19. Juni 2014

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Im Stiegenhaus. Die Tapete. Ja, ich wiederhole mich: dennoch: die Tapete. Eine ganz herrliche Tapete. Ich wusste bis zum Besuch bei Ernst Fuchs überhaupt nicht, dass mir Tapeten gefallen könnten. Insofern könnte man im esoterischen Sinne von einer Initiation sprechen. Mein Besuch in der Fuchs-Villa hat mir die Augen für die Schönheit und Relevanz von Seidentapeten mit filigraner Musterung geöffnet. Doch daheim in Berlin denke ich keine Sekunde darüber nach, die Wände mit Seidentapeten zu tapezieren. Alles zu seiner Zeit und an seinem Ort. Mein Boudoir ist ja auch so opulent genug, mein eigenes kleines Ernst Fuchs-Museum. Mein Gaga Nielsen-Museum. Wir dürfen allerdings nicht vergessen, dass es in dem Anwesen am Rande von Wien noch Gemächer gibt, geben dürfte, die ich nicht betreten habe. Etwa eine Küche oder ein veritables Schlafzimmer. Oder eine Bibliothek. Die Mutter muss ja seinerzeit auch irgendwo gewohnt haben. Die Treppe, also die Stiege, wie es in Österreich heißt, führt zu einer oberen Etage, die kleine Galerie genannt wird. Dort ist auch ein römisches Bad. Da war ich natürlich auch. Oder genauer wir. Ich war ja nicht alleine unterwegs. Wahrscheinlich ist das so in mir drin, dass ich im Zusammenhang mit fremde Orte besuchen, automatisch an mich alleine denke, wie ich mich ohne Abstimmung oder Unterstützung orientiere und zurechtfinde. Weil ich es seit Ewigkeiten, bis auf ganz wenige Ausnahmen, so gewohnt bin. Und wenn dann der Begleiter auch mehr so ein Flaneur ist, der die Dinge auf sich wirken lässt, ohne richtungsweisend einzuwirken, fühlt man sich – also ich mich – nahezu unbehelligt. Was mir aber auch nicht unlieb war. Jetzt kommen nur noch zwei Etappen innerhalb der Villa. Und dann noch das Nymphaeum Omega, draußen im Park. Und dann ist auch gut.

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18. Juni 2014


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In diesem Raum war ich ohne meine Begleitung. Alleine wegen der Tapete sollte man jenen kleinen Raum besuchen. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Er befindet sich auf der Ebene der Räume, durch die wir vorher flanierten. Die Treppe nach oben, das Stiegenhaus, wie man in Österreich sagt, ist gleich daneben. Das waren die nächsten Schritte. Hier gibt es nicht nur Teaser oder Appetizer. Hier ist alles zu sehen. Anschließend muss man sich nur noch überlegen, ob man sich auf meine Spuren begeben will, eines Tages. „Wie mag es sein, durch die Fuchs-Villa zu flanieren?“ So.
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18. Juni 2014

K e i n
V i l l a
F u c h s
E i n t r a g
War es gestern oder heute Morgen, als mir durch den Kopf schoss: ich würde Bewerber auf einen Job – u. a. – danach auswählen wollen, wie sie sich im Alltag in öffentlichen Verkehrsmitteln verhalten, wenn sie sich anonym in der Öffentlichkeit zu wissen glauben. Sozusagen die mehr oder weniger private Standard-Einstellung in unfreiwilliger Gesellschaft. Wie verhält sich jemand in einer Sitzbank in der S-Bahn, wenn neue Fahrgäste, die nach einem Platz Ausschau halten, eintreten? Wird die bequeme Liegeposition, die den gegenüber liegenden Platz mit beansprucht, beibehalten, oder im Sinne einer Signalwirkung „ich mache gerne meinen Mitmenschen Platz“, mit dem Hintern nach hinten gerückt und die Beine auf 90 Grad angewinkelt, damit beim gegenüberliegenden Platz derselbe Raum geboten ist? Das war heute glaube ich, als mir das durch den Kopf ging. Ich habe einen ganz starken Impuls, jemanden zu verteufeln, wenn ich derartige Rücksichtslosigkeiten beobachte. Da müsste schon sehr viel passieren, damit ich mein vernichtendes Urteil revidiere. Eigentlich fast nicht möglich. Ich behaupte, dass es sehr tief blicken lässt, wie arrogant und ignorant sich jemand in einer S- oder U-Bahn verhält. Da nützen die brillantesten Zeugnisse nichts. Allerdings durchschaut man den opportunistischen Fake wahrscheinlich auch in der direkten Konfrontation im phantasierten Vorstellungsgespräch, wo sich dann auch solche Arschlöcher von ihrer sozial kompatibleren Seite zu zeigen versuchen. Mein ultimativer Arschloch-Indikator: S-Bahn-Fahrgast-Verhalten. So, und nun kann ich mich wieder meiner Ernst-Fuchs-Villa zuwenden.

15. Juni 2014

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Sechzehn Kinder von sieben Frauen. Ob eines oder auch zwei oder drei im gelben Bett vom Blauen Salon gezeugt wurden, weiß nur Meister Fuchs allein. Mir hat es das Bett ein wenig angetan. Vielleicht wegen der vielen Kissen und auch wegen des exotischen Zupfinstrumentes, einer Sitar(?), bei der die Saiten fehlen, wie Duke bemerkt. Ein exotisches, etwas hippieskes Szenario, in dem man sich auch Anita Pallenberg mit Keith oder Mick – oder auch beiden, vorstellen kann. Dann wäre die Perfomance des blauen Salons allerdings bestimmt nicht ganz so rauchfrei, es würde ein bißchen – oder ein bißchen sehr – nach Marreksch riechen. Man fragt sich vielleicht, wieso „blauer“ Salon, wo doch viel mehr Gelb- und Gold-Facetten zu erkennen sind. Das ist wieder ein Relikt von Otto Wagner, in dessen Ära dieser Raum so genannt wurde. Tatsächlich ist die Decke von Lapislazuli-Blau dominiert, doch die ist von Ernst Fuchs, als Verbeugung. Und die Tapeten auch. Wie überall. Selten schönere Tapeten gesehen, als die von Ernst Fuchs. Ich tänzle also um das gelbe Bett. Duke hält seine Kamera auf mich. Es stört mich nicht. Das ist alleine schon bemerkenswert. Vielleicht weil er mich nicht dirigiert, weil ich tun und lassen kann, was ich will. Und wohl deshalb mag ich auch jene Reihe so gerne, weil ich nichts getan habe, was ich nicht ohnehin tun würde. Ich sehe so selten Bilder von mir, die ich nicht selbst gemacht habe. Hier sehe ich nun eine andere Seite von mir. In mehrerer Hinsicht. Mir gefällt, dass ich nicht wie ein Eindringling oder ein Fremdkörper wirke. Das mag gleichermaßen an der Sympathie für das, was mich umgab liegen, wie an von geraumer Empathie durchdrungenem Respekt.


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14. Juni 2014

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Bambi Fuchs. Eigentlich auch ein schöner Künstlername. „Bambi Fuchs, *13. Mai 2014 in Hütteldorf, internationale Wiener Multi-Media-Musikzimmer-Performance-Künstlerin, entdeckt von Gaga Nielsen“. (Wikipedia-Eintrag). Schnell mal googeln – nicht dass es schon irgendwo eine Bambi Fuchs gibt, das gibt sonst aber richtig Ärger! Moment – es gibt eine Bambi Fuchs bei googleplus und bei youtube, die ohne auch nur je mein Einverständnis einzuholen, diesen Namen einfach so mirnichts, dirnichts verwendet, aber beide Channels ohne Fotos und Videos und eigene Inhalte. Also keine künstlerisch produktive Bambi Fuchs, die meiner Bambi Fuchs irgendwie Konkurrenz machen könnte. Wäre ja auch noch schöner. Die soll mal schön die Füße still halten. Aber ganz still.


Wir befinden uns nunmehr im Musiksalon von Ernst Fuchs, der den Salon so benannt hat, weil dort früher der Flügel von Otto Wagner stand. Er hat also auch musiziert, der Otto Wagner. Oder musizieren lassen? Früher gehörte so ein Flügel in vornehmen Kreisen (wie den meinigen) ja zum guten Ton. Vielleicht hat er auch eine hübsche Tochter gehabt, so wie Bambi Fuchs, die heute auf der Computer-Tastatur spielt, wie früher ein hübsches Kind die Klaviatur streicheln durfte. Dieser Raum bietet Platz für Phantasien. Zum Beispiel habe ich laut angefangen, darüber zu phantasieren, ob ich mir die schwarze Sitzgarnitur mit der orangen Samtpolsterung vom Herrn Fuchs nachbauen lasse. Der Preis ist sicher reine Verhandlungssache. Bambi Fuchs hat mir dann auch konkrete Zahlen genannt, im wievielstelligen Bereich wir uns dann ungefähr bewegen. Das hatte ich mir schon so ca. in etwa gedacht.

Der Bequemlichkeit halber, auch weil man dann ja die Anlieferungskosten sparen würde, war dann meine nächste Überlegung, dass ich ja auch gleich die ganze Villa kaufen könnte. Man muss immer praktisch denken. Vorausgesetzt, der Herr Fuchs wäre damit einverstanden, aber das ist ja sowieso klar. Bis dato habe ich noch keine so richtig konkrete Antwort auf meine Anfrage erhalten, aber Bambi hat sehr wohlwollend gelächelt und ich denke, sie wird ein warmes Wort für mich einlegen. Solche Verhandlungen gelingen einfach noch besser, wenn man einen Fürsprecher im Hintergrund hat. Bambi scheint da wie prädestiniert.

