
die kleine einradfahrerin war nicht alleine, ihre freundin war dabei, auch mit einrad. ich wohne an einem spielplatz, da ist man immer gut auf dem laufenden, was die kids so treiben. gerade eben diskret aus dem fenster geknipst.
14. januar 2007
02. januar 2007
ganz aufgewühlt.
so nah, so entblößt . die nierenschale bei der geburt
susan sontag. die graue strähne. immer ihr gesicht. aufgebahrt.
dann läuft sie aus dem bild, noch einmal ihr rücken, von hinten. zum vulkan. dann wasser. nur wasser. die lagune. und dann
monument valley ganz unscharf, schwarz weiß
ewigkeit. nur so, genau so. monument valley, unscharf, schwarz weiß.
die bilder tun weh. richtig weh.
viel mehr als – – was ja, was.
da war dieses zitat in diesem einpersonen-film. mein letzter film. da erinnert sie ein zitat von einem regisseur. jetzt ist, wenn es weh tut. und wenn es das einzige wäre, was man von dem film mitnimmt, diesen satz.
ja, annie. jetzt ist, wenn es weh tut.

14. januar 2007
14. januar 2007
14. januar 2007

die kleine einradfahrerin war nicht alleine, ihre freundin war dabei, auch mit einrad. ich wohne an einem spielplatz, da ist man immer gut auf dem laufenden, was die kids so treiben. gerade eben diskret aus dem fenster geknipst.
11. januar 2007
bin gerade schwer ins grübeln gekommen, wo sich eigentlich die ganzen seniorenblogger tummeln. habe ich doch erst einen gefunden. sehr gut gefällt mir bei herrn günther paul immer die grußformel, stets ein wenig abgewandelt, zum beispiel:
Bitte denken Sie mal darüber nach.
Es grüßt Sie Ihr
Günther Paul
so viel zeit muss sein. das hat stil, das hat geschmack. es muss nicht immer so salopp zugehen. da können wir uns eine scheibe abschneiden! hoffentlich gibt es bald noch mehr senioren, die schreiben. das ist jetzt ja mehr so eine kolumne und eigentlich ist herr paul mir auch fast noch ein bißchen zu jung. ich würde gerne geschichten von älteren omas und opas hören.
meine sind ja alle schon tot und dann hätte man wieder ein bißchen wie eine oma und einen opa. halt im internet. sie müssen auch sonst gar nicht modern sein. ich will das gar nicht. ruhig alt, mit ansichten von früher. schön altmodisch. auch die frisur und die anziehsachen. fände ich prima. am liebsten so alt, dass sie noch ein bißchen vom krieg und kurz danach erzählen können. der herr geriatric macht das schon ganz gut, aber der erzählt ja immer nur auf englisch. ich hätte gerne einen deutschen internetopa (schleswig holstein u. berlin wäre o.k., auch wegen besuchen). und vielleicht eine wiener internetoma.
da fällt mir ein: was ist eigentlich aus der schönen seniorensendung mosaik geworden? habe ich früher mit meinem opa angeschaut. war total langweilig. ich war eben noch zu jung. heute würde ich das bestimmt alles verstehen.
bitte denken sie mal darüber nach.
es grüßt sie ihr
fräulein gaga
11. januar 2007
bin gerade schwer ins grübeln gekommen, wo sich eigentlich die ganzen seniorenblogger tummeln. habe ich doch erst einen gefunden. sehr gut gefällt mir bei herrn günther paul immer die grußformel, stets ein wenig abgewandelt, zum beispiel:
Bitte denken Sie mal darüber nach.
Es grüßt Sie Ihr
Günther Paul
so viel zeit muss sein. das hat stil, das hat geschmack. es muss nicht immer so salopp zugehen. da können wir uns eine scheibe abschneiden! hoffentlich gibt es bald noch mehr senioren, die schreiben. das ist jetzt ja mehr so eine kolumne und eigentlich ist herr paul mir auch fast noch ein bißchen zu jung. ich würde gerne geschichten von älteren omas und opas hören.
meine sind ja alle schon tot und dann hätte man wieder ein bißchen wie eine oma und einen opa. halt im internet. sie müssen auch sonst gar nicht modern sein. ich will das gar nicht. ruhig alt, mit ansichten von früher. schön altmodisch. auch die frisur und die anziehsachen. fände ich prima. am liebsten so alt, dass sie noch ein bißchen vom krieg und kurz danach erzählen können. der herr geriatric macht das schon ganz gut, aber der erzählt ja immer nur auf englisch. ich hätte gerne einen deutschen internetopa (schleswig holstein u. berlin wäre o.k., auch wegen besuchen). und vielleicht eine wiener internetoma.
da fällt mir ein: was ist eigentlich aus der schönen seniorensendung mosaik geworden? habe ich früher mit meinem opa angeschaut. war total langweilig. ich war eben noch zu jung. heute würde ich das bestimmt alles verstehen.
bitte denken sie mal darüber nach.
es grüßt sie ihr
fräulein gaga
10. januar 2007
10. januar 2007
06. januar 2007
gestern. delphi. ich setze mich meistens in die zehnte bis zwölfte reihe oder weiter hinten, vorzugsweise die leerste. immer ganz an den rand, rechts. im delphi gleich beim ausgang. am äußeren rand hat man eine bessere wahrscheinlichkeit, dass kein kopf vor einem in die leinwand ragt. auf dem sitz links von mir mein zeug. sicherheitsabstand. schön leer meine reihe. die siebzehnuhrfünfzehn-vorstellung. ich bin kurz vorher da. bis halbsechs kommen noch einige besucher dazu.
jemand setzt sich zwei reihen vor mir, auch nah am rechten rand aber eher zur mitte. der kopf ragt ein wenig in die leinwand. mir dämmert, dass ich diesen kopf kenne. sehr gut kenne. oh je er. oder doch nur eine ähnlichkeit? der hinterkopf, die brille. das passt. eine flüchtige handbewegung, die ihn endgültig identifiziert. er streicht sich mit der rechten handfläche ein paar mal über den hinterkopf. eine geste, die ich oft an ihm sah. auf eine bestimmte art. so, wie sich manche räkeln.
er dreht sich nur einmal kurz um, um die ausgezogene jacke irgendwie auf den sitz zu drapieren. eine flüchtige bewegung. ich verdecke meine augen, mein gesicht mit der rechten hand, so wie man sich den kopf hält, weil er schmerzt. ich überlege, ob mir die distanz ausreicht. ob die wahrscheinlichkeit gering genug ist, dass er sich ein weiteres mal umdreht und mich erkennt. ich rutsche tiefer in den sitz. nein. das ist mir zu nah. viel zu nah.
ich muss jede möglichkeit einer begegnung auschließen. ich nehme mein zeug und gehe drei reihen weiter nach hinten. immer noch gute sicht. aber immer noch sein kopf in der leinwand. ausgerechnet. er ist nicht der größte für einen mann. so groß wie ich. irgendwas um eins- achtzig. muss mir jetzt ausgerechnet auch noch in den kopf kommen, wie es mit ihm in gewisser hinsicht lief. und wenn nichts mehr ging. das lief wie geschmiert. media luna nannte er mich dann, was eine versaute anspielung war, die man nicht ohne weiteres versteht. wie mir das gefiel. die erinnerung daran ist wie eine nötigung, die eine körperliche wahrnehmung beschwört, die mir lästig ist. ich muss mich schütteln. wie konnte ich. skorpion natürlich. 26. oktober 42.
dominante waage-zwillingsaspekte, so weit ich erinnere. ein hoch- gradig akademisch gebildeter, sinnenfroher schwätzer. treffliche belei- digung war, mir goldhagens willige vollstrecker zum geburtstag in die hand zu drücken. unverpackt. nichts gegen konfrontation mit dem horror und dem unsagbaren. aber nicht zum geburtstag. überhaupt bücher. jemand, der bücher verschenkt, die er selbst gerade unge- heuer bedeutend findet, ungeachtet der besonderen interessen des zu beschenkenden. über die weiße göttin von ranke-graves zu beginn des ganzen hatte ich mich noch halbwegs gefreut, aus neugier.
ich stehe wieder auf. gehe ganz weit nach hinten, wo alle reihen unbesetzt sind. in die vorvorletzte reihe. ach was. ich stehe wieder auf. wenn schon, denn schon. mal sehen, wie es in der letzten reihe mit der sicht ist. gut. erstaunlich gut. sein kopf ragt nicht mehr in mein sichtfeld. ich kann kaum mehr ausmachen, wo er sitzt. gut. sehr gut. schnell vergessen. er würde versuchen, so viel ist sicher, mich beso hier beso da, an sich zu drücken, mit laszivem augenzwinkern die laue temperatur zu erhöhen. schon aus prinzip, schon aus gewohnheit. bloß nicht. desinteresse. langeweile. zeitverschwendung.
gut da hinten. wie gut man sieht. ganz erstaunlich. bestimmt zehn reihen vor mir völlig leer. auf die entfernung ist auch drohendes geraschel und geknusper nicht mehr so stark zu hören. wie ich das verachte, diese uneingeladenen nebengeräusche körperlicher be- dürfnisbefriedigung. grobschlächtige naturen, die keine sekunde darüber nachdenken, welche geräusche sie produzieren, die den kinosaal mit ihrem verpupsten sofa zuhause verwechseln. guter platz. sehr, sehr guter platz. kaum werbung. dann der film.
ausgerechnet ein spanisch sprechendes kindermädchen taucht auf. deutsche untertitel. ich hatte gerade vergessen, wer da vorne sitzt, jetzt muss ich wieder daran denken. seine muttersprache ist spanisch. er wird da vorne sitzen und heimatgefühle haben, weil eine mexikanische kinderfrau in der sprache seiner mama auf der leinwand spricht. ich denke noch, wie absurd das leben ist, die situation, die befremdung darüber, dass man sich einst nah war. größte körperliche nähe zuließ. zum glück katapultiert der film kurz darauf jeden gedanken an meinen eigenen film weg. nichts bleibt davon übrig.
latent im hinterkopf, dass ich möglichst als letzte den saal verlassen muss. ich werde warten, bis er gegangen ist und noch eine kleine weile. es könnte sein, dass er unten kurz im wc verschwindet, oder im foyer bekannte entdeckt. er kennt ja gott und die welt. also nochmal gut fünf minuten dazu. abspann. er steht noch beim abspann auf, nimmt eilig seine jacke und ist weg. ich warte in ruhe den abspann ab, die musik ist ohnehin zum sitzenbleiben. ich stehe langsam auf, nehme meine handschuhe, ziehe den fellmantel über. reißverschluss. player an, auf die ohren. die schwarzen lederhandschuhe. tasche. über den weichen teppich zum ausgang.
06. januar 2007
gestern. delphi. ich setze mich meistens in die zehnte bis zwölfte reihe oder weiter hinten, vorzugsweise die leerste. immer ganz an den rand, rechts. im delphi gleich beim ausgang. am äußeren rand hat man eine bessere wahrscheinlichkeit, dass kein kopf vor einem in die leinwand ragt. auf dem sitz links von mir mein zeug. sicherheitsabstand. schön leer meine reihe. die siebzehnuhrfünfzehn-vorstellung. ich bin kurz vorher da. bis halbsechs kommen noch einige besucher dazu.
jemand setzt sich zwei reihen vor mir, auch nah am rechten rand aber eher zur mitte. der kopf ragt ein wenig in die leinwand. mir dämmert, dass ich diesen kopf kenne. sehr gut kenne. oh je er. oder doch nur eine ähnlichkeit? der hinterkopf, die brille. das passt. eine flüchtige handbewegung, die ihn endgültig identifiziert. er streicht sich mit der rechten handfläche ein paar mal über den hinterkopf. eine geste, die ich oft an ihm sah. auf eine bestimmte art. so, wie sich manche räkeln.
er dreht sich nur einmal kurz um, um die ausgezogene jacke irgendwie auf den sitz zu drapieren. eine flüchtige bewegung. ich verdecke meine augen, mein gesicht mit der rechten hand, so wie man sich den kopf hält, weil er schmerzt. ich überlege, ob mir die distanz ausreicht. ob die wahrscheinlichkeit gering genug ist, dass er sich ein weiteres mal umdreht und mich erkennt. ich rutsche tiefer in den sitz. nein. das ist mir zu nah. viel zu nah.
ich muss jede möglichkeit einer begegnung auschließen. ich nehme mein zeug und gehe drei reihen weiter nach hinten. immer noch gute sicht. aber immer noch sein kopf in der leinwand. ausgerechnet. er ist nicht der größte für einen mann. so groß wie ich. irgendwas um eins- achtzig. muss mir jetzt ausgerechnet auch noch in den kopf kommen, wie es mit ihm in gewisser hinsicht lief. und wenn nichts mehr ging. das lief wie geschmiert. media luna nannte er mich dann, was eine versaute anspielung war, die man nicht ohne weiteres versteht. wie mir das gefiel. die erinnerung daran ist wie eine nötigung, die eine körperliche wahrnehmung beschwört, die mir lästig ist. ich muss mich schütteln. wie konnte ich. skorpion natürlich. 26. oktober 42.
dominante waage-zwillingsaspekte, so weit ich erinnere. ein hoch- gradig akademisch gebildeter, sinnenfroher schwätzer. treffliche belei- digung war, mir goldhagens willige vollstrecker zum geburtstag in die hand zu drücken. unverpackt. nichts gegen konfrontation mit dem horror und dem unsagbaren. aber nicht zum geburtstag. überhaupt bücher. jemand, der bücher verschenkt, die er selbst gerade unge- heuer bedeutend findet, ungeachtet der besonderen interessen des zu beschenkenden. über die weiße göttin von ranke-graves zu beginn des ganzen hatte ich mich noch halbwegs gefreut, aus neugier.
ich stehe wieder auf. gehe ganz weit nach hinten, wo alle reihen unbesetzt sind. in die vorvorletzte reihe. ach was. ich stehe wieder auf. wenn schon, denn schon. mal sehen, wie es in der letzten reihe mit der sicht ist. gut. erstaunlich gut. sein kopf ragt nicht mehr in mein sichtfeld. ich kann kaum mehr ausmachen, wo er sitzt. gut. sehr gut. schnell vergessen. er würde versuchen, so viel ist sicher, mich beso hier beso da, an sich zu drücken, mit laszivem augenzwinkern die laue temperatur zu erhöhen. schon aus prinzip, schon aus gewohnheit. bloß nicht. desinteresse. langeweile. zeitverschwendung.
gut da hinten. wie gut man sieht. ganz erstaunlich. bestimmt zehn reihen vor mir völlig leer. auf die entfernung ist auch drohendes geraschel und geknusper nicht mehr so stark zu hören. wie ich das verachte, diese uneingeladenen nebengeräusche körperlicher be- dürfnisbefriedigung. grobschlächtige naturen, die keine sekunde darüber nachdenken, welche geräusche sie produzieren, die den kinosaal mit ihrem verpupsten sofa zuhause verwechseln. guter platz. sehr, sehr guter platz. kaum werbung. dann der film.
ausgerechnet ein spanisch sprechendes kindermädchen taucht auf. deutsche untertitel. ich hatte gerade vergessen, wer da vorne sitzt, jetzt muss ich wieder daran denken. seine muttersprache ist spanisch. er wird da vorne sitzen und heimatgefühle haben, weil eine mexikanische kinderfrau in der sprache seiner mama auf der leinwand spricht. ich denke noch, wie absurd das leben ist, die situation, die befremdung darüber, dass man sich einst nah war. größte körperliche nähe zuließ. zum glück katapultiert der film kurz darauf jeden gedanken an meinen eigenen film weg. nichts bleibt davon übrig.
latent im hinterkopf, dass ich möglichst als letzte den saal verlassen muss. ich werde warten, bis er gegangen ist und noch eine kleine weile. es könnte sein, dass er unten kurz im wc verschwindet, oder im foyer bekannte entdeckt. er kennt ja gott und die welt. also nochmal gut fünf minuten dazu. abspann. er steht noch beim abspann auf, nimmt eilig seine jacke und ist weg. ich warte in ruhe den abspann ab, die musik ist ohnehin zum sitzenbleiben. ich stehe langsam auf, nehme meine handschuhe, ziehe den fellmantel über. reißverschluss. player an, auf die ohren. die schwarzen lederhandschuhe. tasche. über den weichen teppich zum ausgang.
05. januar 2007
02. januar 2007
ganz aufgewühlt.
so nah, so entblößt . die nierenschale bei der geburt
susan sontag. die graue strähne. immer ihr gesicht. aufgebahrt.
dann läuft sie aus dem bild, noch einmal ihr rücken, von hinten. zum vulkan. dann wasser. nur wasser. die lagune. und dann
monument valley ganz unscharf, schwarz weiß
ewigkeit. nur so, genau so. monument valley, unscharf, schwarz weiß.
die bilder tun weh. richtig weh.
viel mehr als – – was ja, was.
da war dieses zitat in diesem einpersonen-film. mein letzter film. da erinnert sie ein zitat von einem regisseur. jetzt ist, wenn es weh tut. und wenn es das einzige wäre, was man von dem film mitnimmt, diesen satz.
ja, annie. jetzt ist, wenn es weh tut.

