21. september 2006

schau schau. unser wurstblättchen wird doch wohl nicht anständig werden wollen und trumpft pünktlich zum sechzigsten mit der renitenten uschi obermaier auf. mal schauen, ob irgendwas neues drinsteht. als langjährige verehrerin habe ich selbstverständlich die erstausgabe von uschis wildem leben und werde jede abweichung gnadenlos entlarven! ich bin schon mächtig gespannt auf die morgige folge mit uschis persönlichem schönheitsrezept! (womöglich die religion?)

20. september 2006

es gibt ja eigentlich wenige seiten, wo man den impuls einen kom- mentar zu hinterlassen, so gar nicht befriedigen kann. noch dazu ist es mir überwiegend wurst, da ich die seiten, wo es mich dann und wann juckt, an zehn fingern (wenn das mal nicht zu hoch gegriffen ist!) abzählen kann. aber wenn ich dann schon mal meiner begeisterung ausdruck verleihen will und es geht nicht und es sind immer wieder die zwei selben. das macht einen manchmal ganz kirre! gestern wieder. stattkatze. argh! dabei hat sie ja recht. es wäre nicht wirklich schön. ein einbruch in ein reservat. kein ort für beiläufiges geschnatter und gelärm. ach. bilder. ich meine bilder. dichte. diese vogelfrau. so großartig. immer wieder. ja, das ist alles nicht neu. aber auch einer alten liebe sollte man hin und wieder etwas schönes sagen.

19. september 2006

soeben ein wenig bei kollegin nielsen recherchiert. nach lektüre der folgenden unerquicklichen zeilen: (…) “ heute kaum noch möglich, asta nielsen in einem ihrer zahlreichen filme zu bewundern, denn von ihren über siebzig filmen sind nur dreißig erhalten geblieben, und die heutigen medien bieten dieser unvergleichlichen künstlerin keinen raum mehr“ bin ich nunmehr zu dem schluss gelangt, dass dieser schmerzliche verlust, wenn auch nicht behoben, so doch ein wenig gemildert werden kann.
was läge also näher, als die verlorenen werke mit mir in der hauptrolle zu rekonstruieren. im grunde muß jetzt nur noch eine auswahl getroffen und die reihenfolge festgelegt werden! die nachfolgenden titel stehen an. wobei meine teure zeit nun leider nicht zulässt, im einzelnen herauszuforschen, was erhalten und was verloren ist. demzufolge lasse ich mich einfach von den mich ansprechenden titeln leiten. doppelt hält besser! und selbstverständlich interessiert mich gelegenheitshalber auch, was mein aufgewecktes publikum favorisiert!
Abgründe (Afgrunden) 1910
mein thema, ganz oben!
Heisses Blut (Det hede blod) 1911
selbstverständlich in der engeren auswahl.
Nachtfalter (Natsvaermeren) 1911
aber wie für mich gemacht!
Der schwarze Traum (Den sorte drøm) 1911
alleine der titel: ein traum!
Ballettänzerin (Ballettdanserinden) 1911
gestrichen. tüllröcke stehen mir nicht. ich will schließlich gut aussehen!
In dem großen Augenblick 1911
unverzichtbar!
Zigeunerblut (Die Vagabundin) 1911
im grunde eine variation von opus 1/the passenger! mein ding!
Der fremde Vogel (Den fremede fugl) 1911
aber ganz unbedingt!
Die Verräterin (Den store elskov) 1912
hat die welt nicht schon genug probleme?
Die arme Jenny (Proletarpigen) 1912
bei aller liebe zum proletariat. lieber nicht.
Die Macht des Goldes (Guldets magt) 1912
wie langweilig. über geld spricht man nicht.
Zu Tode gehetzt (Jaget til døde) 1912
alleine der titel verursacht mir beklemmungen. das geht ja nun gar nicht!
Der Totentanz (Dødedansen) 1912
das klingt heimelig, das klingt vertraut. drehbeginn 31. oktober!
Die Kinder des Generals 1912
das muß ein druckfehler sein. die nielsens hatten noch nie viel mit dem militär am hut! ersatzlos gestrichen!
Wenn die Maske fällt (Når masken falder) 1912
ohne meinen lidstrich? niemals!
Das Mädchen ohne Vaterland 1912
nun gut, auch asta musste hin und wieder des schnöden mammons wegen – nein. bedaure. dafür ist mir meine zeit zu schade!
Jugend und Tollheit (Ungdom og dårskab) 1913
aber gar keine frage!
Komödianten (Komedianter) 1913
je nun
Die Sünden der Väter (Foedrenes synd) 1913
aufarbeiten können andere. ich habe zu tun.
Der Tod in Sevilla (Spansk elskov) 1913
der titel lässt sich ja ganz gut an aber muß es wirklich sevilla sein? meine spanische phase ist schon länger vorbei. wie wäre es mit tod in klagenfurt? oder noch besser: tod in eberswalde? das spricht auch ein bodenständiges publikum an und ich könnte preisgünstig mit der s-bahn hinfahren.
Die Suffragette (Stemmeretsdamen) 1913
unsinn. ich will ja schließlich keinen dokumentarfilm über mich drehen.
S 1 (S.I.) 1913
der titel ist natürlich wahnsinnig überzeugend. S 1! die geburtstunde der filmischen avantgarde. im prinzip ist hier alles möglich. ein traum! ganz oben!
Die Filmprimadonna (Filmprimadonnaen) 1913
ein muß, mein absoluter favorit!
Engelein (Den lille engel) 1914
kenne ich. den gibt es noch. neulich erst wieder mit ringelnatz auf hiddensee gesehen. einer reicht.
Das Kind ruft 1914
das klingt ein wenig anstrengend. ach nein.
Zapatas Bande (Zapatas bande) 1914
wo die revolution ruft, bin ich freilich dabei! das renitente, das liegt mir!
Das Feuer (Ilden) 1914
muß man noch fragen? gewiss ist doch vom feuer der leidenschaft die rede!
Die Tochter der Landstrasse 1915
so gar nicht.
Vordertreppe und Hintertreppe 1915
vordertreppe gut und schön. aber hintertreppe?
Die falsche Asta Nielsen 1915
unfug!
Engeleins Hochzeit 1916
herrje. ich kann mich gar nicht entscheiden, welcher teil des filmtitels der langweiligere ist. indiskutabel.
Aschenbrödel (Askepot) 1916
ein kleiner scherz?
Die ewige Nacht (Den evige nat) 1916
diesen film habe ich bereits abgedreht. ich danke.
Das Liebes-ABC (Kaerlighedens ABC) 1916
wer’s mag
Dora Brandes (Dora Brandes) 1916
wer soll das sein?
Weisse Rosen (De hvide roser) 1917
muß darf ich in der rolle eine hornbrille tragen?
Das Waisenhauskind (Vaisenhusbarnet) 1917
ach gott.
Der erste Patient (Den første patient) 1917
ich denke, so ein weißer, auf figur gearbeiteter kittel steht mir ganz vorzüglich!
Die Börsenkönigin (Børsdronningen) 1918
siehe guldets magt
Das Eskimobaby (Ivigtut) 1918
ist der titel nicht verboten? mit der zensur will ich nichts zu schaffen haben! das gibt nur schlechte presse!
Im Lebenswirbel (I livets hvirvel) 1918
ach gott. jetzt habe ich gelesen lendenwirbel
Die Rose der Wildnis 1918
ein kleines schaffenstief?
Der Fackelträger (Mod Lyset) 1919
wie langweilig
Graf Sylvains Rache 1920
rache ist natürlich ein herrliches sujet – aber graf sylvain? das klingt mir doch ein wenig konstruiert
Nach dem Gesetz (Efter loven) 1919
ich als staatsanwältin? ich weiß nicht. ich möchte lieber etwas figurbetontes tragen.
Das Ende vom Liede 1919
diesen film werde ich ganz sicher machen.
Rausch (Elskovsrus) 1919
das klingt mir nach vielversprechender requisite. man darf mit mir rechnen.
Brigantenrache (Røverpigen)1922
einmal rache genügt
Der Reigen 1920
schnitzler? ach nein. diese literarischen adaptionen schränken mich zu sehr ein.
Kurfürstendamm (Kurfürstendam) 1920
man weiß, was man schuldig ist
Steuermann Holk (Styrmand Holk) 1920
ich im matrosenkostüm? macht das nicht ein wenig blass?
Hamlet (Hamlet) 1921
ein glück, dass ich nicht beim tonfilm bin! alleine der text. das kann sich doch kein mensch merken!
Irrende Seelen/Sklaven der Sinne 1921
ein zweiteiler? apropos: ich ziehe mich nicht aus! steht übrigens auch in allen meinen verträgen.
Die Geliebte Roswolskys 1921
das klingt so gar nicht. und dann roswolsky – kein guter titel! kassengift!
Fräulein Julie (Frøken Julie) 1922
fräulein?
Vanina (Vanina) 1922
pardon?
Der Absturz (Mod afgrunden) 1923
kommt gar nicht in frage! ich bin abergläubisch!
Die Tänzerin Navarro 1923
das kommt mir spanisch vor. kein interesse.
Erdgeist 1923
muß ich mich da irgendwie schmutzig machen? ich bin ja sehr erdverbunden, aber alles in grenzen!
I.N.R.I. 1923
ich glaube nicht, dass mich mein publikum in dieser rolle sehen möchte
Das Haus am Meer (Huset ved havet) 1924
ich bin interessiert. wo und wann wird gedreht?
Lebende Buddhas (Levende Buddha) 1925
ist das nicht eher eine rolle für günter strack?
Die Frau im Feuer 1924
das klingt aber nicht sehr heiter. nur so ein gefühl!
Die Schmetterlingsschlacht 1924
was soll das vorstellen?
Hedda Gabler (Hedda Gabler) 1925
hedda gabler? das sehe ich nicht.
Athleten (Atleter) 1925
ich wüsste nicht, wer hier noch regie führen sollte.
Die freudlose Gasse 1925
bereits der titel stimmt betrübt. das ist nichts für mein publikum!
Die Gesunkenen 1926
diese tiefgehende rolle überlasse ich großzügig fräulein winslett.
Laster der Menschheit (Laster) 1927
daraus lässt sich sicher etwas machen!
Dirnentragödie 1927
wie vulgär!
Kleinstadtsünder (Den farlige leg) 1927
ich drehe nicht mit rühmann!
Das gefährliche Alter (Den farlige alder) 1927
falls es sich hier um eine billige anspielung handeln sollte. vergessen sie es.
Unmögliche Liebe / Vera Holgk und ihre Töchter 1932
unmöglich? dieses wort kenne ich nicht!

