Gestutzt, als ich näher hinschaute, an die Ecke des Hauses in der Bergmannstraße 10 in Bad Schandau. Die Striche und Datumsangaben markieren den Pegel des Elbwassers der Überflutungen der vergangenen 255 Jahre. 1845 und 2002 waren die stärksten Fluten, das Wasser stand fast bis zum ersten Obergeschoss des Häuschens. Wenn man es so deutlich vor sich sieht, bekommt man Gänsehaut. Einige Flutmarken sind wohl mitunter nur grob erinnert, besonders die älteren, da sie auch verblassten, durch Regen und spätere Hochwasser weggewaschen wurden und die Rekonstruktion auf Schätzungen oder Chroniken beruhten. Die älteste Markierung der insgesamt achtzehn Flutmarken, die ich entziffern kann, ist von 1771, Februar(?). Die darüber ist unleserlich. Im achtzehnten Jahrhundert gab es eine weitere große Flut 1787, kann aber auch sein, dass man damals noch nicht so akribisch markiert bzw. rekonstruiert hat und es weitere gab. Die meisten Fluten waren offenbar im 19. Jahrhundert mit neun Markierungen zwischen 1805 und 1890. Oder sogar zehn, wenn die unleserliche noch hinzu käme. Im zwanzigsten Jahrhundert gab es drei (bzw. vier) Markierungen. Für unser 21. Jahrhundert wurde bis dato Anno 2002, 2006 und 2010 Elbhochwasser in Bad Schandau vermerkt.

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