13. februar 2006

hiddensee 601
(…) nach der ärgsten mittagshitze gingen jessica und jakob an den strand. sie taten das jeden tag und immer gemeinsam, keiner von beiden rüttelte an dieser gepflogenheit. jessica trug über ihrem bade- anzug ein um die hüfte geknotetes tuch in flammenden farben. nie vergaß sie den großen wippenden strohhut und ihre sonnenbrille. so stöckelte sie in ihren silberpantoffeln neben jakob über die holz- planken,die jenseits der esplanade vom hotel aus bis nahe ans ufer ausgelegt warren. jakob ging barfuß und trug die beiden großen badetücher unter dem arm. jessica roch süßlich nach sonnencreme und der rand ihres hutes stieß gegen seinen oberarm. das klopfen ihrer hochhackigen schuhe ähnelte dem geräusch einer kriegs- trommel, und wie jeden tag mußte jakob sich zwingen, sie deshalb nicht zu erwürgen. tack, tack, tack, schritt sie dem meer entgegen, aufrecht wie eine kleine schlange im angriff.
die brandung schimmerte – nun gut, was sonst soll sie tun. der himmel war dunkelblau – ein zeichen, dass es zu heiß ist. der sand glänzte, als bestünde er aus goldstaub – was soll das, er bleibt auf der nassen haut und zwischen den zehen kleben, bitte breite schnell das badetuch aus. jakob hatte aufgehört, eindrücke mit ihr teilen zu wollen, er kannte jede ihrer erwiderungen und breitete wortlos das badetuch aus. sie schlüpfte aus den silberpantoffeln, als lege sie kurz ihren harnisch ab, stieg auf das tuch, als besteige sie eine festung, und schraubte die dicke tube sonnencreme auf, als entsichere sie einen revolver. sie saß im angesicht des ozeans als müsse sie ihn bekämpfen.

e. pluhar, matildas erfindungen

13. februar 2005

seltsame dinge geschehen. heute habe ich zum ersten mal sinnlich (!) den satz begriffen: essen ist die erotik des alters, nachdem ich dieses satzgebilde über jahre hinweg immer nur mitleidig gönnerhaft zu belächeln wusste.
natürlich ist das eine lächerliche kokettiererei, natürlich habe ich schon oft schweinelecker und herrlich gegessen – aber was ich eigentlich sagen will: es gibt am savignyplatz tatsächlich ein lokal, das mir heute trotz anfänglich (!) latent mittelprächtiger grundstimmung, bissen für bissen dankbarste glücksgefühle erster kategorie beschert hat. man sollte keine seltsamen vorurteile hegen, nur weil ein restaurant mar y sol heißt. großartig. [ denn das gute liegt so nah ]
ja und wie wunderbar: so ein essen lässt sich einfach so verschlingen und wird einem später nie vorwürfe machen. niemals.

13. februar 2006

hiddensee 601
(…) nach der ärgsten mittagshitze gingen jessica und jakob an den strand. sie taten das jeden tag und immer gemeinsam, keiner von beiden rüttelte an dieser gepflogenheit. jessica trug über ihrem bade- anzug ein um die hüfte geknotetes tuch in flammenden farben. nie vergaß sie den großen wippenden strohhut und ihre sonnenbrille. so stöckelte sie in ihren silberpantoffeln neben jakob über die holz- planken,die jenseits der esplanade vom hotel aus bis nahe ans ufer ausgelegt warren. jakob ging barfuß und trug die beiden großen badetücher unter dem arm. jessica roch süßlich nach sonnencreme und der rand ihres hutes stieß gegen seinen oberarm. das klopfen ihrer hochhackigen schuhe ähnelte dem geräusch einer kriegs- trommel, und wie jeden tag mußte jakob sich zwingen, sie deshalb nicht zu erwürgen. tack, tack, tack, schritt sie dem meer entgegen, aufrecht wie eine kleine schlange im angriff.
die brandung schimmerte – nun gut, was sonst soll sie tun. der himmel war dunkelblau – ein zeichen, dass es zu heiß ist. der sand glänzte, als bestünde er aus goldstaub – was soll das, er bleibt auf der nassen haut und zwischen den zehen kleben, bitte breite schnell das badetuch aus. jakob hatte aufgehört, eindrücke mit ihr teilen zu wollen, er kannte jede ihrer erwiderungen und breitete wortlos das badetuch aus. sie schlüpfte aus den silberpantoffeln, als lege sie kurz ihren harnisch ab, stieg auf das tuch, als besteige sie eine festung, und schraubte die dicke tube sonnencreme auf, als entsichere sie einen revolver. sie saß im angesicht des ozeans als müsse sie ihn bekämpfen.

e. pluhar, matildas erfindungen

10. februar 2006

when I was seventeen< thirty-nine, it was a very good year – it was a very good year for small town girls sallow thorn and soft summer nights days. we I’d hide from the lights on the village green find me a place close a western shoreline, when I was seventeen thirty-nine
but and now the days grow short light. I’m in the autumn harvest of the year and now I think of my life as vintage wine from fine old kegs, from the brim to the dregs. and it poureds sweet and clear. it was is a very good year. it was a mess of good years
e.drake

09. februar 2006

Betrifft Ihren Reparaturauftrag 212411
Das von Ihnen zur Reparatur gegebene Gerät liegt für Sie zur Abholung bereit. Bei Abholung sind 0,00 EURO abzüglich eventuell geleisteter Anzahlung zu bezahlen. Bitte bringen Sie bei Abholung den Reparaturauftrag/Abholschein mit. Ohne Abholschein keine Geräteausgabe.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Service Team



alles wird gut

10. februar 2006

when I was seventeen< thirty-nine, it was a very good year – it was a very good year for small town girls sallow thorn and soft summer nights days. we I’d hide from the lights on the village green find me a place close a western shoreline, when I was seventeen thirty-nine
but and now the days grow short light. I’m in the autumn harvest of the year and now I think of my life as vintage wine from fine old kegs, from the brim to the dregs. and it poureds sweet and clear. it was is a very good year. it was a mess of good years
e.drake

09. februar 2006

Betrifft Ihren Reparaturauftrag 212411
Das von Ihnen zur Reparatur gegebene Gerät liegt für Sie zur Abholung bereit. Bei Abholung sind 0,00 EURO abzüglich eventuell geleisteter Anzahlung zu bezahlen. Bitte bringen Sie bei Abholung den Reparaturauftrag/Abholschein mit. Ohne Abholschein keine Geräteausgabe.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Service Team



alles wird gut

07. februar 2006


schwarz in schlangenbeschwörungslinie auf leinwand. orange hinter- her. rechts plätschert gewagt lichtes birkenblättergrün. oh je. da hilft nur noch gewalt. einmal gegen den waagrechten farbauftrag. wider- lichster farbbrei. tabula rasa. was für ein schönes warmes schwarz! schwarz, sehr gut. mysteriös, wie meine ferne schwarze kamera. eine elfe schlingt ihr bein zur orchidee, wächst dem nachtschatten ent- gegen. nightwood.
orchid. für djuna.

