22. April 2014

So. Ich gehe jetzt zu Saturn. Mir langt’s mit meinen Dilettanten-Anamnesen in Sachen krankes Uralt-Notebook. Habe vorhin angerufen und erfragt, wie sich der Service gestaltet. Der Mann war so extrem nett am Telefon, dass ich nun den Apparat einpacken werde und auf den Tisch legen, wie mir geheißen wurde. Und dem Techniker sagen werde, was er nach der finalen Explantierung der Trojaner- und Wurmreste draufmachen soll. Ich weiß schon grob was. Ich werde es aber hier nicht benennen, weil das nur sehr wenige werden nachvollziehen können. Ja, ein neues Betriebssystem. Und nein, nicht alle möglichen Sachen, die ich auf dem guten alten Apparat gar nicht benutzen will. Ich will weder Mails schreiben, noch im Internet surfen, noch Bilder bearbeiten. Jedenfalls keine, die nicht laufen können. Ich weiß genau, was ich will. Aber das bleibt mein Geheimnis! Geschäftsgeheimnis! Muss mich noch mal ein bißchen auf Vordermann bringen, bevor ich das Haus verlasse. So ein Techniker zeigt sich einfach noch hilfsbereiter, wenn die Kundschaft wie eine Frühlingsblume duftet! Der wird Bauklötze staunen, was ich da drauf haben will. Haha. Freue mich schon auf das Gesicht! Und auch wie er gucken wird, wenn ich ihm fachmännisch erkläre, was ich schon vorab veranlasst habe, um Sasser platt zu machen. Der lebt zumindest nicht mehr, wenn überhaupt nur sehr rudimentär. Natürlich könnte ich das mit viel Zeitaufwand auch alles selber irgendwie hinfrickeln, aber die Wirtschaft muss stetig angekurbelt werden, und ich habe schon genug Zeit darauf verplempert. Da schreibe ich lieber einen launigen Blogeintrag über meinen geplanten Saturn-Besuch am Alexanderplatz. So, jetzt aber auf, auf!

20. April 2014

Von wegen Auferstehung. Dass ich nicht lache. Voll der Vorfreude und Inbrunst hielt ich mich für die Auferstehung von meinem Heiland GRT896HP, meinem ersten Klapprechner namens Vaio bereit, der Anno 2009 in die Totenstarre fiel, nachdem ihn teuflische Werkzeuge Ungläubiger gemartert hatten. Ein böser Trojaner und ein ekelhafter Wurm namens Sasser. Sein kleiner Bruder hält mir seitdem tapfer die Stange und reicht mir die Hostien für die heiligen Internet-Messen. Aber heute, so dachte ich, wäre die Stunde gekommen, der Auferstehung beizuwohnen. Ich nahm die System-Wiederherstellungs-CD von 2003 aus der goldenen Reliquien-Schatulle und löschte die alten Schriften, um eine neue Ära einzuleiten. Den ganzen Nachmittag saß ich wie gebannt am Altar. Es war vollbracht. Ich schaffte es sogar ins Internet. Doch zu früh gefreut! Die Diener der heiligen Handlungen erinnerten sich nicht miehr an die Rituale, weil in den letzten sechs Jahren neue Gebete eingeführt wurden. Und mein aus der Totenstarre erwachter Heiliger, fand sich ohne Unterstützung der Messdiener nicht mehr in die Liturgie. Wenn Sie mir folgen können. Um es auf den Punkt zu bringen: auch ein verseuchter Rechner sollte mit Updates auf dem Laufenden gehalten werden. Zwar gibt es seit 8. April 2014 keine XP-Updates mehr, aber wenn ich mich mal vorher drum bemüht hätte, wäre vielleicht ein fast aktuelles veraltetes Betriebssystem drauf, und ich hätte ein Dings mit Funktionen, das noch aktuelle Programminstallationen ermöglicht – ach – hätte – ja. Hat nicht sollen sein. Ich hänge ein bißchen an dem alten Apparat. Vielleicht klemme ich ihn mir mal unter den Arm und gehe in den Fachhandel und die können dann da so ein Vista oder so ein Zeugs draufmachen, falls er das verträgt. Und die verbliebenen Wurmexkremente entsorgen. Also das war mein Ostersonntag. Aber ich habe es immerhin versucht. Dass ich es erst nach so vielen Jahren anging, hatte mit einem schwer zu sichernden, umfangreichen Mail-Schriftverkehr zu tun, der mir geraume Zeit zu heilig war. Aber alles versinkt ohnehin irgendwann. Auch ein Vorgeschmack, diese Erfahrung, auf etwas, was man selbst nicht mehr erleben wird. Alte Festplatten mit einst kostbaren Daten werden auf Flohmärkten feilgeboten werden. Wenn überhaupt. Jemand wird sie öffnen wollen und mangels Software keinen Zugang finden. Unfug. Niemand wird sie öffnen wollen. Es wird zu viele geben, und alle sehen gleich aus. Schwarze Kunststoff- und Metallkästen, die keinen Einblick, keinen Vorgeschmack gewähren, was einen erwartet. Anders als alte, lederne Fotoalben auf dem Flohmarkt am Siebzehnten Juni oder sonstwo. Darüber muss man sich klar sein. Wie lange werden unsere Internet-Offenbarungen sichtbar sein? Wenn das Dateiformat irgendwann nicht mehr angepasst wird? Muss man vielleicht lernen, sich nicht zu sehr an die schöne, allzu idealistische Idee zu klammern, dass man etwas Bleibendes hinterlässt. Mehr fällt mir dazu gerade auch nicht ein. Und jetzt wird es langsam dunkel. Aber soll nicht traurig gemeint sein, der Eintrag. Nur ein bißchen melancholisch gefärbt, zwischen all dem Frühlingsgrün. Ich brauche jetzt ein Osterwasser.

20. April 2014

Was mir auch Sorge bereitet: es war heute so ruhig da unten. Ich rede von dem Spielplatz. Es war zwar nicht durchgängig sonnig, aber immer wieder, und es gab weder Regen noch Unwetter. Gebieten Oster-Rituale, Kinder in der Wohnung bzw. an der Ostertafel gefangen zu halten? Ich geißle das. Morgen ist ja auch noch ein freier Tag. Ich werde die Sache im Auge behalten und ggf. Anzeige wegen Nötigung erstatten.

20. April 2014

Was mir auch Sorge bereitet: es war heute so ruhig da unten. Ich rede von dem Spielplatz. Es war zwar nicht durchgängig sonnig, aber immer wieder, und es gab weder Regen noch Unwetter. Gebieten Oster-Rituale, Kinder in der Wohnung bzw. an der Ostertafel gefangen zu halten? Ich geißle das. Morgen ist ja auch noch ein freier Tag. Ich werde die Sache im Auge behalten und ggf. Anzeige wegen Nötigung erstatten.

20. April 2014

Von wegen Auferstehung. Dass ich nicht lache. Voll der Vorfreude und Inbrunst hielt ich mich für die Auferstehung von meinem Heiland GRT896HP, meinem ersten Klapprechner namens Vaio bereit, der Anno 2009 in die Totenstarre fiel, nachdem ihn teuflische Werkzeuge Ungläubiger gemartert hatten. Ein böser Trojaner und ein ekelhafter Wurm namens Sasser. Sein kleiner Bruder hält mir seitdem tapfer die Stange und reicht mir die Hostien für die heiligen Internet-Messen. Aber heute, so dachte ich, wäre die Stunde gekommen, der Auferstehung beizuwohnen. Ich nahm die System-Wiederherstellungs-CD von 2003 aus der goldenen Reliquien-Schatulle und löschte die alten Schriften, um eine neue Ära einzuleiten. Den ganzen Nachmittag saß ich wie gebannt am Altar. Es war vollbracht. Ich schaffte es sogar ins Internet. Doch zu früh gefreut! Die Diener der heiligen Handlungen erinnerten sich nicht miehr an die Rituale, weil in den letzten sechs Jahren neue Gebete eingeführt wurden. Und mein aus der Totenstarre erwachter Heiliger, fand sich ohne Unterstützung der Messdiener nicht mehr in die Liturgie. Wenn Sie mir folgen können. Um es auf den Punkt zu bringen: auch ein verseuchter Rechner sollte mit Updates auf dem Laufenden gehalten werden. Zwar gibt es seit 8. April 2014 keine XP-Updates mehr, aber wenn ich mich mal vorher drum bemüht hätte, wäre vielleicht ein fast aktuelles veraltetes Betriebssystem drauf, und ich hätte ein Dings mit Funktionen, das noch aktuelle Programminstallationen ermöglicht – ach – hätte – ja. Hat nicht sollen sein. Ich hänge ein bißchen an dem alten Apparat. Vielleicht klemme ich ihn mir mal unter den Arm und gehe in den Fachhandel und die können dann da so ein Vista oder so ein Zeugs draufmachen, falls er das verträgt. Und die verbliebenen Wurmexkremente entsorgen. Also das war mein Ostersonntag. Aber ich habe es immerhin versucht. Dass ich es erst nach so vielen Jahren anging, hatte mit einem schwer zu sichernden, umfangreichen Mail-Schriftverkehr zu tun, der mir geraume Zeit zu heilig war. Aber alles versinkt ohnehin irgendwann. Auch ein Vorgeschmack, diese Erfahrung, auf etwas, was man selbst nicht mehr erleben wird. Alte Festplatten mit einst kostbaren Daten werden auf Flohmärkten feilgeboten werden. Wenn überhaupt. Jemand wird sie öffnen wollen und mangels Software keinen Zugang finden. Unfug. Niemand wird sie öffnen wollen. Es wird zu viele geben, und alle sehen gleich aus. Schwarze Kunststoff- und Metallkästen, die keinen Einblick, keinen Vorgeschmack gewähren, was einen erwartet. Anders als alte, lederne Fotoalben auf dem Flohmarkt am Siebzehnten Juni oder sonstwo. Darüber muss man sich klar sein. Wie lange werden unsere Internet-Offenbarungen sichtbar sein? Wenn das Dateiformat irgendwann nicht mehr angepasst wird? Muss man vielleicht lernen, sich nicht zu sehr an die schöne, allzu idealistische Idee zu klammern, dass man etwas Bleibendes hinterlässt. Mehr fällt mir dazu gerade auch nicht ein. Und jetzt wird es langsam dunkel. Aber soll nicht traurig gemeint sein, der Eintrag. Nur ein bißchen melancholisch gefärbt, zwischen all dem Frühlingsgrün. Ich brauche jetzt ein Osterwasser.

17. April 2014


Drei Momente, die etwas Bemerkenswertes hatten. Und immer mit der S-Bahn zu tun. Am Montag war es, dass ich morgens gegen neun Uhr in die S-Bahn am Hackeschen Markt einstieg. Es ist der Strang, der die Ost-City mit der West-City verbindet, grob gesagt, die Strecke, die Alexanderplatz und Bahnhof Zoo verbindet. Wer regelmäßiger Fahrgast ist, kennt sämtliche Darbietungen von Straßenmusikanten, die sich über Monate, Jahre wiederholen. Mit den ewig gleichen Liedern. Den Trupp von zwei bis drei Leuten, die auf einer Handkarre eine Art Karaoke-Apparat mit beträchtlichem Lautsprecher mitführen, aus dem dann die Rhythmusspur dröhnt, um die Tröten und Trompeten und den begleitenden Stimmungs-Gesang zu untermalen. In aller Herrgottsfrüh gibt es eine scheppernde Version von „When the Saints go Marching in“ oder „Hit the Road, Jack“, die nicht geeignet ist, um die Lebensgeister auf angenehme Art zu wecken. Zu Applaus oder Zugabe-Forderungen führt die Aufführung nicht. Nicht etwa, weil Berliner Fahrgäste griesgrämig oder unmusikalisch wären. Ich kann das beurteilen. Na ja. Die Welt ist rund und bunt und manchmal ein bißchen lärmintensiv. Gerade in den Morgenstunden, wenn man oft noch im Alpha-Zustand ist, wo man lieber mit geringfügiger Geräuschkulisse in den Tag gleiten will. Organisch in Zeitlupe erwachen, Halbschlaf-Traumfetzen vorsichtig in die Schublade legen… bitte keinen Krach. Ach.
Montag. Ich betrete den S-Bahn-Wagon. Entfernter, von hinten in der Mitte höre ich etwas, das ein bißchen klingt, wie Street Hassle. Ein anderes Stück, aber ähnlich. Dazu den Rhythmus einer sehr percussiv gespielten Gitarre. Das Cello macht etwas, das sehr treibend ist, ja hypnotisch. Es nervt überhaupt nicht. Ich registriere einen Mann in meiner Nähe, Ausschau haltend, wer da musiziert. Er holt sein Geld aus der Tasche und bewegt sich Richtung Musik. Ich vergesse, mein Buch aus der Tasche zu nehmen. Fahrgäste haben die Augen geschlossen, wippen. Keine Abwehr. Ein unsichtbares Starkstromkabel spannt sich rhythmisch vibrierend durch den fahrenden Raum. Neugier treibt mich weiter. Ich will das sehen. Von wem das kommt. Im Bereich vor den Türen, wo mehr Platz ist als im Gang, auf dem Fußboden, ein Mann Mitte Zwanzig im Schneidersitz. Die Augen geschlossen, der Beat entsteht auf den Saiten einer Westerngitarre. Dreadlocks. Ein fragiler, hellhäutiger Mensch. Neben ihm ein Cello und eine Frau, die es mit einem Ausdruck zwischen hingegebener Konzentration und erotisiertem Lächeln spielt. Grauschwarze Klamotten, trotzige Ausstrahlung. Keine Frisur. Wild, struppig, eigensinnig. Mitunter haut sie bei den Tönen ein bißchen daneben, aber mit großer Impulsivität, und sie bleibt im Flow, hält durchgängig die Spannung. Als ich auf Augenhöhe mit dem Cello bin, spüre ich die Vibration des großen Resonanzkörpers. Auf dem Boden zwei Mützen. Schwarz, schon gut gefüllt. Ein paar Schritte weiter finde ich einen Platz, von dem ich die beiden sehen kann. Das Stück dauert so lange wie meine Fahrt. Kurz vor Bahnhof Zoo Ende. Und dann Applaus. Ein nicht geringer Teil schenkt Beifall. Ich kann mich nur an ein einziges Mal in all den Jahren erinnern, dass jemand in der S-Bahn Applaus bekommen hat. Vor Jahren ein russischer Musiker mit einer Gitarre, der etwas Herzzerreißendes sang; auf Russisch. Da habe ich auch geklatscht. Mit ein, zwei Tränen in den Augenwinkeln. Es entscheidet sich in Sekunden, ob jemand den Nerv trifft. Wie einig wir uns sofort waren, wir zusammengeworfener Haufen von Fahrgästen in einer Berliner S-Bahn.
Ein anderer, mir erinnerbarer Moment am Abend. Im RBB ein Dokumentarfilm über den Berliner S-Bahn-Ring, der mit dem Bau der Mauer zerbrach, durch die Teilung zerstört wurde. Und, ich glaube 2002, nach über vierzig Jahren wieder geschlossen. Heil gemacht. Da war der Moment, als die S-Bahn-Züge aus beiden Richtungen immer näher aneinanderrückten, um endlich wieder verbunden zu werden. Es war eine derart bildhafte Wiedervereinigung, die mich fassunglos auf den Fernseher starren ließ. Da hätte ich gerne ein Taschentuch in Reichweite gehabt. Den Rotz dann mit dem Handrücken abgewischt. Die Dokumentation widmete sich jeder Station des Berliner Rings, die Kamera spazierte in die Straßen rundherum, zeigte Sehenswürdigkeiten und Menschen, die dort zuhause sind.
Und seit gestern, am S-Bahnhof Hackescher Markt, brennen auf der rechten Seite vom Treppenabsatz Kerzen. Weiße Lilien schmücken die Mauer und den Boden, wo sonst immer ein, zwei Obdachlose residierten. Einer saß im Rollstuhl. Oft waren es auch mehr als zwei, man traf sich dort, sie tranken gemeinsam und stritten sich auch ab und zu recht laut. Jetzt sind da nur noch Kerzen und die Blumen. Gestern wie heute. Daneben auf dem Boden ein Zettel, auf dem geschrieben steht: Bitte nicht wegnehmen, ein Freund von uns ist hier gestorben. Es sieht feierlich aus. Ein Altar für jemanden, dessen Heimat zwei Quadratmeter vom S-Bahnhof Hackescher Markt waren. Wer bekommt schon eine Gedenkstätte in Berlin Mitte. Wenn auch nur für ein paar Tage. Irgendwie grandios, trotz der Umstände. Drei Eindrücke, die ich nicht vergessen will.

14. April 2014


Undramatisch. Bin gerade ein bißchen mehr in meiner anderen, dreidimenisonalen Welt. Jenseits der geliebten, luftigen, elektrifizierten. Repariere Sachen, arbeite zuverlässig. Bohre und schraube ein bißchen rum (also wirklich, nicht am Computer). Lese. Suche und finde – zum Glück – Ruhe. Hier bei mir. Daheim. Gucke ab und zu was im Fernseher kommt. Mehr als früher. Schalte aber auch oft frühzeitig wieder ab. Wie heute. Wie gestern. Zu viele Kochsendungen ohne Besichtigungsmöglichkeit von Privatwohnungen. Schon bin ich desinteressiert. Dagegen manche lustige oder auch einfach nur interessante Konversation oder Beobachtung im Alltag. Eine Frau, beinah so alt wie ich, feiert ihren fünfzigsten Geburtstag. Sie erzählt von einer Schiffsfahrt auf der Donau von Passau bis Wien. Hat sie sich gegönnt. Allein. Tochter hat gerade Abi-Prüfungen. Sie schon eine Weile glücklich geschieden. Erzählt von einem Flirt mit dem Barkeeper auf dem Schiff. Ich sehe ihn vor mir. Ich sehe aber keinen Mann unserer Generation. Ich sehe einen um einiges jüngeren Mann vor meinem geistigen Auge. Ungefähr Mitte Dreißig. Obwohl sie ihn in keinster Weise näher beschrieben hat. Nur, wie er gezwinkert hat. Ein Bartender auf einem Schiff. Mit dem sie Lust hatte zu flirten. So einer ist nicht unsere Generation. Oder eher selten. Leider… Ich frage sie, ob es ihr ähnlich wie mir geht. Ich sage, dass ich mitunter merke, wie die dann doch weniger werdenden Avancen auch von Herren kommen, bei denen ich innerlich Formulierungen wie „Was bildet sich der alte Sack eigentlich ein…?“ in freier Schwebe in meinem Kopf registriere. Bei näherer Betrachtung oder Nachfrage stellt sich dann vielleicht heraus, dass es sich um Angehörige meiner Generation handelt. Die sich eben nicht so gut gehalten haben. Wie ich mir von mir gerne einbilde. Was aber nicht in dem Ausmaß stimmen kann, wie ich es gerne von mir empfinde. Denn sonst wären ja die Avancen der jüngeren Generation nennenswerter. Was man sich so einbildet. Sie bestätigt jedenfalls, dass sie auch eine verzerrte Wahrnehmung hat, was die Zugehörigkeit zur eigenen Generation angeht. Dann Frauen der eigenen Generation in der Öffentlichkeit. Ohne Namen zu nennen – aber Unterspritzungen lassen einen selten jünger und frischer aussehen. Das Phänomen bei solchen Eingriffen ist ja erschreckenderweise, dass ein sichtbarer Eingriff immer die Assoziation von einem noch weit fortgeschrittenerem Alter auslöst, als der Personalausweis offenbaren könnte. Kaum erkennt man die Unter- und Aufspritzung und die operative Straffung, denkt man an ein Lebensalter zwischen Mitte Fünfzig und Siebzig plus. Ein ganz heikles Unterfangen. Selten wirklich gelungen zu beobachten. Ich wäre ja nicht dagegen, wenn es wirklich gute Beispiele zu sehen gäbe. Wird es wohl auch geben, aber da ist dann wieder Diskretion das Maß aller Dinge. Die angekündigten Bikini-Fotos kommen auch noch irgendwann, aber um nicht weiter kryptische, Teaser-mäßige Andeutungen zu machen – wenn ich je von Bikini-Fotos erzähle, geht es um ein Stück Berliner Architektur. Ich habe aktuell keine Pläne, mich im Zweiteiler aus Stoff zu präsentieren. Wir haben ja momentan auch gar nicht das Wetter dafür. Obwohl, heute war schon wieder ein bißchen mehr Sonne. Und dann auch noch zur Generations-Neurose fällt mir ein, wie ich mich doch allen Ernstes gefreut habe, dass mich im Supermarkt in der Großen Hamburger Straße an der Kasse ein entschieden jüngerer Mann so von der Seite angequatscht hat. Er war nicht ganz nüchtern, vermute ich. Zumindest zielten seine Pläne für den Feierabend eindeutig in diese Richtung. Wir hatten beide alkoholische Getränke auf dem Förderband. Er meinte dann so ungefähr: „Das wird wohl wild heute Abend!“ Ich: „Och nö, nicht so wild…“ Auf jeden Fall freut man sich dann auch schon mal, so vor dem demnächst anstehenden, beginnenden fünften Lebensjahrzehnt, wenn man von so einem Mittdreißiger von der Seite angequatscht wird. Also nicht als Mutti. Habe ich eigentlich schon einmal erzählt, was meine absolut favorisierte Männer-Reaktion im Straßenverkehr ist? Auch von Frauen natürlich, da nur noch seltener erfahren: in dem Augenblick, in dem man auf Augenhöhe vorbeiläuft, anfangen ein Liedchen zu summen. Würde ich mich nie beschweren. Wenn sie mir den Tag verschönern wollen, und ich an ihnen vorbeilaufe, fangen sie doch einfach an ein kleines Lied zu summen. Ich liebe das. Nicht pfeifen, keine Bemerkung, keine Sprüche. Nur ein kleines Lied. Das führt auch zu nichts Weiterführendem, aber es macht den Tag ein bißchen frühlingshafter. Und ich weiß dann, dass ich so weitermachen kann. Und noch nicht jenseits von Gut und Böse bin. Alles auf Anfang. Irgendwie. So ähnlich. Sinngemäß. Und so weiter und so f.

14. April 2014


Undramatisch. Bin gerade ein bißchen mehr in meiner anderen, dreidimenisonalen Welt. Jenseits der geliebten, luftigen, elektrifizierten. Repariere Sachen, arbeite zuverlässig. Bohre und schraube ein bißchen rum (also wirklich, nicht am Computer). Lese. Suche und finde – zum Glück – Ruhe. Hier bei mir. Daheim. Gucke ab und zu was im Fernseher kommt. Mehr als früher. Schalte aber auch oft frühzeitig wieder ab. Wie heute. Wie gestern. Zu viele Kochsendungen ohne Besichtigungsmöglichkeit von Privatwohnungen. Schon bin ich desinteressiert. Dagegen manche lustige oder auch einfach nur interessante Konversation oder Beobachtung im Alltag. Eine Frau, beinah so alt wie ich, feiert ihren fünfzigsten Geburtstag. Sie erzählt von einer Schiffsfahrt auf der Donau von Passau bis Wien. Hat sie sich gegönnt. Allein. Tochter hat gerade Abi-Prüfungen. Sie schon eine Weile glücklich geschieden. Erzählt von einem Flirt mit dem Barkeeper auf dem Schiff. Ich sehe ihn vor mir. Ich sehe aber keinen Mann unserer Generation. Ich sehe einen um einiges jüngeren Mann vor meinem geistigen Auge. Ungefähr Mitte Dreißig. Obwohl sie ihn in keinster Weise näher beschrieben hat. Nur, wie er gezwinkert hat. Ein Bartender auf einem Schiff. Mit dem sie Lust hatte zu flirten. So einer ist nicht unsere Generation. Oder eher selten. Leider… Ich frage sie, ob es ihr ähnlich wie mir geht. Ich sage, dass ich mitunter merke, wie die dann doch weniger werdenden Avancen auch von Herren kommen, bei denen ich innerlich Formulierungen wie „Was bildet sich der alte Sack eigentlich ein…?“ in freier Schwebe in meinem Kopf registriere. Bei näherer Betrachtung oder Nachfrage stellt sich dann vielleicht heraus, dass es sich um Angehörige meiner Generation handelt. Die sich eben nicht so gut gehalten haben. Wie ich mir von mir gerne einbilde. Was aber nicht in dem Ausmaß stimmen kann, wie ich es gerne von mir empfinde. Denn sonst wären ja die Avancen der jüngeren Generation nennenswerter. Was man sich so einbildet. Sie bestätigt jedenfalls, dass sie auch eine verzerrte Wahrnehmung hat, was die Zugehörigkeit zur eigenen Generation angeht. Dann Frauen der eigenen Generation in der Öffentlichkeit. Ohne Namen zu nennen – aber Unterspritzungen lassen einen selten jünger und frischer aussehen. Das Phänomen bei solchen Eingriffen ist ja erschreckenderweise, dass ein sichtbarer Eingriff immer die Assoziation von einem noch weit fortgeschrittenerem Alter auslöst, als der Personalausweis offenbaren könnte. Kaum erkennt man die Unter- und Aufspritzung und die operative Straffung, denkt man an ein Lebensalter zwischen Mitte Fünfzig und Siebzig plus. Ein ganz heikles Unterfangen. Selten wirklich gelungen zu beobachten. Ich wäre ja nicht dagegen, wenn es wirklich gute Beispiele zu sehen gäbe. Wird es wohl auch geben, aber da ist dann wieder Diskretion das Maß aller Dinge. Die angekündigten Bikini-Fotos kommen auch noch irgendwann, aber um nicht weiter kryptische, Teaser-mäßige Andeutungen zu machen – wenn ich je von Bikini-Fotos erzähle, geht es um ein Stück Berliner Architektur. Ich habe aktuell keine Pläne, mich im Zweiteiler aus Stoff zu präsentieren. Wir haben ja momentan auch gar nicht das Wetter dafür. Obwohl, heute war schon wieder ein bißchen mehr Sonne. Und dann auch noch zur Generations-Neurose fällt mir ein, wie ich mich doch allen Ernstes gefreut habe, dass mich im Supermarkt in der Großen Hamburger Straße an der Kasse ein entschieden jüngerer Mann so von der Seite angequatscht hat. Er war nicht ganz nüchtern, vermute ich. Zumindest zielten seine Pläne für den Feierabend eindeutig in diese Richtung. Wir hatten beide alkoholische Getränke auf dem Förderband. Er meinte dann so ungefähr: „Das wird wohl wild heute Abend!“ Ich: „Och nö, nicht so wild…“ Auf jeden Fall freut man sich dann auch schon mal, so vor dem demnächst anstehenden, beginnenden fünften Lebensjahrzehnt, wenn man von so einem Mittdreißiger von der Seite angequatscht wird. Also nicht als Mutti. Habe ich eigentlich schon einmal erzählt, was meine absolut favorisierte Männer-Reaktion im Straßenverkehr ist? Auch von Frauen natürlich, da nur noch seltener erfahren: in dem Augenblick, in dem man auf Augenhöhe vorbeiläuft, anfangen ein Liedchen zu summen. Würde ich mich nie beschweren. Wenn sie mir den Tag verschönern wollen, und ich an ihnen vorbeilaufe, fangen sie doch einfach an ein kleines Lied zu summen. Ich liebe das. Nicht pfeifen, keine Bemerkung, keine Sprüche. Nur ein kleines Lied. Das führt auch zu nichts Weiterführendem, aber es macht den Tag ein bißchen frühlingshafter. Und ich weiß dann, dass ich so weitermachen kann. Und noch nicht jenseits von Gut und Böse bin. Alles auf Anfang. Irgendwie. So ähnlich. Sinngemäß. Und so weiter und so f.

