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Danke an Christopher, der uns durch sein Paradies aus Kindertagen geführt hat.
19. Mai 2013


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Ich kann das erklären. Die Kombination mit dem dunkelblauen Grand Canyon-Shirt war der erste Versuch. Ich wollte an dem Tag auf jeden Fall etwas Blaues anziehen, manchmal hat man ja so eine dringende Präferenz. Nicht nur, weil mein Ziel punktuelles Blau erwarten ließ, sondern auch weil mir danach war. Aber dann bin ich ins Schleudern gekommen. Zum einen passte das sportlich beschriftete Souvenir-Hemdchen (und dann auch noch eines aus Amerika), so überhaupt nicht zu meinem Ausflugsziel. Man muss ja auch im Hinterkopf haben, dass die Einheimischen einen sehen und sich ihre Gedanken machen. Und natürlich stellt sich die Frage, wie es auf den Fotos wirkt. Passt die Typo von den Klamotten zur Fassadengestaltung und zum Innendekor, bildet es eine Einheit? Das sind so Sachen, die mir durch den Kopf gehen. Sie können sich denken, die Wahl der Bekleidung ist für mich somit eine tägliche, hochkomplexe Herausforderung. Nun aber kam noch eine weitere Fragestellung hinzu, die da wäre, ob so eine Aufmachung ohne Kopfbedeckung nicht liderlich wirken könnte. Man möchte ja die religiösen Gefühle der hiesigen Bevölkerung nicht verletzen. Doch, doch, ich rede immer noch von Deutschland. Genauer genommen: Berlin. Und noch genauer genommen: von einem eher südlichen Bezirk, wo sich ein ganz besonderer Ort befindet, wo ich noch nie war und wo ich schon immer mal hinwollte. Wenn Sie nun die ornamental angehauchte Zierstickerei (mit Glitzer) von meinem zweiten blauen Leibchen anschauen, kommt ihnen vielleicht schon die eine oder andere Idee, wozu das passen könnte. Das Kapuzenteil hatte fast dasselbe Blau und hätte für den Fall der Fälle gestattet, etwas weniger von meinem Kopfbereich mit dem Haarschopf preiszugeben. So fühlte ich mich dann angemessen gekleidet, um mich auf den Weg zu machen. Die Kapuze wurde dann übrigens gar nicht benötigt, aber ich möchte nicht vorgreifen. Ein kleiner Cliffhanger muss mal drin sein!



19. Mai 2013
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Heute: Ausflug zu Rossmann und Edeka. Auch den Gang zum Drogeriemarkt und ins Lebensmittelgeschäft kann man nutzen, um seine Anziehsachen vorzuführen. Erkenne die Möglichkeiten!
18. Mai 2013

Ich wünschte, ich hätte heute morgen die Spannkraft, wie auf dem Bild mit der Kamera. Aus freien Stücken bin ich ungefähr kurz vor halbacht aufgestanden, von selber aufgewacht, nach schweren Träumen – nein nicht schwermütig – irgendwie kompakt, mit hoher Materaldichte sozusagen. Aber wieder hinlegen möchte ich mich auch nicht, schließlich ist es schon richtig schön hell. Dann das Nächste: kein Appetit auf Kaffee, was eigentlich in meinem Fall fast schon besorgniserregend ist. Also eine Kanne Tee gekocht, neuerdings ja grüner, mit Teebeutel. Ich finde um losen Tee wird viel zu viel Gedöns gemacht, mir schmeckt der sehr gut. Gute Qualität vorausgesetzt! Es gibt da Unterschiede. Auch bei schwarzem Tee habe ich früher oft Beuteltee gekauft, guten Darjeeling, schön mild. Hin und wieder hatte ich eine Anwandlung doch wieder wie früher ein Päckchen losen im mittleren Preissegment zu kaufen und hatte im direkten Vergleich mit dem guten Beuteltee keinerlei Aha-Erlebnis in Sachen Aroma. Es ist ja nicht so, dass ich keine Ansprüche hätte oder mein Geschmackssinn nicht geschult wäre. Früher, in der Jugend, Ende der Siebziger bis Mitte der Achtziger wäre Beuteltee ein Sakrileg gewesen. Große Zeremonien wurden veranstaltet, Räucherstäbchen neben dem Stövchen angezündet. Schokoladenkekse und feiner weißer Kandiszucker bereitgehalten, hauchzarte Chinaporzellantässchen standen bereit. Im Teeladen war ich Stammkundin und habe zahllose Sorten durchprobiert. Na gut, seither weiß ich immerhin, dass mir beim Schwarzen am ehesten die Darjeeling-Sorten zusagen. Es gab auch chinesische Sorten, welche mit seltsamen Namen wie Gun Powder. Dazu hat man dann besinnliche und etwas melancholische Gitarrenmusik gehört, die akustischen Lieder von Neil Young, gerne die Comes a Time-Platte oder Rust never Sleeps. Oder auch schon mal Wish you were here von Pink Floyd. Obwohl das Psychedelische war dann doch eher für die Kombination Wein und Bier trinken und Kiffen vorbehalten. Obwohl man ja immer empfohlen hat, Kiffen nicht mit Alkohol zu kombinieren, man hat ja auch selber gemerkt, dass das nicht die ideale Kombination ist, aber trotzdem hat man es immer wieder mal gemacht. Schön blöd! Ich habe schon ewig nichts mehr geraucht, fällt mir auf. Ungefähr knapp drei Jahre nicht mehr. Kommt halt auch bei mir immer auf den Umgang an. Auf jeden Fall wird man vom Kiffen nicht schöner. Die das regelmäßiger praktizieren, laufen ja auch immer mit so einer Art Kater herum, und vielleicht haben sie bei dem einen oder anderen Bekannten in ihrem Bekanntenkreis schon einmal diese gewissen leicht rot unterlaufenen Augen gesehen. Der Blick leicht abgestumpft ins Leere, ein insgesamt unkonzentrierter, desinteressierter Ein- und Ausdruck, unkoordinierte, verlangsamte Bewegungsabläufe, trübe, geäderte Augäpfel. Also ich kann den regelmäßigen Gebrauch nicht empfehlen. Es ist auch einfach kein schöner Anblick und wer will schon mit einem gleichgültigen Gegenüber zu tun haben. Machen Sie es doch einfach genau so wie ich: alle paar Jubeljahre, wenn sie mal jemanden treffen, der Sie gratis zu einer Tüte einlädt, dankend annehmen, zur Inspiration und Abwechslung, mal ein bißchen was Anderes als immer nur Branntwein, Spitzenweine und Champagner. Das macht dann Freude und ist eine Bereicherung. Hoppla, was ist das denn jetzt für ein Eintrag geworden. Ein Eintrag mit Drogen- statt Haushaltstipps. Ich denke, nach dem ganzen Tee bin ich langsam bereit für einen guten starken Kaffee!
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18. Mai 2013
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Danke an Christopher, der uns durch sein Paradies aus Kindertagen geführt hat.
17. Mai 2013

Zuguterletzt etwas Grün. Frau Nielsen inspiziert das Gestrüpp auf dem Nordbalkon. Und hier habe ich wieder einen Haushaltstipp, der toll viel Zeit spart. Wer hat es nicht gerne grün auf den Balkon und träumt von einer Fee, die Jahr für Jahr aufs Neue die grüne Pracht erblühen lässt, ohne dass man selber Hand anlegen muss. Dieser Traum kann wahr werden! Auch ich habe mich früher angeschickt, possierliche Topfpflanzen aus dem Blumengeschäft nach oben zu tragen, also mit dem Fahrstuhl, und unter vielerlei gutem Zureden und Gießen auf üppige Pracht gehofft. Nun ist ein Balkon zur Nordseite nicht die ideale Lage für sonnenliebende Blumen, wie sie gerne im Geschäft dargeboten werden. Vernunftbegabt wie ich bin, habe ich die Lage analysiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass es draußen in der freien Natur geheimnisvolle Pflanzen gibt, die uns Jahr für Jahr aufs Neue begrüßen und ganz ohne unser Zutun erfreuen. Also begab es sich, dass ich mit einem großen Seesack und einem kleinen Schäufelchen in den tiefen dunklen Wald gegangen bin. Ich hatte weder Wein noch Kuchen für die Großmutter im Körbchen und trotzdem hat mich der böse Wolf nicht gefressen! Als mein Seesack gut gefüllt war, mit allerlei geheimnisvollem Wurzel- und Blätterwerk, habe ich mich tapfer wieder auf den Heimweg gemacht und die Schätze in mein kleines Erdreich auf dem Balkon gepflanzt. Seither ist der kleine schattige Balkon immer grün, wenn es draußen grünt. Und wenn der Winter kommt, ist halt Winter, so ist der Lauf der Jahreszeiten! Nie mehr muss ich einen Finger krümmen und jedes Jahr gibt es neue wundersame Pflanzen in meinem kleinen Zaubergärtlein, wo ich gar nicht weiß, wo sie herkommen. Es muss die gute Fee sein, anders kann ich es nicht erklären! Sie hat auch die komischen kleinen orangen Beeren an die Zweiglein gehängt, von denen ich gar nicht weiß, wie sie heißen und ob sie giftig sind und ob sie wieder kommen. Aber das ist ja egal! Hauptsache grün und keine Arbeit!

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18. Mai 2013

Ich wünschte, ich hätte heute morgen die Spannkraft, wie auf dem Bild mit der Kamera. Aus freien Stücken bin ich ungefähr kurz vor halbacht aufgestanden, von selber aufgewacht, nach schweren Träumen – nein nicht schwermütig – irgendwie kompakt, mit hoher Materaldichte sozusagen. Aber wieder hinlegen möchte ich mich auch nicht, schließlich ist es schon richtig schön hell. Dann das Nächste: kein Appetit auf Kaffee, was eigentlich in meinem Fall fast schon besorgniserregend ist. Also eine Kanne Tee gekocht, neuerdings ja grüner, mit Teebeutel. Ich finde um losen Tee wird viel zu viel Gedöns gemacht, mir schmeckt der sehr gut. Gute Qualität vorausgesetzt! Es gibt da Unterschiede. Auch bei schwarzem Tee habe ich früher oft Beuteltee gekauft, guten Darjeeling, schön mild. Hin und wieder hatte ich eine Anwandlung doch wieder wie früher ein Päckchen losen im mittleren Preissegment zu kaufen und hatte im direkten Vergleich mit dem guten Beuteltee keinerlei Aha-Erlebnis in Sachen Aroma. Es ist ja nicht so, dass ich keine Ansprüche hätte oder mein Geschmackssinn nicht geschult wäre. Früher, in der Jugend, Ende der Siebziger bis Mitte der Achtziger wäre Beuteltee ein Sakrileg gewesen. Große Zeremonien wurden veranstaltet, Räucherstäbchen neben dem Stövchen angezündet. Schokoladenkekse und feiner weißer Kandiszucker bereitgehalten, hauchzarte Chinaporzellantässchen standen bereit. Im Teeladen war ich Stammkundin und habe zahllose Sorten durchprobiert. Na gut, seither weiß ich immerhin, dass mir beim Schwarzen am ehesten die Darjeeling-Sorten zusagen. Es gab auch chinesische Sorten, welche mit seltsamen Namen wie Gun Powder. Dazu hat man dann besinnliche und etwas melancholische Gitarrenmusik gehört, die akustischen Lieder von Neil Young, gerne die Comes a Time-Platte oder Rust never Sleeps. Oder auch schon mal Wish you were here von Pink Floyd. Obwohl das Psychedelische war dann doch eher für die Kombination Wein und Bier trinken und Kiffen vorbehalten. Obwohl man ja immer empfohlen hat, Kiffen nicht mit Alkohol zu kombinieren, man hat ja auch selber gemerkt, dass das nicht die ideale Kombination ist, aber trotzdem hat man es immer wieder mal gemacht. Schön blöd! Ich habe schon ewig nichts mehr geraucht, fällt mir auf. Ungefähr knapp drei Jahre nicht mehr. Kommt halt auch bei mir immer auf den Umgang an. Auf jeden Fall wird man vom Kiffen nicht schöner. Die das regelmäßiger praktizieren, laufen ja auch immer mit so einer Art Kater herum, und vielleicht haben sie bei dem einen oder anderen Bekannten in ihrem Bekanntenkreis schon einmal diese gewissen leicht rot unterlaufenen Augen gesehen. Der Blick leicht abgestumpft ins Leere, ein insgesamt unkonzentrierter, desinteressierter Ein- und Ausdruck, unkoordinierte, verlangsamte Bewegungsabläufe, trübe, geäderte Augäpfel. Also ich kann den regelmäßigen Gebrauch nicht empfehlen. Es ist auch einfach kein schöner Anblick und wer will schon mit einem gleichgültigen Gegenüber zu tun haben. Machen Sie es doch einfach genau so wie ich: alle paar Jubeljahre, wenn sie mal jemanden treffen, der Sie gratis zu einer Tüte einlädt, dankend annehmen, zur Inspiration und Abwechslung, mal ein bißchen was Anderes als immer nur Branntwein, Spitzenweine und Champagner. Das macht dann Freude und ist eine Bereicherung. Hoppla, was ist das denn jetzt für ein Eintrag geworden. Ein Eintrag mit Drogen- statt Haushaltstipps. Ich denke, nach dem ganzen Tee bin ich langsam bereit für einen guten starken Kaffee!
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17. Mai 2013
Schönstes Privileg privaten Bloggens: unzensierte Vermengung von Selbstportrait vor Sage-Club, Nazi-Verbrechen-Gedenktafel, Record Release-Banner vor bekritzelter U-Bahn-Wand und C&A-Cindy-Crawford-Reklame. E- und U-Musik, wie das Leben so spielt.

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Wobei man ja sagen darf, dass sich die erfolgreichsten Kolumnen im Feuilleton der bezahlten Zunft, durch gekonnt platzierte Unsachlichkeiten via Unterjubelung privater Befindlichkeiten auszeichnen. Ja was denn auch sonst. Für sachliche Information kann man ja im Wikipedia nachblättern. Ich denke da zum Beispiel an Harald Martenstein. Man hat eigentlich das Gefühl, dass man ihn wie einen guten alten Kumpel aus WG-Zeiten vom Küchentisch kennt. Eine Schreibe in bester Befindlichkeits-Blogger-Tradition. Der Erfolg sei ihm gegönnt. Ich finde überhaupt, wenn jemand etwas Bereicherndes produziert, soll er auch gut davon leben können, wie der Bäcker vom Brot. Mir ist gerade der rechte Fuß eingeschlafen. Ich muss mal in die Küche und neuen Kaffee holen.
17. Mai 2013

Zuguterletzt etwas Grün. Frau Nielsen inspiziert das Gestrüpp auf dem Nordbalkon. Und hier habe ich wieder einen Haushaltstipp, der toll viel Zeit spart. Wer hat es nicht gerne grün auf den Balkon und träumt von einer Fee, die Jahr für Jahr aufs Neue die grüne Pracht erblühen lässt, ohne dass man selber Hand anlegen muss. Dieser Traum kann wahr werden! Auch ich habe mich früher angeschickt, possierliche Topfpflanzen aus dem Blumengeschäft nach oben zu tragen, also mit dem Fahrstuhl, und unter vielerlei gutem Zureden und Gießen auf üppige Pracht gehofft. Nun ist ein Balkon zur Nordseite nicht die ideale Lage für sonnenliebende Blumen, wie sie gerne im Geschäft dargeboten werden. Vernunftbegabt wie ich bin, habe ich die Lage analysiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass es draußen in der freien Natur geheimnisvolle Pflanzen gibt, die uns Jahr für Jahr aufs Neue begrüßen und ganz ohne unser Zutun erfreuen. Also begab es sich, dass ich mit einem großen Seesack und einem kleinen Schäufelchen in den tiefen dunklen Wald gegangen bin. Ich hatte weder Wein noch Kuchen für die Großmutter im Körbchen und trotzdem hat mich der böse Wolf nicht gefressen! Als mein Seesack gut gefüllt war, mit allerlei geheimnisvollem Wurzel- und Blätterwerk, habe ich mich tapfer wieder auf den Heimweg gemacht und die Schätze in mein kleines Erdreich auf dem Balkon gepflanzt. Seither ist der kleine schattige Balkon immer grün, wenn es draußen grünt. Und wenn der Winter kommt, ist halt Winter, so ist der Lauf der Jahreszeiten! Nie mehr muss ich einen Finger krümmen und jedes Jahr gibt es neue wundersame Pflanzen in meinem kleinen Zaubergärtlein, wo ich gar nicht weiß, wo sie herkommen. Es muss die gute Fee sein, anders kann ich es nicht erklären! Sie hat auch die komischen kleinen orangen Beeren an die Zweiglein gehängt, von denen ich gar nicht weiß, wie sie heißen und ob sie giftig sind und ob sie wieder kommen. Aber das ist ja egal! Hauptsache grün und keine Arbeit!

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17. Mai 2013

Da habe ich ja neulich am zweiten September schon was dazu geschrieben. Was mich aber jetzt bei der erneuten Bilderschau überrascht, sind die leeren Tische und Stühle. Ob ein Gewitter im Anmarsch war? Fußball? Kältesturz? Sehr merkwürdig. Es war ja immerhin ein früher Samstag-Abend, nicht nur dann kann sich das Hackbarths über mangelnde Besucher kaum beklagen. Wirklich komisch. Hm. Als ich Anno Neunundneunzig hier eingezogen bin und zum ersten Mal aus dem Küchenfenster nach unten geschaut habe, war ich sowohl irritiert als auch fasziniert, das ich erkennen konnte, was die Leute auf dem Teller haben. Jetzt gucke ich nur noch selten da runter, eher beiläufig, wenn ich das Fenster mal zum Lüften aufmache. Man kann also ruhig da unten frühstücken oder am Abend sein Bier trinken, ohne dass Gaga Nielsen die ganze Zeit dabei zuschaut. Keine Gefahr! Ich hab zu tun! Denn schließlich ist auf der anderen Seite das Al Contadino, mit bedeutend höherer Prominenten-Dichte. Gerne schlendert Jonathan M. in den frühen Abendstunden vom Revolutionsbüro in Begleitung seiner Leibwächter mal hinüber. Seit dem Umbau vom Ristorante Al Contadino Sotto le Stelle zur gleichnamigen Mozzarella-Bar hat man Brangelina zu meinem Leidwesen nicht mehr dort gesichtet. Die beiden haben sicher anderweitige gastronomische Verpflichtungen in Übersee. Was ich dummerweise gar nicht von meiner Wohnung aus erkennen kann ist, wer alles unten in der Milchbar sitzt und bis in die Puppen frühstückt. Die ist nämlich genau vier Etagen unter mir, und da hapert es ganz stark mit der Sichtachse. Aber gut, man kann nicht alles haben. Die Milchbar ist sowieso mehr für so familiärere Typen wie die Ex-Frau von Herrn Herzsprung, die gerne auch mal vor meiner Haustür eine raucht. Nicht meine Baustelle! Aber immer tolle Hüte auf! Selber entworfen. Sie heißt jetzt anders. Hat wieder ihren Mädchennamen angenommen. Kann ich mir leider nicht merken. Gibt Wichtigeres!
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17. Mai 2013

Da habe ich ja neulich am zweiten September schon was dazu geschrieben. Was mich aber jetzt bei der erneuten Bilderschau überrascht, sind die leeren Tische und Stühle. Ob ein Gewitter im Anmarsch war? Fußball? Kältesturz? Sehr merkwürdig. Es war ja immerhin ein früher Samstag-Abend, nicht nur dann kann sich das Hackbarths über mangelnde Besucher kaum beklagen. Wirklich komisch. Hm. Als ich Anno Neunundneunzig hier eingezogen bin und zum ersten Mal aus dem Küchenfenster nach unten geschaut habe, war ich sowohl irritiert als auch fasziniert, das ich erkennen konnte, was die Leute auf dem Teller haben. Jetzt gucke ich nur noch selten da runter, eher beiläufig, wenn ich das Fenster mal zum Lüften aufmache. Man kann also ruhig da unten frühstücken oder am Abend sein Bier trinken, ohne dass Gaga Nielsen die ganze Zeit dabei zuschaut. Keine Gefahr! Ich hab zu tun! Denn schließlich ist auf der anderen Seite das Al Contadino, mit bedeutend höherer Prominenten-Dichte. Gerne schlendert Jonathan M. in den frühen Abendstunden vom Revolutionsbüro in Begleitung seiner Leibwächter mal hinüber. Seit dem Umbau vom Ristorante Al Contadino Sotto le Stelle zur gleichnamigen Mozzarella-Bar hat man Brangelina zu meinem Leidwesen nicht mehr dort gesichtet. Die beiden haben sicher anderweitige gastronomische Verpflichtungen in Übersee. Was ich dummerweise gar nicht von meiner Wohnung aus erkennen kann ist, wer alles unten in der Milchbar sitzt und bis in die Puppen frühstückt. Die ist nämlich genau vier Etagen unter mir, und da hapert es ganz stark mit der Sichtachse. Aber gut, man kann nicht alles haben. Die Milchbar ist sowieso mehr für so familiärere Typen wie die Ex-Frau von Herrn Herzsprung, die gerne auch mal vor meiner Haustür eine raucht. Nicht meine Baustelle! Aber immer tolle Hüte auf! Selber entworfen. Sie heißt jetzt anders. Hat wieder ihren Mädchennamen angenommen. Kann ich mir leider nicht merken. Gibt Wichtigeres!
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17. Mai 2013
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Zurück daheim. Mir kommt das ja auch übertrieben vor, scheinbar alle zehn Minuten ein Foto gemacht, an dem Tag da. Und das sind noch nicht alle. Ein Anflug von Sentimentalität und Vergänglichkeit „Nun bin ich also siebenundvierzig. Wer hätte das gedacht!“ und „Daheim ist es doch am Schönsten!“ Und ich weiß nicht was… ~
17. Mai 2013
Schönstes Privileg privaten Bloggens: unzensierte Vermengung von Selbstportrait vor Sage-Club, Nazi-Verbrechen-Gedenktafel, Record Release-Banner vor bekritzelter U-Bahn-Wand und C&A-Cindy-Crawford-Reklame. E- und U-Musik, wie das Leben so spielt.

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Wobei man ja sagen darf, dass sich die erfolgreichsten Kolumnen im Feuilleton der bezahlten Zunft, durch gekonnt platzierte Unsachlichkeiten via Unterjubelung privater Befindlichkeiten auszeichnen. Ja was denn auch sonst. Für sachliche Information kann man ja im Wikipedia nachblättern. Ich denke da zum Beispiel an Harald Martenstein. Man hat eigentlich das Gefühl, dass man ihn wie einen guten alten Kumpel aus WG-Zeiten vom Küchentisch kennt. Eine Schreibe in bester Befindlichkeits-Blogger-Tradition. Der Erfolg sei ihm gegönnt. Ich finde überhaupt, wenn jemand etwas Bereicherndes produziert, soll er auch gut davon leben können, wie der Bäcker vom Brot. Mir ist gerade der rechte Fuß eingeschlafen. Ich muss mal in die Küche und neuen Kaffee holen.
16. Mai 2013
Kann man auch mal machen. Zur Feier des Tages den Fotoapparat aus dem Busfenster halten. Bitte sehr. Bus Richtung U 8 Heinrich-Heine-Straße. Eigentlich unkompliziert. Nur einmal umsteigen.

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16. Mai 2013

Nächste Dschungelfahrt 18.00 Uhr

Alle einsteigen. Es geht los.

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16. Mai 2013

Nächste Dschungelfahrt 18.00 Uhr

Alle einsteigen. Es geht los.