02. januar 2007
01. januar 2007
ergebnislos nach abbildungen der teppiche gesucht, die greta garbo entwarf. schade. sehr schade. das hätte mich interessiert, zumal diese nichte so von den farben angetan ist. aber davon abgesehen, zum teil wirklich interessant und unterhaltsam, was an virtueller ehrerbietung gemacht wird. dieses buch zum beispiel, von diesem schweden, der tatsächlich in späten jahren ihre erlaubnis erhielt, sie zu fotografieren. überhaupt diese fülle. stunden, tage, wochen – ach monate hat man noch vor wenigen jahren gebraucht, um an so viele informationen und bilder zu kommen. wenn es überhaupt möglich gewesen wäre. sagenhaft. ich bin gerade wieder sehr angetan von diesem internet.
oder diese dreitausendsiebenhundertirgendwas bilder umfassende sammlung in zum teil großartiger auflösung von audrey hepburn, dem zauberhaften, mageren vögelchen. gestern wieder einmal hinterein- ander frühstück bei tiffany und zwei auf gleichem weg gesehen. audrey im badeanzug. haut und knochen. wie ein großäugiger, gerupfter vogel, der aus dem nest gefallen ist.
eines fiel mir auch vor ein paar tagen auf, als ich zufällig in charade zappte – diese sehr seltsame art von ihr, essen in die hand zu nehmen, als wäre es ein fremdkörper. es gibt da dauernd szenen, in denen sie mit spitzen, spillrigen fingern essen anfasst. eine szene, mehrere szenen mit walter matthau. sie läuft hin und her und antwortet auf alle fragen, ihren mysteriösen toten mann betreffend, ‚ich weiß nicht‘, wie ein papagei oder eine schallplatte, und pickt dabei fahrig und unablässig nach irgendeiner essbaren sache in einer tüte. als wäre es nur ein gegenstand, um die nervösen finger zu beschäftigen. man glaubt, die neurose zu spüren. kann man natürlich auch auf die rollenanforderung schieben, aber essen als übersprungshandlung sieht normalerweise nicht so umständlich aus.
komisch, habe ich früher gar nicht darauf geachtet. dabei habe ich den film seit kindesbeinen schon so oft gesehen. vielleicht, weil man als kind die ikonen nicht in frage stellt, man einfach hinnimmt, was einem präsentiert wird. da dachte man dann eben, na ja die ist halt ein filigraner typ. zumal ich als kind auch immer von allen tanten und onkeln besorgt gefragt wurde, warum ich denn so dünn sei. dabei wuchs das kind nur so schnell und kam mit dem essen nicht hinterher. das hat sich allerdings in der pubertät recht schnell geändert. heute muß ich auch ab und zu ein bißchen aufpassen, gerade um die hüften. ach ich komme schon wieder ins plaudern.
01. januar 2007
ergebnislos nach abbildungen der teppiche gesucht, die greta garbo entwarf. schade. sehr schade. das hätte mich interessiert, zumal diese nichte so von den farben angetan ist. aber davon abgesehen, zum teil wirklich interessant und unterhaltsam, was an virtueller ehrerbietung gemacht wird. dieses buch zum beispiel, von diesem schweden, der tatsächlich in späten jahren ihre erlaubnis erhielt, sie zu fotografieren. überhaupt diese fülle. stunden, tage, wochen – ach monate hat man noch vor wenigen jahren gebraucht, um an so viele informationen und bilder zu kommen. wenn es überhaupt möglich gewesen wäre. sagenhaft. ich bin gerade wieder sehr angetan von diesem internet.
oder diese dreitausendsiebenhundertirgendwas bilder umfassende sammlung in zum teil großartiger auflösung von audrey hepburn, dem zauberhaften, mageren vögelchen. gestern wieder einmal hinterein- ander frühstück bei tiffany und zwei auf gleichem weg gesehen. audrey im badeanzug. haut und knochen. wie ein großäugiger, gerupfter vogel, der aus dem nest gefallen ist.
eines fiel mir auch vor ein paar tagen auf, als ich zufällig in charade zappte – diese sehr seltsame art von ihr, essen in die hand zu nehmen, als wäre es ein fremdkörper. es gibt da dauernd szenen, in denen sie mit spitzen, spillrigen fingern essen anfasst. eine szene, mehrere szenen mit walter matthau. sie läuft hin und her und antwortet auf alle fragen, ihren mysteriösen toten mann betreffend, ‚ich weiß nicht‘, wie ein papagei oder eine schallplatte, und pickt dabei fahrig und unablässig nach irgendeiner essbaren sache in einer tüte. als wäre es nur ein gegenstand, um die nervösen finger zu beschäftigen. man glaubt, die neurose zu spüren. kann man natürlich auch auf die rollenanforderung schieben, aber essen als übersprungshandlung sieht normalerweise nicht so umständlich aus.
komisch, habe ich früher gar nicht darauf geachtet. dabei habe ich den film seit kindesbeinen schon so oft gesehen. vielleicht, weil man als kind die ikonen nicht in frage stellt, man einfach hinnimmt, was einem präsentiert wird. da dachte man dann eben, na ja die ist halt ein filigraner typ. zumal ich als kind auch immer von allen tanten und onkeln besorgt gefragt wurde, warum ich denn so dünn sei. dabei wuchs das kind nur so schnell und kam mit dem essen nicht hinterher. das hat sich allerdings in der pubertät recht schnell geändert. heute muß ich auch ab und zu ein bißchen aufpassen, gerade um die hüften. ach ich komme schon wieder ins plaudern.
01. januar 2007
klarer vorteil der astrologiekunde: man findet immer irgendeinen ange- nehmen aspekt in dem ganzen durcheinander, auf den man sich dann einfach konzentriert. hausfrauenastrologisch platt gesehen wäre es so, dass ich kaum anlass hätte zu jubeln, wenn ausgerechnet meine sonne in jungfrau durch das aufeinandertreffen mit saturn in die schranken verwiesen wird und auch noch jupiter im schützen unspek- takulär bis irritierend im unschönen quadrat zu meiner jungfrausonne, -uranus und pluto steht.
kann man aber auch anders sehen. ich bin sehr verliebt in das zeichen schütze an sich und jupiter kommt in diesem zeichen endlich nach hause. in meinem geburtshoroskop steht die jungfrausonne im neunten haus und auch das ist die heimat von jupiter. damit bin ich eigentlich eine auszubildende schützin mit jungfrauenbesteck im skorpionkostüm. die sonne entfaltet die ganze kraft ihrer hauptrolle, wenn das stück gespielt wird, für das die rolle geschrieben wurde, was einleuchtend scheint, aber nicht immer der fall ist. mein stück heißt jupiter. der weite horizont, ein freudensprung ins ganze universum. und saturn gibt dem ganzen gehampel irdisch sichtbare struktur, mit einer starken dosis plutonium versteht sich.
so ist das.
01. januar 2007
mal ganz neue saiten aufziehen.
man sollte nie versäumen, sich selbst zu überraschen. sonst wird so eine beziehung zu sich selbst schnell langweilig. und langweilen kann man sich schon woanders. bin schon sehr gespannt, was ich mir für mich ausdenke!
01. januar 2007

