Und wieder steht ein Wochenende vor der Tür. Ich stelle mir gerade vor, dass Leute, die kurzsichtig sind, andere immer so leicht verschwommen oder besser ausgedrückt: weichgezeichnet sehen, wie der Unterschied von dem unschärferen zu dem schärferen Foto hier. Das hat Saskia auch in ihrer neuesten Mitteschnitte-Kolumne bestätigt. Oder eben auch wie ich, Sachen, die eher nah vor mir sind, wie meine Hände, wenn ich tippe und auf die Tastatur gucke, oder ein Buch, das ich lese, leicht verschwommen sehe. Ich erkenne, was es für Gegenstände sind, aber ich kann die Buchstaben auf den Plastiktasten der Tastatur nur an der Silhouette identifizieren. Ich tippe immer mit meiner Lesebrille von dm. Auch für Sachen am Monitor Lesen geeignet. Noch geht es. Seit meiner ersten Lesebrille von 2014 scheint sich nicht viel geändert zu haben, mit Stärke 2.0 komme ich gut zurecht. Mit Stärke 2,5 und 3 sehe ich schon wieder andersrum schlecht, nicht geeignet zum Lesen; Faden in Nadelöhr einfädeln.

Da Ina gestern überraschenderweise kommentiert hat, dass sie gerne liest, wenn ich über mein Essen schreibe, was ich ja eher selten mache, hier Bericht zum heutigen Mittagessen: es gab zwei warme Gerichte zu Auswahl, wie immer eins vegetarisch, das andere mit Fleisch (manchmal auch Fisch, aber heute nicht). Das vegetarische waren Röhrennudeln mit roter scharfer Soße, also Penne all’arrabbiata, das andere, zwei ganz große überbackene Kartoffelhälften gefüllt mit Rinderhack und dazu Crème fraîche und Salat nach Wahl. Ich habe die Servicemitarbeiterin überredet, mir auf die beiden gefüllten Kartoffelhälften zusätzlich noch je einen Klacks von der scharfen roten Soße zu geben, die zu dem Nudelgericht gehörte. Das hat die Mahlzeit so richtig abgerundet! Und natürlich wie immer noch extra frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer drüber. Als Nachtisch hab ich ein Glas Joghurt genommen, wo noch geraspelter Apfel und Chiasamen eingerührt waren und oben drauf als Krönung rote Grütze. Ich bin ein richtiger Rote Grütze-Fan! Leider habe ich lange den Unterschied zwischen rotem Wackelpudding und roter Grütze nicht begriffen, dachte, das sei irgendwie das Gleiche, glibberig und durchsichtig und eklig süß und eben rot. Wackelpudding finde ich komplett eklig – Farbe egal! Jetzt hole ich als Erwachsene die ganze versäumte Rote Grütze meiner Kindheit nach. Wobei das auch mehr so ein Berliner Ding ist, oder? In Bayern gab es dieses Schmankerl selten im Angebot.

Als Getränk musste ich heute gezwungenermaßen Vita Cola mit Zucker nehmen. Ich wurde noch gefragt, ob die mit oder ohne Zitrone. Da gibt es scheinbar zwei verschiedene Sorten. Habe gesagt: mit. Den Zitronengeschmack fand ich dann leicht übertrieben. Aber hab es ausgetrunken. Fritz Cola Zero war seit gestern nun auch ausverkauft. Gestern hat mir meine Lieblings-Servicekraft nach geflüsterter Rücksprache mit mir (weil eigentlich verboten) die allerletzte Fritz Cola ohne Zucker zugeschoben, obwohl sie gerade abgelaufen war. Ich hab gesagt, ich esse und trinke auch abgelaufene Sachen, wenn sie noch gut sind, muss man eben gucken, das mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum ist ja nur die absolute höchste Vorsichtsmaßnahme, da ist meistens noch viel Haltbarkeitsspielraum. Die war auch noch ganz prima (und gratis). Demzufolge hat mir gestern die abgelaufene Fritz Cola Zero besser gemundet als die heute nicht abgelaufene Vita Cola mit Zucker und Zitronengeschmack. Man sieht, ich schreite voran, in Sachen Cola-Wissenschaften. Noch gar nicht erzählt: VORGESTERN hatte ich abends in der Letzten Instanz eine Pepsi Cola ohne Zucker. Hat mich geschmacklich leider nicht vollends überzeugt, gab aber keine andere. War aber auch kein größeres Problem, da ich zur Schweinshaxe auf Wein umgeschwenkt bin. Vom Ausflug mit Jenny zur Ausstellung mit Roben von Madame Grès und anschließendem Abendessen in der Letzten Instanz erstatte ich selbstverständlich auch noch ganz detailliert Bericht!

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