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16. Mai 2013
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Vielleicht haben Sie ja schon einmal von diesem sagenumwobenen Ort im Plänterwald gehört, dem alten verwunschenen, verlassenen DDR-Vergnügungspark, dem Spreepark. Manchmal kommt Hollywood und dreht ein paar Filmszenen hier, mitten in Berlin, aber doch so weit weg. Man denkt ein bißchen, man träumt. Wer den Ort kennt, vermisst bestimmt ganz viele wichtige Orte, in meiner kleinen Bilderstrecke. Das war nämlich mein allererster Besuch dort, und ich wusste noch nicht genau, wo man hindarf und habe es auf eigene Faust probiert. Man geht durch den Eingang, wo das Café Mythos ist, wie so ein kleiner Biergarten. Dort stehen ein paar Reliquien, das große alte Mammut und ein paar Dinos und ein Schwan. Und der Gorilla. Aber die wahren Schätze verbergen sich in der Wildnis, rund um das Riesenrad. Ich bin nur ein kleines Stückchen vorgedrungen, durch eine Absperrung, die man eigentlich nicht übertreten darf. Aber am Geburtstag darf man mehr als sonst! Mich hat dann ja auch ein sehr netter uniformierter Aufpasser, der auf dem Fahrrad seinen Kontrollgang gemacht hat, erwischt. Ich durfte nicht mehr weiter fotografieren, ich sollte eigentlich alle Bilder löschen, die ich soweit hatte, aber dann habe ich ganz aufgeregt gesagt, dass es aber doch mein Geburtstag ist… Dann hat er streng geguckt und im Kommandoton pariert: „Äh – das interessiert mich persönlich zwar schon, und da gratuliere ich Ihnen auch ganz herzlich, aber die Kamera, die habe ich nicht gesehen!“ „Schon klar! Wo ist bitte der Ausgang, also der Besucher-Weg, wo darf ich..?“ „Da lang!“ „Tschüs, und danke nochmal!“. Also auch deswegen sind hier noch nicht die allerspektakulärsten Sachen zu sehen, aber immerhin ein bißchen von der Wildnis. Das war schon mal ein schöner Anfang. Zum Abschluss bin ich noch mit der Bimmelbahn gefahren, da sieht man noch ein bißchen mehr, da gibt es eine extra Strecke und dann stand mein Wunsch fest, dass ich am nächsten Tag gleich nochmal hinmuss und so eine Führung mitmachen, wo man dann alles sieht, was sonst im Verborgenen liegt. Das ist also nur ein kleines Appetithäppchen bzw. der Aperitif, wie Sie gerne möchten.

16. Mai 2013
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Vielleicht haben Sie ja schon einmal von diesem sagenumwobenen Ort im Plänterwald gehört, dem alten verwunschenen, verlassenen DDR-Vergnügungspark, dem Spreepark. Manchmal kommt Hollywood und dreht ein paar Filmszenen hier, mitten in Berlin, aber doch so weit weg. Man denkt ein bißchen, man träumt. Wer den Ort kennt, vermisst bestimmt ganz viele wichtige Orte, in meiner kleinen Bilderstrecke. Das war nämlich mein allererster Besuch dort, und ich wusste noch nicht genau, wo man hindarf und habe es auf eigene Faust probiert. Man geht durch den Eingang, wo das Café Mythos ist, wie so ein kleiner Biergarten. Dort stehen ein paar Reliquien, das große alte Mammut und ein paar Dinos und ein Schwan. Und der Gorilla. Aber die wahren Schätze verbergen sich in der Wildnis, rund um das Riesenrad. Ich bin nur ein kleines Stückchen vorgedrungen, durch eine Absperrung, die man eigentlich nicht übertreten darf. Aber am Geburtstag darf man mehr als sonst! Mich hat dann ja auch ein sehr netter uniformierter Aufpasser, der auf dem Fahrrad seinen Kontrollgang gemacht hat, erwischt. Ich durfte nicht mehr weiter fotografieren, ich sollte eigentlich alle Bilder löschen, die ich soweit hatte, aber dann habe ich ganz aufgeregt gesagt, dass es aber doch mein Geburtstag ist… Dann hat er streng geguckt und im Kommandoton pariert: „Äh – das interessiert mich persönlich zwar schon, und da gratuliere ich Ihnen auch ganz herzlich, aber die Kamera, die habe ich nicht gesehen!“ „Schon klar! Wo ist bitte der Ausgang, also der Besucher-Weg, wo darf ich..?“ „Da lang!“ „Tschüs, und danke nochmal!“. Also auch deswegen sind hier noch nicht die allerspektakulärsten Sachen zu sehen, aber immerhin ein bißchen von der Wildnis. Das war schon mal ein schöner Anfang. Zum Abschluss bin ich noch mit der Bimmelbahn gefahren, da sieht man noch ein bißchen mehr, da gibt es eine extra Strecke und dann stand mein Wunsch fest, dass ich am nächsten Tag gleich nochmal hinmuss und so eine Führung mitmachen, wo man dann alles sieht, was sonst im Verborgenen liegt. Das ist also nur ein kleines Appetithäppchen bzw. der Aperitif, wie Sie gerne möchten.

12. Mai 2013

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Wenn ich mir ausnahmsweise die selbstkritische Bemerkung erlauben darf: das Bügeleisen habe ich scheinbar auch nicht erfunden. Hätte man sich da nicht einmal überwinden können und das Kleid vor dem Fotografieren aufbügeln können? Nein, das war scheinbar zuviel verlangt. Ich habe da kein Verständnis. Ansonsten alles sehr nett und adrett, aber die Falte da. Ich muss immer wieder feststellen, die Erziehungsmaßnahmen sind noch nicht abgeschlossen. Dabei habe ich mich doch schon in so vieler Hinsicht als lernfähig erwiesen. Ich denke, wenn man die Sache mal in der Öffentlichkeit anspricht, gerade auch im Blog, hat das eventuell mehr Nachdruck, als wenn es immer nur so im stillen Kämmerchen vor sich hingedacht wird. Da ich sonst weiter keine großartigen Pläne für 2013 habe, nehme ich mir ab sofort vor, noch strenger zu prüfen, ob aufgebügelt werden muss. Wenn es auch schwer fällt. Geradezu fassungslos war ich ja, als ich vor einigen Jahren einen Mann kennenlernte, der mit größter Selbstverständlichkeit nach dem Wäschewaschen bügelte. Bestimmt einmal pro Woche, Minimum, schloss er seine abendlichen E-Mail-Botschaften mit der Schlussformel: „Werde noch bügeln und dann früh zu Bett!“. Selbst wenn ich das jetzt schreibe, kann ich es kaum glauben, geschweige denn fassen. Träum ich oder wach ich? Wie auch immer – Problem erkannt, Problem gebannt! Zufällig kann ich mich bei diesem prunkvollen goldbeigen Kleid sogar erinnern, wo ich es herhabe. Auf jeden Fall auch in den Neunziger Jahren gekauft, ich tippe auf 1997 – 1998 und zwar bei Orsay. Den Laden gibt es ja immer noch. Damals noch D-Mark-Preise, keinesfalls mehr als Neunundfünfzig Mark, eher darunter. Den Zeitpunkt des Kaufs kann ich deshalb so gut eingrenzen, weil ich mich an meine geistige oder besser seelische Verfassung erinnere, die den Kauf animiert hat. Ich wollte da jemanden beeindrucken. Hat wie meistens nicht vollumfänglich geklappt. Bzw. zeigen sich oft eher Zeitgenossen beeindruckt, die ich gar nicht beeindrucken wollte – egal. Vorbei! Heute ist das eh alles Schnee von gestern. Die Problematik allerdings wäre vermutlich immer noch aktuell. Ein weites Feld. Nicht daran rühren.

13. Mai 2013

Heute: siebenundvierzigster Geburtstag. Man sieht, ich war guter Dinge und habe mir zum Festtag ein lebensfrohes, oranges Leibchen übergezogen, um meiner Lebensfreude Ausdruck zu verleihen. Außerdem stand ein Ausflug bevor, von dem ich später noch beeindruckendes Bildmaterial präsentieren werde. Es war natürlich wichtig, nicht nur adrett, sondern auch praktisch gekleidet aufzubrechen. Deswegen kein kokettes Kleidchen, sondern eine bequeme Hose und zwei Shirts übereinander und die Who Killed Bambi-Sternchenjacke im Proviant. Zu der weißen Hose fällt mir noch ein toller Haushaltstipp ein! Ungeschickt, wie ich manchmal beim Essen bin, ist mir vor einiger Zeit beim Apfelessen, der Saft beim Abbeißen auf die weiße Hose getropft. Erst sieht man das ja nicht gleich, das ist das Gemeine beim Apfelsaft, aber später werden die Tröpfchen auf dem Stoff eklig braun. Das sieht voll Scheisse aus! Was tun? Mit Waschmittel und Spüli ist es nicht rausgegangen, aber ich hatte noch einen Rest von einem Fläschchen mit so einem Mittel für die Zähne, wo sie weißer werden sollen, das habe ich früher manchmal benutzt. Ich glaube, jetzt ist das Mittel verboten aber wohl noch übers Internet bestellbar. Jedenfalls war Wasserstoffperoxid drin. Davon habe ich auf die Apfelflecken draufgetupft, einwirken lassen und dann noch mal kochendes Wasser drübergegossen. Die Flecken waren ganz weg! Jedenfalls da, wo die Hose beim Trocknen nicht der direkten Sonne ausgesetzt war. Das gibt sonst so hellgelbe Flecken, nicht schön! Da musste ich nochmal nachbehandeln. Alles wieder tiptop!
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13. Mai 2013
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Ich glaube mich zu erinnern, der Erwerb dieses Modells war durch Frau Pfeiffer in dem Streifen mit der Szene auf dem Flügel inspiriert. Der Film an sich war mir eigentlich recht langweilig, aber Michael Ballhaus ist mit seiner Kamera so schön um die räkelnde und hauchende Michelle herumgekreiselt, dass da irgendwas hängengeblieben ist. Im Grunde die einzige Szene aus dem Film, an die ich mich erinnern kann. Ob ich dann losgegangen bin, um ein irgendwie ähnliches Kleid zu finden oder nur zufällig darüber gestolpert bin, weiß ich auch nicht mehr. Wie bei nicht wenigen meiner Kleider ist der Kauf im letzten Jahrhundert über die Bühne gegangen. Wenn ich mir die Szene heute so anschaue, kommt mir das alles ja recht konstruiert und püppchenhaft vor. Und mein Kleid ist leider auch nicht richtig gut geschnitten. Es müsste kürzer sein, um die Hüften enger und raffinierter dekolletiert, nicht mit so tantenhaft breiten Trägern. Jetzt verstehe ich natürlich auch, warum auch dieses Kleid in zwei Situationen nicht den Eindruck gemacht hat, den ich mir gewünscht hatte. Das eine Mal war um 1998 und das andere Mal 2008. Ich denke, 2018 werde ich keinen weiteren Versuch damit unternehmen. Wäre das hiermit auch festgehalten.


13. Mai 2013
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Ich glaube mich zu erinnern, der Erwerb dieses Modells war durch Frau Pfeiffer in dem Streifen mit der Szene auf dem Flügel inspiriert. Der Film an sich war mir eigentlich recht langweilig, aber Michael Ballhaus ist mit seiner Kamera so schön um die räkelnde und hauchende Michelle herumgekreiselt, dass da irgendwas hängengeblieben ist. Im Grunde die einzige Szene aus dem Film, an die ich mich erinnern kann. Ob ich dann losgegangen bin, um ein irgendwie ähnliches Kleid zu finden oder nur zufällig darüber gestolpert bin, weiß ich auch nicht mehr. Wie bei nicht wenigen meiner Kleider ist der Kauf im letzten Jahrhundert über die Bühne gegangen. Wenn ich mir die Szene heute so anschaue, kommt mir das alles ja recht konstruiert und püppchenhaft vor. Und mein Kleid ist leider auch nicht richtig gut geschnitten. Es müsste kürzer sein, um die Hüften enger und raffinierter dekolletiert, nicht mit so tantenhaft breiten Trägern. Jetzt verstehe ich natürlich auch, warum auch dieses Kleid in zwei Situationen nicht den Eindruck gemacht hat, den ich mir gewünscht hatte. Das eine Mal war um 1998 und das andere Mal 2008. Ich denke, 2018 werde ich keinen weiteren Versuch damit unternehmen. Wäre das hiermit auch festgehalten.


12. Mai 2013

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Wenn ich mir ausnahmsweise die selbstkritische Bemerkung erlauben darf: das Bügeleisen habe ich scheinbar auch nicht erfunden. Hätte man sich da nicht einmal überwinden können und das Kleid vor dem Fotografieren aufbügeln können? Nein, das war scheinbar zuviel verlangt. Ich habe da kein Verständnis. Ansonsten alles sehr nett und adrett, aber die Falte da. Ich muss immer wieder feststellen, die Erziehungsmaßnahmen sind noch nicht abgeschlossen. Dabei habe ich mich doch schon in so vieler Hinsicht als lernfähig erwiesen. Ich denke, wenn man die Sache mal in der Öffentlichkeit anspricht, gerade auch im Blog, hat das eventuell mehr Nachdruck, als wenn es immer nur so im stillen Kämmerchen vor sich hingedacht wird. Da ich sonst weiter keine großartigen Pläne für 2013 habe, nehme ich mir ab sofort vor, noch strenger zu prüfen, ob aufgebügelt werden muss. Wenn es auch schwer fällt. Geradezu fassungslos war ich ja, als ich vor einigen Jahren einen Mann kennenlernte, der mit größter Selbstverständlichkeit nach dem Wäschewaschen bügelte. Bestimmt einmal pro Woche, Minimum, schloss er seine abendlichen E-Mail-Botschaften mit der Schlussformel: „Werde noch bügeln und dann früh zu Bett!“. Selbst wenn ich das jetzt schreibe, kann ich es kaum glauben, geschweige denn fassen. Träum ich oder wach ich? Wie auch immer – Problem erkannt, Problem gebannt! Zufällig kann ich mich bei diesem prunkvollen goldbeigen Kleid sogar erinnern, wo ich es herhabe. Auf jeden Fall auch in den Neunziger Jahren gekauft, ich tippe auf 1997 – 1998 und zwar bei Orsay. Den Laden gibt es ja immer noch. Damals noch D-Mark-Preise, keinesfalls mehr als Neunundfünfzig Mark, eher darunter. Den Zeitpunkt des Kaufs kann ich deshalb so gut eingrenzen, weil ich mich an meine geistige oder besser seelische Verfassung erinnere, die den Kauf animiert hat. Ich wollte da jemanden beeindrucken. Hat wie meistens nicht vollumfänglich geklappt. Bzw. zeigen sich oft eher Zeitgenossen beeindruckt, die ich gar nicht beeindrucken wollte – egal. Vorbei! Heute ist das eh alles Schnee von gestern. Die Problematik allerdings wäre vermutlich immer noch aktuell. Ein weites Feld. Nicht daran rühren.

12. Mai 2013
12. Mai 2013
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Auf besonderen Wunsch präsentiere ich Ihnen heute weltexclusiv meine neueste Erfindung, eine Weltneuheit, die in keinem modernen Computerhaushalt fehlen darf. Dieses topmoderne Blendschutz-Gerät ist in Kürze weltweit in allen online-Shops und auch in Ihrem Computer-Fachhandel vor Ort sowie in allen bekannten Supermärkten und Kaufhäusern erhältlich. Sichern Sie sich bereits heute Ihr persönliches, von Gaga Nielsen signiertes Exemplar. In einer limitierten Erstauflage bekommen Sie zum Vorzugspreis von nur € 237,99 Ihr individuelles Exemplar, mit einem von Frau Nielsen (per Ferndiagnose gechannelten) auf Sie persönlich zugeschnittenen Motiv, das Ihren Charakter unterstreicht. Das handgefertigte High-Tech-Gerät besteht aus recyceltem, originalem, antiquarischem Bürozubehör aus der angesagten Retro-Epoche und begeistert bei jedem Gebrauch aufs Neue. Nur noch kurze Zeit erhältlich! Aufgrund der exclusiven Anfertigung durch Künstlerhand, und der bereits jetzt immensen Nachfrage ist schon nach kurzer Zeit von einer massiven Wertsteigerung auszugehen, die absehbar eine Rendite von nicht unter 3,5 Prozent verspricht. Wenn also auch Sie später einmal von sich sagen können möchten: Ja, ich war dabei, ich hatte den richtigen Riecher, und habe mir dank einer visionären Eingebung mein Exclusiv-Exemplar gesichert, dann zögern Sie nicht mehr länger und halten Sie Ihre Kreditkarte für Ihre Online-Bestellung bereit. Der Online Shop akzeptiert sämtliche Kreditkarten sowie Zusendungen von Bargeld im Briefumschlag. (Bitte kein Münzgeld).






12. Mai 2013



Kinder, Kinder – am achtundzwanzigsten August war ja was los! Gleich zwei Kleider am Start. Kann mich absolut nicht erinnern, was der Anlass für den Kleiderwechsel war. Wahrscheinlich eine Mischung aus Zeigefreudigkeit und Torschlusspanik. Langsam ist mir gedämmert, dass ich hinne machen muss, mit meinem Klamottenpotpourri, sonst ist auf einmal Februar und das Jahr vorbei und nicht alle Anziehsachen verwurstet. Insofern sehr vorausschauend von mir. Beides übrigens uralte Kleider, kann mich beim besten Willen nicht mehr erinnern, wann und wo gekauft. Auf jeden Fall letztes Jahrhundert. Gut, „Pannesamt“ zieht man ja heute eigentlich auch nicht mehr freiwillig an und gilt doch mehr als Panne. Früher eigentlich auch schon. Wann kam der komische Stoff auf – Anfang der Neunziger? Wirkt ja doch gerne etwas preisgünstig, um nicht zu sagen billig. Tacky, wie der Brite gerne sagt. Mir hat bei dem Kleid aber der metallische Effekt gefallen, wie ein sehr großes Silberfischchen oder eine urbane Disco-Nixe!
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Zu dem schwarzen Modell mit den ethnomäßigen Symbolen fällt mir weiter nichts ein, außer dass es bequem ist und vermutlich ebenfalls auf Anfang bis Mitte der Neunziger datiert. Damals war ja Ethno und Esoterik schwer in Mode und ich war studienmäßig ganz vorne mit dabei. Ich konnte überall mitreden, kein Astrologie- und Schamanen-Handbuch blieb ungelesen. Mircea Eliades Schriften und Felicitas Goodmans Fibeln lagen in Griffweite neben dem Bett. Ich staune immer ein bißchen, wenn sich jemand, der sich vor zwanzig Jahren bereits intensivst mit diesen Dingen befasst hat, heute immer noch mit religiösem Eifer um diese Themen kreist. Wahrscheinlich bin ich mehr so der wissenschaftliche Typ, dem der Zugang zu religiösem Wahn fehlt. Diese ganze Sache mit den Ekstasetechniken war für mich eher so von einem Sex and Drugs and Rock’n’Roll-Aspekt und -Lebensgefühl her interessant. Das säuselige Licht- und Liebemäßige war mir schon von jeher zuwider. Deswegen fehlt mir auch der Sinn für diesen breiig verschwurbelten Buddhisten-Kram. Halt typisch skorpionisch, immer nur an den Extremen interessiert! So ein Adjektiv wie skorpionisch ist auch noch so ein internalisiertes Relikt von früher. Aber – ich muss es sagen – da ist halt doch ein bißchen was dran. Auch wenn ich mich heute eher für jemanden erwärme, der sich souverän darüber lustig macht, als andersrum. Neulich, bei dem Opening von Jan, fing ein sehr kultivierter, nicht unattraktiver Fotograf an, mich in ein Gespräch zu verwickeln, er selbst Anfang Fünzig, sehr gut gehalten, betrachtete mich forschend und tippte auf einen starken skorpionischen Aspekt bei mir. Womit er ja richtig lag. Aber ich könnte jetzt nicht sagen, dass ich ihn dadurch attraktiver gefunden hätte. Noch vor gut zehn Jahren hätte mich das möglicherweise irgendwie beeindruckt, gerade auch von einem Mann. Der Gute hörte gar nicht mehr auf davon, jedoch mir wurde das Thema dann entschieden langweilig.


12. Mai 2013
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WHO KILLED BAMBI?

03. Mai 2013
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Catonbed bei Carpentier – Opening heute, 3. Mai 2013, 19 Uhr.
►watch on youtube
11. Mai 2013

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Oh. Der Regen ist schon wieder vorbei. Eben ganz heftig. Vormittags Sonne, dann weniger. Ich habe einen Blendschutz für das Notebook gebastelt, damit ich in der Sonne sein kann und trotzdem mit der Maus spielen. Die handelsüblichen Sachen, die es dafür gibt, würden leider nicht funktionieren, weil ich nicht im schwarzen Shirt vor dem Monitor in der Sonne sitze und auch alles drumherum auf dem Balkon sehr hell reflektiert. Kann ich jetzt schwer beschreiben, was ich da gebastelt habe. Na gut, ich versuchs! Es ist eine Konstruktion aus einem alten, großen Plastikordner, aus dem ich innen die Leiste mit den Stahlringen entfernt habe und mit schwarzem Gaffa-Tape beklebt. An einer Stelle vom Aktendeckel habe ich einen Schlitz geschnitten, so ähnlich wie bei einer Wahlurne, da kommt eine Ecke vom Notebook rein, vom unteren Teil mit der Tastatur. Die andere Aktendeckelhälfte liegt im variablen, nahezu 90-Grad-Winkel flach wie ein Dach darüber. Auf jeden Fall ist es so möglich, als Spiegelbild in der Scheibe die schwarz beklebte Innenfläche vom Ordner zu sehen, anstatt meiner Hautoberfläche. Ich kann dann auf den schräg gestellten Klapprechner wie in eine kleine Höhle gucken und mich gleichzeitig daneben in der Sonne braten. Mitte der Woche soll es schön werden, da kann ich eifrig testen. Aber heute gings auch schon ein bißchen. Zuguterletzt habe ich den alten Plastikordner außen mit dem Papier von einer großen auseinandergeschnittenen Tüte von Desigual beklebt, die sind sehr schön bunt, auf weißem Grund. Sieht sehr schön aus. So ein Modell gibt es definitiv nirgends zu bestellen, ich hab mir alle angeguckt. Eigentlich ein Prototyp, der in Serienproduktion gehen sollte, schon alleine wegen der Funktionalität! Luxus, von dem jeder Blogger träumt: nackig in der Sonne baden und dabei herumsurfen und sogar richtig viel erkennen. Ich habe einfach dieses Daniel-Düsentrieb-Gen und manchmal muss es eben raus!

11. Mai 2013

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Oh. Der Regen ist schon wieder vorbei. Eben ganz heftig. Vormittags Sonne, dann weniger. Ich habe einen Blendschutz für das Notebook gebastelt, damit ich in der Sonne sein kann und trotzdem mit der Maus spielen. Die handelsüblichen Sachen, die es dafür gibt, würden leider nicht funktionieren, weil ich nicht im schwarzen Shirt vor dem Monitor in der Sonne sitze und auch alles drumherum auf dem Balkon sehr hell reflektiert. Kann ich jetzt schwer beschreiben, was ich da gebastelt habe. Na gut, ich versuchs! Es ist eine Konstruktion aus einem alten, großen Plastikordner, aus dem ich innen die Leiste mit den Stahlringen entfernt habe und mit schwarzem Gaffa-Tape beklebt. An einer Stelle vom Aktendeckel habe ich einen Schlitz geschnitten, so ähnlich wie bei einer Wahlurne, da kommt eine Ecke vom Notebook rein, vom unteren Teil mit der Tastatur. Die andere Aktendeckelhälfte liegt im variablen, nahezu 90-Grad-Winkel flach wie ein Dach darüber. Auf jeden Fall ist es so möglich, als Spiegelbild in der Scheibe die schwarz beklebte Innenfläche vom Ordner zu sehen, anstatt meiner Hautoberfläche. Ich kann dann auf den schräg gestellten Klapprechner wie in eine kleine Höhle gucken und mich gleichzeitig daneben in der Sonne braten. Mitte der Woche soll es schön werden, da kann ich eifrig testen. Aber heute gings auch schon ein bißchen. Zuguterletzt habe ich den alten Plastikordner außen mit dem Papier von einer großen auseinandergeschnittenen Tüte von Desigual beklebt, die sind sehr schön bunt, auf weißem Grund. Sieht sehr schön aus. So ein Modell gibt es definitiv nirgends zu bestellen, ich hab mir alle angeguckt. Eigentlich ein Prototyp, der in Serienproduktion gehen sollte, schon alleine wegen der Funktionalität! Luxus, von dem jeder Blogger träumt: nackig in der Sonne baden und dabei herumsurfen und sogar richtig viel erkennen. Ich habe einfach dieses Daniel-Düsentrieb-Gen und manchmal muss es eben raus!