07. februar 2006


schwarz in schlangenbeschwörungslinie auf leinwand. orange hinter- her. rechts plätschert gewagt lichtes birkenblättergrün. oh je. da hilft nur noch gewalt. einmal gegen den waagrechten farbauftrag. wider- lichster farbbrei. tabula rasa. was für ein schönes warmes schwarz! schwarz, sehr gut. mysteriös, wie meine ferne schwarze kamera. eine elfe schlingt ihr bein zur orchidee, wächst dem nachtschatten ent- gegen. nightwood.
orchid. für djuna.

03. februar 2006

ich hätte eigentlich gerne lobendes verfasst. nun frage ich mich, ob vielleicht ein geeigneter männlicher darsteller irgendetwas hätte retten können. vielleicht wären die platten dialoge in projektion auf einen attraktiven mann als angenehm schlicht oder rührend pathetisch erschienen. nun kann man ja nicht gerade sagen, dass der titel in irgendeiner weise vielversprechend klänge. sagen wir, ich habe ihn mir trotz der zweifelhaften überschrift angesehen. nun, am ende lässt sich sagen, die qualität des filmtitels passt in etwa zur güte des werkes.
dabei sind ein paar schöne ideen dabei. es gibt sogar eine sequenz, als sie mit ihrem inneren monolog über den friedhof läuft, die so etwas wie intensität vermittelt. vielleicht wäre es eine gute empfehlung, den film bis genau dahin anzusehen, als sie den anruf nach ihrem brief auf die kontaktanzeige erhält und dann – genau dann, bevor sie den anzeigenaufgeber im café trifft, das kino zu verlassen. eine aus- gezeichnete idee eigentlich.
sympathisch allein, nach der vorstellung, die diplomatisch wirkenden, leicht widerspenstigen bemerkungen der elsner, die sich auch nicht so recht zu einem begeisterten gesamturteil hinreissen ließ und sich seltsam herumdrückte.
warum nur musste ich immer wieder an die bemerkung eines herrn denken, der anlässlich dargebotener plattheiten gerne feststellte: „ein lexikon der allgemeinplätze braucht man nicht zu kaufen“. es ist alles geboten. die gute elsner arbeitet sich als der nabel des kamera- geschehens (ihre anstrengungen sind erheblich, keine frage) an denkbar peinlichen sätzen ab und kann trotz allem bemühens, zu keinem zeitpunkt die erotische distanz zu ihrem text aufsagenden nebendarsteller verhehlen.
ein seltsames gefühl, einen film zu sehen, in dem man neun von zehn darstellern die rolle nicht abkaufen kann und sich selbst wiederholt bei hämischem lachen ob der hölzernen absurditäten ertappt (und damit meine ich nicht etwa sprechende orakel-bäume). das ist mir – soweit erinnerbar – nur noch bei einem sehr sehr peinlichen film mit wynona rider und richard gere widerfahren. (irgendwas mit september drin). im kinositz himmeldrehende blicke mit den nachbarn auszutauschen hat allerdings eine besondere qualität, die ich bislang noch nicht erleben durfte. so gesehen…
die filigrane klaviermusik im hintergrund gibt eine ahnung davon, dass ursprünglich etwas zauberhaftes gemeint gewesen sein könnte, das auf der kinoleinwand nur noch als karikatur daherkommt. das macht den traurigen unterschied, von einer sache enttäuscht zu sein, der man latente sympathie entgegengebracht hat. schade.
lieber den

03. februar 2006

ich hätte eigentlich gerne lobendes verfasst. nun frage ich mich, ob vielleicht ein geeigneter männlicher darsteller irgendetwas hätte retten können. vielleicht wären die platten dialoge in projektion auf einen attraktiven mann als angenehm schlicht oder rührend pathetisch erschienen. nun kann man ja nicht gerade sagen, dass der titel in irgendeiner weise vielversprechend klänge. sagen wir, ich habe ihn mir trotz der zweifelhaften überschrift angesehen. nun, am ende lässt sich sagen, die qualität des filmtitels passt in etwa zur güte des werkes.
dabei sind ein paar schöne ideen dabei. es gibt sogar eine sequenz, als sie mit ihrem inneren monolog über den friedhof läuft, die so etwas wie intensität vermittelt. vielleicht wäre es eine gute empfehlung, den film bis genau dahin anzusehen, als sie den anruf nach ihrem brief auf die kontaktanzeige erhält und dann – genau dann, bevor sie den anzeigenaufgeber im café trifft, das kino zu verlassen. eine aus- gezeichnete idee eigentlich.
sympathisch allein, nach der vorstellung, die diplomatisch wirkenden, leicht widerspenstigen bemerkungen der elsner, die sich auch nicht so recht zu einem begeisterten gesamturteil hinreissen ließ und sich seltsam herumdrückte.
warum nur musste ich immer wieder an die bemerkung eines herrn denken, der anlässlich dargebotener plattheiten gerne feststellte: „ein lexikon der allgemeinplätze braucht man nicht zu kaufen“. es ist alles geboten. die gute elsner arbeitet sich als der nabel des kamera- geschehens (ihre anstrengungen sind erheblich, keine frage) an denkbar peinlichen sätzen ab und kann trotz allem bemühens, zu keinem zeitpunkt die erotische distanz zu ihrem text aufsagenden nebendarsteller verhehlen.
ein seltsames gefühl, einen film zu sehen, in dem man neun von zehn darstellern die rolle nicht abkaufen kann und sich selbst wiederholt bei hämischem lachen ob der hölzernen absurditäten ertappt (und damit meine ich nicht etwa sprechende orakel-bäume). das ist mir – soweit erinnerbar – nur noch bei einem sehr sehr peinlichen film mit wynona rider und richard gere widerfahren. (irgendwas mit september drin). im kinositz himmeldrehende blicke mit den nachbarn auszutauschen hat allerdings eine besondere qualität, die ich bislang noch nicht erleben durfte. so gesehen…
die filigrane klaviermusik im hintergrund gibt eine ahnung davon, dass ursprünglich etwas zauberhaftes gemeint gewesen sein könnte, das auf der kinoleinwand nur noch als karikatur daherkommt. das macht den traurigen unterschied, von einer sache enttäuscht zu sein, der man latente sympathie entgegengebracht hat. schade.
lieber den

01. februar 2006

winterliche renaissance*. nur das ‚lied an eine schauspielerin‘ ver- misse ich
…damals hat sich nicht die welt verändert, nur das rauchen hab ich mir an diesem abend angewöhnt. und dann frag ich mich, warum es mir nicht egal ist und warum man solche lieder niemals wirklich schreibt. es gibt menschen, die man sich nicht eingesteht, weil man viel zu oft enttäuscht, längst schon vor sich selber angst hat…
vor zwanzig jahren auch aufgeschrieben. haut mich immer noch um. oder die obsession der niedertracht
laß mich dein drecksstück sein, und sei du wider alle vernunft meine nützliche idiotin. laß dich betrügen, verraten, belügen, an die hung- rigen wölfe im käfig meines lachens verfüttern. mach uns und dir etwas vor. in der kühle einer kathedrale aus schwachsinn, sprich dein jawort. bis in den tod.
heimat
(und freunde, mit denen man sich in einer silvesternacht solche sachen anhören kann. und leonhard cohen. vier mal hintereinander)
* kritische gesamtausgabe