05. April 2014








Blöd. Keine Bikini-Fotos. Ich muss mich dafür entschuldigen. Denn schließlich war ich doch im Bikini, am Donnerstag! Vorher hab ich Bilder gemacht, aber als ich dann im Bikini war, habe ich auf einmal gemerkt, dass ich meinen Fotoapparat vergessen habe. Wie blöd! Als ich dann nicht mehr im Bikini war, sondern wieder daheim, wollte ich wenigstens irgendwelche anderen Fotos machen. Deswegen habe ich einfach den Balkon fotografiert, weil mir eben nach Bildern machen war. Es war dann schon Abend und die Sonne auch weg und deswegen gibt es eben keine Bikini-Fotos, obwohl das natürlich nicht so attraktiv ist, denn schließlich sind alle verrückt nach Bikini-Fotos! Aber am nächsten Tag war ich gleich wieder im Bikini zu sehen und da habe ich ganz viele Fotos davon gemacht. Die zeige ich auch bald. Zwar hat die Sonne gestern nicht geschienen, aber mir hat es im Bikini trotzdem super gefallen. Das kann man jetzt vielleicht nicht so richtig verstehen, wenn man kein Berliner ist, wieso man als Berlinerin, auch wenn es draußen eher kühl und bewölkt ist, trotzdem gerne im Bikini ist. Aber ich kann das erklären. Also ganz bald. Ungefähr übermorgen. Jetzt aber erst mal Fotos von mir ohne Bikini, sondern im Anzug.

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=143270

05. April 2014








Blöd. Keine Bikini-Fotos. Ich muss mich dafür entschuldigen. Denn schließlich war ich doch im Bikini, am Donnerstag! Vorher hab ich Bilder gemacht, aber als ich dann im Bikini war, habe ich auf einmal gemerkt, dass ich meinen Fotoapparat vergessen habe. Wie blöd! Als ich dann nicht mehr im Bikini war, sondern wieder daheim, wollte ich wenigstens irgendwelche anderen Fotos machen. Deswegen habe ich einfach den Balkon fotografiert, weil mir eben nach Bildern machen war. Es war dann schon Abend und die Sonne auch weg und deswegen gibt es eben keine Bikini-Fotos, obwohl das natürlich nicht so attraktiv ist, denn schließlich sind alle verrückt nach Bikini-Fotos! Aber am nächsten Tag war ich gleich wieder im Bikini zu sehen und da habe ich ganz viele Fotos davon gemacht. Die zeige ich auch bald. Zwar hat die Sonne gestern nicht geschienen, aber mir hat es im Bikini trotzdem super gefallen. Das kann man jetzt vielleicht nicht so richtig verstehen, wenn man kein Berliner ist, wieso man als Berlinerin, auch wenn es draußen eher kühl und bewölkt ist, trotzdem gerne im Bikini ist. Aber ich kann das erklären. Also ganz bald. Ungefähr übermorgen. Jetzt aber erst mal Fotos von mir ohne Bikini, sondern im Anzug.

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=143270

01. April 2014

Nur ganz kurz, vor dem Schlafengehen, zwei herzerwärmende Sachen: heute früh, gegen halb neun, in der Sophienstraße. Ich laufe die kurze Strecke von den Sophie-Gips-Höfen, Richtung Eingang Hackesche Höfe. Die Sonne scheint. Auf dem Gehsteig zieht im Gänsemarsch in Dreierreihen eine kleine Kinder-Herde vorbei. Vorneweg eine Kindergartentante oder Lehrerin, die von hinten wie die Pippi Langstrumpf-Schauspielerin Inger Nilsson ausschaut. Also Pippi ohne Zöpfe in groß. Nicht wegen Ringelstrümpfen oder so, sondern wie sie gelaufen ist. Aber das habe ich ja erst viel später gesehen. Bestimmt waren in der Kinder-Herde, oder wie man das nennt, fündundzwanzig bis dreißig Stück. Ungefähr zwischen fünf und sieben. Ich kann das schlecht beurteilen. Jedenfalls laufe ich an den Kleinen vorbei und höre eine Textzeile, die mir bekannt vorkommt. Von früher, wo ich selber klein war. Die Kinder, hauptsächlich Mädchen, so kommt es mir jedenfalls vor, singen mit strahlenden Gesichtern im piepsigen Chor (und zwar ohne die vorneweg laufende Pippi): „(…), sagt die Biene zu dem Stachelschwein…“ Das kenne ich doch… lange nicht mehr gehört… dass Kinder von heute das überhaupt kennen…„(…) Du und ich, wir stimmen ein: schön ist es auf der Welt zu sein!“. Das war… oh je. Kleine Mädchen spazieren in der Frühlingsssonne, fassen sich an den Händen und singen „Schön ist es auf der Welt zu sein“ …ganz schön überzeugend. Als ich in den schattigen Eingang von den Hackeschen Höfen gebogen bin, war ich geradezu erschüttert, ja einigermaßen gerührt. Und dann heute Abend, wo ich eigentlich nur so den Fernseher angemacht habe, ohne großartig was zu erwarten, ich hatte auch ein paar Sachen nebenher zu tun, ist auf Sat 1 ein Film gekommen, der mich erst richtig zum Heulen gebracht hat. Der da. Das war ganz schön feinsinnig und behutsam gespielt. Da hätte ich als Kathi Thalbach auch eine winzige Nebenrolle übernommen. Zuerst war ich ein bißchen von den punktuellen türkischen Untertiteln gelangweilt. Aber das hatte schon alles seinen Sinn. Schön, dass die Geschichte, wie es überhaupt dazu kam, dass es in Deutschland sogenannte „Gastarbeiter“ gab, einmal so gewürdigt wird. So vielschichtig und anrührend. Der kleine Junge war aber auch zum Adoptieren. Also heute eine Menge Herz und Kinder im Spiel. Muss auch mal sein.

01. April 2014

Nur ganz kurz, vor dem Schlafengehen, zwei herzerwärmende Sachen: heute früh, gegen halb neun, in der Sophienstraße. Ich laufe die kurze Strecke von den Sophie-Gips-Höfen, Richtung Eingang Hackesche Höfe. Die Sonne scheint. Auf dem Gehsteig zieht im Gänsemarsch in Dreierreihen eine kleine Kinder-Herde vorbei. Vorneweg eine Kindergartentante oder Lehrerin, die von hinten wie die Pippi Langstrumpf-Schauspielerin Inger Nilsson ausschaut. Also Pippi ohne Zöpfe in groß. Nicht wegen Ringelstrümpfen oder so, sondern wie sie gelaufen ist. Aber das habe ich ja erst viel später gesehen. Bestimmt waren in der Kinder-Herde, oder wie man das nennt, fündundzwanzig bis dreißig Stück. Ungefähr zwischen fünf und sieben. Ich kann das schlecht beurteilen. Jedenfalls laufe ich an den Kleinen vorbei und höre eine Textzeile, die mir bekannt vorkommt. Von früher, wo ich selber klein war. Die Kinder, hauptsächlich Mädchen, so kommt es mir jedenfalls vor, singen mit strahlenden Gesichtern im piepsigen Chor (und zwar ohne die vorneweg laufende Pippi): „(…), sagt die Biene zu dem Stachelschwein…“ Das kenne ich doch… lange nicht mehr gehört… dass Kinder von heute das überhaupt kennen…„(…) Du und ich, wir stimmen ein: schön ist es auf der Welt zu sein!“. Das war… oh je. Kleine Mädchen spazieren in der Frühlingsssonne, fassen sich an den Händen und singen „Schön ist es auf der Welt zu sein“ …ganz schön überzeugend. Als ich in den schattigen Eingang von den Hackeschen Höfen gebogen bin, war ich geradezu erschüttert, ja einigermaßen gerührt. Und dann heute Abend, wo ich eigentlich nur so den Fernseher angemacht habe, ohne großartig was zu erwarten, ich hatte auch ein paar Sachen nebenher zu tun, ist auf Sat 1 ein Film gekommen, der mich erst richtig zum Heulen gebracht hat. Der da. Das war ganz schön feinsinnig und behutsam gespielt. Da hätte ich als Kathi Thalbach auch eine winzige Nebenrolle übernommen. Zuerst war ich ein bißchen von den punktuellen türkischen Untertiteln gelangweilt. Aber das hatte schon alles seinen Sinn. Schön, dass die Geschichte, wie es überhaupt dazu kam, dass es in Deutschland sogenannte „Gastarbeiter“ gab, einmal so gewürdigt wird. So vielschichtig und anrührend. Der kleine Junge war aber auch zum Adoptieren. Also heute eine Menge Herz und Kinder im Spiel. Muss auch mal sein.

26. März 2014


Mal gucken, wohin die Entwicklung geht, bei der weltweiten Smartphone-Selfie-Manie. Verständlicherweise beobachte ich das als Phänomen besonders interessiert, da es inzwischen dazu geführt hat, dass das Kultivieren hochfrequenter, visueller Selbst-Dokumentation, als Massenmode nicht mehr mit Rückfragen und Erklärungsforderungen oder -Nöten belastet ist. Das Inflationäre macht es flächendeckend nicht mehr wunderlich, weniger besonders, doch das ist kein wirkliches Problem. Vermutlich sind es aber am Ende eher doch diejenigen, die schon immer eine Liebesaffäre mit Selbsterforschung hatten. Selten sieht man leider Aufnahmen, die vom Bildaufbau interessant sind oder gar die Verwechslung mit der Fotografie aus einer wirklichen Foto-Kamera ermöglichen. Da muss doch noch mehr drin sein. Seit Jahren wird die angeblich immer bessere, differenziertere Aufnahmequalität dieser Smartphone-Kameras beworben. Ich sehe im Ergebnis aber überwiegend Verrauschtes und Grobpixeliges. Wie kann das denn angehen? Ich habe ja nun (wie immer wieder gerne von mir kolportiert) noch nie ein Mobiltelephon besessen und auch kein Smartphone und sehne mich auch unverändert nicht danach. Ich meine: was könnte mir so ein Apparat bieten, was ich nicht auch sonst im Leben zu angemessener Stunde genieße? Die Benutzer müssten das ja beantworten können. Übrigens habe ich vor cirka zwei Jahren aufgehört, unterwegs Musik zu hören. Ich hatte bis dahin einen Player, bei dem eine Taste, die entscheidende, wegen Materialermüdung kaputt ging. Da waren Tausende von Songs drauf, aber es kam nicht oft genug Neues hinzu. Ich kümmerte mich nicht darum, mir dauernd neue Musik zu erschließen und runterzuladen. Das geschah nur dann und wann nach einem Zufalls-Entdeckungsprinzip. Im Schnitt vielleicht alle acht bis zehn Wochen ein neuer Song. Oder ein alter, aufs Neue entdeckter. Jedenfalls hatte ich nach dem Exitus des Geräts kein deutliches Gefühl von Defizit. Ich fand es sogar erholsam, mich nicht am Kopf zu verkabeln und mir unterwegs eine ruhigere akustische Zeit zu genehmigen. Das hat sich auch nicht mehr geändert bislang. Auch zuhause höre ich seltener Musik. Zwar schon jeden Tag, aber es gibt auch viele Stunden komplett ohne extra Geräuschkulisse. Ich höre manchmal auch gerne nur das Plätschern in den Heizkörpern, wie einen kleinen Springbrunnen. Und dazu das kleine Geräusch, wenn ich die Tasten beim Schreiben runterdrücke. Ein paar Geräusche durch das Fenster, der nächtlichen Stadt. Autos in der Ferne, da hinten in der Rosenthaler Straße. Die Auguststraße ist sehr ruhig um diese Zeit. Geschwindigkeitsbegrenzung. Keine Hauptstraße. Stimmen von Menschen, die aus den Lokalen kommen. Heute ist es zu kühl zum draußen sitzen. Aber ein paar Raucher stehen immer vor der Tür. Gerade lacht eine junge Frau. Ich habe das Fenster gekippt. Wenn die Leute, da unten auf der Bank am Spielplatz vom Gipsdreieck wüssten, wie deutlich ich manchmal ihre Gespräche hören kann. Wie oft da Menschen sitzen, zwei Freunde oder zwei Freundinnen, die sich unter vier Augen etwas erzählen. Manche Sätze höre ich ganz klar, sie wehen in aller Deutlichkeit nach oben zu mir bis in den fünften Stock. Jetzt Schritte auf dem Kopfsteinpflaster. Klack klack klack.

26. März 2014


Mal gucken, wohin die Entwicklung geht, bei der weltweiten Smartphone-Selfie-Manie. Verständlicherweise beobachte ich das als Phänomen besonders interessiert, da es inzwischen dazu geführt hat, dass das Kultivieren hochfrequenter, visueller Selbst-Dokumentation, als Massenmode nicht mehr mit Rückfragen und Erklärungsforderungen oder -Nöten belastet ist. Das Inflationäre macht es flächendeckend nicht mehr wunderlich, weniger besonders, doch das ist kein wirkliches Problem. Vermutlich sind es aber am Ende eher doch diejenigen, die schon immer eine Liebesaffäre mit Selbsterforschung hatten. Selten sieht man leider Aufnahmen, die vom Bildaufbau interessant sind oder gar die Verwechslung mit der Fotografie aus einer wirklichen Foto-Kamera ermöglichen. Da muss doch noch mehr drin sein. Seit Jahren wird die angeblich immer bessere, differenziertere Aufnahmequalität dieser Smartphone-Kameras beworben. Ich sehe im Ergebnis aber überwiegend Verrauschtes und Grobpixeliges. Wie kann das denn angehen? Ich habe ja nun (wie immer wieder gerne von mir kolportiert) noch nie ein Mobiltelephon besessen und auch kein Smartphone und sehne mich auch unverändert nicht danach. Ich meine: was könnte mir so ein Apparat bieten, was ich nicht auch sonst im Leben zu angemessener Stunde genieße? Die Benutzer müssten das ja beantworten können. Übrigens habe ich vor cirka zwei Jahren aufgehört, unterwegs Musik zu hören. Ich hatte bis dahin einen Player, bei dem eine Taste, die entscheidende, wegen Materialermüdung kaputt ging. Da waren Tausende von Songs drauf, aber es kam nicht oft genug Neues hinzu. Ich kümmerte mich nicht darum, mir dauernd neue Musik zu erschließen und runterzuladen. Das geschah nur dann und wann nach einem Zufalls-Entdeckungsprinzip. Im Schnitt vielleicht alle acht bis zehn Wochen ein neuer Song. Oder ein alter, aufs Neue entdeckter. Jedenfalls hatte ich nach dem Exitus des Geräts kein deutliches Gefühl von Defizit. Ich fand es sogar erholsam, mich nicht am Kopf zu verkabeln und mir unterwegs eine ruhigere akustische Zeit zu genehmigen. Das hat sich auch nicht mehr geändert bislang. Auch zuhause höre ich seltener Musik. Zwar schon jeden Tag, aber es gibt auch viele Stunden komplett ohne extra Geräuschkulisse. Ich höre manchmal auch gerne nur das Plätschern in den Heizkörpern, wie einen kleinen Springbrunnen. Und dazu das kleine Geräusch, wenn ich die Tasten beim Schreiben runterdrücke. Ein paar Geräusche durch das Fenster, der nächtlichen Stadt. Autos in der Ferne, da hinten in der Rosenthaler Straße. Die Auguststraße ist sehr ruhig um diese Zeit. Geschwindigkeitsbegrenzung. Keine Hauptstraße. Stimmen von Menschen, die aus den Lokalen kommen. Heute ist es zu kühl zum draußen sitzen. Aber ein paar Raucher stehen immer vor der Tür. Gerade lacht eine junge Frau. Ich habe das Fenster gekippt. Wenn die Leute, da unten auf der Bank am Spielplatz vom Gipsdreieck wüssten, wie deutlich ich manchmal ihre Gespräche hören kann. Wie oft da Menschen sitzen, zwei Freunde oder zwei Freundinnen, die sich unter vier Augen etwas erzählen. Manche Sätze höre ich ganz klar, sie wehen in aller Deutlichkeit nach oben zu mir bis in den fünften Stock. Jetzt Schritte auf dem Kopfsteinpflaster. Klack klack klack.

22. März 2014


Fünfzehn Stunden geschlafen. Um fünf nach Acht aufgestanden. Wann bin ich zu Bett gegangen? Kleine Rechenaufgabe. Lesen, Schreiben, Rechnen. Rechnen kommt im Internet eindeutig zu kurz. Unsere schönen Synapsen aus der Schulzeit werden vertrocknen und verkümmern. Ich rechne manchmal ganz gerne. Aber nur praktische Berechnungen, nichts Abstraktes! Nach dem Aufstehen und Duschen habe ich Kaffee gekocht und die Waschmaschine vollgestopft. Und angeschaltet. Vorher noch Waschmittel ins Waschmittelfach gegeben – das ist wichtig! Es hat geregnet. Im Internet waren keine neuen interessanten Sachen, also fast gar keine. Ich habe den Computer wieder ausgeschaltet. Auf dem Balkon im Regen war der halbrunde Balkontisch, den ich für 19,99 Euro geholt habe. Den habe ich grau und weiß angestrichen, aber nicht im Regen, sondern drinnen, an der offenen Balkontür. Unter den Tisch habe ich Reklame gelegt, wo die Farbe drauftropfen kann. Dann habe ich den Tisch ein bißchen trocknen lassen. Weil es immer noch geregnet hat und ich eigentlich doch einkaufen wollte, habe ich zur Überbrückung ein Telefongespräch geführt. Dabei war mein Blick immer auf die Regenrinne unterm Dach gerichtet, da kann man am besten sehen, ob es noch vom Himmel tropft. Wo es heller geworden ist und nicht mehr geregnet hat, habe ich ins Telefon gesagt: „Oh, jetzt kommt die Sonne! Es hat aufgehört zu regnen. Dann kann ich jetzt ja einkaufen gehen! Tschüs!“ Ich bin aber nicht gleich einkaufen gegangen, weil ich ausprobieren wollte, wie der Tisch auf dem Balkon ausschaut, da wo ich ihn mir gedacht habe. Also habe ich ihn dahin gestellt. Dann habe ich gesehen, dass meine Rechnung nicht aufgegangen ist! Das Weiß-Grau hat nicht so gut ausgesehen wie gedacht, das Weiße war zu hell und zu grell und unnötig. Dann habe ich den Pinsel und die graue Farbdose wieder genommen und andere Reklame geholt und wieder druntergelegt und direkt auf dem Balkon weiter gepinselt. Alles Grau. Also so Hellgrau. Das macht den Tisch einfach unauffälliger, weil die Balustrade aus so einem Blech ist, in auch so einem Grau. Das hat schon noch mal ein halbes Stündchen gedauert. Und dann habe ich mich endlich auf den Weg gemacht. Nicht ohne den Müll runterzubringen, die Reklame mit den Farbtropfen habe ich auch gleich mitgenommen und weggeschmissen. Dann bin ich zu dem Biosupermarkt am Rosenthaler Platz und habe Mayonnaise gekauft. Die Hausmarke. Mehr habe ich von da nicht kaufen wollen. Es waren zwei sehr attraktive Männer in der Schlange an der Kasse. Der Kassierer war auch recht hübsch. Also schon drei. Wobei – als ich reingekommen bin, war da auch noch ein Mitarbeiter, der einen guten Eindruck bei mir hinterlassen hat. Da dachte ich so bei mir: wenn man jetzt auf Männerfang wäre, könnte man beim Einkauf im Biosupermarkt schon ein paar recht passable Exemplare treffen. Es sind auch alleinstehende Männer unterwegs! Das betone ich deswegen extra, weil es ganz schön viele Männer in den besten Jahren zwischen Mitte Dreißig und Ende Vierzig dort gibt, die ein oder zwei Kleinkinder im Gepäck dabei haben. Da es Samstag ist, kann ich schlecht beurteilen, ob die Herren in Elternzeit sind, das also quasi beruflich machen, oder einfach mal allein mit den Kindern unterwegs sind, damit die zugehörige Mutter sich mal in Ruhe die Wimpern tuschen kann. Oder was anderes machen, wo man sehr gerne auf Gesellschaft verzichten kann. Auch denke ich immer: wenn man praktisch veranlagte Männer treffen oder zumindest studieren will, ist der Baumarkt ein sehr guter Ort, um sich in diesem Genre weiterzubilden. Man kann davon ausgehen, dass dort Männer sind, die wissen wo der Hammer hängt. Also zumindest die Fachverkäufer. Danach bin ich weiter zur U-Bahnhaltestelle Rosenthaler Platz und die Treppe runter. Eine Station weiter gefahren und wieder ausgestiegen. Da kommt man dann immer an der Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße raus. Über die Kreuzung, nur ein paar Meter, und links kommt dann mein Aldi. Dort habe ich gleich Blumentöpfe im Sonderangebot gesehen. Rhododendron in drei Farben. Rosa, lila und weiß. Ich habe einen weißen mitgenommen. Ganz schön schwer! 4,99. Dann noch Äpfel und Suppengrün und Gurken und Hüttenkäse und Weintrauben und Tiefkühl-Lachs und Porree und Butter und Williamsbrand geholt. Hat alles gerade so in meine zwei Taschen gepasst. Dann zurück zur U-Bahn. Heim! Und so weiter und so fort. Später bißchen kommentiert und gebloggt. Ist ganz schön viel!

P.S.: selbstverständlich habe ich auch noch die Waschmaschine ausgeräumt und Wäsche aufgehängt und mich zurecht gemacht, bevor ich die Wohnung verlassen habe. Hätte ich fast vergessen! Und sogar noch ein Kapitel in einem Buch gelesen. Ganz schön was geschafft! Den Feierabend habe ich mir aber wirklich verdient!

22. März 2014


Fünfzehn Stunden geschlafen. Um fünf nach Acht aufgestanden. Wann bin ich zu Bett gegangen? Kleine Rechenaufgabe. Lesen, Schreiben, Rechnen. Rechnen kommt im Internet eindeutig zu kurz. Unsere schönen Synapsen aus der Schulzeit werden vertrocknen und verkümmern. Ich rechne manchmal ganz gerne. Aber nur praktische Berechnungen, nichts Abstraktes! Nach dem Aufstehen und Duschen habe ich Kaffee gekocht und die Waschmaschine vollgestopft. Und angeschaltet. Vorher noch Waschmittel ins Waschmittelfach gegeben – das ist wichtig! Es hat geregnet. Im Internet waren keine neuen interessanten Sachen, also fast gar keine. Ich habe den Computer wieder ausgeschaltet. Auf dem Balkon im Regen war der halbrunde Balkontisch, den ich für 19,99 Euro geholt habe. Den habe ich grau und weiß angestrichen, aber nicht im Regen, sondern drinnen, an der offenen Balkontür. Unter den Tisch habe ich Reklame gelegt, wo die Farbe drauftropfen kann. Dann habe ich den Tisch ein bißchen trocknen lassen. Weil es immer noch geregnet hat und ich eigentlich doch einkaufen wollte, habe ich zur Überbrückung ein Telefongespräch geführt. Dabei war mein Blick immer auf die Regenrinne unterm Dach gerichtet, da kann man am besten sehen, ob es noch vom Himmel tropft. Wo es heller geworden ist und nicht mehr geregnet hat, habe ich ins Telefon gesagt: „Oh, jetzt kommt die Sonne! Es hat aufgehört zu regnen. Dann kann ich jetzt ja einkaufen gehen! Tschüs!“ Ich bin aber nicht gleich einkaufen gegangen, weil ich ausprobieren wollte, wie der Tisch auf dem Balkon ausschaut, da wo ich ihn mir gedacht habe. Also habe ich ihn dahin gestellt. Dann habe ich gesehen, dass meine Rechnung nicht aufgegangen ist! Das Weiß-Grau hat nicht so gut ausgesehen wie gedacht, das Weiße war zu hell und zu grell und unnötig. Dann habe ich den Pinsel und die graue Farbdose wieder genommen und andere Reklame geholt und wieder druntergelegt und direkt auf dem Balkon weiter gepinselt. Alles Grau. Also so Hellgrau. Das macht den Tisch einfach unauffälliger, weil die Balustrade aus so einem Blech ist, in auch so einem Grau. Das hat schon noch mal ein halbes Stündchen gedauert. Und dann habe ich mich endlich auf den Weg gemacht. Nicht ohne den Müll runterzubringen, die Reklame mit den Farbtropfen habe ich auch gleich mitgenommen und weggeschmissen. Dann bin ich zu dem Biosupermarkt am Rosenthaler Platz und habe Mayonnaise gekauft. Die Hausmarke. Mehr habe ich von da nicht kaufen wollen. Es waren zwei sehr attraktive Männer in der Schlange an der Kasse. Der Kassierer war auch recht hübsch. Also schon drei. Wobei – als ich reingekommen bin, war da auch noch ein Mitarbeiter, der einen guten Eindruck bei mir hinterlassen hat. Da dachte ich so bei mir: wenn man jetzt auf Männerfang wäre, könnte man beim Einkauf im Biosupermarkt schon ein paar recht passable Exemplare treffen. Es sind auch alleinstehende Männer unterwegs! Das betone ich deswegen extra, weil es ganz schön viele Männer in den besten Jahren zwischen Mitte Dreißig und Ende Vierzig dort gibt, die ein oder zwei Kleinkinder im Gepäck dabei haben. Da es Samstag ist, kann ich schlecht beurteilen, ob die Herren in Elternzeit sind, das also quasi beruflich machen, oder einfach mal allein mit den Kindern unterwegs sind, damit die zugehörige Mutter sich mal in Ruhe die Wimpern tuschen kann. Oder was anderes machen, wo man sehr gerne auf Gesellschaft verzichten kann. Auch denke ich immer: wenn man praktisch veranlagte Männer treffen oder zumindest studieren will, ist der Baumarkt ein sehr guter Ort, um sich in diesem Genre weiterzubilden. Man kann davon ausgehen, dass dort Männer sind, die wissen wo der Hammer hängt. Also zumindest die Fachverkäufer. Danach bin ich weiter zur U-Bahnhaltestelle Rosenthaler Platz und die Treppe runter. Eine Station weiter gefahren und wieder ausgestiegen. Da kommt man dann immer an der Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße raus. Über die Kreuzung, nur ein paar Meter, und links kommt dann mein Aldi. Dort habe ich gleich Blumentöpfe im Sonderangebot gesehen. Rhododendron in drei Farben. Rosa, lila und weiß. Ich habe einen weißen mitgenommen. Ganz schön schwer! 4,99. Dann noch Äpfel und Suppengrün und Gurken und Hüttenkäse und Weintrauben und Tiefkühl-Lachs und Porree und Butter und Williamsbrand geholt. Hat alles gerade so in meine zwei Taschen gepasst. Dann zurück zur U-Bahn. Heim! Und so weiter und so fort. Später bißchen kommentiert und gebloggt. Ist ganz schön viel!

P.S.: selbstverständlich habe ich auch noch die Waschmaschine ausgeräumt und Wäsche aufgehängt und mich zurecht gemacht, bevor ich die Wohnung verlassen habe. Hätte ich fast vergessen! Und sogar noch ein Kapitel in einem Buch gelesen. Ganz schön was geschafft! Den Feierabend habe ich mir aber wirklich verdient!

16. März 2014

„Bei der Auswahl der Werke, welche unsere Ausstellung schmücken, war nur das Talent, in welcher Richtung es sich auch offenbarte, ausschlaggebend. Wir sind ebenso stolz darauf, die Werke eines Menzel als die des Böcklin dem Publikum zeigen zu dürfen. Für uns gibt es keine allein seligmachende Richtung in der Kunst, sondern als Kunstwerk erscheint uns jedes Werk – welcher Richtung es angehören möge –, in dem sich eine aufrichtige Empfindung verkörpert. Nur die gewerbsmäßige Routine und die oberflächliche Mache derer, die in der Kunst nur die milchende Kuh sehen, bleiben grundsätzlich ausgeschlossen. Auch sind wir uns wohl bewußt, daß wir von Seiten des Publikums, welches in der Kunst ungern von liebgewonnenen Gewohnheiten läßt, vielfachen Anfeindungen ausgesetzt sind. Doch im Vertrauen auf die siegreiche Kraft der Jugend und das wachsende Verständnis der Beschauer haben wir ein Unternehmen ins Leben gerufen, das einzig und allein der Kunst dienen will.“ M. Liebermann 1899; Pr. Gutenb.

