
Ruhiges Wochenende. Drei letzte Eindrücke aus den alten Brigitte-Heften. Hoffe, die gezeigten Einblicke haben meine Leserinnen unterhalten. Vielleicht auch ein paar Leser. Ich hatte immer wieder kulturelle Erinnerungs-Flashbacks. Auch bei einer Annonce für „Echten Käse aus Holland“, nicht abgelichtet, die dringend anriet, das in der Anzeige abgedruckte Rezept für Toast Hawaii unbedingt mit echtem Holländischen Käse auszuprobieren, es sei so unvergleichlich besser. Essen und Haushaltsführung spielte auch eine Rolle in regelmäßigen Rubriken. Rezepte, Rezepte, Rezepte.

Die „Brigitte-Diät“ war damals noch nicht erfunden, aber es gab Gymnastik-Tipps und Werbung für Schlankheits-Dragées. Kurios war auch ein empfohlener Haushaltshelfer: eine durchsichtige Kunstoffdose mit Deckel und einem runden kleinen Loch als Aussparung, verschließbar mit einem Schlüssel. Das Ding diente zum Stromstecker aufbewahren. Höherer Sinn und Zweck der Büchse: Kleinkinder vor Elektrogeräten zu schützen. So konnte der Stecker eines einzelnen Geräts gezogen und für Kinderhände unzugänglich weggesperrt werden. War vielleicht kein Verkaufsrenner, da ich bis dato nie davon gehört habe, nur Steckdosenabdeckungen kannte ich. Was mir aber auch dämmerte beim Durchblättern, welchen Beitrag Stars in Sachen Kulturrevolution leisteten. Wenn ein Idol wie Romy Schneider in großer Auflage öffentlich ihr artiges Image ablegte, sich eigensinnig zeigte, war das auch Anregung, ja ein gangbarer Weg für die jungen Leserinnen. Man starb offenbar nicht an etwas Rebellion.
