Bestes Video aller Zeiten. Ein Sommernachtstraum. Manchmal denke ich ja schon, mir ist der Humor völlig abhanden gekommen, wenn ich sehe, was alles als Comedy präsentiert wird. Aber eben habe ich doch endlich einmal wieder gute Laune bekommen. Ganz herrliche Rosen. Die Kommentare sind auch sehr hübsch, wenn auch sehr konträr. Die einen sagen so, die anderen sagen so.
SupiiAnnii
vor 5 Jahren
„meine tante heiratet morgen auch, am 09.09.09!!! :-)))“
3vegemite
vor 3 Jahren
„Die traurigste und deprimierendste Melodie aller Zeiten…wenn ich dabei ganz fest die Augen schließe, das erste an das ich denke ist ein ausgehungerter Wellensittich in einem Käfig…oder eine „Indoor-Katze“ …keine Ahnung warum… :-D *Don’t marry, be happy*“
TheDrama doll
vor 4 Jahren
„i cried… it brings me the most beautiful and sincere emotions… <3“
Benjamin Lubanski
vor 5 Jahren
„es ist schön, aber zum einen jagt mir das stück ziemlich große angst ein*schaudder* net das ich angst vor dem heiraten hab, es klingt aber irgendwie bedrohlich kA einfach gruselig…“
AndreaMimi
vor 5 Jahren
„Das Lied gefällt mir sehr gut.“
Gut gefällt mir außerdem die Beschreibung des Regisseurs des Videos:
„Nachdem ich schon öfters danach angefragt wurde darf ich ihnen hier den Hochzeitsmarsch auf meinem Kanal präsentieren. Sie sehen hier Aufnahmen aus Weingarten und vom Bodensee. (bei Ravensburg) Für die Musik habe ich eine Lizenz. Ausserdem auf meinem Kanal : kleine Nachtmusik, Serenata, Nocturna, Moldau, Mondscheinsonate, La Traviata, Messias, Wassermusik, 5 Symphonie, Air Suite, Blumenwalzer, Brandenburgisches Konzert,“
Und natürlich die Schnitttechnik.
16. September 2014
Seit vierundzwanzig Stunden in meinem Kopf. Ich kannte das bis gestern nicht. Vielleicht weil ich Zweitausendneun nie den Fernseher angemacht habe, wo es in Kulturbeiträgen erwähnt worden ist. Dieses anrührende Stück Musik wird wohl das einzige sein und bleiben, das ich hören mag, das von Campino kommt. Alleine ist er nicht so hörenswert in dem Song. Sie aber schon. Und zu zweit ein Traum. Die Liebe ist vorbei, eine, die nie von beiden bekannt wurde. Aber man macht nicht einfach so so ein Lied. Und so ein Video. Wim Wenders hat es gedreht. Ein paar Szenen sind mir zu klischeehaft. Wie sie aus ihren Absatzschuhen streift und der Laufsteggang. Auch die Musiker zu sehen, bringt eigentlich nicht viel in dem Zusammenhang. So ein bißchen alibihaft. Man hört sie ja. Wie schön die spielen können. Ich kann mit der Krawallmusik von der Gruppe gar nichts anfangen, die ganze Poserei ist mir zu viel. (Außerdem war ich immer Ärzte. Obwohl der Vergleich natürlich unzulässig ist.) Man merkt schon, das ist ein langer Disclaimer, weil ich es eigentlich ganz unangemessen finde, dass da links oben in der Titelzeile Die Toten Hosen steht. Aber ich muss dieses eine Lied würdigen. Großartig. Hinreißend. Und das heisere Kratzen in der weiblichen Stimme.
16. September 2014
Seit vierundzwanzig Stunden in meinem Kopf. Ich kannte das bis gestern nicht. Vielleicht weil ich Zweitausendneun nie den Fernseher angemacht habe, wo es in Kulturbeiträgen erwähnt worden ist. Dieses anrührende Stück Musik wird wohl das einzige sein und bleiben, das ich hören mag, das von Campino kommt. Alleine ist er nicht so hörenswert in dem Song. Sie aber schon. Und zu zweit ein Traum. Die Liebe ist vorbei, eine, die nie von beiden bekannt wurde. Aber man macht nicht einfach so so ein Lied. Und so ein Video. Wim Wenders hat es gedreht. Ein paar Szenen sind mir zu klischeehaft. Wie sie aus ihren Absatzschuhen streift und der Laufsteggang. Auch die Musiker zu sehen, bringt eigentlich nicht viel in dem Zusammenhang. So ein bißchen alibihaft. Man hört sie ja. Wie schön die spielen können. Ich kann mit der Krawallmusik von der Gruppe gar nichts anfangen, die ganze Poserei ist mir zu viel. (Außerdem war ich immer Ärzte. Obwohl der Vergleich natürlich unzulässig ist.) Man merkt schon, das ist ein langer Disclaimer, weil ich es eigentlich ganz unangemessen finde, dass da links oben in der Titelzeile Die Toten Hosen steht. Aber ich muss dieses eine Lied würdigen. Großartig. Hinreißend. Und das heisere Kratzen in der weiblichen Stimme.
15. September 2014
Am sympathischsten sind mir persönlich ja Deko-Buddhisten. Neues Wort gelernt! Ich glaube das Copyright liegt bei Guido Maria Kretschmer. Also so Leute, die sich so einen Buddha-Kopf für die Wohnung holen, weil es sich irgendwie dekorativ macht, und so ein bißchen an diese sauteuren Ayurveda-Wellness-Tempel in Südostasien und so weiter erinnert, die man sich ja normalerweise nicht leisten kann. Das ist sogar für mich ein total nachvollziehbarer Ansatz. Ich bin ja in Wohnungsdekorations-Fragen auch immer sehr achtsam.
Anderes Problem heute: ich bin weder mit dem einen, noch dem anderen Zeigefinger in ein biometrisches System gekommen, das mich eigentlich kennen müsste. Ich ahne auch, woran es liegt. Man muss bei solchen Systemen immer zwei Finger einscannen, falls man mal an einem eine Verletzung hat. Nun sind bei mir beide Fingerkuppen leicht beeinträchtigt, weil ich beim Renovieren dauernd irgendeinen Kratzer abkriege. Oder anderes. Gestern ist mir – obwohl ich gar nicht gepinselt habe – der Farbtopf mit der Heizkörperfarbe umgekippt und hat sich auf den Teppich ergossen. Dann musste ich den kleinen Farbsee aufsaugen und dann den Fleck bearbeiten. Obwohl die Farbe nicht stinkt und auch nicht unangenehm ausdünstet, ist sie nicht als Hautpflege geeignet. Ich hatte über ungefähr eine dreiviertel Stunde Fleckenbearbeitung die Farbe auf der Handfläche. Und musste die Haut danach mit Topfreiniger bearbeiten. Das hat wohl eine leichte Irritation verursacht, und heute schuppt sich die Haut da so ein bißchen. Also bin ich wegen kleinen Hautkrustenschuppen an den Fingerspitzen nicht in das biometrische System gekommen. Und wer hat Schuld? Die Immobilienspekulation!
15. September 2014
Am sympathischsten sind mir persönlich ja Deko-Buddhisten. Neues Wort gelernt! Ich glaube das Copyright liegt bei Guido Maria Kretschmer. Also so Leute, die sich so einen Buddha-Kopf für die Wohnung holen, weil es sich irgendwie dekorativ macht, und so ein bißchen an diese sauteuren Ayurveda-Wellness-Tempel in Südostasien und so weiter erinnert, die man sich ja normalerweise nicht leisten kann. Das ist sogar für mich ein total nachvollziehbarer Ansatz. Ich bin ja in Wohnungsdekorations-Fragen auch immer sehr achtsam.
Anderes Problem heute: ich bin weder mit dem einen, noch dem anderen Zeigefinger in ein biometrisches System gekommen, das mich eigentlich kennen müsste. Ich ahne auch, woran es liegt. Man muss bei solchen Systemen immer zwei Finger einscannen, falls man mal an einem eine Verletzung hat. Nun sind bei mir beide Fingerkuppen leicht beeinträchtigt, weil ich beim Renovieren dauernd irgendeinen Kratzer abkriege. Oder anderes. Gestern ist mir – obwohl ich gar nicht gepinselt habe – der Farbtopf mit der Heizkörperfarbe umgekippt und hat sich auf den Teppich ergossen. Dann musste ich den kleinen Farbsee aufsaugen und dann den Fleck bearbeiten. Obwohl die Farbe nicht stinkt und auch nicht unangenehm ausdünstet, ist sie nicht als Hautpflege geeignet. Ich hatte über ungefähr eine dreiviertel Stunde Fleckenbearbeitung die Farbe auf der Handfläche. Und musste die Haut danach mit Topfreiniger bearbeiten. Das hat wohl eine leichte Irritation verursacht, und heute schuppt sich die Haut da so ein bißchen. Also bin ich wegen kleinen Hautkrustenschuppen an den Fingerspitzen nicht in das biometrische System gekommen. Und wer hat Schuld? Die Immobilienspekulation!
01. September 2014

Eine Aufnahme vom Juni. 19. Juni 2014. Aufgenommen in der Galerie Hiltawsky, hier um die Ecke in der Tucholskystraße. Der Berliner Fotograf Peter Brüchmann wurde mit seinen Bildern gezeigt. Eines davon war das da oben von Veruschka von Lehndorff. Vielleicht Mitte der Sechziger Jahre entstanden. Vielleicht um die Zeit, als ich auf die Welt kam. Komme mir gerade vor wie eine Moderatorin, die nach einer möglichst eleganten Überleitung von einem Thema zum anderen sucht. Kurz und gut: ich habe in den Bildern der letzten Wochen und Monate, die nie hochgeladen wurden (aber noch irgendwann werden), nach einem gesucht, in dem ich mich wiederfinde. Mit meinem gegenwärtigen Geistes- und Befindlichkeitszustand. Denn immer wenn ein Lebensjahr vorbei ist und ein neues anbricht, besinnt man sich noch mehr auf sich selbst als sowieso schon. So habe ich dieses Bild vom 19. Juni, aus um die Eintausenddreihundertirgendwas gefischt, die noch keiner kennt. Weil es gerade andere Prioritäten gibt, als Bilder zu sichten und zu optimieren und hochzuladen. Ich sitze gerade in meinem fertig renovierten Wohnzimmer und mache einen Eintrag zu meinem letzten Geburtstag, der an erster Stelle die Zahl Vier hat. Das macht mir keinen Kummer oder Bedenken oder dergleichen. Ich bin froh und glücklich, so gesund so alt geworden zu sein. Und noch Neugier auf das Leben zu haben, auf alles was da kommen mag. Wenn das neunundvierzigste Jahr vollendet ist, beginnt das fünfzigste Lebensjahr. Und es ist schön, es erleben zu dürfen. Aber ich wiederhole mich. Na und! Ich trinke noch ein bißchen was und gehe dann schlafen. Weiß noch gar nicht, was ich morgen nach dem Schlafen anstelle, zur Feier des Tages. Vielleicht ist das Wetter trockener als die Vorhersage, dann lasse ich mal den Pinsel Pinsel sein und mache vielleicht einen kleinen Ausflug. Mit Fotos. Aber die gibt es dann erst später. Viel später. Wenn ich mit der Küche fertig bin. Und mit den Bildern aus Wien, die ich einfach beiseite gelegt habe, weil mir diese Renoviererei dazwischen kam, ungeplant. Und danach die Bilder von Michael Ballhaus und Christian Brückner. Und danach noch andere. Und so weiter. Immer so weiter. Usw… usf. … Gute Nacht.
11. September 2014
Erst Dietmar Schönherr und nun Blacky. Ich muss gestehen, wenn ich Aufnahmen von Blacky sehe, wo er so die ersten grauen Schläfen bekommen hat, bin ich schon sehr verliebt. Immer schon. Ich kann mich an keine Zeit erinnern, wo ich ihn nicht gemocht hätte. Blacky Fuchsberger war ein – wie sagt der Amerikaner – household name? Was ich auch interessant fand, dass meine Eltern und mein Bruder ihn auch total mochten. Kann man ihn überhaupt nicht gemocht haben? War man da nicht irgendwie psychisch gestört? Wenn sich meine Leser/innen jemals gefragt haben, welchen Typ Mann ich attraktiv finde, kann ich ohne weiteres antworten: Blacky Fuchsberger ab 35+. Und im hohen Alter hat er sich auch noch gut gehalten. Auch als Grandseigneur war er immer noch attraktiver als jeder andere seiner Altersgruppe. Ach Blacky. Irgendwann muss ja mal Schluss sein. Was ich auch noch an ihm gemocht habe war, dass er wie auch Dietmar Schönherr, eine widerspenstige Ader hatte und eine sehr attraktive Frau. Ich hatte einfach überhaupt nichts an ihm auszusetzen. Genau wie an Dietmar Schönherr. Ich bin nämlich zum Beispiel manchmal leicht verärgert, wenn für meinen Geschmack mittelmäßig attraktive Frauen für meinen Geschmack hochattraktive Männer kriegen. Aber hier war das nicht der Fall. Vivi hätte mir auch gefallen, die war mir ja sowieso die Liebste und Gundel war auch sehr attraktiv. Sie hatten meinen Segen. Es muss irgendwie passen, sonst habe ich das Gefühl, dass das Universum mich für dumm verkaufen will. Aus meinen Einlassungen spricht natürlich auch, wenn man jetzt psychologisch gut geschult ist, eine gewisse Erfahrung, also – äh – äm – na ja egal, das würde jetzt zu weit führen, oder zu persönlich oder aufdeckend werden. Also ich kannte mal einen – jemanden – einige – mehrere – diverse… na ja. Jedenfalls hätte ich Blacky nicht von der Bettkante usw. usf. Natürlich auch wegen seines hervorragenden Charakters. Sicher werden viele angemessenere Nachrufe verfasst werden, aber ich komme eben auch nicht daran vorbei zu sagen, dass ich Blacky Fuchsberger von Herzen gerne gehabt habe. Wie wir eben alle. Ich will mal schauen, ob ich einen Filmausschnitt finde, wo er mir besonders gut gefällt.
10. September 2014
11. September 2014
Erst Dietmar Schönherr und nun Blacky. Ich muss gestehen, wenn ich Aufnahmen von Blacky sehe, wo er so die ersten grauen Schläfen bekommen hat, bin ich schon sehr verliebt. Immer schon. Ich kann mich an keine Zeit erinnern, wo ich ihn nicht gemocht hätte. Blacky Fuchsberger war ein – wie sagt der Amerikaner – household name? Was ich auch interessant fand, dass meine Eltern und mein Bruder ihn auch total mochten. Kann man ihn überhaupt nicht gemocht haben? War man da nicht irgendwie psychisch gestört? Wenn sich meine Leser/innen jemals gefragt haben, welchen Typ Mann ich attraktiv finde, kann ich ohne weiteres antworten: Blacky Fuchsberger ab 35+. Und im hohen Alter hat er sich auch noch gut gehalten. Auch als Grandseigneur war er immer noch attraktiver als jeder andere seiner Altersgruppe. Ach Blacky. Irgendwann muss ja mal Schluss sein. Was ich auch noch an ihm gemocht habe war, dass er wie auch Dietmar Schönherr, eine widerspenstige Ader hatte und eine sehr attraktive Frau. Ich hatte einfach überhaupt nichts an ihm auszusetzen. Genau wie an Dietmar Schönherr. Ich bin nämlich zum Beispiel manchmal leicht verärgert, wenn für meinen Geschmack mittelmäßig attraktive Frauen für meinen Geschmack hochattraktive Männer kriegen. Aber hier war das nicht der Fall. Vivi hätte mir auch gefallen, die war mir ja sowieso die Liebste und Gundel war auch sehr attraktiv. Sie hatten meinen Segen. Es muss irgendwie passen, sonst habe ich das Gefühl, dass das Universum mich für dumm verkaufen will. Aus meinen Einlassungen spricht natürlich auch, wenn man jetzt psychologisch gut geschult ist, eine gewisse Erfahrung, also – äh – äm – na ja egal, das würde jetzt zu weit führen, oder zu persönlich oder aufdeckend werden. Also ich kannte mal einen – jemanden – einige – mehrere – diverse… na ja. Jedenfalls hätte ich Blacky nicht von der Bettkante usw. usf. Natürlich auch wegen seines hervorragenden Charakters. Sicher werden viele angemessenere Nachrufe verfasst werden, aber ich komme eben auch nicht daran vorbei zu sagen, dass ich Blacky Fuchsberger von Herzen gerne gehabt habe. Wie wir eben alle. Ich will mal schauen, ob ich einen Filmausschnitt finde, wo er mir besonders gut gefällt.
10. September 2014
08. September 2014
Neues Motto. Nebenmotto. „Mut zur Lücke“. „Go with the Flow“ und „Mut zur Lücke“. Ich bin gerade ganz stark am Überlegen, ob ich mir das Streichen vom Fensterrahmen vom Schlafzimmerfenster nicht schenke, so ein grelles Weiß würde da sowieso nicht passen, und stattdessen einfach mal gründlich schrubbe. Mit Seifenwasser und Topfreiniger den Film abwasche, so dass am Ende ein zart vergilbter aber blitzeblanker Fensterrahmen übrig bleibt. Die Scheibe würde ich natürlich auch putzen. Habe mir sogar unlängst Fensterreiniger geholt. Ein Wundermittel! Sogar hartnäckige Flecken verschwinden aus dem Teppich (außer Rost, leider). Man spritzt die blaue, durchsichtige Flüssigkeit auf die Scheibe, da ist so ein Zerstäuber dran, und wischt mit einem trockenen Tuch gleich hinterher. Ein- bis zweimal langt. Glasklar! Unglaublich. Ein Jammer, dass ich dieses Putzmittel nicht früher entdeckt habe. Da ist Fensterputzen ja gar nicht mehr so schlimm, wie die ganze tropfende Sauerei mit dem Wasser, wo am Ende dann doch immer Schlieren übrig bleiben. Ich hasse Fensterputzen! Aber mit so einem Reiniger – ein Kinderspiel! Ich könnte direkt dafür Reklame machen! Zum Beispiel könnte ich mit meiner neuen HD-Kamera und meinem neuen Ultra-HD-Computer einen schicken Werbefilm für Glasreiniger drehen! In meiner Wohnung natürlich. Den Film könnte ich dann auch gleich der Maklerin zur Verfügung stellen, dann sieht ihre Kundschaft gleich, wie die Wohnung – zumindest im Fensterbereich ausschaut – und dass ich ich stets für einen „gepflegten Zustand“ sorge, wie es ja schon im Exposé behauptet wird.
Heute nach dem Aufstehen habe ich noch vor meinem Termin bei der Hausärztin (die Auswertung von der Blutprobe und Impfung gegen Kinderlähmung und Diphterie) das kleine, quadratische Fenster im Bad geschrubbt und anschließend gestrichen. Also den ersten Anstrich. Idealerweise macht man ja drei. Zumindest bei der Farbe von Obi, die ich nehme. Aber ich belasse es jetzt bei zwei mal. Mut zur Lücke! Am oberen Rahmen sieht man ein bißchen die horizontalen Pinselstriche, da könnte man noch mal drüber. Aber so ein paar Unregelmäßigkeiten haben ja auch Charme. Das ist eben der „Human Touch“. An der Ecke habe ich auch ein bißchen an der Decke gepinselt. Sieht ein bißchen archaisch aus, weil das Weiß natürlich vom sehr gebrochenen nicht-mehr-Weiß von vor siebzehn Jahren, als das gestrichen wurde, ein bißchen absticht, obwohl ich mich um einen fließenden Übergang bemüht habe. Aber das ist praktisch gar nicht zu schaffen. Mut zur Lücke!
Dann war ich bei meiner Hausärztin im Ärztehaus am Rosenthaler Platz. Ich habe ihr gleich das „Screening“, auch so eine Standard-Untersuchung gegen Hautkrebs, ausgeredet, weil ich ja im letzten Juni, also 2013 meine ich, bei einer Hautärztin war, um was weglasern zu lassen, und da hat die mich ja wohl gründlich untersucht, gehe ich mal davon aus! Dann hat sie Blutdruck gemessen, 120 zu irgendwas, jedenfalls wohl total in Ordnung. Dann gab es in den rechten Oberarm die Kinderlähmungsimpfung und in den linken gegen Diphterie. Und Pflaster drauf. Und dann hat sie mir die Auswertung meiner Blutprobe berichtet. Schilddrüse einwandfrei. Blutzucker einwandfrei. Cholesterin einwandfrei. Kein Herzinfarktrisiko! Aber ich sollte mal darüber nachdenken, ob ich nicht vielleicht doch mal ein bißchen Sport machen wollte. Sie hat mich gefragt, ob ich irgendeinen Sport mache. Weil es mir etwas peinlich war, dass ich eben keinen handelsüblichen Sport treibe, wollte ich ihr weismachen, und eigentlich bin ich auch der Meinung, dass es sich dabei um eine kurze Sporteinheit handelt, dass es ja auch irgendwie Sport ist, wenn ich es morgens eilig habe, sehr zügig zur S-Bahn laufe. Und auch das Einkaufen immer zu Fuß erledige. Mit schweren Einkaufstüten. Hm. So ganz zufrieden war sie mit meiner Sportart nicht. „Nur ein bißchen mehr!“ Das wäre in meinem Alter wichtig, das empfiehlt auch die WHO! Ich glaube, sie hat bestimmt recht. Aber es ist wirklich so, dass ich gerne sehr lange Strecken bei meinen täglichen Besorgungen zu Fuß erledige. Und ich laufe ziemlich schnell! Oft sind die Touristen, gerade die händchenhaltenden Liebespärchen auf Urlaub am Hackeschen Markt, ein bißchen irritiert, habe ich so das Gefühl, dass ich ungefähr doppelt so schnell da rum laufe. Also gut, das ist dann eben kein Sport. Mut zur Lücke! Aber sonst alles tipptopp. Jetzt mache ich mal eine längere Pause für heute, und faulenze. Habe ich mir eigentlich auch verdient.
P.S. da fällt mir noch ein: wo sie das mit der Schilddrüse gesagt hat, dass die einwandfreie Werte hat, musste ich ihr erzählen, dass mir ein Arzt, ein Facharzt für Schilddrüsenerkrankungen, als ich ungefähr 14 war und oft sehr müde, eine schwerwiegende Unterfunktion diagnostiziert hat und mir eröffnete, ich müsste bei dieser schweren Unterfunktion bis zum Ende meines Lebens (es hatte ja gerade erst angefangen und er sprach schon vom Ende) Hormone einnehmen, um das auszugleichen, sonst würde ich – und das sei so sicher wie das Amen in der Kirche – einen Kropf kriegen. Ich habe dann brav ungefähr vier oder sechs Wochen L-Thyroxin Hennig oder so ähnlich, geschluckt und überhaupt keine Veränderung feststellen können. Dann habe ich eigenmächtig beschlossen, dass Tabletten, die keine Verbesserung meines Wohlbefindens erkennen lassen, eigentlich auch ungeschluckt bleiben können. Ich würde dann ja merken, wenn der angedrohte Kropf zu wachsen anfängt, das würde ich einfach todesmutig riskieren. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals Beschwerden in der Richtung bekommen hätte. Bis heute nicht. Und auch noch konnte ich mir nicht verkneifen, ihr mitzuteilen, dass ich mich besonders über die Cholesterin-Werte freue, da ich ausgesprochen viel Schlagsahne und Butter konsumiere. Glaube ich sowieso nicht dran, dass diese beiden hervorragenden Geschmacksträger mir schaden. Wenn der Fettpegel erreicht ist, höre ich schon von selber auf zu essen. Ansonsten übrigens falscher Wetterbericht für Berlin. Es war die letzten Tage immer wieder schön sonnig, nicht regnerisch. Gefilmt habe ich noch nicht mit der neuen Kamera, außer mal gleich nach dem Kauf einen Test. Ich kann mich nicht zerteilen! Sie wissen schon: Mut z. usw.
P.P.S. das ist der Fensterreiniger. Von Aldi, der blaue („Meeresfrisch“). „Leider liegen noch keine Nährwertangaben vor.“
08. September 2014
Neues Motto. Nebenmotto. „Mut zur Lücke“. „Go with the Flow“ und „Mut zur Lücke“. Ich bin gerade ganz stark am Überlegen, ob ich mir das Streichen vom Fensterrahmen vom Schlafzimmerfenster nicht schenke, so ein grelles Weiß würde da sowieso nicht passen, und stattdessen einfach mal gründlich schrubbe. Mit Seifenwasser und Topfreiniger den Film abwasche, so dass am Ende ein zart vergilbter aber blitzeblanker Fensterrahmen übrig bleibt. Die Scheibe würde ich natürlich auch putzen. Habe mir sogar unlängst Fensterreiniger geholt. Ein Wundermittel! Sogar hartnäckige Flecken verschwinden aus dem Teppich (außer Rost, leider). Man spritzt die blaue, durchsichtige Flüssigkeit auf die Scheibe, da ist so ein Zerstäuber dran, und wischt mit einem trockenen Tuch gleich hinterher. Ein- bis zweimal langt. Glasklar! Unglaublich. Ein Jammer, dass ich dieses Putzmittel nicht früher entdeckt habe. Da ist Fensterputzen ja gar nicht mehr so schlimm, wie die ganze tropfende Sauerei mit dem Wasser, wo am Ende dann doch immer Schlieren übrig bleiben. Ich hasse Fensterputzen! Aber mit so einem Reiniger – ein Kinderspiel! Ich könnte direkt dafür Reklame machen! Zum Beispiel könnte ich mit meiner neuen HD-Kamera und meinem neuen Ultra-HD-Computer einen schicken Werbefilm für Glasreiniger drehen! In meiner Wohnung natürlich. Den Film könnte ich dann auch gleich der Maklerin zur Verfügung stellen, dann sieht ihre Kundschaft gleich, wie die Wohnung – zumindest im Fensterbereich ausschaut – und dass ich ich stets für einen „gepflegten Zustand“ sorge, wie es ja schon im Exposé behauptet wird.
Heute nach dem Aufstehen habe ich noch vor meinem Termin bei der Hausärztin (die Auswertung von der Blutprobe und Impfung gegen Kinderlähmung und Diphterie) das kleine, quadratische Fenster im Bad geschrubbt und anschließend gestrichen. Also den ersten Anstrich. Idealerweise macht man ja drei. Zumindest bei der Farbe von Obi, die ich nehme. Aber ich belasse es jetzt bei zwei mal. Mut zur Lücke! Am oberen Rahmen sieht man ein bißchen die horizontalen Pinselstriche, da könnte man noch mal drüber. Aber so ein paar Unregelmäßigkeiten haben ja auch Charme. Das ist eben der „Human Touch“. An der Ecke habe ich auch ein bißchen an der Decke gepinselt. Sieht ein bißchen archaisch aus, weil das Weiß natürlich vom sehr gebrochenen nicht-mehr-Weiß von vor siebzehn Jahren, als das gestrichen wurde, ein bißchen absticht, obwohl ich mich um einen fließenden Übergang bemüht habe. Aber das ist praktisch gar nicht zu schaffen. Mut zur Lücke!
Dann war ich bei meiner Hausärztin im Ärztehaus am Rosenthaler Platz. Ich habe ihr gleich das „Screening“, auch so eine Standard-Untersuchung gegen Hautkrebs, ausgeredet, weil ich ja im letzten Juni, also 2013 meine ich, bei einer Hautärztin war, um was weglasern zu lassen, und da hat die mich ja wohl gründlich untersucht, gehe ich mal davon aus! Dann hat sie Blutdruck gemessen, 120 zu irgendwas, jedenfalls wohl total in Ordnung. Dann gab es in den rechten Oberarm die Kinderlähmungsimpfung und in den linken gegen Diphterie. Und Pflaster drauf. Und dann hat sie mir die Auswertung meiner Blutprobe berichtet. Schilddrüse einwandfrei. Blutzucker einwandfrei. Cholesterin einwandfrei. Kein Herzinfarktrisiko! Aber ich sollte mal darüber nachdenken, ob ich nicht vielleicht doch mal ein bißchen Sport machen wollte. Sie hat mich gefragt, ob ich irgendeinen Sport mache. Weil es mir etwas peinlich war, dass ich eben keinen handelsüblichen Sport treibe, wollte ich ihr weismachen, und eigentlich bin ich auch der Meinung, dass es sich dabei um eine kurze Sporteinheit handelt, dass es ja auch irgendwie Sport ist, wenn ich es morgens eilig habe, sehr zügig zur S-Bahn laufe. Und auch das Einkaufen immer zu Fuß erledige. Mit schweren Einkaufstüten. Hm. So ganz zufrieden war sie mit meiner Sportart nicht. „Nur ein bißchen mehr!“ Das wäre in meinem Alter wichtig, das empfiehlt auch die WHO! Ich glaube, sie hat bestimmt recht. Aber es ist wirklich so, dass ich gerne sehr lange Strecken bei meinen täglichen Besorgungen zu Fuß erledige. Und ich laufe ziemlich schnell! Oft sind die Touristen, gerade die händchenhaltenden Liebespärchen auf Urlaub am Hackeschen Markt, ein bißchen irritiert, habe ich so das Gefühl, dass ich ungefähr doppelt so schnell da rum laufe. Also gut, das ist dann eben kein Sport. Mut zur Lücke! Aber sonst alles tipptopp. Jetzt mache ich mal eine längere Pause für heute, und faulenze. Habe ich mir eigentlich auch verdient.
P.S. da fällt mir noch ein: wo sie das mit der Schilddrüse gesagt hat, dass die einwandfreie Werte hat, musste ich ihr erzählen, dass mir ein Arzt, ein Facharzt für Schilddrüsenerkrankungen, als ich ungefähr 14 war und oft sehr müde, eine schwerwiegende Unterfunktion diagnostiziert hat und mir eröffnete, ich müsste bei dieser schweren Unterfunktion bis zum Ende meines Lebens (es hatte ja gerade erst angefangen und er sprach schon vom Ende) Hormone einnehmen, um das auszugleichen, sonst würde ich – und das sei so sicher wie das Amen in der Kirche – einen Kropf kriegen. Ich habe dann brav ungefähr vier oder sechs Wochen L-Thyroxin Hennig oder so ähnlich, geschluckt und überhaupt keine Veränderung feststellen können. Dann habe ich eigenmächtig beschlossen, dass Tabletten, die keine Verbesserung meines Wohlbefindens erkennen lassen, eigentlich auch ungeschluckt bleiben können. Ich würde dann ja merken, wenn der angedrohte Kropf zu wachsen anfängt, das würde ich einfach todesmutig riskieren. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals Beschwerden in der Richtung bekommen hätte. Bis heute nicht. Und auch noch konnte ich mir nicht verkneifen, ihr mitzuteilen, dass ich mich besonders über die Cholesterin-Werte freue, da ich ausgesprochen viel Schlagsahne und Butter konsumiere. Glaube ich sowieso nicht dran, dass diese beiden hervorragenden Geschmacksträger mir schaden. Wenn der Fettpegel erreicht ist, höre ich schon von selber auf zu essen. Ansonsten übrigens falscher Wetterbericht für Berlin. Es war die letzten Tage immer wieder schön sonnig, nicht regnerisch. Gefilmt habe ich noch nicht mit der neuen Kamera, außer mal gleich nach dem Kauf einen Test. Ich kann mich nicht zerteilen! Sie wissen schon: Mut z. usw.
P.P.S. das ist der Fensterreiniger. Von Aldi, der blaue („Meeresfrisch“). „Leider liegen noch keine Nährwertangaben vor.“
07. September 2014
Erster Eintrag neue Schreibmaschine. Bildmaschine. Kommunikationsmaschine. Die letzten ca. 35 Stunden waren bestimmt von einer Fehlermeldung auf meinem letzten XP-Rechner, nachdem ich Lightworks installliert hatte, oder es genauer: versucht habe. Vor- vorgestern eine neue Kamera geholt, die viel kann. Man muss dann irgendwann kapitulieren und begreifen, dass man nicht an diesem alten Betriebssystem festhalten kann, das zwar seinerzeit auf einem sehr fortschrittlichen Rechner installiert war – aber was sind acht Jahre in Computerlichtjahren. Beinah kam mir die Meldung „NTLDR fehlt“ recht. Doch. Sie kam nicht so ungelegen. Denn ich bin jemand, der, die nicht einfach so neue Geräte kauft, wenn die alten noch in jeder Hinsicht funktionieren. Auch wenn ich insgeheim weiß, dass ich mich mit einem zunehmend altertümlichen Standard beschäftige. Und nun war es also so weit. Weil ich ein Schnittprogramm für die Full-HD-fähige Kamera brauchte, sonst hätte ich den Apparat ja nicht kaufen müssen. Und nun habe ich den ganzen Samstag damit verbracht, mir die neue Schreib- und Bildmaschine zurechtzukonfigurieren. Damit sie das Look & Feel bekommt, das mir angenehm ist. Was bedeutet, viel zu reduzieren und zu deaktivieren, was die Darstellung und Audio-Ergeignisse angeht. Mein Desktop ist jetzt komplett leer, so wie ich es gerne habe. Die wenigen Programme, die ich anwende, sind links unten als kleine Symbole. (u. „Taskleiste automatisch ausblenden“) Kein bunter Kästchen-Quatsch. Und dass man da auch auf dem Monitor herumwischen kann, ignoriere ich einfach. Ich mag keine Fingerabdrücke auf Scheiben. Außerdem mache ich sowieso alles, außer Texte tippen, mit der Maus. Der Sound von erwünschten Dateien, Musikdateien, ist viel besser als von meinem kleinen Samsung Q35 vorher. Der sehr nette Samsung-Mitarbeiter von Saturn hat sich am Vormittag noch ausgiebig damit befasst, die Festplatte aus- und wieder einzubauen, um die Daten zu retten. U. a. die Wien-Bilder und die von Michael Ballhaus, von denen ich verschlafen habe, rechtzeitig das backup zu machen. Hat nichts extra gekostet. Ich bin fünf nach zehn in den Laden am Alex gegangen. Habe mein Problem erzählt. Und das neue Notebook gekauft. Und das Angebot angenommen, meine Daten in dieser sehr aufwändigen Aktion retten zu lassen. Ich gehe seit ich da wohne, seit 1999, in den Laden und bin heute sehr glücklich heimgegangen, nach der leichten Panik, die man so hat, wenn man Dateien verloren glaubt, an denen das Herz hängt.
07. September 2014
Erster Eintrag neue Schreibmaschine. Bildmaschine. Kommunikationsmaschine. Die letzten ca. 35 Stunden waren bestimmt von einer Fehlermeldung auf meinem letzten XP-Rechner, nachdem ich Lightworks installliert hatte, oder es genauer: versucht habe. Vor- vorgestern eine neue Kamera geholt, die viel kann. Man muss dann irgendwann kapitulieren und begreifen, dass man nicht an diesem alten Betriebssystem festhalten kann, das zwar seinerzeit auf einem sehr fortschrittlichen Rechner installiert war – aber was sind acht Jahre in Computerlichtjahren. Beinah kam mir die Meldung „NTLDR fehlt“ recht. Doch. Sie kam nicht so ungelegen. Denn ich bin jemand, der, die nicht einfach so neue Geräte kauft, wenn die alten noch in jeder Hinsicht funktionieren. Auch wenn ich insgeheim weiß, dass ich mich mit einem zunehmend altertümlichen Standard beschäftige. Und nun war es also so weit. Weil ich ein Schnittprogramm für die Full-HD-fähige Kamera brauchte, sonst hätte ich den Apparat ja nicht kaufen müssen. Und nun habe ich den ganzen Samstag damit verbracht, mir die neue Schreib- und Bildmaschine zurechtzukonfigurieren. Damit sie das Look & Feel bekommt, das mir angenehm ist. Was bedeutet, viel zu reduzieren und zu deaktivieren, was die Darstellung und Audio-Ergeignisse angeht. Mein Desktop ist jetzt komplett leer, so wie ich es gerne habe. Die wenigen Programme, die ich anwende, sind links unten als kleine Symbole. (u. „Taskleiste automatisch ausblenden“) Kein bunter Kästchen-Quatsch. Und dass man da auch auf dem Monitor herumwischen kann, ignoriere ich einfach. Ich mag keine Fingerabdrücke auf Scheiben. Außerdem mache ich sowieso alles, außer Texte tippen, mit der Maus. Der Sound von erwünschten Dateien, Musikdateien, ist viel besser als von meinem kleinen Samsung Q35 vorher. Der sehr nette Samsung-Mitarbeiter von Saturn hat sich am Vormittag noch ausgiebig damit befasst, die Festplatte aus- und wieder einzubauen, um die Daten zu retten. U. a. die Wien-Bilder und die von Michael Ballhaus, von denen ich verschlafen habe, rechtzeitig das backup zu machen. Hat nichts extra gekostet. Ich bin fünf nach zehn in den Laden am Alex gegangen. Habe mein Problem erzählt. Und das neue Notebook gekauft. Und das Angebot angenommen, meine Daten in dieser sehr aufwändigen Aktion retten zu lassen. Ich gehe seit ich da wohne, seit 1999, in den Laden und bin heute sehr glücklich heimgegangen, nach der leichten Panik, die man so hat, wenn man Dateien verloren glaubt, an denen das Herz hängt.
04. September 2014
Jetzt schnell, bevor ich wieder alles komplett vergesse. Ich war also auf dem Papier verheiratet oder geschieden, mit einem Mann, der mir mitgeteilt hat, dass sich nun mein Name zu „Voe“ oder „Voeh“ ändern muss, weil sich seiner auch ändert und das Gesetz ist. Seiner ändert sich, weil er endlich nach langer Zeit endlich wieder seinen „Mädchennamen“ führen darf, nachdem er das schon vor etlichen Jahren beantragt hat. Bis dahin hatte er den Namen seiner ersten Frau. Und durch die Vermählung mit ihm hatte ich dann auch den Namen der ersten Frau. Nach der Scheidung von ihr hat er den Namen aber beibehalten und somit hatte ich bis dato über zwei Ecken den Namen seiner Frau. Nun aber wird ja alles rückgängig gemacht und er heißt jetzt standesamtlich wieder „Voe“ oder „Voeh“ und deswegen muss ich jetzt auch so heißen, weil man sich ja seinerzeit bei der Eheschließung auf seinen Namen geeinigt hatte und das unverändert gilt, obwohl wir nun getrennt leben. Sie können folgen? Ja, es ist nun einmal kompliziert, ich kann nichts dafür! Jedenfalls habe ich akzeptiert, dass ich mich nun in mein Schicksal fügen muss und ab sofort „Voe“ oder „Voeh“ heißen werde und schickte mich an, das meinem Arbeitgeber mitzuteilen. Es wurde dann auch zügig ein neues Namensschild an meinem Büro angeschraubt.
Wegen dieser ganzen bürokratischen Geschichte bin ich dann etwas später, als beabsichtigt, in das Büro mit dem neuen Schild gekommen. Was ich aber locker gesehen habe, weil ich ja keinen Termin hatte, an dem Tag. Dachte ich wenigstens bis dahin. Eine mir vorgesetzte Kollegin hat mir dann aber mitgeteilt, dass unser gemeinsamer Chef schon auf mich gewartet hätte. Ja, er hätte sich sogar die Mühe gemacht, bis 9:30 Uhr an der Eingangstür auf mich zu warten, bis es ihm dann aber zu bunt geworden wäre, weil ich immer noch nicht da war. Das hat mich sehr überrascht, weil der Chef normalerweise nie irgendwo auf einen wartet oder sich für den genauen Arbeitsbeginn interessiert. Aber an genau dem Tag war es anders! Die vorgesetzte Kollegin hat mich dann informiert, dass ich an dem Tag am Nachmittag, so gegen 14:45 Uhr einen Termin mit meinem Chef und einem Bewerber hätte. Es gäbe ein Bewerbungsgespräch, für jemanden, der mit mir arbeiten soll und ich soll dabei sein. Wir träfen uns „unten im Café“. Aha. Na gut.
Blöd nur, dass ich an dem Tag wegen der Eile einen etwas unglücklichen Griff in den Kleiderschrank gemacht habe. Ich blickte an mir herunter, und fand mich selber etwas unvorteilhaft angezogen. Eine helle oder weiße Schlabber-Hose mit so Marlene-Hosenbeinen, die leicht verknittert war und auch ungefähr zwei Nummern zu groß und darüber hängend ein ebenfalls weißes Oberteil mit hellem Untergrund und kleinem, beigen Leopardenmuster. Das Oberteil war so blusenartig und auch viel zu groß und irgendwie auch knitterig und hing so bis zur Hüfte über die Hose. Man konnte in keinster Weise erkennen, ob ich unter dem ganzen Walla Walla Konfektionsgröße vierzig oder fünfzig habe. Es war ein einziges Stoffgewalle. Jedenfalls war ich nicht von meiner Wahl begeistert und dachte, ich bringe es irgendwie hinter mich. Muss ich eben umso freundlicher sein, um von den Klamotten abzulenken. Etwas bang war mir auch, weil die Kollegin meinte, der Chef wäre sehr verärgert gewesen, weil ich nicht zeitig zur Arbeit erschienen wäre. Dann hatte ich den Einfall, ich könnte ja als Entschuldigung erklären, dass ich daheim noch meinen neuen Namen hätte üben müssen, weil ich den noch nicht kann, also die Unterschrift. „Voe“ oder „Voeh“. Das müsste eigentlich doch als Entschuldigung gelten dürfen. Ich wartete also in meinem Büro mit dem neuen Schild und gewöhnte mich gedanklich an den neuen Namen (ohne die Unterschrift zu üben, das war ja gelogen, außerdem wusste ich ja immer noch nicht genau ob mit oder ohne „h“) und dachte mir so, dass es eigentlich komisch ist, dass mein Chef ein Bewerbungsgespräch führen will, weil ich für diese Art von Bewerbungen das ja bisher immer alleine gemacht habe, und dass er doch gar nicht wüsste, worauf es ankommt. Hoffentlich blamiert er sich nicht. Aber deswegen will er mich ja wahrscheinlich dabei haben, damit ich ihm im Notfall, wenn er einen Hänger hat, soufflieren kann, worauf es ankommt. Na gut, wenn er das als neue Erfahrung an seinem Arbeitsplatz mal haben möchte, von mir aus.
Nun war es also so weit, ich musste nach unten, zum Café. Treffpunkt war wieder die Eingangstür, wo er morgens vergeblich auf mich gewartet hatte. Mein Plan war, ihn davon abzulenken, dass ich morgens für seine Begriffe zu spät gekommen bin, und das Thema auf meinen neuen Namen zu lenken. Als erstes wollte ich ihm mitteilen, dass ich nun ab sofort mit Frau Voe(h) anzusprechen bin. Weil ‚mein Mann‘ auf dem Papier seinen Namen geändert hat. Deutlich war mir in diesem Traum, dass ich dachte: „aber gefühlt bin ich überhaupt nicht verheiratet, komisch, wo der Mann herkommt“. Der Chef kommt also zur Eingangstür und ist wider Erwarten gut gelaunt und sehr nett und macht überhaupt keinen Vorwurf sondern im Gegenteil – ein Kompliment! Er deutet anerkennend auf meine schlafanzugartige Walla-Walla-Aufmachung und macht mir ein Kompliment, wie gut ich heute aussehen würde, „Dieses Outfit – Kompliment!“. Ich zweifle an meinem Gehör und Verstand bzw. an seinem. Während ich noch denke, ich habe mich wohl verhört, wiederholt er seine Anerkennung: „Das sieht sehr attraktiv aus, was Sie heute anhaben, Kompliment!“ Wir sind dann reingegangen, ins Café, zu dem Bewerber. Ich weiß aber nicht, ob er den Job gekriegt hat, weil ich dann aufgewacht bin.
Musste ich jetzt schnell mal festhalten, weil ich mir sonst nie merken kann, was ich träume. Zu den Klamotten ist noch zu sagen, dass ich mal eine solche viel zu große weiße Schlabberhose hatte und zu dem Oberteil, dass ich einen Schal, also ein Tuch habe, mit so einem Muster. Als Tuch sehr hübsch. Die Uhrzeit 14:45 war der Beginn der Filmvorführung von dem Vivian Maier-Film, wo ich an meinem Geburtstag war. Und das mit meinem „Mann auf dem Papier“ und der Trennung ist vielleicht von meiner Bunte-Lektüre gestern inspiriert. Ich habe mir ja tatsächlich, allen Ernstes, gestern die Bunte mit der Hochzeitsbilderstrecke von Brangelina gekauft. Bei Edeka im Alexa. Es gab nur noch zwei Exemplare! Da hatte ich aber Glück! Jedenfalls war in der Bunten außer den Bildern, die tatsächlich sehr hübsch sind, aber identisch mit denen, die ich schon von der gescannten Ausgabe von Hello kannte, eine kleine Meldung, die mich überrascht hat. Nicht nur wegen des Inhalts, sondern auch wegen des „Prominenten“. Da stand in einem Kästchen mit kleinem Foto, dass Neil Young nach 36 Jahren Ehe die Scheidung von Pegi eingereicht hat. Das hat mich dann doch überrascht. Hört man nicht so oft, dass sich jemand in dem Alter noch scheiden lässt, wo die doch auch so durch dick und dünn gegangen sind und er ihr jede Menge Liebeslieder, noch nach Jahren, gewidmet hat. Ich fand sie zwar rein optisch nicht sonderlich attraktiv, aber ihm musste sie ja gefallen. Sicher eine nette Frau. Nun lässt er sich scheiden, der alte Mann. Vielleicht hat er noch mal Lust auf eine Lebensveränderung. Es heißt ja er „filed for divorce“, nicht beide. Na ja, jedenfalls hätte ich in der Bunten nicht erwartet, dass man sich mit Neil Young und seinem Privatleben befasst. Ansonsten war nichts Interessantes in dem Blättchen. Vielleicht habe ich aber nicht genau genug geschaut. So, genug gebloggt, heute Vormittag!
P.S. da fällt mir noch ein, dass vielleicht eine Rolle bei der Sache mit der Angst vor dem verärgerten Chef und seiner unerwartet freundlichen Reakton spielen könnte, dass ich gestern früh in der Arztpraxis angerufen habe, wo ich am Freitag zum Blutabnehmen hin soll (so eine altersbedingt aufgenötigte Routineuntersuchung) und am Montag zur Spritze gegen Kinderlähmung und Auswertung. Wo ich neulich da war, wegen der Tetanusspritze und die Termine bekommen habe, war eine etwas überfordert wirkende, jüngere Sprechstundenhilfe da, die nicht die Zeit hatte, ihren Charme spielen zu lassen, diplomatisch ausgedrückt. Nun hatte ich den Zettel mit den genauen Terminen leider verloren und wusste die Uhrzeiten nicht mehr ganz genau und musste deswegen anrufen. Ich hatte ein bißchen die Erwartung, dass ich vielleicht von derselben Sprechstundenhilfe am Telefonapparat gerügt werde und sie mir dann leicht genervt erneut die Termine mitteilt. Es war aber ganz anders. Eine mütterlich liebevolle Stimme begrüßte mich am Telefon und nannte mir, nachdem ich mein Geburtsdatum gesagt habe, in einem warmherzigen Tonfall die beiden Termine und wünschte mir einen schönen Tag. Kommt summasummarum auf das Gleiche heraus wie das Kompliment vom Chef. Vielleicht sollte ich meine ganzen negativen Erwartungshaltungen einmal auf den Prüfstand stellen!
04. September 2014
Jetzt schnell, bevor ich wieder alles komplett vergesse. Ich war also auf dem Papier verheiratet oder geschieden, mit einem Mann, der mir mitgeteilt hat, dass sich nun mein Name zu „Voe“ oder „Voeh“ ändern muss, weil sich seiner auch ändert und das Gesetz ist. Seiner ändert sich, weil er endlich nach langer Zeit endlich wieder seinen „Mädchennamen“ führen darf, nachdem er das schon vor etlichen Jahren beantragt hat. Bis dahin hatte er den Namen seiner ersten Frau. Und durch die Vermählung mit ihm hatte ich dann auch den Namen der ersten Frau. Nach der Scheidung von ihr hat er den Namen aber beibehalten und somit hatte ich bis dato über zwei Ecken den Namen seiner Frau. Nun aber wird ja alles rückgängig gemacht und er heißt jetzt standesamtlich wieder „Voe“ oder „Voeh“ und deswegen muss ich jetzt auch so heißen, weil man sich ja seinerzeit bei der Eheschließung auf seinen Namen geeinigt hatte und das unverändert gilt, obwohl wir nun getrennt leben. Sie können folgen? Ja, es ist nun einmal kompliziert, ich kann nichts dafür! Jedenfalls habe ich akzeptiert, dass ich mich nun in mein Schicksal fügen muss und ab sofort „Voe“ oder „Voeh“ heißen werde und schickte mich an, das meinem Arbeitgeber mitzuteilen. Es wurde dann auch zügig ein neues Namensschild an meinem Büro angeschraubt.
Wegen dieser ganzen bürokratischen Geschichte bin ich dann etwas später, als beabsichtigt, in das Büro mit dem neuen Schild gekommen. Was ich aber locker gesehen habe, weil ich ja keinen Termin hatte, an dem Tag. Dachte ich wenigstens bis dahin. Eine mir vorgesetzte Kollegin hat mir dann aber mitgeteilt, dass unser gemeinsamer Chef schon auf mich gewartet hätte. Ja, er hätte sich sogar die Mühe gemacht, bis 9:30 Uhr an der Eingangstür auf mich zu warten, bis es ihm dann aber zu bunt geworden wäre, weil ich immer noch nicht da war. Das hat mich sehr überrascht, weil der Chef normalerweise nie irgendwo auf einen wartet oder sich für den genauen Arbeitsbeginn interessiert. Aber an genau dem Tag war es anders! Die vorgesetzte Kollegin hat mich dann informiert, dass ich an dem Tag am Nachmittag, so gegen 14:45 Uhr einen Termin mit meinem Chef und einem Bewerber hätte. Es gäbe ein Bewerbungsgespräch, für jemanden, der mit mir arbeiten soll und ich soll dabei sein. Wir träfen uns „unten im Café“. Aha. Na gut.
Blöd nur, dass ich an dem Tag wegen der Eile einen etwas unglücklichen Griff in den Kleiderschrank gemacht habe. Ich blickte an mir herunter, und fand mich selber etwas unvorteilhaft angezogen. Eine helle oder weiße Schlabber-Hose mit so Marlene-Hosenbeinen, die leicht verknittert war und auch ungefähr zwei Nummern zu groß und darüber hängend ein ebenfalls weißes Oberteil mit hellem Untergrund und kleinem, beigen Leopardenmuster. Das Oberteil war so blusenartig und auch viel zu groß und irgendwie auch knitterig und hing so bis zur Hüfte über die Hose. Man konnte in keinster Weise erkennen, ob ich unter dem ganzen Walla Walla Konfektionsgröße vierzig oder fünfzig habe. Es war ein einziges Stoffgewalle. Jedenfalls war ich nicht von meiner Wahl begeistert und dachte, ich bringe es irgendwie hinter mich. Muss ich eben umso freundlicher sein, um von den Klamotten abzulenken. Etwas bang war mir auch, weil die Kollegin meinte, der Chef wäre sehr verärgert gewesen, weil ich nicht zeitig zur Arbeit erschienen wäre. Dann hatte ich den Einfall, ich könnte ja als Entschuldigung erklären, dass ich daheim noch meinen neuen Namen hätte üben müssen, weil ich den noch nicht kann, also die Unterschrift. „Voe“ oder „Voeh“. Das müsste eigentlich doch als Entschuldigung gelten dürfen. Ich wartete also in meinem Büro mit dem neuen Schild und gewöhnte mich gedanklich an den neuen Namen (ohne die Unterschrift zu üben, das war ja gelogen, außerdem wusste ich ja immer noch nicht genau ob mit oder ohne „h“) und dachte mir so, dass es eigentlich komisch ist, dass mein Chef ein Bewerbungsgespräch führen will, weil ich für diese Art von Bewerbungen das ja bisher immer alleine gemacht habe, und dass er doch gar nicht wüsste, worauf es ankommt. Hoffentlich blamiert er sich nicht. Aber deswegen will er mich ja wahrscheinlich dabei haben, damit ich ihm im Notfall, wenn er einen Hänger hat, soufflieren kann, worauf es ankommt. Na gut, wenn er das als neue Erfahrung an seinem Arbeitsplatz mal haben möchte, von mir aus.
Nun war es also so weit, ich musste nach unten, zum Café. Treffpunkt war wieder die Eingangstür, wo er morgens vergeblich auf mich gewartet hatte. Mein Plan war, ihn davon abzulenken, dass ich morgens für seine Begriffe zu spät gekommen bin, und das Thema auf meinen neuen Namen zu lenken. Als erstes wollte ich ihm mitteilen, dass ich nun ab sofort mit Frau Voe(h) anzusprechen bin. Weil ‚mein Mann‘ auf dem Papier seinen Namen geändert hat. Deutlich war mir in diesem Traum, dass ich dachte: „aber gefühlt bin ich überhaupt nicht verheiratet, komisch, wo der Mann herkommt“. Der Chef kommt also zur Eingangstür und ist wider Erwarten gut gelaunt und sehr nett und macht überhaupt keinen Vorwurf sondern im Gegenteil – ein Kompliment! Er deutet anerkennend auf meine schlafanzugartige Walla-Walla-Aufmachung und macht mir ein Kompliment, wie gut ich heute aussehen würde, „Dieses Outfit – Kompliment!“. Ich zweifle an meinem Gehör und Verstand bzw. an seinem. Während ich noch denke, ich habe mich wohl verhört, wiederholt er seine Anerkennung: „Das sieht sehr attraktiv aus, was Sie heute anhaben, Kompliment!“ Wir sind dann reingegangen, ins Café, zu dem Bewerber. Ich weiß aber nicht, ob er den Job gekriegt hat, weil ich dann aufgewacht bin.
Musste ich jetzt schnell mal festhalten, weil ich mir sonst nie merken kann, was ich träume. Zu den Klamotten ist noch zu sagen, dass ich mal eine solche viel zu große weiße Schlabberhose hatte und zu dem Oberteil, dass ich einen Schal, also ein Tuch habe, mit so einem Muster. Als Tuch sehr hübsch. Die Uhrzeit 14:45 war der Beginn der Filmvorführung von dem Vivian Maier-Film, wo ich an meinem Geburtstag war. Und das mit meinem „Mann auf dem Papier“ und der Trennung ist vielleicht von meiner Bunte-Lektüre gestern inspiriert. Ich habe mir ja tatsächlich, allen Ernstes, gestern die Bunte mit der Hochzeitsbilderstrecke von Brangelina gekauft. Bei Edeka im Alexa. Es gab nur noch zwei Exemplare! Da hatte ich aber Glück! Jedenfalls war in der Bunten außer den Bildern, die tatsächlich sehr hübsch sind, aber identisch mit denen, die ich schon von der gescannten Ausgabe von Hello kannte, eine kleine Meldung, die mich überrascht hat. Nicht nur wegen des Inhalts, sondern auch wegen des „Prominenten“. Da stand in einem Kästchen mit kleinem Foto, dass Neil Young nach 36 Jahren Ehe die Scheidung von Pegi eingereicht hat. Das hat mich dann doch überrascht. Hört man nicht so oft, dass sich jemand in dem Alter noch scheiden lässt, wo die doch auch so durch dick und dünn gegangen sind und er ihr jede Menge Liebeslieder, noch nach Jahren, gewidmet hat. Ich fand sie zwar rein optisch nicht sonderlich attraktiv, aber ihm musste sie ja gefallen. Sicher eine nette Frau. Nun lässt er sich scheiden, der alte Mann. Vielleicht hat er noch mal Lust auf eine Lebensveränderung. Es heißt ja er „filed for divorce“, nicht beide. Na ja, jedenfalls hätte ich in der Bunten nicht erwartet, dass man sich mit Neil Young und seinem Privatleben befasst. Ansonsten war nichts Interessantes in dem Blättchen. Vielleicht habe ich aber nicht genau genug geschaut. So, genug gebloggt, heute Vormittag!
P.S. da fällt mir noch ein, dass vielleicht eine Rolle bei der Sache mit der Angst vor dem verärgerten Chef und seiner unerwartet freundlichen Reakton spielen könnte, dass ich gestern früh in der Arztpraxis angerufen habe, wo ich am Freitag zum Blutabnehmen hin soll (so eine altersbedingt aufgenötigte Routineuntersuchung) und am Montag zur Spritze gegen Kinderlähmung und Auswertung. Wo ich neulich da war, wegen der Tetanusspritze und die Termine bekommen habe, war eine etwas überfordert wirkende, jüngere Sprechstundenhilfe da, die nicht die Zeit hatte, ihren Charme spielen zu lassen, diplomatisch ausgedrückt. Nun hatte ich den Zettel mit den genauen Terminen leider verloren und wusste die Uhrzeiten nicht mehr ganz genau und musste deswegen anrufen. Ich hatte ein bißchen die Erwartung, dass ich vielleicht von derselben Sprechstundenhilfe am Telefonapparat gerügt werde und sie mir dann leicht genervt erneut die Termine mitteilt. Es war aber ganz anders. Eine mütterlich liebevolle Stimme begrüßte mich am Telefon und nannte mir, nachdem ich mein Geburtsdatum gesagt habe, in einem warmherzigen Tonfall die beiden Termine und wünschte mir einen schönen Tag. Kommt summasummarum auf das Gleiche heraus wie das Kompliment vom Chef. Vielleicht sollte ich meine ganzen negativen Erwartungshaltungen einmal auf den Prüfstand stellen!
02. September 2014
Mir gefällt das Brautkleid, im Großen und Ganzen. Obwohl ich Herrn Kaiser von Celebitchy meistens zustimmen muss, hier nicht. Sehr putzig, das gestickte Kindergekritzel auf dem Schleier und der Rückseite. Nur der Satin ist vielleicht ein bißchen arg glänzend, das wirkt von vorne ein bißchen preiswert, was natürlich nicht der Fall war. Ich hätte eher Wildseide genommen. Normalerweise langweilen mich Brautkleider, aber das ist sehr schön. Gerne würde ich noch mehr Bilder sehen, wo man mehr von der Villa sieht. People und Hello werde ich wohl nicht an jedem Kiosk kriegen. Ob ich ausnahmsweise die Bunte kaufe? Heute kommt mal wieder ein bißchen Sonne zum Vorschein. Mal gucken.
01. September 2014

