Wichtige Leserinformation: demnächst kommt hier wieder ein sinnvoller Eintrag. Schauen Sie gerne wieder rein!
16. Januar 2014
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15. Januar 2014
Kinder Kinder
11. Januar 2014
So. Ich werde jetzt das Rollo am Küchenfenster anschrauben, das ich vor fünfzehn Jahren gekauft habe. Gut Ding braucht eben manchmal Weile. Nur noch die sechs kleinen Löcher bohren und schon ist die Sache geritzt. Die Sonne scheint, na prima. Das Rollo soll mir nicht etwa dabei helfen, mich vor unerwünschter Sonnenbestrahlung zu schützen, sondern die Privatsphäre meiner neuen Nachbarn vollumfänglich zu gewährleisten. Sie werden sich einfach sicherer und privater fühlen, wenn ich mich nach Einbruch der Dunkelheit in meiner Küche aufhalten sollte und Licht brennt. Ich will meinen neuen Nachbarn einfach nicht zur Last fallen. Sie sollen sich rundherum privat fühlen können. Vorgestern früh habe ich den neuen Nachbarn nur in T-Shirt und Unterhose gesehen (beides schwarz). Wie heißt es doch so schön: zu viel Information.
07. Januar 2014
Keine Sehnsucht nach Eis und Schnee. Ich bin zufrieden, wie es ist. Irgendwas zwischen sieben und fünfzehn Grad. Super extreme Wetterzustände sind nur für Wetterfrösche interessant oder? Außer Gewitter, Donner und Doria. Gewitter kann ich gut leiden, es gefällt mir sogar richtig gut, wenn ich drinnen bin, in meinem warmen, sicheren Nest. Einfach gemütlich, wenn es dann so schön dunkel donnert und grollt. Aber Schnee? Na ja. Durchs Fenster ganz schön anzusehen. Aber Skifahren? Habe ich nur einmal im Leben gemacht, als Schülerin. Ich war ungefähr dreizehn oder vierzehn. Skilager in Südtirol. Hoch gewachsen und ungelenk. In Erinnerung sind mir auch umständliche Anziehsachen, so ein türkisblauer Skianzug mit Skiunterwäsche drunter. Und Sonnenbaden in Unterwäsche auf einem Holzbalkon mit geschnitzten Herzen. Und dass ich das erste Mal in meinem Leben so etwas wie Erotik mit dem anderen Geschlecht erlebt habe. Also die Vorstufe. Nicht bis zum Äußersten! Aber das war erst ganz am Schluß vom Skilager, ich glaube fast, der letzte Abend. Erstaunlich, was ich so schreibe, wenn ich mich nicht zügle! Da war so eine andere Schulklasse in der Pension Iris untergebracht. War es das Kleinwalsertal, kann das sein? Eine Klasse von einem Jungengymnasium in München. Damals waren Schuklassen oft noch nur mit Mädchen oder Jungen. Meine Klasse aber glaube ich gemischt. Oder doch nicht? Alles so lange her. Also diese Gymnasiasten aus München, da waren einige dabei, wo die Hormone schon ganz schön am Arbeiten waren. Ich glaube, das hat mich damals angesteckt. Und die haben das gleich gemerkt. Mir ist, als hätte ich mit allen getanzt, das erste Mal in meinem Leben. Und mit einem bin ich auch auf’s Zimmer von der Pension Iris. Also das Zimmer, das ich mit zwei anderen Mädchen geteilt habe. Wir haben aber nur ein bißchen gefummelt und geküsst. Das war ganz schön aufregend, huiuiui! Nun ist es raus!

Ich denke gerne dran zurück, auch weil ich damals meinen ersten Liebesbrief von einem Jungen gekriegt habe. Dann ist aber lange nichts mehr gekommen. Also er hat mehrere geschrieben und ich bestimmt auch zurück, aber wir haben uns nie mehr gesehen. Ich erinnere mich aber noch an seine Sommersprossen. Die waren sexy, obwohl ich vorher nicht gedacht hätte, dass ich jemals einen Jungen mit Sommersprossen und so rötlichen Haaren sexy finden könnte. Ich überlege dauernd, ob er mit irgendwem, den man kennt, Ähnlichkeit hatte. Nur, um ihn sich besser vorstellen zu können! Na ja, vielleicht so eine Mischung aus Heintje und Robert Wagner! Ja, ich weiß, das ist jetzt ganz schwer vorzustellen, aber ich möchte ungern ein Foto posten. Ich glaube nämlich, in einem alten Briefumschlag versteckt sich noch eins, oder einem alten Fotoalbum. Dauernd lief bei der Party die Rocky-Horror-Picture-Show-Platte und Saturday Night Fever. Könnte 79 gewesen sein. Ach ja! Toll. Schöne Erinnerung. Ich habe mich glaube ich nie mehr davor und danach so umschwärmt gefühlt, wie bei dieser Party mit den Münchner Gymnasiasten. Ich könnte mich gerade richtig hineinsteigern. Schon schön, dass man sich nicht nur an blöde Sachen erinnert. Ein wahrer Segen! So viel zum Thema Skifahren. Michael Schumacher und Angela Merkel hätten sich auch mal mehr auf’s Fummeln und Tanzen und küssen Üben konzentrieren sollen, natürlich auch nicht ganz ungefährlich, besonders für’s Herz, aber meistens bleiben doch die Knochen und die grundlegenden Hirnfunktionen erhalten. Also zumindest nicht irreparabel. Wobei ich schon ganz schön den Verstand verloren habe, seinerzeit! Aber ich wollte hier gar nicht auf betrübliches Zeitgeschehen kommen. Meine Pubertät finde ich eigentlich viel wichtiger. Also für mich. Man ist ja immer am Verarbeiten. Wann fing das alles an, was ist schief gelaufen? Etc. pp. Usw. usf. Zehre ich womöglich heute noch von diesem Erlebnis und versuche durch mein Blog ähnliche Bewunderung wie an diesem Abend zu erlangen, als ich irgendwas zwischen Dreizehn und Vierzehn war?

07. Januar 2014
Keine Sehnsucht nach Eis und Schnee. Ich bin zufrieden, wie es ist. Irgendwas zwischen sieben und fünfzehn Grad. Super extreme Wetterzustände sind nur für Wetterfrösche interessant oder? Außer Gewitter, Donner und Doria. Gewitter kann ich gut leiden, es gefällt mir sogar richtig gut, wenn ich drinnen bin, in meinem warmen, sicheren Nest. Einfach gemütlich, wenn es dann so schön dunkel donnert und grollt. Aber Schnee? Na ja. Durchs Fenster ganz schön anzusehen. Aber Skifahren? Habe ich nur einmal im Leben gemacht, als Schülerin. Ich war ungefähr dreizehn oder vierzehn. Skilager in Südtirol. Hoch gewachsen und ungelenk. In Erinnerung sind mir auch umständliche Anziehsachen, so ein türkisblauer Skianzug mit Skiunterwäsche drunter. Und Sonnenbaden in Unterwäsche auf einem Holzbalkon mit geschnitzten Herzen. Und dass ich das erste Mal in meinem Leben so etwas wie Erotik mit dem anderen Geschlecht erlebt habe. Also die Vorstufe. Nicht bis zum Äußersten! Aber das war erst ganz am Schluß vom Skilager, ich glaube fast, der letzte Abend. Erstaunlich, was ich so schreibe, wenn ich mich nicht zügle! Da war so eine andere Schulklasse in der Pension Iris untergebracht. War es das Kleinwalsertal, kann das sein? Eine Klasse von einem Jungengymnasium in München. Damals waren Schuklassen oft noch nur mit Mädchen oder Jungen. Meine Klasse aber glaube ich gemischt. Oder doch nicht? Alles so lange her. Also diese Gymnasiasten aus München, da waren einige dabei, wo die Hormone schon ganz schön am Arbeiten waren. Ich glaube, das hat mich damals angesteckt. Und die haben das gleich gemerkt. Mir ist, als hätte ich mit allen getanzt, das erste Mal in meinem Leben. Und mit einem bin ich auch auf’s Zimmer von der Pension Iris. Also das Zimmer, das ich mit zwei anderen Mädchen geteilt habe. Wir haben aber nur ein bißchen gefummelt und geküsst. Das war ganz schön aufregend, huiuiui! Nun ist es raus!

Ich denke gerne dran zurück, auch weil ich damals meinen ersten Liebesbrief von einem Jungen gekriegt habe. Dann ist aber lange nichts mehr gekommen. Also er hat mehrere geschrieben und ich bestimmt auch zurück, aber wir haben uns nie mehr gesehen. Ich erinnere mich aber noch an seine Sommersprossen. Die waren sexy, obwohl ich vorher nicht gedacht hätte, dass ich jemals einen Jungen mit Sommersprossen und so rötlichen Haaren sexy finden könnte. Ich überlege dauernd, ob er mit irgendwem, den man kennt, Ähnlichkeit hatte. Nur, um ihn sich besser vorstellen zu können! Na ja, vielleicht so eine Mischung aus Heintje und Robert Wagner! Ja, ich weiß, das ist jetzt ganz schwer vorzustellen, aber ich möchte ungern ein Foto posten. Ich glaube nämlich, in einem alten Briefumschlag versteckt sich noch eins, oder einem alten Fotoalbum. Dauernd lief bei der Party die Rocky-Horror-Picture-Show-Platte und Saturday Night Fever. Könnte 79 gewesen sein. Ach ja! Toll. Schöne Erinnerung. Ich habe mich glaube ich nie mehr davor und danach so umschwärmt gefühlt, wie bei dieser Party mit den Münchner Gymnasiasten. Ich könnte mich gerade richtig hineinsteigern. Schon schön, dass man sich nicht nur an blöde Sachen erinnert. Ein wahrer Segen! So viel zum Thema Skifahren. Michael Schumacher und Angela Merkel hätten sich auch mal mehr auf’s Fummeln und Tanzen und küssen Üben konzentrieren sollen, natürlich auch nicht ganz ungefährlich, besonders für’s Herz, aber meistens bleiben doch die Knochen und die grundlegenden Hirnfunktionen erhalten. Also zumindest nicht irreparabel. Wobei ich schon ganz schön den Verstand verloren habe, seinerzeit! Aber ich wollte hier gar nicht auf betrübliches Zeitgeschehen kommen. Meine Pubertät finde ich eigentlich viel wichtiger. Also für mich. Man ist ja immer am Verarbeiten. Wann fing das alles an, was ist schief gelaufen? Etc. pp. Usw. usf. Zehre ich womöglich heute noch von diesem Erlebnis und versuche durch mein Blog ähnliche Bewunderung wie an diesem Abend zu erlangen, als ich irgendwas zwischen Dreizehn und Vierzehn war?

05. Januar 2014

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=138195
Jan war da. War schön. Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste, was es gibt auf der Welt. Na gut, es gibt auch noch andere schönste Sachen, gar keine Frage. Aber langfristig gesehen, ist ein richtig guter Freund, dem man so manches erzählen kann, und der einem so manches erzählen kann, schon sehr schön, vor allem wenn die Interessenslage viele Parallelen hat. Auch in der Hinsicht, was einen nicht am anderen interessiert. Und die Gemeinsamkeiten daher angenehm unverfänglich sind, ohne den anderen auch als „Erscheinung“ zu ignorieren. Ich meine: ich sehe schon, dass ich keinen unattraktiven Mann vor mir habe.

Doch dieses interessante Kapitel haben wir in geraumer Vergangenheit ausgeleuchtet und kann daher heute besonnen im Licht des Kameraobjektivs stehen. Und was für unmögliches Schummerlicht zum Fotografieren in meiner Wohnung. Keine Lust, den Scheinwerfer auszupacken, aber Lust Fotos zu machen. Man ist ja geübt, und weiß vorher, dass es natürlich zu neunzig Prozent verrauscht wird, aber einfach mal gucken. Komm, stell dich dahin, da vor die Tür, ja vor den Vorhang. Das kommt so Helmut Berger-mäßig, zu seinen besseren Zeiten, Visconti, auch ein bißchen Delon, Killerblick. Als ich die fertigen Bilder sehe, muss ich lachen, weil ich besonders bei einem und denen mit der Brille, diese Jürgen Prochnow-Assoziation kriege und mir wieder einfällt, wie mich einmal ein Redakteur vom Freitag angerufen hat, um die Verwertungsrechte für einige Bilder einer Strecke zu kaufen, die eine Reportage über Jürgen Prochnow illustrieren sollten. In der Fotostrecke war aber leider nicht Herr Prochnow abgebildet, sondern mein lieber Freund Jan. So wurden also keine Verwertungsrechte ge- und verkauft. Das angebotene Honorar wäre übrigens erschreckend niedrig gewesen. Also haben wir das Telefonat auf beiden Seiten heiter und amüsiert beendet. Wir haben am Neujahrsabend schön geplaudert und getrunken. Und viel gelacht. Und ein Stück von der Warhol-Doku auf youtube geguckt.

Jan hat keinen Fernseher und bislang auch keinen gesehen, der youtube aufrufen kann, fand er interessant. Das nächste mal habe ich wieder ordentlich Wein im Kühlschrank, nicht nur eine angebrochene Flasche vom Vortag. Dann müssen wir nicht dauernd den hochprozentigen Williamsgeist ins Glas schütten. Aber schön war es doch. Am besten gefällt mir ja, wenn er so leicht die Stimme senkt und in einem verschwörerischen Tonfall, als könnte wer mithören, pikante Sachen von Leuten erzählt, die er getroffen hat. Was ich hier natürlich nicht bloggen kann. Aber jetzt so ganz allgemein gesprochen z. B., mir die eine oder andere kleine Eitelkeit von dem einen oder anderen älter gewordenen Berliner Chansonnier berichtet. Eitel sind wir ja alle. Und älter sind wir auch alle. Daher ist es so interessant. So verging die Zeit wie im Fluge. Was ich auch unendlich angenehm finde ist, dass er mir nicht auf die Finger klopft, wenn ich hier Bilder von ihm zeige oder Sachen über ihn blogge. Das würde mir ja unheimlich auf die Nerven gehen! Dann wäre es aber bald vorbei mit der Freundschaft! Ich brauche freie Hand. Wie er halt auch. Wir verstehen uns eben. Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste, was es gibt.
05. Januar 2014
Man hat uns nicht gefragt,
als wir noch kein Gesicht,
ob wir leben wollen,
oder lieber nicht.
Jetzt gehe ich ganz allein,
durch eine meine große Stadt,
und ich weiß nicht einmal,
ob dass diese Stadt mich lieb hat? (!!!)
Dann schau ich in die Stuben,
durch Tür und Fensterglas,
und ich höre, warte,
auf etwas (aber was)
Wenn ich mir was wünschen dürfte,
käm ich nicht in Verlegenheit,
was ich mir denn wünschen sollte:
eine schlimme oder gute Zeit? (!)
Wenn ich mir was wünschen dürfte,
möchte ich etwas recht viel glücklich sein,
denn sobald ich gar zu recht viel glücklich wär,
hätt ich kein (!) Heimweh nach dem Traurigsein.
Menschenskind,
warum glaubst du bloß,
gerade dein Leid, dein Schmerz,
wären riesengroß,
Wünsch dir nichts was!
Dummes Schlaues Menschenkind,
Wünsche sind nicht nur schön,
so lang sie unerfüllbar sind.
F. Hollaender 1931; Überarb. G. Nielsen 2014
– Bestellung beim Universum –
gewünschter Liefertermin: 17. Mai 2014
(Gesundheit für duweißtschonwenalles bitte früher: 11. Februar 2014)

Wenn ich mir was wünschen dürfte, käme ich nicht in Verlegenheit. Gesundheit, Evolution und Weltruhm. Nicht nur für mich, aber natürlich auch. Ich bin ja auch wer. Ein Lebewesen mit menschlichen Bedürfnissen. Nicht, dass es am Ende des Jahres heißt, ich hätte so genuschelt, dass man es nicht verstehen konnte. Weißt du Bescheid, Universum. Ich denke, wenn du darüber nachdenkst, kommst du auch drauf, dass die Sachen, die ich mir wünsche, für alle Beteiligten von Vorteil sind, also auch für dich. Du kannst nur gewinnen, wenn du die Sachen erfüllst, es ist auch zu deinem Besten, Universum! Vielleicht fällt dir auf meinem Wunschzettel auf, dass der häufig gewünschte, ja überaus gerne bestellte Partner nicht drin vorkommt. Das hast du gut beobachtet. Da glaube ich nämlich nicht dran. Also ans Liebe wünschen oder gar bestellen. Ich bin außerdem auch sehr beschäftigt im Moment, da habe ich gar keine Zeit mir zu überlegen, ob ich mir so einen erotischen und/oder romantischen Partner wünsche. Früher ja! Immerzu. Ohne Unterbrechung. Alle Nase lang. Ich war direkt besessen von diesem Posten auf meinem Wunschzettel. Aber im Moment ist es nicht wichtig bei mir. Ich kann mich außerdem auch noch ziemlich gut erinnern, wie das war. Nämlich durchaus nicht unkompliziert. Wenn du aber zufällig irgendwo Liebe rumliegen hast, die deiner Meinung nach zu meinem Kundenprofil passt, kannst du mir ja mal eine Testversion zukommen lassen. Aber wie gesagt: es eilt nicht. Also in diesem Sinne: mach’s gut Universum.
Deine
Gaga Nielsen
P.S.: wegen Geld: ist auch nicht drauf auf dem Wunschzettel, weil ich ja jetzt gelernt habe zu sparen, deswegen ist noch welches da. Kannst du anderen* geben!
P.P.S.: und wegen Frieden: ist schon in der Evolution mit drin, logo.
*) bei Bedarf hier in den Kommentaren bestellen!
04. Januar 2014

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=138195

Eigentlich war gar nicht von mir geplant, am ersten Januar Bilder zu machen, aber dann hat das Telefon geklingelt und sich Besuch angekündigt. Bevor der Besuch gekommen ist, habe ich schnell ein paar Bilder gemacht, auch wegen der Leggingshose. Und später noch welche. Und nicht nur mit mir drauf. Aber dazu später.

05. Januar 2014

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=138195
Jan war da. War schön. Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste, was es gibt auf der Welt. Na gut, es gibt auch noch andere schönste Sachen, gar keine Frage. Aber langfristig gesehen, ist ein richtig guter Freund, dem man so manches erzählen kann, und der einem so manches erzählen kann, schon sehr schön, vor allem wenn die Interessenslage viele Parallelen hat. Auch in der Hinsicht, was einen nicht am anderen interessiert. Und die Gemeinsamkeiten daher angenehm unverfänglich sind, ohne den anderen auch als „Erscheinung“ zu ignorieren. Ich meine: ich sehe schon, dass ich keinen unattraktiven Mann vor mir habe.

Doch dieses interessante Kapitel haben wir in geraumer Vergangenheit ausgeleuchtet und kann daher heute besonnen im Licht des Kameraobjektivs stehen. Und was für unmögliches Schummerlicht zum Fotografieren in meiner Wohnung. Keine Lust, den Scheinwerfer auszupacken, aber Lust Fotos zu machen. Man ist ja geübt, und weiß vorher, dass es natürlich zu neunzig Prozent verrauscht wird, aber einfach mal gucken. Komm, stell dich dahin, da vor die Tür, ja vor den Vorhang. Das kommt so Helmut Berger-mäßig, zu seinen besseren Zeiten, Visconti, auch ein bißchen Delon, Killerblick. Als ich die fertigen Bilder sehe, muss ich lachen, weil ich besonders bei einem und denen mit der Brille, diese Jürgen Prochnow-Assoziation kriege und mir wieder einfällt, wie mich einmal ein Redakteur vom Freitag angerufen hat, um die Verwertungsrechte für einige Bilder einer Strecke zu kaufen, die eine Reportage über Jürgen Prochnow illustrieren sollten. In der Fotostrecke war aber leider nicht Herr Prochnow abgebildet, sondern mein lieber Freund Jan. So wurden also keine Verwertungsrechte ge- und verkauft. Das angebotene Honorar wäre übrigens erschreckend niedrig gewesen. Also haben wir das Telefonat auf beiden Seiten heiter und amüsiert beendet. Wir haben am Neujahrsabend schön geplaudert und getrunken. Und viel gelacht. Und ein Stück von der Warhol-Doku auf youtube geguckt.

Jan hat keinen Fernseher und bislang auch keinen gesehen, der youtube aufrufen kann, fand er interessant. Das nächste mal habe ich wieder ordentlich Wein im Kühlschrank, nicht nur eine angebrochene Flasche vom Vortag. Dann müssen wir nicht dauernd den hochprozentigen Williamsgeist ins Glas schütten. Aber schön war es doch. Am besten gefällt mir ja, wenn er so leicht die Stimme senkt und in einem verschwörerischen Tonfall, als könnte wer mithören, pikante Sachen von Leuten erzählt, die er getroffen hat. Was ich hier natürlich nicht bloggen kann. Aber jetzt so ganz allgemein gesprochen z. B., mir die eine oder andere kleine Eitelkeit von dem einen oder anderen älter gewordenen Berliner Chansonnier berichtet. Eitel sind wir ja alle. Und älter sind wir auch alle. Daher ist es so interessant. So verging die Zeit wie im Fluge. Was ich auch unendlich angenehm finde ist, dass er mir nicht auf die Finger klopft, wenn ich hier Bilder von ihm zeige oder Sachen über ihn blogge. Das würde mir ja unheimlich auf die Nerven gehen! Dann wäre es aber bald vorbei mit der Freundschaft! Ich brauche freie Hand. Wie er halt auch. Wir verstehen uns eben. Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste, was es gibt.
04. Januar 2014

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=138195

Eigentlich war gar nicht von mir geplant, am ersten Januar Bilder zu machen, aber dann hat das Telefon geklingelt und sich Besuch angekündigt. Bevor der Besuch gekommen ist, habe ich schnell ein paar Bilder gemacht, auch wegen der Leggingshose. Und später noch welche. Und nicht nur mit mir drauf. Aber dazu später.

31. Dezember 2013

April, April! Bestimmt haben alle gedacht, der Eintrag mit der Abenddämmerung ist nun klassischer Bilddramaturgie folgend, der letzte für dieses Jahr, Abspann, Zack, Ende! Aber hier läuft alles ein bißchen anders. Ich habe ja dieses ungeheure Privileg, heute keinen Partystress zu haben. Ich musste mir keine Korkenzieherlocken (engl.: sausage curls) aufdrehen, kein kratziges Paillettenkleid überziehen, keine klebrige Nylonstrumpfhose, keine drückenden Stiletto-Sandaletten, kein großes Abend-Make-up auflegen. ICH habe Zeit zum Bloggen! Nichts könnte mich hindern! In aller Ruhe konnte ich ein paar letzte Aufnahmen von heute Nachmittag hochladen, die ansatzweise meine heutige Abendgarderobe zeigen, die extravaganterweise komplett identisch ist mit der am Vormittag, Mittag und Nachmittag. Nicht ganz so gelungen ist bei meiner heutigen privaten Pyjama-Party die Getränkeauswahl. Ich habe es schlichtweg versäumt, noch einmal einkaufen zu gehen und ein etwas prickelnderes Getränk zu kaufen, als diese komische letzte Flasche Wein, die ich nun hier wohl oder übel, zumindest teilweise, trinken werde. Ein Bio-Weißwein von der Bio Company aus – ich traue es mich fast nicht zu schreiben – Italien. Wer meine Aufsätze schon länger liest, weiß eigentlich, dass ich eine Weinregion strikt meide, und die fängt mit I an und hört mit talien auf. Die Bio Company-Regal-Einräumer haben versehentlich diese Sorte in das spanische Regal geräumt und meine Augen sind nicht mehr ganz so gut wie früher. Daheim, vorhin leider erst, habe ich dann die wahre Herkunft entziffert und hoffte, dass meine über Jahre gepflegten Vorurteile wenigstens mit diesem Biowein abgebaut werden könnten. Aber sogar dieser blöde Biowein schmeckt parfümiert, wie ich es eben nur von italienischen Weißweinen kenne. Aber nichts gegen einen extra trockenen italienischen Prosecco. Das können sie wenigstens und natürlich Kaffee, Espresso. Ich möchte meinen letzten Eintrag nicht so negativ ausklingen lassen. Das schickt sich einfach nicht. Und ich kann auch sonst Gutes über Italiener berichten: sie ziehen sich allgemein gut an und haben tolle Gesten, wenn sie schimpfen oder sich aufregen. Das gefällt mir gut! Manches Essen schmeckt mir auch. Also eigentlich sind nur die Weine problematisch. Sonst alles super! Bella Italia! Hoch soll es leben! Die ganze Welt soll hochleben! Hui! Jetzt wird es schon knalliger da draußen. Man hört jetzt schon die Sorte Feuerwerk, die sich wie so ein Rieseln anhört, ein bißchen wie Regen. Schön. Jedenfalls habe ich mir überlegt, ich werde zur Mitternachtsstunde mit Williamsbrand anstoßen, das gibt dem Augenblick das Besondere und ist ein edler Tropfen. Sie können ja in Gedanken mit mir anstoßen. Ich bin ja hier und werde es bestimmt hören. Allen ein frohes neues Jahr!
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=138195
31. Dezember 2013

Passend zur Dämmerstunde. Das war zwar am 27., also vor-, vor-, vorgestern, aber die Uhrzeit stimmt. So irgendwas nach sechzehn Uhr. Ein letzter Sonnenuntergang aus meinem Fenster Richtung Westen in diesem Jahr. Ich schreibe keine pathetischen Sachen oder Rückblicke. Die mit mir zu tun hatten oder lesen, wissen ja, was mich so bewegt hat. Das muss langen! Insgesamt sollte man Silvester nicht zu ernst nehmen. Weil mir Ende der Achtziger Jahre mal ein Kracher neben meinem rechten Ohr explodiert ist, und die Haare in Flammen standen, gehe ich nicht mehr unter freien Himmel an Silvester, das ist mir zu gefährlich. Aber ich kann schön gucken, was so in den Himmel geschossen wird. Und wenn es mir nach Mitternacht zur Schlafenszeit immer noch zu laut ist, benutze ich zum ersten Mal in meinem Leben Ohropax. Das habe ich übrig von einem geschenkten Besuch zum Floating, wo ich es nur fünf Minuten ausgehalten habe, weil mir die Salzlake so auf der Haut gebrannt hat. Kein schönes Erlebnis! Aber dafür habe ich Ohrstöpsel. Ich glaube, man muss die kneten, bevor man sie benutzt oder? Mal gucken. Und überlegen, wo ich die überhaupt habe. Neulich habe ich sie zufällig gesehen, die kleine Tüte. Vielleicht beim Pflaster. Ja, könnte sein. Also einen ruhigen, netten Abend mit guten Getränken und vor allem: morgen kein Kopfweh!
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=138195
31. Dezember 2013
Sonne… jauchz! Bin halt doch keine Vampirella. Oder beides! Alles!
31. Dezember 2013

