


Rudolf Sendig. Ein Name, an dem man in Bad Schandau und Umgebung nicht vorbeikommt. Bevor ich mir diese Wanderung vornahm, hatte ich nie von ihm gehört. Nachdem ich also die Rudolf Sendig-Straße zum Fahrstuhl gelaufen war, der auf seine Initiative hin gebaut wurde, ich an der Sendig-Baude vorbeikam und den dort beginnenden, bewaldeten Weg einschlug, stand ich vor diesem Denkmal des großen Förderers. Und nun begann eine Etappe, die ich mir gerne gespart hätte, weil: langweilig. Man läuft den „Fahrstuhlweg“ entlang, es geht stets nach oben und der Weg ist leider gepflastert, was keinem „durch herrlichen Wald wandern“-Erlebnis entspricht. Es ist ein mühevolles Gehen auf hartem Boden, nach links hohe Bäume auf ansteigender Höhe, aber immer gleich aussehend, nach rechts das gleiche Bild, aber es geht nach unten. War mir kein einziges Foto wert, jener ewig gleiche Anblick. Kein Hexenwald-Dickicht, kein undurchsichtiges Gebüsch. Also keine sich anbietende Gelegenheit, um ein kleines Geschäft zu verrichten. Mir war langweilig, ich musste pinkeln, der Weg schien endlos. Aber es konnte ja nicht ewig so weitergehen.

Am Ende dann eine Art Haarnadelkurve, Kreuzung, Häuser kamen, ich fand einen einsamen, schmalen Waldweg, wo keine anderen Spaziergänger und Wanderer waren und setzte mich vor dem Eingang zu einem Schrebergarten schnell ins Gebüsch. Dann wieder zurück zur Kreuzung und ich war wieder in der Spur. Das auf dem Foto mit dem Jägerzaun ist nicht der Schrebergarten, sondern eine der ersten alten (in dem Fall verfallende) Sendig-Villen, zwischen 1903 und 1904, auch im Auftrag von Herrn Sendig erbaut. Eine Kolonie von rustikalen, hölzernen Ferienvillen, die dort beginnt, durchweg renoviert, bis auf diese. Damals Anlass, den Fahrstuhl zu bauen. An der Kreuzung ist ein besonderer Aussichtspunkt, der sogenannte Sendig-Blick, zeige ich gleich.