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11. Juni 2014

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Delikatessen im Speisezimmer. Ich fahre mit der Handfläche vorsichtig über die Tapete mit der tausendfach vervielfältigten, urtümlichen Fruchtbarkeitssilhouette, um zu verifizieren, ob es sich nach dem anfühlt, wonach es aussieht: Wildseide. Es sitzt sich exzellent in dem gepolsterten Sessel in der Ecke. Die übrigen Fauteuils sind dicht unter die Glasplatte des ovalen Esstischs geschoben. Wie eine geschlossene Muschel steht er da. Ich lese, dass in dem Raum das frühere Badezimmer des Architekten Otto Wagner verortet wird. Als Ernst Fuchs Anfang der Siebziger Jahre die Villa erwarb, war sie seit Jahrzehnten dem Zahn der Zeit ausgeliefert. Die architektonischen Elemente hat er restaurieren lassen, die gegenwärtige Einrichtung, die Wandbespannung und Möblierung trägt seine eigene Handschrift. Als wir die Räume betraten, gab mir die Assistentin eine kleine bebilderte Fibel mit auf den Rundgang durch die Räume, von der ich später ein Exemplar kaufte. Wie die Räume heißen und wie ihre Geschichte ist, habe ich erst viele Tage später, zurück in Berlin, nachgelesen. Das brachte mich auch auf den Gedanken, nicht alle Bilder aus der Villa in eine Strecke zu zwingen, sondern all den Räumen Raum zu geben. So ist das. Ganz wundervolle Sitzmöbel. Ungeheuer aufwändig in jedem Detail. Alles wurde mit Bedacht gewählt, angeordnet, in diesem Universum. Rhythmisch, nach Regeln der Musik. Das sage ich einfach so, obgleich ich keine Noten lesen kann und nur äußerst rudimentär mit Harmonielehre befasst habe.





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10. Juni 2014


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„Die Sprechstund‘ halt‘ ich niemals ein, ein Diplomat muss schweigsam sein! Die Akten häufen sich bei mir, ich find‘ es gibt zu viel Papier; ich tauch die Feder selten ein. Und komm doch in die Tint‘ hinein! Kein Wunder wenn man so viel tut, dass man am Abend gerne ruht, und sich bei Nacht, was man so nennt, Erholung nach der Arbeit gönnt! Da geh ich ins Maxim, dort ist es sehr intim, ich duze alle Damen, ruf‘ sie beim Kosenamen: Annette, Babette, Roro, Morette, Lisette, Lollo. Sie lassen mich vergessen, das teu’re Vaterland! Dann wird champagnisiert, und häufig pamponiert. Und geht’s an’s Kosen, Küssen, mit allen diesen Süßen; Annette, Babette, Roro, Morette, Lisette, Lollo. Dann kann ich leicht vergessen, das teu’re Vaterland!“ ( usw. usf. )
Aha. So geht der Text. Also ein Fragment, das zentrale. Davor kommt ja noch mehr – egal! Schau schau, der Lehár Franzi. Freiheit des Bloggens! Vor zehn Minuten hat mich Franz Lehár überhaupt noch nicht beschäftigt, und ab sofort, also gleich danach, wohl auch nicht mehr. In Wahrheit habe ich beim Anfertigen des Blogeintrags hin- und her überlegt, ob ich ein Bild aus der Reihe hineinnehme, wo Duke vermeintlich einen Schal aus schwerem Damast umgeworfen hat, und beim Anblick unverzüglich Johannes Heesters im Ohr habe, mit seinem Evergreen „Heut geht ich ins Maxim, dort bin ich sehr intim“ (wie ich meinte). Der Text geht ja ein bißchen anders, aber ähnlich, sehr ähnlich. Also halte ich Ausschau nach dem Text. Überblicke den ungeahnten Umfang, lese „Lehár – Lustige Witwe (ja ja sicher, schon gehört, oft!) – Wien“. Passt ja. Was soll man schreiben, unter Kaminzimmer-Bildern aus der Fuchs-Villa. Was soll ich schreiben? Von abermaligem Beeindrucktsein? Von den weltberühmten, monumentalen Bleistiftzeichnungen? Unserem Eintrag im Gästebuch? Ich schreibe also, dass ich bei dem Schal, der in Wahrheit ein Fenster-Schal war, an dieses kleine Lied denke. Offenbare meinen Subtext, das Unsachliche, während mein Blick über die Bilder streift. Tatsächlich finde ich ja, dass Duke absolut einen Schal aus Damast in seinem Boudoir oder Schrankkoffer – oder wo auch immer – haben sollte. Und einen Zylinder. Auch wenn er derzeit nicht ins Maxim geht. Wobei der übrige Text schon wieder erstaunlich gut passt. Und nun machen Sie irgendwas aus der Lektüre meines Eintrags zum Kaminzimmer der Villa Fuchs.
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08. Juni 2014


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Man klingelt. Eine bildschöne junge Frau, um die Zwanzig, öffnet lächelnd das rückwärtige Eingangsportal der Villa. Zwei oder drei Besucher sind gerade im Begriff zu gehen. Ich bewundere schon, bevor ich einen der Haupträume überhaupt gesehen habe. Diese Tapete. Was für eine Tapete. Unverwechselbar vom Bewohner der Villa selbst entworfen. Überall gibt es dicke persische Teppiche, die jedes Geräusch verschlucken. Es ist komplett still in der Villa. Es sei denn, man spricht selbst, aber eher wird man wohl flüstern. Schon aus lauter Ehrfurcht, dass man hier so einfach herumspazieren darf. Ich frage die Assistentin, die uns geöffnet hat, ob sie den Herrn Fuchs denn auch manchmal sieht. Sie lächelt amüsiert und antwortet: „Ja ja, jeden Tag. Er wohnt hier ja.“


Wir sind nun die einzigen Besucher in der Villa, wie sich bald herausstellt. Die Assistentin mit den schönen dunklen, langen Haaren und den braunen Bambi-Augen, die man in späteren Bildstrecken auch noch bewundern wird können, empfiehlt uns, mit dem Saal im linken Flügel zu beginnen, dem Adolf Boehm Saal, benannt nach dem Künstler der Jugendstilfenster, einem Zeitgenossen von Otto Wagner, dem Architekten. Im Adolf Boehm Saal finden sich neben Bildern, Möbel von Ernst Fuchs, die mich enorm beeindrucken. Überhaupt ist alles beeindruckend. Wie die Bilder hoffentlich wiedergeben. Durch die offenen Flügeltüren schweben wir weiter in den Großen Salon. Dann ins Kaminzimmer. Ins Speisezimmer. Weiter ins Musikzimmer, in den Blauen Salon, mit dem gelben Bett, in die Toilette, ins Stiegenhaus, nach oben zur kleinen Galerie und ins Römische Bad. Es gibt also noch viel zu sehen. Ich wollte erst eine komplette Strecke machen, benannt „Vienna Villa Fuchs Interieur“, aber ich wurde der Fülle nicht Herrin. Und so gehe ich es gemesseneren Schrittes an, wie wir eben auch gemessen durch diese Räume schritten. Schreiten durften. Man wird ganz demütig vor diesem Lebenswerk, in dieser Wunderkammer. Auf eine schöne, ganz und gar erhebende Weise.

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09. Juni 2014


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So ein Visconti-Gefühl stellt sich ein. Welches Jahrhundert? Wo sind wir? Ich weiß es nicht. Gleich kommt der junge Helmut Berger durch die Flügeltür zu uns in den Großen Salon. Er zieht eine kleine, verächtliche Schnute, weil in der Kristallkaraffe mit dem alten Cognac nur noch eine kleine Pfütze ist, die gerade den Boden bedeckt. Das muss das Personal doch bemerken. Nun gut. Wir sagen nichts. Helmut setzt sich in eines der zierlichen Art Nouveau-Sesselchen, schlägt die Beine in hohem Bogen übereinander und zündet sich eine Zigarette an, die er ein bißchen affektiert zwischen Zeige- und kleinem Finger hält. Bei jedem anderen wäre man genervt von einer derartigen Haltung, aber bei Helmut ist es anders. Es passt einfach zu ihm, zu seinen virtuosen Extravaganzen. Dafür lieben wir ihn. Nein, jetzt lieber doch keine Musik. Wir lassen ihn besser eine Weile alleine, er muss sich erholen, der gestrige Abend war sehr lang, ein bißchen arg viel Champagner vielleicht. Mit schweren Lidern, dem Blick eines Reptils, das absolut alles gesehen hat, streift sein Blick durch die großen Fenster zur Terrasse und bleibt am Arsch der dicken Frau hängen. Nur ein wenig erholen, etwas ausruhen. Wir verständigen uns wortlos und gehen behutsam nach nebenan, ins Kaminzimmer.

