April, April! Bestimmt haben alle gedacht, der Eintrag mit der Abenddämmerung ist nun klassischer Bilddramaturgie folgend, der letzte für dieses Jahr, Abspann, Zack, Ende! Aber hier läuft alles ein bißchen anders. Ich habe ja dieses ungeheure Privileg, heute keinen Partystress zu haben. Ich musste mir keine Korkenzieherlocken (engl.: sausage curls) aufdrehen, kein kratziges Paillettenkleid überziehen, keine klebrige Nylonstrumpfhose, keine drückenden Stiletto-Sandaletten, kein großes Abend-Make-up auflegen. ICH habe Zeit zum Bloggen! Nichts könnte mich hindern! In aller Ruhe konnte ich ein paar letzte Aufnahmen von heute Nachmittag hochladen, die ansatzweise meine heutige Abendgarderobe zeigen, die extravaganterweise komplett identisch ist mit der am Vormittag, Mittag und Nachmittag. Nicht ganz so gelungen ist bei meiner heutigen privaten Pyjama-Party die Getränkeauswahl. Ich habe es schlichtweg versäumt, noch einmal einkaufen zu gehen und ein etwas prickelnderes Getränk zu kaufen, als diese komische letzte Flasche Wein, die ich nun hier wohl oder übel, zumindest teilweise, trinken werde. Ein Bio-Weißwein von der Bio Company aus – ich traue es mich fast nicht zu schreiben – Italien. Wer meine Aufsätze schon länger liest, weiß eigentlich, dass ich eine Weinregion strikt meide, und die fängt mit I an und hört mit talien auf. Die Bio Company-Regal-Einräumer haben versehentlich diese Sorte in das spanische Regal geräumt und meine Augen sind nicht mehr ganz so gut wie früher. Daheim, vorhin leider erst, habe ich dann die wahre Herkunft entziffert und hoffte, dass meine über Jahre gepflegten Vorurteile wenigstens mit diesem Biowein abgebaut werden könnten. Aber sogar dieser blöde Biowein schmeckt parfümiert, wie ich es eben nur von italienischen Weißweinen kenne. Aber nichts gegen einen extra trockenen italienischen Prosecco. Das können sie wenigstens und natürlich Kaffee, Espresso. Ich möchte meinen letzten Eintrag nicht so negativ ausklingen lassen. Das schickt sich einfach nicht. Und ich kann auch sonst Gutes über Italiener berichten: sie ziehen sich allgemein gut an und haben tolle Gesten, wenn sie schimpfen oder sich aufregen. Das gefällt mir gut! Manches Essen schmeckt mir auch. Also eigentlich sind nur die Weine problematisch. Sonst alles super! Bella Italia! Hoch soll es leben! Die ganze Welt soll hochleben! Hui! Jetzt wird es schon knalliger da draußen. Man hört jetzt schon die Sorte Feuerwerk, die sich wie so ein Rieseln anhört, ein bißchen wie Regen. Schön. Jedenfalls habe ich mir überlegt, ich werde zur Mitternachtsstunde mit Williamsbrand anstoßen, das gibt dem Augenblick das Besondere und ist ein edler Tropfen. Sie können ja in Gedanken mit mir anstoßen. Ich bin ja hier und werde es bestimmt hören. Allen ein frohes neues Jahr!
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31. Dezember 2013

Passend zur Dämmerstunde. Das war zwar am 27., also vor-, vor-, vorgestern, aber die Uhrzeit stimmt. So irgendwas nach sechzehn Uhr. Ein letzter Sonnenuntergang aus meinem Fenster Richtung Westen in diesem Jahr. Ich schreibe keine pathetischen Sachen oder Rückblicke. Die mit mir zu tun hatten oder lesen, wissen ja, was mich so bewegt hat. Das muss langen! Insgesamt sollte man Silvester nicht zu ernst nehmen. Weil mir Ende der Achtziger Jahre mal ein Kracher neben meinem rechten Ohr explodiert ist, und die Haare in Flammen standen, gehe ich nicht mehr unter freien Himmel an Silvester, das ist mir zu gefährlich. Aber ich kann schön gucken, was so in den Himmel geschossen wird. Und wenn es mir nach Mitternacht zur Schlafenszeit immer noch zu laut ist, benutze ich zum ersten Mal in meinem Leben Ohropax. Das habe ich übrig von einem geschenkten Besuch zum Floating, wo ich es nur fünf Minuten ausgehalten habe, weil mir die Salzlake so auf der Haut gebrannt hat. Kein schönes Erlebnis! Aber dafür habe ich Ohrstöpsel. Ich glaube, man muss die kneten, bevor man sie benutzt oder? Mal gucken. Und überlegen, wo ich die überhaupt habe. Neulich habe ich sie zufällig gesehen, die kleine Tüte. Vielleicht beim Pflaster. Ja, könnte sein. Also einen ruhigen, netten Abend mit guten Getränken und vor allem: morgen kein Kopfweh!
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31. Dezember 2013
Sonne… jauchz! Bin halt doch keine Vampirella. Oder beides! Alles!
30. Dezember 2013

Und wie ich da so lang gehe, vor-vor-vorgestern, in Berlin Westend, die Sensburger Allee, steht auf einmal dieses Schild vor mir. Gewiss ein Salon für hochmoderne Damenfrisuren, Fasson-Haarschnitte. Diese Renée Sintenis hat bestimmt bei Vidal Sassoon gelernt. Solche Akuratesse, findet man nur in den besten Salons. Ob ich mir auch demnächst so einen frechen Kurzhaarschnitt aus dem Salon Sintenis zulege? Das sind so ungefähr die Gedanken, die mir durch den Kopf gegangen wären, wäre ich völlig unvorbereitet die Sensburger Allee entlangflaniert. Aber Gaga Nielsen ist niemals unvorbereitet! Dank einer Bekanntschaft ist Gaga Nielsen im Verteiler vom Georg Kolbe-Museum gelandet. Und da ist ihr beim Querlesen einer Mail das Foto von der Frau mit dem flotten Haarschnitt ins Auge gestochen. Gaga Nielsen hat gleich gemerkt, dass es eine besonders eigensinnige Frau gewesen sein muss, weil der flotte Haarschnitt, der so supermodern ausschaut, schon vor ungefähr hundert Jahren gemacht worden ist. Und so viele Haarschnitte von vor hundert Jahren gibt es nicht, die heute noch supermodern ausschauen würden. So schlichten Geistes es klingt: der Haarschnitt ist Schuld, dass ich wissen wollte, was die Frau gemacht hat. Bildhauerei, das ist ja klar, weil Georg Kolbe auch ein Bildhauer war, und in seinem ehemaligen Atelier fast ausschließlich Bildhauerei ausgestellt wird. Na gut, dazwischen auch mal ein paar Fotos und Zeitungsschnipsel über den Künstler, das kommt vor. Jedenfalls hat die Frau mit dem kecken Haarschnitt unter anderem den kleinen Berliner Berlinale-Bär gemacht. Der steht auch in ganz groß am Eingang von Berlin. Bei Dreilinden winkt er den Autofahrern zu. Überhaupt Tiere, Renée Sintenis hat hauptsächlich Tiere gemacht. Rehe und Pferdchen und andere Vierbeiner. Alles sehr putzig. Aber für mich jetzt – ganz unter uns – nicht so wahnsinnig spannend. Manchmal auch einen Kopf von einem berühmten Mann ihrer Zeit, legendäre Zeitgenossen. Oder einen Frauenakt. Aber so richtig beeindruckt hat mich die Galerie ihrer lebensgroßen Selbstportraits über den Zeitraum von ungefähr vierzig Lebensjahren. Ich habe es respektiert, dass man in der Ausstellung nicht fotografieren soll, aber draußen, im Garten darf man. Was im Garten steht, sind aber keine Werke von ihr, sondern

von Georg Kolbe. Im Frühling und Sommer muss es ein sehr romantischer und lauschiger Ort sein. Das war er ja jetzt schon, an diesem wolkigen Dezembertag. Da zeigt sich ja die wahre Qualität eines Ortes, wenn einem sogar bei trübem Wetter poetisch zumute wird. Ich habe also einen schönen Spaziergang durch den Garten gemacht, kurz vor der Abenddämmerung. Dann einen Rundgang durch die Ausstellung. Wo im hinteren Raum ein phantastisches Foto sehr groß aufgezogen hängt, das Renée Sintenis im Profil mit einem ihrer Selbstportraits zeigt. Ich habe es leider nur ganz klein im Netz entdeckt, hier. Sie müssen sich das Bild bitte unbedingt im Format von ca. ein mal zwei Meter vorstellen. Und rechts davon schloss sich diese Allee mit ihren Selbstportraits auf hohen weißen Stelen an. Von außen konnte ich zumindest ein bißchen etwas davon einfangen. Es gab eine Schauwand mit Zeitungsschnipseln zur Berlinale und dem kleinen und großen Bär, und Nina Hoss hat ihren silbernen Berlinale Bär als Leihgabe gestiftet. Er ist wirklich hübsch. Es gab damals, nach dem Krieg auch eine Aktion „Kauft Berliner Waren!“ und einen extra Stempel mit einem Bär drin, um Waren aus Berlin zu kennzeichnen, um die Berliner Wirtschaft anzukurbeln. Den Stempel hat Renée Sintenis wohl auch gemacht. Auch sehr hübsch. Ich hätte gleich Berliner Waren gekauft! Dann bin ich wieder raus, auf die Sensburger Allee, wo ich vorher noch nie war. Dabei kommt man so leicht hin mit der S-Bahn, einfach am S-Bahnhof Heerstraße aussteigen und dann gegenüber direkt in die Sensburger Allee. Ein bißchen weiter hinten als das Georg-Kolbe-Museum, ist ein kleiner Teich mit Entengrütze. Und Enten drin. Ein Pärchen habe ich gesehen. Er ist immer der Entenfrau hinterher. Ich habe ein paar Fotos gemacht,

natürlich auch welche mit mir drauf, wie immer, aber auch mit Natur! Sonst denken alle, ich sehe immer nur Stadt und Häuser und nie Natur. Dann bin ich wieder zurück, noch mal am Georg-Kolbe-Museum vorbei, es war schon blaue Stunde, was man auf den Fotos auch schön sehen kann, und da habe ich dann noch mal von außen in die Ausstellung fotografiert. Es ist schon ein sehr schöner Ort. Das nächste mal könnte ich auch das kleine Café besuchen. Da war mir diesmal nicht danach, so alleine. Obwohl ein heißer Kakao schon sehr gut gewesen wäre oder eine gepflegte Tasse Kaffee! Na ja, zu spät. Selber schuld! Auf jeden Fall ist Renée Sintenis schon eine interessante Figur gewesen. Sie wurde ja auch ganz oft fotografiert und hat die tollsten Leute ihrer Zeit in Berlin gekannt und ordentlich gefeiert. Was mir natürlich neben den Selbstportraits auch sehr sympathisch ist. Und Alfred Flechtheim war ihr Galerist. Den Namen haben jetzt wahrscheinlich mehr Leute als früher präsent, weil er oft durch die Presse gegangen ist, im Zuge dieser ganzen Gurlitt-Geschichte. Mir fällt auch wieder ein, wie ich in den Verteiler gekommen bin: der früherer künstlerische Leiter vom Georg-Kolbe-Museum hat mal eine Ausstellung über die Berliner Kunstszene mit Jan und dem Kunstkontakter im Deutschen Generalkonsulat in New York kuratiert und für die Einladungskarten ein Foto von mir genommen, auf dem man die beiden in Riefenstahlscher Untersicht in einem Fahrstuhl sieht. Das hat mich sehr gefreut. Ich musste mir dann vorstellen, wie das Foto hundert- oder gar tausendfach durch die Hände von den Druckern einer New Yorker Druckerei läuft. Und ich war selber gar nicht dabei. Das muss man sich mal vorstellen. Aber schöne Vorstellung. So war das. Genau. Der damalige Kurator, Marc Wellmann hat jetzt eine ähnliche Funktion an einem anderen renommierten Ort in Berlin. Hätte ich mal Kunstgeschichte statt immer nur Nachtleben studiert, hätte ich es auch so weit bringen können! Aber na ja, ich werde auch noch meinen Weg machen.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=138195
(…) „Sie war unter den Künstlerkollegen von Anfang an eine anerkannte Persönlichkeit, war eng verbunden in die Szene der Weimarer Republik, die ja sehr lebendig war, hier in Berlin, die Brücke, die Expressionisten, Max Liebermann war noch am Leben. Rilke ist einer ihrer prominentesten Fürsprecher gewesen, auch Georg Kolbe hat ihr Werk geschätzt. (…) Für Georg Kolbe hat sie sogar Modell gestanden. In seinem ehemaligen Atelierhaus, das heute das Kolbe-Museum ist, bereitet Julia Wallner nun eine große Ausstellung vor, um an Renée Sintenis Werk zu erinnern. Und an ihr spannendes Leben: Sie trifft Albert Einstein, Ringelnatz schreibt Gedichte über sie. Ihr Kunsthändler ist der bekannteste der Weimarer Republik: Alfred Flechtheim. Bekennend schwul und feierfreudig. Sie ist seine wichtigste Künstlerin und darf nicht fehlen, wenn er wieder eine wilde Party schmeißt.“ (…) RBB-ONLINE

„Man nehme sehr viele schöne Frauen, fünf Mitglieder der Haute Banque, mehrere berühmte Rechtsanwälte, Dichter, Parlamentarier, die Sintenis und sehr viel Pfirsichbowle.“
Alfred Flechtheim
30. Dezember 2013

Und wie ich da so lang gehe, vor-vor-vorgestern, in Berlin Westend, die Sensburger Allee, steht auf einmal dieses Schild vor mir. Gewiss ein Salon für hochmoderne Damenfrisuren, Fasson-Haarschnitte. Diese Renée Sintenis hat bestimmt bei Vidal Sassoon gelernt. Solche Akuratesse, findet man nur in den besten Salons. Ob ich mir auch demnächst so einen frechen Kurzhaarschnitt aus dem Salon Sintenis zulege? Das sind so ungefähr die Gedanken, die mir durch den Kopf gegangen wären, wäre ich völlig unvorbereitet die Sensburger Allee entlangflaniert. Aber Gaga Nielsen ist niemals unvorbereitet! Dank einer Bekanntschaft ist Gaga Nielsen im Verteiler vom Georg Kolbe-Museum gelandet. Und da ist ihr beim Querlesen einer Mail das Foto von der Frau mit dem flotten Haarschnitt ins Auge gestochen. Gaga Nielsen hat gleich gemerkt, dass es eine besonders eigensinnige Frau gewesen sein muss, weil der flotte Haarschnitt, der so supermodern ausschaut, schon vor ungefähr hundert Jahren gemacht worden ist. Und so viele Haarschnitte von vor hundert Jahren gibt es nicht, die heute noch supermodern ausschauen würden. So schlichten Geistes es klingt: der Haarschnitt ist Schuld, dass ich wissen wollte, was die Frau gemacht hat. Bildhauerei, das ist ja klar, weil Georg Kolbe auch ein Bildhauer war, und in seinem ehemaligen Atelier fast ausschließlich Bildhauerei ausgestellt wird. Na gut, dazwischen auch mal ein paar Fotos und Zeitungsschnipsel über den Künstler, das kommt vor. Jedenfalls hat die Frau mit dem kecken Haarschnitt unter anderem den kleinen Berliner Berlinale-Bär gemacht. Der steht auch in ganz groß am Eingang von Berlin. Bei Dreilinden winkt er den Autofahrern zu. Überhaupt Tiere, Renée Sintenis hat hauptsächlich Tiere gemacht. Rehe und Pferdchen und andere Vierbeiner. Alles sehr putzig. Aber für mich jetzt – ganz unter uns – nicht so wahnsinnig spannend. Manchmal auch einen Kopf von einem berühmten Mann ihrer Zeit, legendäre Zeitgenossen. Oder einen Frauenakt. Aber so richtig beeindruckt hat mich die Galerie ihrer lebensgroßen Selbstportraits über den Zeitraum von ungefähr vierzig Lebensjahren. Ich habe es respektiert, dass man in der Ausstellung nicht fotografieren soll, aber draußen, im Garten darf man. Was im Garten steht, sind aber keine Werke von ihr, sondern

von Georg Kolbe. Im Frühling und Sommer muss es ein sehr romantischer und lauschiger Ort sein. Das war er ja jetzt schon, an diesem wolkigen Dezembertag. Da zeigt sich ja die wahre Qualität eines Ortes, wenn einem sogar bei trübem Wetter poetisch zumute wird. Ich habe also einen schönen Spaziergang durch den Garten gemacht, kurz vor der Abenddämmerung. Dann einen Rundgang durch die Ausstellung. Wo im hinteren Raum ein phantastisches Foto sehr groß aufgezogen hängt, das Renée Sintenis im Profil mit einem ihrer Selbstportraits zeigt. Ich habe es leider nur ganz klein im Netz entdeckt, hier. Sie müssen sich das Bild bitte unbedingt im Format von ca. ein mal zwei Meter vorstellen. Und rechts davon schloss sich diese Allee mit ihren Selbstportraits auf hohen weißen Stelen an. Von außen konnte ich zumindest ein bißchen etwas davon einfangen. Es gab eine Schauwand mit Zeitungsschnipseln zur Berlinale und dem kleinen und großen Bär, und Nina Hoss hat ihren silbernen Berlinale Bär als Leihgabe gestiftet. Er ist wirklich hübsch. Es gab damals, nach dem Krieg auch eine Aktion „Kauft Berliner Waren!“ und einen extra Stempel mit einem Bär drin, um Waren aus Berlin zu kennzeichnen, um die Berliner Wirtschaft anzukurbeln. Den Stempel hat Renée Sintenis wohl auch gemacht. Auch sehr hübsch. Ich hätte gleich Berliner Waren gekauft! Dann bin ich wieder raus, auf die Sensburger Allee, wo ich vorher noch nie war. Dabei kommt man so leicht hin mit der S-Bahn, einfach am S-Bahnhof Heerstraße aussteigen und dann gegenüber direkt in die Sensburger Allee. Ein bißchen weiter hinten als das Georg-Kolbe-Museum, ist ein kleiner Teich mit Entengrütze. Und Enten drin. Ein Pärchen habe ich gesehen. Er ist immer der Entenfrau hinterher. Ich habe ein paar Fotos gemacht,

natürlich auch welche mit mir drauf, wie immer, aber auch mit Natur! Sonst denken alle, ich sehe immer nur Stadt und Häuser und nie Natur. Dann bin ich wieder zurück, noch mal am Georg-Kolbe-Museum vorbei, es war schon blaue Stunde, was man auf den Fotos auch schön sehen kann, und da habe ich dann noch mal von außen in die Ausstellung fotografiert. Es ist schon ein sehr schöner Ort. Das nächste mal könnte ich auch das kleine Café besuchen. Da war mir diesmal nicht danach, so alleine. Obwohl ein heißer Kakao schon sehr gut gewesen wäre oder eine gepflegte Tasse Kaffee! Na ja, zu spät. Selber schuld! Auf jeden Fall ist Renée Sintenis schon eine interessante Figur gewesen. Sie wurde ja auch ganz oft fotografiert und hat die tollsten Leute ihrer Zeit in Berlin gekannt und ordentlich gefeiert. Was mir natürlich neben den Selbstportraits auch sehr sympathisch ist. Und Alfred Flechtheim war ihr Galerist. Den Namen haben jetzt wahrscheinlich mehr Leute als früher präsent, weil er oft durch die Presse gegangen ist, im Zuge dieser ganzen Gurlitt-Geschichte. Mir fällt auch wieder ein, wie ich in den Verteiler gekommen bin: der früherer künstlerische Leiter vom Georg-Kolbe-Museum hat mal eine Ausstellung über die Berliner Kunstszene mit Jan und dem Kunstkontakter im Deutschen Generalkonsulat in New York kuratiert und für die Einladungskarten ein Foto von mir genommen, auf dem man die beiden in Riefenstahlscher Untersicht in einem Fahrstuhl sieht. Das hat mich sehr gefreut. Ich musste mir dann vorstellen, wie das Foto hundert- oder gar tausendfach durch die Hände von den Druckern einer New Yorker Druckerei läuft. Und ich war selber gar nicht dabei. Das muss man sich mal vorstellen. Aber schöne Vorstellung. So war das. Genau. Der damalige Kurator, Marc Wellmann hat jetzt eine ähnliche Funktion an einem anderen renommierten Ort in Berlin. Hätte ich mal Kunstgeschichte statt immer nur Nachtleben studiert, hätte ich es auch so weit bringen können! Aber na ja, ich werde auch noch meinen Weg machen.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=138195
(…) „Sie war unter den Künstlerkollegen von Anfang an eine anerkannte Persönlichkeit, war eng verbunden in die Szene der Weimarer Republik, die ja sehr lebendig war, hier in Berlin, die Brücke, die Expressionisten, Max Liebermann war noch am Leben. Rilke ist einer ihrer prominentesten Fürsprecher gewesen, auch Georg Kolbe hat ihr Werk geschätzt. (…) Für Georg Kolbe hat sie sogar Modell gestanden. In seinem ehemaligen Atelierhaus, das heute das Kolbe-Museum ist, bereitet Julia Wallner nun eine große Ausstellung vor, um an Renée Sintenis Werk zu erinnern. Und an ihr spannendes Leben: Sie trifft Albert Einstein, Ringelnatz schreibt Gedichte über sie. Ihr Kunsthändler ist der bekannteste der Weimarer Republik: Alfred Flechtheim. Bekennend schwul und feierfreudig. Sie ist seine wichtigste Künstlerin und darf nicht fehlen, wenn er wieder eine wilde Party schmeißt.“ (…) RBB-ONLINE

„Man nehme sehr viele schöne Frauen, fünf Mitglieder der Haute Banque, mehrere berühmte Rechtsanwälte, Dichter, Parlamentarier, die Sintenis und sehr viel Pfirsichbowle.“
Alfred Flechtheim
26. Dezember 2013

Unglaublich, wie die Sonne scheint. Ich wollte eigentlich staubsaugen, aber ich sitze lieber am offenen Fenster in der Sonne und hab nix an! Aber einen großen Kaffee! Man könnte denken, der Frühling bricht aus. Die Sonne ist ganz warm auf der Haut. Ich habe seit Mai keine Sonnenbäder mehr genommen. Ab dem 7. Juni durfte ich mindestens sechs Wochen nicht in die Sonne, um keine Pigmentstörung zu kriegen, nach der Lasersache, und dann kam dieser irrwitzige Sommer mit dieser brüllenden Hitze, die mich freiwillig in der verdunkelten Wohnung bleiben ließ. Mein erstes Sonnenbad seit sieben Monaten. Es ist wie Urlaub. Großartig. Und der Kaffee schmeckt so gut. Und ein bißchen Musik dazu. Und meine neuen Nachbarn sind verreist und ich kann das Fenster zur Joachimstraße unverhüllt lassen, wenn ich hier nackt herumspringe. Ich habe nämlich seit ungefähr drei Monaten Nachbarn auf Augenhöhe. In dem Haus, wo das Hackbarths drin ist, wurde das Dachgeschoss ausgebaut, das Dach aufgerissen und riesige Fenster für eine Wohnung eingesetzt. Ich bin jetzt also zu der Seite Joachimstraße nicht mehr so ganz unbehelligt. Das Pärchen, das eingezogen ist, hat ein Baby bekommen, die sind beschäftigt und haben auch keine Zeit aus dem Fenster zu gucken, aber sie haben auch keine Jalousien, es ist einfach nicht wie vorher. Na gut, war ja auch super Luxus. Aber seit Heiligabend tut sich nichts mehr da drüben, die sind weg! Hoffentlich pflegen sie ihre auswärtigen familiären Kontakte noch ein gutes Weilchen.

26. Dezember 2013
Ich sag mal so: ich war im Kino. Schon gestern. Am Nachmittag. Am spätern Nachmittag. Es war schon dunkel. Was eigentlich ideal war. Nicht nur wegen der Geschichte. Auch weil man ja nach Einbruch der Dunkelheit schon das eine oder andere Glas Wein zu sich nehmen darf. Nun waren meine Erwartungen keineswegs überhöht, da sich überhöhte Erwartungen in meinem Leben einfach selten bewährt haben. Außer vielleicht in Amerika. Als ich nach Amerika gefahren, also mit dem Flieger hin bin, hatte ich auch ganz schöne Erwartungen. Wo ich dann da war, sind sie noch mal komplett übertroffen worden. So ähnlich war es gestern auch mit dem Film. Nein, halt, ich hatte ja keine großen Erwartungen, nur so mittelgroße. Der Filmregisseur hat Jim Jarmusch geheißen, von dem habe ich schon mal gehört. Es gibt in meinem weißen Billy-Regal sogar zwei oder drei selber aufgenommene VHS-Cassetten aus den Achtziger oder Neunziger Jahren, wo so Filme von ihm drauf sind. Die habe ich alle gesehen. Stranger than Paradise musste man ja sowieso gesehen haben, weil man sich sonst blamiert hätte und außerdem habe ich 1986 oder 87 John Lurie live im Metropol gesehen und dann wollte ich gucken, wie er sich als Schauspieler macht. Jetzt, wo ich schon so am Plaudern bin, kann ich natürlich auch noch verraten, dass ich Jim Jarmusch nicht nur von Fotos kenne. Auch nicht nur aus dem Fernseher. Damals, also früher, wo ich noch studiert habe (sieben bis acht Semester Nachtleben an verschiedenen renommierten Hochschulen in Berlin), habe ich in der Mensa vom Ex und Pop in Schöneberg oder war es in der Turbine Rosenheim (nein, nicht in Rosenheim, auch in Schöneberg), hin und wieder Professor Jarmusch an der Getränkeausgabe angetroffen. Ich möchte jetzt nicht sagen getroffen, aber doch angetroffen. Links von ihm stand dann öfter Professor Cave und rechts von ihm Professor Bargeld. Das war so ein Trio, das sich fachlich unheimlich viel zu sagen hatte, war so mein Eindruck. Professor Jarmusch war damals schon komplett grau. Professor Cave hatte aber noch ganz volles Haar. Und Professor Bargeld war noch ziemlich schlank, fast zu schlank. Neulich habe ich ihn in der Rosenthaler Straße gesehen, da auf der Seite von Rossmann und dem Altenheim. Er war ganz gut im Futter, aber nicht so füllig wie unlängst, und hat eine Brezel aus der Hand gegessen, im Gehen. Die Haare hatten einen flotten Haarschnitt, ganz frisch, und auch der wollene Herrenmantel saß tipptopp. Oder schreibt man das tiptop? Egal.
Was ich aber ja eigentlich erzählen wollte ist, dass ich also gestern im Kino war. Ich glaube, das allererste mal in diesem Jahr. Zum Nikolaus habe ich nämlich einen Gutschein geschenkt gekriegt, für eine Kinokarte der Soundso-Gruppe, die haben mehrere Kinos in Berlin, mit Verzehrgutschein für sechs Euro. Ich habe mich also fein gemacht und war fest entschlossen, mein Nikolausgeschenk gut zu investieren. Ehrlich gesagt, gingen meine Berechnungen auch ein wenig in die Richtung, dass wenn der Film blöd oder langweilig wäre, ich immerhin in einem coolen Kino sitzen würde, neben anderen coolen Kinobesuchern, weil natürlich nur supercoole Kinogänger die erste Aufführung von einem neuen Jim Jarmusch-Film in Originalfassung mit deutschen Untertiteln gucken würden, außerdem am ersten Weihnachtsfeiertag. Ein Top-Coolness-Indikator. Wie man ja an mir sieht! Ich wurde auch gut aufgenommen und mit freundlichen Blicken bedacht. Auch hatte ich mich fein gemacht. Das würde jetzt zu weit führen, im Einzelnen zu beschreiben, was ich gestern anhatte. Es sah jedenfalls gut aus und ein bißchen extravagant. Passend zum Film! Ich war zeitig da und bestellte mir gleich das erste Glas Wein, und außerdem konnte ich, obwohl das Licht im Foyer vom International recht schummrig ist, mit zusammengekniffenen Augen noch ein bißchen das Tagesspiegel-Interview mit Jim Jarmusch lesen. Den Tagesspiegel gabs auch gratis. Alles gratis gestern. Es war wie Weihnachten! Und fast hätte ich es vergessen: als ich die Kinokarte am Glashäuschen geholt habe, habe ich noch eine Schokoladenkugel geschenkt gekriegt. In rotes Stanniol-Papier eingewickelt. Ich habe sie aufgehoben. Erst muss die andere, angebrochene Schokolade weg.
Was ich ja aber eigentlich sagen wollte war, in welchem Film ich war. Also der Film heißt „Only Lovers Left Alive„. Und – ach so, bevor ich auf den Film komme, ich habe mir einen Platz in der allerersletzten Reihe, im Mittelblock, ganz rechts, den Platz am Gang ausgesucht. Mit viel Beinfreiheit. Ich konnte die Beine sogar übereinanderschlagen, das mach ich gerne. Als der Film dann anfing (vorher gab es interessante Reklame, an die ich mich aber nicht mehr erinnern kann), habe ich mir schnell noch das zweite Glas Wein geholt. Ein guter Silvaner, vor allem die Wirkung. Aber um auf den Film zu kommen: er hat mir richtig gut gefallen, obwohl ich Vampirfilme total langweilig finde. Das Besondere an dem Film war aber etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet habe. Es hat irgendwie ausgeschaut wie in Wohnungen, wo ich schon war und es war auch ein bißchen wie bei mir daheim und solche Sachen habe ich auch schon erlebt. Nur eben ohne Blut im Glas. Ich habe mich wie daheim gefühlt. Manchmal musste ich fast weinen, weil es so ein Déjà-vu war. Und das meine ich jetzt nicht witzig, obwohl ich hier so launig herumtippe. Ich war ganz verzaubert, auch wenn es manchmal um gar nichts ging. Die Bilder und die Musik und die beiden und der Typ mit seinen ganzen Gitarren und Verstärkern und Büchern und dem ganzen Zeug und Tilda in Marokko und die kreisende Kamera am Anfang. Das war ganz meine Welt. Deswegen habe ich danach gedacht, eigentlich kann ich darüber gar nicht angemessen bloggen, weil ich kann ja nicht schreiben, dass ich den Film empfehle, weil dann geht einer rein und denkt sich: da geht es doch irgendwie gar nicht so richtig um was, wo ist die Geschichte? Aber mir war es wie in die warme Badewanne eintauchen. Also ich kann den Film nicht jedem empfehlen. Aber denen, die wissen wollen, was für ein Lebensgefühl jemand wie Gaga Nielsen hat. Das klingt jetzt vielleicht übertrieben, aber ich kann es nicht besser beschreiben. Adam wird von einem Schauspieler gespielt, habe ich gelesen, aber ich habe gestern gedacht, Adam spielt sich selber. Adam ist ein Rockmusiker mit super vielen E-Gitarren und einer heimeligen Wohnung, wo die alle rumstehen. Ach. Na ja. Ich kann eben keine Filmkritiken schreiben, das können andere besser. Vorhin hab ich bei kid37 angefangen, mich zu verplappern, dass ich gestern in dem Film war. Ich wollte nur einen kurzen Kommentar machen und dann wurde es immer mehr. Und jetzt habe ich gedacht, wenn ich schon da so viel erzählt habe, kann ich ja für mein Tagebuch hier auch noch mal ganz kurz erwähnen, dass ich gestern im Kino war und es mir supergut gefallen hat. Wollte ich nur mal kurz erwähnen!!!

