Lesezeichen. (30. März 2017)
Nebenher der Fernseher. Gregor Meyle trifft Helene Fischer. Tja. Ich finde sie menschlich durchaus angenehm. Aber halt die extra Schicht fette Buttercreme im Ausdruck, die Musical-Phrasierung. Müssen wir nicht darüber reden. Wobei Meyle auch nicht ganz frei von Manierismen ist, aber es hält sich in Grenzen. Neulich sah ich mir nach Jahren zum ersten mal auf youtube die Liste an, wo man sieht, wer einen abonniert hat. Da ist Gregor Meyle dabei. Ich musste fast lachen, vor Irritation. Aber das liegt Jahre zurück. Da ist er irgendwann vor mehr als zehn Jahren über mich gestolpert und hat beschlossen, dass das interessant sein könnte. Zweitausendsechs wusste noch niemand, wer Gregor Meyle ist, es ging ja im Grunde alles mit „Sing meinen Song“ für ihn los. Es sei ihm gegönnt. Ich glaube, das ist ein herzensguter Mensch, der heutzutage sicher keine Zeit mehr hat, zu verfolgen, was ich treibe. Egal. Ich wollte es nur mal erwähnt haben. Ich archiviere weiter. Denke dabei auch (in meinem Kopf ist ja immer Metatext), dass facebook-Leser -„Freunde“ – tendenziell weniger nachvollziehen können werden, was das soll. Aber meinen Bloglesern, die zu annähernd hundert Pröozent auch selbst seit Jahren bloggen, muss ich das nicht erklären, viel mehr kommt aus dieser Ecke Zuspruch und eine Art von erleichtertem Seufzen. „Sie ist uns doch nicht völlig verloren gegangen“. Wer aber dieses Phänomen nicht in Fleisch und Blut hat, und nicht selbst eine Biographie als Blogger oder Bloggerin hat, sondern erst mit facebook begonnen hat, „ins Internet zu schreiben“ wie es Sascha Lobo irgendwann für sich definierte (oder war es Felix Schwenzel, ich glaube ja) und da auch eher nur kurze Wasserstandsmeldungen oder beiläufige Bilder aus dem Smartphone postet (verdammt, was für ein viel zu langer Satz), der mag es prätentiös verschubladen, was ich hier zelebriere. Aber sei’s drum. Scheiß drauf. Mein Leben. Und ihr lest ja doch immer wieder mit. Am Ende aller Tage ist alles Schall und Rauch und eine digitale Wolke im Universum. Ein Abglanz von Leben, von Aufregung und Lieben und Vergehen.
30. Mai 2017
Lesezeichen. (30. März 2017)
Nebenher der Fernseher. Gregor Meyle trifft Helene Fischer. Tja. Ich finde sie menschlich durchaus angenehm. Aber halt die extra Schicht fette Buttercreme im Ausdruck, die Musical-Phrasierung. Müssen wir nicht darüber reden. Wobei Meyle auch nicht ganz frei von Manierismen ist, aber es hält sich in Grenzen. Neulich sah ich mir nach Jahren zum ersten mal auf youtube die Liste an, wo man sieht, wer einen abonniert hat. Da ist Gregor Meyle dabei. Ich musste fast lachen, vor Irritation. Aber das liegt Jahre zurück. Da ist er irgendwann vor mehr als zehn Jahren über mich gestolpert und hat beschlossen, dass das interessant sein könnte. Zweitausendsechs wusste noch niemand, wer Gregor Meyle ist, es ging ja im Grunde alles mit „Sing meinen Song“ für ihn los. Es sei ihm gegönnt. Ich glaube, das ist ein herzensguter Mensch, der heutzutage sicher keine Zeit mehr hat, zu verfolgen, was ich treibe. Egal. Ich wollte es nur mal erwähnt haben. Ich archiviere weiter. Denke dabei auch (in meinem Kopf ist ja immer Metatext), dass facebook-Leser -„Freunde“ – tendenziell weniger nachvollziehen können werden, was das soll. Aber meinen Bloglesern, die zu annähernd hundert Pröozent auch selbst seit Jahren bloggen, muss ich das nicht erklären, viel mehr kommt aus dieser Ecke Zuspruch und eine Art von erleichtertem Seufzen. „Sie ist uns doch nicht völlig verloren gegangen“. Wer aber dieses Phänomen nicht in Fleisch und Blut hat, und nicht selbst eine Biographie als Blogger oder Bloggerin hat, sondern erst mit facebook begonnen hat, „ins Internet zu schreiben“ wie es Sascha Lobo irgendwann für sich definierte (oder war es Felix Schwenzel, ich glaube ja) und da auch eher nur kurze Wasserstandsmeldungen oder beiläufige Bilder aus dem Smartphone postet (verdammt, was für ein viel zu langer Satz), der mag es prätentiös verschubladen, was ich hier zelebriere. Aber sei’s drum. Scheiß drauf. Mein Leben. Und ihr lest ja doch immer wieder mit. Am Ende aller Tage ist alles Schall und Rauch und eine digitale Wolke im Universum. Ein Abglanz von Leben, von Aufregung und Lieben und Vergehen.
29. Mai 2017
Lesezeichen. (morgen weiter)
28. Mai 2017

Gerade eben quick und dirty Silvester nachgetragen. Gabs noch gar nicht. Ich meine nirgends, auch keine Einlassung dazu auf Facebook. Just for the record, ohne literarischen Anspruch. D. h., noch weniger als sonst. Ja gut, das ist schon auch kokett, in Anbetracht dessen, was mir gelegentlich in den Texten unterläuft. Allerdings finde ich Tiefstapeln erstens sympathischer und zweitens ist man damit auf der sicheren Seite. Das merke ich ja im umgekehrten Falle, wenn sich wieder einmal jemand als Dichter oder Dichterin oder Poet oder Poetin tituliert. Da merkt man dann doch recht schnell, wo die Messlatte derjenigen welchen hängt, um nicht zu sagen dümpelt. Da kann ich mit „Autorin“ oder „Schriftstellerin“ noch eher leben. Ich meine nicht mich, sondern die selbst geadelten Poetinnen und Poeten. Recht bizarr finde ich auch, dass diese sogenannten Poetry Slammer ihr Format der Korrektheit halber nicht als das bezeichnen, was es zu ungefähr 99 Prozent beinhaltet: Klamauk, Quatsch, Comedy, im besten Fall Satire. Neulich einem Link zu youtube gefolgt, wurde angepriesen als das Beste vom Besten, ein mehr oder weniger Jugendlicher, vieleicht gerade volljährig oder Anfang Zwanzig gibt platte Kalauer, die sich mitunter reimen zum Besten, das ebenfalls jugendliche Publikum rastet nach jedem Halbsatz aus. Vielleicht hat der junge Mann inzwischen Kultstatus in der Szene. Wenn man sich für Heinz Erhardt begeistert, mag das unterhaltsam sein. Wenn jemand in meiner Gegenwart anfängt zu kalauern, muss ich mich immer ganz stark zusammenreißen, um mir nicht anmerken zu lassen, wie sehr mich Sprücheklopferei langweilt. Ich habe eine andere Vorstellung von Humor, fürchte ich. Wenn jemand kalauert, habe ich immer den Eindruck, jemand meint, die Gruppe auf einem möglichst für jeden zugänglichen Niveau unterhalten zu müssen. Oder dass ernstere Betrachtungen oder gar sehr persönliche Bemerkungen als zu schwer verdaulich oder intim oder nicht gruppen- oder gesellschaftskompatibel eingeordnet werden. Im Gegensatz zu Allerwelts-Kalauern finde ich sehr persönliche Äußerungen ausgesprochen attraktiv. Und erotischer auch.
05. Mai 2017
27. Mai 2017

