30. september 2007

ich weiß, was der verlust meines wunderbaren bruders durch einen schattigen, moosigen wald mit himmelhohen, lichten bäumen, sonnenreflexen, viel wurzelwerk auf dem display immer ’störung‘. nach hochwissenschaftlicher analyse und rücksprache mit fachpersonal über die weiße göttin von ranke-graves zu beginn des ganzen hatte ich eine pressemitteilung versenden? gut.
lieber anonym, liebe welt, hinter-

[ kompletter wahnsinn ]

30. september 2007

Eigentlich hätte hier jetzt ein kleiner Text mit angehender Ernsthaftigkeit geschrieben werden müssen. Wieso relief besser ausdrückt, was gemeint ist. Mehr als Linderung oder Erleichterung. Oder Befreiung. Alles drin. Wenn der Schmerz nachlässt. Auf einmal nichts weh tut. Gerade noch so schwer und schwerfällig und endlich unerwartet leicht. Wenigstens für einen guten Moment. Zu spüren, dass die Seele nicht mehr vom Seil fällt, keine Gefahr. Und der Bauch hat auch aufgehört zu ziehen. Als ich vor einer Woche Bilder archivierte, fand ich Bilder von mir, von vor wenigen Jahren. Ich wusste damals nicht, welche Traurigkeit mir im Gesicht stand. Dass sich Enttäuschung eingegraben hatte. Ich wusste es wirklich nicht. Und damals war ich weniger unverbunden als heute. Das ist doch verrückt.
Aber anstatt zu erklären, warum relief es trifft, werde ich dieses neue Spielzeug ausprobieren, das aus meinen alten Texten einen neuen schreibt. Auf geht’s:
born with the deep going passionate energy of jupiter, which is mainly prospering and flourishing and includes any powerful and optimistic color, with the deep going passionate energy of scorpio, which means quite good energy to me. not for pussies.“ letzten montag
Da ist jetzt aber ein bißchen doppelt gemoppelt. Und dann ausgerechnet Englisch zum Einstand. Na gut, der erste Versuch! Im Namen der dichterischen Freiheit will ich nicht meckern.
Nur der jähe Abbruch nach „letzten Montag“ gibt mir zu denken. Ein heikles Thema, das nun doch nicht weiter ausgeführt werden kann? Hochanständig hingegen, dass der Autor des neuen Textes immer ordentlich auf die Quellen verweist, aus denen das frische Werk zusammengefrickelt ist. Und sehr toll ist natürlich, dass man jetzt endlich einen Grund hat, bei sich selber zu kommentieren!

24. september 2007

gerade zu faul, Arielle zu fotografieren. Aber sie hätte es verdient. Diese roten Haare. Arielle ist meine neue Gefährtin.
Zum Glück hat meine liebste Sabine am Wochenende auf dem Flohmarkt in Kladow gleich an mich gedacht. Und an meinen kleinen Kinderkomplex, nie eine echte Barbie gehabt zu haben. Aber meine Petra war ja auch sehr apart. Sie war von Wulle und hatte viel schönere Augen und tolle lange dunkle Wimpern. Und schöne braune Haare mit Pony. Hinten am Hals war Petra eingeritzt, deswegen Petra.
Und heute setzt mir meine liebe Freundin eine kleine Arielle vor die Nase und strahlt: „Du hattest doch nie eine echte Barbie, das ist eine!!!“ Ich schaue mir meine kleine Meerjungfrau an und denke, irgendwas ist anders als an den Barbies. Arielle hat einen ganz schön großen Kopf und schaut so fröhlich. Die Barbies schauen ja immer mehr so ein bißchen wie Paris Hilton. Also eigentlich ein bißchen doof und auch nicht besonders nett. Aber so Barbies verändern sich ja vielleicht auch, im Lauf der Jahre. So eine Barbie wird ja auch älter und reifer.
Als Sabine schon ein paar Stunden weg ist, untersuche ich meine kleine Arielle ganz genau. Vor allem hinten am Hals. Die Barbies, die ich eigentlich doof finde und die für meine Eltern viel zu teuer waren, haben am Hals hinten so einen blöden Mattel-Stempel. Ganz hässlich, wie eine Kuh mit Brandmal! Meine Arielle hat da aber nicht so was. Da steht „Disney“. Eigentlich bin ich jetzt ganz beruhigt, weil ich jetzt zwar immer noch nicht meine erste Barbie bekommen habe, aber dafür weiß, dass man schon gleich am freundlichen Gesicht erkennt, wenn es keine Barbie ist.
Jetzt mache ich doch ein Bild. Weil die Haare sind echt der Knaller. Und die Schwanzflosse sowieso. Der BH rutscht immer ein bißchen, aber das macht nichts. Im Wasser kann man ruhig auch mal oben ohne schwimmen.



mehr tolle Bildchen!

23. september 2007

Ich habe den halben Sonntag damit verbracht, den Übergang von analog zu digital in einen Koffer zu packen. Die Negative mit Kontaktabzug zur zugehörigen cd. Ein gutes Jahr, von August 2003 bis September 2004 habe ich das gemacht. Noch auf Film fotografiert, aber mit der Filmentwicklung auch eine cd erstellen lassen, bis meine letzte, schon angeschlagene, analoge Olympus in Island, in Thorsmörk an einem großen Feuer, dem schönsten und größten, das ich je sah und das ich nicht mehr festhalten konnte, endgültig an Herzversagen verschied. Dann lieh mir eine Freundin für zwei Monate ihre alte analoge und am ersten November 2004 kaufte ich fest entschlossen und bester Dinge die Olympus, die so gut in meiner Hand lag und mir gestohlen wurde. Aber wen interessiert das.
Eigentlich ist der Haufen interessanter, den ich danach produzierte. In dem Koffer, in dem das Bildarchiv landete, waren alte Disketten, deren Inhalt ich längst auf Festplatte gespeichert habe. Ich habe längst kein Diskettenlaufwerk mehr. Aber an den Dingern ist Metall und ich habe Respekt vor dem Rohstoff. Metall wegzuwerfen kommt mir immer verschwenderischer vor, als andere Rohstoffe in den Hausmüll wandern zu lassen. Zweihunderteinundreißig Disketten. ein Berg.
Unter anderem ein Schriftwechsel von Tausenden von e-mails mit einem einzigen Menschen, sehr privat. Ganz fürchterliche Vorstellung, dass jemand eine dieser Disketten herausfischen würde, um neugierig zu sehen, was darauf wäre. Obwohl das ja Unfug ist. Wer kramt im Hausmüll nach einer Diskette. Aber trotzdem. Außerdem wollte ich wieder sehen, wie die von innen aussehen.
Also habe ich bei offenem Sonnenfenster bis es dämmerte, 231 Disketten in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt. das einzige was ich nicht verwerte, ist der winzig kleine, gedrehte Draht, der einem entgegenspringt, wenn man mit der Schere in die Öffnung fährt um die beiden Hälften zu spalten. das Innenleben der alten Datenträger hat eine zwingende Ästhetik, die man schwer verwerfen kann. Ich rechne, wie groß die Leinwand sein muß. Dann sind die Worte gebannt. Ich kann kaum begreifen, dass all die Worte in einem runden Stückchen Folie mit einem Stück Metall in der Mitte gespeichert sind. Jeder kann es sehen und niemand wird es lesen.

24. september 2007

gerade zu faul, Arielle zu fotografieren. Aber sie hätte es verdient. Diese roten Haare. Arielle ist meine neue Gefährtin.
Zum Glück hat meine liebste Sabine am Wochenende auf dem Flohmarkt in Kladow gleich an mich gedacht. Und an meinen kleinen Kinderkomplex, nie eine echte Barbie gehabt zu haben. Aber meine Petra war ja auch sehr apart. Sie war von Wulle und hatte viel schönere Augen und tolle lange dunkle Wimpern. Und schöne braune Haare mit Pony. Hinten am Hals war Petra eingeritzt, deswegen Petra.
Und heute setzt mir meine liebe Freundin eine kleine Arielle vor die Nase und strahlt: „Du hattest doch nie eine echte Barbie, das ist eine!!!“ Ich schaue mir meine kleine Meerjungfrau an und denke, irgendwas ist anders als an den Barbies. Arielle hat einen ganz schön großen Kopf und schaut so fröhlich. Die Barbies schauen ja immer mehr so ein bißchen wie Paris Hilton. Also eigentlich ein bißchen doof und auch nicht besonders nett. Aber so Barbies verändern sich ja vielleicht auch, im Lauf der Jahre. So eine Barbie wird ja auch älter und reifer.
Als Sabine schon ein paar Stunden weg ist, untersuche ich meine kleine Arielle ganz genau. Vor allem hinten am Hals. Die Barbies, die ich eigentlich doof finde und die für meine Eltern viel zu teuer waren, haben am Hals hinten so einen blöden Mattel-Stempel. Ganz hässlich, wie eine Kuh mit Brandmal! Meine Arielle hat da aber nicht so was. Da steht „Disney“. Eigentlich bin ich jetzt ganz beruhigt, weil ich jetzt zwar immer noch nicht meine erste Barbie bekommen habe, aber dafür weiß, dass man schon gleich am freundlichen Gesicht erkennt, wenn es keine Barbie ist.
Jetzt mache ich doch ein Bild. Weil die Haare sind echt der Knaller. Und die Schwanzflosse sowieso. Der BH rutscht immer ein bißchen, aber das macht nichts. Im Wasser kann man ruhig auch mal oben ohne schwimmen.



mehr tolle Bildchen!

23. september 2007

Ich habe den halben Sonntag damit verbracht, den Übergang von analog zu digital in einen Koffer zu packen. Die Negative mit Kontaktabzug zur zugehörigen cd. Ein gutes Jahr, von August 2003 bis September 2004 habe ich das gemacht. Noch auf Film fotografiert, aber mit der Filmentwicklung auch eine cd erstellen lassen, bis meine letzte, schon angeschlagene, analoge Olympus in Island, in Thorsmörk an einem großen Feuer, dem schönsten und größten, das ich je sah und das ich nicht mehr festhalten konnte, endgültig an Herzversagen verschied. Dann lieh mir eine Freundin für zwei Monate ihre alte analoge und am ersten November 2004 kaufte ich fest entschlossen und bester Dinge die Olympus, die so gut in meiner Hand lag und mir gestohlen wurde. Aber wen interessiert das.
Eigentlich ist der Haufen interessanter, den ich danach produzierte. In dem Koffer, in dem das Bildarchiv landete, waren alte Disketten, deren Inhalt ich längst auf Festplatte gespeichert habe. Ich habe längst kein Diskettenlaufwerk mehr. Aber an den Dingern ist Metall und ich habe Respekt vor dem Rohstoff. Metall wegzuwerfen kommt mir immer verschwenderischer vor, als andere Rohstoffe in den Hausmüll wandern zu lassen. Zweihunderteinundreißig Disketten. ein Berg.
Unter anderem ein Schriftwechsel von Tausenden von e-mails mit einem einzigen Menschen, sehr privat. Ganz fürchterliche Vorstellung, dass jemand eine dieser Disketten herausfischen würde, um neugierig zu sehen, was darauf wäre. Obwohl das ja Unfug ist. Wer kramt im Hausmüll nach einer Diskette. Aber trotzdem. Außerdem wollte ich wieder sehen, wie die von innen aussehen.
Also habe ich bei offenem Sonnenfenster bis es dämmerte, 231 Disketten in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt. das einzige was ich nicht verwerte, ist der winzig kleine, gedrehte Draht, der einem entgegenspringt, wenn man mit der Schere in die Öffnung fährt um die beiden Hälften zu spalten. das Innenleben der alten Datenträger hat eine zwingende Ästhetik, die man schwer verwerfen kann. Ich rechne, wie groß die Leinwand sein muß. Dann sind die Worte gebannt. Ich kann kaum begreifen, dass all die Worte in einem runden Stückchen Folie mit einem Stück Metall in der Mitte gespeichert sind. Jeder kann es sehen und niemand wird es lesen.