26. Dezember 2013

Unglaublich, wie die Sonne scheint. Ich wollte eigentlich staubsaugen, aber ich sitze lieber am offenen Fenster in der Sonne und hab nix an! Aber einen großen Kaffee! Man könnte denken, der Frühling bricht aus. Die Sonne ist ganz warm auf der Haut. Ich habe seit Mai keine Sonnenbäder mehr genommen. Ab dem 7. Juni durfte ich mindestens sechs Wochen nicht in die Sonne, um keine Pigmentstörung zu kriegen, nach der Lasersache, und dann kam dieser irrwitzige Sommer mit dieser brüllenden Hitze, die mich freiwillig in der verdunkelten Wohnung bleiben ließ. Mein erstes Sonnenbad seit sieben Monaten. Es ist wie Urlaub. Großartig. Und der Kaffee schmeckt so gut. Und ein bißchen Musik dazu. Und meine neuen Nachbarn sind verreist und ich kann das Fenster zur Joachimstraße unverhüllt lassen, wenn ich hier nackt herumspringe. Ich habe nämlich seit ungefähr drei Monaten Nachbarn auf Augenhöhe. In dem Haus, wo das Hackbarths drin ist, wurde das Dachgeschoss ausgebaut, das Dach aufgerissen und riesige Fenster für eine Wohnung eingesetzt. Ich bin jetzt also zu der Seite Joachimstraße nicht mehr so ganz unbehelligt. Das Pärchen, das eingezogen ist, hat ein Baby bekommen, die sind beschäftigt und haben auch keine Zeit aus dem Fenster zu gucken, aber sie haben auch keine Jalousien, es ist einfach nicht wie vorher. Na gut, war ja auch super Luxus. Aber seit Heiligabend tut sich nichts mehr da drüben, die sind weg! Hoffentlich pflegen sie ihre auswärtigen familiären Kontakte noch ein gutes Weilchen.

26. Dezember 2013
Ich sag mal so: ich war im Kino. Schon gestern. Am Nachmittag. Am spätern Nachmittag. Es war schon dunkel. Was eigentlich ideal war. Nicht nur wegen der Geschichte. Auch weil man ja nach Einbruch der Dunkelheit schon das eine oder andere Glas Wein zu sich nehmen darf. Nun waren meine Erwartungen keineswegs überhöht, da sich überhöhte Erwartungen in meinem Leben einfach selten bewährt haben. Außer vielleicht in Amerika. Als ich nach Amerika gefahren, also mit dem Flieger hin bin, hatte ich auch ganz schöne Erwartungen. Wo ich dann da war, sind sie noch mal komplett übertroffen worden. So ähnlich war es gestern auch mit dem Film. Nein, halt, ich hatte ja keine großen Erwartungen, nur so mittelgroße. Der Filmregisseur hat Jim Jarmusch geheißen, von dem habe ich schon mal gehört. Es gibt in meinem weißen Billy-Regal sogar zwei oder drei selber aufgenommene VHS-Cassetten aus den Achtziger oder Neunziger Jahren, wo so Filme von ihm drauf sind. Die habe ich alle gesehen. Stranger than Paradise musste man ja sowieso gesehen haben, weil man sich sonst blamiert hätte und außerdem habe ich 1986 oder 87 John Lurie live im Metropol gesehen und dann wollte ich gucken, wie er sich als Schauspieler macht. Jetzt, wo ich schon so am Plaudern bin, kann ich natürlich auch noch verraten, dass ich Jim Jarmusch nicht nur von Fotos kenne. Auch nicht nur aus dem Fernseher. Damals, also früher, wo ich noch studiert habe (sieben bis acht Semester Nachtleben an verschiedenen renommierten Hochschulen in Berlin), habe ich in der Mensa vom Ex und Pop in Schöneberg oder war es in der Turbine Rosenheim (nein, nicht in Rosenheim, auch in Schöneberg), hin und wieder Professor Jarmusch an der Getränkeausgabe angetroffen. Ich möchte jetzt nicht sagen getroffen, aber doch angetroffen. Links von ihm stand dann öfter Professor Cave und rechts von ihm Professor Bargeld. Das war so ein Trio, das sich fachlich unheimlich viel zu sagen hatte, war so mein Eindruck. Professor Jarmusch war damals schon komplett grau. Professor Cave hatte aber noch ganz volles Haar. Und Professor Bargeld war noch ziemlich schlank, fast zu schlank. Neulich habe ich ihn in der Rosenthaler Straße gesehen, da auf der Seite von Rossmann und dem Altenheim. Er war ganz gut im Futter, aber nicht so füllig wie unlängst, und hat eine Brezel aus der Hand gegessen, im Gehen. Die Haare hatten einen flotten Haarschnitt, ganz frisch, und auch der wollene Herrenmantel saß tipptopp. Oder schreibt man das tiptop? Egal.
Was ich aber ja eigentlich erzählen wollte ist, dass ich also gestern im Kino war. Ich glaube, das allererste mal in diesem Jahr. Zum Nikolaus habe ich nämlich einen Gutschein geschenkt gekriegt, für eine Kinokarte der Soundso-Gruppe, die haben mehrere Kinos in Berlin, mit Verzehrgutschein für sechs Euro. Ich habe mich also fein gemacht und war fest entschlossen, mein Nikolausgeschenk gut zu investieren. Ehrlich gesagt, gingen meine Berechnungen auch ein wenig in die Richtung, dass wenn der Film blöd oder langweilig wäre, ich immerhin in einem coolen Kino sitzen würde, neben anderen coolen Kinobesuchern, weil natürlich nur supercoole Kinogänger die erste Aufführung von einem neuen Jim Jarmusch-Film in Originalfassung mit deutschen Untertiteln gucken würden, außerdem am ersten Weihnachtsfeiertag. Ein Top-Coolness-Indikator. Wie man ja an mir sieht! Ich wurde auch gut aufgenommen und mit freundlichen Blicken bedacht. Auch hatte ich mich fein gemacht. Das würde jetzt zu weit führen, im Einzelnen zu beschreiben, was ich gestern anhatte. Es sah jedenfalls gut aus und ein bißchen extravagant. Passend zum Film! Ich war zeitig da und bestellte mir gleich das erste Glas Wein, und außerdem konnte ich, obwohl das Licht im Foyer vom International recht schummrig ist, mit zusammengekniffenen Augen noch ein bißchen das Tagesspiegel-Interview mit Jim Jarmusch lesen. Den Tagesspiegel gabs auch gratis. Alles gratis gestern. Es war wie Weihnachten! Und fast hätte ich es vergessen: als ich die Kinokarte am Glashäuschen geholt habe, habe ich noch eine Schokoladenkugel geschenkt gekriegt. In rotes Stanniol-Papier eingewickelt. Ich habe sie aufgehoben. Erst muss die andere, angebrochene Schokolade weg.
Was ich ja aber eigentlich sagen wollte war, in welchem Film ich war. Also der Film heißt „Only Lovers Left Alive„. Und – ach so, bevor ich auf den Film komme, ich habe mir einen Platz in der allerersletzten Reihe, im Mittelblock, ganz rechts, den Platz am Gang ausgesucht. Mit viel Beinfreiheit. Ich konnte die Beine sogar übereinanderschlagen, das mach ich gerne. Als der Film dann anfing (vorher gab es interessante Reklame, an die ich mich aber nicht mehr erinnern kann), habe ich mir schnell noch das zweite Glas Wein geholt. Ein guter Silvaner, vor allem die Wirkung. Aber um auf den Film zu kommen: er hat mir richtig gut gefallen, obwohl ich Vampirfilme total langweilig finde. Das Besondere an dem Film war aber etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet habe. Es hat irgendwie ausgeschaut wie in Wohnungen, wo ich schon war und es war auch ein bißchen wie bei mir daheim und solche Sachen habe ich auch schon erlebt. Nur eben ohne Blut im Glas. Ich habe mich wie daheim gefühlt. Manchmal musste ich fast weinen, weil es so ein Déjà-vu war. Und das meine ich jetzt nicht witzig, obwohl ich hier so launig herumtippe. Ich war ganz verzaubert, auch wenn es manchmal um gar nichts ging. Die Bilder und die Musik und die beiden und der Typ mit seinen ganzen Gitarren und Verstärkern und Büchern und dem ganzen Zeug und Tilda in Marokko und die kreisende Kamera am Anfang. Das war ganz meine Welt. Deswegen habe ich danach gedacht, eigentlich kann ich darüber gar nicht angemessen bloggen, weil ich kann ja nicht schreiben, dass ich den Film empfehle, weil dann geht einer rein und denkt sich: da geht es doch irgendwie gar nicht so richtig um was, wo ist die Geschichte? Aber mir war es wie in die warme Badewanne eintauchen. Also ich kann den Film nicht jedem empfehlen. Aber denen, die wissen wollen, was für ein Lebensgefühl jemand wie Gaga Nielsen hat. Das klingt jetzt vielleicht übertrieben, aber ich kann es nicht besser beschreiben. Adam wird von einem Schauspieler gespielt, habe ich gelesen, aber ich habe gestern gedacht, Adam spielt sich selber. Adam ist ein Rockmusiker mit super vielen E-Gitarren und einer heimeligen Wohnung, wo die alle rumstehen. Ach. Na ja. Ich kann eben keine Filmkritiken schreiben, das können andere besser. Vorhin hab ich bei kid37 angefangen, mich zu verplappern, dass ich gestern in dem Film war. Ich wollte nur einen kurzen Kommentar machen und dann wurde es immer mehr. Und jetzt habe ich gedacht, wenn ich schon da so viel erzählt habe, kann ich ja für mein Tagebuch hier auch noch mal ganz kurz erwähnen, dass ich gestern im Kino war und es mir supergut gefallen hat. Wollte ich nur mal kurz erwähnen!!!

25. Dezember 2013
Großartig. Selten. Ein Meisterwerk des Dokumentarfilms. Als roter Faden aus dem Off, im Hintergrund, die Stimme von Laurie Anderson. Das ist nur die erste Hälfte des insgesamt vierstündigen Films. Das ist erste Mal, dass ich mir restlos gebannt, eine DVD bestelle, um die fehlenden zwei Stunden sehen zu können, die nicht im Netz hängen. Nun hat sich mein HD-Fernseher doch amortisiert, auf dem man dankenswerterweise auch youtube sehen kann. Seit einigen Jahren, gibt es, wie ich beim Bestellen entdeckt habe, auch Andy Warhols Buch „Popism – the Warhol Sixties“ in einer deutsche Übersetzung. Die habe ich auch bestellt, nachdem meine – ja, tasächlich, „eigene“, Ende der Achtziger angefangene, nie fertig gestellt wurde. Ich hatte das Original aus den USA importiert und fing an, das Buch schriftlich zu übersetzen, so ausgehungert war ich nach diesen Berichten aus Andy Warhols erster Hand über die Factory. Ich trug mich mit der Idee, die fertige Übersetzung einem Verlag anzubieten, zweifelte dann aber am Interesse, war auch zu faul mich zu kümmern und hatte dann anderes zu tun und legte die Idee ad acta. Ich kam Ende der Achtziger auf Popism, weil Warhol es an irgendeiner Stelle in seinen Tagebüchern erwähnt hatte und ich war neugierig auf ausgiebige Details aus der Zeit vor den Siebzigern, denn das Tagebuch begann ja erst da. Also wartete ich nach meiner Bestellung in irgendeinem Laden am Savignyplatz die sechs Wochen, bis es endlich aus Amerika geliefert wurde. Mir war, als hätte ich einen Schatz in den Händen. Noch nie hatte ich gehört, dass jemand in meinem Umfeld dieses Buch gelesen hätte, selbst die absoluten Velvet Underground Fans hierzulande kannten es nicht. Das Tagebuch dagegen, gab es recht bald in einer deutschen Übersetzung.
Eine Vertraute von Warhol, Pat Hackett, hatte zwei Jahre nach seinem Tod Auszüge aus seinen Tagebüchern der Siebziger bis Achtziger Jahre veröffentlicht. Dieses unförmige, über siebenhundert Seiten dicke Monstrum ruht seit 1989 in meinem Schlafzimmer, rechts von meinem Bett, neben einer geflochtenen Truhe aus Afrika (wo ich nie war). Damals, 1989 war Velvet Underground noch ganz präsent in meinen Zellen, tief verwurzelt. John Cale hatte ich in den Neunzigern häufig live gesehen, vorher auch einmal Nico, ich glaube 1985, und erst viel später, etwa Ende der Neunziger und dann Zweitausendsechs, zweimal Lou Reed, obwohl er meine erste Begegnung mit dieser Dimension der Musikgeschichte war, seit 1980 hörte ich seine ersten Soloplatten und die alten VU-Aufnahmen ohne Unterlass. Für mich war und ist diese Welt wie Erinnerung an Heimat, wie für andere vielleicht die Erinnerung an Weihnachten. Die Entdeckung dieses Films gestern Nacht hat mich sehr berührt. Weil Andy Warhol in meiner Wahrnehmung nie zuvor in dieser Komplexität und Empfindsamkeit portraitiert wurde. Ein paar Jahre her, aber ich habe dieses Meisterwerk von Zweitausendsechs jetzt erst entdeckt. Mir fällt noch ein zweites Meisterwerk ein – Dream of Life, eine sehr persönliche Dokumentation über Patti Smith. Auch sehr besonders. Ich kann das ja alles nicht unerwähnt lassen. Für mich ist diese Entdeckung wie Weihnachten und Ostern zusammen.
25. Dezember 2013
Großartig. Selten. Ein Meisterwerk des Dokumentarfilms. Als roter Faden aus dem Off, im Hintergrund, die Stimme von Laurie Anderson. Das ist nur die erste Hälfte des insgesamt vierstündigen Films. Das ist erste Mal, dass ich mir restlos gebannt, eine DVD bestelle, um die fehlenden zwei Stunden sehen zu können, die nicht im Netz hängen. Nun hat sich mein HD-Fernseher doch amortisiert, auf dem man dankenswerterweise auch youtube sehen kann. Seit einigen Jahren, gibt es, wie ich beim Bestellen entdeckt habe, auch Andy Warhols Buch „Popism – the Warhol Sixties“ in einer deutsche Übersetzung. Die habe ich auch bestellt, nachdem meine – ja, tasächlich, „eigene“, Ende der Achtziger angefangene, nie fertig gestellt wurde. Ich hatte das Original aus den USA importiert und fing an, das Buch schriftlich zu übersetzen, so ausgehungert war ich nach diesen Berichten aus Andy Warhols erster Hand über die Factory. Ich trug mich mit der Idee, die fertige Übersetzung einem Verlag anzubieten, zweifelte dann aber am Interesse, war auch zu faul mich zu kümmern und hatte dann anderes zu tun und legte die Idee ad acta. Ich kam Ende der Achtziger auf Popism, weil Warhol es an irgendeiner Stelle in seinen Tagebüchern erwähnt hatte und ich war neugierig auf ausgiebige Details aus der Zeit vor den Siebzigern, denn das Tagebuch begann ja erst da. Also wartete ich nach meiner Bestellung in irgendeinem Laden am Savignyplatz die sechs Wochen, bis es endlich aus Amerika geliefert wurde. Mir war, als hätte ich einen Schatz in den Händen. Noch nie hatte ich gehört, dass jemand in meinem Umfeld dieses Buch gelesen hätte, selbst die absoluten Velvet Underground Fans hierzulande kannten es nicht. Das Tagebuch dagegen, gab es recht bald in einer deutschen Übersetzung.
Eine Vertraute von Warhol, Pat Hackett, hatte zwei Jahre nach seinem Tod Auszüge aus seinen Tagebüchern der Siebziger bis Achtziger Jahre veröffentlicht. Dieses unförmige, über siebenhundert Seiten dicke Monstrum ruht seit 1989 in meinem Schlafzimmer, rechts von meinem Bett, neben einer geflochtenen Truhe aus Afrika (wo ich nie war). Damals, 1989 war Velvet Underground noch ganz präsent in meinen Zellen, tief verwurzelt. John Cale hatte ich in den Neunzigern häufig live gesehen, vorher auch einmal Nico, ich glaube 1985, und erst viel später, etwa Ende der Neunziger und dann Zweitausendsechs, zweimal Lou Reed, obwohl er meine erste Begegnung mit dieser Dimension der Musikgeschichte war, seit 1980 hörte ich seine ersten Soloplatten und die alten VU-Aufnahmen ohne Unterlass. Für mich war und ist diese Welt wie Erinnerung an Heimat, wie für andere vielleicht die Erinnerung an Weihnachten. Die Entdeckung dieses Films gestern Nacht hat mich sehr berührt. Weil Andy Warhol in meiner Wahrnehmung nie zuvor in dieser Komplexität und Empfindsamkeit portraitiert wurde. Ein paar Jahre her, aber ich habe dieses Meisterwerk von Zweitausendsechs jetzt erst entdeckt. Mir fällt noch ein zweites Meisterwerk ein – Dream of Life, eine sehr persönliche Dokumentation über Patti Smith. Auch sehr besonders. Ich kann das ja alles nicht unerwähnt lassen. Für mich ist diese Entdeckung wie Weihnachten und Ostern zusammen.
23. Dezember 2013
http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=76652756&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
Hm ja, kommt vielleicht ein bißchen spät, die Idee mit dem Adventskalender. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag. Obwohl ich mir nicht so sicher bin, ob ich Türchen 24 posten will. Aber wenigstens einmal heute. Passend zum Datum, Opus 23. Vom neunten April Zweitausendneun. Sieht aus, als hätten wir Spaß gehabt. Und ja – den hatten wir. Rund um die Uhr. Immer, bei[n]nah.
22. Dezember 2013
Von wegen: „der 21. Dezember ist die längste Nacht des Jahres, danach werden die Tage wieder länger“. Laut der Seite da haben wir gestern, heute und morgen zur gleichen Zeit Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Ich bin heute extra früh aufgestanden, um das zu kontrollieren. Die Tage werden erst übermorgen länger. Also beruhigen Sie sich wieder. Bzw. feiern Sie dann halt drei Tage Wintersonnenwende. Auch schön. Also gehen die Feiertage vom 21. Dezember bis zum 23. Dezember 2013. Danach machen einige viel religiöses Gedöns um innere Einkehr, Rauhnächte oder feiern dieses Fest neuerer Zeitrechnung „Weihnachten“. Jeder, wie er will. Hauptsache, ich kann auch machen, was ich will. Nämlich alles, was ich will. Sogar gewagte Dinge wie, mich um mein Hauptabflussrohr in der Küche kümmern, das immer noch nicht in idealem Zustand ist. Dazwischen ein bißchen bloggen und kommentieren. Natürlich kriege ich mit, dass die Sonne wieder stärker wird. Gestern und heute hat sie mich ganz schön geblendet, hier vor meinem Klapprechner. Mein Neffe hat sich über die Brille seines Vaters gefreut. Er hat sich selber damit abgelichtet. Ich habe gesehen, dass sie neu aufgelegt wurde, diese kosmonautische Angeber-Brille aus Titanium. Für einen Preis, der wohl ungefähr dem entspricht, den sie damals in Mark hatte. Gerade der letzte Takt von einem Song von Joni Mitchell im Hintergrund, in der Version von Diana Krall „A Case of you„. Sehr besinnlich, bin ja multi-tasking-fähig. Und jetzt „Paint it Black„. I wanna see the sun, I wanna see the sun blotted out from the sky… Und danach „Forgive me, my little Flower Princess„. Der erschossene John Lennon. Danach hatte sich Yoko Ono die Brille gekauft. Gleich danach. Und wurde jahrelang nicht mehr ohne gesehen. Statt schwarzem Trauerschleier. Ein schwarzes Titanium-Schutzschild. Sie war eben schon immer ihrer Zeit voraus. Ich glaube mich zu erinnern, dass Yokos Witwenlook auch die Inspiration für meinen Bruder war, die Brille zu kaufen. Er fand Yoko Ono schon immer wahnsinnig cool. Ja, vor allem deswegen –

19. Dezember 2013
Isn’t that strange, how one day follows another
Like rain drops on your panes
Running out of time and running out of breath
You drop your dreams one after the other
Isn’t that strange how we can’t keep up with the days
And how one face replaces another
And the names they change, and the stories they end
But it’s the same words lover after lover
Ja.
19. Dezember 2013
Isn’t that strange, how one day follows another
Like rain drops on your panes
Running out of time and running out of breath
You drop your dreams one after the other
Isn’t that strange how we can’t keep up with the days
And how one face replaces another
And the names they change, and the stories they end
But it’s the same words lover after lover
Ja.
16. Dezember 2013
I.C.U. Most beautiful. Lou Doillon. Die jüngste Tochter von – man sieht von wem. Nicht zu übersehen – Jane Birkin. Vor fünf Tagen starb Jane Birkins älteste Tochter, die große Schwester der zauberhaften Lou Doillon. Die mittlere kennt man schon lange, Charlotte. Respektabel, faszinierend. Aber diese Lou, die ist mir ganz nah. Auch ein Septemberkind. Wenn ich sie sehe, sehe ich nicht nur Jane mit einer viel tieferen, gefühlvolleren Stimme, es ist beinah, als wären in ihr alle Metaphern inkarniert, in ihren Blicken, die diesen Geist der 68er-Rebellion, verbunden mit irrwitziger Romantik, ausmachten. Als hätten Mick Jagger und Keith Richards nicht nur Lieder erschaffen wie Paint it Black und Wild Horses und Gimme Shelter, sondern dieses Geschöpf. Ich bin ganz verliebt. Und zugleich erschüttert von dieser Nachricht, dass diese große Schwester vor fünf Tagen aus einem Fenster in Paris in den Tod stürzte. Wie schmerzhaft. Sie war Fotografin. Ich bin ganz seltsam über Lou gestolpert. Eine Klatschpressemeldung über eine mutmaßliche Affäre zwischen Benjamin Biolay und Vanessa Paradis, dazu Einlassungen über den angeblichen Frauenheld Biolay, dessen Musik ich seit vielen Jahren sehr mag, ein Sensibelchen, der an Grenzen geht. Wie soll auch sonst etwas Bemerkenswertes entstehen. Na gut. Zwischen all dem eine Nebenbemerkung über eine Verbindung vor fünf Jahren mit – eben – Lou Douillon. Geschaut, wer das ist, weil in Frankreich offenbar bekannt. Und da war sie. Ich hörte und sah dieses Video da oben. I.C.U. und lauschte wie gebannt, berührt von Anfang an, ihrer Stimme, weidete mich an ihrem Anblick. Auch das ist wundervoll.
Und heute Nachmittag brachte ich etwas Persönliches auf den Postweg, zur Post. Diese völlig verrückte Porsche-Sonnenbrille, dieses respekteinflößende Schutzschild für die Seele von Traumtänzern, die Yoko Ono auch dauernd trug, nach dem Tod von John Lennon. Sie war seit dem Unfalltod meines Bruders bei mir. Sechsundzwanzig Jahre, behütet, wie ein Schatz. Für meinen Kopf war sie immer zu groß. Morgen, am siebzehnten Dezember, hat mein nun einziger Neffe Valerian seinen sechsundzwanzigsten Geburtstag, und er hat auch einen so großen Kopf wie sein Vater und überhaupt Ähnlichkeit. Wie er den Kopf hält. Und die Gitarre. Er soll sie haben. Er weiß es schon, ich konnte es nicht für mich behalten. Und er freut sich wie verrückt, die arschcoole Sonnenbrille seines Vaters zu bekommen, den er nie gekannt hat, aber von dem ein Bild neben seinem Bett steht. Und eines seines Bruders, wie er mir vorhin schrieb. Das sind sehr persönliche Dinge, die ich hier schreibe. Und ich finde das absolut richtig. Denn wem nützen Allgemeinplätze, Nichtigkeiten, die einen nur halb berühren. Ist doch Unfug, das bringt doch nichts. Ich will mich selbst berühren, wenn ich schreibe. Auch dafür – und für die Welt.
[ And I see you
in every cab
that goes by
in the strangers
at every cross road
in every bar ]
16. Dezember 2013
I.C.U. Most beautiful. Lou Doillon. Die jüngste Tochter von – man sieht von wem. Nicht zu übersehen – Jane Birkin. Vor fünf Tagen starb Jane Birkins älteste Tochter, die große Schwester der zauberhaften Lou Doillon. Die mittlere kennt man schon lange, Charlotte. Respektabel, faszinierend. Aber diese Lou, die ist mir ganz nah. Auch ein Septemberkind. Wenn ich sie sehe, sehe ich nicht nur Jane mit einer viel tieferen, gefühlvolleren Stimme, es ist beinah, als wären in ihr alle Metaphern inkarniert, in ihren Blicken, die diesen Geist der 68er-Rebellion, verbunden mit irrwitziger Romantik, ausmachten. Als hätten Mick Jagger und Keith Richards nicht nur Lieder erschaffen wie Paint it Black und Wild Horses und Gimme Shelter, sondern dieses Geschöpf. Ich bin ganz verliebt. Und zugleich erschüttert von dieser Nachricht, dass diese große Schwester vor fünf Tagen aus einem Fenster in Paris in den Tod stürzte. Wie schmerzhaft. Sie war Fotografin. Ich bin ganz seltsam über Lou gestolpert. Eine Klatschpressemeldung über eine mutmaßliche Affäre zwischen Benjamin Biolay und Vanessa Paradis, dazu Einlassungen über den angeblichen Frauenheld Biolay, dessen Musik ich seit vielen Jahren sehr mag, ein Sensibelchen, der an Grenzen geht. Wie soll auch sonst etwas Bemerkenswertes entstehen. Na gut. Zwischen all dem eine Nebenbemerkung über eine Verbindung vor fünf Jahren mit – eben – Lou Douillon. Geschaut, wer das ist, weil in Frankreich offenbar bekannt. Und da war sie. Ich hörte und sah dieses Video da oben. I.C.U. und lauschte wie gebannt, berührt von Anfang an, ihrer Stimme, weidete mich an ihrem Anblick. Auch das ist wundervoll.
Und heute Nachmittag brachte ich etwas Persönliches auf den Postweg, zur Post. Diese völlig verrückte Porsche-Sonnenbrille, dieses respekteinflößende Schutzschild für die Seele von Traumtänzern, die Yoko Ono auch dauernd trug, nach dem Tod von John Lennon. Sie war seit dem Unfalltod meines Bruders bei mir. Sechsundzwanzig Jahre, behütet, wie ein Schatz. Für meinen Kopf war sie immer zu groß. Morgen, am siebzehnten Dezember, hat mein nun einziger Neffe Valerian seinen sechsundzwanzigsten Geburtstag, und er hat auch einen so großen Kopf wie sein Vater und überhaupt Ähnlichkeit. Wie er den Kopf hält. Und die Gitarre. Er soll sie haben. Er weiß es schon, ich konnte es nicht für mich behalten. Und er freut sich wie verrückt, die arschcoole Sonnenbrille seines Vaters zu bekommen, den er nie gekannt hat, aber von dem ein Bild neben seinem Bett steht. Und eines seines Bruders, wie er mir vorhin schrieb. Das sind sehr persönliche Dinge, die ich hier schreibe. Und ich finde das absolut richtig. Denn wem nützen Allgemeinplätze, Nichtigkeiten, die einen nur halb berühren. Ist doch Unfug, das bringt doch nichts. Ich will mich selbst berühren, wenn ich schreibe. Auch dafür – und für die Welt.
[ And I see you
in every cab
that goes by
in the strangers
at every cross road
in every bar ]
12. Dezember 2013