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08. Juni 2014


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Man klingelt. Eine bildschöne junge Frau, um die Zwanzig, öffnet lächelnd das rückwärtige Eingangsportal der Villa. Zwei oder drei Besucher sind gerade im Begriff zu gehen. Ich bewundere schon, bevor ich einen der Haupträume überhaupt gesehen habe. Diese Tapete. Was für eine Tapete. Unverwechselbar vom Bewohner der Villa selbst entworfen. Überall gibt es dicke persische Teppiche, die jedes Geräusch verschlucken. Es ist komplett still in der Villa. Es sei denn, man spricht selbst, aber eher wird man wohl flüstern. Schon aus lauter Ehrfurcht, dass man hier so einfach herumspazieren darf. Ich frage die Assistentin, die uns geöffnet hat, ob sie den Herrn Fuchs denn auch manchmal sieht. Sie lächelt amüsiert und antwortet: „Ja ja, jeden Tag. Er wohnt hier ja.“


Wir sind nun die einzigen Besucher in der Villa, wie sich bald herausstellt. Die Assistentin mit den schönen dunklen, langen Haaren und den braunen Bambi-Augen, die man in späteren Bildstrecken auch noch bewundern wird können, empfiehlt uns, mit dem Saal im linken Flügel zu beginnen, dem Adolf Boehm Saal, benannt nach dem Künstler der Jugendstilfenster, einem Zeitgenossen von Otto Wagner, dem Architekten. Im Adolf Boehm Saal finden sich neben Bildern, Möbel von Ernst Fuchs, die mich enorm beeindrucken. Überhaupt ist alles beeindruckend. Wie die Bilder hoffentlich wiedergeben. Durch die offenen Flügeltüren schweben wir weiter in den Großen Salon. Dann ins Kaminzimmer. Ins Speisezimmer. Weiter ins Musikzimmer, in den Blauen Salon, mit dem gelben Bett, in die Toilette, ins Stiegenhaus, nach oben zur kleinen Galerie und ins Römische Bad. Es gibt also noch viel zu sehen. Ich wollte erst eine komplette Strecke machen, benannt „Vienna Villa Fuchs Interieur“, aber ich wurde der Fülle nicht Herrin. Und so gehe ich es gemesseneren Schrittes an, wie wir eben auch gemessen durch diese Räume schritten. Schreiten durften. Man wird ganz demütig vor diesem Lebenswerk, in dieser Wunderkammer. Auf eine schöne, ganz und gar erhebende Weise.

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1. Juni 2014

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Die Punker-Lady mit der goldenen Ratte auf der Schulter am Entrée der Villa Fuchs ist strategisch bestens verortet, um ein womöglich bestehendes Vorurteil über das opulente Werk von Ernst Fuchs mit einem nicht weniger opulenten Fragezeichen zu versehen. Ich glaube, wir hatten beide nur das eine oder andere Abbild im Internet, vor allem seine Zeichnungen und Gemälde gesehen, als wir das Anwesen betraten. Ich wollte allerdings unbedingt die Villa sehen, die mir dunkel von einer Bildstrecke in der Vogue ein Begriff war, das musste auch schon zwanzig Jahre her sein. Weniger, um seine surrealistische Bilder im Original zu betrachten, sondern um in das persönliche Universum eines Menschen einzutauchen, der sich das erschaffen hat, was Pippi Langstrumpf besingt: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.“ Dass es also ein phantastischer Ort voller Überraschungen sein würde, war schon in meinem Hinterkopf. Es ist ein ziemlicher Ausflug, den nicht jeder Wien-Reisende ohne weiteres auf sich nimmt, weil man immerhin bis zur Endstation einer U-Bahn, bis Hütteldorf fahren muss, was zwar immer noch Wien ist, aber sehr am Rande. Und dann ist man immer noch nicht da, es gibt einen Bus, der nicht allzu oft fährt, so haben wir ein Taxi zur Hüttelbergstraße 26 nach Penzing genommen. Die Punkerin am Eingang erinnert mich vom Spirit her ein bßchen an die vielen Performances, die Duke in den Achtziger Jahren zur Aufführung brachte. Den goldenen Spinnengürtel hätte ich gerne im Schrank. Wir umkreisten die Dame mehrfach in gewissermaßen ritueller Ehrerbietung und schritten weiter zur Villa, die der für den Wiener Jugendstil legendärste Architekt Otto Wagner 1888 vollendet hatte. Man schreitet auf diesem Anwesen automatisch, einfaches Gehen ist für andere Orte dieser Welt reserviert. Nach kurzer Zeit entschwinden profane Alltagsgedanken, verflüchtigen sich Richtung Hüttelbergstraße, wo die Welt an irgendeinem Dienstag im Mai weiter ihren Werken nachging. Es ist ganz unerheblich, welche Versatzstücke welcher Epochen und Religionen hier geehrt werden, ihr Zuhause haben. Wichtig ist nur, dass all das existiert, gleichzeitig, nebeneinander, sich bereichernd, in Fruchtbarkeit. Überhaupt ein zentrales Motiv. Ekstase, Entfaltung und Fruchtbarkeit. Ein allem Göttlichen geweihter, heidnischer Tempel, man ahnt es schon. Auf der rückwärtigen Seite ist der vergleichsweise unauffällige Eingang der Villa, wo wir klingeln und uns die sehr hübsche junge Frau öffnet, die uns schon auf der Terrasse durch die Scheibe gewunken hat. Das Innere der Villa braucht eine eigene Würdigung. Und auch der zu linker Hand der Villa liegende Tempel Nymphaeum Omega. All das folgt später.






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31. Mai 2014


Da sind wir jeden Tag gewesen, auf dieser Wiedner Hauptstraße. Man kommt gar nicht dran vorbei, wenn man woanders hin will, von der Lambrechtgasse aus, wo unsere Wohnung war. Am dreizehnten Mai waren wir auf dem Weg Richtung Karlsplatz, immer nach Norden. Duke hatte zum Glück einen Kompass dabei. Da wollten wir in die U-Bahn steigen, die direkt nach Hütteldorf fährt, wo Ernst Fuchs seine unglaubliche Villa hat, vom legendären Architekten des Wiener Jugendstils, Otto Wagner erbaut. Aber erst mal hinkommen. Ich hatte wieder unausgesetzt meine Windschutzbrille auf, gegen blendende Sonne hätte man sie nicht gebraucht. Dass ich ausgerechnet auf der Höhe der Klavier-Manufaktur Stingl auf die Idee gekommen bin, anzuhalten, um endlich mal ein paar Fotos von Wien zu machen, lag an einer blitzartigen Erkenntnis, als ich das Schild sah. Mir wurde auf einmal klar, dass ich schon mindestens an vier oder fünf Ecken vorbeigelaufen war, die ich, wäre ich alleine unterwegs gewesen, das Laufen unterbrechend, mit einem Foto gewürdigt hätte. Aber zu zweit ist da so ein kleiner Herdentrieb, der fatal werden kann, wenn man sich nicht besinnt, warum man eigentlich auch in einer Stadt ist. Um eben das Besondere zu würdigen, auch in Bildern. An der Stelle fragte Duke mich noch, weil ich plötzlich stehen blieb und meine Kamera aus der Tasche zog, sehr freundlich, ja neugierig, ob ich jetzt vorhätte, ein Bild zu machen. Die Frage machte mich etwas unwirsch und ich habe leider etwas weniger freundlich, als er gefragt hat, geantwortet, es sei gewissermaßen naturgegeben davon auszugehen, dass wenn ich die Kamera in die Hand nehme, die Absicht dahinterstünde, zu fotografieren. Also das nicht einer Erklärung für bedürftig hielte. So ungefähr. Es war merkwürdig für mich, dass überhaupt eine solche Frage an mich kommt, weil ich normalerweise entweder alleine unterwegs bin, wo sich keiner dafür interessiert, was ich tue, ob ich gehe oder stehe. Oder in einem Umfeld bin, wo man mich nur mit Kamera in der Hand kennt, und sich eher wundert, wenn ich nicht fotografiere. Seine Frage zeigte mir aber auch deutlich, dass ich nun erst am dritten Tag meines Aufenthalts beginne, mich auf diese meine ureigene Bestimmung zu besinnen. Ja, ich will festhalten, was mir geschieht, und was ich sehe. Ich will es würdigen. Auch in Worten. Deswegen existiert auch dieses Blog. So ein Aufenthalt in einer anderen Stadt, zumal einer derart sehenswerten, rauscht nicht einfach wie Bilder aus einem Zugfenster an mir vorbei. Mich beschäftigt das naturgegeben auch durch die Bilder, die entstanden sind, noch eine Weile danach. Ich schreibe das wahrscheinlich auch, weil es mich seltsam berührt hat, dass Duke in einer Mail vor wenigen Tagen schrieb, diese Reise nach Wien, das sei alles schon wieder weit weg. Da ich in den letzten Jahren nicht so viel in anderen Städten unterwegs war wie er, habe ich dafür sicher auch eine andere Aufmerksamkeit. Durch Berlin laufe ich ja auch nicht oft flanierenderweise, da könnte eine Begleitung an meiner Seite, die alles neu entdeckt, auch von meinem Tempo eingeschüchtert sein. Jedenfalls war in diesem Moment auf dieser Wiedner Haupstraße mein Entschluss gefasst, nicht mehr zügig weiterzulaufen, wenn mich ein Bild anspringt. Und das Stingl-Bild ist die Premiere. Zum Glück ging es mir wieder gut an dem Tag, keine Katerspuren mehr. Ich wagte es nicht, Duke alleine in den Fokus zu nehmen, aber wenn ich mich ins Bild nehme, kann es schon mal passieren, dass auch jemand im Hintergrund darauf landet. Damit muss man leben. Ich frage mich, ob es nicht auch eine ungewohnte Erfahrung für ihn war, dass ich die Kamera nur zaghaft in seine Richtung gedreht habe. Als wir uns zuletzt sahen, vor diesen vielen Jahren, war er es gewohnt, dass sich meine Kamera, die damals noch analog war, und kein Display hatte, auf ihn richtete, ausgiebig. In vieler Hinsicht war die Situation neu. Wir hatten uns beide verändert. Zwölf Jahre sind eine Menge Leben.