Eine Aufnahme vom Juni. 19. Juni 2014. Aufgenommen in der Galerie Hiltawsky, hier um die Ecke in der Tucholskystraße. Der Berliner Fotograf Peter Brüchmann wurde mit seinen Bildern gezeigt. Eines davon war das da oben von Veruschka von Lehndorff. Vielleicht Mitte der Sechziger Jahre entstanden. Vielleicht um die Zeit, als ich auf die Welt kam. Komme mir gerade vor wie eine Moderatorin, die nach einer möglichst eleganten Überleitung von einem Thema zum anderen sucht. Kurz und gut: ich habe in den Bildern der letzten Wochen und Monate, die nie hochgeladen wurden (aber noch irgendwann werden), nach einem gesucht, in dem ich mich wiederfinde. Mit meinem gegenwärtigen Geistes- und Befindlichkeitszustand. Denn immer wenn ein Lebensjahr vorbei ist und ein neues anbricht, besinnt man sich noch mehr auf sich selbst als sowieso schon. So habe ich dieses Bild vom 19. Juni, aus um die Eintausenddreihundertirgendwas gefischt, die noch keiner kennt. Weil es gerade andere Prioritäten gibt, als Bilder zu sichten und zu optimieren und hochzuladen. Ich sitze gerade in meinem fertig renovierten Wohnzimmer und mache einen Eintrag zu meinem letzten Geburtstag, der an erster Stelle die Zahl Vier hat. Das macht mir keinen Kummer oder Bedenken oder dergleichen. Ich bin froh und glücklich, so gesund so alt geworden zu sein. Und noch Neugier auf das Leben zu haben, auf alles was da kommen mag. Wenn das neunundvierzigste Jahr vollendet ist, beginnt das fünfzigste Lebensjahr. Und es ist schön, es erleben zu dürfen. Aber ich wiederhole mich. Na und! Ich trinke noch ein bißchen was und gehe dann schlafen. Weiß noch gar nicht, was ich morgen nach dem Schlafen anstelle, zur Feier des Tages. Vielleicht ist das Wetter trockener als die Vorhersage, dann lasse ich mal den Pinsel Pinsel sein und mache vielleicht einen kleinen Ausflug. Mit Fotos. Aber die gibt es dann erst später. Viel später. Wenn ich mit der Küche fertig bin. Und mit den Bildern aus Wien, die ich einfach beiseite gelegt habe, weil mir diese Renoviererei dazwischen kam, ungeplant. Und danach die Bilder von Michael Ballhaus und Christian Brückner. Und danach noch andere. Und so weiter. Immer so weiter. Usw… usf. … Gute Nacht.
30. August 2014
Ich empfinde wachsendes Verständnis für trinkende Bauarbeiter. Wenn ich beim Renovieren in den Abendstunden nur alkoholfreie Getränke zu mir nehmen dürfte, hätte ich manches mit noch weniger Schwung ausgeführt. Aber wenn ich mich in gewissen Abständen, mit kleinen Pausen, mit einem kräftigen Schluck aufs Neue motiviere und belohne, bin ich ab einem gewissen Grad an leichter Trunkenheit beharrlicher und verliere mitunter das Gefühl von „so eine Scheisse, das hört ja nie auf.“
Vor ungefähr einer Stunde habe ich das letzte Fenster im Wohnzimmer abgeklebt. Die Scheibe. Damit ich mir beim Pinseln nicht Sachen anziehen muss, wo ich mich später über die Farbflecken ärgere. Gut zum Abkleben eignen sich großformatige Kalender, die keiner haben wollte. Einen habe ich vor einer Woche hinter einem Büroschrank entdeckt. Die Eigentümerin hat sich ein bißchen geschämt, dass sie den Kalender verschämt hinter dem Schrank versteckt. Gerne verschenken Firmen zum Jahresende große Kalender mit sehr bunten Landschaftsaufnahmen. Und eigenem Firmenlogo auf dem Deckblatt. Ich habe die peinlich berührte Kalender-Eigentümerin total beruhigen können, dass sie sich überhaupt kein schlechtes Gewissen machen muss, weil der Kalender ja praktisch nur auf seine wahre Bestimmung gewartet hat. Denn ich würde mich des Kalenders dankbar annehmen. Das Gute an dem sehr stabilen Papier der einzelnen Blätter ist auch, dass man es mehrfach zum Abdecken benutzen kann, weil die Farbe, die drauftropft, nicht durchsuppt. Sehr gute Papierqualität. Und jetzt gerade eine kleine Pause. Ich höre Musik und nehme noch einen Schluck. Und dann weiter mit dem letzten Fensterrahmen im Wohnzimmer. Das Schwierigste, Anstrengendste sind die Kanten, wo der Rahmen auf die Scheibe trifft. So exakte Linien mit dem Pinsel zu malen ist anstrengend. Ich muss mich dabei wirklich konzentrieren. Die Kanten mit Kreppband abzukleben, bringt nichts. Beim Abziehen ist die Kante unscharf und ausgefranst. Also muss freihändig gemalt werden. So ist das. Mein Samstag-Abend. Saturday Night Fever. Haha. Vielleicht mal wieder, wenn ich fertig bin. Warum eigentlich nicht.
28. August 2014
Keep your feet on the ground and keep reaching for the stars.
Habe vor ungefähr einer Stunde erst erfahren, dass Casey Kasem vor zehn Wochen verstorben ist. Als ich dann vorhin auf youtube ein paar alte Ausschnitte von den American Top 40 gehört habe, ist mir doch ganz schön sentimental zumute geworden. Ich habe so ungefähr ab 1976 regelmäßig den Countdown verfolgt, mit dem Kassettenrekorder im Anschlag. Genauso wie Die Schlager der Woche. Aber die Stimme von Casey, von dem ich immer gedacht habe, er hieße „Casey Case“, ist schon ganz tief in mir verankert. Und auch die Jingles waren überhaupt nicht nervig, obwohl ich Jingles normalerweise hasse. JIngles sind für mich ein Grund, kein Radio zu hören. Aber wenn ich dann noch einmal den „Casey’s Coast to Coast“-Jingle höre und die ganzen Nummern-Jingles und dann am Ende sein „Keep your feet to the ground and keep reaching for the stars“, dann ist das auch heute noch ganz besonders und ich könnte gerade ein bißchen weinen. Eine Erinnerung, an die Zeit, als ich Pop- und Rockmusik entdeckt und wissenschaftlich studiert und ausgewertet habe. Vielen, vielen Dank für die schönen Stunden, Casey Kase(m). Deine Gaga. R.i.P.
28. August 2014
Keep your feet on the ground and keep reaching for the stars.
Habe vor ungefähr einer Stunde erst erfahren, dass Casey Kasem vor zehn Wochen verstorben ist. Als ich dann vorhin auf youtube ein paar alte Ausschnitte von den American Top 40 gehört habe, ist mir doch ganz schön sentimental zumute geworden. Ich habe so ungefähr ab 1976 regelmäßig den Countdown verfolgt, mit dem Kassettenrekorder im Anschlag. Genauso wie Die Schlager der Woche. Aber die Stimme von Casey, von dem ich immer gedacht habe, er hieße „Casey Case“, ist schon ganz tief in mir verankert. Und auch die Jingles waren überhaupt nicht nervig, obwohl ich Jingles normalerweise hasse. JIngles sind für mich ein Grund, kein Radio zu hören. Aber wenn ich dann noch einmal den „Casey’s Coast to Coast“-Jingle höre und die ganzen Nummern-Jingles und dann am Ende sein „Keep your feet to the ground and keep reaching for the stars“, dann ist das auch heute noch ganz besonders und ich könnte gerade ein bißchen weinen. Eine Erinnerung, an die Zeit, als ich Pop- und Rockmusik entdeckt und wissenschaftlich studiert und ausgewertet habe. Vielen, vielen Dank für die schönen Stunden, Casey Kase(m). Deine Gaga. R.i.P.
25. August 2014
Gefällt mir. Das war mein kleines Highlight heute. Leider nicht in meinem Besitz. Aber man muss ja nicht alles, was man schön findet, in der eigenen Wohnung haben. Hier ist sowieso viel zu viel Zeug. Was man noch einmal in aller Deutlichkeit zur Kenntnis nimmt, wenn man Verschiedenes beiseite räumen muss, um den Anstrich ausführen zu können. Zum Beispiel, letzten Mittwoch meine ungefähr einen Meter zehn hohe Madagaskar-Palme. Ein stacheliges Gewächs, das ich hochgepäppelt habe und das mir beim Verschieben in die Arme gefallen ist. Bzw. am Ober- und Unterschenkel entlanggeschrammt und zwei der ungefähr zwei Zentimeter langen Dornen bohrten sich in meine rechte Handkante. Am nächsten Tag war die Schwellung leider nicht von Zauberhand verschwunden. Eine medizinisch gebildetere Frau als ich, legte mir am Donnerstag nahe, ärztliche Betreuung in Betracht zu ziehen, sowie Versorgung mit einer frischen Tetanus-Spritze. Nachdem ich im Internet einen Strang gefunden habe, in dem man sich einig war, dass der Milchsaft und die Blätter der Kreatur hochgiftig wären, man sich aber bei den Stacheln nicht ganz schlüssig wäre. Nachdem ich dann die ersten – möglicherweise hypochondrisch verursachten – Lähmungserscheinungen im kleinen Finger, hochziehend bis zum Ellenbogen zu spüren vermeinte – auf jeden Fall ein Gefühl der Taubheit, so ähnlich wie eingeschlafene Füße, bin ich dann doch mal in die Arztpraxis. Die mir neue Hausärztin hat dann selber erstmal den toxischen Sachverhalt übers Internet recherchiert und mich dann mit einer Tetanus-Spritze, einem dicken Jodsalben-Verband und einer kleinen Krankschreibung für Donnerstag und Freitag entlassen. Wo ich dann schon in der Nähe vom Alexanderplatz war, wo die Krankenkasse residiert, habe ich gedacht, ich gebe gleich mal den gelben Zettel persönlich ab, sehe ich auch mal, wie es so in einer Krankenkasse zugeht. Einfach nur den Zettel abgeben, war aber nicht im Sinne der Sachbearbeiterin.

Ich wurde gebeten zu warten, damit das Unfallprotokoll aufgenommen werden kann. Also von meinem Unfall mit der Madagaskar-Palme. Ich habe dann ein bißchen gewartet und an Vicco von Bülow denken müssen. Dann bin ich dran gekommen und eine andere Mitarbeiterin hat mich an ihren Schreibtisch gebeten und einen launigen Erlebnisaufsatz verfasst, wie es damals, also am Abend vorher, dazu kam, dass ich mit der Madagaskar-Palme in derart starken Kontakt gekommen bin, dass es zu einer Verletzung geführt hat. Ich habe es dabei belassen, ihr zu erklären, dass ich dabei bin, die Wohnung zu renovieren usw. usf., (s.o.). Das mit dem Verkauf und der Umwandlung zur Eigentumswohnung und dass ein Sachverständiger mit einer Kaufinteressentin da war, und deswegen die Fenster repariert worden sind, und weil dann sowieso schon Baustelle war, ich mir gedacht habe, dann könnte ich ja endlich mal auch selber ein bißchen von Innen renovieren, habe ich im Unfallprotokoll unterschlagen. Ich hoffe, es ist trotzdem einigermaßen korrekt.
25. August 2014
Gefällt mir. Das war mein kleines Highlight heute. Leider nicht in meinem Besitz. Aber man muss ja nicht alles, was man schön findet, in der eigenen Wohnung haben. Hier ist sowieso viel zu viel Zeug. Was man noch einmal in aller Deutlichkeit zur Kenntnis nimmt, wenn man Verschiedenes beiseite räumen muss, um den Anstrich ausführen zu können. Zum Beispiel, letzten Mittwoch meine ungefähr einen Meter zehn hohe Madagaskar-Palme. Ein stacheliges Gewächs, das ich hochgepäppelt habe und das mir beim Verschieben in die Arme gefallen ist. Bzw. am Ober- und Unterschenkel entlanggeschrammt und zwei der ungefähr zwei Zentimeter langen Dornen bohrten sich in meine rechte Handkante. Am nächsten Tag war die Schwellung leider nicht von Zauberhand verschwunden. Eine medizinisch gebildetere Frau als ich, legte mir am Donnerstag nahe, ärztliche Betreuung in Betracht zu ziehen, sowie Versorgung mit einer frischen Tetanus-Spritze. Nachdem ich im Internet einen Strang gefunden habe, in dem man sich einig war, dass der Milchsaft und die Blätter der Kreatur hochgiftig wären, man sich aber bei den Stacheln nicht ganz schlüssig wäre. Nachdem ich dann die ersten – möglicherweise hypochondrisch verursachten – Lähmungserscheinungen im kleinen Finger, hochziehend bis zum Ellenbogen zu spüren vermeinte – auf jeden Fall ein Gefühl der Taubheit, so ähnlich wie eingeschlafene Füße, bin ich dann doch mal in die Arztpraxis. Die mir neue Hausärztin hat dann selber erstmal den toxischen Sachverhalt übers Internet recherchiert und mich dann mit einer Tetanus-Spritze, einem dicken Jodsalben-Verband und einer kleinen Krankschreibung für Donnerstag und Freitag entlassen. Wo ich dann schon in der Nähe vom Alexanderplatz war, wo die Krankenkasse residiert, habe ich gedacht, ich gebe gleich mal den gelben Zettel persönlich ab, sehe ich auch mal, wie es so in einer Krankenkasse zugeht. Einfach nur den Zettel abgeben, war aber nicht im Sinne der Sachbearbeiterin.