Manches möchte man bloggen. Ich schrieb gerade jemandem (der mich gut kennt oder genauer: kannte) – im Kontext eines Austausches über (s)eine besonders schöne Hochzeitsfeier, die in der Vergangenheit liegt, das Folgende:
„Weißt du, ich dachte mir manches mal in meinem Leben: ich würde gerne heiraten, aber möchte anschließend nicht unbedingt verheiratet sein. Einfach nur einmal so ein Ritual erleben, so ein Fest, sich gegenseitig die größte Wertschätzung zu zeigen. Und danach aber wieder frei und ungebunden sein, mit dem Gefühl, um jemanden werben zu wollen.“
Ich finde, das bringt es so gut auf den Punkt, dass ich es auch noch hierhinein kritzeln will. Obwohl mich Heiraten und Hochzeit halten so wenig wie nie zuvor in meinem Leben beschäftigt. Aber ich erinnere mich an das Gefühl, an die Idee. Und wenn es jemals wiederkehren sollte, das Gefühl, das so eine Idee im Schlepptau hat, bin ich neugierig, ob es sich immer noch so zeigen wird. Eines fernen Tages. Den ich gar nicht herbeisehne. Es gibt dieses Sprichwort „Hochmut kommt vor dem Fall“. Vielleicht könnte man auch abgewandelt sagen „Hochzeit kommt vor dem Fall“. Aber die Hochzeit an sich schmälert das ja nicht. Den Tag. Und die Erinnerung. An die Farben und die Kleider und die Freude und das Licht. Und so weiter. Wichtig ist, dass man die hohen Zeiten erkennt und feierlich begeht, wenn sie da sind. Ich glaube schon, dass es ein Schicksal gibt, man nicht alles durch zuträgliche Haltung und Verhalten zur immerwährenden Vollendung treibt. Da sind immer Kurven. Auf und ab. Aus irgendeinem Grund, den wir nie begreifen werden, ist es so. Und weil es so ist, muss man ganz viel Aufmerksamkeit darauf verwenden, zu erkennen, ob es eine gute oder schlechte Zeit ist, die man gerade hat. Wenn sie gut ist, gut – Jetzt. Wenn sie schlecht ist, werden sich die Dinge ändern. Ich schreibe ganz bewusst gut und schlecht wie man von Schwarz und Weiß spricht. Auch wenn dazwischen Töne von gebrochenem Perlmutt über Steingrau bis zum Anthrazit erkalteter Lava sind. Weil es die Hoch- und Tiefzeiten sind, die uns so sehr in Erinnerung bleiben. Wollte ich noch eben bloggen. Und GUTE NACHT.
12. Dezember 2013

Manches möchte man bloggen. Ich schrieb gerade jemandem (der mich gut kennt oder genauer: kannte) – im Kontext eines Austausches über (s)eine besonders schöne Hochzeitsfeier, die in der Vergangenheit liegt, das Folgende:
„Weißt du, ich dachte mir manches mal in meinem Leben: ich würde gerne heiraten, aber möchte anschließend nicht unbedingt verheiratet sein. Einfach nur einmal so ein Ritual erleben, so ein Fest, sich gegenseitig die größte Wertschätzung zu zeigen. Und danach aber wieder frei und ungebunden sein, mit dem Gefühl, um jemanden werben zu wollen.“
Ich finde, das bringt es so gut auf den Punkt, dass ich es auch noch hierhinein kritzeln will. Obwohl mich Heiraten und Hochzeit halten so wenig wie nie zuvor in meinem Leben beschäftigt. Aber ich erinnere mich an das Gefühl, an die Idee. Und wenn es jemals wiederkehren sollte, das Gefühl, das so eine Idee im Schlepptau hat, bin ich neugierig, ob es sich immer noch so zeigen wird. Eines fernen Tages. Den ich gar nicht herbeisehne. Es gibt dieses Sprichwort „Hochmut kommt vor dem Fall“. Vielleicht könnte man auch abgewandelt sagen „Hochzeit kommt vor dem Fall“. Aber die Hochzeit an sich schmälert das ja nicht. Den Tag. Und die Erinnerung. An die Farben und die Kleider und die Freude und das Licht. Und so weiter. Wichtig ist, dass man die hohen Zeiten erkennt und feierlich begeht, wenn sie da sind. Ich glaube schon, dass es ein Schicksal gibt, man nicht alles durch zuträgliche Haltung und Verhalten zur immerwährenden Vollendung treibt. Da sind immer Kurven. Auf und ab. Aus irgendeinem Grund, den wir nie begreifen werden, ist es so. Und weil es so ist, muss man ganz viel Aufmerksamkeit darauf verwenden, zu erkennen, ob es eine gute oder schlechte Zeit ist, die man gerade hat. Wenn sie gut ist, gut – Jetzt. Wenn sie schlecht ist, werden sich die Dinge ändern. Ich schreibe ganz bewusst gut und schlecht wie man von Schwarz und Weiß spricht. Auch wenn dazwischen Töne von gebrochenem Perlmutt über Steingrau bis zum Anthrazit erkalteter Lava sind. Weil es die Hoch- und Tiefzeiten sind, die uns so sehr in Erinnerung bleiben. Wollte ich noch eben bloggen. Und GUTE NACHT.
10. Dezember 2013
Heizkörper entlüften, Abflussrohr von der Spüle auseinandermontieren. The Glamour never stops! Dazwischen Überlegungen zu bloggen oder die eine oder andere Mail zu beantworten, als Übersprungshandlung. Aber nein, diese Dinge müssen zu Ende gebracht werden, in Ordnung gebracht werden. Bevor Sie mit Rohrfrei-Granulat hantieren, legen Sie sich bitte eine Saugglocke zu. Die bringt einfach mehr und ist eine Anschaffung fürs Leben. An einer Stelle tropft es noch unter der Spüle, obwohl ich alle Rohrteile maximal zugeschraubt habe. Da muss ich eventuell nochmal ran. Und bitte: niemals das Märchen glauben, Kaffeesatz würde den Abfluss frei halten. Ein Fachmann aus der Kanalisation stellt dazu fest: „Kaffeesatz in der Kanalisation? Wird hart wie Beton!“. Das war letztendlich das Übel. Ich bin ab und zu noch empfänglich für Ammenmärchen, gerade wenn es bequem ist. Den Kaffeesatz mal eben in den Ausguss spülen. Aber der Tag hatte auch recht angenehme Stunden. Ich hatte Gelegenheit, Menschen zu beglücken. Immer wieder schön, Kinderaugen bei ausgewachsenen Männern, wenn Schokolade winkt. Bei Frauen natürlich auch, aber die assoziiert man ja eh immer mit Euphorie über Schokolade. Am Schönsten ist es, die Sicherheitsleute zu beglücken, die liegen mir richtig am Herzen. Bei höheren Gehaltsgruppen war ich sparsamer. Die können sich ja selber locker die guten Lindt-Schokoläuse kaufen. Ausgleichende Gerechtigkeit! Das wäre überhaupt ein toller Beruf für mich, finde ich: Geschenke verteilen – königlich! Was mir auch noch gut gefällt als Arbeit, ist Ordnung machen. Den Leuten, die zu faul sind, hinterherräumen, bis es richtig gut aussieht. Ich habe schon häufiger überlegt, wie ich es hinkriegen könnte, ein Arbeitsgebiet mit einfachen Tätigkeiten zu bekommen, ohne die Gehaltsgruppe zu wechseln. Ich glaube, das Dilemma kennen viele. Ich weiß es sogar. Mir fallen eine ganze Reihe Leute ein, mit denen ich eine Selbsthilfegruppe gründen könnte. Mir fallen aber auch jede Menge Leute ein, die das überhaupt nicht verstehen und beleidigt gucken, wenn ich erzähle, dass mich Aufgaben mit geistigem Anspruch eher langweilen, weil man sich mitunter auch auf Sachen konzentrieren muss, die einen nicht durchweg so brennend interessieren und demzufolge die geistige Freiheit beeinträchtigen. Wenn ich dagegen die leider viel zu seltene Gelegenheit habe, Sachen aufzuräumen, kann ich multitasking-mäßig meine visuelle Virtuosität benutzen, weil Aufräumen ja vor Allem ein optisches Talent voraussetzt. Und da ich davon sowieso jede Menge habe, könnte ich mich zeitgleich auf andere Sachen konzentrieren, die mich interessieren. Träumen, sich Sachen ausdenken, überlegen, was man als Nächstes bloggt. Eine Mailantwort andenken, wieder verwerfen. So Sachen eben. Und während der Geist eine neue visionäre Ordnung erschafft, Ordnung in der materialisierten Welt machen. Sehr befriedigend! Eventuell könnte ich sogar eine Marktlücke bedienen, weil ich eigentlich super viele Leute kenne, die überhaupt nicht gerne aufräumen. Ich räume sogar bei mir selber gerne auf, auch wenn nur ich selber mich dafür lobe. Aber wenn einen andere dafür loben, ist es schon noch toller. Ich finde überhaupt, dass Aufräumen vor allem etwas mit der Idee von einem Gesamtkunstwerk zu tun hat. Ich betrete in aufgeräumter Verfassung eine aufgeräumte Umgebung oder räume sie eben so lange auf, bis die ideale Grundvoraussetzung für die Kür geschaffen wurde. Nach der Pflicht kommt die Kür. Das Sahnehäubchen auf dem Kakao. Auf einem idealen Nährboden kann eine Pflanze wachsen und Blüten entfalten. Bis zur Ekstase. Das ist das Ziel. Im Grunde religiös. Um meine radikale Vorgehensweise in Sachen Ordnung besser zu kommunizieren, habe ich unlängst den Begriff Akten-Yoga kreiert. Interessanterweise hat bis jetzt jeder geguckt, als ob es verständlich wäre. Ich mache zwar kein Yoga und meditiere nicht, sorge aber in profanen Situationen für meditative Zustände. Klare Flächen, ich brauche klare Flächen. Interessant finde ich, dass die systematische Umsetzung von dieser Idee, immerzu Neugier weckt. Das muss irgendetwas mit Wellness zu tun haben, schätze ich. Fragen Sie Frau Nielsen! Ich bleibe dran.
10. Dezember 2013
Heizkörper entlüften, Abflussrohr von der Spüle auseinandermontieren. The Glamour never stops! Dazwischen Überlegungen zu bloggen oder die eine oder andere Mail zu beantworten, als Übersprungshandlung. Aber nein, diese Dinge müssen zu Ende gebracht werden, in Ordnung gebracht werden. Bevor Sie mit Rohrfrei-Granulat hantieren, legen Sie sich bitte eine Saugglocke zu. Die bringt einfach mehr und ist eine Anschaffung fürs Leben. An einer Stelle tropft es noch unter der Spüle, obwohl ich alle Rohrteile maximal zugeschraubt habe. Da muss ich eventuell nochmal ran. Und bitte: niemals das Märchen glauben, Kaffeesatz würde den Abfluss frei halten. Ein Fachmann aus der Kanalisation stellt dazu fest: „Kaffeesatz in der Kanalisation? Wird hart wie Beton!“. Das war letztendlich das Übel. Ich bin ab und zu noch empfänglich für Ammenmärchen, gerade wenn es bequem ist. Den Kaffeesatz mal eben in den Ausguss spülen. Aber der Tag hatte auch recht angenehme Stunden. Ich hatte Gelegenheit, Menschen zu beglücken. Immer wieder schön, Kinderaugen bei ausgewachsenen Männern, wenn Schokolade winkt. Bei Frauen natürlich auch, aber die assoziiert man ja eh immer mit Euphorie über Schokolade. Am Schönsten ist es, die Sicherheitsleute zu beglücken, die liegen mir richtig am Herzen. Bei höheren Gehaltsgruppen war ich sparsamer. Die können sich ja selber locker die guten Lindt-Schokoläuse kaufen. Ausgleichende Gerechtigkeit! Das wäre überhaupt ein toller Beruf für mich, finde ich: Geschenke verteilen – königlich! Was mir auch noch gut gefällt als Arbeit, ist Ordnung machen. Den Leuten, die zu faul sind, hinterherräumen, bis es richtig gut aussieht. Ich habe schon häufiger überlegt, wie ich es hinkriegen könnte, ein Arbeitsgebiet mit einfachen Tätigkeiten zu bekommen, ohne die Gehaltsgruppe zu wechseln. Ich glaube, das Dilemma kennen viele. Ich weiß es sogar. Mir fallen eine ganze Reihe Leute ein, mit denen ich eine Selbsthilfegruppe gründen könnte. Mir fallen aber auch jede Menge Leute ein, die das überhaupt nicht verstehen und beleidigt gucken, wenn ich erzähle, dass mich Aufgaben mit geistigem Anspruch eher langweilen, weil man sich mitunter auch auf Sachen konzentrieren muss, die einen nicht durchweg so brennend interessieren und demzufolge die geistige Freiheit beeinträchtigen. Wenn ich dagegen die leider viel zu seltene Gelegenheit habe, Sachen aufzuräumen, kann ich multitasking-mäßig meine visuelle Virtuosität benutzen, weil Aufräumen ja vor Allem ein optisches Talent voraussetzt. Und da ich davon sowieso jede Menge habe, könnte ich mich zeitgleich auf andere Sachen konzentrieren, die mich interessieren. Träumen, sich Sachen ausdenken, überlegen, was man als Nächstes bloggt. Eine Mailantwort andenken, wieder verwerfen. So Sachen eben. Und während der Geist eine neue visionäre Ordnung erschafft, Ordnung in der materialisierten Welt machen. Sehr befriedigend! Eventuell könnte ich sogar eine Marktlücke bedienen, weil ich eigentlich super viele Leute kenne, die überhaupt nicht gerne aufräumen. Ich räume sogar bei mir selber gerne auf, auch wenn nur ich selber mich dafür lobe. Aber wenn einen andere dafür loben, ist es schon noch toller. Ich finde überhaupt, dass Aufräumen vor allem etwas mit der Idee von einem Gesamtkunstwerk zu tun hat. Ich betrete in aufgeräumter Verfassung eine aufgeräumte Umgebung oder räume sie eben so lange auf, bis die ideale Grundvoraussetzung für die Kür geschaffen wurde. Nach der Pflicht kommt die Kür. Das Sahnehäubchen auf dem Kakao. Auf einem idealen Nährboden kann eine Pflanze wachsen und Blüten entfalten. Bis zur Ekstase. Das ist das Ziel. Im Grunde religiös. Um meine radikale Vorgehensweise in Sachen Ordnung besser zu kommunizieren, habe ich unlängst den Begriff Akten-Yoga kreiert. Interessanterweise hat bis jetzt jeder geguckt, als ob es verständlich wäre. Ich mache zwar kein Yoga und meditiere nicht, sorge aber in profanen Situationen für meditative Zustände. Klare Flächen, ich brauche klare Flächen. Interessant finde ich, dass die systematische Umsetzung von dieser Idee, immerzu Neugier weckt. Das muss irgendetwas mit Wellness zu tun haben, schätze ich. Fragen Sie Frau Nielsen! Ich bleibe dran.
09. Dezember 2013
Mais non. Heute Abend im Tatort, das war nicht Margot Werner, Gott hab sie selig. Padam padam padam… das war und ist Zazie de Paris. Aber schon Ähnlichkeit. Fällt mir jetzt erst im Nachhinein auf, gar nicht als ich sie traf. Jan hat Zazie oft fotografiert, deshalb kam sie auch zu seiner Ausstellung, damals Zweitausendacht bei Niedersätz. Gibt es auch schon lange nicht mehr, diese kleine Galerie in der Passage in der Fasanenstraße.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=138195
07. Dezember 2013

Erster Schnee. Heute hat es zum ersten mal geschneit in Berlin. Aber erst am frühen Abend. In nur zwei Wochen ist schon wieder Wintersonnwende. Dann werden die Tage wieder länger. Ganz bald. Aus der Küche höre ich, wie mein Süppchen kocht und ab und zu überschwappt, ich muss mal den Deckel runternehmen. Fünf große Karotten, eine große Knoblauchzehe, Salz und eine kleingeschnippelte, kleine Ingwerknolle köcheln vor sich hin. Wenn die Karotten durch sind, zerdrücke ich sie mit dem Kartoffelstampfer und mache ein bißchen Butter und saure Sahne dran. Bei Aldi gibt es gerade frischen Ingwer. Habe ich vorhin gekauft. Und einen Heizungsentlüftungsschlüssel aus dem Obi-Baumarkt in der Voltastraße. Ich habe die Heizkörper immer mit der Stahlkante von meinem Famos-Gemüse-Sparschäler entlüftet, das hat aber dazu geführt, dass die Vierkantschraube an manchen Ecken so abgerundet worden ist, durch den einseitigen Druck, dass der Sparschäler nicht mehr greift. Nun habe ich also einen echten Heizungsentlüftungsschlüssel und bin sehr froh, dass er einwandfrei funktioniert und die lädierten Schrauben in den Griff kriegt. Außerdem war ich bei Kaisers, wegen Weißwein. Die Wohnung ist schön warm, ich werde sie in den nächsten zwei Tagen nicht mehr verlassen. Warmer Geheimtipp gegen Erkältung!
07. Dezember 2013

Erster Schnee. Heute hat es zum ersten mal geschneit in Berlin. Aber erst am frühen Abend. In nur zwei Wochen ist schon wieder Wintersonnwende. Dann werden die Tage wieder länger. Ganz bald. Aus der Küche höre ich, wie mein Süppchen kocht und ab und zu überschwappt, ich muss mal den Deckel runternehmen. Fünf große Karotten, eine große Knoblauchzehe, Salz und eine kleingeschnippelte, kleine Ingwerknolle köcheln vor sich hin. Wenn die Karotten durch sind, zerdrücke ich sie mit dem Kartoffelstampfer und mache ein bißchen Butter und saure Sahne dran. Bei Aldi gibt es gerade frischen Ingwer. Habe ich vorhin gekauft. Und einen Heizungsentlüftungsschlüssel aus dem Obi-Baumarkt in der Voltastraße. Ich habe die Heizkörper immer mit der Stahlkante von meinem Famos-Gemüse-Sparschäler entlüftet, das hat aber dazu geführt, dass die Vierkantschraube an manchen Ecken so abgerundet worden ist, durch den einseitigen Druck, dass der Sparschäler nicht mehr greift. Nun habe ich also einen echten Heizungsentlüftungsschlüssel und bin sehr froh, dass er einwandfrei funktioniert und die lädierten Schrauben in den Griff kriegt. Außerdem war ich bei Kaisers, wegen Weißwein. Die Wohnung ist schön warm, ich werde sie in den nächsten zwei Tagen nicht mehr verlassen. Warmer Geheimtipp gegen Erkältung!
01. Dezember 2013

Eintrag ins Logbuch. Erster Dezember 2013. Zwanzig Uhr einundvierzig. Gaga Nielsen sitzt in halber Hocke auf ihrem Bodenkissen und tippt. Im Hintergund läuft Konservenmusik im Zufallsabspielmodus. Gaga Nielsen hat gerade eine Mail geschrieben, in der sie Sachen fragt. Womöglich heikle Sachen fragt. Das ist gar nicht so beabsichtigt. Gaga Nielsen ist einfach manchmal unwahrscheinlich neugierig. Gaga Nielsen weiß gerade gar nicht so genau, wo sie selber steht. Auf jeden Fall aber ganz woanders als vor zwei oder zwölf oder zweiundzwanzig Jahren. Oder zweiunddreißig. Oder zweiundvierzig Jahren. Was war vor zweiundvierzig Jahren? Ich war sechseinviertel. Und – Moment ich gucke in meiner Vita nach – Neunzehnhunderteinundsiebzig – Fahrradfahren ohne Stützräder gelernt. Daniel Gérard und sein Butterfly-Lied angehimmelt. Und Chris Roberts. Und George Harrison mit seinem „My Sweet Lord“-Lied. So war das also. Und was habe ich zweiundvierzig Jahre später gelernt? Hmh. Die Hand reichen. Verzeihen. Dankbarkeit für Gesundheit, noch mehr als sowieso schon. Dankbarkeit für Sachen, die ich durch Begegnungen gelernt habe, wenn sie in der Vergangenheit auch mit schmerzhaften Erfahrungen einhergingen. Aber das schmälert die Bereicherung nicht. Die Wunden aufgrund der anderen Dinge sind eine andere Baustelle. In der Mail ging es auch um Baustellen. Dinge, die man angefangen hat und nicht zu Ende gebracht. Und ich behauptete, dass das sehr verzeihlich sei, weil es auch bedeutet, sich einzugestehen, dass sich etwas überlebt hat. Wie zum Beispiel diese Vita, die ich nur bis zum Jahr 1987 schrieb. Einige wissen, weshalb es dann abbrach. Ich brachte es nicht übers Herz, über den Unfalltod meines Bruders hinwegzuschreiben. Ich war wie gelähmt. Und auch wollte ich die Serie verunglückter Liebesgeschichten nicht fortführen müssen. Andere hätte ich nicht parat gehabt. Und die zumindest eine Weile geglückten wären so viel später gekommen. Also blieb es dabei. Ich bedauere das nicht. Denn es geht ja nur um diese paar Jahre zwischen 1987 und 2003, wo niemand, der nicht beteiligt war, weiß was im Einzelnen geschah. Aber noch ist ja nicht aller Tage Abend. Jetzt wird ja auch noch gelebt. Ich muss auch erstmal an den Punkt kommen, wo ich mir selber diese fehlenden Geschichten erzählen möchte. Später mal, oder von Zeit zu Zeit, wenn ich wider Erwarten nostalgisch werden sollte. Oder mir über irgendetwas aus dieser Zeit klarer werden muss. So wie es kommt.

01. Dezember 2013

Eintrag ins Logbuch. Erster Dezember 2013. Zwanzig Uhr einundvierzig. Gaga Nielsen sitzt in halber Hocke auf ihrem Bodenkissen und tippt. Im Hintergund läuft Konservenmusik im Zufallsabspielmodus. Gaga Nielsen hat gerade eine Mail geschrieben, in der sie Sachen fragt. Womöglich heikle Sachen fragt. Das ist gar nicht so beabsichtigt. Gaga Nielsen ist einfach manchmal unwahrscheinlich neugierig. Gaga Nielsen weiß gerade gar nicht so genau, wo sie selber steht. Auf jeden Fall aber ganz woanders als vor zwei oder zwölf oder zweiundzwanzig Jahren. Oder zweiunddreißig. Oder zweiundvierzig Jahren. Was war vor zweiundvierzig Jahren? Ich war sechseinviertel. Und – Moment ich gucke in meiner Vita nach – Neunzehnhunderteinundsiebzig – Fahrradfahren ohne Stützräder gelernt. Daniel Gérard und sein Butterfly-Lied angehimmelt. Und Chris Roberts. Und George Harrison mit seinem „My Sweet Lord“-Lied. So war das also. Und was habe ich zweiundvierzig Jahre später gelernt? Hmh. Die Hand reichen. Verzeihen. Dankbarkeit für Gesundheit, noch mehr als sowieso schon. Dankbarkeit für Sachen, die ich durch Begegnungen gelernt habe, wenn sie in der Vergangenheit auch mit schmerzhaften Erfahrungen einhergingen. Aber das schmälert die Bereicherung nicht. Die Wunden aufgrund der anderen Dinge sind eine andere Baustelle. In der Mail ging es auch um Baustellen. Dinge, die man angefangen hat und nicht zu Ende gebracht. Und ich behauptete, dass das sehr verzeihlich sei, weil es auch bedeutet, sich einzugestehen, dass sich etwas überlebt hat. Wie zum Beispiel diese Vita, die ich nur bis zum Jahr 1987 schrieb. Einige wissen, weshalb es dann abbrach. Ich brachte es nicht übers Herz, über den Unfalltod meines Bruders hinwegzuschreiben. Ich war wie gelähmt. Und auch wollte ich die Serie verunglückter Liebesgeschichten nicht fortführen müssen. Andere hätte ich nicht parat gehabt. Und die zumindest eine Weile geglückten wären so viel später gekommen. Also blieb es dabei. Ich bedauere das nicht. Denn es geht ja nur um diese paar Jahre zwischen 1987 und 2003, wo niemand, der nicht beteiligt war, weiß was im Einzelnen geschah. Aber noch ist ja nicht aller Tage Abend. Jetzt wird ja auch noch gelebt. Ich muss auch erstmal an den Punkt kommen, wo ich mir selber diese fehlenden Geschichten erzählen möchte. Später mal, oder von Zeit zu Zeit, wenn ich wider Erwarten nostalgisch werden sollte. Oder mir über irgendetwas aus dieser Zeit klarer werden muss. So wie es kommt.

