Aus meinem goldenen Notizbuch I.

Schon etwas länger her, da hatte ich das Büchlein noch gar nicht, aber ich habe es mir gemerkt. Eine junge Frau schrieb mir eine E-Mail. Kein Spam. Der Nachname von ihrem Absender der Mail und der Name in den beigefügten Anhängen, die mit ihr zu tun hatten, war ein anderer, als der mit dem sie ihre Mitteilungen unterschrieb. Ich bat sie um Erklärung, wie nun der aktuelle Name sei, wobei ich mir schon dachte, dass wahrscheinlich eine Eheschließung mit geändertem Namen der Grund ist. Sie rief mich an und sprach sehr gut Deutsch, obwohl sie vor noch gar nicht langer Zeit aus Albanien nach Berlin gekommen ist. Aufgeregt erzählte sie, dass sie geheiratet hat und das der Name ist, mit dem sie jetzt unterschreibt. Zu dem anderen Namen erklärte sie:

„Aber das ist doch mein Geburtstagsname!“

Ich fand das so schön. Geburtstagsname! Wie putzig. Es kommen oft so schöne Sachen dabei heraus, wenn jemand eine Sprache lernt und versucht alles richtig zu sagen. Kinder machen das auch manchmal. Wie unkreativ wir dagegen mit der eigenen Sprache umgehen. Da ist noch viel Luft nach oben! Obwohl mir dann auch wieder so besonders ambitioniert originelle Formulierungen eher auf den Wecker gehen. Aber wenn es so in aller Unschuld kommt, das hat ganz viel Charme. Also das war jetzt eine Kostprobe aus meinem goldenen Notizbuch, was ich unter den angekündigten Merkwürdigkeiten verstehe!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s