31. dezember 2006
liebe freunde der gepflegten konversation,
sicher haben sie sich schon den einen oder anderen gedanken gemacht, ja sich vielleicht sogar gesorgt, warum ich nun seit einer geschlagenen woche nichts mehr von mir habe hören lassen. es muss nicht immer eine niedergeschlagenheit (manche nennen es auch depression, das ist übrigens lateinisch!) dahinterstecken. aber nein, ich hatte zu tun! denn wie wir alle wissen, gibt es heute etwas zu feiern! um den internationalen festtag der mütze in aller gebührlichkeit zu begehen, habe ich mir ein paar meiner allerengsten freunde (s. u.) eingeladen und gemeinsam wollen wir dieses schöne mützenjahr ausklingen lassen und uns auf das neue freuen. dass ich persönlich dem neuen jahr besonders freudig entgegenblicke, kann sich manch einer ja schon denken.
in gedanken werde ich heute also mit all meinen lieben freunden, die sie hier abgebildet sehen – leider sind es nur diejenigen, die zugesagt haben – mit ihnen daheim anstoßen und besonders denjenigen zuprosten, denen es nicht vergönnt ist, diesen festtag im innigen freundeskreise zu begehen. meine gedanken sind ganz bei ihnen!

PROSIT NEUJAHR!
31. dezember 2006
liebe freunde der gepflegten konversation,
sicher haben sie sich schon den einen oder anderen gedanken gemacht, ja sich vielleicht sogar gesorgt, warum ich nun seit einer geschlagenen woche nichts mehr von mir habe hören lassen. es muss nicht immer eine niedergeschlagenheit (manche nennen es auch depression, das ist übrigens lateinisch!) dahinterstecken. aber nein, ich hatte zu tun! denn wie wir alle wissen, gibt es heute etwas zu feiern! um den internationalen festtag der mütze in aller gebührlichkeit zu begehen, habe ich mir ein paar meiner allerengsten freunde (s. u.) eingeladen und gemeinsam wollen wir dieses schöne mützenjahr ausklingen lassen und uns auf das neue freuen. dass ich persönlich dem neuen jahr besonders freudig entgegenblicke, kann sich manch einer ja schon denken.
in gedanken werde ich heute also mit all meinen lieben freunden, die sie hier abgebildet sehen – leider sind es nur diejenigen, die zugesagt haben – mit ihnen daheim anstoßen und besonders denjenigen zuprosten, denen es nicht vergönnt ist, diesen festtag im innigen freundeskreise zu begehen. meine gedanken sind ganz bei ihnen!

PROSIT NEUJAHR!
24. dezember 2006

gustav, der ältere lieblingsbruder meiner oma alma. das bild von 1932 ist ganz zerfleddert, weil ich es, nachdem ich es in einer fotoschachtel gefunden hatte, unbedingt haben wollte und in meinem kinderzimmer mal an den schrank, mal über den schreibtisch gepinnt hatte. ich fand es so schön, weil onkel gustav auf dem bild ein bißchen aussieht wie ein etwas romantischer, trotziger schriftsteller. ich weiß gar nicht mehr, was er von beruf war, aber schriftsteller war er keiner. jedenfalls nicht so richtig. er hat aber gerne geschrieben.
ich habe ihn nur selten gesehen, weil er sehr weit weg gewohnt hat. wenn oma von ihm gesprochen hat, hat sie ganz leuchtende augen bekommen. man hat gleich gemerkt, dass sie ihn am liebsten von ihren elf geschwistern hat. meine mama hat auch immer viel von ihrem onkel gustav geschwärmt, dass er so ein feiner mensch ist. er war auch wirklich nett. ich erinnere mich gut an seine stimme. er hat gesprochen wie andere singen. ein sanftmütiger, zartfühlender mensch. als er gestorben ist, war ich ein bißchen traurig, obwohl ich ihn fast gar nicht gekannt habe. vielleicht weil meine oma so um ihn getrauert hat.

meine oma alma 1932, als sie siebzehn war. in diesem zimmer unterm dach hatte ich das bild für viele jahre, in denen ich dort wohnte, an einen einfachen alten kleiderschrank aus buchenholz gepinnt, den mein vater selbst gezimmert hatte. heute fielen mir die beiden bilder wieder in die hände, als ich nach etwas ganz anderem suchte. die beiden bilder sind so viel schöner, als das wonach ich ausschau hielt.
24. dezember 2006

gustav, der ältere lieblingsbruder meiner oma alma. das bild von 1932 ist ganz zerfleddert, weil ich es, nachdem ich es in einer fotoschachtel gefunden hatte, unbedingt haben wollte und in meinem kinderzimmer mal an den schrank, mal über den schreibtisch gepinnt hatte. ich fand es so schön, weil onkel gustav auf dem bild ein bißchen aussieht wie ein etwas romantischer, trotziger schriftsteller. ich weiß gar nicht mehr, was er von beruf war, aber schriftsteller war er keiner. jedenfalls nicht so richtig. er hat aber gerne geschrieben.
ich habe ihn nur selten gesehen, weil er sehr weit weg gewohnt hat. wenn oma von ihm gesprochen hat, hat sie ganz leuchtende augen bekommen. man hat gleich gemerkt, dass sie ihn am liebsten von ihren elf geschwistern hat. meine mama hat auch immer viel von ihrem onkel gustav geschwärmt, dass er so ein feiner mensch ist. er war auch wirklich nett. ich erinnere mich gut an seine stimme. er hat gesprochen wie andere singen. ein sanftmütiger, zartfühlender mensch. als er gestorben ist, war ich ein bißchen traurig, obwohl ich ihn fast gar nicht gekannt habe. vielleicht weil meine oma so um ihn getrauert hat.