Ewige goldene Worte, stammend von Max Liebermann in seiner Eröffnungsrede anlässlich der Ausstellung, mit der im Frühling 1899 die Berliner Secession aus der Taufe gehoben wurde. Alfred Flechtheim griff im Dezember 1913 diese Zeilen in seinem Vorwort des Katalogs zur Eröffnung seiner ersten eigenen Galerie auf. [„Es ist was Wahnsinniges mit der Kunst – Alfred Flechtheim, Sammler, Kunsthändler, Verleger“ S. 86/87 v. Otffried Dascher, Nimbus 2011]

16. März 2014

„Bei der Auswahl der Werke, welche unsere Ausstellung schmücken, war nur das Talent, in welcher Richtung es sich auch offenbarte, ausschlaggebend. Wir sind ebenso stolz darauf, die Werke eines Menzel als die des Böcklin dem Publikum zeigen zu dürfen. Für uns gibt es keine allein seligmachende Richtung in der Kunst, sondern als Kunstwerk erscheint uns jedes Werk – welcher Richtung es angehören möge –, in dem sich eine aufrichtige Empfindung verkörpert. Nur die gewerbsmäßige Routine und die oberflächliche Mache derer, die in der Kunst nur die milchende Kuh sehen, bleiben grundsätzlich ausgeschlossen. Auch sind wir uns wohl bewußt, daß wir von Seiten des Publikums, welches in der Kunst ungern von liebgewonnenen Gewohnheiten läßt, vielfachen Anfeindungen ausgesetzt sind. Doch im Vertrauen auf die siegreiche Kraft der Jugend und das wachsende Verständnis der Beschauer haben wir ein Unternehmen ins Leben gerufen, das einzig und allein der Kunst dienen will.“ M. Liebermann 1899; Pr. Gutenb.

Ewige goldene Worte, stammend von Max Liebermann in seiner Eröffnungsrede anlässlich der Ausstellung, mit der im Frühling 1899 die Berliner Secession aus der Taufe gehoben wurde. Alfred Flechtheim griff im Dezember 1913 diese Zeilen in seinem Vorwort des Katalogs zur Eröffnung seiner ersten eigenen Galerie auf. [„Es ist was Wahnsinniges mit der Kunst – Alfred Flechtheim, Sammler, Kunsthändler, Verleger“ S. 86/87 v. Otffried Dascher, Nimbus 2011]

12. März 2014


Gibt es eigentlich einen Fachbegriff für diese Fernsehformate, wo irgendein Thema anhand von uralten Bild- und Filmdokumenten von mehr oder weniger Prominenten abgehandelt wird, und wo dann links oder rechts im Bild eingeblendet, ein aktueller G-Prominenter einen pointenfreien Privatkommentar dazu abgibt? Also so ähnlich, wie ich auf dem Bild da oben. Auch ich könnte jetzt Angelesenes über Joseph Beuys absondern. Getroffen haben wir uns nie. Und G-Promi bin ich ja auch. Na gut, in Bloggerkreisen eventuell sogar Doppel-D. Auf jeden Fall ein Format, das meinethalben nicht unbedingt wieitergeführt werden muss. Mir würde direkt nichts fehlen. Es sei denn, man könnte in nächster Zukunft geistreiche Prominente mit geistreichen Kommentaren, zu meinethalben auch mitunter nicht nur geistreichen Themen gewinnen. Aber es dürfte schon ein nennenswertes Quentchen Geist drinstecken.

12. März 2014


Gibt es eigentlich einen Fachbegriff für diese Fernsehformate, wo irgendein Thema anhand von uralten Bild- und Filmdokumenten von mehr oder weniger Prominenten abgehandelt wird, und wo dann links oder rechts im Bild eingeblendet, ein aktueller G-Prominenter einen pointenfreien Privatkommentar dazu abgibt? Also so ähnlich, wie ich auf dem Bild da oben. Auch ich könnte jetzt Angelesenes über Joseph Beuys absondern. Getroffen haben wir uns nie. Und G-Promi bin ich ja auch. Na gut, in Bloggerkreisen eventuell sogar Doppel-D. Auf jeden Fall ein Format, das meinethalben nicht unbedingt wieitergeführt werden muss. Mir würde direkt nichts fehlen. Es sei denn, man könnte in nächster Zukunft geistreiche Prominente mit geistreichen Kommentaren, zu meinethalben auch mitunter nicht nur geistreichen Themen gewinnen. Aber es dürfte schon ein nennenswertes Quentchen Geist drinstecken.

07. März 2014

Alles vergeht. Weingläser fallen vom Tisch. Scherben auf dem Küchenboden. Ich lache darüber. Es ist mir egal. Ich kaufe neue Gläser, wieder die gleichen. Die schönsten. Materialschäden. Pippikram. Ich maile viel hin und her. Meistens mit Jan, kurze Auseinandersetzungen. Ich bekomme dabei Klarheit über mein gewachsenes Ego. Oh là là. Und wie geringfügig das Mann-Frau-Thema eine Rolle in meinem Bewusstsein spielt. Nicht mehr. Oder nun in anderer Hinsicht. Mich beschäftigt, jenseits von verzehrender Sehnsucht befindlich, inwieweit das Gefühl anderweitiger Anerkennung (als als Frau) mir Seelenfrieden bereitet. Kurz gefasst. Um einfach mal wieder etwas zu bloggen.

09. März 2014


http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=140556
















Am letzten Sonntag bei Jan. Sie sehen siebzehn von zweihundertneunundzwanzig Fotos. Da sind auch welche dabei, die Jan gemacht hat. Man erkennt sie ganz leicht daran, dass meine Hände drauf zu sehen sind. Also alle beide. Ein sicheres Indiz, dass ich ein Foto nicht gemacht habe. Später waren wir noch spazieren, im Park. Ich sage aber nicht, in welchem, wegen Datenschutz! Auf jeden Fall in Berlin. Da, wo die Frau mit den rot angemalten Lippen im Beet rumsteht. Man muss sich mal vorstellen, man wäre Detektiv und wollte herauskriegen, wo in Berlin eine Frauenskulputur im Park mit rotem Lippenstift steht. Ein moderner Detektiv mit Internet würde wahrscheinlich ein Foto posten und eine Prämie aussetzen. „Suchen Sie mit BZ Online die Frau mit dem roten Lippenstift! Als Prämie winkt ein Gratis-Beschattungs-Auftrag vom Detektiv-Büro Schulze! Kommen Sie Ihrem untreuen Gatten endlich auf die Schliche!“ Super. Ich denke, die Fotos, wo man Jan kochen sieht, werden bestimmt wieder gut bei meinen weiblichen Leserinnen ankommen. Männer am Kochtopf sind einfach im Trend! Ich persönlich finde es auch nicht verkehrt, wenn der anschließende Abwasch auch von qualifizierter Männerhand verrichtet wird. So ein Mann hat einfach, genetisch bedingt, bessere motorische Fähigkeiten und lässt nicht so leicht aus Versehen einen Teller beim Abtrocknen fallen, wie unsereiner. So zarte Frauenhände sind einfach besser geeignet, um einen empfindlichen Fotoapparat zu halten oder interessante Requisiten wie Barbiepuppen- und Totenköpfe und schwarze Masken. Man sollte niemals gegen die Natur arbeiten. Wegen Ökologie und so.

09. März 2014


http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=140556
















Am letzten Sonntag bei Jan. Sie sehen siebzehn von zweihundertneunundzwanzig Fotos. Da sind auch welche dabei, die Jan gemacht hat. Man erkennt sie ganz leicht daran, dass meine Hände drauf zu sehen sind. Also alle beide. Ein sicheres Indiz, dass ich ein Foto nicht gemacht habe. Später waren wir noch spazieren, im Park. Ich sage aber nicht, in welchem, wegen Datenschutz! Auf jeden Fall in Berlin. Da, wo die Frau mit den rot angemalten Lippen im Beet rumsteht. Man muss sich mal vorstellen, man wäre Detektiv und wollte herauskriegen, wo in Berlin eine Frauenskulputur im Park mit rotem Lippenstift steht. Ein moderner Detektiv mit Internet würde wahrscheinlich ein Foto posten und eine Prämie aussetzen. „Suchen Sie mit BZ Online die Frau mit dem roten Lippenstift! Als Prämie winkt ein Gratis-Beschattungs-Auftrag vom Detektiv-Büro Schulze! Kommen Sie Ihrem untreuen Gatten endlich auf die Schliche!“ Super. Ich denke, die Fotos, wo man Jan kochen sieht, werden bestimmt wieder gut bei meinen weiblichen Leserinnen ankommen. Männer am Kochtopf sind einfach im Trend! Ich persönlich finde es auch nicht verkehrt, wenn der anschließende Abwasch auch von qualifizierter Männerhand verrichtet wird. So ein Mann hat einfach, genetisch bedingt, bessere motorische Fähigkeiten und lässt nicht so leicht aus Versehen einen Teller beim Abtrocknen fallen, wie unsereiner. So zarte Frauenhände sind einfach besser geeignet, um einen empfindlichen Fotoapparat zu halten oder interessante Requisiten wie Barbiepuppen- und Totenköpfe und schwarze Masken. Man sollte niemals gegen die Natur arbeiten. Wegen Ökologie und so.

07. März 2014

OK GO
SKYSCRAPERS

Bin elektrisiert von der Auswahl der Clips auf diesem erst vor kürzester Zeit von mir entdecktem Video-Channel „Deluxe Music„. Es gab ja richtig gute Musik-Videos in den letzten dreißig Jahren. Kein Geschwafel dazwischen. Grace Jones, Slave to the Rhythm. Neues Zeug auch. Gute Auswahl. Lasse ich jetzt laufen. Wie früher ab und zu MTV. Das ist ja lange vorbei. Meine letzte Erinnerung an elektrisiert MTV gucken, datiert auf 1999, als ich mit zertrümmertem Handgelenk, an die Wohnung gefesselt, tagsüber MTV guckte, schon morgens, während ich mir mit der linken Hand zwei Stunden lang die Wimpern tuschte, um in repräsentativem Zustand bei der Physiotherapeutin anzutanzen. Den Weg zu ihr nahm ich zu Fuß. Auguststraße, Mulackstraße, Schleichwege, Almstadtstraße, mal so, mal so, Alte Schönhauser, Rosa-Luxemburg-Platz. Dort war die Praxis. Im selben Haus wie die Kanzlei von Gregor Gysi. Da bei dem Kino. Na, wie heißt es noch. Da, wo die Stummfilme laufen, mit Piano-Begleitung. Babylon, oder?. Da neben der Volksbühne. Die Termine waren unselig früh. Furchtbar. Acht oder neun Uhr oder so. Dann wurde das Handgelenk beturnt. Jeden Tag. Montag bis Freitag. Manchmal merke ich Wetterumschwung. Ja, wie komme ich von Musikvideos auf mein Handgelenk? J.Lo, also Jennifer Lopez, hatte in diesem Sommer ein sehr schönes Video auf MTV. Sie war ganz weiß angezogen und tanzte sehr sexy zu ihrem Hit. Das war alles auf den Punkt. Und der Moment, ab dem ich sie ernst nahm. Als willenstarke, eigensinnige Person. Sehr wow, J. Lo in dem Video, das ich wieder einmal zu faul bin, zu googeln. Aber das Video, das ich ganz oben erwähne, suche ich gleich mal. Zum Verlinken. Augenblick.
Hier.

07. März 2014

Alles vergeht. Weingläser fallen vom Tisch. Scherben auf dem Küchenboden. Ich lache darüber. Es ist mir egal. Ich kaufe neue Gläser, wieder die gleichen. Die schönsten. Materialschäden. Pippikram. Ich maile viel hin und her. Meistens mit Jan, kurze Auseinandersetzungen. Ich bekomme dabei Klarheit über mein gewachsenes Ego. Oh là là. Und wie geringfügig das Mann-Frau-Thema eine Rolle in meinem Bewusstsein spielt. Nicht mehr. Oder nun in anderer Hinsicht. Mich beschäftigt, jenseits von verzehrender Sehnsucht befindlich, inwieweit das Gefühl anderweitiger Anerkennung (als als Frau) mir Seelenfrieden bereitet. Kurz gefasst. Um einfach mal wieder etwas zu bloggen.

01. März 2014

In good spirits wie der Engländer sagt. Und amerikanische Reporter. Das ist zum Beispiel auch so eine Redewendung, die man einfach nicht in der Schule lernt. Die wirklich schönen Sachen lernt man einfach nicht in der Schule. Ich bastle noch an einem Video, das ich auch vorhin aufgenommen habe. Muss noch Gezappel wegmachen, dann zu sehen. Wie schön es ist, dass der Winter so kurz war. Man muss auch mal loben! Ganz schöner erster März heute. Morgen gehe ich vor die Tür. Das steht fest. Ob Sonne, Wolken, Regen oder Schnee. Was ich auch komisch finde bzw. erforschenswürdig, dass ich gerade einen Wein trinke, einen spanischen Weißwein aus ökologischem Anbau, der mir vom Geschmack her nicht so zusagt, ein bißchen zu parfümiert apfelig-zitronig (mir wie so oft, nicht trocken genug, so dass ich ihn mit Sprudelwasser strecke) der aber dennoch ’sauber‘ wirkt (kann ich schlecht anders beschreiben) und der unheimlich schön in der Wirkung ist. „Beglückend“ wäre jetzt vielleicht ein bißchen pathetisch, aber so grob in die Richtung. Jetzt möchte man doch einen Wein finden, der genauso wirkt, einem auch noch super schmeckt und keinen Ausschlag verursacht. Ich forsche weiter. Nun muss ich mich aber wieder um meinen kleinen Film kümmern!
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=140556

17. Februar 2014


Ich lese hauptsächlich. Und mache mir so meine Gedanken. Wäre jetzt aber zu kompliziert und zeitaufwändig, die aufzuschreiben. Nur zur Information. Zwischendurch schreibe ich auch halb ausgegorene Eindrücke per E-Mail. Ohne Anrede und nicht selten auch ohne Unterschrift. Wie das die jungen Leute heute eben auch so machen. So alt bin ich ja auch noch nicht, das kriege ich auch noch hin. Das halbe Bild da oben ist übrigens ein Meisterwerk aus dem Jahre 1975. Falls es vor September entstanden ist (was ich nicht mehr nachvollziehen kann, da ich versäumt habe, es genauer zu datieren und zu signieren), wäre ich da neun gewesen. Wenn nach erstem September, schon zehn. Das war so eine Spielerei, wo man auf die eine Hälfte von einem Blatt aus einem Malblock, mit Papier mit viel Holz drin, mit viel nasser Wasserfarbe ein halbes Gesicht gemalt hat und dann schnell, bevor es trocken wird, die leere Papierhälfte draufgedrückt hat, und schon hat man ein komplettes Gesicht gehabt, ohne die Arbeit, die andere Hälfte malen zu müssen. Wirklich praktisch! Diese ökonomische Malmethode ist völlig zu Unrecht aus der Mode gekommen, bzw. nie rein. Das Bild heißt VAMP, ich glaube aber nicht, dass ich mit Neun oder Zehn schon so tolle Wörter wie Vamp gekannt habe. Das habe ich mir bestimmt später dazu ausgedacht, wegen der falschen Wimpern der Dame. Was man sofort erkennt. Solche Wimpern sind niemals echt. Wie Hildegard Knef! Es ist aber glaube ich kein Knef-Portrait, sondern mehr so eine Frau, die meinem damaligen Schönheitsideal von irgendwie verrucht und stark geschminkt entsprochen hat. Ich halte solche Bilder von früher ja unwahrscheinlich in Ehren. Sollte man auch, finde ich. Die Frühwerke sind noch nicht intellektuell beeinträchtigt, das macht sich im Allgemeinen immer gut, bei so einem Bild, wie ich finde.

25. Februar 2014

Da bin ich wieder. Ich habe eine interessante Beobachtung gemacht. Es ist im Bereich des Vorstellbaren für mich, wieder häufiger unter Leute zu gehen. Das ist ein bißchen kurz gekommen, in den letzten vier Jahren. Wenn man eine knallharte Analyse machen würde, in der man zum Beispiel die Zeitspanne der Jahre 2007 bis 2009 mit der Zeitspanne der Jahre 2011 bis 2013 im Hinblick auf meine Teilhabe an gesellschaftlichen Zusammenkünften prozentual vergleichen würde, käme man wahrscheinlich auf eine Einbuße von 90 – 97 Prozent. Alleine mit der letzten Woche habe ich mich für das Jahr 2014 bereits um mindestens zwei Prozent gesteigert, und damit die Einbuße um denselben Prozentsatz für das Geschäftsjahr 2014 verringern können. Ich möchte die ganze Sache allerdings gewinnorientierter angehen, damit die Bilanz zu Jahresende endlich wieder ein ordentliches Plus aufweist, das eine Erweiterung der Gesamt-Aktivitäten für die Geschäftsjahre 2015 bis 2016 erlaubt. Eventuell werde ich sogar den Weltmarkt anpeilen. Man könnte auch mal die eine oder andere Abendgesellschaft in Hollywood oder New York in Betracht ziehen. Man muss auch einfach mal über den Tellerrand schauen und sich für die Nachbarn interessieren. Am Donnerstag gibt es einen interessanten Vortrag in einem Westbezirk. Ich habe da keine Berührungsängste. Ich bin ja selber aus dem Westen, wenn jetzt auch seit fünfzehn Jahren in Ostberlin ansässig, die dreizehn Jahre vorher war ich auf Tournee in Westberlin, angefangen mit der Argentinischen Allee in Zehlendorf, dann kam die Prinzessinnenstraße in Kreuzberg, allerdings nur ein zweimonatiges Intermezzo, dann wieder zurück in die Argentinische Allee, dann meine erste eigene Wohnung in der Leberstraße in Schöneberg, erst ein paar Jahre im Erdgeschoss, dann im selben Haus zwei weitere Jahre eine Etage höher. Dann folgten sieben Jahre Wilmersdorf, allerdings sehr im Süden, schon fast am Südwestkorso, in der Wetzlarer Straße, neben dem Ludwig-Barnay-Platz. Das war mir dann doch zu ruhig. Ab nach Mitte. Und nun also immer noch hier. Vorhin war im RBB eine Dokumentation über Mitte und gerade mein Ecke dran. Komisch, wenn man gerade in der Auguststraße sitzt und im Fernseher Häuser abgebildet sind, auf die man aus dem Fenster guckt. Sie hatten es gerade von Clärchens Ballhaus und alte Aufnahmen von der Ecke Tucholskystraße wurden gezeigt, alte Schwarzweiß-Fotos aus der Zeit vor der Wende. Dann habe ich eine Mail wegen Post an mich gekriegt, also der Anschrift, weil es da immer mal eine kleine Verwirrung gibt, weil ich dauernd von der Auguststraße rede, aber in meiner Mailsignatur Joachimstraße steht. Dann habe ich erklärt, dass das doch ein Eckhaus ist, wo ich wohne, und die Fenster von meiner Wohnung und der Balkon zu Auguststraße gucken und die Haustür aber auf der Seite von der Joachimstraße eingebaut ist. Das Haus hat auch zur Auguststraße eine Hausnummer, aber keine Briefkästen und Klingeln. So ist es eben mit so einem Eckhaus! Der Bauherr muss sich entscheiden, wo er die Haustür einbaut und die Briefkästen und Klingeln anbringt. Und das ist dann eben die Adresse. So, nun wissen alle Bescheid. Und mein armes kleines verwaistes Atelier ist wieder woanders, nämlich in der Schierker Straße in Neukölln. Aber da bin ich doch nie, also zur Zeit, auch weil die U 8 seit Monaten zwischen Boddinstraße und Leinestraße unterbrochen ist, weil im U-Bahnhof renoviert wird. Bis Sommer angeblich. Was ist Sommer? 21. Juni? 20. September? Na jedenfalls – es dauert noch. Deswegen mir da bloß nichts hinschicken! Bestimmt ist der Briefkasten schon wieder total vollgestopft. Aber wenn ich hin will, muss ich mit dem Schienenersatzverkehr, also dem Bus fahren und umsteigen. Alles umständlich! Jetzt trinke ich noch was. Ich sage aber nicht was, das wirkt sonst gleich wieder, als hätte ich ein latentes Alkoholproblem, weil die meisten Leute keine härteren Sachen trinken und sich nicht vorstellen können, dass es sich dabei um ein gepflegtes Ritual wie eben ein gutes Glas Wein handeln kann. Dabei trinke ich sehr gemäßigt! Seit vier Tagen sogar überhaupt keinen Wein mehr. Ist wieder mal so ein Test. Leider bekommt mir das sehr gut. Ärgerlich. Ich mag ja solche Trinkrituale. Wenn ich also jetzt wieder gesellschaftlich aktiver werden würde, brächte das bestimmt auch wieder häufigeres Trinken von nicht alkoholfreien Getränken mit sich. Obwohl ich ja neulich den Mittwoch, wo ich so verkatert war (ja, ich habe es nun schon mehrfach erwähnt, daran sieht man auch, so oft kann es nicht passieren, sonst wäre er mir nicht so erwähnenswert) nur Wasser getrunken habe. Wie lustig wäre der Abend erst geworden, wernn ich mir alles noch schöner getrunken hätte! Dabei war es so auch schon recht amüsant. Aber nichts, das sich nicht noch steigern ließe! Also, jetzt habe ich die Kurve zum Eingangsthema wieder gekriegt: Zweitausendvierzehn wird das Jahr, in dem Gaga Nielsen ab und zu Leute treffen wird und vielleicht sogar mit manchen sprechen! Ich berichte dann jedenfalls. Fortsetzung folgt.

25. Februar 2014

Da bin ich wieder. Ich habe eine interessante Beobachtung gemacht. Es ist im Bereich des Vorstellbaren für mich, wieder häufiger unter Leute zu gehen. Das ist ein bißchen kurz gekommen, in den letzten vier Jahren. Wenn man eine knallharte Analyse machen würde, in der man zum Beispiel die Zeitspanne der Jahre 2007 bis 2009 mit der Zeitspanne der Jahre 2011 bis 2013 im Hinblick auf meine Teilhabe an gesellschaftlichen Zusammenkünften prozentual vergleichen würde, käme man wahrscheinlich auf eine Einbuße von 90 – 97 Prozent. Alleine mit der letzten Woche habe ich mich für das Jahr 2014 bereits um mindestens zwei Prozent gesteigert, und damit die Einbuße um denselben Prozentsatz für das Geschäftsjahr 2014 verringern können. Ich möchte die ganze Sache allerdings gewinnorientierter angehen, damit die Bilanz zu Jahresende endlich wieder ein ordentliches Plus aufweist, das eine Erweiterung der Gesamt-Aktivitäten für die Geschäftsjahre 2015 bis 2016 erlaubt. Eventuell werde ich sogar den Weltmarkt anpeilen. Man könnte auch mal die eine oder andere Abendgesellschaft in Hollywood oder New York in Betracht ziehen. Man muss auch einfach mal über den Tellerrand schauen und sich für die Nachbarn interessieren. Am Donnerstag gibt es einen interessanten Vortrag in einem Westbezirk. Ich habe da keine Berührungsängste. Ich bin ja selber aus dem Westen, wenn jetzt auch seit fünfzehn Jahren in Ostberlin ansässig, die dreizehn Jahre vorher war ich auf Tournee in Westberlin, angefangen mit der Argentinischen Allee in Zehlendorf, dann kam die Prinzessinnenstraße in Kreuzberg, allerdings nur ein zweimonatiges Intermezzo, dann wieder zurück in die Argentinische Allee, dann meine erste eigene Wohnung in der Leberstraße in Schöneberg, erst ein paar Jahre im Erdgeschoss, dann im selben Haus zwei weitere Jahre eine Etage höher. Dann folgten sieben Jahre Wilmersdorf, allerdings sehr im Süden, schon fast am Südwestkorso, in der Wetzlarer Straße, neben dem Ludwig-Barnay-Platz. Das war mir dann doch zu ruhig. Ab nach Mitte. Und nun also immer noch hier. Vorhin war im RBB eine Dokumentation über Mitte und gerade mein Ecke dran. Komisch, wenn man gerade in der Auguststraße sitzt und im Fernseher Häuser abgebildet sind, auf die man aus dem Fenster guckt. Sie hatten es gerade von Clärchens Ballhaus und alte Aufnahmen von der Ecke Tucholskystraße wurden gezeigt, alte Schwarzweiß-Fotos aus der Zeit vor der Wende. Dann habe ich eine Mail wegen Post an mich gekriegt, also der Anschrift, weil es da immer mal eine kleine Verwirrung gibt, weil ich dauernd von der Auguststraße rede, aber in meiner Mailsignatur Joachimstraße steht. Dann habe ich erklärt, dass das doch ein Eckhaus ist, wo ich wohne, und die Fenster von meiner Wohnung und der Balkon zu Auguststraße gucken und die Haustür aber auf der Seite von der Joachimstraße eingebaut ist. Das Haus hat auch zur Auguststraße eine Hausnummer, aber keine Briefkästen und Klingeln. So ist es eben mit so einem Eckhaus! Der Bauherr muss sich entscheiden, wo er die Haustür einbaut und die Briefkästen und Klingeln anbringt. Und das ist dann eben die Adresse. So, nun wissen alle Bescheid. Und mein armes kleines verwaistes Atelier ist wieder woanders, nämlich in der Schierker Straße in Neukölln. Aber da bin ich doch nie, also zur Zeit, auch weil die U 8 seit Monaten zwischen Boddinstraße und Leinestraße unterbrochen ist, weil im U-Bahnhof renoviert wird. Bis Sommer angeblich. Was ist Sommer? 21. Juni? 20. September? Na jedenfalls – es dauert noch. Deswegen mir da bloß nichts hinschicken! Bestimmt ist der Briefkasten schon wieder total vollgestopft. Aber wenn ich hin will, muss ich mit dem Schienenersatzverkehr, also dem Bus fahren und umsteigen. Alles umständlich! Jetzt trinke ich noch was. Ich sage aber nicht was, das wirkt sonst gleich wieder, als hätte ich ein latentes Alkoholproblem, weil die meisten Leute keine härteren Sachen trinken und sich nicht vorstellen können, dass es sich dabei um ein gepflegtes Ritual wie eben ein gutes Glas Wein handeln kann. Dabei trinke ich sehr gemäßigt! Seit vier Tagen sogar überhaupt keinen Wein mehr. Ist wieder mal so ein Test. Leider bekommt mir das sehr gut. Ärgerlich. Ich mag ja solche Trinkrituale. Wenn ich also jetzt wieder gesellschaftlich aktiver werden würde, brächte das bestimmt auch wieder häufigeres Trinken von nicht alkoholfreien Getränken mit sich. Obwohl ich ja neulich den Mittwoch, wo ich so verkatert war (ja, ich habe es nun schon mehrfach erwähnt, daran sieht man auch, so oft kann es nicht passieren, sonst wäre er mir nicht so erwähnenswert) nur Wasser getrunken habe. Wie lustig wäre der Abend erst geworden, wernn ich mir alles noch schöner getrunken hätte! Dabei war es so auch schon recht amüsant. Aber nichts, das sich nicht noch steigern ließe! Also, jetzt habe ich die Kurve zum Eingangsthema wieder gekriegt: Zweitausendvierzehn wird das Jahr, in dem Gaga Nielsen ab und zu Leute treffen wird und vielleicht sogar mit manchen sprechen! Ich berichte dann jedenfalls. Fortsetzung folgt.

23. Februar 2014










http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=140556

Letzten Mittwoch in Berlin. Nach dem Besuch bei Frau Iannone. Wo Jan erst nicht hinwollte. Er konnte aber in jeder Hinsicht bekehrt werden. Unlängst, anlässlich meiner Wiener Reise-Ambitionen verschiedene Personen zu den Unterschieden zwischen Berlin und Wien befragt. Eine Teilnehmerin an der Studie vom Meinungsforschungsinstitut Nielsen antwortete wie folgt (ach so, vorab die Daten zur Person: berufstätige Frau ohne Familienanhang, Anfang Sechzig, agil, in den siebziger Jahren zwecks Studium aus Süddeutschland (Bayern) eingewandert, liest und reist viel und gerne, Grundeinstellung: ‚Leben und leben lassen‘) also sie: „Der Unterschied zwischen Wien und Berlin? Der Unterschied? Ja also, Wien! Sehr, sehr hübsch, alles sehr, sehr hübsch, barock, toll. Tolle alte Bauwerke! So ein bißchen ähnlich wie München. Gemütlich, gediegen. Alles sehr nett. Ja. Unbedingt. Aber wissen Sie: da fehlt halt einfach das Durchgeknallte.“ Weiß nicht, was die Dame meint. In welchen Kreisen die wohl verkehrt.