20. september 2007

Wir stolpern von einem Film über eine Sozialphobikerin, den sie sah, über Morphinderivate zur Glückseligkeit. Sie fragt, hast du das empfunden? Kennst du das? Und wann? In meiner Antwort kommen mir nicht die Augenblicke mit Menschen zuerst in den Sinn, sondern viele Augenblicke in menschenleerer Landschaft. Zum Glück versteht sie das.
Und immer denke ich an diesen Elch, der mir direkt in die Augen schaute, dessen Reich ich versehentlich betrat. Wo ich ihn im schattigen Dickicht liegen sah. An einem Nachmittag im September. Neben seiner Frau. Und er sah mich und hielt den Blick und stand ganz langsam auf, wie in Zeitlupe. Und erhob sich zu voller Größe. Und hielt den Blick. Meinen Blick. Hielt den Blick. Und stand still. Und ich stand still und hörte für einen Moment auf zu atmen. Dann fing ich an zu zittern und ging rückwärts den verirrten Weg, den ich gekommen war, in hastiger Benommenheit. Mein Herz schlug wie verrückt. Aber nicht vor Angst. Vor Glückseligkeit.
Denn ich hatte es mir gewünscht, wie sonst nichts. Es war ja mein Geburtstag. Ich stand unter der Dusche, es war ein Samstagmorgen und ich sagte halblaut, während das warme Wasser auf meinen Kopf rieselte, dass es mein einziger Herzenswunsch für diesen Tag sei, diesen scheuen Elch zu sehen, der in einem eigenen Wald lebt, da in der Schorfheide. Ich hatte es schon aufgegeben, so spät am Nachmittag, so viele Stunden. Dann hatte ich mich auch noch verirrt. Aber ich hatte mich zu ihm verirrt. Zu meinem Wunsch. Seitdem glaube ich wieder an das Wünschen.

18. september 2007


Ich muß unbedingt lange leben. Erst fünfzehn von 851 in 141 Ländern. Man kann sich gar nicht entscheiden. Wenn ich Island abziehe, noch vierzig Jahre lebe und pro Jahr in dreieinhalb Länder reise, könnte ich es schaffen, die übrigen 836 anzuschauen. China hat ja eine ganz schön lange Liste. Die hebe ich mir für später auf. Es sei denn, ich gehe streng alphabetisch vor (wegen der besseren Übersichtlichkeit, sonst reist man womöglich wo doppelt hin!). Oder würfeln.
Aber man weiß ja nicht, wie rüstig man mit achtzig ist. Vielleicht dann doch eher erst mal die anstrengenderen Sachen, wo kein Taxi hinfährt. Auf alle Fälle habe ich die nächsten hundert Jahre keine Probleme, mir zu überlegen, wo ich die Ferien verbringe. Deutschland und Polen könnte ich evt. auch immer an den Wochenenden abarbeiten. Kleinvieh macht auch Mist! (Wieviel ist eigentlich 836 durch 40?) Noch 19,9 Sachen in diesem Jahr.
Heuer kommt es wieder knüppeldick! Noch fünfzehn Wochenenden. Ein Glück, dass ich Ende Oktober gleich noch mal zwölf Tage Ferien mache, da kann ich dann den Überhang von 4,9 unterbringen. Das sollte zu schaffen sein. Zwölf durch 4,9 macht 2,448979591. Bei je einem Tag An- und Abreise beträgt die Aufenthaltsdauer somit 0,45 Tage. Ergibt 648 Minuten = 10 Stunden und 48 Minuten.

16. september 2007

Wahnwitzige Vorstellung, und es ist ja wahr, dass aus dem, was man sich einverleibt, neue Zellen entstehen, die den eigenen genetischen Code enthalten. Wie kann man anders, als seinem Essen Zuneigung entgegenzubringen. Aus kleinen Krabben und Karotten wird ein Stück der eigenen Hand. Mandelsplitter und Schokolade versorgen das Gehirn. Gedanken aus Erdbeeren und Vanilleeis.




17. september 2007


Lieber daran glauben. Heute mittag war keine Wolke mehr am Himmel. Am Himmel. Grit erzählt mir etwas. Ich sage: „Ha! Du hast Zauberkraft!“ (Einsame Freundin verreist, glaubt nicht mehr an die Liebe, betritt ein Schiff, Skipper öffnet die Arme und sagt: „komm in meine Arme“. Eine wahre Geschichte. Sie hat es ihr vorhergesagt.) Grit lacht, sie ist keine Esoteriktante. „Ach was, das war doch nur, um sie aufzumuntern“.
Sie ist wirklich toll. Seit Jahren beobachte ich nun ihre beiläufigen Vorhersagen, die sie stets mit Augenverdrehen von sich weist. Überzeugt mich natürlich total vom Gegenteil. „Soll ich dir was sagen?“ fragt sie grinsend. „Ja!!! sag mir was! Unbedingt!!! Dann erfüllt es sich! Wahrscheinlich kannst du es herbeirufen!“ Sie grinst, wie sie dann immer grinst und wir gehen über die Ampel.

16. september 2007

Nicht uninteressant, wenn jemand das Potenzial hat, die Einschätzung im Laufe der Jahre zu wenden. Beim Zappen an Desirée Nosbusch hängengeblieben. Ich fand sie immer spannend, weil sie mein Jahrgang ist und auch zu Zeiten, wo ich sie eher nicht mochte, eine starke Ausstrahlung hatte, die immerhin polarisiert und an der man nicht vorbeikam. Ein Energiebündel, damit bin ich immer zu beeindrucken. Damals, Anfang der Achtziger als sie auftauchte, bewunderte ich ihr sehr selbstsicheres Auftreten und fand ihre manchmal schnippischen und altklugen Reaktionen gleichsam arrogant, zuweilen peinlich und doch respektabel. Jemand, bei dem ich hinschaute.
Gerade tauchte sie bei einer ihrer Preisverleihungs-Moderationen auf 3sat auf. Irgendein Buchpreis, von dem ich noch nie hörte. Auf dem Bildschirm eine gesetzt freundliche, mütterliche Desirée Nosbusch, die man aber immerhin ohne weiteres wiedererkennt. Sie trägt ein gouvernantiges, viel zu hoch geschlossenes Kleid und eine unverfängliche Hochsteckfrisur. Frau Nosbusch lächelt beinah ohne Unterlass. Sehr warm. Und ich kaufe es ihr ab und mag sie dafür. Mama Nosbusch. Das hat sie mir voraus.

16. september 2007

Wahnwitzige Vorstellung, und es ist ja wahr, dass aus dem, was man sich einverleibt, neue Zellen entstehen, die den eigenen genetischen Code enthalten. Wie kann man anders, als seinem Essen Zuneigung entgegenzubringen. Aus kleinen Krabben und Karotten wird ein Stück der eigenen Hand. Mandelsplitter und Schokolade versorgen das Gehirn. Gedanken aus Erdbeeren und Vanilleeis.




15. september 2007

U 8. Leicht folkloristisch gekleideter Feuerzeugverkäufer bietet fünf Feuerzeuge für einen Euro an. Ich denke noch „Armenier“, obwohl ich rein gar nichts über Armenien und Armenier weiß. Für mich ist er halt ein Armenier. Längere dunkle Haare, lustig flackernde Augen wie der irre, wirre Catweazle aus der Kinderserie. Irgendein Bart, Tarnkappe auf dem Kopf. Ein bißchen wie Rasputin in lustig.
Ich rauche ja nicht und habe auch sonst keinen akuten Feuerzeugnotstand. Er macht tatsächlich kleine Geschäfte mit jüngeren Männern, die von jeder Farbe eines nehmen. Mir gefallen diese Einwegfeuerzeuge auch nicht so, die durchsichtigen Plastikteile.
Nachdem mehrere Geschäfte abgewickelt wurden, guckt Rasputin zufrieden aus der Wäsche und tänzelt ein bißchen durch’s Abteil. Bis er genau vor mir stehen bleibt und fragt, ob ich nicht vielleicht doch auch ein Feuerzeug haben möchte. Ich sage freundlich „Nein danke“, ich bräuchte kein Feuerzeug. „Rauchst du?“ fragt er. „Nein, ich rauche nicht“. „Aber ich will dir ein Feuerzeug schenken!“
Ich muß grinsen, weil er sich zu einem Werbegeschenk versteigt. „Ich brauche wirklich keins, schenken Sie es doch jemandem hier, der es brauchen kann“. „Wenn ich mehrere verkaufe, so wie heute, kann ich es mir leisten, eines zu verschenken!“ Er guckt fast ein bißchen traurig und ich fange an mich zu schämen, dass ich sein Geschenk ablehne.
Also lenke ich ein: „Hm, soll ich wirklich eins nehmen?“ „Ja!“ „Na gut.“ Ich nehme ein türkisblaues aus dem bunten Sortiment, teste die Flamme und nicke dabei anerkennend. „Ich kann ja damit eine Kerze anzünden. Danke!“. „Ja!“ ruft er begeistert, „Eine Kerze! Zu Weihnachten!“.
Die anderen im Abteil gucken amüsiert zu unserem Getändel und auf das blaue Feuerzeug, das ich in der Hand halte und scheinen sich über die gesprächige Abwechslung in der sonst so stummen U-Bahn zu freuen. Ich sitze da und halte das Feuerzeug fest bis zur Weinmeisterstraße, wo ich aussteige und es in die Tasche stecke. Langsam dämmert mir, dass ich noch letzte Nacht vor dem Einschlafen dachte: „Ich brauche Feuer“.

13. september 2007

einen wimpernschlag vor dem papierkorb sehe ich auf dem bild dieses kleine glitzern im rechten auge. nein, nein. nicht die rührung. ein einziges bild, auf dem man es sieht. mein rechtes auge tränt, wenn es sehr windig ist. und morgens, wenn noch die kälte der nacht in der luft liegt. dann laufe ich mit einem taschentuch in der hand durch die straßen und trockne die ewige träne. man schaut ein bißchen irritiert, weil es vielleicht aussieht, als ob ich weine. deswegen mag ich windige orte nicht so gerne. wer will schon immerzu weinen. bei der geringsten berührung geht es los. der schrei einer möwe. eine hand auf meinem rücken. der letzte blick auf diese düne. eine freundin meinte vor vielen jahren, sei froh, dass du weinen kannst. sie konnte nicht weinen. sie wollte so gerne und konnte nicht.