Ich wurde gebeten zu warten, damit das Unfallprotokoll aufgenommen werden kann. Also von meinem Unfall mit der Madagaskar-Palme. Ich habe dann ein bißchen gewartet und an Vicco von Bülow denken müssen. Dann bin ich dran gekommen und eine andere Mitarbeiterin hat mich an ihren Schreibtisch gebeten und einen launigen Erlebnisaufsatz verfasst, wie es damals, also am Abend vorher, dazu kam, dass ich mit der Madagaskar-Palme in derart starken Kontakt gekommen bin, dass es zu einer Verletzung geführt hat. Ich habe es dabei belassen, ihr zu erklären, dass ich dabei bin, die Wohnung zu renovieren usw. usf., (s.o.). Das mit dem Verkauf und der Umwandlung zur Eigentumswohnung und dass ein Sachverständiger mit einer Kaufinteressentin da war, und deswegen die Fenster repariert worden sind, und weil dann sowieso schon Baustelle war, ich mir gedacht habe, dann könnte ich ja endlich mal auch selber ein bißchen von Innen renovieren, habe ich im Unfallprotokoll unterschlagen. Ich hoffe, es ist trotzdem einigermaßen korrekt.
23. August 2014
Dann:
„Fenster streichen – phh – muss doch nicht sein, oder? Reicht nicht abschrubben?“
Nein
„Eigentlich sollte es das gewesen sein, Wände gestrichen, Fenster – aber hm… der Heizkörper da, der wirkt doch schon recht vergilbt. Jetzt, wo der Boden noch mit den vollgetropften Flipchart-Bögen abgedeckt ist – und ich muss ja sowieso noch mal zu Obi. Heizkörperfarbe: notiert. Also gut, wenn schon, denn schon. Wenigstens den einen vergilbten Heizkörper da, in der Gaube.“
Usw. usf.
(…uh…)
Und wo ich schon im Baumarkt war, auch noch Fassadenfarbe gekauft. Ja, ich streiche jetzt auch noch das ganze Haus von Außen. Wenn schon, denn schon!
Nur die kleine, dreieckige Begrenzungswand der Loggia. Erledigt. Das dreckige Zartgelb mit Weiß überstrichen. Ist mir aber beinah zu clean. Erwäge Selbst-Anzeige bei der Hausverwaltung, wg. Irrtum – für Fassaden-Erneuerung ist ja der Eigentümer zuständig).
23. August 2014
Dann:
„Fenster streichen – phh – muss doch nicht sein, oder? Reicht nicht abschrubben?“
Nein
„Eigentlich sollte es das gewesen sein, Wände gestrichen, Fenster – aber hm… der Heizkörper da, der wirkt doch schon recht vergilbt. Jetzt, wo der Boden noch mit den vollgetropften Flipchart-Bögen abgedeckt ist – und ich muss ja sowieso noch mal zu Obi. Heizkörperfarbe: notiert. Also gut, wenn schon, denn schon. Wenigstens den einen vergilbten Heizkörper da, in der Gaube.“
Usw. usf.
(…uh…)
Und wo ich schon im Baumarkt war, auch noch Fassadenfarbe gekauft. Ja, ich streiche jetzt auch noch das ganze Haus von Außen. Wenn schon, denn schon!
Nur die kleine, dreieckige Begrenzungswand der Loggia. Erledigt. Das dreckige Zartgelb mit Weiß überstrichen. Ist mir aber beinah zu clean. Erwäge Selbst-Anzeige bei der Hausverwaltung, wg. Irrtum – für Fassaden-Erneuerung ist ja der Eigentümer zuständig).
22. August 2014

Psychedelic. Super sexy. Super cool.
(verlängert bis übermorgen, 24. August)
20. August 2014
20. August 2014
Wem gehört die Stadt? Wem gehört Berlin? Der Blickwinkel relativiert sich, wenn man das Geschehen nicht nur in einer Fernsehdokumentation erlebt. Wobei diese Dokumentation sehr nahe gehen kann, glaube ich, auch wenn es einen nicht direkt betrifft. Das Bizarre an meiner Konstellation ist, dass ich bereits (seit langem) in einer Miethöhen-Liga bin, die bei den Beispielen in der Doku, gefürchtet und bekämpft wird, und dass ich trotz dieses Zugeständnisses nicht unbehelligt bin. Und ich renoviere immer noch. Es dauert. Ich muss meinen Mietzins erwirtschaften. Wenn ich dann Zeit finde, ist das Licht oft nicht mehr ausreichend, um effizient zu arbeiten. Ich kann bei der jetzt früher eintretenden Dämmerung nur noch unzulänglich beurteilen, ob die weiße Farbe ausreichend deckt. Aber sonst geht es mir gut. Und auch zu renovieren ist ja kein Unglück. Es ist ein Ausdruck meiner Identifikation und meinem Heimatgefühl mit diesem Ort. Den ich liebevoll und sorgsam erhalten will. Es geht langsam voran, aber es geht unbedingt voran. Es war auch langsam an der Zeit. Ich habe noch nie zuvor während eines laufenden Mietverhältnisses eine Wohnung renoviert. Und ich will mir nicht Alles vornehmen. Es ist das verwinkelte Wohnzimmer, wo ich schon sehr weit bin, und die Küche und ein paar Winkel im Badezimmer. Das Schöne ist, und das habe ich auch schon in einem Kommentar erwähnt, das Gefühl von Aufbruch und Anfang, das man sonst nur hat, wenn man eine Wohnung neu bezieht. Das versuche ich zu genießen. Und das gelingt mir auch. Die Stadt gehört denen, die in ihr leben. Nicht den Investoren. Sagt jemand in dem Film. Bewegende Dokumentation.
20. August 2014
Wem gehört die Stadt? Wem gehört Berlin? Der Blickwinkel relativiert sich, wenn man das Geschehen nicht nur in einer Fernsehdokumentation erlebt. Wobei diese Dokumentation sehr nahe gehen kann, glaube ich, auch wenn es einen nicht direkt betrifft. Das Bizarre an meiner Konstellation ist, dass ich bereits (seit langem) in einer Miethöhen-Liga bin, die bei den Beispielen in der Doku, gefürchtet und bekämpft wird, und dass ich trotz dieses Zugeständnisses nicht unbehelligt bin. Und ich renoviere immer noch. Es dauert. Ich muss meinen Mietzins erwirtschaften. Wenn ich dann Zeit finde, ist das Licht oft nicht mehr ausreichend, um effizient zu arbeiten. Ich kann bei der jetzt früher eintretenden Dämmerung nur noch unzulänglich beurteilen, ob die weiße Farbe ausreichend deckt. Aber sonst geht es mir gut. Und auch zu renovieren ist ja kein Unglück. Es ist ein Ausdruck meiner Identifikation und meinem Heimatgefühl mit diesem Ort. Den ich liebevoll und sorgsam erhalten will. Es geht langsam voran, aber es geht unbedingt voran. Es war auch langsam an der Zeit. Ich habe noch nie zuvor während eines laufenden Mietverhältnisses eine Wohnung renoviert. Und ich will mir nicht Alles vornehmen. Es ist das verwinkelte Wohnzimmer, wo ich schon sehr weit bin, und die Küche und ein paar Winkel im Badezimmer. Das Schöne ist, und das habe ich auch schon in einem Kommentar erwähnt, das Gefühl von Aufbruch und Anfang, das man sonst nur hat, wenn man eine Wohnung neu bezieht. Das versuche ich zu genießen. Und das gelingt mir auch. Die Stadt gehört denen, die in ihr leben. Nicht den Investoren. Sagt jemand in dem Film. Bewegende Dokumentation.
17. August 2014
09. August 2014

To everything, turn, turn, turn. There is a season, turn, turn, turn. And a time to every purpose under heaven. A time für in den Baumarkt fahren und neue Farbe holen und den Teppich mit vollgekritzelten Flipchart-Blättern abdecken und zwischen verrückten Möbeln, wie Gott mich schuf, mit dem Farbroller die Farbe zweifach auftragen, weil einmal nicht genug deckt. Alpina Dings naturweiß ohne Schadstoffe usw. usf. Jetzt einmal damit angefangen, bloß keine Experimente. Am Ende wäre besser deckende Farbe in einem etwas anderen Weißton und es sieht nach Pfusch aus. Fängt man einmal an! Vor Beginn der Aktion noch gedacht: „Ach, ich mache mal die Ecken, wo es stärker angegraut wirkt, da wo die Gauben an die Decke treffen. Eventuell kann man sich die Decke sogar sparen. Und auch die Wände, die doch eigentlich noch ganz passabel aussehen. Aber ein einziger Pinselstrich in Alpina-Weiß führt umgehend zur Erkenntnis, dass die für noch ganz passabel und doch irgendwo schon auch noch irgendwie weiß beurteilten Wand- und Decken-Partien im direkten Vergleich – sagen wir mal vorsichtig – nicht ganz mithalten können. Es ist ungefähr der Unterschied zwischen dem schönen Weiß einer frischen Blüte und dem eindeutigen Grau eines hellgrauen Kieselsteins. So ungefähr. Nur als Warnung. Wer A sagt, muss auch B sagen! Da sitze ich nun, mittendrin, auf meinem mit Flipchart-Bögen bedeckten Fußboden und finde kaum noch Zeit und Lust im Internet herumzugurken oder gar zu bloggen. Gestern habe ich mich gezwungen, auszugehen. Ein Geburtstag, zu dem ich eingeladen war. Ich hätte mich geschämt, als Ausrede vorzubringen, ich muss wieder an meinen Wänden streichen und aufpassen, dass ich die Auslegware nicht versaue. Ist doch jämmerlich, als Ausrede. Also bin ich hin, mit einer guten Flasche als Mitbringsel. Das war auch gut, weil ich mich sehr angeregt mit einer neueren guten Freundin von Jan unterhalten habe. Ungefähr fast mein einziger facebook-Kontakt, den ich noch nie in echt vor mir hatte. Aber gestern haben wir den freundschaftlichen Kontakt in Fleisch und Blut bekräftigt. Sie hat mal vor Jahren ein Buch geschrieben, Die Geliebte und ich dachte, ich hätte es gelesen, irgendwann mal vor vielen Jahren ausgeliehen in der Bibliothek. Weil ich selbst oft in Konstellationen war, wo ich nicht der einzige Augenstern eines männlichen Gegenübers war. Ina meinte aber, ich hätte vielleicht ein anderes gelesen, da gäbe es noch eines, weil es ihres noch nicht so lange gibt. Aber es war eine schöne Unterhaltung, die bestimmt fortgesetzt wird. Ansonsten hoffe ich, dass ich bald fertig werde, mit dem Gepinsel. Decke malern ist schon recht anstrengend. Farbe tropft in die Haare, Oberammuskeln werden über Gebühr beansprucht. Ein Gerecke und Gestrecke. Ich will mir aber auch nicht helfen lassen. Dann müsste ich mir beim Malern ja was anziehen. Ich bin nämlich etwas gehemmt in dieser Hinsicht und präsentiere mich nur ungern bei profanen Tätigkeiten in unbekleidetem Zustand. Das war jetzt wieder ein Lebenszeichen von meiner kleinen Baustelle in der Auguststraße. To everything, turn, turn, turn. There is a season.

To everything, turn, turn, turn.
There is a season, turn, turn, turn.
And a time to every purpose under heaven.
A time to be born, a time to die.
A time to plant, a time to reap.
A time to kill, a time to heal.
A time to laugh, a time to weep.
To everything, turn, turn, turn.
There is a season, turn, turn, turn.
And a time to every purpose under heaven.
A time to build up, a time to break down.
A time to dance, a time to mourn.
A time to cast away stones.
A time to gather stones together.
To everything, turn, turn, turn.
There is a season, turn, turn, turn.
And a time to every purpose under heaven.
A time of love, a time of hate.
A time of war, a time of peace.
A time you may embrace.
A time to refrain from embracing.
To everything, turn, turn, turn.
There is a season, turn, turn, turn.
And a time to every purpose under heaven.
A time to gain, a time to lose.
A time to rend, a time to sow.
A time for love, a time for hate.
A time for peace, I swear it’s not too late.
Turn! Turn! Turn!, Pete Seeger 1950
09. August 2014

To everything, turn, turn, turn. There is a season, turn, turn, turn. And a time to every purpose under heaven. A time für in den Baumarkt fahren und neue Farbe holen und den Teppich mit vollgekritzelten Flipchart-Blättern abdecken und zwischen verrückten Möbeln, wie Gott mich schuf, mit dem Farbroller die Farbe zweifach auftragen, weil einmal nicht genug deckt. Alpina Dings naturweiß ohne Schadstoffe usw. usf. Jetzt einmal damit angefangen, bloß keine Experimente. Am Ende wäre besser deckende Farbe in einem etwas anderen Weißton und es sieht nach Pfusch aus. Fängt man einmal an! Vor Beginn der Aktion noch gedacht: „Ach, ich mache mal die Ecken, wo es stärker angegraut wirkt, da wo die Gauben an die Decke treffen. Eventuell kann man sich die Decke sogar sparen. Und auch die Wände, die doch eigentlich noch ganz passabel aussehen. Aber ein einziger Pinselstrich in Alpina-Weiß führt umgehend zur Erkenntnis, dass die für noch ganz passabel und doch irgendwo schon auch noch irgendwie weiß beurteilten Wand- und Decken-Partien im direkten Vergleich – sagen wir mal vorsichtig – nicht ganz mithalten können. Es ist ungefähr der Unterschied zwischen dem schönen Weiß einer frischen Blüte und dem eindeutigen Grau eines hellgrauen Kieselsteins. So ungefähr. Nur als Warnung. Wer A sagt, muss auch B sagen! Da sitze ich nun, mittendrin, auf meinem mit Flipchart-Bögen bedeckten Fußboden und finde kaum noch Zeit und Lust im Internet herumzugurken oder gar zu bloggen. Gestern habe ich mich gezwungen, auszugehen. Ein Geburtstag, zu dem ich eingeladen war. Ich hätte mich geschämt, als Ausrede vorzubringen, ich muss wieder an meinen Wänden streichen und aufpassen, dass ich die Auslegware nicht versaue. Ist doch jämmerlich, als Ausrede. Also bin ich hin, mit einer guten Flasche als Mitbringsel. Das war auch gut, weil ich mich sehr angeregt mit einer neueren guten Freundin von Jan unterhalten habe. Ungefähr fast mein einziger facebook-Kontakt, den ich noch nie in echt vor mir hatte. Aber gestern haben wir den freundschaftlichen Kontakt in Fleisch und Blut bekräftigt. Sie hat mal vor Jahren ein Buch geschrieben, Die Geliebte und ich dachte, ich hätte es gelesen, irgendwann mal vor vielen Jahren ausgeliehen in der Bibliothek. Weil ich selbst oft in Konstellationen war, wo ich nicht der einzige Augenstern eines männlichen Gegenübers war. Ina meinte aber, ich hätte vielleicht ein anderes gelesen, da gäbe es noch eines, weil es ihres noch nicht so lange gibt. Aber es war eine schöne Unterhaltung, die bestimmt fortgesetzt wird. Ansonsten hoffe ich, dass ich bald fertig werde, mit dem Gepinsel. Decke malern ist schon recht anstrengend. Farbe tropft in die Haare, Oberammuskeln werden über Gebühr beansprucht. Ein Gerecke und Gestrecke. Ich will mir aber auch nicht helfen lassen. Dann müsste ich mir beim Malern ja was anziehen. Ich bin nämlich etwas gehemmt in dieser Hinsicht und präsentiere mich nur ungern bei profanen Tätigkeiten in unbekleidetem Zustand. Das war jetzt wieder ein Lebenszeichen von meiner kleinen Baustelle in der Auguststraße. To everything, turn, turn, turn. There is a season.

To everything, turn, turn, turn.
There is a season, turn, turn, turn.
And a time to every purpose under heaven.
A time to be born, a time to die.
A time to plant, a time to reap.
A time to kill, a time to heal.
A time to laugh, a time to weep.
To everything, turn, turn, turn.
There is a season, turn, turn, turn.
And a time to every purpose under heaven.
A time to build up, a time to break down.
A time to dance, a time to mourn.
A time to cast away stones.
A time to gather stones together.
To everything, turn, turn, turn.
There is a season, turn, turn, turn.
And a time to every purpose under heaven.
A time of love, a time of hate.
A time of war, a time of peace.
A time you may embrace.
A time to refrain from embracing.
To everything, turn, turn, turn.
There is a season, turn, turn, turn.
And a time to every purpose under heaven.
A time to gain, a time to lose.
A time to rend, a time to sow.
A time for love, a time for hate.
A time for peace, I swear it’s not too late.
Turn! Turn! Turn!, Pete Seeger 1950
30. Juli 2014
Halb wehmütig, halb neidisch lese ich meine Einträge von vor fast sieben Jahren. November 2007. Alles so amüsant und amüsiert und launig und sogar Kommentare. Und noch dazu auf dem Level des Eintrags. Da war noch echter Enthusiasmus in den Strängen. Als hätte man gar nicht abwarten können, dass ein neuer Blogeintrag erscheint, den man endlich kommentieren kann! Ich muss an dieser Stelle alle Einträge ab dem 17. November 2007 empfehlen. Ja, ich möchte sie regelrecht andienen. Das war Entertainment. Man könnte denken, ich hatte Ambitionen in Richtung Show-Geschäft. Oder Schau-Geschäft, wie es früher hierzulande hieß. Man fängt idealerweise mit diesem Eintrag an (und immer die Kommentare lesen!)
Der Abend hat für mich eine besondere Faszination gehabt, nicht nur, bevor er stattgefunden hat. Auch noch danach. Wenn man jetzt weiter nach vorne, also Richtung Dezember blättert, kommt recht bald mein Frisuren-Katechismus für den Herrn, der meines Erachtens auch heute noch Gültigkeit beanspruchen kann. Beginnend mit Typ Südfrankreich und endend mit Typ Schach. Ist auch immer mit Fußnote zu allen anderen Folgen ergänzt. Der Service-Gedanke war mir eben immer schon wahnsinnig wichtig.
Warum ich aber überhaupt auf einmal darauf komme, genau dahin zurückzublättern, liegt an einem Foto, das jemand auf Flickr favorisiert hat. Ich bin selber drauf, ein sehr schönes Foto. Ich überlege schon wieder, ob ich mir doch wieder die Haare färbe. Allerdings war ich da auch sieben Jahre jünger und unternehmungslustig und hatte keine Kaufinteressenten und Handwerker in der Wohnung. Da muss man ja graue Haare kriegen. Jedenfalls schaue ich mir das Bild an, wundere mich, wie jemand dazu kommt, in meinem uferlosen Fotostream auf flickr, dieses eine Bild aufzugabeln und schaue, zu welchem Album es gehört. Ich dachte erst, ich gucke da so, weil ich in Gesellschaft von jemandem war, von jemandem bestimmten. Aber dann ist mir das Datum klar geworden, und dass es ja gar nicht sein kann, weil ich den da ja noch gar nicht gekannt habe, an den ich dabei dachte. Nun ja. Aber dann fiel mir wieder ein, was an dem Abend geschah. Es gab nämlich nicht nur ein Treffen mit Bloggern, damals im Muschi Obermaier, sondern ich hatte auch noch eine Begegnung mit einem Gast, der überhaupt nichts mit der kleinen Blogger-Gruppe zu tun hatte. Er war mit zwei Freunden da und die beiden redeten sehr inspiriert auf mich ein, man könnte sagen, es wurde geflirtet. Und er stand als Dritter in der Mitte und sah mir nur in die Augen. Fast ernst. Er sagte so gut wie gar nichts. Nicht, so lange die beiden Freunde daneben standen. Irgendwie kam es dazu, dass ich wieder vom Tresen zurück zu den Sitzgruppen ging, dieser Ansammlung von Ledersofas aus den Siebzigern. Und dann kam er alleine nach hinten, auf mich zu. Er war bestimmt nicht mehr nüchtern, aber das war ja keiner in dem Laden, zu dieser Stunde sowieso nicht. Er sagte Dinge zu mir, die ich noch nie zuvor gehört hatte. So unglaubliche Dinge, mit so einem großen Ernst, dass mir ganz schwindelig wurde. Nie mehr hat irgendwer solche Dinge zu mir gesagt. Wir sind dann getrennte Wege gegangen, ich ging alleine nach Hause, hatte aber eine Karte mit seiner Telefonnummer und seinem Namen. Ich trug mich wochenlang mit dem Gedanken, ihn anzurufen, oder in diesem sehr besonderen Restaurant zu besuchen, mit dem er zu tun hatte. Dann wurde ich krank. Diese Stimmbänder-Geschichte. Und ich hatte eine Ausrede, warum ich diesen Mann nicht anrufen oder besuchen konnte. Ich dachte, das hätte mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt, nach allem, was er mir an diesem Abend sagte. Ich habe es nicht vergessen. Ich fand in den letzten Tagen ein paar Spuren im Netz, ich weiß seinen Namen immer noch. Ein schöner Name. Und es gibt einen kleinen Film, in dem er er zu sehen ist. Er führt durch ein paar Lokale in Berlin, hier in Mitte. Man sieht ihn in einer Szene an einem der Tische seines Restaurants sitzen und erklären. Beim Gestikulieren sah man einen schmalen Ring an seiner Hand. Er war ziemlich trinkfest und wirkte sehr klar in diesem kleinen Film. Genauso klar wie damals. Ich hatte die Stimme und die Art zu sprechen gar nicht mehr in Erinnerung. Jetzt hörte ich sie noch einmal, die Stimme. Der Duktus erinnert mich an Gregor Gysi. Das ist interessant, weil er so hochdeutsch spricht, wie nur Berliner es tun. Aber er kommt aus einer anderen deutschen Stadt. Diese Erinnerung hat mich jetzt bestimmt schon drei Tage beschäftigt. Ich muss diese Begegnung einfach in Ehren halten. Weil nie zuvor und nie danach irgendjemand solche Dinge zu mir gesagt hat, wie dieser Mann mit dem schönen französischen Namen.
30. Juli 2014
Halb wehmütig, halb neidisch lese ich meine Einträge von vor fast sieben Jahren. November 2007. Alles so amüsant und amüsiert und launig und sogar Kommentare. Und noch dazu auf dem Level des Eintrags. Da war noch echter Enthusiasmus in den Strängen. Als hätte man gar nicht abwarten können, dass ein neuer Blogeintrag erscheint, den man endlich kommentieren kann! Ich muss an dieser Stelle alle Einträge ab dem 17. November 2007 empfehlen. Ja, ich möchte sie regelrecht andienen. Das war Entertainment. Man könnte denken, ich hatte Ambitionen in Richtung Show-Geschäft. Oder Schau-Geschäft, wie es früher hierzulande hieß. Man fängt idealerweise mit diesem Eintrag an (und immer die Kommentare lesen!)
Der Abend hat für mich eine besondere Faszination gehabt, nicht nur, bevor er stattgefunden hat. Auch noch danach. Wenn man jetzt weiter nach vorne, also Richtung Dezember blättert, kommt recht bald mein Frisuren-Katechismus für den Herrn, der meines Erachtens auch heute noch Gültigkeit beanspruchen kann. Beginnend mit Typ Südfrankreich und endend mit Typ Schach. Ist auch immer mit Fußnote zu allen anderen Folgen ergänzt. Der Service-Gedanke war mir eben immer schon wahnsinnig wichtig.
Warum ich aber überhaupt auf einmal darauf komme, genau dahin zurückzublättern, liegt an einem Foto, das jemand auf Flickr favorisiert hat. Ich bin selber drauf, ein sehr schönes Foto. Ich überlege schon wieder, ob ich mir doch wieder die Haare färbe. Allerdings war ich da auch sieben Jahre jünger und unternehmungslustig und hatte keine Kaufinteressenten und Handwerker in der Wohnung. Da muss man ja graue Haare kriegen. Jedenfalls schaue ich mir das Bild an, wundere mich, wie jemand dazu kommt, in meinem uferlosen Fotostream auf flickr, dieses eine Bild aufzugabeln und schaue, zu welchem Album es gehört. Ich dachte erst, ich gucke da so, weil ich in Gesellschaft von jemandem war, von jemandem bestimmten. Aber dann ist mir das Datum klar geworden, und dass es ja gar nicht sein kann, weil ich den da ja noch gar nicht gekannt habe, an den ich dabei dachte. Nun ja. Aber dann fiel mir wieder ein, was an dem Abend geschah. Es gab nämlich nicht nur ein Treffen mit Bloggern, damals im Muschi Obermaier, sondern ich hatte auch noch eine Begegnung mit einem Gast, der überhaupt nichts mit der kleinen Blogger-Gruppe zu tun hatte. Er war mit zwei Freunden da und die beiden redeten sehr inspiriert auf mich ein, man könnte sagen, es wurde geflirtet. Und er stand als Dritter in der Mitte und sah mir nur in die Augen. Fast ernst. Er sagte so gut wie gar nichts. Nicht, so lange die beiden Freunde daneben standen. Irgendwie kam es dazu, dass ich wieder vom Tresen zurück zu den Sitzgruppen ging, dieser Ansammlung von Ledersofas aus den Siebzigern. Und dann kam er alleine nach hinten, auf mich zu. Er war bestimmt nicht mehr nüchtern, aber das war ja keiner in dem Laden, zu dieser Stunde sowieso nicht. Er sagte Dinge zu mir, die ich noch nie zuvor gehört hatte. So unglaubliche Dinge, mit so einem großen Ernst, dass mir ganz schwindelig wurde. Nie mehr hat irgendwer solche Dinge zu mir gesagt. Wir sind dann getrennte Wege gegangen, ich ging alleine nach Hause, hatte aber eine Karte mit seiner Telefonnummer und seinem Namen. Ich trug mich wochenlang mit dem Gedanken, ihn anzurufen, oder in diesem sehr besonderen Restaurant zu besuchen, mit dem er zu tun hatte. Dann wurde ich krank. Diese Stimmbänder-Geschichte. Und ich hatte eine Ausrede, warum ich diesen Mann nicht anrufen oder besuchen konnte. Ich dachte, das hätte mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt, nach allem, was er mir an diesem Abend sagte. Ich habe es nicht vergessen. Ich fand in den letzten Tagen ein paar Spuren im Netz, ich weiß seinen Namen immer noch. Ein schöner Name. Und es gibt einen kleinen Film, in dem er er zu sehen ist. Er führt durch ein paar Lokale in Berlin, hier in Mitte. Man sieht ihn in einer Szene an einem der Tische seines Restaurants sitzen und erklären. Beim Gestikulieren sah man einen schmalen Ring an seiner Hand. Er war ziemlich trinkfest und wirkte sehr klar in diesem kleinen Film. Genauso klar wie damals. Ich hatte die Stimme und die Art zu sprechen gar nicht mehr in Erinnerung. Jetzt hörte ich sie noch einmal, die Stimme. Der Duktus erinnert mich an Gregor Gysi. Das ist interessant, weil er so hochdeutsch spricht, wie nur Berliner es tun. Aber er kommt aus einer anderen deutschen Stadt. Diese Erinnerung hat mich jetzt bestimmt schon drei Tage beschäftigt. Ich muss diese Begegnung einfach in Ehren halten. Weil nie zuvor und nie danach irgendjemand solche Dinge zu mir gesagt hat, wie dieser Mann mit dem schönen französischen Namen.
19. Juli 2014
Schaue gerade Dietmar Otto Edler von Schönleiten genannt Schönherr, anlässlich des Todes von Dietmar Schönherr im RBB. Ich mochte ihn immer sehr gerne. Und seine Vivi. Sympathischer Querulant mit Herz. Charismatischer Mann auch. Da gibt es ganz viel Raumschiff Orion. Es hat ja eigentlich geheißen „Raumpatrouille Orion“ aber wir haben immer nur Raumschiff Orion gesagt. Der Pionier Dietmar Schönherr. Erster deutschsprachiger Raumschiff-Commander. Erster Fernseh-Anarchist. Erster deutschsprachiger Talk-Master. Hier erklärt er in seiner ersten „Unterhaltung mit Gästen“ das noch unbekannte Wort Talk-Show.
24. Juli 2014
Verlangsamte Aktivität. Hier und in meiner übrigen Welt. Gewisse Störfaktoren. Das Klima der letzten Wochen. In der Erdatmosphäre, Weltgeschichte, Privates. Zu hohe Luftfeuchtigkeit, tropisches Klima, das mich nachts schwer schlafen ließ, anstrengend das Atmen. Die Hitze nur durch umständliche Vorkehrungen abzuhalten. Dazwischen seit einigen Wochen Fremde in meinem Lebensraum. Kaufinteressenten. Die durch meine Wohnung, mein Schlafzimmer laufen. Anstatt die Wohnungssubstanz zu prüfen, mit romantischem Blick an den Bildern und der Einrichtung hängen bleiben. Und dann doch nicht kaufen. Wir haben jetzt zehn Jahre Sperrfrist für Eigenbedarf, seit letztem Herbst. Aber kein Gesetz zum „Milieuschutz“ wie in Hamburg und seit kurzem in München. Es gibt einen Aktivisten in der SPD, dessen Antrag bislang nicht genug Zustimmung erfuhr. Man muss Besichtigung ermöglichen. Bis zu drei-, viermal im Monat. Das setzt mir zu. Das raubt mir Muße, die ich sonst zum Bloggen hätte. Ich konnte bislang an den Fingern einer Hand abzählen, wer in den letzten fünfzehn Jahren mein Schlafzimmer betreten hat. Und da sind der Eigentümer der Immobilienverwertungsgesellschaft und seine Tochter schon mitgezählt. Hat jemand Geld und Lust meine Wohnung Joachim- Ecke Auguststraße in Berlin Mitte für 269.793 Euro zu kaufen? Ich ziehe aber nicht freiwillig aus. Nicht in den nächsten Jahren. Und wenn die zehn Jahre um sind, nach dem Grundbucheintrag, sehen wir weiter. Dann bin ich ein Vierteljahrhundert in diesem Adlerhorst, an dem mein Herz hängt. Dass ich in Gedanken bei einer Patientin in einer Rehaklinik bin, die genau genommen meine Mama ist, ist noch eine andere Geschichte, die meine Aufmerksamkeit immer wieder absorbiert. Aber ich höre nicht auf zu bloggen. Ich doch nicht. Da sind noch so viele Wienbilder. So viele Sätze, von denen ich noch nicht weiß, dass ich sie schreiben muss. Will und werde.
24. Juli 2014
Verlangsamte Aktivität. Hier und in meiner übrigen Welt. Gewisse Störfaktoren. Das Klima der letzten Wochen. In der Erdatmosphäre, Weltgeschichte, Privates. Zu hohe Luftfeuchtigkeit, tropisches Klima, das mich nachts schwer schlafen ließ, anstrengend das Atmen. Die Hitze nur durch umständliche Vorkehrungen abzuhalten. Dazwischen seit einigen Wochen Fremde in meinem Lebensraum. Kaufinteressenten. Die durch meine Wohnung, mein Schlafzimmer laufen. Anstatt die Wohnungssubstanz zu prüfen, mit romantischem Blick an den Bildern und der Einrichtung hängen bleiben. Und dann doch nicht kaufen. Wir haben jetzt zehn Jahre Sperrfrist für Eigenbedarf, seit letztem Herbst. Aber kein Gesetz zum „Milieuschutz“ wie in Hamburg und seit kurzem in München. Es gibt einen Aktivisten in der SPD, dessen Antrag bislang nicht genug Zustimmung erfuhr. Man muss Besichtigung ermöglichen. Bis zu drei-, viermal im Monat. Das setzt mir zu. Das raubt mir Muße, die ich sonst zum Bloggen hätte. Ich konnte bislang an den Fingern einer Hand abzählen, wer in den letzten fünfzehn Jahren mein Schlafzimmer betreten hat. Und da sind der Eigentümer der Immobilienverwertungsgesellschaft und seine Tochter schon mitgezählt. Hat jemand Geld und Lust meine Wohnung Joachim- Ecke Auguststraße in Berlin Mitte für 269.793 Euro zu kaufen? Ich ziehe aber nicht freiwillig aus. Nicht in den nächsten Jahren. Und wenn die zehn Jahre um sind, nach dem Grundbucheintrag, sehen wir weiter. Dann bin ich ein Vierteljahrhundert in diesem Adlerhorst, an dem mein Herz hängt. Dass ich in Gedanken bei einer Patientin in einer Rehaklinik bin, die genau genommen meine Mama ist, ist noch eine andere Geschichte, die meine Aufmerksamkeit immer wieder absorbiert. Aber ich höre nicht auf zu bloggen. Ich doch nicht. Da sind noch so viele Wienbilder. So viele Sätze, von denen ich noch nicht weiß, dass ich sie schreiben muss. Will und werde.
16. Juli 2014
Nicht Wien und nicht Rio. Berlin 1929. Auf einer neunzehn Jahre alten Video-Kassette zuerst eine Knef-Doku „Für mich soll’s rote Rosen regnen„, 1995. Danach eine Dokumentation von 1992 „Gärten der Côte d’Azur, 2. Teil“. Danach „Affengeil – eine Reise durch Lottis Leben“ von Rosa von Praunheim, 1990 mit Lotti Huber. Ich ließ es so nebenher laufen. Alle drei Filme ganz hervorragend. Mehr als fünfzehn Jahre nicht gesehen, vielleicht noch länger. Mir gefällt das leicht Verrauschte von alten VHS-Videos auf dem HD-Fernseher, der mir sonst zu Vieles überdeutlich und porentief serviert – ernüchternd. Jedenfalls erzählte Lotti, was ich eigentlich wusste, weil ich den Film und ihre Bücher ja seit geraumer Zeit kannte (und sie auch noch leibhaftig erzählend erleben durfte, ca. 1992 bei einem Auftritt in der Bar jeder Vernunft und in einem darauf folgenden Telefonat). Dass sie bei Wigman Unterricht besuchte, damals in Berlin, nachdem ihr der klassische Ballett-Tanz Überdruss bereitete („schöpfen – streuen – schöpfen – streuen – schöpfen (…)“) Fernseher an. Videorecorder an. Internet an. Ich gable mit halbem oder auch ganzem Ohr etwas auf und schaue, was es mittlerweile auf youtube an Material gibt. Und so fand ich diese Sequenz. Ohne Tonspur. Unglaubliche Performance.
19. Juli 2014
Schaue gerade Dietmar Otto Edler von Schönleiten genannt Schönherr, anlässlich des Todes von Dietmar Schönherr im RBB. Ich mochte ihn immer sehr gerne. Und seine Vivi. Sympathischer Querulant mit Herz. Charismatischer Mann auch. Da gibt es ganz viel Raumschiff Orion. Es hat ja eigentlich geheißen „Raumpatrouille Orion“ aber wir haben immer nur Raumschiff Orion gesagt. Der Pionier Dietmar Schönherr. Erster deutschsprachiger Raumschiff-Commander. Erster Fernseh-Anarchist. Erster deutschsprachiger Talk-Master. Hier erklärt er in seiner ersten „Unterhaltung mit Gästen“ das noch unbekannte Wort Talk-Show.
16. Juli 2014
Nicht Wien und nicht Rio. Berlin 1929. Auf einer neunzehn Jahre alten Video-Kassette zuerst eine Knef-Doku „Für mich soll’s rote Rosen regnen„, 1995. Danach eine Dokumentation von 1992 „Gärten der Côte d’Azur, 2. Teil“. Danach „Affengeil – eine Reise durch Lottis Leben“ von Rosa von Praunheim, 1990 mit Lotti Huber. Ich ließ es so nebenher laufen. Alle drei Filme ganz hervorragend. Mehr als fünfzehn Jahre nicht gesehen, vielleicht noch länger. Mir gefällt das leicht Verrauschte von alten VHS-Videos auf dem HD-Fernseher, der mir sonst zu Vieles überdeutlich und porentief serviert – ernüchternd. Jedenfalls erzählte Lotti, was ich eigentlich wusste, weil ich den Film und ihre Bücher ja seit geraumer Zeit kannte (und sie auch noch leibhaftig erzählend erleben durfte, ca. 1992 bei einem Auftritt in der Bar jeder Vernunft und in einem darauf folgenden Telefonat). Dass sie bei Wigman Unterricht besuchte, damals in Berlin, nachdem ihr der klassische Ballett-Tanz Überdruss bereitete („schöpfen – streuen – schöpfen – streuen – schöpfen (…)“) Fernseher an. Videorecorder an. Internet an. Ich gable mit halbem oder auch ganzem Ohr etwas auf und schaue, was es mittlerweile auf youtube an Material gibt. Und so fand ich diese Sequenz. Ohne Tonspur. Unglaubliche Performance.
13. Juli 2014
Unser Super-Groupie… niedlich
13. Juli 2014
Unser Super-Groupie… niedlich
13. Juli 2014
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=143270















„Eine der schönste Barockgassen Wiens heißt Kurrent. Sie verbindet die Steindlgasse mit dem Judenplatz. In ihr befinden sich zwei Restaurants: etwa in der Mitte, auf Nummer 8, das mit sogenannter bodenständiger, gutbürgerlicher Küche aufwartende Ofenloch (in dessen Gästebuch dereinst Friedrich Torberg schrieb, daß ihm das Ofenloch, von allen ihm bekannten Wiener Löchern, das mit Abstand sympathischste sei) und, kurz vor der kleinen Galerie, die hinter dem Rücken des Lessing-Denkmals am Judenplatz das erschütternde, alptraumhafte, die Schrecken des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau reflektierende Werk des Holocaust-Überlebenden Adolf Frankl zeigt, das mediterraner Küche hingegebene Pastell.“ ANDRÉ HELLER, EINE MOMENTAUFNAHME.

Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Oder nur ganz wenig. Vielleicht, dass ich ganz zufällig in der Kurrentgasse landete, und sie mir gleich gefiel. Aber als ich das Schild vom Ofenloch sah, dämmerte mir, dass ich durch eine glückliche Fügung in dieser Gasse gelandet war, die ich mir sowieso gerne anschauen wollte. Ein paar Meter weiter war dann auch das Pastell und erst da, wo die kleine Gasse auf den Judenplatz führt, sah ich mir das Schild an, auf dem Kurrentgasse stand. Ich hatte kurz vor meiner Reise, als eines der letzten Wienbücher, dieses kleine Sammelsurium vom André Heller gelesen, aus dem das Zitat stammt. Das habe ich mir gut gemerkt. Im weiteren Verlauf der Geschichte erzählt er, wie er im Pastell mit einer Freundin essen war und beschreibt eine seltsame Truppe, die ebenfalls dort war, und ihm nicht geheuer. Ich habe mich jedenfalls gefreut, dass die schöne kleine Gasse die Kurrent ist. Im weiteren Verlauf des Nachmittags, oder besser des Abends, bin ich auch noch einmal zurückgekerht, diesmal mit Duke. Wir waren im Ofenloch zum Abendessen. Wiener Schnitzel und Erdäpfel-Vogerl-Salat. Aber das erzähle ich alles noch en detail.







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08. Juli 2014
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More Vienna. Also weiter. Aus dem Tuchlaubenhof kommend, finde ich mich in der Seitzergasse. Eine nicht übersehbare Bauzaunverkleidung markiertproklamiertzitiertdefiniert das Goldene Quartier. Durch Wiederholung lernen wir. Die in vielfältigen Sand- und Beigetönen gewachsenen, aufgefächerten Fassaden wirken beruhigend, unerschütterlich etabliert. Das Establishment alter, gewürdigter Architektur. Die Wiener „Innere Stadt“ ist Weltkulturerbe. Und das ist bestimmt keine Fehlentscheidung. Mir war schon einigermaßen klar, dass der Begriff „Goldenes Quartier“ neueren Datums sein muss, denn das Althergebrachte, Selbstverständliche wird selten plakatiert. Es ist einfach allzu bekannt und deswegen obsolet, es groß an die Glocke zu hängen. Wie man eben auch nicht plakatieren würde „Der Goldene Komponist“ (W. A. Mozart). Warum das Etikett fürs Quartier? Wahrscheinlich, eine Kampagne zur Status-Festigung, Unterfütterung der Exklusivität des Areals. Mit so einem schicken Etikett kann man sich noch besser abgrenzend verorten. Eine kleine, kostspielige Grenzziehung innerhalb des ersten Gemeindebezirks. Wahrscheinlich wird sich auch die entsprechend liquide Klientel finden, um das „Living“ nicht nur auf der schicken Internetseite zu visualisieren. Schon schöne Wohnungsangebote. Teuer ist ja sehr relativ. Für den einen unbezahlbar, für den anderen Portokasse. Ich vermute, wer dringend interessiert ist, sehr viel Geld zu erwirtschaften, wird es auch irgendwie hinkriegen. Eine Frage des Willens. Könnte aber sein, dass es auf Dauer ein bißchen eintönig wird, wenn lauter gleichgestrickte Premium-Gelderwerber auf einem Haufen sind. Da muss dann wieder die Kunst ran, die Narren zur Belustigung. Und natürlich Drogen für das nächste Ekstase-Level. So viele finanziell sehr wohlhabende Menschen habe ich noch gar nicht getroffen, aber die Wenigen hatten oft einen starken Hunger nach Reichtum auf virtueller, visionärer Ebene. Dem, wofür die Kunst im besten Fall steht. Oder auch einfacher: sogenannte Lebenskünstler. Ich stehe da irgendwo dazwischen und schaue mir den ganzen Zirkus an. Wieder mal ein paar Gedankensprünge. Wie man eben auch mit den Gedanken springt, wenn man durch die Gassen von Wien flaniert, oder sonstwo auf dieser schönen Welt. Ah, ich höre Feuerwerk. Meine Nachbarn freuen sich. Sollte heute etwa der Dauerfluch des ewig finalen Halbfinales gebrochen werden? Unglaublich. Schon schön. Aber auch irgendwie… man möchte sich ein bißchen bei den Gastgebern entschuldigen… oh là là… fast hätte ich gestern meine Überschrift noch korrigiert… von wegen „Victory“…. jetzt Khedira 5:0 in der 29 Minute…
: : alle Wiener Geschichten : :
08. Juli 2014
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=143270





More Vienna. Also weiter. Aus dem Tuchlaubenhof kommend, finde ich mich in der Seitzergasse. Eine nicht übersehbare Bauzaunverkleidung markiertproklamiertzitiertdefiniert das Goldene Quartier. Durch Wiederholung lernen wir. Die in vielfältigen Sand- und Beigetönen gewachsenen, aufgefächerten Fassaden wirken beruhigend, unerschütterlich etabliert. Das Establishment alter, gewürdigter Architektur. Die Wiener „Innere Stadt“ ist Weltkulturerbe. Und das ist bestimmt keine Fehlentscheidung. Mir war schon einigermaßen klar, dass der Begriff „Goldenes Quartier“ neueren Datums sein muss, denn das Althergebrachte, Selbstverständliche wird selten plakatiert. Es ist einfach allzu bekannt und deswegen obsolet, es groß an die Glocke zu hängen. Wie man eben auch nicht plakatieren würde „Der Goldene Komponist“ (W. A. Mozart). Warum das Etikett fürs Quartier? Wahrscheinlich, eine Kampagne zur Status-Festigung, Unterfütterung der Exklusivität des Areals. Mit so einem schicken Etikett kann man sich noch besser abgrenzend verorten. Eine kleine, kostspielige Grenzziehung innerhalb des ersten Gemeindebezirks. Wahrscheinlich wird sich auch die entsprechend liquide Klientel finden, um das „Living“ nicht nur auf der schicken Internetseite zu visualisieren. Schon schöne Wohnungsangebote. Teuer ist ja sehr relativ. Für den einen unbezahlbar, für den anderen Portokasse. Ich vermute, wer dringend interessiert ist, sehr viel Geld zu erwirtschaften, wird es auch irgendwie hinkriegen. Eine Frage des Willens. Könnte aber sein, dass es auf Dauer ein bißchen eintönig wird, wenn lauter gleichgestrickte Premium-Gelderwerber auf einem Haufen sind. Da muss dann wieder die Kunst ran, die Narren zur Belustigung. Und natürlich Drogen für das nächste Ekstase-Level. So viele finanziell sehr wohlhabende Menschen habe ich noch gar nicht getroffen, aber die Wenigen hatten oft einen starken Hunger nach Reichtum auf virtueller, visionärer Ebene. Dem, wofür die Kunst im besten Fall steht. Oder auch einfacher: sogenannte Lebenskünstler. Ich stehe da irgendwo dazwischen und schaue mir den ganzen Zirkus an. Wieder mal ein paar Gedankensprünge. Wie man eben auch mit den Gedanken springt, wenn man durch die Gassen von Wien flaniert, oder sonstwo auf dieser schönen Welt. Ah, ich höre Feuerwerk. Meine Nachbarn freuen sich. Sollte heute etwa der Dauerfluch des ewig finalen Halbfinales gebrochen werden? Unglaublich. Schon schön. Aber auch irgendwie… man möchte sich ein bißchen bei den Gastgebern entschuldigen… oh là là… fast hätte ich gestern meine Überschrift noch korrigiert… von wegen „Victory“…. jetzt Khedira 5:0 in der 29 Minute…
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07. Juli 2014
VICTORY!

So, Herrschaften. Nun scheint es mir doch langsam an der Zeit, den tieferen Sinn dieser Jahrhundertaufnahme in Erinnerung zu bringen. Wir lesen nun gemeinsam die Bildunterschrift: „als Bomberpilot für’s Gute an sich.“ Zunächst habe ich mich ja noch geziert, mich der großen, neuen weltweiten Bewegung anzuschließen. Wo ich jetzt aber die Beweggründe lese, warum auf einmal überall Bildchen mit Helm und Sonnenbrille ins Poesiealbum geklebt werden, sinngemäß: „ich weiß nicht warum ich das mache, aber kid37 hat es auch gemacht!“ „Und Herr Speedhiking“ „Und Mek.“ „Und Dings und Bums.“ „Und als erster Schneck„, da blutet mir als engagierter Politbloggerin freilich das Herz, wie wenig die große Sache erwähnt wird. Allein aus diesem Grunde, nicht etwa aus Spieltrieb oder eitlem Profilierungszwang oder Blödsinn, habe ich mich daher genötigt gesehen, meinerseits eine Solidaritätskundgebung zu verfassen, um auf die gute Sache hinzuweisen. Wir kämpfen als Bomberpiloten und Bomberpilotinnen für’s Gute an sich! Also ich jedenfalls! Das ist kein Fahrradhelm und kein Motorradhelm und kein Bergsteigerhelm und kein Baustellenhelm, sondern ein Bomberhelm! Und wir werden siegen! Meiner hat schon ein paar Schrammen davongetragen, aber wo gehobelt wird, fallen Späne!
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07. Juli 2014
VICTORY!

So, Herrschaften. Nun scheint es mir doch langsam an der Zeit, den tieferen Sinn dieser Jahrhundertaufnahme in Erinnerung zu bringen. Wir lesen nun gemeinsam die Bildunterschrift: „als Bomberpilot für’s Gute an sich.“ Zunächst habe ich mich ja noch geziert, mich der großen, neuen weltweiten Bewegung anzuschließen. Wo ich jetzt aber die Beweggründe lese, warum auf einmal überall Bildchen mit Helm und Sonnenbrille ins Poesiealbum geklebt werden, sinngemäß: „ich weiß nicht warum ich das mache, aber kid37 hat es auch gemacht!“ „Und Herr Speedhiking“ „Und Mek.“ „Und Dings und Bums.“ „Und als erster Schneck„, da blutet mir als engagierter Politbloggerin freilich das Herz, wie wenig die große Sache erwähnt wird. Allein aus diesem Grunde, nicht etwa aus Spieltrieb oder eitlem Profilierungszwang oder Blödsinn, habe ich mich daher genötigt gesehen, meinerseits eine Solidaritätskundgebung zu verfassen, um auf die gute Sache hinzuweisen. Wir kämpfen als Bomberpiloten und Bomberpilotinnen für’s Gute an sich! Also ich jedenfalls! Das ist kein Fahrradhelm und kein Motorradhelm und kein Bergsteigerhelm und kein Baustellenhelm, sondern ein Bomberhelm! Und wir werden siegen! Meiner hat schon ein paar Schrammen davongetragen, aber wo gehobelt wird, fallen Späne!
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05. Juli 2014
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Wien, Vienna. Tuchlauben. Das wird es dann auch gewesen sein, mit Pferde- und Fiakerbildern. Aber so als atmosphärischer Einstieg ist es schon angemessen, mit einem der bekanntesten Klischees aufzuwarten. Man muss aufpassen beim Bloggen, dass man eben nicht den Fehler (im wahrsten Sinne des Wortes, es würde fehlen) macht, die Klischees akribisch auszusparen, um aus einer unvirtuosen Profilierungsambition eine irgendwie andere Sicht auf einen bekannten Ort zu präsentieren. Das kann man vielleicht machen, wenn das Publikum alles bis zum Überdruss kennt, aber davon kann man nicht ausgehen. Ich meine: ich kannte es nicht, wenigstens nicht ausführlich, weil ich noch nie vorher in Wien war.


































Also bitte: was will man sehen? Graffiti-Mauern, wo man nicht mehr sicher ist, ob man ein Foto aus Berlin vor sich hat oder von sonstwo? Nein! Ich will die Innere Stadt sehen, das was die österreichische Metropole so unverwechselbar, nicht austauschbar macht. Den Otto-Wagner-Krempel und die Klimt-Sachen. Und die Kaffeehäuser. Und die Pferde, und die Kutschen und den ganzen Stuck, und alles andere habe ich hier. Sonst hätte ich nicht nach Wien gebraucht. Also bitte. Und jetzt Tuchlauben. Das hört sich erst einmal nicht wie ein Name von einer Straße an, ist aber so. Es ist nicht die Tuchlaubenstraße oder die Tuchlaubenallee oder die Tuchlaubengasse oder die Tuchlaubenchaussee, nein: Tuchlauben, nichts weiter. Am Stephansplatz bin ich herausgekommen und dann irgendwie nach Lust und Laune weitergelaufen, ohne auf den Stadtplan zu schauen, mit dem einzigen Ziel, mich treiben zu lassen. Da war auf einmal die Ecke mit dem Café Korb. Es war so ein gemischtes Wetter, mal wolkig, mal schon ein bißchen Sonne. Ich blieb kurz stehen, Brandstätte Ecke Tuchlauben. Irgendetwas gefiel mir an dem Café, aber dann dachte ich, es wäre doch etwas früh, um eine Pause einzulegen, wo ich noch gar nicht viel gesehen hatte. Also bin ich weiter. Die Ecke mit dem „Actors Studio“ angeschaut, da ist ein Kino drin. Der Yves Saint Laurent-Film lief gerade, den ich mir auch noch irgendwann einmal anschauen will.

Es ist also kein Ableger von der Schauspielschule in New York, wie man vielleicht denken könnte. Dann bin ich weiter, immer der Nase nach, eine Kutsche kam vorbei, ich ging in einen Hinterhof, aus Neugier. Da, wo das Schild mit der Stiege war, der runde Innenhof. Im Durchgang stand ein Handwerker, ein Maler und wartete auf irgendwas, später hat er telefoniert. Ich bin wieder aus dem Hof gegangen und weiter, Richtung „Gunkel“. Ein uraltes Geschäft! (Motto: „Wäsche so fein, die kann nur von Gunkel sein!“) Schon seit 250 Jahren oder so ähnlich gibt es den Laden. Im Schaufenster war Bettzeug, so Haushaltsachen. Ich dachte, vielleicht haben sie auch so Küchenzubehör, ich hätte für unsere Ferienwohnung gerne so eine Kaffeekanne zum Pressen gehabt, wo man heißes Wasser aufgießt und dann runterdrückt. Mir fällt der Name wieder nicht ein. Es gab zwar eine Kaffeemaschine in der Wohnung, aber so eine mit so einem blöden Kapselsystem, die kann ich gar nicht leiden, ja ich möchte sagen, sie sind mir zutiefst unsympathisch. Für jede einzelne Tasse so ein Plastiktöpfchen-Müll, das ärgert mich direkt! Ich hatte auch ein Päckchen Kaffee von daheim mitgenommen, aber wegen der Kapselmaschine konnte ich den gar nicht verwenden. Und dann waren auch Kapseln vorrätig und wir haben eben dann doch damit Kaffee gekocht. Das war aber an dem Morgen, bevor wir los sind, noch eine Wissenschaft. Weil Duke auch nicht gewusst hat, wie das funktioniert, haben wir erst einmal auf youtube ein Video suchen müssen, wo man sieht, wie man so eine Maschine bedient. Für alles waren Betriebsanleitungen in der Wohnung, aber nicht für die blöde Kaffeemaschine! Wir haben also zweimal ein Lern-Video auf youtube angeschaut, und uns noch dabei über uns selber kaputt gelacht, weil wir soviel Zeit damit vertrödelt haben. Blöde Witze gemacht, etwa sinngemäß: „Wenn wir Nichts von Wien gesehen haben, können wir es ja damit entschuldigen, dass wir es nicht zu den Sehenswürdigkeiten geschafft haben weil wir stundenlang auf youtube Tutorials anschauen mussten, in denen erklärt wird, wie die Kaffeemaschine funktioniert!“. Langer Rede kurzer Sinn: ich bin also zu Gunkel rein, um nach so einer Pressmaschine zu schauen. Kaufhäuser waren mir bis dato nämlich noch nicht über den Weg gelaufen, später haben ich dann gelernt, dass es Kaufhäuser, wie man sie aus Deutschland kennt, hier gar nicht gibt. Gunkel hat zwei Etagen und ist riesig! Riesig ist auch die Belegschaft, wenigstens ist es mir so vorgekommen. Überall, an jeder Ecke stand eine Verkäuferin in einem gelbschwarzen Kittel, glaube ich. So eine Verkaufsuniform wohl. Und überall hieß es: „Grüß Gott!“. Ein richtiger Grüß-Gott-Chor hat mich empfangen, das war etwas ungewohnt. Ich habe dann auch einen Gruß vernehmen lassen, war mir aber sehr unsicher, ob es unschicklich ist, wenn ich auf Grüß Gott mit „Guten Tag!“ antworte. Vielleicht komme ich dann ja in die Gunkel-Hölle. Ich habe mich ein bißchen beobachtet gefühlt. So war es wahrscheinlich auch. Viele Kunden waren nicht im Geschäft, so hat sich die ganze Konzentration auf mich fokussiert, quasi. Ich wurde dann auch gefragt, ob ich Hilfe bräuchte, was ja eigentlich gestimmt hätte, aber ich habe dankend abgelehnt, weil ich die Befürchtung hatte, dass man mir ein ähnliches Produkt präsentiert, aber nicht das, was ich will und brauche und es dann aus lauter Höflichkeit kaufe, um die beflissene Verkäuferin nicht zu enttäuschen. Ich bin dann alleine durch die vielen Auslagen flaniert und habe recht bald gemerkt, dass es zwar silberne Salz- und Pfefferstreuer und Kerzenhalter gibt und jede Menge Tisch- und Bettwäsche, aber nicht so etwas konkret Praktisches für die Küche, also jedenfalls keine Kaffeekoch-Gerätschaften oder andere kannenartigen Behältnisse. Aber ich war mal bei Gunkel! Als ich gegangen bin, habe ich mich artig von allen Verkäuferinnen mit „Auf Wiedersehen“ verabschiedet. Zumindest von denen, die mich im Fokus hatten. Als ich wieder draußen war, war ich direkt ein bißchen erleichtert. In so einem Traditionsgeschäft bewegt man sich doch ein bißchen wie in einem Kirchenschiff, man möchte nicht wegen Fehlverhaltens unangenehm auffallen. Also ich jedenfalls nicht. Draußen habe ich mich dann ausgiebig den blechernen, runden Markisen vor den Gunkel-Fenstern gewidmet. Bildschöne Konstruktion. Ich konnte gar nicht genug Fotos davon machen, wie man sieht. Sind aber auch schöne Bilder. Nicht weit von Gunkel, schräg gegenüber, ist mir der Mattoni-Hof aufgefallen, gleich fotografiert, also die Fassade. Und dann wurde es richtig schick, da bei Miu Miu, wo es zum Tuchlauben-Hof geht, da wo demnächst auch Alexander McQueen posthum einziehen wird. Die Baustellenverkleidung mit dem Jahrhundertwende-Pärchen und der Aufschrift „Goldenes Quartier“ hat mir dann schon so eine Idee vermittelt, welchen Stellenwert die Ecke ungefähr hat, wo ich mich gerade befinde. Also nicht im blechernen oder Alteisen-Quartier, sondern im Goldenen Quartier! Da, wo man ein teures Geschäft aufmachen kann. Was das genauer ist, habe ich dann wieder erst daheim in Berlin ausgetüftelt und recherchiert. Jetzt bin ich schlauer. Ich weiß nun Bescheid, insidermäßig! Ach ja, ich wollte ja noch erzählen, warum ich alleine rumgelaufen bin, was aber sehr super war, weil ich es ja sonst auch immer so halte, also meinem Naturell entspricht, sozusagen. Als wir morgens in der Küche youtube-Videos über die Kaffemaschine geschaut haben, wurde nebenher auch noch verabredet, dass wir nach der Fuchs-Villa verschiedene Sachen machen. Duke hat sich in einem Café zum Wiedersehen mit seiner früheren Frau verabredet und wir haben dann gesagt, dass ich ihn später da abhole, so gegen siebzehn Uhr, also gut drei Stunden später. Darauf war ich auch schon sehr gespannt, weil ich dann ja auch mal eine Wienerin treffen würde. Ich habe mir schon gedacht, dass ich bestimmt keine Probleme hätte, die drei Stunden alleine herumzugondeln, und so war es dann ja auch. Duke wird jetzt also auch erstmalig durch die Bilder sehen, wo ich überall war. So kann man ein bißchen mit mir mitflanieren und sehen, was mir angenehm ins Auge gestochen ist. Ach ja, zum Café Korb wollte ich noch schreiben, dass ich mich schon wieder ein bißchen geärgert habe, dass ich vorher nicht gewusst habe, dass ich da vielleicht doch hätte hineingehen sollen, weil ich die Inhaberin, die Frau Widl, so interessant finde. Na ja, nun ist es zu spät. Im Keller soll auch ein modernes Klo sein, das einen Design-Preis bekommen hat. Also die ganzen Toiletten- Räume unten, ultramodern. „Dieses WC ist einen Besuch wert!“ Aber oben, im Gastraum, wohl die original alte Fünfziger-Jahre-Einrichtung, von der Grundrenovierung. Na ja, ich kann es nicht beurteilen, ich war ja nun leider nicht drin! Das nächste mal dann.

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05. Juli 2014
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Wien, Vienna. Tuchlauben. Das wird es dann auch gewesen sein, mit Pferde- und Fiakerbildern. Aber so als atmosphärischer Einstieg ist es schon angemessen, mit einem der bekanntesten Klischees aufzuwarten. Man muss aufpassen beim Bloggen, dass man eben nicht den Fehler (im wahrsten Sinne des Wortes, es würde fehlen) macht, die Klischees akribisch auszusparen, um aus einer unvirtuosen Profilierungsambition eine irgendwie andere Sicht auf einen bekannten Ort zu präsentieren. Das kann man vielleicht machen, wenn das Publikum alles bis zum Überdruss kennt, aber davon kann man nicht ausgehen. Ich meine: ich kannte es nicht, wenigstens nicht ausführlich, weil ich noch nie vorher in Wien war.


































Also bitte: was will man sehen? Graffiti-Mauern, wo man nicht mehr sicher ist, ob man ein Foto aus Berlin vor sich hat oder von sonstwo? Nein! Ich will die Innere Stadt sehen, das was die österreichische Metropole so unverwechselbar, nicht austauschbar macht. Den Otto-Wagner-Krempel und die Klimt-Sachen. Und die Kaffeehäuser. Und die Pferde, und die Kutschen und den ganzen Stuck, und alles andere habe ich hier. Sonst hätte ich nicht nach Wien gebraucht. Also bitte. Und jetzt Tuchlauben. Das hört sich erst einmal nicht wie ein Name von einer Straße an, ist aber so. Es ist nicht die Tuchlaubenstraße oder die Tuchlaubenallee oder die Tuchlaubengasse oder die Tuchlaubenchaussee, nein: Tuchlauben, nichts weiter. Am Stephansplatz bin ich herausgekommen und dann irgendwie nach Lust und Laune weitergelaufen, ohne auf den Stadtplan zu schauen, mit dem einzigen Ziel, mich treiben zu lassen. Da war auf einmal die Ecke mit dem Café Korb. Es war so ein gemischtes Wetter, mal wolkig, mal schon ein bißchen Sonne. Ich blieb kurz stehen, Brandstätte Ecke Tuchlauben. Irgendetwas gefiel mir an dem Café, aber dann dachte ich, es wäre doch etwas früh, um eine Pause einzulegen, wo ich noch gar nicht viel gesehen hatte. Also bin ich weiter. Die Ecke mit dem „Actors Studio“ angeschaut, da ist ein Kino drin. Der Yves Saint Laurent-Film lief gerade, den ich mir auch noch irgendwann einmal anschauen will.

Es ist also kein Ableger von der Schauspielschule in New York, wie man vielleicht denken könnte. Dann bin ich weiter, immer der Nase nach, eine Kutsche kam vorbei, ich ging in einen Hinterhof, aus Neugier. Da, wo das Schild mit der Stiege war, der runde Innenhof. Im Durchgang stand ein Handwerker, ein Maler und wartete auf irgendwas, später hat er telefoniert. Ich bin wieder aus dem Hof gegangen und weiter, Richtung „Gunkel“. Ein uraltes Geschäft! (Motto: „Wäsche so fein, die kann nur von Gunkel sein!“) Schon seit 250 Jahren oder so ähnlich gibt es den Laden. Im Schaufenster war Bettzeug, so Haushaltsachen. Ich dachte, vielleicht haben sie auch so Küchenzubehör, ich hätte für unsere Ferienwohnung gerne so eine Kaffeekanne zum Pressen gehabt, wo man heißes Wasser aufgießt und dann runterdrückt. Mir fällt der Name wieder nicht ein. Es gab zwar eine Kaffeemaschine in der Wohnung, aber so eine mit so einem blöden Kapselsystem, die kann ich gar nicht leiden, ja ich möchte sagen, sie sind mir zutiefst unsympathisch. Für jede einzelne Tasse so ein Plastiktöpfchen-Müll, das ärgert mich direkt! Ich hatte auch ein Päckchen Kaffee von daheim mitgenommen, aber wegen der Kapselmaschine konnte ich den gar nicht verwenden. Und dann waren auch Kapseln vorrätig und wir haben eben dann doch damit Kaffee gekocht. Das war aber an dem Morgen, bevor wir los sind, noch eine Wissenschaft. Weil Duke auch nicht gewusst hat, wie das funktioniert, haben wir erst einmal auf youtube ein Video suchen müssen, wo man sieht, wie man so eine Maschine bedient. Für alles waren Betriebsanleitungen in der Wohnung, aber nicht für die blöde Kaffeemaschine! Wir haben also zweimal ein Lern-Video auf youtube angeschaut, und uns noch dabei über uns selber kaputt gelacht, weil wir soviel Zeit damit vertrödelt haben. Blöde Witze gemacht, etwa sinngemäß: „Wenn wir Nichts von Wien gesehen haben, können wir es ja damit entschuldigen, dass wir es nicht zu den Sehenswürdigkeiten geschafft haben weil wir stundenlang auf youtube Tutorials anschauen mussten, in denen erklärt wird, wie die Kaffeemaschine funktioniert!“. Langer Rede kurzer Sinn: ich bin also zu Gunkel rein, um nach so einer Pressmaschine zu schauen. Kaufhäuser waren mir bis dato nämlich noch nicht über den Weg gelaufen, später haben ich dann gelernt, dass es Kaufhäuser, wie man sie aus Deutschland kennt, hier gar nicht gibt. Gunkel hat zwei Etagen und ist riesig! Riesig ist auch die Belegschaft, wenigstens ist es mir so vorgekommen. Überall, an jeder Ecke stand eine Verkäuferin in einem gelbschwarzen Kittel, glaube ich. So eine Verkaufsuniform wohl. Und überall hieß es: „Grüß Gott!“. Ein richtiger Grüß-Gott-Chor hat mich empfangen, das war etwas ungewohnt. Ich habe dann auch einen Gruß vernehmen lassen, war mir aber sehr unsicher, ob es unschicklich ist, wenn ich auf Grüß Gott mit „Guten Tag!“ antworte. Vielleicht komme ich dann ja in die Gunkel-Hölle. Ich habe mich ein bißchen beobachtet gefühlt. So war es wahrscheinlich auch. Viele Kunden waren nicht im Geschäft, so hat sich die ganze Konzentration auf mich fokussiert, quasi. Ich wurde dann auch gefragt, ob ich Hilfe bräuchte, was ja eigentlich gestimmt hätte, aber ich habe dankend abgelehnt, weil ich die Befürchtung hatte, dass man mir ein ähnliches Produkt präsentiert, aber nicht das, was ich will und brauche und es dann aus lauter Höflichkeit kaufe, um die beflissene Verkäuferin nicht zu enttäuschen. Ich bin dann alleine durch die vielen Auslagen flaniert und habe recht bald gemerkt, dass es zwar silberne Salz- und Pfefferstreuer und Kerzenhalter gibt und jede Menge Tisch- und Bettwäsche, aber nicht so etwas konkret Praktisches für die Küche, also jedenfalls keine Kaffeekoch-Gerätschaften oder andere kannenartigen Behältnisse. Aber ich war mal bei Gunkel! Als ich gegangen bin, habe ich mich artig von allen Verkäuferinnen mit „Auf Wiedersehen“ verabschiedet. Zumindest von denen, die mich im Fokus hatten. Als ich wieder draußen war, war ich direkt ein bißchen erleichtert. In so einem Traditionsgeschäft bewegt man sich doch ein bißchen wie in einem Kirchenschiff, man möchte nicht wegen Fehlverhaltens unangenehm auffallen. Also ich jedenfalls nicht. Draußen habe ich mich dann ausgiebig den blechernen, runden Markisen vor den Gunkel-Fenstern gewidmet. Bildschöne Konstruktion. Ich konnte gar nicht genug Fotos davon machen, wie man sieht. Sind aber auch schöne Bilder. Nicht weit von Gunkel, schräg gegenüber, ist mir der Mattoni-Hof aufgefallen, gleich fotografiert, also die Fassade. Und dann wurde es richtig schick, da bei Miu Miu, wo es zum Tuchlauben-Hof geht, da wo demnächst auch Alexander McQueen posthum einziehen wird. Die Baustellenverkleidung mit dem Jahrhundertwende-Pärchen und der Aufschrift „Goldenes Quartier“ hat mir dann schon so eine Idee vermittelt, welchen Stellenwert die Ecke ungefähr hat, wo ich mich gerade befinde. Also nicht im blechernen oder Alteisen-Quartier, sondern im Goldenen Quartier! Da, wo man ein teures Geschäft aufmachen kann. Was das genauer ist, habe ich dann wieder erst daheim in Berlin ausgetüftelt und recherchiert. Jetzt bin ich schlauer. Ich weiß nun Bescheid, insidermäßig! Ach ja, ich wollte ja noch erzählen, warum ich alleine rumgelaufen bin, was aber sehr super war, weil ich es ja sonst auch immer so halte, also meinem Naturell entspricht, sozusagen. Als wir morgens in der Küche youtube-Videos über die Kaffemaschine geschaut haben, wurde nebenher auch noch verabredet, dass wir nach der Fuchs-Villa verschiedene Sachen machen. Duke hat sich in einem Café zum Wiedersehen mit seiner früheren Frau verabredet und wir haben dann gesagt, dass ich ihn später da abhole, so gegen siebzehn Uhr, also gut drei Stunden später. Darauf war ich auch schon sehr gespannt, weil ich dann ja auch mal eine Wienerin treffen würde. Ich habe mir schon gedacht, dass ich bestimmt keine Probleme hätte, die drei Stunden alleine herumzugondeln, und so war es dann ja auch. Duke wird jetzt also auch erstmalig durch die Bilder sehen, wo ich überall war. So kann man ein bißchen mit mir mitflanieren und sehen, was mir angenehm ins Auge gestochen ist. Ach ja, zum Café Korb wollte ich noch schreiben, dass ich mich schon wieder ein bißchen geärgert habe, dass ich vorher nicht gewusst habe, dass ich da vielleicht doch hätte hineingehen sollen, weil ich die Inhaberin, die Frau Widl, so interessant finde. Na ja, nun ist es zu spät. Im Keller soll auch ein modernes Klo sein, das einen Design-Preis bekommen hat. Also die ganzen Toiletten- Räume unten, ultramodern. „Dieses WC ist einen Besuch wert!“ Aber oben, im Gastraum, wohl die original alte Fünfziger-Jahre-Einrichtung, von der Grundrenovierung. Na ja, ich kann es nicht beurteilen, ich war ja nun leider nicht drin! Das nächste mal dann.

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28. Juni 2014
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„Der Wiener Stephansplatz ist das Zentrum der österreichischen Bundeshauptstadt. In seiner Mitte steht der Stephansdom.“ Wikipedia
Stephansplatz, Innere Stadt. Erster Bezirk. Stephansdom. Fiaker. Folgendes: ich hatte ja bereits am ersten Abend das Vergnügen mit dem Stephansplatz, weil wir, also Victor und ich jetzt (da war es schon dunkel), drüber gelaufen sind. Mir ist gleich wieder das Zickzack-Muster vom Dach vom Stephansdom angenehm aufgefallen, weil es mich immer an die Sachen von Missoni erinnert. Ein sehr dekoratives Muster, das mir gut gefällt. Der Rest von dem Gebäude haut mich jetzt nicht so aus den Socken, aber das ist ja alles Geschmackssache. Als wir in der Dunkelheit drüber gelaufen sind, waren glaube ich keine Pferdekutschen da. Als ich dann aber zwei Tage später, nach der Fuchs Villa, am hellichten Tag auf den Stephansplatz trete, sehe ich schon gleich den ersten Fiaker, das geht ruckzuck! Beim ersten habe ich noch ganz aufgeregt die Kamera draufgehalten, aber recht bald habe ich dann bemerkt, dass es sich um keine einmalige Gelegenheit handelt, die nie mehr wiederkommt. Trotzdem gefallen mir meine Fiakerbilder besonders gut. Gerade das, wo die Kutsche so vorbeirauscht. Das ist schon richtig wie im Kino. Der Platz im Herzen der österreichischen Metropole ist nun der Auftakt für Unmengen Bilder, die ich in den ungefähr dreieinhalb Stunden gemacht habe, als ich die Gegend alleine mit meiner Kamera erkundet habe. Die Zeit verging wie im Flug, und ich hatte das Gefühl, nun wirklich in Wien zu sein. So richtig mittendrin! Es war eine Freude. Ich habe praktisch an jeder zweiten Ecke insgeheim gedacht: „Der erste Bezirk, das ist meiner!“ Es macht alles einen hervorragenden Eindruck, erste Qualität! Also wenn ich in Wien wohnen müsste, dann wüsste ich schon wo! Dass es hier eventuell etwas teurer mit der Unterkunft werden könnte, liegt ja in der Natur der Sache. Dann muss man sich eben kümmern und für einen entsprechenden Broterwerb sorgen. Aber das steht im Moment gerade nicht akut zur Diskussion bei mir. Jetzt, wo ich wieder in Berlin bin, kann ich mir auf den Fotos endlich mal alles genau anschauen, die Details! Das ist sehr angenehm. Wenn man rumläuft und hysterisch-ekstatisch Fotos macht, hat man ja gar keine Zeit, sich die Kleinigkeiten in Ruhe anzuschauen, weil man aus dem Augenwinkel ein paar Meter weiter schon wieder das nächste Schmankerl sieht. Was mir aber gleich sehr aufgefallen ist, ist das moderne Haus gegenüber vom Stephansdom. Es ist wie verspiegelt, also der Dom spiegelt sich drin und es ist richtig modern. So viele moderne Häuser gibt es nicht in der Ecke, sondern hauptsächlich alte, aber sehr schöne. Das moderne Haus heißt jedenfalls Haas-Haus, und ich habe gestern ausgetüftelt, was für eine Gastronomie da drin ist, weil ich ja von unten genau gesehen habe, dass da oben auf der Rotunde von der Dachterrasse Sonnenschirme stehen. Also wird man da oben wohl etwas essen und trinken können. Als ich dann gesehen habe, was da drin ist, war ich schwer beeindruckt. Wenn ich irgendwann mal wieder nach Wien komme, dann will ich unbedingt in die schöne Bar da oben. Die Onyx-Bar! „Mit einer reichen Auswahl an Zigarren“. Es darf also geraucht werden. Die gefällt mir mit ihren marokkanischen Tischchen so gut, dass ich mich fast ein bißchen ärgere, dass ich das verpasst habe, weil ich nichts davon gewusst habe! Die Zimmer sind auch toll, es ist nämlich ein Hotel. Ganz mein Geschmack. Natürlich auch keine Schnäppchenpreise, aber das kann mir im Moment ja auch wurscht sein, weil ich ja derzeit in Berlin bin. Aber die Zimmer sind so schön, dass die eigentlich ihr Geld wert sind. Da steigen ja wahrscheinlich sowieso nur Leute ab, denen es schnurzpiepegal ist, ob ein Hotelzimmer neunzig oder neunhundert Euro kostet. Fotos von den Zimmern angucken kostet ja zum Glück nichts. Da kann man schon mal ein bißchen spazieren gehen. Von so einem Zimmer ganz oben hat man einen tollen Blick durch die Panoramafenster, da sieht der Dom auch sehr gut aus, man kann das schöne Missoni-Dach noch besser bewundern. Falls meine neugierigen Leser wissen wollen, warum ich dreieinhalb Stunden alleine herumgelaufen bin, kann ich das gerne erklären. In einer der nächsten Strecken! Kleiner Cliffhanger.



