Eine Aufnahme vom 30. April 2009. Damals hatten wir Schweinepest und ich habe noch fotografiert. Allerdings muss man zugeben, dass damals fast nur in Asien Mundschutz getragen wurde, Cosmic hat das damals eher als kesse Provokation angezogen und ließ sich immer gerne von mir fotografieren. Hier anlässlich einer Ausstellungseröffnung vor dem Gropiusbau. Damals wurden in öffentlichen Gebäuden und auf Firmentoiletten Desinfektionsmittelspender installiert, die heute noch benutzt werden. Ich hatte ein Interview als Bloggerin bei Radio Fritz in Babelsberg und wir sprachen dort auch kurz über Schutzvorkehrungen gegen Schweinegrippe. Z. B. ob es gefährlich sein könnte, zu nah ans Mikro zu gehen, wenn da vorher einer reingesprochen hat. Ist hier in dem alten Video zu sehen. Cosmic hatte mich begleitet und die beiden Kameras bedient.

Da haben wir noch schön herumgewitzelt, ich insbesondere. Das spare ich mir jetzt. Es ist nicht lustig, wenn es einen wirklich erwischt, der ein geschwächtes Immunsystem hat.

Vor vielen Jahren, mittlerweile bestimmt zwölf, hätte ich zu der Risikogruppe mit Vorerkrankung gehört, da ich früher (jahrzehntelang) Asthma und eine daraus resultierende attestierte Lungenschwäche hatte. Ich habe mich in den letzten zehn Jahren vollständig regeneriert und im letzten September hat die Charité gemessen, dass mein Lungenvolumen beim Luftholen 120 Prozent beträgt. Das ist zwanzig Prozent über dem, was man braucht, um atemtechnisch, die Lungenfunktion betreffend, als gesund definiert zu werden. Ich bin sehr bewusst froh, dass ich nicht zu dieser gefährdeten Gruppe gehöre.

Ich habe es privat schon oft erzählt, weil viele nachfragen, wie es sein kann, dass jemand jahrzehntelang Asthma und Allergien hat und dann vollständig geheilt wird, ohne irgendein Medikament zu nehmen. Ich habe vor vielen Jahren Ausschlussdiät gemacht (man lässt über einen längeren Zeitraum bestimmte Nahrungsmittel weg, mal das eine, mal das andere, und schaut, ob sich das Befinden ändert). Dabei zeigte sich, das eine komplette Ernährung ohne Getreide mein Immunsystem so stark macht, dass ich die Pollen in der Blütesaison selbst abwehren kann. Ich habe also nur etwas in der Nahrung weggelassen, seitdem kein Asthma mehr, kein Heuschnupfen, keine Neurodermitis, ganz selten erkältet. Alles weg. Lunge total erholt.

Und ich rauche nicht, nur gelegentlich beim Ausgehen, aber das mache ich auch ohne Coronavirus nicht häufig. Es sah für einige vielleicht anders aus, weil ich früher immer fleißig dokumentiert habe, wenn ich mal im Nachtleben oder bei Konzerten war, das ist aber durchschnittlich nur ungefähr zweimal im Monat der Fall gewesen. Ich arbeite in jeder freien Minute an meinem Werk, was ich aber nicht als Arbeit empfinde, sondern als reine Erholung. Psychedelische Trips ohne LSD, auch Therapie bei seelischen Einbrüchen.

Nur gestern war ich etwas angespannt, weil ich dauernd an Till Lindemann denken musste beim Malen. Da wusste ich nur, dass er auf der Intensivstation liegt und beatmet wird, wegen einer Lungenentzündung. Und es hieß in der Presse gleich, er hätte sich Corona eingefangen. Nun ist er aber zum Glück negativ, wusste ich gestern tagsüber aber noch nicht (hab kein Internet und kein TV in meiner Werkstatt). Auch so ist Lungenentzündung kein Spaß. Ich glaube, er raucht noch. Als ich dann an meinem Greifvogel arbeitete, malte ich mir aus, was für ein Aufruhr in der Welt wäre, wenn er es nicht überlebt. Und musste an Maria denken, und dass sie dann voraussichtlich auch mit der Versorgung zu tun hätte und stellte mir die Belastung für die Mitarbeiter von Lebensnah vor, wenn sie mit dem toten Till konfrontiert wären. Der arme Eric Wrede (er ist den Rammsteinjungs besonders durch seinen früheren Beruf im Musikgeschäft verbunden). Da fühlt sich das noch näher an, wenn eine enge Freundin als Bestatterin arbeitet. So ein Zeug ging mir durch den Kopf! Nachts las ich dann noch den letzten Stand, dass er nicht mehr auf der Intensivstation ist und der Test negativ ist. Uff. Ich habe wirklich zwölf Stunden für ihn innerlich gebetet. So ein einmaliger Künstler in der Welt. Meine Nerven.