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29. Mai 2014

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Ich glaube, die Reihenfolge war: 2 große Schlucke Williamsbrand am Küchentisch, 1 großes Bier im Rüdigerhof, 2 Gläser Weißwein im Motto am Fluss, 1 Bier, 1 Birnenschnaps, noch ein Bier und evt. noch ein Bier im Philosoph. Dazu ungefähr fünf bis sechs von Victor Selbstgedrehte mit schwarzem Tabak der Sorte „Egalité“ über den Abend verteilt. Als Victor noch ein Bier bestellen wollte, habe ich so ein inneres Schwanken bemerkt und mich für bettschwer erklärt. Ich bin mit einem Taxi heimgekommen, kann mich aber überhaupt nicht mehr an den Taxifahrer erinnern. Gut gelaunt habe ich noch gebloggt und dann war es ungefähr halbfünf, als ich ins Bett gesunken bin, leicht taumelig und schwer wie ein Wackerstein. Ich war dann auch gleich weg. Ich rede immer noch von dem Abend vorher, dem elften Mai, ein Sonntag. Ich weiß noch genau, dass ich mich noch in Berlin innerlich ermahnt habe, dass ich darauf achten müsste, nicht jeden Abend hemmungslos bis in die Puppen zu feiern, weil das dann eventuell zu Folge-Beschwerden am nächsten Tag führen könnte, was dann das Erlebnispotenzial tagsüber mangels Wohlbefinden stark einschränken könnte. Von der Problematik, zeitig aus den Federn zu kommen, gar nicht zu reden. Mit anderen Worten: genau das ist gleich am ersten Abend und dem darauffolgenden Tag eingetroffen. Ich habe mehr oder weniger einen kompletten Tag in Wien verplempert, verloren, weil ich dermaßen regenerationsbedürftig war, dass ich schon Mühe hatte, überhaupt aufzustehen. Aus dem Augenwinkel sah ich durchs Fenster in meinem Schlafzimmer den blauen Himmel. Auch das noch. Ausgerechnet jetzt blauer Himmel, strahlende Sonne. Was ich jetzt gar nicht verkraften konnte. Genau das Wetter, das man sich die ganze Zeit wünscht und dann brummt der Kopf und man möchte eigentlich nur im abgedunkelten Zimmer komplett bewegungslos verharren, bis das Elend vorbei ist. Irgendwie habe ich es noch geschafft, dieses eine Foto von dem Blick aus dem Fenster zu machen, das war laut Metadaten von dem Bild genau um 14 Uhr. Ich habe mich irgendwie aus dem Bett bewegt zum Bad, wo die Tasche mit dem Aspirin war. Zwei eingeworfen, nochmal hingelegt. Nur minimale Besserung, draußen immer noch Sonne. Unter die Dusche, irgendwie zurechtgemacht, Kaffee gekocht, oben in der Küche. Erstmal die Treppe bewältigen. Der Kaffee hat sich auch nicht so recht mit den übrigen Flüssigkeiten in meinem Magen vertragen, ich musste mich fast dazu zwingen, in kleinen Schlucken zu trinken. Nochmal Aspirin nachgelegt. Wasser getrunken. Einen Apfel, der noch aus Berlin in meinem Gepäck war, gegessen. Wieder hingelegt. Was für ein tolle Geschichte, mir wird schon beim Beschreiben wieder ganz schwummrig. Gut, das war jetzt plastisch genug. Ich hatte noch unter meinem nächtlichen Blogeintrag aus dem Augenwinkel einen Kommentar von speedhiking registriert, wo er irgendwas von einem tollen Frühstück schreibt, das ich am nächsten Tag im Kaffeehaus einnehmen sollte. Ich war nicht einmal fähig, darunter einen Antwortkommentar zu schreiben. Und wie hätte das auch gewirkt, was hätte ich denn schreiben sollen? „Danke für den Vorschlag, aber mir ist kotzübel, weil ich alles Mögliche durcheinandergesoffen habe, und das letzte was ich sicher machen werde ist, in dem Zustand in ein Kaffeehaus zum Frühstücken zu gehen! Schönen Dank auch! Aber schön, dass wir mal drüber gesprochen haben!“ Ist doch peinlich. Ich war mir selber peinlich. Wie kann man so saudumm sein! Einen ganzen Tag verloren. Er war zwar noch nicht zu Ende aber ich war kurz oben, draußen auf der Terrasse gewesen und es war nun schon Nachmittag, immer noch herrliche Sonne und ich habe es noch nicht einmal geschafft, wenigstens ein paar schöne Bilder von der sonnigen Terrasse zu machen, weil mir die Kamera zu schwer in der Hand war. Alles war mir zu schwer. Jammer, jammer. Usw. usf.
Mein Blick wanderte immer wieder zu meinem kleinen Reisewecker. Schon war es halbvier am Nachmittag. Ich nahm mir meine Schminksachen und begann in Zeitlupe, im Schneidersitz auf dem Kokosteppich im Wohnzimmer sitzend, vor einem aus einem Kerzenhalter und einem Handspiegel konstruierten Stand-Spiegel, Vitalität und Frische ins Gesicht zu malen. Gleich nochmal zwei Aspirin nachlegen. Zwischendurch hatte ich es geschafft, mal kurz in mein gmx-Postfach zu schauen, wo dann auch direkt zwei Mails von Duke waren, der in der einen Mail einen epischen Aufsatz über Wien gepostet hatte (Betreff: „Liegengebliebenes Mehlfragment über Wien“), eine Antwort auf eine Mail von mir, die ungefähr ein Vierteljahr zurücklag, als die Idee geboren wurde, sich in Wien zu treffen. Weil er Wien im Gegensatz zu mir doch ein bißchen kennt, hat da immer wieder mal zeitweise gelebt. Also gut, das war die eine Mail, die ich ob ihrer Länge, zu lesen vertagen musste. In der anderen stand eine leichter lesbare, kurze Botschaft zu seiner Ankunft – Moment ich gucke mal nach – „Ankunft sieht gut aus – (…) wenn alles gut geht, kurz nach 16:30 am Wiener Westbahnhof eintreffen. (…) kurzen Imbiss zwischen die Kiemen klemmen (…) dann sofort auf den Weg zu unserer Wiener Residenz machen (…). müsste ich so rund um 17 Ticktack (oder wenig später) am Quartier sein.“ Also siebzehn Uhr. Plus x. Wieviel Zeit habe ich noch, von den Toten aufzuerstehen? Es war ungefähr sechzehn Uhr, als ich mir die Frage stellte. Wasser trinken, ich muss mehr Wasser trinken, damit das Aspirin besser seine Wirkung entfalten kann! In einer Mail vorher hatte ich Duke vorgeschlagen, nach seiner Ankunft, wenn er seine Siebensachen abgelegt hat, erstmal zusammen einkaufen zu gehen, damit ein bißchen was zum Knabbern da ist. Ich war ja außerdem noch nicht einmal vor die Tür gekommen, an diesem schönen Tag. So hätte ich zumindest ein bißchen die Gegend um die Wohnung herum gesehen und könnte das auch unter „Wien entdecken“ verbuchen. Ein wenig besser ging es mir immerhin doch. Ich schaute noch mal in den Spiegel, welchen Anblick ich bieten würde, wenn es dann, demnächst, ganz bald klingelt. Mir ging durch den Kopf, wann, und in welcher Situation wir uns zuletzt gesehen hatten. Das war zwar keine sechsundzwanzig Jahre her, wie bei Victor, aber immerhin fast zwölf Jahre. Als er nach seinem letzten Besuch bei mir in Berlin, im Dezember 2002, meine Wohnung verlassen hatte, auf dem Weg zum Bahnhof, zu seinem Zug. Weil ich so ein bißchen physisch durch den Wind war, neben mir stand und von dem vielen Aspirin auch ein bißchen sediert war, entwickelte ich gar keine so große Aufregung, wie es sonst bei mir der Fall ist, wenn Begegnungen, gerade nach langer Zeit, unter besonderen Konstellationen anstehen. Ein beachtlicher Teil meiner Aufmerksamkeit lag bei meinem physischen Zustand und der Rest bei unserem Wiedersehen.
ZIemlich genau um 17:30 Uhr hörte ich die Klingel. Den Ton kannte ich nun schon, nachdem Victor am Abend vorher geklingelt hatte. Ich ging die Treppe nach oben, ich war gerade unten in meinem Zimmer und war eigentlich halbwegs in Ordnung. Als ich die Tür öffnete, stand da also dieser Mensch, den ich so lange nicht gesehen hatte, und er hatte noch genug Merkmale, die ein Wiedererkennen ermöglichten. Kein Fremder. Ich kannte ja auch von ihm neuere Aufnahmen, dank Internet. Meiner Erinnerung nach habe ich gleich vorangeschickt, dass ich noch etwas an einem Kater laboriere und die leichte Verlegenheit, die sich bei solchen Wiedersehensbegegnungen immer anfänglich einstellt, durch übersprungshandlungsartiges, wortreiches Erklären der Wohnräume kompensiert. Nicht ohne Stolz präsentierte ich die verschiedenen Sanitärräume. Ich hatte mir das Zimmer mit dem „Master Bedroom“ und dem „Master Bathroom“ ausgesucht, und ihm das zweite, ebensogroße Zimmer mit separater Dusche und separatem WC zugedacht. Damit man sich nicht in die Quere kommt, gerade im Badezimmer kann ich das gar nicht haben. Da war also überhaupt keine Gefahr. Nachdem wir ein bißchen am Küchentisch saßen, aber nur kurz, brachen wir auf zum Einkaufen. Es gab reichlich Supermärkte in der Umgebung, und wir haben mehrere frequentiert. Auch mehrere Flaschen Wein landeten im Einkaufswagen, obwohl es noch außerhalb meiner Vorstellungskraft war, wie ich so etwas jemals wieder trinken könnte. Aber man kennt sich ja. Kaum geht es einem wieder gut, ist man bereit für neue Taten, auch in Sachen Getränke. Was für ein langer Eintrag zu einem Tag, an dem ich doch recht tatenlos war. Als die Einkäufe verstaut waren, haben wir geguckt, wo man in der Nähe essen gehen könnte. Es war dann zwar schon etwas spät, weil wir uns immer wieder Sachen erzählen mussten und die Zeit vegessen haben. Da hat Duke dann auch gefragt, ob er mich mal fotografieren darf. Ich war überhaupt nicht auf fotografiert werden eingestellt, aber hätte es kleinlich und divenhaft gefunden, es abzuwehren. Meine Haltung war auch ein bißchen untypisch für „Fotografiert werden“, ich saß mit so blöd verschränkten Armen am Tisch, das Gegenteil von einer Pose, wo man gut rüberkommt. Duke hat mir die Bilder überlassen, die er da und auch später von mir gemacht hat, da bin ich ihm doch dankbar, weil es selten Bilder gibt, die andere von mir machen. Es sind die Bilder in diesem Album. Dachte mir, interessant, wie unterschiedlich der Ausdruck der Gesichtshälften ist. Es heißt, die linke Gesichthälfte (vom Objekt aus gesehen) würde die authentische Verfassung zeigen und die rechte Hälfte, wie man wirken möchte, was man als Verfassung kommunizieren will. Vielleicht ist da ja was dran. Ich habe ihn an diesem Abend gar nicht fotografiert, ich war so absorbiert von unserer Unterhaltung und kam gar nicht auf die Idee. Man muss es auch nicht überstürzen, das würde sich schon noch ergeben. Nach dem Intermezzo am Esstisch, sind wir doch noch in unserem vierten Bezirk in einem Lokal gelandet. Das war zwar nicht die Riesensensation, etwas Italienisches, Margareta, aber man hat gut gesessen und es gab eine Pfeffermühle in Griffweite, die wir eifrig benutzt haben. Ich glaube, in dem Lokal hatten wir Vitello Tonnato als Vorspeise und danach… weiß ich nicht mehr, er vielleicht was mit Scampi und ich vielleicht einen Fisch. Aber war ganz gut. Wir waren irgendwann die letzten im Lokal und mussten dann auch gehen. Danach ein ungeplanter Spaziergang durch die dunklen Straßen, ein bißchen verlaufen, auf dem Weg zu unserer Bleibe und dann noch lange Gespräche bis weit in die tiefe Nacht.
: : alle Wiener Geschichten : :