Sommerschnee, Pappelflaum. Auf dem Balkon in der Sonne, die Balkontür zugemacht, zum ersten mal im neunzehnten Sommerfrühling hier. Alles an seinem Platz. Wenn die Sonne so wunderbar scheint, kann man ja nicht das geringste mit Bildern machen, aber Tippen geht. Oder Copypasten. Habe wieder neuen Schwung, die Lücke zu schließen. Die Lücke der fehlenden Einträge in meinem schönen Blog. Mir kam die Routine abhanden, sie verlagerte sich. Ich habe nie aufgehört, Einträge zu verfassen und meine Bildstrecken zu posten. Man kann auf facebook nicht so komfortabel rückwärts blättern oder bei sich selbst suchen, wie in einem Blog. Und auch die Bilder nicht so hingebungsvoll einbauen und anordnen. Aber wem erzähle ich das. Ja, genau, wem erzähle ich das eigentlich? Meinen alten, treuen Lesern aus der Blogosphäre, wie es einmal hieß, aber auch den Besuchern meiner facebook-timeline. Ich will also die Lücke schließen, die sich im letzten Jahr aufgetan hat. Seit Februar 2016. Ich mache mir keine Illusionen, dass das mehr als zwei, drei Leute rückwärts lesen werden, ist ja auch etwas schwierig nachzuvollziehen, wo etwas nachgetragen wurde, ich führe da nicht auch noch Protokoll. Ich selber habe schon nur mit Mühe den Überblick, was ich parallel gepostet habe und was gar nicht. Aber man kann es durchaus in zwei Fenstern chronologisch aufrufen. Das ist also auch etwas, was ich hier in der Sonne mache. Einfach nur stundenlang herumliegen ist nicht so mein Ding. Es muss sich immer etwas entwickeln und bewegen. Dynamik und Evolution. Wenn man sich mit alten Einträgen befasst, wenn auch nur zwecks Copypasten und Nachtragen, konfrontiert man sich dennoch aus dem Augenwinkel mit dem Inhalt. Sei es ein Bild oder eine Bildstrecke oder ein Satz, der einem da noch einmal um die Ohren gehauen wird. Das sind nicht nur visuelle, sondern auch emotionale Déjà-vus. Das macht etwas mit einem. Man empfindet das vergangene Gefühl noch einmal, aber zeitgleich das gegenwärtige Empfinden dazu. Und spürt, wieviel noch da ist. Oder nicht. Oder doch. Und was genau. Das ist durchaus aufwühlend, manchmal irritierend, manchmal besänftigend. Manches hinterlässt mich ratlos. Dann wieder mit neuem Verstehen. Kein technischer Vorgang und überhaupt nicht profan. Mein sentimentales Archiv.

09. Mai 2017
Freud und Leid der Konzertfotografie. Ihr habt ja keine Ahnung. Leidtragene Fotografen ausgenommen. Freude, wenn man einen intensiven Moment erwischt, womöglich mit starkem, dramaturgisch gesetztem Bühnenlicht. Da kann man später auf dem heimischen Rechner schöne Sachen sehen, Augenblicke, an die man sich gerne erinnert, nicht nur die Musiker, die sich dann ja zum ersten mal sehen, wie sie das Publikum erlebt hat. Leidvoll allerdings, weil unfassbar zeitaufwändig, den größeren Teil der Aufnahmen von störenden Elementen zu befreien. Ich meine damit nicht etwa unnattraktive Bandmitglieder oder unstylishes Publikum, sondern das, was nahezu zwangsläufig mit den schönen Spotlights :einhergeht: Lichtreflexe auf sämtlichen verchromten Teilen des Equipments, und das ist einiges. Reflexe, die man nicht haben will und die den Blick ohne Not auf das Gewerk von Stativen und Schraubgewinden und Plaketten lenken, anstatt auf das Objekt der Begierde. Das sind nämlich keine schicken, glamourösen, sternförmigen Glanzlichter wie in der Colgate-Reklame, sondern grellweiße Flecken an hunderttausend Stellen, wo man sie nicht haben will. Ungefähr dem Gesamtbild so förderlich wie ein Dutzend Fussel auf dem Objektiv. Wobei einer schon reicht, um das Bild überarbeitungsbedürftig zu machen. Nun habe ich noch dazu eine besonders ausgeprägte Vorliebe für eine klare Bildsprache und Linienführung ohne Nebenkriegsschauplätze. Es gibt Aufnahmen, die einem vom Ausdruck her dermaßen am Herz liegen, dass man im schlimmsten Fall schon mal eine halbe Stunde bei einem Bild zugange ist, die Reflexfussel auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Das ahnt der Laie ja nicht. Aber das ist nicht der einzige Grund, wieso ich mich in diesem Jahr tendenziell von dieser Art der Fotografie zurückziehe. Wenn man eine Location und die Protagonisten wiederholt in derselben Kombination erlebt und sozusagen verarbeitet hat, stellt sich ein bißchen ein Gefühl von Wiederholung und Einerlei ein. Und dann noch die Strafarbeit am Ende, die einem – mangels Wissen – nicht gedankt wird. Und selbst diese Kenntnis unterstellt, das gerät ganz schnell wieder in Vergessenheit. Ich kenne einige Menschen, die ein kuscheliges Gefühl bei Wiederholungen empfinden, das kenne ich nur bei Erlebnissen, die Balsam sind. Sinnlich oder seelisch. Das darf sich gerne wiederholen. Strafarbeit bitte nicht. Man muss etwas so lange kultivieren, so lange es Entwicklungspotenzial hat, noch nicht alle Blütenblätter entfaltet sind. Dann die Blüte genießen, daran schnuppern. Und dann das Verblühen zur Kenntnis nehmen. Ruhig mit Sentimentalität. Man darf auch trauern. Das ist angemessen und eine Form des Respekts, der Würdigung. Das tue ich. Immer.