19. september 2006

soeben ein wenig bei kollegin nielsen recherchiert. nach lektüre der folgenden unerquicklichen zeilen: (…) “ heute kaum noch möglich, asta nielsen in einem ihrer zahlreichen filme zu bewundern, denn von ihren über siebzig filmen sind nur dreißig erhalten geblieben, und die heutigen medien bieten dieser unvergleichlichen künstlerin keinen raum mehr“ bin ich nunmehr zu dem schluss gelangt, dass dieser schmerzliche verlust, wenn auch nicht behoben, so doch ein wenig gemildert werden kann.
was läge also näher, als die verlorenen werke mit mir in der hauptrolle zu rekonstruieren. im grunde muß jetzt nur noch eine auswahl getroffen und die reihenfolge festgelegt werden! die nachfolgenden titel stehen an. wobei meine teure zeit nun leider nicht zulässt, im einzelnen herauszuforschen, was erhalten und was verloren ist. demzufolge lasse ich mich einfach von den mich ansprechenden titeln leiten. doppelt hält besser! und selbstverständlich interessiert mich gelegenheitshalber auch, was mein aufgewecktes publikum favorisiert!
Abgründe (Afgrunden) 1910
mein thema, ganz oben!
Heisses Blut (Det hede blod) 1911
selbstverständlich in der engeren auswahl.
Nachtfalter (Natsvaermeren) 1911
aber wie für mich gemacht!
Der schwarze Traum (Den sorte drøm) 1911
alleine der titel: ein traum!
Ballettänzerin (Ballettdanserinden) 1911
gestrichen. tüllröcke stehen mir nicht. ich will schließlich gut aussehen!
In dem großen Augenblick 1911
unverzichtbar!
Zigeunerblut (Die Vagabundin) 1911
im grunde eine variation von opus 1/the passenger! mein ding!
Der fremde Vogel (Den fremede fugl) 1911
aber ganz unbedingt!
Die Verräterin (Den store elskov) 1912
hat die welt nicht schon genug probleme?
Die arme Jenny (Proletarpigen) 1912
bei aller liebe zum proletariat. lieber nicht.
Die Macht des Goldes (Guldets magt) 1912
wie langweilig. über geld spricht man nicht.
Zu Tode gehetzt (Jaget til døde) 1912
alleine der titel verursacht mir beklemmungen. das geht ja nun gar nicht!
Der Totentanz (Dødedansen) 1912
das klingt heimelig, das klingt vertraut. drehbeginn 31. oktober!
Die Kinder des Generals 1912
das muß ein druckfehler sein. die nielsens hatten noch nie viel mit dem militär am hut! ersatzlos gestrichen!
Wenn die Maske fällt (Når masken falder) 1912
ohne meinen lidstrich? niemals!
Das Mädchen ohne Vaterland 1912
nun gut, auch asta musste hin und wieder des schnöden mammons wegen – nein. bedaure. dafür ist mir meine zeit zu schade!
Jugend und Tollheit (Ungdom og dårskab) 1913
aber gar keine frage!
Komödianten (Komedianter) 1913
je nun
Die Sünden der Väter (Foedrenes synd) 1913
aufarbeiten können andere. ich habe zu tun.
Der Tod in Sevilla (Spansk elskov) 1913
der titel lässt sich ja ganz gut an aber muß es wirklich sevilla sein? meine spanische phase ist schon länger vorbei. wie wäre es mit tod in klagenfurt? oder noch besser: tod in eberswalde? das spricht auch ein bodenständiges publikum an und ich könnte preisgünstig mit der s-bahn hinfahren.
Die Suffragette (Stemmeretsdamen) 1913
unsinn. ich will ja schließlich keinen dokumentarfilm über mich drehen.
S 1 (S.I.) 1913
der titel ist natürlich wahnsinnig überzeugend. S 1! die geburtstunde der filmischen avantgarde. im prinzip ist hier alles möglich. ein traum! ganz oben!
Die Filmprimadonna (Filmprimadonnaen) 1913
ein muß, mein absoluter favorit!
Engelein (Den lille engel) 1914
kenne ich. den gibt es noch. neulich erst wieder mit ringelnatz auf hiddensee gesehen. einer reicht.
Das Kind ruft 1914
das klingt ein wenig anstrengend. ach nein.
Zapatas Bande (Zapatas bande) 1914
wo die revolution ruft, bin ich freilich dabei! das renitente, das liegt mir!
Das Feuer (Ilden) 1914
muß man noch fragen? gewiss ist doch vom feuer der leidenschaft die rede!
Die Tochter der Landstrasse 1915
so gar nicht.
Vordertreppe und Hintertreppe 1915
vordertreppe gut und schön. aber hintertreppe?
Die falsche Asta Nielsen 1915
unfug!
Engeleins Hochzeit 1916
herrje. ich kann mich gar nicht entscheiden, welcher teil des filmtitels der langweiligere ist. indiskutabel.
Aschenbrödel (Askepot) 1916
ein kleiner scherz?
Die ewige Nacht (Den evige nat) 1916
diesen film habe ich bereits abgedreht. ich danke.
Das Liebes-ABC (Kaerlighedens ABC) 1916
wer’s mag
Dora Brandes (Dora Brandes) 1916
wer soll das sein?
Weisse Rosen (De hvide roser) 1917
muß darf ich in der rolle eine hornbrille tragen?
Das Waisenhauskind (Vaisenhusbarnet) 1917
ach gott.
Der erste Patient (Den første patient) 1917
ich denke, so ein weißer, auf figur gearbeiteter kittel steht mir ganz vorzüglich!
Die Börsenkönigin (Børsdronningen) 1918
siehe guldets magt
Das Eskimobaby (Ivigtut) 1918
ist der titel nicht verboten? mit der zensur will ich nichts zu schaffen haben! das gibt nur schlechte presse!
Im Lebenswirbel (I livets hvirvel) 1918
ach gott. jetzt habe ich gelesen lendenwirbel
Die Rose der Wildnis 1918
ein kleines schaffenstief?
Der Fackelträger (Mod Lyset) 1919
wie langweilig
Graf Sylvains Rache 1920
rache ist natürlich ein herrliches sujet – aber graf sylvain? das klingt mir doch ein wenig konstruiert
Nach dem Gesetz (Efter loven) 1919
ich als staatsanwältin? ich weiß nicht. ich möchte lieber etwas figurbetontes tragen.
Das Ende vom Liede 1919
diesen film werde ich ganz sicher machen.
Rausch (Elskovsrus) 1919
das klingt mir nach vielversprechender requisite. man darf mit mir rechnen.
Brigantenrache (Røverpigen)1922
einmal rache genügt
Der Reigen 1920
schnitzler? ach nein. diese literarischen adaptionen schränken mich zu sehr ein.
Kurfürstendamm (Kurfürstendam) 1920
man weiß, was man schuldig ist
Steuermann Holk (Styrmand Holk) 1920
ich im matrosenkostüm? macht das nicht ein wenig blass?
Hamlet (Hamlet) 1921
ein glück, dass ich nicht beim tonfilm bin! alleine der text. das kann sich doch kein mensch merken!
Irrende Seelen/Sklaven der Sinne 1921
ein zweiteiler? apropos: ich ziehe mich nicht aus! steht übrigens auch in allen meinen verträgen.
Die Geliebte Roswolskys 1921
das klingt so gar nicht. und dann roswolsky – kein guter titel! kassengift!
Fräulein Julie (Frøken Julie) 1922
fräulein?
Vanina (Vanina) 1922
pardon?
Der Absturz (Mod afgrunden) 1923
kommt gar nicht in frage! ich bin abergläubisch!
Die Tänzerin Navarro 1923
das kommt mir spanisch vor. kein interesse.
Erdgeist 1923
muß ich mich da irgendwie schmutzig machen? ich bin ja sehr erdverbunden, aber alles in grenzen!
I.N.R.I. 1923
ich glaube nicht, dass mich mein publikum in dieser rolle sehen möchte
Das Haus am Meer (Huset ved havet) 1924
ich bin interessiert. wo und wann wird gedreht?
Lebende Buddhas (Levende Buddha) 1925
ist das nicht eher eine rolle für günter strack?
Die Frau im Feuer 1924
das klingt aber nicht sehr heiter. nur so ein gefühl!
Die Schmetterlingsschlacht 1924
was soll das vorstellen?
Hedda Gabler (Hedda Gabler) 1925
hedda gabler? das sehe ich nicht.
Athleten (Atleter) 1925
ich wüsste nicht, wer hier noch regie führen sollte.
Die freudlose Gasse 1925
bereits der titel stimmt betrübt. das ist nichts für mein publikum!
Die Gesunkenen 1926
diese tiefgehende rolle überlasse ich großzügig fräulein winslett.
Laster der Menschheit (Laster) 1927
daraus lässt sich sicher etwas machen!
Dirnentragödie 1927
wie vulgär!
Kleinstadtsünder (Den farlige leg) 1927
ich drehe nicht mit rühmann!
Das gefährliche Alter (Den farlige alder) 1927
falls es sich hier um eine billige anspielung handeln sollte. vergessen sie es.
Unmögliche Liebe / Vera Holgk und ihre Töchter 1932
unmöglich? dieses wort kenne ich nicht!

17. september 2006

Ein neues Zeitalter bricht an! Aufmerksamen Lesern wird nicht entgangen sein, dass ich nicht müde werde, den Untergang des von mir über alle maßen geliebten Stummfilms anzuprangern! Welchen Ruhm könnte ich heute als Gaga Nielsen in diesem künstlerisch hochstehenden Genre ernten. Doch jammern bringt uns alle nicht weiter! Daher habe ich gestern Abend beschlossen: selbst ist die Frau! Meine Kamera, hat die da nicht auch irgendsoeine Filmfunktion drin? Gesagt, getan! Man sehe mir die Tonspur nach, das lässt sich ohne weiteres abstellen, rechts unten einfach auf das Megaphon draufklicken. Fertig ist der Stummfilm!
http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=76463240&color=6a6a6a&server=0&title=0&byline=0&portrait=0&fullscreen=1&autoplay=0&loop=0
►watch on youtube
Na bitte.

07. september 2006


text, ach text. wieviel sommer passt in ein leben. in einen tag. wieviel leben in einen sommertag. akkuladung für dreihundertvierundsechzig tage. sequenz und ewigkeit. regenwind. wind and rain and wild desire. albträume auch. haut häuten. knochen schütteln. wind pustet alles weg. taumeln, rotieren, gegen den wind, gegen den wind. wolken rasen. einmal um mich selbst, zweimal dreimal. neun nächte. ach. und ach. und am ende das streicheln eines so kurzen und so ewigen sommertages. sommerwind. haus sommerwind. nordwind. innen hart, außen weich. und umgekehrt. gut für mich. und am ende rückenwind. die letzten werden die ersten sein.

sommer

score

11. september 2006

die filme von herrn almodóvar waren mir bislang ja nicht wirklich zugänglich. aber den habe jetzt sogar ich verstanden. und pénelope cruz ist ja ein kapitel für sich (…) „als tochter von eduardo abbas, einem automechaniker und encarna salma, einer friseurin geboren. sie war schon als kind eine leidenschaftliche schauspielerin, die zur erhei- terung ihrer familie fernsehwerbung nachspielte“. zum ersten mal einen film mit der dame gesehen. ein ganz zauberhaftes weib. ich musste dauernd an die loren denken. dieses schnörkellos anpak- kende und dabei so appettitlich. und wenn sie dann auch noch das lied selber gesungen hat: meine verehrung. die männer: alles schweine. har har. wie im richtigen leben. prost.