29. Mai 2014

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Ich glaube, die Reihenfolge war: 2 große Schlucke Williamsbrand am Küchentisch, 1 großes Bier im Rüdigerhof, 2 Gläser Weißwein im Motto am Fluss, 1 Bier, 1 Birnenschnaps, noch ein Bier und evt. noch ein Bier im Philosoph. Dazu ungefähr fünf bis sechs von Victor Selbstgedrehte mit schwarzem Tabak der Sorte „Egalité“ über den Abend verteilt. Als Victor noch ein Bier bestellen wollte, habe ich so ein inneres Schwanken bemerkt und mich für bettschwer erklärt. Ich bin mit einem Taxi heimgekommen, kann mich aber überhaupt nicht mehr an den Taxifahrer erinnern. Gut gelaunt habe ich noch gebloggt und dann war es ungefähr halbfünf, als ich ins Bett gesunken bin, leicht taumelig und schwer wie ein Wackerstein. Ich war dann auch gleich weg. Ich rede immer noch von dem Abend vorher, dem elften Mai, ein Sonntag. Ich weiß noch genau, dass ich mich noch in Berlin innerlich ermahnt habe, dass ich darauf achten müsste, nicht jeden Abend hemmungslos bis in die Puppen zu feiern, weil das dann eventuell zu Folge-Beschwerden am nächsten Tag führen könnte, was dann das Erlebnispotenzial tagsüber mangels Wohlbefinden stark einschränken könnte. Von der Problematik, zeitig aus den Federn zu kommen, gar nicht zu reden. Mit anderen Worten: genau das ist gleich am ersten Abend und dem darauffolgenden Tag eingetroffen. Ich habe mehr oder weniger einen kompletten Tag in Wien verplempert, verloren, weil ich dermaßen regenerationsbedürftig war, dass ich schon Mühe hatte, überhaupt aufzustehen. Aus dem Augenwinkel sah ich durchs Fenster in meinem Schlafzimmer den blauen Himmel. Auch das noch. Ausgerechnet jetzt blauer Himmel, strahlende Sonne. Was ich jetzt gar nicht verkraften konnte. Genau das Wetter, das man sich die ganze Zeit wünscht und dann brummt der Kopf und man möchte eigentlich nur im abgedunkelten Zimmer komplett bewegungslos verharren, bis das Elend vorbei ist. Irgendwie habe ich es noch geschafft, dieses eine Foto von dem Blick aus dem Fenster zu machen, das war laut Metadaten von dem Bild genau um 14 Uhr. Ich habe mich irgendwie aus dem Bett bewegt zum Bad, wo die Tasche mit dem Aspirin war. Zwei eingeworfen, nochmal hingelegt. Nur minimale Besserung, draußen immer noch Sonne. Unter die Dusche, irgendwie zurechtgemacht, Kaffee gekocht, oben in der Küche. Erstmal die Treppe bewältigen. Der Kaffee hat sich auch nicht so recht mit den übrigen Flüssigkeiten in meinem Magen vertragen, ich musste mich fast dazu zwingen, in kleinen Schlucken zu trinken. Nochmal Aspirin nachgelegt. Wasser getrunken. Einen Apfel, der noch aus Berlin in meinem Gepäck war, gegessen. Wieder hingelegt. Was für ein tolle Geschichte, mir wird schon beim Beschreiben wieder ganz schwummrig. Gut, das war jetzt plastisch genug. Ich hatte noch unter meinem nächtlichen Blogeintrag aus dem Augenwinkel einen Kommentar von speedhiking registriert, wo er irgendwas von einem tollen Frühstück schreibt, das ich am nächsten Tag im Kaffeehaus einnehmen sollte. Ich war nicht einmal fähig, darunter einen Antwortkommentar zu schreiben. Und wie hätte das auch gewirkt, was hätte ich denn schreiben sollen? „Danke für den Vorschlag, aber mir ist kotzübel, weil ich alles Mögliche durcheinandergesoffen habe, und das letzte was ich sicher machen werde ist, in dem Zustand in ein Kaffeehaus zum Frühstücken zu gehen! Schönen Dank auch! Aber schön, dass wir mal drüber gesprochen haben!“ Ist doch peinlich. Ich war mir selber peinlich. Wie kann man so saudumm sein! Einen ganzen Tag verloren. Er war zwar noch nicht zu Ende aber ich war kurz oben, draußen auf der Terrasse gewesen und es war nun schon Nachmittag, immer noch herrliche Sonne und ich habe es noch nicht einmal geschafft, wenigstens ein paar schöne Bilder von der sonnigen Terrasse zu machen, weil mir die Kamera zu schwer in der Hand war. Alles war mir zu schwer. Jammer, jammer. Usw. usf.
Mein Blick wanderte immer wieder zu meinem kleinen Reisewecker. Schon war es halbvier am Nachmittag. Ich nahm mir meine Schminksachen und begann in Zeitlupe, im Schneidersitz auf dem Kokosteppich im Wohnzimmer sitzend, vor einem aus einem Kerzenhalter und einem Handspiegel konstruierten Stand-Spiegel, Vitalität und Frische ins Gesicht zu malen. Gleich nochmal zwei Aspirin nachlegen. Zwischendurch hatte ich es geschafft, mal kurz in mein gmx-Postfach zu schauen, wo dann auch direkt zwei Mails von Duke waren, der in der einen Mail einen epischen Aufsatz über Wien gepostet hatte (Betreff: „Liegengebliebenes Mehlfragment über Wien“), eine Antwort auf eine Mail von mir, die ungefähr ein Vierteljahr zurücklag, als die Idee geboren wurde, sich in Wien zu treffen. Weil er Wien im Gegensatz zu mir doch ein bißchen kennt, hat da immer wieder mal zeitweise gelebt. Also gut, das war die eine Mail, die ich ob ihrer Länge, zu lesen vertagen musste. In der anderen stand eine leichter lesbare, kurze Botschaft zu seiner Ankunft – Moment ich gucke mal nach – „Ankunft sieht gut aus – (…) wenn alles gut geht, kurz nach 16:30 am Wiener Westbahnhof eintreffen. (…) kurzen Imbiss zwischen die Kiemen klemmen (…) dann sofort auf den Weg zu unserer Wiener Residenz machen (…). müsste ich so rund um 17 Ticktack (oder wenig später) am Quartier sein.“ Also siebzehn Uhr. Plus x. Wieviel Zeit habe ich noch, von den Toten aufzuerstehen? Es war ungefähr sechzehn Uhr, als ich mir die Frage stellte. Wasser trinken, ich muss mehr Wasser trinken, damit das Aspirin besser seine Wirkung entfalten kann! In einer Mail vorher hatte ich Duke vorgeschlagen, nach seiner Ankunft, wenn er seine Siebensachen abgelegt hat, erstmal zusammen einkaufen zu gehen, damit ein bißchen was zum Knabbern da ist. Ich war ja außerdem noch nicht einmal vor die Tür gekommen, an diesem schönen Tag. So hätte ich zumindest ein bißchen die Gegend um die Wohnung herum gesehen und könnte das auch unter „Wien entdecken“ verbuchen. Ein wenig besser ging es mir immerhin doch. Ich schaute noch mal in den Spiegel, welchen Anblick ich bieten würde, wenn es dann, demnächst, ganz bald klingelt. Mir ging durch den Kopf, wann, und in welcher Situation wir uns zuletzt gesehen hatten. Das war zwar keine sechsundzwanzig Jahre her, wie bei Victor, aber immerhin fast zwölf Jahre. Als er nach seinem letzten Besuch bei mir in Berlin, im Dezember 2002, meine Wohnung verlassen hatte, auf dem Weg zum Bahnhof, zu seinem Zug. Weil ich so ein bißchen physisch durch den Wind war, neben mir stand und von dem vielen Aspirin auch ein bißchen sediert war, entwickelte ich gar keine so große Aufregung, wie es sonst bei mir der Fall ist, wenn Begegnungen, gerade nach langer Zeit, unter besonderen Konstellationen anstehen. Ein beachtlicher Teil meiner Aufmerksamkeit lag bei meinem physischen Zustand und der Rest bei unserem Wiedersehen.
ZIemlich genau um 17:30 Uhr hörte ich die Klingel. Den Ton kannte ich nun schon, nachdem Victor am Abend vorher geklingelt hatte. Ich ging die Treppe nach oben, ich war gerade unten in meinem Zimmer und war eigentlich halbwegs in Ordnung. Als ich die Tür öffnete, stand da also dieser Mensch, den ich so lange nicht gesehen hatte, und er hatte noch genug Merkmale, die ein Wiedererkennen ermöglichten. Kein Fremder. Ich kannte ja auch von ihm neuere Aufnahmen, dank Internet. Meiner Erinnerung nach habe ich gleich vorangeschickt, dass ich noch etwas an einem Kater laboriere und die leichte Verlegenheit, die sich bei solchen Wiedersehensbegegnungen immer anfänglich einstellt, durch übersprungshandlungsartiges, wortreiches Erklären der Wohnräume kompensiert. Nicht ohne Stolz präsentierte ich die verschiedenen Sanitärräume. Ich hatte mir das Zimmer mit dem „Master Bedroom“ und dem „Master Bathroom“ ausgesucht, und ihm das zweite, ebensogroße Zimmer mit separater Dusche und separatem WC zugedacht. Damit man sich nicht in die Quere kommt, gerade im Badezimmer kann ich das gar nicht haben. Da war also überhaupt keine Gefahr. Nachdem wir ein bißchen am Küchentisch saßen, aber nur kurz, brachen wir auf zum Einkaufen. Es gab reichlich Supermärkte in der Umgebung, und wir haben mehrere frequentiert. Auch mehrere Flaschen Wein landeten im Einkaufswagen, obwohl es noch außerhalb meiner Vorstellungskraft war, wie ich so etwas jemals wieder trinken könnte. Aber man kennt sich ja. Kaum geht es einem wieder gut, ist man bereit für neue Taten, auch in Sachen Getränke. Was für ein langer Eintrag zu einem Tag, an dem ich doch recht tatenlos war. Als die Einkäufe verstaut waren, haben wir geguckt, wo man in der Nähe essen gehen könnte. Es war dann zwar schon etwas spät, weil wir uns immer wieder Sachen erzählen mussten und die Zeit vegessen haben. Da hat Duke dann auch gefragt, ob er mich mal fotografieren darf. Ich war überhaupt nicht auf fotografiert werden eingestellt, aber hätte es kleinlich und divenhaft gefunden, es abzuwehren. Meine Haltung war auch ein bißchen untypisch für „Fotografiert werden“, ich saß mit so blöd verschränkten Armen am Tisch, das Gegenteil von einer Pose, wo man gut rüberkommt. Duke hat mir die Bilder überlassen, die er da und auch später von mir gemacht hat, da bin ich ihm doch dankbar, weil es selten Bilder gibt, die andere von mir machen. Es sind die Bilder in diesem Album. Dachte mir, interessant, wie unterschiedlich der Ausdruck der Gesichtshälften ist. Es heißt, die linke Gesichthälfte (vom Objekt aus gesehen) würde die authentische Verfassung zeigen und die rechte Hälfte, wie man wirken möchte, was man als Verfassung kommunizieren will. Vielleicht ist da ja was dran. Ich habe ihn an diesem Abend gar nicht fotografiert, ich war so absorbiert von unserer Unterhaltung und kam gar nicht auf die Idee. Man muss es auch nicht überstürzen, das würde sich schon noch ergeben. Nach dem Intermezzo am Esstisch, sind wir doch noch in unserem vierten Bezirk in einem Lokal gelandet. Das war zwar nicht die Riesensensation, etwas Italienisches, Margareta, aber man hat gut gesessen und es gab eine Pfeffermühle in Griffweite, die wir eifrig benutzt haben. Ich glaube, in dem Lokal hatten wir Vitello Tonnato als Vorspeise und danach… weiß ich nicht mehr, er vielleicht was mit Scampi und ich vielleicht einen Fisch. Aber war ganz gut. Wir waren irgendwann die letzten im Lokal und mussten dann auch gehen. Danach ein ungeplanter Spaziergang durch die dunklen Straßen, ein bißchen verlaufen, auf dem Weg zu unserer Bleibe und dann noch lange Gespräche bis weit in die tiefe Nacht.
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28. Mai 2014