09. Mai 2013
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Na gut. Das ist jetzt so ein Look, der mich bei kritischer Rückbetrachtung doch eher an die modischen Vorlieben der Bewohner der Ufa-Fabrik in den Achtzigern erinnert. Ob der gute alte Juppy wohl noch lebt? Wolfgang Neuss ist ja nun schon lange auf der anderen Seite. Seit 1989, hab ich eben mal gegoogelt, wozu ich sonst ja zu faul bin. Aus dem Jahr ist auch die keck gestreifte Hose. Man sieht, ich bin ein treuer Charakter, zumindest was Lebensbegleiter in Form von extravaganten Kleidungsstücken angeht. Auch sehr bequem das Modell, aber für heutige Maßstäbe ein bißchen Zirkustruppen-mäßig. Nun ja. Alles dabei, in meinem Kleiderschrank. Da fällt mir dunkel ein, dass ich sogar mal kurzfristig recherchiert hatte – das muss auch in den Achtzigern gewesen sein – wie man ein Zimmer auf dem Ufa-Gelände anmieten kann, es scheint da ein vorübergehendes Interesse meinerseits gegeben zu haben, in Sachen Alltags-Integration in ein alternativ-anarchisches Umfeld. Das Regelwerk für die Bewerbung war erstaunlich kompliziert – ok – ich will nicht lügen, ich erinnere mich nicht genau – aber es war schon irgendwie abschreckend. Gemeinschaftsbäder könnten auch eine Rolle gespielt haben. Da lernt man dann doch auch recht schnell die innere Diva kennen, bei solchen Überlegungen und Parametern. So ähnlich wie bei organisierten Reiseangeboten mit Übernachtungen im Gruppenschlafsaal oder im Zelt auf der Iso-Matte etc. Ich denke da an eine Reise in der Kleingruppe ins isländische Hochland vor knapp zehn Jahren. In den oberen saukalten Regionen hat es ja nur Gemeinschaftshütten mit Gruppenschlafsälen und Gemeinschaftsduschräumen. Nein, falsch – kein Gruppenduschraum, sondern gemeinsame sanitäre Anlagen mit im Luxusfall Einzelduschkabinen – auf jeden Fall nicht der gewohnte Komfort wie in der Intimität der heimischen Wohnung. Aber dafür war man im isländischen Hochland. Ich bin dann auch mal früher aufgestanden und habe mich abgesondert, um mich an einem entlegeneren, eiskalten Gebirgsbach unbehelligt zu waschen. Der einzige Ort, wo man für solche Verrichtungen nicht anstehen musste und für sich alleine war. Aber schön war es doch, im Land der dicken Mooskissen, Geysire und heißen Quellen. Ich bin gerade ganz dankbar, dass ich heute Nacht nicht in einem Gruppenschlafsaal mit Dreißig anderen schlafen muss. Man kann es schon ganz schön gut haben, man muss es eben nur begreifen.
10. Mai 2013
09. Mai 2013
Die Gaga Nielsen-Anziehpuppe ist zurück. Eben mal geguckt, wie lange der letzte Anziehsachen-Eintrag her ist – 31. Dezember 2012! Fast ein halbes Jahr keine Bilder aus der Reihe gepostet. Wie geplant, hatte ich das kleine Experiment bis Mitte Februar, bis ein Jahr vorbei war, fortgesetzt, und dann war es aber auch gut damit, nur die Bilder eben noch nicht hochgeladen. Ich brauchte einfach eine Pause, nicht nur vom Fotos machen, auch von den ja doch immer ähnlichen Einträgen. Aber jetzt habe ich Lust und Zeit, das aufzuarbeiten. Und jetzt passen die sommerlichen Sachen auf diesen Aufnahmen vom letzten Jahr auch zum Wetter. Das Kleid zum Beispiel könnte man jetzt locker auch im Mai anziehen. Es ist ein älteres Lieblingsstück, bestimmt fünfzehn Jahre alt. Der Stoff sieht aus wie schwarzes Wildleder, aber in Wahrheit ist es eine Imitation aus Baumwolle und Viscose. Sehr bequem! Die ebenfalls superbequemen Sandalen habe ich beschnitten. Die sahen irgendwie mal anders aus, geschlossener, mir war da zuviel dran und ich hab die Bastelschere genommen und solange beschnitten und reduziert, bis es wenig genug war. Sowas mache ich öfter. Reduce to the max. Das mit dem täglichen Bild machen fehlt mir übrigens überhaupt nicht, ich habe das Gefühl, ich habe das so umfassend ausgelotet, mich so vieldimensional festgehalten, dass keine Wünsche offen geblieben sind. Und jetzt, wo ich mich von meinem Leiden neulich, mit der blöden Vergiftung erholt habe, sehe ich auch wieder aus wie auf den Bildern vom letzten Sommer.


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10. Mai 2013
10. Mai 2013
09. Mai 2013
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Na gut. Das ist jetzt so ein Look, der mich bei kritischer Rückbetrachtung doch eher an die modischen Vorlieben der Bewohner der Ufa-Fabrik in den Achtzigern erinnert. Ob der gute alte Juppy wohl noch lebt? Wolfgang Neuss ist ja nun schon lange auf der anderen Seite. Seit 1989, hab ich eben mal gegoogelt, wozu ich sonst ja zu faul bin. Aus dem Jahr ist auch die keck gestreifte Hose. Man sieht, ich bin ein treuer Charakter, zumindest was Lebensbegleiter in Form von extravaganten Kleidungsstücken angeht. Auch sehr bequem das Modell, aber für heutige Maßstäbe ein bißchen Zirkustruppen-mäßig. Nun ja. Alles dabei, in meinem Kleiderschrank. Da fällt mir dunkel ein, dass ich sogar mal kurzfristig recherchiert hatte – das muss auch in den Achtzigern gewesen sein – wie man ein Zimmer auf dem Ufa-Gelände anmieten kann, es scheint da ein vorübergehendes Interesse meinerseits gegeben zu haben, in Sachen Alltags-Integration in ein alternativ-anarchisches Umfeld. Das Regelwerk für die Bewerbung war erstaunlich kompliziert – ok – ich will nicht lügen, ich erinnere mich nicht genau – aber es war schon irgendwie abschreckend. Gemeinschaftsbäder könnten auch eine Rolle gespielt haben. Da lernt man dann doch auch recht schnell die innere Diva kennen, bei solchen Überlegungen und Parametern. So ähnlich wie bei organisierten Reiseangeboten mit Übernachtungen im Gruppenschlafsaal oder im Zelt auf der Iso-Matte etc. Ich denke da an eine Reise in der Kleingruppe ins isländische Hochland vor knapp zehn Jahren. In den oberen saukalten Regionen hat es ja nur Gemeinschaftshütten mit Gruppenschlafsälen und Gemeinschaftsduschräumen. Nein, falsch – kein Gruppenduschraum, sondern gemeinsame sanitäre Anlagen mit im Luxusfall Einzelduschkabinen – auf jeden Fall nicht der gewohnte Komfort wie in der Intimität der heimischen Wohnung. Aber dafür war man im isländischen Hochland. Ich bin dann auch mal früher aufgestanden und habe mich abgesondert, um mich an einem entlegeneren, eiskalten Gebirgsbach unbehelligt zu waschen. Der einzige Ort, wo man für solche Verrichtungen nicht anstehen musste und für sich alleine war. Aber schön war es doch, im Land der dicken Mooskissen, Geysire und heißen Quellen. Ich bin gerade ganz dankbar, dass ich heute Nacht nicht in einem Gruppenschlafsaal mit Dreißig anderen schlafen muss. Man kann es schon ganz schön gut haben, man muss es eben nur begreifen.
09. Mai 2013
09. Mai 2013
Die Gaga Nielsen-Anziehpuppe ist zurück. Eben mal geguckt, wie lange der letzte Anziehsachen-Eintrag her ist – 31. Dezember 2012! Fast ein halbes Jahr keine Bilder aus der Reihe gepostet. Wie geplant, hatte ich das kleine Experiment bis Mitte Februar, bis ein Jahr vorbei war, fortgesetzt, und dann war es aber auch gut damit, nur die Bilder eben noch nicht hochgeladen. Ich brauchte einfach eine Pause, nicht nur vom Fotos machen, auch von den ja doch immer ähnlichen Einträgen. Aber jetzt habe ich Lust und Zeit, das aufzuarbeiten. Und jetzt passen die sommerlichen Sachen auf diesen Aufnahmen vom letzten Jahr auch zum Wetter. Das Kleid zum Beispiel könnte man jetzt locker auch im Mai anziehen. Es ist ein älteres Lieblingsstück, bestimmt fünfzehn Jahre alt. Der Stoff sieht aus wie schwarzes Wildleder, aber in Wahrheit ist es eine Imitation aus Baumwolle und Viscose. Sehr bequem! Die ebenfalls superbequemen Sandalen habe ich beschnitten. Die sahen irgendwie mal anders aus, geschlossener, mir war da zuviel dran und ich hab die Bastelschere genommen und solange beschnitten und reduziert, bis es wenig genug war. Sowas mache ich öfter. Reduce to the max. Das mit dem täglichen Bild machen fehlt mir übrigens überhaupt nicht, ich habe das Gefühl, ich habe das so umfassend ausgelotet, mich so vieldimensional festgehalten, dass keine Wünsche offen geblieben sind. Und jetzt, wo ich mich von meinem Leiden neulich, mit der blöden Vergiftung erholt habe, sehe ich auch wieder aus wie auf den Bildern vom letzten Sommer.


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09. Mai 2013

Heim. Heimweg. Denke gerade, auf dem Heimweg sind jetzt bestimmt auch jede Menge re:publica-Besucher, ist ja nun vorbei. Oder sie hängen noch ein paar Tage dran, den heutigen Feiertag und den „Brückentag“ und das Wochenende. Wäre ja eigentlich schlau, weil sie ja nicht so viel mitkriegen sonst, von der Stadt, in der Station. Ich war gefühlt auch bei der re:publica, weil ich mir immer mal wieder den live stream und die schnell hochgeladenen Videos einiger Sessions angeguckt habe. Das war sehr komfortabel, besonders wenn die Sonne geschienen hat. Die Eröffnung am Montag zum Beispiel habe ich komplett in der strahlenden Sonne angeguckt, durch die offene Balkontür bestrahlt und dabei gefrühstückt. Ich hätte jede Menge Zeit gehabt hinzugehen, aber es war so schön bequem daheim und die Halle sieht auch ein bißchen kühl und schattig und nicht so supergemütlich aus. Ja gut, es geht ja auch nicht um Gemütlichkeit, schon klar. Ich bin halt ein bißchen hedonistisch veranlagt. Die Veranstaltung hat auf jeden Fall meine Sympathie und ich habe sogar bis gestern Abend noch intensiv darüber nachgedacht, wenigstens doch ein einziges mal in die re:fill-Bar zu gucken, wo man ja eh immer so, ohne Ticket hingekonnt hätte. Ach ja, hat wieder einmal nicht sollen sein! Dazu kommt auch noch meine Befürchtung, wenn ich da nun hingehe und treffe einen oder mehrere Wahnsinns-Typen und dann sind die womöglich nicht aus Berlin sondern von irgendwo weit weg. Das kann ich gar nicht brauchen! Ich hasse Fernbeziehungen! Ich hasse Skype! Nein. Ich finde Skype theoretisch toll, will es aber nicht benutzen müssen! Man merkt schon an meinem Eintrag, ich bin ein bißchen hysterisch, was Begegnungen mit Menschen angeht. Dabei bin ich ein umgänglicher Typ, das werden alle bestätigen, die mich mindestens einmal in echt getroffen haben. Ehrlich gesagt, habe ich mir sogar vor drei oder vier Wochen noch überlegt, ob ich mich als Helferin melden soll, weil ich bei so Sachen immer lieber was zu tun habe als nur rumzustehen und rumzusitzen. Ich arbeite einfach gern! Aber dann war mir nicht so klar, inwieweit man dann doch verpflichtet ist, drei Tage am Stück oder schon vorher zwecks Aufbau und dann natürlich auch noch nachher beim Abbau, also verpflichtet ist, fast eine Woche knallhart durchzuarbeiten. So verpflichten wollte ich mich dann auch wieder nicht. Es ist ja eben doch recht schattig in dieser Halle und draußen in der Sonne herumlungern, ist ja wohl eher den Besuchern vorbehalten. Also ich habe es nicht weiter eruiert, sondern davon Abstand genommen.
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Aber ich war hin- und hergerissen! Nun blöderweise erfahre ich in einem Diskussionsstrang in einem Kommentar von Johnny Haeusler, dass man sich auch als Helfer nur für ein paar Stunden melden kann, und als Ausgleich ein Ticket für alle drei Tage erhält. Es ging in der insgesamt recht interessanten und lesenswerten Diskussion hauptsächlich um das ganze Auswahlverfahren der Session-Vorschläge, die angenommen wurden oder eben nicht und wie viele und warum wieso weshalb etc. pp. Ja und dazu hätte ich ja auch so einen Vorschlag: also keinen Session-Vorschlag, sondern, insgesamt vielleicht weniger Bühnen gleichzeitig zu bespielen, das muss die Besucher doch frustrieren, wenn sie auf dem Veranstaltungskalender sehen, dass zwei oder drei Sachen gleichzeitig stattfinden, die einen interessiert hätten. Lieber weniger! Außerdem würden sich die Leute dann kompletter an einem Punkt sammeln und hätten noch mehr Gemeinschaftserlebnis. Auch hätte ich Tipps für die Vortragsredner, die jetzt nicht so geübt sind, wie zum Beispiel Günter Jauch (nur ein Beispiel). Mir ist aufgefallen, dass einige Redner/innen, die nach offensichtlich eigener Einschätzung pointenhaltige Sachen vortrugen, nach der vermeintlich superlustigen Anmerkung eine Pause für Lacher gelassen haben, die dann aber leider oft nicht in dem Ausmaß erfolgten, wie erwartet. Wenn dann eher ratlose Stille als unverzügliches Lachen folgt, ist das immer ein wenig unglücklich. Also: keine Pause lassen, an den vermeintlich superlustigen Stellen, einfach drüberreden! Wenn die Leute von sich aus wie irre lachen, kann man immer noch innehalten. Nur mal so als Tipp. Für männliche Vortragsredner (besonders einem der bei Daimler tätig ist), hätte ich noch den Hinweis, auf der Bühne (und auch im Alltag) beim Sitzen nicht die Beine zu spreizen. Das wirkt weder elegant, noch sexy noch anderweitig irgendwie anmutig oder attraktiv. Bei dem ganzen Wust von Vorträgen habe ich mir vor allem die angeschaut, die von anderen lobend erwähnt wurden, oder die halt im Stream waren. Als sehenswert hängengeblieben ist mir eine der letzten Veranstaltungen, wo die junge Frau, die #aufschrei angeschubst hat, erzählt, was es gebracht hat. Sehr souverän und kurzweilig vorgetragen. Also allen Auswärtigen eine gute Heimreise und kommen Sie gerne wieder. Ich schaue dann vielleicht auch mal vorbei, ich war ja diesmal nicht nur räumlich, sondern auch mental schon ganz nah dran, das nächste mal klappt’s dann vielleicht mal endlich! Ich trinke mir dann vorher noch ein bißchen Mut mit mitgeführten, alkoholhaltigen und histaminfreien Getränken an. Man sieht die Leute dort ja immer nur ein mysteriöses Getränk namens Club Mate und Flaschenbier trinken bzw. Kaffee und Wasser. Also Sie sehen, ich bereite mich bereits innerlich auf die rp14 vor, die Tasche mit dem Proviant ist quasi so gut wie gepackt.

08. Mai 2013

Hm, ja – ach so. Eben gedacht, „Wieso „Los Angeles begrüßt Berlin?“ Müsste es nicht heißen: „Berlin begrüßt Los Angeles?“ – so frisch mit dem Intercity eingetroffen aus Übersee? L E S E N !

Rechts unten auf dem Plakat steht ja noch optimistisch BER. Ah ja. Und ich dachte, mehr so ein Völkerfreundschaftsplakat, Berlin und Los Angeles sind ja Partnerstädte oder Schwesternstädte oder wie das heißt. Deswegen ist unser Wowi auch gerne mal in Hollywood und pflegt Kontakt zur Filmbranche, was ich persönlich durchaus zielführend finde. Ansonsten wäre zu erwähnen, dass die Bildstrecke keinerlei Anspruch auf vollständige Dokumentation des Hauptbahnhofs erhebt, sondern lediglich meine markanten Etappen auf dem Heimweg belegen soll. Für mich, für später mal, wenn ich nicht mehr Rolltreppe fahren kann. Aber noch bin ich rüstig! Also hier zu sehen, typische S-Bahn-Warterei zwischen richtigen, echten Reisenden von und nach Berlin. Und Los Angeles natürlich.



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08. Mai 2013
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Fortsetzung. Ich habe das Bundeskanzleramt durch den Hinterausgang, zur Spreebogenpark-Seite verlassen und bin zu Fuß an der Schweizerischen Botschaft (das weiße Gebäude da oben) vorbei, zur Gustav-Heinemann-Brücke, wo man runter gucken kann, auf Männer in Badehosen und Frauen im Bikini mit Getränken in der Hand. Die liegen da auf Liegestühlen und knüpfen Kontakte, mit dem Smartphone in der Hand. Ich denke, dass das vor allem der Grund ist, warum sie sich tagsüber dort aufhalten. Irgendwie auch speziell und spektakulär, wenn man das so von oben sieht. Man selber adrett in Straßenkleidung und die anderen unten halbnackig wie im Schwimmbad. Schöner Blick auf den großen Spreebogen und so mitten in der Stadt, das ist schon ein kurzweiliger Anblick gewesen, wo ich immerhin nur den kürzesten Weg von A nach B, also vom Kanzleramt zum Hauptbahnhof laufen wollte. Ob die Krähe ein Männchen war, weiß ich nicht, weil ich mich nicht schlau gemacht habe, woran man es erkennt, und wie so oft, zu faul bin zum Googeln. Aber das Verhalten war eindeutig wie ein Mann. Archetyp einsamer Wolf. Ist ja auch egal, aber ein schöner Sommertag war es. Und wo war ich nicht überall. Beim Regierungssprecher, beim Presseamt und bei Frau Merkel und meinem blauen Hubschrauber. Toll. Toll. Toll. Der Ausflug hat gefühlt ein dreiviertel Jahr gedauert, weil ich mir ja dringend eine längere Winterpause gönnen musste, ganz ungeplant, im Übrigen. Hat sich einfach so ergeben. Jetzt also gleich zur vorletzten Etappe, dem Hauptbahnhof. Muss man ja auch einmal im Leben festhalten und würdigen und der historischen Vollständigkeit halber.
08. Mai 2013
Logbuch-Eintrag 19. August 2012: „Auch der Hubschrauber-Landeplatz mit dem blauen Hubschrauber oben auf dem begrünten Terrassendach hat mich ganz stark angesprochen. Ich habe mich ausführlich mit dem Piloten unterhalten und abgeklärt, wie oft ungefähr geflogen werden wird. Ca. einmal die Woche muss man rechnen. Frau Merkel fliegt gerne und hat keine Flugangst. Aber sie fliegt angeblich vergleichsweise wenig. Ich habe auch keine Flugangst und fliege für mein Leben gern. In einem Hubschrauber wollte ich immer schon einmal fliegen. Das ist ganz mein Ding! Das Blau von dem Hubschrauber steht mir auch unheimlich gut, ich habe ein Test-Foto gemacht. Solche Sachen sind wichtig, alles muss zusammenpassen!“ […]

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Mein Diensthubschrauber.
07. Mai 2013
THE KIDS ARE ALRIGHT
Klasse, großartig. Tanja und Johnny Haeuslers Rant auf der heutigen re:publica zu unseren überholungsbedürftigen deutschen Erziehungs- und Lehranstalten.
Spread the Word.
07. Mai 2013
Angie, Angie, when will those clouds all disappear? Angie, Angie, where will it lead us from here? With no loving in our souls and no money in our coats, you can’t say were satisfied. But Angie, Angie you can’t say we never tried. Angie you’re beautiful but ain’t it time?
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06. Mai 2013

K A N Z L E R I N N E N A M T

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05. Mai 2013

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Viel geredet, weniger getrunken als beabsichtigt. Über die große Zahl an Gästen gestaunt, die man nicht im Geringsten erahnen kann, auf meinen paar Bildern. Zweihundert? Dreihundert? Die Ansprache, als Jens Pepper anmerkte, Jan habe einen Platz in der Kunstgeschichte, den ihm keiner mehr nehmen kann. Der Brunnen plätscherte so laut, dass ich die Aufnahme davon nicht verwerten kann, außer für ein paar Filmstills, sonst wären es noch weniger Fotos. Feierlich und angemessen war es. Die großen Worte waren angemessen. Wie viele Besucher ich nur aus dem Augenwinkel streifte, denen ich früher irgendwo schon einmal begegnet bin. Aber das macht nichts. Nichts geht verloren. Wir ziehen unsere Kreise wie Planeten und nur manchmal kreuzen sich die Bahnen, und dann sucht sich jeder Stern wieder seinen eigenen Weg. Ganz friedlich. Durch die dunkelblaue Nacht.
05. Mai 2013

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Viel geredet, weniger getrunken als beabsichtigt. Über die große Zahl an Gästen gestaunt, die man nicht im Geringsten erahnen kann, auf meinen paar Bildern. Zweihundert? Dreihundert? Die Ansprache, als Jens Pepper anmerkte, Jan habe einen Platz in der Kunstgeschichte, den ihm keiner mehr nehmen kann. Der Brunnen plätscherte so laut, dass ich die Aufnahme davon nicht verwerten kann, außer für ein paar Filmstills, sonst wären es noch weniger Fotos. Feierlich und angemessen war es. Die großen Worte waren angemessen. Wie viele Besucher ich nur aus dem Augenwinkel streifte, denen ich früher irgendwo schon einmal begegnet bin. Aber das macht nichts. Nichts geht verloren. Wir ziehen unsere Kreise wie Planeten und nur manchmal kreuzen sich die Bahnen, und dann sucht sich jeder Stern wieder seinen eigenen Weg. Ganz friedlich. Durch die dunkelblaue Nacht.
05. Mai 2013

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[…] Ein Streifzug mit Jan Sobottka durch die in Nacht getauchte Kunstszene, die abenteuerwillig bei ausgesuchten Eröffnungen, Openings, mit einem Glas in der Hand aufeinandertrifft, beginnt und endet in Unwägbarkeit. Nichts ist geplant. Instinkthaft schweift der Blick durch den Raum einer Galerie, gerne in Mitte. Unvermittelt in einer hinteren Ecke, plutonische Kräfte.
Nein. Kein Bild. Jemand wirft einen direkten Blick oder zeigt ein scharfes Profil, das auf einen widerspenstigen Charakter, eine starke Aura schließen lässt. Virtuos wie eine Schlange, nähert sich Jan seinem zunächst noch unbekannten, verheißungsvollen Opfer. Aber auch die funkelnde Beute zeigt schnell Interesse. Denn niemand beginnt merkwürdig vertrauter ein Gespräch als Jan, wenn er sein Ziel gefunden hat. Darin sind wir ähnlich.
Man jagt dieselbe Beute, nur aus unterschiedlichem Winkel, nicht selten das anmutigste Reh, den kapitalsten Hirsch, einen eleganten Flaneur, der sich willig ins rechte Licht dirigieren lässt. Macherinnen. Elfen. Alphatiere. Das Ergebnis ist immer Elektrizität, denn der finale Schuss endet niemals tödlich.
Gaga Nielsen, Fotografin, Bloggerin, Stummfilmstar
Zitat aus dem 2013 erscheinenden Bildband „Berlin Art Scene“, Fotografien von Jan Sobottka, Vorwort Dr. Matthias Harder, Curator Helmut Newton Foundation