meine oma alma 1932, als sie siebzehn war. in diesem zimmer unterm dach hatte ich das bild für viele jahre, in denen ich dort wohnte, an einen einfachen alten kleiderschrank aus buchenholz gepinnt, den mein vater selbst gezimmert hatte. heute fielen mir die beiden bilder wieder in die hände, als ich nach etwas ganz anderem suchte. die beiden bilder sind so viel schöner, als das wonach ich ausschau hielt.
24. dezember 2006
DANKE mom.
23. dezember 2006
23. dezember 2006
merkwürdig, jemanden am telefon zu haben, der wie jemand klingt, den man kannte. so sehr ähnlich, dass ich überlegte. und dazu der name. wie auf die schnelle erfunden, in seiner beliebigkeit. dasselbe zittern in der stimme, wie in schwachen momenten, die viel zu selten waren. nein. starken. als keine lügen gebraucht wurden. als wäre das ein wagnis.
so eine sache, das. ein gutes zeichen, dass ich das schreiben kann. ich spüre gerade meine starken nerven.
zwischen den jahren
22. dezember 2006
irgendein anständiger film im kino?
22. dezember 2006
irgendein anständiger film im kino?
21. dezember 2006
ein paar handgriffe
tafel gewischt
platz für ALLES
20. dezember 2006
schnitt. cut. neuer tag, neues glück. explodieren fühlt sich verdammt richtig und gut an, so lange man es nicht zum taktisch eingesetzten instrument des regulär von einem zu erwartenden verhaltens- repertoires verkommen lässt (was zum glück nicht der fall ist). andererseits: umso erschreckender, weil es sich um keine allüre handelt. da muß die kacke schon verdammt dampfen, bis ich so ausraste. mein lieber herr gesangsverein. wie man das dann ohne körperlich ausagierte gewaltanwendung befriedigend (ich kann schon auch ohne, so ist es ja nicht) hinkriegt, ist mir allerdings ein rätsel. ich meine: gewalt gegen sachen. man schlägt stellvertretend für die sache. funktioniert aber nur und ausschließlich im affekt und auch nur mit gegenständen, die tabuisiert sind. mehr oder weniger. einen sandsack zum boxen braucht mir keiner hinstellen. ein tritt und das ding fliegt hochkant aus dem fenster. was mich aber schon wahnsinnig fasziniert, ist dieses hochgradige gefühl von intensität bei körperlicher gewaltanwendung (noch mal: gegen sachen). reinstes dynamit. braucht man keinen espresso mehr. (und nachts stell- vertretend, spannungsgeladene würgegriffe in die luft, weniger befriedigend, eher belastend aber zwangsentladend – mein gott – wenn meine latente aggressivität in ein kraftwerk fließen könnte, wäre ein ganzer häuserblock versorgt).
20. dezember 2006
schnitt. cut. neuer tag, neues glück. explodieren fühlt sich verdammt richtig und gut an, so lange man es nicht zum taktisch eingesetzten instrument des regulär von einem zu erwartenden verhaltens- repertoires verkommen lässt (was zum glück nicht der fall ist). andererseits: umso erschreckender, weil es sich um keine allüre handelt. da muß die kacke schon verdammt dampfen, bis ich so ausraste. mein lieber herr gesangsverein. wie man das dann ohne körperlich ausagierte gewaltanwendung befriedigend (ich kann schon auch ohne, so ist es ja nicht) hinkriegt, ist mir allerdings ein rätsel. ich meine: gewalt gegen sachen. man schlägt stellvertretend für die sache. funktioniert aber nur und ausschließlich im affekt und auch nur mit gegenständen, die tabuisiert sind. mehr oder weniger. einen sandsack zum boxen braucht mir keiner hinstellen. ein tritt und das ding fliegt hochkant aus dem fenster. was mich aber schon wahnsinnig fasziniert, ist dieses hochgradige gefühl von intensität bei körperlicher gewaltanwendung (noch mal: gegen sachen). reinstes dynamit. braucht man keinen espresso mehr. (und nachts stell- vertretend, spannungsgeladene würgegriffe in die luft, weniger befriedigend, eher belastend aber zwangsentladend – mein gott – wenn meine latente aggressivität in ein kraftwerk fließen könnte, wäre ein ganzer häuserblock versorgt).
19. dezember 2006
an sich bin ich wirklich sehr leicht zu erfreuen. soeben hat es mir dieser schlichte und doch treffliche satz angetan:
weihnachten ist ja nicht unbedingt das fest der käsebrote.
schön gesagt und darüberhinaus ein neuer aspekt, über den sich in dieser besinnlichen zeit nachzudenken lohnt. überhaupt sprechen mich leicht verständliche sätze und allgemeine betrachtungen mit einfachem satzbau sehr an.
20. dezember 2006
SCHNAUZE VOLL
19. dezember 2006
so weit ist es jetzt. ich freue mich über sieben spammails. total erleichtert nehme ich gerade beim betreff-quergucken zur kenntnis: kann man alles in einem schwups löschen. prima. keine arbeit. keine antwortpflicht. irgendwie schon pervers. noch schöner wäre nur: ’sie haben keine mail‘. sage ich jetzt, in meinem jugendlichen leichtsinn. mit solchen dreisten statements sorge ich wahrscheinlich zuverlässig dafür, dass sich das langfristig regeln lässt. wahnsinn. was ich früher (durchaus freudvoll und interessiert) herumgemailt habe. mehrfach tägliches hin und her an selbe adressen. ganz vorbei. hmpf. oft und zunehmend das gefühl beim schreiben, dass sich jedes eigene statement (zwangsläufig) wiederholt und die lust verloren geht, sich zu erklären. und mit den menschen, denen man sich nicht mehr groß erklären muss, schreibt man selten. man kann ja sprechen. man kennt sich ja. im wahren leben.
19. dezember 2006
an sich bin ich wirklich sehr leicht zu erfreuen. soeben hat es mir dieser schlichte und doch treffliche satz angetan:
weihnachten ist ja nicht unbedingt das fest der käsebrote.
schön gesagt und darüberhinaus ein neuer aspekt, über den sich in dieser besinnlichen zeit nachzudenken lohnt. überhaupt sprechen mich leicht verständliche sätze und allgemeine betrachtungen mit einfachem satzbau sehr an.
19. dezember 2006
so weit ist es jetzt. ich freue mich über sieben spammails. total erleichtert nehme ich gerade beim betreff-quergucken zur kenntnis: kann man alles in einem schwups löschen. prima. keine arbeit. keine antwortpflicht. irgendwie schon pervers. noch schöner wäre nur: ’sie haben keine mail‘. sage ich jetzt, in meinem jugendlichen leichtsinn. mit solchen dreisten statements sorge ich wahrscheinlich zuverlässig dafür, dass sich das langfristig regeln lässt. wahnsinn. was ich früher (durchaus freudvoll und interessiert) herumgemailt habe. mehrfach tägliches hin und her an selbe adressen. ganz vorbei. hmpf. oft und zunehmend das gefühl beim schreiben, dass sich jedes eigene statement (zwangsläufig) wiederholt und die lust verloren geht, sich zu erklären. und mit den menschen, denen man sich nicht mehr groß erklären muss, schreibt man selten. man kann ja sprechen. man kennt sich ja. im wahren leben.
18. dezember 2006
HERRGOTTNOCHMAL, manchmal ist es doch ein rechtes kreuz mit dem urheberrecht. wie gerne wollte ich es heute einmal vergessen und anhand großzügigster leseproben eine geschichte preisen, die mich soeben gänzlich erheitert hat. ach ach ach. herr karasek hat da dieses büchlein verfasst. die rechte lektüre für etwas längere sitzungen. nun muss man vielleicht wissen, dass herr karasek mitverbrecher der drehvorlage zu helmut dietls schtonk war. so traf man sich also seinerzeit in der dietleigenen swimmingpoolvilla im südlichen frankreich, ließ es sich recht wohl ergehen und tippte nebenher am drehbuch herum. mutmaßlich leider sind nicht alle szenen verwertet worden und von eben einer jener handelt die ebenso kurze wie possierliche kleine geschichte »WIE ICH MIT HELMUT DIETL DIE OSTERIA UMGESTALTETE«. aber so schön.
» welchen wein hat ER denn getrunken? «
18. dezember 2006
HERRGOTTNOCHMAL, manchmal ist es doch ein rechtes kreuz mit dem urheberrecht. wie gerne wollte ich es heute einmal vergessen und anhand großzügigster leseproben eine geschichte preisen, die mich soeben gänzlich erheitert hat. ach ach ach. herr karasek hat da dieses büchlein verfasst. die rechte lektüre für etwas längere sitzungen. nun muss man vielleicht wissen, dass herr karasek mitverbrecher der drehvorlage zu helmut dietls schtonk war. so traf man sich also seinerzeit in der dietleigenen swimmingpoolvilla im südlichen frankreich, ließ es sich recht wohl ergehen und tippte nebenher am drehbuch herum. mutmaßlich leider sind nicht alle szenen verwertet worden und von eben einer jener handelt die ebenso kurze wie possierliche kleine geschichte »WIE ICH MIT HELMUT DIETL DIE OSTERIA UMGESTALTETE«. aber so schön.
» welchen wein hat ER denn getrunken? «
17. dezember 2006

poltergeistangriff schadlos überlebt. dumpfer knall. salto kamera auf boden. trommel hinterher. nix passiert, außer großem schreck. unbegreiflich. seit jahren lege ich meine kamera in der ecke im flur auf der trommel ab. siebzig zentimeter. ich könnte schwören, der platz ist sicher. ein altar für meine kamera. ich werde sie wieder dahin legen. dilettantin ich.
17. dezember 2006
die deutsche sychronstimme von audrey hepburn. so heimelig. völlig wurscht, welcher film da gerade läuft. nicht wichtig, welche sätze gesprochen werden. aber die stimme. übrigens war audrey hepburns echte stimme sehr ähnlich. es ist nicht dieser schreck, wie man ihn bei anderen originalstimmen hat, wenn man sie zum ersten mal hört. ein positiver schreck war, die originalstimme von isabelle huppert zu hören, die unendlich weicher, wärmer und sympathischer ist, als ihre deutsche synchronisation, in der immer eine spur humorlose arroganz mitschwingt. seit ich ihre echte stimme hörte, mag ich die huppert sehr. vorher war ich nur fasziniert. auch wunderbar, die deutsche stimme von sophia loren, die ihre echte durchaus übertrifft. sophia und audrey auf deutsch. wunderbare sonntage.
danke, MARION DEGLER.
17. dezember 2006

poltergeistangriff schadlos überlebt. dumpfer knall. salto kamera auf boden. trommel hinterher. nix passiert, außer großem schreck. unbegreiflich. seit jahren lege ich meine kamera in der ecke im flur auf der trommel ab. siebzig zentimeter. ich könnte schwören, der platz ist sicher. ein altar für meine kamera. ich werde sie wieder dahin legen. dilettantin ich.
15. dezember 2006
wanne
[tschuldigung]
15. dezember 2006
03. dezember 2006
14. dezember 2006

ich blöde kuh. hätte ich doch bei der ersten abstimmung nur für insekten auf leichen gestimmt. insgeheim dachte ich mir, der alte klassiker käme sowieso dran und daher strategisch (in der hoffnung auf zweiten und dritten rang) für hitlers schädel und zähne und die alien-autopsie gevotet. auf den ersten plätzen. hitlers zähne waren dann auch saueklig. pfui deibel. lauter metall und darunter knochenfraß. totenflecken sehr schön bei den sektionsbildern der alien-autopsie-geschichte. der flächige farbverlauf war mir bislang nicht so präsent, selbstentzündung auch sehr lehrreich. ansonsten das nächste mal vielleicht nicht ganz so viel heimatkunde, dann reicht die zeit auch noch für kleingetier. aber sonst: schöner mittwoch, herr benecke.
14. dezember 2006

ich blöde kuh. hätte ich doch bei der ersten abstimmung nur für insekten auf leichen gestimmt. insgeheim dachte ich mir, der alte klassiker käme sowieso dran und daher strategisch (in der hoffnung auf zweiten und dritten rang) für hitlers schädel und zähne und die alien-autopsie gevotet. auf den ersten plätzen. hitlers zähne waren dann auch saueklig. pfui deibel. lauter metall und darunter knochenfraß. totenflecken sehr schön bei den sektionsbildern der alien-autopsie-geschichte. der flächige farbverlauf war mir bislang nicht so präsent, selbstentzündung auch sehr lehrreich. ansonsten das nächste mal vielleicht nicht ganz so viel heimatkunde, dann reicht die zeit auch noch für kleingetier. aber sonst: schöner mittwoch, herr benecke.
12. dezember 2006
mist. ich hab gar keinen würfel.
12. dezember 2006
ein jammer, wie all die hart abgerungenen bild- und wortbeiträge nach unten rutschen und versinken. ob es wohl sehr viele merken würden, wenn man einfach keck recycelt und als neu präsentiert? vielleicht gäbe es sogar einen sehr schönen und willkommenen kuscheleffekt. ach so warm, ach so vertraut. man fühlt sich daheim, hier bleibt man gerne. oder ein irgendwie kreativer mix du: geschmackvolle sätze von verschiedenen einträgen bunt durcheinanderwürfeln.
wobei eine systematische vorgehensweise meinem wohlstrukturierten geist mehr entgegenkäme. denkbar wäre ein surrogat aus erstem, mittlerem und letzten satz. muß man natürlich schon ein wenig zählen. die rechte beschäftigung für lange dunkle herbstabende. dreimal würfeln. erste zahl tag, zweite zahl monat, dritte zahl jahr. der eintrag wird genommen. orakelhaft wird sich in nur drei sätzen vergangenes und künftiges offenbaren! magie!
ach, das kommt nur davon, wenn keiner meiner altersinfantilität einhalt gebietet. besonders tragisch: kein branntwein mehr im haus.
10. dezember 2006