23. Februar 2014










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Letzten Mittwoch in Berlin. Nach dem Besuch bei Frau Iannone. Wo Jan erst nicht hinwollte. Er konnte aber in jeder Hinsicht bekehrt werden. Unlängst, anlässlich meiner Wiener Reise-Ambitionen verschiedene Personen zu den Unterschieden zwischen Berlin und Wien befragt. Eine Teilnehmerin an der Studie vom Meinungsforschungsinstitut Nielsen antwortete wie folgt (ach so, vorab die Daten zur Person: berufstätige Frau ohne Familienanhang, Anfang Sechzig, agil, in den siebziger Jahren zwecks Studium aus Süddeutschland (Bayern) eingewandert, liest und reist viel und gerne, Grundeinstellung: ‚Leben und leben lassen‘) also sie: „Der Unterschied zwischen Wien und Berlin? Der Unterschied? Ja also, Wien! Sehr, sehr hübsch, alles sehr, sehr hübsch, barock, toll. Tolle alte Bauwerke! So ein bißchen ähnlich wie München. Gemütlich, gediegen. Alles sehr nett. Ja. Unbedingt. Aber wissen Sie: da fehlt halt einfach das Durchgeknallte.“ Weiß nicht, was die Dame meint. In welchen Kreisen die wohl verkehrt.

22. Februar 2014


Hereinspaziert. Willkommen zur großen Hippie- und Schweinkram-Bilder-Ausstellung von Dorothy Iannone. Am Anfang sieht man mehr Dorothy und Besucher, später sieht man Bildchen mit allem Drum und Dran. Ich habe natürlich nicht alles fotografiert, in der riesigen Ausstellung, sondern nur die Sachen, die mir am Besten gefallen haben. Eigentlich hat mir aber fast Nichts überhaupt nicht gefallen. Ich könnte mich ganz schwer für ein Bild oder Blatt von Frau Iannone entscheiden. Ich bin ja im Grunde auch ein Hippie-Kind. Das langt schon, wenn man in den Sechziger Jahren geboren ist, und dauernd die psychedelischen Muster auf den Sommerkleidchen in Pink und Orange gesehen hat. Und die Musik im Radio gehört hat. Da müssen die eigenen Eltern gar nicht mit LSD und Eigenanbau experimentiert haben. Das haben wir dann, sobald wir größer waren, sowieso stellvertretend übernommen. Wenn man also mal Lust hat, sich in die Hippiezeit zu versetzen, geht man einfach in die kunterbunte Ausstellung von Frau Iannone.

Erwähnen möchte ich auch noch, weil sich ja meine Leser auch immer für Prominentenklatsch interessieren, dass ich Jan plötzlich im Gespräch mit Eva Mattes gesehen habe, wir waren ja dort verabredet, Jan und ich. Und wo ich die Frau Mattes sehe, ist mir auf einmal eingefallen, dass ich den Tag vorher auf einmal ganz intensiv an sie habe denken müssen, obwohl sie mich normalerweise in keinster Weise beschäftigt. Das habe ich ihr dann gleich dringend erzählen müssen. Dazu muss man vorausschicken, dass Frau Mattes ab und zu als Sprecherin bei Dokumentationen tätig ist. Nun gibt es eine ganz umfangreiche Doku über Romy Schneider, in der Eva Mattes immer die Romy-Gedanken und -Briefe aus dem Off liest, und ich glaube auch die Briefe ihrer Freundin Christiane Höllger. Die Stimme von Eva Mattes trägt die ganze Dokumentation. Das ist sehr schön gesprochen. Ich habe damals gar nicht identifiziert, dass das ihre Stimme ist, nur beim Abspann extra darauf geachtet, weil sie mir so gut gefiel, die Stimme und die Art zu sprechen. So. Und nun war ich doch den Tag vor der Iannone-Eröffnung in der Video-Installation von Hanna Schygulla. Ich habe extra nichts dazu geschrieben, sondern nur ein paar Links zu Berichten unter meine Bildstrecke geklebt. Der Grund ist, dass ich kein uneingeschränkter Fan von ihr bin, aber die Idee der Installation und der Selbstexperimente mit Video einigermaßen gut nachvollziehen kann, nicht wahr. Nun hat mich einerseits die Installation beeindruckt, auch ein kurzes, späteres Video über das Berliner Holocaust-Mahnmal, andererseits bin ich jedes Mal zusammengezuckt, wenn die überwiegend stummen Filmbilder plötzlich mit einer Audiospur versehen waren, wo man sie sprechen hörte. Ich bin deswegen zusammengezuckt, weil ich eben kein Fan von der Sprechweise bin, der man die fehlende Ausbildung doch recht drastisch anmerkt. Und da stand ich also in der Installation und wünschte mir eine Eva Mattes-Stimme zu den Bildern herbei, zwecks Vollendung des Werks. In meinen Ohren klingt alles, was Frau Schygulla auf Deutsch vorträgt, wie ein bayrisches Knödelrezept. Was dann in Verbindung mit den doch zum Teil recht ätherischen Filmbildern nicht zielführend ist. Ja, man könnte sagen: ernüchternd wirkt. Also auf mich. Das kann ja jeder empfinden wie er will. So drastisch und ausführlich, habe ich es der guten Eva Mattes jetzt nicht erzählt, aber die Botschaft ist schon angekommen. Es könnte auch sein, dass sie ein bißchen gegrient hat. Sie hat auch was gesagt, aber das sage ich jetzt lieber nicht. Jan meinte dazu nur: „Na, das war jetzt aber auch eine Steilvorlage von dir.“ Danach habe ich gemerkt, dass das vielleicht schon ein bißchen gemein war. Manchmal bin ich so impulsiv wie eine Fünfjährige. Nach der Ausstellung wollte Jan noch, dass ich ein paar Fotos von ihm in der ebenfalls kunterbunten Franz Ackermann-Ausstellung in der Eingangshalle mache. Habe ich auch gemacht. Danach sind wir dann weiter zum Kunstkontakter- Geburtstag, wo er erst nicht hinwollte, weil der irgendeine komische Bemerkung neulich gemacht hat. Ich habe ihn dann aber doch überreden können. Davon biete ich dann morgen Bildmaterial!

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22. Februar 2014


Hereinspaziert. Willkommen zur großen Hippie- und Schweinkram-Bilder-Ausstellung von Dorothy Iannone. Am Anfang sieht man mehr Dorothy und Besucher, später sieht man Bildchen mit allem Drum und Dran. Ich habe natürlich nicht alles fotografiert, in der riesigen Ausstellung, sondern nur die Sachen, die mir am Besten gefallen haben. Eigentlich hat mir aber fast Nichts überhaupt nicht gefallen. Ich könnte mich ganz schwer für ein Bild oder Blatt von Frau Iannone entscheiden. Ich bin ja im Grunde auch ein Hippie-Kind. Das langt schon, wenn man in den Sechziger Jahren geboren ist, und dauernd die psychedelischen Muster auf den Sommerkleidchen in Pink und Orange gesehen hat. Und die Musik im Radio gehört hat. Da müssen die eigenen Eltern gar nicht mit LSD und Eigenanbau experimentiert haben. Das haben wir dann, sobald wir größer waren, sowieso stellvertretend übernommen. Wenn man also mal Lust hat, sich in die Hippiezeit zu versetzen, geht man einfach in die kunterbunte Ausstellung von Frau Iannone.

Erwähnen möchte ich auch noch, weil sich ja meine Leser auch immer für Prominentenklatsch interessieren, dass ich Jan plötzlich im Gespräch mit Eva Mattes gesehen habe, wir waren ja dort verabredet, Jan und ich. Und wo ich die Frau Mattes sehe, ist mir auf einmal eingefallen, dass ich den Tag vorher auf einmal ganz intensiv an sie habe denken müssen, obwohl sie mich normalerweise in keinster Weise beschäftigt. Das habe ich ihr dann gleich dringend erzählen müssen. Dazu muss man vorausschicken, dass Frau Mattes ab und zu als Sprecherin bei Dokumentationen tätig ist. Nun gibt es eine ganz umfangreiche Doku über Romy Schneider, in der Eva Mattes immer die Romy-Gedanken und -Briefe aus dem Off liest, und ich glaube auch die Briefe ihrer Freundin Christiane Höllger. Die Stimme von Eva Mattes trägt die ganze Dokumentation. Das ist sehr schön gesprochen. Ich habe damals gar nicht identifiziert, dass das ihre Stimme ist, nur beim Abspann extra darauf geachtet, weil sie mir so gut gefiel, die Stimme und die Art zu sprechen. So. Und nun war ich doch den Tag vor der Iannone-Eröffnung in der Video-Installation von Hanna Schygulla. Ich habe extra nichts dazu geschrieben, sondern nur ein paar Links zu Berichten unter meine Bildstrecke geklebt. Der Grund ist, dass ich kein uneingeschränkter Fan von ihr bin, aber die Idee der Installation und der Selbstexperimente mit Video einigermaßen gut nachvollziehen kann, nicht wahr. Nun hat mich einerseits die Installation beeindruckt, auch ein kurzes, späteres Video über das Berliner Holocaust-Mahnmal, andererseits bin ich jedes Mal zusammengezuckt, wenn die überwiegend stummen Filmbilder plötzlich mit einer Audiospur versehen waren, wo man sie sprechen hörte. Ich bin deswegen zusammengezuckt, weil ich eben kein Fan von der Sprechweise bin, der man die fehlende Ausbildung doch recht drastisch anmerkt. Und da stand ich also in der Installation und wünschte mir eine Eva Mattes-Stimme zu den Bildern herbei, zwecks Vollendung des Werks. In meinen Ohren klingt alles, was Frau Schygulla auf Deutsch vorträgt, wie ein bayrisches Knödelrezept. Was dann in Verbindung mit den doch zum Teil recht ätherischen Filmbildern nicht zielführend ist. Ja, man könnte sagen: ernüchternd wirkt. Also auf mich. Das kann ja jeder empfinden wie er will. So drastisch und ausführlich, habe ich es der guten Eva Mattes jetzt nicht erzählt, aber die Botschaft ist schon angekommen. Es könnte auch sein, dass sie ein bißchen gegrient hat. Sie hat auch was gesagt, aber das sage ich jetzt lieber nicht. Jan meinte dazu nur: „Na, das war jetzt aber auch eine Steilvorlage von dir.“ Danach habe ich gemerkt, dass das vielleicht schon ein bißchen gemein war. Manchmal bin ich so impulsiv wie eine Fünfjährige. Nach der Ausstellung wollte Jan noch, dass ich ein paar Fotos von ihm in der ebenfalls kunterbunten Franz Ackermann-Ausstellung in der Eingangshalle mache. Habe ich auch gemacht. Danach sind wir dann weiter zum Kunstkontakter- Geburtstag, wo er erst nicht hinwollte, weil der irgendeine komische Bemerkung neulich gemacht hat. Ich habe ihn dann aber doch überreden können. Davon biete ich dann morgen Bildmaterial!

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22. Februar 2014


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Wo ich so verkatert war, bevor ich los bin. Ja, ich schreibe gerne Umgangssprache. Gestelztes Deutsch gibt’s in der Zeitung! Eigentlich wollte ich die Fotos erst vor die Dorothy Iannone-Strecke kleben, aber wenn dann wer das Album anschaut, der nicht weiß, dass ich mich nie komplett ignoriere, nicht daheim und nicht unterwegs, und das Ganze dann mit Bildern ohne Dorothy Iannone drauf anfängt, ist das doch irgendwie blöd. Nun ist der Auftakt also operativ explantiert worden, damit die fremden Leute nicht über Gebühr mit mir genervt werden und dann den Rest gar nicht mehr anschauen wollen, wo dann ja doch noch ausgiebig Frau Iannone und ihr Werk gewürdigt und abgebildet wird. Das gestrickte Teil mit dem Indianermuster habe ich auch noch nie fotografiert, musste auch dokumentiert werden. Leider habe ich den ganzen Abend über dann nur die unten herausschauenden Zipfel hergezeigt, weil ich, wie meistens, keine Lust hatte, die Jacke auszuziehen. Wohin mit einer Jacke, wenn man schon die Hände mit dem Fotoapparat voll hat? Ich bin auch nicht der Typ, der sich stundenlang an der Garderobe anstellt, lieber ziehe ich mich von vorneherein so an, dass ich mich auch mit dem Obendrüber wohlfühle. Meistens ist es in Galerien ja auch nicht so warm, dass man es gar nicht aushält. Bevor ich mich dem Aussortieren und Hochladen der Dorothy Iannone-Strecke widme, muss ich noch die Waschmaschine ausräumen, die ist gerade fertig, wie ich höre, und den Müll runterbringen und einkaufen gehen. Zuerst zum Bio Company-Supermarkt am Rosenthaler Platz, wo ich unter anderem immer gerne die Terra-Bio-Schlagsahne in dem gelben Becher ohne das reingerührte E 407 (Carrageen) hole, selber Preis wie die Bio-Sahne von Edeka: 0,89 €, und danach zu meinem Aldi in der Brunnenstraße Ecke Bernauer. Draußen scheint heute die Sonne!

22. Februar 2014


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Wo ich so verkatert war, bevor ich los bin. Ja, ich schreibe gerne Umgangssprache. Gestelztes Deutsch gibt’s in der Zeitung! Eigentlich wollte ich die Fotos erst vor die Dorothy Iannone-Strecke kleben, aber wenn dann wer das Album anschaut, der nicht weiß, dass ich mich nie komplett ignoriere, nicht daheim und nicht unterwegs, und das Ganze dann mit Bildern ohne Dorothy Iannone drauf anfängt, ist das doch irgendwie blöd. Nun ist der Auftakt also operativ explantiert worden, damit die fremden Leute nicht über Gebühr mit mir genervt werden und dann den Rest gar nicht mehr anschauen wollen, wo dann ja doch noch ausgiebig Frau Iannone und ihr Werk gewürdigt und abgebildet wird. Das gestrickte Teil mit dem Indianermuster habe ich auch noch nie fotografiert, musste auch dokumentiert werden. Leider habe ich den ganzen Abend über dann nur die unten herausschauenden Zipfel hergezeigt, weil ich, wie meistens, keine Lust hatte, die Jacke auszuziehen. Wohin mit einer Jacke, wenn man schon die Hände mit dem Fotoapparat voll hat? Ich bin auch nicht der Typ, der sich stundenlang an der Garderobe anstellt, lieber ziehe ich mich von vorneherein so an, dass ich mich auch mit dem Obendrüber wohlfühle. Meistens ist es in Galerien ja auch nicht so warm, dass man es gar nicht aushält. Bevor ich mich dem Aussortieren und Hochladen der Dorothy Iannone-Strecke widme, muss ich noch die Waschmaschine ausräumen, die ist gerade fertig, wie ich höre, und den Müll runterbringen und einkaufen gehen. Zuerst zum Bio Company-Supermarkt am Rosenthaler Platz, wo ich unter anderem immer gerne die Terra-Bio-Schlagsahne in dem gelben Becher ohne das reingerührte E 407 (Carrageen) hole, selber Preis wie die Bio-Sahne von Edeka: 0,89 €, und danach zu meinem Aldi in der Brunnenstraße Ecke Bernauer. Draußen scheint heute die Sonne!

21. Februar 2014

Alter Artikel. Aber niedlich. Wenn ich diesen Mini-Eintrag blogge, komme ich in mein persönliches Guiness-Buch der Rekorde. Ich blogge ja meistens vor dem Schlafengehen, mitunter gegen Nachmittag, aber eigentlich nie nach dem Aufstehen. So auch heute. Aber so spät war vor dem Schlafengehen Bloggen noch nie. Na gut. Ich las also eben, kurz vorm Rechner runterfahren noch schnell den alten Artikel, und zwar den folgenden Absatz:

„Für René Koch ist Berlin Modestadt: „Sie war es und ist es heute.“ Udo Walz schüttelt sein graues Haupt. Missbilligend. Er schwärmt von den Düsseldorferinnen, Münchnerinnen, den Hamburgerinnen: „Sie sind anders angezogen, perfekter.“ Koch kontert: „Aber ich liebe das Unperfekte. Daraus entsteht Kreativität.“ Walz poltert (…)“

Und weil wir es ja spät in der Nacht haben, die Vögel fangen schon zu zwitschern an, kann ich nicht mehr richtig gucken. Ich lese ja immer noch ohne Brille. Auch wenn manches bei der Schummerbeleuchtung, in der ich mich oft aufhalte, leicht verschwimmt. Also ich habe den oben zitierten Absatz jedenfalls folgendermaßen gelesen:
„Für René Koch ist Berlin Modestadt: „Sie war es und ist es heute.“ Udo Walz schüttelt sein graues Haupt. Missbilligend. Er schwärmt von den Düsseldorferinnen, Münchnerinnen, den Hamburgerinnen: „Sie sind anders angezogen, perfekter.“ Koch kontert: „Aber ich liebe das Unperfekte. Daraus entsteht Kriminalität.“ Walz poltert (…)“
Wahrscheinlich finde nur ich das lustig genug, um es zu bloggen. Egal. Man bloggt ja schließlich auch für sich selber! Gute Nacht.

19. Februar 2014


Tschoii Vleeming habe ich 1975 portraitieren dürfen. Damals hatte sie ihren ganz großen Durchbruch mit dem Grand Prix-Lied „Ein Lied kann eine Brücke sein„. Grand Prix habe ich als Kind immer schauen dürfen. Bei diesem hochkarätigen Werk kann ich sogar das Datum des Entstehens und somit mein Alter näher eingrenzen. Der Grand Prix, wie wir früher gesagt haben, war 1975 im März, das habe ich über Internet ausgetüftelt. Demzufolge war die Künstlerin (also ICH!) neun Jahre alt. Was mich allerdings ein wenig erschüttert, ist die Rechtschreibung. Konnte ich mit neun noch nicht richtig lesen und schreiben? Der Name Joy Fleming muss doch im Fernseher eingeblendet gewesen sein. Oder nur kurz, und dann habe ich den Namen immer nur aus dem Fernseher gehört und dann halt irgendwie so geschrieben, wie ich es mir eben gedacht habe. Lautschrift eben! Tschoii Vleeming. Der Fernsehsprecher muss dann aber auch einen komischen Akzent gehabt haben, weil eigentlich gibt es ja keine Grundlage für zwei E in Vleeming. Ein Rätsel! Was mich persönlich ganz stark anspricht in dem Werk, ist rechts unten der Zusatz „TAPS TABS„. Das bringt eine unheimliche Dynamik in das Bild, wie ich finde. Auch die Frisur scheint mir recht gut gelungen. Die Dame links in dem für die Siebziger Jahre typischen Blümchen-Maxi-Kleid kann ich nicht recht zuordnen. Vielleicht eine der Backgroundsängerinnen. Obwohl in den youtube-Videos, wo sie das Lied singt, keine Backgroundsängerin ein Blümchenkleid anhat. Vielleicht ist das auch nur unter künstlerische Freiheit zu verbuchen. Wahrscheinlich habe ich damals einfach gerne langhaarige Frauen mit Blümchenkleidern gemalt. Wo eben gerade Platz war. Vielleicht ist es sogar ein Selbstportrait. Mit neun hatte ich meiner Erinnerung nach genau so eine Haarfrisur. Vielleicht fing das damals schon an, mit den Selbstportraits. Ich möchte jetzt nicht von Frühvollendung sprechen, denn noch lebe ich ja und bin eigentlich auch recht gesund und munter. Außer, im Moment vielleicht gerade. Ich arbeite noch an meiner Form, damit ich heute Abend recht frisch und gut aussehe. Leider bin ich noch etwas verkatert, wegen nächtlichen Drogenmissbrauchs bei der Lektüre von einem Buch von meinem alten Freund Victor, „Philosoph auf Reisen“, da wird so viel getrunken und geraucht, dass mich das gestern Nacht in meiner Küche animiert hat, es dem Hauptprotagonisten gleich zu tun. Das ist dann einfach irgendwie geselliger beim Lesen. Aber die Spätfolgen habe ich wieder nicht bedacht. Ich war sowieso höchst überrascht, dass das selber angebaute Gras, das seit vier oder fünf Jahren in einer Teedose in der Küche steht, überhaupt noch aktive Substanz in sich hat. Nun ja, wenn ich jemals wieder Besuch bekommen sollte, hätte ich dann jedenfalls was zum Anbieten. Abgesehen von Branntwein, versteht sich. Der ist natürlich immer im Haus. Vielleicht hätte ich mich auch einfach nur auf eine Sache konzentrieren sollen. Also entweder Kiffen oder Saufen. Ist ja eigentlich eine alte Regel. Aber die wird in seinem Buch auch dauernd gebrochen, das war natürlich kein gutes Vorbild. Aber nun bin ich mit dem launigen und bildungsstarken Werk ja am Ende und kann mich weiter erholen. Heute Abend will ich nämlich, wenn irgendwie machbar, zu Frau Iannone. Danke nach Hamburg für den Hinweis. Das Schaffen der Dame erinnert mich auch an das Werk von Danielle de Picciotto. Schon furios. Frau Iannone wohnt ja gar in Berlin. Da wird sie ja wohl auch selber dann da sein. 81 ist doch kein Alter! Jan kommt auch, vorhin seine Mail mit dem Inhalt gelesen: „KOMME 19 UHR!“. Als noch fast fünf Stunden, um mich in Form zu bringen. Ich denke, ich leg mich noch mal hin.

19. Februar 2014


Tschoii Vleeming habe ich 1975 portraitieren dürfen. Damals hatte sie ihren ganz großen Durchbruch mit dem Grand Prix-Lied „Ein Lied kann eine Brücke sein„. Grand Prix habe ich als Kind immer schauen dürfen. Bei diesem hochkarätigen Werk kann ich sogar das Datum des Entstehens und somit mein Alter näher eingrenzen. Der Grand Prix, wie wir früher gesagt haben, war 1975 im März, das habe ich über Internet ausgetüftelt. Demzufolge war die Künstlerin (also ICH!) neun Jahre alt. Was mich allerdings ein wenig erschüttert, ist die Rechtschreibung. Konnte ich mit neun noch nicht richtig lesen und schreiben? Der Name Joy Fleming muss doch im Fernseher eingeblendet gewesen sein. Oder nur kurz, und dann habe ich den Namen immer nur aus dem Fernseher gehört und dann halt irgendwie so geschrieben, wie ich es mir eben gedacht habe. Lautschrift eben! Tschoii Vleeming. Der Fernsehsprecher muss dann aber auch einen komischen Akzent gehabt haben, weil eigentlich gibt es ja keine Grundlage für zwei E in Vleeming. Ein Rätsel! Was mich persönlich ganz stark anspricht in dem Werk, ist rechts unten der Zusatz „TAPS TABS„. Das bringt eine unheimliche Dynamik in das Bild, wie ich finde. Auch die Frisur scheint mir recht gut gelungen. Die Dame links in dem für die Siebziger Jahre typischen Blümchen-Maxi-Kleid kann ich nicht recht zuordnen. Vielleicht eine der Backgroundsängerinnen. Obwohl in den youtube-Videos, wo sie das Lied singt, keine Backgroundsängerin ein Blümchenkleid anhat. Vielleicht ist das auch nur unter künstlerische Freiheit zu verbuchen. Wahrscheinlich habe ich damals einfach gerne langhaarige Frauen mit Blümchenkleidern gemalt. Wo eben gerade Platz war. Vielleicht ist es sogar ein Selbstportrait. Mit neun hatte ich meiner Erinnerung nach genau so eine Haarfrisur. Vielleicht fing das damals schon an, mit den Selbstportraits. Ich möchte jetzt nicht von Frühvollendung sprechen, denn noch lebe ich ja und bin eigentlich auch recht gesund und munter. Außer, im Moment vielleicht gerade. Ich arbeite noch an meiner Form, damit ich heute Abend recht frisch und gut aussehe. Leider bin ich noch etwas verkatert, wegen nächtlichen Drogenmissbrauchs bei der Lektüre von einem Buch von meinem alten Freund Victor, „Philosoph auf Reisen“, da wird so viel getrunken und geraucht, dass mich das gestern Nacht in meiner Küche animiert hat, es dem Hauptprotagonisten gleich zu tun. Das ist dann einfach irgendwie geselliger beim Lesen. Aber die Spätfolgen habe ich wieder nicht bedacht. Ich war sowieso höchst überrascht, dass das selber angebaute Gras, das seit vier oder fünf Jahren in einer Teedose in der Küche steht, überhaupt noch aktive Substanz in sich hat. Nun ja, wenn ich jemals wieder Besuch bekommen sollte, hätte ich dann jedenfalls was zum Anbieten. Abgesehen von Branntwein, versteht sich. Der ist natürlich immer im Haus. Vielleicht hätte ich mich auch einfach nur auf eine Sache konzentrieren sollen. Also entweder Kiffen oder Saufen. Ist ja eigentlich eine alte Regel. Aber die wird in seinem Buch auch dauernd gebrochen, das war natürlich kein gutes Vorbild. Aber nun bin ich mit dem launigen und bildungsstarken Werk ja am Ende und kann mich weiter erholen. Heute Abend will ich nämlich, wenn irgendwie machbar, zu Frau Iannone. Danke nach Hamburg für den Hinweis. Das Schaffen der Dame erinnert mich auch an das Werk von Danielle de Picciotto. Schon furios. Frau Iannone wohnt ja gar in Berlin. Da wird sie ja wohl auch selber dann da sein. 81 ist doch kein Alter! Jan kommt auch, vorhin seine Mail mit dem Inhalt gelesen: „KOMME 19 UHR!“. Als noch fast fünf Stunden, um mich in Form zu bringen. Ich denke, ich leg mich noch mal hin.

16. Februar 2014 – ZEHN JAHRE.

Liebe Leserinnen. Liebe Leser.
Ich habe mich heute verzettelt. Ausgerechnet heute. Seit mindestens drei Tagen habe ich im Hinterkopf, wie schön und angemessen es doch wäre, einen recht feierlichen Blogeintrag zu verfassen, pünktlich zum 16. Februar 2014. Eine Dekade nach meinem ersten Blogeintrag am 16. Februar 2004. Nun ist der Tag ja noch nicht zu Ende, und es könnte doch noch etwas werden, mit uns beiden, dem feierlichen Eintrag und mir. Ich muss zugeben, man fühlt sich ein bißchen wie bei der Oscarverleihung – so stelle ich es mir wenigstens vor – wenn man den goldenen Mann in die Hand gedrückt bekommt und dann haltloses Zeug brabbelt, viel zu vielen Mitarbeitern dankt, die kein Mensch da draußen kennt. Nun sind hier die Mitarbeiter und MItarbeiterinnen ja die Kommentatoren. Ohne einzelne Namen zu nennen, ich könnte jemanden vergessen, sage ich also feierlich: danke für zehn Jahre (ja manche lesen hier wirklich schon so lange) aufmerksame Lektüre und Antworten, die mich oft zum Lachen, aber auch zum Nachdenken gebracht haben, denn wenn erst einmal kommentiert wird hier, was ja nicht immer der Fall ist, ergibt sich oft ein selten schönes Pingpong, das mich sehr glücklich macht. Ja, ich muss es sagen: ich lebe sehr in diesem Blog, es ist schon wie ein Körperteil geworden, ohne den man sich nicht mehr komplett fühlen würde. Schauen Sie, hier rechts, gegenüber von der Spalte, wo die letzten Kommentare zu sehen sind, habe ich ein kleines Buffet aufbauen lassen, gekühlte Getränke finden Sie natürlich in unbegrenzter Menge, auch welche ohne Alkohol (wobei ich jetzt gerade nicht wüsste, wer…?) Auch Kaffee und heiße Schokolade mit Schlagobers wie unser österreichischer Gastgeber knallgrau sagen würde, ist für Zwischendurch vorhanden. Was sonst noch an Schmankerln aufgetischt ist, sehen Sie ja selber, das kann man ja gar nicht mehr alles aufzählen. Also ich habe zu dem Catering-Veranstalter gesagt: heute darf es einmal etwas kosten! Geld spielt keine Rolle, die Korken müssen knallen! Schon, um die bösen Geister zu vertreiben, die uns manchmal einflüstern: „Für wen, denkst du eigentlich, dass du dir hier die Finger wundtippst? Das wird doch sowieso alles irgendwann mit einem Klick gelöscht, wenn die Firma Pleite geht, oder kein Geschäft mehr damit macht!“. Nein, nein, wir glauben noch an das Gute und ein paar Jahre Zukunft hier! Zehn Jahre mindestens. Das wäre schön! Aber im Zweifel mehr. Also ich bleibe dran. Ich kenne mich jetzt ja. Prost, meine Lieben! Und besonders tief schau ich denen in die Augen, die das Ganze noch ein paar Tage länger machen als ich.

