14. April 2023

Regnet. Gleich raus Richtung U9, dann Ringbahn bis Hermannstr., kleiner Fußweg bis Schierker. Werde als erstes die Heizung aufdrehen, Teewasser aufsetzen und mir ein gut gekühltes Glas Weißwein genehmigen. Wochenende einläuten! Heute Abend/Nacht gehe ich nicht zur Eröffnung der Troya Bar bei mir um die Ecke, ich reihe mich nicht in eine Schlange ein. Aber gerne ein andermal. Bitterböse Kommentare unter dem Tagesspiegel-Eintrag dazu gelesen, huiuiui… Soll mich nicht abhalten, demnächst einmal.

13. April 2023

Liebe Leute, liebe Leseratten,

Literaturkritik ist zwar nicht mein Fachgebiet, aber ich lese seit Kindesbeinen leidenschaftlich gerne und habe Vorlieben und Abneigungen und die Gabe einer differenzierten Wahrnehmung. Für mich gibt es nicht pauschal „genial“ oder „kannste in die Tonne kloppen“, wenn ich ein Buch vor mir habe. Ich bin eine detailverliebte Jungfrau und bemühe mich gerecht zu urteilen.

Unlängst wurde ich durch einen Blogeintrag von einer Freundin auf einen Roman aufmerksam. Sie hatte eine Leseprobe gelesen und war nicht weiter interessiert. Sie erwähnte sinngemäß, dass ihr das Buch von einer literatursachverständigen Freundin als ein durchschlagender Erfolg bei jüngeren Lesern, den Millenials, genannt wurde. Die Rede ist von dem um 2020 veröffentlichten Roman „Allegro Pastell“ von Leif Randt, ein bejubelter Bestseller, der 1982 geborene Randt gewann Jahre vorher auch einmal den Bachmannpreis.

Das Buch handelt grob von dem Lieben, Treiben und Hadern eines im Hessischen wohnenden Webdesigners Mitte Dreißig, namens Jerome, der zwischen zwei Frauen herumlaviert, die eine ist eine Fernbeziehung in Berlin, Autorin, Shootingstar, die andere eine ehemalige Schulkameradin, die bei ihm in der Nähe lebt. Ich war neugierig, was ein Buch beinhaltet, das so ein Erfolg ist, bestellte es mir für fünf Euro gebraucht bei Amazon und las es vor ca. zwei Wochen. Auf der Rückseite des Einbands steht als Testimonial eines FAZ-Kritikers, wenn man alle Stellen, die toll sind, gelb markerte, wären in dem Buch bald alle Seiten gelb.

Ich begann zu lesen, es las sich so locker weg und ich machte bald das erste Eselsohr, wo mir eine Stelle gefiel. Zwischen Seite 54 und 217 machte ich kein Eselsohr, da war nichts so Besonderes und ich begann mich auch ein wenig zu langweilen. Die Kurzweil der ersten fünfzig Seiten konnte sich nicht halten, ich empfand, dass das Buch in eine Schleife ging und langweilte mich speziell bei den wiederholten Beschreibungen von Ausgehen unter Zuhilfenahme der verschiedensten Partydrogen.

Als ich zwanzig war, hatte ich auch die wichtigsten damals erhältlichen Drogen durchprobiert, ich wollte mitreden können und war experimentierfeudig. Aber über die verschiedenen Zustände von Bekifftheit oder LSD-Trips zu palavern, wäre mir nicht in den Sinn gekommen. An der Stelle finde ich das Werk für einen Mitt- bis Enddreißiger etwas pubertär und wundere mich auch, dass das repräsentativ für das Lebensgefühl seiner Generation sein soll. In Randts Buch wird eine ganz bestimmte Szene von wohlsituierten Mittdreißigern, die „irgendwas mit Medien“ machen, ungebunden sind und mit ihren Gefühlen hadern, beleuchtet. Ich finde das eher austauschbar, nur die Eckdaten der Versatzstücke sind bei jeder Generation etwas anders. Dass der Konsum dieser ganzen Litanei synthetischer Stimmungsaufheller bei in den Achtzigern Geborenen Alltags-Standard sind, glaube ich nicht.

Das also langweilte mich etwas. Aber, ich fand doch einige Passagen gelungen und manchen Gedanken orginell und lesenswert. Da diese Stellen nicht vollständig in der Leseprobe sind, nehme ich mir heraus, sie hier zu posten. Ich habe mir dafür sogar einen gelben Textmarker genommen und die Stellen im Buch markiert. Insgesamt macht das ca. 5 Prozent vom ganzen Buch aus. Ich bin also etwas anderer Meinung als der FAZ-Rezensent. Der Autor, Leif Randt ist mittlerweile übrigens Vierzig. Das Buch hat offensichtlich starke biographische Züge, wohl ausgprägtere, als seine beiden Vorgänger-Romane.

Also hier nun meine gelb gemarkerten Stellen, die durch entweder originäre Gedankengänge, eine scharfe Beobachtungsgabe oder einen gewissen Humor brillieren. Talent ist bei Randt durchaus vorhanden. Die Stellen, wo er seine Nostalgie-Kritik formuliert, haben mich speziell angesprochen. Ich teile diese Sichtweise, halte sie für valide!

S. 13
„Jerome hatte während der Lektüre häufig gelacht. Die zahlreichen Kritiken zu dem Buch hatte er erst nachgelesen, als er Tanja schon persönlich kannte. Offenbar hatten zu „Panoptikum Neu“ viele verschiedene Menschen viele verschiedene Zugänge gefunden. Einige Fans gingen so weit, zu behaupten, dass sie die Lektüre verändert habe. Und diejenigen, die das Buch nicht mochten, wirkten peinlich stolz darauf, es nicht zu mögen, denn sie mochten ein Buch nicht, das anderen etwas bedeutete, was ihnen ein Gefühl dunkler Überlegenheit gab.“

S. 14
„Tanja hatte geantwortet, dass sie genau das an ihm schätze. Dass so wenige Menschen sich trauten, ihre echten Erinnerungen zu erzählen, da diese naturgemäß arm an Pointen waren.“

S. 15
„Nostalgie war nur ein träger Reflex, der einem Mangel an Ideen entsprang – so ähnlich hatte es seine Mutter einmal formuliert.“

S. 23
„Mit einem (…) Glas in der Hand erzählte Jerome jetzt: »Während des Gottesdienstes verspielte sich eine minderjährige Flötistin bei einem Solo sehr oft. Es war eigentlich zum Lachen. Aber anstatt zu lachen, hat sich die gesamte Kirchengemeinde geschämt. Man war mitleidig berührt. Ich glaube, in diesem Moment habe ich die protestantische Religion verstanden: einem biederen Flötenkonzert aufmerksam zuhören, hoffen, dass sich niemand blamiert, und dann mitleiden, wenn die Schülerin nicht gut genug geübt hat, weil man ahnt, dass ihr dieses Versagen lange nachhängen wird. Das ist Protestantismus.«“

S. 39
„Sie liebte ihn, ja, sie liebte ihn wirklich, und genau das wollte sie ihm jetzt schreiben, aber sie sparte es sich dann doch. Ihre Situationen unterschieden sich zu sehr. Sie stand im Bass, er blickte ins Naturschutzgebiet.“

S. 46, 47
„Als sein Vater nach Tanja frage, erzählte er, dass Ostern sehr schön gewesen sei, eher ruhig, mit Museum und Kino, ohne ausschweifendes Ausgehen. Das Ausgehen der nach 1980 Geborenen konnte sich sein Vater nur bedingt vorstellen, aber es schien ihn auch nicht sonderlich zu interessieren.

(…)

Jeromes Eindruck war, dass sein Vater nachfolgende Generationen zu keinem Zeitpunkt abschätzig betrachtete, viel eher schien er auf eine gesunde Weise wehmütig zu sein. Jerome schätze es, wenn Menschen in der Lage waren, Wehmut zu entwickeln. Nostalgie bewertete er deutlich kritischer. Jerome glaubte, dass Wehmut als politisch links und Nostalgie als politisch rechts einzustufen war. Im Aufkommen von Wehmut erkannte er ein Eingeständnis von Schwäche und Schutzbedürftigkeit, während Nostalgie die selbstgerechte und zumeist stolze Glorifizierung einer Vergangenheit war, die es nie gegeben hatte. Jerome äußerte diesen Gedanken aber nie, da er ihm nicht gänzlich valide vorkam.“

S. 54
„(…) aber diese Anziehung, die auch schon ein Jahr zuvor auf einem Konzert der Crystal Castles in Frankfurt spürbar gewesen war, vermischte sich mit einer peinlichen Intimität, die daher rührte, dass man sich aus Grundschulzeiten kannte. Als wäre die Anziehung folglich verboten oder auf eine abgründige Weise konservativ.“

S. 217
„Jerome erzählte seiner Mutter mit einer etwas zu großen Ernsthaftigkeit, die womöglich auch von den Knieschmerzen getriggert wurde, dass er im Endeffekt immer jene Gerichte am liebsten mochte, die sich im weitesten Sinne unter der Bezeichnung ‘Internationale Hausmannskost‘ subsumieren ließen. »Das gilt eigentlich für Asien genauso wie für Europa und Amerika«, sagte Jerome, »bei Afrika und Ozeanien kann ich es nicht sagen.« Seine Mum lächelte mild und sagte: »Das erzählst du oft.«

S. 221, 222
„Es lief eine Spotify-Playlist mit dem Titel ‘Christmas Calling 2018‘, die sie selbst zusammengestellt hatte. Darauf befanden sich klassische amerikanische Weihnachtslieder ebenso wie angenehme Hintergrundmusik. So saß die Familie Arnheim in einem Klangteppich aus freundlichen Songs, die unweigerlich an alte Disney-Filme erinnerten, und unterhielten sich über das bevorstehende Ende der Ära Merkel, weil das ein Thema war, das auf keinen Fall zum Streit führen würde. Alle vier Arnheims hatten Angela Merkel ins Herz geschlossen, auf einer affektiv-menschlichen Ebene, ohne sie je gewählt zu haben.“

S. 224, 225
„Sarah hatte eine Videoarbeit von Steve Bishop im KW so sehr gemocht, dass sie alleine noch mal zurückgegangen war, um das Video, das eine Kamerafahrt durch ein verlassenes kanadisches Dorf zeigte, ein weiteres Mal in voller Länge anzuschauen. Tanja hatte sich darüber gefreut. In Wahrheit passierte es ja selten, dass einem ein Kunstwerk wirklich gefiel, und wenn es dann doch mal vorkam, zudem an Weihnachten, war das ein Grund zum Feiern, fand sie, und das sagte sie auch zu Sarah, die das wohl als Bevormundung empfand. Sie könne sich ziemlich oft für ruhige Videoarbeiten begeistern, erwiderte Sarah, diese Nichtbegeisterungsfähigkeit, die sei doch viel eher Tanjas Problem.“

S. 271
„Die Frau, die neben ihm am Steuer saß, hatte er schon immer gemocht, und dennoch war sie neu für ihn. Am Comer See hatte sie gesagt: »Seit mein Vater an Krebs gestorben ist, glaube ich an Willkür. Man sollte die Realität akzeptieren und genießen.« Jerome hatte dieser Perspektive einiges abgewinnen können.“

S. 273
„»Angenehme Standard-Pizza«, sagte Jerome und musste dabei an Tanja denken, denn sie hätte sicher Ähnliches gesagt. Tanjas Freude daran, sich mittelmäßig oder sogar schlecht zu ernähren, hatte Jerome immer charmant gefunden.“

S. 275
„Die Verhaltensweisen der Teenagergruppe im Film deckten sich mit denen von Jeromes Freundeskreis aus den frühen Zweitausendern nahezu komplett, obwohl seine Jugend in Maintal stattgefunden hatte und nicht in Kalifornien. Jerome fragte sich, ob der Film ihn so sehr aufwühlte, weil er ihn daran erinnerte, dass selbst sein Leben einmal anstrengend gewesen war, oder weil er ihm die Austauschbarkeit seiner Erfahrungen vor Augen führte.“

S. 277
„Die Wahrheit ist ja, dass ich nicht unglücklich bin, wenn ich alleine bin. Und doch besteht diese vage Sehnsucht danach, dass etwas passiert, das sich der eigenen Kontrolle entzieht. Mit dir ist es ein bisschen so gewesen. Und du warst trotzdem immer weit genug weg.“

12. April 2023

Gestern im Fahrgastfernsehen in der U8 auf dem Monitor ein Zitat, gerade noch so aus dem Augenwinkel erfasst:

„Die Wurzel des Bösen ist die Vergänglichkeit.“

Noch nie irgendwo gelesen oder gehört. Interessanter Gedanke. Also quasi die Bedrohung, dass alles dem Untergang und dem Vergessen geweiht ist, sterben wird, sich in Nichts auflöst, verursacht bösartige Taten? Um eine unvergängliche Spur zu hinterlassen, einen Fußabdruck in der Menschheitsgeschichte oder auch nur in einem privaten Kontext? Rosenkrieg zum steten Gedenken an die einstige Liebe, bis in alle Ewigkeit? Weltliche Kriegstreiberei, mangels anderer Talente, um als historische Persönlichkeit im Lexikon zu landen? Sehr spannendes Erklärungsmodell!

Nach ein paar Stationen wiederholte sich das Zitat. Überrascht las ich nun etwas anderes: „Die Wurzel des Bösen ist die Begehrlichkeit.“ Geoffrey Chaucer (um 1342 – 1400)

Oh. Ich hatte mich beim ersten mal offenbar verlesen. Die erste Variante fand ich viel spannender. Vor allem meine Bereitschaft und offenbar damit einhergehende Fähigkeit, dem so nicht existierenden Zitat eine plausible Logik zu entlocken. Interessanter Mechanismus in meinem Gehirn. Wahrscheinlich nicht nur in meinem.

11. April 2023

Hier kommt mein persönlicher Life Hack in puncto tip-top gestylt durch den Alltag: GURTE! Regelmäßige Leserinnen und Leser werden sich eventuell erinnern, dass mir im letzten Herbst meine Tasche abhanden kam. Sie war schwarz, aus Textilgewebe, unscheinbar, bis auf mein dunkelgrau aufgedrucktes Logo. Ich kaufte mir ein neue Tasche, die eine ähnliche Größe hatte, aber aus schwarzem Leder, mit einem abnehmbaren, passenden schwarzen Ledergurt. Es gehen Lebensmitteleinkäufe hinein, mein Zeug, das ich unterwegs bei mir habe, also ein geräumiges Modell. Zur besseren Veranschaulichung: man kriegt drei Flaschen Schaumwein in die Tasche, dann geht der Reißverschluss noch zu. Ich brauchte ein Weile, mich an die neue Tasche mit den vielen abgeteilten Innenfächern zu gewöhnen, ich musste mich sozusagen einwohnen in der neuen Tasche. Weil ich ein bißchen von dem Verlust der alten Tasche samt Inhalt traumatisiert war, wollte ich mit der neuen Tasche ein Gefühl installieren, dass sie doch besser als die davor wäre, so dass der Verlust irgendeinen Sinn ergeben könnte. Dann fiel mir ein, dass ich die Tasche für mich noch attraktiver machen könnte, indem ich mir einen weiteren hübschen Gurt dafür kaufe. Ich hatte mal einen in einem Schaufenster gesehen, der mir gut gefiel. Ganz bunt. Boho-Style. Ich setzte mich vor meinen Rechner und fing an, Taschengurte zu googeln. Auf den Fotos nun das Ergebnis. Ich konnte nicht aufhören. Ich musste jeden Gurt kaufen, der mir gefiel. Wo ich doch so viele verschiedene Mäntel und Jacken habe. Da sollte der Taschengurt schon perfekt abgestimmt sein. Es war wie eine Sucht! Über einen Zeitraum von ungefähr zwei Wochen habe ich mir diese ganzen Gurte bestellt. Das kann man jetzt ein bißchen wahnsinnig finden, aber ich meine, es ist eine Anschaffung für’s Leben! Wenn mir wieder einmal die Tasche geklaut wird, habe ich jedenfalls noch jede Menge Gurte. Und nun kommen wir zum Life Hack: der besteht darin, niemals mehr eine Handtasche umpacken zu müssen, um ein auf die Tages- oder Abendgarderobe abgestimmtes Modell zu tragen. So ein Gurt ist wirklich schnell gewechselt, das dauert nur Sekunden, wieder clever Lebenszeit gespart und gewonnen! Kosten so circa zwischen 13 und 30 Euro. Ein bißchen habe ich es doch übertrieben und würde den einen oder anderen Gurt auch gegen eine gute Flaschengärung tauschen, nicht jeden, aber einige sind verzichtbar für mich. Z. B. der mit dem rot-orange-schwarzen Muster oder der mit dem schwarz-wollweißen Ethnomuster oder mit dem helleren Zebramuster und den dunkelrot-grün-beigen mit den Fransen. Interessensbekundungen mit Beschreibung gerne als Kommentar!

10. April 2023

Hier sitze ich auf den Kissen auf meiner Insel am Boden und werkle. Für eine Staffelei hätte ich gar keine Verwendung. Die Schwerkraft würde meine Bemühungen zunichte machen. Der senkrechte Ansatz liegt mir nicht. Im wahrsten Sinne des Wortes.

10. April 2023

Gestern vor meinem rosa Puppenhaus mit der kleinen Werkstatt. Früher war es orange, dann lachsrosa, jetzt ganz rosa. Das Fenster mit dem Stuckrelief und die zwei rechts davon sind meine.

10. April 2023

Gestern beim Osterspaziergang vor einer grünen Wand. Heute ist noch mehr Osterspaziergangswetter, aber ich will es mal nicht übertreiben. Habe mich beim Frühstücken gerade an der offenen Balkontür gesonnt, mit nix an. Jetzt wieder Richtung Süden. Den von Berlin. Wer kennt es nicht: Schachteln mit Erinnerungen, Eintrittskarten, Zettel, besondere Restaurantquittungen, Schnipsel, Flyer, Fotos. Habe gestern gründlich nach Farben sortiert und begebe mich heute in goldgelbe Welten. Wird ein neues, sentimentales Werk, 100 x 150 cm. Ich sortiere so gerne Sachen auseinander, das beruhigt und befriedigt mich ungeheuer. Autisten haben auch oft eine starke Vorliebe dafür. Eine frühere Freundin hatte eine autistische Schwester, die noch im höheren Erwachsenenalter Micky-Maus-Hefte sammelte und verwaltete und immer wieder die korrekte Reihenfolge überprüfte. Außerdem liebte sie es, Schrauben nach Größen zu sortieren. Ich auch! Gestern auf dem Balkon in meiner Werkstatt in der Sonne gesessen und Dutzende Reliquien nach Gold-Gelb-Ocker-Orange, Pink, Blau-Grün-Türkis, Schwarz-Weiß und Kunterbunt auseinanderdividiert. Ich mache am allerliebsten Sachen, wo ich nicht viel denken muss.

10. April 2023

Die Prinzessinnengärten befinden sich auf dem alten St. Jacobi Friedhof, der nun mit Urban Gardening vom Prinzessinnengärten-Kollektiv betreut wird. Es gibt auch ein Gartenlokal, das ist im vorderen Eingangsbereich. Das Areal ist mehr oder weniger um die Ecke, schräg gegenüber von meiner kleinen Werkstatt. Vom Balkon kann ich rechts die Sonne in die Baumwipfel sinken sehen.

10. April 2023

Mein kleiner Osterspaziergang. Überall blaue Blümchenteppich-Inseln in den Prinzessinnengärten. Auf einer Gartenseite heißt es: „Von März bis April imponiert das Blausternchen – häufig auch Sibirischer Blaustern genannt – mit einer Fülle seiner leuchtend blauen Glockenblüten, die mit der Zeit ganze Flächen teppichartig bedecken können.“ So ist es. Wundervoll, elfengleich, zauberhaft.

