Gestern sind die beiden blau-weiß gestreiften Badeanzüge gekommen. Der längs gestreifte sitzt ganz schön eng, ich fühle mich darin wie eine Bockwurst, der Stoff ist zwar elastisch, aber nicht so hautschmeichelnd wie meine Bikinis. Das ist wahrscheinlich so ein Modell mit extra straffem Gewebe, um Speckpolster wegzudrücken. Hab ihn des Musters und der Farben wegen bestellt. Aber wenn ich ihn anhabe, sieht es aus, als ob er passt. Habe vielleicht ein bisschen viel Nuii-Eis in der letzten Zeit gegessen. Eventuell nehme ich ihn nur fürs Schwimmen und ziehe ihn dann gleich wieder aus und den anderen an, der bequemer ist. Jedenfalls keinerlei Gefahr, dass da bei einer größeren Welle was verrutscht oder rausplumpst, fest wie ein Panzer.

Der andere, oben quergestreifte mit dem Volant am Ausschnitt, trägt sich ganz komfortabel, auch recht hübsch, in dem habe ich nicht sofort den Gedanken, wann kann ich mich endlich von dem Teil befreien. Am besten sieht er aus, wenn ich mich sehr gerade halte, aus dem Knick komme. Gilt natürlich auch für andere Kleidungsstücke, eigentlich für alle. Sobald ich meine bequem faule Haltung habe, leicht zusammengesackt, eben nicht wie ein zackiger Soldat oder eine Zwanzigjährige mit der Spannkraft der Jugend, geht die Taille optisch flöten. Ich möchte das aber bitte nicht als Beschreibung eines schwerwiegenden Lebensproblems missverstanden wissen.

Noch zweimal schlafen, dann hab ich Ferien. Die Mini-Sackkarre ist gekommen und macht einen praktikablen Eindruck, kein Monster, relativ leicht. In meinem Kleiderschrank sind nun genug blau-weiße Sachen, die kann ich gar nicht alle mitnehmen. Also mein Reisegepäck wird wieder gut befüllt sein. Erst vorgestern entdeckte ich plötzlich bei einem Blick in einen Kalender mit Wochentagen, dass ich ja gar nicht an einem Sonntag anreise, sondern am Freitag. Da hat der Heringsdorfer Edeka bis 21.30 auf. Kann ich in Ruhe ankommen, gucken, was in der Ferienwohnung vorhanden ist oder fehlt und dann ganz gemütlich losspazieren.

Das Bild mit schönster Ferienstimmung, „Am Strand“, ist von Walter Womacka (1925 – 2010). Er malte es 1962 auf Usedom. Dieses Bild wurde eines der berühmtesten, da beliebtesten Gemälde der DDR-Kunstgeschichte, wohl mehr als drei Millionen mal reproduziert, oft als Reproduktion verkauft (wie dieser farblich interessant verfremdete, weil verblichene Druck, den es auf ebay gibt). Sogar Briefmarken mit dem reizenden Motiv gab es. Ich mag es ebenfalls sehr. Seine Tochter saß ihm Modell. Walter Womacka hat auch den auffälligen umlaufenden Mosaik-Fries „Unser Leben“ am Haus des Lehrers am Alexanderplatz geschaffen, ebenfalls Anfang der Sechziger Jahre. Neben seinem Berliner Hauptwohnsitz bewohnte Womacka ein Ferienhaus auf Usedom, wo er den größten Teil seiner letzten Lebensjahre verbrachte.

Eine Antwort auf „20. August 2026“

  1. Jenny Kittmann
    Meine Oma hatte eben diesen Kunstdruck in ihrem Gartenhäuschen im Wohnzimmer zu hängen. Wenn ich bei ihr übernachtete, war immer mein Blick bei erstem morgendlichen Blinzeln auf dieses Bild. Wundervolle Erinnerung verknüpft mit Sommer, ein kleines ungesundes aber leckeres Keksfrühstück am Bett und natürlich diese besondere Art von Liebe, die man nur von einer wundervollen, lustigen und wahnsinnig herzlichen Oma bekommt. Danke liebe Gaga für diesen schönen, kleinen emotionalen Flashback. 🥰💋

    Gaga Nielsen
    Oh wie wundervoll, Jenny…! Danke für Deine zauberhafte Erinnerung… 🥰

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