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Ankommen. Angekommen. Das Taxi fährt durch ein bißchen Nieselregen nach Wien, in den vierten Bezirk. „Auf der Wieden“ sagt man, hat mich Victor noch per Mail gebrieft, nicht „in Wieden“. Duke, mein Reisegefährte für die kommenden Tage, wird erst am nächsten Tag eintreffen. Am Abend bin ich mit Victor verabredet, den ich zuletzt Neunzehnhundertachtundachtzig gesehen habe. Ich weiß von ein paar facebook-Fotos, wie er jetzt ungefähr ausschaut. Es ist Nachmittag, als ich ankomme, in der schönen Wohnung. Ich mache ganz angetan ein paar erste Schnappschüsse, die zum Teil arg verwackelt sind. Da denke ich noch, dass ich im Laufe der Tage, gerade wenn die Sonne mal scheint, bestimmt noch Gute machen werde, die einen besseren Eindruck wiedergeben. Aber da weiß ich noch nicht, dass ich nicht dazu kommen werde, weil wir viel unterwegs sind oder frühstücken oder im Aufbruch oder es schon wieder dunkel ist. Deswegen habe ich auch die verwackelten Bilder dringelassen, die ich normalerweise weggeschmissen hätte, wegen ihrer qualitativen Unzulänglichkeit. Später, gerade auch am nächsten Tag, habe ich die schöne Terrasse in strahlender Sonne erleben dürfen. Und weil ich so mit meinem kleinen Kater zu tun hatte, auch wieder nicht angemessen abgelichtet. Aber egal – man hat einen Eindruck, dass es keine Bruchbude war. Im Gegenteil. Ich habe mich anfänglich sogar ein paar mal verlaufen, so weitläufig war die Wohnung. Treppe rauf, Treppe runter… ach ja, das ist ja die andere Ebene. Es gab auch noch ein zweites Schlafzimmer mit einem genauso großen Bett, das stand in dem Zimmer mit den besonders unscharfen Bildern, mit den gerafften Vorhängen. Ich habe also erst ein mal ausgepackt und mich umgezogen und bin in Ruhe angekommen. Und dann war es auch schon so weit, dass mich Victor abholen würde. Was er auch getan hat. Übrigens sind die Bücher nicht von mir mitgebracht. Die liegen so in der Wohnung herum. Neben vielen schönen Bildbänden. Ich habe mir selber nur einen kleinen Reiseführer Wien mitgenommen und eine Art Kaffeehaus-Lexikon, weil ich wusste, dass ich sowieso nicht zum Romane lesen kommen würde. Ich habe also keine Ahnung, was in dem nicht unbekannten Buch EAT PRAY LOVE steht, obwohl es sogar einen Film davon gibt, den ich ebenfalls nicht gesehen habe. Aber das Uschi Obermaier-Buch auf dem Fenstersims, das kenne ich. Das habe ich nämlich auch. Als ich das entdeckt habe, war mir mein Gastgeber gleich noch mal so sympathisch, wie vorher schon. Ich habe ihn gar nicht persönlich getroffen, weil wir das alles über Mail ausgecheckt haben und ich auch keinen Schlüssel für die Wohnung brauchte, weil sie ganz modern mit einem Code zugänglich ist. Hier also ein paar Eindrücke meiner Bleibe in Wien.
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28. Mai 2014

