Auch diese aparte Postkarte wurde mir an meinem Geburtstag überreicht, und zwar von meiner lieben jungen Freundin Lydia. Ich fühlte mich recht geschmeichelt, da sie ja wusste, was ich mit Ihrer Postkarte zu veranstalten gedenke. Dies bedeutete nämlich, dass sie es für menschenmöglich hält, dass ich mich als Lolita (12) präsentiere. Die Ansichtspostkarte zeigt das alte Filmplakat von Kubricks Verfilmung, Anno 1962. Ein Glück, dass Lolita frühreif war und damit auch für älter durchgehen könnte. Nun gut, vielleicht nicht gerade Fünfzig+, aber schon etwas reifer, möchte ich sagen.

In dem Film gibt es ja auch noch eine ältere Frau, die Witwe Charlotte Haze, die ein Auge auf den Literaturwissenschaftler Humbert Humbert geworfen hat, der sich aber mehr für die frische Lolita begeistert. Ich hoffe, dass Lydia nicht um die Ecke gedacht hat und sich ausgemalt hat, ich gebe die Witwe. Nein, so um die Ecke denkt Lydia nicht, auch wenn sie könnte. Sie ist ganz schön raffiniert, wenn sie will. Aber ich auch! Urteilen Sie selbst. Für diesen Beitrag habe ich nur eine kleine geschmackvolle Auswahl getroffen, weiterführendes Bildmaterial steht hier zur Verfügung.

3 Antworten auf „05. September 2020

  1. Lydia G.
    Ich liebe es. Und tatsächlich habe ich mir sehr wenig dabei gedacht diesmal! – Und sicher schon gar nichts Raffiniertes.

    Gaga Nielsen
    Umso besser, hättest du nachgedacht, hätte ich mich womöglich nicht als Nymphchen präsentieren dürfen. Von selber wäre ich selbst mit zwölf nicht auf diese Idee gekommen!

    Lydia G.
    Ich finde aber gerade diesen Bruch gut. Es muss irgendetwas Ernsthafteres bedeuten, vielleicht etwas Feministisches?

    Gaga Nielsen
    Könnte gut sein, ich maße mir ja an, mir nicht vorschreiben zu lassen, was altersgerecht ist oder ähnlichen Quark. Mich interessiert nur, was persönlichkeitsgerecht ist. Ich war zwar noch nie ein Nymphchen mit Augenaufschlag von unten, aber ich lasse mir nicht die Freude an Rollenspielen nehmen. Ich finde es gerade attraktiv, sich in eine Persönlichkeit einzufühlen, die ich noch nicht so ausgelebt habe. So entdeckt man neue interessante Facetten an sich und entwickelt sich. Auch noch mit 50+.

  2. Ist natürlich selbst gebastelt (Vorschrift). Also aus einer uralten Sonnenbrille, die ich nie mehr aufgesetzt habe, ganz dickem Pappkarton (Umschlag von einer Präsentationsmappe), rosa und rotem Nagellack und Teppichklebeband. Mir gefällt sie selber! Liegt jetzt repräsentativ auf dem Rand meiner Badewanne. Der Lolli hat einen kleinen Requisitefehler, das abgespaltete Hölzchen von einem Sushistäbchen ist eigentlich ein bißchen zu lang. Der Lolli selbst ist ein Apfelstückchen. Ich war anfangs sogar versucht, ihn aus Karamell in der Bratpfanne herzustellen, aber dann ist mir eingefallen, dass es in meinem Haushalt nur zwei Minizuckertütchen aus einem Café gibt, die hebe ich für Besuch auf, der Zucker im Kaffee will. Hat ganz gut geschmeckt, der Apfel-Lolli! Ich darf ja keine Sachen extra nur für die Challenge dazukaufen.

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