11. september 2006

die filme von herrn almodóvar waren mir bislang ja nicht wirklich zugänglich. aber den habe jetzt sogar ich verstanden. und pénelope cruz ist ja ein kapitel für sich (…) „als tochter von eduardo abbas, einem automechaniker und encarna salma, einer friseurin geboren. sie war schon als kind eine leidenschaftliche schauspielerin, die zur erhei- terung ihrer familie fernsehwerbung nachspielte“. zum ersten mal einen film mit der dame gesehen. ein ganz zauberhaftes weib. ich musste dauernd an die loren denken. dieses schnörkellos anpak- kende und dabei so appettitlich. und wenn sie dann auch noch das lied selber gesungen hat: meine verehrung. die männer: alles schweine. har har. wie im richtigen leben. prost.

07. september 2006

I can’t hear you
but I feel the things you say
I can’t see you
but I see what’s in my way
now I’m floatin‘
cause I’m not tied
to the ground
words I’ve spoken
seem to leave a hollow sound
I’m not present
I’m a drug
that makes you dream
I’m an aerostar
I’m a cutlass supreme
In the wrong lane
trying to turn
against the flow
I’m the ocean
I’m the giant undertow
I’m the ocean
I’m the ocean
I’m the giant undertow
I’m the ocean
I’m the giant undertow
I’m the ocean
I’m the ocean
I’m the ocean
I’m the ocean
I’m the ocean
I’m the ocean

07. september 2006


text, ach text. wieviel sommer passt in ein leben. in einen tag. wieviel leben in einen sommertag. akkuladung für dreihundertvierundsechzig tage. sequenz und ewigkeit. regenwind. wind and rain and wild desire. albträume auch. haut häuten. knochen schütteln. wind pustet alles weg. taumeln, rotieren, gegen den wind, gegen den wind. wolken rasen. einmal um mich selbst, zweimal dreimal. neun nächte. ach. und ach. und am ende das streicheln eines so kurzen und so ewigen sommertages. sommerwind. haus sommerwind. nordwind. innen hart, außen weich. und umgekehrt. gut für mich. und am ende rückenwind. die letzten werden die ersten sein.

sommer

score

05. september 2006

lieber dr. heger,
ich weiß – oder ahne (ich mag irren), sie werden es nicht gerne hören. aber ihr merdinger dings – also ihr „merdinger bühl“ und ganz besonders der von 2004 knallt dermaßen geil rein, dass mir als vergleich jetzt eher „aber sowas von geil bekifft“ als „gut besoffen“ einfällt. herrlich. kompliment. meine verehrung. ich bin platt. aber wie. tolle sache. das.
wieso nur habe ich diesen herrlichen tropfen seit jahren derart ver- nachlässigt? es ist mir ein rätsel. seinerzeit war das etikett noch gutbürgerlich weinrot ohne schick formatiertes. billiger war er auch. bei karstadt in steglitz oder war’s wertheim? irgendwas um die sieben dingens. oder achtfuffzig. irgendwas in der richtung. ich rede hier gerade beschwingt delirierend von d-mark-zeiten. und heute: (ich finde jetzt den preis nicht mehr aber dasselbe ungefähr in der zeitgenössischen währung – is ja auch wurscht). auf jeden fall. was wollte ich sagen: – siehe oben.
(oh gott oh gott oh gott – – – und dann seufzt mir noch dieser elende benjamin biolay seine rose kennedy ins ohr. die geile sau, die)

07. september 2006

I can’t hear you
but I feel the things you say
I can’t see you
but I see what’s in my way
now I’m floatin‘
cause I’m not tied
to the ground
words I’ve spoken
seem to leave a hollow sound
I’m not present
I’m a drug
that makes you dream
I’m an aerostar
I’m a cutlass supreme
In the wrong lane
trying to turn
against the flow
I’m the ocean
I’m the giant undertow
I’m the ocean
I’m the ocean
I’m the giant undertow
I’m the ocean
I’m the giant undertow
I’m the ocean
I’m the ocean
I’m the ocean
I’m the ocean
I’m the ocean
I’m the ocean

05. september 2006

lieber dr. heger,
ich weiß – oder ahne (ich mag irren), sie werden es nicht gerne hören. aber ihr merdinger dings – also ihr „merdinger bühl“ und ganz besonders der von 2004 knallt dermaßen geil rein, dass mir als vergleich jetzt eher „aber sowas von geil bekifft“ als „gut besoffen“ einfällt. herrlich. kompliment. meine verehrung. ich bin platt. aber wie. tolle sache. das.
wieso nur habe ich diesen herrlichen tropfen seit jahren derart ver- nachlässigt? es ist mir ein rätsel. seinerzeit war das etikett noch gutbürgerlich weinrot ohne schick formatiertes. billiger war er auch. bei karstadt in steglitz oder war’s wertheim? irgendwas um die sieben dingens. oder achtfuffzig. irgendwas in der richtung. ich rede hier gerade beschwingt delirierend von d-mark-zeiten. und heute: (ich finde jetzt den preis nicht mehr aber dasselbe ungefähr in der zeitgenössischen währung – is ja auch wurscht). auf jeden fall. was wollte ich sagen: – siehe oben.
(oh gott oh gott oh gott – – – und dann seufzt mir noch dieser elende benjamin biolay seine rose kennedy ins ohr. die geile sau, die)

03. september 2006

home sweet home

[ work in progress ]

von wegen fortschritt. man kann natürlich alles übertreiben. dafür bin ich ja bekannt. das hat meine mutter schon immer ausgiebig be- jammert. aber ich arbeite daran. ich versuche mich ja zu beschränken. es müssen nicht immer siebenhundert bilder sein. nein, das muß nicht sein! sechshundertsiebenundneunzig tun es ja vielleicht unter umständen auch. ggf. schaffe ich es sogar auf läppische 647 zu reduzieren! oder wie oder was. ich glaube, ich spinne. man könnte denken, ich kriege dafür bezahlt. ich räume da jetzt noch mal radikal durch. fernseher aus. musik aus. internet aus! [ ach nein, bitte bitte nicht, winsel winsel, das internet darf schon noch ein bißchen anbleiben, oder? na gut, von mir aus, weil du’s bist. und die musik? was ist mit der musik…? mit musik geht alles besser! das ist ein altes, weises sprichwort! das haben schon unsere urväter gewusst! kann das denn falsch sein? heul doch.] und jetzt etwas konzentration bitte.

22. august 2006


so! das wichtigste habe ich in mein neues kleines reiseköfferchen* gepackt. jetzt nur noch so nebensächlichkeiten wie anziehsachen, unterhosen und waschzeug. morgen früh geht’s los! bin natürlich schon mächtig aufgeregt! sehr angenehm auch für ältere herrschaften: nach föhr muss man nur einmal umsteigen, in dagebüll, weil man muß ja irgendwie rauf auf das schiff! aber das kriege ich bestimmt hin.
seid brav!
*incl. schleichwerbung

22. august 2006


so! das wichtigste habe ich in mein neues kleines reiseköfferchen* gepackt. jetzt nur noch so nebensächlichkeiten wie anziehsachen, unterhosen und waschzeug. morgen früh geht’s los! bin natürlich schon mächtig aufgeregt! sehr angenehm auch für ältere herrschaften: nach föhr muss man nur einmal umsteigen, in dagebüll, weil man muß ja irgendwie rauf auf das schiff! aber das kriege ich bestimmt hin.
seid brav!
*incl. schleichwerbung

05. juli 2006

sicherheitshalber werde ich mir eine mit zahlencode verschließbare eisenschatulle besorgen, um den morgen in auftrag zu gebenden neuen reisepass für dritte als auch für zweite unzugänglich auf- zubewahren. sicher ist sicher. nicht, dass ich etwa sorge hätte, dass jemand das kostspielige dokument zum zwecke des datenmiss- brauchs entwenden wollte. es geht mir lediglich darum, sicher zu stellen, dass keine empfindsame kreatur mit dem anblick meines biometrischen passbildes konfrontiert wird und dabei größeren schaden nimmt. da meine haftpflichtversicherung für einen solchen schadensfall nicht gerüstet ist, gilt es vorsorge zu treffen.
kleiner hinweis für die herren, die demnächst in dieselbe prekäre lage kommen, sich so ablichten lassen zu sollen: vergessen sie nicht, ihr schwarzweiß gestreiftes sträflingshemd mitzubringen. eine applizierte zwei- bis dreistellige nummer auf der brust macht sich auch recht gut. man war nämlich so großzügig, keine bekleidungsvorschriften zu erlassen. auch ganz wichtig: nicht rasieren und wenn das vögelchen kommt, an was denken, was schlechte laune macht. (zum beispiel an gestern, 23:26). dann gibt es immerhin eine gute chance, zu einem natürlich wirkenden verbrecherfoto mit angeberfaktor zu kommen.
für uns frauen habe ich leider nur den gut gemeinten rat, zum fototermin einen blickdichten müllsack mit guck- und atemlöchern bereit zu halten. der wird dann nämlich unmittelbar im anschluss nach präsentation der fertigen lichtbilder benötigt, um das verlassen des fotogeschäfts erhobenen hauptes zu gewährleisten.

17. august 2006

zu nieblum will ich begraben sein
am saum zwischen marsch und geest
dort holt mich wohl einmal die nordsee heim
die immer meine mutter gewest
holt mich in ihre tiefe heim
die immer meine mutter gewest
ich hör den wind nicht rauschen
dass ich nicht dächte dein
muss immer nur hegen und lauschen
die augen schließen und lauschen
in sein gebraus hinein
er kommt über dich gestrichen
und trägt so herben duft
mit tönen heimatlichen
erfüllt sich rings die luft
die boote zerren am pflocke
die brandung schlürft und zischt
und fernher summt eine glocke
von amrum über den gischt
(…)
christian morgenstern

17. august 2006


aufgeräumt. mit allem hätte ich gerechnet, aber nicht damit. ich fühle mich so unglaublich aufgeräumt. einfach so. nach fast einundvierzig jahren. man wünscht sich spektakulärere zustände herbei, andere adjektive. aber keines trifft es so genau wie dieses. ich muss das festhalten. so lange es geht. was für ein geschenk. wer weiß wie flüchtig. vorgestern schon hatte ich dieses gefühl. von einem weiten glatten horizont um mich herum. sanfter wind. streichelweich auf der haut. und es tut nicht mehr weh. nichts. nichts. kein fataler magne- tismus zu einer anderen kreatur. kein fehlen. und dann will man es nicht beschwören und verschreien. aber soll man es einfach unter den tisch fallen lassen, wenn sich das nackte eigene leben plötzlich gut anfühlt? es ist leicht, nur das ergebnis zu sehen. ein unbeschwert lächelndes gesicht. aber was für ein weg. bilder von vor wenigen jahren. ich sehe trauer, entwertung. das hat mich so lange begleitet. keine worte dafür. an alle, denen es nicht gut geht: durchhalten, nicht aufgeben. es gibt einen horizont. einen ganz weiten. ich kann ihn sehen.