30. januar 2006

versuch, eine tulpe zu fotografieren. ich mag tulpen ja nicht so besonders. aalglatt und ordentlich im wuchs, kein geruch von wildnis. ein geschenktes exemplar hält sich hier tapfer aufrecht, fast schon rührt mich ihr bemühen um haltung, ohne dabei von mir hingerissene aufmerksamkeit zu ernten. hier hast du, kleine tulpe…

im nachtzug zwischen rostock und berlin lugt ein wölfisch aussehender mann in mein abteil mit den zugezogenen vorhängen. er würde sich gerne einfach nur ein bißchen unterhalten, ob das o.k. wäre. er scheint in meinem alter zu sein. irgendetwas an ihm macht mich neugierig. vielleicht der wilde blick und dazu seine kindlich wirkende frage. ich nicke, er setzt sich mir gegenüber.
er sei auf dem weg zurück nach holland, nachdem er die feiertage bei seiner familie in mecklenburg-vorpommern verbracht habe. er ist im ärger mit seiner frau auseinander gegangen, das macht ihm jetzt zu schaffen. und nun wieder tulpen pflücken. er sei tulpenpflücker. ich lausche fasziniert dem wort hinterher. der beruf des tulpenpflückers war mir bis dahin nicht bekannt. er erzählt von der anstrengenden arbeit in den holländischen zuchthäusern gewächshäusern, sechs tage die woche, zehn bis zwölf stunden jeden tag.
am ende der dreistündigen fahrt, in berlin, als ich aussteige und er weiterfährt, habe ich eine ganze menge über ihn erfahren. dass er die relativ gut bezahlte knochenarbeit, die so harmlos klingt, verrichtet, um den angeheirateten schuldenberg seiner jungen frau abzutragen. er hadert damit.
fliesenleger hat er gelernt. und noch irgendeinen facharbeiter und bekommt hier keine arbeit mehr. er erzählt ohne punkt und komma. zweimal war er im knast, wegen körperverletzung. er hat zudringliche zeitgenossen, die seinen freundinnen zu nahe getreten sind, krankenhausreif geprügelt. dem richter teilte er jeweils nach der urteilsverkündung mit: „ich würde es wieder ganz genauso machen“.
in bautzen sei er zum haftbeginn einige monate in einzelhaft gesteckt worden. in eine abgedunkelte zelle. ein fensterloses loch ohne elektrisches licht. das essen auf dem boden an die tür gestellt, zum ertasten. da dreht man durch.
er versuche seit einiger zeit das alles aufzuschreiben. und gedichte. er hat sich auch schon einen titel überlegt: die schlimmsten jahre meines lebens. ich muss lachen und sage: „das ist so dermaßen platt, dass es schon wieder gut ist“. er muss genauso lachen und meint: „wenn man dich zur freundin hätte, mit dir könnte man bestimmt pferde stehlen“ und zwinkert mir dabei zu. jens, der tulpenpflücker.
zwei stunden später ist er bei „wenn du meine frau wärst, würde ich dir die schönsten ecken von mecklenburg-vorpommern zeigen. nur mit dem fahrrad!“ ich sage gar nichts und muss grinsen. beim abschied drückt er mich an seinen wolfsbart und gibt mir ausgerechnet diesen ‚man sieht sich immer zweimal‘-spruch mit auf den weg, den ich noch nie kapiert habe.

31. januar 2006

grießbrei mit wodka. wärmt besser.

in den apfelbäumen | in den apfelbäumen | unterm leinenmond | schlafen dreizehn amseln | schlafen dreizehn amseln | und ich liebe dich | der geschickte fänger | der geschickte fänger | seht, er flickt das netz | knüpft auch dreizehn schlingen | knüpft auch dreizehn schlingen | und ich liebe dich | lautlos kommt das aufhören | lautlos kommt das aufhören | löst das fleisch der körper | von den dreizehn seelen | von den dreizehn seelen | und ich liebe dich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . a. heller

30. januar 2006

versuch, eine tulpe zu fotografieren. ich mag tulpen ja nicht so besonders. aalglatt und ordentlich im wuchs, kein geruch von wildnis. ein geschenktes exemplar hält sich hier tapfer aufrecht, fast schon rührt mich ihr bemühen um haltung, ohne dabei von mir hingerissene aufmerksamkeit zu ernten. hier hast du, kleine tulpe…

im nachtzug zwischen rostock und berlin lugt ein wölfisch aussehender mann in mein abteil mit den zugezogenen vorhängen. er würde sich gerne einfach nur ein bißchen unterhalten, ob das o.k. wäre. er scheint in meinem alter zu sein. irgendetwas an ihm macht mich neugierig. vielleicht der wilde blick und dazu seine kindlich wirkende frage. ich nicke, er setzt sich mir gegenüber.
er sei auf dem weg zurück nach holland, nachdem er die feiertage bei seiner familie in mecklenburg-vorpommern verbracht habe. er ist im ärger mit seiner frau auseinander gegangen, das macht ihm jetzt zu schaffen. und nun wieder tulpen pflücken. er sei tulpenpflücker. ich lausche fasziniert dem wort hinterher. der beruf des tulpenpflückers war mir bis dahin nicht bekannt. er erzählt von der anstrengenden arbeit in den holländischen zuchthäusern gewächshäusern, sechs tage die woche, zehn bis zwölf stunden jeden tag.
am ende der dreistündigen fahrt, in berlin, als ich aussteige und er weiterfährt, habe ich eine ganze menge über ihn erfahren. dass er die relativ gut bezahlte knochenarbeit, die so harmlos klingt, verrichtet, um den angeheirateten schuldenberg seiner jungen frau abzutragen. er hadert damit.
fliesenleger hat er gelernt. und noch irgendeinen facharbeiter und bekommt hier keine arbeit mehr. er erzählt ohne punkt und komma. zweimal war er im knast, wegen körperverletzung. er hat zudringliche zeitgenossen, die seinen freundinnen zu nahe getreten sind, krankenhausreif geprügelt. dem richter teilte er jeweils nach der urteilsverkündung mit: „ich würde es wieder ganz genauso machen“.
in bautzen sei er zum haftbeginn einige monate in einzelhaft gesteckt worden. in eine abgedunkelte zelle. ein fensterloses loch ohne elektrisches licht. das essen auf dem boden an die tür gestellt, zum ertasten. da dreht man durch.
er versuche seit einiger zeit das alles aufzuschreiben. und gedichte. er hat sich auch schon einen titel überlegt: die schlimmsten jahre meines lebens. ich muss lachen und sage: „das ist so dermaßen platt, dass es schon wieder gut ist“. er muss genauso lachen und meint: „wenn man dich zur freundin hätte, mit dir könnte man bestimmt pferde stehlen“ und zwinkert mir dabei zu. jens, der tulpenpflücker.
zwei stunden später ist er bei „wenn du meine frau wärst, würde ich dir die schönsten ecken von mecklenburg-vorpommern zeigen. nur mit dem fahrrad!“ ich sage gar nichts und muss grinsen. beim abschied drückt er mich an seinen wolfsbart und gibt mir ausgerechnet diesen ‚man sieht sich immer zweimal‘-spruch mit auf den weg, den ich noch nie kapiert habe.