27. Mai 2017

Sommerschnee, Pappelflaum. Auf dem Balkon in der Sonne, die Balkontür zugemacht, zum ersten mal im neunzehnten Sommerfrühling hier. Alles an seinem Platz. Wenn die Sonne so wunderbar scheint, kann man ja nicht das geringste mit Bildern machen, aber Tippen geht. Oder Copypasten. Habe wieder neuen Schwung, die Lücke zu schließen. Die Lücke der fehlenden Einträge in meinem schönen Blog. Mir kam die Routine abhanden, sie verlagerte sich. Ich habe nie aufgehört, Einträge zu verfassen und meine Bildstrecken zu posten. Man kann auf facebook nicht so komfortabel rückwärts blättern oder bei sich selbst suchen, wie in einem Blog. Und auch die Bilder nicht so hingebungsvoll einbauen und anordnen. Aber wem erzähle ich das. Ja, genau, wem erzähle ich das eigentlich? Meinen alten, treuen Lesern aus der Blogosphäre, wie es einmal hieß, aber auch den Besuchern meiner facebook-timeline. Ich will also die Lücke schließen, die sich im letzten Jahr aufgetan hat. Seit Februar 2016. Ich mache mir keine Illusionen, dass das mehr als zwei, drei Leute rückwärts lesen werden, ist ja auch etwas schwierig nachzuvollziehen, wo etwas nachgetragen wurde, ich führe da nicht auch noch Protokoll. Ich selber habe schon nur mit Mühe den Überblick, was ich parallel gepostet habe und was gar nicht. Aber man kann es durchaus in zwei Fenstern chronologisch aufrufen. Das ist also auch etwas, was ich hier in der Sonne mache. Einfach nur stundenlang herumliegen ist nicht so mein Ding. Es muss sich immer etwas entwickeln und bewegen. Dynamik und Evolution. Wenn man sich mit alten Einträgen befasst, wenn auch nur zwecks Copypasten und Nachtragen, konfrontiert man sich dennoch aus dem Augenwinkel mit dem Inhalt. Sei es ein Bild oder eine Bildstrecke oder ein Satz, der einem da noch einmal um die Ohren gehauen wird. Das sind nicht nur visuelle, sondern auch emotionale Déjà-vus. Das macht etwas mit einem. Man empfindet das vergangene Gefühl noch einmal, aber zeitgleich das gegenwärtige Empfinden dazu. Und spürt, wieviel noch da ist. Oder nicht. Oder doch. Und was genau. Das ist durchaus aufwühlend, manchmal irritierend, manchmal besänftigend. Manches hinterlässt mich ratlos. Dann wieder mit neuem Verstehen. Kein technischer Vorgang und überhaupt nicht profan. Mein sentimentales Archiv.

