Aus meinem goldenen Notizbuch III.

Ein weiterer Eintrag. Es wird wieder etwas körperlich:

„neulich in U-Bahn (U8)
(Anfang Juni 2019)
Schienbeintattoo junger Mann:
ovaler Teppich (wie Badvorleger)
darauf quadratisches Tischchen (wie v. Ikea)
auf Tischchen Vase mit Blümchen“

Aha. Ja. Nicht, dass ich mich über Gebühr für Tattoos interessieren würde, mir gefallen auch nur sehr selten die Motive, die dargeboten werden. Wenn überhaupt, dann nur so eine schöne, anmutige Vogelschwinge am Oberarm oder Schulterblatt. (Ich selber bin nicht tätowiert).

Aber dieser junge Mann da neulich, mit seiner mutmaßlichen Freundin in der U 8. Sehr merkwürdig. Er sah erst mal überhaupt nicht wie der gewöhnliche Tattoo-Freund aus, der ganze Typ war eher wie ein braver Bub, nicht so ein wilder Vogel. Klamotten waren auch unspektakulär bis langweilig, ein T-Shirt dessen Farbe mir entfallen ist, was einfarbiges, vielleicht hellblau oder grau. Und eine beigefarbene Hose, die zwangsläufig kurz gewesen sein muss, vielleicht so eine Art Bermuda, sonst hätte ich das Schienbein ja gar nicht ausführlich sehen können. Da er mir gegenüber saß, und eine ganze Weile mitfuhr, hatte ich genug Zeit mir das Motiv einzuprägen, und mir so meine Gedanken darüber zu machen.

Sein unteres Bein war vorne großflächig tätowiert. Wie oben schon angeführt, präsentierte er auf dem Schienbein eine einfarbig in Schwarz gehaltene Zeichnung, die sich eher für DIN A 4-Format empfohlen hätte: ein ovaler, kleinerer Teppich mehr so rechts unten, wie einer dieser puscheligen (für meinen Geschmack nicht sehr attraktiven) Badvorleger, Man kennt ja diese Sets, Puschelvorleger fürs WC, Puschelabdeckung für die Klobrille und passend dazu der etwas größere Vorleger fürs Waschbecken oder die Badewanne. Auf dem ovalen Teppich ein Beistelltischchen, quadratisch. Gibt es bei Ikea in verschiedenen Farben. Auf dem Tischchen, nicht ganz in der Mitte, eine zierliche Blumenvase, schlichte Form. In der Blumenvase ein aparter Blumenzweig mit mehreren Blüten. Sorte konnte ich nicht erkennen. War ja auch einfarbig, was die Bestimmung zusätzlich erschwert hat. Die Blume war dann auch nicht so groß. Es musste ja alles auf das Schienbein passen. Ansonsten war der junge Mann nicht tätowiert. Ich habe mir ja schon viele Tätowierungen in der U 8 ansehen dürfen, aber so etwas war noch nicht dabei. Ich wollte diesen avantgardistischen Ansatz, mal ein bißchen Wohnungseinrichtung als Tätowierung zu präsentieren, hiermit gewürdigt haben, als Merkwürdigkeit Nummer Drei.

Ich hoffe, mir laufen jetzt nicht die Leser davon, weil ich schon wieder mit einer ja doch eher unpersönlichen Merkwürdigkeit langweile! Ich werde mich bemühen, einen Mix hinzubekommen, so dass im nächsten Eintrag, wieder was persönliches drinsteht!

2 Antworten auf „17. Juni 2018

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