08. Juni 2013

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Ich erzähle noch schnell von meinem Einkaufsausflug. Mein persönlich präferierter Aldi in der Brunnenstraße hat zugehabt, wegen Betriebsversammlung. Bin ich Richtung Moritzplatz mit der U8, gehofft dass der Moritzplatz-Aldi in der Oranienstraße aufhat. Ja, war. In der U-Bahn habe ich mir einen Stehplatz ganz am Ende vom Abteil gesucht, direkt an der Tür, so dass ich mit der linken Seite im nicht einsehbaren Bereich war. Also, dass die aktuell nicht-Schokoladenseite für niemanden zu sehen ist. Ich hab sogar die Brille in der U-Bahn abgesetzt. Ich rede jetzt wieder von meinem heute beim ersten Eintrag erwähnten kleinen, auf hohem Niveau befindlichen Schönheitsproblem, mit der frisch verkrusteten Laser-Wunde. Es war sowieso so voll, dass man stehen musste, es wirkte also keineswegs irgendwie unnatürlich. Das war mir natürlich auch wichtig! Mein Verhalten sollte ganz natürlich rüberkommen. Am Alexanderplatz glaube ich, ist dann ein Pärchen zugestiegen und es war kein Platz zum Aufrücken nach hinten, was ich auch gar nicht wollte, weil mein Platz ja total super für mich war. Die Frau von dem Pärchen wollte dann – sie konnte ja auch gar nicht anders – auch an der Tür stehen bleiben, direkt vor mir, aber sie hat noch ein bißchen Platz gebraucht, damit die Tür wieder zugeht und ich habe es nicht gemerkt, ich dachte, sie wäre gerade auch noch so drin und bin ein bißchen beharrlich auf meiner Ideal-Position in der Ecknische geblieben. Da guckt sie mich groß an und schiebt sich ein bißchen nach hinten, in meine Richtung und sagt: „Mein Ärmel wird sonst aber in der Tür eingeklemmt!“. War mir dann auch leicht peinlich und habe entschuldigend pariert „Das ist nicht vorgesehen!“. „Eben!“ sie darauf. Sind wir friedlich weitergefahren. Am Moritzplatz bitte ich „Ob ich wohl aussteigen dürfte?“ „Aber sicher doch!“ sie wieder. Und „Aber nicht den Mann mitnehmen!“ sie meinte wohl ihren, der auch irgendwie leicht verhakt in der Tür hing. Und ergänzte: „Und den anderen auch nicht! Alle beide nicht! Die bleiben hier!“ Und grinst mich an. Ich: „Ich bin hier nicht zum Männer abschleppen, da besteht überhaupt keine Gefahr! Versprochen!“ Sie so: „Na denn is jut!“. Dann ging die Tür wieder zu, ich hab noch das Gekicher von den Fahrgästen gehört. Dann die Treppe im U-Bahnhof nach oben, Ausgang Ritterstraße Aufbauhaus, ist mir ein Plakat aufgefallen, in fetten schwarzen Buchstaben über dem Gesicht von Judy Winter, die eine schwarze Sonnenbrille aufhat: „Teufel … Diva“ und dann irgendwas mit Hildegard Knef. War ich gleich neugierig und interessiert. Judy Winter scheint wieder auf die Bühne zu gehen mit einem neuen Stück, wo sie dann ja offensichtlich Hilde gibt. Eine super Kombination bestimmt. Gucke ich mir irgendwann an. Super Plakat auch. Also dann Einkaufen, hab alles gekriegt, nur das Klopapier habe ich doch nicht genommen, der Riesenpack mit den zehn Rollen war mir zu sperrig. Das sieht auch einfach nicht aus, so schwer bepackt und dann noch Klorollen unter dem Arm. Das ist auch einfach eine Frage der Silhouette, gerade wenn man zu Fuß unterwegs ist. Und mit Dior-Brille. Auf jeden Fall war die Kassiererin sehr nett, ich habe den Einkauf komplett brillenfrei absolviert, keiner hat mich komisch angestarrt, so muss es sein. Bei der Rückfahrt beim Aussteigen Weinmeisterstraße ist mir dann noch ein zweites Plakat aufgefallen. Es gibt da irgendwo am Alex eine Barbie-Welt-Ausstellung, wahrscheinlich ganz in Pink und da kriegen viele Pickel. Mir ist das eigentlich eher schnurz, ich finde sowas auch kurios, in jeder Hinsicht, aber dann habe ich mir das Plakat genauer angeschaut und die blonde Barbie auf dem in Pink und Lila gehaltenen Plakat hat rechts oben so eine Art Sprechblase, also von Hause aus gehört die zum Plakat, und da war genau in der Größe von der Sprechblase ein Aufkleber drübergeklebt, ganz fein gemacht, in der Typo vom Plakat, auch schön in Lila und Pink, also als ob es so gehört, hat da gestanden:
♥♥SEXISTISCHE♥
KACKSCHEISSE!

so zweizeilig formatiert, damit es auch perfekt in die Sprechblase reinpasst Das war so liebevoll gemacht, da habe ich mich total mitgefreut, wie schön das aussieht. Auch irgendwie viel lustiger und attraktiver als ohne den Aufkleber. Keine Ahnung, was da sonst drin steht, in der Sprechblase. Aber sexistische Kackscheisse ist auf jeden Fall lustig. Ich hab schon davon gehört, dass es feministischen Protest gibt und von dem Ausdruck, aber dass das so putzig gemacht ist, hat mich schon sehr entzückt. Also unbedingt genauer hingucken, wenn Sie mal so ein lilapinkes-Barbie-Plakat wo kleben sehen. Total süß. Dann bin ich heim. Das war mein Einkaufsausflug. Ich war dann auch ein bißchen erschöpft und hab mich hingelegt. Natürlich nicht ohne vorher noch die Sachen in den Kühlschrank zu packen und mit dem neu gekauften zwei-Kilo-Beutel Fee eine Maschine Wäsche anzuwerfen. Nach zwei Stunden Nickerchen bin ich erholt wieder aufgestanden und habe ein bißchen November gebloggt. Heute gibt es keine alkoholischen Getränke. Ich muss noch die Reste von gestern organisch abbauen. Dafür ist Schlaf auch unwahrscheinlich gut geeignet, habe ich gehört. Ich muss natürlich schon wieder zurückdatieren, weil es in Wahrheit schon nach halbeins ist, wo ich das blogge und nicht erst eine Minute vor Mitternacht am achten Juni. Aber das kennt man ja schon von mir. Ich möchte den Tag ordentlich abschließen. Gute Nacht aus Berlin!

07. Juni 2013


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Langer Glitzermantel. Könnte ich mir auch in der Manege vorstellen, mit passendem hohen Glitzer-Zylinder, so aus Silberpailletten. Fehlt mir noch in meiner Sammlung! Und dann noch die passende Veranstaltung. Gaga Nielsen als Zirkusdirektorin! Das gefiele mir vom Prinzip her, also optisch und auch sonst, als Rolle für mich, obwohl ich Zirkusvorstellungen eigentlich nicht besonders leiden kann. Ich glaube, ich habe mich schon als Kind im Zirkus unbeschreiblich gelangweilt. Weder konnte ich über den Clown lachen, was mir auch immer irgendwie peinlich war, weil sich alle anderen scheinbar wie Bolle über den stolpernden Mann in der karierten Hose amüsieren konnten, noch hat mich die komplizierte und auch gefährliche Turnerei zu Pferde und in der Luft wirklich fasziniert. Ich dachte dann immer eher: die haben das ja auch monatelang geübt, sind eben sportlich und dann kann man solche Gymnastik-Kunststücke irgendwann aus dem Effeff. Das schien mir immer alles so berechenbar und ich musste die ganze Zeit als Kind so tun, als ob ich mich gut unterhalten fühle. Ein Glück, dass man als Erwachsener nicht mehr in den Zirkus muss. Aber so ein Zirkus-Direktorinnen-Kostüm mit Zylinder. Ein Traum! Ach ja: die Tiernummern haben mir auch nicht gefallen, weil immer einer mit der Peitsche dabei war und die Kunststücke genauso berechenbar waren wie bei den Trapezturnern. Aber wem es gefällt! Ich bin auf keinen Fall dagegen. Ich denke, das fahrende Volk sind sympathische Leute und so Zirkuswagen sind auch sehr hübsch. Ah! Jetzt weiß ich: was mich interessiert hat, so ein bißchen zumindest, waren die Zirkuswagen, also die Wohnwagen. Wie die drinnen so ausschauen, ob mit Plüsch ausgeschlagen und getigerter Bettdecke. Und Schminktisch mit großem runderherum beleuchteten Spiegel und vielen Schminksachen. Also so einen Zirkuswagen finde ich toll. Uschi Obermaier hat sich ja seinerzeit, damals mit ihrem Bockhorn, ein altes Wohnmobil dekorativ zurechtgezimmert, wie im Puff! Nur mehr so Hippie. Toll. Wie man sieht, ich blogge schon wieder munter. Laser-Bombardierung überlebt. Aber das Geräusch ist ja eklig. Dieses mechanische Hämmern. Ich dachte, das wäre mehr so ein hohes Fiepen. War zum Glück nach ungefähr zwei Minuten vorbei. Nein, keine Faltenbehandlung. So weit bin ich noch nicht. Ich sage dann Bescheid, wenn es so weit ist. Eine kleine Hautmutationsentfernung. Hab das Pflaster schon vorsichtig abgezupft, schon schöne Kruste. Hat aber stark geblutet, das erste Pflaster war gleich durch, musste ich mich noch mal hinlegen. War heute Mittag, gegen halbeins, der kleine Eingriff. Danach heim und zwei Stunden auf’s Ohr gelegt, ein bißchen geschlafen. Und jetzt wieder wach. Ach ja, als ich heimgelaufen bin, von der Krausnickstraße, wo es gemacht worden ist, in die Auguststraße, war ein Kamerateam auf dem Spielplatz am Gipsdreieck, direkt unter meiner Wohnung. Zwei oder drei Kameras haben auf eine junge Frau und einen Mann gehalten. Die beiden sind interviewt worden. Ihn habe ich noch nie gesehen, aber die Frau war glaube ich eine Schauspielerin, wo die Mutter auch als Darstellerin arbeitet und schon mal im Playboy war. Genauso alt wie ich, also mein Jahrgang. Die Mutter, meine ich. Sie hat schon mehr Erfahrung mit Schönheitschirurgie als ich. Ich schätze mal ungefähr so viel Erfahrung wie Costa Cordalis. Aber ich schweife etwas ab. Schade, dass der mir unbekannte Mann neben ihr, also der jungen Schauspielerin auf dem Spielplatz, nicht ihr Lebensgefährte war. Till Lindemann hätte ich mir schon ein bißchen genauer angeschaut, aber heimlich von oben, aus meinem Wohnzimmerfenster. Aber er war es ja leider nun einmal nicht. Als ich oben war, hab ich noch mal kurz aus dem Fenster nach unten auf die Szene geschaut. Sie stand dann zwei Meter woanders und wurde einzeln interviewt und gefilmt. Verstanden hab ich nichts. Ich habe dann noch überlegt, warum sie die Perspektive gewechselt haben, und ob die Kameraleute gedacht haben, die Straßenflucht Richtung Rosenthaler Straße, mit den Leuten, die draußen an den Tischen sitzen und essen und trinken, ist vielleicht dekorativer. Ich habe dann aber auch bald, also nach ungefähr fünfzehn Sekunden gemerkt, dass mich die beiden da unten, und auch leider die Fernsehleute, nicht so richtig interessieren. Schade eigentlich. Wäre doch toll gewesen, wenn wer Interessantes da gestanden hätte. Warum schaffe ich es einfach nicht, mich für die Freundin von Till Lindemann zu interessieren! Verdammt. Sie ist hübsch und vorlaut und eigensinnig, aber ich kriege es einfach nicht hin. Nicht mal ihre Mutter interessiert mich. Dabei sind wir doch ein Jahrgang! Wie aufregend hätte der Nachmittag sein können. Ich hätte vielleicht zum ersten mal heimlich Leute aus meinem Fenster fotografiert. Dann hab ich mich hingelegt, in mein Bett und dunkel gemacht und meine kleine Wunde geleckt. Heute ist übrigens auch wieder ganz super Wetter. Aber ich soll nicht in die Sonne, muss erst wieder heil sein. Aber bestimmt bald. Werde mal was essen.