09. April 2023

Meine fertig gebackenen Süßen Teilchen und wo sie jetzt sind. Frohe Ostern. Happy Easter. Buona Pasqua. Pascha felix. ¡Felices Pascuas. Paşte fericit. Joyeuses Pâques. חג פסחא שמח. Srećan Uskrs. Chúc Mừng Phục Sinh. عید پاک مبارک. Καλό Πάσχα. God påske. Häid lihavõttepühi. Wesołych Świąt. Hyvää pääsiäistä. Счастливой пасхи. Veselé Velikonoce. Páscoa feliz. Schöni Ostera. Beannachtaí na Cásca. Gleðilega páska. ქრისტე აღდგა.

09. April 2023

SÜßES TEILCHEN II., mit Handtaschenschutzbeutelstoff beklebte Dokumentenbox, Kleber, Acryl, Schattenfuge, 26,4 x 35,4 cm, 24., 25., 27., 30., 31. März, 1. April 2023, Staatl. Museen v. Gaganien. Aus dem Keim formt sich das Wesen, ein Tier, ein Blatt, das Leben.

09. April 2023

SÜßES TEILCHEN I., mit Handtaschenschutzbeutelstoff beklebte Dokumentenbox, Kleber, Acryl, Schattenfuge, 26,4 x 35,4 cm, 24., 25., 27., 30., 31. März, 1. April 2023, Staatl. Museen v. Gaganien. Kein Osterei, aber auch ein Keim des Lebens. Die Form von Eiern, Saaten und Samenkapseln hat schon eine innere Verwandtschaft.

08. April 2023

Gegen Mitternacht ging es wieder nach Hause, Ina brachte mich mit dem Auto zur S-Bahn und ich nahm mir wieder mein Buch von Zelda Fitzgerald. An einer Halte stieg ein junger Mann im nahezu leeren Wagon zu, sah mich und bemerkte: „Seltener Anblick heutzutage, dass jemand ein Buch liest…“ Ich entgegnete: „Ja?“ und rekapitulierte in Gedanken, wie oft oder selten ich das bei anderen Fahrgästen sehe, kommt doch eigentlich bei jeder Fahrt ein- bis zweimal pro Abteil vor, die übrigen Fahrgäste lesen, wischen oder tippen auf ihrem Smartphone. Der nächtliche Mitfahrer stieg nach nur einer Station wieder aus und verabschiedete sich lächelnd „Na, denn wünsch ick ein frohet Osterfest!“. Ich ihm dasselbe. Gegen eins war ich wieder daheim.

08. April 2023

Hier eine Handvoll quick and dirty-Bilder von gestern Abend in der Hafenbar. Mir war gestern eindeutig mehr nach Tanzen als nach Fotografieren. Da es rappelvoll war, fanden wir einen Platz an der hinteren Wand vor der Koje 5. Ich nenne es mal Kojen, das sind so kleine lauschige Nischen mit Eckbänken und maritimer Schiffs-Deko in der Hafenbar Tegel. Vor uns waren entsprechend viele tanzende Gäste, ich sah den ganzen Abend Hans an der Gitarre nur sekundenweise, weil er ganz rechts hinter einer dicken Säule stand, also von meiner Sichtachse aus.

Nachdem wir uns für den Stehplatz entschieden hatten, brauchten wir noch einen Tisch, um unsere Getränke abzustellen, da wir nicht zu der Generation gehören, die mit Glas in der Hand Tanzen performt. Vor uns war ein mehr oder weniger leerer Tisch mit Stühlen, da ja alle tanzten, und auf der Tischplatte war noch reichlich Platz für unsere zwei Gläser, die Taschen schoben wir unter einen leeren Stuhl, die Jacken hingen in der Garderobe.

Als ich mein Glas gerade abstellte, fuchtelte rechts von mir eine stämmige, groß gewachsene Frau mit engem Pullover und schulterlanger Königspudel-Dauerwelle (Minipli), schätzungsweise Anfang Sechzig, gestenreich Richtung Tisch. Ich interpretierte es als: „Hier ist schon besetzt, reserviert, kein Platz für Euch!“. Wir wollten uns gar nicht hinsetzen, nur die Gläser hinstellen. Sie fuchtelte weiter hektisch mit Armen und Händen herum, ich versuchte trotz der lauten Musik zu fragen, ob sie sich hinsetzen möchte. Sie schaute mich unwirsch und irritiert an, gab keine Antwort, gestikulierte zackig weiter. Ina und ich guckten uns fragend an.

Ich beobachte sie nun etwas genauer und musste erkennen, dass das kein Kommunkationsversuch in unsere Richtung gewesen war, sondern ihre Art zu tanzen. Der Oberkörper zuckte mal nach vorne, mal nach hinten, der Kopf wurde nach links und rechts geschüttelt, als ob jemand energisch NEIN sagt, und die Unterarme schossen mit zackigen Bewegungen abwechselnd nach vorne, als ob ein Schweizer Messer aufklappt. Ich hatte ein bißchen Angst, dass sie mir einen Kinnhaken versetzt, und versuchte möglichst geschickt auszuweichen, und bekam es auch einigermaßen hin. Diese nie gesehene tänzerische Darbietung war so eigenartig, dass ich ein Lachen unterdrücken musste. Ich bekam davon erst recht einen Krampf. Als ich Ina anschaute, konnte sie sich auch nicht mehr beherrschen, es schaukelte sich richtig hoch. Schlimm! Als hätte man monatelang verschüttetes Lachen nachholen müssen, es war geradezu ein körperlicher Reflex, aber sehr, sehr befreiend.

Die Setlist war einfach grandios, ein Knaller nach dem anderen, der Sound war gut, die Stimmung war super. Und dann bat Tom, der Sänger, einen Gast, den er im Publikum entdeckt hatte, auf die Bühne. Mit ihm hatte er wohl vor kurzem in Leipzig einen Song gespielt. Der Gast ließ sich nicht lange bitten. Es handelte sich um Beppo Pohlmann von den Gebrüdern Blattschuss, und nun wurde das von ihm komponierte Stimmungslied „Kreuzberger Nächte sind lang“ zu Gehör gebracht. Nicht erwähnt werden muss, dass das Publikum vollständig, lauthals und textsicher mitsang:

Kreuzberger Nächte sind lang! Kreuzberger Nächte sind lang! Erst fang’se janz langsam an – Aber dann – Aber dann!

Jetzt fragt mich doch so’n Typ, ob ich studier‘ – Ich sag: „Ja, Wirtschaftspolitik, drum sitz‘ ich hier!“ Da sagt er, dass er von der Zeitung wär‘ Und da wär‘ er der Lokalredakteur! Ein Rentner ruft: „Ihr solltet Euch was schäm‘!“ Ein and’rer meint, das läge alles am System! „Das ist so krank wie meine Leber“ sag‘ ich barsch – Die zwölf Semester war’n doch nicht so ganz umsonst!

Kreuzberger Nächte sind lang! Kreuzberger Nächte sind lang! Erst fang’se janz langsam an – Aber dann – Aber dann!

Es war ein Fest. Herr Pohlmann feierte noch bis zum Schluss mit seiner Frau mit. Habe ihn nicht fotografiert, war zu sehr mit Mitsingen und Tanzen beschäftigt. Ich erinnere mich an „Riders On The Storm“, das fehlende Fender Rhodes genial durch die Gitarren ersetzt, grandios. Ein paar Hendrix Songs, Jumpin‘ Jack Flash, Bus Stop, Albatros, Help, You Really Got Me, Venus, Honky Tonk Woman, Here Comes The Sun, usw. usf. Großes Kino. Schönstes BBC-Konzert bis jetzt in diesem Frühjahr. Danke. Danke. Danke.

08. April 2023

Liebes Tagebuch,

gestern Abend bin ich um 19:30 recht pünktlich losgegangen, um zeitig zu meiner Verabredung mit Ina beim Berlin Beat Club-Konzert in der Hafenbar Tegel zu kommen, wo ich noch nie war. Mein Fußweg zur S-Bahn-Halte „Oranienburger Straße“ hat zehn Minuten gedauert, ich bin gemütlich geschlendert. Die S-Bahn S 25 ist erst um 19:55 Richtung Hennigsdorf losgefahren, ich hatte noch ein bißchen Wartezeit und habe mein Buch rausgeholt, es heißt „Himbeeren mit Sahne im Ritz“ von Zelda Fitzgerald. Das sind elf Kurzgeschichten aus den Zwanziger Jahren, die mir recht gut gefallen. Das Buch habe ich auch während der Fahrt weitergelesen. Sie hat nur 22 Minuten gedauert, ich war überrascht, wie schnell das nach Tegel ging. Wie im Flug, obwohl ohne Flugzeug! Die Geschichten sind sehr kurzweilig, daher wohl.

Auf meiner Fahrverbindung, die ich mir ausgedruckt hatte, stand, dass ich nun links an der U-Bahn vorbei zu einer bestimmten Straße müsste, habe ich auch gut gefunden, dann gab es ein Stückchen Tegeler Berliner Straße und dann in die Fußgängerzone, die „Alt Tegel“ heißt. Es war schon dunkel, es kam ein Restaurant nach dem anderen, eine richtige Fressmeile! Deutsch, Französisch, Asiatisch, Kroatisch, alles Mögliche dabei. Viele Restaurants wirkten einladend, es ging über altes Kopfsteinpflaster Richtung Tegeler See, also zum Hafen. Es nieselte ein bißchen und war auch frisch, also kein gemütlicher Spaziergang, aber ich konnte mir vorstellen, dass er sehr gemütlich sein könnte, wäre es eine laue Frühlings- oder Sommernacht.

Dann war ich am Ende der Straße, wo die Wilkestraße kommt, ich hatte mir gemerkt, dass ich nach rechts musste, guckte nicht mehr auf meinen Plan in meiner Umhängetasche, weil ich mir einbildete, das erkennt man bestimmt gleich von außen, dass da die „Hafenbar Tegel“ ist. Die Hausnummer hatte ich vergessen. Ich ging vorbei an einem riesigen modernen Gebäude namens „Tegeler Seeterrassen“, immer weiter nach hinten. In meiner Vorstellung war die Hafenbar in einem alten, urigen Ziegelbau, irgendwie zünftig, ich kannte nur Fotos von innen. Dann war ich am Ende der Straße, es kamen nur noch Wohnhäuser, Mietshäuser, ein Parkplatz. Da nahm ich meinen Plan aus der Tasche und prüfte die Hausnummer. Aha! Wilkestraße 1 – 5. Also am Anfang, ich musste vorbeigelaufen sein. Womöglich da, wo die Seeterrassen sind? Kann ja nur so sein. Davor stehend, sah ich keinen Hinweis auf eine Hafenbar. Aber weil die da ja sein musste, ging ich linksrum zur Hinterseite, wo es zum See ging. Und da sah ich ein Grüppchen unterhalb einer Treppe, im Tiefparterre des modernen Seeterrassen-Gebäudes, hier gings also lang!

Es war nun schon zehn Minuten später als mit Ina verabredet, wir wollten gegen 20:30 da sein. Der Berlin Beat Club spielte noch nicht, weil es ja erst ab 21 Uhr erlaubt war, und ich kam nicht rein, weil ausverkauft, bzw. reserviert. Die beiden Mitarbeiter vom Einlass ließen mich aber aufs Klo und nachschauen, ob Ina reingekommen wäre, das war sehr nett. Dann meinten sie, wenn um 21 Uhr nicht alle reservierten Plätze besetzt sind, komme ich noch rein. Ich blieb nach dem WC-Gang und Ina Suchen – sie war noch nicht da – neben dem jungen Mann am Einlass stehen. Von da konnte ich sogar die Bühne sehen. Es kamen nach mir noch welche, die reinwollten und auch nicht reserviert hatten, nur ein Paar harrte wie ich aus, die Anderen gingen gleich woanders hin.

Pünktlich um 21 Uhr ging es los, und es gab freigebliebene Reservierungen, ich durfte rein. Habe im Eingangsbereich gewartet, um Ina nicht zu verfehlen, und da kam sie auch schon und bekam auch noch eine Eintrittskarte. Prima! Ich hatte mir schon ausgemalt, was das für ein jämmerlicher Eintrag geworden wäre, dass ich fast eine Stunde bis nach Tegel unterwegs war und dann wieder heimgefahren wäre, weil ich nicht reingekommen wäre. Aber so weit kam es ja zum Glück nicht! Der junge Mann am Einlass meinte noch, das wäre erst das zweite mal überhaupt, dass es dermaßen ausverkauft wäre, hätte er noch nicht erlebt. Das wird er mit dem Berlin Beat Club noch oft erleben, da bin ich mir sicher. Fortsetzung der Berichterstattung folgt, ich muss noch einkaufen!

07. April 2023

Der heutige Karfreitag ist übrigens innerhalb Europas KEIN gesetzlicher Feiertag in: Belgien, Frankreich, Irland, Italien, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien und Slowenien.

In England ist der „Good Friday“ zwar ein Feiertag, aber die Geschäfte sind geöffnet und getanzt werden darf auch.

Israel hatte gestern einen offiziellen Feiertag, „Pessach“, den Gründonnerstag, heute ist kein gesetzlicher, in Tel Aviv und Jerusalem wird heute nachweislich gesungen und getanzt.

Der zur „Heiligen Woche“ „Semana Santa“ gehörende Karfreitag ist zwar im katholisch geprägten Spanien und Lateinamerika ein Feiertag, hält aber nicht von Musik und Tanz ab, Konzerte finden statt, Clubs haben geöffnet.

Bei Italien war ich besonders überrascht, dass dort heute kein Feiertag ist, reichlich Konzerte, u. a. tritt heute Eros Ramazzotti in Rom auf, Clubs haben auf, es darf getanzt werden.

In der Schweiz ist der Karfreitag ein Feiertag, aber es gibt kein Verbot für Tanzveranstaltungen.

Hierzulande wird sich an den „stillen“ Feiertag geklammert. Allerdings mit gelockertem Tanz- und Musizierverbot in Berlin und Bremen. Ab 21 Uhr ist Singen und Tanzen in Berlin heute KEINE Ordnungswidrigkeit. Ich bin am Abend mit Ina beim Berlin Beat Club in der Hafenbar in Tegel verabredet und freu mich drauf. Das Leben ist zu kurz, um nicht zu tanzen! Ich wünsche einen genehmen Freitag, ob in stiller Einkehr oder mit Musik, wie es beliebt. Bedrohung, Verletzung und kriegerische Aggression ist in meinen Augen pietätlos, aber nicht inniges Singen und Tanzen. Bei mir gibt’s heute übrigens Fischstäbchen und Kartoffelsalat. Amen.

06. April 2023

Holla. Heute bei Germany’s Next Topmodel: zu den bereits vorhandenen dreizehn Kandidatinnen im Alter zwischen 18 und 23 kommt überraschend eine Handvoll neuer Kandidatinnen um die Fünfzig. Erst Shooting mit Heidi hinter der Kamera (macht sie gut), nun Walk in Dessous von Allen, den Twentysomethings und den Fiftysomethings. Schon alle sehr gut in Form. Ich denke, ohne regelmäßiges Workout kriegt man eine derartig straffe Erscheinung nicht hin. Chapeau. Heidi wird übrigens dieses Jahr auch Fünfzig, am 1. Juni. Ich mag sie ja, ihr gewitztes Naturell. Ich gucke mal weiter.

05. April 2023

Was noch bemerkenswert, bedenklich, erwähnenswert war. Am Nachmittag gegen Drei vor der Haustür, wo meine Werkstatt ist. Am Baumstamm gegenüber der Tür, auf dem Gehsteig, lehnt hochkant ein alter, schmaler Heizkörper. Die Haustür steht auf. Ich mach sie zu. Gehe nach oben, ich höre Gerumpel. Zwei junge Männer wuchten ein Regal aus der Wohnung der alten Dame unter mir. Die Wohnungstür steht auf. Das ist kein Umzug. Hier wird ein Haushalt aufgelöst. Die alte Dame war sehr liebenswürdig, ich sah sie oft auf dem Balkon sitzen, und auch, dass sie schon etwas durchsichtig wirkte, filigran. Wir trafen uns selten im Treppenhaus, aber zuletzt hielten wir ein Schwätzchen. Sie dekorierte nämlich immer das Fensterbrett auf dem Treppenabsatz und ihre Eingangstür mit jahreszeitlichen Dekoteilen. Zu Weihnachten ein kleiner Elch und eine Schneekugel, Sterne. Zu Ostern eine kleine Schubkarre mit Ostereiern und ein Gießkännchen. Ganz süß. Die Sachen waren auf so einer kleinen Erhöhung in einer großen weißen Laterne arrangiert. Sie dekorierte mindestens vier mal im Jahr um. Aber zuletzt gar nicht mehr. Auf einmal war der Schrein weg. Ich dachte schon, sie ist nicht mehr in der Wohnung. Dann hörte ich vom Schornsteinfeger, dass sie krank wurde und zu ihrem Sohn ist. Keine Deko mehr vor der Tür. Jemand anders muss jetzt das Fensterbrett dekorieren, weil da ist immer noch welche. Als ich dann oben in meinem Atelier war, musste ich die Musik lauter aufdrehen, weil mich das Gerumpel traurig gemacht hat, die Vorstellung, dass da so ein Leben aufgelöst wird, die Hinterlassenschaften, Möbel auseinanderdividiert auf dem Sperrmüll landen oder sonstwo. Einfach so. Und ich überlegte, ob sie endgültig nicht wiederkommt, weil in einem Pflegeheim oder ob sie gestorben ist. Und es rumpelte weiter da unten. Und die Männer sahen so fröhlich aus. Ist ja Frühling. Sie können nichts dafür, ist ihr Job. Ich blieb gar nicht lang, rahmte nur zwei Bilder und fotografierte sie ab. Als ich die Treppe runterging, hing unten an der Wand gegenüber dem letzten Treppenabsatz eine Karte mit einer schnörkeligen Schrift. Ich holte die Brille aus der Tasche, ahnte schon, was es ist. An derselben Stelle, wo neulich die Todesanzeige von meinem Vermieter hing, war eine Trauerkarte angepinnt. Die alte Dame war gestorben. Am 13 März. Sie war am 21. November 1937 geboren. Also wurde sie fünfundachtzig. Das Datum der Beisetzung stand auch da, auf einem der Friedhöfe in der Nähe, dem St. Thomas-Friedhof, am 4. April um 10 Uhr. Also an dem Tag, wo ich es las. Aber es war schon Nachmittag. Ich überlegte, ob ich kurz zum frischen Grab gehe, aber das wäre ein Umweg gewesen, so ging ich zur U-Bahn und dachte immer wieder an sie. Und dass es niemals mehr Elch in der Laterne geben wird.

02. April 2023

ODALISKE. Rahmen für kleinen Druck „L’Algérienne“ von Henri Matisse, 1909 (Original im Centre Pompidou Paris, 81 x 65 cm), Passepartout, Holzrahmen, Acryl, Hochzeits-Geschenkband, Klebestift, 20 x 26 cm, 2. April 2023, Privatsammlung Gaganien.

Heute nach dem Aufwachen, kurz nach Zehn, fiel mein Blick auf das kleine Odaliskenbild „L’Algérienne“ von Matisse. Ich hatte den Rahmen vor einiger Zeit in diesem Hermès-Orange gestrichen, und plötzlich hatte ich die Idee, ihn noch weiter zu verschönern. Gesagt, getan. Gegen Mittag fuhr ich in mein kleines Atelier und verklebte goldenes Geschenkband, das einst um Geschenke gewickelt war. Längsstreifen haben im Ambiente der Odaliskenbilder von Matisse große Tradition, ich denke, es hätte ihm gefallen. Vielleicht habe ich das Bild sogar im Original einmal gesehen, als ich 1995 im Centre Pompidou war, ich erinnere mich nicht. Der kleine Druck stammt aus einem Notizbuch, das vom Centre Pompidou herausgegeben wurde, Geschenk einer früheren Freundin an mich, das muss Ende der Neunziger Jahre gewesen sein. Die lockere Freundschaft war nicht so eng, sie plätscherte einfach peu à peu aus, als wir nicht mehr miteinander arbeiteten.