Wer das alles ist, und wie das alles kam, habe ich in wirklich allerschönster Ausführlichkeit zum siebten Jubeltag hier geschrieben. Mir gefällt der Eintrag selber so gut, dass ich ihn heute nicht besser schreiben könnte, und deswegen allen noch einmal warm ans Herz legend, verlinke.
Immer die Ihre
Gaga Nielsen

17. Februar 2014


Ich lese hauptsächlich. Und mache mir so meine Gedanken. Wäre jetzt aber zu kompliziert und zeitaufwändig, die aufzuschreiben. Nur zur Information. Zwischendurch schreibe ich auch halb ausgegorene Eindrücke per E-Mail. Ohne Anrede und nicht selten auch ohne Unterschrift. Wie das die jungen Leute heute eben auch so machen. So alt bin ich ja auch noch nicht, das kriege ich auch noch hin. Das halbe Bild da oben ist übrigens ein Meisterwerk aus dem Jahre 1975. Falls es vor September entstanden ist (was ich nicht mehr nachvollziehen kann, da ich versäumt habe, es genauer zu datieren und zu signieren), wäre ich da neun gewesen. Wenn nach erstem September, schon zehn. Das war so eine Spielerei, wo man auf die eine Hälfte von einem Blatt aus einem Malblock, mit Papier mit viel Holz drin, mit viel nasser Wasserfarbe ein halbes Gesicht gemalt hat und dann schnell, bevor es trocken wird, die leere Papierhälfte draufgedrückt hat, und schon hat man ein komplettes Gesicht gehabt, ohne die Arbeit, die andere Hälfte malen zu müssen. Wirklich praktisch! Diese ökonomische Malmethode ist völlig zu Unrecht aus der Mode gekommen, bzw. nie rein. Das Bild heißt VAMP, ich glaube aber nicht, dass ich mit Neun oder Zehn schon so tolle Wörter wie Vamp gekannt habe. Das habe ich mir bestimmt später dazu ausgedacht, wegen der falschen Wimpern der Dame. Was man sofort erkennt. Solche Wimpern sind niemals echt. Wie Hildegard Knef! Es ist aber glaube ich kein Knef-Portrait, sondern mehr so eine Frau, die meinem damaligen Schönheitsideal von irgendwie verrucht und stark geschminkt entsprochen hat. Ich halte solche Bilder von früher ja unwahrscheinlich in Ehren. Sollte man auch, finde ich. Die Frühwerke sind noch nicht intellektuell beeinträchtigt, das macht sich im Allgemeinen immer gut, bei so einem Bild, wie ich finde.

16. Februar 2014 – ZEHN JAHRE.

Liebe Leserinnen. Liebe Leser.
Ich habe mich heute verzettelt. Ausgerechnet heute. Seit mindestens drei Tagen habe ich im Hinterkopf, wie schön und angemessen es doch wäre, einen recht feierlichen Blogeintrag zu verfassen, pünktlich zum 16. Februar 2014. Eine Dekade nach meinem ersten Blogeintrag am 16. Februar 2004. Nun ist der Tag ja noch nicht zu Ende, und es könnte doch noch etwas werden, mit uns beiden, dem feierlichen Eintrag und mir. Ich muss zugeben, man fühlt sich ein bißchen wie bei der Oscarverleihung – so stelle ich es mir wenigstens vor – wenn man den goldenen Mann in die Hand gedrückt bekommt und dann haltloses Zeug brabbelt, viel zu vielen Mitarbeitern dankt, die kein Mensch da draußen kennt. Nun sind hier die Mitarbeiter und MItarbeiterinnen ja die Kommentatoren. Ohne einzelne Namen zu nennen, ich könnte jemanden vergessen, sage ich also feierlich: danke für zehn Jahre (ja manche lesen hier wirklich schon so lange) aufmerksame Lektüre und Antworten, die mich oft zum Lachen, aber auch zum Nachdenken gebracht haben, denn wenn erst einmal kommentiert wird hier, was ja nicht immer der Fall ist, ergibt sich oft ein selten schönes Pingpong, das mich sehr glücklich macht. Ja, ich muss es sagen: ich lebe sehr in diesem Blog, es ist schon wie ein Körperteil geworden, ohne den man sich nicht mehr komplett fühlen würde. Schauen Sie, hier rechts, gegenüber von der Spalte, wo die letzten Kommentare zu sehen sind, habe ich ein kleines Buffet aufbauen lassen, gekühlte Getränke finden Sie natürlich in unbegrenzter Menge, auch welche ohne Alkohol (wobei ich jetzt gerade nicht wüsste, wer…?) Auch Kaffee und heiße Schokolade mit Schlagobers wie unser österreichischer Gastgeber knallgrau sagen würde, ist für Zwischendurch vorhanden. Was sonst noch an Schmankerln aufgetischt ist, sehen Sie ja selber, das kann man ja gar nicht mehr alles aufzählen. Also ich habe zu dem Catering-Veranstalter gesagt: heute darf es einmal etwas kosten! Geld spielt keine Rolle, die Korken müssen knallen! Schon, um die bösen Geister zu vertreiben, die uns manchmal einflüstern: „Für wen, denkst du eigentlich, dass du dir hier die Finger wundtippst? Das wird doch sowieso alles irgendwann mit einem Klick gelöscht, wenn die Firma Pleite geht, oder kein Geschäft mehr damit macht!“. Nein, nein, wir glauben noch an das Gute und ein paar Jahre Zukunft hier! Zehn Jahre mindestens. Das wäre schön! Aber im Zweifel mehr. Also ich bleibe dran. Ich kenne mich jetzt ja. Prost, meine Lieben! Und besonders tief schau ich denen in die Augen, die das Ganze noch ein paar Tage länger machen als ich.

Wer das alles ist, und wie das alles kam, habe ich in wirklich allerschönster Ausführlichkeit zum siebten Jubeltag hier geschrieben. Mir gefällt der Eintrag selber so gut, dass ich ihn heute nicht besser schreiben könnte, und deswegen allen noch einmal warm ans Herz legend, verlinke.
Immer die Ihre
Gaga Nielsen

15. Februar 2014


Wie angenehm, dass dieser aufdringliche Valentinstag vorbei ist. Ich hatte schon die Befürchtung, das seit vorgestern himbeerrote Vimeo-Logo (mit ausgestanztem Herzchen und Pfeil drin) bleibt jetzt, aber manchmal habe ich ja doch einen Geistesblitz, und so hegte ich die berechtigte Hoffnung, dass es sich nur um eine Spielerei einer „romantischen“ Belegschaft handelt. Der Krankheitsschub ist vorbei und das Logo wieder schwarz. Mich hat ja vor Jahren schon die monatsbindenhafte Typographie des Schriftzugs bewogen (vormals WC-Reiniger-bleu), auf dieser Plattform nichts hochladen zu wollen. Ich weiß nicht, wie diese Schriftart heißt, aber in Verbindung mit dem Namen denke ich, warum auch immer, an Monatshygiene, Binden, Slipeinlagen (die ich persönlich nicht benutze, schön, dass wir mal darüber gesprochen haben) oder meinethalben auch vierlagiges Klopapier. Nun wurde aber zum siebten November letzten Jahres mein blip-Channel gekündigt, weil mein Zeug nicht mainstream-mäßig kommerziell genug war, und so suchte ich eine Plattform, wo ich meine kleinen Werke ungehindert und unzensiert hochladen kann, mit möglichst unaufdringlich aussehendem Player, der sich hier, ohne Werbevorspann vor jedem Film, einbetten lässt. So habe ich also doch den Hoster mit dem Binden-Logo gewählt. blip tv war ja nun allerdings auch nicht sehr elegant betitelt, da hatte ich schon auch meine Bauchschmerzen. Außerdem hat alles sehr langsam gepuffert. Wie heißt es doch so schön „first world problems“. Nein, alles kein Problem. Ich konnte mir dann ja auch meinen eigenen Channel zurechtbasteln, mit freundlich schwarzem Hintergrund. Und sogar drei Alben durfte ich anlegen, um ein bißchen Ordnung in die Sache zu bringen. Alles fein. Die meisten bevorzugen jedoch immer noch, sich die Sachen auf youtube anzuschauen, die Weltherrschaft ist derzeit fest in der Hand von youtube und google. Keine Frage. Für mich ist das auch so eine Art doppeltes back up. Wenn meine heimischen Festplatten und USB-Sticks plötzlich sterben sollten, wäre immer noch ein Hoffnungsschimmer, dass die Bilder noch einmal gerettet werden können. Wofür und wen auch immer. Für mich oder eine unwägbare Nachwelt, den großen virtuellen Flohmarkt, auf dem in hundert Jahren, seltsame alte Fundsachen feilgeboten werden.

15. Februar 2014


Wie angenehm, dass dieser aufdringliche Valentinstag vorbei ist. Ich hatte schon die Befürchtung, das seit vorgestern himbeerrote Vimeo-Logo (mit ausgestanztem Herzchen und Pfeil drin) bleibt jetzt, aber manchmal habe ich ja doch einen Geistesblitz, und so hegte ich die berechtigte Hoffnung, dass es sich nur um eine Spielerei einer „romantischen“ Belegschaft handelt. Der Krankheitsschub ist vorbei und das Logo wieder schwarz. Mich hat ja vor Jahren schon die monatsbindenhafte Typographie des Schriftzugs bewogen (vormals WC-Reiniger-bleu), auf dieser Plattform nichts hochladen zu wollen. Ich weiß nicht, wie diese Schriftart heißt, aber in Verbindung mit dem Namen denke ich, warum auch immer, an Monatshygiene, Binden, Slipeinlagen (die ich persönlich nicht benutze, schön, dass wir mal darüber gesprochen haben) oder meinethalben auch vierlagiges Klopapier. Nun wurde aber zum siebten November letzten Jahres mein blip-Channel gekündigt, weil mein Zeug nicht mainstream-mäßig kommerziell genug war, und so suchte ich eine Plattform, wo ich meine kleinen Werke ungehindert und unzensiert hochladen kann, mit möglichst unaufdringlich aussehendem Player, der sich hier, ohne Werbevorspann vor jedem Film, einbetten lässt. So habe ich also doch den Hoster mit dem Binden-Logo gewählt. blip tv war ja nun allerdings auch nicht sehr elegant betitelt, da hatte ich schon auch meine Bauchschmerzen. Außerdem hat alles sehr langsam gepuffert. Wie heißt es doch so schön „first world problems“. Nein, alles kein Problem. Ich konnte mir dann ja auch meinen eigenen Channel zurechtbasteln, mit freundlich schwarzem Hintergrund. Und sogar drei Alben durfte ich anlegen, um ein bißchen Ordnung in die Sache zu bringen. Alles fein. Die meisten bevorzugen jedoch immer noch, sich die Sachen auf youtube anzuschauen, die Weltherrschaft ist derzeit fest in der Hand von youtube und google. Keine Frage. Für mich ist das auch so eine Art doppeltes back up. Wenn meine heimischen Festplatten und USB-Sticks plötzlich sterben sollten, wäre immer noch ein Hoffnungsschimmer, dass die Bilder noch einmal gerettet werden können. Wofür und wen auch immer. Für mich oder eine unwägbare Nachwelt, den großen virtuellen Flohmarkt, auf dem in hundert Jahren, seltsame alte Fundsachen feilgeboten werden.

10. Februar 2014

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=140556
Irgendwann dazwischen, zwischen Singsang heute Nachmittag. Die Sonne verwöhnt Berlin. Vielleicht das ganze Land. Die Berlinale-Gäste werden sich freuen, die schönen Frauen auf dem roten Teppich. Sie können ihre Roben ein paar Minuten zeigen, ohne sich gleich zu erkälten. Man steht immer noch an, wenn man Berlinale-Karten haben will, höre ich. Manche haben Verbindungen und werden beglückt, aber der Rest steht sich die Beine für das begrenzte Kontingent in den Bauch. Ein Glück, dass das an mir vorbeirauscht. Wundert mich selber seit einigen Jahren, dass es mich nicht mehr elektrisiert. Erschreckend, wie ignorant und selbstgenügsam ich mitunter bin. Man darf es gar nicht laut artikulieren. Aber mit Arroganz oder Ignoranz hat es weniger zu tun, als mit einem zunehmenden Geiz, was meine frei verfügbare Zeit angeht. Es ist ja nicht so, dass bei der Berlinale bessere Filme laufen, als im regulären Kinoprogramm, eher im Gegenteil. So ein Festival bietet eben auch eine Plattform für Experimente, bei denen man noch nicht recht weiß, ob sie ein Publikum finden. Viel Freude allen, die sich die Mühe machen, sich damit zu befassen. Sicher auch nicht zuletzt wegen der Elektrizität von Mediendichte, der Hoffnung, irgendeine prominente Figur aus dem internationalen Film zu sehen. Mir ist das zu unpersönlich, so auf Distanz, zum roten Teppich oder dem Podium einer Pressekonferenz. Ich hatte vor zweiundzwanzig Jahren einen Liebhaber, der immer auf der Berlinale zu tun hatte, als Dolmetscher und Übersetzer. Er musste unter anderem auf der parallel laufenden Verleiher-Messe Übersetzungen für noch nicht synchronisierte oder noch nicht untertitelte Filme aus dem Spanischen machen, die er dann dolmetschenderweise während der Film lief, vortrug. So habe ich es zumindest verstanden. Und wenn dann ein spanisch sprechender Filmstar oder Regisseur anwesend war, hat er häufig den Auftrag gehabt, bei Interviews zu dolmetschen. So hatte er regelmäßig mit Carlos Saura und anderen Protagonisten aus Spanien und Lateinamerika zu tun. Mit Saura hat er dann auch abseits der Berlinale freundschaftlichen Kontakt gepflegt. Und wen er da nicht alles noch getroffen hat. Aber ich hatte damit nichts zu tun, das wurde schön auseinanderdividiert. Wie überhaupt auch anderes. Oh ich könnte pikante Sachen erzählen, aber so interessant war er dann doch wieder nicht. Jedenfalls ein Schlitzohr. Meine wenigen Berlinale-Besuche datieren auf die Anfangsjahre, als ich gerade nach Berlin gekommen war, da wollte ich auch diese Luft schnuppern. Was mir sehr eingebrannt ist: die vielen, vielen Kabel auf dem Boden vom Zoopalast, von den ganzen Fernseh-Teams. Und viel Geschnatter, alles sehr voll und viele ernst und wichtig dreinschauende Film-Liebhaber. Bei einem Eröffnungsfilm dabei zu sein, ist schon festlich, dafür lohnt es sich anzustehen, wenn überhaupt. Wozu ich nicht nein sagen würde ist, wenn mich einer zu irgendeinem Empfang mit wirklich hochattraktiven Leuten bitten würde, da würde ich schon aus Berechnung hingehen. Als Gast wohlgemerkt. Aber sich als Fotograf zu akkreditieren, ist ein Zirkus, der mir schon aus Kenntnis aus zweiter Hand in jeder Hinsicht zu viel wäre. Die Geschichten aus der Foto-Lounge, da neben dem Hyatt reichen mir schon. Viel Gedöns um das passende, zulässige Licht für ältere Filmdiven usw. usf. Ich liebe es, solche Geschichten erzählt zu bekommen, aber ich möchte mich nicht an solchen Vorgaben abarbeiten müssen. Und ich bin ja auch viel zu beschäftigt, meine eigene innere Diva ins rechte Licht zu setzen. Was mich mit fortschreitendem Alter auch vor neue Herausforderungen stellt. Ist doch immer wieder interessant, worauf so ein planloser Eintrag thematisch hinauszulaufen beliebt, am Ende. Hätte ich selber nicht gedacht. Aber das Schönste an diesem Wochenende war ein Bild auf offener Straße. Ich war am späten Samstagnachmittag einkaufen in der Brunnenstraße. Als ich an der Ampel Ecke Bernauer Straße warte, dass es grün wird, es war gerade dunkel, höre ich von rechts das Klappern von Hufen. Mit furiosem Tempo fährt eine dunkelgrüne offene Kutsche mit zwei Schimmeln an mir vorüber. Der Kutscher sieht aus wie Johnny Depp in diesem einen Film von Jim Jarmusch, Dead Man. Er ist ungefähr um die dreißig, hat wehendes, braunes, langes Haar, und eine runde, kleine Brille auf, und einen schwarzen Zylinderhut. Verwegen galoppiert er mit seinen beiden Pferden über die dunkle Kreuzung, und ich sehe noch fasziniert, wie synchron die beiden Schimmel ihre Beine in der Kurve bewegen, ungeheuer rasant, und man bangt beinah, dass alles gut geht, mitten auf einer Kreuzung zwischen lauter Autofahrern, die es eilig haben. Ein Bild aus einer anderen Zeit. Da dachte ich, ich sollte vielleicht auch diesen Touristen-Programmpunkt in Wien wahrnehmen. Mit einem Fiaker fahren, Pferde sind so schön. Aber ob so ein Fiaker in Wien genauso verwegen langhaarig und malerisch daherkommen darf, wie dieser wilde Kutscher in der Brunnenstraße, das muss sich noch zeigen. Vielleicht schaue ich mal, wo er seinen Standort hat. Man kann ja überhaupt auch in Betracht ziehen, in der eigenen Stadt Sachen zu machen, auf die sonst nur Touristen kämen. Jedenfalls ging ich nach dem Eindruck dieses Bildes, das wie ein Traumfetzen in die Wirklichkeit trat, die Treppe hinunter zur U-Bahn, um eine Station zum Rosenthaler Platz zu fahren, und merkte auf einmal, dass mir Tränen in die Augen stiegen. So sehr hat mich dieses Bild angerührt. Und weil Berlin immer wieder für mich voller Wunder ist, von denen man vorher gar nichts weiß. Und es immer so sein wird.
edit: ich entschuldige mich für den kitschigen Schluss von diesem gestrigen, nächtlichen Blogeintrag. Wenn ich die Lektorin von diesem Privat-Blog wäre, würde ich das Gefasel ersatzlos streichen! (auch, wenn es stimmt! KEIN PARDON!)

12. Februar 2014

Heute Nachmittag ein Telefonat, das mich beschäftigt. Was kann man missverständlicherweise von einigem halten, was ich in der Öffentlichkeit zeige? In meiner Suppe schwimmend, denke ich immer, ich agiere in einem komplexen Kontext, der leicht zu erfassen ist. Aber das stimmt nicht. Denn niemand kann, könnte, der jetzt erst auf mich stößt, rational, in der von mir erlebten und gemeinten Komplexität verstehen, wie ich ohne Disclaimer in der Reihe von Opus 1 – Opus 97 ein Video zeigen kann, in dessen Abspann „to Leni“ oder „dedicated to Leni Riefenstahl“ steht, und zugleich eine heftige Gegnerin jeglicher Nazi-Ideologie sein kann. Bin. Gut, dass ich darauf hingewiesen werde. Ich habe jetzt einen mit Sicherheit unzulänglichen Disclaimer darunter geschrieben. Ich weiß um alle biographischen Ereignisse und zu geißelnden Vermächtnisse von und um Frau Riefenstahl, die einem in dieser Welt, zu dieser Zeit, hier und heute, zugänglich sein können. Da ist keine Koketterie im Spiel, keine Verniedlichung oder Ignoranz, was die Folgen ihrer Verstrickung anbelangt. Aber so könnte es interpretiert werden. Unendlich viel könnte ich jetzt schreiben, wie es mich beschäftigt, die Mechanismen zu durchschauen, die Werkzeuge, mit denen Macht erlangt wird. Und wie interessant ich den Gedanken finde, Machthaber, selbst rückwirkend, die ihre Macht für lebensverachtende Ideologien missbrauchen, zu entwaffnen, ihnen die Macht zu entziehen, sie vorzuführen. Sie durchschaubar zu machen. Indem man ihre Wirkungsweise analysiert und begreift. Und durchaus das Fasznierende daran, immer noch als faszinierend bestehen lässt. Funktion und Missbrauch auseinanderdividiert. Verdammt ja. Das ist hochkomplex. Ich würde das visuell hochgradig talentierte, eigenwillige Talent Leni Riefenstahl am liebsten rückwirkend auf die Seite einer guten Ideologie ziehen, einer mitfühlenden, nicht diktatorischen. Aber das diktatorisch. Ach. Ein aussichtsloses Unterfangen. Ja, komplex. Oder immerhin in der Gegenwart ein Bewusstsein für fatale Mechanismen schaffen. Wer mein Zeug hier lange liest, wird bemerkt haben, dass ich keine eindimensionalen Blickwinkel einnehme. Ich versuche immer, Ursachen auszuloten. Nicht, um etwas zu entschuldigen, sondern um ein Werkzeug in die Hand zu bekommen, konstruktiv für einen guten Geist aktiv zu werden. Ich lerne immer noch dazu. Danke für deinen Anruf, Victor.

12. Februar 2014

Heute Nachmittag ein Telefonat, das mich beschäftigt. Was kann man missverständlicherweise von einigem halten, was ich in der Öffentlichkeit zeige? In meiner Suppe schwimmend, denke ich immer, ich agiere in einem komplexen Kontext, der leicht zu erfassen ist. Aber das stimmt nicht. Denn niemand kann, könnte, der jetzt erst auf mich stößt, rational, in der von mir erlebten und gemeinten Komplexität verstehen, wie ich ohne Disclaimer in der Reihe von Opus 1 – Opus 97 ein Video zeigen kann, in dessen Abspann „to Leni“ oder „dedicated to Leni Riefenstahl“ steht, und zugleich eine heftige Gegnerin jeglicher Nazi-Ideologie sein kann. Bin. Gut, dass ich darauf hingewiesen werde. Ich habe jetzt einen mit Sicherheit unzulänglichen Disclaimer darunter geschrieben. Ich weiß um alle biographischen Ereignisse und zu geißelnden Vermächtnisse von und um Frau Riefenstahl, die einem in dieser Welt, zu dieser Zeit, hier und heute, zugänglich sein können. Da ist keine Koketterie im Spiel, keine Verniedlichung oder Ignoranz, was die Folgen ihrer Verstrickung anbelangt. Aber so könnte es interpretiert werden. Unendlich viel könnte ich jetzt schreiben, wie es mich beschäftigt, die Mechanismen zu durchschauen, die Werkzeuge, mit denen Macht erlangt wird. Und wie interessant ich den Gedanken finde, Machthaber, selbst rückwirkend, die ihre Macht für lebensverachtende Ideologien missbrauchen, zu entwaffnen, ihnen die Macht zu entziehen, sie vorzuführen. Sie durchschaubar zu machen. Indem man ihre Wirkungsweise analysiert und begreift. Und durchaus das Fasznierende daran, immer noch als faszinierend bestehen lässt. Funktion und Missbrauch auseinanderdividiert. Verdammt ja. Das ist hochkomplex. Ich würde das visuell hochgradig talentierte, eigenwillige Talent Leni Riefenstahl am liebsten rückwirkend auf die Seite einer guten Ideologie ziehen, einer mitfühlenden, nicht diktatorischen. Aber das diktatorisch. Ach. Ein aussichtsloses Unterfangen. Ja, komplex. Oder immerhin in der Gegenwart ein Bewusstsein für fatale Mechanismen schaffen. Wer mein Zeug hier lange liest, wird bemerkt haben, dass ich keine eindimensionalen Blickwinkel einnehme. Ich versuche immer, Ursachen auszuloten. Nicht, um etwas zu entschuldigen, sondern um ein Werkzeug in die Hand zu bekommen, konstruktiv für einen guten Geist aktiv zu werden. Ich lerne immer noch dazu. Danke für deinen Anruf, Victor.

10. Februar 2014

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=140556
Irgendwann dazwischen, zwischen Singsang heute Nachmittag. Die Sonne verwöhnt Berlin. Vielleicht das ganze Land. Die Berlinale-Gäste werden sich freuen, die schönen Frauen auf dem roten Teppich. Sie können ihre Roben ein paar Minuten zeigen, ohne sich gleich zu erkälten. Man steht immer noch an, wenn man Berlinale-Karten haben will, höre ich. Manche haben Verbindungen und werden beglückt, aber der Rest steht sich die Beine für das begrenzte Kontingent in den Bauch. Ein Glück, dass das an mir vorbeirauscht. Wundert mich selber seit einigen Jahren, dass es mich nicht mehr elektrisiert. Erschreckend, wie ignorant und selbstgenügsam ich mitunter bin. Man darf es gar nicht laut artikulieren. Aber mit Arroganz oder Ignoranz hat es weniger zu tun, als mit einem zunehmenden Geiz, was meine frei verfügbare Zeit angeht. Es ist ja nicht so, dass bei der Berlinale bessere Filme laufen, als im regulären Kinoprogramm, eher im Gegenteil. So ein Festival bietet eben auch eine Plattform für Experimente, bei denen man noch nicht recht weiß, ob sie ein Publikum finden. Viel Freude allen, die sich die Mühe machen, sich damit zu befassen. Sicher auch nicht zuletzt wegen der Elektrizität von Mediendichte, der Hoffnung, irgendeine prominente Figur aus dem internationalen Film zu sehen. Mir ist das zu unpersönlich, so auf Distanz, zum roten Teppich oder dem Podium einer Pressekonferenz. Ich hatte vor zweiundzwanzig Jahren einen Liebhaber, der immer auf der Berlinale zu tun hatte, als Dolmetscher und Übersetzer. Er musste unter anderem auf der parallel laufenden Verleiher-Messe Übersetzungen für noch nicht synchronisierte oder noch nicht untertitelte Filme aus dem Spanischen machen, die er dann dolmetschenderweise während der Film lief, vortrug. So habe ich es zumindest verstanden. Und wenn dann ein spanisch sprechender Filmstar oder Regisseur anwesend war, hat er häufig den Auftrag gehabt, bei Interviews zu dolmetschen. So hatte er regelmäßig mit Carlos Saura und anderen Protagonisten aus Spanien und Lateinamerika zu tun. Mit Saura hat er dann auch abseits der Berlinale freundschaftlichen Kontakt gepflegt. Und wen er da nicht alles noch getroffen hat. Aber ich hatte damit nichts zu tun, das wurde schön auseinanderdividiert. Wie überhaupt auch anderes. Oh ich könnte pikante Sachen erzählen, aber so interessant war er dann doch wieder nicht. Jedenfalls ein Schlitzohr. Meine wenigen Berlinale-Besuche datieren auf die Anfangsjahre, als ich gerade nach Berlin gekommen war, da wollte ich auch diese Luft schnuppern. Was mir sehr eingebrannt ist: die vielen, vielen Kabel auf dem Boden vom Zoopalast, von den ganzen Fernseh-Teams. Und viel Geschnatter, alles sehr voll und viele ernst und wichtig dreinschauende Film-Liebhaber. Bei einem Eröffnungsfilm dabei zu sein, ist schon festlich, dafür lohnt es sich anzustehen, wenn überhaupt. Wozu ich nicht nein sagen würde ist, wenn mich einer zu irgendeinem Empfang mit wirklich hochattraktiven Leuten bitten würde, da würde ich schon aus Berechnung hingehen. Als Gast wohlgemerkt. Aber sich als Fotograf zu akkreditieren, ist ein Zirkus, der mir schon aus Kenntnis aus zweiter Hand in jeder Hinsicht zu viel wäre. Die Geschichten aus der Foto-Lounge, da neben dem Hyatt reichen mir schon. Viel Gedöns um das passende, zulässige Licht für ältere Filmdiven usw. usf. Ich liebe es, solche Geschichten erzählt zu bekommen, aber ich möchte mich nicht an solchen Vorgaben abarbeiten müssen. Und ich bin ja auch viel zu beschäftigt, meine eigene innere Diva ins rechte Licht zu setzen. Was mich mit fortschreitendem Alter auch vor neue Herausforderungen stellt. Ist doch immer wieder interessant, worauf so ein planloser Eintrag thematisch hinauszulaufen beliebt, am Ende. Hätte ich selber nicht gedacht. Aber das Schönste an diesem Wochenende war ein Bild auf offener Straße. Ich war am späten Samstagnachmittag einkaufen in der Brunnenstraße. Als ich an der Ampel Ecke Bernauer Straße warte, dass es grün wird, es war gerade dunkel, höre ich von rechts das Klappern von Hufen. Mit furiosem Tempo fährt eine dunkelgrüne offene Kutsche mit zwei Schimmeln an mir vorüber. Der Kutscher sieht aus wie Johnny Depp in diesem einen Film von Jim Jarmusch, Dead Man. Er ist ungefähr um die dreißig, hat wehendes, braunes, langes Haar, und eine runde, kleine Brille auf, und einen schwarzen Zylinderhut. Verwegen galoppiert er mit seinen beiden Pferden über die dunkle Kreuzung, und ich sehe noch fasziniert, wie synchron die beiden Schimmel ihre Beine in der Kurve bewegen, ungeheuer rasant, und man bangt beinah, dass alles gut geht, mitten auf einer Kreuzung zwischen lauter Autofahrern, die es eilig haben. Ein Bild aus einer anderen Zeit. Da dachte ich, ich sollte vielleicht auch diesen Touristen-Programmpunkt in Wien wahrnehmen. Mit einem Fiaker fahren, Pferde sind so schön. Aber ob so ein Fiaker in Wien genauso verwegen langhaarig und malerisch daherkommen darf, wie dieser wilde Kutscher in der Brunnenstraße, das muss sich noch zeigen. Vielleicht schaue ich mal, wo er seinen Standort hat. Man kann ja überhaupt auch in Betracht ziehen, in der eigenen Stadt Sachen zu machen, auf die sonst nur Touristen kämen. Jedenfalls ging ich nach dem Eindruck dieses Bildes, das wie ein Traumfetzen in die Wirklichkeit trat, die Treppe hinunter zur U-Bahn, um eine Station zum Rosenthaler Platz zu fahren, und merkte auf einmal, dass mir Tränen in die Augen stiegen. So sehr hat mich dieses Bild angerührt. Und weil Berlin immer wieder für mich voller Wunder ist, von denen man vorher gar nichts weiß. Und es immer so sein wird.
edit: ich entschuldige mich für den kitschigen Schluss von diesem gestrigen, nächtlichen Blogeintrag. Wenn ich die Lektorin von diesem Privat-Blog wäre, würde ich das Gefasel ersatzlos streichen! (auch, wenn es stimmt! KEIN PARDON!)