10. september 2007

Ausgerechnet die Begegnungen, die in Erinnerung bleiben werden, sind nicht unter tausend Bildern festgehalten. So ist das immer bei mir. Ich komme selten auf die Idee, ein gemeinsames Bild zu machen. Wenn jemand ernsthaft mit mir spricht, erscheint es mir fast immer obszön, zu fotografieren. Es sei denn, ich wäre aufgefordert.
Es gibt also Menschen, Begegnungen auf dieser Reise, die mir so unvergessen sind, wie der Blick auf die große weiße Düne in Kaliningrad, der Tag, als ich am späten Nachmittag diesen Platz fand, an meinem zweiundvierzigsten Geburtstag, wo man zu linker Hand im Osten die schon im Schatten liegende Küste des kurischen Haffs sehen kann und zu rechter Hand im Westen die baltische See mit der sinkenden Sonne und als wäre das nicht schon genug, vor mir der langgestreckte Süden der Nehrung, ein weißer, endlicher Sandrücken, der zu Russland gehört.
Da war niemand außer mir. Nur kleine Vögel, deren Namen ich nicht weiß, gingen zwischen spärlichen Grashalmen spazieren. Stille, in der man nur einen leichten Wind hören kann, der den Sand in kleinen kaum wahrnehmbaren Schleiern vor sich hertreibt, wie in einer Fata Morgana. Der Ort heißt „Tal des Schweigens“. So steht es in den Karten.

08. september 2007

bekämpfe übellaunigkeit mit eis am stiel, obstler und keiner musik. bilder laden seit stunden hoch, während ich mich latent pickelig und punktuell ungeliebt fühle. lauter langweilige bilder. sieht irgendwie alles ähnlich aus. zumindest für den, der nicht da war. und dann immer diese nervtötenden tags. ich habe jetzt schon so oft curonian spit getippt, dass ich beim letzten paket curionian spit getippt habe. steht es eben falsch da. merkt sowieso kein schwein. wer kennt schon „curonian spit“ never heard. who cares. mein tag! hey super. die scheißsonne soll bloß hinter den wolken bleiben. das fehlt mir noch. brauche ich wie einen kropf. nerviger sonnenschein für gutgelaunte leute. angeblich kommt ja nach der ebbe die flut.

08. september 2007

bekämpfe übellaunigkeit mit eis am stiel, obstler und keiner musik. bilder laden seit stunden hoch, während ich mich latent pickelig und punktuell ungeliebt fühle. lauter langweilige bilder. sieht irgendwie alles ähnlich aus. zumindest für den, der nicht da war. und dann immer diese nervtötenden tags. ich habe jetzt schon so oft curonian spit getippt, dass ich beim letzten paket curionian spit getippt habe. steht es eben falsch da. merkt sowieso kein schwein. wer kennt schon „curonian spit“ never heard. who cares. mein tag! hey super. die scheißsonne soll bloß hinter den wolken bleiben. das fehlt mir noch. brauche ich wie einen kropf. nerviger sonnenschein für gutgelaunte leute. angeblich kommt ja nach der ebbe die flut.

4. september 2007

ich tue so, als ob ich erst in ein paar Tagen zurückkomme. Man muß dann ja auch erst noch die unvorteilhaften Bilder aussortieren. Wenn das alles erledigt ist, werde ich zuverlässig ein ansprechendes Potpourri mehrerer Farbaufnahmen präsentieren.
Heute bin ich leider wegen Broterwerb und Freundschaftspflege noch nicht recht mit der Erledigung meiner Hausarbeit vorangekommen. Das kommt von dem Gequatsche.
Auch wenn ich es nicht anhand von Bildmaterial beweisen kann, möchte ich bereits jetzt die Behauptung aufstellen, dass sich die litauische Landbevölkerung sehen lassen kann. Die Männer haben einen dicken Schädel und einen kräftigen Rumpf. Die Frauen wirken im allgemeinen adrett und ansprechend.
Die Kost ist insgesamt schmackhaft und nährstoffreich. Man kann ohne weiteres Milchprodukte mit einem garantierten Fettanteil von 30 bis 60 Prozent erhalten. Das sollte kein Problem sein. Wer Diät halten möchte, wählt Joghurt mit einem reduzierten Fettanteil von zwölf Prozent. Geht alles!
Wenn man ein Ladengeschäft mit Getränkesortiment betritt, in dem die englische und deutsche Sprache nicht verstanden wird, kann man sich mit der Frage „Best Vodka?“ behelfen. Ich habe da gute Erfahrungen gemacht. Die hiesige Antwort heißt STUMBRAS. Ohne Fremdsprachenkenntnisse geht es heutzutage einfach nicht mehr.

4. september 2007

ich tue so, als ob ich erst in ein paar Tagen zurückkomme. Man muß dann ja auch erst noch die unvorteilhaften Bilder aussortieren. Wenn das alles erledigt ist, werde ich zuverlässig ein ansprechendes Potpourri mehrerer Farbaufnahmen präsentieren.
Heute bin ich leider wegen Broterwerb und Freundschaftspflege noch nicht recht mit der Erledigung meiner Hausarbeit vorangekommen. Das kommt von dem Gequatsche.
Auch wenn ich es nicht anhand von Bildmaterial beweisen kann, möchte ich bereits jetzt die Behauptung aufstellen, dass sich die litauische Landbevölkerung sehen lassen kann. Die Männer haben einen dicken Schädel und einen kräftigen Rumpf. Die Frauen wirken im allgemeinen adrett und ansprechend.
Die Kost ist insgesamt schmackhaft und nährstoffreich. Man kann ohne weiteres Milchprodukte mit einem garantierten Fettanteil von 30 bis 60 Prozent erhalten. Das sollte kein Problem sein. Wer Diät halten möchte, wählt Joghurt mit einem reduzierten Fettanteil von zwölf Prozent. Geht alles!
Wenn man ein Ladengeschäft mit Getränkesortiment betritt, in dem die englische und deutsche Sprache nicht verstanden wird, kann man sich mit der Frage „Best Vodka?“ behelfen. Ich habe da gute Erfahrungen gemacht. Die hiesige Antwort heißt STUMBRAS. Ohne Fremdsprachenkenntnisse geht es heutzutage einfach nicht mehr.

17. august 2007


So eine Fernreise ist eine aufregende Angelegenheit, da sollte man stets Vorsorge treffen, falls einem das kleine Herz stehenbleibt.
Jetzt nur noch Anziehsachen. Wenn ich wiederkomme, bin ich eineinhalb Tage vorher ein Jahr älter geworden. An welchem Tag komme ich zurück? Wer die Rechenaufgabe löst, darf ein Fläschchen Medizin probieren!
Schreibt nur recht viele Kommentare, wenn ich weg bin! Auch böse dürfen dabei sein! Die finde ich am lustigsten!
Iki pasimatymo

17. august 2007


So eine Fernreise ist eine aufregende Angelegenheit, da sollte man stets Vorsorge treffen, falls einem das kleine Herz stehenbleibt.
Jetzt nur noch Anziehsachen. Wenn ich wiederkomme, bin ich eineinhalb Tage vorher ein Jahr älter geworden. An welchem Tag komme ich zurück? Wer die Rechenaufgabe löst, darf ein Fläschchen Medizin probieren!
Schreibt nur recht viele Kommentare, wenn ich weg bin! Auch böse dürfen dabei sein! Die finde ich am lustigsten!
Iki pasimatymo

17. august 2007

Ich hocke ungefrühstückt mit Heißhunger auf Buletten vor dem Rechner und halte mich an meinem Kaffee fest. Dann muss ich ja doch vor die Tür. Hilft ja alles nichts. Buletten meine Herrn. Wann habe ich das letzte mal Appetit auf Buletten gehabt. Kann mich überhaupt nicht erinnern. Ich bin ja ein kleiner Fleischfresser, aber bevorzuge eindeutig kompakte, große Stücke, nicht so ein Bulettengeschwurbel. Ich glaube, die vom Butterlindner mit dem langhaarigen Verkäufer kann man essen.

17. august 2007

als ich gerade auflege, steht auf dem Display „Dauer 4:47“, nicht Minuten. Nach vierundzwanzig Jahren noch meine Freundin. Wie man wertschätzt, was lange besteht. Veränderungen und Richtungswechsel überdauert. Diese hartnäckige freundliche Substanz. Und man schätzt sich noch mehr nach so vielen Jahren, all den Stürmen und Sendepausen. Und wie die Unwägbarkeit des nächsten Gedankens uns ewig zueinandertreibt.

16. august 2007

Die vielen dreistelligen Hausnummern in Hamburg sind ja ulkig. Wie verschrieben. Bei einer Berliner Adresse hätte ich gesagt, das soll wohl 44 b heißen. Aber nein. 445. Die sehen aber auch lang aus, manche Straßen. Das wäre eigentlich eine prima Gelegenheit, so einen Hamburger Jung anzusprechen. „Nu sach mol, min Dschung, wat ist denn hier mit euern Hausnummern passiert? Nu erklär mir das doch mol!“

14. august 2007

Wenn jetzt noch die drei bis vier an mich geschickten Antwortmails mit dem Angebot aus Litauen bei mir ankommen, habe ich keine Probleme. Telefonieren klappt schon mal. Das habe ich die letzten zwei Tage ausgiebig ausprobiert. Ob das verschiedene Leitungen sind? Weiß jemand, was da für Kabel gelegt worden sind? Meine Mails kommen ja laut Telefonauskunft an. Gehen Mails von mir über eine andere Leitung als welche von Litauen zu mir? Sabotage?
Das macht mich ganz wuschig. Das aufgeregte Durcheinander ist der Preis den man zahlt, wenn man keine Lust hat, den doppelten Preis pro Nacht zu zahlen und sich holterdipolter selber eine Herberge in einer ausgebuchten Region sucht.
Wenn mich wer am nächsten Samstagnachmittag über den Ohlsdorfer Friedhof geistern sieht, bitte nicht erschrecken. es ist voraussichtlich kein Gespenst. Der Flieger aus Hamburg geht so früh, da hat meine deutsche Bahn leider keinen passenden Zug für mich im Angebot, also komme ich schon am Tag vorher an und schlage die Zeit in Flughafennähe möglichst angenehm tot. Was bietet sich da besser an, als sechs bis zehn Stunden auf einem schönen Friedhof zu verbringen. Das entspricht meinem Naturell und hebt das Gemüt. Mit etwas Proviant und einem guten Tropfen kann so ein Ausflug zu einem kleinen Fest werden!
Des weiteren haben meine Forschungen ergeben, dass es einen interessanten Ort in Litauen gibt, der zuverlässig das Gemüt aufhellt. Der Verlockung werde ich mich schwer entziehen können. Der Katholizismus wird dort mit der glühenden Leidenschaft des Heidentums zelebriert, um nicht zu sagen, das alte Heidentum wird freundlich ummäntelt. Zuerst zum Berg der Kreuze und dann zum Hexenberg in Juodkranté. oder umgekehrt.

