Ostrauer Ring

Den „Ostrauer Ring“ gefunden, der direkt vorbei an den renovierten Sendig-Ferienvillen in Holzbauweise führt . Beim „Haus Hohe Liebe“ stand eine Bank zum Ausruhen. Nun Mittagszeit, die Sonne stand hoch und schien warm ins Gesicht, ich aß zwei weitere mit Käse und Salami und Gürkchen belegte Schnittchen, noch ein Ei, Kräfte sammeln für etwas, eine kommende Anstrengung, die mir noch nicht bekannt war. An der alten Ferienvilla standen am Sockel Sinnsprüche, Lebensregeln, ähnlich wie sie früher auf Paradekissen gestickt waren. So interessant und kurios das klingt – mir gefielen die alten Häuser nicht so gut, dass ich hätte darin übernachten wollen. Die Frage stellte sich auch nicht, aber ich hatte impulsiv komische Gefühle beim Anblick der Unterkünfte. Leicht muffig-penible Anmutung, disneyhaft folkloristisch, ja hexenhäuschenartig rustikal, altbacken, aber doch seltsam patina-befreit herausgeputzt. Und farblich so überhaupt nicht meins. Viel Braun und Dunkelgrün und Dunkelrot, irgendwie düster, obwohl in lichter Höhe gelegen, auf der sogenannten „Ostrauer Scheibe“. Ich verhandelte innerlich, ob ich nicht wenigstens ein Foto davon machen sollte, stellte aber fest, dass ich keine Freude an Bildern von Gebäuden habe, die mir nicht so richtig gefallen, selbst wenn sie allgemein als sehenswürdig gelten oder auch historisch relevant, gar bedeutend. Lieber schaute ich in die entgegengesetzte Richtung, zum Elbsandsteingebirge. Jenseits der frisch gemähten Felder mit den Strohballen zeigte sich nun beim Weiterwandern links die Silhouette des Falkensteins, daneben die Silhouette der Schrammsteine. Und links etwas, das jener Parkplatz sein könnte, eine Handvoll geparkte Autos. Ich behielt die Richtung im Auge und war nun auf dem „Klüftelweg“.

Ostrauer Ring
Ostrauer Ring

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