27. April 2013
Gefilmt, ohne Kamera. Gerade eben. Ich schaue aus dem Fenster zur Auguststraße, runter auf den kleinen Park mit dem Spielplatz am Gipsdreieck. Es regnet ein bißchen, so ein zarter Frühlingsregen und die Bäume sind ausgeschlagen. Einer blüht weiß, einer rosa, die anderen haben endlich junges Grün. Die Festplatte hat Waiting in Vain von Bob Marley ausgesucht. Einer seiner schönsten, nicht so ein Rasta-Kiffer-Song, eher eine feine kleine Ballade, ist ja sicher den meisten bekannt. Und drei Kinder springen in einem Netz aus Tauen, wie auf einem Trampolin, da unten am Spielplatz, der leichte Regen macht ihnen nichts. Ein kleines Mädchen mit wilden langen Haaren hüpft am Schönsten, sie fällt irgendwie mehr auf als die beiden Jungs, obwohl sie viel kleiner ist. Ich wünschte, ich hätte die Kamera zum Filmen im Anschlag, sie hüpft perfekt im Rhythmus zu dem Lied, was für eine schöne Sequenz. Noch schöner vielleicht, weil es ein bißchen regnet. Was für eine Lebensfreude, denke ich. So eine Lebensfreude, reine Lebensfreude, einfach schön. Aber auch die beiden Jungs. Das Mädchen springt vom Sprungnetz in den Sand und rennt mit super Speed auf die Wiese, wie ein junges Fohlen, die beiden Jungs machen es ihr nach und rennen auch, als gäbe es nichts Schöneres, aber in eine andere Richtung, zu den beiden kleinen Trampolins auf der Wiese und hüpfen, als hätte ein Regisseur ihnen eine choreographische Anleitung gegeben. Perfekt synchron, so hoch sie nur können und Bob Marley singt immer noch. Ich höre gar nicht, dass der Text eigentlich melancholisch ist, heute ist das ganze Lied, das zu manchen Zeiten auf eine traurige Weise gepasst hat, heiter und leicht. Ich sehe nur die Lebensfreude der Kinder und höre die Leichtigkeit der Melodie. Das Mädchen ist in eine andere Richtung gerannt, zu dem anderen Spielplatz, weiter hinten. Und dann fällt mir plötzlich ein, als ich mich gerade so an den Kids erfreue, das müsste ich eigentlich meinem lieben Freund Jan erzählen, dass ich voller Entzücken drei wild hüpfenden und rennenden Kids zugeschaut habe und es ein wunderschöner Augenblick war. Wie man ihn sonst nur aus Filmen kennt. Jan glaubt nämlich, ich mag keine Kinder, weil ich immer lästere, wenn er von den Eltern wie Pokale hochgehaltene Säuglinge in einer Galerie fotografiert. Ich sage dann böse Sachen wie: „Ach, da wird wieder die Lebensleistung, dass man es geschafft hat, ein Kind zu zeugen, wie eine Trophäe hochgehalten“.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=124984
Und dann begeistere ich mich aber plötzlich für ein anderes Bild, auf dem er zwei ältere Kinder abgelichtet hat, einen Jungen, der an einem Flügel in einer Galerie sitzt und versunken spielt, auf dem Flügel steht ein ausgestopfter heulender Wolf. Im Hintergrund ein zweiter kleiner Junge, mit seiner eigenen kleinen Kamera, der hochkonzentriert den Wolf fokussiert, auch ganz in seine Arbeit versunken. Ich erkläre ihm, warum mich das begeistert. Diese Kinder scheinen einen Bezug zu der Situation zu haben, in einem Ausstellungsraum zu sein, sie können etwas damit anfangen und wirken nicht fremdbestimmt, im Gegenteil. Das sind die Kunstschaffenden von morgen, früh übt sich. Diese Konzentration, dieser eigene Wille, das ist so schön zu sehen. Die drei Kids da unten, waren auch nicht fremdbestimmt. Sie sind gehüpft und gerannt, weil es ihr freier Wille war. Und das liebe ich. In Wahrheit bin ich eine Anwältin der Kinder. Des freien, schöpferischen Willens. So ist das nämlich. Ich betrachte sehr junge Menschen wahrscheinlich als fertiger, als viele andere Erwachsene das tun und empfinde sehr differenziert angesichts dieser Persönlichkeiten. Deshalb mag ich auch nicht automatisch jedes Kind, nur weil es jung an Lebensjahren ist. Da sind oft ganz unsympathische Persönlichkeiten darunter, oder farblose, die mich nicht weiter interessieren. Im Grunde genau wie bei den Erwachsenen. Und in das wilde kleine Mädchen da unten habe ich mich gerade verliebt.
03. Mai 2013
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Catonbed bei Carpentier – Opening heute, 3. Mai 2013, 19 Uhr.
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01 Mai 2013
TO WHOM IT MAY CONCERN
01 Mai 2013
TO WHOM IT MAY CONCERN
27. April 2013

Flashback. Mai 2006. Wieder Mai heißt die Strecke. Ja, bald wieder Mai. Überhaupt gerade Flashbacks. Wenn auch keine Renaissance von Vergangenem. Oder doch? Manchmal vielleicht, in einem einzelnen, besonderen Aspekt. Nun sind alle alten Filmaufnahmen digitalisiert. Und ich kann damit etwas machen. Wenn ich will. Wenn es mir sinnvoll erscheint. Es gibt ein paar Vorbehalte, Berührungsängste. Da, wo das Persönliche mit einer Geschichte einhergeht, die nicht nur friedliche Vergangenheit wurde. Befriedete Vergangenheit. Aber an mir soll es nicht scheitern. An mir soll überhaupt gar nichts scheitern, was das Herz leichter macht und der Seele Frieden gibt. Das klingt fast schon heilig, religiös. Ich bin nicht komplett heilig, aber ich bemühe mich jeden Tag ein bißchen mehr. Vorhin Jan am Telefon erzählt, dass ich beim Anschauen einer alten Sequenz über meine Härte traurig war. Ich erinnere mich dunkel und auch weniger dunkel, wenn ich es zulasse, woher das rührte. Ich könnte nicht einmal sagen, ob ich heute mehr Größe und Nachsicht hätte. Aber es wäre schlau. Und besser und schöner für alle Beteiligten. Es ist tragisch, wenn man aus einem Gefühl, nicht genug begehrt oder besser: nicht ausschließlich genug begehrt zu werden, geizig mit Gefühlen wird. Wenn es auch eine verständliche Reaktion ist. Ein Schutzreflex. Jetzt, in meinem geschützen Raum, erscheint mir vieles klarer. Wie schade um die verlorene Zeit, in der man hart statt weich war. Ach. Mir scheinen langsam wieder die Worte zuzufließen. Das freut mich selbst am meisten. Bleiben Sie dran.
27. April 2013
Gefilmt, ohne Kamera. Gerade eben. Ich schaue aus dem Fenster zur Auguststraße, runter auf den kleinen Park mit dem Spielplatz am Gipsdreieck. Es regnet ein bißchen, so ein zarter Frühlingsregen und die Bäume sind ausgeschlagen. Einer blüht weiß, einer rosa, die anderen haben endlich junges Grün. Die Festplatte hat Waiting in Vain von Bob Marley ausgesucht. Einer seiner schönsten, nicht so ein Rasta-Kiffer-Song, eher eine feine kleine Ballade, ist ja sicher den meisten bekannt. Und drei Kinder springen in einem Netz aus Tauen, wie auf einem Trampolin, da unten am Spielplatz, der leichte Regen macht ihnen nichts. Ein kleines Mädchen mit wilden langen Haaren hüpft am Schönsten, sie fällt irgendwie mehr auf als die beiden Jungs, obwohl sie viel kleiner ist. Ich wünschte, ich hätte die Kamera zum Filmen im Anschlag, sie hüpft perfekt im Rhythmus zu dem Lied, was für eine schöne Sequenz. Noch schöner vielleicht, weil es ein bißchen regnet. Was für eine Lebensfreude, denke ich. So eine Lebensfreude, reine Lebensfreude, einfach schön. Aber auch die beiden Jungs. Das Mädchen springt vom Sprungnetz in den Sand und rennt mit super Speed auf die Wiese, wie ein junges Fohlen, die beiden Jungs machen es ihr nach und rennen auch, als gäbe es nichts Schöneres, aber in eine andere Richtung, zu den beiden kleinen Trampolins auf der Wiese und hüpfen, als hätte ein Regisseur ihnen eine choreographische Anleitung gegeben. Perfekt synchron, so hoch sie nur können und Bob Marley singt immer noch. Ich höre gar nicht, dass der Text eigentlich melancholisch ist, heute ist das ganze Lied, das zu manchen Zeiten auf eine traurige Weise gepasst hat, heiter und leicht. Ich sehe nur die Lebensfreude der Kinder und höre die Leichtigkeit der Melodie. Das Mädchen ist in eine andere Richtung gerannt, zu dem anderen Spielplatz, weiter hinten. Und dann fällt mir plötzlich ein, als ich mich gerade so an den Kids erfreue, das müsste ich eigentlich meinem lieben Freund Jan erzählen, dass ich voller Entzücken drei wild hüpfenden und rennenden Kids zugeschaut habe und es ein wunderschöner Augenblick war. Wie man ihn sonst nur aus Filmen kennt. Jan glaubt nämlich, ich mag keine Kinder, weil ich immer lästere, wenn er von den Eltern wie Pokale hochgehaltene Säuglinge in einer Galerie fotografiert. Ich sage dann böse Sachen wie: „Ach, da wird wieder die Lebensleistung, dass man es geschafft hat, ein Kind zu zeugen, wie eine Trophäe hochgehalten“.
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=124984
Und dann begeistere ich mich aber plötzlich für ein anderes Bild, auf dem er zwei ältere Kinder abgelichtet hat, einen Jungen, der an einem Flügel in einer Galerie sitzt und versunken spielt, auf dem Flügel steht ein ausgestopfter heulender Wolf. Im Hintergrund ein zweiter kleiner Junge, mit seiner eigenen kleinen Kamera, der hochkonzentriert den Wolf fokussiert, auch ganz in seine Arbeit versunken. Ich erkläre ihm, warum mich das begeistert. Diese Kinder scheinen einen Bezug zu der Situation zu haben, in einem Ausstellungsraum zu sein, sie können etwas damit anfangen und wirken nicht fremdbestimmt, im Gegenteil. Das sind die Kunstschaffenden von morgen, früh übt sich. Diese Konzentration, dieser eigene Wille, das ist so schön zu sehen. Die drei Kids da unten, waren auch nicht fremdbestimmt. Sie sind gehüpft und gerannt, weil es ihr freier Wille war. Und das liebe ich. In Wahrheit bin ich eine Anwältin der Kinder. Des freien, schöpferischen Willens. So ist das nämlich. Ich betrachte sehr junge Menschen wahrscheinlich als fertiger, als viele andere Erwachsene das tun und empfinde sehr differenziert angesichts dieser Persönlichkeiten. Deshalb mag ich auch nicht automatisch jedes Kind, nur weil es jung an Lebensjahren ist. Da sind oft ganz unsympathische Persönlichkeiten darunter, oder farblose, die mich nicht weiter interessieren. Im Grunde genau wie bei den Erwachsenen. Und in das wilde kleine Mädchen da unten habe ich mich gerade verliebt.
07. April 2013
Der Schnee ist geschmolzen. Auf http://wetter.de ist für Mittwoch so eine Wolke, wo unten was rauskommt. So dickere, grauweiße Tupfen. Ich weiß nicht, ob das das Symbolbildchen für dicke Regentropfen oder Schneeflocken ist. Ich habe gerade keinen Vergleich. Aber wenn ich genauer hinschaue, sind die Tupfen schon mehr so tropfenförmig, mit einem grauen Schatten, das spricht eigentlich eher für Wassertropfen. Nur heute Nacht soll es nochmal Minus ein Grad in Berlin haben, dann ist das Wetterkonto wieder im Plus. Wurde ja auch lange genug überzogen, der Kontostand. Einen Wettereintrag wollte ich gar nicht schreiben, man will das ja auch nicht mehr. Niemand will mehr Wettereinträge bloggen, es ist einfach zu langweilig. Lang-weilig. Ich wollte aber auch nicht schreiben, dass ich eine blöde Krankheit gehabt habe, wo ich zum Glück, hoffentlich, die Ursache identifiziert habe. Gerade hab ich mir gedacht, einerseits schön blöd, dass ich immer bis auf den letzten Drücker warte, bis ich zum Arzt gehe, andererseits natürlich bedeutend einfacher für die Diagnose, wenn die Symptome auf dem Höchstlevel ausgeprägt sind, wie im medizinischen Schulbuch. Dann kann sogar ein Medizinstudent in den ersten Semestern locker eine treffende Diagnose stellen. Dann geht natürlich auch die ganze Anamnese ratzfatz, ohne langes Herumgerede und Gerätsel.
Ok, ich will es nicht zum großen Geheimnis machen: ich hatte eine schwere Histamin-Überdosis, man könnte auch sagen -Vergiftung, durch in letzter Zeit von mir bevorzugte Lebensmittel, die gemeinhin auch als recht gesund gelten. Hat halt manches zwei Seiten. Nun steht nur noch tiefgefrorener Hochseefisch und frisches Gemüse und frische Milchprodukte auf dem Speiseplan. Thunfisch aus der Dose ist gestrichen. Cashewkerne sind gestrichen. Bohnen pfui. Emmentaler tabu. Tomatenmark ade. Schokolade adieu. Von Rotwein und anderem Alkohol zunächst gar nicht zu reden. Aua aua. Dann erst mal langsam die abendliche Antihistamin-Tablette ausschleichen und schön weiter Diät halten und nur noch kleine Portionen kochen, dass nichts weggeschmissen werden muss. Aufwärmen tabu. Ich habe früher immer schöne große Portionen gemacht, damit ich noch am nächsten und manchmal auch übernächsten Tag davon essen konnte. Besonders von meinem geliebten Thunfischsalat. Au weia. Irgendwie habe ich es in den letzten Wochen geschafft, Essensvorlieben zu Lebensmitteln zu kultivieren, die in die Top Ten in Sachen Histaminwerte gehören. Es endete böse mit zunehmenden Schwellungen im Gesicht, besonders um die Augenpartie, alles gerötet, dazu gesellte sich ein Ausschlag am Hals, der aussah wie ein himbeerrotes Tattoo der Landkarte von Europa. Zu allem Überfluss habe ich in der Nacht von Ostermontag auf Osterdienstag, als das Brennen und Jucken und die Spannung um die Augen und die wunde Haut nicht mehr auszuhalten waren, drei Aspirintabletten geschluckt. Was den Histaminabbau noch extra blockiert. Super. Als ich kaum noch gucken konnte und die Haut unter den Augen so wund war, dass sie gesuppt hat und die Augen nicht mehr aufgehört haben zu tränen, bin ich am Dienstag endlich zum Onkel Doktor. Einem mir unbekannten, weil meine Hautärztin und Allergologin und auch die Hausärztin alle noch im Osterurlaub waren.
In der Torstraße 117 war dann der nächste Arzt, der auch da war und die Sprechstundenhilfe, die mich nicht kannte, hat mich sofort vor allen anderen Patienten vorgezogen, als sie mich gesehen hat. Ich bin ihr wirklich dankbar. Sie war sowieso sehr sympathisch und auch sehr attraktiv. Ich hab ihr gesagt, dass ich normalerweise ganz anders aussehe, sie würde mich nicht wiedererkennen. Der Doktor war schon an die Sechzig, ein alter Hase. Der hat sich meinen Allergiepass angeschaut und mein hilfloses Gebrabbel kurz angehört, von wegen „ich weiß wirklich nicht, was es ist, ob ich zuviel Schokolade in letzter Zeit gegessen habe?“ Er hat kurzen Prozess gemacht und mir ein Antihistamin verschrieben und Cortisonsalbe für den Ausschlag. Dann bin ich heim und habe mich wissenschaftlich in die Histamin-Thematik eingelesen. Ach ja, ich hatte ein Ödem. Ein „atropisches Ödem“. Wassereinlagerungen und Ekzem aufgrund eines massiven Ungleichgewichts im Histaminhaushalt. Der Stoff konnte nicht so schnell abgebaut werden, wie ich ihn zugeführt habe. Dann habe ich auch noch gelernt, dass die meisten, die da empfindlich sind, also achtzig Prozent, Frauen über Vierzig sind. Könnte auch sein, dass das mit dem sich verändernden Hormonhaushalt zu tun hat. Aber gut. ich habe es halt übertrieben, mit meinem Thunfischsalat und den Cashews und der Schokolade und dem Emmentaler. Weil ich halt immer alles übertreiben muss. Aber ich bin lernfähig. So heil wie seit gestern war meine Haut schon lange nicht mehr. Ist noch ein bißchen filigran der Zustand, aber ich bin auf einem guten Weg. Toll finde ich, dass ich jetzt im Zuge meiner Forschungen herausgekriegt habe, dass Veuve Cliquot und Blanc Foussy dem Champagner das Histamin entziehen. Und ein gewisser Schlumberger-Sekthersteller aus Österreich auch. Hab ich mir auch gleich zwei Flaschen bei Galeria Kaufhof besorgt, es kann ja nicht immer Champagner sein. Und das Weingut Weiss in Österreich hat da auch viele Weine im Angebot. Und klare Schnäpse soll man trinken – also soll man natürlich nicht, aber lieber als zum Beispiel Cognac oder Whisky.
Der Alkohl an sich ist allerdings immer noch ein Histamin-Liberator oder Abbau-Blockierer? Ich bringe das durcheinander. Schokolade hat zum Beispiel gar kein Histamin drin, aber blockiert den Abbau, je höher der Kakaogehalt, desto mehr. Na ja, jedenfalls, wenn ich ohne die Tablette und Cortisonsalbe weiterhin heil bleibe, traue ich mich mal die Grenzen auszutesten, bestimmt ist dann auch nicht alles komplett tabu. Aber ich habe eine Menge über den Stoffwechsel gelernt. Bei manchen wirkt es sich auch als Heuschnupfen oder Atemnot oder Herzbeschwerden aus. So, das war mein hoffentlich für längere Zeit, für lange Zeit! – letzter Krankenbericht. Ich glaube, ich war zuletzt im März Zweitausendacht bei einem Arzt, wo ich die Sache mit den Stimmbändern hatte, vom Zahnarzt abgesehen. Ist ja auch blöd, wenn die mit mir gar nichts verdienen. Das war jetzt also mein Solidaritäts-Jahres-Beitrag für die Ärzteschaft. Ich bin guter Dinge, dass ich die Sache langfristig in den Griff kriege. War ja früher auch kein Problem, als ich andere Essensvorlieben gepflegt habe. Die Sachen einfach ein bißchen schlauer verteilen, wird schon. Einen schönen Sonntag allen, die sich bis zum Ende von diesem komischen Krankheitsgeschichte-Eintrag duchgearbeitet haben. Vielleicht hilft es ja sogar dem Einen oder Anderen. Wäre super.
21. April 2013
Eins bis vierundneunzig auf DVB-C umsortiert. Eins bis zweiunddreißig TV, ab dreiunddreißig bis dreiundneunzig Radio. Kika auf vierundneunzig. Konnte mich nicht abschließend für die Unterdrückung des Kinderkanals entscheiden. Zwei TV-Sender unterdrückt (Sport 1 und Sky Select). Fünfundneunzig bis dreihundertsechundachtzig verschlüsselter Rest, doppelte Sender ohne HD und öffentlich rechtliche Altlasten mit Fehlanzeige-Information. Auf DVB-T TV Berlin und sonstige Exoten aus dem terrestrischen Einzugsbereich. Analog die trashigen VIVA-Sender und nie frequentierte Teleshopping-Kanäle und CNN und BBC. Den bei diesem Panasonic-Modell noch in den Kinderschuhen befindlichen youtube-Zugriff gecheckt. Auch nicht so wichtig. Aber interessant, die eigenen Sachen in erstaunlicher Qualität abrufen zu können. Das war also, vor allem gestern, mein Wochenende. Das Umsortieren hat gedauert. Man hat ja so seine Sendeplatznummern-Vorlieben, noch von früher. Damals. Drei Jahre stand der schöne alte große weiße Nordmende-Fernseher nun kaputt in der Ecke. Wenn man keine Fernsehnot hat, ist es kein Problem, dass er nur noch gut aussieht und nicht mehr funktioniert. Es war auch jetzt kein Problem, aber auf einmal war mir nach einem Apparat ohne Attrappenfunktion. Durfte natürlich nicht weniger gut aussehen. Schon verrückt, dass ein Apparat mit einem weißen Gehäuse zweihundert Euro mehr kostet als das identische Modell in schwarz. Da steht er nun und sieht gut aus. Der Fernsehkonsum hat sich nach der Programmiererei bereits wieder beträchtlich reduziert. Aber meine uralten VHS-Kassetten kann ich jetzt wieder benutzen, wenn mir danach sein sollte. Das ist schon fein. Gleich Mitternacht, Schlafenszeit.
23. April 2013
Oh. Vivi Bach ist tot. Sehr schade. Wenn Vivi auf dem Fernsehschirm war, ging immer die Sonne auf. Ich glaube fast, als ich klein war, habe ich mir gewünscht, später mal, wenn ich groß bin, so zu werden wie Vivi. Bestimmt ist Dietmar Schönherr untröstlich. Den fand ich auch immer super und schön widerspenstig. Aber in Vivi war ich total verliebt. Schlaf schön, Vivi.
21. April 2013
Eins bis vierundneunzig auf DVB-C umsortiert. Eins bis zweiunddreißig TV, ab dreiunddreißig bis dreiundneunzig Radio. Kika auf vierundneunzig. Konnte mich nicht abschließend für die Unterdrückung des Kinderkanals entscheiden. Zwei TV-Sender unterdrückt (Sport 1 und Sky Select). Fünfundneunzig bis dreihundertsechundachtzig verschlüsselter Rest, doppelte Sender ohne HD und öffentlich rechtliche Altlasten mit Fehlanzeige-Information. Auf DVB-T TV Berlin und sonstige Exoten aus dem terrestrischen Einzugsbereich. Analog die trashigen VIVA-Sender und nie frequentierte Teleshopping-Kanäle und CNN und BBC. Den bei diesem Panasonic-Modell noch in den Kinderschuhen befindlichen youtube-Zugriff gecheckt. Auch nicht so wichtig. Aber interessant, die eigenen Sachen in erstaunlicher Qualität abrufen zu können. Das war also, vor allem gestern, mein Wochenende. Das Umsortieren hat gedauert. Man hat ja so seine Sendeplatznummern-Vorlieben, noch von früher. Damals. Drei Jahre stand der schöne alte große weiße Nordmende-Fernseher nun kaputt in der Ecke. Wenn man keine Fernsehnot hat, ist es kein Problem, dass er nur noch gut aussieht und nicht mehr funktioniert. Es war auch jetzt kein Problem, aber auf einmal war mir nach einem Apparat ohne Attrappenfunktion. Durfte natürlich nicht weniger gut aussehen. Schon verrückt, dass ein Apparat mit einem weißen Gehäuse zweihundert Euro mehr kostet als das identische Modell in schwarz. Da steht er nun und sieht gut aus. Der Fernsehkonsum hat sich nach der Programmiererei bereits wieder beträchtlich reduziert. Aber meine uralten VHS-Kassetten kann ich jetzt wieder benutzen, wenn mir danach sein sollte. Das ist schon fein. Gleich Mitternacht, Schlafenszeit.
14. April 2013
Exhumiert: Gaga Nielsens allererste eigene Filmaufnahmen, vom 19., 20. und 21. Dezember 1995. Den Tag vorher hatte ich einen Unfall gebaut, mit dem Fahrrad. Ich dachte, die gefrorene Straße sei nur nass und bin beim Fahren ausgerutscht und rücklings aufschlagend, mitten auf der Straße gelandet, wie ein Käfer auf dem Rücken. Zum Glück war kein Auto in der kleinen Seitenstraße in Steglitz unterwegs. Der Onkel Doktor hat dann ein Unfalltrauma mit Wirbelsäulenprellung festgestellt und ich war krank geschrieben und sollte mich ausruhen. Aber da ich immer schon ein unermüdlicher Geist war, habe ich die Gunst der Stunde genutzt und multitasking-mäßig, beim angeknackst Herumliegen, meine gerade neu gekaufte, allererste Filmkamera ausprobiert. Es war eine Kamera von Sony, die eine Menge konnte. MIt Filtern und allem Möglichen. Was man auf den Dank naturbelassener Schummerbeleuchtung leider arg verrauschten Aufnahmen sieht,
http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=77095293&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
ist, wie ich das allererste mal die Kamera ausprobiere. Ich hatte recht schnell ausgetüftelt, wie ich das auf ein stabiles Stativ geschraubte Gerät dergestalt über den Videokanal des Videorecorders mit dem Fernsehapparat verkabeln musste, dass ich das jeweils aktuelle Kamerabild eins zu eins auf dem Bildschirm sehen konnte, während die über eine diskrete Fernbedienung von mir gesteuerte Kamera aufnahm oder abspielte. Das war ganz schön faszinierend, weil ich mich selber noch nie vorher auf einem Film gesehen habe, der zeigt, wie ich mich normal verhalte. Ganz schön interessant, wenn man sich zum ersten mal beobachten kann, wie einen sonst nur andere sehen. Damals war ja alles analog und die kleinen Hi 8-Filmcassetten waren auch nicht so billig, deswegen habe ich leider kaum Originalbänder von alten Aufnahmen, weil ich anfänglich immer wieder über ein- und dieselbe Cassette drübergespielt habe. Also konnte ich zum Digitalisieren der ältesten Aufnahmen nur Relikte in Form von verrauschten Kopien auf VHS-Cassetten finden. Ich habe es trotzdem von sämtlichen Aufnahmen machen lassen, es sind ja doch schöne, einmalige Erinnerungen. Auch wenn die Qualität mitunter eher nach 1895 aussieht. Da kommt noch ganz viel. Ich habe fünf Jahre später, ab Zweitausend, rund zwei Jahre lang, in bemerkenswerter Dichte sehr viele Aufnahmen gemacht. Aber das ist eine andere Geschichte, ein besonderes Kapitel. Ach übrigens, bei diesen allerersten Versuchen war ich gerade eben dreißig Jahre alt und lebte alleine, allerdings mit Bratkartoffel-Verhältnis, in einer kleinen Zweizimmer-Wohnung mit Badewanne und Balkon in Wilmersdorf. Dort sind die Aufnahmen entstanden. Die Stummfilm-Haarfrisur hatte ich mir nach vielen Jahren mit sehr langen Haaren mit Papier- und Nagelschere und provisorischer Rückspiegel-Konstruktion auf dem Badewannenrand sitzend, selber verpasst.
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14. April 2013
Exhumiert: Gaga Nielsens allererste eigene Filmaufnahmen, vom 19., 20. und 21. Dezember 1995. Den Tag vorher hatte ich einen Unfall gebaut, mit dem Fahrrad. Ich dachte, die gefrorene Straße sei nur nass und bin beim Fahren ausgerutscht und rücklings aufschlagend, mitten auf der Straße gelandet, wie ein Käfer auf dem Rücken. Zum Glück war kein Auto in der kleinen Seitenstraße in Steglitz unterwegs. Der Onkel Doktor hat dann ein Unfalltrauma mit Wirbelsäulenprellung festgestellt und ich war krank geschrieben und sollte mich ausruhen. Aber da ich immer schon ein unermüdlicher Geist war, habe ich die Gunst der Stunde genutzt und multitasking-mäßig, beim angeknackst Herumliegen, meine gerade neu gekaufte, allererste Filmkamera ausprobiert. Es war eine Kamera von Sony, die eine Menge konnte. MIt Filtern und allem Möglichen. Was man auf den Dank naturbelassener Schummerbeleuchtung leider arg verrauschten Aufnahmen sieht,
http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=77095293&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
ist, wie ich das allererste mal die Kamera ausprobiere. Ich hatte recht schnell ausgetüftelt, wie ich das auf ein stabiles Stativ geschraubte Gerät dergestalt über den Videokanal des Videorecorders mit dem Fernsehapparat verkabeln musste, dass ich das jeweils aktuelle Kamerabild eins zu eins auf dem Bildschirm sehen konnte, während die über eine diskrete Fernbedienung von mir gesteuerte Kamera aufnahm oder abspielte. Das war ganz schön faszinierend, weil ich mich selber noch nie vorher auf einem Film gesehen habe, der zeigt, wie ich mich normal verhalte. Ganz schön interessant, wenn man sich zum ersten mal beobachten kann, wie einen sonst nur andere sehen. Damals war ja alles analog und die kleinen Hi 8-Filmcassetten waren auch nicht so billig, deswegen habe ich leider kaum Originalbänder von alten Aufnahmen, weil ich anfänglich immer wieder über ein- und dieselbe Cassette drübergespielt habe. Also konnte ich zum Digitalisieren der ältesten Aufnahmen nur Relikte in Form von verrauschten Kopien auf VHS-Cassetten finden. Ich habe es trotzdem von sämtlichen Aufnahmen machen lassen, es sind ja doch schöne, einmalige Erinnerungen. Auch wenn die Qualität mitunter eher nach 1895 aussieht. Da kommt noch ganz viel. Ich habe fünf Jahre später, ab Zweitausend, rund zwei Jahre lang, in bemerkenswerter Dichte sehr viele Aufnahmen gemacht. Aber das ist eine andere Geschichte, ein besonderes Kapitel. Ach übrigens, bei diesen allerersten Versuchen war ich gerade eben dreißig Jahre alt und lebte alleine, allerdings mit Bratkartoffel-Verhältnis, in einer kleinen Zweizimmer-Wohnung mit Badewanne und Balkon in Wilmersdorf. Dort sind die Aufnahmen entstanden. Die Stummfilm-Haarfrisur hatte ich mir nach vielen Jahren mit sehr langen Haaren mit Papier- und Nagelschere und provisorischer Rückspiegel-Konstruktion auf dem Badewannenrand sitzend, selber verpasst.
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07. April 2013
Der Schnee ist geschmolzen. Auf http://wetter.de ist für Mittwoch so eine Wolke, wo unten was rauskommt. So dickere, grauweiße Tupfen. Ich weiß nicht, ob das das Symbolbildchen für dicke Regentropfen oder Schneeflocken ist. Ich habe gerade keinen Vergleich. Aber wenn ich genauer hinschaue, sind die Tupfen schon mehr so tropfenförmig, mit einem grauen Schatten, das spricht eigentlich eher für Wassertropfen. Nur heute Nacht soll es nochmal Minus ein Grad in Berlin haben, dann ist das Wetterkonto wieder im Plus. Wurde ja auch lange genug überzogen, der Kontostand. Einen Wettereintrag wollte ich gar nicht schreiben, man will das ja auch nicht mehr. Niemand will mehr Wettereinträge bloggen, es ist einfach zu langweilig. Lang-weilig. Ich wollte aber auch nicht schreiben, dass ich eine blöde Krankheit gehabt habe, wo ich zum Glück, hoffentlich, die Ursache identifiziert habe. Gerade hab ich mir gedacht, einerseits schön blöd, dass ich immer bis auf den letzten Drücker warte, bis ich zum Arzt gehe, andererseits natürlich bedeutend einfacher für die Diagnose, wenn die Symptome auf dem Höchstlevel ausgeprägt sind, wie im medizinischen Schulbuch. Dann kann sogar ein Medizinstudent in den ersten Semestern locker eine treffende Diagnose stellen. Dann geht natürlich auch die ganze Anamnese ratzfatz, ohne langes Herumgerede und Gerätsel.
Ok, ich will es nicht zum großen Geheimnis machen: ich hatte eine schwere Histamin-Überdosis, man könnte auch sagen -Vergiftung, durch in letzter Zeit von mir bevorzugte Lebensmittel, die gemeinhin auch als recht gesund gelten. Hat halt manches zwei Seiten. Nun steht nur noch tiefgefrorener Hochseefisch und frisches Gemüse und frische Milchprodukte auf dem Speiseplan. Thunfisch aus der Dose ist gestrichen. Cashewkerne sind gestrichen. Bohnen pfui. Emmentaler tabu. Tomatenmark ade. Schokolade adieu. Von Rotwein und anderem Alkohol zunächst gar nicht zu reden. Aua aua. Dann erst mal langsam die abendliche Antihistamin-Tablette ausschleichen und schön weiter Diät halten und nur noch kleine Portionen kochen, dass nichts weggeschmissen werden muss. Aufwärmen tabu. Ich habe früher immer schöne große Portionen gemacht, damit ich noch am nächsten und manchmal auch übernächsten Tag davon essen konnte. Besonders von meinem geliebten Thunfischsalat. Au weia. Irgendwie habe ich es in den letzten Wochen geschafft, Essensvorlieben zu Lebensmitteln zu kultivieren, die in die Top Ten in Sachen Histaminwerte gehören. Es endete böse mit zunehmenden Schwellungen im Gesicht, besonders um die Augenpartie, alles gerötet, dazu gesellte sich ein Ausschlag am Hals, der aussah wie ein himbeerrotes Tattoo der Landkarte von Europa. Zu allem Überfluss habe ich in der Nacht von Ostermontag auf Osterdienstag, als das Brennen und Jucken und die Spannung um die Augen und die wunde Haut nicht mehr auszuhalten waren, drei Aspirintabletten geschluckt. Was den Histaminabbau noch extra blockiert. Super. Als ich kaum noch gucken konnte und die Haut unter den Augen so wund war, dass sie gesuppt hat und die Augen nicht mehr aufgehört haben zu tränen, bin ich am Dienstag endlich zum Onkel Doktor. Einem mir unbekannten, weil meine Hautärztin und Allergologin und auch die Hausärztin alle noch im Osterurlaub waren.
In der Torstraße 117 war dann der nächste Arzt, der auch da war und die Sprechstundenhilfe, die mich nicht kannte, hat mich sofort vor allen anderen Patienten vorgezogen, als sie mich gesehen hat. Ich bin ihr wirklich dankbar. Sie war sowieso sehr sympathisch und auch sehr attraktiv. Ich hab ihr gesagt, dass ich normalerweise ganz anders aussehe, sie würde mich nicht wiedererkennen. Der Doktor war schon an die Sechzig, ein alter Hase. Der hat sich meinen Allergiepass angeschaut und mein hilfloses Gebrabbel kurz angehört, von wegen „ich weiß wirklich nicht, was es ist, ob ich zuviel Schokolade in letzter Zeit gegessen habe?“ Er hat kurzen Prozess gemacht und mir ein Antihistamin verschrieben und Cortisonsalbe für den Ausschlag. Dann bin ich heim und habe mich wissenschaftlich in die Histamin-Thematik eingelesen. Ach ja, ich hatte ein Ödem. Ein „atropisches Ödem“. Wassereinlagerungen und Ekzem aufgrund eines massiven Ungleichgewichts im Histaminhaushalt. Der Stoff konnte nicht so schnell abgebaut werden, wie ich ihn zugeführt habe. Dann habe ich auch noch gelernt, dass die meisten, die da empfindlich sind, also achtzig Prozent, Frauen über Vierzig sind. Könnte auch sein, dass das mit dem sich verändernden Hormonhaushalt zu tun hat. Aber gut. ich habe es halt übertrieben, mit meinem Thunfischsalat und den Cashews und der Schokolade und dem Emmentaler. Weil ich halt immer alles übertreiben muss. Aber ich bin lernfähig. So heil wie seit gestern war meine Haut schon lange nicht mehr. Ist noch ein bißchen filigran der Zustand, aber ich bin auf einem guten Weg. Toll finde ich, dass ich jetzt im Zuge meiner Forschungen herausgekriegt habe, dass Veuve Cliquot und Blanc Foussy dem Champagner das Histamin entziehen. Und ein gewisser Schlumberger-Sekthersteller aus Österreich auch. Hab ich mir auch gleich zwei Flaschen bei Galeria Kaufhof besorgt, es kann ja nicht immer Champagner sein. Und das Weingut Weiss in Österreich hat da auch viele Weine im Angebot. Und klare Schnäpse soll man trinken – also soll man natürlich nicht, aber lieber als zum Beispiel Cognac oder Whisky.
Der Alkohl an sich ist allerdings immer noch ein Histamin-Liberator oder Abbau-Blockierer? Ich bringe das durcheinander. Schokolade hat zum Beispiel gar kein Histamin drin, aber blockiert den Abbau, je höher der Kakaogehalt, desto mehr. Na ja, jedenfalls, wenn ich ohne die Tablette und Cortisonsalbe weiterhin heil bleibe, traue ich mich mal die Grenzen auszutesten, bestimmt ist dann auch nicht alles komplett tabu. Aber ich habe eine Menge über den Stoffwechsel gelernt. Bei manchen wirkt es sich auch als Heuschnupfen oder Atemnot oder Herzbeschwerden aus. So, das war mein hoffentlich für längere Zeit, für lange Zeit! – letzter Krankenbericht. Ich glaube, ich war zuletzt im März Zweitausendacht bei einem Arzt, wo ich die Sache mit den Stimmbändern hatte, vom Zahnarzt abgesehen. Ist ja auch blöd, wenn die mit mir gar nichts verdienen. Das war jetzt also mein Solidaritäts-Jahres-Beitrag für die Ärzteschaft. Ich bin guter Dinge, dass ich die Sache langfristig in den Griff kriege. War ja früher auch kein Problem, als ich andere Essensvorlieben gepflegt habe. Die Sachen einfach ein bißchen schlauer verteilen, wird schon. Einen schönen Sonntag allen, die sich bis zum Ende von diesem komischen Krankheitsgeschichte-Eintrag duchgearbeitet haben. Vielleicht hilft es ja sogar dem Einen oder Anderen. Wäre super.
24. März 2013
24. März 2013
20. März 2013