14. august 2007

Wenn jetzt noch die drei bis vier an mich geschickten Antwortmails mit dem Angebot aus Litauen bei mir ankommen, habe ich keine Probleme. Telefonieren klappt schon mal. Das habe ich die letzten zwei Tage ausgiebig ausprobiert. Ob das verschiedene Leitungen sind? Weiß jemand, was da für Kabel gelegt worden sind? Meine Mails kommen ja laut Telefonauskunft an. Gehen Mails von mir über eine andere Leitung als welche von Litauen zu mir? Sabotage?
Das macht mich ganz wuschig. Das aufgeregte Durcheinander ist der Preis den man zahlt, wenn man keine Lust hat, den doppelten Preis pro Nacht zu zahlen und sich holterdipolter selber eine Herberge in einer ausgebuchten Region sucht.
Wenn mich wer am nächsten Samstagnachmittag über den Ohlsdorfer Friedhof geistern sieht, bitte nicht erschrecken. es ist voraussichtlich kein Gespenst. Der Flieger aus Hamburg geht so früh, da hat meine deutsche Bahn leider keinen passenden Zug für mich im Angebot, also komme ich schon am Tag vorher an und schlage die Zeit in Flughafennähe möglichst angenehm tot. Was bietet sich da besser an, als sechs bis zehn Stunden auf einem schönen Friedhof zu verbringen. Das entspricht meinem Naturell und hebt das Gemüt. Mit etwas Proviant und einem guten Tropfen kann so ein Ausflug zu einem kleinen Fest werden!
Des weiteren haben meine Forschungen ergeben, dass es einen interessanten Ort in Litauen gibt, der zuverlässig das Gemüt aufhellt. Der Verlockung werde ich mich schwer entziehen können. Der Katholizismus wird dort mit der glühenden Leidenschaft des Heidentums zelebriert, um nicht zu sagen, das alte Heidentum wird freundlich ummäntelt. Zuerst zum Berg der Kreuze und dann zum Hexenberg in Juodkranté. oder umgekehrt.

12. august 2007

IS SHE AFRAID OF GROWING OLDER?
„Are you crazy? Let us never forget the wonderful story about Bette Davis. A young reporter goes up to Bette with a microphone and says, ‚So, Miss Davis, what’s it like getting older?‘ And there she is with her whisky and water in one hand and a cigarette in the other. She looks at her and takes a sip, takes a long, long drag and gives her that look and says „Well, it’s not for pussies.“

12. august 2007

IS SHE AFRAID OF GROWING OLDER?
„Are you crazy? Let us never forget the wonderful story about Bette Davis. A young reporter goes up to Bette with a microphone and says, ‚So, Miss Davis, what’s it like getting older?‘ And there she is with her whisky and water in one hand and a cigarette in the other. She looks at her and takes a sip, takes a long, long drag and gives her that look and says „Well, it’s not for pussies.“

8. august 2007

MACH DOCH MAL WAS MIT VÖGELN


SOPHIE
das einzige was mich an meinem fotoanbieter stört, ist diese sache mit der zensur. die kriegen das einfach nicht in den griff. so schwer kann das noch nicht sein. erst neulich habe ich wieder schwer mit mir gerungen, ob dort ein bleiben für mich ist, weil man sich dieser kontakte-knüpferei nicht erwehren kann.
ein vertreter des eindeutig weniger schönen geschlechts kommt uneingeladen daher und behelligt mich zur begrüßung ganz unbescheiden mit 360°-farbaufnahmen seines eher bescheidenen gemächts, da er mich zu seinem „kontakt“ erklärt. so schnell kann man das rosa geschwabbel gar nicht wegklicken. da muß man doch irgendetwas dagegen tun können. kennt jemand einen hoster, wo vor weltweiter veröffentlichung die ästhetische zumutbarkeit männlicher körperteile geprüft und im einzelfall zensiert und unterbunden wird? es gibt ja mitunter auch das eine oder andere vertretbare modell. das sollte dringend geprüft werden.

9. august 2007

man könnte den laden auch dicht machen. die fensterläden herunterklappen. zuklappen. dicht machen. nicht aufhören, nur nicht mehr öffentlich. wie sich alles verändern würde. ob? dann eines tages wieder aufmachen. von zeit zu zeit. nach lust und laune. dann gäbe es wunderbar unaktuelle dinge zu erfahren. immer an der halbwertzeit entlangschreiben.
ich weiß gar nicht, was sich verändern würde, beim schreiben. die bilder nicht. würde ich undiplomatisch losschimpfen? den letzten opportunismus fahren lassen? wie mir jenes communitygedöns mit seinen herdentrieben manchmal zum hals heraushängt? und mir doch einzelne darunter lieb und teuer sind? wie unerotisch ich texte über vermeintlich erotisches finde? wie mich der unheimlich politisch aufgeklärte blogger-jugend-club mit seinen spaßaktionen langweilt. willkommener anlass zum gähnen für die, die die welt wirklich bewegen.
wenn man jemanden oder etwas verändern will, muss man das system, nach dem er oder es funktioniert studieren. begreifen. verinnerlichen. das ist ein magischer akt. alles andere ist kinderkram. man kann nichts und niemanden in die eigene richtung lenken, wenn man nicht gelernt hat, das fahrzeug zu fahren. man wird niemals jemanden ändern, dem man nicht den respekt zukommen lässt, den er braucht. das ist die absolute basis. man muss seine feinde zutiefst respektieren und ihre waffen studieren.
zu viele buchstaben, zu wenig erde. und wieder ach. ich selbst bin nicht in der lage, meine wunden aus der nähe zu zeigen, nicht einmal die narben. zu privat. was verlange ich eigentlich. wahrscheinlich die wenigen verwandten seelen, die so selten zueinanderirren. und dann mache ich doch weiter, auch wenn so vieles gegen eine unreflektierte, lautlose wand läuft. ungespiegelt. scheinbar. wo sind die eitlen, die sich hinstellen und sagen, ja, das bin ich – und wie. du bist eitel? ich bin eitler als du! ha. du bist ein narziss? selbstverliebt? dass ich nicht lache. schau mich an. DAS ist ein narziss. ich bin es und ich weiß es und ich werde es nicht herunterspielen. das ist reiner selbsterhaltungstrieb.
in sich selbst feuer zu fangen, das feuer in sich einzufangen und zu halten. so alt zu sein ist gut, ist besser. es ist nur schwieriger, idole zu finden. in der jugend fallen sie einem wie goldene sterntaler in die schürze. man reibt sich die augen vor staunen und bewunderung und hofft, dass der glanz eines tages teil von einem selbst wird. später, wenn man einmal groß ist. wenn alles möglich ist. man muß immer aufpassen, dass man das nicht vergisst. dass man doch die sterne vom himmel wollte. immer noch will.
was sind sternstunden anderes, als einem stern zu begegnen. mensch oder tier. der richtigen stimme, dem richtigen bild. dem richtigen ton, oder dem geist einer rebe. ist es nicht so, dass man immer das zeigt, was man selbst braucht? für mich ist das hier eine schöne bescherung. so oder so. mit und ohne zuschauer. aber wie viel mutiger schrieb ich, als es keiner sah.

9. august 2007

man könnte den laden auch dicht machen. die fensterläden herunterklappen. zuklappen. dicht machen. nicht aufhören, nur nicht mehr öffentlich. wie sich alles verändern würde. ob? dann eines tages wieder aufmachen. von zeit zu zeit. nach lust und laune. dann gäbe es wunderbar unaktuelle dinge zu erfahren. immer an der halbwertzeit entlangschreiben.
ich weiß gar nicht, was sich verändern würde, beim schreiben. die bilder nicht. würde ich undiplomatisch losschimpfen? den letzten opportunismus fahren lassen? wie mir jenes communitygedöns mit seinen herdentrieben manchmal zum hals heraushängt? und mir doch einzelne darunter lieb und teuer sind? wie unerotisch ich texte über vermeintlich erotisches finde? wie mich der unheimlich politisch aufgeklärte blogger-jugend-club mit seinen spaßaktionen langweilt. willkommener anlass zum gähnen für die, die die welt wirklich bewegen.
wenn man jemanden oder etwas verändern will, muss man das system, nach dem er oder es funktioniert studieren. begreifen. verinnerlichen. das ist ein magischer akt. alles andere ist kinderkram. man kann nichts und niemanden in die eigene richtung lenken, wenn man nicht gelernt hat, das fahrzeug zu fahren. man wird niemals jemanden ändern, dem man nicht den respekt zukommen lässt, den er braucht. das ist die absolute basis. man muss seine feinde zutiefst respektieren und ihre waffen studieren.
zu viele buchstaben, zu wenig erde. und wieder ach. ich selbst bin nicht in der lage, meine wunden aus der nähe zu zeigen, nicht einmal die narben. zu privat. was verlange ich eigentlich. wahrscheinlich die wenigen verwandten seelen, die so selten zueinanderirren. und dann mache ich doch weiter, auch wenn so vieles gegen eine unreflektierte, lautlose wand läuft. ungespiegelt. scheinbar. wo sind die eitlen, die sich hinstellen und sagen, ja, das bin ich – und wie. du bist eitel? ich bin eitler als du! ha. du bist ein narziss? selbstverliebt? dass ich nicht lache. schau mich an. DAS ist ein narziss. ich bin es und ich weiß es und ich werde es nicht herunterspielen. das ist reiner selbsterhaltungstrieb.
in sich selbst feuer zu fangen, das feuer in sich einzufangen und zu halten. so alt zu sein ist gut, ist besser. es ist nur schwieriger, idole zu finden. in der jugend fallen sie einem wie goldene sterntaler in die schürze. man reibt sich die augen vor staunen und bewunderung und hofft, dass der glanz eines tages teil von einem selbst wird. später, wenn man einmal groß ist. wenn alles möglich ist. man muß immer aufpassen, dass man das nicht vergisst. dass man doch die sterne vom himmel wollte. immer noch will.
was sind sternstunden anderes, als einem stern zu begegnen. mensch oder tier. der richtigen stimme, dem richtigen bild. dem richtigen ton, oder dem geist einer rebe. ist es nicht so, dass man immer das zeigt, was man selbst braucht? für mich ist das hier eine schöne bescherung. so oder so. mit und ohne zuschauer. aber wie viel mutiger schrieb ich, als es keiner sah.

8. august 2007

MACH DOCH MAL WAS MIT VÖGELN


SOPHIE
das einzige was mich an meinem fotoanbieter stört, ist diese sache mit der zensur. die kriegen das einfach nicht in den griff. so schwer kann das noch nicht sein. erst neulich habe ich wieder schwer mit mir gerungen, ob dort ein bleiben für mich ist, weil man sich dieser kontakte-knüpferei nicht erwehren kann.
ein vertreter des eindeutig weniger schönen geschlechts kommt uneingeladen daher und behelligt mich zur begrüßung ganz unbescheiden mit 360°-farbaufnahmen seines eher bescheidenen gemächts, da er mich zu seinem „kontakt“ erklärt. so schnell kann man das rosa geschwabbel gar nicht wegklicken. da muß man doch irgendetwas dagegen tun können. kennt jemand einen hoster, wo vor weltweiter veröffentlichung die ästhetische zumutbarkeit männlicher körperteile geprüft und im einzelfall zensiert und unterbunden wird? es gibt ja mitunter auch das eine oder andere vertretbare modell. das sollte dringend geprüft werden.