18. august 2006


immer gut betrinken. unbedingt. nach mitternacht einen reißverschluss reparieren, beten, dass die nadel hält (leder) und dabei gut betrinken. nicht oft. nicht jeden tag. aber gut. das ist wichtig. nicht aus getue, nicht aus dünkel. aus respekt vor dem handwerk. des winzers und meinem. gottesdienst. und big news: es schmeckt so viel besser und fühlt sich genauso an.
[ trau schau wem ]

17. august 2006

zu nieblum will ich begraben sein
am saum zwischen marsch und geest
dort holt mich wohl einmal die nordsee heim
die immer meine mutter gewest
holt mich in ihre tiefe heim
die immer meine mutter gewest
ich hör den wind nicht rauschen
dass ich nicht dächte dein
muss immer nur hegen und lauschen
die augen schließen und lauschen
in sein gebraus hinein
er kommt über dich gestrichen
und trägt so herben duft
mit tönen heimatlichen
erfüllt sich rings die luft
die boote zerren am pflocke
die brandung schlürft und zischt
und fernher summt eine glocke
von amrum über den gischt
(…)
christian morgenstern

17. august 2006

so ist’s recht, so ist’s fein. so wird man gerne willkommen geheißen:
»Großer Konzertabend mit dem Männergesangverein Föhr-West!! Der Männergesangverein Föhr-West präsentiert, unter der Leitung von Roluf Hennig, einen bunten Liederstrauß von bekannten und schönen Chormelodien. Erleben Sie einen traditionsreichen und über die Grenzen der Insel hinaus bekannten und beliebten Männerchor in einem glanzvollen Konzert. In den Pausen sind jeweils kleine Überraschungen geplant: der Blumenmann, Die Johnnys, Das Quintett ohne Fünf, die vier Zylinder sowie Stine und Meta. Nach den Gesangsgruppen kommt noch das neue Theaterstück der Föhrer Landbühne zur Aufführung. Ab 20:00 Uhr in der Strandkorbhalle in Utersum! Kein Eintritt, aber viel Unterhaltung!!«
ich fühl mich jetzt schon ein bißchen daheim. ein jammer, dass ich nicht schon einen tag früher komme, dann könnte ich noch an der kirchenführung mit pastor jeß teilnehmen. sehr interessant und gern besucht! na ja. man kann nicht alles haben.

17. august 2006


aufgeräumt. mit allem hätte ich gerechnet, aber nicht damit. ich fühle mich so unglaublich aufgeräumt. einfach so. nach fast einundvierzig jahren. man wünscht sich spektakulärere zustände herbei, andere adjektive. aber keines trifft es so genau wie dieses. ich muss das festhalten. so lange es geht. was für ein geschenk. wer weiß wie flüchtig. vorgestern schon hatte ich dieses gefühl. von einem weiten glatten horizont um mich herum. sanfter wind. streichelweich auf der haut. und es tut nicht mehr weh. nichts. nichts. kein fataler magne- tismus zu einer anderen kreatur. kein fehlen. und dann will man es nicht beschwören und verschreien. aber soll man es einfach unter den tisch fallen lassen, wenn sich das nackte eigene leben plötzlich gut anfühlt? es ist leicht, nur das ergebnis zu sehen. ein unbeschwert lächelndes gesicht. aber was für ein weg. bilder von vor wenigen jahren. ich sehe trauer, entwertung. das hat mich so lange begleitet. keine worte dafür. an alle, denen es nicht gut geht: durchhalten, nicht aufgeben. es gibt einen horizont. einen ganz weiten. ich kann ihn sehen.

13. august 2006

süddeutsche – faz – zeitmagazin – alles gut und schön. aber werden dort die fragen beantwortet, die einen wirklich umtreiben? zum bei- spiel: „wachsen haare und fingernägel nach dem tod weiter?“ wie oft schon hat mir diese frage unruhige nächte bereitet. seit kindheits- tagen beschäftigt mich diese sache nun schon und keiner konnte mir bislang eindeutig antworten. jetzt in meinem einundvierzigsten jahr lichtet sich der nebel. dank der investigativen wochenschrift „einkauf aktuell„, die man mir ohne umständlichen zahlungsverkehr zuverlässig im abonnement zustellt, wurde die frage abschließend geklärt:

freuen sie sich mit mir auf die kommenden ausgaben mit den schwer- punkten:
viele früchte: einmachen für anfänger (19. August)
onomastik (26. August)

13. august 2006

süddeutsche – faz – zeitmagazin – alles gut und schön. aber werden dort die fragen beantwortet, die einen wirklich umtreiben? zum bei- spiel: „wachsen haare und fingernägel nach dem tod weiter?“ wie oft schon hat mir diese frage unruhige nächte bereitet. seit kindheits- tagen beschäftigt mich diese sache nun schon und keiner konnte mir bislang eindeutig antworten. jetzt in meinem einundvierzigsten jahr lichtet sich der nebel. dank der investigativen wochenschrift „einkauf aktuell„, die man mir ohne umständlichen zahlungsverkehr zuverlässig im abonnement zustellt, wurde die frage abschließend geklärt:

freuen sie sich mit mir auf die kommenden ausgaben mit den schwer- punkten:
viele früchte: einmachen für anfänger (19. August)
onomastik (26. August)

13. august 2006


selten haben mich bilder derart glücklich gemacht. nicht wegen der ausnehmend schönen motive, sondern einfach nur, weil sie überhaupt möglich waren. mir ist gestern mein fotoapparat auf den holzfußboden geknallt. mit einen satten bums. ich war in meinem kabuff und wollte endlich mit reichlicher verspätung strom und gas ablesen. bis gestern nachmittag hatte ich die angewohnheit, sobald ich in mein atelier komme, den fotoapparat an den knauf der badezimmertür zu hängen. die tür wird nicht bewegt, sondern steht immer offen an die wand geklappt und ich vergesse meine kamera nicht wenn ich gehe, weil sie so auffällig da rumhängt. und dann hab ich mich gebückt, um an den in fußbodennähe angeschraubten gaszähler zu kommen, mache eine blöde bewegung mit der linken schulter und rumms. mir war gleich sauschlecht. ich hab sie wie ein rohes ei aufgehoben und erst mal weich gebettet. mich in gedanken demütigst tausendmal entschuldigt und mit dem schlimmsten gerechnet. aber nicht, dass ich den mut gehabt hätte, ihren gesundheitszustand gleich zu überprüfen.
nein nein. erst mal hundertausend sachen gemacht, die ich sowieso machen wollte. zum beispiel die zwischenwand zum nachbarbalkon in alpina aprikose 16 überstreichen, damit mein vermieter ruhig gestellt ist. er war nicht sehr erbaut, dass ich das feuerwehrauto-orange-rot unlängst in einem hellen maisgelb überpinselt habe, weil der perma- nente rote fleck durch die balkontür blockaden bei mir ausgelöst hat. am liebsten wäre mir ja weiß, aber ich dachte, das komische gelb, das ich gerade dahatte, wäre ein kompromiss und so ähnlich wie der stuck an der fassade. das war aber kein maisgelb sondern alpina aprikose 16. nachdem ich meinem sonst überaus entgegenkommenden ver- mieter mitgeteilt habe, dass ich das atelier wegen blockade-wegen- auf-roten-fleck-gucken-müssen kündigen müsste, wenn er an der zwischenwand auf sein komisches rot bestünde, haben wir uns auf den kompromiss geeinigt, dass es auch ok wäre, wenn ich das teil in genau der farbe von dem fassadenstuck streiche. habe ich dann gestern endlich gemacht. dann noch schön pinsel ausgewaschen, abgespült und aufgeräumt. und dann tief durchgeatmet und gebetet.
dann habe ich mich ganz sachte neben meine kamera auf die weiche matte gesetzt und tief geatmet. ganz vorsichtig angefasst und den objektivdeckel abgenommen. gestreichelt. noch mal tief durchgeatmet. und mutig angemacht. kein rattern. kein komisches geräusch. hoff- nung. es gibt hoffnung. auf das display geguckt. keine verschiebung, normales bild. und abgedrückt. bin ich froh. bin ich froh.

09. august 2006

ich würde unheimlich gerne mal mit uschi einen kaffee oder ein gut gekühltes fläschchen wein trinken. auf einer schattigen bank in ihrem wilden canyon, da im gestrüpp in kalifornien, wo auch ihr alter wohnwagen rumsteht. uschi wäre barfuß und ich würde ganz und gar entzückt ihrer gurgelnden dreckigen lache hinterherlauschen, ihrem kehligen, erdig warmen bayrischen dialekt aus ihrem herrlichen mund.
nur für’s protokoll: ich liebe uschi obermaier. immer schon. an uschi gefällt mir einfach alles. von hinten bis vorne, von a bis z. da wird mir ganz leichtfüßig und warm ums herz. weiß gar nicht, wie ich jetzt darauf komme. wahrscheinlich der mond oder schon wieder mein horoskop. impulsive gefühlsaufwallung. muss ja schließlich irgendwohin das zeug.