08. Juni 2013

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Na gut. So richtig viel war ja nicht los, am 18. November. Lässt sich nicht ändern. Wobei der Laden, von dem das Kapuzenteil mit der Adlerschwinge mal war, erwähnenswert war. Oder die Lage. Ich meine, das war vom Miss Sixty in der Neuen Schönhauser. Oder Pussy Deluxe? Obwohl Pussy ist ja ein eigenes Label. Oder links davon? Da waren unter anderem lauter so technomäßige Klamotten am Start, mit Neon drin. Oder ist die ganze Zeit Techno gelaufen? Weiß nicht mehr. Jedenfalls arschcoole Verkäuferin. Ich habe irgendwie so dunkel in Erinnerung, dass sie es geschafft hat, mir das Gefühl zu geben, ich wäre genau die Kundin, die sie am liebsten in ihrem Laden sieht und mindestens so cool wie sie selber ist. Dabei war ich gar keine alte Techno-Braut aus den Achtzigern und Neunzigern. Ich habe erst später, nach Mauerfall Zugang dazu gefunden, besonders nachdem ich mal die Bässe im Tresor im Unterleib gespürt hatte. Aber zurück zu dem kleinen Laden in der Neuen Schönhauser, wo ich das Teil gekauft habe: ich war total von der Behandlung fasziniert. Danach bin ich eindeutig cooler aus dem Laden gekommen, als ich hineingegangen bin. Und auch noch eine Hose gekauft, relativ extravagant, die gibt es leider nicht mehr, zu oft angehabt, kaputt gegangen. Aus Baumwolle in dunklem Anthrazit mit querlaufenden neongrünen Nähten, fast wie von oben bis unten bestickt und lauter Taschen mit vielen waagerechten Reißverschlüssen. Sehr cool und sehr bequem. Die war aber auch wirklich von so einem Techno-Label. Neunundneunzig oder Anfang Zweitausend geholt. Unspektakulär zwar, aber schon auch cool mein graublauer Reißverschluss-Hoodie. Hoodies, die in der Öffentlichkeit getragen werden, dürfen nicht zwei Nummern zu groß sein bei Frauen. Das kommt sonst so couchkartoffelmäßig rüber, anstatt eben mehr so J.LO.esk. Gerade das Label gecheckt: ‚Protest‘. Ist mir noch nie aufgefallen.

08. Juni 2013


Viel getrunken gestern, ich merke den Restalkohol ein bißchen, aber keine bösen anderen Symptome. Guter Wein. Beim Duschen vorhin habe ich meine frisch verkrustete kleine Wunde mit Pflaster und drüber einem Stück Gaffa-Tape vor dem Nasswerden geschützt. Hat gut funkioniert. Als ich mal einen Gipsarm hatte, habe ich immer einen Müllbeutel mit Zugband zum Duschen übergezogen. Aber wenn man die Haare waschen will, kann man schlecht mit einen Müllsack über dem Kopf agieren. Ich setze heute mal eine andere Sonnenbrille auf, wenn ich gleich raus gehe, zum Einkaufen. Meine alte von Dior, die ist besonders groß und verdeckt genau die Wunde, die ich diskret mit Make up betupft habe. Ging auch sehr gut, ist ja schon schön trocken verkrustet. Ich werde die Brille nur mal kurz beim Einkaufen abnehmen. Das ist mir dann doch zu affig, mit der Dior-Brille durch den Aldi zu laufen. Außerdem finde ich es unhöflich, wenn man beim Bezahlen mit der Kassiererin kommuniziert, eine dunkle Brille aufzubehalten. Ich finde, das schickt sich nicht und wirkt arrogant und distanziert, als ob man die Aldi-Kassiererin nur als Bezahlmaschine betrachtet, die nicht verdient hat, dass man sie eines Blickes würdigt. Man kennt sich ja nun auch langsam. Dafür riskiere ich sogar das krustige, notdürftig überschminkte kleine Elend kurzfristig zu offenbaren. Dann schnell raus und wieder die Brille auf. Das sind wahrscheinlich so die Situationen, wo die Prominenten aus der Showbranche besonders froh sind, einen Personal Assistant zu haben, der solche Sachen erledigt, während sie undercover daheim im Penthouse warten, das alles geliefert wird, bis sie sich wieder annähernd den gephotoshoppten Hochglanzbildern gemäß zurechtmachen können. Ich bin da ja auch unwahrscheinlich eitel. Daher die extra extra große Brille. Also, ich muss los. Bzw. mich noch anziehen. Ich werde etwas Unauffälliges wählen, um nicht über Gebühr Blicke auf mich zu ziehen. Also nicht die Federboa und den Hut vom 16. November 2012. Ah. Ich brauche doch noch eine Tasse Kaffee, bevor ich gehe.
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08. Juni 2013

Und wenn es darauf ankommt, schreibe ich euch noch zu den banalsten Aufnahmen meinen live stream direkt aus meinem Hirn. Ich wollte nichts mehr bloggen heute. Aber auch nicht schlafen. Gehen. Nicht schlafen gehen. Hier herumgegurkt, da herumgegurkt. Auch bei mir selber. Im Netz. Dem großen, großen Netz. Ohne das ich wahrscheinlich – ja was? Ohne Netz? Ohne Netz und doppelten Boden. Vielleicht hätte man andere Kontaktstrategien entwickelt, erlernt, gepflegt. Per Zufall spielt der Computer Mensch von Herbert Grönemeyer, den ich immer irrelevant fand, bis zu diesem Lied, mit dem Eisbärvideo. Und jetzt kommt es und ich finde es immer noch gut. Nicht nur, weil ich von dem Rotwein getrunken habe, den ich seit einiger Zeit trinke. Seit Bordeaux gefährlich wurde. Ist es nicht großartig, wie die Sätze aus den Fingern fließen, den Fingerspitzen. Die Fingerspitzen tippen die Tasten an, ein Buchstabe entsteht, in Windeseile. Es ist okay. Alles auf dem Weg. Es ist Sonnenzeit, unbeschwert und frei. – – – Und weil er lacht, weil er lebt – – – Du fehlst. Und da war eine Zeit, da dachte ich dabei an jemanden. Aber wie. Auch lange her. Aber wie. Aber wie. Diese Intensität. Was ist daraus geworden. Manchmal verliert man jemanden, wie an den Tod. Das ist hart. Sehr hart. Aber ich habe es überlebt. Mehrfach. Und jetzt trinke ich noch einen Schluck, und lasse diese betrunkenen Zeilen so stehen. Weil er erinnert, weil er kämpft. Weil er mitfühlt, und weil er lacht, weil er lebt. Du fehlst. Laalalalaa. Du fehlst. Und an niemanden dabei denken. Nur an die Zeit. Und das Gefühl. Und dass es auch schön war. Sogar im Wehtun. Im Schmerz. Noch mal zurück. Repeat. Nur das Lied. Nur das Lied. Wo ist das Glas – – – ? Ja, drei Uhr acht. Egal. Scheiß drauf. Man lebt nur einmal. Scheiß auf das Inkarnationsgeschwätz. Und weil er lacht und weil er lebt. Man muss auch dankbar sein. Wer schreibt heutzutage schon noch angetrunkene Blogeinträge? Angetrunken von Zweigelt aus dem Burgenland, vom Weingut Weiss. Histaminfrei. Ich bestelle mir jetzt immer gleich eine ganze Kiste. Demnächst vielleicht zwei. Ein erdiger, charaktervoller Roter. Einem guten Bordeaux am ähnlichsten von allen aus dem Sortiment. Die Weißen waren mir alle zu nett. Egal. Weil er hofft und liebt. Und weil er lacht und weil er lebt. Und so weiter. Wahrscheinlich sollte man das jetzt einfach so posten, ohne querzulesen. Okay. Ja, gut – – – es ist okay, alles auf dem Weg – –



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07. Juni 2013


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Ausnahmsweise mal keine Kleiderschrankfotos. Man erschrickt ja schon fast und denkt, man ist auf dem falschen Blog. Nein, nein, hiergeblieben! Neulich, am vierzehnten November aus meinem Fenster zur Auguststraße, am Gipsdreieck. Dem linken Fenster in meinem Wohnzimmer. Rechts davon ist die Dachloggia, wo ich mich bald wieder in der Sonne brate, wenn es mir gestattet ist. Dann gibt es noch ein drittes Fenster zur Auguststraße, das ist im Schlafzimmer. Das Küchenfenster und noch eines vom Wohnzimmer (das ist so über Eck, weil ich ja in einem Eckhaus wohne, das wo die Milchbar unten drin ist), gehen zur Joachimstraße, da wo ich auf die Teller vom Hackbarths gucken kann. Ein Haus weiter rechts von den Bäumen, die man auf den Farbfotos sieht, aber nicht im Bild, ist das graue Haus, auf dem oben groß Anwaltsgeheimnis an der Fassade steht, da ist unten das „next to… Kuchi“ drin, wo Brangelina am Dienstag mit ihren Kids gefuttert haben. Das ist der von mir aus gesehen hintere Teil vom Gipsdreieck, mit der Gipsstraße. Bitte weiterhin zu bedenken, es handelt sich um Fotos vom November 2012. Jetzt sind alle Bäume schon wieder größer und dicht mit einem schicken Frühsommerkleid bedeckt. Allerliebstes Grün da unten.