20. januar 2006


kann man in gesichtern heimat finden. ja. man kann in lou reed und laurie anderson in coney island heimat finden. coney island baby…
im lehnen von june carter an johnny cash, in neil und einer ihn anla- chenden pegi young vom rücksitz eines autos, in iggys armen und seh- nen, patti smith’s versunkenheit, den langen haaren von willie nelson.
jenseits der tiefenschärfe weite. lust auf mississippidelta. ein paar unausgegorene becks und eminems bleiben flach. aber die alten gesichter sind heimat. a matter of trust.
annie leibovitz, american music bis 02.04. c/o, linienstr. 144

29. januar 2006


djuna ist heute in die klinik nach bremen eingeliefert worden. sie hat so eine art asthma und ausschlag. wenn sie laufen soll, kriegt sie schlecht luft und röchelt und zuckt herum. und fleckfieber. ein großer schwarzer fleck im gesicht, der mal links unten am kinn, mal rechts oben auf der stirn erscheint. vielleicht habe ich mich zu wenig um sie gekümmert in der letzten zeit und es ist nur psychosomatisch. vielleicht ist sie eifersüchtig. das bild da oben hat mein kleiner begleiter gemacht, der mir von der klinik zur überbrückung gestellt wurde. am besten ich erzähle djuna lieber nichts davon. hoffentlich ist sie bald wieder gesund. der krankenpfleger meint, man müsste so mit zwei bis drei wochen rechnen.

29. januar 2006


djuna ist heute in die klinik nach bremen eingeliefert worden. sie hat so eine art asthma und ausschlag. wenn sie laufen soll, kriegt sie schlecht luft und röchelt und zuckt herum. und fleckfieber. ein großer schwarzer fleck im gesicht, der mal links unten am kinn, mal rechts oben auf der stirn erscheint. vielleicht habe ich mich zu wenig um sie gekümmert in der letzten zeit und es ist nur psychosomatisch. vielleicht ist sie eifersüchtig. das bild da oben hat mein kleiner begleiter gemacht, der mir von der klinik zur überbrückung gestellt wurde. am besten ich erzähle djuna lieber nichts davon. hoffentlich ist sie bald wieder gesund. der krankenpfleger meint, man müsste so mit zwei bis drei wochen rechnen.

26. januar 2005


spät nachts nach hause gekommen, rechner an, mailpostfach, einmal geantwortet, bilder hochgeladen, auf die eigene seite geschaut, keine lust auf den rest. rechner runtergefahren. gutes gefühl. freier kopf. tiefer schlaf

26. januar 2005


spät nachts nach hause gekommen, rechner an, mailpostfach, einmal geantwortet, bilder hochgeladen, auf die eigene seite geschaut, keine lust auf den rest. rechner runtergefahren. gutes gefühl. freier kopf. tiefer schlaf

24. januar 2006

als ich merke, es läuft wieder auf filigranarbeit hinaus, bereits ein wenig fluche, halte ich inne und begreife, immendorff würde weinen vor glück, wenn er auch nur einen pinsel halten könnte. luxusgejammere. das ging mir heute mehrfach so. immer wieder musste ich an ihn denken. die verlorenen hände, die verlorene kraft. im farbauftrag liegt ein eigener unwägbarer zauber. die bewegungen rühren in eine dimension, die schwer zu beschreiben ist. musik tanzt mit dem gedankenfluss, die hand macht dabei, was sie muss. (ein unbeabsichtigter reim; wahr)

24. januar 2006

als ich merke, es läuft wieder auf filigranarbeit hinaus, bereits ein wenig fluche, halte ich inne und begreife, immendorff würde weinen vor glück, wenn er auch nur einen pinsel halten könnte. luxusgejammere. das ging mir heute mehrfach so. immer wieder musste ich an ihn denken. die verlorenen hände, die verlorene kraft. im farbauftrag liegt ein eigener unwägbarer zauber. die bewegungen rühren in eine dimension, die schwer zu beschreiben ist. musik tanzt mit dem gedankenfluss, die hand macht dabei, was sie muss. (ein unbeabsichtigter reim; wahr)

20. januar 2006


kann man in gesichtern heimat finden. ja. man kann in lou reed und laurie anderson in coney island heimat finden. coney island baby…
im lehnen von june carter an johnny cash, in neil und einer ihn anla- chenden pegi young vom rücksitz eines autos, in iggys armen und seh- nen, patti smith’s versunkenheit, den langen haaren von willie nelson.
jenseits der tiefenschärfe weite. lust auf mississippidelta. ein paar unausgegorene becks und eminems bleiben flach. aber die alten gesichter sind heimat. a matter of trust.
annie leibovitz, american music bis 02.04. c/o, linienstr. 144

16. januar 2006

ich hätte nicht gedacht, dass es dermaßen anstrengend ist, ein paar simple blockstreifen zu malen. noch elf und bloß nicht zittern. die am einfachsten erscheinenden dinge erweisen sich manchmal als die schwierigsten. eine freihandfigur kann niemand in frage stellen. reduk- tion sucht nach geradlinigkeit. reduktion, um etwas wesentliches auf dem kürzesten weg zu erreichen. den kürzesten weg von außen nach innen. zum innersten.

vielleicht mache ich es mir auch einfach schwer. (und gestern sage ich noch im taxi nach hinten: „im nächsten leben werde ich einfach“)

16. januar 2006

ich hätte nicht gedacht, dass es dermaßen anstrengend ist, ein paar simple blockstreifen zu malen. noch elf und bloß nicht zittern. die am einfachsten erscheinenden dinge erweisen sich manchmal als die schwierigsten. eine freihandfigur kann niemand in frage stellen. reduk- tion sucht nach geradlinigkeit. reduktion, um etwas wesentliches auf dem kürzesten weg zu erreichen. den kürzesten weg von außen nach innen. zum innersten.

vielleicht mache ich es mir auch einfach schwer. (und gestern sage ich noch im taxi nach hinten: „im nächsten leben werde ich einfach“)

10. januar 2005


vielleicht fragt sich mancher, wieso es nicht von allen bildern gibt, die gelesen haben. es hat nichts damit zu tun, dass sie bilder abgelehnt hätten. manchmal ist es für mich auch einfach schöner, nur zuzuhören. was mich wirklich beeindruckte – mehr als sonst – waren die stimmen. nicht nur der männlichen leser. bei modeste bekomme ich sofort eine leichte gänsehaut, sie liest, als ob man neben ihr auf dem kopfkissen liegt und sie einem zart ins ohr flüstert.
über weite strecken der lesung war ich in dem vorraum, der keine sicht auf die lesenden ermöglicht. ich hörte nur zu und unvermittelt stellten sich mir die nackenhaare auf. wer ist das nur. wem gehört diese stimme. wahnsinn. der schwer erkältete don dahlmann machte mich richtig nervös – ich habe seine stimme nicht mehr erkannt. dann parka lewis. wieso ist mir parka lewis noch nie aufgefallen. warum nur. dieses organ geht einem ja durch mark und bein. oder war es nur das mikrophon? (nein, nicht nur das mikrophon). burnster. naturgewalt.
mequito konnte mir ja noch nie auffallen, da ich ihn noch nie leibhaftig erlebt hatte. eine unvergessliche stimme. satt, sinnlich – man denkt sofort an essen, die guten dinge des lebens. dann die beinah ver- schwörerische barfrauen-tonlage von frau engl. das ohne vorwarnung den raum mit vibrieren erfüllende ohmmm von wortschnittchen.
don alphonso, der eine seinen martialischen schreiberton durch- kreuzende einfühlsamkeit in der stimme trägt, war ein bißchen zu schnell vorbei. ich hätte mir den text gerne auf der zunge zergehen lassen.
ich höre einem seltsam vertrauten, ja intime nähe vermittelnden ton bei frau frank zu. den mir als solchen noch nicht bekannten hochtalen- tierten stimmimitatorinnen lyssa, kaltmamsell und (alles but not least) frau schwadroneuse, die meine ganz persönliche neuentdeckung ist. nur herrn bunbury habe ich zu wenig aufmerksamkeit geschenkt. da hat mich wohl djuna gerade abgelenkt.
die stimmen werden mir in erinnerung an diesen abend bleiben. und warme blicke.