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Der Abend war der einzige, über den ich noch in Wien etwas geschrieben habe. Dass wir nach dem Rüdigerhof im Motto am Fluss (leider keine Fotos) zum Essen waren, wo es sehr lauschig war, und danach im Philosoph (leider keine Fotos). Lange. Wo ich nach langer Zeit wieder einmal Tabak geraucht habe (l. k. F.). Mein letztes Erlebnis mit Rauchen war zuvor irgendwann im Februar glaube ich, als ich mir alte Graskrümel zu einem kleinen Spliff, wie wir User früher gesagt haben, gedreht habe. Und dazu Williamsbrand getrunken. Was mir schon da nicht gut bekommen ist. Und auch da war Victor involviert, nämlich sein Buch Philosoph auf Reisen, wo ich gerade bei einem Kapitel war, wo dem Alkohol und auch dem Marihuana stark zugesprochen wurde. Eine nicht empfehlenswerte Kombination, wie man ja eigentlich schon immer weiß. Und auch an jenem Abend in Wien hat mich die Gegenwart von Victor gewissermaßen spielerisch in den Abgrund des Lasters gelockt. Dabei gab es nur Bier und Schnaps und starken Tabak. Das mit dem Absinth haben wir uns anders überlegt. Wer weiß, ob ich dann überhaupt noch einmal am nächsten Tag aus der Wohnung gekommen wäre. Der Rüdigerhof (hier Erwähnung, vierter Absatz, neuntes Wort) hat mir gut gefallen, ich habe auch schnell gelernt, dass ich mich dort mehr noch als anderswo zusammenreißen muss, um nicht plump herumzufotografieren. Weil ich in Wien ja nun leider noch nicht weltberühmt genug bin, dass jeder Gast die Ehre und einmalige Chance begreifen würde, von mir und meiner Kamera eingefangen zu werden. Ich habe mich also sehr beschränkt, daher gibt es nur fünf Motive, zweimal die Decke im Eingangsbereich und einmal über die Tische hinweg und noch zweimal ich selber mit ein bißchen Victor. Allerdings hätte ich ihn gerne adäquater getroffen. Er sieht in echt eindeutig jünger und weniger streng aus. Er guckt auf dem einen Bild schon sehr skorpionisch eindringlich, was aber ja auch wieder passt. Bevor er ganz pünktlich um 19:30 Uhr geklingelt hat, hatte ich mich schon ein bißchen eingelebt, nur die Lichtschalter bereiteten mir Kopfzerbrechen. Ich war noch nie in einer Wohnung mit so vielen Varianten von Beleuchtung und zugehörigen Schaltern incl. Dimmfunktion. Zur Begrüßung haben wir am Küchentisch den Rest Williamsbrand aus meinem sehr schönen Flachmann getrunken. Man möchte ja auch etwas anbieten. Im Schnelldurchlauf habe ich noch alle Räume vorgeführt, so weit mir bis dahin bekannt, und die Bemerkung geerntet „Ah ja, du bist also kein Luxusweib.“ Was eine Anspielung auf irgendein Geplänkel per Mail im Vorfeld war. Weiß ich aber nicht mehr. Also gut! Bin ich eben ein Luxusweib! Ich bekenne mich schuldig! Mea maxima culpa! Aber der Vorteil von so einem Luxusweib ist natürlich, dass es auch Mittel findet, den Luxus zu finanzieren. Und sei es durch ein ausgefuchstes Sparprogramm. Also das war in groben Zügen, wie es kam, dass ich in der Nacht von Sonntag auf Montag mit Victor versackt bin und am nächsten Tag schwer verkatert gegen Mittag aufgestanden bin, was mir nicht leicht fiel. Aber schön war der Abend schon. Er ist mir auch überhaupt nicht fremd vorgekommen. Kein bißchen. Und im Rüdigerhof, wo man sich sehr gut unterhalten konnte, weil die Musik nicht so auffällig war, falls überhaupt welche weil keine gespielt wurde, haben wir auch über ganz viele gemeinsame Freunde von früher gesprochen und zu wem man noch Kontakt hat oder wann er abgebrochen ist. Was einem so in den Sinn kommt, wenn man sechsundzwanzig Jahre kein Wort miteinander mehr gewechselt hat. Ich war sehr froh zu sehen, dass es ihm gut geht, er gesund ist, obwohl er zügig raucht. War schön. Und wieviel wir geredet haben. Und gelacht. Ganz viel. Dafür kann man auch gerne einen Kater in Kauf nehmen.


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26. Mai 2014

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Erst mal hinkommen, ohne das Speibsackerl zu gebrauchen! In Wahrheit ist da bei mir keine Gefahr, ich bin vielleicht nicht hochseefest, aber in luftigen Höhen geht es mir ausgezeichnet. Am schönsten ist es, wenn der Flieger losdüst, noch auf der Startbahn. Und wenn er dann abhebt, bin ich wirklich im Himmel. Ich müsste viel öfter in einen Flieger steigen, so wie früher. Aber kann ja wieder kommen. Alles war eilig und knapp bemessen, also zeitlich. Bis ich dann am Gate war, da war auf einmal Zeit. Und was mache ich, wenn ich nicht am Internet hänge? Mit der Kamera spielen. Es hatte geregnet. Als der Flieger abhob, lag Berlin plötzlich in der Sonne, und die Regentropfen an der Scheibe glitzerten wie so Swarovski-Steinchen. Ist, glaub ich, auch eine österreichische Firma. Kaum eine Stunde in der Luft, schon landet der Flieger wieder. Wie meine globetrottenden Leserinnen wissen werden ist: der Vienna Airport in Wahrheit gar nicht in Vienna, sondern in Schwechat, einem Ort in Niederösterreich, wie ich von der Taxifahrerin gelernt habe. Ich habe mich nämlich nach ungefähr zwanzig bis dreißig Minuten Taxifahrt gewundert, dass es auf einmal ein Ortsschild „Wien“ gab. Man lernt nicht aus! Also von Niederösterreich mit dem Taxi nach Wien, in den vierten Bezirk, in die Lambrechtgasse. Aber vor dem Taxi noch auf die Damentoilette. Sehr schick! Auch das Publikum. Und beim Warten auf meine ebenfalls schicke Reisetasche, die schicke, von hinten beleuchtete Wanddekoration mit dem Kuss von Herrn Klimt gewürdigt. Schon schön. Mal sehen, ob es so weitergeht, war meine kurze Überlegung. Aber eigentlich war ich mir bereits sicher, wenn es schon so ein Entrée gibt. Aber erst mal ankommen. Lange nicht mehr Taxi gefahren. Früher bin ich in Taxis gestiegen, wie andere in die U-Bahn. Da ist also auch das Geld geblieben, das mir so lange abhanden gekommen war. Aber nun war ich bereit, mein Erspartes auf den Kopf zu hauen, und die Wiener Wirtschaft anzukurbeln! Wofür sich ja auch unheimlich gut der Besuch von möglichst vielen Wiener Wirtschaften anbietet. Ja, so ein Kalauer muss auch mal sein. Noch war ich allein unterwegs. Aber das sollte sich noch am Abend des elften Mai 2014 ändern. Bleiben Sie dran! Bleiben Sie mir gewogen! Fortsetzung folgt! Bald.
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28. Mai 2014


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Ankommen. Angekommen. Das Taxi fährt durch ein bißchen Nieselregen nach Wien, in den vierten Bezirk. „Auf der Wieden“ sagt man, hat mich Victor noch per Mail gebrieft, nicht „in Wieden“. Duke, mein Reisegefährte für die kommenden Tage, wird erst am nächsten Tag eintreffen. Am Abend bin ich mit Victor verabredet, den ich zuletzt Neunzehnhundertachtundachtzig gesehen habe. Ich weiß von ein paar facebook-Fotos, wie er jetzt ungefähr ausschaut. Es ist Nachmittag, als ich ankomme, in der schönen Wohnung. Ich mache ganz angetan ein paar erste Schnappschüsse, die zum Teil arg verwackelt sind. Da denke ich noch, dass ich im Laufe der Tage, gerade wenn die Sonne mal scheint, bestimmt noch Gute machen werde, die einen besseren Eindruck wiedergeben. Aber da weiß ich noch nicht, dass ich nicht dazu kommen werde, weil wir viel unterwegs sind oder frühstücken oder im Aufbruch oder es schon wieder dunkel ist. Deswegen habe ich auch die verwackelten Bilder dringelassen, die ich normalerweise weggeschmissen hätte, wegen ihrer qualitativen Unzulänglichkeit. Später, gerade auch am nächsten Tag, habe ich die schöne Terrasse in strahlender Sonne erleben dürfen. Und weil ich so mit meinem kleinen Kater zu tun hatte, auch wieder nicht angemessen abgelichtet. Aber egal – man hat einen Eindruck, dass es keine Bruchbude war. Im Gegenteil. Ich habe mich anfänglich sogar ein paar mal verlaufen, so weitläufig war die Wohnung. Treppe rauf, Treppe runter… ach ja, das ist ja die andere Ebene. Es gab auch noch ein zweites Schlafzimmer mit einem genauso großen Bett, das stand in dem Zimmer mit den besonders unscharfen Bildern, mit den gerafften Vorhängen. Ich habe also erst ein mal ausgepackt und mich umgezogen und bin in Ruhe angekommen. Und dann war es auch schon so weit, dass mich Victor abholen würde. Was er auch getan hat. Übrigens sind die Bücher nicht von mir mitgebracht. Die liegen so in der Wohnung herum. Neben vielen schönen Bildbänden. Ich habe mir selber nur einen kleinen Reiseführer Wien mitgenommen und eine Art Kaffeehaus-Lexikon, weil ich wusste, dass ich sowieso nicht zum Romane lesen kommen würde. Ich habe also keine Ahnung, was in dem nicht unbekannten Buch EAT PRAY LOVE steht, obwohl es sogar einen Film davon gibt, den ich ebenfalls nicht gesehen habe. Aber das Uschi Obermaier-Buch auf dem Fenstersims, das kenne ich. Das habe ich nämlich auch. Als ich das entdeckt habe, war mir mein Gastgeber gleich noch mal so sympathisch, wie vorher schon. Ich habe ihn gar nicht persönlich getroffen, weil wir das alles über Mail ausgecheckt haben und ich auch keinen Schlüssel für die Wohnung brauchte, weil sie ganz modern mit einem Code zugänglich ist. Hier also ein paar Eindrücke meiner Bleibe in Wien.
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26. Mai 2014