07. Juni 2013


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Das war dieser Tag. Ich muss leider erkennen, ich habe diese schwarze transparente Chiffon-Hemdbluse mit Kragen, Brusttaschen und Manschetten aus schwarzem Satin nicht angemessen ins Bild gesetzt. Bei diesem Kleidungsstück handelt es sich gewissermaßen um eine Reminiszenz an jene schwarze Chiffonbluse von Yves Saint Laurent, die 1968 Furore gemacht, um nicht zu sagen, einen mittleren Skandal ausgelöst hat. Die amerikanische VOGUE schreibt in ihrem Lexikon, dem Voguepedia, zum Stichwort „Le Smoking“ im historischen Abriss der Entwicklungs-Geschichte (und damit der Gesellschaftsfähigkeit und Emanzipation) des Smokings für Frauen unter dem Jahr 1968:
„March: In Vogue, Richard Avedon photographs Penelope Tree in Saint Laurent’s daring transparent bow-necked chiffon blouse, worn with a trim smoking jacket and Bermuda-style tuxedo shorts. Black tights and Roger Vivier’s Mary Jane pumps complete the look. August: A relaxed smoking features a black satin blouse with white satin collar and cuffs, belted with a fringed sash and loose-fitting trousers.“
Saint Laurent hat seinen Entwurf von 1968 dieses Chiffonhemds später mehrfach zitiert, was er ja ohnehin gerne tat (gerade in Sachen Damen-Smoking), anders, moderner, neu aufgelegt. Mir ist, als hätte ich mein Exemplar gekauft, nachdem ich eine Fotostrecke in der deutschen Vogue gesehen hatte. Es muss etwa Mitte der Neunziger gewesen sein. Es war jedenfalls eindeutig die Historie in meinem Kopf, als ich meine entdeckte, und ungeachtet des Preises kaufte. Man findet so etwas selten, auch diese Verarbeitung. Die Knopfleiste ist ganz reduziert gehalten, mit sehr kleinen mit schwarzem Satin bezogenen Knöpfen, ganz unauffällig. Ich habe diese Bluse schon oft getragen, allerdings nie ohne Nichts darunter. Bei seiner allerletzten Schau, der Retrospektive, des großen Abschieds von Saint Laurent, trug Naomi Campbell das legendäre Kleidungsstück. Mit Nichts darunter. Versteht sich.

07. Juni 2013


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Langer Glitzermantel. Könnte ich mir auch in der Manege vorstellen, mit passendem hohen Glitzer-Zylinder, so aus Silberpailletten. Fehlt mir noch in meiner Sammlung! Und dann noch die passende Veranstaltung. Gaga Nielsen als Zirkusdirektorin! Das gefiele mir vom Prinzip her, also optisch und auch sonst, als Rolle für mich, obwohl ich Zirkusvorstellungen eigentlich nicht besonders leiden kann. Ich glaube, ich habe mich schon als Kind im Zirkus unbeschreiblich gelangweilt. Weder konnte ich über den Clown lachen, was mir auch immer irgendwie peinlich war, weil sich alle anderen scheinbar wie Bolle über den stolpernden Mann in der karierten Hose amüsieren konnten, noch hat mich die komplizierte und auch gefährliche Turnerei zu Pferde und in der Luft wirklich fasziniert. Ich dachte dann immer eher: die haben das ja auch monatelang geübt, sind eben sportlich und dann kann man solche Gymnastik-Kunststücke irgendwann aus dem Effeff. Das schien mir immer alles so berechenbar und ich musste die ganze Zeit als Kind so tun, als ob ich mich gut unterhalten fühle. Ein Glück, dass man als Erwachsener nicht mehr in den Zirkus muss. Aber so ein Zirkus-Direktorinnen-Kostüm mit Zylinder. Ein Traum! Ach ja: die Tiernummern haben mir auch nicht gefallen, weil immer einer mit der Peitsche dabei war und die Kunststücke genauso berechenbar waren wie bei den Trapezturnern. Aber wem es gefällt! Ich bin auf keinen Fall dagegen. Ich denke, das fahrende Volk sind sympathische Leute und so Zirkuswagen sind auch sehr hübsch. Ah! Jetzt weiß ich: was mich interessiert hat, so ein bißchen zumindest, waren die Zirkuswagen, also die Wohnwagen. Wie die drinnen so ausschauen, ob mit Plüsch ausgeschlagen und getigerter Bettdecke. Und Schminktisch mit großem runderherum beleuchteten Spiegel und vielen Schminksachen. Also so einen Zirkuswagen finde ich toll. Uschi Obermaier hat sich ja seinerzeit, damals mit ihrem Bockhorn, ein altes Wohnmobil dekorativ zurechtgezimmert, wie im Puff! Nur mehr so Hippie. Toll. Wie man sieht, ich blogge schon wieder munter. Laser-Bombardierung überlebt. Aber das Geräusch ist ja eklig. Dieses mechanische Hämmern. Ich dachte, das wäre mehr so ein hohes Fiepen. War zum Glück nach ungefähr zwei Minuten vorbei. Nein, keine Faltenbehandlung. So weit bin ich noch nicht. Ich sage dann Bescheid, wenn es so weit ist. Eine kleine Hautmutationsentfernung. Hab das Pflaster schon vorsichtig abgezupft, schon schöne Kruste. Hat aber stark geblutet, das erste Pflaster war gleich durch, musste ich mich noch mal hinlegen. War heute Mittag, gegen halbeins, der kleine Eingriff. Danach heim und zwei Stunden auf’s Ohr gelegt, ein bißchen geschlafen. Und jetzt wieder wach. Ach ja, als ich heimgelaufen bin, von der Krausnickstraße, wo es gemacht worden ist, in die Auguststraße, war ein Kamerateam auf dem Spielplatz am Gipsdreieck, direkt unter meiner Wohnung. Zwei oder drei Kameras haben auf eine junge Frau und einen Mann gehalten. Die beiden sind interviewt worden. Ihn habe ich noch nie gesehen, aber die Frau war glaube ich eine Schauspielerin, wo die Mutter auch als Darstellerin arbeitet und schon mal im Playboy war. Genauso alt wie ich, also mein Jahrgang. Die Mutter, meine ich. Sie hat schon mehr Erfahrung mit Schönheitschirurgie als ich. Ich schätze mal ungefähr so viel Erfahrung wie Costa Cordalis. Aber ich schweife etwas ab. Schade, dass der mir unbekannte Mann neben ihr, also der jungen Schauspielerin auf dem Spielplatz, nicht ihr Lebensgefährte war. Till Lindemann hätte ich mir schon ein bißchen genauer angeschaut, aber heimlich von oben, aus meinem Wohnzimmerfenster. Aber er war es ja leider nun einmal nicht. Als ich oben war, hab ich noch mal kurz aus dem Fenster nach unten auf die Szene geschaut. Sie stand dann zwei Meter woanders und wurde einzeln interviewt und gefilmt. Verstanden hab ich nichts. Ich habe dann noch überlegt, warum sie die Perspektive gewechselt haben, und ob die Kameraleute gedacht haben, die Straßenflucht Richtung Rosenthaler Straße, mit den Leuten, die draußen an den Tischen sitzen und essen und trinken, ist vielleicht dekorativer. Ich habe dann aber auch bald, also nach ungefähr fünfzehn Sekunden gemerkt, dass mich die beiden da unten, und auch leider die Fernsehleute, nicht so richtig interessieren. Schade eigentlich. Wäre doch toll gewesen, wenn wer Interessantes da gestanden hätte. Warum schaffe ich es einfach nicht, mich für die Freundin von Till Lindemann zu interessieren! Verdammt. Sie ist hübsch und vorlaut und eigensinnig, aber ich kriege es einfach nicht hin. Nicht mal ihre Mutter interessiert mich. Dabei sind wir doch ein Jahrgang! Wie aufregend hätte der Nachmittag sein können. Ich hätte vielleicht zum ersten mal heimlich Leute aus meinem Fenster fotografiert. Dann hab ich mich hingelegt, in mein Bett und dunkel gemacht und meine kleine Wunde geleckt. Heute ist übrigens auch wieder ganz super Wetter. Aber ich soll nicht in die Sonne, muss erst wieder heil sein. Aber bestimmt bald. Werde mal was essen.

06. Juni 2013

Eventuell teile ich heute in meinem langjährigen, traditionsreichen Beautyblog das Geheimnis, wie das Haarshampoo heisst, das meinem Haar keinerlei Halt und Fülle, aber dafür umso mehr Glanz verleiht. Ein bislang ausschließlich von mir zu diesem Zweck entdecktes Spitzenprodukt der Extraklasse, über dessen Preis ich nur unter ganz vorgehaltener Hand reden kann, falls überhaupt.*

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* 2-stellig, n. d. Komma

05. Juni 2013

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Genug für heute. Man soll den Leser und die Leserin, oder besser: die Betrachter, auch nicht überfordern. Wir sehen uns morgen, am 8. November 2012. Oder für gegenwartsbezogene Geister, am 6. Juni Zweitausenddreizehn. Heute war übrigens ein sehr schöner Frühsommertag in Berlin. Wie man es sich nur wünschen kann. Ich konnte ihn zwar kaum tagsüber unter offenem Himmel genießen, aber auf meinen Wegen. Das war intensiv. Die frühe Abendsonne noch gleißend und voller Kraft. Später stolperte ich im Netz über die Meldung, dass Brangelina Angelinas Geburtstag gestern in Berlin feierten. Ich lese da auch schon mal genauer. Und da fiel mir wieder ein, dass ich gestern Abend plötzlich einen kleinen Happy Birthday-Chor durch das offene Fenster hörte. Ich konnte nicht genau verorten, aus welcher Ecke und hörte nicht genau, welcher Name gesungen wurde. Jetzt weiß ich es. Danke Bunte, Bild und Morgenpost. Es kam von drüben, hinter den Bäumen vom Gipsdreieck, wo sich das Kuchi versteckt. Zwei Tage vorher wurde auch schon gesungen, da kam es aber direkt von der Auguststraße und zweisprachig. Zuerst auf Englisch, dann auf Italienisch. Ein italienischer Männername glaube ich, aus dem Al Contadino. Geburtstagsgesänge sind immer schön. Auf den Fotos sieht sie ein bißchen durchsichtiger aus als sonst, kein Wunder. Was für ein tiefgehender Eingriff. Ich las es und fühlte mich bei bester Gesundheit verletzt. Unverändert fehlen mir die Worte. Man kann als Außenstehende auch gar nichts bewerten, das als richtig oder falsch beurteilen. Nur irgendwie zur Kenntnis nehmen. Mir ging auch durch die Gedanken, ob man angesichts einer derart privilegierten, glückhaften Lebenskonstellation auf die Idee kommt, den Göttern irgendwann ein Opfer bringen zu wollen, wenn man so vom Schicksal beschenkt wurde, das Füllhorn so ausgeschüttet. Weil sich irgendwann das Blatt wenden könnte. Da scheint schicksalshafte Angst im Spiel. Das Geschick ist oft filigraner, als man glaubt. Ach ja. Ich würde mich freuen, wenn die bunte Bande die Paparazzi noch ein paar Jahre mit Hochzeitsgerüchten, Filmpremieren und Charity Events beschäftigt. Und Restaurant-Besuchen in Paris und da unten, an meinem kleinen Gipsdreieck.