keine sexy sachen zu berichten. nichts extraordinäres erlebt. lang- weilige grippe erfolgreich abgewehrt. will jemand wissen wie? ich war in der apotheke (nicht die von neulich mit dem fenchelzeugs, andere im zoo) und hab die frau apothekerin gefragt, was der neueste stand der wissenschaft ist, mit so mitteln. was würden sie denn nehmen? hab ich sie gefragt. hab ich dann alles gekauft.
gripp-heel, so homöopathische tabletten, die man einmal die stunde einwirft und hochdosierte vitaminampullen, die laut waschzettel nach den folgeerscheinungen einer chemoptherapie indiziert sind. das klingt ein wenig brutal, das gefällt mir. außerdem habe ich dann noch diese salbeihalsbonbons und ein erkältungsbad geholt. aspirin ist ja grundnahrungsmittel. kaum taschentücher gebraucht.
mittwoch spät abends ging es mit triefender nase los, donnerstag mit halsweh aufgewacht, mit salzwasser gegurgelt. tagsüber aspirin und zwei tassen hustentee, am abend das zeug geholt, freitag spürbare abwehrkämpfe im körper, kopfweh, müde aber wenig rotz, kaum gehustet, gestern noch schlapp aber besser, heute spürbar erholt, gegen zwei aufgestanden, schönes erkältungsbad, aber mehr aus spaß am eintauchen und herumplantschen, ampulle vier. noch drei ampullen im kühlschrank. schmeckt sehr gut. orthomol immun.
und erkenntnisse über dinge der vergangenheit. die letzten teile in einem großen, verworrenen puzzle mit zweitausendzwei teilen.
10. dezember 2006

keine sexy sachen zu berichten. nichts extraordinäres erlebt. lang- weilige grippe erfolgreich abgewehrt. will jemand wissen wie? ich war in der apotheke (nicht die von neulich mit dem fenchelzeugs, andere im zoo) und hab die frau apothekerin gefragt, was der neueste stand der wissenschaft ist, mit so mitteln. was würden sie denn nehmen? hab ich sie gefragt. hab ich dann alles gekauft.
gripp-heel, so homöopathische tabletten, die man einmal die stunde einwirft und hochdosierte vitaminampullen, die laut waschzettel nach den folgeerscheinungen einer chemoptherapie indiziert sind. das klingt ein wenig brutal, das gefällt mir. außerdem habe ich dann noch diese salbeihalsbonbons und ein erkältungsbad geholt. aspirin ist ja grundnahrungsmittel. kaum taschentücher gebraucht.
mittwoch spät abends ging es mit triefender nase los, donnerstag mit halsweh aufgewacht, mit salzwasser gegurgelt. tagsüber aspirin und zwei tassen hustentee, am abend das zeug geholt, freitag spürbare abwehrkämpfe im körper, kopfweh, müde aber wenig rotz, kaum gehustet, gestern noch schlapp aber besser, heute spürbar erholt, gegen zwei aufgestanden, schönes erkältungsbad, aber mehr aus spaß am eintauchen und herumplantschen, ampulle vier. noch drei ampullen im kühlschrank. schmeckt sehr gut. orthomol immun.
und erkenntnisse über dinge der vergangenheit. die letzten teile in einem großen, verworrenen puzzle mit zweitausendzwei teilen.
07. dezember 2006
WEIT IM NORDEN. vielleicht die schären. oder finnland. finlandia. sibe- lius. da gibt es diesen film mit michel piccoli und lea — lea – ah. ich komm nicht drauf. doch: massari. lea massari. eine recht un- spektakuläre französisch-italienische coproduktion von deville, 1973. la femme en bleu. wieder einer dieser filme, über den ich mich mit niemandem unterhalten kann, weil ihn kaum einer kennt. nicht, dass er viel anlass gäbe, sich darüber zu unterhalten. das ist eher so eine atmosphärische sache, die sehr viel mit der intensität von piccoli zu tun hat. die trägt sogar eine schwache geschichte. viele dieser für ihn typischen, hintersinnig amüsiert-autoritären blicke, die ich ohne jegliche unterwerfung liebe. auf einer cassette hinter der deutschen synchronfassung von les choses de la vie. piccoli als musikwissenschaftler, arbeitet über finlandia. und am ende die abblende, er vor einem plakat. close up auf die buchstaben. f i n – – – – – – . wie ich darauf achtete, dass zwei filme etwas miteinander zu tun haben. muß ich mal wieder anschauen. wunderbare musik auch. diese finlandia.
tag

nacht.
06. dezember 2006
schöner nikolaus. nix zu meckern. all die schönen gänsehautmomen- te. die schönen und der eine schlimme. begreife ich gar nicht, wie man den film nicht mögen kann. mir ein rätsel. es sei denn, man ist im letzten sommer konsequent mit einem sack über dem kopf und bohnen in den ohren durch die welt gelaufen.
07. dezember 2006
WEIT IM NORDEN. vielleicht die schären. oder finnland. finlandia. sibe- lius. da gibt es diesen film mit michel piccoli und lea — lea – ah. ich komm nicht drauf. doch: massari. lea massari. eine recht un- spektakuläre französisch-italienische coproduktion von deville, 1973. la femme en bleu. wieder einer dieser filme, über den ich mich mit niemandem unterhalten kann, weil ihn kaum einer kennt. nicht, dass er viel anlass gäbe, sich darüber zu unterhalten. das ist eher so eine atmosphärische sache, die sehr viel mit der intensität von piccoli zu tun hat. die trägt sogar eine schwache geschichte. viele dieser für ihn typischen, hintersinnig amüsiert-autoritären blicke, die ich ohne jegliche unterwerfung liebe. auf einer cassette hinter der deutschen synchronfassung von les choses de la vie. piccoli als musikwissenschaftler, arbeitet über finlandia. und am ende die abblende, er vor einem plakat. close up auf die buchstaben. f i n – – – – – – . wie ich darauf achtete, dass zwei filme etwas miteinander zu tun haben. muß ich mal wieder anschauen. wunderbare musik auch. diese finlandia.
tag

nacht.
06. dezember 2006
schöner nikolaus. nix zu meckern. all die schönen gänsehautmomen- te. die schönen und der eine schlimme. begreife ich gar nicht, wie man den film nicht mögen kann. mir ein rätsel. es sei denn, man ist im letzten sommer konsequent mit einem sack über dem kopf und bohnen in den ohren durch die welt gelaufen.
03. dezember 2006
30. november 2006
fein
(der opa
29. november 2006

californication
die esche vor meinem balkonfenster. schöner leiser regen heute. ach, ich bin schon zufrieden, wenn die sonne nicht scheint. das ist gar nicht kokett gemeint. obwohl ich früher immer gedacht habe, ich wäre ein faules schwein, muss ich mir heute eingestehen, dass ich unfassbar leistungsorientiert bin. ich will immer etwas tun und die zeit optimal nutzen. das geht so weit, dass ich in einen mentalen zwiespalt gerate, wenn die sonne scheint und ich eigentlich größere lust auf dinge habe, die sich in innenräumen abspielen.
sofort denke ich: du musst raus! die sonne scheint! genieße die sonnenstrahlen, genieße die prachtvolle natur! schau, wie es die anderen machen! faul sein, entspannt sein! jetzt ist die zeit dafür! wer weiß wie lange noch! dann kriege ich fast schon einen komplex, dass ich so oft nicht in der verfassung bin, die präsentierten jahreszeiten durch ansprechende freizeitgestaltung zu würdigen. aber wenn es so wie heute ist, schön bewölkt, weile ich heiter und entspannt in meinem schattenreich und male mir mein eigenes wetter.
28. november 2006
kommt davon, wenn man bei rückläufigem merkur heiratet. selber schuld. hab mir ja neulich noch gedacht, ob ich vielleicht mal eine mail hinschicken soll, zur vorwarnung oder was. aber man will sich ja auch nicht ungefragt einmischen. dann denken die womöglich noch, man möchte sich interessant machen und sucht kontakt. da haben wir den salat. wäre auch mal eine interessante hausaufgabe für gunter sachs. wieviel höher die scheidungsrate bei unter rückläufigem merkur ge- schlossenen verbindungen ist.
28. november 2006
habe mir gerade so gedacht, „du dauerst mich“ ist eigentlich auch eine treffende formulierung. gerade an jemanden gedacht. und komischer- weise, ohne groß über die formulierung nachzudenken, mit diesem verstaubten satz, den keiner mehr in seinem aktiven wortschatz führt. ich habe ihn noch nie ausgesprochen. nur in gedanken. er ist weicher, nicht so abgedroschen und weniger kalt als das ironisch vergewaltigte „du tust mir leid“. tiefgreifender, auch gedacht. darin schwingt tieferes gefühl. echtes bedauern. verblassende resignation. ein langsames abblenden. und am ende nur noch ein kleiner dunkler punkt am horizont. weit entfernt.
28. november 2006
kommt davon, wenn man bei rückläufigem merkur heiratet. selber schuld. hab mir ja neulich noch gedacht, ob ich vielleicht mal eine mail hinschicken soll, zur vorwarnung oder was. aber man will sich ja auch nicht ungefragt einmischen. dann denken die womöglich noch, man möchte sich interessant machen und sucht kontakt. da haben wir den salat. wäre auch mal eine interessante hausaufgabe für gunter sachs. wieviel höher die scheidungsrate bei unter rückläufigem merkur ge- schlossenen verbindungen ist.
28. november 2006
schon bekloppt. als ich das letzte wort hinten auf die leinwand schreibe, schießen mir die tränen in die augen. in der letzten u-bahn song for a future generation auf die ohren. zufallsmodus aus. kommt jetzt alles hintereinander. kommen die beatles. help. augen zu. seh ich mich. seh mich wie eine puppe tanzen. in einem hellen kurzen kleid. total fröhlich. augen auf. augen zu. tanzt immer noch die puppe. immer weiter. die ganzen beatleslieder lang. bis ich zu hause war. war schön. muß ich morgen gleich nochmal probieren.

