Hereinspaziert. Willkommen zur großen Hippie- und Schweinkram-Bilder-Ausstellung von Dorothy Iannone. Am Anfang sieht man mehr Dorothy und Besucher, später sieht man Bildchen mit allem Drum und Dran. Ich habe natürlich nicht alles fotografiert, in der riesigen Ausstellung, sondern nur die Sachen, die mir am Besten gefallen haben. Eigentlich hat mir aber fast Nichts überhaupt nicht gefallen. Ich könnte mich ganz schwer für ein Bild oder Blatt von Frau Iannone entscheiden. Ich bin ja im Grunde auch ein Hippie-Kind. Das langt schon, wenn man in den Sechziger Jahren geboren ist, und dauernd die psychedelischen Muster auf den Sommerkleidchen in Pink und Orange gesehen hat. Und die Musik im Radio gehört hat. Da müssen die eigenen Eltern gar nicht mit LSD und Eigenanbau experimentiert haben. Das haben wir dann, sobald wir größer waren, sowieso stellvertretend übernommen. Wenn man also mal Lust hat, sich in die Hippiezeit zu versetzen, geht man einfach in die kunterbunte Ausstellung von Frau Iannone.

Erwähnen möchte ich auch noch, weil sich ja meine Leser auch immer für Prominentenklatsch interessieren, dass ich Jan plötzlich im Gespräch mit Eva Mattes gesehen habe, wir waren ja dort verabredet, Jan und ich. Und wo ich die Frau Mattes sehe, ist mir auf einmal eingefallen, dass ich den Tag vorher auf einmal ganz intensiv an sie habe denken müssen, obwohl sie mich normalerweise in keinster Weise beschäftigt. Das habe ich ihr dann gleich dringend erzählen müssen. Dazu muss man vorausschicken, dass Frau Mattes ab und zu als Sprecherin bei Dokumentationen tätig ist. Nun gibt es eine ganz umfangreiche Doku über Romy Schneider, in der Eva Mattes immer die Romy-Gedanken und -Briefe aus dem Off liest, und ich glaube auch die Briefe ihrer Freundin Christiane Höllger. Die Stimme von Eva Mattes trägt die ganze Dokumentation. Das ist sehr schön gesprochen. Ich habe damals gar nicht identifiziert, dass das ihre Stimme ist, nur beim Abspann extra darauf geachtet, weil sie mir so gut gefiel, die Stimme und die Art zu sprechen. So. Und nun war ich doch den Tag vor der Iannone-Eröffnung in der Video-Installation von Hanna Schygulla. Ich habe extra nichts dazu geschrieben, sondern nur ein paar Links zu Berichten unter meine Bildstrecke geklebt. Der Grund ist, dass ich kein uneingeschränkter Fan von ihr bin, aber die Idee der Installation und der Selbstexperimente mit Video einigermaßen gut nachvollziehen kann, nicht wahr. Nun hat mich einerseits die Installation beeindruckt, auch ein kurzes, späteres Video über das Berliner Holocaust-Mahnmal, andererseits bin ich jedes Mal zusammengezuckt, wenn die überwiegend stummen Filmbilder plötzlich mit einer Audiospur versehen waren, wo man sie sprechen hörte. Ich bin deswegen zusammengezuckt, weil ich eben kein Fan von der Sprechweise bin, der man die fehlende Ausbildung doch recht drastisch anmerkt. Und da stand ich also in der Installation und wünschte mir eine Eva Mattes-Stimme zu den Bildern herbei, zwecks Vollendung des Werks. In meinen Ohren klingt alles, was Frau Schygulla auf Deutsch vorträgt, wie ein bayrisches Knödelrezept. Was dann in Verbindung mit den doch zum Teil recht ätherischen Filmbildern nicht zielführend ist. Ja, man könnte sagen: ernüchternd wirkt. Also auf mich. Das kann ja jeder empfinden wie er will. So drastisch und ausführlich, habe ich es der guten Eva Mattes jetzt nicht erzählt, aber die Botschaft ist schon angekommen. Es könnte auch sein, dass sie ein bißchen gegrient hat. Sie hat auch was gesagt, aber das sage ich jetzt lieber nicht. Jan meinte dazu nur: „Na, das war jetzt aber auch eine Steilvorlage von dir.“ Danach habe ich gemerkt, dass das vielleicht schon ein bißchen gemein war. Manchmal bin ich so impulsiv wie eine Fünfjährige. Nach der Ausstellung wollte Jan noch, dass ich ein paar Fotos von ihm in der ebenfalls kunterbunten Franz Ackermann-Ausstellung in der Eingangshalle mache. Habe ich auch gemacht. Danach sind wir dann weiter zum Kunstkontakter- Geburtstag, wo er erst nicht hinwollte, weil der irgendeine komische Bemerkung neulich gemacht hat. Ich habe ihn dann aber doch überreden können. Davon biete ich dann morgen Bildmaterial!

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=140556

11 Antworten auf „22. Februar 2014

  1. Von der Liebeskorrespondenz in Form von Postkarten war nicht viel in der Vitrine zu sehen. Vielleicht wandern die gerade woanders durch die Welt. Aber ist auch so schon atemberaubend viel. Die Kuratorin hat erzählt, wie sie bei ihr in ihrer Wohnung in Charlottenburg war und völlig benommen von der Fülle des Werks. Dorothy organisiert alle Ausstellungen immer noch alleine mit dem jeweiligen Kurator, da stecken keine Assistenten dahinter. Sie wirkt noch sehr fit!