Ich fahre jetzt wieder zu meinem Adler, er ist eigentlich schon fertig. Das Bild heißt „SCHWARZ PINK GOLD – neues Deutschland – …auferstanden aus Corona“. Ich wünsche mir ein neues Deutschland. Und es wird kommen. Mit ganz viel Pink und einem sanften, starken Adler mit viel Gefühl und einem goldenen Herzen. Ich werde Angie ein Bild von dem Bild schicken, vielleicht will sie es im Kanzleramt aufhängen, das wäre schön.

6 Antworten auf „28. März 2020

  1. SCHWARZ PINK GOLD ! Genau, ich habe ganz ähnliche Gedanken. Aus der Krise kann man tatsächlich einen Neuanfang ableiten. Das habe ich grade meiner Forschungsgruppe für politische Ökonomie (ANEP) vorgeschlagen, ein EXIT aus dem bisherigen System zu entwickeln. Denn wir haben gerade einen Vorgeschmack, wie schön es ist, wenn man den Dampfer (Welt) mal etwas runter fährt. Nur darf man den Motor auch nicht abwürgen, sondern behutsam runter fahren. :) Grüße Dich herzlich, Dein Cosmic

  2. ….genau! Ich bin innerlich schon in der pink-goldenen Zukunft. Das Bundeskanzleramt ist so ein architektonisches Kunstwerk, so modern und hell und fortschrittlich, da gehört auch eine pink-goldene Politik dazu und ein moderner schwarz-pink-goldener Adler.

  3. Ehrlich gesagt ist die Schweinegrippe damals völlig an mir vorbeigegangen. Ich habe außer in den Nachrichten nichts davon mitgekriegt in Berlin, aber ich hatte auch zu viele andere Sorgen, um auf sowas noch zu achten.

  4. Dann warst du da wahrscheinlich schon raus aus deinem Job, sonst hättest du die Spender mit dem Desinfektionsmittel mitbekommen. Ich hab das damals aber auch nicht weiter verfolgt, denn wenn es richtig ernst mit einer Sache wird, gibt es ja entsprechende Maßnahmen und Verordnungen, denen sich dann alle unterwerfen müssen, und das war damals nicht der Fall. Irgendwann wars dann auch raus aus den Nachrichten, wie alle anderen Geschichten – Rinderwahn, Vogelgrippe, SARS. Was mich aber schon sehr ernst beschäftigt hatte, vor allem in den Achtzigern, war HIV zu vermeiden. Und ich arbeitete 1986 mal auf der Infektionsstation im Auguste-Viktoria-Krankenhaus, wo die HIV-Positiven lagen. Ich musste immer desinfizieren. Habe aber nebenher viele gute Gespräche geführt und mich mit Patienten angefreundet.

  5. Nein, 2009 habe ich noch voll gearbeitet, sogar mit Publikumsverkehr. Deshalb wundert mich das auch, was du schreibst, denn bei uns gab es weder Anweisungen noch Desinfektionsmittel. Ich kann mich nur erinnern (wobei ich gar nicht weiß, ob das im Rahmen der Schweinegrippe war oder doch irgendwas anderes), daß wir einen Schriebs erhielten, in welcher Turnhalle wir uns im Katastrophenfall zu melden haben, um dort bei Impfungen o.ä. zu helfen.

  6. hm – dafür hab ich keine solchen Katastrophenfallanweisungen in Erinnerung. Manches vergisst man auch einfach… – zum Glück auch.

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