05. Juni 2013

In memoriam Jimi. Vielleicht habe ich es nur phantasiert, dass Jimi genauso eine Jacke hatte. So ein Bolero aus Guatemala oder Mexiko oder wo auch immer diese bestickten Exemplare her sind. Ich habe Jimi immer geliebt, und nur wegen ihm habe ich das Ding da gekauft. Ende der Achtziger. In einem Laden in Schöneberg, vielleicht in der Akazienstraße, der Importartikel aus lateinamerikanischen Ländern führte. Aufwändig gewebte Stoffe mit Indianermustern am laufenden Meter. Davon kaufte ich auch. Und irgendwelche bestickten Stoffvierecke aus Kolumbien. Mit Fabeltieren, Fabelwesen. Geflügelten Zauberwesen. Später hatte ich einen Geliebten aus Südamerika, der mir alle Wesen erklärt hat. Lange her. Ich habe dieses Bolero, so nennt man das ja wohl, nur ganz selten getragen. Aber ich will es nicht weggeben. Es ist so aufwändig gemacht. Und erinnert mich – – an Jimi. Und an mich.

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05. Juni 2013

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Genug für heute. Man soll den Leser und die Leserin, oder besser: die Betrachter, auch nicht überfordern. Wir sehen uns morgen, am 8. November 2012. Oder für gegenwartsbezogene Geister, am 6. Juni Zweitausenddreizehn. Heute war übrigens ein sehr schöner Frühsommertag in Berlin. Wie man es sich nur wünschen kann. Ich konnte ihn zwar kaum tagsüber unter offenem Himmel genießen, aber auf meinen Wegen. Das war intensiv. Die frühe Abendsonne noch gleißend und voller Kraft. Später stolperte ich im Netz über die Meldung, dass Brangelina Angelinas Geburtstag gestern in Berlin feierten. Ich lese da auch schon mal genauer. Und da fiel mir wieder ein, dass ich gestern Abend plötzlich einen kleinen Happy Birthday-Chor durch das offene Fenster hörte. Ich konnte nicht genau verorten, aus welcher Ecke und hörte nicht genau, welcher Name gesungen wurde. Jetzt weiß ich es. Danke Bunte, Bild und Morgenpost. Es kam von drüben, hinter den Bäumen vom Gipsdreieck, wo sich das Kuchi versteckt. Zwei Tage vorher wurde auch schon gesungen, da kam es aber direkt von der Auguststraße und zweisprachig. Zuerst auf Englisch, dann auf Italienisch. Ein italienischer Männername glaube ich, aus dem Al Contadino. Geburtstagsgesänge sind immer schön. Auf den Fotos sieht sie ein bißchen durchsichtiger aus als sonst, kein Wunder. Was für ein tiefgehender Eingriff. Ich las es und fühlte mich bei bester Gesundheit verletzt. Unverändert fehlen mir die Worte. Man kann als Außenstehende auch gar nichts bewerten, das als richtig oder falsch beurteilen. Nur irgendwie zur Kenntnis nehmen. Mir ging auch durch die Gedanken, ob man angesichts einer derart privilegierten, glückhaften Lebenskonstellation auf die Idee kommt, den Göttern irgendwann ein Opfer bringen zu wollen, wenn man so vom Schicksal beschenkt wurde, das Füllhorn so ausgeschüttet. Weil sich irgendwann das Blatt wenden könnte. Da scheint schicksalshafte Angst im Spiel. Das Geschick ist oft filigraner, als man glaubt. Ach ja. Ich würde mich freuen, wenn die bunte Bande die Paparazzi noch ein paar Jahre mit Hochzeitsgerüchten, Filmpremieren und Charity Events beschäftigt. Und Restaurant-Besuchen in Paris und da unten, an meinem kleinen Gipsdreieck.

05. Juni 2013

In memoriam Jimi. Vielleicht habe ich es nur phantasiert, dass Jimi genauso eine Jacke hatte. So ein Bolero aus Guatemala oder Mexiko oder wo auch immer diese bestickten Exemplare her sind. Ich habe Jimi immer geliebt, und nur wegen ihm habe ich das Ding da gekauft. Ende der Achtziger. In einem Laden in Schöneberg, vielleicht in der Akazienstraße, der Importartikel aus lateinamerikanischen Ländern führte. Aufwändig gewebte Stoffe mit Indianermustern am laufenden Meter. Davon kaufte ich auch. Und irgendwelche bestickten Stoffvierecke aus Kolumbien. Mit Fabeltieren, Fabelwesen. Geflügelten Zauberwesen. Später hatte ich einen Geliebten aus Südamerika, der mir alle Wesen erklärt hat. Lange her. Ich habe dieses Bolero, so nennt man das ja wohl, nur ganz selten getragen. Aber ich will es nicht weggeben. Es ist so aufwändig gemacht. Und erinnert mich – – an Jimi. Und an mich.

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02. Juni 2013


Polka Dots. Oder Tupfen wie wir Deutschen sagen. Tupfen gefallen mir besser denn je, früher nicht so, heute umso mehr. Bei der Tupfenkleidermode zu Pretty Woman-Zeiten in den Achtzigern bin ich ja gar nicht mitgegangen, weil mir das ganze Szenario zu spießig war. Ich hätte brechen können, ja ein Albtraum, in einem braun-weiß-getupften Kleid mit so einem geschniegelten Schnösel wie Richard Gere in der Rolle, irgendwohin zu müssen. Komplett erotikfrei das Ganze. Ist mir schleierhaft, wie man bei dem Film Adrenalinstöße bekommen kann. Dass Julia Roberts in der Badewanne Kiss von Prince gehört hat und auch ihre Aufmachung am Anfang des Films, ist mir noch als recht akzeptabel in Erinnerung, desgleichen der Titelsong von Roy Orbison, ein schöner Klassiker, aber alles Übrige ein Supergau des Achtziger Jahre-Biedermeier. Schlimme Sache. Aber noch ungleich gruseliger erschien mir das Machwerk „Dirty Dancing“. Etwas ähnlich Undirtyes habe ich meinen Lebtag nicht gesehen. Die antiseptische Hauptdarstellerin mit ihrem protestantischen Gewackel und dem schmutzigen Sex Appeal von Ruth Leuwerik, und daneben der pausbackige Patrick Swayze. Das ganze Elend garniert mit einem klebrigen Soundtrack in sämtlichen Pastelltönen. Aber am allermeisten bin ich ja schockiert, wenn die Rede heutzutage, Jahrzehnte später, auf den Film kommt, und gestandene Frauen einen schwärmerischen Gesichtsausdruck kriegen, in seliger Erinnerung an ihre biedere Jugendzeit, mit entrücktem Lächeln und rosigen Wangen bekennen, die brave Schmonzette gar dutzendfach betrachtet zu haben. Also freiwillig.
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03. Juni 2013

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28. August 2010, Literarisches Colloquium Berlin.
►watch on youtube
Angela Winkler singt in dieser Aufnahme das mir bis dahin unbekannte Chanson Eine Zigarette lang von Rudolf Nelson, dem wahrscheinlich erfolgreichsten Revue-Komponisten der goldenen Zwanziger Jahre in Berlin. Nelson schrieb das Lied vermutlich Ende der Zwanziger Jahre für die Sängerin Eva Busch, die mit dem legendären Sänger, Schauspieler und Regisseur Ernst Busch verheiratet war, und wie Nelson nach Machtergreifung der Nazis aus Deutschland flüchtete. Dieser Mitschnitt entstand am 28. August 2010, anlässlich des Sommerfestes des Literarischen Colloquiums Berlin, in Berlin Wannsee, in der Villa am Sandwerder. Der Suhrkamp Verlag feierte bei diesem Sommerfest sein 60-jähriges Bestehen und Angela Winkler sang an jenem Abend zu später Stunde im Kaminzimmer einige Lieder aus ihrem Repertoire, das unter anderem die deutschsprachigen Chansons von Barbara umfasst. Die ewig junge, zauberhafte Angela Winkler ist bei dieser Aufnahme in ihrem unfassbaren siebenundsechzigsten Lebensjahr.
Ich schrieb auch einen Eintrag damals, und habe mehrere Bilder von dem Abend gepostet – aber diese Aufnahme habe ich eher zufällig vor wenigen Tagen wieder entdeckt. Es gibt noch so viele unverarbeitete Filmaufnahmen in meinem Archiv. Das ist eine davon. Mich rührt dieses kleine Lied sehr an. Und Angela Winkler.
Gestern glühten sie noch rot,
Lust und Lebensfreude, heute sind sie kalt und tot,
Asche alle beide.
Gestern dacht ich, dass das Glück, ewig leuchten werde.
Heute fällt ein kleiner Rest achtlos auf die Erde.
Du hältst in der Hand deine Seligkeit – eine Zigarette lang.
Du atmest den Duft einer süßen Zeit, eine Zigarette lang.
Das Glück, das du meinst ist nur flüchtiger Rauch,
Und kommt’s mal zu dir, fliegt’s vorbei wie ein Hauch.
Du hältst in der Hand, deine Seligkeit – eine Zigarette lang.
Du hältst in der Hand deine Seligkeit – eine Zigarette lang.
Du atmest den Duft einer süßen Zeit – eine Zigarette lang.
Das Glück das du meinst, ist nur flüchtiger Rauch,
Und kommt’s mal zu dir, fliegt’s vorbei wie ein Hauch.
Du hältst in der Hand deine Seligkeit – eine Zigarette lang.