Buchstaben für das große Menschheitsarchiv. Äußerliche Routine, wenn auch nicht auf dieser Seite. Ich arbeite ja immer. In jeder Hinsicht. Nicht vorder, hintergründig. Wahrscheinlich bin ich die maximale Personifizierung, Verkörperung des Prinzips, nur Ergebnisse vorzuführen und selten den Weg dahin. So könnte man denken, hinter leichtfüßigem Herzeigen stecke keine Mühe. In Wahrheit ist alles Arbeit. Ich arbeite sehr gerne. An mir, in und an der Welt, immerzu. Wenn der Sinn irdischen Seins tatenloses Geschehenlassen wäre, wozu hätte man überhaupt Arme und Beine und ein erfinderisches Hirn. Und ein suchendes Herz. Immer weitergehen, selbst wenn man noch nicht weiß, wohin. Nie stehen bleiben. Um der Bewegung willen. Zu den ungeahnten Gefühlen, Menschen und Welten hinter dem Horizont, jener silbern flirrenden Linie, wo man sich immer das große Gleißen denkt.
12. März 2013
Bevor es Mitternacht schlägt. Bevor der Nachtwächter mit der Laterne umhergeht. Zwei Dinge oder drei festhalten, von heute. Die letzten Tage musste ich zum Teil so früh unterwegs sein, dass ich nicht meine Abkürzungen durch die Sophie-Gips- und Hackeschen Höfe wie sonst nehmen konnte, weil sie so früh am morgen noch geschlossen sind. Mir fiel schon am letzten Donnerstag auf, dass unter einem Schaufenster in der Rosenthaler Straße, ich vermute über einem Heizungsschacht, ein obdachloser Mann übernachtet. Eingemummelt in einen Schlafsack. Ich muss mir dann sagen, dass diese abgehärteten Menschen schon auch von den Unterkünften gehört haben, und trotz der ganzen Härte, diese gnadenlose Freiheit draußen zu leben, sogar im Winter, durchexerzieren. Vielleicht ist es überraschend warm über dem Gitter. Ich weiß es nicht. Daneben steht ein Einkaufswagen aus einem Supermarkt, ein paar Tüten darin und ein Spazierstock. Ich bin leicht erschüttert vorbeigegangen, weil ich zimperlich bin, was Kälte angeht, und es meine Vorstellungskraft übersteigt, wie man so etwas aushält. Dann habe ich das Bild wieder vergessen. Am nächsten Morgen wieder dieser Eindruck, das war letzen Freitag. Am achten März, da hat es noch nicht geschneit, er hat wohl schon den Frühling erahnt und mutig weiter draußen kampiert. Am Samstag war mir nach ausgiebig am Alex bei Galeria nach Zeug gucken, dies und das. Ich habe auch schöne Sachen gekauft. Zwei leichte Schals, einer von einer Berliner Firma, die den Stoff mit Siebdruck bedruckt, mit einem Zebramuster drauf. Die Firma heißt mischmasch berlin. Wenn ich von Berliner Firmen kaufe, habe ich immer irgendwie das Gefühl einer kleinen guten Tat. Weil man weiß, dass da wahrscheinlich keiner ausgebeutet wird und der gute Spirit der großen bösen wunderbaren Stadt eingewebt wird. Den man versteht und liebt oder nie verstehen und lieben wird. Aber darauf wollte ich gar nicht hinaus. Noch drei Minuten bis Mitternacht. Ich hatte also zwei Schals gekauft und ein bißchen Kosmetik und eine Rolle schwarzes Nähgarn und bestimmt noch etwas, was mir gerade nicht einfällt. Und ich wollte nach draußen, mal Richtung Alexa gucken, wo ich erst einmal im Leben drin war und ein Schneesturm wütete, es wurde immer heftiger, als ich zwei Stunden vorher loszog, war es noch Regen. Ich spannte meinen Schirm auf und merkte, dass er ein bißchen auf halbacht hing. Zwei Metallstreben waren nicht mehr verbunden, der Wind hat sie auseinandergerissen. Ich mochte den Schirm sehr, er hatte ein kleines, feines Leopardenmuster, so cognacbraun und schwarz. Es gab ihn mal in dem Asia-Supermarkt hinter dem Hackeschen Markt, für fünf Euro. Ich msste ihn haben, obwohl ich früher Schirme nicht ausstehen konnte. Und dauernd vergaß. Zu umständlich. Wie schnell ich tippen kann, schon ganz schön lang, der Eintrag, schnell zwischenspeichern, sonst ärgert man sich. Also ja, der Schirm war also nicht mehr in Form, man könnte auch sagen ein bißchen lädiert. Wenn es um Silhouette geht, bin ich recht eitel. Ich habe auf dem Absatz kehrt gemacht und bin zurück ins Galeria-Kaufhaus in die Regenschirmabteilung. Nur einer hat mich sehr fasziniert, denn es sollte schon ein besonderer Schim sein. Das Muster in Schwarz, Weiß und Braun erinnerte ein bißchen an Art Déco oder auch die runden Glaskuppeln in den legendären Pariser Kaufhäusern. Eine österreichische Schirmfabrik, und ein stabiles Modell. Wie blöd ich früher gemusterte Schirme fand. Tantenmäßig. Aber der war ein Gedicht. Der Stoff fühlte sich an wie ganz dicht gewebter, Satin, wie für Bettwäsche, für Unterwäsche. Eigentlich ein Stoff wie für feine Dessous. Für den Preis hätte man zwanzig Leopardenschirme aus dem Asia-Supermarkt bekommen, ein Schirm fürs Leben! Die Mechanik aus tollem Stahl, das dem bösen Wind stand hält und diese Technik, dass er sich von selbst aufspannt und wieder zugeht, auf Knopfdruck. und klein zusammenschieben kann man ihn auch. Ich bin dann gut beschirmt ins Alexa und habe gestaunt, wie viele Modegeschäfte es dort gibt und wie kompliziert der Steinfußboden gemacht ist, dieses abstrakte Mosaik, was für eine Arbeit. Bei Zara habe ich einen schönen Zebramuster-Mantel aus Jacquard gesehen und mich verliebt und bin auch nicht alleine nach Hause gegangen. Aber da war ja noch mein alter, schiefer, sehr geliebter Leopardenschirm in der Tasche. Was damit tun? Für die Hülle hätte ich schon noch eine andere Verwendung, aber den Schirm? Wegschmeißen? Dann ist mir der obdachlose Mann in der Rosi eingefallen. Ich habe mir fest vorgenommen, den schiefen, aber ja doch noch funktionierenden Schirm bei mir zu haben, wenn ich wieder los muss, am nächsten Morgen. Das war heute. Bevor ich von der Gipsstraße rechts um die Ecke bog, dachte ich noch, sicher wird er sich bei dem eisigen Schneewetter nun doch einen wärmeren Platz gesucht haben, mit einem Dach über dem Kopf, er holt sich ja sonst den Tod! Ich sah seinen Schlafsack schon von Weitem. Und den Einkaufswagen. Eingemummelt wie eine Mumie. Ich bin durch den Schnee zu ihm gestapft und habe meinen Leoschirm aufgespannt und mich ein bißchen runtergebeugt und gesagt „Ich hab da was für Sie! Ich habe Ihnen einen Schirm mitgebracht, das ist doch geschützter. Gute Nacht!“. Da hat er geblinzelt und mich angelacht. Man könnte sogar sagen, er hat gegrinst. Ja, ich glaube, er hat sich gefreut. Ich habe den Schirm so hingestellt, dass sein Kopf vor dem Wind und den Blicken geschützt ist. Dann bin ich weiter, nur kurz habe ich mich nochmal umgedreht und gedacht: unglaublich. Mit dem aufgespannten Schirm und dem ganzen improvisierten Schlafsacklager sieht er aus wie Spitzwegs armer Poet. Und vielleicht ist er ja sogar einer.