09. august 2006

rechts ein stein und ein baum
links ein weg der dich führt
du spürst harten kies
siehst drei junge türken stehn
die fischen in der spree
rechts ein stein und ein baum
es ist sommer im park
da sitzen sie bei picknick und chai
alte und kinder
die schreien sich frei
und die zeit schlägt im takt
ihre kräfte entzwei
davon bleibt was
davon bleibt was
das geht mich immer noch an
was gewesen ist, greift mich
und zieht mich in bann
das trag ich in nächten mit
das hält auch in träumen schritt
das hab ich gehaßt
und auch gesucht
[ hab so ´ne sehnsucht ]
da ist gewalt und die hat macht
da ist die lüge gebot
da brauchst du ein herz aus beton
da findest du kinder auf jedem hof
die üben den alltag der stadt
an jeder wand ein boxer steht
der junge macht sich stark
er hat seine fäuste zum himmel gestreckt
denn er weiß, wer nicht kämpft
der ist bald verreckt
und er übt für den tag
wo er alles bezahlt
wo er rauskommt
ganz groß rauskommt
das geht mich immer noch an
was gewesen ist greift mich
und zieht mich in bann
das trag ich in nächten mit
das hält auch in träumen schritt
das hab ich gehaßt
und auch gesucht
[ hab so ´ne sehnsucht ]
da steht ein haus mit ´ner couch
da hängt ein see an der wand
da riechts nach schnaps und likör
sie essen und essen
und prosten sich an
die trinken schluck für schluck
gleichgültigkeit
da ist viel einsamkeit
und der boxer sitzt da
er hockt mittendrinn
hält verkrampft seine tasse
er starrt vor sich hin
und er träumt von ´nem land
von ´nem land ohne geld
träumt von cuba
vielleicht cuba
das geht mich immer noch an
was gewesen ist greift mich
und zieht mich in bann
das trag ich in nächten mit
das hält auch in träumen schritt
das hab ich gehaßt
und auch gesucht
[ hab so ´ne sehnsucht ]
der boxer, klaus hoffman

09. august 2006

ich würde unheimlich gerne mal mit uschi einen kaffee oder ein gut gekühltes fläschchen wein trinken. auf einer schattigen bank in ihrem wilden canyon, da im gestrüpp in kalifornien, wo auch ihr alter wohnwagen rumsteht. uschi wäre barfuß und ich würde ganz und gar entzückt ihrer gurgelnden dreckigen lache hinterherlauschen, ihrem kehligen, erdig warmen bayrischen dialekt aus ihrem herrlichen mund.
nur für’s protokoll: ich liebe uschi obermaier. immer schon. an uschi gefällt mir einfach alles. von hinten bis vorne, von a bis z. da wird mir ganz leichtfüßig und warm ums herz. weiß gar nicht, wie ich jetzt darauf komme. wahrscheinlich der mond oder schon wieder mein horoskop. impulsive gefühlsaufwallung. muss ja schließlich irgendwohin das zeug.

09. august 2006

»menschen sehen einander an. wir alle ringen um unser ansehen. jeder wäre gern angesehen. eine ‚“angesehene persönlichkeit“, sagt man dann. im englischen sagt man „see you“ – „ich sehe dich“, „wir sehen uns“ – wenn man sich nur vorübergehend verabschiedet. „auf wiedersehen“ mein ähnliches, also einander nicht aus den augen verlieren zu wollen. den anderen zu sehen, anzusehen – und vom anderen gesehen, angesehen zu werden, bestimmt maßgeblich unseren aufenthalt in der menschlichen gesellschaft, und auch, wie bekömmlich dieser aufenthalt für uns ist (…)« [ erika pluhar ]


»Exhibitionismus (…) Allgemein gebraucht, bedeutet der Begriff eine übertrieben intime Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit, etwa im Rahmen von Talkshows oder vor der häuslichen Computerwebcam. Diese Selbstdarstellung ist dabei nicht auf den rein körperlichen Aspekt beschränkt, sondern kann sich auch auf seelische, psychische, charakterliche oder andere Eigenschaften beziehen.
In der Umgangssprache spricht man oft davon, dass jemand „exhi- bitionistisch veranlagt“ sei. Es kann sich dieses ohne jeden sexuel- len Kontext auf Handlungsweisen bestimmter Personen (wie Schau- spieler oder Politiker) beziehen. Es können auch Menschen gemeint sein, die sich gerne knapp bekleidet oder nackt zeigen. Eine erotische Komponente ist dabei oft beteiligt, aber nicht zwingend; wichtiger ist für viele die Genugtuung, beachtet zu werden, die Befriedigung eines Bedürfnisses nach Bestätigung. Psychologen gehen anhand empi- rischer Untersuchungen davon aus, dass dieses Bedürfnis nach Bestätigung auch dem Verhalten der (eigentlichen) Exhibitionisten zu Grunde liegt, die körperlich betrachtet werden wollen und damit auf ihre Art Anerkennung und Zustimmung suchen.« [ wikipedia ]

07. august 2006

das muss aufhören mit dem mist hier. schluß mit lustig!
(hat eigentlich noch wer außer mir seit dieser rechtschreibreform- schnapsidee, selbstdisziplinierungsschwierigkeiten bei der sorten- reinen anwendung von ss und ß? ich schreibe hier nur noch kraut und rüben. wenn ich irgendwas früher gekonnt habe, dann das. vorbei. alles vorbei)

07. august 2006

das muss aufhören mit dem mist hier. schluß mit lustig!
(hat eigentlich noch wer außer mir seit dieser rechtschreibreform- schnapsidee, selbstdisziplinierungsschwierigkeiten bei der sorten- reinen anwendung von ss und ß? ich schreibe hier nur noch kraut und rüben. wenn ich irgendwas früher gekonnt habe, dann das. vorbei. alles vorbei)

07. august 2006

Persönliches Tageshoroskop von Montag, 7. August 2006:
(…) Sexuelle Beziehungen erfahren eine starke Belebung (?!?)
(…) Wenn Sie mit Gruppen zu tun haben, sollten Sie diesen Tag nutzen. Er könnte Ihnen dabei helfen, einer Gruppe ein Produkt oder eine Idee zu verkaufen (!!!)
venus trigon mond, exakt um 13:12 uhr! auf die astrologie ist eben verlass. da wird noch pünktlich geliefert. bin schon sehr gespannt auf punkt eins. meiner ortsgruppengründung steht dann ja auch nichts mehr im weg! vielleicht sollte ich mich gleich um einen größeren raum kümmern. evt. die kongresshalle. ist außerdem zentraler gelegen. frank zander geht ja an weihnachten immer ins estrel, um die obdach- losen zu bewirten. das wäre auch noch eine alternative. aber mir ist die zentrale erreichbarkeit schon auch wichtig. es sollen sich ja nicht nur die autofahrer gut bedient fühlen.

07. august 2006

Persönliches Tageshoroskop von Montag, 7. August 2006:
(…) Sexuelle Beziehungen erfahren eine starke Belebung (?!?)
(…) Wenn Sie mit Gruppen zu tun haben, sollten Sie diesen Tag nutzen. Er könnte Ihnen dabei helfen, einer Gruppe ein Produkt oder eine Idee zu verkaufen (!!!)
venus trigon mond, exakt um 13:12 uhr! auf die astrologie ist eben verlass. da wird noch pünktlich geliefert. bin schon sehr gespannt auf punkt eins. meiner ortsgruppengründung steht dann ja auch nichts mehr im weg! vielleicht sollte ich mich gleich um einen größeren raum kümmern. evt. die kongresshalle. ist außerdem zentraler gelegen. frank zander geht ja an weihnachten immer ins estrel, um die obdach- losen zu bewirten. das wäre auch noch eine alternative. aber mir ist die zentrale erreichbarkeit schon auch wichtig. es sollen sich ja nicht nur die autofahrer gut bedient fühlen.

06. august 2006


es muß nicht immer obst sein!
auch meeresfrüchte dienen unserem stoffwechsel und helfen wichtige lebensfunktionen aufrecht zu erhal- ten! bitte flüssigkeit nicht vergessen. die aufspaltung der kostbaren proteine und mineralstoffe wird besonders gut durch zeitgleiche gabe des kreislaufanregenden saftes unterstützt, der durch zweifache vergä- rung von trauben unter zusatz von hefe und zucker im rüttelverfahren entsteht!

04. august 2006


schmutz+schund:
»innerhalb der evangelischen kirche bildeten sich anfang der 1960er jahre verstärkt gruppen, um sich im schundkampf zu engagieren.«
na bitte. da hatte man eben noch werte. wie gerne würde ich auf die frage „und was machen sie so in ihrer freizeit?“ antworten: „mein steckenpferd ist der schundkampf!“. könnte man sicher auch toll leute kennenlernen. stolz und glücklich hätte man beständig ein ziel vor augen. monatliche ortsgruppentreffen, gemütliches beisammensein bei leberwurst und kamillentee. gemeinsame kampfstrategien entwickeln. das leben könnte so schön sein.

06. august 2006


es muß nicht immer obst sein!
auch meeresfrüchte dienen unserem stoffwechsel und helfen wichtige lebensfunktionen aufrecht zu erhal- ten! bitte flüssigkeit nicht vergessen. die aufspaltung der kostbaren proteine und mineralstoffe wird besonders gut durch zeitgleiche gabe des kreislaufanregenden saftes unterstützt, der durch zweifache vergä- rung von trauben unter zusatz von hefe und zucker im rüttelverfahren entsteht!

05. august 2006


esst mehr obst!
da sind vitamine drin! das mag jetzt überraschen, aber meine jüngsten forschungen haben das ganz zweifelsfrei ergeben. sicher ist man zunächst etwas misstrauisch, wenn jemand mit derlei kühnen behauptungen ins feld zieht. aber man muß auch einfach mal vertrauen! ich plane, meine forschungsergebnisse parallel dem max- planck-institut und der humboldt-universität vorzulegen.

05. august 2006


esst mehr obst!
da sind vitamine drin! das mag jetzt überraschen, aber meine jüngsten forschungen haben das ganz zweifelsfrei ergeben. sicher ist man zunächst etwas misstrauisch, wenn jemand mit derlei kühnen behauptungen ins feld zieht. aber man muß auch einfach mal vertrauen! ich plane, meine forschungsergebnisse parallel dem max- planck-institut und der humboldt-universität vorzulegen.

04. august 2006


schmutz+schund:
»innerhalb der evangelischen kirche bildeten sich anfang der 1960er jahre verstärkt gruppen, um sich im schundkampf zu engagieren.«
na bitte. da hatte man eben noch werte. wie gerne würde ich auf die frage „und was machen sie so in ihrer freizeit?“ antworten: „mein steckenpferd ist der schundkampf!“. könnte man sicher auch toll leute kennenlernen. stolz und glücklich hätte man beständig ein ziel vor augen. monatliche ortsgruppentreffen, gemütliches beisammensein bei leberwurst und kamillentee. gemeinsame kampfstrategien entwickeln. das leben könnte so schön sein.

03. august 2006

(…) Die hohe Anzahl von Portraits und Selbstportraits in der Wiener Moderne kann daher als künstlerische Reaktion auf die in Wien beson- ders ausgeprägte Identitätskrise interpretiert werden. Infolge der rasan- ten technischen, sozialen und ökonomischen Veränderungen in der modernen Welt erschien die Wirklichkeit zunehmend flüchtig und un- faßbar, die sinnliche Wahrnehmung selbst wurde zu einem Gegen- stand kritischer Reflexionen. (…) So kennzeichnet sich zum Beispiel der Subjektivismus des Wiener Expressionismus durch den Versuch, das „unrettbare Ich“ durch den Rückgriff auf ein metaphysisches Ich zu rekonstituieren. Künstler wie Egon Schiele und Oskar Kokoschka ver- suchten in Portraits das „Ich der höheren Ebene“ zu malen, während die zeitgenössische Kunstkritik auf diese Versuche mit den Bezeich- nungen der „Seelenmalerei“ und des „Röntgenblicks“ reagierte.