01. April 2023

CHEVRON (I 🧡 Missoni). Zwanzig Jahre altes, abgeschrabbeltes Lieblings-Strandtuch aus Baumwollvelours, Verpackungskarton, übermalte Digiprint-Fragmente v. Möbelstoffmuster „Zig Zag Weave“ von Trina Turk, Acryl, Spiegelsplitter, Kleber, Blattgold, Bordeauxgold-Barockrahmen, 127,5 x 57,5 cm, 1., 4., 5., 7., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 18., 19., 21., 26. Februar, 4., 5., 10., 12., 18., 19., 24., 25., 27., 30., 31. März 2023, Staatl. Museen v. Gaganien.

Das ist das späteste Werk aus meinem Zyklus auf der Grundlage aussortierter Frotteetücher. Ich liebe Zickzack. Der Anblick beruhigt und erheitert mich gleichermaßen. Die Farben sind partiell von mir verändert. Jetzt ist es für mich vollendet. Je älter ich werde, und umso länger ich herumpinsle und werkle, umso froher bin ich, dass mich keine Tradition oder akademische Lehre von irgendetwas abhält. Meine inneren Welten und Vorlieben brechen in die Materie durch, ich liebe es jedes mal aufs Neue. Gleich, ob das Kunsthistorikern als Kunstgewerbliches oder geweihte Kunst gilt.

31. März 2023

GOODBYE ELIZABETH. Fragmente Zeitungsartikel BZ „Das letzte Goodbye“ und Tagesspiegel-Artikel vom 20. September 2022 zur Beisetzung am 19. September 2022, Foto Elizabeth und Philipp und historische Briefmarkenausdrucke aus dem Internet, Spiegelscherben, Straßsteine als Charlottes Hufeisenbrosche, Kleber, Acryl, Blattgold, Leinwand, Karton, blaue Mosaiksteine, Barockrahmen, 68 x 78 cm, 30. September 2022, 9. bis 13., 15. bis 17., 20., 22., 23., 25. bis 30. Oktober 2022, 2., 29. November 2022, 15. bis 18. Dezember 2022, Königliche Sammlung von Gaganien

King Charles und Queen Camilla sind in den letzten Zügen ihres Deutschlandsbesuchs. Heute morgen sind sie im Sonnenschein aus Berlin abgereist, mit dem ganz normalen ICE nach Hamburg, wo der Himmel weinte. Korrespondierend zur Abschiedsstimmung präsentiere ich mein ultimatives Abschiedswerk zum Gedenken an Queen Elizabeth II. Ich habe ganze vierundzwanzig Tage daran gearbeitet, im Durchschnitt sechs Stunden an einem Tag, mal vier, mal acht Stunden, mal sechs. Ich habe keinen Aufwand und keine Mühen gescheut, jeder wird mir zustimmen, dass man mir Gründlichkeit nicht absprechen kann. Im Zentrum des Werkes stehen zwei verschiedene Zeitungsartikel, die über die Beisetzung von Elizabeth berichteten. Ich kaufe mir keine Papierzeitungen, habe aber Zugriff auf einen Gratisverteiler von Papierexemplaren älteren Datums, so habe ich bei der Trauerausgabe vom 20. September 2023 der BZ und der Ausgabe vom Berliner Tagesspiegel selben Datums zugegriffen. Ich war gleich sehr verliebt in das Layout und die Übeschriften der mehrseitigen BZ-Sonderberichterstattung. Viele, viele Fotos, alles in Dunkelblau-Violett und Gold gehalten, sehr angemessen! Der Tagesspiegel hingegen geradezu unanständig schlicht und zurückgenommen. Den ersten Preis für schönste Berichterstattung bekommt eindeutig die Berliner BZ! Hier menschelt es, hier hat man einen Sinn für emotionale Überschriften und Bilder, die das Herz erweichen! Operetten-Qualität! Ganz herrlich. Die allerschönsten Überschriften und Fotos habe ich sorgsam ausgeschnitten und arrangiert. Gerne zitiere ich noch einmal die tollsten Statements auf dem Bild.

Die B.Z. titelt: „SIEBEN SONDERSEITEN!“ – „DAS LETZTE GOODBYE“ – „TRÄNEN UM DIE QUEEN“ – „DIE KÖNIGE DER WELT VERNEIGEN SICH“ – „PERLENGRUß AN DIE QUEEN“ – „DIE KÖNIGSHÄUSER AUS EUROPA HATTEN DIE BESTEN PLÄTZE“ – „BITTERE TRÄNEN! NACH TRAUERGOTTESDIENST UND PROZESSION DURCH LONDON WURDE CHARLOTTE VON IHREM KUMMER ÜBERWÄLTIGT, WEINTE UM DIE QUEEN.“ – „WIE IHRE UROMA LIEBT AUCH CHARLOTTE DAS REITEN – DIE DIAMANTENE HUFEISENBROSCHE WAR EIN GESCHENK DER QUEEN.“ – „GEORGE WISCHTE SICH WÄHREND DES GOTTESDIENSTES TRÄNEN AUS DEN AUGEN.“ (Kleine Erläuterung zum „Perlengruß“: die engsten weiblichen Familienmitglieder trugen Perlenschmuck, welchen die Queen am meisten liebte, so auch Catherine, deren mehrreihiges Perlencollier zu sehen ist.)

Der Tagesspiegel: „GOODBYE – DIE WELT NIMMT ABSCHIED VON QUEEN ELIZABETH II:“ – „TRAUERFEIER FÜR DIE QUEEN“ – „LETZTE EHRE – GEKRÖNTE, GEWÄHLTE, GEWEIHTE, POLITIK, MILITÄR UND KIRCHE KAMEN ZUR BEERDIGUNG DER QUEEN. DIESE FRAU SOLL KEINE MACHT GEHABT HABEN? VIELLEICHT WAR SIE IN WAHRHEIT DIE MÄCHTIGSTE FRAU DER WELT.“

Dies ist mein Requiem für Königin Elisabeth, das zweite von vier Bildern. Die beiden, die ich noch nicht gezeigt habe, präsentiere ich zu den Krönungsfeierlichkeiten von King Charles am 6. Mai 2023.

30. März 2023

Gestern Abend sparsamer Tina-Gaga-Chat zum Bachelor. Tina plagte Kopfweh, ich abgelenkt vom Staatsbankett mit Camilla und Charles.

Gaga
Bachie geht los!

Tina
Ja. Mir tut ein wenig der Kopf weh, werde wieder wenig tippen. Die rauchen. Das hab ich ja noch nie gesehen. Am Ende werden hier noch Marken für Zigaretten beworben 🥺

Gaga
Awww… gute Besserung, ich puste mal. Ich kann ja trotzdem bißchen was schreiben – z. B. dass ich gerade beim Date von Yolanda und ihm, wo die Gespräche ernsthafter wurden, so einen eher freundschaftlichen Grund-Vibe hatte, weniger erotisch. Aha, er hat ihr nach dem Date eine Rose mit auf den Heimweg gegeben, schon irritierend, wie extrem die anderen Mädels feiern, dass sie eine Rose bekommen hat, so ganz uneifersüchtig… hm. Hab ich in der Form auch noch nie in einer der Staffeln beobachtet. Als gäbe es keine, die ihn nur für sich will…

Tina
Lisa ist schon eifersüchtig.

Gaga
Aber dennoch hat sie vorhin ekstatisch geklatscht, als Yolanda die Rose rausholte… Die Mädels haben schon immer geraucht, aber es wurde noch nie so selbstverständlich abgefilmt… Gerade sagt Lisa, dass sie sich so für Rebecca freut…. sie ist wohl doch nicht so entflammt für ihn… Habe bei keiner den Eindruck, für ihn entflammt zu sein, keine Vibes von weichen Knien, eher Interesse, weiter im Format zu bleiben, so „just for fun“ and fame… Was Rebecca sagt, von wegen, er sähe unfassbar sexy aus, kaufe ich ihr nicht ganz ab. Sie strahlt es nicht aus. Bin schon mal im Runterfahrmodus.

29. März 2023

LILIBET. Lilibet-Footage aus dem Internet (historische Briefmarken, Warhol), Schnipsel von goldenen Pralinenschachtel-Inlays, Kinokarten und Eintrittskarten vom Grünen und Roten Salon, gewebter Stoff von zerschlissenem, indischen Meditationskissen, goldene Schaumwein-Aluminium-Manschette, blaue Mosaiksteine, australische Elisabeth-Geldmünze von Lydia, Kleber, Acryl, Blattgold, Leinwand, Schattenfugenrahmen, 44 x 54 cm, 5. – 13. November 2022, Königliche Sammlung von Gaganien

Zur Einstimmung auf den heutigen und morgigen Besuch von King Charles und Queen Camilla in Berlin, dem ich aus Termingründen leider nur virtuell beiwohnen kann, präsentiere ich eines meiner vier Elisabeth-Werke, das kleinste. Zwischen September und November 2022 sind vier Gedenkbilder entstanden, da ich den Tod von Elizabeth II. verarbeiten musste. Hier nun der Auftakt. Besonderen Dank an Lydia, die mir die Elisabeth-Münze schenkte.

28. März 2023

Dit war wohl nüscht. Kein ista. Keiner gekommen. Gerade angerufen. Dame im Büro: „Der Monteur war wohl heute früh vor Ort, das System ist abgestürzt, er musste wieder fahren, zum nächsten Termin. Das kriegt man nicht hin, da dann alle zu informieren. Tut mir leid, machen Sie sich einen schönen Tag.“ Gibt neuen Termin.

28. März 2023

Chat mit Tina während „First Dates Hotel“ von gestern Abend, der mehr zu einem Monolog meinerseits wurde, da Tina anderweitig beschäftigt war. Danach wenige Minuten einer neuen Datingshow auf Vox, die ich bald abschaltete, und stattdessen eine klasse Inga Rumpf-Doku schaute.

Gaga
Bin um 20:26 im Hotel eingecheckt (First Dates…. VOX), war von 14:00 – 20:00 Uhr in meiner Werkstatt… wg. Zeitumstellung jetzt blöderweise später Abenddämmerung, ich guck nicht auf die Uhr, sondern auf das Licht… daher nicht ganz pünktlich! Gerade der Indianer mit der Friseurin – und es gibt eine Elena mit einem gigantischen Dekolleté – Halleluja!

Tina
Ich passe heut mal. 😕

Gaga
Geht klar, weiß ich Bescheid. Hab auch hier rumzuwursteln, Einkäufe auspacken, etc. pp. Alles so nebenher… vielleicht mach ich auch einen Chat-Monolog, mal was Anderes! Nach Lust und Laune.

Tina
Ich muss noch bisschen performen.

Gaga
Ich sabbel ja eh immer mehr als Du. OH GOTT, ich muss SOFORT kommentieren!!! Die bescheuertste Frage ever vom Date vom Indianer, sie zu ihm: „Wo siehst du dich in fünf Jahren????“ Das müsste mich mal einer fragen, absolutes No Go. Oder ich sage: „Im Gropius Bau. Hängend.“ Das wäre dann wahrscheinlich mein letzter Satz ever zu dem Typen. So eine klischeehafte Kackfrage. Er, der Indianer, hat aber cool reagiert: „Was soll ich mir Gedanken machen, was in fünf Jahren ist?“ Zumal weder er noch sie in den Zwanzigern sind. Nun Reklame, damit du rückwärts lesend weißt, auch in dieser Sendung gab es Werbeunterbrechungen, wurden nicht mit der Sommerzeit abgeschafft. Ich hau mir nun was in die Pfanne, bin ja Schnell-Köchin. Nach der Reklame dann zurück mit fertigem Essen.

Tina
Schau
(postet Fotos von sich und Björn unter blühendem Baum)

Gaga
Voll süß. Und unterm rosa Frühlingsblütenbaum… Kirschbaum…? Ah – wenn die jetzt blühen, müsst ihr unbedingt in die Gärten der Welt, in den Japanischen Garten, wollte ich immer schon mal hinkriegen, immer verpasst. So romantisch!

Tina
Ja, ein Passant hat uns fotografiert, als ich an Fotos von Björn rumdokterte.

Gaga
Wunderschöne Blüten. Ich wollte doch was kochen! Na, ja wer ein eigenes Dauerdate unter Blüten hat, braucht keinen TV-Ersatz im Hotel auf Mallorca. Reklame gleich vorbei, nix zu essen gemacht, aber was Prickelndes im Glas.

Tina
Ja, ich bin jetzt auch still. Muss noch bisschen was aufholen.

Gaga
D’accord….! Heieiei, der Ausschnitt…. sie hat ein Tattoo zwischen den Brüsten, unterhalb der Brustfalte, so tief ist der Ausschnitt vom Kleidchen… Oh, ein neuer Kellner mit superlangen offenen Haaren und kleinem Dutt am Hinterkopf. Stylish. Hoffe auf baldige Werbung, um mir Bratkartoffeln mit Wiener Würstchen in guter Butter gebraten in die Pfanne zu hauen.

Tina
Mehr?

Gaga
Wie meinen?

Tina
Ach, ich dachte du kommentierst weiter. Schiele doch immer mal hin, also nicht in den TV, aber ins Chatfenster.

Gaga
Ich hab süße Teilchen gebacken (Blogeintrag!) und endlich Bratkartoffeln mit Würstchen, welche ich nun verspeise! Ist jetzt eh vorbei, war nix mehr Superbemerkenswertes für mich, ich guck jetzt die Folgesendung, wo’s auch um Partnerschaftstastrologie geht.

Tina
Goodbye Deutschland?

Gaga
Nein, ein neues Datingformat.

Tina
Uhhhhhhh.

Gaga
Da ich mich da recht gut auskenne, mit der Partnerschaftsastrologie, werde ich mal hinhören, ob korrekt analysiert wird!

Tina
Auch auf Vox?

Gaga
Jajaaa. Jetzt, noch am Anfang die Sendung. 1. Folge. Läuft erst seit drei Minuten.

Tina
Okay, ich schalte es mal ein.

Gaga
Der sportliche Wettbewerbsansatz bei dieser Show langweilt mich jetzt schon…. so nach dem Motto: „Wer ist die tollste Kupplerin?“ – wie doof. Aber ich lass mal laufen. Auch sinnlos: wenn die Astrotante wichtigtuerisch sagt „da fehlt mir die Venus“ und der Laie unter den Zuschauern mit dem Klugscheißer-Fachchinesisch nichts anfangen kann, weil sie es nicht leicht verständlich erklärt. Und nun auch sportliche Challenges, was für dich wohl unter Actiondate fällt…. und mich (so so so) langweilt. Ich schalte die Sendung ab, das ist nix für mich, zu sportiv. Aus die Maus!

Tina
Mich hauts auch nicht gleich vom Hocker. Höre aber bisher nur.

Gaga
Ich guck lieber weiter eine der Dokus im ZDF. Bei dem Format fehlt mir das Emotional-Sinnliche in dem gesamten Setting. Hab es vor zwei Minuten abgeschaltet. Gute Nacht, ich guck woanders weiter!

Tina
Schade, dass es nicht cool ist. Na ja, werde es dennoch beim Essen anschauen.

Gaga
Ich schaue jetzt diese Doku über Inga Rumpf, die coole Hamburger Rockröhre aus den Seventies, die immer noch rockt, mit über Siebzig: https://www.zdf.de/hr/dokus-reportagen/page-video-ard-inga-rumpf—my-life-is-a-boogie-100.html Sie ist soooo cool, wow. Ich fand sie schon als Teenie beeindruckend, Role Model.

Tina
Dating Astro Dings ist besser geworden.

Gaga
Bin bei Inga.

Tina
Weiß ich.

28. März 2023

Warten auf ista. Austausch Wasserzähler. Angekündigt für 7 – 10 Uhr. Wecker auf 6 Uhr gestellt, im Halbschlaf Klingeln abgestellt, weitergeschlafen, fünf vor Sieben aufgewacht, unter die Dusche, sehr kurz geduscht, zum Glockenschlag um Sieben mit nassen Haaren angezogen, Kaffeewasser aufgesetzt. Inzwischen hatte ich über eine Stunde Zeit mich zurechtzumachen, ich wäre dann so weit!

27. März 2023

Heute Nachmittag süße Teilchen gebacken. In der Sonne trocknen lassen, zum ersten mal in diesem Jahr. Aus mir wäre auch eine gute Zuckerbäckerin geworden, sahnige Schnörkel gehen mir leicht von der Hand! Rezept für den delikaten Boden: zwei alte Präsentationsmappen von irgendeinem Workshop, darauf cremiger Klebestift und der Stoff von dem zerschnittenen, großen Staubbeutel für die Handtasche, die ich mir nach dem Diebstahl neu gekauft habe. Die süßen Schnörkel mache ich freihändig mit UHU-Bastelkleber. Wenn alles trocken ist, kommt noch weißer Zuckerguss drüber. Über die Kringel. Die süßen Teilchen sind das Ergebnis von Drückebergerei, wenn ich keine Lust habe, an was weiterzuwerkeln, was eigentlich dran wäre, aber mühselig ist. Dann mache ich zwischendurch mal süße Teilchen zum Prokrastinieren!

24. März 2023

Ich bin ja mittlerweile konziliant, ob dauerhaft Sommerzeit oder Winterzeit, Hauptsache: gleichbleibend. Das Anpassen an andere Aufstehzeit geht bei mir schnell, mich nervt ungleich mehr die Kontrolle und Umstellung von Geräten mit Zeitanzeige. Wecker, Telefon, Notebook. Mein Notebook hat noch nie eine Punktlandung hingekriegt, sich von selbst RICHTIG umzustellen. So stelle ich in Handarbeit die Zeit um, um dann zwei, drei Tage später festzustellen, dass ich nun eine zweistündige Zeitvorstellung angezeigt bekomme. Welche der verdammten Geräte stellen sich nun von selbst um, und welche nicht, und WANN….? Darüber möchte ich gar nicht nachdenken müssen. Das ist doch im wahrsten Sinne des Wortes Zeitverschwendung.

24. März 2023

Und last but not least: die doofe Zeitumstellung von Samstag Nacht auf Sonntag nicht vergessen, NOCH FRÜHER am Montag aufstehen, als sowieso schon….. grrrrr

24. März 2023

To whom it may concern: am großen Streiktag am Mo, 27.03.2023 streikt in Berlin ab 00:00 – 23:59 die S-Bahn und die Regionalbahn, aber NICHT die BVG, d. h., die U-Bahn, Straßenbahn und die BVG-Busse fahren fahrplangemäß. Die BVG hat sogenannte Friedenspflicht, da einen gültigen Tarifvertrag. Da es mich am Montag auch betrifft, nicht mit der S-Bahn fahren zu können, musste ich es recherchieren. Die BVG hat netterweise auf der Startseite auch gleich einen Hinweis, dass sie nicht streikt. Ich wünsche mir sehr, dass der Ver.di-Streik zum gewünschten Ergebnis führt. Die unteren Gehaltsgruppen, die die wirklich systemerhaltenden Jobs machen, haben es verdient.

23. März 2023

Tina-Gaga-Chat zur Bachelor-Folge vom Mittwoch, 22. März 2023. Wir sind nunmehr etwas gelangweilt, aber plaudern nichtsdestotrotz unermüdlich weiter!

Gaga
Heute ist wieder unsere Date-Night mit dem Bachie!

Tina
Juhuuu! Ich will ein Actiondate.

Gaga
Wenn du es noch mehrmals einforderst, könntest Du erhört werden! Wenn es dich schon befriedigt, ein Actiondate zu gucken, umso besser. Ist Björn heute mit von der Partie?

Tina
Nein, Björn freut sich, nicht hier sein zu müssen. Und er lehnt es ab, den Bachelor für sich selbst zu schauen, weiß gar nicht wieso. Björn ist einfach durch und durch intellektuell. Er liest lieber. Und lehnt auch derartige frauenverachtende Formate ab.

Gaga
Die Frauen sehen aber gar nicht aus, als ob sie sich verachtet fühlen…. also nicht alle.