Und heute nachmittag war ich wieder unterwegs in Geschäften, es lenkt mich ein bißchen ab und ich habe es lange nicht gemacht, und sehe es mit neuen Augen. Alles. Oben im KadeWe war ich wieder, in der Feinkostabteilung, ohne etwas zu kaufen, ich habe nach etwas geschaut, was es sogar im KadeWe gerade nicht zu kaufen gibt. Das soll es geben. Dabei bin ich in der Abteilung vorbeigekommen, wo edelste Spirituosen aus aller Welt gehandelt werden. Es gab einen speziellen Cognac-Sachverständigen, der Spaß hatte, mir etwas über zwei verschiedene Remy Martins zu erzählen und mir auch einen zum Trinken anzubieten. Das war ganz kurzweilig und ich bin wieder weiter. In Schuhgeschäfte, wo ich anprobierte, aber nicht das Richtige sah, den Schuh den ich unbedingt hätte haben wollen (ich hatte so eine Vorstellung). Und am Ende landete ich bei Saturn, wo ich mit einem Gutschein für ein Glas Prosecco in der ersten Etage empfangen wurde. Schon wieder ein Gratis-Getränk! Der war sehr gut. Und dann habe ich eine zweitausend Gigabyte große Festplatte gekauft. Für noch zu digitalisierende analoge Filmschnipsel, Videos, private Sachen. Die bringe ich demnächst zu so einem Digitalisierungs-Service, die sollen mir das alles machen, in avi umwandeln und in kleinen 30-Minuten-Häppchen auf die große Festplatte speichern. Ich habe zwar vor Jahren extra einen DVD-Player gekauft, der genau das könnte und eine Riesen-Festplatte drinhat, aber nun ist der eine alte dranhängende Fernseher kaputt und das hätte auch alles viel Zeit gekostet. Es geht um zwölf bis dreizehn Stunden eher private Gaga Nielsen-Aufnahmen aus den Neunzigern und später, zweitausend bis zweitausendzwei. Damals habe ich mit Hi 8 gespielt. Lange nicht gesehen. Vielleicht kann man etwas Schönes daraus zusammenschneiden. Und eine Berliner Firma verdient Geld damit. Das freut mich dann wieder. Und ich kann meine kostbare Zeit anders verbringen. zum Beispiel mit Mitternachtsbloggen. So Sachen halt. Null Uhr fünfundzwanzig jetzt. Ich kann ganz schön schnell ganz schön viel tippen, was? Gelernt ist gelernt! Und blind! Zehn Finger blind. Manchmal denke ich, vielleicht hätte ich auch ein Talent zum Klavierspielen gehabt. Aber das ist eine andere Geschichte. Gute Nacht da draußen alle.
03. März 2013



Und der wundervolle René Gruau*. Seit achtzehn Jahren begleiten mich zwei überdimensionale Drucke von Zeichnungen von Gruau durch meine Berliner Bleiben, und ich sehe mich nicht satt. Mir wurde Gruau ein Begriff, als ich Mitte der Achtziger Jahre zur eifrigen Vogue-Leserin wurde. Nach fünfzehn Jahren pausenloser Lektüre empfand ich ein wenig Langeweile und Wiederholung, aber heute merke ich, wie stark der Eindruck der hochkarätigen Bildstrecken bis in meine Gegenwart reicht. Ich erstand die Drucke in Paris, in der Kunstdruckhandlung des Louvre. Und ich erinnere meine Begeisterung darüber, dass es diese Drucke gab. Denn Gruau gebührt dieser Platz in der Kunstgeschichte. Selten virtuos.
* Diese Doku ist wie die anderen sieben Tage auf arte zu sehen
03. März 2013
„Ich habe kein Verlangen nach Normalität.“
Karl Lagerfeld zeichnet sein Leben: arte-Doku. „Karl Lagerfeld“
03. März 2013
„Ich habe kein Verlangen nach Normalität.“
Karl Lagerfeld zeichnet sein Leben: arte-Doku. „Karl Lagerfeld“
03. März 2013
„Die Mode überzeichnet nun mal, das was viele Leute immer so erstaunlich finden, aber auch dazu muss man in der Lage sein, praktisch die Proportionen selbst zu erfinden, damit sie nicht nur natürlich sind. Nur ’natürlich‘ reicht nicht. Das ist alles Erfindung. Und es muss neu erfunden werden. Die reine Abbildung der Natur, das ist Biedermeier. Das sind nicht mehr wir.“
Wolfgang Joop in der arte-Doku. „Wunderkind Wolfgang Joop“
21. Februar 2013

Ja, ich weiß. So fesselt man keine Leser. Und reißt keine neuen auf. Gebt mich nicht auf. Immerhin habe ich seit neun Jahren keine einzige Pause gemacht. So viele Sachen mitgeteilt. Geteilt. Mit Euch und Ihnen geteilt. Man kann auch zurückblättern. Die Abstände waren nicht immer so groß. Und Bilder gab es immer. Mein unausgesetzter Bilderstrom. An dem ich auch jetzt weiter arbeite. Mir gehen nur auch noch viele Sachen durch den Kopf, die heute, gestern und vorgestern zu filigran und persönlich sind, um sie zu zu veröffentlichen. Ach ja. Ihr kennt das ja. Wenn man Blogger persönlich trifft, erfährt man immer sehr schnell sehr viel, was über das Veröffentlichte hinaus geht. Interessanerweise ist so gut wie immer Vertrauen da, dass man das unter vier Augen oder auch sechs oder acht eher offenbaren kann, als im Blog. Ich glaube, mit das Besonderste an dieser Bloggerei ist, dass man im richtigen Leben auf Menschen treffen kann, die tatsächlich aus irgendeinem Grund an genau der seltsamen Kombination von Themen in den Einträgen von – zum Beispiel Gaga Nielsen – interessiert sind, wie man sie mit dieser dezidierten Aufmerksamkeit nur alle zwanzig Jahre durch andere Zufälle im richtigen Leben trifft. Oder traf. Die alle zwanzig Jahre Anderen beschäftigen mich gerade gedanklich. Die Wege, die sich zwingend, schicksalshaft kreuzten. Und was danach geschah, daraus wurde. Wie sich Intensität in Vakuum transformieren kann. Bevor ich dieses Blog schrieb, gab es zum Teil noch dichteres, intensiveres Schreiben. Ganz früher in täglichen persönlichen Aufzeichnungen, später im Austausch mit einem nahen Gegenüber. Wenn das dokumentiert ist, kann man viel über sich in der Vergangenheit erfahren. Wenn es zugänglich ist, wie bei mir der Fall. Es kann bestürzen, wie nah eine Zeit rückt, die so versunken schien und Gefühle in Erinnerung bringt, an die man sich nicht einmal mehr dunkel erinnern konnte. Ich lese und werde gewahr, dass es Ereignisse und Begegnungen gab, die mich tief erschütterten, zutiefst, und ich kann nicht einmal den Ablauf jenes Tages erinnern, oder den genauen Ort, weil ich nur existenzielle Gefühlsregungen vermerkte. Und in meiner Wohnung Reliquien finde, wenn ich sie sehe oder suche. Dinge, die immer da sind, die man nicht mehr sieht. Die ich nicht mehr sehe. Ein Teil meines kleinen Universums. Eine riesige Astgabel aus dem Grunewald, an die Scheibe der Balkontür gelehnt. So selbstverständlich, wie die alte Kaffeetasse mit dem großen Sprung und dem Versace-Logo am Boden. Gleichermaßen mit schlafwandlerischem Blick darübergestreift, kaum mehr wahrgenommen. Die große Bedeutung vergessen (nicht der Kaffeetasse). Vielleicht, bestimmt ist es auch gut, dass wir nicht in jedem Moment jeden vergangenen Vulkanausbruch aufs Neue empfinden. Aber ich weiß, dass mich die Worte wieder finden. Und ich die Worte. Denn es hört nicht auf.

02. März 2013

So wie heute. Ich konnte das Fenster im Süden aufmachen und im Sonnenfleck auf dem Teppich Kaffee trinken und mein kleines Frühstück essen. Es war aber schon spät. Ich habe lange geschlafen. Als ich erwachte, sah ich die Sonne wie einen gleißenden Pfeil auf dem Teppich, der sich mit voller Kraft durch den kleinen Spalt des zugezogenen Vorhangs arbeitete. Wie der leuchtende Mittelstreifen einer Fahrbahn, die sich am Horizont verliert. Am Horizont ist der schattige Balkon im Norden, links vom Kleiderschrank mit den verspiegelten Schiebetüren, wo ich immer die Bilder machte. Auf dem Teppich beim späten Frühstück hörte ich eine Folge von Bettina Rusts Sendung mit einer mir nicht erinnerbaren Schauspielerin, die mir aber sehr sympathisch war, von der Stimme her. Sie konnte auch schön singen. Ich habe den Namen wieder vergessen. Sie hat vor zwölf Jahren in einer Sendung mitgespielt, die ich höchstens einmal gesehen habe. Ich wollte nach der Radio-Konserve wenigstens mal googeln, wie sie auf Fotos ausschaut, also auf anderen von früher, nicht nur dem aktuellen auf der Seite von Radio Eins, wo sie mir überhaupt nicht bekannt vorgekommen ist. Das mache ich manchmal, wenn ich die Gäste nicht kenne, auch schon, bevor ich die Sendung höre, mal auf einem youtube-Video gucken, wie der Mensch aussieht, wenn er spricht, ob ich ihn oder sie sympathisch finde. Ich habe es bei der netten Schauspielerin dann einfach vergessen, weil ich andere Sachen gemacht habe. Herumgewurstelt. Dies und das, aber so gut wie nichts im Internet. Wäsche gewaschen. Den Kühlschrank neu eingeräumt. Meine Schminkstifte angespitzt. Sahne geschlagen. Gelesen. Nachgedacht. Eine neue Tafel von der dunklen Schokolade mit den ganzen Haselnüssen angebrochen. Dann ist mir, als ich so auf dem Teppich saß und Richtung Fenster und Sonne guckte, aufgefallen, dass ich das, was ich gerade sehe, ja schon einmal oder auch zweimal fotografiert habe, und dass es doch eigentlich einfach wäre, einen kleinen Blogeintrag zu machen, mit den Fotos, auf denen man ja genau sehen kann, was ich gesehen habe. Heute, an diesem Nachmittag Anfang März Zweitausenddreizehn, auch wenn die Bilder von Zweitausendzehn sind. Was machen schon drei Jahre Unterschied, bei so einem Motiv. Das stachelige Ding ist noch größer. Doch, es macht einen Unterschied. Es hat zwei seitliche Triebe bekommen, mit lanzenförmigen Blättern. Aber oben, vor dem dreieckigen Fensterausschnitt sieht es immer noch aus wie damals. Und vorhin, es war schon dunkel, kam ich auf einmal auf die Idee, nachzuschauen, ob es von den damaligen live streams jener a2n 2009 vielleicht konservierte Mitschnitte im Netz gibt, besonders von der Session mit Amanda Palmer, und ich mich vielleicht selber darin angucken könnte. Tatsächlich habe ich die Aufzeichnungen gefunden und nach mir selber Ausschau gehalten. Denn das war ja, was ich damals nicht gesehen habe. Das andere kannte ich schon. Leider war das, was nach der Session noch passierte, nicht mit drauf. Amanda hatte noch ein extra Interview im selben Raum und ich wurde als Mitglied des Dokumentatoren-Teams auch für ein paar Worte vors Mikro und die weiter laufende Kamera gezogen. Schade, dass das nicht mit drauf ist. Eigenartig, mich in einer Jahre zurück liegenden live Aufzeichnung zu sehen, möglichst unauffällig hinter der Runde vorbeihuschend, weil das der einfachste Weg für die Perspektive von links war, in meiner Bambi-Jacke mit den Sternen. Und den schwarzen Indianerhaaren. Und nach und nach habe ich ein paar inzwischen trockene Kleidungsstücke zurück in meinen Schrank geräumt und den Rest auf sämtliche Heizkörper verteilt. Und jetzt wird alles trocken sein.

21. Februar 2013

Ja, ich weiß. So fesselt man keine Leser. Und reißt keine neuen auf. Gebt mich nicht auf. Immerhin habe ich seit neun Jahren keine einzige Pause gemacht. So viele Sachen mitgeteilt. Geteilt. Mit Euch und Ihnen geteilt. Man kann auch zurückblättern. Die Abstände waren nicht immer so groß. Und Bilder gab es immer. Mein unausgesetzter Bilderstrom. An dem ich auch jetzt weiter arbeite. Mir gehen nur auch noch viele Sachen durch den Kopf, die heute, gestern und vorgestern zu filigran und persönlich sind, um sie zu zu veröffentlichen. Ach ja. Ihr kennt das ja. Wenn man Blogger persönlich trifft, erfährt man immer sehr schnell sehr viel, was über das Veröffentlichte hinaus geht. Interessanerweise ist so gut wie immer Vertrauen da, dass man das unter vier Augen oder auch sechs oder acht eher offenbaren kann, als im Blog. Ich glaube, mit das Besonderste an dieser Bloggerei ist, dass man im richtigen Leben auf Menschen treffen kann, die tatsächlich aus irgendeinem Grund an genau der seltsamen Kombination von Themen in den Einträgen von – zum Beispiel Gaga Nielsen – interessiert sind, wie man sie mit dieser dezidierten Aufmerksamkeit nur alle zwanzig Jahre durch andere Zufälle im richtigen Leben trifft. Oder traf. Die alle zwanzig Jahre Anderen beschäftigen mich gerade gedanklich. Die Wege, die sich zwingend, schicksalshaft kreuzten. Und was danach geschah, daraus wurde. Wie sich Intensität in Vakuum transformieren kann. Bevor ich dieses Blog schrieb, gab es zum Teil noch dichteres, intensiveres Schreiben. Ganz früher in täglichen persönlichen Aufzeichnungen, später im Austausch mit einem nahen Gegenüber. Wenn das dokumentiert ist, kann man viel über sich in der Vergangenheit erfahren. Wenn es zugänglich ist, wie bei mir der Fall. Es kann bestürzen, wie nah eine Zeit rückt, die so versunken schien und Gefühle in Erinnerung bringt, an die man sich nicht einmal mehr dunkel erinnern konnte. Ich lese und werde gewahr, dass es Ereignisse und Begegnungen gab, die mich tief erschütterten, zutiefst, und ich kann nicht einmal den Ablauf jenes Tages erinnern, oder den genauen Ort, weil ich nur existenzielle Gefühlsregungen vermerkte. Und in meiner Wohnung Reliquien finde, wenn ich sie sehe oder suche. Dinge, die immer da sind, die man nicht mehr sieht. Die ich nicht mehr sehe. Ein Teil meines kleinen Universums. Eine riesige Astgabel aus dem Grunewald, an die Scheibe der Balkontür gelehnt. So selbstverständlich, wie die alte Kaffeetasse mit dem großen Sprung und dem Versace-Logo am Boden. Gleichermaßen mit schlafwandlerischem Blick darübergestreift, kaum mehr wahrgenommen. Die große Bedeutung vergessen (nicht der Kaffeetasse). Vielleicht, bestimmt ist es auch gut, dass wir nicht in jedem Moment jeden vergangenen Vulkanausbruch aufs Neue empfinden. Aber ich weiß, dass mich die Worte wieder finden. Und ich die Worte. Denn es hört nicht auf.

16. Februar 2013
16. Februar 2013
15. Februar 2013
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Singstunde mit Ständchen, Zigeunerjungen u. einsamen Mädchen.
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11. Februar 2013
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Gaga Nielsens Neujahrsansprache vom 11. Februar 2013 zum chinesischen Neujahr (dem Jahr der Schlange!) und tolles Geheimwissen über Prominente (Wencke Myhre, Bata Illic, Daniel Gérard, Suzi Quatro, Neil Diamond, Udo Jürgens, Katja Epstein u.v.m.) und chinesische Sternzeichen aus der Zeitschrift Melanie!!!
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03. Februar 2013
04. Februar 2013
Ich war im Schuhgeschäft. Zuerst bei Leiser, dann im KadeWe, dann im Schuh-Dings-Universum oder so ähnlich und dann bei Deichmann. Alle hintereinander am Tauentzien. Die Verkäuferinnen waren sehr nett und stets zu Diensten. Ich wollte aber alleine nur mal so gucken und dann eventuell fragen, ob, falls mir einer gefällt (also ein Stiefel, ich habe nur nach Stiefeln geguckt), also ob das Modell auch noch im Lager in meiner Größe da wäre, falls es nicht bei den zum Teil darunter gestapelten Kartons dabei sein sollte, wie es in den günstigeren Geschäften gerne so dargeboten wird. Im KadeWe natürlich nicht. Da ist die Schuhabteilung mehr so eine elegante Lounge mit schicken Sechziger Jahre-Sesselchen und Teppichen und einer Couch mit großen, weichen Kissen. Da kann man dann die feinen Prada-, Fendi- und Stuart Weitzman-Modelle anprobieren. Oder anprobieren lassen! Die Verkäuferin hilft auch gerne beim Schuh-Anziehen. Ach, die Verkäuferinnen im KadeWe! Und die adretten Visagisten in der Parfümerie- und Kosmetikabteilung. Na ja, es gab keine Stiefelchen mehr von der Sorte, die in meinem Kopf war. Aber eigentlich wollte ich ja nur erzählen, dass bei Deichmann auch so eine Wand war mit hochgestapelten Kartons, und immer so stufenweise stand ein Modell auf dem obersten Karton. Bis unter die Decke. Und auf ein paar Karton-Türmchen stand auf jeder Schachtel: Schlanker Fuß! Da habe ich so bei mir gedacht: das ist ja mal ein toller Teaser, auf dem Karton zu behaupten, der Schuh macht einen schlanken Fuß! Das hat mir irgendwie gut gefallen, weil ja jeder einen schlanken Fuß haben möchte. Ein paar Regale weiter ist mir dann aber aufgefallen, dass nicht auf jeder Schachtel von der Marke „Schlanker Fuß!“ draufsteht. Und dann habe ich doch begreifen müssen, dass es wohl mehr so eine Angabe zur idealen Passform war. Also für Damen mit bereits ohne Schuh schlankem Fuß. Ich war dann ein bißchen desillusioniert, weil mir die Werbebotschaft, die ja auch ziemlich dreist gewesen wäre, doch irgendwie besser gefallen hat, als der nüchterne Hinweis, dass das Modell von Frauen mit breiten Füßen erst lieber gar nicht anprobiert werden muss. Ich habe aber dann zufällig einen Stiefel gefunden, ohne „Schlanker Fuß!“ drauf. Daheim habe ich dann meine alten Stiefel ausgezogen und in den Mülleimer gestopft. Sie waren nämlich schon ganz kaputt. Nur die Sohle war noch gut. Schade. Dafür ist jetzt wieder Platz für die neuen Stiefelchen. Ich habe einen sehr schönen Karton dazubekommen. Mit dem Karton unter dem Arm bin ich dann stolz nach Hause gestiefelt. Toll, endlich was gekauft! Ich muss noch etwas gestehen, ich habe auch schon am Samstag was gekauft, aber ich sage noch nicht was. Zweimal das gleiche Modell in zwei Farben. Ich schäme mich aber ein bißchen, weil es arg preisgünstig war (wegen schlimmer Kinderarbeit und was man immer alles so hört!). Aber es hat mir so gut gestanden, sogar in dem blöden Umkleidekabinenspiegel. Also gut, ich verrate was es ist: zwei kurze Mäntelchen, Trenchcoats, der eine knallrot und der andere wie Wüstensand. Und daheim im Internet habe ich gesehen, dass es von der teuren Burberry-Marke ein Modell gibt, das genauso wie mein roter Mantel ausschaut. Hab ich mich dann doch gefreut. Dass alle Verkäuferinnen supernett waren, habe ich schon erwähnt. Man kann es immer wieder erwähnen. Aber ich bin auch nett zu den Verkäuferinnen. Vielleicht war es auch die Zauberkraft von meinem Mantel aus Kuhfellteddy. Der zieht die Aufmerksamkeit des Verkaufspersonals auf sich! Auch bei Leiser kam gleich eine angerannt, eine richtige Lady. Es war mir fast unangenehm, dass ich nichts gekauft habe. Es gab schicke schwarze Lackstiefel, flache (das sieht nicht so nuttig aus, in Kombination mit dem Lack, deswegen toll) auch von Stuart Weitzman glaub ich. Ich hätte aber nach der Größe fragen müssen. Und wollte erst vernünftige schwarze Lederstiefel kaufen. Habe ich dann ja auch gemacht. Einkaufs-Erlebnisaufsatz fertig!
04. Februar 2013
Ich war im Schuhgeschäft. Zuerst bei Leiser, dann im KadeWe, dann im Schuh-Dings-Universum oder so ähnlich und dann bei Deichmann. Alle hintereinander am Tauentzien. Die Verkäuferinnen waren sehr nett und stets zu Diensten. Ich wollte aber alleine nur mal so gucken und dann eventuell fragen, ob, falls mir einer gefällt (also ein Stiefel, ich habe nur nach Stiefeln geguckt), also ob das Modell auch noch im Lager in meiner Größe da wäre, falls es nicht bei den zum Teil darunter gestapelten Kartons dabei sein sollte, wie es in den günstigeren Geschäften gerne so dargeboten wird. Im KadeWe natürlich nicht. Da ist die Schuhabteilung mehr so eine elegante Lounge mit schicken Sechziger Jahre-Sesselchen und Teppichen und einer Couch mit großen, weichen Kissen. Da kann man dann die feinen Prada-, Fendi- und Stuart Weitzman-Modelle anprobieren. Oder anprobieren lassen! Die Verkäuferin hilft auch gerne beim Schuh-Anziehen. Ach, die Verkäuferinnen im KadeWe! Und die adretten Visagisten in der Parfümerie- und Kosmetikabteilung. Na ja, es gab keine Stiefelchen mehr von der Sorte, die in meinem Kopf war. Aber eigentlich wollte ich ja nur erzählen, dass bei Deichmann auch so eine Wand war mit hochgestapelten Kartons, und immer so stufenweise stand ein Modell auf dem obersten Karton. Bis unter die Decke. Und auf ein paar Karton-Türmchen stand auf jeder Schachtel: Schlanker Fuß! Da habe ich so bei mir gedacht: das ist ja mal ein toller Teaser, auf dem Karton zu behaupten, der Schuh macht einen schlanken Fuß! Das hat mir irgendwie gut gefallen, weil ja jeder einen schlanken Fuß haben möchte. Ein paar Regale weiter ist mir dann aber aufgefallen, dass nicht auf jeder Schachtel von der Marke „Schlanker Fuß!“ draufsteht. Und dann habe ich doch begreifen müssen, dass es wohl mehr so eine Angabe zur idealen Passform war. Also für Damen mit bereits ohne Schuh schlankem Fuß. Ich war dann ein bißchen desillusioniert, weil mir die Werbebotschaft, die ja auch ziemlich dreist gewesen wäre, doch irgendwie besser gefallen hat, als der nüchterne Hinweis, dass das Modell von Frauen mit breiten Füßen erst lieber gar nicht anprobiert werden muss. Ich habe aber dann zufällig einen Stiefel gefunden, ohne „Schlanker Fuß!“ drauf. Daheim habe ich dann meine alten Stiefel ausgezogen und in den Mülleimer gestopft. Sie waren nämlich schon ganz kaputt. Nur die Sohle war noch gut. Schade. Dafür ist jetzt wieder Platz für die neuen Stiefelchen. Ich habe einen sehr schönen Karton dazubekommen. Mit dem Karton unter dem Arm bin ich dann stolz nach Hause gestiefelt. Toll, endlich was gekauft! Ich muss noch etwas gestehen, ich habe auch schon am Samstag was gekauft, aber ich sage noch nicht was. Zweimal das gleiche Modell in zwei Farben. Ich schäme mich aber ein bißchen, weil es arg preisgünstig war (wegen schlimmer Kinderarbeit und was man immer alles so hört!). Aber es hat mir so gut gestanden, sogar in dem blöden Umkleidekabinenspiegel. Also gut, ich verrate was es ist: zwei kurze Mäntelchen, Trenchcoats, der eine knallrot und der andere wie Wüstensand. Und daheim im Internet habe ich gesehen, dass es von der teuren Burberry-Marke ein Modell gibt, das genauso wie mein roter Mantel ausschaut. Hab ich mich dann doch gefreut. Dass alle Verkäuferinnen supernett waren, habe ich schon erwähnt. Man kann es immer wieder erwähnen. Aber ich bin auch nett zu den Verkäuferinnen. Vielleicht war es auch die Zauberkraft von meinem Mantel aus Kuhfellteddy. Der zieht die Aufmerksamkeit des Verkaufspersonals auf sich! Auch bei Leiser kam gleich eine angerannt, eine richtige Lady. Es war mir fast unangenehm, dass ich nichts gekauft habe. Es gab schicke schwarze Lackstiefel, flache (das sieht nicht so nuttig aus, in Kombination mit dem Lack, deswegen toll) auch von Stuart Weitzman glaub ich. Ich hätte aber nach der Größe fragen müssen. Und wollte erst vernünftige schwarze Lederstiefel kaufen. Habe ich dann ja auch gemacht. Einkaufs-Erlebnisaufsatz fertig!
03. Februar 2013
01. Februar 2013
A TIGER IS A TIGER, NOT A LAMB, MEIN HERR.
KIT KAT GANG Reunited.
„Liza Minnelli joins her Cabaret co-stars for 40th anniversary in Manhattan’s Ziegfeld Theatre – where the movie originally premiered in 1972. (…) Cabaret hasn’t been shown in a decade because one of the film reels had a vertical scratch. Restorers recently went frame by frame through the entire film – all 1.4million of them. The work was so time-consuming that the 40th anniversary last year was missed.“ Lucy Buckland, Daily Mail, 1 February 2013
30. Januar 2013
Nur ein kleiner Link zu einem kleinen Kommentar. Mein Schweigen im Walde ist ein Aspekt eines Heilprozesses. Es gibt Abgründe. In allen erdenklichen Richtungen. In sensiblen Lebensbereichen ist es konstruktiver, das Trümmerfeld gründlich zu räumen, anstatt aus den alten Trümmern notdürftig auf die Schnelle etwas zurechtzuzimmern. Manches bleibt darum überlebensnotwendig kryptisch. Nicht jede Wunde verträgt unerbittliches Tageslicht. Ich bitte um Rücksicht, wenn auch kein Verständnis. Behutsamkeit. Meine Erfahrung lehrt, dass die Halbwertzeit bei Gaga Nielsen-Wunden circa fünfzehn bis zwanzig Jahre beträgt. Manchmal auch dreißig. Schauen Sie gegen Zweitausenddreißig noch mal vorbei, dann bin ich vielleicht ansatzweise so weit zu erhellen, was ich heute nicht fertig bringe.
27. Januar 2013
http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=77094009&color=55514e&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
Es schneit.
Berlin, 27. Januar 2013
►watch on youtube
16. Januar 2013