09. Februar 2014 – VIENNA CALLING

http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=86251768&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
►watch on youtube
„Heit nocht“, mein Beitrag aus Germany. Ich rufe die Jury in Wien. Bitte um Vergebung, dass ich bei den ersten Zeilen noch nicht komplett textsicher war. Was aber unbedingt für den Beitrag spricht ist, dass er komplett freihändig, also ohne Spickzettel gesungen worden ist. Ich bitte also unterwürfig um ein recht mildes Urteil und hoffe inbrünstig, ich fliege damit nicht gleich in der ersten Runde aus dem großen Vienna-Casting, sondern schaffe es vielmehr – wenn vielleicht auch nur knapp – in den Recall! Wenn mir das gelingt, übe ich ein echtes Wiener Heurigen-Lied ein, also ein uraltes, das verspreche ich, ja ich gebe der Jury mein Ehrenwordt!

09. Februar 2014 – VIENNA CALLING

http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=86251768&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
►watch on youtube
„Heit nocht“, mein Beitrag aus Germany. Ich rufe die Jury in Wien. Bitte um Vergebung, dass ich bei den ersten Zeilen noch nicht komplett textsicher war. Was aber unbedingt für den Beitrag spricht ist, dass er komplett freihändig, also ohne Spickzettel gesungen worden ist. Ich bitte also unterwürfig um ein recht mildes Urteil und hoffe inbrünstig, ich fliege damit nicht gleich in der ersten Runde aus dem großen Vienna-Casting, sondern schaffe es vielmehr – wenn vielleicht auch nur knapp – in den Recall! Wenn mir das gelingt, übe ich ein echtes Wiener Heurigen-Lied ein, also ein uraltes, das verspreche ich, ja ich gebe der Jury mein Ehrenwordt!

02. Februar 2014


Ich lese weiter. Aber um wenigstens anzudeuten, was mir die letzten zwei, drei Tage durch den Kopf geht, zitiere ich ein paar Stellen aus einer E-Mail, die ich vor drei Tagen geschrieben habe. Bislang wurde ja davon ausgegangen, dass der österreichische Kulturkreis für mich so fern, fremd und exotisch ist wie Tokio oder Takatukaland. Beinah dachte ich es schon selber. Aber es gibt da eine Geschichte, einen Hintergrund, über den ich normalerweise nicht großartig nachdenke, vermutlich weil er mir allzu selbstverständlich ist. Ein Kapitel aus der Vergangenheit. Hier einige Inhalte jener Mail, die ich auch eigens für einem Blogeintrag hätte schreiben können. Ich will ja wieder weiterlesen und das Riesenrad nicht neu erfinden, deshalb diese kopierten Erklärungen.
[ Mail vom 31. Januar 2014 ]
Lieber (…),
(du merkst vielleicht nebenher) ich spiele ein bißchen in meinen
Kommentaren mit dem Österreichischen, das wie bekannt, nicht das Geringste mit meinem Lebensmittelpunkt zu tun hat.
Und gut könnte ich mir vorstellen, du hältst das für eine reine Albernheit ohne Hintergrund. Fast (aber wirklich nur fast) hätte ich es selber bald geglaubt. Aber ich merke etwas, was du nicht wissen kannst, wenn ich zum Beispiel das
Lied von der Denk und dem Schinderhannes höre. Es geht mir sehr leicht von der Zunge, das nachzusingen, und ich meine nicht die Melodie.
Und wenn ich ganz ehrlich bin, und heute habe ich viel darüber nachgedacht, ist es kein Wunder und hat auch nichts mit Schauspieltalent zu tun, oder weniger als man mir unterstellen mag.
Heute Mittag ist mir schlagartig klar geworden, warum ich punktuell irritiert bin, wenn Du mir (und ich habe dich noch danach gefragt, wie eine Außerirdische…) ‚Schmäh‘ erklärst, als assimilierter Österreicher.
Und bitte glaube mir, ich habe es wirklich heute erst selber begriffen. „Schmäh“ ist ein Wort, über das ich nie viel nachgedacht habe, weil es mir mit der Muttermilch eingeflößt worden ist. In einem Kommentar unter dem älteren Eintrag habe ich beiläufig erwähnt, dass meine Eltern (alle Vorfahren) aus einer Gegend kommen, die zu Böhmen gehört, was ja früher ein Teil von Österreich war. Meine Eltern sind sogenannte Heimatvertriebene, bis 1945 lebten meine Vorfahren also für viele Jahrhunderte in der Gegend vom heutigen Karlovy Vary, es waren deutschsprachige Böhmen, die sogenannte Egerländer oder auch Sudeten. Und sie landeten im Zuge der Nachkriegswirren nach ihrer sehr grausamen Vertreibung mit Zwangsarbeit usw. im Fränkischen, ohne daher zu kommen, ohne da Wurzeln zu haben. Es war wohl das Naheliegendste von Tschechien, (…) in einem Auffanglager. Die Familie wurde in den letzen Kriegsjahren komplett zerrissen und keiner wusste vom anderen, ob er noch lebt. 1945 bis 46 konnte man dann wieder herausfinden, mittlerweile in Deutschland gestrandet, wer noch lebt und die Familie zusammenführen. Das war alles sehr schmerzhaft für mene Familie, man hat sich dann hier sehr aneinandergeklammert und auch weiter die verlorene Heimat kultiviert, in Erinnerung, in Traditionen – und in der Sprache. Und die Art, wie meine Familie, meine Eltern und meine Großeltern, und meine Tante, die alle unter einem Dach lebten, in einer Siedlung, in einem eigenen Haus mittlerweile, der ganze Stolz einer Familie, die alles verloren hatte (riesige Güter… mein Großvater väterlicherseits war der „Großbauer“ von Rosnitz, jetzt Rosnice, hatte viele Angestellte, riesige Ländereien und ein Gestüt), der Großvater mütterlicherseits, war Bürgermeister in Karlsbad, hatte eine herrliche Bibliothek mit großen Schätzen… alles verloren. Aber sie hatten sich, als sie hier waren. Ich bin also mit meinem Bruder in eine tief verwundete Familie geboren, die sehr stark ihre ursprüngliche Herkunftskultur am Leben gehalten hat, oder es versuchte. Und das spürten wir an der Art, wie sie sprachen. Ich merkte früh, dass meine Eltern und Großeltern und die Tante andere Wörter benutzten, als die Eltern meiner Kindergarten- und Schulfreunde und einen anderen Dialekt sprachen als die schon lange ansässigen Einwohner des kleinen Ortes bei Nürnberg. Meine Eltern haben keine echten Wurzeln geschlagen, hier. Und deswegen konnten sie mir vielleicht auch kein Heimatgefühl in dieser fränkischen Region vermitteln.
Und heute Mittag und heute Abend habe ich über Stunden versucht – und es ist mir gar nicht schwer gefallen – zu erinnern, welche Worte meine Familie benutzt hat (und es zum Teil noch heute tut), die gar nicht aus dem Fränkischen kommen. Immer mehr Wörter sind mir auf einmal aufgefallen. Heute Nachmittag habe ich sogar eine Bekannte gefragt, die in den Siebziger Jahren aus Fürth nach Berlin zog, ob sie mir bestätigen könnte, dass dieses und jenes Wort kein alltäglicher Begriff im fränkischen Dialekt ist – ich war da heute regelrecht verwirrt. Denn für mich waren oder sind – und das merke ich jetzt – wegen dieser Wienreise – so viele Wörter und auch ein gewisser Tonfall der viel mehr vom Österreichischen hat, als vom Fränkischen derart geläufig, dass ich es gar nicht dieser Herkunft zugeordnet habe, weil ich es ja von Geburt an, jeden Tag im Ohr hatte. Der Dialekt liegt tatsächlich irgendwo dazwischen, aber als ich vorhin zwei Listen im Netz fand, mit der Überschrift typische österreichische Begriffe oder dergleichen, ging ich Wörter so im Halbschlaf durch und konnte sekundenschnell streichen, was ich in meiner Familie nicht gehört habe, und stehen lassen, was mir dauernd um die Ohren gehauen wurde. Plötzlich war das wie ein Schatzkästchen, das sich öffnet. Und mir sind dann auch andere Sachen eingefallen, die ich nicht in der Liste gefunden habe. Dabei hörte ich immer abwechselnd die Stimmen meines Großvaters und meiner Tante (mein Großvater starb Anfang der Achtziger Jahre, ich hielt seine Hand) und meiner Mutter und meines Vaters. Jeder hatte so seine bevorzugten Redewendungen. Ich kann dir gar nicht sagen, wie oft meine Mutter zu mir gesagt hat: „ach komm, hör auf, des is doch a Schmäh!“ Oder „So a Schmäh!“ „Erzähl kan Schmäh!“ Und ich weiß genau, was für Zusammenhänge das waren. Sie sagt das heute noch. Aber ist doch eine andere Art, das Wort zu gebrauchen, als es in der raffinierten Version bei einem Wiener auftaucht.
Ich habe mir den Spaß gemacht – und die Mühe natürlich – über die Wörter nachzudenken, die meine Kindheit und widerspenstige Jugend bevölkert haben, ob ich es wollte oder nicht. Und deswegen verstehe ich vielleicht doch ein bißchen mehr, als du es bislang für möglich gehalten hättest.
Schau, das sind die Wörter, die sich mir am stärksten eingebrannt haben, mein Familien-Alphabet:
[ edit: ] afoch
af’d nocht
ah geh
allerweil
Backhendl
Bader
Beíjer
Boxn
deppert
Eierschwammerl
Eierspeis
Erdäpfel
fesch
Fisolen
[ edit: ] Galoschen
Gfrett
Glump
[ edit: ] Golatschen
Goller
grantig
Gspusi
[ edit: ] Gstanzerl
[ edit: ] Gstell
(hoit di…) Guschn
HabedieEhre
(oider) Haderlump
Haferl
heast
Hendl
[ edit: ] Herrschaftszeiten!
Hosentürl
Humpen
(der Franzl is scho a…) Hund
Janker
Jänner
Jausnbrettl
Jessas
Jessasmaradjosef
(so a scheens…) Jopperl
Kanapee
Kassa
Kastn
kimm (viare)
Krapfm
Kredenz
Kren
Kukuruz
Lackl
Leberkas
Leiberl
Lump
Marillen
Möhlspeis
Mesner
Milli
Mostrich
Mundsproch
[ edit: ] (des machst du doch mit…) Mutwillen!
Nachtessn
(ins…) Narrenkastl (…schauen)
(des is ja wieda a rechts…) Narrenspiel
Narrenstickl
[ edit: ] narrisch
obi /owi
Obstler
Oha!
Ohrwaschel
Packerl
Pfiad di
Powidl
Powideldatschkerln
Quetschn
Radi
Reiberdatschi
resch
Restl
Ringelspiel
Rock
Ross
(unsere…) Rösser
Scheißhaus
schiach
Schlagobers
Schmäh
(in die…) Schwammerl gehen
Schwartn
Servus!
Strudel
Stumpen
[ edit: ] Tanzboden
tummeln
Watschn
Wecken
Weckerl
zutzeln
(…)

[ Ende Zitat ]
Vielleicht nehme ich demnächst ja mal was auf, wo ich mir dieses versunkene Erbe nutzbar mache und channelnderweise zu Gehör bringe. Dann können die original österreichischen Leser und die assimilierten urteilen, inwiefern da noch ererbtes Potenzial da ist. Ich maße mir da nichts an, erschrecke aber eigentlich fast, wie ‚echt‘ sich das in meinen Ohren anhört. Neulich, im Dezember, war ich mit ein paar Menschen in einem Berliner Restaurant mit steirischer Küche. Die Speisekarte war auf österreichisch. Ich habe fast alles verstanden. Eine aus Lübeck zugezogene Berlinerin erklärte mich zur Übersetzerin. „Du als Norditalienerin, verstehst das doch!“ Ich: „Norditalienierin?“ Sie: „in Schleswig Holstein sagen wir: alles unterhalb von Norddeutschland – – dat is Palermo!“.

06. Februar 2014

Das mache ich so: wenn twoday downtime hat, hole ich einen der offline-Beiträge aus der Schublade und überschreibe ihn. Das funktioniert meistens. Nur neue Anlegen oder Kommentieren geht nicht. Die offline-Beiträge sind meistens zu Löschen vergessene, uralte Kommentar-Entwürfe mit verkürzten Links drin, dafür nehme ich im Ausnahmefall gerne das Beitrag-anlegen-Fenster, wegen ausführlicher Menüleiste. Das könnten die eigentlich auch langsam mal umbasteln, dass beim Kommentarfenster dieselben Sachen zur Auswahl sind. Vorhin habe ich auf der Kaffeehaus-Seite herumgeblättert und bin ein bißchen spazierengegangen. Ein paar haben mir vom Foto besonders gut gefallen. Das Schwarzenberg und das Zartl zum Beispiel. Und noch andere, das versteht sich ja von selbst. Bin gespannt, wie die fußläufigen Entfernungen von meiner Ferien-Wohnung in der Lambrechtgasse sind. Ich erlaufe mir ja alles am liebsten. Das Belvedere ist nicht so sehr weit weg. Und wenn ich immer nach oben gehe, komme ich automatisch in den ersten Bezirk. Ich überlege gerade, ob ich mich jemals zuvor dermaßen lange vorher auf eine so kleine Reise vorbereitet habe. Neulich musste ich lachen. Ich hatte einen Termin mit dem Wasser- und Heizungsableser, und wie ich es immer mache, alles freigeräumt, unter der Spüle zum Beispiel, wo sonst der Staubsauger und Putzmittel stehen. Mein Heizungszähler ist an der Rückwand vom Kleiderschrank, da muss ich immer ein paar Kleider wegnehmen, damit der Mann den Zähler sieht. Aber das kennt man ja nun langsam. Ich wohne seit fünfzehn Jahren da, und so lange wird abgelesen. Kurz nach Sieben war er da, ich habe die Tür aufgemacht, er ins Bad, dann in die Küche, dann zum offenen Kleiderschrank. Ging ganz schnell, keine zwei Minuten. Er anerkennend am Heizungszähler: „Sie sind ja richtig gut vorbereitet!“ Ich: „Na, langsam kennt man es ja, ist ja nicht das erste mal, da muss man ja nicht erst alles freiräumen, wenn Sie schon da sind“. Er: „Ja, könnte man denken. Aber das ist nicht überall so. Glauben Sie mir.“ „Schönen Tag noch.“ Dann drei Stunden später ein Termin. Ich hatte etwas mit jemandem zu besprechen und hatte da eine kleine Drucksache zur Hand, griffbereit auf dem Tisch. Der junge Mann sichtlich überrascht: „kann ich das haben?“ Ich: „Ja, dafür liegt es da.“ Er: „Sie sind ja richtig gut vorbereitet!“ Ich musste lachen, genau der Wortlaut wie vom Heizungsableser. Ich habe ihm erklärt, wieso ich auf einmal lachen musste. Ist das heutzutage nicht mehr üblich, dass man sich auf absehbare Ereignisse vorbereitet? Bin ich da irgendwie altmodisch? Das also zur Erklärung, wieso ich mich bereits heute mit einer in einem guten Vierteljahr anstehenden Reise beschäftige. Ich habe außerdem gerade Lust drauf. Das Wetter ist auch danach. Tagsüber scheint die Sonne, es ist nicht mehr eisig kalt, aber auf jeden Fall ein Wetter für Drinnenbleiben. Ich bin da ja auch sehr zimperlich. So, wieder ein Blogeintrag fertig. Gute Nacht!

06. Februar 2014

Das mache ich so: wenn twoday downtime hat, hole ich einen der offline-Beiträge aus der Schublade und überschreibe ihn. Das funktioniert meistens. Nur neue Anlegen oder Kommentieren geht nicht. Die offline-Beiträge sind meistens zu Löschen vergessene, uralte Kommentar-Entwürfe mit verkürzten Links drin, dafür nehme ich im Ausnahmefall gerne das Beitrag-anlegen-Fenster, wegen ausführlicher Menüleiste. Das könnten die eigentlich auch langsam mal umbasteln, dass beim Kommentarfenster dieselben Sachen zur Auswahl sind. Vorhin habe ich auf der Kaffeehaus-Seite herumgeblättert und bin ein bißchen spazierengegangen. Ein paar haben mir vom Foto besonders gut gefallen. Das Schwarzenberg und das Zartl zum Beispiel. Und noch andere, das versteht sich ja von selbst. Bin gespannt, wie die fußläufigen Entfernungen von meiner Ferien-Wohnung in der Lambrechtgasse sind. Ich erlaufe mir ja alles am liebsten. Das Belvedere ist nicht so sehr weit weg. Und wenn ich immer nach oben gehe, komme ich automatisch in den ersten Bezirk. Ich überlege gerade, ob ich mich jemals zuvor dermaßen lange vorher auf eine so kleine Reise vorbereitet habe. Neulich musste ich lachen. Ich hatte einen Termin mit dem Wasser- und Heizungsableser, und wie ich es immer mache, alles freigeräumt, unter der Spüle zum Beispiel, wo sonst der Staubsauger und Putzmittel stehen. Mein Heizungszähler ist an der Rückwand vom Kleiderschrank, da muss ich immer ein paar Kleider wegnehmen, damit der Mann den Zähler sieht. Aber das kennt man ja nun langsam. Ich wohne seit fünfzehn Jahren da, und so lange wird abgelesen. Kurz nach Sieben war er da, ich habe die Tür aufgemacht, er ins Bad, dann in die Küche, dann zum offenen Kleiderschrank. Ging ganz schnell, keine zwei Minuten. Er anerkennend am Heizungszähler: „Sie sind ja richtig gut vorbereitet!“ Ich: „Na, langsam kennt man es ja, ist ja nicht das erste mal, da muss man ja nicht erst alles freiräumen, wenn Sie schon da sind“. Er: „Ja, könnte man denken. Aber das ist nicht überall so. Glauben Sie mir.“ „Schönen Tag noch.“ Dann drei Stunden später ein Termin. Ich hatte etwas mit jemandem zu besprechen und hatte da eine kleine Drucksache zur Hand, griffbereit auf dem Tisch. Der junge Mann sichtlich überrascht: „kann ich das haben?“ Ich: „Ja, dafür liegt es da.“ Er: „Sie sind ja richtig gut vorbereitet!“ Ich musste lachen, genau der Wortlaut wie vom Heizungsableser. Ich habe ihm erklärt, wieso ich auf einmal lachen musste. Ist das heutzutage nicht mehr üblich, dass man sich auf absehbare Ereignisse vorbereitet? Bin ich da irgendwie altmodisch? Das also zur Erklärung, wieso ich mich bereits heute mit einer in einem guten Vierteljahr anstehenden Reise beschäftige. Ich habe außerdem gerade Lust drauf. Das Wetter ist auch danach. Tagsüber scheint die Sonne, es ist nicht mehr eisig kalt, aber auf jeden Fall ein Wetter für Drinnenbleiben. Ich bin da ja auch sehr zimperlich. So, wieder ein Blogeintrag fertig. Gute Nacht!

04. Februar 2014

Um es festzuhalten. Die wahren Freunde erkennt man an Austausch, der mindestens großes Tischtennis ist. Will ich eigentlich gar nicht weiter darauf eingehen. Aber Ping Pong spielt eine große Rolle. Das bedeutet, einen gewissen flow zu kutlivieren, Rhythmus zu spüren. Was angemessen ist, oder in der Luft liegt. Findet man selten, merke ich gerade wieder. Und dann wieder doch. Tatsächlich ist es wohl auch so, dass ich seit geraumer Zeit nicht mehr bereit bin, mich hingebungsvoll mit dem Werk von jemandem zu befassen, der mich als Beifall- und Aufmerksamkeits-Maschine instrumentalisiert. Oh, klingt hart. Klingt böse. Aber reden wir doch lieber von Augenhöhe. Wie Du mir, so ich Dir. Eine Weile gibt man, eine gute Weile später gibt man dann lieber wieder sich selber. Oder anderen. Dass das Leben gelingt, hat erstaunlich viel mit der Ausgewogenheit von Geben und Nehmen zu tun. Sehr, sehr viel. Ist mir heute noch bewusster als früher. Aber auch: man muss sondieren, wo die „Investition“ fruchtbar ist. Ins Beliebige Energie zu schießen, kann beliebige Früchte tragen. Und zu selten, weil nur sehr zufällig, die ersehnten. Man muss die Antennen ausfahren. Die Ohrwaschel aufstellen. Das ist jetzt wieder genau der Punkt, wo man aufhören sollte zu schreiben, sonst nimmt das Gefasel überhand.

04. Februar 2014

Herrschaften… einmal ein Gürtel-Foto (oder zwei) hochgeladen. Nach JAHREN entdeckt ein Gürtel-Freund die Abbildung, auf einmal Botschaften „XXX folgt Ihnen!“. Nächsten Tag: „XY folgt Ihnen!“ Nächsten Tag: „Z folgt Ihnen!“ Ich habe ja nicht geahnt, dass ein einziges Kleidungsstück so viele Menschen derart beschäftigen kann. Wenn ich da also irgendwie hilfreich sein konnte – gern geschehen. Nur. da ist nicht so furchtbar viel mehr zu erwarten. Mein Gürtel ist ja auch gar nicht fetisch-geeignet, sondern eher bizarr. Aber wer einmal im Thema ist, nimmt es vielleicht nicht so streng. Wenn meine „Folger“ wüssten, dass ich unlängst sogar noch einen zweiten Gürtel angehabt habe. Die würden gleich die ganze Community informieren. Nein lieber nicht.

04. Februar 2014

Um es festzuhalten. Die wahren Freunde erkennt man an Austausch, der mindestens großes Tischtennis ist. Will ich eigentlich gar nicht weiter darauf eingehen. Aber Ping Pong spielt eine große Rolle. Das bedeutet, einen gewissen flow zu kutlivieren, Rhythmus zu spüren. Was angemessen ist, oder in der Luft liegt. Findet man selten, merke ich gerade wieder. Und dann wieder doch. Tatsächlich ist es wohl auch so, dass ich seit geraumer Zeit nicht mehr bereit bin, mich hingebungsvoll mit dem Werk von jemandem zu befassen, der mich als Beifall- und Aufmerksamkeits-Maschine instrumentalisiert. Oh, klingt hart. Klingt böse. Aber reden wir doch lieber von Augenhöhe. Wie Du mir, so ich Dir. Eine Weile gibt man, eine gute Weile später gibt man dann lieber wieder sich selber. Oder anderen. Dass das Leben gelingt, hat erstaunlich viel mit der Ausgewogenheit von Geben und Nehmen zu tun. Sehr, sehr viel. Ist mir heute noch bewusster als früher. Aber auch: man muss sondieren, wo die „Investition“ fruchtbar ist. Ins Beliebige Energie zu schießen, kann beliebige Früchte tragen. Und zu selten, weil nur sehr zufällig, die ersehnten. Man muss die Antennen ausfahren. Die Ohrwaschel aufstellen. Das ist jetzt wieder genau der Punkt, wo man aufhören sollte zu schreiben, sonst nimmt das Gefasel überhand.

04. Februar 2014

Herrschaften… einmal ein Gürtel-Foto (oder zwei) hochgeladen. Nach JAHREN entdeckt ein Gürtel-Freund die Abbildung, auf einmal Botschaften „XXX folgt Ihnen!“. Nächsten Tag: „XY folgt Ihnen!“ Nächsten Tag: „Z folgt Ihnen!“ Ich habe ja nicht geahnt, dass ein einziges Kleidungsstück so viele Menschen derart beschäftigen kann. Wenn ich da also irgendwie hilfreich sein konnte – gern geschehen. Nur. da ist nicht so furchtbar viel mehr zu erwarten. Mein Gürtel ist ja auch gar nicht fetisch-geeignet, sondern eher bizarr. Aber wer einmal im Thema ist, nimmt es vielleicht nicht so streng. Wenn meine „Folger“ wüssten, dass ich unlängst sogar noch einen zweiten Gürtel angehabt habe. Die würden gleich die ganze Community informieren. Nein lieber nicht.