Tina
Oh je. Diese Großanalyse möchte ich jetzt lieber nicht aufmachen.

Gaga
Ich vermute, Björn ist Feminist der alten Schule, er kennt wohl noch nicht die neuen Spielarten.

Tina
Ja, das ist er. Ganz die alte Schule. Demzufolge wäre das Problem generell.

Gaga
Verstehe, ich hatte dir doch gestern von meinem ehemaligen Lover erzählt, der einer der ersten sich dazu bekennenden Feministen war. Wahrscheinlich diese alte Schule.

Tina
Das Format hat eine leicht oberflächliche Grundaufmachung. Die kann man sicher bei Männern als auch Frauen fraglich finden.

Gaga
Der Bachelor ist meines Erachtens sowohl Feminist der alten, als auch der neuen Schule! Eben flexibel und modern!

Tina
Natürlich ist auch hinter Oberflächen oft noch mehr. Aber meine persönliche Ästhetik ist auch eine andere. Ich bin immer ganz froh, wenn ich nach meinem Job als Flugbegleiterin das ganz Make up und die falsch weiß strahlenden Zahnschienen ablegen darf und ich einfach ich selbst sein kann.

Gaga
Mir ist gerade kurz entfallen, warum wir beide das Format gucken…

Tina
Na, weil es eben unterhaltsam ist. Deswegen müssen wir ja nicht alles mögen, was dort propagiert wird.

Gaga
Das versteh ich soo gut. Wenn ich auch nicht als Flugbegleiterin der Luxus-Klasse unterwegs bin. Noch nicht mal der Holzklasse! Möglicherweise würde ich es gar nicht so gucken, wenn wir dabei nicht unseren kleinen, exquisiten Chat hätten. Die Villen ähneln sich ja auch, die wiederholten Locations finde ich auf Dauer ein bißchen langweilig. Ich fordere abermals eine Staffel an der Côte d’Azur. Der Bachelor in der Rothschild-Villa Ephrussi, oder in der Villa, die Keith 1971 gemietet hatte, Nellcôte, das hätte Kultformat!

Tina
Gucken deine Kolleginnen im Büro auch noch?

Gaga
Ich weiß aktuell nur von einer Kollegin, die ist ca. so alt wie Du, also so in den Dreißigern, wir tauschen uns unregelmäßig drüber aus, aber nur kurz, sie macht fast dauernd Home Office. Die andere, die geguckt hat, ist seit März im Ruhestand. Gerade, bei den Beiden, ist ja eine sehr sachliche Gesprächsatmosphäre… so gar keine Romantik oder Flirt-Stimmung.

Tina
Ich koch mir unaufällig nebenbei was. Jovana hat, finde ich, ein ganz interessantes Aussehen. Bisschen rausstechend. ACTIONDATE.

Gaga
Du hast mir immer noch nicht beantwortet, was dein ersehntes ACTIONDATE beinhalten sollte.

Tina
Ich will Bagger fahren lernen.

Gaga
Meinst Du Giovanna?

Tina
Ja.

Gaga
Die konservative Italienerin, die Problemgespräche forciert. Aha!

Tina
Aber ich mag schon die Areas gern zum Entspannen anschauen.

Gaga
Bagger fahren lernen von diesem Bachelor?

Tina
Nein, mit Björn. Oder im Kran rumschwenken, noch cooler. Woher weißt du, dass die Italienerin konservativ ist, kann ich so nich sehen.

Gaga
Den Kran rumschwenken… äh das ist dann aber kein Date im Date-Sinne, was du da willst, oder? Meinst Du erotische Annäherung im schwenkenden Kran?

Tina
Nein, ich meine nicht im Sinne erotischer Annäherung. Ich meine, einfach was Tolles, Außergewöhnliches zusammen machen.

Gaga
Das nennt man dann aber nicht Date, Schnuffilein.

Tina
Doch DOCH doch! Das ist ja eben ein Actiondate. Erotische Annäherung ist was für Candlelight Dinner und so. Für mich ist jedes Treffen mit Björn noch ein DATE!

Gaga
Ok, meinethalben, Ihr Thirtysomethings habt da so eure Vorstellungen…

Tina
Das geht für mich über das Anfangszeug hinaus.

Gaga
Also auch Treffen im Baumarkt, um neuen Syphon für die Küchenspüle zu kaufen: Date. Habs verstanden.

Tina
Uuhh, die Mittelpunktsdiskussion … langsam zieht es an.

Gaga
Wenn ich verknallt bin, oder jemanden sogar richtig liebe, bin ich auch dazu fähig, jegliches Aufeinandertreffen zu erhöhen. Egal wo. Auch im Zusammenhang mit profanen Erledigungen. Das hat dann so eine schöne selbstverständliche Verbundenheit. Ich versteh das schon. Hab vor elf Jahren den Kran von Star-Architekt David Chipperfield aus meinem Küchenfenster fotografiert, ein ganz schicker Kran. Der Kranführer hat offenbar Zeitungspapier an die Scheiben geklebt, wohl zum Sonnenschutz, schätze ich mal. https://www.flickr.com/photos/gaganielsen/albums/72157628881167735 Nicht, dass ich kein Herz für Kräne hätte! <3 Die Stimme von Yolanda eben, wieder so richtig DIRTY… hehe.

Tina
Ich verstehe vieles Gesagte akustisch gar nicht.

Gaga
Ist glaub ich kein so großes Versäumnis.

Tina
Ach ja, Björn meinte letzte Woche noch, dass ihm keine der Damen gefällt.

Gaga
Also die Truppe insgesamt, so alle Mädels zusammen, haben schon Potenzial, die Staffel zu werden, die man am schnellsten wieder vergisst. Das bedeutet, dass Björn ein hübsches Gesicht und eine bestimmte Figur oder Haarfarbe noch lange nicht locken kann. Ist doch gut.

Tina
Ohhhhhhhr Rollschuhe ! Wie coooooool.

Gaga
Hattest Du mal welche? Ich ja, war in meiner Generation aber Standard, bei Euch warens dann doch mehr so Inline-Skater oder wie das heißt… Ich bin als junges Mädchen jeden Tag Rollschuh gelaufen, also im Frühling, Sommer und Herbst. Im Winter dann Schlittschuh, aber nicht so viel. Also gefühlt, wenn ich mich mit Freundinnen getroffen habe, aus der Nachbarschaft. Mein wichtigstes Hobby war eigentlich Lesen, aber Rollschuhlaufen, Tischtennis, Fahrradfahren und ins Schwimmbad war auch immer mal dran. Und Federball. Das ist aber echt schön, dass er über sich sagt: „Ich hab voll den Wissensdurst und will immer dazulernen.“ Klasse. Bienchen von Gaga! Yolanda sieht heute etwas müde und erschöpft und gelangweilt aus. Oh, Lisa ist schon mit seine Favoritin, die sind erotisch aneinander interessiert.

Tina
Muss ich aufpassen wer das ist. Ahhh, Lisa aus Potsdam. Wie stehst du eigentlich zu Till Schweiger?

Gaga
Till Schweiger war nie mein Typ, ich schwanke zwischen leichter Abneigung aber auch wieder Sympathien, wenn er eigenständige, originäre Gedanken äußert und Anfeindungen aushält. Am Set ist er leider wohl sehr klassisch chefmäßig… nicht der Typ, der sich für die Leute in der zweiten und dritten Reihe interessiert, den Hauptcast immer im Fokus. Und sehr forcierend, was das Marketing seiner Projekte angeht, arbeitet extrem mit seinen Netzwerken, z. T. gekaufte gute Kritiken. Klatschvieh. https://www.deutschlandfunk.de/til-schweiger-und-die-filmkritik-100.html

Tina
Aha. Spannend.

Gaga
Clooney dagegen ist dafür bekannt und geschätzt, dass er am Set keine Hierarchien pflegt, er kennt seinen Wert, interessiert sich für jeden, der mitwirkt, bis zum kleinsten Komparsen. Keine Berührungsängste, im Gegenteil. Das sagt man auch über Jürgen Drews, übrigens. Drews schüttelt jedem Techniker und jedem die Hand und stellt sich freundlich als Jürgen vor und sagt Sachen wie „Schön, dass du dabei bist“. Ich nenne die Drei in einem Atemzug, weil sie jeder kennt und jeder in seinem Metier einen gewissen Kultstatus hat.

Tina
Nochmal zurück zum Feminismus. Jetzt werden die Frauen wieder so gezeigt, wie sie sind. Hinterhältig, zickig, intrigant. Ist doch irgendwie schon ein totales Klischeeeee.

Gaga
Bei dieser Staffel habe ich fast bei jeder Folge noch einige Zeit vor Ende den Gedanken: „hoffentlich ist die Folge bald vorbei“. Deutliche mentale Ermüdungserscheinungen, echtes Gelangweiltsein. Zu viele phrasenhafte Sätze…

Tina
Würdest du sagen, es wird von Staffel zu Staffel dünner?

Gaga
Ich finde die Staffel mit der letzten Bachelorette war auch schon mehr so tralalala… Mir fehlen bei den Kandidatinnen die Ecken und Kanten, dann verliere ich das Interesse. Lisa jetzt, ist noch am ehesten interessant. Ich schlaf gleich ein… Ich fand in früheren Staffeln die Musikauswahl auch besser, mehr Klassiker, nicht so Partymucke.

Tina
Ohhhr Arme GAGA!

Gaga
Ich schlaf ja gerne, kein Problem. Es ist mir auch dermaßen schnuppe, wer rausfliegt, und wer nicht. Am ehesten wünsch ich mir noch, dass Lisa und Yolanda drinbleiben, weil die rausfallen, auch wenn Yolanda letztlich auch nicht zu ihm passt. Mit Xenia ist auch noch ein bißchen Erotik da, die sollte drinbleiben. Die Gänseblümchenträger vom Kleid von der Einen gefallen mir. Süß.

Tina
Angelinas Brüste, wie Bälle! Und das bei so jungen Mädels…

Gaga
Das wünschen sie sich bestimmt alle spätestens zur Volljährigkeit oder zum Abi. Was ich nicht verstehe, wenn die Brüste schon gemacht sind, dann wirkt es doch besser und natürlicher, wenn sie nicht zusätzlich so hochgepresst werden. Ist wohl der Gedanke dahinter: „Jetzt hab ich schon so viel Geld dafür ausgegeben und so viele Schmerzen erlitten, jetzt soll es auch immer und jeder sofort zur Kenntnis nehmen, dass da RICHTIG was in der Bluse ist! So als „Entschädigung“ und Belohnung für den grässlichen Aufwand. Ich warte noch auf die letzte Rose und geh dann in die Falle, bin tatsächlich schön schläfrig…

Tina
Schlaf schon mal gut. Habe leider auch nichts Spannendes hinzuzufügen

Gaga
wir hören oder lesen uns morgen…! Gute Nacht!

Do, 23. März 2023
Gaga
P.S. meine Kollegin langweilt die diesjährige Staffel mit den vielen gemachten Brüsten auch.

22. März 2023

Heute Morgen, gegen halbzehn in Berlin Mitte (Wettervorhersage für den heutigen Mittwoch 17 Grad), im Durchgang der Sophie-Gips-Höfe, vor der Bäckerei, eine schlanke, junge Frau mit männlicher Begleitung. Sie trägt die dickste, imposanteste, voluminöseste, wollweiße Flokati-Fell-Jacke, die ich je gesehen habe, superlanges Fell, Muppetshow-Qualität, fast schon ein Mantel. Ich denke: schon blöd, wenn man noch nicht alle tollen Winterjacken und -mäntel ausgiebig genug getragen hat und auf einmal frühlingsartige Temperaturen daherkommen. Ich laufe auf sie zu, sehe sie nun frontal von vorne. Sie trägt das Yeti-Teil vorne offen, darunter nur ein knappes Oberteil, das gerade die Brust bedeckt, nackte Haut bis unter den Bauchnabel, bis zum tiefsitzenden Bund der Hüfthose. Sie gestikuliert eifrig, während sie zu ihrem Begleiter spricht, so kann ich ihre mega-langen, angeklebten hellblauen Fingernägel sehen. Schon ein Hingucker, die ganze Kombi. Und die Antwort auf meine Frage, wie man mit dem Dilemma umgehen könnte, dass noch auszuführende Winterkleidung im Schrank hängt: drunter ganz wenig anziehen!

22. März 2023

EMBRYO. Dino-Ei. Fadenscheiniges Frotteetuch, Aquarellpapier, Tinte, Kleber, Acryl, Karton, Blattgold, Rahmen, 87,5 x 47,5 cm, 23., 29. Januar, 3., 4., 5., 7., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 18., 19., 21., 23. Februar, 4., 5., 8., 12. März 2023, Staatl. Museen v. Gaganien

21. März 2023

Am gestrigen Montagabend gab es wieder einen kleinen Tina-Gaga-Chat, diesmal zur VOX-Sendung „First Dates Hotel“, einem auf Mallorca spielenden Dating Format mit dem Sternekoch Roland Trettl, der vormals im Tantris und im Aubergine und Witzigmanns Mallorca-Ablegerrestaurant am Herd stand, als jovialem, launigem Gastgeber. Die liebeswilligen Kandidaten treffen sich in einem Hotel, wo sie auch übernachten, manchmal sogar im selben Bett. Nach Ende der Sendung plauderten wir noch ein bißchen weiter, u. a. über Brangelina.

Gaga
Heute Abend First Dates Hotel gucken?

Tina
Bin dran, aber eher still. Arbeite noch bisschen nebenher.

Gaga
Ich blogge nebenher! Sie gerade süß: „Mit mir kann man auch Weidezaun stecken!“

Tina
Ich mag die Einrichtung der Hotelzimmer. Jessica und ihr junger Typ sehen sich ähnlich. Eine Fliesenlegerin. Cooool! Ein Actiondate, cool. Ich will auch ein Actiondate…

Gaga
Du willst mich mit deinen Bemerkungen doch nur testen, ob ich noch dran bin!

Tina
Nee… stimmt gar nicht. Ich will wirklich ein Actiondate. Unbedingt!!

Gaga
Und was wäre deine Lieblings-Action beim Date? Ich hab übrigens eine neue Lieblings-Hass-Stimme in der Werbung. Die vom neuen Jägermeister-Werbespot. Wieder so ne Bitch! So betont sonor-dirty, könnte ich treten und zuschlagen! Figur von Boris ist auch nicht meins, so auftrainiert und unbehaart…

Tina
Ich hör dort kaum hin. Aber ich kenne das mit der Stimme meiner Nachbarin… Eyleeen!!

Gaga
Witziger Vergleich mit der Stimme deiner Nachbarin… Eyleen hats auch verdient, mal jemanden zu finden.

Tina
Der Vergleich ist nicht witzig, sondern existentiell. Denn du kannst die Jägermeisterfrau schließlich einfach abschalten. Ich hab jetzt dafür tolle Ohrstöpsel und verschiedene Varianten von Noise Cancelling Kopfhörern. Trotzdem finde ich sie einfach abstoßend. ich muss ihr gesamtes Leben mitanhören.

Gaga
Bei Eyleen hätte ich von vorne gar nicht gesehen, dass sie aufgespritze Oberlippe hat, erst von der Seite…

Tina
Könnte auch fast eine Dragqueen sein.

Gaga
Ja, so extrem tunen sich manche, aber sie ist glaub ich schon Natur-Frau. Oder sagt man Bio-Frau?

Tina
Max ist ein bisschen steif, durch sie wird er etwas lockerer! Oh, ich muss die Jägermeisterfrau finden.

Gaga
Musste nur lange genug den Fernseher anlassen, die ist recht neu, die Werbung, erst seit ca. zwei, drei Tagen. Hab sie glaub ich gestern auf RTL erwischt. Das ist der Spot: „Be The Meister“ https://www.youtube.com/watch?v=lM6X5jyfgyY vielleicht erotisiert sie dich ja. Ich finde die Stimme nur unglaublich arrogant und blasiert und kalt. Herrlich, so durchgeknallte Typen wie der Indianer…. und die Woodstock-Musik dazu, echt gut gemacht.

Tina
Oh, oh. KULTURELLE ANEIGNUNG. Aber mochtest du Indianer nicht auch irgendwie?

Gaga
Haha…. you name it, dass das überhaupt ausgestrahlt wird!!!!

Tina
Aber er hat was sehr Willensstarkes und Ausdruck im Gesicht, so dass er echt wie einer aussieht.

Gaga
Ich hab die Original-Indianer mit ohne Aneignung sogar persönlich in Amerika besucht und Freundschaft geschlossen!

Tina
Ja, ich weiß. Ich habs noch irgendwie im Ohr.

Gaga
Ich mag Verrückte und Exzentriker und Paradiesvögel, so lang sie nicht rumschreien und gefährlich um sich ballern und schlagen. Zum Beispiel die total exaltierten Augenbrauen von Eyleen, fast schon wie Mr. Spock. Ich finde weder den Indianer attraktiv, noch die Augenbrauen von ihr, aber dieses Eigenwillige hat meine Sympathie.

Tina
Ja, ich denke, ich kenne schon die Tendenz.

Gaga
Huiuiui, Tuchfühlung!!!!

Tina
Huch, und die Fliesenlegerin ist erst 35, hätte sie auch eher Mitte Ende Vierzig geschätzt. Stephanie.

Gaga
Ist vielleicht auch die Mutti-Frisur, diese olle Dauerwelle. Aber schön, dass er mit 47 auf ihrer Wellenlänge ist.

Tina
Obwohl sowas auch poppig rüberkommen kann.

Gaga
Hab gar nicht mitgekriegt, wie er auf ihre Engelsflügel reagiert hat.

Tina
Yves find ich irgendwie um einiges attraktiver.

Gaga
Ist das sein Bruder? Attraktiver als wen? Das gerade war Yves. Huiuuiuiuiiui, Thorsten – its a match.

Tina
Ohhhhhr, keine Gefühle. Die sind schon sensibel, die beiden Brüder. Durch ihre Lebensgeschichte.

Gaga
Sie braucht einen schwelgerisch-emotionaleren Mann. Du hast gut aufgepasst, ich hab die Lebensgeschichte leider verpasst.

Tina
Die Mutter ist in ihren Vierzigern gestorben und die Beiden wurden zur Adoption freigegeben.

Gaga
Aber wieder: das Licht in der golden Suite ist nicht sehr romantisch… bitte Licht aus.

Tina
Vielleicht muss das so fürs TV.

Gaga
Quatsch, hab ich schon mal gesagt, die haben am Oberbeleuchter gespart. „Sie hat Haare wie eine explodierte Klobürste, aber sie steht dazu, ich finds cool.“ Na, den hats echt erwischt, krasse Aussagen. Ui, Lady in Red….

Tina
Ding ding ding ding.

Gaga
Hihi. Klong. Ommmm. Räucherstäbchenalarm!

Gaga
„Prosecco ist Friseurwasser“ aha. Aber für eine Friseurin ist die Frisur mit den seitlichen dunkelroten Kringeln nicht so der letzte Schrei.

Tina
Ich bleib jetzt noch dran.

Gaga
Ich hab für heute fertig gebloggt und geguckt evt. auch. Hab eine für mich neue Doku-Reihe in der ZDF-Mediathek entdeckt, „The True Story of…“ Ich gucke jetzt mal „The True Story of Brangelina“ https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/the-true-story-of–brad-and-angelina-sie-waren-brangelina-100.html

Tina
Uhhhhhhhhh! Cooool. Das will ich auch. Ich bin schon länger auf der Suche nach einer coolen, seichten Boulevardsendung mal wieder. Aber die üblichen Formate von vor zehn Jahren bieten irgendwie nicht wirklich viel.

Gaga
Ist ein bißchen wie eine Nachrichtensendung, die Sprecherin wie aus der Tagesschau, na ja, rauscht so durch.

Tina
Guckst du Musk oder Brangelina?

Gaga
Brangelina, First Things First! Bin schon bei der Hälfte.

Tina
Ja, aber man weiß ja alles schon. Arme Jennifer Aniston.