http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=124984


Keine lustigen Flughafenwitzchen hier. Weiterklicken oder Gaga Nielsen-Bildchen gucken. Ich komme auch so, wohin ich will. Die Luftbrücke steht. Außerdem wartet im Kanzleramt rund um die Uhr mein künftiger blauer Diensthubschrauber. Ja, ich höre schon auf. Immer diese Angebereien. Ich habe mir übrigens immer noch keine neuen Anziehsachen gekauft. Ein Stück würde ja auch reichen. Eins mit Aha-Effekt! Ich stelle mir ein sensationell runtergesetztes Teil vor, das einem ohne Sparguthaben immer noch unverschämt teuer vorkommen würde. Das gibt mehr Luxus-Gefühl, als wie wenn irgendein billiger Plunder halt noch billiger ist. Teuer darf es sein, aber im Vergleich zum Ursprungspreis spektakulär günstiger! Das stachelt meinen Sportsgeist mehr an. Etwas neuer ist für mich die Erkenntnis, dass sehr spezielle Kleidungsstücke und Zubehör mit dem richtigen Etikett drin ja auch einen Wiederverkaufswert haben. Ach nein, eigentlich ist mir das doch egal. Aber für’s Gefühl ist es interessant, wenn man mal wieder pleite ist, und dann hat man diesen speziellen sonderangefertigten Schrankkoffer aus Frankreich mit eingeprägten Gaga-Nielsen-Initialen. Ein echtes Sammlerstück, das auf keinen Fall an Wert verliert. Schrankkoffer brauche ich allerdings gerade keinen. Ich brauche eigentlich gar nichts. Außer vielleicht mal eine neue warme Strumpfhose und demnächst mal wieder Unterwäsche. Also kann es sich nur um ein überflüssiges Luxus-Kleidungsstück handeln. Eventuell ein ansprechender Abendmantel oder dergleichen Extravaganzen. Nichts genaues weiß man nicht! Ja, mir fällt auch gerade auf, dass der Eintrag nichts mit den Bildern zu tun hat. Egal. Man muss sich auch mal etwas leisten. Außerdem darf ich jetzt nicht mehr weiterschreiben, weil ich mein Schlafkonto schon wieder reichlich überzogen habe. Ein Glück, dass ich morgen nur ungefähr mittelsuper aussehen muss. Kein Termin, außer zum Foto vor dem Kleiderschrank. Übrigens – 16. Januar – nur noch vier Wochen, dann bin ich endlich fertig mit dem Geknipse. Jetzt aber Zähneputzen und anschließend noch mal gründlich mit Zwetschgenwasser gurgeln, gegen die Bakterien. Nur mal als Tipp.
17. Januar 2013
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Ein kleiner Schritt für Gaga Nielsen, ein großer Schritt für die Menschheit. Gaga Nielsen iam Bundestag! Nur wenige Meter trennen Gaga Nielsen noch vor ihrem offiziellen Einzug ins Kanzleramt. Damals, am 19. August 2012 war es endlich so weit! Wie oft hat sie in Gedanken schon in der Tradition von Dings – äh – wie hieß er noch – Helmut – Harald – Günter – Gerhard! Schröder – an den Stäben gerüttelt. Wie Rilkes Panther ist sie innerlich stetig auf- und abgetigert, in ihrem kleinen, ohnmächtigen Käfig in der Auguststraße, von wo man das Kanzleramt ja doch nur erahnen kann. So, ich finde das langt jetzt zur Einstimmung. Aus dem Eintrag von gestern ist übrigens – dank mich ganz stark inspirierender bilateraler Kommentartätigkeit (Danke an Frau Arboretum!) (und vor allem auch von mir selber) – ein schöner Strang zum Thema „Wie haut Gaga Nielsen ihr fleißig Angespartes demnächst mit möglichst exclusiven Anziehsachen aus dem Fenster?“, geworden. Es geht garantiert mit keiner Silbe um das Paul-Löbe-Haus, obwohl man das denken könnte, wegen der Fotos, die ich dazu in mein kleines Album eingeklebt habe. Mein Ehrenwort! Und hiermit möchte ich den heutigen Blogeintrag auch schon wieder schließen. Es ist Schlafenszeit. Und ich meine, Sie könnten jetzt auch mal so ganz langsam ans Zähneputzen denken.
16. Januar 2013




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Keine lustigen Flughafenwitzchen hier. Weiterklicken oder Gaga Nielsen-Bildchen gucken. Ich komme auch so, wohin ich will. Die Luftbrücke steht. Außerdem wartet im Kanzleramt rund um die Uhr mein künftiger blauer Diensthubschrauber. Ja, ich höre schon auf. Immer diese Angebereien. Ich habe mir übrigens immer noch keine neuen Anziehsachen gekauft. Ein Stück würde ja auch reichen. Eins mit Aha-Effekt! Ich stelle mir ein sensationell runtergesetztes Teil vor, das einem ohne Sparguthaben immer noch unverschämt teuer vorkommen würde. Das gibt mehr Luxus-Gefühl, als wie wenn irgendein billiger Plunder halt noch billiger ist. Teuer darf es sein, aber im Vergleich zum Ursprungspreis spektakulär günstiger! Das stachelt meinen Sportsgeist mehr an. Etwas neuer ist für mich die Erkenntnis, dass sehr spezielle Kleidungsstücke und Zubehör mit dem richtigen Etikett drin ja auch einen Wiederverkaufswert haben. Ach nein, eigentlich ist mir das doch egal. Aber für’s Gefühl ist es interessant, wenn man mal wieder pleite ist, und dann hat man diesen speziellen sonderangefertigten Schrankkoffer aus Frankreich mit eingeprägten Gaga-Nielsen-Initialen. Ein echtes Sammlerstück, das auf keinen Fall an Wert verliert. Schrankkoffer brauche ich allerdings gerade keinen. Ich brauche eigentlich gar nichts. Außer vielleicht mal eine neue warme Strumpfhose und demnächst mal wieder Unterwäsche. Also kann es sich nur um ein überflüssiges Luxus-Kleidungsstück handeln. Eventuell ein ansprechender Abendmantel oder dergleichen Extravaganzen. Nichts genaues weiß man nicht! Ja, mir fällt auch gerade auf, dass der Eintrag nichts mit den Bildern zu tun hat. Egal. Man muss sich auch mal etwas leisten. Außerdem darf ich jetzt nicht mehr weiterschreiben, weil ich mein Schlafkonto schon wieder reichlich überzogen habe. Ein Glück, dass ich morgen nur ungefähr mittelsuper aussehen muss. Kein Termin, außer zum Foto vor dem Kleiderschrank. Übrigens – 16. Januar – nur noch vier Wochen, dann bin ich endlich fertig mit dem Geknipse. Jetzt aber Zähneputzen und anschließend noch mal gründlich mit Zwetschgenwasser gurgeln, gegen die Bakterien. Nur mal als Tipp.
13. Januar 2013

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Weiter. Immer der Nase nach, am Reichstagsufer entlang. Gerade noch im ARD-Hauptstadtstudio, stehe ich auf einmal vor dem Grundgesetz. Gleich hinter den ehemaligen Reichstag, heute deutscher Bundestag, das Dings mit der gläsernen Kuppel. Der schöne moderne große Platz dahinter, mit der großen Treppe zum Spreeufer heißt Friedrich-Ebert-Platz. Welches brandneue politische Amt hatte Friedrich Ebert? Erster Reichspräsident der neugeborenen Weimarer Republik! Vorher hatten wir einen Kaiser! (…) „Die letzte, von den Ereignissen bereits überholte Initiative Wilhelms war der am späten Vormittag des 9. November [1918] gefasste Entschluss, zwar als Kaiser, nicht aber als preußischer König abzudanken. Die Revolution hatte mittlerweile Berlin erfasst. Während in Spa an einer entsprechenden Abdankungsurkunde gearbeitet wurde, traf die Nachricht ein, dass Max von Baden seinerseits die Abdankung Wilhelms als Kaiser und König bekanntgegeben und Friedrich Ebert das Amt des Reichskanzlers übertragen hatte. Durch dieses Manöver versuchte der badische Prinz in letzter Minute, den revolutionären Druck zu kanalisieren und die faktisch schon nicht mehr bestehende Monarchie als solche zu retten. Am selben Tag riefen Philipp Scheidemann von der SPD und Karl Liebknecht vom Spartakusbund die Republik aus.“ Wenn man bedenkt, dass man solche Sachen halbwüchsigen Kinder nahezubringen versucht, die vollauf beschäftigt sind, sich mit der Gesetzgebung der realen Familien-, Kultur-, Bildungs- und Wirtschaftspolitik ihrer Eltern auseinanderzusetzen, wundert mich nicht, dass sich das keiner so genau merkt, in dem Alter. Ich jedenfalls nicht. Ja freilich, der Name und die grobe Funktion ist natürlich schon ein Begriff, aber die Details und Ursachen der Historie? Das sind bei mir schon sehr grobe Erinnerungsbrocken. Wenn man nicht gerade Geschichte auf Lehramt studiert oder bei Günther Jauch zum Millionär werden will. Na gut. Ich muss mich jetzt natürlich wieder eindringlicher damit beschäftigen, schließlich muss ich ja wissen, was die Amtsvorgänger geleistet haben. Aber damit soll es hier auch schon wieder genug sein, mit gebührenfreiem Nachhilfeunterricht. Der Sommertag steht dem Platz gut. Und mir auch. So wie in der Ecke stelle ich mir ein bißchen Sidney vor. Ich war da noch nie, aber bestimmt ist Berlin nirgendwo mehr Sidney als hier. Dass die grausamsten, revolutionärsten und Fortschritt verheißendesten Schlüsselereignisse der jüngeren deutschen Geschichte konzentriert in Berlin geschehen sind, ist keine hingebungsvolle Übertreibung. Wenn man sich gerne auf geschichtsträchtigem Terrain bewegt, ist man dort, und in Berlin überhaupt, goldrichtig. Man sollte unbedingt an einem sonnigen Tag einmal den ganzen Spreebogen entlanglaufen, so wie ich auf meinem Weg zum Kanzleramt. Mit jedem Schritt zeigt sich die Architektur futuristischer, und das Kanzleramt setzt dem Ganzen die Krone auf. Dazwischen liegt noch das Paul-Löbe-Haus. Man sieht in der Strecke da oben schon den linken Flügel. Viele Bilder, auch noch davon. Ich mache das ja nur einmal in so umfassender Weise. Ich habe nicht vor, das noch weitere Male ausgiebig zu dokumentieren. Aber sicher werde ich nicht das letzte Mal dort entlanggelaufen sein. Man kann dort gut Luft holen, die Weite eines großzügigen urbanen Raumes unter großem freien Himmel spüren. Wie man es sonst nur von den weiten Ebenen einer Wildnis oder Wüsten kennt.
07. Januar 2013

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ARD-Hauptstadtstudio, Wilhelmstraße 67 a / Ecke Reichstagsufer.
05. Januar 2013
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Steffen Seibert, der Regierungssprecher, am 19. August 2012.
06. Januar 2013


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Gaga Nielsen spaziert am 19. August 2012 vom Bundespresseamt zum Regierungsviertel, immer am Reichstagsufer entlang, wo an diesem heißen Augusttag das Berliner Wassertaxi „Summerwind“ mit sonnenbeschirmten Ausflüglern vorbeischippert. Zitat Flickrstream
05. Januar 2013
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Steffen Seibert, der Regierungssprecher, am 19. August 2012.
03. Januar 203


Je länger ich mir die Bilder anschaue, umso mehr könnte ich mir mittlerweile sogar vorstellen, Europa zu reg repräsentieren. Ich vermute, das hat irgendetwas mit angeborener, aber nicht vererbter Veranlagung zu tun. In meiner Verwandtschaft gibt es niemanden, den ich dafür auch nur im Allerentferntesten für ausreichend geeignet hielte. Meine Vermutung ist, dass der grundlegende Charakter doch bei der Geburt irgendwie sehr speziell individuell zusammengewürfelt wird. Da können völlig abweichende Sachen dabei herauskommen, die die Altvorderen in tausend Jahren nie für möglich gehalten hätten. Selbst strikteste Erziehungsmaßnahmen können solche Sachen nicht mit der Wurzel ausreißen oder endgültig austreiben. Bin ich das perfekte Beispiel. Eigensinnig und traditionsdesinteressiert bis zuletzt. Egal, was die fassungslose Verwandtschaft davon hält. Aber ich wollte ja gar nicht in später Nacht solche abgründigen Sachen hier zum Besten geben. Vielmehr ein paar Anmerkungen zum Bundespresseamt. Ich bin ja von der Dorotheenstraße gekommen, da war eine Bühne im Hof, wo der Regierungssprecher Steffen Seibert ein Interview hatte. Ich bin ins Gebäude und wollte die für mich interessantesten Räume anschauen, nämlich das Büro vom Regierungssprecher und die Kantine. Die beiden Sachen haben mich am allermeisten interessiert, die wissenschaftlichen Kinderspielchen, die da in dem einen Raum aufgebaut waren, weniger. Aber leider waren gerade die beiden Räumlichkeiten nicht zugänglich. Und sonst gibt es halt nicht viel zu sehen, so ein Bundespresseamt ist ja auch kein Museum. Da sind ein paar Büros drin, und wenn man die gar nicht angucken kann, sondern nur so Schautafeln, wo draufsteht „Politik für alle Generationen“, wird es auch schnell ein bißchen langweilig.


Deswegen habe ich mit der Europafahne schon mal ein bißchen geübt, wie das kommt, mit mir im Vordergrund. Auch wegen später, wegen der ganzen Neujahrsansprachen und so weiter. Da hat man dann ja auch immer Fahnen links und rechts. Das Blau steht mir doch recht gut, stelle ich fest. Besser als die Deutschlandfahne. Aber das ist Zukunftsmusik! Nach einer Weile hat sich der völlig überhitzte Steffen Seibert dann auch wieder ins kühlere Gebäude begeben, und diversen Reportern Fragen zu seinem Getwittere und so weiter beantwortet. Er hatte dabei sein IPad auf dem Schoß und es auch angemacht. Man hat auch gesehen, dass er es wirklich selber benutzt, auf der Scheibe und dem Lederumschlag waren lauter Fingerabdrücke. Da könnte man eventuell mal mit so einem Wildleder-Reinigungsspray drübergehen. Da kommt wieder die Jungfrau durch! Auf jeden Fall kriegt Steffen Seibert eine extra Strecke. Nicht weil ich in ihn verliebt bin, oder sonst irgendwie Fan, sondern weil es meinem natürlichen Ordnungssinn entspricht. Das eine ist eben das Bundespresseamt mit Gaga Nielsen und das andere ist eben der Regierungssprecher. Das sollte man nicht durcheinander schmeißen, sonst kommen die Regierungsgeschäfte durcheinander. Ich bemühe mich, die Bilder vom Reg.-Sprecher ungefähr morgen zu posten. Sofern es meine Geschäfte zulassen!
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02. Januar 2013
Zwar nicht komplett nach Plan gelaufen, der Tag, aber trotzdem recht angenehm. Hier muss wieder mehr Leben in die Bude! Neues Jahr, neue Gepflogenheiten! Kann mich gar nicht erinnern, dass ich jemals in irgendeinem Jahr direkt zum Anfang irgendeinen Vorsatz gehabt hätte. Mehr so vage Ideen, was man sich mal erlauben könnte oder ausprobieren. Letztes Jahr war ich ja plötzlich im Mai, nachdem Sarkozy den Löffel abgegeben hat, schlagartig wieder bereit, alkoholische Getränke zu mir zu nehmen. Ich bleibe bis auf weiteres dabei, es hat mir noch nicht geschadet. Bildet man sich zumindest gerne ein.
Sehr merkwürdiges Ereignis heute auch: bei Ullrich am Zoo, (großer Supermarkt) ging ich heute mal zur Kasse auf der ganz anderen Seite. Ich war schon fertig mit Bezahlen und Einpacken und dabei, die Tasche zu schultern, als mich ein Mann, ca. Ende Vierzig, Anfang Fünfzig anspricht. Nun muss man vielleicht wissen, dass ich extrem selten im Alltag einfach so von der Seite angequatscht werde. Vielleicht war der Mann ja auch so alt wie ich, und ich habe ihn nur älter geschätzt. Ach so, ich bin ja auch schon Ende Vierzig, mehr oder weniger! Wie auch immer – er wandte sich mit folgenden Worten an mich (jetzt fällt mir überhaupt erst auf, dass er mich geduzt hat): „Kann es sein, dass ich dich von irgendwoher kenne?“ Ich innerlich ratter ratter ratter, „oh oh, ist das jetzt einer, der Blogs liest und mich von einem Foto erkannt hat oder wie oder was, oh je, oh je, was kommt jetzt?“ Er weiter: „Bist du öfter mal im A-Trane? Mittwochs immer? Zum grmpflgrmpfl – (nicht verstanden)?“ Ich: „Im A-Trane? Da war ich bestimmt schon seit… zehn Jahren ungefähr nicht mehr!“ Er: „Echt? Wirklich nicht? Ganz bestimmt nicht? Bist du SICHER?“. „Ja. Ich wohn in Mitte, ich bin nicht mehr so oft in dem Dreh hier“ „Achso! In Mitte, da ist ja das B-Flat!, na dann gehst du doch bestimmt immer ins B-Flat, oder? Da ist doch Mittwochs immer Dingsgrmspfrmpfl! (nicht verstanden)“. Ich: „Äh… ah…. ja, im B-Flat war ich auch schon länger nicht mehr“ Er: „Ja, aber das ist sehr gut, also mittwochs (!) gerade, das ist wirklich – – – !“ Ich: „Ja, im B-Flat, da sind schon auch gute Sachen, ja ja! Ich bin in Eile, ich muss los! Tschüss!“ Weg war ich. Also okay, er tat mir dann ein kleines bißchen leid, weil das mit der Eile ein bißchen geschwindelt war. Aber nur so halb! Auf dem Weg zur S-Bahn fiel mir plötzlich auf, dass ich einen leichten rheinländischen Tonfall identifiziert hatte und dachte so „Ach, guck! Das sagt man den Rheinländern ja immer nach, dass sie so kontaktfreudig sind!“ Für mich war das auf jeden Fall ein nettes Ereignis, weil ich es halt nicht oft erlebe. Ich weiß gar nicht, ob ich früher öfter angesprochen worden bin. Obwohl, im Supermarkt eigentlich noch nie. Ob ich eine jazzbegeisterte Doppelgängerin in Berlin habe? Vielleicht sollte ich mittwochs mal ins A-Trane! Ich glaube, ich schreibe jetzt vielleicht lieber nicht so detailliert, dass mir der Mann nicht so richtig gut gefallen hat, aber er war bestimmt Akademiker. Also gute Allgemeinbildung, vor allem in Sachen Jazz-Clubs in Berlin! Das war das erste besondere Ereignis mit Menschen heute.