25. Mai 2017

Dieser Wunsch, das Leben festzuhalten. Einen Tag, Erinnerungen, Erleben. Nicht nur für sich. Siebzehnter Mai 2017. Immer schon, jedesmal dachte man, als man durch das S-Bahn-Fenster den schwebenden Rosinenbomber sah, da müsste man auch mal hin. Ins Technoseum, wie ich es nenne. Dann vergisst man es, zieht andere Ausflüge vor, auch möchte man die Freizeit nicht mit Belehrungen vor Schautafeln verplempern. Und Technik – ja mein Gott, schon wichtig irgendwie – man sitzt ja gerade auch schon wieder vorm Computer und tippt. Eigentlich sogar existentiell. Dusche, Kaffeemaschine, Herd, Licht, Musik von der Festplatte. Wie das alles zustande gekommen ist, ja sicher, kann man irgendwann mal anschauen. Und dann hinterlegt mir neulich meine Freundin eine Freikarte am Haupteingang, und ich habe auch Zeit und wir wollen anschließend noch was trinken. Und ich in meiner grenzenlosen Naivität und Ahnungslosigkeit gehe eine knappe Stunde vor Schluss hin, also gegen halbfünf am Nachmittag. Traumwetter, ein Sommertag. Denke, ich scanne das mal alles auf die Schnelle, wahrscheinlich zwei, drei Säle mit alten Gerätschaften, altes Tonband, alte Waschmaschine und natürlich der Rosinenbomber, mein Hauptinteresse, den Flieger aus der Nähe sehen. Ich liebe Fliegen. Ich liebe es. Ich bin in Flugzeuge verliebt. Das Abheben erotisiert mich. Jedenfalls komme ich da an und stehe in einer riesigen Halle, von der aus man auf zig Etagen und Nebengebäude und noch dazu zu einen Park kommt. Ich war total perplex, wie riesig das ist, und nehme mir so einen Faltplan und gehe rasant nach oben, in die erstbeste Abteilung. Lande beim Rias-Studio, alte Fernseh-Mischpulte, alte Fernsehkameras, was für schöne Apparate. Schnell weiter, immer der Nase nach, dann dieser Lokschuppen mit alten Monstern der Eisenbahngeschichte. Nicht dass mich Loks wahnsinnig interessieren würden – ich fahre ganz gerne Zug – aber die alten Abteile mit Plüschsesseln sind schon charmant. Und diese riesigen Fahrzeuge mti den riesigen Rädern und dieses alte Gußeisen und diese ganze Aura. Ich muss dauernd an die Jules Verne-Filme denken, die ich als Kind immer wieder gesehen habe, immer und immer wieder. Die Reise zum Mittelpunkt der Erde und In Achtzig Tagen um die Welt. Und dann sind da zwei gigantisch große Steinfiguren, die vom alten, zerstörten Anhalter Bahnhof übrig geblieben sind, sie waren oben auf dem Portikus, ich finde sie wunderschön, sie heißen „Tag und Nacht“, da zwischen den großen alten Lokmonstern. Kurz nach draußen in den Park, von dem ich fast gar nichts sehe, denn eine Aufsicht schickt mich wieder hinein, zu spät zum Spazieren und Picknick im Park. Das kann man da nämlich machen, Windmühlen gibt es auch, alles nicht gesehen. Drinnen finde ich endlich meine Freundin und sie weiß, wo der Rosinenbomber ist, in der vierten vom Neubau. Ich flitze hin und bewundere in der letzten halben Stunde die ganzen riesigen ersten alten Fluggeräte und Flugzeuge ganz oben und den Rosinenbomber auf der Terrasse. Der Himmel tiefblau. Was mir kurz danach durch den Kopf ging, schrieb ich in dem Eintrag „Der Traum vom Fliegen„. Eben. Jeder technischen Erfindung liegt ein zutiefst romantischer Traum zugrunde. Es ist so.
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Danach liefen wir zum Yorckschlösschen und redeten über sehr viele, sehr persönliche Dinge. Man sitzt unter Bäumen, wo dauernd irgendwas runterfällt, was gerade blüht und sich vermehren will. Ich habe ein Wiener Schnitzel mit Pommes Frites gegessen, darauf habe ich praktisch immer Appetit. Das Bier war fürchterlich, nichts Richtung Jever dabei, dann umgeschwenkt auf Grauburgunder, ging so. Drinnen spielte nach Einbruch der Dunkelheit eine Band, scheinbar die Hauscombo, so eine leicht altväterlich daherkommende Mischung aus Blues und Altherren-Jazz. Mir eindeutig zu gemütlich. Der Sänger war mehrfach auf Wandbildern zu sehen, also gemalt. Offenbar sein Wohnzimmer. Ich nehme an, dass die Gäste überwiegend aus der Nachbarschaft waren. War man also auch mal im Yorckschlösschen. Lauer Abend und gute Gespräche mit Lydia. Am Tisch nebenan im Biergarten war eine Familie mit zwei kleinen Kindern. Der Junge, ich schätze so zwei bis drei Jahre alt, kam immer wieder zu mir, quetschte sich an den Bänken vorbei und schaute mich mit großen Augen an. Ich habe ihm keinerlei Avancen gemacht, weder gelockt noch duziduziduzi, aber er hat mich hartnäckig besucht und fokussiert. Ich habe ihn nur mal kurz angeschaut, sicher auch freundlich gelächelt, und mich dann wieder weiter unterhalten. Aber Lydia, die ihn aufgrund ihrer Blickrichtung gesehen hat, machte mich amüsiert immer wieder darauf aufmerksam, dass er schon wieder da war. Zum Teil habe ich es auch gespürt, er hat regelrecht Körperkontakt gesucht. Hat auch ein bißchen enttäuscht geguckt, weil ich keine Anstalten gemacht habe, ihn auf den Arm zu nehmen oder dergleichen. Weiß nicht, ob er da sonst andere Erfahrungen macht. Irgendwann kam dann der Vater und noch ein kleines Mädchen, seine ältere Schwester, und der Vater entschuldigte sich bei mir für seinen etwas aufdringlichen kleinen Sohn. Das amüsierte mich dann auch wieder. Ich habe dem Vater dann gesagt, dass er mich nicht gestört hat, alles okay und außerdem ja auch ein ganz sympathischer Junge wäre. Und ich im übrigen durchaus nicht alle Kinder „süß“ finden würde. Der Vater guckt mich höchst überrascht und auch interessiert an, man sah deutlich, dass er noch nie so eine Aussage von einer Frau gehört hat, zumal in Anwesenheit seiner kleinen Kinder. Ich weiter: „ich finde, es gibt genauso viele unsympathische und unattraktive Kinder, wie es auch unsympathische und unattraktive Erwachsene gibt. Ich mache da keinen Unterschied. Für mich sind das fertige Persönlichkeiten.“ Er: „Aha! Ah ja. Hm.“ Und versicherte ihm nochmals, dass sein kleiner Sohn und im übrigen auch seine kleine Tochter durchaus sympathisch seien. Also alles im grünen Bereich. Er schien ein wenig erleichtert. Ich glaube, Lydia amüsierte sich auch über meine unverblümten Offenbarungen. Ich denke, dass ich nur etwas ausgesprochen habe, das andere ähnlich empfinden, aber es gibt ein ungeschriebenes Gesetz, dass man alle Kinder als niedlich zu bezeichnen hat. Wenn ich ein kleines Kind mag, dann aber richtig. Wie eben auch große Menschen. Und Tiere. Habe ich Lydia auch davon erzählt, sie hat eine Katze. Die ich nicht persönlich kenne. Ich mag tendenziell Katzen sehr gerne, aber auch da gibt es mir zutiefst unsympathische Persönlichkeiten oder einfach Gesichter, die ich nicht gene anschaue. Lydia war ein bißchen aufgeregt, ob sie mir auf ihrem Smartphone ein Foto von ihrer Katze zeigen kann, denn es könnte ja sein, dass ich sie unsympathisch finde. Ging auch gut. Die Katze hat eine Filmstar-Aura, ein sehr hübsches Gesicht und sieht zum Glück nicht dumm aus. Gerade noch mal die Kurve gekriegt. Es wäre mir auch unangenehm gewesen, wenn ich die Mieze nicht liebenswert hätte finden können. Ich hätte gar nicht gewusst, was ich sagen soll. Als wir gingen, sah ich auf so einem Plakataufsteller am Eingang, dass das Yorckschlösschen regelmäßig Live-Bands im Programm hat. Ich nehme an, das ist so im Rotationsprinzip wie im Rickenbackers, wo in einem gewissen Turnus immer wieder dieselben, beim Stammpublikum beliebten Bands auf der Bühne stehen. Davon hab ich Lydia auch erzählt, kannte sie auch nicht. Also es war ein interessanter Ausflugstag, mit schönen neuen Eindrücken.

