Atmosphärisch ungeheuer dichter Song von David Crosby, veröffentlicht vor drei Jahren, „Rusty and Blue„. Ich erwischte davon einen Fetzen in einer Doku über ihn, die sehr sehenswert ist, „Remember my Name, in der arte-Mediathek. Ich bin schlicht nicht in der Lage zu beurteilen, ob die Doku auch für jemanden interessant ist, den die Musik von Crosby, Stills & Nash & Young nicht durch Jugendjahre begleitet hat. Es ist ein sehr ungewöhnliches, charaktervolles Portrait einer störrischen Persönlichkeit. Gerade das gefiel mir darin an ihm. Und wie er gegen Ende klein bei gibt, demütig und doch aufrecht zugibt, wie oft er sich menschlich daneben verhalten hat und es ihm leid tut. Ein starker, ungewöhnlicher Film. Der Song „Rusty and Blue“ auch, stark und ungewöhnlich. Ich wusste gar nicht, dass er so eine intensive Beziehung mit Joni Mitchell hatte. Also nicht ZU, sondern MIT. Wie gesagt: ich vermag nicht einzuschätzen, für wen, der das liest, dieser Film von Interesse ist. Bei „Rusty and Blue ist außerdem bemerkenswert, dass sich David Crosby einen relativ jugendlichen Ton seiner Stimme bewahrt hat, er klang 2020 nicht wie kurz vor Achtzig. Im selben Alter hatte Udo Jürgens wesentlich stärkere, altersbedingte stimmliche Einbußen, und er wollte es nicht wahrhaben, äußerte allen Ernstes, er würde im hohen Alter besser singen als je zuvor. Da hat wohl auch das Gehör nachgelassen. Eine häufige, tragische Beobachtung bei Berufs-Sängern. Aber zum Glück sind ihre besten Zeiten und Aufnahmen für immer und ewig konserviert. Mögen beide in Frieden ruhen.

Eine Antwort auf „31. Januar 2023

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