02. Juni 2013

Mach’s gut Oktober. Bis zum nächsten Jahr. Man sieht sich. Sei nicht traurig, dass ich dir wieder keinen Halloween-Kürbis zum Abschied geschnitzt habe. Du weißt doch, ich musste dauernd Bilder machen und hochladen, da bleibt für Schnitzereien einfach keine Zeit. Auch für Parties habe ich leider keine Kapazitäten übrig, weder für Gespensterkostüme noch für keltische Ahnenfeiern mit Hokuspokus. Nimm’s nicht so schwer, du findest ja genug andere, die sich da gerne einbringen und einfach auch vom Typ her besser geeignet sind als ich. Bis Zweitausenddreizehn. Hau rein!

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02. Juni 2013


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Das Erwähnenswerte ist auf den ersten Blick natürlich der Gürtel. Ich möchte ja nicht lügen, aber bei strenger Betrachtung könnte der womöglich sogar versilbert sein. Obwohl – dann hätte ich ihn mir bestimmt nicht leisten können, damals im letzten Jahrhundert. Das mäandernde Muster hat mich wahrscheinlich in den Neunzigern stark angesprochen, als ich oft und gerne die griechischen Inseln bereiste und mich gerne als Aphrodite gesehen habe. Was mir aber auf den zweiten Blick viel mehr ins Auge sticht, sind meine Riesen-Hände. Man könnte denken, ich habe Pranken wie ein Frosch, fehlen nur noch die Saugnäpfe, dann wäre die Riesen-Gaga-Nielsen-Amphibie perfekt! Ich finde Frösche ja sehr putzig. Ich könnte als Wetterfrosch arbeiten. In so einem riesigen Einweckglas immer die Leiter rauf und runter gehen und manchmal oben rausgucken. Aber ich hätte dann gerne ein Einweckglas, das eingerichtet ist wie das runde Zauberflaschen-Apartment von der bezaubernden Jeannie, das hat mir als Kind schon immer unheimlich gut gefallen. Also komfortabel, mit weicher Couchgarnitur und vielen Kissen. Nicht unbedingt ganz Pink, aber ein bißchen. Dazu brauche ich dann aber auch einen farblich passenden Anzug. Einen maßgeschneiderten Overall (als Berufskleidung), zum Rauf- und Runterklettern auf der Leiter. Praktisch und bequem soll er sein, aber nicht so aussehen. Das wären meine Bedingungen. Über das Gehalt müssen wir natürlich auch noch sprechen. Dreizehntes Monatsgehalt plus Kleidergeld!

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02. Juni 2013


Polka Dots. Oder Tupfen wie wir Deutschen sagen. Tupfen gefallen mir besser denn je, früher nicht so, heute umso mehr. Bei der Tupfenkleidermode zu Pretty Woman-Zeiten in den Achtzigern bin ich ja gar nicht mitgegangen, weil mir das ganze Szenario zu spießig war. Ich hätte brechen können, ja ein Albtraum, in einem braun-weiß-getupften Kleid mit so einem geschniegelten Schnösel wie Richard Gere in der Rolle, irgendwohin zu müssen. Komplett erotikfrei das Ganze. Ist mir schleierhaft, wie man bei dem Film Adrenalinstöße bekommen kann. Dass Julia Roberts in der Badewanne Kiss von Prince gehört hat und auch ihre Aufmachung am Anfang des Films, ist mir noch als recht akzeptabel in Erinnerung, desgleichen der Titelsong von Roy Orbison, ein schöner Klassiker, aber alles Übrige ein Supergau des Achtziger Jahre-Biedermeier. Schlimme Sache. Aber noch ungleich gruseliger erschien mir das Machwerk „Dirty Dancing“. Etwas ähnlich Undirtyes habe ich meinen Lebtag nicht gesehen. Die antiseptische Hauptdarstellerin mit ihrem protestantischen Gewackel und dem schmutzigen Sex Appeal von Ruth Leuwerik, und daneben der pausbackige Patrick Swayze. Das ganze Elend garniert mit einem klebrigen Soundtrack in sämtlichen Pastelltönen. Aber am allermeisten bin ich ja schockiert, wenn die Rede heutzutage, Jahrzehnte später, auf den Film kommt, und gestandene Frauen einen schwärmerischen Gesichtsausdruck kriegen, in seliger Erinnerung an ihre biedere Jugendzeit, mit entrücktem Lächeln und rosigen Wangen bekennen, die brave Schmonzette gar dutzendfach betrachtet zu haben. Also freiwillig.
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02. Juni 2013


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Das Erwähnenswerte ist auf den ersten Blick natürlich der Gürtel. Ich möchte ja nicht lügen, aber bei strenger Betrachtung könnte der womöglich sogar versilbert sein. Obwohl – dann hätte ich ihn mir bestimmt nicht leisten können, damals im letzten Jahrhundert. Das mäandernde Muster hat mich wahrscheinlich in den Neunzigern stark angesprochen, als ich oft und gerne die griechischen Inseln bereiste und mich gerne als Aphrodite gesehen habe. Was mir aber auf den zweiten Blick viel mehr ins Auge sticht, sind meine Riesen-Hände. Man könnte denken, ich habe Pranken wie ein Frosch, fehlen nur noch die Saugnäpfe, dann wäre die Riesen-Gaga-Nielsen-Amphibie perfekt! Ich finde Frösche ja sehr putzig. Ich könnte als Wetterfrosch arbeiten. In so einem riesigen Einweckglas immer die Leiter rauf und runter gehen und manchmal oben rausgucken. Aber ich hätte dann gerne ein Einweckglas, das eingerichtet ist wie das runde Zauberflaschen-Apartment von der bezaubernden Jeannie, das hat mir als Kind schon immer unheimlich gut gefallen. Also komfortabel, mit weicher Couchgarnitur und vielen Kissen. Nicht unbedingt ganz Pink, aber ein bißchen. Dazu brauche ich dann aber auch einen farblich passenden Anzug. Einen maßgeschneiderten Overall (als Berufskleidung), zum Rauf- und Runterklettern auf der Leiter. Praktisch und bequem soll er sein, aber nicht so aussehen. Das wären meine Bedingungen. Über das Gehalt müssen wir natürlich auch noch sprechen. Dreizehntes Monatsgehalt plus Kleidergeld!

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02. Juni 2013


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Der Tag darauf beginnt dafür umso verhüllter. Poncho am Start! Ich habe ja eine ganze Hand voll von diesen flauschigen Umhängen mit Indianermuster. Die gab es mal zuhauf in den Neunzigern, soweit ich mich erinnere. Wird aber hauptsächlich von mir in der Wohnung getragen. eher selten in freier Wildbahn. Obwohl die schon sehr schön sind. Man muss es halt tragen können. Es darf bloß nicht nach Hier-kommt-die-Wallawalla-Esotante aussehen. Eher so edelhippiemäßig, dann ist das schon okay. Für den Sonntag da, habe ich allerdings keine großen Styling-Vorkehrungen getroffen. Ich habe es gerne extra warm. Wenn es draußen kalt ist, drehe ich die Heizung gerne voll auf und wenn das immer noch nicht kuschelig genug ist, muss ein Poncho her. Ich nehme also an, es war doch recht kühl, an diesem vierzehnten Oktober im Jahr 2012.

02. Juni 2013


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Hoppla, was ist denn jetzt kaputt – gehen Sie bitte weiter, es gibt nichts zu sehen. Bitte die ersten vier Bilder etwas schneller überblättern. Habe mich eben selber ein wenig erschrocken, über den doch recht ungewohnten Anfang der Bildstrecke. Na gut, machen wir uns nichts vor, wenn man ganz ehrlich ist, beginnt der Tag vor dem Kleiderschrank normalerweise in Unterwäsche. Außer, man heißt Eva Longoria, die wie ich heute in der Bunten gelesen habe – das hat ihr Lebensgefährte ausgeplaudert – normalerweise kein Höschen trägt. Ich würde jetzt nicht sagen, dass sie gar keine Unterwäsche trägt, wie geschrieben wurde, weil ja im oberen Bereich gerne mal unterstützend nachgeholfen wird. Ich nehme an, ich hatte bei diesen launigen Aufnahmen, die an einem Samstag entstanden sind, nicht nur jede Menge Zeit, sondern wohl den dokumentarischen Anspruch, die komplette Dramaturgie einmal abzubilden. Die trappermäßige Wildlederjacke mit den Fransen hab ich selber hingetrimmt. Ich schätze, Ende der Achtziger in einem Second Hand-Laden gekauft, als Zweite Hand-Klamotten noch nach Gewicht verkauft wurden. Ein Kilo zwei Mark fünfzig, oder so ähnlich. Wahrscheinlich ist die Jacke aus den Siebzigern. Die Brusttaschen hatten Klappen und da habe ich die Schere gepackt und die Klappen in Streifen geschnitten. Dasselbe beim Kragen. Ziehe ich immer noch gerne an. Wenn auch äußerst selten. Somit sogar ein Kleidungsstück, das noch nicht dabei war.

02. Juni 2013

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Falls Sie anfangen, sich anhand der wiederholenden Garderobe ein wenig zu langweilen: ich kann Ihnen versichern, mir geht es nicht anders. Ich verspreche, dass es ab November wieder besser wird. Da habe ich nämlich erkannt, dass es so nicht weitergehen kann und meinen Kleiderkasten (so sagen die Österreicher, habe ich neulich in einer Fernsehsendung gehört) auf Herz und Nieren geprüft, und dann zum Glück!!! doch noch Sachen gefunden, die noch nicht am Start waren. Ich entschuldige mich dennoch bereits hier und heute für kommende Wiederholungen, gerade in den nächsten Strecken. Der Oktober ist ja nun leider noch nicht zu Ende. Da müssen jetzt eben alle durch. Sie können ja vielleicht zur Untermalung Musik hören und haben hoffentlich immer ein belebendes Getränk in Griffweite neben Ihrem Computer. Zu dieser Stunde aber bitte noch alkoholfrei. Auch ich bleibe noch bei Kaffee. Mit Sahnehäubchen. Schlagobers, wie der Österreicher gerne sagt.

01. Juni 2013

Super: in meinem Tageshoroskop steht, heute wäre ein guter Tag zum Heiraten. Venus Konjunktion Jupiter. 12:39 Uhr. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich das in knapp zwölf Stunden schaffe.

01. Juni 2013

Super: in meinem Tageshoroskop steht, heute wäre ein guter Tag zum Heiraten. Venus Konjunktion Jupiter. 12:39 Uhr. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich das in knapp zwölf Stunden schaffe.