25. Mai 2017

Dieser Wunsch, das Leben festzuhalten. Einen Tag, Erinnerungen, Erleben. Nicht nur für sich. Siebzehnter Mai 2017. Immer schon, jedesmal dachte man, als man durch das S-Bahn-Fenster den schwebenden Rosinenbomber sah, da müsste man auch mal hin. Ins Technoseum, wie ich es nenne. Dann vergisst man es, zieht andere Ausflüge vor, auch möchte man die Freizeit nicht mit Belehrungen vor Schautafeln verplempern. Und Technik – ja mein Gott, schon wichtig irgendwie – man sitzt ja gerade auch schon wieder vorm Computer und tippt. Eigentlich sogar existentiell. Dusche, Kaffeemaschine, Herd, Licht, Musik von der Festplatte. Wie das alles zustande gekommen ist, ja sicher, kann man irgendwann mal anschauen. Und dann hinterlegt mir neulich meine Freundin eine Freikarte am Haupteingang, und ich habe auch Zeit und wir wollen anschließend noch was trinken. Und ich in meiner grenzenlosen Naivität und Ahnungslosigkeit gehe eine knappe Stunde vor Schluss hin, also gegen halbfünf am Nachmittag. Traumwetter, ein Sommertag. Denke, ich scanne das mal alles auf die Schnelle, wahrscheinlich zwei, drei Säle mit alten Gerätschaften, altes Tonband, alte Waschmaschine und natürlich der Rosinenbomber, mein Hauptinteresse, den Flieger aus der Nähe sehen. Ich liebe Fliegen. Ich liebe es. Ich bin in Flugzeuge verliebt. Das Abheben erotisiert mich. Jedenfalls komme ich da an und stehe in einer riesigen Halle, von der aus man auf zig Etagen und Nebengebäude und noch dazu zu einen Park kommt. Ich war total perplex, wie riesig das ist, und nehme mir so einen Faltplan und gehe rasant nach oben, in die erstbeste Abteilung. Lande beim Rias-Studio, alte Fernseh-Mischpulte, alte Fernsehkameras, was für schöne Apparate. Schnell weiter, immer der Nase nach, dann dieser Lokschuppen mit alten Monstern der Eisenbahngeschichte. Nicht dass mich Loks wahnsinnig interessieren würden – ich fahre ganz gerne Zug – aber die alten Abteile mit Plüschsesseln sind schon charmant. Und diese riesigen Fahrzeuge mti den riesigen Rädern und dieses alte Gußeisen und diese ganze Aura. Ich muss dauernd an die Jules Verne-Filme denken, die ich als Kind immer wieder gesehen habe, immer und immer wieder. Die Reise zum Mittelpunkt der Erde und In Achtzig Tagen um die Welt. Und dann sind da zwei gigantisch große Steinfiguren, die vom alten, zerstörten Anhalter Bahnhof übrig geblieben sind, sie waren oben auf dem Portikus, ich finde sie wunderschön, sie heißen „Tag und Nacht“, da zwischen den großen alten Lokmonstern. Kurz nach draußen in den Park, von dem ich fast gar nichts sehe, denn eine Aufsicht schickt mich wieder hinein, zu spät zum Spazieren und Picknick im Park. Das kann man da nämlich machen, Windmühlen gibt es auch, alles nicht gesehen. Drinnen finde ich endlich meine Freundin und sie weiß, wo der Rosinenbomber ist, in der vierten vom Neubau. Ich flitze hin und bewundere in der letzten halben Stunde die ganzen riesigen ersten alten Fluggeräte und Flugzeuge ganz oben und den Rosinenbomber auf der Terrasse. Der Himmel tiefblau. Was mir kurz danach durch den Kopf ging, schrieb ich in dem Eintrag „Der Traum vom Fliegen„. Eben. Jeder technischen Erfindung liegt ein zutiefst romantischer Traum zugrunde. Es ist so.
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Danach liefen wir zum Yorckschlösschen und redeten über sehr viele, sehr persönliche Dinge. Man sitzt unter Bäumen, wo dauernd irgendwas runterfällt, was gerade blüht und sich vermehren will. Ich habe ein Wiener Schnitzel mit Pommes Frites gegessen, darauf habe ich praktisch immer Appetit. Das Bier war fürchterlich, nichts Richtung Jever dabei, dann umgeschwenkt auf Grauburgunder, ging so. Drinnen spielte nach Einbruch der Dunkelheit eine Band, scheinbar die Hauscombo, so eine leicht altväterlich daherkommende Mischung aus Blues und Altherren-Jazz. Mir eindeutig zu gemütlich. Der Sänger war mehrfach auf Wandbildern zu sehen, also gemalt. Offenbar sein Wohnzimmer. Ich nehme an, dass die Gäste überwiegend aus der Nachbarschaft waren. War man also auch mal im Yorckschlösschen. Lauer Abend und gute Gespräche mit Lydia. Am Tisch nebenan im Biergarten war eine Familie mit zwei kleinen Kindern. Der Junge, ich schätze so zwei bis drei Jahre alt, kam immer wieder zu mir, quetschte sich an den Bänken vorbei und schaute mich mit großen Augen an. Ich habe ihm keinerlei Avancen gemacht, weder gelockt noch duziduziduzi, aber er hat mich hartnäckig besucht und fokussiert. Ich habe ihn nur mal kurz angeschaut, sicher auch freundlich gelächelt, und mich dann wieder weiter unterhalten. Aber Lydia, die ihn aufgrund ihrer Blickrichtung gesehen hat, machte mich amüsiert immer wieder darauf aufmerksam, dass er schon wieder da war. Zum Teil habe ich es auch gespürt, er hat regelrecht Körperkontakt gesucht. Hat auch ein bißchen enttäuscht geguckt, weil ich keine Anstalten gemacht habe, ihn auf den Arm zu nehmen oder dergleichen. Weiß nicht, ob er da sonst andere Erfahrungen macht. Irgendwann kam dann der Vater und noch ein kleines Mädchen, seine ältere Schwester, und der Vater entschuldigte sich bei mir für seinen etwas aufdringlichen kleinen Sohn. Das amüsierte mich dann auch wieder. Ich habe dem Vater dann gesagt, dass er mich nicht gestört hat, alles okay und außerdem ja auch ein ganz sympathischer Junge wäre. Und ich im übrigen durchaus nicht alle Kinder „süß“ finden würde. Der Vater guckt mich höchst überrascht und auch interessiert an, man sah deutlich, dass er noch nie so eine Aussage von einer Frau gehört hat, zumal in Anwesenheit seiner kleinen Kinder. Ich weiter: „ich finde, es gibt genauso viele unsympathische und unattraktive Kinder, wie es auch unsympathische und unattraktive Erwachsene gibt. Ich mache da keinen Unterschied. Für mich sind das fertige Persönlichkeiten.“ Er: „Aha! Ah ja. Hm.“ Und versicherte ihm nochmals, dass sein kleiner Sohn und im übrigen auch seine kleine Tochter durchaus sympathisch seien. Also alles im grünen Bereich. Er schien ein wenig erleichtert. Ich glaube, Lydia amüsierte sich auch über meine unverblümten Offenbarungen. Ich denke, dass ich nur etwas ausgesprochen habe, das andere ähnlich empfinden, aber es gibt ein ungeschriebenes Gesetz, dass man alle Kinder als niedlich zu bezeichnen hat. Wenn ich ein kleines Kind mag, dann aber richtig. Wie eben auch große Menschen. Und Tiere. Habe ich Lydia auch davon erzählt, sie hat eine Katze. Die ich nicht persönlich kenne. Ich mag tendenziell Katzen sehr gerne, aber auch da gibt es mir zutiefst unsympathische Persönlichkeiten oder einfach Gesichter, die ich nicht gene anschaue. Lydia war ein bißchen aufgeregt, ob sie mir auf ihrem Smartphone ein Foto von ihrer Katze zeigen kann, denn es könnte ja sein, dass ich sie unsympathisch finde. Ging auch gut. Die Katze hat eine Filmstar-Aura, ein sehr hübsches Gesicht und sieht zum Glück nicht dumm aus. Gerade noch mal die Kurve gekriegt. Es wäre mir auch unangenehm gewesen, wenn ich die Mieze nicht liebenswert hätte finden können. Ich hätte gar nicht gewusst, was ich sagen soll. Als wir gingen, sah ich auf so einem Plakataufsteller am Eingang, dass das Yorckschlösschen regelmäßig Live-Bands im Programm hat. Ich nehme an, das ist so im Rotationsprinzip wie im Rickenbackers, wo in einem gewissen Turnus immer wieder dieselben, beim Stammpublikum beliebten Bands auf der Bühne stehen. Davon hab ich Lydia auch erzählt, kannte sie auch nicht. Also es war ein interessanter Ausflugstag, mit schönen neuen Eindrücken.