Gaga
Aber am Ende halt auch kein Happy End… ich fand immer, dass ein Attraktivitätsgefälle zwischen Pitt und Aniston ist…

Tina
Angelina sieht auch von den Proportionen her aus wie eine Barbie! So perfekt.

Gaga
Aber mit humanitärem Ehrgeiz, den hat Barbie eher nicht…

Tina
Darum gehts mir grade gar nicht. Ich finde es nur so krass, dass das technisch möglich ist. Auch immer die großen Brüste und die dünnen Ärmchen im schon höheren Alter. Ja, und die Brüste sind vielleicht neu aber dennoch.

Gaga
Sie hat sich doch vor zehn Jahren die Brüste amputieren lassen und künstlich mit Silicon aufbauen, weil ihre Mutter so früh an Brustkrebs starb und sie ein besonders hohes Risiko hatte, auch daran zu erkranken, auch die Eierstöcke entfernen lassen, um das Risiko zu minimieren, damit sie für die Kids möglichst lange lebt. Das ist halt das Hollywood-Biz, sich den Körper künstlich aufzubauen… nach so was. Muss eine Horror-OP gewesen sein, sie schrieb darüber, sehr schmerzhaft.

Tina
Aber nicht alles kann man so machen. Die dünnen Ärmchen sind schon an der Natur angelehnt.

Gaga
Was meinst du? Sie hat sicher eine kleine Essstörung aus ihrer Jugend mitgenommen.

Tina
Ich weiß nicht, ob Essstörungen klein sein können.

Gaga
Magst du Recht haben…

Tina
Sie hat vielleicht die tollsten Berater. Und sie würde kaputter aussehen. Sie hat auch ne tolle Haut.

Gaga
Mich fasziniert bei Brad, dass ich ihn früher komplett uninteressant fand, und er mit den Jahren so an Charakter und Ausstrahlung gewonnen hat, dass ich ihn nun richtig gern habe. Und er ist bildender Künstler, macht sehr imposante, großformatige Werke, reliefartig, sammelt Kunst, Neo Rauch…

Tina
Ich guck jetzt Adele. Über Elon hab ich schon genug gesehen.

Gaga
Ich bin bei Brangelina und geh dann schlafen. Die anderen dann an anderen Abenden…

Tina
Ja, ich muss noch etwas runterkommen.

20. März 2023

KÖNIGIN DER NACHT. Aufgetrennter, zu kleiner Sommerrock aus Baumwollkrepp, aufgetrennte, bestickte BH-Körbchen und Strumpfhaltergürtel, Messingteilchen, Spiegelsplitter, Kleber, Acryl, Gelstift, goldene Lindt-Schokoladen-Schachtelfragmente, Blattgold, goldene Teetassenhenkelscherben, gefundener, stabiler Karton, Schattenfugenrahmen, 10., 21., 29. Januar, 3., 3., 5., 7., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 18., 19., 21., 26., Februar, 4., 5., 8., 11., 12., 18. März 2023, 64,2 cm x 84,2 cm, Staatliche Museen von Gaganien. Was habt Ihr am Wochenende so vollbracht? Ich: die Königin der Nacht! Nein, stimmt ja gar nicht, sie hat sich selbst gemacht! Ich hab sie nur dabei bewacht. Die Königin der Nacht ist eine in Gaganien einheimische Baumart mit goldenen Prachtblüten, die sich stets zur Mitternacht entfalten. Wenn wieder die Sonne über die Dächer lacht, schließt sie ihre Blüten, bis zur nächsten Nacht.

20. März 2023

Noch ein paar, erst aussortiert, dann wieder reingenommen ins Album. Alle von Lydia gemacht, Freitag, 17. März, Ballhaus Berlin. Altersweisheit: Fotos von sich, die man nicht überragend findet, gewinnen häufig beim erneuten Anschauen zehn Jahre später. Reaktion dann: „Ich war doch eigentlich recht passabel, seinerzeit.“

19. März 2023

Kleine Serie von Lydia, letzten Freitag an der Wendeltreppe vom Ballhaus, in einer Pause mit dem Smartphone gemacht. Mir fällt auf, dass ich nicht eingefroren bin, was schon mal passieren kann, wenn jemand die Kamera auf mich hält. Sie hat einfach draufgehalten, ohne blöde komplizierte, irritierende Anweisungen.

19. März 2023

Ein paar Details der Location, wo der Berlin Beat Club in Nachfolge vom Rickenbacker’s jetzt zugange ist, von Lydia eingefangen. Das Ballhaus in der Chausseestr. gibts seit 1905, die opulenten Jugendstildeko-Details sind aus irgendeinem Pappmaché-artigen Zeug, aber gut gemacht. Diesmal gabs den BBC wieder in traditionellem Hippie-Outfit. Ich bin sehr fasziniert, dass individuell unterschiedliche Tanzstile trotzdem oft noch innerhalb einer Generation Ähnlichkeiten haben. Das Publikum war im Durchschnitt zwischen 49 und 69, aber auch ein paar Jüngere darunter, die sich wahrscheinlich eher zufällig dort eingefunden haben. Die jüngeren Gäste haben sich weniger armrudernd bewegt, subtiler, lässiger. Mehr rhythmische Moves in der unteren Körperhälfte, was irgendwie sexier rüberkommt, unaufgeregter. Ich beobachte das total gerne, wie verschieden Leute tanzen, und tanze auch selbst immer wieder mal. Ich bilde mir ein, bei mir wären der Ober- und der Unterkörper prozentual anteilig ungefähr gleich in Bewegung. Ich habe einen Hang zu rhythmischen Schulterbewegungen in Verbindung mit Hüftschwung, und mit dem Song korrespondierenden Handbewegungen, manchmal auch etwas exaltiert-albern und singe gerne mit. Lydia tanzt mit angewinkelten Armen, die sich im Takt auf- und ab bewegen, so auf dem Platz stehend, der ganze Körper rhythmisch auf- und ab. Wenn ich Platz um mich habe, werde ich etwas raumgreifender und fange an rumzuspinnen, bilde mir ein, ich stehe auf der Bühne und bin Mick Jagger. War am Freitag leider nicht genug Platz dafür. P.S.: Lieblingssong des Abends: „Foxy Lady“ von Jimi Hendrix <3 .

18. März 2023

Samstagabend, 22 Uhr, Rosenthaler Ecke Gipsstr., junger Mann, etwa 20, stylishe Klamotten, läuft mit Grüppchen über die Kreuzung, telefoniert mit Kumpel: „Lass mal Warschauer peilen.“ Es gibt so Redewendungen, die mir auf Anhieb zusagen. Ich weiß nur nicht, ob das nicht aufgesetzt jugendlich rüber kommt, wenn ich demnächst zu Lydia sage: „Lass mal Warschauer peilen.“ Ich glaube, so richtig funktioniert das auch nur mit bestimmten Zielorten. Möglicherweise nur mit Warschauer? Für Nicht-Berliner und alte Leute: an der U- und S-Bahn-Halte Warschauer Straße ist das RAW-Gelände in der Revaler Straße mit diversen Clubs. Das Hobby ist auch da. Aber eigentlich will ich demnächst mal ins Beate Uwe! Schillingstr., zwischen Alex und Jannowitzbrücke.

18. März 2023

Gestern Abend im Ballhaus mit Lydia! Sie hat schöne Fotos gemacht, alle von ihr. Ich war schon oft im Ballhaus in der Chausseestraße, Lydia noch nie. Es ist nicht Clärchens Ballhaus! Das ist ein anderes. Der Berlin Beat Club hat gestern wieder da gespielt und wird es noch oft tun. Gestern wars noch voller als bei der Faschingsparty neulich. Das Publikum ist gemischter als im Rickenbacker’s, ist ja auch eine ganz andere Ecke von Berlin. Mitte! Ob die Telefone gehen, weiß ich nicht, die Musik war so laut, dass man kein Freizeichen gekriegt hat, also nicht hören konnte. Ich poste später noch mehr Fotos. Die tolle Diva auf dem Foto (ist das Isabelle Adjani?) ist auf der Eingangstür zur Damentoilette!

17. März 2023

Back to Bachie. Fortsetzung des Tina-Gaga-Chats zur aktuellen Bachelor-Staffel, heute zur Folge vom letzten Mittwoch, 15. März.

Gaga
Bachie? Jetzt!

Tina
Bin dabei. Björn ist auch da, heute.

Tina
Die Kissen mit den Vierecken sind hübsch.

Gaga
Sehr schön, die Terrasse mit dem Daybed.

Tina
Dubai again.

Gaga
80 % WIR ist aber schon viel, oder? Was sie meinte, so als Ideal-Vorstellung von Gemeinsamkeit und Zeit zusammen. Er ist schon Personal Trainer-mäßig in der Lage, sich auf jemanden einzustellen und sich zuzuwenden, gute Fähigkeit.

Tina
Hi hi. Du sagst was Gutes über ihn.

Gaga
Ich bin eine sachlich-neutrale Beobachterin, so als Hobby-Psychologin. Das differenzierte Urteilsvermögen der Jungfrau!

Tina
Ich bin heute vielleicht etwas tippfaul.

Gaga
Voll ok!

Tina
Aber gespannt dabei.

Gaga
Also Yolanda, die Halbghanaerin mit der tieferen Stimme scheint noch drin zu sein, kommt wenig vor in der Sendung bislang… Ich hatte noch nie Lust, in der knalligen Sonne Alkohol zu trinken… Sind das jetzt alle Mädels, nö, oder? Da sind doch noch welche in der Villa geblieben…

Tina
Björn sagt: er ist kein kompletter Idiot.

Gaga
Hab ich auch nie behauptet, sogar ein kleiner Hobby-Philosoph. Schön mit Xenia auf dem Schiff, sie ist kein Girlie, sie macht Ansagen. Er ist halt überhaupt nicht das, was mich so erotisiert, aber ich bin schon immer froh, wenn der Bachelor ernstere Gespräche versucht, da gibts immer ein Bienchen von Gaga! Endlich ist Yolanda mal dran!

Tina
Magst du sie so, weil sie eine Prinzessin ist?

Gaga
Ich mag sie nicht besonders, ich finde, sie hat eine interessantere Ausstrahlung, hat mit Mögen nichts zu tun, sie wirkt reifer, das macht es spannender. Ich sehe gerne Frauen, die eigensinnig sind und kein Girlie-Klischee pflegen. Sie gerade, mit dem Trauma, ist mir emotional näher, ist aber so ein bißchen bedauerlich… kommt nicht so die Augenhöhe und Erotik auf. Ist gerade wie beim Therapeuten…

Tina
Ja, aber spannend zum Anschauen.

Gaga
Jedenfalls hab ich die letzten Minuten auch zugehört. Yolanda ist voll der Manager-Typ, Chef, Alpha. Sie hat ja auch ihren Fokus auf ihr Master-Studium erwähnt. Sie wäre der Mann in der Beziehung. Nicht, dass ich mich damit identifiziere, gar nicht, ich gucke da eher fasziniert hin. Die Farbe von dem Anzug und auch den Style finde ich nicht so passend für ihn, dieses Kakao-Rosa… Hätte er mit schwarzem Hemd oder schwarzem Shirt kombinieren sollen, nicht das gleichfarbige Oberteil drunter. Yolanda gerade voll die Barfrauenstimme, Tresen-Chefin im Rotlichtmilieu… Jetzt aber Colleen, die kam noch gar nicht zum Zug! Colleen, voll die beleidigte Schnute, versteh ich aber auch.

Tina
Björn über Tamara: „Hhhh… hat die Speed genommen? Was ist denn mit ihren Augen?“

Gaga
Ja? Wer ist Tamara….? Frisur? Kleid? Haarfarbe? Ach, die Blondie, die ist glaub ich so von Natur aus angeknipst.

SIE jetzt, geht ein bißchen in Richtung ladylike… Gleich das erste Problem-Gespräch, bevor es überhaupt zur Beziehung kommt… eieiei. Wie wird das dann erst, wenn da was wäre????? Das wird nix! Giovanna wird einen netten Italiener finden.

SIE fiel mir noch gar nicht auf, war die schon immer dabei? Eine etwas erwachsenere Frau, schon mal verheiratet! Aha, Alyssa.

Leyla Abramovich! Wieso ist sie nicht abgepudert????

Yolanda hat aber auch so eine dirty Seite. Wie er sagt: „Yolanda geht richtig auf Angriff!“

Meines Erachtens sind hier mindestens drei gemachte Brüste(-Paare) am Start.

Immer sehr fair, auszusteigen, bevor die Rosen verteilt werden. Bye bye, Fiona…

Bin echt kein Fan von Rosa-Braun.

Giovanna ist zu konservativ für ihn.

Oh! Colleen!

Tina
Leila Marina Abramovich

Gaga
Ich mag sie irgendwie, ganz süß.

Lisa – war klar.

Die letzte geht an Yolanda, auch klar, oder?

Tina
Ja

Gaga
Die vorletzte für Yolanda. Und nun die letzte…

Oh – hat Leyla eine Rose? Ja, Leyla hat eine!

Huiuiui… nächste Woche Nahkampf.
Na denn, bis zum nächsten Date! Gute Nacht Euch!

Tina
Gute Nacht.

16. März 2023

Ich denke, es steht Anderen mehr zu als mir, über Michel Würthle etwas zu sagen, der heute die irdischen Gefilde verlassen hat. Aber ich will doch ein paar Kleinigkeiten vermerken. Ina, die in den vergangenen Jahren aufgrund eines Buchprojektes viel mit ihm zu tun hatte, teilte mir heute am frühen Nachmittag seinen Tod mit. Ich las es jetzt erst. Nun sind schon viele Nachrufe da. Für West-Berlin war Michel, der Vater der Paris Bar in der Kantstraße, eine Ikone. Ein unglaublich gut aussehender Mann, dieser Wiener. Zum ersten mal fiel er mir 1986 ins Auge, am Maybachufer entlang flanierend, mit hellem Leinenanzug und Borsalino aus Stroh. Nicht allein, mit seiner damaligen Frau an der Seite. Eine Erscheinung! Ein paar Filmrollen hatte er auch. Wer das war, wusste ich damals aus einer Art Klatschspalte im tip, der sich damals nur mit dem überschaubaren Westberlin und den dort vorhandenen Lichtgestalten befasste.

Ich war auch im letzten Jahrhundert einige Male in der Paris Bar, aber etwas häufiger erst in den letzten zehn Jahren. Wenn Ina dabei war, ergab sich immer so ein flüchtiger Kontakt, kaum der Rede wert, der charismatische Michel war ja auch immer umringt. Ein- oder zweimal hat er mir Feuer gegeben, ungefragt, und wie er sich selbst bekannt machte, war besonders charmant. Er, dessen Vorname immer so französisch artikuliert ausgesprochen wurde: „Mischell“ hat sich selber, ganz unaffektiert und unparfümiert wienerisch vorgestellt: „I bin der Michl“. Farewell Michel, du grandiose Lichtgestalt. Du wirst nicht vergessen.

16. März 2023

MEIN STERN. (guiding star, guarding angel). Frottee-Badetuch, Fragment Aquarellpapier, blaugrüntürkise Tinte, Spiegelscherben, Klebestoff, Blattgold, Acryl, Verpackungskarton, 29. Januar, 3., 4., 5., 7., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 18., 19., 21., 26. Februar, 4.,8., 10. u. 11. März 2023, 66 cm x 97 cm, Staatliche Museen von Gaganien

15. März 2023

In meinem alten verklecksten Shirt. Seit April 2004 habe ich es zum Malen an, fast neunzehn Jahre. Schon oft gewaschen, ein paar Löcher drin und Farbe von allen Bildern der letzten zwei Jahrzehnte. War mal weiß und vorne Schrift und Federn drauf, ein Shirt, das mir eine Navajo-Frau, in deren Familien-Hogan ich schlafen durfte, zum Abschied geschenkt hat, im Frühling 2004 in Rainbow Mountain, Utah, einem Bergdorf in der Navajo Nation Reservation, wo zwischen roten Felsen wilde Mustangs leben. Frei.

15. März 2023

MEKKA. Niederegger-Marzipan-Inlay, Pannesamt, Karton, Kleber, Acryl, Spiegelscherben, Mosaiksteine, Messingbügel von kaputter Lesebrille, Blattgold, Schattenfugenrahmen, 10., 21., 29. Januar, 3., 4., 5., 7., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 18., 19., 21. Februar, 8., 10., 11. März 2023, 43,4 x 73,3 cm, Staatliche Museen von Gaganien.

14. März 2023

Service-Information für Berliner: morgen 15. bis 17. März weiträumige Absperrungen in der West City wegen des Staatsbesuchs des israelischen Staatschefs, bitte nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel, Skateboard, Roller und Fahrrad.

Des weiteren: Am 29. März begrüßen Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender King Charles und Queen Camilla mit militärischen Ehren in Berlin. Abends lädt der Bundespräsident zu Ehren des Königs zu einem Staatsbankett ins Schloss Bellevue ein. Am zweiten Tag, dem 30. März 2023 nehmen der Bundespräsident und seine königlichen Gäste Termine in Berlin und Brandenburg wahr. Am dritten Tag, 31. März, begleiten der Bundespräsident und Büdenbender ihre Gäste nach Hamburg. Bitte stellen Sie sich auch hier auf Absperrungen und Beeinträchtigungen im Individualverkehr ein. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

13. März 2023

BLAULILA ELEFANT. Mini-Frotteetuch Sixties oder Seventies, Karton. Kleber, Acryl, Blattgold, Barockrahmen, 23., 29. Januar, 3., 4., 5., 7., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 18., 19., 21., 26. Februar, 4., 8., 12. März 2023, 32,5 x 52,5 cm, Staatliche Museen von Gaganien.

Das ist von einer Reliquie inspriert, sie ist der Untergrund. Ein ganz kleines Frotteehandtuch aus meiner Kindheit in den Sechzigern und Siebzigern. Es war rosa, weiß und hellblau längs gestreift, verwaschen, verblasst, hellgrau, nicht mehr flauschig, bretthart, aber die Erinnerung an die Farben und Streifen war angenehm, so habe ich es im vorletzten Jahr beim Aufräumen eines elterlichen Küchenschranks konfisziert. Dann ein paar Wochen als Handtuch im Bad meiner Werkstatt zum Händeabtrocknen benutzt, war mir aber zu wenig flauschig. Wegschmeißen konnte ich es auch nicht. Auf Pappkarton geklebt. Und so weiter und so fort. Jetzt ist es verewigt, wenn man auch von den rosa und hellblauen Streifen gar nichts mehr erkennen kann. Ich weiß, dass sie da sind. Oder waren. Elefant ist mir als Erstes eingefallen. Sieht so elefantig aus.

12. März 2023

Super aufgeräumt. So in den letzten Zügen bei einigen Bildern wird nicht mehr herumgesaut, frickelige, kleine Feinarbeiten. Wer es nicht weiß, hält die Bilder für fertig. Aber wenn zum Beispiel der Goldton vom Rahmen nicht hundertprozentig stimmt, muss ich ran.

11. März 2023

Noch ein winterlicher, kalter Märztag. Die Sonne kämpft sich so durch, aber kriegts nicht richtig hin. Ohne Schal und Mütze vor die Tür noch undenkbar. Hab ja genug. Samstags-Programm: Waschmaschine angeworfen, anziehen, frühstücken, Wimpern tuschen, Müll runter, U 8, zu Rewe und ins Atelier. Bis nachher.

10. März 2023

Hier nun nachgereicht, der vergleichsweise kontroverse, leicht zickige Chat zwischen Tina und mir zur letzten Bachelor-Folge vom Mittwoch, 8. März, am Frauentag, die uns beide offenbar so wenig gefesselt hat, dass wir uns mehr über andere Sachen austauschten, wie was Feministinnen vom Bachelor halten, Muskel-Implantate für Männer, Stefanie-Stahl-Bücher und Barbies.

Gaga
Bei den Schnatterliesen im TV ist im Moment rein gar nix, was mich fesselt.

Tina
Genieß die Landschaft.