29. November 2013
Es ist nach Mitternacht. Ich spüre einen Drang zu bloggen, habe jedoch keinerlei Mitteilung zu machen. Irgendwie unangenehm. Wahrscheinlich bin ich einfach bei der Auswahl des Sujets, wie wir Spitzen-Profischreiber gerne sagen, zu anspruchsvoll. Was hindert mich eigentlich, hier zu vermerken, dass – zum Beispiel – gestern gegen ca. 17:00 Uhr mein Stolz verletzt wurde, durch eine völlig unangemessene Beurteilung, in der kaum ein Superlativ vorgekommen ist, hier und da mal ein warmes Wort, keine nennenswerte Kritik, da es ja auch an Substanz dafür fehlt, hier und da „über den Anforderungen“, aber nicht in komplett spektakulärem Ausmaß. Natürlich anders formuliert, aber ich wusste die nebulösen Adjektive schon zu deuten. Diese Schieflage der Betrachtung führte zwangsläufig dazu, dass ich meinem Gegenüber attestieren musste, dass seine Beurteilungskompetenz unterhalb von 100 Prozent, nämlich bei 75 liegt. Aber ansonsten kriegt er gerne von mir 125, wie ich ihm – ich möchte jetzt nicht sagen gönnerhaft – aber wohlwollend mitteilte. Er sieht recht gut aus und hat Umgangsformen und ist eigentlich normalerweise ganz scharfsinnig. Aber was die Einschätzung von mir angeht, muss er noch Schularbeiten machen. Na ja. Gut. Schön, dass wir mal drüber gesprochen haben. Eintrag für meinen privateren Kalender.
29. November 2013
Es ist nach Mitternacht. Ich spüre einen Drang zu bloggen, habe jedoch keinerlei Mitteilung zu machen. Irgendwie unangenehm. Wahrscheinlich bin ich einfach bei der Auswahl des Sujets, wie wir Spitzen-Profischreiber gerne sagen, zu anspruchsvoll. Was hindert mich eigentlich, hier zu vermerken, dass – zum Beispiel – gestern gegen ca. 17:00 Uhr mein Stolz verletzt wurde, durch eine völlig unangemessene Beurteilung, in der kaum ein Superlativ vorgekommen ist, hier und da mal ein warmes Wort, keine nennenswerte Kritik, da es ja auch an Substanz dafür fehlt, hier und da „über den Anforderungen“, aber nicht in komplett spektakulärem Ausmaß. Natürlich anders formuliert, aber ich wusste die nebulösen Adjektive schon zu deuten. Diese Schieflage der Betrachtung führte zwangsläufig dazu, dass ich meinem Gegenüber attestieren musste, dass seine Beurteilungskompetenz unterhalb von 100 Prozent, nämlich bei 75 liegt. Aber ansonsten kriegt er gerne von mir 125, wie ich ihm – ich möchte jetzt nicht sagen gönnerhaft – aber wohlwollend mitteilte. Er sieht recht gut aus und hat Umgangsformen und ist eigentlich normalerweise ganz scharfsinnig. Aber was die Einschätzung von mir angeht, muss er noch Schularbeiten machen. Na ja. Gut. Schön, dass wir mal drüber gesprochen haben. Eintrag für meinen privateren Kalender.
27. November 2013

Identifikation. Nein, nicht Hilma af Klint. Kennen Sie das, sich anhand einer Abbildung, einer Fotografie von sich selbst, tiefgreifend zu identifizieren? Ich hoffe es für Sie, für jeden, in diesem exzessiv fotografisch dokumentierenden Zeitalter. Obwohl die Auswahl in meinem besonderen Fall immens ist, ist es gar nicht so leicht, unter den vielen Bildern so schnell diejenigen zu finden, die ich als vergleichsweise umfassend empfinde. Immer bleiben Aspekte offen, die dann separat abgehandelt werden müssen, zu anderer Stunde, anderen Zeiten. Aber wenn es ab und zu ein seltenes Bild gibt, das den selbst empfundenen Kern trifft, ist das auch für jemanden, der viele Aufnahmen von sich im Archiv hat, besonders. Ich konnte das Bild nicht direkt über das Just do it-Zitat von Schlöndorff kleben, das wäre unangemessen. Aber so alleine, kann man mal ein Bild einkleben. So alt ist es noch nicht. Vom ersten September in diesem Jahr. Aber jetzt endlich schlafen.
27. November 2013
(…) Am nächsten Tag traf ich Louis Malle, einen weiteren Exilanten, bei seiner neuen Frau Candice Bergen am Central Park Süd. Ich genoss den grandiosen Blick auf die Stadt und erzählte, wie wohl ich mich in New York fühlte… Die Arbeit in Amerika sei gut für mich. Ich versuchte gar nicht, mich zu assimilieren, wie damals in Frankreich. Das brauchte man in Amerika nicht. Mir genügten die Möglichkeiten, die sich einem Profi bieten. Einfach Regisseur sein. Just do it, nichts habe mir so geholfen, wie dieser einfache Satz. Endlich die Zweifel überwinden. Arthur Miller hatte mir einmal gesagt, er habe überhaupt erst in Michigan, beim Studium an der Uni im Midwesten, das Wort probably gehört. In Brooklyn hatte es das nicht gegeben, Zweifel konnte man sich da nicht leisten. Alles war affirmativ. So wollte auch ich werden, indem ich hier arbeitete. Volker Schlöndorff, Licht, Schatten und Bewegung
23. November 2013

Ich war mir, bis eben jetzt, sehr unsicher, ob ich diese Bilder, die ich sechseinhalb Jahre, nachdem sie entstanden sind, um sie für mich zu bewahren, hochgeladen habe, durch einen Blogeintrag ins Licht rücken sollte. Ich mag die Bilder, sogar sehr. Sie stammen von der Hamburger Fotografin Kerstin Schlitter, die vor einigen Jahren starb, wir hatten uns nur einmal getroffen. Sie hatte die Bilder bei sich diskret verlinkt, so dass sie nur von jemandem betrachtet werden konnten, der den direkten Link dazu hatte. Nicht in der Reihe der sonst von ihr portraitierten Personen zu finden. Mir schien es doch ein bißchen schade, fand es damals schon. Sie machte diese Bilder mit einer digitalen Kamera, mit der sie sich nicht so souverän fühlte, wie mit ihren analogen Fotoapparaten. Die Aufnahmen entstanden in der Charlottenburger Galerie Camera Work. Peter Lindbergh hatte damals eine kleine Retrospektive in der Galerie. Die Bilder von Keith Richards dominierten den ganzen Raum, ich war hin und weg. Das vertraute, verknautschte Gesicht von Keith machte den Raum für mich sofort zum Wohnzimmer. Eigentlich ist es alles andere als erwünscht, dort zu fotografieren, aber wir machten es vielleicht so arglos und spielerisch, in einer Selbstverständlichkeit, dass die Galeristin, die unser Tun zuletzt dann doch registrierte, nicht mahnend Einhalt gebot. Im Juli Zweitausendsieben war das. Kerstin hatte noch andere, analoge Bilder von mir gemacht, als wir draußen waren, in einem wilden Gelände und später in meinem Atelier, wo ich ihr etwas erzählte, das mich damals tief bewegte und stellenweise zum Weinen brachte. Das waren die Bilder, die sie als „die Bilder“ von mir betrachtete. Doch ich enttäuschte sie mit meiner Reaktion, auf die analogen Aufnahmen, die mich in einem harten Licht in Momenten erinnerter Verletzung zeigten. So nackt, dass ich es in einer guten Phase meines inneren Heilungsprozesses als unverhältnismäßige, ausschließliche Beschwörung der Verletzung empfand. Doch diese schwerelosen Bilder, die sie so beiläufig, ohne besonderen Ehrgeiz knipste, die liebte ich. Denn das war meine Gegenwart. Repräsentativ für den Zustand meiner Befindlichkeit. Unser Kontakt brach dann ihrerseits einsilbig ab, da sie damit nicht zurechtkam, dass ich die für mich heillosen Aufnahmen eines minutenweisen Aufgelöstseins nicht in der Öffentlichkeit sehen wollte, sie nicht dafür loben konnte. Aber dennoch erinnere ich diesen ganzen Tag gerne, zu dem sie extra aus Hamburg nach Berlin gereist war, als wir uns einmal und nie wieder trafen. Danke für diese Bilder und all deine Mühe, Kerstin.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=124984
24. November 2013

Ein bißchen wie im Leerlauf. Der Geist dreht Kreise, aber findet nicht den entscheidenden Punkt, um in einen Gang zu schalten und zur Handlung überzugehen. Mit Handlung ist in diesem Fall bereits gemeint, Worte zu schreiben. Schaue nach links, nach rechts, nach oben, nach unten, vorwärts, rückwärts. Auch so eine Manie, sich auf Dynamik zu fixieren, immer etwas vorantreiben zu wollen. Andererseits, man ist nicht als Amöbe inkarniert. Die Existenz in Fleisch und Blut und Knochen drängt nach Bewegung. Und sei es nur der des unruhigen Geistes. Ich habe am Donnerstag nach 22 Uhr eine Mail bekommen, die ich in eine Textdatei kopiert habe. Schriftgröße 9 Punkte, Verdana. Absatzformat 1,5 Zeilen. Linker und rechter Seitenrand 2,5 cm. Rand oben und unten 2 cm. Ergibt 55 DIN A 4-Seiten. Es handelt sich um keinen Text, der aus einer anderen Quelle kopiert wurde. Es ist eine an mich gerichtete Mail-Antwort. Einige Zeilen sind als Zitate einiger von mir vor drei bis vier Monaten vorangegangenen Mitteilungen eingefügt. Meine Zitate nehmen ungefähr nur zwei bis fünf Zeilen pro Seite ein. Normalerweise kopiere ich keine Mail-Inhalte in Textdateien. Ich merkte aber recht schnell, dass es mir zu anstrengend sein würde, diese fünfundfünzig DIN A 4-Seiten innerhalb des gmx-Accounts zu lesen, mit dem flimmernden Layout links und rechts und oben und unten. Ich änderte sogar die Hintergrundfarbe der Textdatei von hartem Weiß zu einem zarten Elfenbeinton. Bis es mir angenehm war. Ich hatte alle anderen Anwendungen geschlossen. Firefox, Dateiverwaltung. Geöffnet war nur noch die Textdatei in einem schmaler aufgezogenen Fenster, so dass ich es als schmalere Spalte besser lesen konnte. Hinter dem hellen Fenster mit dem langen Text war nur noch das satte Schwarz meines Desktops, auf dem sich keinerlei Anwendungssymbole befinden, nur in der Mitte mein dunkelgraues Logo. Und das war nun verdeckt vom Textfenster. Ich las ungefähr dreieinhalb Stunden am Stück, von 23 Uhr bis ungefähr halbdrei. Unterbrochen nur von zwei- dreimal ins Bad gehen und Klopapier abreißen. Ich hatte nicht den Nerv nach einem Tempotaschentuch zu fischen, obwohl ich weiß, wo sie liegen, griffbereit. Inzwischen habe ich eine Zwischenbotschaft durch meine persönliche Assistentin übermitteln lassen, die den Eingang der Mitteilung bestätigte. Das war am Freitag Vormittag. Sie erklärte meine Unfähigkeit einer persönlichen Eingangsbestätigung durch mich selbst, mit einer leichten Unpässlichkeit von Frau Nielsen, aufgrund der nächtlichen Lektüre. Am Tag darauf, gestern, war Frau Nielsen wieder einigermaßen erholt und in der Lage persönlich mitzuteilen, dass sie sich angesichts der Fülle und der Dichte des Mitgeteilten nicht so recht in der Lage sieht, sich im Handumdrehen eingehend dazu zu äußern, weil eine Würdigung nach einem angemessenen Format verlangt. Und da stehe ich jetzt. Ich weiß nicht, ob ich zuerst den Text einmal kopieren soll und alle Passagen löschen, zu denen ich nichts anmerken will, so dass nur die übrig bleiben, die ich noch einmal aufgreifen will. Es werden ja eigentlich so gut wie keine Fragen gestellt, in all den Zeilen. Es wird einfach erzählt, erklärt. Doch manchmal gingen mir beim Lesen kleine Fragen durch den Kopf. Die könnte ich stellen. Allerdings fürchte ich fast, dass meine Art zu fragen, in fragile Bereiche dringt. Das ist mein besonderes Talent. Immer ins Schwarze. Das ist auch so ein Eintrag, den man gar nicht kommentieren kann. Ich würde so einen Eintrag lesen, zur Kenntnis nehmen und gespannt gucken, ob in einem nächsten Eintrag irgendeine erhellende Neugigkeit als Fortsetzung kommt. Das also beschäftigt mich seit gut drei Tagen.
23. November 2013

Ich war mir, bis eben jetzt, sehr unsicher, ob ich diese Bilder, die ich sechseinhalb Jahre, nachdem sie entstanden sind, um sie für mich zu bewahren, hochgeladen habe, durch einen Blogeintrag ins Licht rücken sollte. Ich mag die Bilder, sogar sehr. Sie stammen von der Hamburger Fotografin Kerstin Schlitter, die vor einigen Jahren starb, wir hatten uns nur einmal getroffen. Sie hatte die Bilder bei sich diskret verlinkt, so dass sie nur von jemandem betrachtet werden konnten, der den direkten Link dazu hatte. Nicht in der Reihe der sonst von ihr portraitierten Personen zu finden. Mir schien es doch ein bißchen schade, fand es damals schon. Sie machte diese Bilder mit einer digitalen Kamera, mit der sie sich nicht so souverän fühlte, wie mit ihren analogen Fotoapparaten. Die Aufnahmen entstanden in der Charlottenburger Galerie Camera Work. Peter Lindbergh hatte damals eine kleine Retrospektive in der Galerie. Die Bilder von Keith Richards dominierten den ganzen Raum, ich war hin und weg. Das vertraute, verknautschte Gesicht von Keith machte den Raum für mich sofort zum Wohnzimmer. Eigentlich ist es alles andere als erwünscht, dort zu fotografieren, aber wir machten es vielleicht so arglos und spielerisch, in einer Selbstverständlichkeit, dass die Galeristin, die unser Tun zuletzt dann doch registrierte, nicht mahnend Einhalt gebot. Im Juli Zweitausendsieben war das. Kerstin hatte noch andere, analoge Bilder von mir gemacht, als wir draußen waren, in einem wilden Gelände und später in meinem Atelier, wo ich ihr etwas erzählte, das mich damals tief bewegte und stellenweise zum Weinen brachte. Das waren die Bilder, die sie als „die Bilder“ von mir betrachtete. Doch ich enttäuschte sie mit meiner Reaktion, auf die analogen Aufnahmen, die mich in einem harten Licht in Momenten erinnerter Verletzung zeigten. So nackt, dass ich es in einer guten Phase meines inneren Heilungsprozesses als unverhältnismäßige, ausschließliche Beschwörung der Verletzung empfand. Doch diese schwerelosen Bilder, die sie so beiläufig, ohne besonderen Ehrgeiz knipste, die liebte ich. Denn das war meine Gegenwart. Repräsentativ für den Zustand meiner Befindlichkeit. Unser Kontakt brach dann ihrerseits einsilbig ab, da sie damit nicht zurechtkam, dass ich die für mich heillosen Aufnahmen eines minutenweisen Aufgelöstseins nicht in der Öffentlichkeit sehen wollte, sie nicht dafür loben konnte. Aber dennoch erinnere ich diesen ganzen Tag gerne, zu dem sie extra aus Hamburg nach Berlin gereist war, als wir uns einmal und nie wieder trafen. Danke für diese Bilder und all deine Mühe, Kerstin.
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17. November 2013

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Zur Retrospektive. Zum hundertsten Geburtstag. Zur Ausstellung.
„Der Geist ist androgyn. Meret Oppenheim war im Paris der dreißiger Jahre ein junger Star der Surrealisten und wurde eine große Künstlerin. Zum 100. Geburtstag widmet ihr Berlin eine herrliche Werkschau.“
Die Zeit, 21. August 2013
Liebling I
Liebling II
Liebling III
[ u.v.m. ]
16. November 2013

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HERBST in Bäumen – Herbst in den Blättern – Herbst in den Haaren.
13. November 2013
13. November 2013
08. November 2013
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„(…) Ich kann dir gar nicht sagen, wie oft ich die Projektdatei vor mir hatte, und dann wieder abbrach, auf eine meiner beiden externen Festplatten speicherte, um irgendwann weiter zu machen, wenn es mir nicht wie ein unüberwindbarer Berg schiene. Die Bühne der Disharmonie, du am Rosa-Luxemburg-Platz, im Taxi zu Neil Young, bei dir daheim… am Boxi, im Hanffeld, die kleine Kirche neben dem Rückerthaus, die Felder und der Schotterhügel und der Himmel von Gerbrunn
„Unter Hügeln und am Meer, harren Trümmer uns zu lehren, dass die Zeit in Kreisen mäht, alles Irdische vergeht…“
Diese Zeile sagt mehr, als ich je dazu in Worte fassen könnte.
Vor einer Stunde, am 7. November 2013 habe ich den letzten Schnitt gesetzt. Mir war das Herz oft schwer, in den letzten drei Jahren, und wenn ich die Bilder sehe, erinnere ich mich daran, auch daran, aber vor allem an alles, was schön war. Und leicht. Und kostbar. Und ewig. Und bleibt.“
(Fragm. Mail 8. November 2013)
05. November 2013

Nachdem die Sache mit dem tollen Kunstschatz in München aufgeflogen ist, werden die Ermittler sicher auch bald ihre Spurensuche in Berlin fortsetzen, wo auch noch jede Menge Meisterwerke gebunkert sind. Ich hätte da auch einen Hinweis. Gucken Sie mal bitte demnächst unter der Adresse Bussardsteig 9 in Berlin Dahlem. Am kommenden Sonntag gegen 11:30 Uhr ist dort die Übergabe eines echten Kirchners von 1918 geplant. Sie wissen schon, Ernst Ludwig Kirchner, von dem ist ja auch ein Werk in der Lotterbude in München gefunden worden, nämlich das melancholische Mädchen. Ein tolles Bild – zum Glück – nicht repräsentativ für den Fund der mittlerweile durchgezählten 1.406 Werke. Nun habe ich zwar nur Kunstgeschichte im Wohnzimmer studiert, aber wenn schon im Wikipedia-Eintrag zu Kirchner nachzulesen ist, dass sein Bild „Berliner Straßenszene“ nach der Rückgabe durch Berlin an die rechtmäßige Erbin, am 8. November 2006 bei Christie’s in New York für über 30 Millionen € an die „Neue Galerie“ in New York versteigert wurde, scheint mir die Schätzung „Wert ca. eine Milliarde €“ für 1.406 Bilder etwas schlank bemessen. Wir reden hier wohlgemerkt vom Ertrag eines einzigen Gemäldes von Kirchner. 30 Millionen Euro. Ich freue mich. Posthum. Für ihn. Der wunderbare Kirchner hat sich ja leider ins Herz geschossen, nachdem seine Kunst in seinem Heimatland der’art‘ entwertet wurde. Und deswegen schauen Sie bitte bei nächster Gelegenheit mal zum Bussardsteig 9. Da sind nämlich ganz viele großartige entartete Bilder. Ich will überhaupt nur noch entartete Bilder sehen. Der andere artige Quatsch kann meinethalben in Münchner Rentnerbuden verstauben und in zweitausend Jahren entdeckt werden. Ansonsten haben Sie bitte Verständnis, dass ich jetzt erst so dezidiert von der Entdeckung am Bussardsteig berichte. Die Ermittlungen haben eben so lange gedauert und halten natürlich noch an. Einige handverlesene Leser meines Ermittlerblogs wurden bereits vorab am 29. Oktober 2007 von mir informiert. Die letzten sechs Jahre war ich dann vollauf beschäftigt, die Eigentumsverhältnisse zu klären, was natürlich unheimlich schwierig ist. Zum Beispiel hätte ich natürlich Fotos von allen Meisterwerken vom Bussardsteig einstellen können und Betreffende um Meldung bitten können, die Verdachtsmomente haben, dass es sich um verschollenes Familienerbe handeln könnte. Aber denken Sie sich nur, wie es dann in meinem Postfach ausgeschaut hätte. Von überall in der Welt, wohin diese Leute eben damals emigriert sind, hätte ich Post bekommen, weil irgendwer meint, irgendetwas erkannt zu haben. Mein armes gmx-Postfach wäre sofort total überfüllt gewesen! Die hätten dann noch alle Bild-Anhänge mitgeschickt, mit einem oder mehreren Fotos, wo man vielleicht auf alten Schwarzweiß-Aufnahmen eine Familienfeier sieht, und im Hintergrund eine Wand mit einem verschwommenen Gemälde drauf. Das wäre mir einfach über den Kopf gewachsen. Sicher mögen in den letzten sechs Jahren die einen oder anderen Nachkommen der ehemaligen Besitzer den Gang alles Sterblichen gegangen sein, aber so ein Bild hätte sie letzten Endes (haha, zwinker) auf ihre letzten Tage wahrscheinlich auch nicht mehr retten können. Das nur als Erklärung, wieso es eben seine Zeit braucht, bis man so eine Entdeckung der Öffentlichkeit präsentieren kann. Ich hoffe, Sie sind mit dieser Antwort nun ruhig gestellt und suchen nicht weiter das Haar in der Suppe von dieser Geschichte da unten in München! Was mich in dem Zusammenhang viel mehr beschäftigt ist, wieviele qm und Zimmer die Wohnung in München eigentlich hat. Diese wichtige Angabe habe ich noch nirgendwo ermitteln können. Wenn Sie also sachdienliche Hinweise hierzu haben, bitte in das Kommentarfeld.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=124984
05. November 2013

Nachdem die Sache mit dem tollen Kunstschatz in München aufgeflogen ist, werden die Ermittler sicher auch bald ihre Spurensuche in Berlin fortsetzen, wo auch noch jede Menge Meisterwerke gebunkert sind. Ich hätte da auch einen Hinweis. Gucken Sie mal bitte demnächst unter der Adresse Bussardsteig 9 in Berlin Dahlem. Am kommenden Sonntag gegen 11:30 Uhr ist dort die Übergabe eines echten Kirchners von 1918 geplant. Sie wissen schon, Ernst Ludwig Kirchner, von dem ist ja auch ein Werk in der Lotterbude in München gefunden worden, nämlich das melancholische Mädchen. Ein tolles Bild – zum Glück – nicht repräsentativ für den Fund der mittlerweile durchgezählten 1.406 Werke. Nun habe ich zwar nur Kunstgeschichte im Wohnzimmer studiert, aber wenn schon im Wikipedia-Eintrag zu Kirchner nachzulesen ist, dass sein Bild „Berliner Straßenszene“ nach der Rückgabe durch Berlin an die rechtmäßige Erbin, am 8. November 2006 bei Christie’s in New York für über 30 Millionen € an die „Neue Galerie“ in New York versteigert wurde, scheint mir die Schätzung „Wert ca. eine Milliarde €“ für 1.406 Bilder etwas schlank bemessen. Wir reden hier wohlgemerkt vom Ertrag eines einzigen Gemäldes von Kirchner. 30 Millionen Euro. Ich freue mich. Posthum. Für ihn. Der wunderbare Kirchner hat sich ja leider ins Herz geschossen, nachdem seine Kunst in seinem Heimatland der’art‘ entwertet wurde. Und deswegen schauen Sie bitte bei nächster Gelegenheit mal zum Bussardsteig 9. Da sind nämlich ganz viele großartige entartete Bilder. Ich will überhaupt nur noch entartete Bilder sehen. Der andere artige Quatsch kann meinethalben in Münchner Rentnerbuden verstauben und in zweitausend Jahren entdeckt werden. Ansonsten haben Sie bitte Verständnis, dass ich jetzt erst so dezidiert von der Entdeckung am Bussardsteig berichte. Die Ermittlungen haben eben so lange gedauert und halten natürlich noch an. Einige handverlesene Leser meines Ermittlerblogs wurden bereits vorab am 29. Oktober 2007 von mir informiert. Die letzten sechs Jahre war ich dann vollauf beschäftigt, die Eigentumsverhältnisse zu klären, was natürlich unheimlich schwierig ist. Zum Beispiel hätte ich natürlich Fotos von allen Meisterwerken vom Bussardsteig einstellen können und Betreffende um Meldung bitten können, die Verdachtsmomente haben, dass es sich um verschollenes Familienerbe handeln könnte. Aber denken Sie sich nur, wie es dann in meinem Postfach ausgeschaut hätte. Von überall in der Welt, wohin diese Leute eben damals emigriert sind, hätte ich Post bekommen, weil irgendwer meint, irgendetwas erkannt zu haben. Mein armes gmx-Postfach wäre sofort total überfüllt gewesen! Die hätten dann noch alle Bild-Anhänge mitgeschickt, mit einem oder mehreren Fotos, wo man vielleicht auf alten Schwarzweiß-Aufnahmen eine Familienfeier sieht, und im Hintergrund eine Wand mit einem verschwommenen Gemälde drauf. Das wäre mir einfach über den Kopf gewachsen. Sicher mögen in den letzten sechs Jahren die einen oder anderen Nachkommen der ehemaligen Besitzer den Gang alles Sterblichen gegangen sein, aber so ein Bild hätte sie letzten Endes (haha, zwinker) auf ihre letzten Tage wahrscheinlich auch nicht mehr retten können. Das nur als Erklärung, wieso es eben seine Zeit braucht, bis man so eine Entdeckung der Öffentlichkeit präsentieren kann. Ich hoffe, Sie sind mit dieser Antwort nun ruhig gestellt und suchen nicht weiter das Haar in der Suppe von dieser Geschichte da unten in München! Was mich in dem Zusammenhang viel mehr beschäftigt ist, wieviele qm und Zimmer die Wohnung in München eigentlich hat. Diese wichtige Angabe habe ich noch nirgendwo ermitteln können. Wenn Sie also sachdienliche Hinweise hierzu haben, bitte in das Kommentarfeld.
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04. November 2013
02. November 2013
02. November 2013
J’adore… Dior
30. Oktober 2013