    Das bringt mir jetzt zwar keine Karma-Punkte in Sachen Schygulla, aber über Eva Mattes kann ich noch berichten, dass sie knallroten Lippenstift drauf gehabt hat und viel besser in echt ausgesehen hat, als im Tatort! Sie war richtig gut drauf und hat viel gegrinst. Mit Frau Mattes kann man bestimmt viel Spaß haben. Die hat’s faustdick hinter den Ohren! Habe immer gedacht, sie wohnt in Hamburg, aber auch in Berlin, wie ich gerade im Wiki lese. Deswegen hat sie auch so beiläufig gemeint, ach ja, DIE Ausstellung, war ich NOCH nicht (also die Schygulla-), also wie jemand sagt, „stimmt, will ich auch noch angucken, die Tage“, der hier stationär ist. Hab gar nicht gewusst, dass sie ein Kind mit Werner Herzog hat! Wikipedia ist auch immer gut für Klatsch- und Tratsch, kann man nicht meckern.

    P.S. sie wird dieses Jahr im Dezember sechzig! Sieht man nicht. Ähnlich jugendlicher Typ wie ich!

  2. Ich habe, gut vorbereitet, wie ich stets bin, das Büchlein „Wach auf und träume“ von ihr gelesen. Darin führt sie mehrfach aus, dass sie die Schauspielausbildung zwar angefangen hat, nachdem sie neugierig eine Freundin dorthin begleitet hatte, die sie beim Kellnern kennengelernt hatte, aber die Schauspielstunden nach kurzer Zeit abgebrochen hat, weil sie keine Lust auf die Übungen hatte. Letztlich ist es ja auch egal. Jedenfalls ist mir der Dialekt eindeutig zu breit und zünftig, der da mehr als nur mitschwingt. Aber wie gesagt: Geschmackssache. Ich bin da wahrscheinlich auch empfindlicher, weil mir als Kind schon bei Fassbinder-Filmen im Fernsehen aufgefallen ist, dass die blonde Frau da irgendwie nicht wie richtige Schauspieler Deutsch zu sprechen vermögen, spricht. Und der Fernseher stand im Bundesland Bayern. Ich bin da mit Sicherheit auch befangen. Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass eine schöne deutsche Shakespeare Sonett-Übersetzung mit bayrischem Duktus gewinnt. Die Komödien-Stadl-Anmutungs-Assoziation ist da wohl durch meine Prägung schnell bei der Hand. Nichts gegen den spielerischen Einsatz der verschiedensten Dialekte, wo es passt. Der Monaco Franze muss freilich unbedingt Münchnerisch reden. Ohne Wenn und Aber. Darauf bestehe ich.

    P.S. das mit der (frühzeitig) abgebrochenen Schauspielschule wird auch von ihr in Interviews erwähnt, aber viele andere Quellen stellen die Tatsache, dass sie Fassbinder eben „an der Schauspielschule“ kennengelernt hat, in den Fokus, eben diese Connection, und da folgt dann oft keine weitere Erwähnung, dass das zufällig die ersten Tage ihres kurzen Aufenthaltes an der Schule waren. Sie sagt selbst, dass Fassbinder gerade an dem Laienhaften interessiert war. Hat ja für seine Zwecke auch ausgezeichnet funktioniert. Ich will Frau Schygulla auch nicht diskreditieren, die Installation hat viele sehenswerte Aspekte, auch ihr Lebenswerk, keine Frage. Aber ich erlaube mir, das differenziert zu beurteilen. Beeindruckend auch, der Selbstenfaltungsdrang in Sachen Gesang. Ich habe sogar ihre CD mit ihren französisch-deutsch verquirlten Gesangs-Einlagen. Falls die jemand geschenkt will: ich hänge nicht dran. Klingt stellenweise leicht hysterisch. Bizarr trifft es auch ganz gut. Also: sehr eigen, aber kein Gesangstalent. Aber mein Gott! Sie lässt nichts unversucht. Das fasziniert mich dann auch wieder. Man ist hin- und hergerissen, bei dieser deutschen DIVA.

  3. Shakespeares Sonette müssen ! unbedingt ! von angelnden Sachsen in breitestem Sächsisch, am besten an der Elbe, rezitiert werden. :)

  4. „Sehr artig!“ möchte man da kommentieren. Das Warnschild habe ich meinem jugendlichen Übermut wieder glatt übersehen. Wer weiß, was die Ausstellung bei mir angerichtet hat. Spätfolgen stellen sich ja oft erst – wie der Name schon sagt – „spät“ ein! Was an gemalten Softporno-Bildchen allerdings gefährlich sein soll, muss noch erforscht werden.

  5. Scheiße, ich kapier den rheinländischen Witz wieder nicht, es ist zum Kotzen! Der ist bestimmt super, der Kalauer, aber ich kann ja seit Jahren auch keinen Tatort mehr gucken, überhaupt Krimis, weil ich immer bis zum Schluss nicht weiß, wer der Mörder ist, wo alle anderen den Täter schon nach fünf Minuten entlarvt haben. Das ist bestimmt wieder so eine superintellektuelle parteipolitische Anspielung, wo es sich jetzt wieder rächt, dass ich seit zehn Jahren keine Zeitung mehr lese! (Kann ich den Witz vielleicht in einer privaten Mail hinter den Kulissen erklärt kriegen? Ich würde dann auch eine schlagfertige Kommentarantwort vorbereiten!)

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