4. august 2007

um die eigene achse. indirektes gegen- und seitenlicht am späten nachmittag, wolken, südwest. kurz bevor ich ging, mit den beiden schweren schwarzen taschen. nachdem ich die scheinwerfer eingepackt hatte, den dreihunderter und den großen, die schwarzen tücher und ein beinah weißes für den hintergrund, für einen nachmittag im honigmond.


die schönsten momente sind oft die bilder, die man nicht zeigt. weil sie gar nicht gemacht wurden oder weil sie ein bißchen zu privat sind, aus diskretion. die freude bleibt, ganz ohne internet. wenn es nichts mehr gäbe, in der welt hinter dem monitor, das wäre traurig. und wie man nicht auslernt. was für ein unterschied, einen menschen zu fokussieren oder zwei.
als ich vor einundzwanzig jahren eine kleine geschichte mit einem meister des filmlichts hatte, war ich noch nicht so weit, von ihm zu lernen. heute würde ich die ohren spitzen, wenn er mir noch einmal erzählen würde, wie er die sukowa in rosa luxemburg ausgeleuchtet hat. oder von der blauen stunde.

ob er immer noch diese schöne dreizimmer-altbauwohnung in der mecklenburgischen hat? er hat soviel darin gebaut und gebastelt, so ein zuhause verlässt man nicht. ich kann mir nicht vorstellen, dass er die haare immer noch lang trägt. und der dunkelrote jeep, den ich damals schon mochte, obwohl ich keine autos mochte, ob der wohl noch fährt. ich bin nicht sentimental, nur neugierig. so ein kleines bißchen. wenn es möglich wäre, fürchte ich, wäre es besser für ihn, mir zu begegnen als umgekehrt.

30. juli 2007

noch ein bisschen playlist „mutter und kind“. das versteht keiner. aber was für eine mutter. und was für ein kind. ich sollte längst ins bett, aber alexandra singt gerade. playlist „mutter und kind“. kann man nix machen.
wissen sie, wie das ist, wenn jemand sagt „na der mann von der frau“ und im kopf blitzt „dietmar schönherr“ und das nächste was man hört ist: „genau“.
danke.

30. juli 2007

noch ein bisschen playlist „mutter und kind“. das versteht keiner. aber was für eine mutter. und was für ein kind. ich sollte längst ins bett, aber alexandra singt gerade. playlist „mutter und kind“. kann man nix machen.
wissen sie, wie das ist, wenn jemand sagt „na der mann von der frau“ und im kopf blitzt „dietmar schönherr“ und das nächste was man hört ist: „genau“.
danke.

28. juli 2007

<img src="http://farm2.static.flickr.com/1028/920801134_891a6253a1_m.jpg" width="180" height="234" alt=" schade, dass die grabkultur in unserem land an der erfindung der fotografie vorbeigeht. auf zypern und sizilien und sicher auch noch an vielen anderen orten, findet man grabsteine, in die ein bilderrahmen integriert ist. man steht mit einem ganz anderen gefühl vor so einem grab. wenn ich einmal tot bin, können meine neffen ruhig ein digitales grabmal installieren. das ist ein flacher bildschirm, der in den stein eingelassen wird und mit bildern und filmen gefüttert werden kann.

27. juli 2007

versöhnung mit butter lindner.
der nicht hässliche, etwa 29-lenzige dunkelblonde verkäufer mit pferdeschwanz bis zur schürzentaille (nichts gegen lange haare aber gepflegt müssen sie sein) beim einpacken der schnitzel mit länger nicht vernommener dehnung: „und, was kann ich ihnen sonst noch gutes tun?“ ich habe dann auch etwas gedehnter, der fragestellung entsprechend korrekt geantwortet. woraufhin er zum abschied ungefähr in meine richtung lächelte, so dass ich gerne wiederkomme, nicht wahr. gut, da standen auch noch andere damen an. die kalbsschnitzel in mandelkruste schmecken eben ganz manierlich.

27. juli 2007

ahhh
im nächsten leben reiße ich uschi auf. natürlich sehe ich dann ein wenig anders aus. als kerl mache ich mich bestimmt auch ganz gut. wenn nicht besser. ich bin ein klein wenig verliebt in dieses forum.

26. juli 2007

gerne würde ich vermitteln, was einem alles durch den kopf geht, wenn man einen bilderrahmen wasserdicht macht. oder überlegt, was es anderen bedeuten wird, wenn sie das sehen. wenn sie ihn vielleicht umdrehen, die rückseite lesen. auch hinten wasserfest. von oben, von der seite. auf berliner friedhöfen regnet es ja. es ist jetzt so geworden, dass ich es kaum hergeben mag. aber ich vertraue darauf, dass keiner das grab auf dem kleinen friedhof im wald schändet. man muß an das gute glauben, sonst fühlt es sich nicht gerufen und gemeint. ich freue mich schon auf die patina, die es bekommen wird. irgendeine feuchtigkeit wird doch durchsickern. irgendwann.

22. juli 2007

gerade sehr fasziniert das gealterte, von der sonne gegerbte gesicht von stephanie von monaco betrachtet. ich will jetzt eigentlich gar kein bild suchen, wo man das sieht. wahrscheinlich fände ich nur ein unfreundliches, auf dem ihre gegenwärtige ausstrahlung weniger rüberkommt als die falten.
so sah sie früher aus. ihr wurden alle genetischen voraussetzungen eines fotomodells in die wiege gelegt. sie ist derselbe jahrgang wie ich, deshalb liegt es nah, dass man den alterungsprozess vergleicht. sie wirkte gerade in der sendung, als es um eine von ihr initiierte aids-spenden-gala ging, beeindruckend ungeschminkt, etwas verbraucht, witzig und sehr interessant gealtert. die falten, die von vielen sonnenbädern kommen müssen, denn mit 42 muss man nicht unbedingt schon so verknittert aussehen, geben ihr etwas interessant autoritäres. das was mich an wirklich alten menschen oft beeindruckt. zum beispiel finde ich eigentlich diese plisseefalten oberhalb vom mund (die sie hat) normalerweise furchtbar greisenhaft und unsexy. bei ihr stören die umso weniger, je länger man sie ansieht und ihr zuhört. sie wirkt reif. auf eine respekt gebietende art. und das finde ich sehr sexy. gefällt mir.
ein beweis auch für die binse, dass es wirklich keinen unterschied macht, ob man sich das zeug aus der blauen dose oder dior ins gesicht schmiert.
würde mich nur interessieren, wie männer ihrer, also auch meiner generation darauf reagieren. abstoßungsreaktion wegen massiver hautalterung? interesse? in unserem alter muß man sich entweder an die tiefen nasiolabialfalten gewöhnen oder ins schönheitsinstitut, zum aufpolstern mit hyaluronsäure (wie ich gerade interessiert gelesen habe). beim fotografieren licht nur noch ausgezirkelt frontal.

25. juli 2007


WIE HAB ICH DAS GEFÜHLT, WAS ABSCHIED HEISST. wie weiß ich’s noch. ein dunkles, unverbundnes grausames etwas, das ein schönverbundnes noch einmal zeigt und hinhält und zerreißt.

24. juli 2007

was die welt im innersten zusammenhält
wasdiewelt
[ give karma ]
sollen sich andere mit hässlichen alten männern befassen. das ganze elend der welt wäre halb so schlimm, wenn man der langweiligen, nutzlosen, paranoiden, verklemmten altmännerriege die aufmerksamkeit entzöge. und zwar auf allen ebenen. keine energie mehr zuführen. nicht materiell und nicht mental. verachtung ist schon zu viel der aufmerksamkeit.

22. juli 2007

gerade sehr fasziniert das gealterte, von der sonne gegerbte gesicht von stephanie von monaco betrachtet. ich will jetzt eigentlich gar kein bild suchen, wo man das sieht. wahrscheinlich fände ich nur ein unfreundliches, auf dem ihre gegenwärtige ausstrahlung weniger rüberkommt als die falten.
so sah sie früher aus. ihr wurden alle genetischen voraussetzungen eines fotomodells in die wiege gelegt. sie ist derselbe jahrgang wie ich, deshalb liegt es nah, dass man den alterungsprozess vergleicht. sie wirkte gerade in der sendung, als es um eine von ihr initiierte aids-spenden-gala ging, beeindruckend ungeschminkt, etwas verbraucht, witzig und sehr interessant gealtert. die falten, die von vielen sonnenbädern kommen müssen, denn mit 42 muss man nicht unbedingt schon so verknittert aussehen, geben ihr etwas interessant autoritäres. das was mich an wirklich alten menschen oft beeindruckt. zum beispiel finde ich eigentlich diese plisseefalten oberhalb vom mund (die sie hat) normalerweise furchtbar greisenhaft und unsexy. bei ihr stören die umso weniger, je länger man sie ansieht und ihr zuhört. sie wirkt reif. auf eine respekt gebietende art. und das finde ich sehr sexy. gefällt mir.
ein beweis auch für die binse, dass es wirklich keinen unterschied macht, ob man sich das zeug aus der blauen dose oder dior ins gesicht schmiert.
würde mich nur interessieren, wie männer ihrer, also auch meiner generation darauf reagieren. abstoßungsreaktion wegen massiver hautalterung? interesse? in unserem alter muß man sich entweder an die tiefen nasiolabialfalten gewöhnen oder ins schönheitsinstitut, zum aufpolstern mit hyaluronsäure (wie ich gerade interessiert gelesen habe). beim fotografieren licht nur noch ausgezirkelt frontal.

22. juli 2007


sehr beliebt.

krah krah. die viecher bevorzugen immer die ecken. auch an den beiden eckhäusern gegenüber. liegt wahrscheinlich am überblick. so können sie von ost nach west die augustraße bis zur rosenthaler in die eine richtung, und bis zur großen hamburger in die andere richtung überblicken. und von nord nach süd die joachimstraße bis zur linienstraße, und in die andere richtung bis zur gipsstraße. bis zum eingang der höfe alles unter kontrolle.