Ja. Ewig neu und jung. Das wäre schön. Aber wir werden alle sterben. Doch jetzt sind wir da und es liegt an uns. Ich bin ewig neu und jung. Hier und jetzt. Und du. Du, Cosmic. Und du, Lesende. Und du Lesender. Wir alle. Wenn wir es wollen. Und wenn nicht, auch gut. Es gab eine Phase, wo ich gerne für älter gehalten werden wollte. Dann gab es eine Zeit, als es mir egal war, vielleicht, weil ich zwar manchmal für annähernd so alt, wie ich war, gehalten wurde, aber nie älter, eher jünger. Jetzt habe ich das Gefühl von Irritation. Unausgesprochen. Aber gepaart mit Faszination. Wahrscheinlich ein ähnliches Empfinden, das ich mir selbst entgegenbringe. Ich fühle mich innerlich nicht alterslos, aber irgendwo mäandernd zwischen sieben, elf, vierzehn, fünfzehn, siebzehn, zwanzig, dreissig, fünfunddreissig, vierzig, zweiundvierzig, siebenundvierzig und achtundvierzig. Und fünfzig macht mir keine Angst, überhaupt nicht. Das einzige, was ich blöd und schade fände, wäre, wenn mir die göttliche Kraft trotz aller Bemühungen, einen unberechenbar vorzeitigen Strich durch die Rechnung machte. An irgendetwas muss man dann ja auch sterben, eines Tages. Ja, ich denke viel an den frühen Tod von Eugenie. So weit ist man nicht entfernt, von jemandem in den Fünfzigern, Ende Vierzig. Ich will mich weiter bemühen, damit diese schöne Lebenskraft und -freude erhalten bleibt. Denn die habe ich. Dazu muss ich nicht erst ein Damoklesschwert über mir schaukeln sehen. Wie komme ich denn auf all das, heute? Gestern erwähnte ich in meinem Eintrag einige Geburtstage von Menschen, die mir nahe waren. Oder auch sind. In dieser leichtfüßig dargebrachten Reihe war auch Cosmic, der mir ganz sicher auch deshalb nah war (oder ist), weil wir eine Generation sind. Zehn Monate trennen uns, war er vor mir da. Mein Bruder wurde auch, wie er, im Jahr Neunzehnhundertvierundsechzig geboren. Und hatte auch eine Martin (das ist so eine akustische Gitarrenmarke aus Amerika, die auch Neil Young spielt). Und überhaupt. Man sollte sich angewöhnen, möglichst schnell (gleich jetzt, heute, sofort) zu rekapitulieren, was wichtig war, im eigenen Leben. Welche Begegnungen. Sternstunden, Glanzlichter für immer unvergessen bleiben im großen Konzert. Und zwar unabhängig davon, ob die weitere Dramaturgie des Weltenlaufs einem in jeder Hinsicht entgegenkam, die besten Karten zuspielte. Denn zu realisieren, dass man zu bestimmten Zeiten immer wieder auch richtig gute Karten hatte, ist eine schöne, heilsame Erkenntnis. (‚es war nicht alles schlecht‘) Und diese bloße Wahrnehmung ist die nächste gute Karte im großen Spiel. Ein As. Ich weiß, genau, wovon ich rede. Long Speech, no Sense. Lots of Sense. Happy Birthday, Cosmic. Ewig neu und jung. Wie ich dich immer kannte. Dich mir nicht anders denken kann. Hier ist dein Lied. Und meine Bilder. Für immer. Und wieder. Ewig neu und jung.
http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=77473488&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
eWIG NEU UND JUNG
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02. November 2013
Immer noch Licht, Schatten und Bewegung von Schlöndorff. Ich lese langsam. Nein, falsch, nicht langsam, sondern unregelmäßig obwohl sehr interessiert. Gestern Abend das Kapitel über die Dreharbeiten von Mord & Totschlag, den Film habe ich nie gesehen, ja gar nicht seine Existenz realisiert. Mit Anita Pallenberg in der Hauptrolle. Plötzlich erfahre ich von Schlöndorffs Arbeitsbeziehung zu den Stones. Einige Passagen aus seinem Buch sind verstreut auf seiner Seite zu finden. Diese zum Beispiel:
„(…) Aus Eitelkeit oder wirklichem Interesse hatte Brian Jones mich eines Tages gefragt, ob er die Musik zu dem Film machen dürfe. „Und zwar allein, nicht mit den anderen Stones!“ Ein Traumvorschlag – aber es war nicht leicht, die Zustimmung des allmächtigen Agenten der Rolling Stones zu erhalten. (…) Während die Anwälte der Plattenkonzerne sich die Klinke in die Hand gaben und Mr. Klein die Zahlen in immer astronomischere Höhen trieb, versuchte ich ihm zu erklären, was ich da für einen Film mache, low budget, in deutscher Sprache… Als Brian Jones dazukam, erkannte er schnell, dass es wohl mehr um eine Liebhaberei als um Geschäft ging, und unterschrieb eine Aktennotiz. Produzent Rob Houwer, dem ich das Stück Papier nach München brachte, fragt sich heute noch, ob es einen vertraglichen Wert hat. Sogar eine Gage war für den Komponisten ausgemacht, lächerliche tausend Mark, die Brian als ›selbstverdientes Geld‹ höher schätzte als die Millionen seiner Einnahmen als Rolling Stone.
Zwei Monate später, bei den Musikaufnahmen im Olympic Studio, war er leider nur schlecht vorbereitet. Trotz langer Gespräche am Schneidetisch hatte er kaum etwas komponiert und verließ sich aufs Improvisieren mit begabten Musikern wie dem Pianisten Niki Hopkins, dem Drummer Kenney Jones von Small Faces und Gitarrist Jimmy Page. Schließlich erbarmte Keith Richards sich seiner und sprang ein: In einer Nacht nahm er alle fehlenden Stücke auf, und ich kam mit einem Koffer voll Tonbändern zurück in den Schneideraum bei ARRI.“
Volker Schlöndorff, Licht, Schatten und Bewegung
Ich gehe mal einkaufen.
30. Oktober 2013


Ja. Ewig neu und jung. Das wäre schön. Aber wir werden alle sterben. Doch jetzt sind wir da und es liegt an uns. Ich bin ewig neu und jung. Hier und jetzt. Und du. Du, Cosmic. Und du, Lesende. Und du Lesender. Wir alle. Wenn wir es wollen. Und wenn nicht, auch gut. Es gab eine Phase, wo ich gerne für älter gehalten werden wollte. Dann gab es eine Zeit, als es mir egal war, vielleicht, weil ich zwar manchmal für annähernd so alt, wie ich war, gehalten wurde, aber nie älter, eher jünger. Jetzt habe ich das Gefühl von Irritation. Unausgesprochen. Aber gepaart mit Faszination. Wahrscheinlich ein ähnliches Empfinden, das ich mir selbst entgegenbringe. Ich fühle mich innerlich nicht alterslos, aber irgendwo mäandernd zwischen sieben, elf, vierzehn, fünfzehn, siebzehn, zwanzig, dreissig, fünfunddreissig, vierzig, zweiundvierzig, siebenundvierzig und achtundvierzig. Und fünfzig macht mir keine Angst, überhaupt nicht. Das einzige, was ich blöd und schade fände, wäre, wenn mir die göttliche Kraft trotz aller Bemühungen, einen unberechenbar vorzeitigen Strich durch die Rechnung machte. An irgendetwas muss man dann ja auch sterben, eines Tages. Ja, ich denke viel an den frühen Tod von Eugenie. So weit ist man nicht entfernt, von jemandem in den Fünfzigern, Ende Vierzig. Ich will mich weiter bemühen, damit diese schöne Lebenskraft und -freude erhalten bleibt. Denn die habe ich. Dazu muss ich nicht erst ein Damoklesschwert über mir schaukeln sehen. Wie komme ich denn auf all das, heute? Gestern erwähnte ich in meinem Eintrag einige Geburtstage von Menschen, die mir nahe waren. Oder auch sind. In dieser leichtfüßig dargebrachten Reihe war auch Cosmic, der mir ganz sicher auch deshalb nah war (oder ist), weil wir eine Generation sind. Zehn Monate trennen uns, war er vor mir da. Mein Bruder wurde auch, wie er, im Jahr Neunzehnhundertvierundsechzig geboren. Und hatte auch eine Martin (das ist so eine akustische Gitarrenmarke aus Amerika, die auch Neil Young spielt). Und überhaupt. Man sollte sich angewöhnen, möglichst schnell (gleich jetzt, heute, sofort) zu rekapitulieren, was wichtig war, im eigenen Leben. Welche Begegnungen. Sternstunden, Glanzlichter für immer unvergessen bleiben im großen Konzert. Und zwar unabhängig davon, ob die weitere Dramaturgie des Weltenlaufs einem in jeder Hinsicht entgegenkam, die besten Karten zuspielte. Denn zu realisieren, dass man zu bestimmten Zeiten immer wieder auch richtig gute Karten hatte, ist eine schöne, heilsame Erkenntnis. (‚es war nicht alles schlecht‘) Und diese bloße Wahrnehmung ist die nächste gute Karte im großen Spiel. Ein As. Ich weiß, genau, wovon ich rede. Long Speech, no Sense. Lots of Sense. Happy Birthday, Cosmic. Ewig neu und jung. Wie ich dich immer kannte. Dich mir nicht anders denken kann. Hier ist dein Lied. Und meine Bilder. Für immer. Und wieder. Ewig neu und jung.
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eWIG NEU UND JUNG
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29. Oktober 2013
Herzlichen Glückwunsch zum 90. Geburtstag, Funkstunde Berlin!
Ich höre ja leider Gottes nie mehr Radio, außer die Konserven von Bettina Rust auf Radio Eins, wo man schön durchhören kann, ohne Verkehrs- und Wettermeldungen und ohne blöde Nachrichten, die man sowieso schon viel länger aus dem Internet kennt. Also immerhin habe ich aus der Radio-Sendung, die ich gerade als Konserve höre, erfahren, dass heute vor neunzig Jahren in Berlin die erste deutsche Rundfunksendung ausgestrahlt worden ist, die Funkstunde Berlin! Neunzig Jahre ist es her. Komisch eigentlich, dass Radio erst neunzig ist. Viel jünger als Stummfilm, obwohl Stummfilm irgendwie doch viel komplexer und moderner ist! Also nochmal, herzlichen Glückwunsch Funkstunde und Radio! Die heiße Meldung hab ich übrigens aus der Konserve empfangen, die ich gerade im Hintergrund höre, während ich das tippe. Helmut Lehnert war vorgestern zu Gast. Halt auch so ein Berliner Radiomensch. Also von früher. Jetzt macht er seit einer Weile die Bar jeder Vernunft. Gestern hätte ich eigentlich auch einen Geburtstagsglückwunscheintrag posten können, für kid37, aber nicht zum Neunzigsten. Er ist ja noch so jung, erst Siebenundsiebzig, wie er behauptet, aber mir kann man ja alles erzählen. Gestern habe ich also nicht gebloggt, wie man gemerkt hat, aber heute. Vielleicht gibt es morgen wieder einen tollen Geburtstag, von dem ich heute noch nichts weiß. Oder doch – da fällt mir ein – ich weiß doch von einem. Cosmic, an den sich vielleicht noch einige Leser/innen erinnern, hat morgen Geburtstag. Aber übermorgen weiß ich jetzt wirklich nicht. Ach – und heute ist ja auch noch der von meinem ersten Liebhaber, den ich neulich wieder im Internet entdeckt habe, nach viel Rätselraten. Kenne ich denn wirklich niemanden, der am siebenundzwanzigsten Oktober hat? Ach, doch der Mann von einer Bekannten, aber mit dem war ich nicht näher bekannt. Und am sechsundzwanzigsten hatte ein Liebhaber aus den Neunzigern. Dieser Südamerikaner. Na ja. Also am 25. und 24. kenne ich jetzt aber wirklich keinen. Ehrenwort.
29. Oktober 2013
Herzlichen Glückwunsch zum 90. Geburtstag, Funkstunde Berlin!
Ich höre ja leider Gottes nie mehr Radio, außer die Konserven von Bettina Rust auf Radio Eins, wo man schön durchhören kann, ohne Verkehrs- und Wettermeldungen und ohne blöde Nachrichten, die man sowieso schon viel länger aus dem Internet kennt. Also immerhin habe ich aus der Radio-Sendung, die ich gerade als Konserve höre, erfahren, dass heute vor neunzig Jahren in Berlin die erste deutsche Rundfunksendung ausgestrahlt worden ist, die Funkstunde Berlin! Neunzig Jahre ist es her. Komisch eigentlich, dass Radio erst neunzig ist. Viel jünger als Stummfilm, obwohl Stummfilm irgendwie doch viel komplexer und moderner ist! Also nochmal, herzlichen Glückwunsch Funkstunde und Radio! Die heiße Meldung hab ich übrigens aus der Konserve empfangen, die ich gerade im Hintergrund höre, während ich das tippe. Helmut Lehnert war vorgestern zu Gast. Halt auch so ein Berliner Radiomensch. Also von früher. Jetzt macht er seit einer Weile die Bar jeder Vernunft. Gestern hätte ich eigentlich auch einen Geburtstagsglückwunscheintrag posten können, für kid37, aber nicht zum Neunzigsten. Er ist ja noch so jung, erst Siebenundsiebzig, wie er behauptet, aber mir kann man ja alles erzählen. Gestern habe ich also nicht gebloggt, wie man gemerkt hat, aber heute. Vielleicht gibt es morgen wieder einen tollen Geburtstag, von dem ich heute noch nichts weiß. Oder doch – da fällt mir ein – ich weiß doch von einem. Cosmic, an den sich vielleicht noch einige Leser/innen erinnern, hat morgen Geburtstag. Aber übermorgen weiß ich jetzt wirklich nicht. Ach – und heute ist ja auch noch der von meinem ersten Liebhaber, den ich neulich wieder im Internet entdeckt habe, nach viel Rätselraten. Kenne ich denn wirklich niemanden, der am siebenundzwanzigsten Oktober hat? Ach, doch der Mann von einer Bekannten, aber mit dem war ich nicht näher bekannt. Und am sechsundzwanzigsten hatte ein Liebhaber aus den Neunzigern. Dieser Südamerikaner. Na ja. Also am 25. und 24. kenne ich jetzt aber wirklich keinen. Ehrenwort.
27. Oktober 2013
Lou Reed. heute
So viel könnte ich schreiben, über die Bedeutung seiner Musik, seit meinem fünfzehnten Lebensjahr. Das kann ich nicht. Das ist zu viel. So viele Jahre hat mich seine Musik begleitet. Eigentlich verstehe ich nicht, wie es anders für jemanden meiner Generation sein könnte. Zweimal habe ich ihn live erlebt. Immer in Berlin. Berlin. Ein Song von ihm heißt so, der ist mir schon immer ans Herz gewachsen, schon als ich noch nicht hier lebte. „You’re right and I’m wrong, you know, I’m gonna miss you, now that you’re gone, one sweet day…“ Die Studio Version, nicht die vielen live-Versionen auf youtube. Die Studio Version gibt es nicht im Netz. Ich kann sie nicht finden. Sie ist auf seiner ersten Solo Platte, die so hieß wie er. Die ich dreißigtausend mal gehört habe. Nicht nur im Sommer 1980, verliebt in einem Auto, mit heruntergekurbelten Fenstern. „In Berlin, by the Wall, you were five foot, ten inches tall, it was very nice. Oh honey, it was paradise“.

Farewell, Lou.
27. Oktober 2013
‚Mal sehen, wer morgen stirbt gedacht. Gedanklich schon halb gebloggt, dann wieder verworfen, man soll ja keine Witze darüber machen. Andererseits, Scheiß drauf. Es werden wahrscheinlich viel zu wenig Witze darüber gemacht. Oder heitere Anmerkungen. Pietät usw. Also ich möchte auch nicht, dass jemand lapidar über mein Ableben hinweggeht, einen ordentlichen, ausführlichen Nachruf möchte ich. Was heißt einen – jede Menge. Das muss man sich aber verdienen. Eugenie hat es sich verdient und Lou Reed auch. Das ist für mich dieselbe Liga. Lebensäußerungen gezeigt, die für andere Nahrung waren. Und ich hoffe und glaube, dass die beiden auch nicht zu kurz gekommen sind, keinen Zuwendungshunger leiden mussten. Morgen soll jedenfalls keiner gehen, der mir am Herzen liegt, das wäre mir einfach zu einseitig, blogmäßig. Also reißt euch zusammen. Morgen keine himmlischen Erlösungs-Botschaften, nur irdische, bitte. Danke.
27. Oktober 2013
‚Mal sehen, wer morgen stirbt gedacht. Gedanklich schon halb gebloggt, dann wieder verworfen, man soll ja keine Witze darüber machen. Andererseits, Scheiß drauf. Es werden wahrscheinlich viel zu wenig Witze darüber gemacht. Oder heitere Anmerkungen. Pietät usw. Also ich möchte auch nicht, dass jemand lapidar über mein Ableben hinweggeht, einen ordentlichen, ausführlichen Nachruf möchte ich. Was heißt einen – jede Menge. Das muss man sich aber verdienen. Eugenie hat es sich verdient und Lou Reed auch. Das ist für mich dieselbe Liga. Lebensäußerungen gezeigt, die für andere Nahrung waren. Und ich hoffe und glaube, dass die beiden auch nicht zu kurz gekommen sind, keinen Zuwendungshunger leiden mussten. Morgen soll jedenfalls keiner gehen, der mir am Herzen liegt, das wäre mir einfach zu einseitig, blogmäßig. Also reißt euch zusammen. Morgen keine himmlischen Erlösungs-Botschaften, nur irdische, bitte. Danke.
27. Oktober 2013
Lou Reed. heute
So viel könnte ich schreiben, über die Bedeutung seiner Musik, seit meinem fünfzehnten Lebensjahr. Das kann ich nicht. Das ist zu viel. So viele Jahre hat mich seine Musik begleitet. Eigentlich verstehe ich nicht, wie es anders für jemanden meiner Generation sein könnte. Zweimal habe ich ihn live erlebt. Immer in Berlin. Berlin. Ein Song von ihm heißt so, der ist mir schon immer ans Herz gewachsen, schon als ich noch nicht hier lebte. „You’re right and I’m wrong, you know, I’m gonna miss you, now that you’re gone, one sweet day…“ Die Studio Version, nicht die vielen live-Versionen auf youtube. Die Studio Version gibt es nicht im Netz. Ich kann sie nicht finden. Sie ist auf seiner ersten Solo Platte, die so hieß wie er. Die ich dreißigtausend mal gehört habe. Nicht nur im Sommer 1980, verliebt in einem Auto, mit heruntergekurbelten Fenstern. „In Berlin, by the Wall, you were five foot, ten inches tall, it was very nice. Oh honey, it was paradise“.

Farewell, Lou.
24. Oktober 2013
Gute Reise, Eugenie. In Gedanken bei dir. Du Stern. Und grüße die Anderen. Sterne. Und tanze. Da oben. Jetzt und in alle Ewigkeit.

für Eugenie
24. Oktober 2013
Gute Reise, Eugenie. In Gedanken bei dir. Du Stern. Und grüße die Anderen. Sterne. Und tanze. Da oben. Jetzt und in alle Ewigkeit.

für Eugenie
18. Oktober 2013
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=124984

Spätabendlicher Eintrag. Ich muss mal eben – intern quasi – Sebastian – das war ein polnischer Abgang. Ich unterhielt mich mit den beiden netten jungen Männern und hatte schon eine Weile das Bedürfnis, etwas zu trinken – gerne auch nur ein Glas Leitungswasser – ich sagte noch „ich muss mir mal was zu trinken holen“ und ging Richtung Getränketheke, was zufällig auch Richtung Ausgang war – und plötzlich war ich draußen. Ich dachte noch ein, zwei Sekunden „nur ein bißchen Luft schnappen?“ Und schon lief ich weiter, Richtung Moritzplatz. Den anderen Bogen. Bis zur U-Bahn. Gegessen hatte ich auch noch nichts. Und mein Zuhause nur drei Stationen entfernt. Mit gutem Wein im Eisschrank und etwas zum Brutzeln und alles vertraut und gemütlich. Und ich müsste nicht im Stehen essen und trinken…. Ja, pötzlich war ich daheim und so war es richtig und gut. Aber ich war froh, dass ich dich – wenn auch nur für eine viertel/halbe Stunde sehen und sprechen konnte. Weil wir in Verbindung sind, seit so vielen Jahren. Und uns durch diese verrückte Bloggerei kennengelernt haben. Wie du so schön sagtest, du hast alle kennengelernt, die dir wichtig sind, oder die dir etwas bedeuten. Oder so ähnlich. Ja, ich bin ein bißchen betrunken von meinem Wein. Das Licht war ein bißchen hart, gerade für eitle Weiber wie mich, aber die russische Hängung hat mir wieder gefallen. Und dich habe ich sowieso gewürdigt. Und deine Exponate. Noch beim Gehen. Und überhaupt. Und das sollst du wissen. Und polnischer Abgang kann man googeln ;-)
Alles Liebe
Deine Gaga
P.S. Daheim hab ich den Fernseher angemacht, was ich selten mache, weil ich das Nena-Plakat für Voice of Germany gesehen hatte und da kamen wirklich schöne Sachen. Einmal habe ich sogar geweint. Ich mag das total gerne, wenn Menschen, diese Sänger/innen mit einer Einladung zu diesen Auditions überrascht werden und man sieht, was es ihnen bedeutet, diese Aufregung und das Glücksgefühl, dass vielleicht bald ein großer Traum in Erfüllung geht. Das waren viele schöne Momente. Und jetzt gute Nacht.
14. Oktober 2013
Ich sehe gerade einen Film, der mit maximaler HD-Qualität produziert wurde. Ist das wirklich „state of art“? Ich glaube nicht. Ich glaube, es ist „state of technology“. Aber nicht „of art“. Wahrscheinlich hat Christine Kaufmann doch, im Rahmen ihrer (begrenzten) Kenntnis der Möglichkeiten der digitalen Aufnahmetechnik, Recht. Sie fragt gerne besorgt, ob mit „echtem Film“ gedreht wird. Und ich verstehe sie. Jetzt. Nach „Oh Boy“. Und diesem Film. Es macht mich traurig, wenn diese neue Technologie nicht virtuos eingesetzt wird, in dem Sinne, dass immer noch alles möglich ist, nichts an Atmosphäre verloren geht. Was oft von einem sensiblen Grad an „verrauschten“ Bildern abhängt. Von einer leichten Unschärfe. Einem leichten Filter im Ton. Alles zu direkt. Zu metallisch. Zu gnadenlos. Unbarmherzig, unmittelbar. Liebe Christine Kaufmann, ich verstehe die Sorge. Und teile sie. Aber es ist auch mit digitaler Technik machbar. Aber es erfordert Virtuosität. Und tatsächlich stelle ich fest, dass ich anhand defizitärer Technik den Schlüssel in der Hand halte. Das ist doch verrückt.
18. Oktober 2013
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Spätabendlicher Eintrag. Ich muss mal eben – intern quasi – Sebastian – das war ein polnischer Abgang. Ich unterhielt mich mit den beiden netten jungen Männern und hatte schon eine Weile das Bedürfnis, etwas zu trinken – gerne auch nur ein Glas Leitungswasser – ich sagte noch „ich muss mir mal was zu trinken holen“ und ging Richtung Getränketheke, was zufällig auch Richtung Ausgang war – und plötzlich war ich draußen. Ich dachte noch ein, zwei Sekunden „nur ein bißchen Luft schnappen?“ Und schon lief ich weiter, Richtung Moritzplatz. Den anderen Bogen. Bis zur U-Bahn. Gegessen hatte ich auch noch nichts. Und mein Zuhause nur drei Stationen entfernt. Mit gutem Wein im Eisschrank und etwas zum Brutzeln und alles vertraut und gemütlich. Und ich müsste nicht im Stehen essen und trinken…. Ja, pötzlich war ich daheim und so war es richtig und gut. Aber ich war froh, dass ich dich – wenn auch nur für eine viertel/halbe Stunde sehen und sprechen konnte. Weil wir in Verbindung sind, seit so vielen Jahren. Und uns durch diese verrückte Bloggerei kennengelernt haben. Wie du so schön sagtest, du hast alle kennengelernt, die dir wichtig sind, oder die dir etwas bedeuten. Oder so ähnlich. Ja, ich bin ein bißchen betrunken von meinem Wein. Das Licht war ein bißchen hart, gerade für eitle Weiber wie mich, aber die russische Hängung hat mir wieder gefallen. Und dich habe ich sowieso gewürdigt. Und deine Exponate. Noch beim Gehen. Und überhaupt. Und das sollst du wissen. Und polnischer Abgang kann man googeln ;-)
Alles Liebe
Deine Gaga
P.S. Daheim hab ich den Fernseher angemacht, was ich selten mache, weil ich das Nena-Plakat für Voice of Germany gesehen hatte und da kamen wirklich schöne Sachen. Einmal habe ich sogar geweint. Ich mag das total gerne, wenn Menschen, diese Sänger/innen mit einer Einladung zu diesen Auditions überrascht werden und man sieht, was es ihnen bedeutet, diese Aufregung und das Glücksgefühl, dass vielleicht bald ein großer Traum in Erfüllung geht. Das waren viele schöne Momente. Und jetzt gute Nacht.
13. Oktober 2013

Hausordnung von Radio Fritz
Und ganz wichtig sind die handschriftlichen Anmerkungen. Gerade nach Jahren über das Bild gestolpert. Das Gekritzel habe ich gerade zum ersten mal komplett zu entziffern versucht. Man muss es sich größer angucken, sonst erkennt man die wichtigsten Botschaften nicht. Das links oben kann ich nicht genau erkennen: „(…) (…) halten“ (???) „Nicht Denken“ versteht sich ja von selbst. Und „Keine Zettel aufhängen!“ Ebenso „Nicht Aufräumen!“ Und „Keine Urlaubsanträge!“. Und „Fresse halten!“ Und „Diese Regeln nicht befolgen!“ Und „Obey!“ Und „Confess!“ Aber „Atmen??“? Und rechts oben, „Kein Sex“?
Na gut. Schön, dass wir mal drüber geredet haben. Auch schon wieder bald vier Jahre her, diese Sternstunde meines Lebens (…)
14. Oktober 2013
Ich sehe gerade einen Film, der mit maximaler HD-Qualität produziert wurde. Ist das wirklich „state of art“? Ich glaube nicht. Ich glaube, es ist „state of technology“. Aber nicht „of art“. Wahrscheinlich hat Christine Kaufmann doch, im Rahmen ihrer (begrenzten) Kenntnis der Möglichkeiten der digitalen Aufnahmetechnik, Recht. Sie fragt gerne besorgt, ob mit „echtem Film“ gedreht wird. Und ich verstehe sie. Jetzt. Nach „Oh Boy“. Und diesem Film. Es macht mich traurig, wenn diese neue Technologie nicht virtuos eingesetzt wird, in dem Sinne, dass immer noch alles möglich ist, nichts an Atmosphäre verloren geht. Was oft von einem sensiblen Grad an „verrauschten“ Bildern abhängt. Von einer leichten Unschärfe. Einem leichten Filter im Ton. Alles zu direkt. Zu metallisch. Zu gnadenlos. Unbarmherzig, unmittelbar. Liebe Christine Kaufmann, ich verstehe die Sorge. Und teile sie. Aber es ist auch mit digitaler Technik machbar. Aber es erfordert Virtuosität. Und tatsächlich stelle ich fest, dass ich anhand defizitärer Technik den Schlüssel in der Hand halte. Das ist doch verrückt.
13. Oktober 2013

