„(…) die oft nach kremationen zurückgebliebenen künstlichen hüft- gelenke würden übrigens umweltgerecht rezykliert: das hochwertige material werde gesammelt, nach holland geliefert, dort sortiert «und dann in schweden unter anderem zu schiffschrauben verarbeitet», berichtet sasser. (…)“
gut zu wissen.
(…dank a.more.s)

10 Antworten auf „22. november 2005

  1. vielleicht gibt es ja eine vorgabe, dass die dinger wg. grenzwertiger luftverschmutzung beim verbrennen vorher entnommen werden müs- sen. gut vorstellbar. gruselig. aber das ist es ja auch schon zu leb- zeiten. wie die dinger hineinkommen, wie sie im körper vor sich hin- gammeln, im unausgesetzten abstoßungsprozess, wie das verzwei- felnde gewebe versucht, sich gegen die monströsen fremdkörper abzukapseln, wie die trägerinnen mit uneingestandenen bewegungs- einschränkungen zurechtkommen müssen, die mit aufeinanderge- bissenen zahnreihen weggelächelt werden.

  2. ich bin mir auch fast sicher, nachdem in jenem artikel erwähnt wurde, dass herzschrittmacher vorschriftsmäßig vor der verbrennung ent- nommen werden müssen. man sollte den silikondreck recyceln und als fugenkitt abfüllen. diese stinkende, säuerlich ätzend riechende füll- masse aus dem baumarkt. pam andersons beide besten freundin- nen post mortem aus der spritze in die ritze zwischen kachel und wanne. für echte fans. in der geschenkverpackung. ich sehe die bunte düse mit dem abziehbildchen bereits vor mir. man könnte eine kurvige sonderedtiton der spritze gestalten. mit wäsche versteht sich. das zeug würde in lustigen locken aus pams gummimund spritzen. klingt doch sehr vernünftig.

  3. Frau Gaga. Ist dieser Wein von Rossmann doch nicht so gut? Nehmen Sie doch lieber Aldi ;-)

    (Herzschrittmacher wegen der Explosionsgefahr der Batterie darin. Muß alles raus. In Berlin gibt es ja das erste vollautomatische, computergesteuerte Krematorium. Scancode auf dem Sarg und ab…)

  4. gut, es mag kein spitzenwein sein, aber er hat geschmeckt. dass mir das aufstehen heute nicht wirklich leicht fiel, schiebe ich weniger auf die fehlende güte, als auf die mir zur verfügung gewesene menge. mir gefällt die idee mit der spritze-puppe ganz ausgezeichnet. und ihnen doch auch, wenn sie ehrlich sind. mir ist noch eingefallen, dass die spritzvorrichtung so funktionieren sollte, dass man auf zwei bestimmte körperteile draufdrückt. ich sage jetzt aber nicht welche (= streng gehütetes produktionsgeheimnis).

    ich glaube, die krematoriumsdoku, die ich mal gesehen habe, war über diese ferngesteuerte leichenfabrik. mit dieser gruseligen halle mit särgen auf schienen auf mehreren ebenen. erinnerte mich irgendwie an diese organentnahme-klinik in ‚coma‘, diesen saal mit den scheinbar schwebenden, künstlich beatmeten hirntoten.

  5. Die Puppenidee ist großartig und wird bestimmt der Renner auf der nächsten Heimwerkermesse. Sicher haben Sie schon einen Dummy gebaut und spielen damit herum und sind vielleicht deshalb schon ganz Ga.. wild. Am Wein kann das nicht liegen. Ich trinke so ein billiges Zeug schon seit Jahren und bin immer unheimlich-straight.

    Irgendwo in meinem Scrap-Book „Death and Mayhem“ lagern noch Zeitungsartikel über die Einweihung dieser Bestattungsfabrik. Das ganze erinnerte mich ein wenig an Soylent Green, den Film. Dieses Fabrikmäßige. Entmenschte auch. Im Bergischen Land hingegen macht ja seit ein paar Jahren ein sehr sympathischer Bestatter Furore, der Aufbahrungen und Abschiedszimmer, Zeremonien und Begleitungen für die Angehörigen anbietet. Den Tod erlebbar machen, nicht entsorgen.

  6. nein, der wein kann nichts dafür. solche hervorragenden produkte kann ich nur in nüchternem zustand entwickeln. im augenblick arbeite ich an der neuen pumptechnik, ich bin noch nicht ganz zufrieden. außerdem dachte ich an eine herbst- und sommerkollektion. das werden echte sammlerstücke. da drängt sich natürlich die frage nach der männli- chen ausgabe auf. ich könnte mir eine lustige abwandlung vorstellen. als gegenstück zur blonden pam wäre eine spritzepuppe mit dem körper von herrn seal ansprechend. so macht heimwerken spaß. die sealpuppe würde nur einen lendenschurz kriegen. ich muß es unbedingt schaffen, dass man ihn in den hintern kneift und sich dadurch die düse füllt. das wird noch ein hartes stück arbeit.

    auf das todesalbum bin ich natürlich ein klein wenig neugierig. toll eigentlich, dass man heutzutage mit so uralten sachen wie aufbahrung und abschiedszimmer furore machen kann. es kommt eben alles wieder. blöd nur, wenn das letzte zimmer keinen echten atmo- sphärischen bezug zum toten hat. ich erinnere, wie fasziniert ich von den fotografien meines aufgebahrten toten großvaters war, den ich leider nicht kannte. umringt von einem kerzenmeer, zuhause. für meine großmutter hatte das große bedeutung und sie zeigte uns als kindern immer wieder die bilder.

  7. Es gibt Bestatter, die bieten individuell gestaltete Särge an, weniger die Formenvielfalt, wie man sie teilweise aus Westafrika kennt, sondern man kann die Särge selbst vorher mit seinen Angehörigen anmalen. Sowas hängt natürlich auch mit dem Konkurrenzdruck zusammen, Kaffeefahrten nach Tschechien, wo man schon einmal vorab das Krematorium und das Urnengrabfeld besichtigen kann, sollen recht beliebt sein. Westdeutsche Großstädte bestatten ihre mittellosen Einwohner, die keine Angehörige (mehr) haben, mittlerweile nicht mehr im anonymen Urnengrab auf dem heimischen Friedhof, sondern karren sie zur Verbrennung und Beisetzung in kleine thüringische Käffer. Und hat nicht auch dieses Hightech-Krematorium Probleme mit der Auslastung, weil nicht nur die Särge, sondern auch die Krematorien im angrenzenden Polen so viel günstiger sind? Ich meine, auch in dem Zusammenhang von einem regelrechten Leichentourismus gehört zu haben.

    Ziemlich bescheuert finde ich allerdings die neue Mode bei Bestattern, zur Tarnung nur noch silberfarbene Leichenwagen zu fahren.

  8. särge aus afrika… da entstehen magische wunderwerke vor meinem geistigen auge. (man möchte hineinspringen…) die eigenhändig bemalte variante ist schon auch sehr zauberhaft. beim anblick jenes erdgrabes aus hellem sand, das ich vor kurzem zeigte, habe ich merkwürdigerweise die vorstellung gehabt, in solchem erdreich ohne sarg zu liegen, nur in ein leinentuch gewickelt. ich grabe mich am strand so gerne tief im sand ein, ein wunderbares gefühl, wie eine umarmung.

    aber
    s i l b e r n e leichenwägen? ich denke das sollte ein fall für ein grundsatzurteil vor dem obersten verwaltungsungsgericht sein. man lässt sich ja einiges bieten.

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