Gaga
Der Typ… Ohrringe, Actionfan, wohnt halb in Dubai…. lauter Sachen, die mich komplett abtörnen. Ich gehör zu den Frauen, die man mit Dubai nicht beeindrucken kann, sondern abschrecken. Leute, die sich nur für Labelklamotten und Statuskrempel interessieren und Horror-Hitze und geschmacklose nachgebaute Barock-Ausstattungen. Wenn einer auf Dubai abfährt, denke ich spontan: geistig minderbemittelt.

Tina
Sie hat „Jeder ist beziehungsfähig“ von Stefanie Stahl gelesen.

Gaga
Ist wohl in Mode, die Lektüre. Mein Neffe hats auch gelesen.

Tina
Ich fahre auf Dubai ab. Auch das.

Gaga
Verarschst du mich?

Tina
Nein. ich mags einfach bullig warm. Das ist voll mein Ding. War sogar schon mal da.

Gaga
Bullig schwül, bäh, fühlt sich an wie fiebrige Grippe für mich. Und diese Unkultur. Eklig.

Tina
Na ja auch so steinige, karge Landschaften gefallen mir, bin Steinbock. Es gibt da doch noch mehr, als immer so nach außen schnell gezeigt wird.

Gaga
Ich hab noch nie steinige, karge Landschaftsaufnahmen aus Dubai gesehen, Stausee, bling bling, bling bling, Wüste, Kamel, Rolex.

Tina
Ach Gaga.

Gaga
interessiert mich alles NULL. Wenn ich eine Reise dahin gewinne, schenk ich sie dir.

Tina
Das Leben und die Welt ist nun mal leider nicht nur für dich gemacht. Ich nehme sie gern.

Gaga
Und auch ganz tolle politische Verhältnisse dort. A-sozial.

Tina
Aber Moment mal, waren die nicht letzte Woche in Mexiko. Bin ganz verwirrt.

Gaga
Ist die Sendung jetzt woanders? Sieht immer noch aus wie Mexico.

Tina
Ach so, die haben nur über Dubai geredet. Es wird nicht da gedreht.

Gaga
Der mit dem Dutt, dieser Bachelor, der hält sich da im Blingbling-Staate auf, Stuttgart und Dubai, daher. Mexico finde ich bei weitem attraktiver als Dubai, sieht auch ganz anders aus, zumindest im TV.

Tina
Der Bling Bling Bachelor.

Gaga
Nee, er ist ja nicht mal bling bling, er ist optisch so pseudo-woke und hip, aber eigentlich recht schlicht gestrickt…

Tina
Ich gebe dir recht, dass das Niveau von mal zu mal abnimmt. Gefühlt.

Gaga
Aber er sucht die Kontakte in die bling bling-Welt. Wahrscheinlich so als Personal Trainer… wenn er das mit Carmen Geiss veranstalten würde, fänds ich schon wieder witzig und würde es mir SOGAR in Verbindung mit Dubai angucken :-)

Tina
Ich muss später nachgucken, was Feministinnen zum Bachelor zu sagen haben.

Gaga
Ich glaube, es gibt nicht (mehr) DIE Feministinnen, sondern so viele Strömungen, Dogmen und Unterströmungen, dass die sich untereinaner auch nicht einig sind. Die einen werdens gucken, so „ironisch“ gemeint, die anderen verteufeln. Schätze ich mal. Gibt auf jeden Fall auf twitter immer einen Strang zu jeder Sendung, aber länger nicht danach geguckt. Twitter wird jetzt ja auch von vielen Woken boykottiert, wegen Elon Musk.

Tina
Wie haben sie die Emma in dieser Satire Show knackig umbenannt: „Omma“ 😄

Gaga
Ja, Alice ist unten durch bei den jungen Feministinnen, die hat da nix mehr zu melden, wird gebasht! Sie hat halt manchmal recht eigene Ansichten, das ist nicht erwünscht, immer schön mit der Suppe mitschwimmen. Nicht, dass ich ihre Ansichten immer teile, aber ich finde diese Schulmeisterei irgendwie spießig. Also von den Kids Richtung Alice.

Tina
Mmh, na ja das war nach dem Manifest für den Frieden und weil sie es dort nicht hinbekommen hat, das Mikro richtigrum zu halten. Das war schon leichte Comedy.

Gaga
Hab ich gar nicht verfolgt, was da abgegangen ist, nur mitbekommen, dass sie zur Demo aufrief mit der Dings… Sahra… usw. Aber das ist doch kindisch, jemanden aufzuziehen, der ein Mikro falsch hält, Kindergarten! Wie jemanden auslachen, weil er ausrutscht. Hat für mich Clown-im-Zirkus-Qualität. Ich mochte Clowns nie, hab mich als Kind geschämt, dass ich den „Humor“ nicht verstanden habe, warum man lachen soll, wenn jemand ungeschickt ist und hinfällt oder stolpert. Alle anderen haben gelacht, ich hab mich ganz schlecht gefühlt. Jetzt kommt der romantische Teil beim Bachie-Date.

Tina
Das war doch in einer Satireshow, die suchen die ganz Zeit nach lustigen Fehltritten. Du bist heut gegen alles und jeden. Ich lache auch über mich selbst, wenn ich ungeschickt bin, und das sehr oft!! Kein Ding.

Gaga
Das ist was ganz Anderes.

Tina
Aber Satire finde ich gerade in diesen harten Zeiten unglaublich erfrischend!

Gaga
Schadenfreude ist prollig. Satire und Schadenfreude sind nicht dasselbe.

Tina
Gestern hast du dich noch über die innere Gouvernante der anderen beschwert und heute holst du deine hervor. Ich muss jetzt gucken, worüber die beiden reden.

Gaga
Das Eine erfordert Grips, das Andere lediglich ein sehr schlichtes Gemüt. Und ein wenig Niedertracht.

Tina
Im Satireformat kam ja dann zum Mikro noch einiges andere dazu.

Gaga
Ich schulmeistere die schlichten Gemüter ja nicht, sondern ich erzähle es dir und halte mich von solchen Gestalten einfach fern.

Tina
Mmh mhh. Aber du hast das Gesamtstück von dem ich sprach nicht gesehen. Also solltest du es nicht verurteilen.

Gaga
Und ich bin abgehärtet vom U8-Fahren :-) Da wäre ich schon tot, wenn ich schulmeistern würde! Mausetot. Das ist ne andere Liga.

Tina
Dort sollten mal welche versuchen, clowneske Witze zu machen.

Gaga
Es interessiert mich einfach nicht genug, was Wagenknecht, Alice und die ganze Szene da, so über Antikriegs-Demo hinaus, durchhecheln. Antikriegs-Demo, gerne, super, aber der Rest…. gähn. Ich schaffs gerade auch nicht, das Geplapper der Mädels zu verfolgen, also rein interessemäßig…. so wenig Charisma in der Truppe… Es fehlen ein bißchen die Exzentrikerinnen, die interessieren könnten. Recht lau. Sind die vielleicht jünger als in früheren Staffeln? Wenig erlebt, wenig zu sagen?

Tina
Für mich ist das seichte Niveau dabei nicht all zu störend.

Gaga
Der Bachelor und die Grundschulklasse oder so…. kreisch, quiek, Ausflug ins Freibad…

Tina
Ich will mir das Kreischen aber gerade abgucken.

Gaga
Die Halb-Ghanaerin würde ich gerne mehr sehen, die hat Bitch-Potenzial, so eine gewisse Härte, die mit der tieferen Stimme.

Tina
Bitch-Potential :-)

Gaga
Sie sieht auch recht ERFAHREN aus! Auf jeden Fall hab ich schon mal was gelernt: dass „es hat gevibed“ so eine Modefloskel zu sein scheint. Die haben auch dauernd so Freizeit-Schlaffi-Anziehsachen an, gar keine schicken Partykleider! Wir sind hier doch nicht im Home Office!

Tina
Freizeit Schlaffi im Office wird immer besser akzeptiert. Kannste jetzt im Office tragen, heißt es. Oder … warum nicht mal am Casual Friday im Badeoutfit erscheinen.

Gaga
Ich weiß, ich sehe es ja…. den Verfall der Sitten! (also bei mir im Büro). Ich schau mir lieber die Mädchen im Badeanzug an, als ihn in der Badehose. Finde seinen Körper wie so ein Plastik-Barbie-Ken in dunkel.

Tina
Könnnen sich Männer so was auch operieren lassen?

Gaga
Ja. Silicon. Aber bei ihm vermutlich antrainiert, als Trainer, hey.
https://www.kanesthetic.de/muskelimplantate-maenner/
Früher hat man wohl statt viben von „auf einer Wellenlänge sein“ gesprochen, aber bei viben schwingt noch so was Körperlicheres mit. Insofern schwer mit einem Wort von früher zu übersetzen.

Tina
Toll, lass ich mir operieren!

Gaga
Wird sich aber nicht wie echte Muskeln anfühlen und verhalten, nur als kleine Vorwarnung :-)

Tina
Umso besser. Mmh, Batida.

Gaga
Du dann so muskelbepackt im Sommer auf der Straße, fragt dich einer, ob du ihm hilfst, seine zwei Bierkästen zu tragen, du: ööhh… ähhh…

Tina
Komm wir lassen uns mal ein superlustiges, alternatives Product Placement einfallen. Das Lustigste gewinnt.

Gaga
Muskeln und Kreischen, interessante Kombi! Product-Placement passend zu Zielgruppe: Fanta und Alete. Lecker Breichen. Limo. Zuckerwatte. Brausepulver. ODER: Barbi und Ken als Bachelorette und Bachelor! Die ganze Serie, im Dutzend billiger, alle bisherigen Bachelor und Bacheloretten als Barbie nachgemacht, geht doch mit dem 3D-Scan ganz flott. Und dann so kleine, biegsame Rosen in die Hand…. süüüüß! Und eine kleine Barbie-Bachie-Villa in Mexico fürs Kinderzimmer.

Tina
Mmh, ich bin für glitzernde Handyhüllen. Und ha .. jetzt kommts! BÜCHER!

Gaga
Lass mich raten: von STEFANIE STAHL???? ALLE Bücher von Stefanie Stahl kaufen, gibt eine glitzernde Handyhülle mit Konterfei vom aktuellen Bachelor gratis drauf! Und den Barbie-Bachelor auch noch dazu, mit Röschen.

Tina
Mmh, deins ist aber besser. Ich wünsch mir das jetzt. Vor allem hat der bling bling Bachie den original Body, den so ein Ken braucht.

Gaga
Wir können den ganzen Merch ja auf die kommenden Staffeln verteilen, damits nicht langweilig wird, dann gibts mein Set und deins abwechselnd oder so. Ich will wissen, was mit der Ghanaerin ist! Halb-Ghanaerin.

Tina
Ah, die eine hat bei Schokoladeneis gelacht. Wir brauchen noch was Essbares! EDLE TROPFEN IN NUSS.

Gaga
Nein, das sind MEINE, nicht dem Bachelor seine!!!!!! Der kann von mir aus die ollen Lindt-Kugeln haben, wo immer eine mit geschürzten Lippen auf einem Sessel sitzt und dann so übertrieben langsam an der Schokokugel herumschlabbert…. soooooooooooo lasziv, sooooooo gar nicht zweideutig, um nicht zu sagen dreideutig.

Tina
Kenne ich alles nicht.

Gaga
Ich finds porno, also mir too much, zu platt, kann gar nicht hingucken! Kommentiert B. auch, während der Bachie bei dir läuft? Also so ins Wohnzimmer hinein? :-) Seine fachliche Einschätzung täte mich auch interessieren, also was er vom Bachie denkt und ob eine Frau dabei ist, die er ganz ok findet, oder eine, die extra blöd findet….? Hast du zum Frauentag eine rote Rose bekommen?

Tina
Er findet es generell eher ätzend.

Gaga
Also zeigt er sich tolerant! :-)

Tina
Und nein, keine Rose, er hat mich beglückwünscht. War ja erst Valentinstag. Ja, er muss es manchmal gucken. Aber gerade ist er nicht hier. Ich bestimme eh das Programm und was wir machen und so. Er ist froh, wenn jemand den Ton angibt.

Gaga
Süß, beglückwünschen ist aber charmant, ich beglückwünsche Dich auch, dass du ein Mädchen geworden bist! Ich mich auch! :-)

Tina
Mmh. Das sehe ich nun aber anders. Ich habe heute einen alten männlichen Exfreund zum Frauentag beglückwünscht.

Gaga
Du hättest dich empört abwenden können und ihn schulmeistern: „ich wäre viel lieber ein MANN, menno!!!!!!“

Tina
Das wäre ich auch nich unbedingt lieber. Vielleicht wäre ich was anderes

Gaga
Der Exfreund hat aber auch allen Grund, glücklich zu sein, dass er ALS MANN am Frauentag auch frei hat! Ein Regenwurm? Ein Schmetterling? Eine Giraffe? Transgender?

Tina
Heute habe ich darüber nachgedacht, ob es eigentlich auch irgendwie kulturelle Aneignung ist, wenn man sein Geschlecht ändert oder wenn man sich als Drag Queen kleidet.

Gaga
Hihi, das ist ein W E I T E S Feld und es wird nicht kleiner! Eher im Gegenteil.

Tina
Und vorhin hab ich mich ertappt gefühlt, weil ich mit B. immer über black and white lache. Also letztens hatte er Hanuta black and white dabei als Beispiel.

Gaga
Sollte mich wundern, wenn das nicht auch schon heiß diskutiert würde, überall, wo noch diskutiert wird. Also jetzt nicht in Kriegsgebieten oder so, da wo eigentlich Friede, Freude, Eierkuchen ist, so im Großen und Ganzen.

Tina
jetzt höre ich aber für immer auf damit.

Gaga
Ist das erlaubt????????? Hanuta black and white so zu nennen? Oder ist das eine alte Produktionsauflage, schau mal aufs Verfallsdatum! Nicht, dass es Bauchschmerzen gibt, von dem alten black and white-Hanuta! :-)

Tina
Nein, das war frisch.

Gaga
Hab mich vorhin amüsiert, dass der (dunkelhäutige!) US-Comedian Chris Rock sich über Frau Harkle lustig gemacht hat, die ja nun in der Tombola doch eine recht helle Hautfarbe gewonnen hat.

https://www.n-tv.de/leute/Chris-Rock-laestert-ueber-Herzogin-Meghan-article23966385.html

Ich werde mich nun ganz langsam bettfertig machen, um morgen etwas jünger und frischer zu wirken :-)

Tina
Ich auch, morgen kommen hier Handwerker.

Gaga
Was machen die Handwerker?

Tina
Die kommen wegen der bald statt findenden Strangsanierung.

Gaga
Ah! Strangsanierung. Hab gelesen: STAATSSANIERUNG!

Tina
Huu, du willst heut viel wissen.

Gaga
Ja!

Tina
Nun gut, ich muss mal runterfahren.

Gaga
So, ich halte dich nicht mehr vom Schlafengehen ab, träum schön!

Tina
Ja, schlaf du auch gut! 🌜

09. März 2023

Irgendjemand Interesse an meinem letzten Bachelor-Chat mit Tina? Copypasten geht ja schnell, aber ich formatiere ja immer noch hingebungsvoll und radiere gewisse SEHR persönliche Passagen aus. Aber auch nicht zu viele. Also…? 🙂 Wenn nicht, dann nicht.

09. März 2023

Auch eine interessante Variante von „Nachdenken“: bei GNTM sagt die österreichisch stämmige Kandidatin mit dem aufgespritzen Schmollmund nach Heidi-Kritik: „ich denke, ich denke zuviel nach! Das ist mein Problem.“ So so. Interessante Selbst-Einschätzung. Kann sogar stimmen! Guter Walk bedeutet nicht, vorher superviel darüber nachgedacht haben, sondern: es im Blut haben. Womöglich doch eine gute Selbst-Einschätzung.

09. März 2023

Ich kehre natürlich auch Dinge unter den Teppich. OHNE im Sonnenzeichen Fische geboren zu sein. Jungfrauen können das auch. ALLE können das und machen es. Ganz normal, legitim und sogar wünschenswert. Wo wären wir denn, wenn Jeder Alles öffentlich breitträte, was auch noch Andere betrifft, und wovon wir keine General-Erlaubnis besitzen, darüber öffentlich zu befinden und zu schwadronieren. So what. Heute hatte ich eine interessante Begegnung, über die ich aus Datenschutzgründen nichts veröffentlichen werde. Schade eigentlich! Hätte sicher die eine oder andere Reaktion als Kommentar. Aber ich teilte es nur mit einer Freundin im virtuellen Backstage. Und so haben wir alle unsere Geheimnisse, die einen nicht zu geringen Teil unseres Lebens ausmachen :-) Aber letztlich: das allzu Transparente wird auch schnell langweilig. Aber wie sehr kann uns das Unwägbare fesseln. Ich war schon immer eine Freundin einer gewissen Unwägbarkeit in emotional aufregenden Aspekten. Nur bei meinen Einkünften und meinem Dach überm Kopf habe ich es gerne sicher und zuverlässig…. aber sonst… so ein bißchen Unsicherheit duftet auch nach Abenteuer und flüstert „Alles auf Anfang“. Ich mag das.

09. März 2023

Aber Eines ist gesetzt: wir sind im Zeichen Fische und das sind (unter AndereN) Meister*innen des Pokerfaces und des (tatsächlich arglos) Unter-den-Teppich-Kehrens von gewissen Sachverhalten. Beobachte ich gerade leicht amüsiert (aber auch nachdenklich) anhand einer gewissen Nativität. „Nativität“ ist Astrologen-Sprech, nicht wundern – habe ich noch von früher intus, als ich mich SEHR damit befasste (bis zur High end-Professionalität) 🙂 Ich mag Fische ja, immer ein Draht da. Aber dieser Aspekt ist doch…. würdig und relevant, reflektiert zu werden.

07. März 2023

GOLDFISCH. Baby Comp. Frotteetuch, dekonstruierter Luxus-Slip, Museums-Postkarte mit islamischem Mosaik, Pralinenschachtel-Inlay-Fragmente (Edle Geburtstags-Tropfen in Nuss 2022 von Lydia) Kleber, Acryl, Blattgold, Verpackungskarton, Barockrahmen, 29. Januar, 3., 4., 5., 7., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 18., 19., 21. Feb., 4. März 2023, 87,5 x 47,5 cm, Staatl. Museen von Gaganien.

Mein Goldfisch! Ich widme das Prachtexemplar allen meinen im Zeichen Fische geborenen Freunden! Wie zum Beispiel dem Geburtstagskind von heute, Duke. Warum da Baby Comp steht, erklärt sich so: vor ungefähr fünfzehn Jahren wollte ich mal das Verhütungsmittel Baby Comp ausprobieren. Ein Computer mit einem Temperatur-Mess-Sensor, den man neben das Bett stellen sollte und jeden Tag nach dem Aufwachen zur selben Zeit die Körpertemperatur messen, indem man die Zunge auf den Sensor legte. Dann sollte nach einer Weile ein Lernprozess bei dem Computer stattfinden, der dazu führt, dass er zuverlässig anzeigen kann, wann die fruchtbaren Tage sind. Das bedeutete, dass man das Gerät, ungefähr so groß wie eine kleine Herdplatte, mit Strom versorgen musste und eben neben das Bett stellen sollte. Mit der Lieferung kam als Werbe-Gratisgeschenk ein weißes Frotteetuch mit eingewebtem Relief „Baby Comp“. Sehr flauschig. Nach ein paar Wochen – ich war schon leicht genervt von diesem täglichen Temperaturmessen – bezog ich das Bett mal wieder frisch. Das Ding stand auf dem Teppich neben dem Bett. Als ich den Rahmen von meinem Ikea-Sultan-Bett anhob, um das Spannbetttuch über die Ecken zu ziehen, und den Rahmen wieder losließ, machte es „kracks“. Ich hatte den Baby Comp-Verhütungscomputer getötet. Ein Gefühl der Erleichterung machte sich breit! Nie mehr blöde Temperaturmessungen nach Uhrzeit machen! Es war eine Befreiung. Ich hatte zu dem Zeitpunkt sowieso nicht viel zu verhüten, war ohnehin Quatsch. Das flauschige Frotteetuch habe ich noch lange benutzt, nach dem Duschen als Turban um den Kopf gewickelt. Mit der Zeit wurde aus dem weißen Frotteetuch ein hellgraues Frotteetuch. Neulich beim Ausmisten fiel mir auf, dass ich es ewig nicht benutzt hatte und daher auch anders verwenden könnte. Zum Beispiel als Malunterlage auf Pappkarton. So geschehen. Es wollte in Verbindung mit einem ausrangierten Slip, einem Luxus-Teil, und Krimskrams, mein Goldfisch werden. Voilà!