Hausordnung von Radio Fritz
Und ganz wichtig sind die handschriftlichen Anmerkungen. Gerade nach Jahren über das Bild gestolpert. Das Gekritzel habe ich gerade zum ersten mal komplett zu entziffern versucht. Man muss es sich größer angucken, sonst erkennt man die wichtigsten Botschaften nicht. Das links oben kann ich nicht genau erkennen: „(…) (…) halten“ (???) „Nicht Denken“ versteht sich ja von selbst. Und „Keine Zettel aufhängen!“ Ebenso „Nicht Aufräumen!“ Und „Keine Urlaubsanträge!“. Und „Fresse halten!“ Und „Diese Regeln nicht befolgen!“ Und „Obey!“ Und „Confess!“ Aber „Atmen??“? Und rechts oben, „Kein Sex“?
Na gut. Schön, dass wir mal drüber geredet haben. Auch schon wieder bald vier Jahre her, diese Sternstunde meines Lebens (…)
11. Oktober 2013
Ein milder Abend in Berlin. Ich dachte an die Palme, dass sie die laue Luft nicht spürt, hinter der Scheibe der Balkontür, jetzt, seit ein paar Tagen. Manche lassen Yuccapalmen draußen, packen sie ein bißchen ein und viele überstehen auch ein paar Frostnächte. Aber nur kurz und nicht zu viele. Das ist mir zu kompliziert. Ich will sie nicht quälen oder an ihre Grenze bringen. Ich habe es als Kind verabscheut, auch heute noch, mich morgens in einem fußkalten Badezimmer, mit dem Bauch am kalten Waschbeckenrand zu waschen. Nur so ein Vorleger war da. In Hotels ist das auch oft, aber da ist das Bad dann warm und es gibt eine warme Dusche, zu jeder Zeit. Ich lege in Hotelzimmern und Ferienwohnungen dann immer alle verfügbaren Hand- und Badetücher auf die Bodenfliesen. Dann kann ich überall barfuß laufen. In meiner Wohnung bin ich immer nur in Strümpfen, bloß keine Schuhe an den Füßen, daheim. Und im Sommer barfuß. Bei flauschigen Teppichen ist das sehr angenehm. Jetzt ist Wochenende, fein. Am Montag krieg ich interessante Post geschickt. Darauf freue ich mich schon. Auch was, was man nicht erzählen kann, weil ein bißchen – egal. Ha! Da fällt mir gerade auf, illegal und egal ist schon recht ähnlich, vom Wort her. Ich muss aufhören, so ein andeutungshaftes Zeug zu schreiben. Der Leser wird nur neugierig oder denkt sich: „Blöde Geheimnistuerei!“ Und recht hat er. Ich höre ja auch schon auf. Außerdem muss ich mich jetzt wieder um einen bestimmten Daten-Transfer kümmern. Fragen Sie mich bitte nicht. Lebenswerk.
11. Oktober 2013
Ein milder Abend in Berlin. Ich dachte an die Palme, dass sie die laue Luft nicht spürt, hinter der Scheibe der Balkontür, jetzt, seit ein paar Tagen. Manche lassen Yuccapalmen draußen, packen sie ein bißchen ein und viele überstehen auch ein paar Frostnächte. Aber nur kurz und nicht zu viele. Das ist mir zu kompliziert. Ich will sie nicht quälen oder an ihre Grenze bringen. Ich habe es als Kind verabscheut, auch heute noch, mich morgens in einem fußkalten Badezimmer, mit dem Bauch am kalten Waschbeckenrand zu waschen. Nur so ein Vorleger war da. In Hotels ist das auch oft, aber da ist das Bad dann warm und es gibt eine warme Dusche, zu jeder Zeit. Ich lege in Hotelzimmern und Ferienwohnungen dann immer alle verfügbaren Hand- und Badetücher auf die Bodenfliesen. Dann kann ich überall barfuß laufen. In meiner Wohnung bin ich immer nur in Strümpfen, bloß keine Schuhe an den Füßen, daheim. Und im Sommer barfuß. Bei flauschigen Teppichen ist das sehr angenehm. Jetzt ist Wochenende, fein. Am Montag krieg ich interessante Post geschickt. Darauf freue ich mich schon. Auch was, was man nicht erzählen kann, weil ein bißchen – egal. Ha! Da fällt mir gerade auf, illegal und egal ist schon recht ähnlich, vom Wort her. Ich muss aufhören, so ein andeutungshaftes Zeug zu schreiben. Der Leser wird nur neugierig oder denkt sich: „Blöde Geheimnistuerei!“ Und recht hat er. Ich höre ja auch schon auf. Außerdem muss ich mich jetzt wieder um einen bestimmten Daten-Transfer kümmern. Fragen Sie mich bitte nicht. Lebenswerk.
10. Oktober 2013
Man soll vertrauen. Auf sein Glück. Seinen Stern. Wenn man Sonne im Herzen hatte, und sie verlor. Wenn sie abhanden kam, dann ist es nicht für immer. Man kann sie wiederfinden. Man muss darauf vertrauen. Und sie bitten, zurückzukehren. Man darf aber nicht befehlen. Bitte ist ein ganz wichtiges Wort. Überhaupt. Bitte glauben Sie mir das. Wenn Bitten nah am Beten ist, wird es gehört. Und je mehr es zum Gebet wird, umso mehr. Umso sehr. Ich mache kleine Schritte. Vorsichtige. Überhaupt bin ich sehr vorsichtig. Um nichts zu zertreten. Es geht um alles. Um Alles in der Welt. Das ganze Gewebe. Alles ist in Wahrheit filigran. Wenn man das bedenkt, wird man vorsichtig. Wenn man an einem einzelnen Faden zieht, ohne das Muster und die Einheit zu bedenken, wird die göttliche Form zerstört. Solche Sachen schreibt man, wenn man wie kurz vor dem Einschlafen ist. Also ich. Aber noch nicht bereit dazu. Denn ich will ja noch kochen. Ja, ich will. Heute war ein guter Tag. Ich lerne auch immer besser, wie man absurde Redewendungen unterhaltsam in alltägliche Kommunikation einflechten kann. Das ist lustig. Ich wurde heute gefragt, ob ich etwas Bestimmtes für morgen organisieren kann. Ich hatte keine Lust, sachlich zu antworten, und habe meine Zustimmung in ein Zitat verpackt. Nämlich habe ich genauso geantwortet, wie im Idealfall die Braut am Traualtar: „Ja. Ich will!“ Das Interessante war, dass meine Gesprächspartnerin am Telefon sofort verstanden hat, was ich meine, und angefangen hat, albern zu kichern, obwohl sie überhaupt nicht zur Albernheit neigt. Aber Gaga Nielsen hat ihre eigene Albernheit in den Telefonhörer hineingezaubert, und er ist am anderen Ende wieder herausgeschlüpft. Sie hat nach dem Kichern wieder sachlich weiter geredet und ich habe gar nichts gesagt und dann wieder nach einer Pause, wie eine Schallplatte: „Ja, ich will!“. Hat sie wieder angefangen zu kichern. Toller Trick. Muss ich mir merken. Und dann war auch noch super, dass ich beim Einkaufen komplett vergessen hatte, vorher meine Liste mit dem Budget zu machen und auszudrucken und dann habe ich sozusagen ohne Stützräder eingekauft und es war an der Kasse genau 35 Euro. Also auch ein ziemlich glatter Betrag, wo ich kein Klimpergeld zurückbekommen habe, nur Scheine. Ich hätte nämlich fünfzig Euro gedurft, habe aber gar nicht mitgerechnet, sondern es einfach mal drauf ankommen lassen. Ganz wild und frei! Auch deswegen war der Tag gut. Und noch wegen anderen kleinen Sachen, die mir aber nicht mehr einfallen. Okay, das sind jetzt wirklich genug Blogeinträge für heute. Kann sich keiner beschweren. Außer natürlich, dass man zum Teil nur die Hälfte versteht. Aber das muss mal drin sein. Früher, ins Tagebuch, hat man ja auch nicht nur Sachen geschrieben, die die eigene Mutter sofort kapiert hätte. Also bitte. Das ist hier immer noch auch irgendwie privat. Also ein bisschen.
10. Oktober 2013
Für mich selber, wg. Wiedererkennungswert, dereinst: kein bißchen amourös, kein bißchen privat verursacht, die Elektrisierung. Wenn sich nichts ergeben sollte, auch gut. Wenn doch – ohne Worte. Bitte – wieso gehe ich so manisch davon aus, dass man mir Erotisierung unterstelllt. Halte ich meine Außenwirkung nur für rein privat von Interesse? Eine andere Art von Anmaßung womöglich. Wenn ich mich – nein nicht kalt – aber distanziert, unaufgeregt, seziere, fällt mir der Fatalismus auf, mit dem ich den Dingen gegenüberstehe. Keine aggressive Aktivität in irgendeiner Richtung, die irgendeinen Ehrgeiz vermuten lassen könnte. Die Dinge auf sich zukommen lassen. Darauf vertrauen, dass die Zeit irgendwann reif ist, wenn man selbst die Reife erlangt hat, um die Ernte zu verdienen und auch nutzen zu können. Bitte – niemand muss das noch zu verstehen versuchen. Doch mir ist nun wichtig, selbst zu begreifen, was in dieser zweiten Lebenshälfte wichtig ist, wofür man glaubt, am Leben zu sein. Warum gehe ich, der Zeit entrückt, durch eine Ausstellung von Hilma af Klint, die Zeit ihres Lebens unbekannt blieb, nur für sich selbst diese magischen Farben und Formen erschuf, sich zum Instrument werden ließ? Weil ich es kenne. Weil es mir vertraut ist. Wie fremd ich vor den laufenden Bilder der gegenwärtigen Kultur sitze, so wenig die Ästhetik begreife, die Ferne des Traumhaften, die Entferntheit von Magie und Transzendenz. Niemand weiß, ob wir aus einer anderen Welt kommen, schon woanders waren, andere Zeitalter gesehen haben, aber ich halte es für möglich. Noch viel weiter zurück, als irgendeine denkbare Inkarnation. So weit wie das Stadium, als wir ein Teil des Meeres waren. Ich weiß auch nicht, warum ich solche Sachen schreibe. Aber kann. Ganz leicht. Es schreibt sich. Es malt sich. Es singt sich. Und tanzt. Jetzt ein paar Schritte nach rechts, um die Ecke, in meine Küche. Gemüse. Pflanzen. Butter und Fisch. Sahne und Wein. Lauch und Pfeffer. Kümmel und Salz.
10. Oktober 2013
Leicht, …latent elektrisiert. Ich muss es für mich schreiben. Auch wenn ich aus einem seltsamen Aberglauben (den aber viele teilen, wie ich weiß) nicht genauer werden kann. Für mein privates Tagebuch, das es nicht mehr auf Papier gibt. Ich lernte, in den letzten Jahren besonders, dass es ein Glück, Hoffnung, Lebenslust, jenseits einer erotischen Verbindung gibt. Niemals hätte ich das früher glauben können. Ich lernte damit umzugehen, dass gewisse Lebensbereiche nicht zu meiner Verfügung stehen, und konzentrierte mich allein darauf, eine andere Art Erfüllung zu finden. Und tue es noch. Das erkläre ich, weil ich weiß, dass jeder mit Elektrisiert-sein eine Form von zwischenmenschlicher Zuneigung, insbesondere zwischen zwei Menschen verbindet. Ich bin nicht in irgendjemanden verliebt. Aber immer noch in das Gefühl. Ach, das ist jetzt schwer zu erklären. In einem privaten Tagebuch, das ich einfach nicht mehr schreiben will, wäre jetzt vermerkt, was mir heute in einer E-Mail zukam. Das Merkwürdige, dass ich das Gefühl habe, in eine Richtung gelenkt zu werden. In eine gute Richtung. Aber nichts ist sicher. Wenn Gott oder wie diese Kraft auch heißen mag, meint ich gehöre dahin, dann – – – ja. Schieb mich, ich werde folgsam gehen. Denn es ist nicht mein Schafott. Nicht der Fahrstuhl zum Schafott. Ich bitte meine Leser um Entschuldigung, dass ich so wirr schreibe. Vermeintlich. Für mich nur, zur Erinnerung: Gott, wenn du willst, dass ich solche Verbindungen erhalte, hinterrücks, mich überfallend, dann soll es sein. Dann bin ich dafür geschaffen. Dann sei ist es mein Schicksal.

10. Oktober 2013
Unsterblich werden und dann sterben
[ In Außer Atem schickt Jean-Luc Godard seine junge Reporterin Jean Seberg an den Flughafen Orly, um dort einen berühmten amerikanischen Autor zu interviewen, dargestellt von Jean-Pierre Melville. Auf die Frage, was er im Leben anstrebe, antwortet er mit Cocteau: „unsterblich werden und dann sterben“. ]
(Volker Schlöndorff über Jean-Pierre Melville)
Ja.
07. Oktober 2013
Alles existiert gleichzeitig. Vergangenheit, Gegenwart. Nur die Zukunft vermag ich nicht zu ermessen, im selben Atemzug zu nennen. Ich habe mich umgedreht, in die andere Richtung des Zeitstrahls geblickt, Zweitausendneun. Vier Jahre zurück. Vergangenheit im Kalender, aber gegenwärtig, wenn ich das wieder sehe. Manchmal bin ich erstaunt, was entstanden ist, durch meine Hand, unter der Tastatur, vor der Kamera. Als hätte ich nur gespielt. Selbst die Arbeit nach der Aufnahme war ein großes Spiel mit geheimnisvollen Bausteinen. Ich sehe Zauberkreis und erinnere mich. An mich. An uns. Projektionen. Visionen. Was ging. Und was bleibt. Die Bilder, sie halten etwas mir Wertvolles fest, in Ehren. Es ist keinerlei Verlegenheit, wenn ich das heute noch einmal zeige. Eher eine persönliche Freude, dass es Bestand hat, seinen Wert für mich behalten hat. Heute vielleicht sogar mehr, bewusster, als damals. Die Umstände waren nicht nur glücklich, wie man so sagt, aber ich fand immer großes Glück, Trost in Bildern. Zu jeder Zeit. Eigene lassen sich noch stärker als die von anderen mit eigenen Gefühlen verbinden. Verschmelzen. Im großen Kupferkessel. Dem Weltgeheimnis. Der Rose All. Der Nachtigall.
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03. Oktober 2013
Ihre bestellten Produkte nochmals zur Kontrolle:
7 x Weiss Zweigelt Alte Reben histafree Bio-Rotwein trocken 0,75 l 8,90 EUR = 62,30 EUR
3 x Bernthaler Grüner Veltliner trocken histaminfrei Bio 0,75 l
6,90 EUR = 20,70 EUR
2 x Bernthaler Sauvignon blanc histaminfrei bio 0,75 l
8,50 EUR = 17,00 EUR
Summe: 100,00 EUR
Ich liebe glatte Beträge! Habe ein bißchen mit der Anzahl pro Sorte jongliert, bis glatt hundert Euro herausgekommen sind. Außerdem habe ich seit zwei Jahren den Tick, dass am Monatsende, nach allen Abzügen ein glatter Kontostand auf dem Kontoauszug sein muss. Idealerweise mit jeder Menge Nullen links und rechts vom Komma. Abgesehen von der ersten Zahl, versteht sich. Zu Ende Oktober schaffe ich es leider nicht ganz, die zweite Zahl wird keine Null sein, ein kleiner Schönheitsfehler, mit dem ich aber leben kann. So hat jeder so seinen kleinen Tick. Heute Sonnenschein. Ich bleibe daheim!
P.S.
kleiner Trost für alle, bei denen das Komma zu weit links steht:
07. Oktober 2013
Alles existiert gleichzeitig. Vergangenheit, Gegenwart. Nur die Zukunft vermag ich nicht zu ermessen, im selben Atemzug zu nennen. Ich habe mich umgedreht, in die andere Richtung des Zeitstrahls geblickt, Zweitausendneun. Vier Jahre zurück. Vergangenheit im Kalender, aber gegenwärtig, wenn ich das wieder sehe. Manchmal bin ich erstaunt, was entstanden ist, durch meine Hand, unter der Tastatur, vor der Kamera. Als hätte ich nur gespielt. Selbst die Arbeit nach der Aufnahme war ein großes Spiel mit geheimnisvollen Bausteinen. Ich sehe Zauberkreis und erinnere mich. An mich. An uns. Projektionen. Visionen. Was ging. Und was bleibt. Die Bilder, sie halten etwas mir Wertvolles fest, in Ehren. Es ist keinerlei Verlegenheit, wenn ich das heute noch einmal zeige. Eher eine persönliche Freude, dass es Bestand hat, seinen Wert für mich behalten hat. Heute vielleicht sogar mehr, bewusster, als damals. Die Umstände waren nicht nur glücklich, wie man so sagt, aber ich fand immer großes Glück, Trost in Bildern. Zu jeder Zeit. Eigene lassen sich noch stärker als die von anderen mit eigenen Gefühlen verbinden. Verschmelzen. Im großen Kupferkessel. Dem Weltgeheimnis. Der Rose All. Der Nachtigall.
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03. 0ktober 2013

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=124984
Filmstills. Standbilder. Licht, Schatten und Bewegung heißt das Buch, das ich gerade lese, von Volker Schlöndorff. Noch bin ich ganz am Anfang, aber schon so intensiv verstrickt und eingetaucht, es kommt mir vor, als wären auf den drei Dutzend Seiten schon ebensoviele Absätze gewesen, die ich am liebsten hier zitieren würde. Was ich nicht machen werde. Das ist ja nicht das Blog von Volker Schlöndorff. Was für ein Glück, dass ihm ein Regieauftrag 2007 abhanden kam und er plötzlich unerwartet Zeit hatte. Sogar ein Zimmer hat er angemietet, um seine Tagebücher und Reliquien auszubreiten und zu ordnen, um die Chronologie zu erfassen. Er hat eine schöne Art zu schreiben. Und schön, dass ich erst am Anfang bin, noch so viele Seiten vor mir liegen. Aber jetzt ins Bett.
03. 0ktober 2013

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Filmstills. Standbilder. Licht, Schatten und Bewegung heißt das Buch, das ich gerade lese, von Volker Schlöndorff. Noch bin ich ganz am Anfang, aber schon so intensiv verstrickt und eingetaucht, es kommt mir vor, als wären auf den drei Dutzend Seiten schon ebensoviele Absätze gewesen, die ich am liebsten hier zitieren würde. Was ich nicht machen werde. Das ist ja nicht das Blog von Volker Schlöndorff. Was für ein Glück, dass ihm ein Regieauftrag 2007 abhanden kam und er plötzlich unerwartet Zeit hatte. Sogar ein Zimmer hat er angemietet, um seine Tagebücher und Reliquien auszubreiten und zu ordnen, um die Chronologie zu erfassen. Er hat eine schöne Art zu schreiben. Und schön, dass ich erst am Anfang bin, noch so viele Seiten vor mir liegen. Aber jetzt ins Bett.
03. Oktober 2013
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7 x Weiss Zweigelt Alte Reben histafree Bio-Rotwein trocken 0,75 l 8,90 EUR = 62,30 EUR
3 x Bernthaler Grüner Veltliner trocken histaminfrei Bio 0,75 l
6,90 EUR = 20,70 EUR
2 x Bernthaler Sauvignon blanc histaminfrei bio 0,75 l
8,50 EUR = 17,00 EUR
Summe: 100,00 EUR
Ich liebe glatte Beträge! Habe ein bißchen mit der Anzahl pro Sorte jongliert, bis glatt hundert Euro herausgekommen sind. Außerdem habe ich seit zwei Jahren den Tick, dass am Monatsende, nach allen Abzügen ein glatter Kontostand auf dem Kontoauszug sein muss. Idealerweise mit jeder Menge Nullen links und rechts vom Komma. Abgesehen von der ersten Zahl, versteht sich. Zu Ende Oktober schaffe ich es leider nicht ganz, die zweite Zahl wird keine Null sein, ein kleiner Schönheitsfehler, mit dem ich aber leben kann. So hat jeder so seinen kleinen Tick. Heute Sonnenschein. Ich bleibe daheim!
P.S.
kleiner Trost für alle, bei denen das Komma zu weit links steht:
29. September 2013
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Gaga Nielsen am Sonntag, 29. Sept. 2013 zu Hannes Jaenicke in der Hörbar Rust und Christine Kaufmanns Buch Scheinweltfieber.
28. September 2013
Heute: Besuch im Kaufhaus. Ich brauche: flauschige Socken, neue Wimperntusche und graubraunen Lidschatten und was aus der Kurzwarenabteilung. Die Sonne scheint in Berlin, also jetzt gerade mit kleiner Wolke drüber, aber insgesamt ganz schönes Wetter. Gerade meinem Vater zum Geburtstag gratuliert. Wir haben auch über Paul Kuhn gesprochen, seine Generation. Mein Vater ist ja auch Musiker, Saxophon und Klarinette sind seine Hauptinstrumente. Er hat in seinem Leben auch viel Swing gespielt, immer noch. Da Paulchen ja gerade von uns gegangen ist, hab ich nach seiner vergriffenen Autobiographie geguckt und nur noch ein einziges Exemplar bei Amazon gefunden. Das hat er gekriegt, und noch eine CD dazu. Das Buch war in einem selten abgegriffenen Zustand, ein ausrangiertes Exemplar aus einer öffentlichen Bibliothek in Freiburg, zu einem wahnwitzigen Preis. Ein vergilbtes Taschenbuch. Aber auf den Inhalt kommt es ja in diesem Fall vor allem an. Also, ich muss jetzt – nein – will jetzt los.

29. September 2013
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Gaga Nielsen am Sonntag, 29. Sept. 2013 zu Hannes Jaenicke in der Hörbar Rust und Christine Kaufmanns Buch Scheinweltfieber.
27. September 2013
Vielleicht doch ab und zu Notizen machen. Kleine Begebenheiten unterwegs, aber das meiste ist mir schon wieder entglitten. Fast jeden Tag gibt es eine Kleinigkeit, die meine Aufmerksamkeit einen Moment bannt und ich denke, das könnte man festhalten, dann arbeite ich und es ist wieder weg, aus den Augen, aus dem Sinn. Heute, die Kassiererin bei Aldi, die ich sowieso gerne mag, so eine Dunkelhaarige, ein bißchen solariumgebräunt eventuell, längere Haare, sehr hübsch, gut im Futter, lebensfroh. Am Nasenflügel gepierced glaube ich. Schöne weiße Zähne. Immer ein Lächeln, so als Grundstimmung im Gesicht, unangestrengt. Die Kassiererinnen müssen immer checken, dass alles aus dem Einkaufswagen gepackt wurde, meiner war ordentlich leer, ich hab ihr noch meine große schwarze Einkaufstasche, in der noch eine andere Tasche war, unter die Nase gehalten: „Hier, nur Taschen!“ Sie: „Oh! Die Tasche!!!“ Ich: „?“ Sie: „Na, die Tasche, die is ja…! Wo gibt’s denn so wat?“ Ich: „Europacenter! In allen Farben! Erdgeschoss, war ganz billig, aber alle denken immer wäre echtes Leder, 34 Euro! Und nicht mal im Angebot, total stabil, nehme ich supergerne zum Einkaufen!“ Sie: „Europacenter? Das ist doch am Zoo oder? Der Totenkopf, hey! Echt gut, kann man sich merken! Sieht hochwertig aus! Gut zu wissen!“ Ich: „Ja! Schönen Abend und schönes Wochende!“ Sie: Ebenso! Schönet Wochenende!“. Ende der Konversation. Ging ganz schnell. Der Betrieb wurde nicht aufgehalten. Aber das ist doch nett. Ich mag solche kleinen Unterhaltungen mit Kassiererinnen unheimlich gerne. Vorher auch schon, bei Edeka. Jetzt nicht wegen der Tasche, aber die eine Blonde freut sich immer, wenn ich einkaufen komme und fragt immer: „Und? Jeht et jut?“ Ich: „ja, ich bin gesund und munter, und Sie?“ „Ja, ick ooch!“. Oder neulich, na ja, jetzt nicht so lustig, aber halt erinnerbar, Heike Makatsch, in aller Herrgottsfrüh, mit Karacho auf dem Fahrrad, mit grauer Strickmütze, ungeschminkt, unverkennbar, hübsch wie immer, knallt fast gegen den einen Pfosten, so eine Säule in den Hackeschen Höfen, da Richtung Ausgang Rosenhöfe, wo dieses schicke Yogastudio oben ist, „Spirit Yoga“. Sie hat ein bißchen spät gebremst, und ist so leicht zurückgeprallt. Aber hatte keine Beule. Ich wollte sie dann auch nicht behelligen, hab nur kurz gecheckt, ob sie noch gerade läuft, sah danach aus. Bin dann weiter Richtung S-Bahn. Ich mag sie ja gerne, unbekannterweise. Wirklich superhübsch, so ganz ohne Schminke und Gedöns. Wie eine Studentin hat sie ausgesehen. Schade, dass mir jetzt die ganzen anderen kleinen Sachen nicht mehr einfallen. Doch, eine noch, auf demselben Weg, durch die Hackeschen Höfe, ist mir neulich ein Mann entgegengekommen, mit einem Hund an der Leine, ich glaube, die Sorte heißt Golden Retriever. Ganz hübsch, ein großes Modell, also schon ausgewachsen. Der Hund ist ganz artig neben dem Mann gelaufen, der sehr kultiviert gewirkt hat, eine feine Brille auf der Nase und lauter Lesestoff in der Hand. Ein aufgeklapptes Buch und darüber ein Terminkalender und da hat er reingeguckt. Ganz selbstverständlich hat er im Laufen gelesen, so wie jemand wo entlangläuft, wo man den Weg auswendig kennt, und der Hund offenbar auch. Alles ganz easy. Er war auch sehr elegant gekleidet. Das war irgendwie ein schöner Anblick der mir gut gefallen hat. So ein entspanntes Multitasking, im Gehen ein bißchen Lesen, total unhektisch. Ich habe das früher auch manchmal gemacht, wenn ich von A nach B gelaufen bin und mich ein Buch total gefesselt hat, im Laufen einfach weitergelesen. Mache ich jetzt aber nicht mehr. So brisant ist meine Lektüre nicht mehr, dass ich es kaum aushalten kann, wie es weitergeht. Gerade lese ich ein Buch in einem sperrigen Format, ich lese ja noch Papierbücher. Von Christine Kaufmann, Lampendings – nein nicht Lampenfieber – Scheinweltfieber. Schon interessant, was sie so beobachten konnte, in fast siebzig Lebensjahren, davon rund sechzig im Filmgeschäft, gerade auch die Zeit in Hollywood, als Frau von Tony Curtis. Das Buch fängt mit einem Schauspielerwitz an: „Trifft einer einen befreundeten Schauspieler und sagt: „Ich hab dich neulich in der Straßenbahn gesehen!“ Der Schauspieler: „Und, wie war ich?“ Na ja, so ein Schauspielerwitz halt. Ich hab ihn jetzt nicht aus dem Buch abgetippt, sondern wie ich ihn erinnere. Schon recht geistreich, was Frau Kaufmann so durch den Kopf geht. Ein analytischer, scharfsinniger Typ. Aber sperriges Format. Also nicht inhaltlich. Ich lege es immer aufgeklappt auf die Beine. Da ist die Entfernung auch gerade noch ausreichend. Noch kann ich ohne Brille lesen. vorausgesetzt, die Buchstaben sind weit genug weg, haha. Ja ja. Irgendwann sind die Arme nicht mehr lang genug. Auch so ein alter Witz. So, endlich mal wieder ein neuer Blogeintrag. Leider ja ohne Bild. Fällt mir gerade nicht ein, was ich dazu für ein Foto posten könnte. Muss auch mal ohne gehen.
28. September 2013
Heute: Besuch im Kaufhaus. Ich brauche: flauschige Socken, neue Wimperntusche und graubraunen Lidschatten und was aus der Kurzwarenabteilung. Die Sonne scheint in Berlin, also jetzt gerade mit kleiner Wolke drüber, aber insgesamt ganz schönes Wetter. Gerade meinem Vater zum Geburtstag gratuliert. Wir haben auch über Paul Kuhn gesprochen, seine Generation. Mein Vater ist ja auch Musiker, Saxophon und Klarinette sind seine Hauptinstrumente. Er hat in seinem Leben auch viel Swing gespielt, immer noch. Da Paulchen ja gerade von uns gegangen ist, hab ich nach seiner vergriffenen Autobiographie geguckt und nur noch ein einziges Exemplar bei Amazon gefunden. Das hat er gekriegt, und noch eine CD dazu. Das Buch war in einem selten abgegriffenen Zustand, ein ausrangiertes Exemplar aus einer öffentlichen Bibliothek in Freiburg, zu einem wahnwitzigen Preis. Ein vergilbtes Taschenbuch. Aber auf den Inhalt kommt es ja in diesem Fall vor allem an. Also, ich muss jetzt – nein – will jetzt los.