18. juli 2007

und dann ich mit meinen bildern aus lübbenau [die noch nicht zu sehen sind]. gerade noch habe ich ohne überdimensionale erwartungen eine dvd eingelegt. eine privat hergestellte dvd mit einer slideshow und musik. dass da sogar musik drauf ist, wusste ich vorher gar nicht.
ein liebenswerter mensch mitte fünfzig, mit dem ich seit gut fünfzehn jahren arbeitstechnisch zu tun habe, hat mir per post eine dvd geschickt. er war im letzten jahr auf der route 66 unterwegs und er wusste, dass mich das interessiert, weil ich einen kleinen teil davon kenne. den abschnitt, der von arizona nach new mexico führt, vorbei am grand canyon.
schon bei der planung war er aufgeregt wie ein kleiner junge, weil er als halbwüchsiger, mitte der sechziger, ein jahr in chicago verbrachte und über all die jahre hinweg einen sehr engen freund gewonnen hatte, der ihm nah wie ein bruder stand, und mit dem er in den letzten vierzig jahren nur per brief, später per e-mail kommunizierte. der sohn, der familie, die ihn damals aufnahm.
seither hegte er den jugendtraum, einmal in seinem leben die route 66 über die ganze strecke von chicago nach los angeles (it winds from…) zu bereisen und bei dieser gelegenheit seinen amerika- nischen bruder, wie er ihn selbst nannte, endlich wiederzusehen.
ich wurde also schon vor der reise immer ein bißchen auf dem laufenden gehalten. seine japanische ehefrau, mit der er seit einem vierteljahrhundert zusammen ist, und die ich nur von telefon kenne, schien längere zeit nicht so recht von dem plan überzeugt zu sein. ich riet ihm, ihr spaßeshalber vorzuschlagen, dass ich an ihrer statt mitfahren würde, wenn sie partout keine lust haben sollte. die idee fand er ganz ausgezeichnet.
da hier im letzten jahr eher keine berichte zu lesen waren, die sich mit einer mehrwöchigen reise entlang der route 66 befassen, kann man davon ausgehen, dass die reise mit der ehefrau stattfand.
warum ich das alles überhaupt erwähne, liegt daran, dass ich überhaupt nicht mit so einer derart liebevoll und aufwändig gemachten dvd gerechnet habe, und noch weniger damit, was ein paar fotos mit überblendungen und musik bei mir auslösen können.
er hat ganz großartige fotografien gemacht. bilder, die man nicht im internet sehen wird. von urlaubsgeknipse kann überhaupt nicht die rede sein. mit viel liebe zum detail hat er begegnungen festgehalten, die nur dort und nirgendwo sonst sein konnten. und zwischen all den meilen ein wunderbares bild, das eine lachende frau mit asiatischen gesichtszügen zeigt, die eine lebensgroße elvispuppe am straßenrand umarmt.
wunderbare musik unterlegt, die einen sofort mitnimmt. musik für unterwegs, die man on the road in einem sehr breiten, sehr bequemen wagen auf dem highway hört. die fenster weit auf.
musik, die man zuhause vor dem rechner kaum begreift, und die man eigentlich nur mit haut und herz versteht, wenn man durch dieses land fährt. ich hatte gerade das gefühl, ich bin dort unterwegs und es hat mich seltsam warm berührt, wie mich dieses amerika an diesem einen punkt, wo alles noch heil, gut und friedlich ist, am schlafittchen packt. als ob ein paar gene dort furchtbar gerne zu hause wären.

16. juli 2007

clickclickclick
schade, dass keiner von uns beiden die preisschilder fotografiert hat. tolle preise. aber man steht eigentlich nicht davor und sagt sachen wie „sauerei, warum ist das so teuer!“ sondern mehr so „oh 60.000 € …cool.“ oder bei dem schild mit 40.000 €, als wir blitzmerkten, dass es dafür ein ganzes set von zehn kleinformatigen werken gibt: „das ist ja ein schnäppchen! – dann nehmen wir die – ich will das schildkrötenbild von tatjana und welches willst du?“ peter lindbergh ist schon eine coole sau ein gutes vorbild.

15. juli 2007


unbedingt und OmU wegen marianne. ich kann mir gar nicht denken, wie man sie synchronisieren will. vielleicht hannelore hoger oder die gute kathi thalbach. weiß jemand, wer marianne als maggie in der deutschen synchronfassung spricht? dazu schöne musik von ghinzu aus belgien. da es scheinbar keinen eigenen soundtrack zum film gibt, habe ich ins blaue hinein mal blow bestellt.
da fällt mir ein, dass ich noch vor zwei tagen (es ging bei einem beisammensein in kompetenter gesellschaft um die persönlichen anfänge des internetlesens und -schreibens) erwähnte, dass ich mich vor sechs jahren wunderte, als jemand auf seiner privaten seite vermerkte, dass er nun tatsächlich auch einmal im kino war. ich könnte jetzt lügen, aber ich habe mich damals gefragt, ob das nicht ein zeichen fortgeschrittener sozialer isolation im besorgnis erregenden verbund mit verkennung eines überhaupt vorhandenen publikums sei. scheinbar hat sich bei mir seitdem irgendetwas geändert.

14. juli 2007

von einem blind date zu sprechen, wenn wir beide und unsere kameras aufeinandertreffen, würde es wohl nicht treffen, das war uns schon vorher klar. und ich bin ja auch kein maulwurf, nicht wahr.
ich kann mich nicht erinnern, dass mich jemand in den letzten fünfundzwanzig jahren so ausgiebig fotografiert hätte. ich erinnere mich an manch albern motivierte fotografiererei mit meinem bruder. er hatte zum beispiel die idee, mich in möglichst unspektakulären allerweltsklamotten, jeans, holzfällerhemd und beinahe zu sexy wirkenden, hochhackigen lederstiefeletten, in grotesk übertriebenen playmate-bunnyposen mit rot angemalter schnute, dümmeligem augenaufschlag und viel gefummel auf der wohnzimmercouch abzufotografieren, was im ergebnis einigermaßen lustig aussah. ich war vierzehneinhalb und er sechzehn. das war das vorletzte mal, dass jemand auf die idee kam, mich unter einem anderen vorzeichen, als dem des zufalls abzulichten.
einige jahre später hatte ich einen freund, der viel fotografierte, auch gerne sich selbst. mich hat er nur einmal vor seinen scheinwerfer gestellt. das ergebnis war, dass alle über die drei (mehr hatte er nicht gemacht), für mich alle gleich aussehenden portraitfotos mit merkwürdig seitlich von oben gesetztem licht meinten, ich sähe interessant diabolisch aus. ich fand die bilder recht gewöhnungsbedürftig, weil ich enttäuscht war, dass nur mein kopf darauf war und ich auf allen bildern für meinen geschmack unsexy außerirdisch aussah. er fand den blick gut, der alte skorpion. mir dagegen gefielen seine selbstportraits ungleich besser. auf einem lag er unbekleidet, wie ein junger gott dahingegossen, inmitten eines ästhetischen durcheinanders von aufgeblätterten fotobänden, verstreuten fotografien, weingläsern und gauloisetabak auf dem boden.
das gestern fühlte sich schon etwas anders an als beiläufiges auslösen im bekanntenkreis. gut hat es sich angefühlt. auf die auf film gebannten bilder bin ich sehr gespannt. und auf deine digitalen in farbe. ich so klein, zwischen den beiden riesigen keith richards-fotografien von peter lindbergh im obergeschoss, wo die schöne, blonde galeristin von camerawork dankenswerterweise keinerlei anstalten machte, uns vom fotografieren abzuhalten.
und auf die treppenbilder im gestrüpp des alten rangierbahnhofs. oder die mit der schwarzen federboa, nachdem ich gerade das weinglas umgekippt hatte. und dann auf die, wo ich nicht mehr gewusst habe, wie ich mir jetzt gleich nochmal durch die haare fahren soll. ich meine: wann zum geier, interessiert sich jemand für genau diese eine bewegung, wie ich mir durch die haare fahre?
und das nächste mal bist du dran.
DANKE KERSTIN.
freitag, der 13. (1)freitag, der 13. (2)freitag, der 13. (4)freitag, der 13. (3)freitag, der 13. (14)freitag, der 13. (7)freitag, der 13. (9)freitag, der 13. (11)
freitag, der 13. (10)
freitag, der 13. (12)freitag, der 13. (13)
freitag, der 13. (8)freitag, der 13. (16)
freitag, der 13. (17)freitag, der 13. (15)freitag, der 13. (5)

12. juli 2007





schon lustig, wie die mitteljunge, blonde businessfrau mit dem mobiltelephon in der hand, nach einer pause auf einer bank, an mir vorbeigeht und sieht, dass ich die pfützen meine. ja. ich meine wirklich die pfützen. und dann grinst sie ganz kurz, ein bisschen überrascht, aber ganz freundlich in meine richtung, nur eine kleine sekunde. so ganz leicht. als ob sie in einem flüchtigen augenblick ein paar steine leichter geworden wäre.

12. juli 2007





schon lustig, wie die mitteljunge, blonde businessfrau mit dem mobiltelephon in der hand, nach einer pause auf einer bank, an mir vorbeigeht und sieht, dass ich die pfützen meine. ja. ich meine wirklich die pfützen. und dann grinst sie ganz kurz, ein bisschen überrascht, aber ganz freundlich in meine richtung, nur eine kleine sekunde. so ganz leicht. als ob sie in einem flüchtigen augenblick ein paar steine leichter geworden wäre.

4. juli 2007

siebzehnuhrzehn stand auf dem telegramm, das mir die uniformierten beamten zeigten, eine abordnung aus dem rathaus schöneberg, diese unglücklichen drei figuren, die nicht wussten, dass ich es ja schon wusste, zwei tage danach.
mit einem telegramm in der hand, das die regierung der deutschen demokratischen republik an die regierung der bundesrepublik deutschland, vertreten durch das rathaus schöneberg gesandt hatte, dem damaligen sitz der berliner landesregierung. weil nicht alle tage ein dreiundzwanzigjähriger westberliner im hoheitsgebiet der deutschen demokratischen republik sein leben verlor. da standen sie betreten vor mir und holten schwer luft und sie taten mir so leid. und ich sagte, bevor einer auch nur mucks machen konnte, „ich weiß. sie müssen nichts sagen.“
heute vor zwanzig jahren waren wir verabredet. miles davis in der waldbühne, du erinnerst dich. du warst auf dem weg zu mir und kamst nicht. wie ich da an der bühne stand und seine jacke aus goldlamé anstarrte, ich glaube, er hatte eine schwarze hose an. bestimmt mit irgendeinem extravaganten detail. der coole miles war ja so ein pfau und liebte schräge klamotten, die er selbst entwarf und die auch gerne mal ins kitschige drifteten.
wie ich da stand und immer wieder alle möglichkeiten im kopf durchging, warum wir uns verpasst hatten. du warst ja auch nicht so sehr pünktlich und das schien mir am ehesten eine erklärung. die verabredung bei mir zuhause nicht mehr hingekriegt, deshalb ging ich dann ja auch alleine los zur waldbühne, weil ich wusste, du würdest in dem fall ohnehin gleich dorthin fahren, um bloß nichts zu verpassen. und ich hätte es genauso gemacht.
in der waldbühne findet man sich vielleicht nicht so sehr schnell, weil sie so groß ist, aber ich wusste ganz sicher, du würdest ganz, ganz vorne stehen. du hättest dich schon durchgeboxt. aber du warst nicht da. dann ging ich alleine in mein wohnzimmer, die dominabar in der winterfeldtstraße, weil ich wusste, dass du wusstest, dass ich im zweifel dort wäre. und du kamst wieder nicht.
wie orientierungslos und lustlos ich da saß. und irgendwann sehr spät ging. ich blieb immer sehr lang und du warst eine nachteule wie ich. es war immer möglich, dass wir uns erst gegen drei uhr nachts irgendwo getroffen hätten. ich ging nach hause, ich konnte ja nach hause laufen, weil ich in der leberstraße wohnte. der früheren sedanstraße, die bescheidene straße in diesem arbeiterviertel, der ‚roten insel‘. wo marlene geboren ist und ein paar häuser weiter die kleine hilde aufwuchs.
mit einem gefühl der leere und diffuser verlassenheit lief ich nach hause, trotz des bestimmt schönen konzertes, bei dem auch irgendwann chuck berry auftrat. die lange potsdamer straße bis zum kleistpark, links in die kolonnenstraße, über die julius leberbrücke, nach hause.
wie wenig ich den auftritt erinnere. natürlich hat er stücke von you’re under arrest gespielt und der zuletzt erschienenen tutu. wie du dich auf ihn gefreut hattest. ich glaube, du hast ihn vorher schon einmal gesehen, bei einem früheren konzert, vielleicht zwei jahre davor. das habe ich erst später gewusst, als ich in deinen sachen eine alte konzertkarte fand.
jetzt muss ich aufhören, weil ich mir etwas zu essen machen will. du musst wissen, es gibt jetzt bratwürste aus „ökologischem anbau“ hätte ich fast geschrieben, na eben so vertretbare herkunft. die esse ich eigentlich sehr gerne. die hätten dir auch geschmeckt! dazu muss ich natürlich recht viel bier trinken!
in dem untersten eintrag, dem ältesten von den verlinkten, war ich immerhin schon so weit, dass ich erklären konnte, warum ich an meiner albernen vita nicht weiterschrieb. das war schon ein kleiner schritt. und jetzt sehe ich, wie oft ich seitdem von dir erzählt habe. ich weiß, dass du es liebst, wenn ich immer wieder von dir rede. du warst so publikumsverliebt. das hat mich so an dir amüsiert, wie du dein spiegelbild verstohlen in jeder reflektierenden scheibe suchtest. wie ich das kenne. wenn du mich heute sehen könntest, würdest du sehen, dass ich dir ähnlicher geworden bin. du würdest mich immer noch mögen. und ich dich. alter angeber.