26. november 2006
ich kann mir seit ein paar jahren leider kein urteil mehr erlauben, wie dieser herr schmidt seinen beruf ausübt, weil ich irgendwie nie dazu komme, mir seine sendungen anzuschauen (er hat doch eine oder?) aber so interviews mit ihm lese ich eigentlich immer recht gerne.
(…) Ich habe kürzlich im Klappentext eines Buches ein Zitat von Jorge Luis Borges gelesen, darin hieß es: Und wenn ich nochmal von vorne anfangen könnte, würde ich versuchen, weniger perfekt zu sein. Ich würde von März bis Oktober barfuß gehen, viel in Flüssen schwimmen und vor allem mit Kindern spielen. Darum geht es, das ist es eigentlich. Allerdings kommt es darauf an, wer einen solchen Satz formuliert. Hätte ihn, sagen wir mal, Claudia Roth gesagt, hätte ich ihn ihr womöglich um die Ohren gehauen.
Es gibt Leute, die sagen: Ein Kinderspielplatz ist der langweiligste Platz auf der Welt.
Das ist ein Klischee. Hört man häufig von den Besuchsvätern der Generation Umhängetasche. Warum machen die nicht in Berlin irgendwas mit Medien?
Helfen Sie uns: Was könnte Ihre Nehmerqualitäten richtig heraus- fordern?
Wenn die ersten Schichten der Fassade rasierklingenartig herunter- gezogen werden. Meine ganzen Attitüden sichtbar werden, die dann in diesem Pointenzwang enden. Aber ich sage Ihnen, so einfach wäre es nicht. Ich habe mir im Laufe der Zeit einen ziemlichen Panzer zugelegt.
Herr Schmidt, während unseres Gesprächs blicken Sie immer wieder auf den Fernseher in Ihrem Büro. Das Gerät ist ausgeschaltet, warum schauen Sie trotzdem hin?
Weil ich mich im Glas der Scheibe kontrolliere.
Sie sind zufrieden?
Eigentlich kenne ich mich auswendig, mittlerweile habe ich mich auch mit mir selber arrangiert. Was soll ich machen? Ich mag mich.
Also gucken Sie immer wieder gerne hin?
Ich kann mich dem nicht entziehen. Schon als Kind habe ich in den Spiegel geschaut. Meine Oma sagte immer: Pass auf, der kommt einmal raus und holt dich!
25. november 2006
25. november 2006
24. november 2006

22. november 2006
wieder so ein kinobesuch, den man am besten gar nicht weiter erwähnt. der zweite in vier tagen. wenigstens der sessel heute war sehr bequem und nette landschaft und wetter, da oben auf der leinwand. außerdem angenehme fünf kinobesucher (mit mir), die sich ordnungsgemäß ruhig verhalten haben und es tatsächlich geschafft haben, anderthalb stunden nicht zu rascheln, zu essen und zu knistern. dank dieser unerwarteten rücksichtnahme wäre es mir sogar beinah haarscharf gelungen, die recht erholsame tiefschlafphase zu erreichen. doch auch sekundenschlaf hat schönes und gutes. danke dafür! (auch an herrn thome, wieder einmal)
20. november 2006
so gar keine lust
(das einzige vielleicht: beim aufwachen einen namen hinübergerettet (ins jenseits hätte ich jetzt fast geschrieben) alban t(h)alach. was soll ich jetzt damit anfangen. keine ahnung was noch war, in dem nächtlichen gewaber. nur dieser name, alban thalach. hab mir dann geschwind eine eselsbrücke im kopf gebaut, weil nichts zu schreiben bei der hand, aus dem alban und kathi thalbach. hat funktioniert. ja freilich: ich habe es gegoogelt. soll ich eine pilgerfahrt ins altmühltal veranstalten? da interessieren mich höchstens die alten versteine- rungen in dings – na – eichstätt. obwohl – so dringend dann auch wieder nicht. talach ist auch irgendein walisisches wort und alban heißen da auch viele. aber in wales war ich schon. war schon nett da, bei dylan thomas in laugharne usw. muß ich jetzt aber nicht nochmal hin. wo muß ich denn hin. wo muß ich denn überhaupt hin. ha ha. gute frage. sehr gute frage. sehr, sehr gute frage.)
mal früh schlafen gehen, ist vielleicht keine schlechte idee. gut für den teint auch. man möchte ja auch über vierzig noch hübsch sein. oder gerade. oder erst recht. oder überhaupt. so lange die knochen noch mitmachen. und alles. zum beispiel für die leute, die einen in der s-bahn sehen. für die will ich hübsch sein. jawohl. morgen, in der großen stadt. aua jetzt ist mir der linke fuß eingeschlafen
21. november 2006
20. november 2006
so gar keine lust
(das einzige vielleicht: beim aufwachen einen namen hinübergerettet (ins jenseits hätte ich jetzt fast geschrieben) alban t(h)alach. was soll ich jetzt damit anfangen. keine ahnung was noch war, in dem nächtlichen gewaber. nur dieser name, alban thalach. hab mir dann geschwind eine eselsbrücke im kopf gebaut, weil nichts zu schreiben bei der hand, aus dem alban und kathi thalbach. hat funktioniert. ja freilich: ich habe es gegoogelt. soll ich eine pilgerfahrt ins altmühltal veranstalten? da interessieren mich höchstens die alten versteine- rungen in dings – na – eichstätt. obwohl – so dringend dann auch wieder nicht. talach ist auch irgendein walisisches wort und alban heißen da auch viele. aber in wales war ich schon. war schon nett da, bei dylan thomas in laugharne usw. muß ich jetzt aber nicht nochmal hin. wo muß ich denn hin. wo muß ich denn überhaupt hin. ha ha. gute frage. sehr gute frage. sehr, sehr gute frage.)
mal früh schlafen gehen, ist vielleicht keine schlechte idee. gut für den teint auch. man möchte ja auch über vierzig noch hübsch sein. oder gerade. oder erst recht. oder überhaupt. so lange die knochen noch mitmachen. und alles. zum beispiel für die leute, die einen in der s-bahn sehen. für die will ich hübsch sein. jawohl. morgen, in der großen stadt. aua jetzt ist mir der linke fuß eingeschlafen
06. November 2006
15. november 2005
gerade musste ich an wolf biermann denken, an sein kuckuck. an dieses wunderbare lied. wer mag das kennen. auf der suche nach ein paar alten aufnahmen von ihm bin ich gerade über seinen geburtstag gestolpert, heute. heute schreiben keine frauen, dass sie wolf biermann aufregend finden. ich tue es. ich liebe die hörbare aggression, wenn er seine gitarre schlägt. ihre melancholie, sein rauhes flüstern.
ich denke nicht so sehr an den wolf biermann in den köpfen eines aufgeklärten publikums, obgleich ich ihn achte. ich denke an den verliebten wolf, der ein paar der schönsten liebeslieder in deutscher sprache geschrieben hat, die ich kenne. den liebe ich.

lieder, die man gehört haben sollte, bevor man tot umfällt.
*nur bei zweitausendeins
19. november 2006

die farben bleiben mein geheimnis, so lange ich keine völlig authentische tageslichtaufnahme hinbekomme. je länger ich die grauumsetzung sehe, umso mehr lust bekomme ich auf grau. steingrau. blaugrau. himmelgrau. grau. ich finde grau durchaus erotisch. grau, schwarz, dunkelblau. wie kindlich harmlos dagegen kommt so ein hellrot daher, dunkelrot ist ein anderes kapitel.
18. november 2006

exil
16. november 2006
ich muß wirklich sagen: diese bloggerei rentiert sich. man lernt andere reiche und berühmte leute kennen, die bereit sind, ihren wohlstand zu teilen. eine feine sache. ich persönlich lege ja bei buchpräsenten großen wert auf eine handgeschriebene widmung, da das voraussichtlich den wert um das anderthalbfache steigert. man muß freilich darauf achten, dass die geschenke von auserwählten ausnahmepersönlichkeiten kommen, sonst bringt das nix!

„und nu sitz ich hier in einem kaffee – tasse kaffee kann ich mir heute auf eigne faust leisten. die musik spielt, was ich gerne höre: zigeunerbaron oder aida – kommt ja nicht so drauf an. neben mir ein mann mit einem mädchen. er ist was feineres – aber nicht sehr – und sie hat ein gesicht wie eine schildkröte und ist nicht mehr ganz jung und hat einen busen wie ein schwimmgürtel. ich höre immer auf das gespräch – so was interessiert mich immer, man kann nie wissen, ob man nicht lernt dabei.“
[ oh isa ]
15. november 2006
der beste wolf von allen ist siebzig.
danke für das frühstück und die ermutigung. danke für die elbe bei dresden und den hugenottenfriedhof. danke für das einschlaf- und aufwachlied. und überhaupt und sowieso.
wolf, der du die erotischsten lieder deutscher sprache verfasst hast, die ich kenne, der die schönste gitarre schlägt, der mir immer bessere stimmung macht, als ich sie vorher hatte, wenn ich deine rauhe stimme höre und deine zarten, frechen texte.
unbedingt gucken
15. november 2006
Legen Sie die Leiche auf den Rücken, stützen Sie ihren Kopf auf einen kleinen Bock. Schneiden Sie beherzt vom Schlüsselbein aus nach unten, wie ein großes umgekehrtes Y. Haut und Fettgewebe lassen sich jetzt nach außen klappen. Knacken sie mit einer Knochenschere seitlich die Rippen durch, so dass sich der Brustkorb wie ein Käfiggitter abheben lässt. Darm an den Enden abbinden, abschneiden, herausheben; ebenso Herz, Lunge und die anderen Organe abtrennen und außerhalb des Körpers untersuchen.
13. dezember. ich freue mich.
15. november 2006
15. november 2006
der beste wolf von allen ist siebzig.
danke für das frühstück und die ermutigung. danke für die elbe bei dresden und den hugenottenfriedhof. danke für das einschlaf- und aufwachlied. und überhaupt und sowieso.
wolf, der du die erotischsten lieder deutscher sprache verfasst hast, die ich kenne, der die schönste gitarre schlägt, der mir immer bessere stimmung macht, als ich sie vorher hatte, wenn ich deine rauhe stimme höre und deine zarten, frechen texte.
unbedingt gucken
14. november 2006
serendipity. ah!
12. november 2006
einundsechzig.
12. november 2006
11. november 2006
09. november 2006

hin und wieder habe ich einen hellen moment. ja wirklich. dann tappe ich mitten hinein in den gedankenstrom, den ich gar nicht zu haben glaubte und streiche einfach darüber. streiche alles weg. streiche sie weg. die bedenken und die bedachtlosigkeiten. und alle risse.
06. November 2006
04. november 2006
29. oktober 2006

na bitte geht doch
01. november 2006
29. oktober 2006
pepi prohaska: supa
(eh kloa)
29. oktober 2006