: : alle Wiener Geschichten : :
28. Juni 2014
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„Der Wiener Stephansplatz ist das Zentrum der österreichischen Bundeshauptstadt. In seiner Mitte steht der Stephansdom.“ Wikipedia
Stephansplatz, Innere Stadt. Erster Bezirk. Stephansdom. Fiaker. Folgendes: ich hatte ja bereits am ersten Abend das Vergnügen mit dem Stephansplatz, weil wir, also Victor und ich jetzt (da war es schon dunkel), drüber gelaufen sind. Mir ist gleich wieder das Zickzack-Muster vom Dach vom Stephansdom angenehm aufgefallen, weil es mich immer an die Sachen von Missoni erinnert. Ein sehr dekoratives Muster, das mir gut gefällt. Der Rest von dem Gebäude haut mich jetzt nicht so aus den Socken, aber das ist ja alles Geschmackssache. Als wir in der Dunkelheit drüber gelaufen sind, waren glaube ich keine Pferdekutschen da. Als ich dann aber zwei Tage später, nach der Fuchs Villa, am hellichten Tag auf den Stephansplatz trete, sehe ich schon gleich den ersten Fiaker, das geht ruckzuck! Beim ersten habe ich noch ganz aufgeregt die Kamera draufgehalten, aber recht bald habe ich dann bemerkt, dass es sich um keine einmalige Gelegenheit handelt, die nie mehr wiederkommt. Trotzdem gefallen mir meine Fiakerbilder besonders gut. Gerade das, wo die Kutsche so vorbeirauscht. Das ist schon richtig wie im Kino. Der Platz im Herzen der österreichischen Metropole ist nun der Auftakt für Unmengen Bilder, die ich in den ungefähr dreieinhalb Stunden gemacht habe, als ich die Gegend alleine mit meiner Kamera erkundet habe. Die Zeit verging wie im Flug, und ich hatte das Gefühl, nun wirklich in Wien zu sein. So richtig mittendrin! Es war eine Freude. Ich habe praktisch an jeder zweiten Ecke insgeheim gedacht: „Der erste Bezirk, das ist meiner!“ Es macht alles einen hervorragenden Eindruck, erste Qualität! Also wenn ich in Wien wohnen müsste, dann wüsste ich schon wo! Dass es hier eventuell etwas teurer mit der Unterkunft werden könnte, liegt ja in der Natur der Sache. Dann muss man sich eben kümmern und für einen entsprechenden Broterwerb sorgen. Aber das steht im Moment gerade nicht akut zur Diskussion bei mir. Jetzt, wo ich wieder in Berlin bin, kann ich mir auf den Fotos endlich mal alles genau anschauen, die Details! Das ist sehr angenehm. Wenn man rumläuft und hysterisch-ekstatisch Fotos macht, hat man ja gar keine Zeit, sich die Kleinigkeiten in Ruhe anzuschauen, weil man aus dem Augenwinkel ein paar Meter weiter schon wieder das nächste Schmankerl sieht. Was mir aber gleich sehr aufgefallen ist, ist das moderne Haus gegenüber vom Stephansdom. Es ist wie verspiegelt, also der Dom spiegelt sich drin und es ist richtig modern. So viele moderne Häuser gibt es nicht in der Ecke, sondern hauptsächlich alte, aber sehr schöne. Das moderne Haus heißt jedenfalls Haas-Haus, und ich habe gestern ausgetüftelt, was für eine Gastronomie da drin ist, weil ich ja von unten genau gesehen habe, dass da oben auf der Rotunde von der Dachterrasse Sonnenschirme stehen. Also wird man da oben wohl etwas essen und trinken können. Als ich dann gesehen habe, was da drin ist, war ich schwer beeindruckt. Wenn ich irgendwann mal wieder nach Wien komme, dann will ich unbedingt in die schöne Bar da oben. Die Onyx-Bar! „Mit einer reichen Auswahl an Zigarren“. Es darf also geraucht werden. Die gefällt mir mit ihren marokkanischen Tischchen so gut, dass ich mich fast ein bißchen ärgere, dass ich das verpasst habe, weil ich nichts davon gewusst habe! Die Zimmer sind auch toll, es ist nämlich ein Hotel. Ganz mein Geschmack. Natürlich auch keine Schnäppchenpreise, aber das kann mir im Moment ja auch wurscht sein, weil ich ja derzeit in Berlin bin. Aber die Zimmer sind so schön, dass die eigentlich ihr Geld wert sind. Da steigen ja wahrscheinlich sowieso nur Leute ab, denen es schnurzpiepegal ist, ob ein Hotelzimmer neunzig oder neunhundert Euro kostet. Fotos von den Zimmern angucken kostet ja zum Glück nichts. Da kann man schon mal ein bißchen spazieren gehen. Von so einem Zimmer ganz oben hat man einen tollen Blick durch die Panoramafenster, da sieht der Dom auch sehr gut aus, man kann das schöne Missoni-Dach noch besser bewundern. Falls meine neugierigen Leser wissen wollen, warum ich dreieinhalb Stunden alleine herumgelaufen bin, kann ich das gerne erklären. In einer der nächsten Strecken! Kleiner Cliffhanger.



: : alle Wiener Geschichten : :
22. Juni 2014


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Zuguterletzt, das Nymphaeum Omega. Was für ein Name. Auf der Seite bei Ernst Fuchs wird dieser überfließende Tempel auch Brunnenhaus genannt. Von mehreren Quellen auf dem Grundstück ist die Rede, das nach oben an einen Wald grenzt, und einer tausendjährige Eiche, der ältesten von Wien, die auch hier steht. Das war uns nicht bewusst, aber dem Zauber, der über allem liegt, ist kaum zu entgehen. Man denkt an rein gar nichts, und findet sich, der Zeit entrückt. Hundert Jahre, tausend Jahre. Es ist egal. Das mit der Eiche lese ich jetzt erst, heute, im Juni, fünf Wochen später. Vielleicht hätte man nach ihr Ausschau gehalten. Doch auch so hat nichts gefehlt, bei diesem Besuch. Es war ein unvermutetes Finale, das Nymphaeum Omega. Und dann, gegen Mittag, zurück in die Welt, vom fernen Hütteldorf nach Wien, in die innere, erste Stadt. Ein Taxi, wie gerufen, in dem Augenblick, als Duke Zweifel äußerte, ob hier so bald eines entlang käme. Später dachte er laut darüber nach, ob er vielleicht weniger zweifeln sollte.

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22. Juni 2014


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Zuguterletzt, das Nymphaeum Omega. Was für ein Name. Auf der Seite bei Ernst Fuchs wird dieser überfließende Tempel auch Brunnenhaus genannt. Von mehreren Quellen auf dem Grundstück ist die Rede, das nach oben an einen Wald grenzt, und einer tausendjährige Eiche, der ältesten von Wien, die auch hier steht. Das war uns nicht bewusst, aber dem Zauber, der über allem liegt, ist kaum zu entgehen. Man denkt an rein gar nichts, und findet sich, der Zeit entrückt. Hundert Jahre, tausend Jahre. Es ist egal. Das mit der Eiche lese ich jetzt erst, heute, im Juni, fünf Wochen später. Vielleicht hätte man nach ihr Ausschau gehalten. Doch auch so hat nichts gefehlt, bei diesem Besuch. Es war ein unvermutetes Finale, das Nymphaeum Omega. Und dann, gegen Mittag, zurück in die Welt, vom fernen Hütteldorf nach Wien, in die innere, erste Stadt. Ein Taxi, wie gerufen, in dem Augenblick, als Duke Zweifel äußerte, ob hier so bald eines entlang käme. Später dachte er laut darüber nach, ob er vielleicht weniger zweifeln sollte.

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21. Juni 2014
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Auf der anderen Seite, vis-à-vis der Galerie, also das Römische Bad von Herrn Fuchs. Im Becken war gar kein Wasser. Ich nehme an, das wird jeweils frisch eingelassen, wenn Badetag ist. Da wir ja nun keine persönliche Einladung zum Baden hatten, habe ich meinen Mantel anbehalten, obwohl ich darunter natürlich einen zum Ambiente farblich passenden Bikini hatte. Das versteht sich ja von selbst. Man muss dem Leser auch mal das eine oder andere Bild verweigern, sonst hat man ja gar kein Geheimnis mehr, hier im total überwachten Internet. Am Ende sieht sich der Präsident im Oval Office Bikini-Fotos von mir im Römischen Bad in der Fuchs-Villa an. Ich weiß nicht, wo das dann hinführen würde. Also bin ich da vorsichtig. Der Mantel macht sich ja auch ganz gut in den Räumlichkeiten, der war unbedingt eine ausgezeichnete Wahl.

Mich stimmt es ja immer ein bißchen traurig, wenn die Menschen ihre Kleidung so gar nicht auf die Ästhetik des Ausflugszieles abstimmen. Mir ist das inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen. Ich kann gar nicht mehr anders! Bitte nehmen Sie sich mich doch endlich ein wenig zum Vorbild. Das gibt einfach schönere Fotos. Bitte glauben Sie mir. Ah ja, in Brasilien ist gerade ein Tor gefallen, wie ich höre. Nachdem hier in der Nachbarschaft Böller abgeschossen werden, nehme ich an, es wurde nicht von der afrikanischen Mannschaft reingehauen. Sehr praktisch, ich muss gar nicht den Fernseher anmachen, um die entscheidenden Tore mitzukriegen. Mal gucken, ob es noch mal knallt, heute Abend. Auf jeden Fall kann ein Boateng heute feiern. Das steht fest! Sie denken wohl, ich kriege gar nichts mit, hier in meinem exclusiv tapezierten Elfenbeinturm, mit Blick nach Wien.
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21. Juni 2014
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Auf der anderen Seite, vis-à-vis der Galerie, also das Römische Bad von Herrn Fuchs. Im Becken war gar kein Wasser. Ich nehme an, das wird jeweils frisch eingelassen, wenn Badetag ist. Da wir ja nun keine persönliche Einladung zum Baden hatten, habe ich meinen Mantel anbehalten, obwohl ich darunter natürlich einen zum Ambiente farblich passenden Bikini hatte. Das versteht sich ja von selbst. Man muss dem Leser auch mal das eine oder andere Bild verweigern, sonst hat man ja gar kein Geheimnis mehr, hier im total überwachten Internet. Am Ende sieht sich der Präsident im Oval Office Bikini-Fotos von mir im Römischen Bad in der Fuchs-Villa an. Ich weiß nicht, wo das dann hinführen würde. Also bin ich da vorsichtig. Der Mantel macht sich ja auch ganz gut in den Räumlichkeiten, der war unbedingt eine ausgezeichnete Wahl.

Mich stimmt es ja immer ein bißchen traurig, wenn die Menschen ihre Kleidung so gar nicht auf die Ästhetik des Ausflugszieles abstimmen. Mir ist das inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen. Ich kann gar nicht mehr anders! Bitte nehmen Sie sich mich doch endlich ein wenig zum Vorbild. Das gibt einfach schönere Fotos. Bitte glauben Sie mir. Ah ja, in Brasilien ist gerade ein Tor gefallen, wie ich höre. Nachdem hier in der Nachbarschaft Böller abgeschossen werden, nehme ich an, es wurde nicht von der afrikanischen Mannschaft reingehauen. Sehr praktisch, ich muss gar nicht den Fernseher anmachen, um die entscheidenden Tore mitzukriegen. Mal gucken, ob es noch mal knallt, heute Abend. Auf jeden Fall kann ein Boateng heute feiern. Das steht fest! Sie denken wohl, ich kriege gar nichts mit, hier in meinem exclusiv tapezierten Elfenbeinturm, mit Blick nach Wien.
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21. Juni 2014

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In der Kleinen Galerie, die Treppe nach oben. Es gibt schwarzen Tee mit Schlagobers. Nein, nicht in der Fuchs-Villa in Wien, in meiner kleinen Villa in Berlin. Bilder gab es dort zu sehen und eine Staffelei. Und gegenüber der langen Wand mit den Bildern, seltsam frivol, das „Römische Bad“. Zeige ich extra. Hätte ich eigentlich gleich mit hier – ach. Man hat uns keinen Tee serviert und auch keinen Einspänner. Das lag wahrscheinlich daran, dass Herr Fuchs gerade ein Nickerchen gemacht hat, und uns nicht bemerkt hat, sonst hätte er sicher, als guter Gastgeber, einen alten Cognac angeboten. Wenn er die Bilder hier sieht, wird er sich ärgern, dass er unseren Besuch verpasst hat! So schnell werde ich sicher nicht mehr wieder kommen, jedenfalls nicht in die Villa Fuchs. Nicht, weil es dort nicht schön wäre, sondern weil ich überhaupt keine Freundin von Wiederholungsbesuchen bin. Wenn ich wieder einmal nach Wien fliege, dann habe ich andere Ziele, ich bin da nicht nostalgisch. Ich habe ja jetzt Bilder und kann mich leicht erinnern.

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19. Juni 2014
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Im Stiegenhaus. Die Tapete. Ja, ich wiederhole mich: dennoch: die Tapete. Eine ganz herrliche Tapete. Ich wusste bis zum Besuch bei Ernst Fuchs überhaupt nicht, dass mir Tapeten gefallen könnten. Insofern könnte man im esoterischen Sinne von einer Initiation sprechen. Mein Besuch in der Fuchs-Villa hat mir die Augen für die Schönheit und Relevanz von Seidentapeten mit filigraner Musterung geöffnet. Doch daheim in Berlin denke ich keine Sekunde darüber nach, die Wände mit Seidentapeten zu tapezieren. Alles zu seiner Zeit und an seinem Ort. Mein Boudoir ist ja auch so opulent genug, mein eigenes kleines Ernst Fuchs-Museum. Mein Gaga Nielsen-Museum. Wir dürfen allerdings nicht vergessen, dass es in dem Anwesen am Rande von Wien noch Gemächer gibt, geben dürfte, die ich nicht betreten habe. Etwa eine Küche oder ein veritables Schlafzimmer. Oder eine Bibliothek. Die Mutter muss ja seinerzeit auch irgendwo gewohnt haben. Die Treppe, also die Stiege, wie es in Österreich heißt, führt zu einer oberen Etage, die kleine Galerie genannt wird. Dort ist auch ein römisches Bad. Da war ich natürlich auch. Oder genauer wir. Ich war ja nicht alleine unterwegs. Wahrscheinlich ist das so in mir drin, dass ich im Zusammenhang mit fremde Orte besuchen, automatisch an mich alleine denke, wie ich mich ohne Abstimmung oder Unterstützung orientiere und zurechtfinde. Weil ich es seit Ewigkeiten, bis auf ganz wenige Ausnahmen, so gewohnt bin. Und wenn dann der Begleiter auch mehr so ein Flaneur ist, der die Dinge auf sich wirken lässt, ohne richtungsweisend einzuwirken, fühlt man sich – also ich mich – nahezu unbehelligt. Was mir aber auch nicht unlieb war. Jetzt kommen nur noch zwei Etappen innerhalb der Villa. Und dann noch das Nymphaeum Omega, draußen im Park. Und dann ist auch gut.

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19. Juni 2014
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Im Stiegenhaus. Die Tapete. Ja, ich wiederhole mich: dennoch: die Tapete. Eine ganz herrliche Tapete. Ich wusste bis zum Besuch bei Ernst Fuchs überhaupt nicht, dass mir Tapeten gefallen könnten. Insofern könnte man im esoterischen Sinne von einer Initiation sprechen. Mein Besuch in der Fuchs-Villa hat mir die Augen für die Schönheit und Relevanz von Seidentapeten mit filigraner Musterung geöffnet. Doch daheim in Berlin denke ich keine Sekunde darüber nach, die Wände mit Seidentapeten zu tapezieren. Alles zu seiner Zeit und an seinem Ort. Mein Boudoir ist ja auch so opulent genug, mein eigenes kleines Ernst Fuchs-Museum. Mein Gaga Nielsen-Museum. Wir dürfen allerdings nicht vergessen, dass es in dem Anwesen am Rande von Wien noch Gemächer gibt, geben dürfte, die ich nicht betreten habe. Etwa eine Küche oder ein veritables Schlafzimmer. Oder eine Bibliothek. Die Mutter muss ja seinerzeit auch irgendwo gewohnt haben. Die Treppe, also die Stiege, wie es in Österreich heißt, führt zu einer oberen Etage, die kleine Galerie genannt wird. Dort ist auch ein römisches Bad. Da war ich natürlich auch. Oder genauer wir. Ich war ja nicht alleine unterwegs. Wahrscheinlich ist das so in mir drin, dass ich im Zusammenhang mit fremde Orte besuchen, automatisch an mich alleine denke, wie ich mich ohne Abstimmung oder Unterstützung orientiere und zurechtfinde. Weil ich es seit Ewigkeiten, bis auf ganz wenige Ausnahmen, so gewohnt bin. Und wenn dann der Begleiter auch mehr so ein Flaneur ist, der die Dinge auf sich wirken lässt, ohne richtungsweisend einzuwirken, fühlt man sich – also ich mich – nahezu unbehelligt. Was mir aber auch nicht unlieb war. Jetzt kommen nur noch zwei Etappen innerhalb der Villa. Und dann noch das Nymphaeum Omega, draußen im Park. Und dann ist auch gut.

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18. Juni 2014

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In diesem Raum war ich ohne meine Begleitung. Alleine wegen der Tapete sollte man jenen kleinen Raum besuchen. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Er befindet sich auf der Ebene der Räume, durch die wir vorher flanierten. Die Treppe nach oben, das Stiegenhaus, wie man in Österreich sagt, ist gleich daneben. Das waren die nächsten Schritte. Hier gibt es nicht nur Teaser oder Appetizer. Hier ist alles zu sehen. Anschließend muss man sich nur noch überlegen, ob man sich auf meine Spuren begeben will, eines Tages. „Wie mag es sein, durch die Fuchs-Villa zu flanieren?“ So.
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18. Juni 2014
K e i n
V i l l a
F u c h s
E i n t r a g
War es gestern oder heute Morgen, als mir durch den Kopf schoss: ich würde Bewerber auf einen Job – u. a. – danach auswählen wollen, wie sie sich im Alltag in öffentlichen Verkehrsmitteln verhalten, wenn sie sich anonym in der Öffentlichkeit zu wissen glauben. Sozusagen die mehr oder weniger private Standard-Einstellung in unfreiwilliger Gesellschaft. Wie verhält sich jemand in einer Sitzbank in der S-Bahn, wenn neue Fahrgäste, die nach einem Platz Ausschau halten, eintreten? Wird die bequeme Liegeposition, die den gegenüber liegenden Platz mit beansprucht, beibehalten, oder im Sinne einer Signalwirkung „ich mache gerne meinen Mitmenschen Platz“, mit dem Hintern nach hinten gerückt und die Beine auf 90 Grad angewinkelt, damit beim gegenüberliegenden Platz derselbe Raum geboten ist? Das war heute glaube ich, als mir das durch den Kopf ging. Ich habe einen ganz starken Impuls, jemanden zu verteufeln, wenn ich derartige Rücksichtslosigkeiten beobachte. Da müsste schon sehr viel passieren, damit ich mein vernichtendes Urteil revidiere. Eigentlich fast nicht möglich. Ich behaupte, dass es sehr tief blicken lässt, wie arrogant und ignorant sich jemand in einer S- oder U-Bahn verhält. Da nützen die brillantesten Zeugnisse nichts. Allerdings durchschaut man den opportunistischen Fake wahrscheinlich auch in der direkten Konfrontation im phantasierten Vorstellungsgespräch, wo sich dann auch solche Arschlöcher von ihrer sozial kompatibleren Seite zu zeigen versuchen. Mein ultimativer Arschloch-Indikator: S-Bahn-Fahrgast-Verhalten. So, und nun kann ich mich wieder meiner Ernst-Fuchs-Villa zuwenden.
15. Juni 2014
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Sechzehn Kinder von sieben Frauen. Ob eines oder auch zwei oder drei im gelben Bett vom Blauen Salon gezeugt wurden, weiß nur Meister Fuchs allein. Mir hat es das Bett ein wenig angetan. Vielleicht wegen der vielen Kissen und auch wegen des exotischen Zupfinstrumentes, einer Sitar(?), bei der die Saiten fehlen, wie Duke bemerkt. Ein exotisches, etwas hippieskes Szenario, in dem man sich auch Anita Pallenberg mit Keith oder Mick – oder auch beiden, vorstellen kann. Dann wäre die Perfomance des blauen Salons allerdings bestimmt nicht ganz so rauchfrei, es würde ein bißchen – oder ein bißchen sehr – nach Marreksch riechen. Man fragt sich vielleicht, wieso „blauer“ Salon, wo doch viel mehr Gelb- und Gold-Facetten zu erkennen sind. Das ist wieder ein Relikt von Otto Wagner, in dessen Ära dieser Raum so genannt wurde. Tatsächlich ist die Decke von Lapislazuli-Blau dominiert, doch die ist von Ernst Fuchs, als Verbeugung. Und die Tapeten auch. Wie überall. Selten schönere Tapeten gesehen, als die von Ernst Fuchs. Ich tänzle also um das gelbe Bett. Duke hält seine Kamera auf mich. Es stört mich nicht. Das ist alleine schon bemerkenswert. Vielleicht weil er mich nicht dirigiert, weil ich tun und lassen kann, was ich will. Und wohl deshalb mag ich auch jene Reihe so gerne, weil ich nichts getan habe, was ich nicht ohnehin tun würde. Ich sehe so selten Bilder von mir, die ich nicht selbst gemacht habe. Hier sehe ich nun eine andere Seite von mir. In mehrerer Hinsicht. Mir gefällt, dass ich nicht wie ein Eindringling oder ein Fremdkörper wirke. Das mag gleichermaßen an der Sympathie für das, was mich umgab liegen, wie an von geraumer Empathie durchdrungenem Respekt.


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14. Juni 2014
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Bambi Fuchs. Eigentlich auch ein schöner Künstlername. „Bambi Fuchs, *13. Mai 2014 in Hütteldorf, internationale Wiener Multi-Media-Musikzimmer-Performance-Künstlerin, entdeckt von Gaga Nielsen“. (Wikipedia-Eintrag). Schnell mal googeln – nicht dass es schon irgendwo eine Bambi Fuchs gibt, das gibt sonst aber richtig Ärger! Moment – es gibt eine Bambi Fuchs bei googleplus und bei youtube, die ohne auch nur je mein Einverständnis einzuholen, diesen Namen einfach so mirnichts, dirnichts verwendet, aber beide Channels ohne Fotos und Videos und eigene Inhalte. Also keine künstlerisch produktive Bambi Fuchs, die meiner Bambi Fuchs irgendwie Konkurrenz machen könnte. Wäre ja auch noch schöner. Die soll mal schön die Füße still halten. Aber ganz still.


Wir befinden uns nunmehr im Musiksalon von Ernst Fuchs, der den Salon so benannt hat, weil dort früher der Flügel von Otto Wagner stand. Er hat also auch musiziert, der Otto Wagner. Oder musizieren lassen? Früher gehörte so ein Flügel in vornehmen Kreisen (wie den meinigen) ja zum guten Ton. Vielleicht hat er auch eine hübsche Tochter gehabt, so wie Bambi Fuchs, die heute auf der Computer-Tastatur spielt, wie früher ein hübsches Kind die Klaviatur streicheln durfte. Dieser Raum bietet Platz für Phantasien. Zum Beispiel habe ich laut angefangen, darüber zu phantasieren, ob ich mir die schwarze Sitzgarnitur mit der orangen Samtpolsterung vom Herrn Fuchs nachbauen lasse. Der Preis ist sicher reine Verhandlungssache. Bambi Fuchs hat mir dann auch konkrete Zahlen genannt, im wievielstelligen Bereich wir uns dann ungefähr bewegen. Das hatte ich mir schon so ca. in etwa gedacht.

Der Bequemlichkeit halber, auch weil man dann ja die Anlieferungskosten sparen würde, war dann meine nächste Überlegung, dass ich ja auch gleich die ganze Villa kaufen könnte. Man muss immer praktisch denken. Vorausgesetzt, der Herr Fuchs wäre damit einverstanden, aber das ist ja sowieso klar. Bis dato habe ich noch keine so richtig konkrete Antwort auf meine Anfrage erhalten, aber Bambi hat sehr wohlwollend gelächelt und ich denke, sie wird ein warmes Wort für mich einlegen. Solche Verhandlungen gelingen einfach noch besser, wenn man einen Fürsprecher im Hintergrund hat. Bambi scheint da wie prädestiniert.

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11. Juni 2014
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Delikatessen im Speisezimmer. Ich fahre mit der Handfläche vorsichtig über die Tapete mit der tausendfach vervielfältigten, urtümlichen Fruchtbarkeitssilhouette, um zu verifizieren, ob es sich nach dem anfühlt, wonach es aussieht: Wildseide. Es sitzt sich exzellent in dem gepolsterten Sessel in der Ecke. Die übrigen Fauteuils sind dicht unter die Glasplatte des ovalen Esstischs geschoben. Wie eine geschlossene Muschel steht er da. Ich lese, dass in dem Raum das frühere Badezimmer des Architekten Otto Wagner verortet wird. Als Ernst Fuchs Anfang der Siebziger Jahre die Villa erwarb, war sie seit Jahrzehnten dem Zahn der Zeit ausgeliefert. Die architektonischen Elemente hat er restaurieren lassen, die gegenwärtige Einrichtung, die Wandbespannung und Möblierung trägt seine eigene Handschrift. Als wir die Räume betraten, gab mir die Assistentin eine kleine bebilderte Fibel mit auf den Rundgang durch die Räume, von der ich später ein Exemplar kaufte. Wie die Räume heißen und wie ihre Geschichte ist, habe ich erst viele Tage später, zurück in Berlin, nachgelesen. Das brachte mich auch auf den Gedanken, nicht alle Bilder aus der Villa in eine Strecke zu zwingen, sondern all den Räumen Raum zu geben. So ist das. Ganz wundervolle Sitzmöbel. Ungeheuer aufwändig in jedem Detail. Alles wurde mit Bedacht gewählt, angeordnet, in diesem Universum. Rhythmisch, nach Regeln der Musik. Das sage ich einfach so, obgleich ich keine Noten lesen kann und nur äußerst rudimentär mit Harmonielehre befasst habe.





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10. Juni 2014

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„Die Sprechstund‘ halt‘ ich niemals ein, ein Diplomat muss schweigsam sein! Die Akten häufen sich bei mir, ich find‘ es gibt zu viel Papier; ich tauch die Feder selten ein. Und komm doch in die Tint‘ hinein! Kein Wunder wenn man so viel tut, dass man am Abend gerne ruht, und sich bei Nacht, was man so nennt, Erholung nach der Arbeit gönnt! Da geh ich ins Maxim, dort ist es sehr intim, ich duze alle Damen, ruf‘ sie beim Kosenamen: Annette, Babette, Roro, Morette, Lisette, Lollo. Sie lassen mich vergessen, das teu’re Vaterland! Dann wird champagnisiert, und häufig pamponiert. Und geht’s an’s Kosen, Küssen, mit allen diesen Süßen; Annette, Babette, Roro, Morette, Lisette, Lollo. Dann kann ich leicht vergessen, das teu’re Vaterland!“ ( usw. usf. )
Aha. So geht der Text. Also ein Fragment, das zentrale. Davor kommt ja noch mehr – egal! Schau schau, der Lehár Franzi. Freiheit des Bloggens! Vor zehn Minuten hat mich Franz Lehár überhaupt noch nicht beschäftigt, und ab sofort, also gleich danach, wohl auch nicht mehr. In Wahrheit habe ich beim Anfertigen des Blogeintrags hin- und her überlegt, ob ich ein Bild aus der Reihe hineinnehme, wo Duke vermeintlich einen Schal aus schwerem Damast umgeworfen hat, und beim Anblick unverzüglich Johannes Heesters im Ohr habe, mit seinem Evergreen „Heut geht ich ins Maxim, dort bin ich sehr intim“ (wie ich meinte). Der Text geht ja ein bißchen anders, aber ähnlich, sehr ähnlich. Also halte ich Ausschau nach dem Text. Überblicke den ungeahnten Umfang, lese „Lehár – Lustige Witwe (ja ja sicher, schon gehört, oft!) – Wien“. Passt ja. Was soll man schreiben, unter Kaminzimmer-Bildern aus der Fuchs-Villa. Was soll ich schreiben? Von abermaligem Beeindrucktsein? Von den weltberühmten, monumentalen Bleistiftzeichnungen? Unserem Eintrag im Gästebuch? Ich schreibe also, dass ich bei dem Schal, der in Wahrheit ein Fenster-Schal war, an dieses kleine Lied denke. Offenbare meinen Subtext, das Unsachliche, während mein Blick über die Bilder streift. Tatsächlich finde ich ja, dass Duke absolut einen Schal aus Damast in seinem Boudoir oder Schrankkoffer – oder wo auch immer – haben sollte. Und einen Zylinder. Auch wenn er derzeit nicht ins Maxim geht. Wobei der übrige Text schon wieder erstaunlich gut passt. Und nun machen Sie irgendwas aus der Lektüre meines Eintrags zum Kaminzimmer der Villa Fuchs.
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08. Juni 2014

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Man klingelt. Eine bildschöne junge Frau, um die Zwanzig, öffnet lächelnd das rückwärtige Eingangsportal der Villa. Zwei oder drei Besucher sind gerade im Begriff zu gehen. Ich bewundere schon, bevor ich einen der Haupträume überhaupt gesehen habe. Diese Tapete. Was für eine Tapete. Unverwechselbar vom Bewohner der Villa selbst entworfen. Überall gibt es dicke persische Teppiche, die jedes Geräusch verschlucken. Es ist komplett still in der Villa. Es sei denn, man spricht selbst, aber eher wird man wohl flüstern. Schon aus lauter Ehrfurcht, dass man hier so einfach herumspazieren darf. Ich frage die Assistentin, die uns geöffnet hat, ob sie den Herrn Fuchs denn auch manchmal sieht. Sie lächelt amüsiert und antwortet: „Ja ja, jeden Tag. Er wohnt hier ja.“


Wir sind nun die einzigen Besucher in der Villa, wie sich bald herausstellt. Die Assistentin mit den schönen dunklen, langen Haaren und den braunen Bambi-Augen, die man in späteren Bildstrecken auch noch bewundern wird können, empfiehlt uns, mit dem Saal im linken Flügel zu beginnen, dem Adolf Boehm Saal, benannt nach dem Künstler der Jugendstilfenster, einem Zeitgenossen von Otto Wagner, dem Architekten. Im Adolf Boehm Saal finden sich neben Bildern, Möbel von Ernst Fuchs, die mich enorm beeindrucken. Überhaupt ist alles beeindruckend. Wie die Bilder hoffentlich wiedergeben. Durch die offenen Flügeltüren schweben wir weiter in den Großen Salon. Dann ins Kaminzimmer. Ins Speisezimmer. Weiter ins Musikzimmer, in den Blauen Salon, mit dem gelben Bett, in die Toilette, ins Stiegenhaus, nach oben zur kleinen Galerie und ins Römische Bad. Es gibt also noch viel zu sehen. Ich wollte erst eine komplette Strecke machen, benannt „Vienna Villa Fuchs Interieur“, aber ich wurde der Fülle nicht Herrin. Und so gehe ich es gemesseneren Schrittes an, wie wir eben auch gemessen durch diese Räume schritten. Schreiten durften. Man wird ganz demütig vor diesem Lebenswerk, in dieser Wunderkammer. Auf eine schöne, ganz und gar erhebende Weise.

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09. Juni 2014

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So ein Visconti-Gefühl stellt sich ein. Welches Jahrhundert? Wo sind wir? Ich weiß es nicht. Gleich kommt der junge Helmut Berger durch die Flügeltür zu uns in den Großen Salon. Er zieht eine kleine, verächtliche Schnute, weil in der Kristallkaraffe mit dem alten Cognac nur noch eine kleine Pfütze ist, die gerade den Boden bedeckt. Das muss das Personal doch bemerken. Nun gut. Wir sagen nichts. Helmut setzt sich in eines der zierlichen Art Nouveau-Sesselchen, schlägt die Beine in hohem Bogen übereinander und zündet sich eine Zigarette an, die er ein bißchen affektiert zwischen Zeige- und kleinem Finger hält. Bei jedem anderen wäre man genervt von einer derartigen Haltung, aber bei Helmut ist es anders. Es passt einfach zu ihm, zu seinen virtuosen Extravaganzen. Dafür lieben wir ihn. Nein, jetzt lieber doch keine Musik. Wir lassen ihn besser eine Weile alleine, er muss sich erholen, der gestrige Abend war sehr lang, ein bißchen arg viel Champagner vielleicht. Mit schweren Lidern, dem Blick eines Reptils, das absolut alles gesehen hat, streift sein Blick durch die großen Fenster zur Terrasse und bleibt am Arsch der dicken Frau hängen. Nur ein wenig erholen, etwas ausruhen. Wir verständigen uns wortlos und gehen behutsam nach nebenan, ins Kaminzimmer.

















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08. Juni 2014

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Man klingelt. Eine bildschöne junge Frau, um die Zwanzig, öffnet lächelnd das rückwärtige Eingangsportal der Villa. Zwei oder drei Besucher sind gerade im Begriff zu gehen. Ich bewundere schon, bevor ich einen der Haupträume überhaupt gesehen habe. Diese Tapete. Was für eine Tapete. Unverwechselbar vom Bewohner der Villa selbst entworfen. Überall gibt es dicke persische Teppiche, die jedes Geräusch verschlucken. Es ist komplett still in der Villa. Es sei denn, man spricht selbst, aber eher wird man wohl flüstern. Schon aus lauter Ehrfurcht, dass man hier so einfach herumspazieren darf. Ich frage die Assistentin, die uns geöffnet hat, ob sie den Herrn Fuchs denn auch manchmal sieht. Sie lächelt amüsiert und antwortet: „Ja ja, jeden Tag. Er wohnt hier ja.“


Wir sind nun die einzigen Besucher in der Villa, wie sich bald herausstellt. Die Assistentin mit den schönen dunklen, langen Haaren und den braunen Bambi-Augen, die man in späteren Bildstrecken auch noch bewundern wird können, empfiehlt uns, mit dem Saal im linken Flügel zu beginnen, dem Adolf Boehm Saal, benannt nach dem Künstler der Jugendstilfenster, einem Zeitgenossen von Otto Wagner, dem Architekten. Im Adolf Boehm Saal finden sich neben Bildern, Möbel von Ernst Fuchs, die mich enorm beeindrucken. Überhaupt ist alles beeindruckend. Wie die Bilder hoffentlich wiedergeben. Durch die offenen Flügeltüren schweben wir weiter in den Großen Salon. Dann ins Kaminzimmer. Ins Speisezimmer. Weiter ins Musikzimmer, in den Blauen Salon, mit dem gelben Bett, in die Toilette, ins Stiegenhaus, nach oben zur kleinen Galerie und ins Römische Bad. Es gibt also noch viel zu sehen. Ich wollte erst eine komplette Strecke machen, benannt „Vienna Villa Fuchs Interieur“, aber ich wurde der Fülle nicht Herrin. Und so gehe ich es gemesseneren Schrittes an, wie wir eben auch gemessen durch diese Räume schritten. Schreiten durften. Man wird ganz demütig vor diesem Lebenswerk, in dieser Wunderkammer. Auf eine schöne, ganz und gar erhebende Weise.