http://gaga.twoday.net/stories/2848556
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http://gaga.twoday.net/stories/706491/#716784
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http://gaga.twoday.net/stories/812947/#813879
http://gaga.twoday.net/stories/706491/#707116
http://gaga.twoday.net/stories/594463
http://gaga.twoday.net/stories/2802820

6. juli 2007

(…) jedes mal warnte mich meine mutter vor den konsequenzen. „wenn du die nadeln nicht herausnimmst, bleiben die löcher für immer, und beim trinken fließt dir das getränk aus der backe.“
rocko schamoni, dorfpunks

4. juli 2007

siebzehnuhrzehn stand auf dem telegramm, das mir die uniformierten beamten zeigten, eine abordnung aus dem rathaus schöneberg, diese unglücklichen drei figuren, die nicht wussten, dass ich es ja schon wusste, zwei tage danach.
mit einem telegramm in der hand, das die regierung der deutschen demokratischen republik an die regierung der bundesrepublik deutschland, vertreten durch das rathaus schöneberg gesandt hatte, dem damaligen sitz der berliner landesregierung. weil nicht alle tage ein dreiundzwanzigjähriger westberliner im hoheitsgebiet der deutschen demokratischen republik sein leben verlor. da standen sie betreten vor mir und holten schwer luft und sie taten mir so leid. und ich sagte, bevor einer auch nur mucks machen konnte, „ich weiß. sie müssen nichts sagen.“
heute vor zwanzig jahren waren wir verabredet. miles davis in der waldbühne, du erinnerst dich. du warst auf dem weg zu mir und kamst nicht. wie ich da an der bühne stand und seine jacke aus goldlamé anstarrte, ich glaube, er hatte eine schwarze hose an. bestimmt mit irgendeinem extravaganten detail. der coole miles war ja so ein pfau und liebte schräge klamotten, die er selbst entwarf und die auch gerne mal ins kitschige drifteten.
wie ich da stand und immer wieder alle möglichkeiten im kopf durchging, warum wir uns verpasst hatten. du warst ja auch nicht so sehr pünktlich und das schien mir am ehesten eine erklärung. die verabredung bei mir zuhause nicht mehr hingekriegt, deshalb ging ich dann ja auch alleine los zur waldbühne, weil ich wusste, du würdest in dem fall ohnehin gleich dorthin fahren, um bloß nichts zu verpassen. und ich hätte es genauso gemacht.
in der waldbühne findet man sich vielleicht nicht so sehr schnell, weil sie so groß ist, aber ich wusste ganz sicher, du würdest ganz, ganz vorne stehen. du hättest dich schon durchgeboxt. aber du warst nicht da. dann ging ich alleine in mein wohnzimmer, die dominabar in der winterfeldtstraße, weil ich wusste, dass du wusstest, dass ich im zweifel dort wäre. und du kamst wieder nicht.
wie orientierungslos und lustlos ich da saß. und irgendwann sehr spät ging. ich blieb immer sehr lang und du warst eine nachteule wie ich. es war immer möglich, dass wir uns erst gegen drei uhr nachts irgendwo getroffen hätten. ich ging nach hause, ich konnte ja nach hause laufen, weil ich in der leberstraße wohnte. der früheren sedanstraße, die bescheidene straße in diesem arbeiterviertel, der ‚roten insel‘. wo marlene geboren ist und ein paar häuser weiter die kleine hilde aufwuchs.
mit einem gefühl der leere und diffuser verlassenheit lief ich nach hause, trotz des bestimmt schönen konzertes, bei dem auch irgendwann chuck berry auftrat. die lange potsdamer straße bis zum kleistpark, links in die kolonnenstraße, über die julius leberbrücke, nach hause.
wie wenig ich den auftritt erinnere. natürlich hat er stücke von you’re under arrest gespielt und der zuletzt erschienenen tutu. wie du dich auf ihn gefreut hattest. ich glaube, du hast ihn vorher schon einmal gesehen, bei einem früheren konzert, vielleicht zwei jahre davor. das habe ich erst später gewusst, als ich in deinen sachen eine alte konzertkarte fand.
jetzt muss ich aufhören, weil ich mir etwas zu essen machen will. du musst wissen, es gibt jetzt bratwürste aus „ökologischem anbau“ hätte ich fast geschrieben, na eben so vertretbare herkunft. die esse ich eigentlich sehr gerne. die hätten dir auch geschmeckt! dazu muss ich natürlich recht viel bier trinken!
in dem untersten eintrag, dem ältesten von den verlinkten, war ich immerhin schon so weit, dass ich erklären konnte, warum ich an meiner albernen vita nicht weiterschrieb. das war schon ein kleiner schritt. und jetzt sehe ich, wie oft ich seitdem von dir erzählt habe. ich weiß, dass du es liebst, wenn ich immer wieder von dir rede. du warst so publikumsverliebt. das hat mich so an dir amüsiert, wie du dein spiegelbild verstohlen in jeder reflektierenden scheibe suchtest. wie ich das kenne. wenn du mich heute sehen könntest, würdest du sehen, dass ich dir ähnlicher geworden bin. du würdest mich immer noch mögen. und ich dich. alter angeber.


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3. juli 2007

so ein neues telefon ist schon ulkig, vor allem wenn man sich überhaupt nicht für telefonapparate und was die alles können, interessiert. eine überraschung jagt die nächste!
ich habe im telefongeschäft ja das billigste gerät ohne schnur gewählt, mit der wichtigen vorgabe: „das muß nix können! kein sms, kein anrufbeantworter, keine hundert nummern speichern!“
heute früh war das ladesymbol dann nicht mehr animiert, wie es im fachjargon so schön heißt, also habe ich mutig, mutig den telefonnetzstecker mit der basistation verknebelt und habe die sache erst einmal ein paar stunden ruhen lassen. so ein neuer apparat muß meine alte leitung ja auch erst mal ein bißchen kennenlernen und sich an die neue umgebung gewöhnen!
mit dem plan, irgendwann später ganz nach vorschrift und bedienungsanleitung (140 seiten!) die lebensnotwichtigen konfigurationen abzuarbeiten, verließ ich wohlgemut das haus. nach meiner rückkehr musste dann erst einmal ordentlich der kühlschrank eingeräumt und zur stärkung eine kleine mahlzeit eingenommen werden. auch das braucht seine zeit!
wenn ich jetzt nicht lügen will, muß ich schon zugeben: ich habe mich ein wenig gedrückt, weil so eine bedienungsanleitung auch immer ein bißchen nach arbeit aussieht, und man dann ja auch nicht mehr die ausrede hat, dass man nicht telefonieren kann, weil das telefon kaputt ist oder noch nicht angeschlossen!
da man stets prioritäten setzen soll, habe ich mich zunächst an die abarbeitung des tagesordnungspunktes „mal ins internet schauen! wichtige informationen einholen! posteingang prüfen!“ gesetzt. als ich gerade mein internet so aufmache, kommt auf einmal ein ganz fremdes geräusch links aus der ecke! da leuchtet der neue apparat ganz aufgeregt und man könnte meinen, das telefon klingelt!
dabei ist doch noch gar nichts angemeldet, gedrückt und programmiert! das sollte schließlich der höhepunkt meines tagwerkes werden! ich also schnell (aber vorsichtig!) das gerät aus der ladeschale gehoben und erst mal geguckt, wo man da überhaupt so überall draufdrücken könnte.
tatsächlich habe ich eine nützliche taste erwischt und es war auch wirklich jemand dran. meine liebe freundin musste sich dann aber noch etwas mit dem gespräch gedulden, weil ich dringend die komische klebefolie von dem apparat noch abziehen wollte – womöglich hört sie mich sonst gar nicht.
ich wollte die möglichkeit sicherstellen, bei erneut erfolgloser telefonverbindung das ganze teil im lieferzustand zurückzugeben und damit einen recht guten eindruck zu hinterlassen – man wusste ja damals noch nicht, ob ich je wieder telefonieren würde können! das erste telefonat wurde zu beiderseitiger zufriedenheit absolviert, wobei ich ein kleines, kleines rauschen zu hören meine, das ich früher nicht im ohr hatte. allerdings soll es in mecklenburg-vorpommern wohl auch gerade geregnet haben.
nachdem also das erste telefonat ohne bedienungsanleitung und größere beanstandungen abtelefoniert werden konnte, habe ich mir das kleine gerät etwas näher angeschaut. immerzu leuchtet dieses viereck. vielleicht eine kombinierte taschentelefonlampe? das leuchtfenster geht gar nicht mehr aus und dann auch noch mit text und ein buntes bildchen – so ähnlich wie „sie haben ….(bild)“. was hab ich? was will der? mir wurde heiß und kalt! hoffentlich hab ich jetzt kein sms-zeug da drin! das kann und werde ich nicht beantworten! das interessiert mich nicht! die tastendrückerei bei dem ganzen e-mail-getippe reicht mir schon vollauf!
todesmutig die bedienungsanleitung durchgeblättert. „sie haben …“ kann u. a. heißen „eine anrufliste“. ach du grüne neune! ich will keine anrufliste! dann kann man ja nicht mehr behaupten, man wusste ja schließlich nicht, dass der andere einen gerne anrufen wollte – schön wäre es gewesen! aber es hat nun einmal nicht sollen sein! irgendwann klappt’s bestimmt! meine devise!
weiter gedrückt, schlimmste befürchtungen! womöglich kommen gleich nummern, die man theoretisch zurückrufen könnnte! ich will das gar nicht wissen! in der anrufliste stand dann „unbekannt“ hat angerufen. da war ich ja wohl mehr als erleichtert! unbekannt! muß ich etwa unbekannt zurückrufen? nö. wo sind wir denn. ich habe ja so eine leise befürchtung, dass der apparat leute erkennen können würde, wenn ich denen ihre nummern da irgendwie einspeichern täte. das erscheint mir sehr gefährlich. sicher lässt sich der schaden begrenzen, wenn ich ihm einfach keine informationen gebe, nichts herausrücke!
jetzt muss ich mich nur noch daran gewöhnen, dass die auflegetaste genau auf der seite ist, wo bei dem alten gigateil die abnehmetaste war und umgedreht. dann könnte es demnächst auch mit dem einen oder anderen telefonat klappen. ich bin ja schließlich lernfähig und nicht von gestern!