na bitte geht doch
29. oktober 2006
ein bißchen zu sehr gefreut über einen hinweis (aber dennoch danke), der zu einer grotesken verwurstung und überhöhung zum „hörspiel“ ein paar letzter kinski-telefonate führt. zu meiner beruhigung sträubt sich auch im kinskiforum so manches nackenhaar („diese idioten vom wdr sollten mal lieber das komplette interview auf der nachtschiene ausstrahlen, ohne dumme kommentare und ätzende soundeffekte.“ „diese ständigen musikalischen unterbrechungen, mit denen wohl künstlich verstörung erzeugt werden soll“), eingedenk der bemühten aufbereitung von diesem geschwätz, untermalt von dem hinterletzten nervtötenden heimorgelgewummer im verein mit mutmaßlich irgendwie künstlerisch gedachten klingklong- einschüben sowie dummfrechen, denkbar plump plazierten verhackstückungen von kinskis stimme der villon-aufnahmen. von der akustischen kriechspur des beim geringsten anlass devot aufkichernden hauptverursachers ‚lorenz lorenz‘ („das ist mein künstlername“) gar nicht anzufangen. unerträglich. mutmaßlich wurde geld gebraucht.
nicht weniger ärgerlich, die immer wieder eitel betonte und zudem falsche behauptung von lorenz (oder schröter oder wie er auch immer heißt), kinski hätte sich wegen und während der telefonate mit ihm die krankheit zugezogen, an der er wochen später gestorben sei (er starb an einem herzinfarkt). kinski war in hörbar schlechter gesundheitlicher verfassung, auf die er mit den worten „vor ein paar tagen erkältet“ erklärend bezug nimmt. dass die erkältung von der telefoniererei nicht besser geworden ist, verwundert nun auch nicht. aber nein: herr schröter möchte offenkundig um jeden preis irgendwie mit dem schicksal von kinski verwoben sein, auf dass etwas vom glanze kinskis ihn streifen möge.
wie man sieht, kinskis charisma verstrahlt selbst anhand von ein paar sequenzen genervten gesabbels ein hörspielpreisgremium. das groteske werk ist tatsächlich für einen preis nominiert. nicht zu fassen. man fragt sich, welch kläglicher natur die sonst nominierten darbietungen sein mögen. oder lieber nicht. wenn man dann noch am ende im abspann hört, welcher stattliche stab hier hochtrabend für „dramaturgie“ und „regie“ und weiß der geier nicht alles bei diesem hochstilisierten quark verantwortlich zeichnet, versteht man die welt nicht mehr. man könnte herrn schröter einen preis dafür geben, dass es ihm gar trefflich gelungen ist, auf sich aufmerksam zu machen.
kinski hätte sich im grabe umgedreht, so viel ist sicher. ansonsten schön, ihn mal wieder zu hören. sofern es gelingt, die konzentration aufzubringen, die man in hohem maße braucht, um die dummdreisten geräuscheffekte auszublenden.
29. oktober 2006

wie inhaliert?
seit ich heute nachmittag an dem ding da oben herummache, zerbreche ich mir den kopf, ob ich eine schwerwiegende bildungslücke habe, dass ich nicht auf anhieb weiß, wie ein triptychon mit mehr als drei teilen genannt wird. wenn wir dieses wunderbare internet nicht hätten. nun kann ich elegant und beiläufig erzählen, dass ich gerade an einem polyptychon dilettiere arbeite.
unlängst las ich bei meinem leibarzt in der bunten, dass keith richards jungen menschen empfiehlt, die finger von den drogen zu lassen, und zwar mit der begründung, dass die drogenqualität heute nicht mehr so gut wäre wie früher. da war die bunte ganz schön empört. (oder war es frau im spiegel?)
um aber endlich einmal mit dem vorurteil aufzuräumen, dass man solche sachen wie da oben sieht, wenn man haschisch oder mari- huana raucht: nein, liebe kinder, das stimmt nicht. solche sachen sieht man, wenn man lsd nimmt (ihr wisst schon, das ist die droge über die die beatgruppe ‚the beatles‘ mal angeblich so ein lied geschrieben hat. lucy in the sky with diamonds heißt es. wenn euch das jetzt nichts sagt, könnt ihr es ja daheim in eurem internet nachschauen oder mutti und vati fragen). solche unterschiede sind wichtig!
29. oktober 2006

wie inhaliert?
seit ich heute nachmittag an dem ding da oben herummache, zerbreche ich mir den kopf, ob ich eine schwerwiegende bildungslücke habe, dass ich nicht auf anhieb weiß, wie ein triptychon mit mehr als drei teilen genannt wird. wenn wir dieses wunderbare internet nicht hätten. nun kann ich elegant und beiläufig erzählen, dass ich gerade an einem polyptychon dilettiere arbeite.
unlängst las ich bei meinem leibarzt in der bunten, dass keith richards jungen menschen empfiehlt, die finger von den drogen zu lassen, und zwar mit der begründung, dass die drogenqualität heute nicht mehr so gut wäre wie früher. da war die bunte ganz schön empört. (oder war es frau im spiegel?)
um aber endlich einmal mit dem vorurteil aufzuräumen, dass man solche sachen wie da oben sieht, wenn man haschisch oder mari- huana raucht: nein, liebe kinder, das stimmt nicht. solche sachen sieht man, wenn man lsd nimmt (ihr wisst schon, das ist die droge über die die beatgruppe ‚the beatles‘ mal angeblich so ein lied geschrieben hat. lucy in the sky with diamonds heißt es. wenn euch das jetzt nichts sagt, könnt ihr es ja daheim in eurem internet nachschauen oder mutti und vati fragen). solche unterschiede sind wichtig!
28. oktober 2006