10. januar 2005


vielleicht fragt sich mancher, wieso es nicht von allen bildern gibt, die gelesen haben. es hat nichts damit zu tun, dass sie bilder abgelehnt hätten. manchmal ist es für mich auch einfach schöner, nur zuzuhören. was mich wirklich beeindruckte – mehr als sonst – waren die stimmen. nicht nur der männlichen leser. bei modeste bekomme ich sofort eine leichte gänsehaut, sie liest, als ob man neben ihr auf dem kopfkissen liegt und sie einem zart ins ohr flüstert.
über weite strecken der lesung war ich in dem vorraum, der keine sicht auf die lesenden ermöglicht. ich hörte nur zu und unvermittelt stellten sich mir die nackenhaare auf. wer ist das nur. wem gehört diese stimme. wahnsinn. der schwer erkältete don dahlmann machte mich richtig nervös – ich habe seine stimme nicht mehr erkannt. dann parka lewis. wieso ist mir parka lewis noch nie aufgefallen. warum nur. dieses organ geht einem ja durch mark und bein. oder war es nur das mikrophon? (nein, nicht nur das mikrophon). burnster. naturgewalt.
mequito konnte mir ja noch nie auffallen, da ich ihn noch nie leibhaftig erlebt hatte. eine unvergessliche stimme. satt, sinnlich – man denkt sofort an essen, die guten dinge des lebens. dann die beinah ver- schwörerische barfrauen-tonlage von frau engl. das ohne vorwarnung den raum mit vibrieren erfüllende ohmmm von wortschnittchen.
don alphonso, der eine seinen martialischen schreiberton durch- kreuzende einfühlsamkeit in der stimme trägt, war ein bißchen zu schnell vorbei. ich hätte mir den text gerne auf der zunge zergehen lassen.
ich höre einem seltsam vertrauten, ja intime nähe vermittelnden ton bei frau frank zu. den mir als solchen noch nicht bekannten hochtalen- tierten stimmimitatorinnen lyssa, kaltmamsell und (alles but not least) frau schwadroneuse, die meine ganz persönliche neuentdeckung ist. nur herrn bunbury habe ich zu wenig aufmerksamkeit geschenkt. da hat mich wohl djuna gerade abgelenkt.
die stimmen werden mir in erinnerung an diesen abend bleiben. und warme blicke.

30. dezember 2005

ich hasse packen. aber ich mag die aussichten. besonders in einem zug. mit einem großen becher kaffee in die morgendämmerung zu gleiten, am nordöstlichen horizont entlang, immer der zeit entgegen. es lohnt sich, sehr früh dafür aufzustehen. auf dem weg zu unberührtem schnee, einem ort ohne spuren. wo die sterne größer leuchten als raketen.

27. dezember 2005

geburtstag: 27. dezember 2005
geburtsort: berlin
13e22, 52n30
ortszeit: 18:47
weltzeit: 17:47
sternzeit: 01:05
sie ist weiblich. sie hat mir tatsächlich zugeblinzelt, and she looks quite sophisticated. die djuna barnes unter den kameras.
[ composite ]
aszendent 01°27′ waage
sonne 07°27′ skorpion 2. haus
mond 22°30′ skorpion 2. haus
merkur 20°02′ waage 1. haus
venus 08°19′ schütze 3. haus
mars 08°54′ löwe 11. haus
jupiter 05°10′ jungfrau 11. haus
saturn 27°12′ stier 9. haus
uranus 11°11′ schütze 3. haus
neptun 01°41′ steinbock 4. haus
pluto 05°17′ skorpion 2. haus

sonne konjunktion pluto. haltet mich ruhig für bekloppt :-)

30. dezember 2005

ich hasse packen. aber ich mag die aussichten. besonders in einem zug. mit einem großen becher kaffee in die morgendämmerung zu gleiten, am nordöstlichen horizont entlang, immer der zeit entgegen. es lohnt sich, sehr früh dafür aufzustehen. auf dem weg zu unberührtem schnee, einem ort ohne spuren. wo die sterne größer leuchten als raketen.

25. dezember 2005

echte bescherung: gerade hat mir ein rabauke in der u-bahn unbe- merkt die tasche mit der kamera geklaut, die ich dusslige kuh rechts neben mich gestellt habe, und vertieft in ein buch, merke es erst beim aussteigen. blödes gefühl. ich stelle mir vor, wie einer dieser armen kleinen türken jetzt an meiner kamera herumschraubt und nichts begreift. davon muß ich mich erst mal erholen. zum glück waren die anderen indizien meiner materiellen existenz in meiner jacke.
ich hatte so viel konzentration darauf verwendet, das nervtötende ge- räusch aus viel zu laut gedrehten kopfhörern gegenüber und das gegröhle von einem furchterregenden haufen junger männer auszu- blenden, dass ich mit allzu gut funktionierenden scheuklappen auf die buchstaben starrte. dabei merkte ich noch, dass kurzzeitig einer dieser gröhlenden kleinen idioten neben mich auf die bank torkelte, ich wollte aber keinen blickkontakt zu dem schwachkopf. argh!
so ist das also, wenn einem ein wertvoller gegenstand abhanden kommt. mir ist ja schon viel wertvolles abhanden kommen, aber noch nie etwas, das man im laden kaufen kann und an dem trotzdem mein herz hing. sehr ärgerlich. es gibt weitaus schlimmeres, muß ich mir jetzt mantrahaft vorbeten. plötzlich ist sie weg. wie bei einem unfalltod. ich glaube ich stehe ein bißchen unter schock. und in der kamera eine scheißteure zwei gigabyte flashcard. wenn schon denn schon. ich brauche jetzt einen wodka.