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1. Juni 2014
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Die Punker-Lady mit der goldenen Ratte auf der Schulter am Entrée der Villa Fuchs ist strategisch bestens verortet, um ein womöglich bestehendes Vorurteil über das opulente Werk von Ernst Fuchs mit einem nicht weniger opulenten Fragezeichen zu versehen. Ich glaube, wir hatten beide nur das eine oder andere Abbild im Internet, vor allem seine Zeichnungen und Gemälde gesehen, als wir das Anwesen betraten. Ich wollte allerdings unbedingt die Villa sehen, die mir dunkel von einer Bildstrecke in der Vogue ein Begriff war, das musste auch schon zwanzig Jahre her sein. Weniger, um seine surrealistische Bilder im Original zu betrachten, sondern um in das persönliche Universum eines Menschen einzutauchen, der sich das erschaffen hat, was Pippi Langstrumpf besingt: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.“ Dass es also ein phantastischer Ort voller Überraschungen sein würde, war schon in meinem Hinterkopf. Es ist ein ziemlicher Ausflug, den nicht jeder Wien-Reisende ohne weiteres auf sich nimmt, weil man immerhin bis zur Endstation einer U-Bahn, bis Hütteldorf fahren muss, was zwar immer noch Wien ist, aber sehr am Rande. Und dann ist man immer noch nicht da, es gibt einen Bus, der nicht allzu oft fährt, so haben wir ein Taxi zur Hüttelbergstraße 26 nach Penzing genommen. Die Punkerin am Eingang erinnert mich vom Spirit her ein bßchen an die vielen Performances, die Duke in den Achtziger Jahren zur Aufführung brachte. Den goldenen Spinnengürtel hätte ich gerne im Schrank. Wir umkreisten die Dame mehrfach in gewissermaßen ritueller Ehrerbietung und schritten weiter zur Villa, die der für den Wiener Jugendstil legendärste Architekt Otto Wagner 1888 vollendet hatte. Man schreitet auf diesem Anwesen automatisch, einfaches Gehen ist für andere Orte dieser Welt reserviert. Nach kurzer Zeit entschwinden profane Alltagsgedanken, verflüchtigen sich Richtung Hüttelbergstraße, wo die Welt an irgendeinem Dienstag im Mai weiter ihren Werken nachging. Es ist ganz unerheblich, welche Versatzstücke welcher Epochen und Religionen hier geehrt werden, ihr Zuhause haben. Wichtig ist nur, dass all das existiert, gleichzeitig, nebeneinander, sich bereichernd, in Fruchtbarkeit. Überhaupt ein zentrales Motiv. Ekstase, Entfaltung und Fruchtbarkeit. Ein allem Göttlichen geweihter, heidnischer Tempel, man ahnt es schon. Auf der rückwärtigen Seite ist der vergleichsweise unauffällige Eingang der Villa, wo wir klingeln und uns die sehr hübsche junge Frau öffnet, die uns schon auf der Terrasse durch die Scheibe gewunken hat. Das Innere der Villa braucht eine eigene Würdigung. Und auch der zu linker Hand der Villa liegende Tempel Nymphaeum Omega. All das folgt später.






: : alle Wiener Geschichten : :
31. Mai 2014

Da sind wir jeden Tag gewesen, auf dieser Wiedner Hauptstraße. Man kommt gar nicht dran vorbei, wenn man woanders hin will, von der Lambrechtgasse aus, wo unsere Wohnung war. Am dreizehnten Mai waren wir auf dem Weg Richtung Karlsplatz, immer nach Norden. Duke hatte zum Glück einen Kompass dabei. Da wollten wir in die U-Bahn steigen, die direkt nach Hütteldorf fährt, wo Ernst Fuchs seine unglaubliche Villa hat, vom legendären Architekten des Wiener Jugendstils, Otto Wagner erbaut. Aber erst mal hinkommen. Ich hatte wieder unausgesetzt meine Windschutzbrille auf, gegen blendende Sonne hätte man sie nicht gebraucht. Dass ich ausgerechnet auf der Höhe der Klavier-Manufaktur Stingl auf die Idee gekommen bin, anzuhalten, um endlich mal ein paar Fotos von Wien zu machen, lag an einer blitzartigen Erkenntnis, als ich das Schild sah. Mir wurde auf einmal klar, dass ich schon mindestens an vier oder fünf Ecken vorbeigelaufen war, die ich, wäre ich alleine unterwegs gewesen, das Laufen unterbrechend, mit einem Foto gewürdigt hätte. Aber zu zweit ist da so ein kleiner Herdentrieb, der fatal werden kann, wenn man sich nicht besinnt, warum man eigentlich auch in einer Stadt ist. Um eben das Besondere zu würdigen, auch in Bildern. An der Stelle fragte Duke mich noch, weil ich plötzlich stehen blieb und meine Kamera aus der Tasche zog, sehr freundlich, ja neugierig, ob ich jetzt vorhätte, ein Bild zu machen. Die Frage machte mich etwas unwirsch und ich habe leider etwas weniger freundlich, als er gefragt hat, geantwortet, es sei gewissermaßen naturgegeben davon auszugehen, dass wenn ich die Kamera in die Hand nehme, die Absicht dahinterstünde, zu fotografieren. Also das nicht einer Erklärung für bedürftig hielte. So ungefähr. Es war merkwürdig für mich, dass überhaupt eine solche Frage an mich kommt, weil ich normalerweise entweder alleine unterwegs bin, wo sich keiner dafür interessiert, was ich tue, ob ich gehe oder stehe. Oder in einem Umfeld bin, wo man mich nur mit Kamera in der Hand kennt, und sich eher wundert, wenn ich nicht fotografiere. Seine Frage zeigte mir aber auch deutlich, dass ich nun erst am dritten Tag meines Aufenthalts beginne, mich auf diese meine ureigene Bestimmung zu besinnen. Ja, ich will festhalten, was mir geschieht, und was ich sehe. Ich will es würdigen. Auch in Worten. Deswegen existiert auch dieses Blog. So ein Aufenthalt in einer anderen Stadt, zumal einer derart sehenswerten, rauscht nicht einfach wie Bilder aus einem Zugfenster an mir vorbei. Mich beschäftigt das naturgegeben auch durch die Bilder, die entstanden sind, noch eine Weile danach. Ich schreibe das wahrscheinlich auch, weil es mich seltsam berührt hat, dass Duke in einer Mail vor wenigen Tagen schrieb, diese Reise nach Wien, das sei alles schon wieder weit weg. Da ich in den letzten Jahren nicht so viel in anderen Städten unterwegs war wie er, habe ich dafür sicher auch eine andere Aufmerksamkeit. Durch Berlin laufe ich ja auch nicht oft flanierenderweise, da könnte eine Begleitung an meiner Seite, die alles neu entdeckt, auch von meinem Tempo eingeschüchtert sein. Jedenfalls war in diesem Moment auf dieser Wiedner Haupstraße mein Entschluss gefasst, nicht mehr zügig weiterzulaufen, wenn mich ein Bild anspringt. Und das Stingl-Bild ist die Premiere. Zum Glück ging es mir wieder gut an dem Tag, keine Katerspuren mehr. Ich wagte es nicht, Duke alleine in den Fokus zu nehmen, aber wenn ich mich ins Bild nehme, kann es schon mal passieren, dass auch jemand im Hintergrund darauf landet. Damit muss man leben. Ich frage mich, ob es nicht auch eine ungewohnte Erfahrung für ihn war, dass ich die Kamera nur zaghaft in seine Richtung gedreht habe. Als wir uns zuletzt sahen, vor diesen vielen Jahren, war er es gewohnt, dass sich meine Kamera, die damals noch analog war, und kein Display hatte, auf ihn richtete, ausgiebig. In vieler Hinsicht war die Situation neu. Wir hatten uns beide verändert. Zwölf Jahre sind eine Menge Leben.



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29. Mai 2014
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Ich glaube, die Reihenfolge war: 2 große Schlucke Williamsbrand am Küchentisch, 1 großes Bier im Rüdigerhof, 2 Gläser Weißwein im Motto am Fluss, 1 Bier, 1 Birnenschnaps, noch ein Bier und evt. noch ein Bier im Philosoph. Dazu ungefähr fünf bis sechs von Victor Selbstgedrehte mit schwarzem Tabak der Sorte „Egalité“ über den Abend verteilt. Als Victor noch ein Bier bestellen wollte, habe ich so ein inneres Schwanken bemerkt und mich für bettschwer erklärt. Ich bin mit einem Taxi heimgekommen, kann mich aber überhaupt nicht mehr an den Taxifahrer erinnern. Gut gelaunt habe ich noch gebloggt und dann war es ungefähr halbfünf, als ich ins Bett gesunken bin, leicht taumelig und schwer wie ein Wackerstein. Ich war dann auch gleich weg. Ich rede immer noch von dem Abend vorher, dem elften Mai, ein Sonntag. Ich weiß noch genau, dass ich mich noch in Berlin innerlich ermahnt habe, dass ich darauf achten müsste, nicht jeden Abend hemmungslos bis in die Puppen zu feiern, weil das dann eventuell zu Folge-Beschwerden am nächsten Tag führen könnte, was dann das Erlebnispotenzial tagsüber mangels Wohlbefinden stark einschränken könnte. Von der Problematik, zeitig aus den Federn zu kommen, gar nicht zu reden. Mit anderen Worten: genau das ist gleich am ersten Abend und dem darauffolgenden Tag eingetroffen. Ich habe mehr oder weniger einen kompletten Tag in Wien verplempert, verloren, weil ich dermaßen regenerationsbedürftig war, dass ich schon Mühe hatte, überhaupt aufzustehen. Aus dem Augenwinkel sah ich durchs Fenster in meinem Schlafzimmer den blauen Himmel. Auch das noch. Ausgerechnet jetzt blauer Himmel, strahlende Sonne. Was ich jetzt gar nicht verkraften konnte. Genau das Wetter, das man sich die ganze Zeit wünscht und dann brummt der Kopf und man möchte eigentlich nur im abgedunkelten Zimmer komplett bewegungslos verharren, bis das Elend vorbei ist. Irgendwie habe ich es noch geschafft, dieses eine Foto von dem Blick aus dem Fenster zu machen, das war laut Metadaten von dem Bild genau um 14 Uhr. Ich habe mich irgendwie aus dem Bett bewegt zum Bad, wo die Tasche mit dem Aspirin war. Zwei eingeworfen, nochmal hingelegt. Nur minimale Besserung, draußen immer noch Sonne. Unter die Dusche, irgendwie zurechtgemacht, Kaffee gekocht, oben in der Küche. Erstmal die Treppe bewältigen. Der Kaffee hat sich auch nicht so recht mit den übrigen Flüssigkeiten in meinem Magen vertragen, ich musste mich fast dazu zwingen, in kleinen Schlucken zu trinken. Nochmal Aspirin nachgelegt. Wasser getrunken. Einen Apfel, der noch aus Berlin in meinem Gepäck war, gegessen. Wieder hingelegt. Was für ein tolle Geschichte, mir wird schon beim Beschreiben wieder ganz schwummrig. Gut, das war jetzt plastisch genug. Ich hatte noch unter meinem nächtlichen Blogeintrag aus dem Augenwinkel einen Kommentar von speedhiking registriert, wo er irgendwas von einem tollen Frühstück schreibt, das ich am nächsten Tag im Kaffeehaus einnehmen sollte. Ich war nicht einmal fähig, darunter einen Antwortkommentar zu schreiben. Und wie hätte das auch gewirkt, was hätte ich denn schreiben sollen? „Danke für den Vorschlag, aber mir ist kotzübel, weil ich alles Mögliche durcheinandergesoffen habe, und das letzte was ich sicher machen werde ist, in dem Zustand in ein Kaffeehaus zum Frühstücken zu gehen! Schönen Dank auch! Aber schön, dass wir mal drüber gesprochen haben!“ Ist doch peinlich. Ich war mir selber peinlich. Wie kann man so saudumm sein! Einen ganzen Tag verloren. Er war zwar noch nicht zu Ende aber ich war kurz oben, draußen auf der Terrasse gewesen und es war nun schon Nachmittag, immer noch herrliche Sonne und ich habe es noch nicht einmal geschafft, wenigstens ein paar schöne Bilder von der sonnigen Terrasse zu machen, weil mir die Kamera zu schwer in der Hand war. Alles war mir zu schwer. Jammer, jammer. Usw. usf.
Mein Blick wanderte immer wieder zu meinem kleinen Reisewecker. Schon war es halbvier am Nachmittag. Ich nahm mir meine Schminksachen und begann in Zeitlupe, im Schneidersitz auf dem Kokosteppich im Wohnzimmer sitzend, vor einem aus einem Kerzenhalter und einem Handspiegel konstruierten Stand-Spiegel, Vitalität und Frische ins Gesicht zu malen. Gleich nochmal zwei Aspirin nachlegen. Zwischendurch hatte ich es geschafft, mal kurz in mein gmx-Postfach zu schauen, wo dann auch direkt zwei Mails von Duke waren, der in der einen Mail einen epischen Aufsatz über Wien gepostet hatte (Betreff: „Liegengebliebenes Mehlfragment über Wien“), eine Antwort auf eine Mail von mir, die ungefähr ein Vierteljahr zurücklag, als die Idee geboren wurde, sich in Wien zu treffen. Weil er Wien im Gegensatz zu mir doch ein bißchen kennt, hat da immer wieder mal zeitweise gelebt. Also gut, das war die eine Mail, die ich ob ihrer Länge, zu lesen vertagen musste. In der anderen stand eine leichter lesbare, kurze Botschaft zu seiner Ankunft – Moment ich gucke mal nach – „Ankunft sieht gut aus – (…) wenn alles gut geht, kurz nach 16:30 am Wiener Westbahnhof eintreffen. (…) kurzen Imbiss zwischen die Kiemen klemmen (…) dann sofort auf den Weg zu unserer Wiener Residenz machen (…). müsste ich so rund um 17 Ticktack (oder wenig später) am Quartier sein.“ Also siebzehn Uhr. Plus x. Wieviel Zeit habe ich noch, von den Toten aufzuerstehen? Es war ungefähr sechzehn Uhr, als ich mir die Frage stellte. Wasser trinken, ich muss mehr Wasser trinken, damit das Aspirin besser seine Wirkung entfalten kann! In einer Mail vorher hatte ich Duke vorgeschlagen, nach seiner Ankunft, wenn er seine Siebensachen abgelegt hat, erstmal zusammen einkaufen zu gehen, damit ein bißchen was zum Knabbern da ist. Ich war ja außerdem noch nicht einmal vor die Tür gekommen, an diesem schönen Tag. So hätte ich zumindest ein bißchen die Gegend um die Wohnung herum gesehen und könnte das auch unter „Wien entdecken“ verbuchen. Ein wenig besser ging es mir immerhin doch. Ich schaute noch mal in den Spiegel, welchen Anblick ich bieten würde, wenn es dann, demnächst, ganz bald klingelt. Mir ging durch den Kopf, wann, und in welcher Situation wir uns zuletzt gesehen hatten. Das war zwar keine sechsundzwanzig Jahre her, wie bei Victor, aber immerhin fast zwölf Jahre. Als er nach seinem letzten Besuch bei mir in Berlin, im Dezember 2002, meine Wohnung verlassen hatte, auf dem Weg zum Bahnhof, zu seinem Zug. Weil ich so ein bißchen physisch durch den Wind war, neben mir stand und von dem vielen Aspirin auch ein bißchen sediert war, entwickelte ich gar keine so große Aufregung, wie es sonst bei mir der Fall ist, wenn Begegnungen, gerade nach langer Zeit, unter besonderen Konstellationen anstehen. Ein beachtlicher Teil meiner Aufmerksamkeit lag bei meinem physischen Zustand und der Rest bei unserem Wiedersehen.
ZIemlich genau um 17:30 Uhr hörte ich die Klingel. Den Ton kannte ich nun schon, nachdem Victor am Abend vorher geklingelt hatte. Ich ging die Treppe nach oben, ich war gerade unten in meinem Zimmer und war eigentlich halbwegs in Ordnung. Als ich die Tür öffnete, stand da also dieser Mensch, den ich so lange nicht gesehen hatte, und er hatte noch genug Merkmale, die ein Wiedererkennen ermöglichten. Kein Fremder. Ich kannte ja auch von ihm neuere Aufnahmen, dank Internet. Meiner Erinnerung nach habe ich gleich vorangeschickt, dass ich noch etwas an einem Kater laboriere und die leichte Verlegenheit, die sich bei solchen Wiedersehensbegegnungen immer anfänglich einstellt, durch übersprungshandlungsartiges, wortreiches Erklären der Wohnräume kompensiert. Nicht ohne Stolz präsentierte ich die verschiedenen Sanitärräume. Ich hatte mir das Zimmer mit dem „Master Bedroom“ und dem „Master Bathroom“ ausgesucht, und ihm das zweite, ebensogroße Zimmer mit separater Dusche und separatem WC zugedacht. Damit man sich nicht in die Quere kommt, gerade im Badezimmer kann ich das gar nicht haben. Da war also überhaupt keine Gefahr. Nachdem wir ein bißchen am Küchentisch saßen, aber nur kurz, brachen wir auf zum Einkaufen. Es gab reichlich Supermärkte in der Umgebung, und wir haben mehrere frequentiert. Auch mehrere Flaschen Wein landeten im Einkaufswagen, obwohl es noch außerhalb meiner Vorstellungskraft war, wie ich so etwas jemals wieder trinken könnte. Aber man kennt sich ja. Kaum geht es einem wieder gut, ist man bereit für neue Taten, auch in Sachen Getränke. Was für ein langer Eintrag zu einem Tag, an dem ich doch recht tatenlos war. Als die Einkäufe verstaut waren, haben wir geguckt, wo man in der Nähe essen gehen könnte. Es war dann zwar schon etwas spät, weil wir uns immer wieder Sachen erzählen mussten und die Zeit vegessen haben. Da hat Duke dann auch gefragt, ob er mich mal fotografieren darf. Ich war überhaupt nicht auf fotografiert werden eingestellt, aber hätte es kleinlich und divenhaft gefunden, es abzuwehren. Meine Haltung war auch ein bißchen untypisch für „Fotografiert werden“, ich saß mit so blöd verschränkten Armen am Tisch, das Gegenteil von einer Pose, wo man gut rüberkommt. Duke hat mir die Bilder überlassen, die er da und auch später von mir gemacht hat, da bin ich ihm doch dankbar, weil es selten Bilder gibt, die andere von mir machen. Es sind die Bilder in diesem Album. Dachte mir, interessant, wie unterschiedlich der Ausdruck der Gesichtshälften ist. Es heißt, die linke Gesichthälfte (vom Objekt aus gesehen) würde die authentische Verfassung zeigen und die rechte Hälfte, wie man wirken möchte, was man als Verfassung kommunizieren will. Vielleicht ist da ja was dran. Ich habe ihn an diesem Abend gar nicht fotografiert, ich war so absorbiert von unserer Unterhaltung und kam gar nicht auf die Idee. Man muss es auch nicht überstürzen, das würde sich schon noch ergeben. Nach dem Intermezzo am Esstisch, sind wir doch noch in unserem vierten Bezirk in einem Lokal gelandet. Das war zwar nicht die Riesensensation, etwas Italienisches, Margareta, aber man hat gut gesessen und es gab eine Pfeffermühle in Griffweite, die wir eifrig benutzt haben. Ich glaube, in dem Lokal hatten wir Vitello Tonnato als Vorspeise und danach… weiß ich nicht mehr, er vielleicht was mit Scampi und ich vielleicht einen Fisch. Aber war ganz gut. Wir waren irgendwann die letzten im Lokal und mussten dann auch gehen. Danach ein ungeplanter Spaziergang durch die dunklen Straßen, ein bißchen verlaufen, auf dem Weg zu unserer Bleibe und dann noch lange Gespräche bis weit in die tiefe Nacht.
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29. Mai 2014
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Ich glaube, die Reihenfolge war: 2 große Schlucke Williamsbrand am Küchentisch, 1 großes Bier im Rüdigerhof, 2 Gläser Weißwein im Motto am Fluss, 1 Bier, 1 Birnenschnaps, noch ein Bier und evt. noch ein Bier im Philosoph. Dazu ungefähr fünf bis sechs von Victor Selbstgedrehte mit schwarzem Tabak der Sorte „Egalité“ über den Abend verteilt. Als Victor noch ein Bier bestellen wollte, habe ich so ein inneres Schwanken bemerkt und mich für bettschwer erklärt. Ich bin mit einem Taxi heimgekommen, kann mich aber überhaupt nicht mehr an den Taxifahrer erinnern. Gut gelaunt habe ich noch gebloggt und dann war es ungefähr halbfünf, als ich ins Bett gesunken bin, leicht taumelig und schwer wie ein Wackerstein. Ich war dann auch gleich weg. Ich rede immer noch von dem Abend vorher, dem elften Mai, ein Sonntag. Ich weiß noch genau, dass ich mich noch in Berlin innerlich ermahnt habe, dass ich darauf achten müsste, nicht jeden Abend hemmungslos bis in die Puppen zu feiern, weil das dann eventuell zu Folge-Beschwerden am nächsten Tag führen könnte, was dann das Erlebnispotenzial tagsüber mangels Wohlbefinden stark einschränken könnte. Von der Problematik, zeitig aus den Federn zu kommen, gar nicht zu reden. Mit anderen Worten: genau das ist gleich am ersten Abend und dem darauffolgenden Tag eingetroffen. Ich habe mehr oder weniger einen kompletten Tag in Wien verplempert, verloren, weil ich dermaßen regenerationsbedürftig war, dass ich schon Mühe hatte, überhaupt aufzustehen. Aus dem Augenwinkel sah ich durchs Fenster in meinem Schlafzimmer den blauen Himmel. Auch das noch. Ausgerechnet jetzt blauer Himmel, strahlende Sonne. Was ich jetzt gar nicht verkraften konnte. Genau das Wetter, das man sich die ganze Zeit wünscht und dann brummt der Kopf und man möchte eigentlich nur im abgedunkelten Zimmer komplett bewegungslos verharren, bis das Elend vorbei ist. Irgendwie habe ich es noch geschafft, dieses eine Foto von dem Blick aus dem Fenster zu machen, das war laut Metadaten von dem Bild genau um 14 Uhr. Ich habe mich irgendwie aus dem Bett bewegt zum Bad, wo die Tasche mit dem Aspirin war. Zwei eingeworfen, nochmal hingelegt. Nur minimale Besserung, draußen immer noch Sonne. Unter die Dusche, irgendwie zurechtgemacht, Kaffee gekocht, oben in der Küche. Erstmal die Treppe bewältigen. Der Kaffee hat sich auch nicht so recht mit den übrigen Flüssigkeiten in meinem Magen vertragen, ich musste mich fast dazu zwingen, in kleinen Schlucken zu trinken. Nochmal Aspirin nachgelegt. Wasser getrunken. Einen Apfel, der noch aus Berlin in meinem Gepäck war, gegessen. Wieder hingelegt. Was für ein tolle Geschichte, mir wird schon beim Beschreiben wieder ganz schwummrig. Gut, das war jetzt plastisch genug. Ich hatte noch unter meinem nächtlichen Blogeintrag aus dem Augenwinkel einen Kommentar von speedhiking registriert, wo er irgendwas von einem tollen Frühstück schreibt, das ich am nächsten Tag im Kaffeehaus einnehmen sollte. Ich war nicht einmal fähig, darunter einen Antwortkommentar zu schreiben. Und wie hätte das auch gewirkt, was hätte ich denn schreiben sollen? „Danke für den Vorschlag, aber mir ist kotzübel, weil ich alles Mögliche durcheinandergesoffen habe, und das letzte was ich sicher machen werde ist, in dem Zustand in ein Kaffeehaus zum Frühstücken zu gehen! Schönen Dank auch! Aber schön, dass wir mal drüber gesprochen haben!“ Ist doch peinlich. Ich war mir selber peinlich. Wie kann man so saudumm sein! Einen ganzen Tag verloren. Er war zwar noch nicht zu Ende aber ich war kurz oben, draußen auf der Terrasse gewesen und es war nun schon Nachmittag, immer noch herrliche Sonne und ich habe es noch nicht einmal geschafft, wenigstens ein paar schöne Bilder von der sonnigen Terrasse zu machen, weil mir die Kamera zu schwer in der Hand war. Alles war mir zu schwer. Jammer, jammer. Usw. usf.
Mein Blick wanderte immer wieder zu meinem kleinen Reisewecker. Schon war es halbvier am Nachmittag. Ich nahm mir meine Schminksachen und begann in Zeitlupe, im Schneidersitz auf dem Kokosteppich im Wohnzimmer sitzend, vor einem aus einem Kerzenhalter und einem Handspiegel konstruierten Stand-Spiegel, Vitalität und Frische ins Gesicht zu malen. Gleich nochmal zwei Aspirin nachlegen. Zwischendurch hatte ich es geschafft, mal kurz in mein gmx-Postfach zu schauen, wo dann auch direkt zwei Mails von Duke waren, der in der einen Mail einen epischen Aufsatz über Wien gepostet hatte (Betreff: „Liegengebliebenes Mehlfragment über Wien“), eine Antwort auf eine Mail von mir, die ungefähr ein Vierteljahr zurücklag, als die Idee geboren wurde, sich in Wien zu treffen. Weil er Wien im Gegensatz zu mir doch ein bißchen kennt, hat da immer wieder mal zeitweise gelebt. Also gut, das war die eine Mail, die ich ob ihrer Länge, zu lesen vertagen musste. In der anderen stand eine leichter lesbare, kurze Botschaft zu seiner Ankunft – Moment ich gucke mal nach – „Ankunft sieht gut aus – (…) wenn alles gut geht, kurz nach 16:30 am Wiener Westbahnhof eintreffen. (…) kurzen Imbiss zwischen die Kiemen klemmen (…) dann sofort auf den Weg zu unserer Wiener Residenz machen (…). müsste ich so rund um 17 Ticktack (oder wenig später) am Quartier sein.“ Also siebzehn Uhr. Plus x. Wieviel Zeit habe ich noch, von den Toten aufzuerstehen? Es war ungefähr sechzehn Uhr, als ich mir die Frage stellte. Wasser trinken, ich muss mehr Wasser trinken, damit das Aspirin besser seine Wirkung entfalten kann! In einer Mail vorher hatte ich Duke vorgeschlagen, nach seiner Ankunft, wenn er seine Siebensachen abgelegt hat, erstmal zusammen einkaufen zu gehen, damit ein bißchen was zum Knabbern da ist. Ich war ja außerdem noch nicht einmal vor die Tür gekommen, an diesem schönen Tag. So hätte ich zumindest ein bißchen die Gegend um die Wohnung herum gesehen und könnte das auch unter „Wien entdecken“ verbuchen. Ein wenig besser ging es mir immerhin doch. Ich schaute noch mal in den Spiegel, welchen Anblick ich bieten würde, wenn es dann, demnächst, ganz bald klingelt. Mir ging durch den Kopf, wann, und in welcher Situation wir uns zuletzt gesehen hatten. Das war zwar keine sechsundzwanzig Jahre her, wie bei Victor, aber immerhin fast zwölf Jahre. Als er nach seinem letzten Besuch bei mir in Berlin, im Dezember 2002, meine Wohnung verlassen hatte, auf dem Weg zum Bahnhof, zu seinem Zug. Weil ich so ein bißchen physisch durch den Wind war, neben mir stand und von dem vielen Aspirin auch ein bißchen sediert war, entwickelte ich gar keine so große Aufregung, wie es sonst bei mir der Fall ist, wenn Begegnungen, gerade nach langer Zeit, unter besonderen Konstellationen anstehen. Ein beachtlicher Teil meiner Aufmerksamkeit lag bei meinem physischen Zustand und der Rest bei unserem Wiedersehen.
ZIemlich genau um 17:30 Uhr hörte ich die Klingel. Den Ton kannte ich nun schon, nachdem Victor am Abend vorher geklingelt hatte. Ich ging die Treppe nach oben, ich war gerade unten in meinem Zimmer und war eigentlich halbwegs in Ordnung. Als ich die Tür öffnete, stand da also dieser Mensch, den ich so lange nicht gesehen hatte, und er hatte noch genug Merkmale, die ein Wiedererkennen ermöglichten. Kein Fremder. Ich kannte ja auch von ihm neuere Aufnahmen, dank Internet. Meiner Erinnerung nach habe ich gleich vorangeschickt, dass ich noch etwas an einem Kater laboriere und die leichte Verlegenheit, die sich bei solchen Wiedersehensbegegnungen immer anfänglich einstellt, durch übersprungshandlungsartiges, wortreiches Erklären der Wohnräume kompensiert. Nicht ohne Stolz präsentierte ich die verschiedenen Sanitärräume. Ich hatte mir das Zimmer mit dem „Master Bedroom“ und dem „Master Bathroom“ ausgesucht, und ihm das zweite, ebensogroße Zimmer mit separater Dusche und separatem WC zugedacht. Damit man sich nicht in die Quere kommt, gerade im Badezimmer kann ich das gar nicht haben. Da war also überhaupt keine Gefahr. Nachdem wir ein bißchen am Küchentisch saßen, aber nur kurz, brachen wir auf zum Einkaufen. Es gab reichlich Supermärkte in der Umgebung, und wir haben mehrere frequentiert. Auch mehrere Flaschen Wein landeten im Einkaufswagen, obwohl es noch außerhalb meiner Vorstellungskraft war, wie ich so etwas jemals wieder trinken könnte. Aber man kennt sich ja. Kaum geht es einem wieder gut, ist man bereit für neue Taten, auch in Sachen Getränke. Was für ein langer Eintrag zu einem Tag, an dem ich doch recht tatenlos war. Als die Einkäufe verstaut waren, haben wir geguckt, wo man in der Nähe essen gehen könnte. Es war dann zwar schon etwas spät, weil wir uns immer wieder Sachen erzählen mussten und die Zeit vegessen haben. Da hat Duke dann auch gefragt, ob er mich mal fotografieren darf. Ich war überhaupt nicht auf fotografiert werden eingestellt, aber hätte es kleinlich und divenhaft gefunden, es abzuwehren. Meine Haltung war auch ein bißchen untypisch für „Fotografiert werden“, ich saß mit so blöd verschränkten Armen am Tisch, das Gegenteil von einer Pose, wo man gut rüberkommt. Duke hat mir die Bilder überlassen, die er da und auch später von mir gemacht hat, da bin ich ihm doch dankbar, weil es selten Bilder gibt, die andere von mir machen. Es sind die Bilder in diesem Album. Dachte mir, interessant, wie unterschiedlich der Ausdruck der Gesichtshälften ist. Es heißt, die linke Gesichthälfte (vom Objekt aus gesehen) würde die authentische Verfassung zeigen und die rechte Hälfte, wie man wirken möchte, was man als Verfassung kommunizieren will. Vielleicht ist da ja was dran. Ich habe ihn an diesem Abend gar nicht fotografiert, ich war so absorbiert von unserer Unterhaltung und kam gar nicht auf die Idee. Man muss es auch nicht überstürzen, das würde sich schon noch ergeben. Nach dem Intermezzo am Esstisch, sind wir doch noch in unserem vierten Bezirk in einem Lokal gelandet. Das war zwar nicht die Riesensensation, etwas Italienisches, Margareta, aber man hat gut gesessen und es gab eine Pfeffermühle in Griffweite, die wir eifrig benutzt haben. Ich glaube, in dem Lokal hatten wir Vitello Tonnato als Vorspeise und danach… weiß ich nicht mehr, er vielleicht was mit Scampi und ich vielleicht einen Fisch. Aber war ganz gut. Wir waren irgendwann die letzten im Lokal und mussten dann auch gehen. Danach ein ungeplanter Spaziergang durch die dunklen Straßen, ein bißchen verlaufen, auf dem Weg zu unserer Bleibe und dann noch lange Gespräche bis weit in die tiefe Nacht.
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28. Mai 2014

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Ankommen. Angekommen. Das Taxi fährt durch ein bißchen Nieselregen nach Wien, in den vierten Bezirk. „Auf der Wieden“ sagt man, hat mich Victor noch per Mail gebrieft, nicht „in Wieden“. Duke, mein Reisegefährte für die kommenden Tage, wird erst am nächsten Tag eintreffen. Am Abend bin ich mit Victor verabredet, den ich zuletzt Neunzehnhundertachtundachtzig gesehen habe. Ich weiß von ein paar facebook-Fotos, wie er jetzt ungefähr ausschaut. Es ist Nachmittag, als ich ankomme, in der schönen Wohnung. Ich mache ganz angetan ein paar erste Schnappschüsse, die zum Teil arg verwackelt sind. Da denke ich noch, dass ich im Laufe der Tage, gerade wenn die Sonne mal scheint, bestimmt noch Gute machen werde, die einen besseren Eindruck wiedergeben. Aber da weiß ich noch nicht, dass ich nicht dazu kommen werde, weil wir viel unterwegs sind oder frühstücken oder im Aufbruch oder es schon wieder dunkel ist. Deswegen habe ich auch die verwackelten Bilder dringelassen, die ich normalerweise weggeschmissen hätte, wegen ihrer qualitativen Unzulänglichkeit. Später, gerade auch am nächsten Tag, habe ich die schöne Terrasse in strahlender Sonne erleben dürfen. Und weil ich so mit meinem kleinen Kater zu tun hatte, auch wieder nicht angemessen abgelichtet. Aber egal – man hat einen Eindruck, dass es keine Bruchbude war. Im Gegenteil. Ich habe mich anfänglich sogar ein paar mal verlaufen, so weitläufig war die Wohnung. Treppe rauf, Treppe runter… ach ja, das ist ja die andere Ebene. Es gab auch noch ein zweites Schlafzimmer mit einem genauso großen Bett, das stand in dem Zimmer mit den besonders unscharfen Bildern, mit den gerafften Vorhängen. Ich habe also erst ein mal ausgepackt und mich umgezogen und bin in Ruhe angekommen. Und dann war es auch schon so weit, dass mich Victor abholen würde. Was er auch getan hat. Übrigens sind die Bücher nicht von mir mitgebracht. Die liegen so in der Wohnung herum. Neben vielen schönen Bildbänden. Ich habe mir selber nur einen kleinen Reiseführer Wien mitgenommen und eine Art Kaffeehaus-Lexikon, weil ich wusste, dass ich sowieso nicht zum Romane lesen kommen würde. Ich habe also keine Ahnung, was in dem nicht unbekannten Buch EAT PRAY LOVE steht, obwohl es sogar einen Film davon gibt, den ich ebenfalls nicht gesehen habe. Aber das Uschi Obermaier-Buch auf dem Fenstersims, das kenne ich. Das habe ich nämlich auch. Als ich das entdeckt habe, war mir mein Gastgeber gleich noch mal so sympathisch, wie vorher schon. Ich habe ihn gar nicht persönlich getroffen, weil wir das alles über Mail ausgecheckt haben und ich auch keinen Schlüssel für die Wohnung brauchte, weil sie ganz modern mit einem Code zugänglich ist. Hier also ein paar Eindrücke meiner Bleibe in Wien.
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28. Mai 2014
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Der Abend war der einzige, über den ich noch in Wien etwas geschrieben habe. Dass wir nach dem Rüdigerhof im Motto am Fluss (leider keine Fotos) zum Essen waren, wo es sehr lauschig war, und danach im Philosoph (leider keine Fotos). Lange. Wo ich nach langer Zeit wieder einmal Tabak geraucht habe (l. k. F.). Mein letztes Erlebnis mit Rauchen war zuvor irgendwann im Februar glaube ich, als ich mir alte Graskrümel zu einem kleinen Spliff, wie wir User früher gesagt haben, gedreht habe. Und dazu Williamsbrand getrunken. Was mir schon da nicht gut bekommen ist. Und auch da war Victor involviert, nämlich sein Buch Philosoph auf Reisen, wo ich gerade bei einem Kapitel war, wo dem Alkohol und auch dem Marihuana stark zugesprochen wurde. Eine nicht empfehlenswerte Kombination, wie man ja eigentlich schon immer weiß. Und auch an jenem Abend in Wien hat mich die Gegenwart von Victor gewissermaßen spielerisch in den Abgrund des Lasters gelockt. Dabei gab es nur Bier und Schnaps und starken Tabak. Das mit dem Absinth haben wir uns anders überlegt. Wer weiß, ob ich dann überhaupt noch einmal am nächsten Tag aus der Wohnung gekommen wäre. Der Rüdigerhof (hier Erwähnung, vierter Absatz, neuntes Wort) hat mir gut gefallen, ich habe auch schnell gelernt, dass ich mich dort mehr noch als anderswo zusammenreißen muss, um nicht plump herumzufotografieren. Weil ich in Wien ja nun leider noch nicht weltberühmt genug bin, dass jeder Gast die Ehre und einmalige Chance begreifen würde, von mir und meiner Kamera eingefangen zu werden. Ich habe mich also sehr beschränkt, daher gibt es nur fünf Motive, zweimal die Decke im Eingangsbereich und einmal über die Tische hinweg und noch zweimal ich selber mit ein bißchen Victor. Allerdings hätte ich ihn gerne adäquater getroffen. Er sieht in echt eindeutig jünger und weniger streng aus. Er guckt auf dem einen Bild schon sehr skorpionisch eindringlich, was aber ja auch wieder passt. Bevor er ganz pünktlich um 19:30 Uhr geklingelt hat, hatte ich mich schon ein bißchen eingelebt, nur die Lichtschalter bereiteten mir Kopfzerbrechen. Ich war noch nie in einer Wohnung mit so vielen Varianten von Beleuchtung und zugehörigen Schaltern incl. Dimmfunktion. Zur Begrüßung haben wir am Küchentisch den Rest Williamsbrand aus meinem sehr schönen Flachmann getrunken. Man möchte ja auch etwas anbieten. Im Schnelldurchlauf habe ich noch alle Räume vorgeführt, so weit mir bis dahin bekannt, und die Bemerkung geerntet „Ah ja, du bist also kein Luxusweib.“ Was eine Anspielung auf irgendein Geplänkel per Mail im Vorfeld war. Weiß ich aber nicht mehr. Also gut! Bin ich eben ein Luxusweib! Ich bekenne mich schuldig! Mea maxima culpa! Aber der Vorteil von so einem Luxusweib ist natürlich, dass es auch Mittel findet, den Luxus zu finanzieren. Und sei es durch ein ausgefuchstes Sparprogramm. Also das war in groben Zügen, wie es kam, dass ich in der Nacht von Sonntag auf Montag mit Victor versackt bin und am nächsten Tag schwer verkatert gegen Mittag aufgestanden bin, was mir nicht leicht fiel. Aber schön war der Abend schon. Er ist mir auch überhaupt nicht fremd vorgekommen. Kein bißchen. Und im Rüdigerhof, wo man sich sehr gut unterhalten konnte, weil die Musik nicht so auffällig war, falls überhaupt welche weil keine gespielt wurde, haben wir auch über ganz viele gemeinsame Freunde von früher gesprochen und zu wem man noch Kontakt hat oder wann er abgebrochen ist. Was einem so in den Sinn kommt, wenn man sechsundzwanzig Jahre kein Wort miteinander mehr gewechselt hat. Ich war sehr froh zu sehen, dass es ihm gut geht, er gesund ist, obwohl er zügig raucht. War schön. Und wieviel wir geredet haben. Und gelacht. Ganz viel. Dafür kann man auch gerne einen Kater in Kauf nehmen.


