Aus meinem goldenen Notizbuch II.

Also gut, ein frivolerer Eintrag. Mein erster Beitrag ist ja nicht so stark angekommen, wahrscheinlich zu brav! Ich überspringe jetzt einen anderen Eintrag (den ich dann später präsentiere) und verarbeite eine Notiz zu meinem Physiotherapeuten. Wir erinnern uns: zufällig sieht mein Physiotherapeut aus wie Clark Kent. Also groß, athletisch, angenehme Gesichtszüge, schwarze Brille. In meinem goldenen Notizbuch findet sich folgender Eintrag vom 7. Juni 2019:

„Physio (3. Stunde 7. Juni)
„Nelson-Methode“, „Plattenverschiebung“

  • Clark: „ich liebe die Romantik!“ Chopin!

Am 17. Oktober 2019 ist der 170. Todestag von Herrn Chopin. Ich liebe ihn ja auch sehr. Clark plant anlässlich des runden Todestages nach Paris zu reisen, zu seinem Grab. Ein wahrer Romantiker! Das könnte man jetzt unter banal und alltäglich abtun, aber für mich fällt das ganz klar unter „Merkwürdigkeiten“ für mein goldenes Notizbuch. Käme dieser Plan von einem Studenten an einer Musikhochschule oder einem ambitionierten Dichter, würde mir das ja auf Anhieb einleuchten. Aber dieses Bekenntnis „Ich liebe die Romantik!“ wurde mit einem heiligen Ernst vorgebracht. Von einem athletisch gebauten Physiotherapeuten im schwarzen Sportdress, während er meine Hand hielt. Also bitte.

3 Antworten auf „16. Juni 2019

  1. kid37 – 16. Jun, 23:46
    Unwiderstehlich! Als Zahlenmystiker möchte ich noch auf den Eintrag „3. Stunde 7. Juni“ hinweisen. Das kann kein Zufall sein.

    g a g a – 16. Jun, 23:52
    Das sind ganz starke Indizien (!)
    (wofür auch immer)

  2. zuckerwattewolkenmond – 17. Jun, 00:06
    Das klingt in der Tat sehr merkwürdig.

    g a g a – 17. Jun, 00:11
    eine fachkompetente Einschätzung. Inzwischen hat er auch noch seine starke Zuneigung zu Heinrich Heine offenbart. Ich weiß, das klingt jetzt derart merkwürdig, dass man mich der Hochstapelei verdächtigen könnte, aber ich kann notfalls Roß und Reiter nennen! Das ist alles überprüfbar. Das Leben ist meistens origineller als erfundene Phantastereien!

  3. zuckerwattewolkenmond – 17. Jun, 00:19
    Das stimmt allerdings. Deshalb lese ich meist lieber Biographien als Romane. Und manchmal erlebt man selbst Dinge, die würde man sie als Roman erzählen, wieder einige Empörung hervorrufen würden nach dem Motto: das ist alles so konstruiert und unlogisch! Würde man dann sagen, daß die Geschichte auf realen Begebenheiten beruht, würde einem das niemand glauben. Ich finde das irgendwie insgeheim immer reichlich komisch.

    g a g a – 17. Jun, 10:14
    Unterschreibe alles. In meiner Bibliothek befinden sich ca. 77 Prozent (Auto-)Biografien, 15 Prozent Bildbände, 3 Prozent Sachbücher und 5 Prozent Romane. Grobe Schätzung!

    Wenn heutzutage konstruiert und phantasiert wird für Film und Fernsehen, ist der moderne Drehbuchautor auf der Hut, dass er nicht ins Kitschige abdriftet, es sei denn, es geht um eine Rosamunde Pilcher-Verfilmung. Das Leben bietet manchmal aber durchaus kitschige Episoden, nur dass der gesamte Plot nicht von Kitsch durchsetzt ist, sondern unkitschige Wendungen nimmt. So muss ich leider zur Kenntnis nehmen, dass es heute bereits das Happy End gab, weil halt die letzte Stunde geschlagen hatte. Nach sechs Behandlungen ist Schluss. Er hat mir zum Abschied noch eine Karte von seinem Lieblings-Café in Potsdam gegeben. Ich könnte meinem Orthopäden Finkbeiner (alles überprüfbar!) vielleicht noch weitere Stunden abringen. Mal sehen. Bin ja noch nicht gesund! Er hat heute so schön meinen Nacken bearbeitet. Dabei sprachen wir über Mahler. Gustav Mahler. Hach.

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