(…) In den okkulten Lehrbüchern fanden sich für diese Darstellung der „spirituellen Physiognomie“ anschauliche Beschreibungen und farbige Abbildungen, die die Künstler zu einer „modernen“ Darstellung der Seelenwelt inspirierten, denn „Heiligenscheine eines elektrischen Jahr- hundertendes sehen auch anders aus“, wie Ludwig Hevesi in treffender Weise anmerkte.
[ astrid kury: okkultismus und die „modernität“ der wiener moderne ]

03. august 2006

(…) Die hohe Anzahl von Portraits und Selbstportraits in der Wiener Moderne kann daher als künstlerische Reaktion auf die in Wien beson- ders ausgeprägte Identitätskrise interpretiert werden. Infolge der rasan- ten technischen, sozialen und ökonomischen Veränderungen in der modernen Welt erschien die Wirklichkeit zunehmend flüchtig und un- faßbar, die sinnliche Wahrnehmung selbst wurde zu einem Gegen- stand kritischer Reflexionen. (…) So kennzeichnet sich zum Beispiel der Subjektivismus des Wiener Expressionismus durch den Versuch, das „unrettbare Ich“ durch den Rückgriff auf ein metaphysisches Ich zu rekonstituieren. Künstler wie Egon Schiele und Oskar Kokoschka ver- suchten in Portraits das „Ich der höheren Ebene“ zu malen, während die zeitgenössische Kunstkritik auf diese Versuche mit den Bezeich- nungen der „Seelenmalerei“ und des „Röntgenblicks“ reagierte.


(…) In den okkulten Lehrbüchern fanden sich für diese Darstellung der „spirituellen Physiognomie“ anschauliche Beschreibungen und farbige Abbildungen, die die Künstler zu einer „modernen“ Darstellung der Seelenwelt inspirierten, denn „Heiligenscheine eines elektrischen Jahr- hundertendes sehen auch anders aus“, wie Ludwig Hevesi in treffender Weise anmerkte.
[ astrid kury: okkultismus und die „modernität“ der wiener moderne ]

02. august 2006

ich hätte heute ja unheimlich lust, so einen leicht schwermütig ange- hauchten, samtdunkelblau angegrübelten, brüchig-schwierigen eintrag zu schreiben. man hat das gefühl, der leser braucht einen kontrapunkt, man möchte ja auch überraschen. aber irgendwie. irgendwie. es will nicht so recht klappen. ich merk‘ das schon. man merkt das ja immer irgendwie gleich. da soll man sich gar nix vormachen. das wird schon wieder albern. hier muß einfach mal wieder mehr disziplin rein. vielleicht habe ich in der letzten zeit auch einfach zu wenig alkohol getrunken. sowas macht sich ja alles bemerkbar. die hitze – man ist abgeschlafft, möchte den kreislauf nicht belasten – also trinkt man weniger bis gar keinen alkohol.
aber heute hat es ja ordentlich geregnet und ich habe mir sogar ein paar leichte strümpfe angezogen. ein ganz neuartiges gefühl. nun könnte ich zwischen folgenden alkoholica wählen:
1. ein kleines fläschchen veuve cliquot.
2. ein gläschen herzhafter williams-christbirnen-schnaps ‚eau de vie‘ .
3. eine zu forschungszwecken neu erworbene flasche wodka aus dem hause absolut mit dem zusatz “vanilia‘. zu meiner entschuldigung ist hervorzubringen, dass ich vornehmlich beabsichtige, diese in meinen ohren etwas experimentell klingende flüssigkeit zur geschmacksabrundung in diverse quarkspeisen einzurühren.
4. eine noch nicht ausreichend kalte flasche ‚la larme d’or‘, mis en bouteille par jean louis quinson.

ich glaube, ich fange mal mit dem birnenschnaps an. so ein birnen- schnaps, das ist was reelles. dann noch die passende musik, irgendwas altes, weinerliches. mal sehen, ob sich da nichts machen lässt. ich melde mich dann wieder.

01. august 2006

hab schon wieder was tolles zum testen gefunden!

„Seit jeher wird der Mensch vom Golde fasziniert und angezogen. Hier erfährt diese magische Anziehungskraft eine weitere Steigerung. Der VIP-Rang Gold lockt mit seinen Komfort-Sitzplätzen oberhalb der Logen auf der Südtribüne. Von hier aus können Sie nicht nur die Spiele von Werder Bremen miterleben, hier können Sie es sich auch einfach mal richtig gut gehen lassen. Mit Ihrer Dauerkarte haben Sie Zugang zum VIP-Bereich Süd und Ost, wo Sie sich gegen Aufpreis nach Herzenslust verwöhnen lassen können. Erleben Sie Werder Bremen in der unvergleichlichen Atmosphäre des VIP-Rang Gold. Mit anderen Worten: Investieren Sie in wahre Werte.“

steht mir das nicht eigentlich schon längst irgendwie ein bißchen zu? (ohne jetzt unbescheiden sein zu wollen) außerdem sind werder- trainer schaaf und ich quasi kollegen. wozu ist man schließlich im selben verein. hab ich gerade gestern in der neuesten ausgabe von unserem vereinsblättchen gelesen. da hat man dann ja wohl vorzugsrechte oder wie das heißt.

02. august 2006

ich hätte heute ja unheimlich lust, so einen leicht schwermütig ange- hauchten, samtdunkelblau angegrübelten, brüchig-schwierigen eintrag zu schreiben. man hat das gefühl, der leser braucht einen kontrapunkt, man möchte ja auch überraschen. aber irgendwie. irgendwie. es will nicht so recht klappen. ich merk‘ das schon. man merkt das ja immer irgendwie gleich. da soll man sich gar nix vormachen. das wird schon wieder albern. hier muß einfach mal wieder mehr disziplin rein. vielleicht habe ich in der letzten zeit auch einfach zu wenig alkohol getrunken. sowas macht sich ja alles bemerkbar. die hitze – man ist abgeschlafft, möchte den kreislauf nicht belasten – also trinkt man weniger bis gar keinen alkohol.
aber heute hat es ja ordentlich geregnet und ich habe mir sogar ein paar leichte strümpfe angezogen. ein ganz neuartiges gefühl. nun könnte ich zwischen folgenden alkoholica wählen:
1. ein kleines fläschchen veuve cliquot.
2. ein gläschen herzhafter williams-christbirnen-schnaps ‚eau de vie‘ .
3. eine zu forschungszwecken neu erworbene flasche wodka aus dem hause absolut mit dem zusatz “vanilia‘. zu meiner entschuldigung ist hervorzubringen, dass ich vornehmlich beabsichtige, diese in meinen ohren etwas experimentell klingende flüssigkeit zur geschmacksabrundung in diverse quarkspeisen einzurühren.
4. eine noch nicht ausreichend kalte flasche ‚la larme d’or‘, mis en bouteille par jean louis quinson.

ich glaube, ich fange mal mit dem birnenschnaps an. so ein birnen- schnaps, das ist was reelles. dann noch die passende musik, irgendwas altes, weinerliches. mal sehen, ob sich da nichts machen lässt. ich melde mich dann wieder.

01. august 2006

ich bin ja sehr für product placement, wenn es um sachen geht, die ich selber prima finde und gerne mag. früher, also damals, als ich noch jung und (noch) naiv(er als heute) war, musste man ja zum beispiel schleichwerbung im fernsehen schlecht finden. hat man also so getan, als ob man es irgendwie total geißelungswürdig findet. eigentlich habe ich es als halbwüchsige aber nicht so richtig kapiert, was es mit dem komischen wettbewerbsrecht auf sich hat und man deswegen nicht sehen soll, dass auf dem tisch eine flasche von der colamarke steht, wo in der guten alten zeit nach dem ersten weltkrieg sogar echtes, tolles kokain drin gewesen sein soll. also die marke, die hierzulande scheinbar irgendwie bevorzugt wird und nicht die, für die der operierte aus dem jacksonclan irgendwann mal reklame gemacht hat. auf jeden fall: alles ganz schön kompliziert!
ich weiß noch, wie mein bruder und ich, als wir klein waren, aber schon alle marken kannten (versaute westkinder halt) immer die augen verdreht haben, wenn in einer vorabendserie gegessen wurde und das ganze zeug und alle verpackungen peinlich genau so hin- gedreht waren, dass man weder ovomaltine noch hohes c lesen konnte. aber die flaschen und dosen hat man ja trotzdem sofort er- kannt. so was blödes. na ja. aber so isses halt.
auf jeden fall: heute bin ich unbedingt dafür, das kind beim namen zu nennen. das berliner leitungswasser soll ja eines der besten sein. ein blödes beispiel. ich komme ja im moment nicht so richtig gut an leitungswasser aus bremen ran, welches evt. auch super schmeckt. müsste man aber unbedingt mal ausprobieren.
ich würde gerne sachen umsonst kriegen, ganz ehrlich. zum beispiel so faltencremes, die ich dann ausprobieren würde. wenn ich gemein wäre, könnte ich jetzt hier hinschreiben, welche superfaltencreme bei mir gar nix genützt hat. ich hab die aber nicht umsonst gekriegt, deswegen schreib ich es jetzt nicht. keine lust.
der haken bei dem ganzen krempel ist doch: man will nur was drüber schreiben, wenn man was drüber schreiben will. und sonst nicht. und so soll es auch bleiben. wenn man aber dafür tolles geld kriegen würde, dass man überhaupt irgendwas drüber schreibt und es dann auch was sein dürfte, das nach hinten losgeht, weils halt nix nützt das zeug, das wäre auch ok. oder halt eben sachen umsonst, die man auch braucht. ich bräuchte jetzt zum beispiel im moment keinen traktor. gut dagegen könnte ich mir vorstellen, dass ich pfingstrosen teste oder so moderne turngeräte für problemzonen, weil ich das noch nie probiert habe, aber vielleicht mal langsam machen sollte.
für meine bescheidenen ansprüche ist eigentlich das wichtigste, dass eine geschichte gut und lustig oder schön traurig und möglichst wenig verlogen geschrieben ist. bzw. wenn gelogen, dann eben spitze. mehr so richtung stiftung warentest in lustig. das wäre meins. „stiftung gagatest: sehr gut“
da fällt mir gerade ganz zufällig ein: bei châteauneuf du pape gibt es immer wieder ganz erstaunliche qualitätsunterschiede. das sollte evt. in näherer zukunft einer eingehenden prüfung unterzogen werden. fällt mir auch immer wieder mal bei sehr trockenem champagner auf und: bei schuhen.

01. august 2006

hab schon wieder was tolles zum testen gefunden!