24. Mai 2017
„Was gedacht werden kann, geschieht.“ Lese gerade den Roman In New York von Alban Nikolai Herbst. Der Satz beschäftigt mich, seit ich ihn las, gestern oder vorgestern. Manches ist unvorstellbar, als ob man es gedanklich herbeizwingen müsste, fühlt sich verkehrt an. Anderes ganz leicht vorzustellen. Wieder anderes nicht sofort, aber auch nicht so absurd oder weit weg, dass man unterschreiben würde „äußerst unwahrscheinlich“. Ich denke zum Beispiel daran, dass ich bei einer weit zurückliegenden Verbindung zu jemandem, völlig außerstande war mir vorzustellen, dass er in derselben Stadt wie ich lebt, Ich konnte es mir nicht einmal wünschen, was nichts mit mangelnder Zuneigung zu tun hatte, sondern sich einfach erzwungen und falsch angefühlt hätte. Das Bild wollte sich nicht einstellen, das fiel mir sehr bald auf, gerade auch deshalb, weil ich von der Konstellation einer sogenannten Fernbeziehung nicht restlos begeistert war. Ich hätte ihn gerne öfter und unkomplizierter gesehen, mich kurzfristig verabredet, was aufgrund der Distanz nicht möglich war. Jeder hätte anhand dieser Tatsache vermutet, dass es geradezu mein Herzenswunsch sein müsste, dass er in meine Nähe zieht. Nicht zu mir, wohlgemerkt, das wollte ich definitiv nicht, nur eben in komfortable Nähe. Aber ich spürte, das ist ein falscher Gedanke und deshalb habe ich den Wunsch auch nicht zugelassen oder kultiviert. Auch nicht unterdrückt, wohlgemerkt, sondern als nicht im Rahmen dessen, was uns beiden bestimmt ist, zur Kenntnis genommen. Auch irgendwie traurig, aber schicksalsergeben. So bin ich. An solche Dinge denke ich bei Albans Satz.

22. Mai 2017
Schöne Wohnung, da in Wilmersdorf, wo Jenny mit Hans ihre Songs spielte. Beinah feudal. Für einen Tag Bilder einer sympathischen Künstlerin an der Wand. Sogar das Schlafzimmer war begehbar, ein schöner, angedeuteter Akt hing über dem Bett. Ina ging früher als wir, sie hatte eine Verabredung. Jenny und ich düsten wieder in den Osten. Im Prenzlauer Berg in eine Kneipe, Bar, deren Namen schwer zu eruieren war. Hätte uns auch egal sein können, aber wir wollten Maria gerne auch da haben und ihr Bescheid geben. Ich ging deswegen vor die Tür und da stand allen Ernstes in Leuchtreklame Rockpalast. Mit dem Logo-Schriftzug von der Sendung. Ich dachte deswegen, dass der Laden so heißt. Auf den Getränkekarten stand wohl was anderes, wir konnten es aber nicht entziffern, weil wir unsere Lesebrillen wohlweislich nicht mit dabei hatten. Maria kam dann auch bald von einer anderen Veranstaltung, das war schön. Man konnte da nicht nur trinken sondern auch rauchen, und das haben wir ausführlich getan. Später kam plötzlich auch noch Karl dazu, der vorher auch da war, wo Maria herkam. Es wurde spät im „Rockpalast“ und danach noch ein Imbiss am Rosenthaler Platz . Ich hielt den einen oder anderen Vortrag, wie ich das mitunter mache, wenn die Stunde geschlagen hat. Zuerst bin ich über weite Strecken sehr ruhig, höre mir an, was die anderen zu sagen haben und lasse es auf mich wirken. Manchmal verstreicht eine ganze Menge Zeit, bis ich einen Satz ausspucke. Aber wenn, bleibt es nicht bei einem. Wenn ich erst in Fahrt bin! Ich weiß aber noch genau, was ich zu wem gesagt habe. Bis der Morgen dämmerte. Heute kein Alkohol. Also kaum.
22. Mai 2017
22. Mai 2017
20. Mai 2017
20. Mai 2017
20. Mai 2017
20. Mai 2017
Der Traum vom Fliegen. Jeder Erfindung liegt eine romantische Idee zugrunde. Sich schwere- und mühelos durch Raum und Zeit zu bewegen. Auflösung oder Loslösung von der Schwerkraft. Der Zustand von Verliebtsein. In die schiere irdische Existenz. Jedem Apparat wohnt diese romantische Idee inne. Mit einem Wundergerät den Zauber einer geliebten Stimme einzufangen. Oder das Abbild eines geliebten Gesichts. Und die Bewegungen, eine typische Geste, ein Lächeln. Musik hören zu können, ohne ein Orchester zu sich einladen zu müssen. Erfinder sind die Geburtshelfer der Verwirklichung romantischer Ideen. Irdische Zauberer.

20. Mai 2017
20. Mai 2017
17. Mai 2017

Gerade im abfotografierten Familienalbum herumgeblättert und wieder die Bilder mit Vivi Bach drauf gesehen. Habe gedacht, vielleicht sollte ich sie Dietmar Schönherr schicken, der kennt die bestimmt auch noch nicht und freut sich. Dann ist mir eingefallen, dass er auch schon tot ist. Mist. Er hätte sich bestimmt total über die Vivi-Bilder gefreut. Ich mochte sie unheimlich gerne. Die Bilder hab ich mir als Kind immer wieder angeschaut. Ich poste bald mal das ganze Album. Mit Uralt-Postkarten aus Karlsbad und Badeanzug-Fotos von meiner Mama im Italien-Urlaub in Grado Anfang der Sechziger.
16. Mai 2017
15. Mai 2017
15. Mai 2017
13. Mai 2017
„LE R(…)“