03. Februar 2014

Jetzt habe ich vergessen, was ich bloggen wollte. Gerade noch innerlich ganz echauffiert, dann ging das Beitrags-Fenster nicht auf, dann woanders kommentiert, nun habe ich komplett vergessen, worum es mir ging. Scheint ja existentiell wichtig gewesen zu sein. Ja, ich gebe zu, ich trinke auch am Abend. Da bin ich nicht immer ganz auf die Sache konzentriert. Nun könnte ich ja spontan ein anderes Thema anreißen. Zum Beispiel… hm. Also: gestern habe ich auf youtube ein zweiteiliges Interview angeschaut, aus jüngerer Zeit. Ein Mitschnitt vom ORF, ein Gespräch mit zwei Gästen. Namentlich Erika Pluhar und ihr Ehemaliger, André Heller. Bitte: (!) jetzt nicht wieder aufstöhnen: „ah – mit dem Heller kann ich so gar nichts anfangen…“ Ich darauf wieder, zum hundertsten Mal: „ICH INTERESSIERE MICH AUCH NICHT FÜR SEINE ZIRKUSSPEKTAKEL UND AFRIKA; AFRIKA!!!“ Aber das wird ja scheinbar geflissentlich überhört. Das kommt davon, wenn man versucht, mit Menschen schriftlich zu kommunizieren, die man seit Jahren nicht von Angesicht zu Angesicht gesehen hat. Ich bin es leid! Leid! Leid! Leid! Jawohl! Was Herr Heller macht, um seinen Lebensunterhalt zu erwirtschaften, interessiert mich einen Scheißdreck! Aber ich respektiere trotzdem, dass er ein Sohn der Stadt ist, die ich bereisen werde, und zwar kein nebensächlicher, unscheinbarer. Wie auch immer: das Interview war recht persönlich, man war ja auch verheiratet, etc. pp. Durchaus sympathisch die Konversation. Je nun – ja nun – was will ich sagen: ich hatte plötzlich die Phantasie, dass es wahrscheinlich lustig werden könnte, wenn ich das Interview nachspiele, inclusive Dialekt! Also ich in drei Rollen: als Erika Pluhar, als André Heller und als ORF-Moderatorin! Dann könnte man unwahrscheinlich gut vergleichen – weil ja alle drei gebürtige Wiener sind – ob ich das einigermaßen überzeugend hinkriege! Wenn ich aber weiter darüber nachdenke – und die Idee gefällt mir wirklich gut – komme ich dahinter, dass es ziemlich viel Arbeit wäre! Ich müsste mir die Dialoge abhören, weniger wegen der Betonung, sondern wegen des Inhaltes und alles protokollieren! Die Sendung war – glaube ich – mindestens eine dreiviertel Stunde lang. Wenn ich das alles schaffen wollte, wäre ich die nächsten Monate vollauf beschäftigt. Und zwar ohne Honorar. Das ist doch illusorisch! Aber ich finde, Sie sollten wissen, mit welchen Projekten ich mitunter schwanger gehe! Wenn auch nur sehr kurzfristig.

02. Februar 2014


Ich lese weiter. Aber um wenigstens anzudeuten, was mir die letzten zwei, drei Tage durch den Kopf geht, zitiere ich ein paar Stellen aus einer E-Mail, die ich vor drei Tagen geschrieben habe. Bislang wurde ja davon ausgegangen, dass der österreichische Kulturkreis für mich so fern, fremd und exotisch ist wie Tokio oder Takatukaland. Beinah dachte ich es schon selber. Aber es gibt da eine Geschichte, einen Hintergrund, über den ich normalerweise nicht großartig nachdenke, vermutlich weil er mir allzu selbstverständlich ist. Ein Kapitel aus der Vergangenheit. Hier einige Inhalte jener Mail, die ich auch eigens für einem Blogeintrag hätte schreiben können. Ich will ja wieder weiterlesen und das Riesenrad nicht neu erfinden, deshalb diese kopierten Erklärungen.
[ Mail vom 31. Januar 2014 ]
Lieber (…),
(du merkst vielleicht nebenher) ich spiele ein bißchen in meinen
Kommentaren mit dem Österreichischen, das wie bekannt, nicht das Geringste mit meinem Lebensmittelpunkt zu tun hat.
Und gut könnte ich mir vorstellen, du hältst das für eine reine Albernheit ohne Hintergrund. Fast (aber wirklich nur fast) hätte ich es selber bald geglaubt. Aber ich merke etwas, was du nicht wissen kannst, wenn ich zum Beispiel das
Lied von der Denk und dem Schinderhannes höre. Es geht mir sehr leicht von der Zunge, das nachzusingen, und ich meine nicht die Melodie.
Und wenn ich ganz ehrlich bin, und heute habe ich viel darüber nachgedacht, ist es kein Wunder und hat auch nichts mit Schauspieltalent zu tun, oder weniger als man mir unterstellen mag.
Heute Mittag ist mir schlagartig klar geworden, warum ich punktuell irritiert bin, wenn Du mir (und ich habe dich noch danach gefragt, wie eine Außerirdische…) ‚Schmäh‘ erklärst, als assimilierter Österreicher.
Und bitte glaube mir, ich habe es wirklich heute erst selber begriffen. „Schmäh“ ist ein Wort, über das ich nie viel nachgedacht habe, weil es mir mit der Muttermilch eingeflößt worden ist. In einem Kommentar unter dem älteren Eintrag habe ich beiläufig erwähnt, dass meine Eltern (alle Vorfahren) aus einer Gegend kommen, die zu Böhmen gehört, was ja früher ein Teil von Österreich war. Meine Eltern sind sogenannte Heimatvertriebene, bis 1945 lebten meine Vorfahren also für viele Jahrhunderte in der Gegend vom heutigen Karlovy Vary, es waren deutschsprachige Böhmen, die sogenannte Egerländer oder auch Sudeten. Und sie landeten im Zuge der Nachkriegswirren nach ihrer sehr grausamen Vertreibung mit Zwangsarbeit usw. im Fränkischen, ohne daher zu kommen, ohne da Wurzeln zu haben. Es war wohl das Naheliegendste von Tschechien, (…) in einem Auffanglager. Die Familie wurde in den letzen Kriegsjahren komplett zerrissen und keiner wusste vom anderen, ob er noch lebt. 1945 bis 46 konnte man dann wieder herausfinden, mittlerweile in Deutschland gestrandet, wer noch lebt und die Familie zusammenführen. Das war alles sehr schmerzhaft für mene Familie, man hat sich dann hier sehr aneinandergeklammert und auch weiter die verlorene Heimat kultiviert, in Erinnerung, in Traditionen – und in der Sprache. Und die Art, wie meine Familie, meine Eltern und meine Großeltern, und meine Tante, die alle unter einem Dach lebten, in einer Siedlung, in einem eigenen Haus mittlerweile, der ganze Stolz einer Familie, die alles verloren hatte (riesige Güter… mein Großvater väterlicherseits war der „Großbauer“ von Rosnitz, jetzt Rosnice, hatte viele Angestellte, riesige Ländereien und ein Gestüt), der Großvater mütterlicherseits, war Bürgermeister in Karlsbad, hatte eine herrliche Bibliothek mit großen Schätzen… alles verloren. Aber sie hatten sich, als sie hier waren. Ich bin also mit meinem Bruder in eine tief verwundete Familie geboren, die sehr stark ihre ursprüngliche Herkunftskultur am Leben gehalten hat, oder es versuchte. Und das spürten wir an der Art, wie sie sprachen. Ich merkte früh, dass meine Eltern und Großeltern und die Tante andere Wörter benutzten, als die Eltern meiner Kindergarten- und Schulfreunde und einen anderen Dialekt sprachen als die schon lange ansässigen Einwohner des kleinen Ortes bei Nürnberg. Meine Eltern haben keine echten Wurzeln geschlagen, hier. Und deswegen konnten sie mir vielleicht auch kein Heimatgefühl in dieser fränkischen Region vermitteln.
Und heute Mittag und heute Abend habe ich über Stunden versucht – und es ist mir gar nicht schwer gefallen – zu erinnern, welche Worte meine Familie benutzt hat (und es zum Teil noch heute tut), die gar nicht aus dem Fränkischen kommen. Immer mehr Wörter sind mir auf einmal aufgefallen. Heute Nachmittag habe ich sogar eine Bekannte gefragt, die in den Siebziger Jahren aus Fürth nach Berlin zog, ob sie mir bestätigen könnte, dass dieses und jenes Wort kein alltäglicher Begriff im fränkischen Dialekt ist – ich war da heute regelrecht verwirrt. Denn für mich waren oder sind – und das merke ich jetzt – wegen dieser Wienreise – so viele Wörter und auch ein gewisser Tonfall der viel mehr vom Österreichischen hat, als vom Fränkischen derart geläufig, dass ich es gar nicht dieser Herkunft zugeordnet habe, weil ich es ja von Geburt an, jeden Tag im Ohr hatte. Der Dialekt liegt tatsächlich irgendwo dazwischen, aber als ich vorhin zwei Listen im Netz fand, mit der Überschrift typische österreichische Begriffe oder dergleichen, ging ich Wörter so im Halbschlaf durch und konnte sekundenschnell streichen, was ich in meiner Familie nicht gehört habe, und stehen lassen, was mir dauernd um die Ohren gehauen wurde. Plötzlich war das wie ein Schatzkästchen, das sich öffnet. Und mir sind dann auch andere Sachen eingefallen, die ich nicht in der Liste gefunden habe. Dabei hörte ich immer abwechselnd die Stimmen meines Großvaters und meiner Tante (mein Großvater starb Anfang der Achtziger Jahre, ich hielt seine Hand) und meiner Mutter und meines Vaters. Jeder hatte so seine bevorzugten Redewendungen. Ich kann dir gar nicht sagen, wie oft meine Mutter zu mir gesagt hat: „ach komm, hör auf, des is doch a Schmäh!“ Oder „So a Schmäh!“ „Erzähl kan Schmäh!“ Und ich weiß genau, was für Zusammenhänge das waren. Sie sagt das heute noch. Aber ist doch eine andere Art, das Wort zu gebrauchen, als es in der raffinierten Version bei einem Wiener auftaucht.
Ich habe mir den Spaß gemacht – und die Mühe natürlich – über die Wörter nachzudenken, die meine Kindheit und widerspenstige Jugend bevölkert haben, ob ich es wollte oder nicht. Und deswegen verstehe ich vielleicht doch ein bißchen mehr, als du es bislang für möglich gehalten hättest.
Schau, das sind die Wörter, die sich mir am stärksten eingebrannt haben, mein Familien-Alphabet:
[ edit: ] afoch
af’d nocht
ah geh
allerweil
Backhendl
Bader
Beíjer
Boxn
deppert
Eierschwammerl
Eierspeis
Erdäpfel
fesch
Fisolen
[ edit: ] Galoschen
Gfrett
Glump
[ edit: ] Golatschen
Goller
grantig
Gspusi
[ edit: ] Gstanzerl
[ edit: ] Gstell
(hoit di…) Guschn
HabedieEhre
(oider) Haderlump
Haferl
heast
Hendl
[ edit: ] Herrschaftszeiten!
Hosentürl
Humpen
(der Franzl is scho a…) Hund
Janker
Jänner
Jausnbrettl
Jessas
Jessasmaradjosef
(so a scheens…) Jopperl
Kanapee
Kassa
Kastn
kimm (viare)
Krapfm
Kredenz
Kren
Kukuruz
Lackl
Leberkas
Leiberl
Lump
Marillen
Möhlspeis
Mesner
Milli
Mostrich
Mundsproch
[ edit: ] (des machst du doch mit…) Mutwillen!
Nachtessn
(ins…) Narrenkastl (…schauen)
(des is ja wieda a rechts…) Narrenspiel
Narrenstickl
[ edit: ] narrisch
obi /owi
Obstler
Oha!
Ohrwaschel
Packerl
Pfiad di
Powidl
Powideldatschkerln
Quetschn
Radi
Reiberdatschi
resch
Restl
Ringelspiel
Rock
Ross
(unsere…) Rösser
Scheißhaus
schiach
Schlagobers
Schmäh
(in die…) Schwammerl gehen
Schwartn
Servus!
Strudel
Stumpen
[ edit: ] Tanzboden
tummeln
Watschn
Wecken
Weckerl
zutzeln
(…)

[ Ende Zitat ]
Vielleicht nehme ich demnächst ja mal was auf, wo ich mir dieses versunkene Erbe nutzbar mache und channelnderweise zu Gehör bringe. Dann können die original österreichischen Leser und die assimilierten urteilen, inwiefern da noch ererbtes Potenzial da ist. Ich maße mir da nichts an, erschrecke aber eigentlich fast, wie ‚echt‘ sich das in meinen Ohren anhört. Neulich, im Dezember, war ich mit ein paar Menschen in einem Berliner Restaurant mit steirischer Küche. Die Speisekarte war auf österreichisch. Ich habe fast alles verstanden. Eine aus Lübeck zugezogene Berlinerin erklärte mich zur Übersetzerin. „Du als Norditalienerin, verstehst das doch!“ Ich: „Norditalienierin?“ Sie: „in Schleswig Holstein sagen wir: alles unterhalb von Norddeutschland – – dat is Palermo!“.

02. Februar 2014

„Es gibt einen Satz, der unangreifbar ist, nämlich der, daß man Dichter sein kann, ohne auch irgendjemals ein Wort geschrieben oder gesprochen zu haben. Vorbedingung ist aber der mehr oder minder gefühlte Wunsch, poetisch handeln zu wollen. Die alogische Geste selbst kann, derart ausgeführt, zu einem Act von ausgezeichneter Schönheit, ja zum Gedicht erhoben werden. Schönheit allerdings ist ein Begriff, welcher sich hier in einem sehr geweiteten Spielraum bewegen darf.“
H. C. Artmann 1953, Acht-Punkte-Proklamation des poetischen Actes

02. Februar 2014

(…) Heller saß mit H. C. Artmann und Hubert Aratym im Grünen Anker, einem italienischen Restaurant, das von einem Ehepaar geführt wurde, das Italien, wie Heller sagt, maximal von einer Schwarz-Weiß-Postkarte gekannt haben konnte, so schlecht war das Essen. Als Helmut Qualtinger durch die Tür kam und den Blick suchend durch das Lokal schweifen ließ, begrüßte ihn Hubert Aratym. Servus, Helmut. Setz dich zu uns. Heller, der zu dieser Zeit, 1967, gerade auf der Schwelle vom Franzi zum André stand, saß stumm da und hörte zu. Der Qualtinger. (…) Die Kreise Helmut Qualtingers zogen sich von der Loosbar im ersten Bezirk bis zum Falstaff, einem Restaurant in der Nähe der Volksoper. Heller richtete sich seine eigenen Rundgänge so ein, dass er Qualtinger zuweilen über den Weg lief, man grüßte sich. Wenn am Tisch ein Platz frei war, durfte er sich dazusetzen. Qualtinger wollte mmer qualifiziertes Publikum um sich haben. (…) Qualtinger gefiel der Bub: er hatte einen Schmäh. Er war schlagfertig. Er hatte krause Ideen und war lernbegierig. Bald lud Qualtinger ihn zu sich nach Haue ein, wies ihn mit Nachdruck auf die Bücher Ödön von Horvaths und Robert Musils hin, steckte ihm die Geschichten von Anton Kuh zu und freute sich, wenn er herausfand, dass der Bub seinen Peter Altenberg schon gelesen hatte. (…)

01. Februar 2014

(…) Dann beendeten John und Yoko die Pressekonferenz und sangen zum Abschluss den Donauwalzer. (…) Heller vereinbarte für den nächsten Morgen einen exklusiven Gesprächstermin mit dem berühmtesten Paar der Popgeschichte. Als er zum festgelegten Zeitpunkt an der Tür von Suite 101 klopfte, öffnete niemand. Heller wollte nachsehen, drückte die Klinke nach unten und fand die Tür unverschlossen. Neugierig betrat er den Raum. Niemand da, nur ein leises Schnarchen von nebenan. „In einem goldgrünen Rokoko-Bett sahen wir Mr. und Mrs. Lennon in tiefem Schlaf“
(…) „Das schöne Gesicht von Yoko war von schwarzleuchtenden Haaren umrahmt, und ihre rechte Hand wirkte mit zwei ausgestreckten Fingern, als ob sie gerade im Traum einen Schwur leistete. Er, halb abgedeckt, trug einen blau-weiß gestreiften Pyjama, wie ein Häftling. Auf dem Nachtkästchen lag ein Buch des Dichters Allen Ginsberg und dar­auf die Brille mit den runden Gläsern.“ Heller und seine Begleiter Alfred Treiber und Richard Goll weckten John und Yoko, indem sie die österreichische Bundeshymne intonierten. „Eine Viertelstunde später brachten zwei Etagenkellner, vorsichtig geschätzt, etwa ein Viertel aller auf der Roomservice-Karte angebotenen Speisen und drapierten diese auf diversen Tischen und Servierwagen. Nach weiteren zehn Minuten erschien das ‚divine couple‘. Nun aßen wir Ham and Eggs, Suppen, Sachertorte, Schnitzel und Porridge, gemischten Aufschnitt, Spaghetti und Obst in anarchischer Reihenfolge. Dann baute Richard Goll sein Mikrofon und das Uher-Magnetofon auf, und das legendäre, fast eineinhalbstündige Gespräch begann. (…)
Dann mussten John und Yoko zum Flughafen. Komm mit, sagte Lennon zu Heller, lass uns weiterreden. Heller stieg zu Lennon in die Limousine, Yoko nahm mit dem Manager der beiden eine zweite.
„Wir fuhren über die Simmeringer Hauptstraße in Richtung Flughafen. Als wir uns dem Zentralfriedhof näherten, erklärte ich, dass hier Franz Schubert, der wohl bedeutendste Liederkomponist vor Lennon/McCartney, liegen würde.
‚Ich will ihn besuchen‘, sagte John. Wir hielten am Tor 2 und liefen, weil die Zeit drängte, durch die Hauptallee bis zu jener Stelle auf der linken Seite, die den Blick auf ein Rondeau mit Ehrengräbern freigibt. Ich deutete auf Schuberts letzte Adresse. John bewegte stumm die Lippen, als würde er zu sich selbst sprechen oder beten. Dann tänzelte er beinahe verlegen über den Kies und suchte mit den Augen die Umgebung ab. Plötzlich gab er mir einen sanften Boxhieb auf die Brust und wiederholte ungläubig die Namen, die im Umkreis von etwa zwanzig Metern an unterschiedlichen Grüften in Marmor gemeißelt waren: ‚Mozart, Beethoven, Hugo Wolf, Johann Strauß Sohn und Vater, Johannes Brahms, Christoph Willibald Gluck.‘ Ich ergänzte: ‚Ein Stück weiter ist noch die Ruhestätte von Arnold Schönberg.‘
‚Was für eine aberwitzige Versammlung‘, sagte er. ‚Ja‘, antwortete ich, ‚in musikalischer Hinsicht ist hier am Tag der Auferstehung der Nabel der Welt.‘
Dann bückte John sich, zog den Schnürsenkel aus seinem rechten Schuh und legte ihn mit der Bemerkung ‚Statt Blumen‘ auf Schuberts Grab. Eine Dreiviertelstunde später enteilte die Maschine mit der Fluxus-Künstlerin und dem ­Beatle über das Rollfeld in den eisgrauen Himmel. Es war John Lennons erster und letzter Besuch in Wien.“


[ Leseprobe ] Christian Seiler, André Heller: Feuerkopf

Ja. Ich lese. Ich mache den Computer wieder aus und lese nebenan in der Küche weiter, wie bereits die letzten zwei Stunden. Ein sagenhafter Bilderbogen. Wenn man sich für Wien interessiert, sicher nicht die schlechteste Empfehlung, das Buch zu lesen. Es erfordert auch nicht, dass man sich für die Hellerschen Spektakel interessiert. Ich habe ja auch nur sein (insbesondere frühes) musikalisches Schaffen verfolgt, die anderen Sachen beschäftigten mich nicht weiter. Auch bin ich recht schwer für Zirkusartistik und ähnlich launiges Brimborium zu begeistern. Doch dieses umfangreiche Werk von Herrn Seiler birgt schon sagenhafte Erinnerungen und Begebenheiten aus einem sehr intensiven Leben.

01. Februar 2014

Good Day, Sunshine. So weit, wie auf dem Foto bin ich noch nicht ganz. Frühstücke noch und muss noch an mir basteln. Haare trocknen in der Sonne. Gestern merkwürdige Erkenntnis gehabt. Muss ich irgendwann drüber schreiben. Fast schon bizarr. Bin aber noch nicht genug im flow, um das hier angemessen in Worte zu fassen. Das kommt bei mir auch meistens nach Einbruch der Dunkelheit, in den späteren Abendstunden. Ich bin ja noch in der Aufwachphase. Ich werde mich also fertig machen und vor die Tür gehen, ein paar Lebensmittel kaufen. Mein Rechner hat ja schon einen mehr oder weniger festen Platz hier, auch weil ich nicht mit Akku arbeite, sondern den Rechner den greenpeace-Saft über die Leitung ziehen lasse. Und da, auf meinem großen Bodenkissen, gegenüber vom Fenster zum Gipsdreieck knallt gerade dermaßen die Sonne, dass ich fast nicht sehen kann, was ich gerade tippe. Also lieber die Wimpern tuschen! Man muss Prioritäten setzen, immer schauen, wo man gerade Rückenwind hat. Da ist dann ein gutes Vorankommen. So will ich es halten. SOUND: Dani California.

29. Januar 2014

(Internet-)Haushaltstipp: Sie möchten das Layout bzw. den Content der um die Ohren gehauenen Werbebanner aufwerten? Suchen Sie einfach konsequent an Ihrem Rechner nach bekannten, Sie stark ansprechenden Motiven der Kunstgeschichte. Zum Beispiel „Man Ray“ „Tears“ „Noir et Blanc“ etc. pp. Schon ist Schluss mit den grellen Werbebannern. Eigentlich doch ganz simpel. Gewusst wie!

Und dann – na gut – das ist natürlich nebensächlich – wer interessiert sich schon ernsthaft für Haushaltstipps – von Abflussproblemen abgesehen. Wobei: derzeit, dieser Tage zeige ich mich von einer ungewohnt kooperativen Seite. Ich konnte mir bei keiner Gelegenheit verkneifen zu erwähnen, dass Rossmann am Hackeschen Markt seit einigen Tagen (Neueröffnung der alten Filiale, nur hier! Noch bis 1. Februar!) zehn Prozent Rabatt auf alle Artikel gibt. Für mich habe ich natürlich auch schon Hamsterkäufe getätigt. Seit gestern, heute auch, bin ich für den Bekanntenkreis unterwegs. Gestern sieben Beutel Cashewkerne. (Bestellung aus Wilmersdorf, Nähe Prager Platz) Heute zehn (Bestellung aus Wilmersdorf, Nähe Südwestkorso.) Das rechnet sich einfach. Dass ich nun mit noch festerem Handschlag, als ohnehin schon in der Filiale begrüßt werde, ist mir Lohn genug. Außerdem weitere Wien-Verhandlungen. Ich halte weiterhin die Fahne der Völkerfreundschaft, Achse Berlin-Wien hoch. Lese mich ehrgeizig in das Thema ein. Soll keiner sagen, die Berliner wären ignorant und interessieren sich nicht für den Rest der Welt! Neulich war ich auch extra freundlich zu einer Touristin, Herkunft nicht genau zu verorten, aber deutsch. Ich hatte es wirklich, wirklich eilig! Und ich wusste, ich würde zu spät kommen. Aber ich sagte mir: denke an die Öffentlichkeitsarbeit, denke an den Ruf der Hauptstadt! Nicht, dass es wieder heißt, man wird eilig abgefertigt. Mit aller Zeit der Welt habe ich den Fußweg zur Synagoge erklärt. Die ältere Dame hat ihr wärmstes Lächeln aufgesetzt und ich natürlich sowieso. Wieder jemanden glücklich gemacht! Auch dachte ich mir, in aller Herrgottsfrüh, so um Fünf nach Neun, eigentlich vielleicht doch keine schlechte Idee, auf Reisen nicht bis mittags in den Federn zu liegen, sondern sich (zeitig!) etwas vorzunehmen! Dachte natürlich an Wien. Und die Ferienwohnung, wo einem keiner auf die Finger klopft. Mein Reisegefährte ist nun auch nicht der Frühaufsteher, wenn ich so sehe, dass die meisten Mail-Antworten überwiegend in den Stunden zwischen zwei und drei Uhr nachts verfasst werden. Nun, wir werden sehen. Bis Mai ist ja noch ein bißchen Spielraum, den Biorhythmus zu manipulieren. Sozusagen.

30. Januar 2014

Gerade gelesen. In einem Forum mit grüner Hintergrundfarbe zum Thema „Kiffende Prominente“.

AW: Kiffende Prominente
– britney spears
– vincent van gogh
– mein neffe

Besonders der letzte Prominente hat mich stark erheitert. Entweder bin ich heute von Hause aus etwas alberner als sonst, oder der Branntwein. Oder ich bin da einfach zu ungenau. Welcher Prominente könnte einen Onkel haben, der in einem Kiffer-Forum seinen Neffen outet? Ganz schön knifflig.
(ja, blöder Eintrag)

29. Januar 2014

(Internet-)Haushaltstipp: Sie möchten das Layout bzw. den Content der um die Ohren gehauenen Werbebanner aufwerten? Suchen Sie einfach konsequent an Ihrem Rechner nach bekannten, Sie stark ansprechenden Motiven der Kunstgeschichte. Zum Beispiel „Man Ray“ „Tears“ „Noir et Blanc“ etc. pp. Schon ist Schluss mit den grellen Werbebannern. Eigentlich doch ganz simpel. Gewusst wie!

Und dann – na gut – das ist natürlich nebensächlich – wer interessiert sich schon ernsthaft für Haushaltstipps – von Abflussproblemen abgesehen. Wobei: derzeit, dieser Tage zeige ich mich von einer ungewohnt kooperativen Seite. Ich konnte mir bei keiner Gelegenheit verkneifen zu erwähnen, dass Rossmann am Hackeschen Markt seit einigen Tagen (Neueröffnung der alten Filiale, nur hier! Noch bis 1. Februar!) zehn Prozent Rabatt auf alle Artikel gibt. Für mich habe ich natürlich auch schon Hamsterkäufe getätigt. Seit gestern, heute auch, bin ich für den Bekanntenkreis unterwegs. Gestern sieben Beutel Cashewkerne. (Bestellung aus Wilmersdorf, Nähe Prager Platz) Heute zehn (Bestellung aus Wilmersdorf, Nähe Südwestkorso.) Das rechnet sich einfach. Dass ich nun mit noch festerem Handschlag, als ohnehin schon in der Filiale begrüßt werde, ist mir Lohn genug. Außerdem weitere Wien-Verhandlungen. Ich halte weiterhin die Fahne der Völkerfreundschaft, Achse Berlin-Wien hoch. Lese mich ehrgeizig in das Thema ein. Soll keiner sagen, die Berliner wären ignorant und interessieren sich nicht für den Rest der Welt! Neulich war ich auch extra freundlich zu einer Touristin, Herkunft nicht genau zu verorten, aber deutsch. Ich hatte es wirklich, wirklich eilig! Und ich wusste, ich würde zu spät kommen. Aber ich sagte mir: denke an die Öffentlichkeitsarbeit, denke an den Ruf der Hauptstadt! Nicht, dass es wieder heißt, man wird eilig abgefertigt. Mit aller Zeit der Welt habe ich den Fußweg zur Synagoge erklärt. Die ältere Dame hat ihr wärmstes Lächeln aufgesetzt und ich natürlich sowieso. Wieder jemanden glücklich gemacht! Auch dachte ich mir, in aller Herrgottsfrüh, so um Fünf nach Neun, eigentlich vielleicht doch keine schlechte Idee, auf Reisen nicht bis mittags in den Federn zu liegen, sondern sich (zeitig!) etwas vorzunehmen! Dachte natürlich an Wien. Und die Ferienwohnung, wo einem keiner auf die Finger klopft. Mein Reisegefährte ist nun auch nicht der Frühaufsteher, wenn ich so sehe, dass die meisten Mail-Antworten überwiegend in den Stunden zwischen zwei und drei Uhr nachts verfasst werden. Nun, wir werden sehen. Bis Mai ist ja noch ein bißchen Spielraum, den Biorhythmus zu manipulieren. Sozusagen.