27. dezember 2005

geburtstag: 27. dezember 2005
geburtsort: berlin
13e22, 52n30
ortszeit: 18:47
weltzeit: 17:47
sternzeit: 01:05
sie ist weiblich. sie hat mir tatsächlich zugeblinzelt, and she looks quite sophisticated. die djuna barnes unter den kameras.
[ composite ]
aszendent 01°27′ waage
sonne 07°27′ skorpion 2. haus
mond 22°30′ skorpion 2. haus
merkur 20°02′ waage 1. haus
venus 08°19′ schütze 3. haus
mars 08°54′ löwe 11. haus
jupiter 05°10′ jungfrau 11. haus
saturn 27°12′ stier 9. haus
uranus 11°11′ schütze 3. haus
neptun 01°41′ steinbock 4. haus
pluto 05°17′ skorpion 2. haus

sonne konjunktion pluto. haltet mich ruhig für bekloppt :-)

25. dezember 2005

echte bescherung: gerade hat mir ein rabauke in der u-bahn unbe- merkt die tasche mit der kamera geklaut, die ich dusslige kuh rechts neben mich gestellt habe, und vertieft in ein buch, merke es erst beim aussteigen. blödes gefühl. ich stelle mir vor, wie einer dieser armen kleinen türken jetzt an meiner kamera herumschraubt und nichts begreift. davon muß ich mich erst mal erholen. zum glück waren die anderen indizien meiner materiellen existenz in meiner jacke.
ich hatte so viel konzentration darauf verwendet, das nervtötende ge- räusch aus viel zu laut gedrehten kopfhörern gegenüber und das gegröhle von einem furchterregenden haufen junger männer auszu- blenden, dass ich mit allzu gut funktionierenden scheuklappen auf die buchstaben starrte. dabei merkte ich noch, dass kurzzeitig einer dieser gröhlenden kleinen idioten neben mich auf die bank torkelte, ich wollte aber keinen blickkontakt zu dem schwachkopf. argh!
so ist das also, wenn einem ein wertvoller gegenstand abhanden kommt. mir ist ja schon viel wertvolles abhanden kommen, aber noch nie etwas, das man im laden kaufen kann und an dem trotzdem mein herz hing. sehr ärgerlich. es gibt weitaus schlimmeres, muß ich mir jetzt mantrahaft vorbeten. plötzlich ist sie weg. wie bei einem unfalltod. ich glaube ich stehe ein bißchen unter schock. und in der kamera eine scheißteure zwei gigabyte flashcard. wenn schon denn schon. ich brauche jetzt einen wodka.

25. dezember 2005

schöne bescherung: vertrocknete farbe und wunderbare risse. wie da. geschenk ohne schleife.

apropos geschenk: ich fahnde nach dem verbleib einer an mich ge- richteten sendung. der briefträger hat das päckchen nebenan im frisör- salon erkan hinterlegt. aber herr erkan spricht leider so gut wie kein deutsch und hat mir mit händen und füßen zu verstehen gegeben, er hätte es zu frau gabel (tippt dabei aufgeregt auf das klingelschild unter gaga) gebracht. hoffentlich habe ich ihn auch richtig verstanden.
die gute frau gabel ist leider aushäusig. morgen der nächste versuch. ich wüsste ja schon gerne von wem (und was…). auf dem benachrichti- gungszettel steht leider kein absender… also falls mich jemand für eine arrogante kuh hält, die es nicht für nötig hält, zu reagieren: ich bemühe mich nach kräften! wenn ich mir was wünschen dürfte, würde ich mir wünschen, dass ich nur noch post kriege, die durch einen normalen briefkastenschlitz passt. ich will auch immer artig sein.

22. dezember 2005

letzte nacht geträumt (…)
ich besuche aus irgendwelchen beidseitigen sentimentalen anwand- lungen nach jahren einen verflossenen geliebten. der traummann ist eine mischung aus zwei konkret existiert habenden, rockstarmäßig verwegen aussehenden männern: markante knochige visage, wilde lange haare, sehniger, geschmeidiger körper, tief vibrierende stimme.
der gute hat im traum zwei frauen, die keinesfalls mitkriegen sollen, dass zwischen ihm und mir unversehens das alte feuer aufgeflackert ist. wir befinden uns in seiner ebenerdigen, hellen wohnung mit einem haufen krempel, die er mit einer der beiden frauen bewohnt und die beide gerade erst bezogen haben.
kaum habe ich die wohnung betreten, kommt es zwischen ihm und mir zu gleichermaßen unvermeidlichen, wie nicht unangenehmen ero- tischen verwicklungen, die sich durch sämtliche nischen der wohnung ziehen. währenddessen wuselt die frau durch die räume und plaudert mit ihm durch wände und über den flur hinweg, über angelegenheiten des gemeinsamen haushalts. woraufhin er in regelmäßigen abstän- den mit allerlei allgemeinplätzen laut gibt, um bloß keinen verdacht zu erregen. die zweite frau, von der er mir bekenntnisfreudig erzählt hat, ist bislang nicht zu sehen. die in der wohnung befindliche ’hauptfrau’ weiß bis dato nichts von seiner geliebten.
dann ist die rede davon, dass sie, die frau, die mit ihm zusammenlebt, bereiche der weitläufigen wohnung zu einem studio oder atelier um- baut, da sie unter anderem fotografin sei. unverzüglich werden mir – nun von beiden – stolz die bereits fertig gestellten räume vorgeführt. das atelier hat eine imposante raumschiff enterprise-mäßige ovale schwingtür, auf der ein riesiges schwarz-weiß-grünes geschnörkel zu sehen ist, das „firmenlogo“ der frau. ein lianenhaft verschlungenes gebilde. ich darf durch die halb geöffnete tür des ateliers sehen und erblicke mit weißer farbe bekleckerte wände, ein paar alte holzleitern und irgendwelche eimer.
auf einmal gehe ich rechts aus dem bild und befinde mich in einer brechend vollen, schummrigen kneipe an einem ewig langen tresen. hinter der bar steht die (mir nicht näher bekannte, aber keineswegs unangenehme) bloggerin cassandra, die dort als professionelle zap- ferin arbeitet* und von der ich, ohne dass es mir jemand erklärt hätte, weiß, dass sie die geliebte*, also die zweite frau des oben genannten ist. sie zapft mir routiniert ein pils und schlägt mir ein geschäft vor.
im pragmatischen tonfall einer auftraggeberin, die genau weiß, was sie will, lässt sie mich wissen, dass sie gerade beim umziehen wäre und gerne hätte, dass ich bei der einweihungsparty stimmungsvolle fotos von der neuen wohnung mache und davon „…..?……“ anfertige. sie benutzt ein mich tief beeindruckendes, leider nicht mehr erinnerbares (sehr ärgerlich!), nach werber-englisch klingendes wort, das ich noch nie im leben gehört habe. da es wahnsinnig professionell klingt, ist es mir ein wenig peinlich, das ich nicht den leisesten schimmer habe, was sie meint. ich lasse mir aber nichts anmerken und hoffe inständig, dass es sich mir durch ihre weiteren ausführungen noch erschließt.
auf einmal hat sie ein abgerissenes stück wellpappe in derselben hand, mit der sie beim zapfen auch das pilsglas hält und ich begreife, dass sie möchte, dass ich von den fertigen fotos plakatartige abzüge mache und anschließend auf quadratmetergroße wellpappe bis in die krisselige fältelung hinein aufklebe. das ganze soll am ende wie lauter kleine paravents, kreuz und quer in ihrem schummrig gelb ausge- leuchteten wohnzimmer aufgestellt werden. zur einweihungsparty soll dann alles fertig sein. ich sage selbstverständlich zu.
[ *natürlich nur im traum ]

22. dezember 2005


eine von vielen verwandten dieser blume heißt stundenblume. stundenblume. ah – ich liebe diesen namen. eine hibiscusblüte öffnet sich, ähnlich der blüte einer passionsblume, nur für einen einzigen tag. vierundzwanzig stunden. dann schließt sie die blätter und verbirgt ihr geschlecht in ewigkeit. zwei tage später findet sich der abgefallene blütenkopf leblos am boden. aber immer noch schön. wie zarte ohr- muscheln.