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26. Mai 2014
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Erst mal hinkommen, ohne das Speibsackerl zu gebrauchen! In Wahrheit ist da bei mir keine Gefahr, ich bin vielleicht nicht hochseefest, aber in luftigen Höhen geht es mir ausgezeichnet. Am schönsten ist es, wenn der Flieger losdüst, noch auf der Startbahn. Und wenn er dann abhebt, bin ich wirklich im Himmel. Ich müsste viel öfter in einen Flieger steigen, so wie früher. Aber kann ja wieder kommen. Alles war eilig und knapp bemessen, also zeitlich. Bis ich dann am Gate war, da war auf einmal Zeit. Und was mache ich, wenn ich nicht am Internet hänge? Mit der Kamera spielen. Es hatte geregnet. Als der Flieger abhob, lag Berlin plötzlich in der Sonne, und die Regentropfen an der Scheibe glitzerten wie so Swarovski-Steinchen. Ist, glaub ich, auch eine österreichische Firma. Kaum eine Stunde in der Luft, schon landet der Flieger wieder. Wie meine globetrottenden Leserinnen wissen werden ist: der Vienna Airport in Wahrheit gar nicht in Vienna, sondern in Schwechat, einem Ort in Niederösterreich, wie ich von der Taxifahrerin gelernt habe. Ich habe mich nämlich nach ungefähr zwanzig bis dreißig Minuten Taxifahrt gewundert, dass es auf einmal ein Ortsschild „Wien“ gab. Man lernt nicht aus! Also von Niederösterreich mit dem Taxi nach Wien, in den vierten Bezirk, in die Lambrechtgasse. Aber vor dem Taxi noch auf die Damentoilette. Sehr schick! Auch das Publikum. Und beim Warten auf meine ebenfalls schicke Reisetasche, die schicke, von hinten beleuchtete Wanddekoration mit dem Kuss von Herrn Klimt gewürdigt. Schon schön. Mal sehen, ob es so weitergeht, war meine kurze Überlegung. Aber eigentlich war ich mir bereits sicher, wenn es schon so ein Entrée gibt. Aber erst mal ankommen. Lange nicht mehr Taxi gefahren. Früher bin ich in Taxis gestiegen, wie andere in die U-Bahn. Da ist also auch das Geld geblieben, das mir so lange abhanden gekommen war. Aber nun war ich bereit, mein Erspartes auf den Kopf zu hauen, und die Wiener Wirtschaft anzukurbeln! Wofür sich ja auch unheimlich gut der Besuch von möglichst vielen Wiener Wirtschaften anbietet. Ja, so ein Kalauer muss auch mal sein. Noch war ich allein unterwegs. Aber das sollte sich noch am Abend des elften Mai 2014 ändern. Bleiben Sie dran! Bleiben Sie mir gewogen! Fortsetzung folgt! Bald.
: : alle Wiener Geschichten : :
28. Mai 2014

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Ankommen. Angekommen. Das Taxi fährt durch ein bißchen Nieselregen nach Wien, in den vierten Bezirk. „Auf der Wieden“ sagt man, hat mich Victor noch per Mail gebrieft, nicht „in Wieden“. Duke, mein Reisegefährte für die kommenden Tage, wird erst am nächsten Tag eintreffen. Am Abend bin ich mit Victor verabredet, den ich zuletzt Neunzehnhundertachtundachtzig gesehen habe. Ich weiß von ein paar facebook-Fotos, wie er jetzt ungefähr ausschaut. Es ist Nachmittag, als ich ankomme, in der schönen Wohnung. Ich mache ganz angetan ein paar erste Schnappschüsse, die zum Teil arg verwackelt sind. Da denke ich noch, dass ich im Laufe der Tage, gerade wenn die Sonne mal scheint, bestimmt noch Gute machen werde, die einen besseren Eindruck wiedergeben. Aber da weiß ich noch nicht, dass ich nicht dazu kommen werde, weil wir viel unterwegs sind oder frühstücken oder im Aufbruch oder es schon wieder dunkel ist. Deswegen habe ich auch die verwackelten Bilder dringelassen, die ich normalerweise weggeschmissen hätte, wegen ihrer qualitativen Unzulänglichkeit. Später, gerade auch am nächsten Tag, habe ich die schöne Terrasse in strahlender Sonne erleben dürfen. Und weil ich so mit meinem kleinen Kater zu tun hatte, auch wieder nicht angemessen abgelichtet. Aber egal – man hat einen Eindruck, dass es keine Bruchbude war. Im Gegenteil. Ich habe mich anfänglich sogar ein paar mal verlaufen, so weitläufig war die Wohnung. Treppe rauf, Treppe runter… ach ja, das ist ja die andere Ebene. Es gab auch noch ein zweites Schlafzimmer mit einem genauso großen Bett, das stand in dem Zimmer mit den besonders unscharfen Bildern, mit den gerafften Vorhängen. Ich habe also erst ein mal ausgepackt und mich umgezogen und bin in Ruhe angekommen. Und dann war es auch schon so weit, dass mich Victor abholen würde. Was er auch getan hat. Übrigens sind die Bücher nicht von mir mitgebracht. Die liegen so in der Wohnung herum. Neben vielen schönen Bildbänden. Ich habe mir selber nur einen kleinen Reiseführer Wien mitgenommen und eine Art Kaffeehaus-Lexikon, weil ich wusste, dass ich sowieso nicht zum Romane lesen kommen würde. Ich habe also keine Ahnung, was in dem nicht unbekannten Buch EAT PRAY LOVE steht, obwohl es sogar einen Film davon gibt, den ich ebenfalls nicht gesehen habe. Aber das Uschi Obermaier-Buch auf dem Fenstersims, das kenne ich. Das habe ich nämlich auch. Als ich das entdeckt habe, war mir mein Gastgeber gleich noch mal so sympathisch, wie vorher schon. Ich habe ihn gar nicht persönlich getroffen, weil wir das alles über Mail ausgecheckt haben und ich auch keinen Schlüssel für die Wohnung brauchte, weil sie ganz modern mit einem Code zugänglich ist. Hier also ein paar Eindrücke meiner Bleibe in Wien.
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26. Mai 2014
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Erst mal hinkommen, ohne das Speibsackerl zu gebrauchen! In Wahrheit ist da bei mir keine Gefahr, ich bin vielleicht nicht hochseefest, aber in luftigen Höhen geht es mir ausgezeichnet. Am schönsten ist es, wenn der Flieger losdüst, noch auf der Startbahn. Und wenn er dann abhebt, bin ich wirklich im Himmel. Ich müsste viel öfter in einen Flieger steigen, so wie früher. Aber kann ja wieder kommen. Alles war eilig und knapp bemessen, also zeitlich. Bis ich dann am Gate war, da war auf einmal Zeit. Und was mache ich, wenn ich nicht am Internet hänge? Mit der Kamera spielen. Es hatte geregnet. Als der Flieger abhob, lag Berlin plötzlich in der Sonne, und die Regentropfen an der Scheibe glitzerten wie so Swarovski-Steinchen. Ist, glaub ich, auch eine österreichische Firma. Kaum eine Stunde in der Luft, schon landet der Flieger wieder. Wie meine globetrottenden Leserinnen wissen werden ist: der Vienna Airport in Wahrheit gar nicht in Vienna, sondern in Schwechat, einem Ort in Niederösterreich, wie ich von der Taxifahrerin gelernt habe. Ich habe mich nämlich nach ungefähr zwanzig bis dreißig Minuten Taxifahrt gewundert, dass es auf einmal ein Ortsschild „Wien“ gab. Man lernt nicht aus! Also von Niederösterreich mit dem Taxi nach Wien, in den vierten Bezirk, in die Lambrechtgasse. Aber vor dem Taxi noch auf die Damentoilette. Sehr schick! Auch das Publikum. Und beim Warten auf meine ebenfalls schicke Reisetasche, die schicke, von hinten beleuchtete Wanddekoration mit dem Kuss von Herrn Klimt gewürdigt. Schon schön. Mal sehen, ob es so weitergeht, war meine kurze Überlegung. Aber eigentlich war ich mir bereits sicher, wenn es schon so ein Entrée gibt. Aber erst mal ankommen. Lange nicht mehr Taxi gefahren. Früher bin ich in Taxis gestiegen, wie andere in die U-Bahn. Da ist also auch das Geld geblieben, das mir so lange abhanden gekommen war. Aber nun war ich bereit, mein Erspartes auf den Kopf zu hauen, und die Wiener Wirtschaft anzukurbeln! Wofür sich ja auch unheimlich gut der Besuch von möglichst vielen Wiener Wirtschaften anbietet. Ja, so ein Kalauer muss auch mal sein. Noch war ich allein unterwegs. Aber das sollte sich noch am Abend des elften Mai 2014 ändern. Bleiben Sie dran! Bleiben Sie mir gewogen! Fortsetzung folgt! Bald.
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24. Mai 2014
Heute da.
23. Mai 2014
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Dritter Tag. Am Nachmittag erzählte Felix, wie er lernte, die Überwachung zu lieben. Mit detektivischem Gespür kombinierte ich, dass in diesem Vortrag bestimmt ein bis zwei Blogger in den ersten Reihen sitzen würden, die ich von früher kennen könnte. Wenn ich so vergleiche, wie sich der eine oder andere Blogger so herausgemacht hat, muss ich sagen: Felix ist da weit vorne. Andere sind natürlich auch gut dabei, aber ich bin schon Felix-Fan. Aber das sind wir ja eigentlich irgendwie alle. Zumindest die da waren. Danach war ich noch ein bißchen herumspazieren, in der einen oder anderen Halle, Stage Dingsbums, die sind so durchnummeriert. In einer haben alle Kopfhörer am Eingang gekriegt, ich wollte aber keinen, noch ein Apparat macht mich nur nervös. Ich habe dann Fotos von Sascha gemacht, der seinen Kopfhörer auch nicht ordenltich aufgesetzt hat, sondern immer nur so an das rechte Ohr gehalten. Mit der Frisur ist das ja auch sonst blöd. Jedenfalls war dann auch schon recht bald die Zeit überbrückt bis zur großen Abschiedsfeier. Ich habe mir zwei Gläser Wein geholt, der war sogar richtig gut. Also nicht auf einmal, hintereinander zwei Gläser. Ein spanischer Weißwein in einer nicht sehr vertrauenserweckenden Farbe, so ein dunkles Goldgelb, hat aber ganz anders geschmeckt, als er ausgesehen hat. Dann war es endlich so weit! Die große Abschiedsfeier konnte losgehen! Ich hatte einen super Platz, ganz vorne, in der zweiten Reihe, ganz links. Es wurde sehr schön allen Helfern gedankt und den Technikern und allen, die nicht auf der Bühne waren. Das hat mir gut gefallen, das war eine sehr schöne Geste. Auch recht ausführlich. Ich habe auch fleißig für jeden geklatscht. Es wurde sich auch viel gedrückt und war sehr warmherzig. Dann endlich ging es mit dem Karaoke los! Die berühmte Bohemian Rhapsody war endlich dran. Und das war total schön. Genau, wie ich es mir erhofft hatte. Ich habe mich auch getraut, alles mitzusingen. Gut, dass der Text auf die Bühne gebeamt worden ist. Den hätte ich mir nie im Leben merken können, viel zu lang und kompliziert! Ich hätte auch gar keine Zeit zum Üben gehabt. Die superhübsche Frau mit der orientialischen Kopfbedeckung hat auch laut mitgesungen und war sehr begeistert. Sie hat hinter mir gestanden und ich habe sie ganz oft fotografiert, das hat sie auch gemerkt und es hat sie nicht gestört. Ein Hingucker! Und am Ende hat es dann noch Glitzerkonfetti geregnet. So lila-pink, aber nicht rund sondern eckig. Creezy hat sich dann noch eine Handvoll Glitter in die Tasche gesteckt, zum Andenken. Ich habe es ihr nachgemacht. Jetzt fällt mir überhaupt wieder ein, dass die Glitzerschnipsel immer noch in der Jackentasche stecken müssen. Schade, ich habe gar kein Poesiealbum mehr wie früher, da hätte man es sonst einkleben können. Was habe ich früher Eintrittskarten gesammelt! Und dann schön eingeklebt und so weiter. Ich habe die Programme von den drei re:publica-Tagen aber aufgehoben. Und das Halsband und das Armbändchen. Ist doch zu schade zum wegschmeißen irgendwie. So, jetzt habe ich endlich auch noch die Fotos vom dritten Tag gebloggt. Das hat mich schon lange beschäftigt, und in Wien ist ja gar nichts mit den Bildern passiert, ich war einfach dauernd unterwegs. Kann man aber ja vielleicht auch verstehen.

17. Mai 2014

Back in town. Back in Berlin. Man verzeihe mir die Funkstille. Ich musste drei Milliarden Fotos schießen und rumlaufen und Kaffeehäuser besuchen und staunen und mich treffen und unterhalten und lachen und weinen und überhaupt. Nun habe ich ja noch meine Bilderschulden vom dritten re:publica-Tag auch nicht beglichen. Gestern Flieger von Vienna Airport nach Berlin mit zwei Stunden Delay, kurz nach Ladenschluss gegen zwanzig Uhr daheim. Wäsche von den Ferientagen in die Maschine gepackt, Bilder runtergeladen. Und heute lange geschlafen, es stellt sich doch ein bißchen Schlafdefizit ein, wenn man nahezu jede Nacht bis zwei oder drei Uhr am Küchentisch redet und trinkt und dann am nächsten Tag doch früh aufsteht, obwohl es gegen die Natur ist, weil man merkt, wie die Tage davonrinnen, in Nullkommanichts ist alles wieder vorbei und man hat so viel noch nicht gesehen. Aber die Sachen, die mir wirklich am Herzen lagen, die konnte ich sehen, das haben wir gut hingekriegt. Die Fuchs-Villa und die Secession mit dem Beethovenfries waren meine Highlights. Und ein Wienerlied mit Harmonium im Kunsthistorischen Museum. Und der Judenplatz, die Kurrentgasse, und überhaupt der erste Bezirk mit seiner Dichte, Opulenz schönster patinierter Fassaden und elegantester Beschilderung. Und das Essen auf dem Schiff, im Motto am Fluss an der Donau und im Ofenloch und im Fratelli. Und auch in den Kaffeehäusern war ich, auf die ich am Neugierigsten war. Am besten hat es mir im Hawelka, im Jelinek und im Schwarzenberg, draußen in der Sonne gefallen. Und auch im kleinen Café im Belvedere, wo das große Sissi-Bild hängt, auf der hummerfarbenen Seidentapete. Und in unserer furiosen Bleibe. Ein Kapitel für sich. Unterm Dach im vierten Bezirk. Und Duke und Victor nach so langer Zeit wieder zu sehen, ist ohnehin ein Kapitel oder auch zwei. Es war eine schöne Reise. Jetzt muss ich aber mal was einkaufen, der Kühlschrank ist ganz leer. Sonne in Berlin.
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17. Mai 2014

Back in town. Back in Berlin. Man verzeihe mir die Funkstille. Ich musste drei Milliarden Fotos schießen und rumlaufen und Kaffeehäuser besuchen und staunen und mich treffen und unterhalten und lachen und weinen und überhaupt. Nun habe ich ja noch meine Bilderschulden vom dritten re:publica-Tag auch nicht beglichen. Gestern Flieger von Vienna Airport nach Berlin mit zwei Stunden Delay, kurz nach Ladenschluss gegen zwanzig Uhr daheim. Wäsche von den Ferientagen in die Maschine gepackt, Bilder runtergeladen. Und heute lange geschlafen, es stellt sich doch ein bißchen Schlafdefizit ein, wenn man nahezu jede Nacht bis zwei oder drei Uhr am Küchentisch redet und trinkt und dann am nächsten Tag doch früh aufsteht, obwohl es gegen die Natur ist, weil man merkt, wie die Tage davonrinnen, in Nullkommanichts ist alles wieder vorbei und man hat so viel noch nicht gesehen. Aber die Sachen, die mir wirklich am Herzen lagen, die konnte ich sehen, das haben wir gut hingekriegt. Die Fuchs-Villa und die Secession mit dem Beethovenfries waren meine Highlights. Und ein Wienerlied mit Harmonium im Kunsthistorischen Museum. Und der Judenplatz, die Kurrentgasse, und überhaupt der erste Bezirk mit seiner Dichte, Opulenz schönster patinierter Fassaden und elegantester Beschilderung. Und das Essen auf dem Schiff, im Motto am Fluss an der Donau und im Ofenloch und im Fratelli. Und auch in den Kaffeehäusern war ich, auf die ich am Neugierigsten war. Am besten hat es mir im Hawelka, im Jelinek und im Schwarzenberg, draußen in der Sonne gefallen. Und auch im kleinen Café im Belvedere, wo das große Sissi-Bild hängt, auf der hummerfarbenen Seidentapete. Und in unserer furiosen Bleibe. Ein Kapitel für sich. Unterm Dach im vierten Bezirk. Und Duke und Victor nach so langer Zeit wieder zu sehen, ist ohnehin ein Kapitel oder auch zwei. Es war eine schöne Reise. Jetzt muss ich aber mal was einkaufen, der Kühlschrank ist ganz leer. Sonne in Berlin.
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12. Mai 2014
Schöne lange Nacht in Wien. Gut gegessen, Bier getrunken! (unter anderem).
Nach Landung Flieger, Taxi in den vierten Bezirk. Ganz nette Unterhaltung mit vor siebzehn Jahren aus Salzburg zugezogener Wienerin. Wohnung Lambrechtgasse, Lichtschalter und Internet ausprobiert, Möbel leicht gerückt. Sachen ausgepackt. Andere Sachen angezogen. Augen nachgemalt. Proviant gegessen. Klingeling. Victor gezeigt, welche Lichtschalter ich noch nicht begriffen habe. Begüßungsschnaps in der Küche getrunken. Draußen rumgelaufen. Eingekehrt im Rüdigerhof. Schön! Von da bis in den 1. Bezirk flaniert. Eingekehrt im Motto am Fluss. Sehr lauschig! Barry White und Prince zur Untermalung des ausgezeichneten Essens. Drunten die Donau. Eingekehrt im Philosoph. Tausend Sachen erzählt. Nicht wenig getrunken. Geraucht! Fünf mal „Light my Fire“ gehört. Taxi heim! Gute Nacht!
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12. Mai 2014
Schöne lange Nacht in Wien. Gut gegessen, Bier getrunken! (unter anderem).
Nach Landung Flieger, Taxi in den vierten Bezirk. Ganz nette Unterhaltung mit vor siebzehn Jahren aus Salzburg zugezogener Wienerin. Wohnung Lambrechtgasse, Lichtschalter und Internet ausprobiert, Möbel leicht gerückt. Sachen ausgepackt. Andere Sachen angezogen. Augen nachgemalt. Proviant gegessen. Klingeling. Victor gezeigt, welche Lichtschalter ich noch nicht begriffen habe. Begüßungsschnaps in der Küche getrunken. Draußen rumgelaufen. Eingekehrt im Rüdigerhof. Schön! Von da bis in den 1. Bezirk flaniert. Eingekehrt im Motto am Fluss. Sehr lauschig! Barry White und Prince zur Untermalung des ausgezeichneten Essens. Drunten die Donau. Eingekehrt im Philosoph. Tausend Sachen erzählt. Nicht wenig getrunken. Geraucht! Fünf mal „Light my Fire“ gehört. Taxi heim! Gute Nacht!
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10. Mai 2014
Kleine Große Gedenkminute. Mein Bruder wurde heute vor fünfzig Jahren geboren, am 10. Mai 1964. Keine Ahnung, ob da oben in der Ecke des Himmels, in die ich gerade geschaut habe, ein Funken von ihm lebt, da oben im Sternenmeer, das man nur erahnt. Wie alles. Ich trinke aber trotzdem auf dich. Deine kleine Schwester trinkt auf dich. Und dein Sohn Valerian bestimmt auch. Ich habe ihm gerade auf seinem facebook-Profil geschrieben, dass heute dein fünfzigster Geburtstag wäre. So Geburtstage merkt man sich ja nicht so leicht, wenn man mit jemandem nie zu Lebzeiten Geburtstag gefeiert hat. Eigentlich sollte ich Bourbon trinken…hast du gerne gemocht. Hab ich aber gerade nicht da. Es gibt Calvados und Williamsbrand und Silvaner. Such dir was aus. Ich trinke, was du willst. Auf Dich. Auf die dreiundzwanzig Jahre, die ich dich kennen durfte. Und die siebenundzwanzig Jahre danach, ohne dich. Das Leben ist schön. Ich hab immer noch nicht gepackt. Aber alles besorgt, was ich brauche. Morgen Mittag geht der Flieger. Du hast mir einmal eine Postkarte aus Wien geschickt, wo es dir sehr gefallen hat. Da war ein Denkmal drauf, von dem Walzerkönig Johann Strauss. Ich grüße Wien von dir. Versprochen.
10. Mai 2014
Kleine Große Gedenkminute. Mein Bruder wurde heute vor fünfzig Jahren geboren, am 10. Mai 1964. Keine Ahnung, ob da oben in der Ecke des Himmels, in die ich gerade geschaut habe, ein Funken von ihm lebt, da oben im Sternenmeer, das man nur erahnt. Wie alles. Ich trinke aber trotzdem auf dich. Deine kleine Schwester trinkt auf dich. Und dein Sohn Valerian bestimmt auch. Ich habe ihm gerade auf seinem facebook-Profil geschrieben, dass heute dein fünfzigster Geburtstag wäre. So Geburtstage merkt man sich ja nicht so leicht, wenn man mit jemandem nie zu Lebzeiten Geburtstag gefeiert hat. Eigentlich sollte ich Bourbon trinken…hast du gerne gemocht. Hab ich aber gerade nicht da. Es gibt Calvados und Williamsbrand und Silvaner. Such dir was aus. Ich trinke, was du willst. Auf Dich. Auf die dreiundzwanzig Jahre, die ich dich kennen durfte. Und die siebenundzwanzig Jahre danach, ohne dich. Das Leben ist schön. Ich hab immer noch nicht gepackt. Aber alles besorgt, was ich brauche. Morgen Mittag geht der Flieger. Du hast mir einmal eine Postkarte aus Wien geschickt, wo es dir sehr gefallen hat. Da war ein Denkmal drauf, von dem Walzerkönig Johann Strauss. Ich grüße Wien von dir. Versprochen.
10. Mai 2014



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War fast wie früher. Ich kopiere der Einfachheit halber einfach die Beschreibung vom Foto-Album:
„Gaga Nielsen besucht am zweiten Tag der re:publica , dem 7. Mai 2014 das Damen-Kaffeekränzchen am Affenfelsen, zu dem Wortschnittchen eingeladen hat und Kaffee und Mokkatassen mitgebracht hat. Gekommen sind außer der Gastgeberin Wortschnittchen:
Creezy von holyfruitsalad
das Nuf (nur von hinten zu sehen)
Franzi von franziskript
Frau Engl
Frau Mutti
Gaga Nielsen (ich selber)
Journelle (nach ihrem Star-Auftritt)
die Kaltmamsell (verspätet!)
Katia Schwadroneuse (pünktlich!)
sowie noch zwei nette Ladies, deren Namen ich leider nicht behalten habe. Und undercover, der Blogger Thomas W. Wir sind ja tolerant.“
Dem habe ich nichts hinzuzufügen.
10. Mai 2014
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Erster Tag. Habe ich ja schon erzählt. Mal sehen, wie ich dazu komme, den zweiten und dritten Tag zu posten. Ich muss nämlich morgen meine Reise nach Wien vorbereiten. Oder besser das Gepäck. Da ist noch nicht viel passiert. Und Geld holen. Bin lange nicht mehr verreist. Der letzte Flug war nicht privater Natur und auch kein für mich attraktives Ziel. Aber davon wollen wir nicht reden. Am Sonntag fliege ich nach Wien und ich würde gerne noch morgen wenigstens den zweiten re:publica-Tag mit den Bildern vom Kaffeekränzchen auf dem Affenfelsen hochladen, weil da nach langer Zeit auch mal wieder Blogger von mir abgelichtet wurden. Einige davon habe ich vor fast zehn Jahren fotografiert. Mal sehen, wie weit ich komme. Und am dritten Tag war ich auch da. Der schönste Augenblick war, wie eigentlich fast schon erwartet, das gemeinsame Singen der Bohemian Rhapsody. Da gibt es auch Bilder von elektrisiertem Publikum. Bei mehr als sechstausend Besuchern kann man allerdings davon ausgehen, dass es wahrscheinlich schon mindestens sechstausend Bilder im Netz gibt, von dieser Veranstaltung. Das ist nicht mehr so wie damals, als Blogger bei einem Event waren, einer überschaubaren Lesung und anschließend die Blogs der Anwesenden gescannt haben, ob es schon Bilder gibt, oder Artikel mit Links zu einer Bildstrecke. Vielleicht kann ich aber trotzdem einen anderen Blickwinkel beitragen, auch wenn es in dem großen Bilderstrom untergeht. Für mich hatte es auch die Bedeutung, dass ich diesen blinden Flick auflösen wollte, was es denn nun mit diesem Ereignis auf sich hat. Ich habe auch gelernt, dass die Re:publica-Besucher, wenn sie nicht gerade mit jemandem reden, den sie sowieso schon kennen, oder in einem Panel sitzen, sich mit ihren Geräten beschäftigen und selten hochschauen. Manche sitzen in den Sessions mit ihrem Notebook und gucken nicht mal auf die Bühne, sondern tippen irgendwas. Ich empfinde das als unverschämt. So vom Eindruck her. Welchen Sinn hat es dann überhaupt, in dem dunklen Saal herumzusitzen? Aber ich will hier nicht vom Leder ziehen. Bin auch arg müde jetzt und muss morgen viel erledigen.

10. Mai 2014
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Erster Tag. Habe ich ja schon erzählt. Mal sehen, wie ich dazu komme, den zweiten und dritten Tag zu posten. Ich muss nämlich morgen meine Reise nach Wien vorbereiten. Oder besser das Gepäck. Da ist noch nicht viel passiert. Und Geld holen. Bin lange nicht mehr verreist. Der letzte Flug war nicht privater Natur und auch kein für mich attraktives Ziel. Aber davon wollen wir nicht reden. Am Sonntag fliege ich nach Wien und ich würde gerne noch morgen wenigstens den zweiten re:publica-Tag mit den Bildern vom Kaffeekränzchen auf dem Affenfelsen hochladen, weil da nach langer Zeit auch mal wieder Blogger von mir abgelichtet wurden. Einige davon habe ich vor fast zehn Jahren fotografiert. Mal sehen, wie weit ich komme. Und am dritten Tag war ich auch da. Der schönste Augenblick war, wie eigentlich fast schon erwartet, das gemeinsame Singen der Bohemian Rhapsody. Da gibt es auch Bilder von elektrisiertem Publikum. Bei mehr als sechstausend Besuchern kann man allerdings davon ausgehen, dass es wahrscheinlich schon mindestens sechstausend Bilder im Netz gibt, von dieser Veranstaltung. Das ist nicht mehr so wie damals, als Blogger bei einem Event waren, einer überschaubaren Lesung und anschließend die Blogs der Anwesenden gescannt haben, ob es schon Bilder gibt, oder Artikel mit Links zu einer Bildstrecke. Vielleicht kann ich aber trotzdem einen anderen Blickwinkel beitragen, auch wenn es in dem großen Bilderstrom untergeht. Für mich hatte es auch die Bedeutung, dass ich diesen blinden Flick auflösen wollte, was es denn nun mit diesem Ereignis auf sich hat. Ich habe auch gelernt, dass die Re:publica-Besucher, wenn sie nicht gerade mit jemandem reden, den sie sowieso schon kennen, oder in einem Panel sitzen, sich mit ihren Geräten beschäftigen und selten hochschauen. Manche sitzen in den Sessions mit ihrem Notebook und gucken nicht mal auf die Bühne, sondern tippen irgendwas. Ich empfinde das als unverschämt. So vom Eindruck her. Welchen Sinn hat es dann überhaupt, in dem dunklen Saal herumzusitzen? Aber ich will hier nicht vom Leder ziehen. Bin auch arg müde jetzt und muss morgen viel erledigen.

07. Mai 2014

Es ist spät und ich muss schlafen. Wie ja eigentlich alle. Aber ich will vorher noch erzählen, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben auf der berühmten re:publica war. Sogar zweimal. Obwohl erst der erste Tag war. Das muss man erst mal schaffen! Das erste Mal war gleich in der Früh, ich habe noch gar keine Karte gehabt und bin einfach hin. Da war der Apparat kaputt – oder besser noch nicht fertig installiert oder konfiguriert, wo die Gäste dann auch eine Rechnung bekommen können. An dem Ticketschalter waren Preise geschrieben. Das waren leider andere Preise, vor allem der, der mich betrifft, als der Preis, den ich im Internet abgelesen habe. Aber ich war nun einmal willig und daran sollte es nicht scheitern. Aber mein Bargeld hat nicht gelangt. Der Geldautomat war leider gerade kaputt – oder besser noch nicht fertig konfiguriert vielleicht, und es war schon bald halbzehn. Dann bin ich kurzerhand die Schöneberger Straße entlang gelaufen, auf der Suche nach einem Geldautomat. Bald schon war ich an der Stresemannstraße, keine Viertelstunde mag es gedauert haben, da waren Hotels. In einem habe ich mich nach einem Geldautomaten durchgefragt. Um die Ecke war dann einer. Ich habe jede Menge Bargeld geholt. Man weiß ja nie! Womöglich kommen noch andere Unkosten auf mich zu, sicher ist sicher. Da ich keine Armbanduhr besitze und auch kein Mobiltelephon und auch kein Smartphone und auch kein Tablett (oder schreibt man das Tablet?), und mein Klapprechner, auf dem ich das gerade tippe, auch daheim war, bin ich darauf angewiesen, Leute anzusprechen, um die Uhrzeit zu erfahren. Oder ich halte eben Ausschau nach Uhren, die es manchmal – oder eigentlich immer – in U-Bahnhöfen gibt und in der Nähe. Also ich habe kein Problem, die Uhrzeit zu erfahren, wenn es unbedingt sein muss. Es ist auch ganz gut, wenn ich ab und zu gezwungen bin, Leute anzusprechen. Das ist eine gute Übung. Auf jeden Fall war es so gerade noch im Rahmen, als ich wieder zurück war, und ich konnte mich in der Mini-Schlange vor dem Ticketschalter einreihen. Die hatte eine ganz komische Form. Wir waren vier und die Schlange war ungefähr kreisförmig. Ging auch irgendwie. Der Geldautomat ging inzwischen, aber den habe ich ja nicht mehr gebraucht, ich war jetzt ja reich an Bargeld! Im Tickethäuschen gab es immer noch Probleme. Blöd! Beim ersten in unserer kreisförmigen Schlange, die mittlerweile aber ordentliche Schlangenlinien hintendran bekommen hatte, ging es noch ganz schnell. Dann hieß es wieder Warten. Nach ungefähr einer Viertelstunde war es dann so weit und ich konnte reichlich Geld loswerden. Die Maschine hat immer noch nicht funktioniert, aber ich brauchte ja keine Rechnung wie die anderen, sondern habe mich mit einem pinkroten Bändchen zufriedengegeben. Also die Farbe ist so pinkes Rot. Oder fast wie die neuen Feuerwehrautos. Also ich war jedenfalls drin! Gleich bin ich zum Saal geeilt, wo die Eröffnung stattgefunden hat, da muss man dabei sein, dachte ich so bei mir. Ich konnte im Saal leider nur die Leute auf der Bühne erkennen, die anderen waren in Schummerlicht getaucht und nur zu erkennen, wenn man nah dran war. Ich sehe vielleicht auch nicht mehr so gut. Von den Lichtstrahlen der Show habe ich ein paar interessante Fotos gemacht. Nach der Begrüßungsveranstaltung sind alle rausgeströmt. Ich auch. Dann bin ich immer so rumgelaufen und war doch ein bißchen überrascht, dass ich so rein niemanden, nicht mal vom Sehen oder von einem Foto kenne. Das war schon ganz schön schade! Eine Bloggerin, die ich nicht lese, aber schon einmal auf einem Foto gesehen habe, habe ich im Hof stehen sehen, aber die wollte ich auch nicht ansprechen. Ich hätte gar nicht gewusst, was ich mit ihr reden soll. Zumal ich ihr Blog ja nicht lese. Das wäre dann womöglich eher peinlich geworden. Sie liest mich nicht, ich lese sie nicht – was soll das? Eben. Nach weiteren Fotos mit interessanten Perspektiven der Dekoration habe ich mir überlegt, dass ich erst mal wieder heimfahre. Hunger habe ich auch gehabt. Es gibt dort alles Mögliche zu essen und zu trinken, aber ich wollte nicht so allein am Tisch sitzen. Na gut, man wäre jetzt physikalisch nicht alleine dort gesessen, auf dem Hof oder auch drinnen, mit fünfhundert bis fünftausend Besuchern (ich kann mir die Zahlen nicht merken), aber halt innerlich. Daheim habe ich die Bilder von der Kamera geladen und gesehen, dass der eine Fotograf, der mir beim Verlassen des Geländes noch so interessant aufgefallen war, und den ich deswegen im Gegenlicht geknipst hatte, doch nicht so gut gefällt, wie zunächst gedacht. Aber nett war er schon. Da war so eine große, gläserne Box mit Sprüchen drauf, wo man sich fotografieren lassen kann, als digitale Grußpostkarte von der re:publica. Ich habe dann auch die zwei Wörter mit den hashtags bekommen, wo man die Bilder anschauen kann, aber ich kriege es nicht hin, weil ich kein twitter habe und zu blöd bin. Da hängen jedenfalls jetzt ungefähr zwei bis drei Fotos, wo ich drauf bin. Egal! Daheim habe ich dann der Kaltmamsell eine kurze Mail geschickt, weil die ja auch auf der re:publica ist, wo ich ein bißchen geweint habe, weil ich niemanden getroffen habe. Weil sie ein großes Herz hat, hat sie gleich zurückgeschrieben (wahrschienlich vom berühmten Affenfelsen!), dass wir uns ja zum Sascha-Vortrag vorher an der Garderobe treffen können, um 17:15. Ich habe kurz gezögert, ich war auch ein bißchen abgeschlafft und noch etwas deprimiert, habe mir dann aber gesagt: ergreife deine Chance! Sage zu! Zier dich nicht! Reiß dich zusammen! Also habe ich mich noch mal in Form gebracht, einen Espresso gemacht und meine Unternehmungslust neu konfiguriert. Diesmal habe ich eine andere Verbindung genommen als am Vormittag. S-Bahn Oranienburger Straße bis Potdamer Platz und dann umgestiegen in die U2 bis Gleisdreieck. Ich habe mich sogar noch mal umgezogen! Das wird man dann alles haarklein sehen können, wenn ich eines fernen Tages die Bilder am Start habe. Diesmal war der Hof schon viel voller, obwohl er vorher auch nicht leer war. Bei meinem ersten etwas chaotischen Besuch habe ich ja nur ein Bändchen gekriegt, aber diesmal wollte ich mich schlaumachen, woher die anderen die Bändchen um den Hals haben, wo ein Schild dranhängt. Ich konnte noch eins kriegen und man hat mir auch sehr nett gesagt, wo der Name draufgedruckt wird. Nämlich in einer Ecke der Garderobe. Da musste ich ja sowieso hin. Wie praktisch! Also habe ich ein Schild drucken lassen. Weil sich die junge Frau mit der Schilderdruck-Software noch nicht so richtig ausgekannt hat, sind gleich zwei Schilder rausgekommen. Eins in Reserve! Dann war es auch schon Treffpunktzeit und die Kaltmamsell war da. Sie hatte eine Rock in genau der Farbe von dem Bändchen an, was mich schwer irritiert hat. Woher hat sie gewusst, dass das Bändchen für den Hals und den Arm die Farbe von ihrem Rock haben wird? Ich konnte mich deswegen gar nicht mehr einkriegen! Es war einfach zu auffällig. Es war verdächtig! Na ja, ich bin dann nicht weiter in sie gedrungen, es war ja auch Zeit für den Sascha-Vortrag. Rede zur Lage der Nation, glaube ich. Wir haben keinen Sitzplatz gefunden, also nicht auf Stühlen, weil alles schon voll besetzt war, und haben uns auf den Boden gesetzt, und zwar genau vor ein paar Bloggern, die sogar ich gekannt habe. Von früher noch! Die Schwadroneuse Katja und ihr Felix. Was für eine Freude! Und noch andere, die man auch schon mal gesehen hat. Und dann kam noch Creezy vorbei und so war es schon einmal fast wie früher. Jedenfalls war ich nicht mehr mutteseelenallein! In dem Vortrag waren wieder schlaue Sachen, es lohnt sich bestimmt, den Vortrag später auf Video zu gucken. Mein Lieblingswort war Sicherheitsesoterik. Damit hat Sascha Lobo genau in die Kerbe gehauenn, die ich auch gerne immer bearbeite: die Feinde mit ihren eigenen Waffen schlagen und den Idioten die Bedeutungshoheit von Begriffen entreißen. Aber das will ich jetzt nicht weiter ausführen, dafür ist ja der Vortrag da. Also es war hörenswert.
Und danach sind wir auf den Hof gelaufen und noch nett in der Abendsonne im Kreis gestanden. Da waren dann auf einmal auch noch andere von ganz Früher da. Frau Engl und Wortschnittchen und die Kopffüsslerin, die jetzt in Keksen macht. Und Creezy hatte einen eisgekühlten Pfirsichcocktail im Proviant, den sie spendiert hat und der ausgezeichnet geschmeckt hat. Betrunken habe ich mich aber nicht auf dem ersten Tag der re:publica, es kommen ja noch andere Tage! Ich bin dann im Schlepptau, um nicht zu sagen, am Rockzipfel hängend, der Kaltmamsell nach draußen gefolgt, die hatte nämlich schon wieder die nächste Verabredung, zufällig in einem schicken Lokal nicht weit von meiner Wohnung. Da hatte ich dann eine feine Ausrede, dass ich ja genau in dieselbe Richtung muss, und deswegen gleich mitkomme. Aber ich habe mich dann vor dem Lokal verabschiedet und bin schnurstracks heim. Ich bin ja noch ein bißchen unsicher und habe zur Kaltmamsell gesagt, dass ich ja noch Welpenschutz habe. Morgen ist dann mein zweiter Tag als re:pulica-Azubi. Ich habe aber auch noch einen Schornsteinfeger-Termin von 13 bis 14 Uhr ungefähr. Und danach ist Damenkaffeekränzchen auf dem Affenfelsen. Ich darf auch dabeisein, wenn ich mag, hat Wortschnittchen gesagt. Aber jetzt muss ich schlafen! Jetzt aber wirklich! Das mit den Bildern kommt dann zwischen Ende re:publica und Abflug Wien. Das ist ja auch schon bald. Sonntag! Jetzt aber wirklich schlafen!
05. Mai 2014
Gestern im Westen