01. Juni 2013

Uiuiui. Die immer häufiger knittrig-geschwollene Augenpartie ließ sich unterwegs unter der Sonnenbrille verstecken. Aber was macht man drinnen? Saublödes Problem, vor allem diese unwägbaren Schwankungen des Zustandes. Ich hatte keinen blassen Schimmer, was ich verkehrt mache. Was für eine Scheisse! Der Unterschied zu jetzt fällt mir so richtig auf, wenn ich die Fotos von letztem Sonntag mit denen da und den folgenden vergleiche. Zum Glück war das Elend reparabel. Von dem schlimmsten Zustand, der erst eingetreten ist, nachdem ich mit der Fotosache am Ende war, gibt es zum Glück keine Bilder. Selbst drei Schichten Make up konnten am Ende nichts mehr ausrichten. Der blanke Horror!

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01. Juni 2013

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An den Tag erinnere ich mich jetzt nicht so richtig gerne. Der war anstrengend, wegen dem Hin- und Hergegurke nach und von Dings, wo ich eigentlich nicht dringend hinwollte. Deswegen gucke ich auf der letzten, der sehr wenigen Aufnahmen auch äußerst skeptisch.
Auszug Eintrag vom Tag darauf:
„(…) Über meinen gestrigen Ausflug mit Hin- und Rückflug nach Dings möchte ich eigentlich heute nichts weiter schreiben. Außer dass ich nach dem Heimkommen dermaßen müde war, dass ich gleich ins Bett gekippt bin, zack, weg war ich. Und ich bin schon kurz nach Neun wieder zurückgewesen. Fotos habe ich gestern fast gar keine gemacht. Schon nach der Arie vor dem Kleiderschrank hat der Akku zu blinken angefangen und die Kamera hat sich ausgeschaltet. Erfahrungsgemäß berappeln sich die Akkubatterien nach einer Weile wieder und geben noch zwei bis fünf Fotos her, manchmal auch mehr. Ich hätte zwar noch Zeit gehabt, meine anderen geladenen Akkus mitzunehmen, aber ich war schlichtweg zu faul zum Suchen und so wichtig war es auch nicht. Unterwegs habe ich es dann geschafft, noch drei Bilder an einer U-Bahn-Haltestelle zu machen, ich hatte gerade mal zwei Minuten Zeit. Zwei davon habe ich wieder weggeschmissen. Später beim Warten auf den Rückflug hätte ich gerne noch eins gemacht, da war ein interessanter Hintergrund in der Abfertigungshalle, aber es gab keinen Saft mehr, finitio. Beim Take off und den ersten Minuten vom Hinflug war schönes gleißendes Sonnenlicht auf der Tragfläche, als ich aus dem Fenster geguckt habe. Aber die Kamera war oben im Fach, Klappe zu und neben mir war der Platz belegt. Ich wollte nicht herumturnen. Normalerweise hätte ich meine Tasche mit der Kamera unten auf dem Boden vor dem Sitz vor mir gehabt, aber ich hatte den Exit-Platz, wo man nichts auf den Boden stellen darf. Der junge Mann hatte mich beim Einchecken falsch verstanden. „Fenster oder Gang?“ „Fenster und wenn es geht, ein Platz mit Beinfreiheit, von mir aus gerne den Exit“. Bei manchen Fliegern ist vor dem Exit keine weitere Reihe sondern mehr Platz, das meinte ich eigentlich. In dem Flieger war das leider nicht der Fall. Aber es ging ja nur um eine gute Stunde in der Luft. Auf dem Rückflug war es dann aber richtig eng, alle Plätze belegt. Offensichtlich wollten mehr Menschen von da nach Berlin als andersrum. Der Bustransfer vom Flughafen zum Ort und umgekehrt kam mir auch noch so lang vor, dass mir das Ganze Herumgegurke gestern wie Schwerstarbeit erschienen ist. Die Zeit wollte nicht vergehen und ich war zu müde zum Lesen. Es gab im Flieger unter anderem den Rolling Stone umsonst, ich hab mir einen genommen. Was für langweilige Reportagen. Ein kurzes Interview mit John Cale, aus dem der Reporter rein gar nicht Erwähnenswertes herausgeholt hat. Was für ein lahmes Geschreibsel, aber durchgängig. Ein Glück, dass ich dafür nichts bezahlt habe, kostet über fünf Euro das Heft. In meinem Keith Richards-Buch hab ich erst bei der Landung kurz vor Berlin noch ein bißchen gelesen, vorher die ganze Zeit einfach zu müde, in den steifen Wartesitzen gehangen und durch die große Fensterfront in die untergehende Sonne und die Flieger geblinzelt. Das klingt poetischer als es war. Eis gegessen, so ein Eis am Stiel aus dem Automaten. Mövenpick Mandel, eigentlich wie Magnum, zwei Euro. Ich hatte auch noch Schokolade, einen Apfel und meinen Flachmann mit Williamsbrand dabei. Im Flieger habe ich nur schwarzen Kaffee getrunken. Komisch, heute so leicht geschwollene Augen, aber nicht vom Williamsbrand, dafür war es zu wenig. Ob das was mit dem Fliegen zu tun hat? Habe mir gerade mit schwarzem Tee getränkte Tempo-Taschentücher auf die Augendeckel gelegt (…)“
Finde ich im Nachinein interessant, dass sich damals massive Histamin-Symptome gezeigt haben, die ich seinerzeit noch nicht erkennen konnte, weil mir der heutige Bildungsstand gefehlt hat. Zum Mittag gab es als Verköstigung irgendwelche Wraps, von denen ich die Finger gelassen habe, dafür drei Teller Tomatensuppe. Und in dem Magnum-artigen Mövenpick-Eis waren Nüsse drin und Schokolade drumherum, darauf noch extra dunkle Schokolade aus dem Proviant und darüber noch ordentlich Obstler aus dem Flachmann gekippt, schon war die explosive Mischung perfekt. Und ich verdächtigte die Klimaverhältnisse im Flugzeug. Schon interessant, das jetzt noch mal zu lesen. Was ich ja nicht geschrieben habe war, dass mein Hals auch total gejuckt hat. Wie neulich, wo es dann zum Äußersten gekommen ist. Seither nix mehr gehabt, immer brav gewesen. Außer ein einziges mal, vor gut einer Woche, da habe ich eine Dose Pfifferlinge in die Pfanne gehauen, das hat sich bereits nach zwei Stunden böse gerächt. Um die Augen hat es wieder zu kribbeln angefangen und am nächsten Tag rundherum leicht verschwollen. Ich hatte aber noch von neulich Tabletten (Telfast) übrig und eine eingeschmissen. Alles gut. Keine Konservenbüchsen mehr in meinem Haushalt!

01. Juni 2013

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Das war vor genau acht Monaten, am ersten Oktober. Den dunkelbraunen Baumwoll-Rollkragenpullover wieder hervorgeholt. Aus der Wäschetruhe im Badezimmer. Nein, da ist keine Wäsche, die gewaschen werden muss, drin. Ich habe so einen Hocker mit Klappdeckel, der eigentlich eine Wäschetruhe ist, da sind meine ganzen Pullover für die kalte Jahreszeit drin, alles mit Rollkragen, dünnere und richtig dicke, bis zum Norwegerpullover und auch meine Schals. Alle Schals sind flauschig, die meisten aus Flanell oder aus intelligenten Fasern. Der allerweichste ist ein mysteriöses Gewebe aus dem Labor von Jack Wolfskin und sieht aus wie samtiger schwarzer Teddystoff. Der absolute Superflausch! Flauschig ist wichtig, ich bin da empfindlich. Reine Wolle auf der Haut halte ich nicht aus, da muss dann unbedingt ein langärmliges weiches Baumwollshirt drunter, anders geht es nun einmal nicht!

30. Mai 2013

Und Roswitha. Roswitha Hecke. Liebe auf den ersten Blick.

Roswitha hat einen eigenen Eintrag verdient. Warum stehe ich so explizit vor diesem Bild, dem Portrait von Roswitha Hecke? Selbst ist die Frau. Mein Herzenswunsch wäre gewesen, dass Roswitha und ich in der Ausstellung nebeneinander hängen. Es gab verschiedene Überlegungen, Variationen der Hängung, einmal war Baselitz neben mir, das war sehr gut, auch Francesco Clemente. Dann wurde es Michael Cullen, aber ich schielte immer noch hinüber zu Roswitha, die für mein Gefühl viel zu weit entfernt von mir landete, gegenüber, links, am Durchgang zu den Privaträumen der Galerie. Ich hatte nicht das letzte Wort, natürlich war es Jans Entscheidung. Ich erwähnte es rebellierend – aber keine Chance. Na gut. Gerade fällt mir auf, dass der Platz meines Bildes nie diskutiert wurde, ein guter Platz. Nein, natürlich ist Michael Cullen auch ein ehrenvoller Nachbar, aber ich dachte an eine mögliche innere Beziehung der Bilder. Die gab es bei den großen Abzügen nur zwischen ihr und mir. Michael Cullen habe ich vorher nie getroffen. Erst bei der Ausstellungseröffnung, wo man irgendwie handsome miteinander war, aber ohne intensivere Beschäftigung.

Aber Roswitha. Roswitha Hecke. Wir trafen uns eigentlich beiläufig bei ihrer Ausstellungseröffnung, etwa Zweitausendacht, wo eben auch Jans Portrait von ihr entstand, bei Anna Augstein (…), die sich damals noch eine Galerie in Berlin, in der Fasanenstraße leistete, und wir mochten uns sofort. Die ganze Konversation bestand im Grunde aus nichts als haltlosem Gestammel berauschter Superlative. Ich habe sie gesehen und war absorbiert. Von ihrem Charisma, ihrer erotischen Kraft, ihrer Wachheit und Konzentration, ihrer Impulsivität. Dieses Kaliber auf Augenhöhe mit Zadek und Wolf Wondratschek. Keine Frage. Und sie mochte mich ebenso. Die Wahrnehmung der erotischen Kraft einer Frau, ohne sich ihrer bedienen zu wollen. Ich habe sie seitdem nicht mehr getroffen, aber kann nicht anders, als sie in hervorragender Erinnerung zu behalten. Und das nächste Mal, lieber Jan, wenn dein schönes Buch kommt, hänge ich neben Roswitha. Du wirst es sehen. Das wird gut. Richtig gut. Weil es genau so richtig ist.