22. dezember 2005

letzte nacht geträumt (…)
ich besuche aus irgendwelchen beidseitigen sentimentalen anwand- lungen nach jahren einen verflossenen geliebten. der traummann ist eine mischung aus zwei konkret existiert habenden, rockstarmäßig verwegen aussehenden männern: markante knochige visage, wilde lange haare, sehniger, geschmeidiger körper, tief vibrierende stimme.
der gute hat im traum zwei frauen, die keinesfalls mitkriegen sollen, dass zwischen ihm und mir unversehens das alte feuer aufgeflackert ist. wir befinden uns in seiner ebenerdigen, hellen wohnung mit einem haufen krempel, die er mit einer der beiden frauen bewohnt und die beide gerade erst bezogen haben.
kaum habe ich die wohnung betreten, kommt es zwischen ihm und mir zu gleichermaßen unvermeidlichen, wie nicht unangenehmen ero- tischen verwicklungen, die sich durch sämtliche nischen der wohnung ziehen. währenddessen wuselt die frau durch die räume und plaudert mit ihm durch wände und über den flur hinweg, über angelegenheiten des gemeinsamen haushalts. woraufhin er in regelmäßigen abstän- den mit allerlei allgemeinplätzen laut gibt, um bloß keinen verdacht zu erregen. die zweite frau, von der er mir bekenntnisfreudig erzählt hat, ist bislang nicht zu sehen. die in der wohnung befindliche ’hauptfrau’ weiß bis dato nichts von seiner geliebten.
dann ist die rede davon, dass sie, die frau, die mit ihm zusammenlebt, bereiche der weitläufigen wohnung zu einem studio oder atelier um- baut, da sie unter anderem fotografin sei. unverzüglich werden mir – nun von beiden – stolz die bereits fertig gestellten räume vorgeführt. das atelier hat eine imposante raumschiff enterprise-mäßige ovale schwingtür, auf der ein riesiges schwarz-weiß-grünes geschnörkel zu sehen ist, das „firmenlogo“ der frau. ein lianenhaft verschlungenes gebilde. ich darf durch die halb geöffnete tür des ateliers sehen und erblicke mit weißer farbe bekleckerte wände, ein paar alte holzleitern und irgendwelche eimer.
auf einmal gehe ich rechts aus dem bild und befinde mich in einer brechend vollen, schummrigen kneipe an einem ewig langen tresen. hinter der bar steht die (mir nicht näher bekannte, aber keineswegs unangenehme) bloggerin cassandra, die dort als professionelle zap- ferin arbeitet* und von der ich, ohne dass es mir jemand erklärt hätte, weiß, dass sie die geliebte*, also die zweite frau des oben genannten ist. sie zapft mir routiniert ein pils und schlägt mir ein geschäft vor.
im pragmatischen tonfall einer auftraggeberin, die genau weiß, was sie will, lässt sie mich wissen, dass sie gerade beim umziehen wäre und gerne hätte, dass ich bei der einweihungsparty stimmungsvolle fotos von der neuen wohnung mache und davon „…..?……“ anfertige. sie benutzt ein mich tief beeindruckendes, leider nicht mehr erinnerbares (sehr ärgerlich!), nach werber-englisch klingendes wort, das ich noch nie im leben gehört habe. da es wahnsinnig professionell klingt, ist es mir ein wenig peinlich, das ich nicht den leisesten schimmer habe, was sie meint. ich lasse mir aber nichts anmerken und hoffe inständig, dass es sich mir durch ihre weiteren ausführungen noch erschließt.
auf einmal hat sie ein abgerissenes stück wellpappe in derselben hand, mit der sie beim zapfen auch das pilsglas hält und ich begreife, dass sie möchte, dass ich von den fertigen fotos plakatartige abzüge mache und anschließend auf quadratmetergroße wellpappe bis in die krisselige fältelung hinein aufklebe. das ganze soll am ende wie lauter kleine paravents, kreuz und quer in ihrem schummrig gelb ausge- leuchteten wohnzimmer aufgestellt werden. zur einweihungsparty soll dann alles fertig sein. ich sage selbstverständlich zu.
[ *natürlich nur im traum ]

13. dezember 2005


slide
bei jalousien im gegenlicht muß ich immer an lauren bacall und humphrey bogart denken. an dark passage, das unbekannte gesicht. wenn sie ihm behutsam den verband abnimmt, lautlos. erwartete nähe

13. dezember 2005


slide
bei jalousien im gegenlicht muß ich immer an lauren bacall und humphrey bogart denken. an dark passage, das unbekannte gesicht. wenn sie ihm behutsam den verband abnimmt, lautlos. erwartete nähe

09. dezember 2005




zufällig auf 3sat geschaltet. vertraute bilder, vertraute gesichter, ver- trauter film. lange nicht gesehen. in meinem filmarchiv liegt dieses alte band mit außer atem, fahrstuhl zum schafott und die liebenden. in der reihenfolge hintereinander. ich habe die kassette in vielleicht fünfzehn jahren nur zwei- oder dreimal gesehen. das band. die filme sah ich immer wieder. ich weiß nicht genau warum, aber irgendwie war der reiz, die filme in der direkten ausstrahlung zu sehen größer, als sich alleine eine kopie anzuschauen.
vielleicht liegt es an der idee von erhöhter elektrizität, wenn die auf- merksamkeit vieler, zum selben zeitpunkt auf das selbe ereignis ge- richtet ist. in vereinigender, freiwilliger gefangenschaft vor bildern, die mit einer solchen hingabe fotografiert sind, dass beinahe schon der superlativ zu hinken beginnt. bis in die geringste sequenz ein meister- werk von farbigstem schwarzweiß, sonnenlicht, kontrast und schatten. ikonographie.
ich sehe das intensiver als früher. godard hat tatsächlich bilder für die ewigkeit geschaffen. was für eine binsenweisheit, könnte man nun meinen, immerhin handelt es sich seit fast fünfzig jahren um den kult- film der nouvelle vague. aber manche kultische verehrung relativiert sich mit den jahren, verblasst, wird flacher, wenig mehr als senti- mentale erinnerung. dieser film wirkt anders. die bilder werden von einem fluss nicht hörbarer dialoge getragen. ausgesparte halbsätze. einer haarfeinen brechung, verschleppung im rhythmus. atmen.
die tiefsinnige jean seberg zu sehen, deren gedankenfluss man ahnt, wenn sie faulkner und wer weiß wen zitiert, und mit einer zarten ah- nung von verletztheit, die lyrische unzugänglichkeit ihres kleinen verbrechers hinnimmt. der seltsam ferne klang eines vibraphons und die sehnsucht ihrer entrückten blicke. ich trinke rotwein und verliebe mich noch einmal in jean seberg. und in sätze wie „ich werde dich so lange ansehen, bis du mich nicht mehr ansiehst.“ „ich dich auch.“