„Seit jeher wird der Mensch vom Golde fasziniert und angezogen. Hier erfährt diese magische Anziehungskraft eine weitere Steigerung. Der VIP-Rang Gold lockt mit seinen Komfort-Sitzplätzen oberhalb der Logen auf der Südtribüne. Von hier aus können Sie nicht nur die Spiele von Werder Bremen miterleben, hier können Sie es sich auch einfach mal richtig gut gehen lassen. Mit Ihrer Dauerkarte haben Sie Zugang zum VIP-Bereich Süd und Ost, wo Sie sich gegen Aufpreis nach Herzenslust verwöhnen lassen können. Erleben Sie Werder Bremen in der unvergleichlichen Atmosphäre des VIP-Rang Gold. Mit anderen Worten: Investieren Sie in wahre Werte.“

steht mir das nicht eigentlich schon längst irgendwie ein bißchen zu? (ohne jetzt unbescheiden sein zu wollen) außerdem sind werder- trainer schaaf und ich quasi kollegen. wozu ist man schließlich im selben verein. hab ich gerade gestern in der neuesten ausgabe von unserem vereinsblättchen gelesen. da hat man dann ja wohl vorzugsrechte oder wie das heißt.

01. august 2006

ich bin ja sehr für product placement, wenn es um sachen geht, die ich selber prima finde und gerne mag. früher, also damals, als ich noch jung und (noch) naiv(er als heute) war, musste man ja zum beispiel schleichwerbung im fernsehen schlecht finden. hat man also so getan, als ob man es irgendwie total geißelungswürdig findet. eigentlich habe ich es als halbwüchsige aber nicht so richtig kapiert, was es mit dem komischen wettbewerbsrecht auf sich hat und man deswegen nicht sehen soll, dass auf dem tisch eine flasche von der colamarke steht, wo in der guten alten zeit nach dem ersten weltkrieg sogar echtes, tolles kokain drin gewesen sein soll. also die marke, die hierzulande scheinbar irgendwie bevorzugt wird und nicht die, für die der operierte aus dem jacksonclan irgendwann mal reklame gemacht hat. auf jeden fall: alles ganz schön kompliziert!
ich weiß noch, wie mein bruder und ich, als wir klein waren, aber schon alle marken kannten (versaute westkinder halt) immer die augen verdreht haben, wenn in einer vorabendserie gegessen wurde und das ganze zeug und alle verpackungen peinlich genau so hin- gedreht waren, dass man weder ovomaltine noch hohes c lesen konnte. aber die flaschen und dosen hat man ja trotzdem sofort er- kannt. so was blödes. na ja. aber so isses halt.
auf jeden fall: heute bin ich unbedingt dafür, das kind beim namen zu nennen. das berliner leitungswasser soll ja eines der besten sein. ein blödes beispiel. ich komme ja im moment nicht so richtig gut an leitungswasser aus bremen ran, welches evt. auch super schmeckt. müsste man aber unbedingt mal ausprobieren.
ich würde gerne sachen umsonst kriegen, ganz ehrlich. zum beispiel so faltencremes, die ich dann ausprobieren würde. wenn ich gemein wäre, könnte ich jetzt hier hinschreiben, welche superfaltencreme bei mir gar nix genützt hat. ich hab die aber nicht umsonst gekriegt, deswegen schreib ich es jetzt nicht. keine lust.
der haken bei dem ganzen krempel ist doch: man will nur was drüber schreiben, wenn man was drüber schreiben will. und sonst nicht. und so soll es auch bleiben. wenn man aber dafür tolles geld kriegen würde, dass man überhaupt irgendwas drüber schreibt und es dann auch was sein dürfte, das nach hinten losgeht, weils halt nix nützt das zeug, das wäre auch ok. oder halt eben sachen umsonst, die man auch braucht. ich bräuchte jetzt zum beispiel im moment keinen traktor. gut dagegen könnte ich mir vorstellen, dass ich pfingstrosen teste oder so moderne turngeräte für problemzonen, weil ich das noch nie probiert habe, aber vielleicht mal langsam machen sollte.
für meine bescheidenen ansprüche ist eigentlich das wichtigste, dass eine geschichte gut und lustig oder schön traurig und möglichst wenig verlogen geschrieben ist. bzw. wenn gelogen, dann eben spitze. mehr so richtung stiftung warentest in lustig. das wäre meins. „stiftung gagatest: sehr gut“
da fällt mir gerade ganz zufällig ein: bei châteauneuf du pape gibt es immer wieder ganz erstaunliche qualitätsunterschiede. das sollte evt. in näherer zukunft einer eingehenden prüfung unterzogen werden. fällt mir auch immer wieder mal bei sehr trockenem champagner auf und: bei schuhen.

31. juli 2006

ich liebe es.
„wo wohnt jürgen drews“
kinder kinder kinder. ich weiß zwar nicht, wo herr drews wohnt, aber – ha! aufgehorcht! – ich weiß dafür wie er wohnt! toll, was!
herr drews und seine ramona bevorzugen (haben sie mal im fernsehen gezeigt) französische betten im möbel-hübner-design. so gestepptes und gepolstertes, gerne in altrosa oder auch geblümt. und zwar in sämtlichen räumen. ho ho! so lässt sich’s leben.

30. juli 2006


fließendes papier. ich löse ganz gerne rechte winkel auf. da oben aber zufällig geschehen, beziehungsweise ‚organisch‘. schon lange kein platz mehr in den regalen. ich sehe diesen ausschnitt immer, wenn ich auf dem balkon im süden im halbschatten herumliege und den kopf nach links drehe. heute ist mein blick ganz oft in diese richtung gewandert. deswegen mal ein bild.

30. juli 2006

(…) »eigentlich hatte ich mich für den kurs yoga für skoliosekranke ein- schreiben wollen, doch die lehrerin warf nur einen blick auf mich, be- fand meinen rücken für gerade und schickte mich nach nebenan, wo patricia walden, eine der berühmtesten amerikanischen iyengar-leh- rerinnen, einen workshop zum thema yoga für depressive leitete. wo ich, da hatte die lehrerin ja recht, ganz offensichtlich auch hingehörte.
patricia walden war ende fünfzig, lang, dünn und durchsichtig. mit ihren weißblonden haaren und ihrem weißen trikot hatte sie etwas nonnen- haft zartes bis sie dann zum ersten mal lachte: laut, etwas dreckig, entzückt. »ich war immer deprimiert«, begann sie. sie erzählte, wie sie ihre depressionen jahrelang selbst behandelt hatte – mit heroin. »nicht, dass ich das empfehlen würde«, sagte sie schnell in die schockierte stille, »aber mir hat es geholfen. deprimiert war ich jeden- falls ganz sicher nicht!« langanhaltendes schepperndes lachen.
bei ihrer allerersten yoga-stunde mit b.k.s. iyengar sagte dieser etwas, das sie persönlich nahm: »wer die achselhöhlen offen hält, wird nicht depressiv.« und: »machen sie einen schritt. egal, wie klein er ist.« »depression ist wie treibsand«, hatte eine freundin einmal gesagt. »du könntest dich mit einem schritt retten, aber diesen einen schritt kannst du ums verrecken nicht machen.« patricia walden rollte die arme zurück, öffnete die achselhöhlen, die brust – ich machte es ihr nach, während sie weiterredete. und plötzlich knackte etwas in meiner brust
« m.moser: schlampenyoga

30. juli 2006

light sleeper mit willem dafoe gesehen. kamera und überhaupt. und da ist dieses lied. world’s on fire. der soundtrack nicht mehr zu kriegen. und plötzlich in einem sentimentalen flash back richtung achtziger (obwohl schraders film anfang der neunziger gedreht wurde, fühlt er sich irgendwie sehr achtziger an) musste ich massiv an lee claytons naked child denken. I ride alone und wind and rain. „there’s wind and rain and ice and fire, thunder and lightnin‘ and wild desire. places I’ve been and I’m going to, I think of anything and I think of you.“ so im ohr. so eine lieblingsplatte war das und so lange nicht gehört. fünfzehn jahre oder mehr. wenigstens die könnte man bestellen. als ich den preis sehe, glaube ich es nicht. nicht zu fassen. die vinylscheibe dagegen schon ab zwei euro. ob ich mir wieder einen plattenspieler zulege? hm na ja. wohl eher nicht. als alternative habe ich dann the essential … bestellt. sind ja wenigstens ein paar davon drauf. diese samples haben ja eine erschütternde qualität, aber musik, die man so oft gehört hat, ist auf geheimnisvolle weise in ätherischer brillianz mit höhen, mitten und bässen auf der festplatte der ewigen erinnerung abgespeichert. ein gefühl, wie wenn man nach vielen jahren alte fotografien hervorholt, von jemandem, der einem sehr viel bedeutet hat. ein bißchen traurig, aber schön.

28. juli 2006

mensch. elisabeth volkmann. ich hab die ja irgendwie gemocht. schade nur, dass sie damals immer nicht zugeben wollte, dass sie sich liften hat lassen. das war ja so unübersehbar. ich hätte gedacht, dass sie souveräner damit umgeht und vielleicht sogar noch ein witzchen darüber hinkriegt. damit hätte sie mancher frau bestimmt helfen können, die rat und hilfe in der richtung braucht. siebzig ist sie geworden immerhin. aber trotzdem sehr schade. och mensch -elsbeth

28. juli 2006

mensch. elisabeth volkmann. ich hab die ja irgendwie gemocht. schade nur, dass sie damals immer nicht zugeben wollte, dass sie sich liften hat lassen. das war ja so unübersehbar. ich hätte gedacht, dass sie souveräner damit umgeht und vielleicht sogar noch ein witzchen darüber hinkriegt. damit hätte sie mancher frau bestimmt helfen können, die rat und hilfe in der richtung braucht. siebzig ist sie geworden immerhin. aber trotzdem sehr schade. och mensch -elsbeth

27. juli 2006


vor einem jahr in jasmund. wegen jedem schüchternen sonnenstrahl aus dem häuschen. in langärmligen sachen an der kreideküste entlang. und jetzt: flucht vor den gebündelten strahlen. aber immerhin jeden tag gelegenheit für ein anderes kurzes fähnchen. wenn ich bedenke, wieviele kleider ich dem roten kreuz vermacht habe. wer weiß, wo die jetzt rumlaufen.
ich war noch nicht einmal schwimmen. die evt. nicht ganz wirklichkeitsferne vorstellung von verschwitzten zusammenrottungen an verpisster, lauer brühe mit wenig platz dazwischen, lockt auch nur meinen fluchtinstinkt hervor. gestern sage ich zu einer freundin „wenn mir jetzt einer ein ticket nach afrika schenken würde, würde ich sagen: kannst du dir gerne übers klo nageln.“ und dabei wollte ich eigentlich schon immer mal nach afrika.
muß mal schauen, wo es kälter ist. am besten irgendwas zwischen 21 und 27 grad. oder schön unzuverlässige wetterlage. unberechenbar. auf einmal fängt man an, das sonstige kraut- und rübenwetter zu schätzen. heilsamer erkenntnisprozess. ich freue mich schon auf den moment, wenn man vor dem einschlafen wieder das gefühl hat, eine leichte, weiche decke über sich legen zu wollen. jetzt verstehe ich, wieso es immer kuscheldecke heisst. mit heißer luft kuschelt es sich irgendwie ganz schlecht.