27. September 2013
Vielleicht doch ab und zu Notizen machen. Kleine Begebenheiten unterwegs, aber das meiste ist mir schon wieder entglitten. Fast jeden Tag gibt es eine Kleinigkeit, die meine Aufmerksamkeit einen Moment bannt und ich denke, das könnte man festhalten, dann arbeite ich und es ist wieder weg, aus den Augen, aus dem Sinn. Heute, die Kassiererin bei Aldi, die ich sowieso gerne mag, so eine Dunkelhaarige, ein bißchen solariumgebräunt eventuell, längere Haare, sehr hübsch, gut im Futter, lebensfroh. Am Nasenflügel gepierced glaube ich. Schöne weiße Zähne. Immer ein Lächeln, so als Grundstimmung im Gesicht, unangestrengt. Die Kassiererinnen müssen immer checken, dass alles aus dem Einkaufswagen gepackt wurde, meiner war ordentlich leer, ich hab ihr noch meine große schwarze Einkaufstasche, in der noch eine andere Tasche war, unter die Nase gehalten: „Hier, nur Taschen!“ Sie: „Oh! Die Tasche!!!“ Ich: „?“ Sie: „Na, die Tasche, die is ja…! Wo gibt’s denn so wat?“ Ich: „Europacenter! In allen Farben! Erdgeschoss, war ganz billig, aber alle denken immer wäre echtes Leder, 34 Euro! Und nicht mal im Angebot, total stabil, nehme ich supergerne zum Einkaufen!“ Sie: „Europacenter? Das ist doch am Zoo oder? Der Totenkopf, hey! Echt gut, kann man sich merken! Sieht hochwertig aus! Gut zu wissen!“ Ich: „Ja! Schönen Abend und schönes Wochende!“ Sie: Ebenso! Schönet Wochenende!“. Ende der Konversation. Ging ganz schnell. Der Betrieb wurde nicht aufgehalten. Aber das ist doch nett. Ich mag solche kleinen Unterhaltungen mit Kassiererinnen unheimlich gerne. Vorher auch schon, bei Edeka. Jetzt nicht wegen der Tasche, aber die eine Blonde freut sich immer, wenn ich einkaufen komme und fragt immer: „Und? Jeht et jut?“ Ich: „ja, ich bin gesund und munter, und Sie?“ „Ja, ick ooch!“. Oder neulich, na ja, jetzt nicht so lustig, aber halt erinnerbar, Heike Makatsch, in aller Herrgottsfrüh, mit Karacho auf dem Fahrrad, mit grauer Strickmütze, ungeschminkt, unverkennbar, hübsch wie immer, knallt fast gegen den einen Pfosten, so eine Säule in den Hackeschen Höfen, da Richtung Ausgang Rosenhöfe, wo dieses schicke Yogastudio oben ist, „Spirit Yoga“. Sie hat ein bißchen spät gebremst, und ist so leicht zurückgeprallt. Aber hatte keine Beule. Ich wollte sie dann auch nicht behelligen, hab nur kurz gecheckt, ob sie noch gerade läuft, sah danach aus. Bin dann weiter Richtung S-Bahn. Ich mag sie ja gerne, unbekannterweise. Wirklich superhübsch, so ganz ohne Schminke und Gedöns. Wie eine Studentin hat sie ausgesehen. Schade, dass mir jetzt die ganzen anderen kleinen Sachen nicht mehr einfallen. Doch, eine noch, auf demselben Weg, durch die Hackeschen Höfe, ist mir neulich ein Mann entgegengekommen, mit einem Hund an der Leine, ich glaube, die Sorte heißt Golden Retriever. Ganz hübsch, ein großes Modell, also schon ausgewachsen. Der Hund ist ganz artig neben dem Mann gelaufen, der sehr kultiviert gewirkt hat, eine feine Brille auf der Nase und lauter Lesestoff in der Hand. Ein aufgeklapptes Buch und darüber ein Terminkalender und da hat er reingeguckt. Ganz selbstverständlich hat er im Laufen gelesen, so wie jemand wo entlangläuft, wo man den Weg auswendig kennt, und der Hund offenbar auch. Alles ganz easy. Er war auch sehr elegant gekleidet. Das war irgendwie ein schöner Anblick der mir gut gefallen hat. So ein entspanntes Multitasking, im Gehen ein bißchen Lesen, total unhektisch. Ich habe das früher auch manchmal gemacht, wenn ich von A nach B gelaufen bin und mich ein Buch total gefesselt hat, im Laufen einfach weitergelesen. Mache ich jetzt aber nicht mehr. So brisant ist meine Lektüre nicht mehr, dass ich es kaum aushalten kann, wie es weitergeht. Gerade lese ich ein Buch in einem sperrigen Format, ich lese ja noch Papierbücher. Von Christine Kaufmann, Lampendings – nein nicht Lampenfieber – Scheinweltfieber. Schon interessant, was sie so beobachten konnte, in fast siebzig Lebensjahren, davon rund sechzig im Filmgeschäft, gerade auch die Zeit in Hollywood, als Frau von Tony Curtis. Das Buch fängt mit einem Schauspielerwitz an: „Trifft einer einen befreundeten Schauspieler und sagt: „Ich hab dich neulich in der Straßenbahn gesehen!“ Der Schauspieler: „Und, wie war ich?“ Na ja, so ein Schauspielerwitz halt. Ich hab ihn jetzt nicht aus dem Buch abgetippt, sondern wie ich ihn erinnere. Schon recht geistreich, was Frau Kaufmann so durch den Kopf geht. Ein analytischer, scharfsinniger Typ. Aber sperriges Format. Also nicht inhaltlich. Ich lege es immer aufgeklappt auf die Beine. Da ist die Entfernung auch gerade noch ausreichend. Noch kann ich ohne Brille lesen. vorausgesetzt, die Buchstaben sind weit genug weg, haha. Ja ja. Irgendwann sind die Arme nicht mehr lang genug. Auch so ein alter Witz. So, endlich mal wieder ein neuer Blogeintrag. Leider ja ohne Bild. Fällt mir gerade nicht ein, was ich dazu für ein Foto posten könnte. Muss auch mal ohne gehen.
23. September 2013
http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=77569670&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
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Sich Gedanken über die Zurechnungsfähigkeit von Zeitgenossen zu machen und andererseits Material zu verarbeiten, das geeignet ist, bei anderen Gedanken über die eigene Zurechnungsfähigkeit zu verursachen, ist freilich ein etwas zwiespältiges Unterfangen. Ich kann das nur mit meinem Vornamen rechtfertigen. Genie und Wahnsinn sollen ja nah beieinander liegen, heißt es mitunter. Das mit dem Genie sei an dieser Stelle zu vernachlässigen. Es ist wie es ist. Eigenbrötler hat man früher auch gesagt. Heute mitunter auch noch. Andererseits, hielte man im vergleichbaren Zustand bei anderen die Kamera drauf, wäre das Ergebnis wohl kaum kontrollierter. Ich habe immerhin nur Dinge gesagt, die ich auch bei Tageslicht nicht widerlegen kann. Jetzt blogge ich das derart spät, dass ich davon ausgehen muss, dass es (wenn überhaupt) an einem Montag Morgen oder Vormittag gesehen wird. Dabei gehört diese Aufnahme in die Abendstunden. Oder in die Nacht. Wenn man selber ein bißchen trunken ist, und bereit, alles mögliche nachzusehen. Zu verzeihen. Zwei Uhr fünf, sagt die Uhr rechts unten auf dem Monitor. Immerhin nicht gelogen. Nicht die Uhrzeit, und nicht, was ich von mir gebe. Den Grimmepreis wird es nicht dafür geben, aber das ist heutzutage auch kein Kriterium mehr. War nicht unlängst das Dschungelcamp dafür nominiert? Oder verwechsle ich da etwas? In meinem eigenbrötlerischen Universum bekomme ich eine ganze Menge nicht mit. Und dann wieder doch. Und denke: nichts verpasst. NIcht viel. Aus irgendeinem Grund hatte ich gestern – was selten geschieht – Lust, den Fernseher anzumachen, auf gut Glück. Vox war voreingestellt, also der Sender, der kam, beim Anschalten. Und es lief gerade eine aufwändige Dokumentation über das Leben von Udo Lindenberg. Ich blieb dran. Das war sehr sehenswert. Vier Stunden. Ist sicher auch wieder in der Mediathek, wenigstens für eine Woche umsonst. Hat mir gefallen, weil Udo für mich, wie wahrscheinllich überhaupt für meine Generation, eine Lichtgestalt ist. Auch wenn man nicht zu seinen Konzerten gepilgert ist. Ich habe sogar ein paar CDs von ihm. Und Cello und das Mädchen aus Ostberlin sind nun wirklich zum Weinen schön. Und sein Panikorchester hat einen großartigen Sound, das ist mir gestern so richtig aufgefallen, als man sie bei Proben für die letzte Tournee hörte, diese alten Haudegen. Und die Wegbegleiter zu hören und zu sehen war auch schön. Inga Rumpf, die ich so mag. Als ich Inga sah, überlegte ich, ob ich mir früher als angedacht, die Haare wieder färben soll. Aber dann hänge ich plötzlich wieder so an meiner noch vorhandenen Haarfarbe und will sie sehen, so lange es noch geht. Ja, ja, Gedanken, wenn es nicht mehr selbstverständlich ist, keine grauen Haare zu haben. Ich habe ja gar nicht so viele, aber eben doch. Na ja. Mit dem Buch von Rolf Eden bin ich zu Ende. Immer nur Glück gehabt heißt es. Ich habe mich blendend unterhalten gefühlt. Es ist ein Stück Berliner Geschichte. Und wenn man Berlin liebt, so wie ich, und sich zumindest noch dunkel an das Big Eden der Achtziger erinnern kann, ist es spannend, die ganze Geschichte davor zu kennen. Er hat das Berliner Nachtleben seit Anfang der Sechziger Jahre geprägt wie kein anderer. Eine historische Figur. Aber das will man gar nicht erklären, das versteht sich eigentlich von selbst. Wählen war ich heute auch. Aber das Ergebnis beschäftigt mich ehrlich gesagt nicht dramatisch, das wäre gelogen. Ich bin auch nicht überrascht. Ist wohl keiner. Ich habe ja noch nie, auch heute nicht CDU gewählt, aber wenn die Sozialdemokraten – die ich auch noch nie gewählt habe – einen tolerierbaren, attraktiven Spitzenkandidaten gehabt hätten, wäre es vielleicht ein paar Sekunden Schwanken in der Kabine wert gewesen. Eigentlich furchtbar, dass man seine Positionen in einem Wahlprogramm findet, eine Reihe zumindest, und derart von dem Spitzenkandidaten abgestoßen ist, dass man noch lieber die Gegenpartei wählen würde. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie zuwider mir dieser Kandidat war. So habe ich in meiner Tradition konservativ gewählt. Schadet zumindest nicht. Und der Kandidat für Mitte, dem ich die Erststimme gab, ist in der Türkei geboren. Ich habe schon so eine integrative Ader. Und ich muss nicht mit meinem Gewissen hadern. Nicht deswegen, und auch nicht seiner Schwerpunkte wegen. Jetzt habe ich wieder mehr ausgeplaudert, als beabsichtigt. Sehr späte Schlafenszeit heute. Morgen muss ich auch aufstehen, aber nicht so früh, wie neulich, wo ich so überrascht war, wie voll die S-Bahn schon vor sechs Uhr Morgens ist. Gute Nacht muss ich wohl gar nicht schreiben. Wer das liest, hat vielleicht seinen Morgenkaffee vor sich. Hoffentlich einen guten. Ich mache jetzt immer eine kleine Prise Salz hinein, bevor ich das Wasser aufgieße. Wundersam für das Aroma. Aber nicht zuviel!
23. September 2013
Bundestagswahl hin oder her – wenn ich mir die Wahlergebnisse von MItte und zum Beispiel Friedrichshain-Kreuzberg Prenzlauer Berg Ost anschaue, dann ist das insgesamt schon eine sehr okaye Nachbarschaft, in der ich wohne, ja ich möchte sagen: lebe. Mir tun ja eher die Deutschen leid, wo das bundesdeutsche Gesamtergebnis repräsentativ für ihren eigenen Wahlkreis ist. Das stelle ich mir doch etwas weniger angenehm vor. Man sollte niemals die Auswirkung auf die Lebensqualität der Mentalität, der Toleranz und Progressivität der unmittelbaren Mitbewohner, also der Nachbarschaft des Lebensmittelpunktes unterschätzen. Die extremen Unterschiede nach Bezirken spiegeln natürlich absolut die dominante Atmosphäre in den Bezirken. Eine einfache Erkenntnis, aber trotzdem bedenkenswert, wenn man vielleicht irgendwie das Gefühl hat, nicht ganz am rechten Ort zu sein, in seinem Leben. Als ich vor siebenundzwanzig Jahren aus einer nordbayrischen Stadt, die nicht einmal von der CSU dominiert wurde, hierher kam, fiel mir besonders extrem auf, dass mir die konservativsten Berliner CDU-Anhänger liberaler, toleranter und progressiver erschienen, als der durchschnittliche Linksliberale aus Bayern. Man kann es wirklich nicht schönreden. Es hat wahrscheinlich auch etwas mit Tempo und Bevölkerungsdichte zu tun. In Berlin gab es 1986 einen S-Bahn-Abfertiger in Uniform mit grünem Irokesen. Der Iro war größer als der von Sascha Lobo. Mein Herz hat jedesmal einen Luftsprung gemacht, wenn ich ihn in seinem Glashäuschen gesehen habe. Weil ich wusste, ich bin am freiesten Ort der Welt. Ach, und Romy hat heute Geburtstag. Fünfundsiebzig ist sie geworden. Sie hat irgendwann mal gesagt, vielleicht auch öfter, die glücklichste Zeit ihres Lebens hätte sie in Berlin verbracht. Sie hatte später, als sie in Paris lebte, immer noch intensiven Kontakt nach Berlin, weil ihre beste Freundin hier lebte. Und Bruno Ganz, mit dem sie eine Liebesgeschichte hatte. So komme ich vom Wahlergebnis auf Romy. Ist auch angemessen.
23. September 2013
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Sich Gedanken über die Zurechnungsfähigkeit von Zeitgenossen zu machen und andererseits Material zu verarbeiten, das geeignet ist, bei anderen Gedanken über die eigene Zurechnungsfähigkeit zu verursachen, ist freilich ein etwas zwiespältiges Unterfangen. Ich kann das nur mit meinem Vornamen rechtfertigen. Genie und Wahnsinn sollen ja nah beieinander liegen, heißt es mitunter. Das mit dem Genie sei an dieser Stelle zu vernachlässigen. Es ist wie es ist. Eigenbrötler hat man früher auch gesagt. Heute mitunter auch noch. Andererseits, hielte man im vergleichbaren Zustand bei anderen die Kamera drauf, wäre das Ergebnis wohl kaum kontrollierter. Ich habe immerhin nur Dinge gesagt, die ich auch bei Tageslicht nicht widerlegen kann. Jetzt blogge ich das derart spät, dass ich davon ausgehen muss, dass es (wenn überhaupt) an einem Montag Morgen oder Vormittag gesehen wird. Dabei gehört diese Aufnahme in die Abendstunden. Oder in die Nacht. Wenn man selber ein bißchen trunken ist, und bereit, alles mögliche nachzusehen. Zu verzeihen. Zwei Uhr fünf, sagt die Uhr rechts unten auf dem Monitor. Immerhin nicht gelogen. Nicht die Uhrzeit, und nicht, was ich von mir gebe. Den Grimmepreis wird es nicht dafür geben, aber das ist heutzutage auch kein Kriterium mehr. War nicht unlängst das Dschungelcamp dafür nominiert? Oder verwechsle ich da etwas? In meinem eigenbrötlerischen Universum bekomme ich eine ganze Menge nicht mit. Und dann wieder doch. Und denke: nichts verpasst. NIcht viel. Aus irgendeinem Grund hatte ich gestern – was selten geschieht – Lust, den Fernseher anzumachen, auf gut Glück. Vox war voreingestellt, also der Sender, der kam, beim Anschalten. Und es lief gerade eine aufwändige Dokumentation über das Leben von Udo Lindenberg. Ich blieb dran. Das war sehr sehenswert. Vier Stunden. Ist sicher auch wieder in der Mediathek, wenigstens für eine Woche umsonst. Hat mir gefallen, weil Udo für mich, wie wahrscheinllich überhaupt für meine Generation, eine Lichtgestalt ist. Auch wenn man nicht zu seinen Konzerten gepilgert ist. Ich habe sogar ein paar CDs von ihm. Und Cello und das Mädchen aus Ostberlin sind nun wirklich zum Weinen schön. Und sein Panikorchester hat einen großartigen Sound, das ist mir gestern so richtig aufgefallen, als man sie bei Proben für die letzte Tournee hörte, diese alten Haudegen. Und die Wegbegleiter zu hören und zu sehen war auch schön. Inga Rumpf, die ich so mag. Als ich Inga sah, überlegte ich, ob ich mir früher als angedacht, die Haare wieder färben soll. Aber dann hänge ich plötzlich wieder so an meiner noch vorhandenen Haarfarbe und will sie sehen, so lange es noch geht. Ja, ja, Gedanken, wenn es nicht mehr selbstverständlich ist, keine grauen Haare zu haben. Ich habe ja gar nicht so viele, aber eben doch. Na ja. Mit dem Buch von Rolf Eden bin ich zu Ende. Immer nur Glück gehabt heißt es. Ich habe mich blendend unterhalten gefühlt. Es ist ein Stück Berliner Geschichte. Und wenn man Berlin liebt, so wie ich, und sich zumindest noch dunkel an das Big Eden der Achtziger erinnern kann, ist es spannend, die ganze Geschichte davor zu kennen. Er hat das Berliner Nachtleben seit Anfang der Sechziger Jahre geprägt wie kein anderer. Eine historische Figur. Aber das will man gar nicht erklären, das versteht sich eigentlich von selbst. Wählen war ich heute auch. Aber das Ergebnis beschäftigt mich ehrlich gesagt nicht dramatisch, das wäre gelogen. Ich bin auch nicht überrascht. Ist wohl keiner. Ich habe ja noch nie, auch heute nicht CDU gewählt, aber wenn die Sozialdemokraten – die ich auch noch nie gewählt habe – einen tolerierbaren, attraktiven Spitzenkandidaten gehabt hätten, wäre es vielleicht ein paar Sekunden Schwanken in der Kabine wert gewesen. Eigentlich furchtbar, dass man seine Positionen in einem Wahlprogramm findet, eine Reihe zumindest, und derart von dem Spitzenkandidaten abgestoßen ist, dass man noch lieber die Gegenpartei wählen würde. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie zuwider mir dieser Kandidat war. So habe ich in meiner Tradition konservativ gewählt. Schadet zumindest nicht. Und der Kandidat für Mitte, dem ich die Erststimme gab, ist in der Türkei geboren. Ich habe schon so eine integrative Ader. Und ich muss nicht mit meinem Gewissen hadern. Nicht deswegen, und auch nicht seiner Schwerpunkte wegen. Jetzt habe ich wieder mehr ausgeplaudert, als beabsichtigt. Sehr späte Schlafenszeit heute. Morgen muss ich auch aufstehen, aber nicht so früh, wie neulich, wo ich so überrascht war, wie voll die S-Bahn schon vor sechs Uhr Morgens ist. Gute Nacht muss ich wohl gar nicht schreiben. Wer das liest, hat vielleicht seinen Morgenkaffee vor sich. Hoffentlich einen guten. Ich mache jetzt immer eine kleine Prise Salz hinein, bevor ich das Wasser aufgieße. Wundersam für das Aroma. Aber nicht zuviel!
21. September 2013

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=124984

Der Titel ist vielleicht schwer verständlich. Nicht nur wegen der Abkürzung „baw“. Das ist für berlin art week. Und wo ist die berlin art week zu sehen, in der Fotostrecke? Äh. In meinen leuchtenden Augen, bevor ich hin bin. Nun hatte ich die Kamera dabei, es wollte sich mir aber kein Motiv aufdrängen. Es war ja auch nur die Eröffnung in der Auguststraße, mit Klaus Wowereit, den ich aber auch nicht fotografieren wollte. Man weiß ja, wie er ausschaut. Okay, man weiß auch langsam, wie ich ausschaue, aber ich stehe mir einfach näher, als unser Bürgermeister. Ich finde, das ist als Erklärung ausreichend. Auch war es draußen schon recht dunkel, und in den hellen Galerien, war es mir wieder zu hell. Man muss mit achtundvierzig auch einfach noch mehr auf die Lichtverhältnisse achten, bevor fotografiert wird. Profis wissen das! Ich will ja hier keine knallharte Reportage-Fotografie betreiben. Das ist jetzt aber genug Erklärung. Ich war auch nur ungefähr fünfzehn Minuten dort. Dann hatte ich einen umfassenden Eindruck und konnte es mir wieder gemütlich machen, am heimischen Küchentisch. War dann noch ein lustiger Abend mit mir selber. Mit Kamera. Demnächst in diesem Theater. Ich erzähle da u. a. auch, was Rolf Eden und ich gemeinsam haben. Also kein gemeinsames Kind, aber so ähnlich.
21. September 2013

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=124984

Der Titel ist vielleicht schwer verständlich. Nicht nur wegen der Abkürzung „baw“. Das ist für berlin art week. Und wo ist die berlin art week zu sehen, in der Fotostrecke? Äh. In meinen leuchtenden Augen, bevor ich hin bin. Nun hatte ich die Kamera dabei, es wollte sich mir aber kein Motiv aufdrängen. Es war ja auch nur die Eröffnung in der Auguststraße, mit Klaus Wowereit, den ich aber auch nicht fotografieren wollte. Man weiß ja, wie er ausschaut. Okay, man weiß auch langsam, wie ich ausschaue, aber ich stehe mir einfach näher, als unser Bürgermeister. Ich finde, das ist als Erklärung ausreichend. Auch war es draußen schon recht dunkel, und in den hellen Galerien, war es mir wieder zu hell. Man muss mit achtundvierzig auch einfach noch mehr auf die Lichtverhältnisse achten, bevor fotografiert wird. Profis wissen das! Ich will ja hier keine knallharte Reportage-Fotografie betreiben. Das ist jetzt aber genug Erklärung. Ich war auch nur ungefähr fünfzehn Minuten dort. Dann hatte ich einen umfassenden Eindruck und konnte es mir wieder gemütlich machen, am heimischen Küchentisch. War dann noch ein lustiger Abend mit mir selber. Mit Kamera. Demnächst in diesem Theater. Ich erzähle da u. a. auch, was Rolf Eden und ich gemeinsam haben. Also kein gemeinsames Kind, aber so ähnlich.
18. September 2013
Gaga müde. Gaga müde gut! Gaga gut! Gestern Quatsch gemacht. Quatsch aufgenommen und Obstler getrunken. Trau mich nicht ganz, das herzuzeigen. Der Leser soll nicht denken, dass ich Gewohnheitstrinkerin bin, es sieht nämlich schon irgendwie sehr routiniert aus, und das, obwohl ich nicht mehr ganz hundertprozentig nüchtern gewesen zu sein scheine, auf der Aufnahme, obwohl ich mich noch ziemlich nüchtern gefühlt habe. Aber die Bilder sprechen eine andere Sprache. Wenn ich es nicht besser wüsste, und ich nicht ich wäre, würde ich denken, die Frau in dem Film hat eine Schraube locker, wie man früher gerne gesagt hat. Dabei habe ich nur kurz rapportiert, wie kurz ich bei der gestrigen Eröffnung der Berlin Art Week war, weil das bei mir nebenan war und ich dachte, Schande, wenn man nicht wenigstens mal einen kleinen Verdauungsspaziergang macht, die paar Meter nach nebenan, und wo doch Wowi auch da ist und dann kann man wieder sagen, ja! Ich war auch da! Mir könnt ihr nichts erzählen. Na ja. Und so weiter und so fort. Das Licht in der Küche war aber auch irgendwie so, dass ich aussehe wie eine Trinkerin. Die Haare auch so leicht fettig in der Stirn. Dann wieder geht es eigentlich. Ich weiß noch nicht, was ich damit mache. Aber jetzt erst mal schlafen gehen. Wenn ich weiter tippe, werde ich wieder wach, zu wach! Ich muss nochmal in den komischen Früh-Aufsteh-Rhythmus von Ende letzter Woche kommen, weil Freitag nochmal früh aufstehen, also morgen nicht, aber ich sorge schon mal vor. Proaktiv heißt das Wort, das in meinen Ohren immer klingt wie ein Joghurt zur Verdauungsförderung. Ich trinke aber noch mein Glas Wein aus. Eigentlich stimmt es ja. Ich bin schon wieder zur Gewohnheitstrinkerin geworden. Aber gerne! Es schmeckt mir einfach! Schlimm war das ja schon irgendwie, als ich eineinhalb Jahre immer nur Tee und Wasser am Abend getrunken habe. Alleine wenn ich den Satz lese, wird mir vor Langweiligkeit ganz anders. Das soll ich gewesen sein? Und ich habe es nicht mal superschlimm gefunden. Verrückt. Total verrückt. Aber ich habe dieses Alkoholproblem ja zum Glück überwunden. Diese Berührungsängste. Ganz schlimme Sache. Nun bin ich wieder gesellschaftsfähig und bereit, es unter Beweis zu stellen! Aber heute nicht mehr. Bloggen ist ja auch das Bestreben, nicht ins soziale Abseits zu geraten. Schließlich könnte ich das alles auch in eine Papierkladde kritzeln, so wie früher, als wir noch kein Internet hatten. Ich kann mir das gar nicht mehr vorstellen. Wir wussten es ja nicht besser, deswegen haben wir nicht rund um die Uhr vor Entzugserscheinungen gewinselt. Was hat man noch gemacht? Schallplatten gehört. Die musste ja auch immer abgestaubt und vorsichtig umgedreht werden. Kassetten mitgeschnitten. Getrunken. Ja, getrunken hat man früher auch schon! Getrunken wurde immer. Und andere Sachen. Ich ja heute nicht mehr. Also andere Sachen. Früher habe ich auch Tip gelesen. Den Veranstaltungskalender. Schon seit Jahren nicht mehr. Ich bin dann auch zu Veranstaltungen gegangen, die im Tip gestanden habe. Das hat man wirklich gemacht. Nicht nur immer zu Sachen, wo man über einen E-Mail-Verteiler eine Einladung gekriegt hat und sonst gar nicht mehr wüsste, was los ist. Dabei gibt es tip und zitty immer noch. Ich hab früher öfter den tip gekauft und gelesen. Zitty auch manchmal, aber nicht so oft. Im tip war immer so eine Szene-Klatschspalte, das war in den achtziger Jahren hochinteressant für mich, da ich ja im Thema stehen wollte und man die beklatschten Leute auch öfter getroffen hat. Jetzt wird der Eintrag aber entschieden zu lang. Mir tut ja schon das Hangelenk weh, vom vielen Tippen. Also Schluss jetzt. Auch wenn das jetzt ein blödes und etwas abruptes Ende von diesem schönen Blogeintrag ist. Jetzt wird geschlafen!
15. September 2013
BERLINER FRÜCHTCHEN

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Lobet und preiset die Schöpfung! MIr wäre ja lieber, wenn alles Mögliche geschlechtsneutral bezeichnet wäre, außer Männer und Frauen natürlich. Lobet und preiset das Schöpfung! Was mir auch gar nicht nachvollziehbar ist, woher bei einigen Damen der Drang kommt, aus „der Gott“ „die Göttin“ zu machen, anstatt „das Gott“. Dinge, die mir für immer ein Rätsel bleiben werden. Oder von wegen „la luna“ etc., muss in bestimmten Kreisen „die Mondin“ statt „der Mond“ verehrt werden. Ich hingegen sage aus Faulheit wie hierzulande Tradition „der Mond“, gefühlt ist der Ball da oben aber „das Mond“. Gefühltes Wissen! Ich könnte immer so weiter machen. Überhaupt interessant zu überlegen, wieviele Sprachen es geben mag, wo auf Geschlechtszuordnungen komplett verzichtet wird, außer eben bei Mann und Frau. Muss man sich das Leben unnötig schwer machen? Überhaupt Artikel. Wer hat Artikel erfunden. Macht das unsere Sprache nicht unnötig kompliziert und erschwert das Erlernen für den Ausländer und die Äusländerin? Auf jeden Fall: vielen Dank nochmal Schöpfung für die schöne Ernte. Ist zwar nicht aus meinem Garten, aber ich bin trotzdem total dankbar dafür. Viele von den Bildern gibt es auch in bunt, das sehen aber nur die, die tapfer durchhalten beim Angucken, oder hier gucken. Eigentlich wollte ich ein tolles Erntedank-Gedicht hier pasten und posten, aber ich hab keines gefunden, das mir insgesamt gefallen hätte. In einem war von einem Pflaumenregen die Rede, was schon mal sehr schön war, aber der Rest über der Zeile und darunter war dann wieder nicht so meins. Auch findet man bei Gedichtesuchen zum Herbst recht weinerliche Werke, die mir insgesamt zu nebelschwer und freudlos daherkommen. Das entspricht überhaupt nicht meinem Empfinden. Der Herbst ist eine freudvolle, sonnige Jahreszeit, in der man sich reich beschenkt fühlen darf und jeden Sonnenstrahl mit Dankbarkeit begrüßt. Wie die Pflaumen. Und die Zucchini. Und die Peperoni. Und überhaupt.