09. dezember 2005




zufällig auf 3sat geschaltet. vertraute bilder, vertraute gesichter, ver- trauter film. lange nicht gesehen. in meinem filmarchiv liegt dieses alte band mit außer atem, fahrstuhl zum schafott und die liebenden. in der reihenfolge hintereinander. ich habe die kassette in vielleicht fünfzehn jahren nur zwei- oder dreimal gesehen. das band. die filme sah ich immer wieder. ich weiß nicht genau warum, aber irgendwie war der reiz, die filme in der direkten ausstrahlung zu sehen größer, als sich alleine eine kopie anzuschauen.
vielleicht liegt es an der idee von erhöhter elektrizität, wenn die auf- merksamkeit vieler, zum selben zeitpunkt auf das selbe ereignis ge- richtet ist. in vereinigender, freiwilliger gefangenschaft vor bildern, die mit einer solchen hingabe fotografiert sind, dass beinahe schon der superlativ zu hinken beginnt. bis in die geringste sequenz ein meister- werk von farbigstem schwarzweiß, sonnenlicht, kontrast und schatten. ikonographie.
ich sehe das intensiver als früher. godard hat tatsächlich bilder für die ewigkeit geschaffen. was für eine binsenweisheit, könnte man nun meinen, immerhin handelt es sich seit fast fünfzig jahren um den kult- film der nouvelle vague. aber manche kultische verehrung relativiert sich mit den jahren, verblasst, wird flacher, wenig mehr als senti- mentale erinnerung. dieser film wirkt anders. die bilder werden von einem fluss nicht hörbarer dialoge getragen. ausgesparte halbsätze. einer haarfeinen brechung, verschleppung im rhythmus. atmen.
die tiefsinnige jean seberg zu sehen, deren gedankenfluss man ahnt, wenn sie faulkner und wer weiß wen zitiert, und mit einer zarten ah- nung von verletztheit, die lyrische unzugänglichkeit ihres kleinen verbrechers hinnimmt. der seltsam ferne klang eines vibraphons und die sehnsucht ihrer entrückten blicke. ich trinke rotwein und verliebe mich noch einmal in jean seberg. und in sätze wie „ich werde dich so lange ansehen, bis du mich nicht mehr ansiehst.“ „ich dich auch.“

03. dezember 2005

and if I wander down the wrong road, it’s alright baby, just let me go. if I get tired of all those assholes, it’s alright, cause I want them to know. I’m sick and tired of all this bullshit, rough shit, same shit. and feeling sorry makes me feel mad. someday baby, I play to win
barry reynolds [ grace jones, warm leatherette ]

30. november 2005

das nenne ich einen sinnvollen beitrag. nach dem topflappenabsatz wird es wirklich interessant (wobei der freilich unabdingbar für den spannungsbogen dieser kleinen novelle von herrn paulsen ist).
leider ist es mir nicht möglich, in allen intimen einzelheiten zu erhellen, in welcher beziehung ich zu iggy pop stehe. das würde den rahmen meiner kleinen feinsinnigen seite entschieden sprengen. iggy pop ist natürlich gott. (aber das gehört ja eigentlich zur allgemeinbildung)

[ heavy rotation: american cesar ]

01. dezember 2005

was für ein schöner klarer tag. in der sonne am fenster denke ich, so klar sollte man sein, wie dieses ungetrübte licht. ohne diffuse streu- ung, schattenpunkte. der kontrast, zwischen innerer und äußerer welt. wenn das licht einen trifft und daran erinnert, wie man gerne wäre. wieder

01. dezember 2005

das gute bleibt. die guten sätze, die alten lieder. das da zum beispiel
ich schenk dir nach und nach meine gesundheit, wenn du willst | weil du dich auch bei unter null grad so fürchterlich toll anfühlst | denn für dich tu ich fast alles | sogar mich extrem erkälten | oder am zweiten weihnachtsfeiertag im garten deiner eltern mit dir zelten.

u. meinecke

30. november 2005

das nenne ich einen sinnvollen beitrag. nach dem topflappenabsatz wird es wirklich interessant (wobei der freilich unabdingbar für den spannungsbogen dieser kleinen novelle von herrn paulsen ist).
leider ist es mir nicht möglich, in allen intimen einzelheiten zu erhellen, in welcher beziehung ich zu iggy pop stehe. das würde den rahmen meiner kleinen feinsinnigen seite entschieden sprengen. iggy pop ist natürlich gott. (aber das gehört ja eigentlich zur allgemeinbildung)

[ heavy rotation: american cesar ]

30. november 2005

steine steine steine mein lieb, und steine. all meine wahrheiten sind mir ja steine geworden. steine im weg und stein in der kehle und stein auf der seele und stein in der brust, in den leeren, den wehrenden händen. steine steine steine, mein lieb und steine. warf ich und traf mich und straf mich alleine, dass ich kein weg find, über die augen, rinnt mir der saft, rot dieser hass, wie blind macht das, liebe macht spaß. komm wisch ab das, und weine: steine steine steine, mein lieb und steine.
und meine worte, die alle nicht trafen und all die stummen und dummen und braven, steine steine steine, mein lieb und steine. dort wo wir uns finden, mein lieb untern linden, wo wir uns fassen und uns nicht lassen und uns verpassen, mang all die massen, bin ich alleine. zu wessen glück sag: schlafen die steine. dort wo graue furcht ist und laues hassen. die pflastersteine, sie träumen noch tief in den straßen. steine steine steine, mein lieb und steine

wolf biermann

28. november 2005

jupiter konj. mars
[ heftig ]
interessante mischung aus mordlust und konstruktivem kraftüber- schuss. ich mache alles doppelt so schnell wie sonst, gebe knappe und durchaus passende, gerne auch mal zickige antworten und strotze vor gesundheit. ha! unglaublich: ich bin um irgendwas gegen halb- sechs (?) aufgewacht, völlig ausgeschlafen und wollte unbedingt auf- stehen. so geschehen. gut um auszumisten. tabula rasa. (sowieso: merkur rückläufig bis 4. dez. – sehr gut dafür). wirklich verblüffend, dieses angenehme kochen zu spüren. pure elektrizität. ich hätte lust ein paar türen krachend zuzuschlagen, wäre ich nicht halbwegs zivi- lisiert. es gibt ja einen unterschied zwischen destruktiver und konstruk- tiver aggression. viele begreifen das nicht. aber so manche begreifen ja so manches nicht.
tabula rasa!

27. november 2005


hat jemand meine letzten kommentare, die sich auf die kraft der tätowierung eines totems bezogen, gelesen? würde mich freuen. ich habe den beitrag versehentlich gelöscht. schade insofern, als ich ein paar grundsätzliche gedanken erklärte.
unter anderem schrieb ich, dass die ästhetik und antriebskräfte des westlichen europas der gegenwart für mich nicht maß aller dinge sind. mich interessieren archaische kräfte und die bündelung von energien. die oberflächliche, rein ästhetische betrachtung von tautuierung ist für mich ein müßiger diskussionsgegenstand. zeichen sind materiali- sierte energie, die im falle der identifikation kräfte verleihen. es geht um eine tiefere dimension. oder wie a. jolie sagt: tattoos sind gebete.

22. november 2005

„(…) die oft nach kremationen zurückgebliebenen künstlichen hüft- gelenke würden übrigens umweltgerecht rezykliert: das hochwertige material werde gesammelt, nach holland geliefert, dort sortiert «und dann in schweden unter anderem zu schiffschrauben verarbeitet», berichtet sasser. (…)“
gut zu wissen.
(…dank a.more.s)

21. november 2005

gerne würde ich die aufdringliche begrüßung beim einloggen ab- stellen „willkommen bei . . . , . . . viel spaß!“ helau und alaaf. und das ganze auf einem pissgelben banner. nicht, dass mir das noch nie aufgefallen wäre, aber ich stelle gerade wieder fest, dass es dinge gibt, an die ich mich nicht gewöhne. ein gutes zeichen.