jupiter in scorpio
alternate title: „the pirate“: many of my paintings use to have more than one title, since I always choose them after the painting is finished. that’s the point, when I try to realize what I’ve actually done. I paint without any consciousness about what I’m doin. so it’s similiar to a journey in a foreign land. you never know, what happens next. I was quite surprised to recognize a pirate.
the first title ‚jupiter in scorpio‘ refers to the point, that, twoday on 28th of october the planet jupiter is exactly for one year in scorpio, which means quite good energy to me. not for everyone but certainly for me. it’s explosive and gives the scorpio-sign lots of fire.
the colors represent the encounter of the energy of jupiter, which is mainly prospering and flourishing and includes any powerful and optimistic color, with the deep going passionate energy of scorpio, which means always the combination of red an black (or black and white). but this year jupiter painted the white all colored and gay. a really friendly year for any scorpio.
25. oktober 2006
was ich dir sagen will
(, bruderherz)
vor ein paar nächten, zwei oder drei, kam die erinnerung. ich saß vor meinem rechner und spielte mit einer hand voll tonspuren von brian eno und david byrne. und ich dachte, wie gut eine gitarrenspur wäre. so kamen die gedanken zu dir. mir fiel ein, dass ich doch irgendwelche aufnahmen von dir haben muss. ich konnte es mir selbst nicht sicher beantworten, was ich genau von dir habe, weil ich es nie fertigbrachte, die kassetten nach deinem unfall zu hören. es war so schwer. zu schwer. unmachbar schwer, dich noch einmal zu hören, vielleicht sogar deine stimme, deine stratocaster und dir nicht mehr sagen zu können, was es mir bedeutet. es ist sogar jetzt noch schwer, das zu schreiben.
ich bin also aufgestanden und habe nachgeschaut, wo die kassetten überhaupt sind. als ich sie fand, war ich schon ziemlich aufgeregt. es sind vier stück. auf einer kassette ist eine aufnahme von deinem letzten auftritt mit deiner band. märz 1987. es ist unglaublich aber wahr. ich habe diese aufnahme nie gehört. in fast zwanzig jahren habe ich es nicht fertig gebracht und dann weggeschoben, ins vergessen. noch zwei kassetten mit aufnahmen von dir mit der gruppe. irgendeine davon hast du mir selbst gegeben, die habe ich natürlich damals schon gehört. sofort. aber seither nicht mehr. ich erinnere ganz dunkel eine liedzeile: „es ist 3:35 und ich liebe dich“. oder :33? vielleicht auch eine andere uhrzeit. aber es war irgendwas mit drei uhr.
und dann eine kassette ganz ohne cover, nur mit deiner schrägen handschrift. „tascam erster versuch“ steht drauf. weiter nichts. ich habe also wirklich eine cassette mit der allerersten aufnahme, die du jemals mit deiner tascam gemacht hast. dem vierspur-tonbandgerät, auf das du so stolz warst. und ich ging mit der kassette schlafen. machte das licht aus in meinem schlafzimmer, wo das einzige tapedeck in meiner wohnung steht. ich war so aufgeregt. war das vorgestern? vorvorgestern? ich lag wie aufgebahrt in meinem eigenen bett und suchte im dunkeln nervös mit der linken hand nach der playtaste, die ich nicht sofort fand, da ich sehr selten kassetten zuhause höre.
das band lief. es begann mit einer rhythmusspur. ein seltsam tackerndes geräusch wie sehr kurz aufeinanderfolgendes peitschenknallen. langatmig. dann seltsame stimmaufnahmen, die ganz gruselig rüberkamen, weil du offenbar mit dem pitch gespielt hast. unverständliche langgezogene laute, in verzerrter zeitlupe. was tue ich mir hier an, dachte ich, während ich stocksteif in meinem bett lag. elektrisiert und angespannt zugleich. endlich war diese aufnahme zu ende und die rückseite der cassette begann. wieder verschiedene rhythmusexperimente. dann ein zupfen, wie ein bass, ein paar minuten. ein anderer rhythmus, für mich nicht identifizierbarer herkunft.
dann ein paar minuten akustische rhythmusgitarre. man hört, dass es alles keine aufnahmen für die nachwelt sein sollten, nur versuche, um dich mit dem aufnahmegerät vertraut zu machen. ein paar überraschend bluesige akkorde gitarre, die wie eine dobro klingt. wohl nur eine fingerübung, so untypisch für dich. da hast du irgendwas gemacht mit einem effektgerät, du hattest ja keine dobro. dann plötzlich ein keyboard. du hattest ein keyboard? ich kann mich gar nicht erinnern. ein zartes geklimper, wie ein einschlaflied. ganz schön. und dann ein kurzer wah wah akkord. das habe ich so sehr geliebt, wenn du mit dem wah wah gespielt hast.
kleine pausen zwischen den einzelnen sequenzen. und dann ein warmer ton. so warm. ich bin zu doof im nachhinein zu identifizieren, ob ich da deine les paul oder die stratocaster höre. aber mir wurde plötzlich sehr sehr warm ums herz. und du spieltest länger. ein ton, der mich an neil youngs aufnahmen für dead man erinnert. ganz stark. jetzt konnte ich schlafen. dachte ich.
aber ich lag wach. lange wach. ich konnte nicht schlafen. immer wieder geisterte die idee durch meinen kopf, dass ich irgendetwas damit machen möchte. obwohl es doch nur unvollkommene aufnahmeexperimente sind. rhythmusverschiebungen noch und noch, mitten im spiel. und doch. ich konnte sowieso nicht einschlafen. ich schaute auf die uhr, es war halbsechs uhr morgens. in meinem schlafzimmer war es noch dunkel und um die dunkelheit zu bewahren, hatte ich den einzigen vorhang den ich habe, zugezogen.
ich stand auf und holte mein notebook mit dem aufnahmeprogramm und das mikrofon. bestimmt schütteln jetzt viele den kopf, weil man längst analoge kassettenaufnahmen professionell rippen kann, aber ich habe das noch nie gemacht und wollte jetzt und sofort eine tonspur deiner gitarre haben. es dämmerte hinter dem dunklen fenster, ich saß mit gekreuzten beinen auf dem teppich vor dem rechner und nur der monitor warf ein sanftes blaues licht. ich spulte das band zurück und packte das mikro auf den ständer in lautsprecherhöhe, setzte mich mucksmäuschenstill vor den rechner und drückte mit der maus auf record. ich sah der wachsenden tonspur zu und wusste, das ist genau das, was in diesem moment richtig ist. diesem heiligen pulsieren des diagramms zuzuschauen. und an dich zu denken. und zu fühlen, dass du das gut finden würdest, was ich da gerade mache, voller andacht.
dann ging ich schlafen. dann konnte ich schlafen.
und so entstand in den nächsten stunden und nächten dieses kleine stück, mit der über zwanzig jahre alten ersten aufnahme deiner gitarre und ein paar schrägen tonspuren deiner kleinen schwester. ich schrieb vor einigen jahren ein paar worte für dich, weil du mir im halbschlaf begegnet warst. und deswegen heißt es halb im schlaf.
hör es dir einfach an
http://www.ipernity.com/mp/3616991.5b4f6887.mp3.swf?e=mp3
25. oktober 2006
was ich dir sagen will
(, bruderherz)
vor ein paar nächten, zwei oder drei, kam die erinnerung. ich saß vor meinem rechner und spielte mit einer hand voll tonspuren von brian eno und david byrne. und ich dachte, wie gut eine gitarrenspur wäre. so kamen die gedanken zu dir. mir fiel ein, dass ich doch irgendwelche aufnahmen von dir haben muss. ich konnte es mir selbst nicht sicher beantworten, was ich genau von dir habe, weil ich es nie fertigbrachte, die kassetten nach deinem unfall zu hören. es war so schwer. zu schwer. unmachbar schwer, dich noch einmal zu hören, vielleicht sogar deine stimme, deine stratocaster und dir nicht mehr sagen zu können, was es mir bedeutet. es ist sogar jetzt noch schwer, das zu schreiben.
ich bin also aufgestanden und habe nachgeschaut, wo die kassetten überhaupt sind. als ich sie fand, war ich schon ziemlich aufgeregt. es sind vier stück. auf einer kassette ist eine aufnahme von deinem letzten auftritt mit deiner band. märz 1987. es ist unglaublich aber wahr. ich habe diese aufnahme nie gehört. in fast zwanzig jahren habe ich es nicht fertig gebracht und dann weggeschoben, ins vergessen. noch zwei kassetten mit aufnahmen von dir mit der gruppe. irgendeine davon hast du mir selbst gegeben, die habe ich natürlich damals schon gehört. sofort. aber seither nicht mehr. ich erinnere ganz dunkel eine liedzeile: „es ist 3:35 und ich liebe dich“. oder :33? vielleicht auch eine andere uhrzeit. aber es war irgendwas mit drei uhr.
und dann eine kassette ganz ohne cover, nur mit deiner schrägen handschrift. „tascam erster versuch“ steht drauf. weiter nichts. ich habe also wirklich eine cassette mit der allerersten aufnahme, die du jemals mit deiner tascam gemacht hast. dem vierspur-tonbandgerät, auf das du so stolz warst. und ich ging mit der kassette schlafen. machte das licht aus in meinem schlafzimmer, wo das einzige tapedeck in meiner wohnung steht. ich war so aufgeregt. war das vorgestern? vorvorgestern? ich lag wie aufgebahrt in meinem eigenen bett und suchte im dunkeln nervös mit der linken hand nach der playtaste, die ich nicht sofort fand, da ich sehr selten kassetten zuhause höre.
das band lief. es begann mit einer rhythmusspur. ein seltsam tackerndes geräusch wie sehr kurz aufeinanderfolgendes peitschenknallen. langatmig. dann seltsame stimmaufnahmen, die ganz gruselig rüberkamen, weil du offenbar mit dem pitch gespielt hast. unverständliche langgezogene laute, in verzerrter zeitlupe. was tue ich mir hier an, dachte ich, während ich stocksteif in meinem bett lag. elektrisiert und angespannt zugleich. endlich war diese aufnahme zu ende und die rückseite der cassette begann. wieder verschiedene rhythmusexperimente. dann ein zupfen, wie ein bass, ein paar minuten. ein anderer rhythmus, für mich nicht identifizierbarer herkunft.
dann ein paar minuten akustische rhythmusgitarre. man hört, dass es alles keine aufnahmen für die nachwelt sein sollten, nur versuche, um dich mit dem aufnahmegerät vertraut zu machen. ein paar überraschend bluesige akkorde gitarre, die wie eine dobro klingt. wohl nur eine fingerübung, so untypisch für dich. da hast du irgendwas gemacht mit einem effektgerät, du hattest ja keine dobro. dann plötzlich ein keyboard. du hattest ein keyboard? ich kann mich gar nicht erinnern. ein zartes geklimper, wie ein einschlaflied. ganz schön. und dann ein kurzer wah wah akkord. das habe ich so sehr geliebt, wenn du mit dem wah wah gespielt hast.
kleine pausen zwischen den einzelnen sequenzen. und dann ein warmer ton. so warm. ich bin zu doof im nachhinein zu identifizieren, ob ich da deine les paul oder die stratocaster höre. aber mir wurde plötzlich sehr sehr warm ums herz. und du spieltest länger. ein ton, der mich an neil youngs aufnahmen für dead man erinnert. ganz stark. jetzt konnte ich schlafen. dachte ich.
aber ich lag wach. lange wach. ich konnte nicht schlafen. immer wieder geisterte die idee durch meinen kopf, dass ich irgendetwas damit machen möchte. obwohl es doch nur unvollkommene aufnahmeexperimente sind. rhythmusverschiebungen noch und noch, mitten im spiel. und doch. ich konnte sowieso nicht einschlafen. ich schaute auf die uhr, es war halbsechs uhr morgens. in meinem schlafzimmer war es noch dunkel und um die dunkelheit zu bewahren, hatte ich den einzigen vorhang den ich habe, zugezogen.
ich stand auf und holte mein notebook mit dem aufnahmeprogramm und das mikrofon. bestimmt schütteln jetzt viele den kopf, weil man längst analoge kassettenaufnahmen professionell rippen kann, aber ich habe das noch nie gemacht und wollte jetzt und sofort eine tonspur deiner gitarre haben. es dämmerte hinter dem dunklen fenster, ich saß mit gekreuzten beinen auf dem teppich vor dem rechner und nur der monitor warf ein sanftes blaues licht. ich spulte das band zurück und packte das mikro auf den ständer in lautsprecherhöhe, setzte mich mucksmäuschenstill vor den rechner und drückte mit der maus auf record. ich sah der wachsenden tonspur zu und wusste, das ist genau das, was in diesem moment richtig ist. diesem heiligen pulsieren des diagramms zuzuschauen. und an dich zu denken. und zu fühlen, dass du das gut finden würdest, was ich da gerade mache, voller andacht.
dann ging ich schlafen. dann konnte ich schlafen.
und so entstand in den nächsten stunden und nächten dieses kleine stück, mit der über zwanzig jahre alten ersten aufnahme deiner gitarre und ein paar schrägen tonspuren deiner kleinen schwester. ich schrieb vor einigen jahren ein paar worte für dich, weil du mir im halbschlaf begegnet warst. und deswegen heißt es halb im schlaf.
hör es dir einfach an
http://www.ipernity.com/mp/3616991.5b4f6887.mp3.swf?e=mp3
24. oktober 2006
gruß nach san diego
24. oktober 2006
manchmal wüsste ich spaßeshalber ganz gerne, wieviele von den stillen mitlesern mich im grunde nicht ausstehen können. vielleicht bin ich ja auch nur ganz normal paranoid.
und dann stehen ja sonne und mars ab heute im skorpion. und herr mond. jupiter sowieso. und merkur. und morgen auch noch die gute alte venus. da wirft man dann schon mal den blick auf die eine oder andere leiche im keller.
19. oktober 2006



sonnenbrillenunfug. und plötzlich die geschichten. die geschichte jeder sonnenbrille. man setzt sie auf und die geschichte ist da. manche haben keine besondere. manche eine sehr besondere. da ist diese pilotenbrille mit den braungetönten gläsern, die mir eigentlich viel zu groß ist. sie gehörte meinem großvater, dessen hand ich hielt, als er starb. er wurde einundachtzig jahre alt und war in seinen letzten lebensjahren sehr zugempfindlich im gesicht und an den augen. vielleicht habe ich das ja von ihm. bei mir tränen auch immer gleich die augen, wenn ein leichter wind weht oder es zu kalt draußen ist, besonders das rechte. wenn jemand stirbt, bleiben diese dinge zurück. sonnenbrillen.
eine brille mit riesigen insektengläsern, wie man sie von bildern der knef oder bardot aus den siebzigern kennt. die erste sonnenbrille, die ich mir selbst gekauft habe. irgendwann in den siebzigern. ich war wohl in der siebten klasse. ich müsste also dreizehn gewesen sein. achtundsiebzig könnte hinkommen.
und dann ist da die erste brille, die sich mein bruder gekauft hatte, auch eine pilotenbrille, auch siebziger. mit so komischen biegsamen drahtbügeln. sportbrille nannte man das damals. damit die brille beim rennen nicht runterfällt. dabei kann ich mich überhaupt nicht erinnern, dass mein bruder jemals großartig sport getrieben hätte. eher im gegenteil. er war genauso ein stubenhocker wie ich, wenn er nicht gerade auf seinem zündapp-mokick unterwegs zu einem freund oder in den übungsraum war.
verschiedene brillenmodelle, die man einfach mal so mitnimmt, weil einem die, die man schon hatte, plötzlich unmodern vorkamen. oder brillen, die man unterwegs gekauft hat, weil man unerwartet von heftiger sonne überrascht wurde. oder weil es einfach spaß macht, brillen aufzusetzen und auszuprobieren.
zwischen all den brillen eine schwarze augenklappe. ich trug sie vor zehn jahren zur hochzeit meiner freundin elena. ich hatte vor, ausgiebig zu filmen und wusste, dass es auf dauer sehr anstrengend werden würde, beim stundenlangen fokussieren das linke auge zuzukneifen, deshalb beschloss ich, mir die ganze sache mit einer verwegenen augenklappe zu erleichtern und machte aus der not eine tugend, indem ich passend zur augenklappe in dunklen nadelstreifen und schwarzen overkneestiefeln im vornehmen charlottenburger standes- amt einlief. erich von stroheim wäre stolz gewesen.
und dann diese porsche-sonnenbrille. dieses riesending. das gleiche modell, das yoko ono jahrelang nach dem tod von john lennon trug. sie gehörte auch meinem bruder. er hatte sie auf, als er gegen diesen baum fuhr. auf der rechten seite ist eine kleiner kratzer, drei der dreizehn kleinen schrauben fehlen, mehr nicht. und ich habe die ganzen brillen aufgesetzt und fotos gemacht, aus einer verspielten laune. und als ich die yoko-brille aufhatte, war er plötzlich ganz nah.













