
Wir spazieren weiter durch Bad Schandau. Meine innere Anspannung, die ich immer habe, wenn ich bestimmte Züge und Straßenecken erreichen muss und Wege nicht kenne, hatte sich etwas gelockert, nachdem ich schon vom Elbkai aus den „Historischen Personen-Aufzug von 1904“ am Horizont sehen konnte. Der war nämlich mein erstes Ziel. An sich liebe ich es sehr, mich zu verlaufen, ohne dauernd auf einen Ortsplan zu schauen.

Ich mag die überraschenden Einblicke und Ansichten, wenn man sich einfach treiben lässt. In anderen Zusammenhängen mag ich gar keine Überraschungen, wie etwa Überraschungsbesuche. Ich bereite mich auf jegliches gerne mental vor, aber beim Flanieren mag ich Unwägbarkeiten sehr. Mein Orientierungssinn ist recht gut und so wusste ich nun die Richtung und erlaubte mir gemütlich hin zu schlendern, ich hatte ja Zeit, keine Termine, außer den Zug am Abend gegen halb sieben zurück nach Berlin zu bekommen. Auch wenn ich den Aufzug gerade nicht sehen konnte, wusste ich nun genau die Richtung. Ich kam auch am Eis-Café Vivaldi vorbei, das ich mir vorher in Berlin zum Eisessen ausgeguckt hatte, aber noch war keine Zeit für Eis, Ich erfreute mich an den adretten Fassaden.