3. juli 2007

so ein neues telefon ist schon ulkig, vor allem wenn man sich überhaupt nicht für telefonapparate und was die alles können, interessiert. eine überraschung jagt die nächste!
ich habe im telefongeschäft ja das billigste gerät ohne schnur gewählt, mit der wichtigen vorgabe: „das muß nix können! kein sms, kein anrufbeantworter, keine hundert nummern speichern!“
heute früh war das ladesymbol dann nicht mehr animiert, wie es im fachjargon so schön heißt, also habe ich mutig, mutig den telefonnetzstecker mit der basistation verknebelt und habe die sache erst einmal ein paar stunden ruhen lassen. so ein neuer apparat muß meine alte leitung ja auch erst mal ein bißchen kennenlernen und sich an die neue umgebung gewöhnen!
mit dem plan, irgendwann später ganz nach vorschrift und bedienungsanleitung (140 seiten!) die lebensnotwichtigen konfigurationen abzuarbeiten, verließ ich wohlgemut das haus. nach meiner rückkehr musste dann erst einmal ordentlich der kühlschrank eingeräumt und zur stärkung eine kleine mahlzeit eingenommen werden. auch das braucht seine zeit!
wenn ich jetzt nicht lügen will, muß ich schon zugeben: ich habe mich ein wenig gedrückt, weil so eine bedienungsanleitung auch immer ein bißchen nach arbeit aussieht, und man dann ja auch nicht mehr die ausrede hat, dass man nicht telefonieren kann, weil das telefon kaputt ist oder noch nicht angeschlossen!
da man stets prioritäten setzen soll, habe ich mich zunächst an die abarbeitung des tagesordnungspunktes „mal ins internet schauen! wichtige informationen einholen! posteingang prüfen!“ gesetzt. als ich gerade mein internet so aufmache, kommt auf einmal ein ganz fremdes geräusch links aus der ecke! da leuchtet der neue apparat ganz aufgeregt und man könnte meinen, das telefon klingelt!
dabei ist doch noch gar nichts angemeldet, gedrückt und programmiert! das sollte schließlich der höhepunkt meines tagwerkes werden! ich also schnell (aber vorsichtig!) das gerät aus der ladeschale gehoben und erst mal geguckt, wo man da überhaupt so überall draufdrücken könnte.
tatsächlich habe ich eine nützliche taste erwischt und es war auch wirklich jemand dran. meine liebe freundin musste sich dann aber noch etwas mit dem gespräch gedulden, weil ich dringend die komische klebefolie von dem apparat noch abziehen wollte – womöglich hört sie mich sonst gar nicht.
ich wollte die möglichkeit sicherstellen, bei erneut erfolgloser telefonverbindung das ganze teil im lieferzustand zurückzugeben und damit einen recht guten eindruck zu hinterlassen – man wusste ja damals noch nicht, ob ich je wieder telefonieren würde können! das erste telefonat wurde zu beiderseitiger zufriedenheit absolviert, wobei ich ein kleines, kleines rauschen zu hören meine, das ich früher nicht im ohr hatte. allerdings soll es in mecklenburg-vorpommern wohl auch gerade geregnet haben.
nachdem also das erste telefonat ohne bedienungsanleitung und größere beanstandungen abtelefoniert werden konnte, habe ich mir das kleine gerät etwas näher angeschaut. immerzu leuchtet dieses viereck. vielleicht eine kombinierte taschentelefonlampe? das leuchtfenster geht gar nicht mehr aus und dann auch noch mit text und ein buntes bildchen – so ähnlich wie „sie haben ….(bild)“. was hab ich? was will der? mir wurde heiß und kalt! hoffentlich hab ich jetzt kein sms-zeug da drin! das kann und werde ich nicht beantworten! das interessiert mich nicht! die tastendrückerei bei dem ganzen e-mail-getippe reicht mir schon vollauf!
todesmutig die bedienungsanleitung durchgeblättert. „sie haben …“ kann u. a. heißen „eine anrufliste“. ach du grüne neune! ich will keine anrufliste! dann kann man ja nicht mehr behaupten, man wusste ja schließlich nicht, dass der andere einen gerne anrufen wollte – schön wäre es gewesen! aber es hat nun einmal nicht sollen sein! irgendwann klappt’s bestimmt! meine devise!
weiter gedrückt, schlimmste befürchtungen! womöglich kommen gleich nummern, die man theoretisch zurückrufen könnnte! ich will das gar nicht wissen! in der anrufliste stand dann „unbekannt“ hat angerufen. da war ich ja wohl mehr als erleichtert! unbekannt! muß ich etwa unbekannt zurückrufen? nö. wo sind wir denn. ich habe ja so eine leise befürchtung, dass der apparat leute erkennen können würde, wenn ich denen ihre nummern da irgendwie einspeichern täte. das erscheint mir sehr gefährlich. sicher lässt sich der schaden begrenzen, wenn ich ihm einfach keine informationen gebe, nichts herausrücke!
jetzt muss ich mich nur noch daran gewöhnen, dass die auflegetaste genau auf der seite ist, wo bei dem alten gigateil die abnehmetaste war und umgedreht. dann könnte es demnächst auch mit dem einen oder anderen telefonat klappen. ich bin ja schließlich lernfähig und nicht von gestern!

2. juli 2007

seit fünf tagen oder was geht mein telefon nicht mehr, auf dem display immer ’störung‘. nach hochwissenschaftlicher analyse und rücksprache mit fachpersonal über die fehlerursache (niemals nicht die leitung, weil internet geht ja und grünes lämpchen leuchtet ordentlich), wegen erhärtetem verdacht neues endgerät geholt. heute mittag leichtsinnig meiner freundin, mit der ich immer am telefon volkslieder etc. singe, ein abendliches duett in aussicht gestellt.
dass in der bedienungsanleitung schon wieder steht, dass man die akkubatterien beim ersten mal, bevor man das telefon überhaupt ans telefonnetz anschließt, 14 stunden aufladen soll, hatte ich so gar nicht mehr in erinnerung. ist ja auch schon acht jahre her, mit dem letzten telefon. zum trost musste ich mir dann dringend dsl sechzehntausend bestellen. dann kann ich nämlich noch schneller verbotene bilder und schlimme filme hochladen und früher schlafen gehen! womöglich vor mitternacht! auch sehr gut für den teint (wg. großaufnahmen!). also schon alleine deswegen brauche ich praktisch aus gründen der gesundheitsvorsorge dsl sechzehndings.
erst zwei stunden rum. auch wieder typisch. niemand telefoniert so selten wie ich, aber wenn man dann schon mal nicht kann, wird es plötzlich ganz dringend. auch so ein phänomen. dasselbe mit der wohnung. was muss jemand wie ich in der mitte von berlin-mitte wohnen, wo ich nie in die kneipen etc. drumherum gehe. aber ich könnte. jawohl, ich könnte. und wie ich könnte. ha!

29. juni 2007



ein bißchen verboten fühlt es sich natürlich schon an, das mit dem hochladen. also wegen dem anbieter mit dem isländisch klingenden namen, wo man jetzt nicht mehr mitmachen darf. aber ich bin nun einmal ein kleiner trotzkopf. immerhin bin ich so lieb und mache extra keinen link zu den großen bildchen wegen der versuchung!
ihr glaubt doch nicht im ernst, dass ich meine bilder wegen irgendeinem politisch hehren communitydingens dort eingestellt habe. viertausendfünfhundertachtzig bilder schmeißt man nicht mal so eben in die tonne oder lädt sie woanders hoch, wo man morgen im zweifel vor demselben problemchen steht. die zeit habe ich gar nicht. mein interesse bei den exilhostern, wie sie auch alle heißen mögen, von früher bekannte (in meinem fall ohnehin spärliche) kontakte aufzugabeln, ist gleich null. mein bauch macht an dieser stelle einfach was er will und es fühlt sich richtig an. wie das meistens so ist mit dem bauch.
eigenartig, dass man keine konsequenten löschungen der alten accounts beobachtet. ein sentimentales hintertürchen? aber ich will nicht böse sein. natürlich hüpft man leichtfüßiger von da nach dort, wenn es nur um eine handvoll schnappschüsse geht. diskutieren möchte ich das auch nicht, stellt gerade mein innerer diktator fest. ist ihm wohl zu aufgeplustert. manchmal wirken bilder besser, wenn ein bißchen text drunter und drüber steht.

SAUEREY

29. juni 2007



ein bißchen verboten fühlt es sich natürlich schon an, das mit dem hochladen. also wegen dem anbieter mit dem isländisch klingenden namen, wo man jetzt nicht mehr mitmachen darf. aber ich bin nun einmal ein kleiner trotzkopf. immerhin bin ich so lieb und mache extra keinen link zu den großen bildchen wegen der versuchung!
ihr glaubt doch nicht im ernst, dass ich meine bilder wegen irgendeinem politisch hehren communitydingens dort eingestellt habe. viertausendfünfhundertachtzig bilder schmeißt man nicht mal so eben in die tonne oder lädt sie woanders hoch, wo man morgen im zweifel vor demselben problemchen steht. die zeit habe ich gar nicht. mein interesse bei den exilhostern, wie sie auch alle heißen mögen, von früher bekannte (in meinem fall ohnehin spärliche) kontakte aufzugabeln, ist gleich null. mein bauch macht an dieser stelle einfach was er will und es fühlt sich richtig an. wie das meistens so ist mit dem bauch.
eigenartig, dass man keine konsequenten löschungen der alten accounts beobachtet. ein sentimentales hintertürchen? aber ich will nicht böse sein. natürlich hüpft man leichtfüßiger von da nach dort, wenn es nur um eine handvoll schnappschüsse geht. diskutieren möchte ich das auch nicht, stellt gerade mein innerer diktator fest. ist ihm wohl zu aufgeplustert. manchmal wirken bilder besser, wenn ein bißchen text drunter und drüber steht.

SAUEREY