28. Mai 2013



Viele Aufnahmen
. Vielleicht nur das, was mir immer noch durch den Kopf geht – ich musste sehr lachen, als die Begleiterin von Sebastian (die ja im Gegensatz zu ihm nicht bloggt) auf meine Frage, ob sie sich demzufolge aus der Kohlenstoffwelt kennen, entgegnete „ja, wir haben uns ganz normal analog getroffen.“ Und die Schuhe. Arno Waldschmidts Schuhe. Sie werden vielleicht fragen „Wer?“ Ich will jetzt nicht alle Links, die man zum fünfzigjährigen Bestehen seiner Künstlergruppe „Die Rixdorfer“ im Netz findet, verlinken, nur diesen einen Artikel vielleicht. Und die kleine Randnotiz von ihm, dass es bei Jauch neulich eine Zwanzigtausend Euro-Frage gab, wer das denn wäre, die am längsten existierende Künstlergruppe Deutschlands (Europas? Der Welt?). Der Kandidat hat die Antwort wohl nicht gewusst. Und zwanzigstausend Euro verloren. Na ja. Danach waren wir noch im Zwiebelfisch. Davon gibt es keine Fotos. Dass Sebastian da war, also vorher, in der Galerie, hat mich besonders gefreut. Auch weil er bei meiner Begegnung mit Jan vor rund fünf Jahren eine Schlüsselfunktion hatte. Deswegen haben wir uns auch vor das Bild bei Sakamoto gestellt und es aus historischer Sentimentalität festgehalten. So war das. Vorgestern. In der Carpentier Galerie in Charlottenburg. Ich finde, Männer sollten viel häufiger Schuhe mit Gamaschen tragen. Arno ist in seinem achtundsiebzigsten Lebensjahr. Sie sehen, das ist kein Hinderungsgrund für modische Extravaganzen. Schon deshalb hat er meine Sympathie. Und seine Boygroup natürlich auch. Diese Urgesteine, die Stones der Plakatkunst. Nun haben Sie es auch einmal gehört. Was soll ich denn noch schreiben? Mein Mantel ist auch schön oder? Desigual. Vermutlich das dezenteste Stück aus der ganzen Frühjahrskollektion. Ich bin eben ganz der Typ für Understatement.

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28. Mai 2013



Viele Aufnahmen
. Vielleicht nur das, was mir immer noch durch den Kopf geht – ich musste sehr lachen, als die Begleiterin von Sebastian (die ja im Gegensatz zu ihm nicht bloggt) auf meine Frage, ob sie sich demzufolge aus der Kohlenstoffwelt kennen, entgegnete „ja, wir haben uns ganz normal analog getroffen.“ Und die Schuhe. Arno Waldschmidts Schuhe. Sie werden vielleicht fragen „Wer?“ Ich will jetzt nicht alle Links, die man zum fünfzigjährigen Bestehen seiner Künstlergruppe „Die Rixdorfer“ im Netz findet, verlinken, nur diesen einen Artikel vielleicht. Und die kleine Randnotiz von ihm, dass es bei Jauch neulich eine Zwanzigtausend Euro-Frage gab, wer das denn wäre, die am längsten existierende Künstlergruppe Deutschlands (Europas? Der Welt?). Der Kandidat hat die Antwort wohl nicht gewusst. Und zwanzigstausend Euro verloren. Na ja. Danach waren wir noch im Zwiebelfisch. Davon gibt es keine Fotos. Dass Sebastian da war, also vorher, in der Galerie, hat mich besonders gefreut. Auch weil er bei meiner Begegnung mit Jan vor rund fünf Jahren eine Schlüsselfunktion hatte. Deswegen haben wir uns auch vor das Bild bei Sakamoto gestellt und es aus historischer Sentimentalität festgehalten. So war das. Vorgestern. In der Carpentier Galerie in Charlottenburg. Ich finde, Männer sollten viel häufiger Schuhe mit Gamaschen tragen. Arno ist in seinem achtundsiebzigsten Lebensjahr. Sie sehen, das ist kein Hinderungsgrund für modische Extravaganzen. Schon deshalb hat er meine Sympathie. Und seine Boygroup natürlich auch. Diese Urgesteine, die Stones der Plakatkunst. Nun haben Sie es auch einmal gehört. Was soll ich denn noch schreiben? Mein Mantel ist auch schön oder? Desigual. Vermutlich das dezenteste Stück aus der ganzen Frühjahrskollektion. Ich bin eben ganz der Typ für Understatement.

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26. Mai 2013


Das lustige Schuppenkleid ist von Who Killed Bambi? und aus echtem Plastik! Das ist meine Lieblingsbilderstrecke von dieser Woche, auch weil die Sonne wieder geschienen hat und man sieht, dass ich gut drauf war. Das ist den Bildern immer sehr zuträglich! Nachdem ich das Kleid ungefähr zehn Minuten für die Fotos angehabt habe, hab ich es wieder ausgezogen und mich weiter gesonnt. Ich glaube fast, ich hab es noch nie irgendwo angehabt!
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26. Mai 2013

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Auch schlimm früh. Der Nachbar unter mir hat sich sogar über die Musik beschwert, die ich in normaler Zimmerlautstärke in aller Herrgottsfrüh zum Haareföhnen und Kaffeetrinken angemacht hatte. Jetzt höre ich ihn gerade dezent hämmern. (Ist heute nicht Sonntag?) Ich habe mich einsichtig gezeigt und die Musik leiser gemacht, die an anderen Tagen, in späteren Morgenstunden niemanden zu stören scheint. Aber gut, es war ausnahmsweise schon gruselig früh, da hört man in einem nachtschlafenden Haus jeden Mucks. Ich bin ja friedliebend. Also weitgehend (, Herr Nachbar).

25. Mai 2013


Im September öfter rote Sachen angehabt, wie es aussieht. Auf Rot muss man ja Lust haben. Das ist wie mit der Erotik. Also der Ausführung. Sie wissen schon. Usw. usf. – ich nehme ja immer noch stark an, dass es sich bei meinen dreieinhalb Lesern um Erwachsene handelt, und denen kann man eh nichts mehr in dieser Hinsicht beibringen. Na ja, obwohl. Man lernt ja nie aus. Wenn ich alleine daran denke, wie ich in den letzten Jahren herumdilettiert habe, trotz eindeutiger Volljährigkeit. Schwamm drüber. Ganz grausam finde ich persönlich ja Tantra-Workshops, ich hatte da mal privat mit verschiedenen Anhängern zu tun. Also auch Lehrenden. Nicht etwa, dass ich mir dort Rat hätte holen wollen, vielmehr hat sich erst nach beträchtlichem privaten – ausschließlich geistigen – Austausch herauskristallisiert, worin der Broterwerb besteht. Ich bin doch immer wieder überrascht, was bei meinen Blogeinträgen so rauskommt, wenn ich, wie üblich, überhaupt nicht nachdenke, sondern einfach so lostippe. Zucker hat ja neulich gemeint: „Du solltest öfter mal einen Schlag aus deiner Jugend erzählen“ Also bitte. Ich könnte in Sachen Kontakt zu Tantrikern, also speziell zu jenen, noch so einiges berichten. Zum Thema Sensibilität und Grenzüberschreitung. Aber dann sind wir ganz schnell in einem Bereich, der eine gefühlsmäßige Verjährungsfrist erfordert, bis man berichten kann. Sie verstehen.
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25. Mai 2013


Im September öfter rote Sachen angehabt, wie es aussieht. Auf Rot muss man ja Lust haben. Das ist wie mit der Erotik. Also der Ausführung. Sie wissen schon. Usw. usf. – ich nehme ja immer noch stark an, dass es sich bei meinen dreieinhalb Lesern um Erwachsene handelt, und denen kann man eh nichts mehr in dieser Hinsicht beibringen. Na ja, obwohl. Man lernt ja nie aus. Wenn ich alleine daran denke, wie ich in den letzten Jahren herumdilettiert habe, trotz eindeutiger Volljährigkeit. Schwamm drüber. Ganz grausam finde ich persönlich ja Tantra-Workshops, ich hatte da mal privat mit verschiedenen Anhängern zu tun. Also auch Lehrenden. Nicht etwa, dass ich mir dort Rat hätte holen wollen, vielmehr hat sich erst nach beträchtlichem privaten – ausschließlich geistigen – Austausch herauskristallisiert, worin der Broterwerb besteht. Ich bin doch immer wieder überrascht, was bei meinen Blogeinträgen so rauskommt, wenn ich, wie üblich, überhaupt nicht nachdenke, sondern einfach so lostippe. Zucker hat ja neulich gemeint: „Du solltest öfter mal einen Schlag aus deiner Jugend erzählen“ Also bitte. Ich könnte in Sachen Kontakt zu Tantrikern, also speziell zu jenen, noch so einiges berichten. Zum Thema Sensibilität und Grenzüberschreitung. Aber dann sind wir ganz schnell in einem Bereich, der eine gefühlsmäßige Verjährungsfrist erfordert, bis man berichten kann. Sie verstehen.
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23. Mai 2013


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Im Lichtkleid
kam sie auf mich zu. Ich weiß es noch wie heut. Ich war so jung, hab mich geniert, doch hab es nie bereut. Sie rief mir Worte ins Gesicht, die Zunge Lust gestreut. Verstand nur ihre Sprache nicht, ich hab es nicht bereut. Oh non, rien de rien Oh non, je ne regrette rien. Wenn ich ihre Haut verließ, der Frühling blutet in Paris. Ich kannte meinen Körper nicht, den Anblick so gescheut. Sie hat ihn mir bei Licht gezeigt, ich hab es nie bereut. Die Lippen oft verkauft und weich. Und ewig sie berühren. Wenn ich ihren Mund verließ, dann fing ich an zu frieren. Sie rief mir Worte ins Gesicht, die Zunge Lust gestreut. Verstand nur ihre Sprache nicht. Ich hab es nicht bereut. Oh non, rien de rien Oh non, je ne regrette rien. Wenn ich ihre Haut verließ, der Frühling blutet in Paris. Ein Flüstern fiel mir in den Schoß und führte feinen Klang. Hat viel geredet, nichts gesagt, und fühlte sich gut an. Sie rief mir Worte ins Gesicht und hat sich tief verbeugt. Verstand nur ihre Sprache nicht. Ich hab es nicht bereut. Oh non, rien de rien. Wenn ich ihre Haut verließ, der Frühling blutet in Paris.      TILL LINDEMANN

24. Mai 2013

Zufällig wiederentdeckt. Ich glaube, das schreibt man zusammen. Bei zweiunddreißigtausend Bildern vergisst man das eine oder das andere. Dann gibt es ein neues Layout, ein bißchen Suchen und Finden. Ich stolpere durch meinen eigenen Photo Stream und lasse vergangene Bildstrecken erneut, noch einmal auf mich wirken. Bei manchen rührt es mich sogar ungeheuer an, die Bilderflut nebeneinander zu sehen, wie in einem wirklichen alten Album, bei dem sich jemand die Mühe gemacht hat, alles wie einen Film nebeneinander zu kleben. Bei Bildern, die persönlicher sind, wirkt das manchmal sehr schön, cineastisch, weniger bei Landschaftsaufnahmen. Ich habe vorhin sogar ein bißchen geweint, weil mich der eine oder andere Bilderstrom so aufgewühlt hat. Aus meinem eigenen Archiv der letzten acht Jahre. Aber jetzt schlafen.