Das zweite besondere Ereignis war bei Rossmann (in der Rosi). Ich habe Seife und Deo gekauft und da bin ich auf einmal an einem Regal vorbeigekommen, wo was Besonderes war. Etwas ganz Besonderes! Etwas, wofür ich eindeutig nicht die Zielgruppe bin! Eine Funktions-Babypuppe! Links von den Zahnpastas und rechts von den Haarfärbemitteln gab es in einem Meter Höhe (komisch, das können die kleinen Kinder dann ja gar nicht richtig sehen, fällt mir gerade auf), Schachteln mit irgendwie so rosa-lila oder hellblau angezogenen flauschigen Babypuppen mit putzigen Gesichtern. Ungefähr 40 bis 50 Zentimeter groß, vier Schachteln, immer zwei nebeneinander, und die Schachteln waren so offen, dass man richtig reingreifen konnte! Die Funktion war nämlich, dass die Babypuppe was kann, was Babypuppen „zu meiner Zeit“ nicht gekonnt haben! Ich war total neugierig, wie weit die Babypuppentechnik nun inzwischen ist, gut fünfundvierzig Jahre später, nachdem ich zuletzt mit so etwas gespielt habe. Auf der Schachtel standen wie so tags ungefähr acht verschiedene Comic-Blasen mit was drin. Zum Beispiel „Dadadada“ „Mama“ „Aua!“ „hihihihi“ usw. usf. Ich hab alles ausprobiert, es war ganz einfach! Ich habe die Babypuppe in der Schachtel fest an verschiedenen Stellen am Bauch gedrückt und an bestimmten Stellen ist ein bestimmtes Geräusch gekommen und zwar voll wie echt! Ein Audiofile wurde abgespielt mit der Aufnahme von einer echten, wirklich sehr putzigen Babystimme! Lauter Gebrabbel und Zeugs. Es nahm kein Ende! Ich konnte nicht mehr aufhören zu drücken. Es gab auch ein Schlaf- und ein Weingeräusch, aber das war langweilig. Am Lustigsten war das etwas empörte „Aua!“ Echt süß! Ich habe wirklich einen Moment überlegt, ob ich die Puppe kaufen soll. Ich glaube 11,99 Euro! Aber dann fand ich den Strampelanzug irgendwie zu unstylish und wohin damit, wenn man keine Lust mehr hat, dauernd „Aua!“ usw. zu hören? Das wird dann ja auch schnell langweilig, ich kenne mich! Na ja. Ich habe dann noch ein bißchen stereo mit den Puppen gespielt, den beiden Vordersten. Die eine hab ich weinen lassen und die andere durfte Aua machen und auch mal lachen! Das war schon eine tolle Show! Nach fünf Minuten habe ich dann aber schon alles gekannt und es hat mir gereicht. Aber toll war es doch. Ich habe viel gelacht und war guter Dinge. Insgeheim hatte ich sogar überlegt, ob ich nicht doch eine Babypuppe kaufe (obwohl ich als Kind ja ehrlich gesagt kein Babypuppentyp war – und ich fürchte auch heute nicht so richtig), also, ob ich nicht doch eine mitnehme, und ein Gaga Nielsen-Opus mache, in dem ich die Funktionen der Baby-Puppe vorführe. Ich kann ja nochmal drüber schlafen! Auf alle Fälle: ganz schön interessant, was heutzutage Babypuppenmäßig so geboten ist. Man hat nach ein paar Minuten Spielen eigentlich genau das Gefühl wie mit einem echten Baby, nur dass es anschließend nicht in die Windel kackt und nicht gefüttert werden muss. Sehr praktisch! Also ich kann die Puppe uneingeschränkt empfehlen. Noch vier Stück bei Rossmann!
Und dann auch noch nicht uninteressant, auch bei Rossmann, an der Kasse dann: hinter mir eine Frau ungefähr Anfang Dreißig, dunkelblond, sympathischer, entspannter Typ mit kleiner Tochter, ca. elf Jahre alt. Auch nett, das Mädchen, also so vom Gucken. Sagt die Mutti zur Kassiererin ganz feierlich: „HEUTE ist ein BESONDERER Tag!“ Ich auch gleich ganz gespannt wie ein Flitzebogen, was jetzt kommt. Mama: „Heute! Ihre erste Wimperntusche!“ Das Mädchen wirkte zwar noch sehr kindlich und lächelte ganz putzig dabei, man merkte aber, die Kleine hatte die Mama überredet. Das Kind war überhaupt nicht affig herausgeputzt oder überkandidelt, die Mama wirkte auch eher schlicht und praktisch und gar nicht grell. Die Wimpern der Kleinen, die blond war, waren ganz fein und sogar dunkel, aber sie wirkten nicht getuscht. Ich sage zur Mama: „Oh! Sie hat ja so schon dunkle Wimpern, auch ohne! Die hätte ICH gerne!“ Mama lacht: „da ist Wimperntusche drauf, wir haben mal ausprobiert! Aber nicht für jeden Tag! Nur mal so, gelegentlich!“ Sah sehr überzeugend echt aus und nicht angemalt. Ich sage noch: „Ja komisch oder? Farblose Wimpern kommen irgendwie nie in Mode.“ Das ganze Szenario war so entspannt und unverkrampft, dass mir so durch den Kopf ging, wie gut es die Kleine doch hat, dass sie ihre Mama lässig zu solchen Aktionen überreden kann. Man hatte auch überhaupt keinen Grund zur Befürchtung, dass da eine frühreife Lolita gezüchtet wird. Einfach nur ein neues Spielzeug, halt mal wie Buntstifte für die Wimpern. Wir haben uns fröhlich verabschiedet und raus gings auf die Rosi. Weiter durch die Sophie-Gips-Höfe, da spricht mich schon wieder einer an! Ein junger Mann, recht attraktiv! Aber diesmal nur wegen mangelnder Ortskenntnis. Ob ich mich hier auskennnen würde und wüsste, wo das „Alte Europa“ ist? Ich: „eh – gibt’s das denn überhaupt noch?“ Er: „soll wohl ganz in der Nähe…“ Dann fiel es mir wieder ein, der Laden, das Café da links vom Eingang zu den Sophie-Gips-Höfen, na klar, wo Deutschküche dransteht. Ich war da nur noch nie drin, obwohl ich seit bald vierzehn Jahren jeden Tag dran vorbeilaufe. Ein hübscher Junge, habe es ihm gezeigt, hat sich artig bedankt.
Also: ich hatte menschlichen Kontakt, heute nach meinem Tagwerk, sehr nett. Man wird bescheiden. Und dann hat sogar noch das Telefon geklingelt und ich bin sogar ran! Ich konnte nämlich Jan auf dem Display identifizieren, was ihn sehr gewundert hat, weil der doch meinte, er hätte die Rufnummernerkennung deaktiviert. War ein sehr schönes, langes Gespräch. Es hat gemenschelt! Über alles Mögliche und Gott und die Welt. Ach ja, ich wollte ihm ja noch ein paar Links raussuchen und zumailen, u. a. einen Clip mit Ellen von Unwerth, falls ich den finde. Muss ich noch machen vor dem Schlafengehen. Wegen dem ganzen Gemenschel heute gibt es also keine alten neuen Fotos vom letzten August heute, aber morgen wieder. Und dafür einen ganz schön langen Blogeintrag. Sollen sich bloß nicht beschweren, die Leser! Sonst ist Schluss hier! Morgen dann Bildchen vom Ausflug zum Bundespresseamt. Gute Nacht!
02. Januar 2013
Zwar nicht komplett nach Plan gelaufen, der Tag, aber trotzdem recht angenehm. Hier muss wieder mehr Leben in die Bude! Neues Jahr, neue Gepflogenheiten! Kann mich gar nicht erinnern, dass ich jemals in irgendeinem Jahr direkt zum Anfang irgendeinen Vorsatz gehabt hätte. Mehr so vage Ideen, was man sich mal erlauben könnte oder ausprobieren. Letztes Jahr war ich ja plötzlich im Mai, nachdem Sarkozy den Löffel abgegeben hat, schlagartig wieder bereit, alkoholische Getränke zu mir zu nehmen. Ich bleibe bis auf weiteres dabei, es hat mir noch nicht geschadet. Bildet man sich zumindest gerne ein.
Sehr merkwürdiges Ereignis heute auch: bei Ullrich am Zoo, (großer Supermarkt) ging ich heute mal zur Kasse auf der ganz anderen Seite. Ich war schon fertig mit Bezahlen und Einpacken und dabei, die Tasche zu schultern, als mich ein Mann, ca. Ende Vierzig, Anfang Fünfzig anspricht. Nun muss man vielleicht wissen, dass ich extrem selten im Alltag einfach so von der Seite angequatscht werde. Vielleicht war der Mann ja auch so alt wie ich, und ich habe ihn nur älter geschätzt. Ach so, ich bin ja auch schon Ende Vierzig, mehr oder weniger! Wie auch immer – er wandte sich mit folgenden Worten an mich (jetzt fällt mir überhaupt erst auf, dass er mich geduzt hat): „Kann es sein, dass ich dich von irgendwoher kenne?“ Ich innerlich ratter ratter ratter, „oh oh, ist das jetzt einer, der Blogs liest und mich von einem Foto erkannt hat oder wie oder was, oh je, oh je, was kommt jetzt?“ Er weiter: „Bist du öfter mal im A-Trane? Mittwochs immer? Zum grmpflgrmpfl – (nicht verstanden)?“ Ich: „Im A-Trane? Da war ich bestimmt schon seit… zehn Jahren ungefähr nicht mehr!“ Er: „Echt? Wirklich nicht? Ganz bestimmt nicht? Bist du SICHER?“. „Ja. Ich wohn in Mitte, ich bin nicht mehr so oft in dem Dreh hier“ „Achso! In Mitte, da ist ja das B-Flat!, na dann gehst du doch bestimmt immer ins B-Flat, oder? Da ist doch Mittwochs immer Dingsgrmspfrmpfl! (nicht verstanden)“. Ich: „Äh… ah…. ja, im B-Flat war ich auch schon länger nicht mehr“ Er: „Ja, aber das ist sehr gut, also mittwochs (!) gerade, das ist wirklich – – – !“ Ich: „Ja, im B-Flat, da sind schon auch gute Sachen, ja ja! Ich bin in Eile, ich muss los! Tschüss!“ Weg war ich. Also okay, er tat mir dann ein kleines bißchen leid, weil das mit der Eile ein bißchen geschwindelt war. Aber nur so halb! Auf dem Weg zur S-Bahn fiel mir plötzlich auf, dass ich einen leichten rheinländischen Tonfall identifiziert hatte und dachte so „Ach, guck! Das sagt man den Rheinländern ja immer nach, dass sie so kontaktfreudig sind!“ Für mich war das auf jeden Fall ein nettes Ereignis, weil ich es halt nicht oft erlebe. Ich weiß gar nicht, ob ich früher öfter angesprochen worden bin. Obwohl, im Supermarkt eigentlich noch nie. Ob ich eine jazzbegeisterte Doppelgängerin in Berlin habe? Vielleicht sollte ich mittwochs mal ins A-Trane! Ich glaube, ich schreibe jetzt vielleicht lieber nicht so detailliert, dass mir der Mann nicht so richtig gut gefallen hat, aber er war bestimmt Akademiker. Also gute Allgemeinbildung, vor allem in Sachen Jazz-Clubs in Berlin! Das war das erste besondere Ereignis mit Menschen heute.

Das zweite besondere Ereignis war bei Rossmann (in der Rosi). Ich habe Seife und Deo gekauft und da bin ich auf einmal an einem Regal vorbeigekommen, wo was Besonderes war. Etwas ganz Besonderes! Etwas, wofür ich eindeutig nicht die Zielgruppe bin! Eine Funktions-Babypuppe! Links von den Zahnpastas und rechts von den Haarfärbemitteln gab es in einem Meter Höhe (komisch, das können die kleinen Kinder dann ja gar nicht richtig sehen, fällt mir gerade auf), Schachteln mit irgendwie so rosa-lila oder hellblau angezogenen flauschigen Babypuppen mit putzigen Gesichtern. Ungefähr 40 bis 50 Zentimeter groß, vier Schachteln, immer zwei nebeneinander, und die Schachteln waren so offen, dass man richtig reingreifen konnte! Die Funktion war nämlich, dass die Babypuppe was kann, was Babypuppen „zu meiner Zeit“ nicht gekonnt haben! Ich war total neugierig, wie weit die Babypuppentechnik nun inzwischen ist, gut fünfundvierzig Jahre später, nachdem ich zuletzt mit so etwas gespielt habe. Auf der Schachtel standen wie so tags ungefähr acht verschiedene Comic-Blasen mit was drin. Zum Beispiel „Dadadada“ „Mama“ „Aua!“ „hihihihi“ usw. usf. Ich hab alles ausprobiert, es war ganz einfach! Ich habe die Babypuppe in der Schachtel fest an verschiedenen Stellen am Bauch gedrückt und an bestimmten Stellen ist ein bestimmtes Geräusch gekommen und zwar voll wie echt! Ein Audiofile wurde abgespielt mit der Aufnahme von einer echten, wirklich sehr putzigen Babystimme! Lauter Gebrabbel und Zeugs. Es nahm kein Ende! Ich konnte nicht mehr aufhören zu drücken. Es gab auch ein Schlaf- und ein Weingeräusch, aber das war langweilig. Am Lustigsten war das etwas empörte „Aua!“ Echt süß! Ich habe wirklich einen Moment überlegt, ob ich die Puppe kaufen soll. Ich glaube 11,99 Euro! Aber dann fand ich den Strampelanzug irgendwie zu unstylish und wohin damit, wenn man keine Lust mehr hat, dauernd „Aua!“ usw. zu hören? Das wird dann ja auch schnell langweilig, ich kenne mich! Na ja. Ich habe dann noch ein bißchen stereo mit den Puppen gespielt, den beiden Vordersten. Die eine hab ich weinen lassen und die andere durfte Aua machen und auch mal lachen! Das war schon eine tolle Show! Nach fünf Minuten habe ich dann aber schon alles gekannt und es hat mir gereicht. Aber toll war es doch. Ich habe viel gelacht und war guter Dinge. Insgeheim hatte ich sogar überlegt, ob ich nicht doch eine Babypuppe kaufe (obwohl ich als Kind ja ehrlich gesagt kein Babypuppentyp war – und ich fürchte auch heute nicht so richtig), also, ob ich nicht doch eine mitnehme, und ein Gaga Nielsen-Opus mache, in dem ich die Funktionen der Baby-Puppe vorführe. Ich kann ja nochmal drüber schlafen! Auf alle Fälle: ganz schön interessant, was heutzutage Babypuppenmäßig so geboten ist. Man hat nach ein paar Minuten Spielen eigentlich genau das Gefühl wie mit einem echten Baby, nur dass es anschließend nicht in die Windel kackt und nicht gefüttert werden muss. Sehr praktisch! Also ich kann die Puppe uneingeschränkt empfehlen. Noch vier Stück bei Rossmann!
Und dann auch noch nicht uninteressant, auch bei Rossmann, an der Kasse dann: hinter mir eine Frau ungefähr Anfang Dreißig, dunkelblond, sympathischer, entspannter Typ mit kleiner Tochter, ca. elf Jahre alt. Auch nett, das Mädchen, also so vom Gucken. Sagt die Mutti zur Kassiererin ganz feierlich: „HEUTE ist ein BESONDERER Tag!“ Ich auch gleich ganz gespannt wie ein Flitzebogen, was jetzt kommt. Mama: „Heute! Ihre erste Wimperntusche!“ Das Mädchen wirkte zwar noch sehr kindlich und lächelte ganz putzig dabei, man merkte aber, die Kleine hatte die Mama überredet. Das Kind war überhaupt nicht affig herausgeputzt oder überkandidelt, die Mama wirkte auch eher schlicht und praktisch und gar nicht grell. Die Wimpern der Kleinen, die blond war, waren ganz fein und sogar dunkel, aber sie wirkten nicht getuscht. Ich sage zur Mama: „Oh! Sie hat ja so schon dunkle Wimpern, auch ohne! Die hätte ICH gerne!“ Mama lacht: „da ist Wimperntusche drauf, wir haben mal ausprobiert! Aber nicht für jeden Tag! Nur mal so, gelegentlich!“ Sah sehr überzeugend echt aus und nicht angemalt. Ich sage noch: „Ja komisch oder? Farblose Wimpern kommen irgendwie nie in Mode.“ Das ganze Szenario war so entspannt und unverkrampft, dass mir so durch den Kopf ging, wie gut es die Kleine doch hat, dass sie ihre Mama lässig zu solchen Aktionen überreden kann. Man hatte auch überhaupt keinen Grund zur Befürchtung, dass da eine frühreife Lolita gezüchtet wird. Einfach nur ein neues Spielzeug, halt mal wie Buntstifte für die Wimpern. Wir haben uns fröhlich verabschiedet und raus gings auf die Rosi. Weiter durch die Sophie-Gips-Höfe, da spricht mich schon wieder einer an! Ein junger Mann, recht attraktiv! Aber diesmal nur wegen mangelnder Ortskenntnis. Ob ich mich hier auskennnen würde und wüsste, wo das „Alte Europa“ ist? Ich: „eh – gibt’s das denn überhaupt noch?“ Er: „soll wohl ganz in der Nähe…“ Dann fiel es mir wieder ein, der Laden, das Café da links vom Eingang zu den Sophie-Gips-Höfen, na klar, wo Deutschküche dransteht. Ich war da nur noch nie drin, obwohl ich seit bald vierzehn Jahren jeden Tag dran vorbeilaufe. Ein hübscher Junge, habe es ihm gezeigt, hat sich artig bedankt.
Also: ich hatte menschlichen Kontakt, heute nach meinem Tagwerk, sehr nett. Man wird bescheiden. Und dann hat sogar noch das Telefon geklingelt und ich bin sogar ran! Ich konnte nämlich Jan auf dem Display identifizieren, was ihn sehr gewundert hat, weil der doch meinte, er hätte die Rufnummernerkennung deaktiviert. War ein sehr schönes, langes Gespräch. Es hat gemenschelt! Über alles Mögliche und Gott und die Welt. Ach ja, ich wollte ihm ja noch ein paar Links raussuchen und zumailen, u. a. einen Clip mit Ellen von Unwerth, falls ich den finde. Muss ich noch machen vor dem Schlafengehen. Wegen dem ganzen Gemenschel heute gibt es also keine alten neuen Fotos vom letzten August heute, aber morgen wieder. Und dafür einen ganz schön langen Blogeintrag. Sollen sich bloß nicht beschweren, die Leser! Sonst ist Schluss hier! Morgen dann Bildchen vom Ausflug zum Bundespresseamt. Gute Nacht!
01. Januar 2013


Von A nach B. Von Alexandria nach Baalbek. Äh – falsch. Von A nach D. Von Auguststraße nach Dorotheenstraße. Da kommt man so hin: aus dem Haus von Gaga Nielsen rechts die Auguststraße entlanglaufen, Richtung Große Hamburger. Bitte überqueren, weiter bis zur Tucholskystraße, vorbei am KW. Dann bitte links abbiegen, vorbei am Keyser Soze und Stop am Eingang zur S-Bahn-Haltestelle „Oranienburger Straße“. Bitte die Treppe nach unten gehen und auf den Bahnsteig, wo die S-Bahn Richtung Friedrichstraße fährt. Es ist egal, welche man nimmt, weil auf der Seite alle über Friedrichstraße fahren müssen. Es ist auch gleich schon die nächste Haltestelle und man hätte auch fast laufen können, aber wir müssen Kräfte sparen, weil noch ein langer Ausflug vor uns liegt und die Schuhsohlen sonst unnötig abgelaufen werden. Dank BVG-Jahresabo entstehen uns keine extra Ausgaben für diese Fahrt, es ist somit eine kluge Entscheidung. Am S-Bahnhof Friedrichstraße nehmen wir den Ausgang zur Georgenstraße und laufen die Friedrichstraße entlang Richtung Dussmann-Haus. Bzw. die Richtung wo unser Modezar Harald Glööckler in seinem Penthouse residiert, das ist nämlich genau daneben. Aber ganz so weit gehen wir nicht, wir biegen bitte kurz vorher rechts in die Dorotheenstraße und laufen noch ein paar Schritte. Auf der rechten Seite, so schräg gegenüber von einem Park kommt dann das Bundespresseamt. Wir sind an unserem ersten Ziel angelangt. Dank hervorragender Gaga-Nielsen-Navigation. Ich könnte jetzt eventuell noch ein glückliches neues Jahr wünschen. Wäre vielleicht nicht verkehrt. Denn wenn ich ehrlich bin, ist heute gar nicht der 19. August 2012, sondern der 1. Januar 2013. Nur damit die Leser wissen, dass ich noch nicht komplett geistig verwirrt bin. Fühle mich übrigens den ganzen Tag schon irgendwie reichlich platt wie verkatert, trotz sehr geringfügigem Alkoholgenusses am Vortag. Mir ist, als wäre der erste Januar schon immer irgendwie unkomfortabel. Nicht der Höhepunkt von meinem Jahres-Biorhythmus. Das heißt, ab morgen wird das neue Jahr schon mal viel besser. Daher Glück auf! allen meinen Leserinnen und Lesern, die sich bis jetzt geoutet haben, haha! Die anderen müssen sich meine Glückwünsche erst noch durch umfangreiche, ansprechende Kommentartätigkeit verdienen!
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01. Januar 2013


Von A nach B. Von Alexandria nach Baalbek. Äh – falsch. Von A nach D. Von Auguststraße nach Dorotheenstraße. Da kommt man so hin: aus dem Haus von Gaga Nielsen rechts die Auguststraße entlanglaufen, Richtung Große Hamburger. Bitte überqueren, weiter bis zur Tucholskystraße, vorbei am KW. Dann bitte links abbiegen, vorbei am Keyser Soze und Stop am Eingang zur S-Bahn-Haltestelle „Oranienburger Straße“. Bitte die Treppe nach unten gehen und auf den Bahnsteig, wo die S-Bahn Richtung Friedrichstraße fährt. Es ist egal, welche man nimmt, weil auf der Seite alle über Friedrichstraße fahren müssen. Es ist auch gleich schon die nächste Haltestelle und man hätte auch fast laufen können, aber wir müssen Kräfte sparen, weil noch ein langer Ausflug vor uns liegt und die Schuhsohlen sonst unnötig abgelaufen werden. Dank BVG-Jahresabo entstehen uns keine extra Ausgaben für diese Fahrt, es ist somit eine kluge Entscheidung. Am S-Bahnhof Friedrichstraße nehmen wir den Ausgang zur Georgenstraße und laufen die Friedrichstraße entlang Richtung Dussmann-Haus. Bzw. die Richtung wo unser Modezar Harald Glööckler in seinem Penthouse residiert, das ist nämlich genau daneben. Aber ganz so weit gehen wir nicht, wir biegen bitte kurz vorher rechts in die Dorotheenstraße und laufen noch ein paar Schritte. Auf der rechten Seite, so schräg gegenüber von einem Park kommt dann das Bundespresseamt. Wir sind an unserem ersten Ziel angelangt. Dank hervorragender Gaga-Nielsen-Navigation. Ich könnte jetzt eventuell noch ein glückliches neues Jahr wünschen. Wäre vielleicht nicht verkehrt. Denn wenn ich ehrlich bin, ist heute gar nicht der 19. August 2012, sondern der 1. Januar 2013. Nur damit die Leser wissen, dass ich noch nicht komplett geistig verwirrt bin. Fühle mich übrigens den ganzen Tag schon irgendwie reichlich platt wie verkatert, trotz sehr geringfügigem Alkoholgenusses am Vortag. Mir ist, als wäre der erste Januar schon immer irgendwie unkomfortabel. Nicht der Höhepunkt von meinem Jahres-Biorhythmus. Das heißt, ab morgen wird das neue Jahr schon mal viel besser. Daher Glück auf! allen meinen Leserinnen und Lesern, die sich bis jetzt geoutet haben, haha! Die anderen müssen sich meine Glückwünsche erst noch durch umfangreiche, ansprechende Kommentartätigkeit verdienen!
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31. Dezember 2012

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Ich will ja nicht schon wieder prahlen, aber auch das üppig mit Holzperlen bestickte Hippie-Oberteil, ist vom schon ganz schön supercoolen Anziehsachenladen meines Vertrauens Who killed Bambi. Entschuldigen allerdings möchte ich mich für das doch arg altbackene Känguruh-Bauch-Täschchen in Silber-Türkisblau, das ausschließlich meinem staatstragenden Besuch im Kanzleramt geschuldet war. Umfangreiche Kontrollen und Bodychecks sind meine Sache nicht, also hieß es, eine sowohl diskrete, bequeme, als auch effiziente Lösung zu finden. Leider hatte die blöde weiße Hose keine einzige Hosentasche. Sicher hätte man alternativ überlegen können, Hausschlüssel, Kleingeld und BVG-Karte im BH zu verstauen, aber ich war mir unsicher, ob die Sicherheitsbeamten mit ihren geschickten Scannern nicht doch fündig geworden wären und das prüfende Gefummel wäre mir dann doch tendenziell unangenehm gewesen. Es hat dann auch prima geklappt, ich wurde praktisch durchgewunken, wie mir das in Anbetracht meiner künftigen Ämter auch zusteht. Der hohe Tag war mir sogar einen zeitnahen Blogeintrag wert. Ich erinnere: zunächst suchte ich den Bundespressesprecher in der Dorotheenstraße auf und spazierte dann weiter zum Kanzleramt, zwecks Inspektion meines künftigen Beatrix-blauen Diensthubschraubers und Probesitzens.

31. Dezember 2012

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Ich will ja nicht schon wieder prahlen, aber auch das üppig mit Holzperlen bestickte Hippie-Oberteil, ist vom schon ganz schön supercoolen Anziehsachenladen meines Vertrauens Who killed Bambi. Entschuldigen allerdings möchte ich mich für das doch arg altbackene Känguruh-Bauch-Täschchen in Silber-Türkisblau, das ausschließlich meinem staatstragenden Besuch im Kanzleramt geschuldet war. Umfangreiche Kontrollen und Bodychecks sind meine Sache nicht, also hieß es, eine sowohl diskrete, bequeme, als auch effiziente Lösung zu finden. Leider hatte die blöde weiße Hose keine einzige Hosentasche. Sicher hätte man alternativ überlegen können, Hausschlüssel, Kleingeld und BVG-Karte im BH zu verstauen, aber ich war mir unsicher, ob die Sicherheitsbeamten mit ihren geschickten Scannern nicht doch fündig geworden wären und das prüfende Gefummel wäre mir dann doch tendenziell unangenehm gewesen. Es hat dann auch prima geklappt, ich wurde praktisch durchgewunken, wie mir das in Anbetracht meiner künftigen Ämter auch zusteht. Der hohe Tag war mir sogar einen zeitnahen Blogeintrag wert. Ich erinnere: zunächst suchte ich den Bundespressesprecher in der Dorotheenstraße auf und spazierte dann weiter zum Kanzleramt, zwecks Inspektion meines künftigen Beatrix-blauen Diensthubschraubers und Probesitzens.

31. Dezember 2012
Malte Welding und Holger Klein, über Finanzkrise, EU, lukrative Aufträge, Frauen Kennenlernen und Keith Richards (u. viel Gin Tonic).














