden Meter! Und Stefan. Und Norbert. Den Namen fand ich immer besonders unattraktiv.

Des weiteren Peter und Alexander. Aber nicht Peter Alexander! So alt bin ich noch nicht. Das Elternhaus von den Alexandern war meistens etwas gehobener, besser situiert, gerne mal mit akademischem Hintergrund, sie sahen meistens auch ganz gut aus. Ebenso die Michaels, und Christian war auch fast schon ein Garant für eine gewisse Hübschheit.

Thomas und Jürgen waren eher solider Durschnitt. Unkomplizierte Typen. Christian, Michael und Stefan waren romantischer. Manche hießen auch Hartmut, damit konnte ich gar nichts anfangen. Einfach spröde!

Nicht zu vergessen: Harald, Sebastian, Martin, Jochen und Bernd! Und Uwe, manchmal auch Kai-Uwe. Nur Kai war dann schon sehr hip und geradezu extravagant modern. Kai-Eltern wohnten in Bungalows. Jörg, Dietmar und Thorsten fand ich jetzt nicht so prickelnd vom Namen her. Süß dagegen waren die Bernhards.

Ein bißchen Mitleid hatte man mit Herbert, Günter, Helmut, Horst und Dieter. Die hatten meistens ganz altmodische oder auch ältliche Eltern und dann hat man sich ein bißchen für die Eltern mitgeschämt, die man gar nicht gekannt hat, weil sie ihr Kind mit so einem uncoolen Namen beleidigt haben. So hat man das eben früher empfunden.

Kristof oder Christoph und Matthias gab es auch in jeder Klasse, das waren ganz coole, schmerzfreie Vornamen. Irgendwie okay! Christoph mit C war etwas romantischer veranlagt als Kristof mit K und kam auch meist aus gutem Hause!

P.S. Ganz vergessen: die ganzen Rainers und Reiners und Reinholde und Reinhards. Auf die Udos und Thilos kann ich jetzt nicht auch noch eingehen, das waren aber auch nicht ganz so viele.