23. Mai 2013


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Im Lichtkleid
kam sie auf mich zu. Ich weiß es noch wie heut. Ich war so jung, hab mich geniert, doch hab es nie bereut. Sie rief mir Worte ins Gesicht, die Zunge Lust gestreut. Verstand nur ihre Sprache nicht, ich hab es nicht bereut. Oh non, rien de rien Oh non, je ne regrette rien. Wenn ich ihre Haut verließ, der Frühling blutet in Paris. Ich kannte meinen Körper nicht, den Anblick so gescheut. Sie hat ihn mir bei Licht gezeigt, ich hab es nie bereut. Die Lippen oft verkauft und weich. Und ewig sie berühren. Wenn ich ihren Mund verließ, dann fing ich an zu frieren. Sie rief mir Worte ins Gesicht, die Zunge Lust gestreut. Verstand nur ihre Sprache nicht. Ich hab es nicht bereut. Oh non, rien de rien Oh non, je ne regrette rien. Wenn ich ihre Haut verließ, der Frühling blutet in Paris. Ein Flüstern fiel mir in den Schoß und führte feinen Klang. Hat viel geredet, nichts gesagt, und fühlte sich gut an. Sie rief mir Worte ins Gesicht und hat sich tief verbeugt. Verstand nur ihre Sprache nicht. Ich hab es nicht bereut. Oh non, rien de rien. Wenn ich ihre Haut verließ, der Frühling blutet in Paris.      TILL LINDEMANN

22. Mai 2013


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Na gut. Immerhin zwei Tage hochgeladen. Gut möglich, dass ich wieder bunte Farbe in die Haare mache, wenn es irgendwann mal einfarbig farblos wird. Aber so lange noch so kunterbunte Überrraschungen drin sind, schaue ich mir das mal an. Vielleicht wird es ja auch gar kein kompletter Abschied von der Farbe aus den jungen Jahren, als noch keine unpigmentierten Strähnen dabei waren, mal elegant formuliert. Bei manchen Menschen bleibt bis in die späten Jahre noch ein Rest Farbe drin. Man muss auch keine Religion aus grauen und weißen Haaren machen. Das kommt mir oft noch eitler vor, als einfach mal lässig herumzuexperimentieren. Ich bin da für alles offen, wie gehabt! Es ist schon auch Beschönigung dabei, wenn jegliche grauen Haare von der Hauptsache-natürlich-Fraktion zum politisch korrekteren Superlativ ab den mittleren Lebensjahren hochgejubelt werden. Wenn der Schopf einfach nur stumpf grau ist und der Haarschnitt den protestantischen Pfiff von Rita Süßmuth hat, weiß ich nicht in jedem Fall, worin die hammermäßig attraktive Dynamik liegt. Man muss da wirklich keine Religion daraus machen. Religionsfanatiker gehen mir auf die Nerven. Andererseits auch sehr Scheiße aussehend: schlecht gefärbte Haare. Man sollte sich vermutlich ab einem bestimmten Alter in die Hände eines Haarkünstlers begeben, sofern ein gewisser ästhetischer Anspruch vorhanden ist. Ich bin da auch noch nicht am Ende mit meinem Latein. Ach Quatsch, der Spruch heißt ja anders. Welchen meine ich denn? Ich habe da auch noch nicht der Weisheit letzten Schluss gefunden. Oder doch: Hauptsache cool! Ob gestreift, gepunktet, gesprenkelt oder uni. Und bei Männern sehen gefärbte Haare glaube ich deswegen so gut wie immer schlimm aus, weil sie sich nicht damit zum Friseur trauen, und selber heimlich rummachen, mit Poly Color. Attraktiv finde ich durchaus auch bei einigen Männern, wenn es so übergeht von der ursprünglichen Haarfarbe zu grau gesprenkelt. Wenn dann aber die Farbe komplett weg ist, ist es nicht mehr ganz so spannend. Aber eigentlich kann mir das ja egal sein, ich kenne Männer sowieso nur noch von Fotos. Da suche ich mir einfach die Schönsten aus und wenn ein nicht so Gutes dabei ist, klicke ich einfach weg. Kultivierte Verdrängung, das Schlimme einfach nicht anschauen. Sehr bequem ist natürlich auch, dass ich mich dadurch selber keiner kritischen Betrachtung stellen muss. Ich bin in meinen ersten fünfzehn Lebensjahren so oft mit anderen verglichen worden, die angeblich besser folgsamer reifer normaler vorbildlicher waren als ich, dass ich keine Vergleiche und Ratschläge mehr ertrage. Sobald es jemand wagt, mich in einem innersten, ureigenen Aspekt gemäß seiner kleinlichen Maßstäbe negativ zu bewerten, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich zuschlage. Da wächst dann kein Gras mehr. Und deswegen ist es wahrscheinlich besser, dass so eine verstörte Kreatur wie ich für sich alleine bleibt. Dann kann ich meine Wunden lecken so viel ich will, keiner wird daneben stehen und sagen, meinst du nicht, du solltest dich auch mal mit etwas anderem als mit dir selbst beschäftigen? Niemand wird das tun. Niemand darf das tun. Dafür sorge ich. Ich liebe es, ein Blog zu haben, in das man solche verqueren Sachen tippen kann. Mitten in der Nacht. Vor dem Schlafengehen. Und keiner darf es je redigieren. Wir leben in einer großartigen Zeit.

21. Mai 2013


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Pulver für heute verschossen. Müde. Morgen mal Abwechslung: Übung Umgang mit dem Feuerlöscher. Hab schon wieder die Hälfte vergessen. Die drei Sorten Löschflüssigkeit usw. Und welches Modell immer geht. Im Ernstfall funktioniert man dann schon irgendwie und zieht die Entsicherung und drückt einfach drauf. Mit so einem großen Schlauch löschen ist aber auch aufregend. Hab ich auch schon mal geübt. Zuerst zündelt der Feuerwehrmann mit dem Benzinkanister rum und dann komme ich. Dazu ein bißchen Sonne wäre auch okay. Ich will mich auf gar keinen Fall verkühlen.

21. Mai 2013


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Ich rate ab. Folgendes: ich habe ja schon mal erzählt, dass ich ganz, ganz stark daran interessiert bin, ein Berliner Ehrengrab zu bekommen, wo dann bis Ultimo sicher gestellt ist, dass mein künftiges digitales Grabmal mit den ganzen Film- und Fotodateien auch immer gut upgedatet und gewartet ist und auch die großformatige Skulptur, an deren Entwurf ich derzeit noch arbeite (oder besser brüte), immer gut hergerichtet und aufgearbeitet dasteht, und die zahlreichen Besucher aus dem deutschsprachigen Internetraum sowie Gäste aus Europa und Übersee in tadellosem Zustand empfängt. Dass man sich so ein Ehrengrab erst einmal verdienen muss, liegt ja nun auf der Hand. Deswegen blogge ich ja auch wie eine Weltmeisterin über lauter tolle Ausflüge innerhalb von Berlin und habe sämtliche Fernziele bis auf weiteres ad acta gelegt. Unter anderem, denke ich mir so, würde ich mich zusätzlich dafür qualifizieren, indem ich alle Aussichtspunkte aus dem Effeff kenne und das natürlich auch jeder Zeit mit Bildmaterial belegen kann. Demzufolge musste ich auch einmal auf die Aussichtsplattform im 37. Stock vom für meinen Geschmack sowieso schon nicht attraktiven Hotel „Park Inn“ am Alexanderplatz. Also gut. Drei Euro Eintritt kostet der Spaß. Fährt man mit dem Fahrstuhl nach oben, große Erwartungen! Und dann: windig. Einfach nur in jeder Hinsicht windig. Dazu kommt noch der wenig aparte Maschendrahtzaun, der dem ganzen so eine Art Hühnerstallflair gibt, aber nicht etwa ökomäßig Bio oder Bodenhaltung oder gar freilaufend. Eine Aussichtsplattform der Güteklasse C, um mal im Eierjargon zu bleiben. So windige Sachen kann ich ja auch gar nicht leiden, noch nicht mal am Meer gefällt mir so ein schlimmer Wind. Die Augen tränen, die Wimperntusche verläuft, die Nase trieft, die Haarbüschel wehen einem vor die Augen, man friert. Wenn man raucht, geht das Feuerzeug nicht an. Ist doch Mist. Also ich rate ab. Und wegen dem netten, jungen und attraktiven Hotelmitarbeiter, der gegen ebenfalls drei Euro ein Glas Sekt oder für einen Euro einen Kaffee ausschenkt, müssen Sie auch nicht extra nach oben, der ist nämlich frisch verheiratet hat er mir erzählt. Also ich rate ab.

21. Mai 2013

Ich muss da jetzt oberhalb schnell ein bißchen Text hinschreiben, das macht sich besser, wenn der nächste Eintrag oben drüber kommt, und der auch mit einem Foto von mir endet. Wenn das so lückenlos hintereinander kommt, das wirkt irgendwie unelegant. So ein Blog möchte doch auch nicht vor die Tür gehen, ohne dass das Oberteil zum Unterteil passt. So, mal gucken, ob das jetzt schon ungefähr reicht – Moment zwischenspeichern – Ja okay – geht so – .

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20. Mai 2013












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„Ich wagte mich durch das Tor der großen Moschee und ein muslimischer Bruder lud mich herzlich ein, die Moschee zu betreten und mir alles anzuschauen. Ich habe gefragt, ob ich Fotos machen darf. Ja! In der Moschee ist jeder herzlich willkommen, auch Brüder und Schwestern mit anderer oder gar keiner Religion. Man muss nur die Schuhe ausziehen, weiter nichts. Dann sinkt man in den tiefen Teppich und ist wie in einem Märchen aus TausendundeinerNacht. Ein junger, gläubiger Muslime hat erzählt, was alles in der Moschee gemacht wird. Manchmal hat er sich im Schneidersitz auf den dicken Teppich gesetzt. [ . . . ] „

So ein zauberhafter Ort. Ich habe mich ganz willkommen gefühlt.