26. juli 2006

dennie christian. shawn cassidy. bernd clüver.
da hat unser stubenältester ja wieder was schönes für meine ge- neration ausgegraben. ein bißchen irritiert bin ich aber schon, dass ich doch reihenweise déjà vus beim gucken vom jahrgang 1974 habe. zum beispiel das cover von david cassidy (…) mit dem ringelpullover. oder das mit dem zotteligen john lord, wo man links einen kleinen hinweis auf ein marilyn-poster sieht, mit hintergrund in pink. das poster hatte ich an der wand von meinem kinderzimmer. da war ich gerade mal achteinhalb. und irgendwie bilde ich mir sogar ein, dass ich dieses gelungene portrait von herrn cassidy mit der nicht minder gelungenen überschrift „mit solchen fotos verwirrt david seine fans“ auch nicht zum ersten mal sehe. erscheinungsdatum: 8. november 1973. na gut, da war ich immerhin schon acht. ist das normal, dass kinder in dem alter schon bravo lesen? mein bruder war demnach ja schon neun. auf jeden fall hat man dadurch bestimmt ganz toll lesen gelernt.

26. juli 2006

dennie christian. shawn cassidy. bernd clüver.
da hat unser stubenältester ja wieder was schönes für meine ge- neration ausgegraben. ein bißchen irritiert bin ich aber schon, dass ich doch reihenweise déjà vus beim gucken vom jahrgang 1974 habe. zum beispiel das cover von david cassidy (…) mit dem ringelpullover. oder das mit dem zotteligen john lord, wo man links einen kleinen hinweis auf ein marilyn-poster sieht, mit hintergrund in pink. das poster hatte ich an der wand von meinem kinderzimmer. da war ich gerade mal achteinhalb. und irgendwie bilde ich mir sogar ein, dass ich dieses gelungene portrait von herrn cassidy mit der nicht minder gelungenen überschrift „mit solchen fotos verwirrt david seine fans“ auch nicht zum ersten mal sehe. erscheinungsdatum: 8. november 1973. na gut, da war ich immerhin schon acht. ist das normal, dass kinder in dem alter schon bravo lesen? mein bruder war demnach ja schon neun. auf jeden fall hat man dadurch bestimmt ganz toll lesen gelernt.

25. juli 2006

(…) »fragen stellen? dazulernen wollen? neue wege gehen? „der sport- psychologe coacht auch mich“, verrät klinsmann furchtlos, wohl wissend, dass er mit solchen aussagen für viele deutsche fußball- „experten“ kurz vor der klapsmühle steht.«
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25. juli 2006

ich muß noch mehr üben. kein einziger prominenter heute nacht, noch nicht mal d- oder f-prominente wie jürgen drews oder der andere, der mit den blondierten haaren und den dackelfalten, der schlagersänger, der mit der anderen sängerin da liiert war, die versucht hat, sich umzubringen und dann den hundesalon aufgemacht hat und wieder pleite gegangen ist. madeleine oder chantal oder so ähnlich. die sind aber auch schon wieder geschieden. ist ja auch egal.
jedenfalls: nix. von bloggern gar nicht zu reden. wobei ich da ja schon auch meine ansprüche hätte. auf ein nächtliches rendezvous mit einer strickbloggerin wäre ich jetzt ja auch nicht so richtig scharf, wenn ich ausnahmsweise mal kein blatt vor den mund nehmen darf. wenn ich ehrlich bin, habe ich es aber auch nicht so richtig geschafft, mir gestern vor dem einschlafen wen vorzustellen.
dementsprechend langweilig war dann halt auch das ergebnis: nur wirrwarr, wendeltreppenkram, das übliche. irgendwas mit baustelle. vor ein paar tagen habe ich erst kapiert, dass da morgens nicht mein digitalisierwütiger nachbar seine urlaubsfotos der letzten dreißig jahre einscannt, sondern der gemeine, digital steuerbare baukrahn unserer tage das identische piepgeräusch mit dem langgezogenem fiepen in zwei tonlagen in kurzer abfolge produziert.
das ist ganz schön irritierend, wenn man sich tagelang den kopf zerbricht, warum den nachbar plötzlich dermaßen der eifer packt, seine fotos zu digitalisieren. und immer in aller herrgottsfrüh. man macht sich ja seine gedanken. ist er womöglich krank? hat er nicht mehr lange? will er der nachwelt seine erinnerungen als platzsparendes erbe hinterlassen? man fühlt ja auch mit. ein baukrahn. ich bin ja schon enttäuscht.

23. juli 2006

wieder toll geträumt. ich bin bei jil sander zuhause eingeladen, um bei einem exclusiv-interview (nicht für die sendung von frau ludowig, son- dern ein einmaliges interview für eine hochglanzzeitschrift, ich glaube, die deutsche vogue) fotos zu machen. das interview wird von einer jungen frau geführt, die ich ganz stark mit veruschka in verbindung bringe, es ist aber nur fast veruschka.
sie ist sehr viel jünger als die heutige veruschka, knapp zwanzig aber sonst sehr ähnlich und mir ganz außerordentlich sympathisch. ich habe im traum neben kollegialer sympathie auch gefühle der ver- ehrung und bewunderung für sie. sie ist anmutig wie ein reh und wahr- scheinlich auch fotomodell, keine hauptberufliche journalistin. ich nenne sie veruschka II.
wir sitzen zu dritt in einem leicht abgedunkelten raum, einer art wohn- zimmer, in weichen, eleganten, geradlinigen möbeln, die mit grober wildseide, leinen und veloursleder in subtilen grautönen bezogen sind. der ganze raum ist souveränes understatement in stein- bis blaugrau. völlige ruhe, die fenster sind mit durchscheinenden blaugrauen rollos abgedunkelt, nur hinter frau sander kann man die landschaft durch ein fenster sehen, ein panoramafenster, breiter als hoch, die scheibe ist leicht getönt, auch graublau.
ich sehe durch das fenster bis zum horizont einen nach unten leicht abfallenden, sonnenbeschienenen, langgestreckten acker, so weit das auge reicht. zwischen den aufgeworfenen erdschollen haben sich vom letzten regen kleine pfützen gebildet, in denen sich tiefblauer himmel spiegelt. ein sonniger tag, es ist angenehm in den schattigen räumen. ein bungalow, ein heller flachbau, vielleicht aus den sechziger jahren. irgendwo in schleswig-holstein.
frau sander wirkt sehr entspannt und ausgegeglichen. sie sitzt mit dem rücken zum fenster, die beine übereinandergeschlagen und strahlt eine schwer zu beschreibende, irgendwie aristokratische unantast- barkeit aus, die aber trotzdem nicht verschlossen wirkt. sie ist hell gekleidet, ein locker fallender, sommerlicher hosenanzug aus leich- tem, vielleicht sandfarbenem leinen. wie ein pyjama geschnitten. die arme liegen angewinkelt auf den gepolsterten lehnen. in einer hand eine getönte brille im stil der dreißiger jahre. sie sieht uns auf- munternd an, als ob sie um ihre leicht einschüchternde unnahbarkeit wüsste.
veruschka zwei stellt verschiedene fragen, danach wie sie, jil sander, jetzt lebt, nachdem sie sich aus der öffentlichkeit zurückgezogen hat. frau sander spricht sehr leise und überlegt genau, bevor sie antwortet. mein blick schweift gerade aus dem fenster – ich fotografiere nicht sehr viel, und wenn, kaum merklich, mit der kamera auf meinem schoß. ich weiß, dass sie nicht gerne fotografiert wird, deswegen gibt es auch keine große ausstattung, keine zusätzliche ausleuchtung, nur das diffuse tageslicht, um sie vergessen zu lassen, dass überhaupt fotografiert wird.
plötzlich stellt die junge veruschka mit aufrührerischem tonfall eine frage, die sie aus ihren notizen abliest. „wissen sie eigentlich noch wie ein acker riecht?“ ich bin völlig von den socken, wie sie dazu kommt, frau sander so eine frage zu stellen, noch dazu in diesem leicht provozierenden ton. schließlich kann man durch das fenster auf einen frischgepflügten acker sehen, der bis an ihr wohnzimmer reicht und draußen vor der tür habe ich ein paar lehmverkrusteter gummistiefel stehen sehen. es ist doch bekannt, dass frau sander ausgedehnte spaziergänge durch die natur mit ihrem hund liebt – und dann eine solche frage! veruschka. kind, denk doch ein bißchen mit!
veruschka zwei guckt ganz arglos von ihren papieren auf, zu mir. ich will sie nicht in verlegenheit bringen und sage weiter nichts, ich bin ja auch gar nicht gefragt. frau sander lächelt fein und deutlich amüsiert und antwortet mit heiterem unterton und etwas augenzwinkernd in meine richtung „ja“. das ging ja noch mal gut.
szenenwechsel. ich stehe in redaktionsräumen herum, nachdem ich die bilder abgegeben habe und will eigentlich gerade gehen, da hält mich plötzlich der ehemann von susan stahnke auf, der auch dasteht, in kurzen hosen, mit mehreren kameras um den hals und einem köfferchen mit fotozubehör neben sich auf dem boden.
er ist schlecht gelaunt und beschwert sich, dass er keine aufträge kriegt, ja: man boykottiere ihn. ich denke mir nur: „seit wann will der denn fotografieren? habe ich ja noch nie was von gehört.“ er wettert weiter: „die stecken alle unter einer decke, deswegen gibt man mir keine aufträge!“ ich denke nur: „kein wunder. du blödmann.“ und sage ungerührt und ein bißchen gemein: „hmja. das nennt man natürliche auslese“. der mann von stahnke sieht mich fassungslos an und kriegt den mund nicht mehr zu. dann bin ich aufgewacht.
dass ich von jil sander träume, ohne jemals an sie zu denken, kann ich mir ja immerhin noch über zehn ecken zusammenkonstruieren, weil ich vor drei tagen bei douglas war und die parfümerieverkäuferin nach parfums gefragt habe, die eine vanillenote haben, mit dem zusatz „ich meine aber nicht sun von jil sander“.
aber das mit dem heini von der stahnke. der hat mich ja noch nie beschäftigt. dass ich den im traum überhaupt erkannt habe, ist schon so ein kleines wunder für sich.

24. juli 2006

gleich halbzwölf. ich werde heute mit meiner übungssreihe beginnen und möchte das experiment noch vor mitternacht starten. ich ver- spreche mir davon eine noch höhere erfolgsquote. der schlaf vor mitternacht soll ja auch der gesündeste sein. ich denke, das sollte man wenigstens einmal im leben ausprobiert haben. falls das ex- periment von erfolg gekrönt sein wird, werde ich morgen berichten.