06. März 2023

KAISERFISCH. Pomacanthus imperator. Laserprint-Schnipsel von Schumacher-Onlineshop-Tapetenmuster „Carmel Coastline“ von Trina Turk und Türkis- u. Blau-Segmente von Gaga Nielsen-Bild „Julimond“, Spiegelscherbe, Kleber, Acryl, Blattgold, Leinwand, Schattenfuge, 3., 4., 5., 7., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 18., 19., 21. Feb., 4. März 2023, 33,5 x 44,5 cm, Staatl. Museen von Gaganien.

Der stolze Imperator-Kaiserfisch schwimmt rechts hinten versteckt durch die rhizomatösen Wasserpflanzen durch. Wo das Gold ist…

05. März 2023

Vorhin, 16:15 Uhr. Bin noch im Hellen wieder heimgefahren. Mir war so. Ein paar fertige Bilder fotografiert, bißchen Blattgold verteilt, kleiner Imbiss, Haselnussbrand, zurück nach Mitte. Keine weiteren Vorkommnisse. Gestern Nachmittag hatte in der U-Bahn ein leicht torkelnder Herr, der aussah wie Aladdin mit in allen Richtungen abstehenen Haaren, den Spruch: „Abrakadabra – Münzgeld zu mir“ und kam mir ein bißchen arg nah. Ich zog es vor, nicht zu reagieren, er hatte so einen Vibe an sich, als ob er einen in endlosen Palaver verwickelt und dabei antatscht. Aber das Abrakadabra hat mir eigentlich ganz gut gefallen, so als Variante.

05. März 2023

Megáli ékrixi. Μεγάλη έκρηξη. Zertrümmerte Spiegelkachel, Acryl, Kleber, Aluminium, Blattgold, Leinwand. 20 cm x 20 cm x 4 cm, 13., 15., 16., 18. und 19. Februar 2023, Staatliche Museen v. Gaganien. Gaga Nielsen weiß, wo der Hammer hängt! Megáli ékrixi ist Griechisch und heißt Urknall. Ich war sehr angetan von meinem Hammerschlag, der gar nicht so gezielt war, wie das Ergebnis aussieht. Ist vielleicht auch eine Sonne, auf jeden Fall ein hochdynamisches kosmisches Geschehen! Die kleine, schicke 3D-Leinwand ist vom Euro-Shop, Preis 1,10 €. Das Ergebnis sieht meines Erachtens mindestens nach 1,20 € aus. Schönen Sonntag!

03. März 2023

Berliner sind hilfsbereit! Heute wieder erlebt. Mit schwerem Gepäck, nämlich neben meiner um den Hals gehängten Umhängetasche, einem recht großen, flachen, aber ersichtlich schweren Karton (mit vier gewichtigen Bilderrahmen) in der einen Hand, in der anderen einen großen Bilderrahmen, unterwegs in öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich rangiere und jongliere dann immer mit viel Bedacht, um mit niemanden zu kollidieren, nicht unnötig Platz wegzunehmen. Freundliches Platzmachen in der U 9 von Zoo bis Bundesplatz, Mit-Trage-Angebot einer ca. 23-jährigen Mitfahrerin beim Aussteigen am Bundesplatz.

Nächstes Angebot oben am S-Bahnsteig von einem älteren Herrn: „Soll ich tragen helfen?“ – ich: „Nein danke, ich habe vorher geübt, aber VIELEN DANK für das nette Angebot! :-) Aufmunterntes Lächeln beim Rangieren Richtung S-Bahn-Ausgang von Herrn, der mir zuvorkommend auf den Türöffnungs-Knopf drückt. Wer sagt, Berliner sind nicht freundlich? Hat mich heute direkt an meinen allerersten Tag in Berlin erinnert, den 2. April 1986. So viel Freundlichkeit. Ich habe Berlin heute wieder so richtig ins Herz geschlossen.

Auch witzig irgendwie, später bei Netto. Ich kaufte ein, war an der Kasse gerade dran, hörte mit, dass eine Kundin, die allerdings Hausverbot hatte, in einen Palaver verwickelt war, weil sie wohl schon mehrfach durch Aneignungen aus dem Warensortiment auffiel. Sie stellte sich aber dumm, als wüsste sie von nichts. Eine andere Kundin meinte, sie in Schutz nehmen zu müssen, woraufhin die Netto-Fachkraft sie darüber aufklärte, dass es schon seine Gründe hätte, warum die junge Frau Hausverbot hat. Ihr Einkaufsmodell ist wohl, durch die Gänge zu laufen, verschiedene Lebensmittel zu konsumieren und an der Kasse eine winzige Kleinigkeit aufs Band zwecks Bezahlung zu legen. Mir tat eigentlich mehr die Netto-Fachkraft leid, die sich rechtfertigen sollte, warum sie das Hausrecht durchzusetzen versucht. Aber ich hielt mich komplett raus, packte nur mein Zeug ein.

Dann raus, zur Rolltreppe nach unten. Auf der Rolltreppe seh ich aus dem Augenwinkel, dass mich die junge Frau mit dem speziellen Einkaufsmodell von oben anschaut und geradezu anstrahlt. Ich konnte nicht anders, als zurückzulächeln, obwohl ich ihr Verhalten nicht richtig super finde. Irgendwie war heute ein besonderer Vibe in der Luft. Einfach nett.

03. März 2023

Nachdenklich stimmende Zufallsentdeckung beim Zitate-Stöbern:

„Manches Menschen Lebensrechnung stimmte nicht, weil er sich selbst als eine Größe einsetzte, die er nicht war.“
Peter Sirius (1858 – 1913), eigentlich Otto Kimmig, deutscher Gymnasialprofessor, Dichter und Aphoristiker

02. März 2023

Countdown Wochenende. Ich finde es immer noch saukalt. Bin wirklich empfindlicher als andere, was Kälte angeht. Schlägt mir auf die Stimmung, wenn eine Heizung unzulänglich arbeitet. Dann nehme ich mir auch schon mal den Mantel in eine Besprechung und ziehe ihn an. Vorsorglich. Das ist Verantwortungsbewusstsein für die Aufrechterhaltung meiner nicht zu geringen Leistungsfähigkeit. Seit Monaten mit langen Unterhosen unterwegs, die handelsüblich als leggins bezeichnet werden. Aber auch zuhause immer zwei Schichten. Hat die Heizung früher mehr gewärmt oder bin ich noch empfindlicher geworden? Alterserscheinung? Wobei – ich war auch schon vor zehn Jahren zimperlicher als manche Kollegen, was das angeht. Und in Hotels hat mir auch nie eine Bettdecke gereicht, außer im tropisch temperierten Hochsommer. Es ist, wie es ist. Anderseits bin ich auch empfindlicher, was hohe Außentemperaturen angeht, mit Zwanzig und noch Dreißig aus freien Stücken in der brennenden Mittagssonne gebadet, jetzt hört die Wohlfühltemperatur bei 27 Grad auf. Wenn mir einer eine Reise nach Dubai schenken würde, wäre mein erster Gedanke, an wen ich das weiterverschenke, oder ob es sich umtauschen lässt. Die Bling-Bling-Kultur dort interessiert mich schon sowieso nicht, aber die Temperaturen, die mich in klimatisierte Hotelzimmer zwingen würden. Ein Albtraum. Oder andere tropisch feuchte Gegenden. Nicht geschenkt. Hat aber viel mit Luftfeuchtigkeit bei mir zu tun, die ich ab einer gewissen Höhe sehr unangenehm finde. Sehr warm und trocken geht gerade noch so. Ich bin stundenlang in Arizona durch Wüstengegenden gelaufen, war auch recht warm zum Teil, aber ich mochte die Luft.

02. März 2023

Für Fans des gehobenen Tratsches: mein gestriger abendlicher Chat vom 1. März 2023 mit Tina, ein privates Begleitprogramm zur Auftaktfolge der neuen Bachelor-Staffel, Mädels unter sich. Falls das überhaupt irgendwer liest: viel Vergnügen!

Tina
Wir haben heute Abend was vorhhor! Heute startet der Bäbschelor!

Gaga
Tatsächlich, ich schalte zu, obwohl der Bachelor rein äußerlich am allerwenigsten von allen bisher meinem Geschmack entspricht, aber ich freu mich auf die Mädels im Autoheck.

Tina
Cool. Ich hab einen kleinen Kater, da ist das genau das Richtige.

Gaga
Und auf die Villa oder beide Villen, gibt ja immer die Mädelsvilla und die vom Bachie. Bin am Start.

Tina
Me too.

Gaga
Body mir schon mal zu aufgepumpt. Also seiner.

Tina
Oh Mann, diese Gen Z ängstigt mich manchmal. Damit meine ich den Hirninhalt dieser Frauen.

Gaga
Das ist der Teil der Generation, der UNBEDINGT ins TV will. Nicht vergessen.

Tina
Er sieht aus wie ein Dschinn

Gaga
Es gibt auch nicht kamerageile Steuerfachgehilfinnen, die ganz anders drauf sind. Was ist ein Dschinn?

Tina
Ob er Wünsche erfüllen kann?

Gaga
Ach so.

Tina
Alyssa, 35. Ich könnte fast noch mitmachen.

Gaga
Aus FRRanken.

Tina
Scheint etwas reflektierter.

Gaga
Klar, wenn du dich beim Casting nicht zu intellektuell präsentierst, herzlich willkommen!

Tina
Als Besserwisserin rüberzukommen, wird mir leider manchmal auch schon vorgeworfen. Aber ich gebe mich dennoch nicht dümmer. „Du tust immer so schlau“. Aber er ist ein schöner Mann. Hat Ausstrahlung.

Gaga
Oh… das mit der Schwester… rührend, wie er darüber spricht.

Tina
Er hat mehr Herz als der letzte, dieser Christian Lindner. Er ist „Content Creator“.

Gaga
Das sagen die, die finden, dass „Influencer“ verbrannt ist.

Tina
Nee nee.

Gaga
Sondern?

Tina
Das ist, was ich auch mache. Ist ein weites Feld.

Gaga
Ok, gibt aber auch Influencer, die nur bei Insta und tiktok rummachen und sich so nennen, ohne viel Text abzuliefern.

Tina
Aber im Grunde bist du im Auftrag für jemanden unterwegs.

Gaga
Ja.

Tina
Du kannst auch Grafiken erstellen. Oder ganze Kampagnen.

Gaga
Obwohl – auch im eigenen (Auftrag)… ist ein wischiwaschi-Begriff für Alles und Nichts.

Tina
Aber es wird richtig gesucht, ob du es glaubst oder nicht.

Gaga
Befindlichkeitsblogger wie ich sind auch Content Creator, nennen sich nur seltener so, weil albern prätentiös.

Tina
Kann aber bald mal platzen die Blase.

Gaga
Puff….!!!!

Tina
Leyla ähnelt schon fast Marina Abramovich. Die Lady davor.

Gaga
Witziger Vergleich!

Gaga
Die Damen sind von der Stimmlage alle unheimlich angeknipst, außer die Halb-Ghanaerin. Aber alle sehr extrovertiert…

Tina
Ob gelegentliches Rumkreischen eigentlich Pflicht ist, wenn man da mitmacht?

Gaga
Kreischen, ja, wirkt wohl irgendwie lebhaft, damit der Zuschauer nicht einpennt. Wie ein Wecker quasi.

Tina
Das ist, was ich am Frau sein nicht mag. Ich hatte schon manchmal im Leben das Gefühl, dass von mir eine gewisse frauliche Affektiertheit verlangt wird, die ich nur leider nie geben konnte.

Gaga
Stimme zu, geht mir ähnlich. So das betont Süße-Freche-Kesse. Der Lolitakram eben.

Tina
Oder auch das Hilflose.

Gaga
Bewundernder Augenaufschlag von unten nach oben zum König der Schöpfung.

Gaga
Ja, das Hilflose, da gibt es einen ganzen Song drüber von Hildegard Knef, großes Kino. „Ich hab keine rehbraunen Augen, und schließ sie auch nur wenn ich schlaf“.

Tina
Oh, das muss ich recherchieren.

Gaga
https://www.youtube.com/watch?v=fgsidgt2_5c
Korrigiere: ich hab keine SAMTbraunen Augen. Super Song.

Tina
Ja, toll! Hatte ich aber doch schon gehört.

Gaga
Mir fällt gerade auf, es sind nie Frauen mit Kurzhaarfrisuren oder halblang dabei. Immer Mähne.

Tina
Doch manchmal schon, dachte ich. Früher. Ich finde seine Frisur auch nicht sehr vorteilhaft. Ohne seinen Zopf könnte er besser aussehen.

Gaga
Alanis Morrissette ist auch dabei. Aus Potsdam.

Tina
Ja. Aber scheint nicht so ne Kreischerin zu sein, vom Gefühl her.

Gaga
Ja. Wirkt reifer, komplexer. Die beiden sind connected.

Tina
Stimmt.

Gaga
Könnte ein Match sein. Auf Augenhöhe, die beiden.

Tina
Wow-Moment.

Gaga
Er hat sie auch anders angeschaut, konzentrierter, ernster. Jetzt aber Schnelldurchlauf. Die hübsche Blonde mit dem Kind, Jana, wirkt auch etwas reifer. Na ja – hat ein Kind.

Tina
Aber sie ist schon wirklich Topmodell.

Gaga
Sie hat was Verfeinertes von der Art her. Was mich wundert bei ihm ist, dass er eher einen bayrischen/Münchner Akzent hat, wie er spricht, gar nicht wie die Stuttgarter klingen.

Tina
Sehe ich anders. Für mich klingt er schwäbisch.

Gaga
Hatte allerdings auch noch nie länger oder enger mit Stuttgartern zu tun. Kenn ich eigentlich nur aus dem TV.

Gaga
Bizarr, die 26-jährige Leyla „Abramovic“ sieht der 76-jährigen Marina Abramovic so ähnlich, weil sie an denselben Stellen, vor allem den Lippen, Unterspritzungen hat. Sie sehen beide „gemacht“ aus, irgendwie fast gleichaltrig…. uhhhh. Der Getränke-Sponsor muss diesmal irgendein Rosé-Hersteller sein. Es gab noch gar kein Batida de Coco aber viel Rosé in den Gläsern! Ist dir bekannt, ob es auch Fälle gibt, wo Frauen Männern k.o.-Tropfen in den Drink kippen? Ich komme darauf, weil der Bachelor auch immer sein Glas in der Hand behält, wenn er tanzt. Oder ist einfach so ein gespiegeltes Verhalten, weil man es immer bei den anderen sieht? Ich vermute es. „To mirror someone“… was auch bei angehenden Paaren zu beobachten ist. Und wohl auch Gewohnheit. Ich hätte immer Bedenken, das Getränk zu verschütten….

Tina
Nee ist mir so nicht bekannt. Aber gibt es sicher alles. Fahre nun schön runter.

Gaga
Am Ende doch eine Batida-Sponsor-Ansage… warum die jetzt immer in Mexico sind? Ich fände es apart, wenn die Länder wechseln würden. Mal eine Villa in Hollywood oder in Südfrankreich wäre doch auch charmant! Aber wohl teurer.

Tina
Vielleicht ist es dort halt einfach supergünstig. Und vielleicht haben die dann gleich Rahmenverträge.

Gaga
Ich schalte auch ab, danke für Deine Gesellschaft, liebe Tina und gute Nacht!

Tina
Schlaf gut.

02. März 2023

Juhu, ich habs geschafft, den Legionellen-Beprober nicht zu verschlafen. Obwohl ich die beiden auf kurz vor Sechs gestellten Wecker überhört oder ignoriert habe. Um Halbsieben aus einem Traum hochgeschreckt. War nicht direkt ein Albtraum, eher verwunderlich. Der Beprober war für 7 bis 8 Uhr angekündigt. 30 Minuten davor schoss es mir in den Kopf, dass er kommt. Aus dem Bett zum Bad gestürmt, Klo, Zähneputzen, Dusche, Kaffeewasser aufgesetzt, Haare geföhnt, Wimpern getuscht, puh. Klingeling, superpünktlich, um 7:02 stand er vor meiner Tür. Hatte mich gerade vollständig angezogen. Das war knapp!

Ging dann wieder recht schnell. Muss mir merken, dass er immer nur ins Bad zur Dusche muss. NICHT in die Küche, nicht unter die Spüle, ich muss den Spülschrank NICHT freiräumen. Diesmal auch nicht gemacht. Gestern Abend noch gegoogelt, was genau da an welcher Stelle beprobt wird. Also: der Beprober will immer NUR ins Bad, ins Bad, ins Bad, ins Bad. Kommt alle drei Jahre. Das hat man nur, wenn man in einem Mietshaus mit vielen Parteien ist, und einer bestimmten Größe von Warmwasser-Aufbereitungsanlage, Wasserhygieneverordnung. Es werden immer nur Proben ganz unten, wo die Anlage ist, genommen, und bei den Mietern in den obersten Stockwerken. Das heißt, der Beprober sieht in seinem Job eigentlich nur hoch gelegene Wohnungsetagen, jede Menge Dachgeschosse mit schönen Ausblicken. Netter Job eigentlich.

Der Traum: Doro hatte zu einer Party eingeladen, mit Verkleiden. Ich hatte zugesagt und schon eine komische blaue Kopfbedeckung als Verkleidung am Start, irgendein Gewusel. Fragte sie, ob sie G. (der mir die Freundschaft gekündigt hat) auch eingeladen hat und er zugesagt hätte. Sie meinte ja, er hat auch zugesagt und ist sogar schon da, hätte bei ihr übernachtet, da hinten schläft er, deutet zu einem Gästezimmer. Ich perplex, da mir bekannt ist, dass er für gewöhnlich keine Partyzusagen macht, wenn da Gäste zu erwarten sind oder geladen sind, mit denen er sich in irgendeiner Form überworfen hat. Dann bin ich hochgeschreckt und hab nur noch an den Legionellen-Beprober gedacht.

01. März 2023

Tina, mit der ich traditionell gerne zu ausgesuchten Dating-Shows chatte, hat mich vorhin darauf aufmerksam gemacht, dass heute, also gleich, eine neue Bachelor-Staffel startet. Kann aber nicht versprechen, dass ich unseren Chat wieder zu einem Eintrag verwurste. Qualiätsabhängig! Geht gleich los.

28. Februar 2023

Foto vom 23. Ich verzieh mich jetzt ins Bett. Kein Witz. Noch die abgeworfenen Klamotten von heute zurück in den Schrank packen und dann mit Buch in die Federn. Werde voraussichtlich nach zehn Minuten zuklappen. Meine Lesehaltung im Bett ist so dermaßen zum einschlafen. Morgen blind date mit neuem Chef. Ja, das gibts!

28. Februar 2023

Vorsatz: guter Dinge in den März. Dem Optimismus und Frieden eine Chance. Peace & Love! Gruß an Putin und Selenskyj. Ich hätte bitte gerne einen friedlichen Frühling. Lieber Geld in den Aufbau in der Ukraine und der Türkei stecken. Bombardieren ist so 1943. Altbacken, uncool und frumpy! Ihr alternden Männer: Sex Appeal kommt nicht davon, humorlos und gewälttätig andere zu überwältigen. Das nennt man Vergewaltigung und führt nicht zu Herzchen in den Augen. Wie wärs mit Cello oder Klavier spielen?