26. Januar 2014


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Flashback. Neunzehnhundertfünfund-/sechundachtzig. Es gab ein Leben vor Berlin. Flashback. Aber dann Berlin. Flashback. Wilde Nächte. Flashback. Besuch. Neunzehnhundertachtundachtzig. In Büchern geblättert. Gestern. Nein, ich bin nicht sentimental in Bezug auf Vergangenheit. Es gab sehr schöne Momente. Auch in der Gegenwart. Und in der Zukunft. Ich glaube, ich bin eher sentimental in Bezug auf die Zukunft. Vergangene Gefühle sind gut, um alte Bilder besser erinnern zu können. Dreidimensionaler. Ich bereite nur meinen kleinen Wien-Aufenthalt vor. Ist doch wunderbar, einem wertvollen Menschen aus der Vergangenheit in der Zukunft wiederzubegegnen. An einem anderen Ort, einem besonders schönen dazu. Davon gehe ich aus. Als ich blätterte, stieß ich auch auf eine Horoskopzeichnung, die mein Bruder angefertigt hatte. Darauf steht als Geburtsdatum achtundzwanzigster Oktober. Wieso dachte ich immer 27. oder 29. Oktober? Ich weiß es nicht. Er hatte noch ein zweites Horoskop erstellt, ein Composit. Ich glaube, es war eine Übung für ihn, er hatte gerade gelernt, wie man Horoskope berechnet und er mochte ihn. Sonst hätte er es nicht gemacht. Und da war diese Eintrittskarte aus Zelluloid. Für die Filmpremiere in unserem anarchistischen Kunstverein. Am liebsten erinnere ich mich daran, wie es war hinter dem Tresen zu stehen, und bestimmen zu können, welche Musik lief. Ich liebte es abwechselnd Ramones- und Frank Sinatra-Platten zu spielen. Und die autonomen Jungs fuhren schwer auf My Way ab. Nicht von Sid Vicious gesungen, das Original. Das war mein Verständnis von Punk. Sich das herauszunehmen. Aber ich wollte noch mehr. Ich wollte mir noch mehr herausnehmen. Deshalb bin ich gegangen. Was mich am meisten freut, außer dass er noch lebt, was mir lange Zeit nicht klar war, ist dass ich Recht hatte, mit meiner Vermutung, dass er seinen rebellischen Geist bewahren würde.



Ich werde das überprüfen, am elften Mai. Die abfotografierten Tagebuchseiten rühren daher, dass Victor einfiel, dass wir uns 1988 noch einmal kurz begegnet waren, in Berlin. Ich lebte schon mehr als zwei Jahre dort, seit April sechsundachtzig. Mir war der Besuch entfallen und ich konnte es nicht von der Hand weisen, als ich es selbst im Tagebuch aus diesem Jahr fand. Ich habe nicht alles hier für die Öffentlichkeit sichtbar gemacht, es gibt drei, vier, zehn Seiten, die nur für ihn sichtbar sind. Von wegen Beweisführung. Mein Gott, wenn ich alles abfotografieren würde, was ich seit meinem elften Lebensjahr auf Papier gekritzelt habe… bis Zweitausenddrei. Ich wäre für die nächsten Jahre beschäftigt. Wie alt war ich Zweitausenddrei…? Achtunddreißig. 27 Jahre Gefühle auf Papier. Und seit Zweitausendvier in dieses Fenster. Ein Wunder, dass ich keine Schriftsteller-Ambitionen habe. Nur bewahren möchte ich es gerne. Aber Eintritt braucht keiner zu bezahlen. Das ist also die grobe Erklärung für die Bilder. Das letzte Zitat ist nicht von mir. Es ist von einem gewissen André Heller, eine Zeile aus einem schönen alten Liebeslied „Auch wenn du nachts betrunken weinst, dann hast du meine Sympathie…“ […] Das ist amüsant, man klebt so eine Fotografie mit einem Zitat unter einen Eintrag, und suggeriert, das hat sicher mit dem im Eintrag Erklärten zu tun. Kann, muss aber nicht. Man kann auch einfach eimal etwas in den Raum stellen. So ganz und gar unzementiert.

23. Januar 2014

Tagebuch gesucht. Von 1988. Hat lange gedauert. Alle in der Wohnung in verschiedenen Regalen verstreut. Doch noch gefunden. Geblättert, eine Begegnung gesucht. Aber vorher und nachher… was für eine Intensität der Einträge. War das die Jugend… oder die absolute Privatheit? Nichts davon ist peinlich. Fast bin ich eifersüchtig auf die Qualität, die Intensität… sogar Wortgewalt scheint mir nicht übertrieben. Und die Patina auf dem Papier. Und wie idiotisch, manche Bücher mit Bleistift zu schreiben. Dabei mochte ich die Härte von Bleistiften nie besonders. Es verblasst. Aber irgendwann löst sich alles auf. Ich werde wahrscheinlich für Victor einen Eintrag abfotografieren. Vielleicht auch den davor und danach, damit er den Kontext besser ermessen kann. Er konnte sich nämlich erinnern, rekonstruieren, dass wir uns 1988 noch einmal, für einen Abend in Berlin begegneten. Ich hatte es vergessen. Verdrängt. War in Gedanken woanders. Er wusste es noch. Und weil er niemand ist, der phantasiert, musste es stimmen. Und er hatte recht. Ich werde den Eintrag abfotografieren. Heute nicht mehr, aber morgen vielleicht. Oder übermorgen. Ich treffe ihn am elften Mai in Wien. Verrückt alles. Vielleicht lerne ich wieder, wahrhaft bewegende Einträge zu verfassen. Scheiß drauf. Man lebt nur einmal. Wozu bloggen, wenn alles an der unverfänglichen Oberfläche bleibt? Bliebe. Unfug. Vergangenheit bewältigen. Und Gegenwart. Und die Zukunft. Alles.

23. Januar 2014


Ungewöhnliche Impulse
Während einiger Monate gültig: Der alltägliche Trott langweilt Sie heute über alle Maßen, Sie möchten etwas unternehmen, das Ihrem Leben ungewöhnliche, neue Impulse gibt. Dieses Neue suchen Sie auch in zwischenmenschlichen Beziehungen. (…) Sie finden keine stabile Partnerschaft, sondern das Ungewöhnliche. Vielleicht treffen Sie auch eine unkonventionelle Abmachung mit…
Die obige Deutung ist für Ihren heute ausgewählten Transit: Venus Trigon Uranus
Schon toll irgendwie, wenn sich das Horoskop am Leben orientiert!

23. Januar 2014

Tagebuch gesucht. Von 1988. Hat lange gedauert. Alle in der Wohnung in verschiedenen Regalen verstreut. Doch noch gefunden. Geblättert, eine Begegnung gesucht. Aber vorher und nachher… was für eine Intensität der Einträge. War das die Jugend… oder die absolute Privatheit? Nichts davon ist peinlich. Fast bin ich eifersüchtig auf die Qualität, die Intensität… sogar Wortgewalt scheint mir nicht übertrieben. Und die Patina auf dem Papier. Und wie idiotisch, manche Bücher mit Bleistift zu schreiben. Dabei mochte ich die Härte von Bleistiften nie besonders. Es verblasst. Aber irgendwann löst sich alles auf. Ich werde wahrscheinlich für Victor einen Eintrag abfotografieren. Vielleicht auch den davor und danach, damit er den Kontext besser ermessen kann. Er konnte sich nämlich erinnern, rekonstruieren, dass wir uns 1988 noch einmal, für einen Abend in Berlin begegneten. Ich hatte es vergessen. Verdrängt. War in Gedanken woanders. Er wusste es noch. Und weil er niemand ist, der phantasiert, musste es stimmen. Und er hatte recht. Ich werde den Eintrag abfotografieren. Heute nicht mehr, aber morgen vielleicht. Oder übermorgen. Ich treffe ihn am elften Mai in Wien. Verrückt alles. Vielleicht lerne ich wieder, wahrhaft bewegende Einträge zu verfassen. Scheiß drauf. Man lebt nur einmal. Wozu bloggen, wenn alles an der unverfänglichen Oberfläche bleibt? Bliebe. Unfug. Vergangenheit bewältigen. Und Gegenwart. Und die Zukunft. Alles.

21. Januar 2014

Manchmal erzählen Musiker in Interviews, dass sie sich ihre alten Sachen nicht anhören. Überwiegend stimmt das sogar. Aber manchmal doch. Jahre später. Und ich sehe mir manchmal meine alten Videos an. Nicht jede Woche, nicht jeden Monat. Nicht jedes. Nur manche. Manchmal. Und manche öfter. Gerade habe ich wieder Widerspruch gesehen. Ich kann machen was ich will, es berührt mich immer noch. Egal, was passiert ist. Egal, wie die Verhältnisse sind. Egal, egal, egal. Ich liebe dieses Stück Zerrissenheit. Und die Bilder. Als ich es geschnitten habe, war ich in keinem Widerspruch. Ich war am Boden zerstört. Aber wenn ich es sehe, baut etwas in mir auf. Als ob man ein Surrogat aus Nährstoffen in einem Glas Wasser auflöst. Es ist doch ein Glück, dass ich es sogar schaffe, mich in dunkelsten Stunden in meiner Dunkelkammer aufzubauen, indem ich Bilder an die Wand werfe. Es muss nicht immer eine Bühne sein. Wenn ich tot bin, oder fast, und mein letzter Film in meinem Kopf abläuft, werden Bilder aus diesem Video drin sein. Und die Töne. Da bin ich mir ganz sicher. Mein Herz in diesen Frühlingstagen, mein Herz, in diesen Frühlingstagen… mein Herz in diesen Frühlingstagen… ist ein Widerspruch… ein Widerspruch… ein Widerspruch… Widerspruch
http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=76777725&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
~
Es hat geschneit… zum ersten mal in diesem Winter. Als ich nach Hause kam, nach meinem Schlüssel suchte, vor der Haustür, war da ein Junge, vielleicht elf oder zwölf. Er hatte einen Ast in der Hand, von einem Nadelbaum, mit dem er jedes Auto streifte, eine Spur im Schnee hinterließ. Ich schaute ihn an. Er blieb vor dem Auto vor meiner Haustür stehen. Dann malte er schnell und routiniert ein Gesicht auf die Kühlerhaube. Ich blieb stehen und sagte oh schön…! Er sagte danke! Dann malte er den Mund. Mit großen, vollen Lippen. Ein lachender Mund. In einem großen Rund.

21. Januar 2014

Ich weiß nicht, ob Sie es wussten. Aber das Leben ist bedeutend angenehmer, wenn man sich mit Menschen umgibt, die die Möglichkeiten sehen (anstelle der Unmöglichkeiten).

21. Januar 2014

Ein wenig HerzensBildung.

Ethnophaulismus ist eine abwertende Bezeichnung für eine Ethnie. (…) „Ethnophaulismus“ setzt sich aus den griechischen Wörtern ἔθνος, ethnos, „Volk“, und φαῦλος, phaulos, „gering; wertlos; böse“ zusammen. Fachsprachlich definiert ist ein Ethnophaulismus ein pejoratives exonymisches Ethnonym, also eine abwertende Fremdbezeichnung für eine Volksgruppe. (…) Auf die Deutschen bezogen gibt es etwa im Englischen die Bezeichnungen Kraut, Hun („Hunnen“) sowie das auch im Französischen, Russischen und Polnischen gebräuchliche Fritz, zu nennen sind außerdem französisch Boche, italienisch Crucco, niederländisch Mof, dänisch Sakse („Sachse“), finnisch sakemanni oder niksmanni, polnisch Szwab („Schwabe“), Szkop und Hanys, kroatisch Švabo und serbisch Švaba | Шваба, und tschechisch skopčák.[3] In Österreich werden Deutsche oft als Piefke verfemt, in der Schweiz als Schwabe oder Gummihals, in der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens als Prüss („Preuße“, ähnlich dem bayerischen „Preiß“).
vgl. „Spaghettifresser“ „Kanaken“ „Schlitzaugen“ „Zigeuner“ [ Schmerzen ]

19. Januar 2014



Wien Berlin. Das ist nicht nur eine Ausstellung, das ist eine Auseinandersetzung. Eine private. Oder Zusammensetzung. Demnächst eine Zusammensetzung. Einiger Fragmente, Puzzleteilchen. Erinnerungen. Ich schreibe nicht so gerne über Ausstellungen, das wird schnell langweilig. Man kann hingehen und sich das mit eigenen Augen ansehen. Meine Fotos zeigen auch viel, wenn auch nicht die Exponate, Fotografieren ist in dieser Sonderausstellung nicht erlaubt. Nur das: da sind so berühmte Sachen wie das Mädchen von Christian Schad mit dem Pagenkopf, das jeder von der Briefmarke kennt. Tatsächlich aber ist der Antrieb, mir die Ausstellung gerade jetzt anzusehen, vor einer Woche vielmehr, ein privaterer Bezug. Ich treffe im Mai jemanden in Wien. Für ihn ist Wien ungefähr das, wie für mich Berlin. Nur, dass er gerade nicht da wohnt. Ich habe eine Wohnung im vierten Bezirk gefunden. Nur für wenige Tage. Da war dieses kleine Hin- und Her per Mail, an irgendeiner Stelle die Frage von ihm, ob ich Wien überhaupt kennen würde. Ein paar Mails und Nächte später dachte ich mir: soll er mir doch sein „Wien, Wien nur du allein“ zeigen. Flug habe ich auch gebucht. Ja, sollte man gesehen haben, bin ich mir sicher, keine Frage. Wie eben so manche europäische Metropole. Ich war nur einmal ganz kurz dort, auf der Durchreise, 1981 oder 1982. Sehr bizarrer Hintergrund. Hatte mit dem psychotischen Aktionskünstler Otto Mühl zu tun. Bei dem war ich, in seiner Alternativ-Kommune. Fürchterliche Sache. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, ich freue mich auf „baba“ und „waast es eh“ und „heast“. Mir ist der Dialekt entweder zu geknödelt oder auf eine zeitweise vulgär anmutende Art gedehnt. Die Langsamkeit wirkt auf mich auch nicht gemütlich sondern, grob gesprochen, lahmarschig. Wenn ich ab und zu aus Versehen den Fernseher anmache und auf die 3-Sat-Taste drücke und dann zufällig die Nachrichtensendung vom ORF kommt, bin ich nicht elektrisiert von den österreichischen Kollegen. Das hat immer so einen fünfziger Jahre-Vibe, ich bin da ja auch sehr auf Äußerlichkeiten fixiert. Schlecht geschnittene Anzüge, vernuschelte Endsilben, schwerfällige Bewegungsabläufe. Ich möchte gar nicht wissen, worüber die reden. Aber sei’s drum. Ich schaue mir die dekorativen Bauwerke, das Haus der Sezession und die Kaffeehäuser an und vielleicht das Ernst-Fuchs-Museum und durchaus auch die Klimts im Belvedere und vielleicht das Sissi-Museum und das vom Freud. Lustigerweise wurde meine Idee, meinen lieben alten Freund als Fremdenführer zu engagieren, mit dem Hinweis beantwortet, er hätte ja einen ganz schlechten Orientierungssinn, aber er könnte sich da ja bestimmt so eine App oder weiß der Geier… Nun gut. Ich sehe schon, bis Mai kenne ich nicht nur den Stadplan grob auswendig, sondern werde ihn zu mancher Sehenswürdigkeit lotsen. Einiges wird wahrscheinlich sowieso unter den Tisch fallen, weil ich ja unheimlich gerne ausschlafe, was ja in einer Ferienwohnung exzellent möglich ist. Und nun habe ich kurzfristig auch noch ein Lebenszeichen von meinem früheren Freund von 1985, der nach Wien gezogen ist, der von dem ich dachte, er wäre womöglich tot. Vielleicht kann man sich auch für einen Abend treffen. Mal sehen, was das wird! Auf jeden Fall freue ich mich auf die Wohnung und endlich mal wieder Geld in den Wirtschaftskreislauf zu bringen! Ich habe mir auch gleich am Freitag zwei Bildbände und einen Reiseführer und einen Stadtplan gekauft. Aber den Stadtplan tausche ich morgen wieder um. Ich dachte, die hätten alle die typische Falk-Patentfaltung, aber der nicht, der ist wie so ein großer Lappen. Ich will den anderen. Sehr angetan hingegen war ich vom Namen meines Vermieters der Wohnung in Wien. Ein Name wie aus einem Roman. Alter österreichischer Adel. Habe die Ehre! Und den monströsen zehn-Kilo Schinken mit allen Klimtwerken von Taschen bestellt. Und die Heller-Autobiographie. Also ich denke, ich bin bis Mai bestens vorbereitet. Voraussichtlich werde ich dann Führungen zu meinen persönlichen Highlights anbieten können, dann ist die Miete gleich wieder drin! In den Bildbänden habe ich schon ganz viel gesehen, was mich überhaupt nicht interessiert, die ganzen Kirchen, keinerlei Bedarf. Ich war in genug Kirchen in meinem Leben. Tipps brauche ich auch keine, das vewirrt mich eher. Bei den größeren Museen mit den Gemäldesammlungen habe ich auch schon das meiste gestrichen. Kennst du eines, kennst du alle! Die Wohnung ist in der Nähe vom Belvedere, ich denke das reicht in der Hinsicht. Ja, die haben in einem anderen auch die größte Schiele-Sammlung der Welt, aber bin ich so ein Schiele-Fan? Da gerade in der Ausstellung war wieder einiges. Ich bin da eher zwiespältig. Wenn man dann womöglich anstehen muss, ist ja der Nachmittag schon wieder erledigt. Also Hauptsache draußen herumlaufen und schauen und immer schön viel trinken. Kaffee mit Schlagobers und später Alkohol! Womöglich rauche ich auch. Und dann natürlich noch die Gespräche. Vergangenheitsbewältigungsgespräche. Haha. Ich bin ja wirklich gespannt. Den einen habe ich vor zwölf Jahren zuletzt gesehen, über die Umstände möchte ich hier nicht näher ins Detail gehen, den anderen vor 8 6undzwanzig Jahren. Na servas! So, nun sind Sie im Bilde, warum ich beim „Wien Berlin“-Plakat erst in zweiter Linie an die Ausstellung denke. Um nicht zu sagen: in dritter Linie.










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11. Januar 2014

So. Ich werde jetzt das Rollo am Küchenfenster anschrauben, das ich vor fünfzehn Jahren gekauft habe. Gut Ding braucht eben manchmal Weile. Nur noch die sechs kleinen Löcher bohren und schon ist die Sache geritzt. Die Sonne scheint, na prima. Das Rollo soll mir nicht etwa dabei helfen, mich vor unerwünschter Sonnenbestrahlung zu schützen, sondern die Privatsphäre meiner neuen Nachbarn vollumfänglich zu gewährleisten. Sie werden sich einfach sicherer und privater fühlen, wenn ich mich nach Einbruch der Dunkelheit in meiner Küche aufhalten sollte und Licht brennt. Ich will meinen neuen Nachbarn einfach nicht zur Last fallen. Sie sollen sich rundherum privat fühlen können. Vorgestern früh habe ich den neuen Nachbarn nur in T-Shirt und Unterhose gesehen (beides schwarz). Wie heißt es doch so schön: zu viel Information.

19. Januar 2014



Wien Berlin. Das ist nicht nur eine Ausstellung, das ist eine Auseinandersetzung. Eine private. Oder Zusammensetzung. Demnächst eine Zusammensetzung. Einiger Fragmente, Puzzleteilchen. Erinnerungen. Ich schreibe nicht so gerne über Ausstellungen, das wird schnell langweilig. Man kann hingehen und sich das mit eigenen Augen ansehen. Meine Fotos zeigen auch viel, wenn auch nicht die Exponate, Fotografieren ist in dieser Sonderausstellung nicht erlaubt. Nur das: da sind so berühmte Sachen wie das Mädchen von Christian Schad mit dem Pagenkopf, das jeder von der Briefmarke kennt. Tatsächlich aber ist der Antrieb, mir die Ausstellung gerade jetzt anzusehen, vor einer Woche vielmehr, ein privaterer Bezug. Ich treffe im Mai jemanden in Wien. Für ihn ist Wien ungefähr das, wie für mich Berlin. Nur, dass er gerade nicht da wohnt. Ich habe eine Wohnung im vierten Bezirk gefunden. Nur für wenige Tage. Da war dieses kleine Hin- und Her per Mail, an irgendeiner Stelle die Frage von ihm, ob ich Wien überhaupt kennen würde. Ein paar Mails und Nächte später dachte ich mir: soll er mir doch sein „Wien, Wien nur du allein“ zeigen. Flug habe ich auch gebucht. Ja, sollte man gesehen haben, bin ich mir sicher, keine Frage. Wie eben so manche europäische Metropole. Ich war nur einmal ganz kurz dort, auf der Durchreise, 1981 oder 1982. Sehr bizarrer Hintergrund. Hatte mit dem psychotischen Aktionskünstler Otto Mühl zu tun. Bei dem war ich, in seiner Alternativ-Kommune. Fürchterliche Sache. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, ich freue mich auf „baba“ und „waast es eh“ und „heast“. Mir ist der Dialekt entweder zu geknödelt oder auf eine zeitweise vulgär anmutende Art gedehnt. Die Langsamkeit wirkt auf mich auch nicht gemütlich sondern, grob gesprochen, lahmarschig. Wenn ich ab und zu aus Versehen den Fernseher anmache und auf die 3-Sat-Taste drücke und dann zufällig die Nachrichtensendung vom ORF kommt, bin ich nicht elektrisiert von den österreichischen Kollegen. Das hat immer so einen fünfziger Jahre-Vibe, ich bin da ja auch sehr auf Äußerlichkeiten fixiert. Schlecht geschnittene Anzüge, vernuschelte Endsilben, schwerfällige Bewegungsabläufe. Ich möchte gar nicht wissen, worüber die reden. Aber sei’s drum. Ich schaue mir die dekorativen Bauwerke, das Haus der Sezession und die Kaffeehäuser an und vielleicht das Ernst-Fuchs-Museum und durchaus auch die Klimts im Belvedere und vielleicht das Sissi-Museum und das vom Freud. Lustigerweise wurde meine Idee, meinen lieben alten Freund als Fremdenführer zu engagieren, mit dem Hinweis beantwortet, er hätte ja einen ganz schlechten Orientierungssinn, aber er könnte sich da ja bestimmt so eine App oder weiß der Geier… Nun gut. Ich sehe schon, bis Mai kenne ich nicht nur den Stadplan grob auswendig, sondern werde ihn zu mancher Sehenswürdigkeit lotsen. Einiges wird wahrscheinlich sowieso unter den Tisch fallen, weil ich ja unheimlich gerne ausschlafe, was ja in einer Ferienwohnung exzellent möglich ist. Und nun habe ich kurzfristig auch noch ein Lebenszeichen von meinem früheren Freund von 1985, der nach Wien gezogen ist, der von dem ich dachte, er wäre womöglich tot. Vielleicht kann man sich auch für einen Abend treffen. Mal sehen, was das wird! Auf jeden Fall freue ich mich auf die Wohnung und endlich mal wieder Geld in den Wirtschaftskreislauf zu bringen! Ich habe mir auch gleich am Freitag zwei Bildbände und einen Reiseführer und einen Stadtplan gekauft. Aber den Stadtplan tausche ich morgen wieder um. Ich dachte, die hätten alle die typische Falk-Patentfaltung, aber der nicht, der ist wie so ein großer Lappen. Ich will den anderen. Sehr angetan hingegen war ich vom Namen meines Vermieters der Wohnung in Wien. Ein Name wie aus einem Roman. Alter österreichischer Adel. Habe die Ehre! Und den monströsen zehn-Kilo Schinken mit allen Klimtwerken von Taschen bestellt. Und die Heller-Autobiographie. Also ich denke, ich bin bis Mai bestens vorbereitet. Voraussichtlich werde ich dann Führungen zu meinen persönlichen Highlights anbieten können, dann ist die Miete gleich wieder drin! In den Bildbänden habe ich schon ganz viel gesehen, was mich überhaupt nicht interessiert, die ganzen Kirchen, keinerlei Bedarf. Ich war in genug Kirchen in meinem Leben. Tipps brauche ich auch keine, das vewirrt mich eher. Bei den größeren Museen mit den Gemäldesammlungen habe ich auch schon das meiste gestrichen. Kennst du eines, kennst du alle! Die Wohnung ist in der Nähe vom Belvedere, ich denke das reicht in der Hinsicht. Ja, die haben in einem anderen auch die größte Schiele-Sammlung der Welt, aber bin ich so ein Schiele-Fan? Da gerade in der Ausstellung war wieder einiges. Ich bin da eher zwiespältig. Wenn man dann womöglich anstehen muss, ist ja der Nachmittag schon wieder erledigt. Also Hauptsache draußen herumlaufen und schauen und immer schön viel trinken. Kaffee mit Schlagobers und später Alkohol! Womöglich rauche ich auch. Und dann natürlich noch die Gespräche. Vergangenheitsbewältigungsgespräche. Haha. Ich bin ja wirklich gespannt. Den einen habe ich vor zwölf Jahren zuletzt gesehen, über die Umstände möchte ich hier nicht näher ins Detail gehen, den anderen vor 8 6undzwanzig Jahren. Na servas! So, nun sind Sie im Bilde, warum ich beim „Wien Berlin“-Plakat erst in zweiter Linie an die Ausstellung denke. Um nicht zu sagen: in dritter Linie.










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18. Januar 2014

Schon lange nicht mehr an Miezi gedacht. Aber vorhin.
g a g a – Sa, 01:23
ich habe als Kind auch eine gehabt, so bis ich ungefähr zwölf war, dann ist sie gestorben, sie hat einmal Junge gehabt und ist dann sterilisiert worden und mit der großen Wunde und dem Verband um den Bauch wild im Garten herumgesprungen, da ist die Wunde nicht geheilt und hat sich entzündet und sie ist gestorben. Da war ich sehr traurig. Ich habe ihre Pfote gehalten, als sie das einzige Mal Junge gekriegt hat, fünf Stück, die ganzen Wehen lang. Sie hat immer auf meiner Bettdecke geschlafen. So eine schöne große Wärmflasche auf meinem Bauch. Ihr Name war Miezi. Nicht sehr originell, aber mir hat der Name gefallen.
P.S. komisch… kann mich gar nicht erinnern, dass ich mal von ihr geträumt hätte. Aber ich vergesse auch fast alles, was ich träume… leider
g a g a – Sa, 01:29
P.P.S. ich kann mich noch erinnern, dass ich immer ganz fasziniert in ihre Ohren geguckt habe, die zarten rosa Gehörgänge mit den flaumigen Härchen und ein bißchen reingepustet. Und mit den Ohren gespielt. Umgeklappt und so. Klingt irgendwie nach Tierquälerei, aber ich habe nur Sachen gemacht, die sie sich hat gefallen lassen. Sonst hätte sie mich bestimmt angefaucht.

18. Januar 2014

Schon lange nicht mehr an Miezi gedacht. Aber vorhin.
g a g a – Sa, 01:23
ich habe als Kind auch eine gehabt, so bis ich ungefähr zwölf war, dann ist sie gestorben, sie hat einmal Junge gehabt und ist dann sterilisiert worden und mit der großen Wunde und dem Verband um den Bauch wild im Garten herumgesprungen, da ist die Wunde nicht geheilt und hat sich entzündet und sie ist gestorben. Da war ich sehr traurig. Ich habe ihre Pfote gehalten, als sie das einzige Mal Junge gekriegt hat, fünf Stück, die ganzen Wehen lang. Sie hat immer auf meiner Bettdecke geschlafen. So eine schöne große Wärmflasche auf meinem Bauch. Ihr Name war Miezi. Nicht sehr originell, aber mir hat der Name gefallen.
P.S. komisch… kann mich gar nicht erinnern, dass ich mal von ihr geträumt hätte. Aber ich vergesse auch fast alles, was ich träume… leider
g a g a – Sa, 01:29
P.P.S. ich kann mich noch erinnern, dass ich immer ganz fasziniert in ihre Ohren geguckt habe, die zarten rosa Gehörgänge mit den flaumigen Härchen und ein bißchen reingepustet. Und mit den Ohren gespielt. Umgeklappt und so. Klingt irgendwie nach Tierquälerei, aber ich habe nur Sachen gemacht, die sie sich hat gefallen lassen. Sonst hätte sie mich bestimmt angefaucht.

17. Januar 2014

immer wenn ich Ftotos von Sandra bBullock sehe, überlege ich mir, ob ich mir wieder die haare färeben soll. irgendwas ist mit meiner Tastatur und der Großschreibetaste nicht iin ordnung. Das war jetzt aber noch nicht der prognostizierte interessante Eintrag.