12. Mai 2017
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
RotFront Emigrantski Raggamuffin Kollektiv
11. Mai 2017
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
PINK PARTE Maria Schuster, Judith Retzlik & Romain Vicente
live @ SO36. Lichtchoreographie: Tobias Pehla
09. Mai 2017
Freud und Leid der Konzertfotografie. Ihr habt ja keine Ahnung. Leidtragene Fotografen ausgenommen. Freude, wenn man einen intensiven Moment erwischt, womöglich mit starkem, dramaturgisch gesetztem Bühnenlicht. Da kann man später auf dem heimischen Rechner schöne Sachen sehen, Augenblicke, an die man sich gerne erinnert, nicht nur die Musiker, die sich dann ja zum ersten mal sehen, wie sie das Publikum erlebt hat. Leidvoll allerdings, weil unfassbar zeitaufwändig, den größeren Teil der Aufnahmen von störenden Elementen zu befreien. Ich meine damit nicht etwa unnattraktive Bandmitglieder oder unstylishes Publikum, sondern das, was nahezu zwangsläufig mit den schönen Spotlights :einhergeht: Lichtreflexe auf sämtlichen verchromten Teilen des Equipments, und das ist einiges. Reflexe, die man nicht haben will und die den Blick ohne Not auf das Gewerk von Stativen und Schraubgewinden und Plaketten lenken, anstatt auf das Objekt der Begierde. Das sind nämlich keine schicken, glamourösen, sternförmigen Glanzlichter wie in der Colgate-Reklame, sondern grellweiße Flecken an hunderttausend Stellen, wo man sie nicht haben will. Ungefähr dem Gesamtbild so förderlich wie ein Dutzend Fussel auf dem Objektiv. Wobei einer schon reicht, um das Bild überarbeitungsbedürftig zu machen. Nun habe ich noch dazu eine besonders ausgeprägte Vorliebe für eine klare Bildsprache und Linienführung ohne Nebenkriegsschauplätze. Es gibt Aufnahmen, die einem vom Ausdruck her dermaßen am Herz liegen, dass man im schlimmsten Fall schon mal eine halbe Stunde bei einem Bild zugange ist, die Reflexfussel auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Das ahnt der Laie ja nicht. Aber das ist nicht der einzige Grund, wieso ich mich in diesem Jahr tendenziell von dieser Art der Fotografie zurückziehe. Wenn man eine Location und die Protagonisten wiederholt in derselben Kombination erlebt und sozusagen verarbeitet hat, stellt sich ein bißchen ein Gefühl von Wiederholung und Einerlei ein. Und dann noch die Strafarbeit am Ende, die einem – mangels Wissen – nicht gedankt wird. Und selbst diese Kenntnis unterstellt, das gerät ganz schnell wieder in Vergessenheit. Ich kenne einige Menschen, die ein kuscheliges Gefühl bei Wiederholungen empfinden, das kenne ich nur bei Erlebnissen, die Balsam sind. Sinnlich oder seelisch. Das darf sich gerne wiederholen. Strafarbeit bitte nicht. Man muss etwas so lange kultivieren, so lange es Entwicklungspotenzial hat, noch nicht alle Blütenblätter entfaltet sind. Dann die Blüte genießen, daran schnuppern. Und dann das Verblühen zur Kenntnis nehmen. Ruhig mit Sentimentalität. Man darf auch trauern. Das ist angemessen und eine Form des Respekts, der Würdigung. Das tue ich. Immer.

08. Mai 2017
pas une énigme

Romain Vicente
08. Mai 2017
Wer als erstes errät, wie die Gruppe heißt, kriegt von mir bei nächster Gelegenheit ein Glas Pink Panther oder rosa Champagner! Nicht mitraten dürfen: Maria, Tobias, Judith, Romain und Moritz. Alternativ wollte ich noch als Preis die Rock’n’Roll Barbie ausschreiben, aber die gefällt mir selber so gut, dass ich mich nicht trennen werde können, wenn ich sie erst einmal habe!

07. Mai 2017
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265

Wenn das Gegenlicht mir keinen Strich durch die Rechnung gemacht hätte, könnte man links von mir auf dem Bild das ganze Adlon sehen.
07. Mai 2017

Was hätte Max Liebermann dazu gesagt. Vielleicht „Mir ist eine gut gemalte Kohlrübe lieber als eine schlecht gemalte Madonna.“ Oder „Das Publikum sieht Kunstfertigkeit für Vollendung an, ohne zu ahnen, daß eleganter Vortrag und virtuose Mache nur untergeordnete Fingerfertigkeiten sind, gegen die wahre künstlerische Durchbildung.“ Und er hätte mit beidem Recht gehabt. Schlaglicht auf die Ausstellung von Daniel Richter im Max Liebermann Haus am Pariser Platz. Was für eine Ehre, dort hängen zu dürfen. Richter stellt dort Exponate aus, die es aus verschiedenen Gründen noch nicht in Ausstellungen gegeben hat. Manches ist nicht ausgereift genug, um mit viel Gedöns präsentiert zu werden. So in etwa hieß es in einer der Ansprachen bei der Eröffnung, sinngemäß. Nicht durchgängig natürlich. Richter war da und mir durchaus sympathisch. Besonders in dem Moment, als ihm im Namen des Hauses mit den besten Wünschen eine Flasche Single Malt, ein guter, überreicht wurde. Begleitet von der Anmerkung „Wir wissen ja gar nicht, ob Sie überhaupt Whisky trinken… äh….?“ Richter: „Ich trinke ALLES!“. Habe ihn nicht fotografiert, hat sich nicht ergeben. Also nicht organisch. Es gibt Situationen, da käme ich mir vor, als würde ich paparazzen. Das ist nicht mein Stil. Aus dem Hinterhalt, wie er auf dem Balkon eine raucht oder mit seinem kleinen Sohn, der entzückend mit einem Anzug herausgeputzt war, herumalbert. Das gehört sich nicht. Zu privat. Ich bin ja nun nicht die Mutter oder Lebensgefährtin. Habe recht spät angefangen zu fotografieren, mehr so nebenbei. Als ich fasziniert das Brandenburger Tor und den Reichstag und das Adlon aus den Fenstern und vom Balkon sah. Wirklich unfassbare Lage, dieses Liebermann-Haus. Eines Königs würdig. Die Architektur ist eine sogenannte „kritische Rekonstruktion“. Man hat sich im Bezug auf die Proportionen und Fassade und Grundriss am zerstörten Original orientiert, aber keine Replik hingesetzt. Im Kern ist das Haus sehr modern. Besonders im oberen Bereich, wo die mich sehr faszinierende Toilette ist, mit den gegenüberliegenden Spiegeln, die einen bis in die Unendlichkeit spiegeln. Mich muss ich ja nicht um Erlaubnis fragen, wenn ich mich abschieße, da kann schon einmal eine Serie unterlaufen. Daher komme ich etwas häufiger als sonst in dieser Strecke vor. Meine durchaus fotogenen Freundinnen Irina und Lydia wollte ich auch nicht über Gebühr belästigen. Nur weil man sich kennt, ist das keine Lizenz sein Gegenüber mit der Kamera zu verfolgen. Hier ist die ganze Strecke vom Liebermann-Haus.
07. Mai 2017
Schmetterlinge jagen… und manchmal sich selbst.