https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=143270

1. Etappe: Kaltmamsell in der Kreuzberger Wohnung aufgegabelt. 2. Etappe: auf dem Weg zum Halleschen Tor über Friedhof gelaufen, dabei mit jungem Mann verhandelt, der ein bißchen Geld wollte, aber mein Kleingeld dann lieber doch nicht. 3. Etappe: mit der U2 Richtung Uhlandstraße. 4. Etappe KuDamm, Richtung Grosz zwischen Bleibtreu- und Schlüterstr. 5. Etappe Grosz. 6. Etappe KuDamm Richtung Bikini gelaufen (kalt! Kaltmamsell telefoniert mit Halle, wo sie am nächsten Tag hinmuss) 7. Etappe: Bikini (durchgelaufen, Sachen angefasst, wieder zurückgelegt, Speisekarte im Pavillon für zu geringfügig erachtet). 8. Etappe: zum Savignyplatz gelaufen (Eisenwarenladen C. Adolph und Zwiebelfisch erläutert, Tisch im Florian reserviert) 9. Etappe: Cocktails im Brel getrunken (mich beraten lassen, weil keine Ahnung von Cocktails, Kaltmamsell aber schon, hat dann auch geschmeckt). 10. Etappe: Florian. Schöner Tisch in der Ecke neben der Tür, konnte man auch gut sehen, wer kommt und geht. Was aber meistens nicht der Fall war, also das Sehen, weil ohne Punkt und Komma erzählt und dabei gegessen. Kaltmamsell hat schon geschrieben, was sie hatte – ich vorneweg was mit Avocado und Krabben, dann Krautwickel mit irgendwelchen raffinierten Beilagen und danach ein Mokka-Parfait oder so ähnlich, jedenfalls mit Kaffee-Geschmack. Dazu mehrere Gläser Silvaner und Wasser. Alles gut bekommen! Zur späten Stunde hat dann ein Trio das Lokal verlassen, wo ich spontan aufs Neue entschieden habe, demnächst noch keine Unterspritzungen mit dieser Säure für die Nasiolabialfalten machen zu lassen und auch vorerst noch nicht mit Skalpell arbeiten zu lassen. Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass die Frau genauso alt ist wie ich. Also erst mal lieber nicht! War ein sehr schöner Nachmittag und Abend trotz hartem Wind!

05. Mai 2014
Gestern im Westen




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1. Etappe: Kaltmamsell in der Kreuzberger Wohnung aufgegabelt. 2. Etappe: auf dem Weg zum Halleschen Tor über Friedhof gelaufen, dabei mit jungem Mann verhandelt, der ein bißchen Geld wollte, aber mein Kleingeld dann lieber doch nicht. 3. Etappe: mit der U2 Richtung Uhlandstraße. 4. Etappe KuDamm, Richtung Grosz zwischen Bleibtreu- und Schlüterstr. 5. Etappe Grosz. 6. Etappe KuDamm Richtung Bikini gelaufen (kalt! Kaltmamsell telefoniert mit Halle, wo sie am nächsten Tag hinmuss) 7. Etappe: Bikini (durchgelaufen, Sachen angefasst, wieder zurückgelegt, Speisekarte im Pavillon für zu geringfügig erachtet). 8. Etappe: zum Savignyplatz gelaufen (Eisenwarenladen C. Adolph und Zwiebelfisch erläutert, Tisch im Florian reserviert) 9. Etappe: Cocktails im Brel getrunken (mich beraten lassen, weil keine Ahnung von Cocktails, Kaltmamsell aber schon, hat dann auch geschmeckt). 10. Etappe: Florian. Schöner Tisch in der Ecke neben der Tür, konnte man auch gut sehen, wer kommt und geht. Was aber meistens nicht der Fall war, also das Sehen, weil ohne Punkt und Komma erzählt und dabei gegessen. Kaltmamsell hat schon geschrieben, was sie hatte – ich vorneweg was mit Avocado und Krabben, dann Krautwickel mit irgendwelchen raffinierten Beilagen und danach ein Mokka-Parfait oder so ähnlich, jedenfalls mit Kaffee-Geschmack. Dazu mehrere Gläser Silvaner und Wasser. Alles gut bekommen! Zur späten Stunde hat dann ein Trio das Lokal verlassen, wo ich spontan aufs Neue entschieden habe, demnächst noch keine Unterspritzungen mit dieser Säure für die Nasiolabialfalten machen zu lassen und auch vorerst noch nicht mit Skalpell arbeiten zu lassen. Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass die Frau genauso alt ist wie ich. Also erst mal lieber nicht! War ein sehr schöner Nachmittag und Abend trotz hartem Wind!

03. Mai 2014

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Mir fehlt ein rechter Einleitungssatz für meinen kleinen Aufsatz. Er soll davon handeln, dass ich einerseits gestern Abend durch einen Zufallstreffer auf der Fernbedienung über einen Film gestolpert bin, der schon angefangen hatte, in dem Senta Berger zu sehen war. Wenn Senta Berger im Bild ist, schalte ich eigentlich nie ab, auch wenn ich den Film schon kenne. Aber den kannte ich eindeutig noch nicht. Und zum anderen möchte ich meine heutigen Zufallstreffer mit meiner alten Kamera verarbeiten. Die sind genauso zufällig entstanden, wie ich auf den Film gestoßen bin, eine Art erfreuliche Nebenerscheinung. Man könnte auch hochtrabend von Serendipity reden. Gut. Das wäre jetzt aber noch keinen Blogeintrag wert, wenn es nicht wie folgt, mit meinem Fernsehabend weiter gegangen wäre. Ich sehe also Senta, die ich einfach unheimlich gerne mag, wie sie in einer Mietwohnung auf den Hinterhof guckt und es ist schon gleich klar, wir befinden uns auf einem Berliner Hinterhof, so Kraut und Rüben, wie es da aussieht. Senta gehört nicht so recht hierhin und jammert auch ein bißchen rum, weil der Nachbar wieder die Musik zu laut aufdreht. Das ist jetzt auch noch nicht so immens spektakulär als Plot, aber ich will ja auf etwas ganz Anderes hinaus. Sie müssen den Film einfach auch selber anschauen, er heißt super sophisticated „Nette Nachbarn küsst man nicht„. Unter dem Link kann man ja auch nachlesen, was die Fachpresse dazu schreibt. Nun möchte ich mich heute Abend aber nicht als Filmkritikerin ausprobieren, sondern – ich merke, ich schreibe schon wieder um den heißen Brei rum, genauso wie in dem Eintrag neulich mit dem Schönheitsgeheimnis von Salma Hayek – also was ich sagen will: in dem Film geht es ja maßgeblich um eine erotische Begegnung mit dem Nachbarn von Senta. Der Mann ist um einiges jünger und macht ihr in dem Film ganz starke Avancen, die auch recht bald fruchten. Nun schaue ich also gestern auf den Fernseher und sehe den jungen, glutäugigen Mann, der Sentas Blut in Wallung bringt. Und da denke ich mir doch so: „Ja, Hoppla, das ist doch – – – “ Und da fällt mir doch wieder ein, woher ich den Mann zu kennen glaube. Da gibt es doch Fotos in meinem Flickr, wo wir beide sehr schön eingefangen wurden. Ich erinnere mich, als wäre es gestern. Ja, tatsächlich, und da sind sie doch, die schönen Bilder. Mir ist dann auch sein Name wieder eingefallen. Wenn nicht, hätte ich ja auch nur auf die Besetzungsliste schauen müssen. Erdal. Wirklich sehr gut gespielt, die Verführung von Senta. Das war schon irgendwie seltsam, da gestern zuzuschauen, weil ich aufgrund der Begegnung seinerzeit eine ungefähre, grobe, aber sehr reale Vorstellung habe, wie sich das in der Wirklichkeit gestaltet, so ein erster Blickkontakt mit Erdal. Es beschäftigt mich immer noch. Da war ja damals nichts weiter, aber ich muss sagen, es war schon recht bemerkenswert, was da über Blicke kommuniziert wurde. Erdal war damals bei der Premiere von dem Stück der Heiner Müller-Witwe Brigitte Maria Mayer, Anatomie Titus in der Akademie der Künste, so eine filmische Performance. In den Filmsequenzen spielte Erdal eine tragende Rolle, daher stammt auch das Bild da oben, das ich während der Projektion geschossen habe. Erdal fiel mir zuerst auf – oder wir uns gegenseitig, bevor die Vorstellung anfing. Er stand in der Eingangstür zum Projektionsraum und hat mir so unverschämt selbstverständlich und lange in die Augen geschaut und dabei gegrinst wie ein Lausbub. Da konnte man ja gar nicht wegschauen. Auf jeden Fall war sofort ein Draht da, Elektrizität. Da reicht ein einziger Blickkontakt. Danach sind wir in der Bar aufeinander getroffen, wo er mit seiner besten Schauspieler-Freundin Naomi am Tresen stand. Jan war damals auch dabei. Wir hatten einen schönen Abend an der Bar. Und so entstanden die Fotos. Man könnte denken, wir hätten ein viel innigeres Verhältnis gehabt, als es nach geraumer Zeit gemeinsamen Trinkens und Redens der Fall sein kann. So schnell entsteht zuweilen menschliche Nähe. Insofern habe ich den Film gestern mit ganz anderer Aufmerksamkeit verfolgt, als manche andere Zuschauerin vor dem Fernsehapparat. Ich muss schon bekennen, dass Erdal Yildiz nicht nur in der Rolle eine äußerst intensive Präsenz hat. Der gestrige Film hat einen absurden Witz, den man leider nicht so oft findet. Und die übrigen Bilder, von wegen Test – ich habe heute Nachmittag auf dem Teppich im Sonnengelichter in der Bedienungsanleitung meiner alten Kamera ein paar Sachen nachgelesen. Dabei habe ich eine Einstellung bei der Aufnahme ausprobiert und zu dem Zweck einfach auf die Bedienungsanleitung vor mir draufgehalten. Die Bilder fand ich dann zufällig ganz interessant, jedenfalls nicht schlecht genug, um sie wegzuwerfen.

Und dann fiel mir wieder die Bildstrecke von damals in der Bar mit Erdal ein, und irgendwie passen die Bilder zusammen. Deswegen gibt es jetzt einen Blogeintrag über meinen gestrigen Fernsehabend mit Senta und Erdal, und dazu die Testfotos mit der alten Bedienungsanleitung meiner Canon von heute Nachmittag.
30. April 2014
00:42
00:46
00:55
01:08
01:10
01:17
01:21
02:32
02:37
Dieses Joan Jett-Styling war das Beste, was ich an Nena gesehen habe. Das könnte sie doch immer noch tragen. Ich bin da fast ein bißchen konservativ. Und unbedingt jede Menge Luftgitarre-Riffs. In dem Video bin ich wirklich stark von ihr beeindruckt, um nicht zu sagen erotisiert. Wenn ich noch ein bißchen übe, werde ich vielleicht doch noch bisexuell. Das wäre auf jeden Fall eine Bereicherung. Ich habe mich ja schon einmal in den Achtzigern bemüht, als mir verschiedene homosexuelle Frauen (bzw. eine besonders) starke Avancen machten. Aber es hat einfach nicht klappen wollen. Die sah allerdings auch leider überhaupt nicht aus wie Nena in dem Video. Aber bei Männern habe ich mir ja auch immer schwer getan. Also einen so extrem attraktiv zu finden, dass ich Kontakt aufnehmen wollte. Wenn es dann aber passiert ist, musste es unbedingt sein, auf Biegen und Brechen. Ich wusste ja, wie schwer ich jemanden finde, der mich interessiert. Da konnte ich im Ernstfall nicht gleichgültig daneben stehen, nach dem Motto „Kommst du heut nicht, kommst du morgen…!“ Das rabiate Begehren habe ich aber nie demonstrativ nach Außen gezeigt. Aber der innere Aufruhr war mächtig. Und das konnte man dann auch nicht ganz verstecken. Was schreibe ich denn da bloß. Das wird mir alles zu persönlich! Ich höre mal wieder auf. Dabei bin ich komplett nüchtern. Ich sollte etwas trinken, um wieder zur Besinnung zu kommen. Schließlich wollte ich nur noch einmal an ein paar sehr gelungene Videoschnipsel mit zwei schönen Frauen, die ich gut leiden kann, erinnern. Was der junge Mann mit dem nichtssagenden Gesicht in dem Video verloren hat, erschließt sich mir allerdings überhaupt nicht. Der ist doch total überflüssig. So, ich muss jetzt unbedingt noch etwas trnken. Schon gleich Mitternacht. Ach ja, stimmt – Walpurgisnacht – Beltane! Daher die schlüpfrigen Gedankengänge. Einen schönen Mai wünsche ich. Darauf trinke ich.
30. April 2014
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Dieses Joan Jett-Styling war das Beste, was ich an Nena gesehen habe. Das könnte sie doch immer noch tragen. Ich bin da fast ein bißchen konservativ. Und unbedingt jede Menge Luftgitarre-Riffs. In dem Video bin ich wirklich stark von ihr beeindruckt, um nicht zu sagen erotisiert. Wenn ich noch ein bißchen übe, werde ich vielleicht doch noch bisexuell. Das wäre auf jeden Fall eine Bereicherung. Ich habe mich ja schon einmal in den Achtzigern bemüht, als mir verschiedene homosexuelle Frauen (bzw. eine besonders) starke Avancen machten. Aber es hat einfach nicht klappen wollen. Die sah allerdings auch leider überhaupt nicht aus wie Nena in dem Video. Aber bei Männern habe ich mir ja auch immer schwer getan. Also einen so extrem attraktiv zu finden, dass ich Kontakt aufnehmen wollte. Wenn es dann aber passiert ist, musste es unbedingt sein, auf Biegen und Brechen. Ich wusste ja, wie schwer ich jemanden finde, der mich interessiert. Da konnte ich im Ernstfall nicht gleichgültig daneben stehen, nach dem Motto „Kommst du heut nicht, kommst du morgen…!“ Das rabiate Begehren habe ich aber nie demonstrativ nach Außen gezeigt. Aber der innere Aufruhr war mächtig. Und das konnte man dann auch nicht ganz verstecken. Was schreibe ich denn da bloß. Das wird mir alles zu persönlich! Ich höre mal wieder auf. Dabei bin ich komplett nüchtern. Ich sollte etwas trinken, um wieder zur Besinnung zu kommen. Schließlich wollte ich nur noch einmal an ein paar sehr gelungene Videoschnipsel mit zwei schönen Frauen, die ich gut leiden kann, erinnern. Was der junge Mann mit dem nichtssagenden Gesicht in dem Video verloren hat, erschließt sich mir allerdings überhaupt nicht. Der ist doch total überflüssig. So, ich muss jetzt unbedingt noch etwas trnken. Schon gleich Mitternacht. Ach ja, stimmt – Walpurgisnacht – Beltane! Daher die schlüpfrigen Gedankengänge. Einen schönen Mai wünsche ich. Darauf trinke ich.
29. April 2014
Das ist nun wieder einmal fürchterlich banal, aber es geht mir immer noch im Kopf rum. Ich werde es nun bloggen und damit ist der Unfug gebannt. Vor ein, zwei Tagen wurde mein Blick von einem Aufmacher in der Bunten gefangen. Irgendwo rechts unten in der Ecke von der Internetpräsentation der Klatschpostille, die leider für meine Begriffe viel zu wenig von Prominenten handelt, wurde mein Blick von einem Bild von – Dings – nicht Penelope Cruz – die andere – – – Salma Hayek oder so ähnlich, gefangen. Die Schauspielerin, die auch so ein bißchen südamerikanisch aus der Wäsche guckt und mal Frida Kahlo gespielt hat. Jedenfalls war über dem Foto eine knallige Überschrift, sinngemäß: Pene – äh – Salma Hayek verrät IHR SCHÖNHEITSGEHEIMNIS! Im ersten Moment waren so meine missgünstigen Gedanken, dass Salma Hayek wahrscheinlich jetzt wieder die Geschichte vom Yoga und Wasser-Trinken erzählt. Oder Pilates. Oder was ist noch so modern? Kabbalah, Capoeiro? Da sind jetzt bestimmt Schreibfehler in den Fachausdrücken, aber sei’s drum! Ich kann mich nicht auch noch um die richtige Grammatik bei dem ganzen Unfug kümmern. Also ich war schon versucht, NICHT auf den Teaser zu klicken. Aber so beim Querlesen der anderen Aufmacher war mir dann so dermaßen langweilig, dass ich das kleinste Übel gewählt habe. O.k., dann meinethalben ein wahnsinnig geheimes Geheimnis, das endlich gelüftet wurde. Also, ich merke gerade, man kann über so einen Blödsinn ziemlich ausführlich bloggen, wenn einem gerade danach ist. Jedenfalls: ich klicke also drauf und denke noch so: na ja, mit geschickt aufgetragenem Augen Make up und sonstigen Malereiern sind die Leute immer zu beeindrucken, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Dazu noch ein geschickter Fotograf, schon klappt’s auf dem roten Teppich. Das weiß ich jetzt nun wiederum nicht aus eigener Erfahrung, ich bin da ja eher der scheue Typ. So, nun sind wir langsam alle zum Platzen gespannt, was denn nun das Schönheitsgeheimnis von Pene – Salma Hayek ist. Ich will die Leser und vor allem die Leserinnen nun auch nicht noch länger quälen. Es war eine Offenbarung, mit der ich ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet hätte. Das Outing des Geheimrezepts hat gute Chancen auf Platz Eins der hanebüchensten Antworten auf die ewige Frage der Menschheit, an gut in Schuss gebliebene Darstellerinnen. Die Antwort lautet: „Meine Oma hat mir immer gesagt, das Wichtigste ist, egal wie müde du bist, vergiss nicht, dich abzuschminken!„
Ich möchte an dieser Stelle eine kleine Pause einlegen, symbolisiert durch einen Absatz, um das Bekenntnis noch besser wirken zu lassen, um ihm Raum zu geben.
Ja. Da staunt man. Vergessen Sie Yoga, vergessen Sie Wasser trinken, vergessen Sie die gute Gene-Antwort. The Next Big Thing: Gesicht öfter mal waschen. Und schon sehen Sie aus wie eine Filmschauspielerin in der Bunten! Ein super Tipp. Und so preisgünstig. Weg mit der Schminke, weg mit dem Gedöns. Wasser und Seife! Wenn man ordentlich schrubbt, verändert sich wahrscheinlich dann auch einfach mit der Zeit die Physognomie und die Ausstrahlung und die Farbe der Wimpern und Augenbrauen und der Lippenkontur. Ich bin jetzt ein bißchen sauer auf Salma, dass sie jetzt erst damit rausrückt. Diese Schlampe. Hat wohl Angst, dass die Konkurrenz ihr über den Kopf wächst! Das musste ich einfach noch loswerden, vor dem Schlafengehen Abschminken.
29. April 2014
Das ist nun wieder einmal fürchterlich banal, aber es geht mir immer noch im Kopf rum. Ich werde es nun bloggen und damit ist der Unfug gebannt. Vor ein, zwei Tagen wurde mein Blick von einem Aufmacher in der Bunten gefangen. Irgendwo rechts unten in der Ecke von der Internetpräsentation der Klatschpostille, die leider für meine Begriffe viel zu wenig von Prominenten handelt, wurde mein Blick von einem Bild von – Dings – nicht Penelope Cruz – die andere – – – Salma Hayek oder so ähnlich, gefangen. Die Schauspielerin, die auch so ein bißchen südamerikanisch aus der Wäsche guckt und mal Frida Kahlo gespielt hat. Jedenfalls war über dem Foto eine knallige Überschrift, sinngemäß: Pene – äh – Salma Hayek verrät IHR SCHÖNHEITSGEHEIMNIS! Im ersten Moment waren so meine missgünstigen Gedanken, dass Salma Hayek wahrscheinlich jetzt wieder die Geschichte vom Yoga und Wasser-Trinken erzählt. Oder Pilates. Oder was ist noch so modern? Kabbalah, Capoeiro? Da sind jetzt bestimmt Schreibfehler in den Fachausdrücken, aber sei’s drum! Ich kann mich nicht auch noch um die richtige Grammatik bei dem ganzen Unfug kümmern. Also ich war schon versucht, NICHT auf den Teaser zu klicken. Aber so beim Querlesen der anderen Aufmacher war mir dann so dermaßen langweilig, dass ich das kleinste Übel gewählt habe. O.k., dann meinethalben ein wahnsinnig geheimes Geheimnis, das endlich gelüftet wurde. Also, ich merke gerade, man kann über so einen Blödsinn ziemlich ausführlich bloggen, wenn einem gerade danach ist. Jedenfalls: ich klicke also drauf und denke noch so: na ja, mit geschickt aufgetragenem Augen Make up und sonstigen Malereiern sind die Leute immer zu beeindrucken, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Dazu noch ein geschickter Fotograf, schon klappt’s auf dem roten Teppich. Das weiß ich jetzt nun wiederum nicht aus eigener Erfahrung, ich bin da ja eher der scheue Typ. So, nun sind wir langsam alle zum Platzen gespannt, was denn nun das Schönheitsgeheimnis von Pene – Salma Hayek ist. Ich will die Leser und vor allem die Leserinnen nun auch nicht noch länger quälen. Es war eine Offenbarung, mit der ich ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet hätte. Das Outing des Geheimrezepts hat gute Chancen auf Platz Eins der hanebüchensten Antworten auf die ewige Frage der Menschheit, an gut in Schuss gebliebene Darstellerinnen. Die Antwort lautet: „Meine Oma hat mir immer gesagt, das Wichtigste ist, egal wie müde du bist, vergiss nicht, dich abzuschminken!„
Ich möchte an dieser Stelle eine kleine Pause einlegen, symbolisiert durch einen Absatz, um das Bekenntnis noch besser wirken zu lassen, um ihm Raum zu geben.
Ja. Da staunt man. Vergessen Sie Yoga, vergessen Sie Wasser trinken, vergessen Sie die gute Gene-Antwort. The Next Big Thing: Gesicht öfter mal waschen. Und schon sehen Sie aus wie eine Filmschauspielerin in der Bunten! Ein super Tipp. Und so preisgünstig. Weg mit der Schminke, weg mit dem Gedöns. Wasser und Seife! Wenn man ordentlich schrubbt, verändert sich wahrscheinlich dann auch einfach mit der Zeit die Physognomie und die Ausstrahlung und die Farbe der Wimpern und Augenbrauen und der Lippenkontur. Ich bin jetzt ein bißchen sauer auf Salma, dass sie jetzt erst damit rausrückt. Diese Schlampe. Hat wohl Angst, dass die Konkurrenz ihr über den Kopf wächst! Das musste ich einfach noch loswerden, vor dem Schlafengehen Abschminken.
26. April 2014
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Ein komplett ungeplanter Frühlingsspaziergang. Eigentlich war ich gegen dreizehn Uhr mit dem Schornsteinfeger verabredet. Schon das zweite Mal. In meinem Kabuff in Neukölln sind neue Schlösser eingebaut worden, und mir fehlt noch die Routine, die richtigen Schlüssel zu greifen. Leider war auch beim zweiten Termin der entscheidende Schlüssel aus dem Sortiment wieder nicht dabei. Meine Schuld. Hätte mal alle mitnehmen sollen. Aber der Schornsteinfeger war auch diesmal überhaupt nicht böse. Und dann bin ich gelegenheitshalber auf den mehr oder weniger gegenüberliegenden St. Jacobi Kirchhof spaziert. Da war ein schönes kleines Bänkchen auf einer Wiese und viel Vogelgezwitscher. Man hat richtig den Frühling gemerkt. Weil ich die Kamera ausnahmsweise dabei hatte, habe ich sie auch benutzt. Kommt ja nicht so oft vor. Wirklich, das ist keine ironische Bemerkung. Ich gehe ganz selten mit der Kamera aus dem Haus, warum mir gestern danach war, kann ich nur so erklären, dass ich dachte, dass mir auf dem Weg zu meiner Verabredung vielleicht etwas über den Weg läuft, was ich einfangen möchte. Im Alltag geht mir das nur noch selten so. Bzw. halte ich nicht mehr so intensiv wie früher danach Ausschau. Man könnte jeden Tag tausend Bilder machen. Wer soll die alle verarbeiten und anschauen. Es ist so eine Massenbewegung geworden, auf Schritt und Tritt das Leben und die Eindrücke zu konservieren, was ich ja auch verstehen kann, dass man das Gefühl hat, tsunamiartig überschwemmt zu werden. Niemand hat die Zeit, das allüberall, bei jedem mit dem man zu tun hat, zu würdigen. Ich verstehe das komplett. Es ist nicht so, dass ich keine Beziehung zu erwachenden Blütenknospen hätte oder den blühenden Bäumen. Durchaus, aber wenn ich heute an einem blühenden Baum vorbeigehe, schaue ich ihn intensiv an, würdige den Eindruck und habe nicht mehr das drängende Gefühl, das als Foto in der Welt zeigen zu wollen. Sofort fallen mir die zahllosen Bilder in Blogs ein, die saisonal pünktlich Obst- und Baumblüten zeigen, viele schöne Fotos dabei, immer wieder. Jahr für Jahr. Es wiederholt sich. Wie das Leben eben in vielen Dingen von Wiederholungen geprägt ist. Man nimmt aber selten einen neuen Eindruck mit, den man nicht schon ähnlich hatte. Ich habe da auch Zweifel, dass ich etwas Neues beitragen könnte. Aber gestern habe ich mal ein paar wenige Bilder gemacht, die immerhin zeigen, dass ich das schon auch sehe und wahrnehme, was in der Natur an Wunderbarem geschieht. Schon schön. Besonders der Magnolienbaum, ganz in der Nähe vom Eingang vom Kirchhof. Der Friedhof hat viele verwilderte Ecken. Interessant fand ich auch die Perspektive, ganz am Ende der Bildstrecke, wo man das hellgelbe Mietshaus sieht, inmitten von Grün. Das habe ich fotografiert, als ich auf dem S-Bahn-Steig in der Sonne saß. Es ist der Blick über die Gleise hinweg, nach oben. Wegen Betriebsstörung war die Ringbahn kurzfristig ausgefallen und ich hatte Zeit, in die Sonne zu blinzeln.


22. April 2014




















BIKINI BERLIN (…)













http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=143270
Die 420 anderen Bikini-Fotos sind hier zu sehen. Farbaufnahmen sind auch dabei. Ich bin viele Monate am Bauzaun vorbeigelaufen. Schade, dass ich ihn nie fotografiert habe. Nie gab es eine schönere Verkleidung einer Großbaustelle. Aber was aus dem Dahinter geworden ist, ist auch sehr schön. Und das war alles am zweiten Tag, der eher wolkig war. Früher Abend und Dämmerung, bis es dunkel wurde. Ich habe auch etwas gekauft. Man kann Gutes am besten damit unterstützen, dass man Geld hingibt, nicht nur warme Worte der Bewunderung. Es ist ein filigranes Konzept, weil die in der Breite populären Luxusmarken woanders sind. Elitäres Design für Eingeweihte mit angemessenen Preisen braucht eine entsprechend liquide und informierte Zielgruppe. Kann man nur hoffen, dass es sich herumspricht und publik wird, wie sehenswert diese Dinge sind. Die Terrasse natürlich auch, die ist über die Freitreppe leicht zugänglich. Man kann draußen sitzen. Das habe ich an diesem Abend, wo es kühl war, nicht ausführlich dokumentiert. In diesen Frühlingswochen mit Regen wird auch schon einiges gewachsen sein. Ich meine die Pflanzen in den Beeten auf der Dachterrasse. Die Weite da oben hat mir sehr gefallen, die verschiedenen Ebenen. Der gläserne Gestalten-Kubus mit dem kleinen Restaurant. Und der Blick auf die begrünten Felslandschaften vom Zoologischen Garten. Man muss es gesehen haben, das neue Bikini. Eine neue Ära für die alte West-City. Und den Blick auf das Waldorf Astoria. All das. Und den restaurierten Zoopalast muss ich mir auch endlich von innen anschauen. Und das ist noch lange nicht alles, was es dort zu sehen gibt. Wer ein bißchen Schwellenangst oder Vorbehalte bei solchen schicken Designerläden hat, kann dann hier bei mir ein bißchen herumspazieren. Ich habe es auch weidlich ausgenutzt, dass es gerade eröffnet war, und man wohl daher Großzügigkeit beim Fotografieren in den Innenräumen walten ließ. So ein Bikini will ja auch in der Öffentlichkeit präsentiert werden. Et voilà. Bienvenue.
22. April 2014




















BIKINI BERLIN (…)













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Die 420 anderen Bikini-Fotos sind hier zu sehen. Farbaufnahmen sind auch dabei. Ich bin viele Monate am Bauzaun vorbeigelaufen. Schade, dass ich ihn nie fotografiert habe. Nie gab es eine schönere Verkleidung einer Großbaustelle. Aber was aus dem Dahinter geworden ist, ist auch sehr schön. Und das war alles am zweiten Tag, der eher wolkig war. Früher Abend und Dämmerung, bis es dunkel wurde. Ich habe auch etwas gekauft. Man kann Gutes am besten damit unterstützen, dass man Geld hingibt, nicht nur warme Worte der Bewunderung. Es ist ein filigranes Konzept, weil die in der Breite populären Luxusmarken woanders sind. Elitäres Design für Eingeweihte mit angemessenen Preisen braucht eine entsprechend liquide und informierte Zielgruppe. Kann man nur hoffen, dass es sich herumspricht und publik wird, wie sehenswert diese Dinge sind. Die Terrasse natürlich auch, die ist über die Freitreppe leicht zugänglich. Man kann draußen sitzen. Das habe ich an diesem Abend, wo es kühl war, nicht ausführlich dokumentiert. In diesen Frühlingswochen mit Regen wird auch schon einiges gewachsen sein. Ich meine die Pflanzen in den Beeten auf der Dachterrasse. Die Weite da oben hat mir sehr gefallen, die verschiedenen Ebenen. Der gläserne Gestalten-Kubus mit dem kleinen Restaurant. Und der Blick auf die begrünten Felslandschaften vom Zoologischen Garten. Man muss es gesehen haben, das neue Bikini. Eine neue Ära für die alte West-City. Und den Blick auf das Waldorf Astoria. All das. Und den restaurierten Zoopalast muss ich mir auch endlich von innen anschauen. Und das ist noch lange nicht alles, was es dort zu sehen gibt. Wer ein bißchen Schwellenangst oder Vorbehalte bei solchen schicken Designerläden hat, kann dann hier bei mir ein bißchen herumspazieren. Ich habe es auch weidlich ausgenutzt, dass es gerade eröffnet war, und man wohl daher Großzügigkeit beim Fotografieren in den Innenräumen walten ließ. So ein Bikini will ja auch in der Öffentlichkeit präsentiert werden. Et voilà. Bienvenue.
22. April 2014
So. Ich gehe jetzt zu Saturn. Mir langt’s mit meinen Dilettanten-Anamnesen in Sachen krankes Uralt-Notebook. Habe vorhin angerufen und erfragt, wie sich der Service gestaltet. Der Mann war so extrem nett am Telefon, dass ich nun den Apparat einpacken werde und auf den Tisch legen, wie mir geheißen wurde. Und dem Techniker sagen werde, was er nach der finalen Explantierung der Trojaner- und Wurmreste draufmachen soll. Ich weiß schon grob was. Ich werde es aber hier nicht benennen, weil das nur sehr wenige werden nachvollziehen können. Ja, ein neues Betriebssystem. Und nein, nicht alle möglichen Sachen, die ich auf dem guten alten Apparat gar nicht benutzen will. Ich will weder Mails schreiben, noch im Internet surfen, noch Bilder bearbeiten. Jedenfalls keine, die nicht laufen können. Ich weiß genau, was ich will. Aber das bleibt mein Geheimnis! Geschäftsgeheimnis! Muss mich noch mal ein bißchen auf Vordermann bringen, bevor ich das Haus verlasse. So ein Techniker zeigt sich einfach noch hilfsbereiter, wenn die Kundschaft wie eine Frühlingsblume duftet! Der wird Bauklötze staunen, was ich da drauf haben will. Haha. Freue mich schon auf das Gesicht! Und auch wie er gucken wird, wenn ich ihm fachmännisch erkläre, was ich schon vorab veranlasst habe, um Sasser platt zu machen. Der lebt zumindest nicht mehr, wenn überhaupt nur sehr rudimentär. Natürlich könnte ich das mit viel Zeitaufwand auch alles selber irgendwie hinfrickeln, aber die Wirtschaft muss stetig angekurbelt werden, und ich habe schon genug Zeit darauf verplempert. Da schreibe ich lieber einen launigen Blogeintrag über meinen geplanten Saturn-Besuch am Alexanderplatz. So, jetzt aber auf, auf!