27. Februar 2023

Da niemand perfekt ist, wage ich mal ein unzeitgemäßes, eventuell unpopuläres Bekenntnis. Also: neulich im Drogeriemarkt. Ich brauchte Taschentücher. Gerne nehme ich Discountermarken im Zehner-Pack oder was es eben preisgünstig gibt. Hauptsache, sie riechen nicht zusätzlich nach irgendwas. Ich hatte die Brille zwar nicht auf, konnte aber auf der einen günstigen Packung lesen „Recycling“. Noch nie gekauft, kann man ja mal eine Chance geben. Die Qualität vom Schneuz-Erlebnis ist ok. Riechen auch neutral. Aber die Farbe. Ich bin scheinbar eine über Jahrzehnte verwöhnte Püppi, die in blütenweiße neue, und damit neu aussehende Papiertaschentücher zu schneuzen gewohnt ist. Immer, wenn ich mir ein neues, unbenutzes Recycling-Papiertaschentuch rausziehe, kommt es mir vor wie aus dem Altbestand von einer Wohnungsauflösung. Oder als ob die Packung schon mal irgendwie feucht geworden ist, und dann wieder getrocknet. Oder vesehentlich in eine Tasse Kaffee getunkt. Oder seit Jahren in einer Manteltasche vergilbt ist. Es ist einfach nicht die Freude, wie bei den richtig weißen. Ich will die Sorte deswegen nicht mehr kaufen. Außer, wenn es welche gibt, die auch weiß aussehen. Bin ich jetzt ein schlechter Mensch, der den okologischen Wandel torpediert? Ich habe übrigens seit 2011 Strom und Gas von Greenpeace Energy und besitze kein Auto. Ich fahre mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das einzige Papier, das ich kaufe, sind Papiertaschentücher und Klopapier (auch kein Recycling, sondern das Fünflagige für die Prinzessin auf der Erbse von dm). Komme ich in die Hölle?

26. Februar 2023

More recent stuff. Nachdem ich genesen bin, habe ich den Eindruck, mehr Schlaf zu brauchen. Neun bis zehn Stunden. Kriege ich aber unter der Woche nicht hin, am Wochenende hole ich nach. Vielleicht groovt sich das wieder ein, und ich komme mit sieben oder acht Stunden aus. Ich glaube, ich bin noch in einer Regenerationsphase. Neulich mal ohne Mütze rausgegangen, habe mich ungeschützt gefühlt, im kalten Wind. Bald Frühling. Dann nur noch Mützen als Styling, nicht mehr zum Warmhalten. Ab und zu, nicht oft, mache ich Fotos. Es kommt mir mit Abstand vor, als ob ich meine Regeneration daran ablesen kann. Wird schon.

25. Februar 2023

Meine Wenigkeit, vorgestern, 23. Februar 2023, 20:36 Uhr. Dreimal aus Inas Smartphone, einmal aus meiner Kamera. Das Mäntelchen mit dem Kuhfellmuster aus feinem Viscose-Velours nenne ich Lindbergh-Mantel, zum steten Gedenken an eine Begegnung vor acht Jahren mit Peter Lindbergh. Ich hatte ihn an, und er fand ihn so toll, dass er es mir mehrmals zurief. Leider inzwischen etwas verwaschen, das Weiß ist nicht mehr so wie früher, die schwarzen Kuhflecken haben wohl in der Waschmaschine Farbe abgegeben. Liebe ihn dennoch, vor etlichen Jahren im KadeWe geschossen.

25. Februar 2023

Ein paar Fotos von vorgestern mit Ina. Sie hängt auch in der Ausstellung im Bethanien, in Form eines Portraits, das Jan von ihr gemacht hat. Davor haben wir uns unter anderem geknipst. Dann zum Dal Contadino bei mir um die Ecke, in der Gormannstraße.

24. Februar 2023

Denke gerade, dass es bei hingebungsvollen Brautmodenverkäufern, Hochzeitsrednern, Hochzeitssängern, Standesbeamten, Hebammen, Geburtsmedizinern, Hospizmitarbeitern, Bestattern, Trauerrednern und Pastoren eine innere Verwandtschaft gibt. Sie sind Schlüsselfiguren bei den emotionalsten Momenten im Leben. Wie schön und intensiv das doch ist. Schwer vorzustellen, dass sich jemand mit diesen Berufen wegen dem Gefühl von Arbeit ohne Sinn demotiviert aus dem Arbeitsleben zurückzieht. Emotionale Momente zu begleiten, als Tagwerk. Wundervoll. Komme drauf, weil ich heute am späten Nachmittag Lust hatte, den Fernseher anzumachen, da kam auf Vox diese Sendung, wo angehende Bräute mit ihren weiblichen Angehörigen Brautkleider aussuchen, und viel geweint wird, wenn die wiederkehrende Verkäuferinnen-Frage: „Ist DAS Dein Kleid?“ schniefend mit: „JA! DAS ist MEIN Kleid!“ beantwortet wird. So süß. Diese Gefühle! Herrlich. Scheißegal, wie das Kleid aussieht, schnurzpiepegal. Was hingebungsvolle Trauerbegleitung und die damit verbundenen Momente bedeutet, kann ich mir durch Marias Erleben auch gut vorstellen. Viel harte Arbeit, aber so reich an Sinn. Die Bedeutung von intensiven Gefühlen, ob aus erster oder zweiter Hand, daran teilzuhaben, ist nicht zu gering zu schätzen.

23. Februar 2023

Ich mache mal quick and dirty, weils schnell gehen muss – will mich noch etwas zurechtmachen, treffe mich gleich mit Ina bei Jans Ausstellungseröffnung im Bethanien – hier ein Link zu einem kleinen, interessanten Palaver (unter Freundinnen) bei Doro zum Thema (graue) Haare färben. Und Iris Berben :-) Als Illustration ein Foto vom März 2010 von mir mit Streifenhörnchen-Haarschopf.

Mein erster Kommentar: „(…) Interessant, dass das Thema „graue Haare colorieren oder nicht“ immer gleich zu einer Art Religionsbekenntnis mutiert. Ich hatte mir sehr viele Jahre meine eigentlich zwischen dunkelblond und hellbraun mäandernde Naturhaarfarbe sehr dunkel gefärbt, hatte Lust auf Pocahontas-Style. Dann wurde die Haarqualität vom jahrelangen Färben immer stumpfer und ich auch neugierig, ob ich schon sehr grau bin oder nur ein bißchen. Konnte ich am Haaransatz mit einem Zentimeter nicht verifizieren. Also neugierig auf den naturbelassenen Zustand, aufgehört mit Dunkelbraun- und Schwarzfärberei. Was da kam, war noch gar nicht so sehr grau, ein bißchen durchzogen, aber nicht dominant, hauptsächlich an den Schläfen grau. Da hatte ich dann nach ein paar Monaten auch keine Lust mehr drauf und übertönte es unregelmäßig mit einem Ton in meiner Naturhaarfarbe, allerdings einem Produkt, das nicht aggressiv auf die Struktur wirkt. Mache ich bis heute sehr unregelmäßig. im Moment wieder ca. 5 Zentimeter naturbelassen rausgewachsen, aber moderater Übergang. Habe Nachschub zum Nachcolorieren bei Lust und Laune auf Vorrat, aber momentan zu faul. Ich setze auch jeden Tag Mützen auf und ich habe keinen komplett grauen Streifen als „Nachwuchs“. Immer noch durchwachsen. Wenn mir danach ist, klatsche ich das sanfte Produkt (Olia, hellbraun) wieder drauf. Komischerweise wirken meine Haare seit einer Weile insgesamt, vor allem auf Fotos im guten Licht wie blond. Auch nicht übel. Aber hey: es muss wirklich keine Grundsatzentscheidung sein, das finde ich unglaublich spießig. Cool fand ich, dass Iris Berben mal aufhörte zu färben, sich so zeigte, mit dem SEHR grauen Ansatz durch die Presse ging, Respekt gezollt wurde, und dann fing sie wieder an mit Färben. Wirkt auf mich sehr souverän, sich nicht einem Alternativ-Diktat von wegen „zum Alter und dem Alterungsprozess zu stehen“, unterzuordnen. Manchmal ist Grau apart, aber auch nur, wenn sich die Trägerinnen als Gesamtpaket sehr durchstylen. Im insgesamt naturbelassenen Kontext wirkt es schon oft verhärmt und unnötig alt.“ Fortsetzung unterm Link oben!

22. Februar 2023

Tja, liebe Leute. Ich habe mich gerade in einem Kommentar verausgabt, der wieder einmal schon rein umfangmäßig das Potenzial für einen Eintrag hätte, auch inhaltlich. Mache ich vielleicht morgen einen Eintrag daraus :-) Muss ich noch ein wenig sacken lassen, ist zwar schnell gecopypasted, aber mir fallen dazu noch ergänzende Gedanken ein, die so in mir herumwabern. Ich werde noch ein wenig lesen. Aber nicht zu dem Thema.

21. Februar 2023

Erneut kein Mitteilungsdrang. Nur das: ich habe herausgefunden, dass es ein Wort gibt, das auf Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch komplett identisch ist. Das Wort für Urknall: Big Bang. Schade, dachte, die Franzosen hätten etwas Eleganteres in petto. Die Griechen haben ein eigenes Wort, ganz niedlich: Μεγάλη έκρηξη = Megáli ékrixi. Auf Latein: Fragor magnus. Klingt sehr streng. Das beschäftigt mich auch nur deshalb, weil ich ein Bild gemacht habe, das eigentlich den Urknall darstellt, vielleicht auch eine Sonnenexplosion, es sieht aber nicht nach „Big Bang“ aus. Die Melodie der Worte passt nicht zu meinem Bild, zu comic-haft. Mein Urknall ist eher elegant. Vielleicht nehme ich das griechische. Gefällt mir noch am ehesten. Bilder müssen getauft werden, der Name ist wichtig, habe ich gelernt. Finde ich auch, aber aus anderen Gründen als die Kunstmarktsachverständigen. Je abstrakter der Name, um so stärker die Aura und Vermutung, dass es bei dem Werk eine hohe, respektable Bedeutung gibt, haben die Kunstkenner ermittelt. Treibt das Ansehen und damit den Preis in die Höhe. Nun doch etwas mitgeteilt. Bis morgen.

19. Februar 2023

Und noch ein Einkaufstipp für alle, die wie ich fast schon verzweifelt nach stichfestem Joghurt suchen, wie er früher in jedem Kühlregal zu finden war. Ich habe mich nun durch diverse Angebote durchprobiert und bin bei „Bulgaria Joghurt“ 3,5 im großen blauen Becher von Hansana, bei Rewe erhältlich, gelandet.

Es lassen sich zwar einige herbeigoogeln, die finde ich aber alle nicht in meinen Berliner Super- oder Biomärkten. Zum Beispiel nirgendwo gesehen, der angeblich vorhandene stichfeste Joghurt von Landliebe. Dann gibt es ein paar gelobte Marken, die wohl aus Baden Württemberg kommen und auch nur dort zu kaufen sind.

Der stichfeste von JA! im kleinen vierer-Pack-Becher ist nicht richtig stichfest und schmeckt ausgesprochen mager, obwohl ich sonst ein großer Fan der JA!-Produkte bin. Ich finde ja schon den Namen super. Also dieser Bulgaria Joghurt entspricht genau dem, was ich früher am liebsten mochte, und auch heute noch.

Bis vor ein paar Jahren hatte Aldi stichfesten im Viererpack, den konnte man sogar stürzen, wie einen Pudding. Wurde aus dem Sortiment genommen und in den letzten Jahren gibt es diese mir nicht verständliche Mode, Joghurt als „cremig gerührt“ anzupreisen.

Möglicherweise nur ein cleverer Schachzug, um das Produkt mit Wasser verdünnt, sparsamer abzufüllen. Ich lege keinerlei Wert auf „cremig gerührt“. Griechischen Joghurt habe ich auch probiert, schmeckt mir nicht, ist mir vom Geschmack her zu fettig und schwer.

Joghurt gehört zu meinem Frühstück an Tagen, an denen ich ausschlafen kann. Findet dann mehr oder weniger erst mittags statt. Ich schnipple mir ein paar Obstsorten klein, derzeit immer ein Elstar-Apfel, eine Orange und ein paar Weintrauben, dazu viel Kaffee mit schaumig geschüttelter Biosahne.

Bin nicht der klassische Frühstückstyp mit Brötchen, Marmelade und Käse- und Wurstplatte. Wenn ich früh raus muss, gibts nur Kaffee. Da ich meist recht spät zu Bett gehe, esse ich auch oft spät noch etwas, daher stellt sich zur frühen Stunde kein Frühstückshunger ein.

Jetzt fahre ich gestärkt in meine Vergolder-Werkstatt. Da warten mehrere eingepinselte Teile darauf, dass ich Gold anlege. Habe festgestellt, dass es ganz gut ist, eine Nacht damit zu warten, lieber später als zu früh anlegen.

19. Februar 2023

Hier zeigt sich die Sonne immer wieder. Gestern, als ich meinen Eintrag fertig hatte, fiel mir auf, dass mir doch mitunter sehr persönliche Offenbarungen unterlaufen. Das passiert einfach, aber meist eher in den letzten Absätzen, oder nahezu versteckt in ausschweifenden Kommentaren, zu denen ich neige. Und die lesen ja nicht alle, also längere Einträge und meine Kommentare in meinem Blog und anderswo. Insofern ist dem Schutzreflex doch wieder genüge getan. Ich habe so einen unkoordinierten Ansatz beim Eintrag verfassen. Ein bestimmtes Thema oder Ereignis ist die Initialzündung und dann kommen Gedankensprünge, niedergeschrieben wie in den Sinn gekommen. Was als Erinnerung an ein wiederentdecktes Lied beginnt, endet als tiefenpsychologische Selbstbetrachtung. Aber das kann ja auch als eigenständige Qualität gesehen und empfunden werden. Schönen, friedlichen Sonntag allen.

18. Februar 2023

Als ich im letzten Dezember Kinderfotos von mir zeigte, und um korrespondierenden atmosphärischen Text bemüht, die jeweiligen Chart-Hits des Kinderfoto-Aufnahme-Jahres recherchierte, stolperte ich über einen Song, den ich komplett vergessen hatte, und der mich nun gut fünf Jahrzehnte später, erneut verzauberte. „Clair“ von Gilbert O’Sullivan, veröffentlicht im Oktober 1972 und gleich ein Riesenhit, Nummer Eins in Großbrittannien, wochenlang Nummer Zwei in den USA und auch in vielen anderen Ländern weit oben in den Charts. Es lief auch in Deutschland dauernd im Radio. Da war ich gerade sieben Jahre alt. Ich konnte fast kein Englisch, woher auch. Ich verstand Hello und Good Bye und Thank You Very Much und I Love You. Das wars. Aber dass „Clair“ eine Art Liebeslied war, war mir schon klar. Das hörte man ja schon an der hingebungsvollen, zärtlichen Melodie und Darbietung. Ein leichtes Lied wie auf einer Wolke geboren, ohne Probleme und Schwermut, voller Liebe und Hoffnung.

Das Einzige, was mich an dem Song etwas störte, war das Baby-Gegacker am Ende. Da dachte ich dann immer etwas enttäuscht „ach so, das ist für ein Baby“. Ich akzeptierte dann etwas widerwillig, dass es kein romantisches Liebeslied war, und verdrängte es schnell wieder. Mir war romantisierte Elternliebe nicht bekannt, ich wurde nicht auf ein Podest gehoben und umschwärmt und geherzt. Ich musste beim Geschirr Abtrocknen und sonstigen Haushaltsarbeiten helfen, wurde viel zurechtgewiesen und meine kindlich aufbegehrenden Widerworte waren in keinster Weise erwünscht. Still und brav sein, nicht auffallen, anpassen, hieß die Parole, ansonsten Strafpredigt. Schon aus dem Grund wollte ich ganz bestimmt keine rosa verpackten Vatergefühle (wie ich dachte) aus dem Radio präsentiert bekommen.

Aber wenn das Lied wieder von vorne anfing, vergaß ich wieder ganz schnell, dass es nicht um eine flirrend aufregende Verliebtheit ging. Als Kind hat man schon eine Vorstellung von Erwachsenen-Liebe, an allen Ecken wird sie gezeigt und besungen, natürlich hauptsächlich in Film und Fernsehen. Aus nächster Nähe kannte ich auch keine Erwachsenen-Zärtlichkeiten. Nie gesehen, nie erlebt. Aber dass da was Schönes dran sein muss, fühlte ich. Zum Beispiel in dem Lied.

Als ich im Dezember dann Videos von Clair suchte, und auch den Text googelte, stolperte ich über für mich unfassbare Debatten darüber, ob Clair das Werk von einem Pädophilen ist. Ich war schockiert, wieviel Dummheit es in der Welt gibt. Inzwischen verstand ich den englischen Text einwandfrei und kannte auch die Hintergrundstory. Gilbert O’Sullivan hatte sich als junger Mann etwas als Babysitter der Tochter einer befreundeten Familie dazuverdient, und er hatte sofort einen Draht zu diesem kleinen Wesen. Er hat das ein paar Jahre gemacht und es blieb bei einer schlichten zärtlichen Zuwendung, dem Gefühl, der Persönlichkeit eines kleinen Menschen stark verbunden zu sein, eben mehr als das nur jobmäßig umsorgende Gefühl von Babysitter zu Kleinkind.

Ich habe das sofort verstanden, und auch, dass es nicht das Geringste mit Pädophilie zu tun hat, sondern unschuldiger zärtlicher Liebe zu einem Lebewesen. Wie zu einer geliebten Katze, die einen besonders verständnisvoll anschaut und die Fingerspitzen ableckt. So eine Katze hatte ich. Da war auch keine Perversion im Spiel. Und als mein einer Neffe geboren wurde, der leider nicht mehr lebt, hatte ich ein besonderes Erlebnis. Mein Bruder besuchte mich eine ganze Weile nach der Geburt und legte mir vertrauensvoll das kleine, hellwache Wesen in den Arm. Es hatte die Augen auf und guckte mich ganz direkt an, und ich fühlte sofort einen starken Draht zu diesem kleinen Jungen, als hätte er mir mein verschüttetes Baby-Bewusstsein zurückgeschenkt. Wir waren auf einer Wellenlänge.

Das war kein mütterliches Gefühl, sondern ein Gefühl tiefer persönlicher Verbundenheit mit einem fertigen Menschen, einer Persönlichkeit, wenn auch in einem Baby-Körper. Aber das muss man vielleicht erlebt haben, um es nachzuvollziehen. Clair ist das unschuldigste Lied auf der Erde, ich liebe es, trotz des Baby-Plots. Ich habe es mir dann runtergeladen und mit einem Audiobearbeitungsprogramm das Baby-Gackern am Ende weggeschnitten. Jetzt ist es perfekt für mich. Und für die kleine siebenjährige Gaga von 1972.

Clair
The moment I met you, I swear
I felt as if something, somewhere
Had happened to me
Which I couldn’t see
And then, the moment I met you, again
I knew in my heart
That we were friends
It had to be so
It couldn’t be no
But try as hard as I might do
I don’t know why
You get to me in a way
I can’t describe
Words mean so little
When you look up and smile
I don’t care what people say
To me you’re more than a child
Oh, Clair Clair Clair
If ever a moment so rare
Was captured for all to compare
That moment is you
In all that you do
But why in spite of our
Age difference do I cry
Each time I leave you
I feel I could die
Nothing means more to me
Than hearing you say
I’m going to marry you
Will you marry me, Uncle Ray?
Oh, Clair Clair Clair
I’ve told you before
Don’t you dare
Get back into bed
Can’t you see that it’s late
No you can’t have a drink
Oh all right then
But wait just a minute
While I, in an effort to babysit
Catch up on my breath
What there is left of it
You can be murder
At this hour of the day
But in the morning the sun
Will see my lifetime away
Oh, Clair
Clair
Oh, Clair