07. Mai 2017
05. Mai 2017
Was bin ich froh, dass mir niemand mehr diktieren kann, wen ich bei einer Veranstaltung abzulichten habe und namentlich zu erwähnen. Die kleinsten Lichter haben es nötig, die beleidigte Leberwurst zu geben, wenn sie nicht vorkommen. Ja Entschuldigung – vielleicht waren sie für mich einfach nicht interessant GENUG, obwohl sie irgendeine – für mich unwesentliche – Funktion im Geschehen hatten. Ihr müsst jetzt ganz stark sein: ich bin keine Reporterin. Leidenschaftliche fotografische Annäherung hat mit Demokratie und Gleichberechtigung nicht das Geringste zu tun. Ich bin eine Schmetterlingsjägerin und lasse mich gerne von bunten Flügeln verzaubern. Das kann auch nur ein Blick sein.
05. Mai 2017
04. Mai 2017
sehr lesenswert.
03. Mai 2017

Aus irgendeinem Grund berührt mich dieses Bild in der Reihe mit Gudrun und Blixa besonders. Ist es die Geste von Fürsorglichkeit und umfassender Wahrnehmung, was in dieser Situation das Angemessenste ist? Blixa das Mikrophon dienend hinzuhalten, ohne dabei wie eine Dienerin auszusehen. Ja, vielleicht. Ich mag Gudrun Gut auf dem Bild besonders. Auf allen Bildern, aber auf dem besonders. Augenhöhe fasziniert mich. Vielleicht, weil man es nicht so oft sieht. Sympathische Alphatiere, die sich Raum einräumen. Das Gegenteil* langweilt mich.
*Leithammel mit Kernkompetenz Präpotenz
02. Mai 2017
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
Sonntag-Nachmittags-Spaziergang am 30. April, bei zauberhafter Frühlingssonne, Richtung Torstraße, zur Janine Bean Gallery und wieder heim, vorbei am Koppenplatz, wo die Bäume und der Flieder blühen. Mysterium auf meinem Balkon… vor mehr als zehn Jahren pflanzte ich einen Fliederbusch, ich glaube, er war zart blau-violett, ähnlich wie dieser, blühte nur einen Frühling, erfror.

In späteren Jahren, ich ließ den Fliederbusch in der Erde, war kein Leben mehr auszumachen. Dann fiel mir in den letzten Jahren ein zarter Trieb auf, der wie Flieder aussah, neben dem toten Busch. Aber keine Blüte. Und nun, seit ein paar Tagen, sehe ich eine Fliederblüte. Aus derselben Erde. Aber weiß. Kann es sein, dass der Nachwuchs von einem Fliederbusch eine andere Farbe hat? Ich kenne diese Farbmutationen von Hortensien, es hängt von der Erde ab, vom Säuregrad. Ich weiß nicht, wie das bei Flieder ist, aber ich freue mich sehr über diese weiße Blüte, nach all den Jahren.
01. Mai 2017
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=261948265
PINK PARTE & RotFront – Emigrantski Raggamuffin Kollektiv backstage, vor und nach der Show im SO36. Ungestellte Aufnahmen! Das sieht da hinten wirklich so aus. Plüschsofas und gesundes Essen, Wasser und Säfte. Na gut, in den gut bestückten Kühlschränken gibt es auch Bier und Wein und auf dem Tisch stand auch eine Flasche Rum. Aber was ist das schon – eine Flasche für ein Dutzend Leute, die sich mental für die Show fit machen müssen. Wir sehen die Künstler beim Rumhängen, Aufwärmen, Reden, Rumstehen, Anziehen, Flirten, Schwitzen, Ausziehen! DANKE, Maria.
01. Mai 2017

Das komplette „Business Outfit“ mit der Rüschenbluse von gestern. Neulich eine Doku über zwei Modebloggerinnen gesehen. Geschäftsmodell: Sich selber bzw. gegenseitig in Anziehsachen fotografieren und dann auf instagram und dem Blog mit Herstellerverweis posten. Total im Stress die Damen, die Klamotten werden drei bis fünf mal pro Tag gewechselt und hundert mal geknipst und gephotoshoppt, bis ein „Wow-Foto“ dabei ist, das gutes Potenzial für Likes hat. Das Ganze rund um die Uhr, 24/7 wie sie es trendbewusst ausdrücken. Das machen die schon ein paar Jahre, permanent unterwegs, denn nicht nur die Klamotten, auch die Locations für die täglichen Selfies müssen „wow“ sein. Wenn in der Cochella-Saison kein Cochella-Outfit BEIM Cochella geknipst dabei ist, können sich die Ladies warm anziehen, das findet der Sponsor dann nicht sonderlich „wow“. Ganz schön stressiger Job. Ist noch in der mediathek von VOX zu sehen, hier.
01. Mai 2017
01. Mai 2017
01. Mai 2017

Auch so eine Spezialität von mir, selektiver Blick auf das Wesentliche. Der Rest wird gekappt. Das Bild hat noch ein oberes Drittel, das mich aber nicht interessiert, hier sieht man es ganz. Entweder ist ein Werk in Gänze gelungen, dann ist es für meine Begriffe virtuos, oder partiell. Dann gibt es Entwicklungspotenzial, mit dem man arbeiten kann. Gilt auch für Musik. Der Rest muss verflüssigt und neu geformt werden. Konzentration auf das Gehaltvolle, Aussagekräftige, Bewegende, auf die Substanz. Schnörkel weglassen, Klischees vermeiden, Posen, Plagiate. Es sei denn, sie haben eine dramaturgische Funktion und geben sich als solche, als Plagiate zu erkennen. Wahrscheinlich kann mir gerade keiner mehr so richtig folgen.
01. Mai 2017

wobei mir das eigentlich ganz gut gefällt. Man könnte sagen, es spricht mich an. Im Original natürlich in dezenter Farbigkeit, aber ich will es nach den zwei Farbfotos nicht übertreiben, sonst denken meine Besucher noch, sie sind auf der falschen Seite. In Wahrheit mache ich natürlich insgeheim dauernd Farbfotos, aber das bleibt bitte unter uns.
30. April 2017
28. April 2017
Pariser Platz 7 — at Max Liebermann Haus


















