Vorgestern beim Betreten des hinteren Balkons aufgeregtes Wegfliegen von Mama Taube, die gar nicht mehr brütete, sondern auf ihrem Nachwuchs saß. Wieder zwei Küken, die sich mit den Köpfchen zugewandt aneinander kuschelten. Sahen aus, wie schon am Vortag geschlüpft. Habe mich nicht mit der Kamera verrenkt, sie in Ruhe gelassen. Ich weiß ja nun, wie die Kleinen in allen Entwicklungsstadien ausschauen.

Außerdem gestern mit meinem Rewe-Account gecheckt, ob man sich auch auf Usedom, sprich Heringsdorf, Lebensmittel liefern lassen kann. Das geht leider noch nicht, nirgends auf Usedom. Man kann lediglich online sein Einkaufskörbchen befüllen und es dann fertig gepackt selbst im Markt abholen. Den Service brauche ich nicht, ich laufe ganz gerne durch den Markt und gucke, was mich anspricht.

Bei Rewe hab ich bisher dreimal Lebensmittel bestellt. Einmal 2021, als ich für mehrere Tage zum Haus meiner Eltern fuhr, nachdem mein Vater gestorben war und die Beisetzung anstand. Meine Mutter lebte damals noch im Haus, war aber mobil schon sehr stark eingeschränkt. Das eher ländlich gelegene Elternhaus hatte keinen fußläufigen Supermarkt, so kam ich auf die Idee, um nicht unnötig Zeit mit Einkaufslogistik zu vertun, diesen Rewe-Account anzulegen und das auszuprobieren. Hat hervorragend geklappt, da es der erste Einkauf war, sogar lieferkostenfrei. Ich konnte direkt ein Zeitfenster für die Lieferung angeben, das mit meiner Ankunft dort korrespondierte.

Ich war noch nicht lange eingetroffen, schon klingelte es und der Fahrer von Rewe stellte drei große, voll bepackte Einkaufstüten an der Haustür ab. Sehr bequem. Nur ein Produkt wurde durch ein anderes ersetzt, es gab eine Joghurtsorte nicht, dafür bekam ich eine andere und als Bonus einen Viererpack vegane Schoko-Mousse, die neu im Sortiment war und von meinem vegan lebenden Neffen mit Begeisterung verzehrt wurde. So hatte ich ein Geschenk für ihn! Meine zweite und dritte Rewe-Bestellung waren diverse gute Getränke in gewichtiger Menge für meine Events bei Sevenstar.

Apropos Einkaufen im Markt: letzten Donnerstag bei Edeka stand ich an der Kasse an, drei Sachen auf dem Laufband. Vor mir eine mit ihrem Smartphone beschäftige junge Frau, circa Mitte Zwanzig, die keinerlei Anstalten machte, einen Warentrenner hinter ihr Zeug zu legen, sie wäre an die Teile rangekommen, ich leider nicht, ich war zu weit weg. Die Kassiererin hatte nicht den Schwung drauf, den viele Kassenmitarbeiter haben, mit einem kräftigen Schubs dafür zu sorgen, dass die aufgereihten Warentrenner bis zu den anderen Kunden nach hinten rutschen.

Ich sprach die mit ihrem Smartphone verheiratete junge Dame an, nachdem ich meine Sachen aufs Band gelegt hatte und schon einige hinter mir auch gerne ihr Zeug getrennt hinlegen wollten, ob sie mir bitte mal einen Warentrenner geben könnte. Sie guckt mich blasiert an, als wäre ich gestört und nimmt träge eines der Plastikdinger, und legt es neben ihr Teil, ein kleines Eispäckchen. Was ich nicht richtig sehen konnte, sie stand vor mir. Ich beugte mich umständlich an ihr vorbei, um einen Warentrenner für meine Sachen zu bekommen, sie guckte pikiert auf, dass ich ihr so nah kam und beschäftigte sich wieder mit ihrem Smartphone. Ich nahm einen und sagte lächelnd zu ihr: „Ganz zauberhaft!“ Sie registrierte die kleine Provokation und entgegnete schnippisch, dazu wäre ja noch genug Zeit, wenn man drankäme. Man könnte auch sagen, die junge Frau achtete sehr gewissenhaft auf ihre persönliche Entschleunigung. Ich gab den Warentrennern, die noch da lagen, einen kräftigen Schubs nach hinten, damit alle was davon hatten.

Die Kassiererin widmete sich dem nächsten Kunden, in dem Fall Kundin, und scannte das Eis von Prinzessin Smartphone. Ohne zu pausieren, griff die Rewe-Mitarbeiterin nun nach meinem Suppengrün. Ich hatte das gar nicht bemerkt. Aufschrei der Smartphonefrau: „NEIN! Das ist nicht meins…!“ Sie hatte den Trenner wohl nur VOR ihr Eis gelegt, aber war eventuell der Meinung, es sei meine Aufgabe, HINTER ihr Eis einen Trenner zu legen, was ich gerne und sofort gemacht hätte, wenn ich es nur gesehen hätte, mir war vorübergehend der Blick darauf verstellt, da im vorderen Bereich des Warenbands, direkt an der Kasse eine kleine Trennscheibe ist. Jedenfalls kamen unsere Sachen durcheinander und mein Suppengrün musste von ihrem Eis abgezogen werden. Sie bezahlte und wünschte der Kassiererin mit gekünsteltem Lächeln betont einen schönen Tag und schwirrte davon.

Beim Bezahlen meiner drei Sachen ärgerte ich mich, dass mir jetzt erst einfiel, dass ich ihr das Eis eigentlich supergerne bezahlt hätte. Das Gesicht hätte ich gerne gesehen, wenn ich sie mit einer großzügigen Geste belästigt hätte, die sie mit nichts verdient hat. Schade. So schade, dass ich der Kassiererin beim Bezahlen davon erzählte. Die lachte und meinte, „Au ja – verstehe, dann hätte sie sich so richtig geschämt.“ Hätte sie vermutlich nicht, sondern pikiert abgelehnt, aber eine amüsante Irritation wäre es gewesen.

Die Kassiererin war in Plauderlaune, arbeitete flüssig weiter und erzählte eine Episode von einer ähnlich schnippischen Kundin, die ihr pampig ihren Einkauf aufs Warenband gepfeffert hatte. „So wollen wir nicht miteinander umgehen, oder?“ (ich). Sie: „Nee, so wollen wir nicht miteinander umgehen. Schönes Wochenende“. Gibt es einen verhaltenspsychologischen Fachterminus dafür, wenn man sich für unverschämtes Verhalten mit dem Gegenteil revanchiert? Wie auch immer, dachte schon währenddessen: wieder was zum Bloggen.

Nun spätes Frühstück. Kaffee und Obsalat mit kleingeschnippeltem Apfel, hellen Weintrauben und roten Johannisbeeren und griechischem Joghurt. Rote Johannisbeeren sind mein liebstes Sommerobst. Jetzt gibt es wieder schöne große Schalen davon zu kaufen, herrlich. Ich habe gerade eine Phase, wo ich täglich mehrere Nuii-Eis-am-Stiel, verschiedene Sorten esse. Packe ich ein bis zwei in eine Schüssel, ohne das Hölzchen, und drüber auch rote Johannisbeeren. Ich würde auch gerne viele Pfirsiche essen, aber davon bekomme ich leider einen Hautausschlag, sehr bedauerlich. Neulich exzessiv gemacht, ich dachte schon, ich hab mir die Krätze eingefangen, bis ich es identifizierte. Ist wieder gut.

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