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Erst mal hinkommen, ohne das Speibsackerl zu gebrauchen! In Wahrheit ist da bei mir keine Gefahr, ich bin vielleicht nicht hochseefest, aber in luftigen Höhen geht es mir ausgezeichnet. Am schönsten ist es, wenn der Flieger losdüst, noch auf der Startbahn. Und wenn er dann abhebt, bin ich wirklich im Himmel. Ich müsste viel öfter in einen Flieger steigen, so wie früher. Aber kann ja wieder kommen. Alles war eilig und knapp bemessen, also zeitlich. Bis ich dann am Gate war, da war auf einmal Zeit. Und was mache ich, wenn ich nicht am Internet hänge? Mit der Kamera spielen. Es hatte geregnet. Als der Flieger abhob, lag Berlin plötzlich in der Sonne, und die Regentropfen an der Scheibe glitzerten wie so Swarovski-Steinchen. Ist, glaub ich, auch eine österreichische Firma. Kaum eine Stunde in der Luft, schon landet der Flieger wieder. Wie meine globetrottenden Leserinnen wissen werden ist: der Vienna Airport in Wahrheit gar nicht in Vienna, sondern in Schwechat, einem Ort in Niederösterreich, wie ich von der Taxifahrerin gelernt habe. Ich habe mich nämlich nach ungefähr zwanzig bis dreißig Minuten Taxifahrt gewundert, dass es auf einmal ein Ortsschild „Wien“ gab. Man lernt nicht aus! Also von Niederösterreich mit dem Taxi nach Wien, in den vierten Bezirk, in die Lambrechtgasse. Aber vor dem Taxi noch auf die Damentoilette. Sehr schick! Auch das Publikum. Und beim Warten auf meine ebenfalls schicke Reisetasche, die schicke, von hinten beleuchtete Wanddekoration mit dem Kuss von Herrn Klimt gewürdigt. Schon schön. Mal sehen, ob es so weitergeht, war meine kurze Überlegung. Aber eigentlich war ich mir bereits sicher, wenn es schon so ein Entrée gibt. Aber erst mal ankommen. Lange nicht mehr Taxi gefahren. Früher bin ich in Taxis gestiegen, wie andere in die U-Bahn. Da ist also auch das Geld geblieben, das mir so lange abhanden gekommen war. Aber nun war ich bereit, mein Erspartes auf den Kopf zu hauen, und die Wiener Wirtschaft anzukurbeln! Wofür sich ja auch unheimlich gut der Besuch von möglichst vielen Wiener Wirtschaften anbietet. Ja, so ein Kalauer muss auch mal sein. Noch war ich allein unterwegs. Aber das sollte sich noch am Abend des elften Mai 2014 ändern. Bleiben Sie dran! Bleiben Sie mir gewogen! Fortsetzung folgt! Bald.
: : alle Wiener Geschichten : :

23. Mai 2014

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Dritter Tag. Am Nachmittag erzählte Felix, wie er lernte, die Überwachung zu lieben. Mit detektivischem Gespür kombinierte ich, dass in diesem Vortrag bestimmt ein bis zwei Blogger in den ersten Reihen sitzen würden, die ich von früher kennen könnte. Wenn ich so vergleiche, wie sich der eine oder andere Blogger so herausgemacht hat, muss ich sagen: Felix ist da weit vorne. Andere sind natürlich auch gut dabei, aber ich bin schon Felix-Fan. Aber das sind wir ja eigentlich irgendwie alle. Zumindest die da waren. Danach war ich noch ein bißchen herumspazieren, in der einen oder anderen Halle, Stage Dingsbums, die sind so durchnummeriert. In einer haben alle Kopfhörer am Eingang gekriegt, ich wollte aber keinen, noch ein Apparat macht mich nur nervös. Ich habe dann Fotos von Sascha gemacht, der seinen Kopfhörer auch nicht ordenltich aufgesetzt hat, sondern immer nur so an das rechte Ohr gehalten. Mit der Frisur ist das ja auch sonst blöd. Jedenfalls war dann auch schon recht bald die Zeit überbrückt bis zur großen Abschiedsfeier. Ich habe mir zwei Gläser Wein geholt, der war sogar richtig gut. Also nicht auf einmal, hintereinander zwei Gläser. Ein spanischer Weißwein in einer nicht sehr vertrauenserweckenden Farbe, so ein dunkles Goldgelb, hat aber ganz anders geschmeckt, als er ausgesehen hat. Dann war es endlich so weit! Die große Abschiedsfeier konnte losgehen! Ich hatte einen super Platz, ganz vorne, in der zweiten Reihe, ganz links. Es wurde sehr schön allen Helfern gedankt und den Technikern und allen, die nicht auf der Bühne waren. Das hat mir gut gefallen, das war eine sehr schöne Geste. Auch recht ausführlich. Ich habe auch fleißig für jeden geklatscht. Es wurde sich auch viel gedrückt und war sehr warmherzig. Dann endlich ging es mit dem Karaoke los! Die berühmte Bohemian Rhapsody war endlich dran. Und das war total schön. Genau, wie ich es mir erhofft hatte. Ich habe mich auch getraut, alles mitzusingen. Gut, dass der Text auf die Bühne gebeamt worden ist. Den hätte ich mir nie im Leben merken können, viel zu lang und kompliziert! Ich hätte auch gar keine Zeit zum Üben gehabt. Die superhübsche Frau mit der orientialischen Kopfbedeckung hat auch laut mitgesungen und war sehr begeistert. Sie hat hinter mir gestanden und ich habe sie ganz oft fotografiert, das hat sie auch gemerkt und es hat sie nicht gestört. Ein Hingucker! Und am Ende hat es dann noch Glitzerkonfetti geregnet. So lila-pink, aber nicht rund sondern eckig. Creezy hat sich dann noch eine Handvoll Glitter in die Tasche gesteckt, zum Andenken. Ich habe es ihr nachgemacht. Jetzt fällt mir überhaupt wieder ein, dass die Glitzerschnipsel immer noch in der Jackentasche stecken müssen. Schade, ich habe gar kein Poesiealbum mehr wie früher, da hätte man es sonst einkleben können. Was habe ich früher Eintrittskarten gesammelt! Und dann schön eingeklebt und so weiter. Ich habe die Programme von den drei re:publica-Tagen aber aufgehoben. Und das Halsband und das Armbändchen. Ist doch zu schade zum wegschmeißen irgendwie. So, jetzt habe ich endlich auch noch die Fotos vom dritten Tag gebloggt. Das hat mich schon lange beschäftigt, und in Wien ist ja gar nichts mit den Bildern passiert, ich war einfach dauernd unterwegs. Kann man aber ja vielleicht auch verstehen.

17. Mai 2014


Back in town. Back in Berlin. Man verzeihe mir die Funkstille. Ich musste drei Milliarden Fotos schießen und rumlaufen und Kaffeehäuser besuchen und staunen und mich treffen und unterhalten und lachen und weinen und überhaupt. Nun habe ich ja noch meine Bilderschulden vom dritten re:publica-Tag auch nicht beglichen. Gestern Flieger von Vienna Airport nach Berlin mit zwei Stunden Delay, kurz nach Ladenschluss gegen zwanzig Uhr daheim. Wäsche von den Ferientagen in die Maschine gepackt, Bilder runtergeladen. Und heute lange geschlafen, es stellt sich doch ein bißchen Schlafdefizit ein, wenn man nahezu jede Nacht bis zwei oder drei Uhr am Küchentisch redet und trinkt und dann am nächsten Tag doch früh aufsteht, obwohl es gegen die Natur ist, weil man merkt, wie die Tage davonrinnen, in Nullkommanichts ist alles wieder vorbei und man hat so viel noch nicht gesehen. Aber die Sachen, die mir wirklich am Herzen lagen, die konnte ich sehen, das haben wir gut hingekriegt. Die Fuchs-Villa und die Secession mit dem Beethovenfries waren meine Highlights. Und ein Wienerlied mit Harmonium im Kunsthistorischen Museum. Und der Judenplatz, die Kurrentgasse, und überhaupt der erste Bezirk mit seiner Dichte, Opulenz schönster patinierter Fassaden und elegantester Beschilderung. Und das Essen auf dem Schiff, im Motto am Fluss an der Donau und im Ofenloch und im Fratelli. Und auch in den Kaffeehäusern war ich, auf die ich am Neugierigsten war. Am besten hat es mir im Hawelka, im Jelinek und im Schwarzenberg, draußen in der Sonne gefallen. Und auch im kleinen Café im Belvedere, wo das große Sissi-Bild hängt, auf der hummerfarbenen Seidentapete. Und in unserer furiosen Bleibe. Ein Kapitel für sich. Unterm Dach im vierten Bezirk. Und Duke und Victor nach so langer Zeit wieder zu sehen, ist ohnehin ein Kapitel oder auch zwei. Es war eine schöne Reise. Jetzt muss ich aber mal was einkaufen, der Kühlschrank ist ganz leer. Sonne in Berlin.
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17. Mai 2014


Back in town. Back in Berlin. Man verzeihe mir die Funkstille. Ich musste drei Milliarden Fotos schießen und rumlaufen und Kaffeehäuser besuchen und staunen und mich treffen und unterhalten und lachen und weinen und überhaupt. Nun habe ich ja noch meine Bilderschulden vom dritten re:publica-Tag auch nicht beglichen. Gestern Flieger von Vienna Airport nach Berlin mit zwei Stunden Delay, kurz nach Ladenschluss gegen zwanzig Uhr daheim. Wäsche von den Ferientagen in die Maschine gepackt, Bilder runtergeladen. Und heute lange geschlafen, es stellt sich doch ein bißchen Schlafdefizit ein, wenn man nahezu jede Nacht bis zwei oder drei Uhr am Küchentisch redet und trinkt und dann am nächsten Tag doch früh aufsteht, obwohl es gegen die Natur ist, weil man merkt, wie die Tage davonrinnen, in Nullkommanichts ist alles wieder vorbei und man hat so viel noch nicht gesehen. Aber die Sachen, die mir wirklich am Herzen lagen, die konnte ich sehen, das haben wir gut hingekriegt. Die Fuchs-Villa und die Secession mit dem Beethovenfries waren meine Highlights. Und ein Wienerlied mit Harmonium im Kunsthistorischen Museum. Und der Judenplatz, die Kurrentgasse, und überhaupt der erste Bezirk mit seiner Dichte, Opulenz schönster patinierter Fassaden und elegantester Beschilderung. Und das Essen auf dem Schiff, im Motto am Fluss an der Donau und im Ofenloch und im Fratelli. Und auch in den Kaffeehäusern war ich, auf die ich am Neugierigsten war. Am besten hat es mir im Hawelka, im Jelinek und im Schwarzenberg, draußen in der Sonne gefallen. Und auch im kleinen Café im Belvedere, wo das große Sissi-Bild hängt, auf der hummerfarbenen Seidentapete. Und in unserer furiosen Bleibe. Ein Kapitel für sich. Unterm Dach im vierten Bezirk. Und Duke und Victor nach so langer Zeit wieder zu sehen, ist ohnehin ein Kapitel oder auch zwei. Es war eine schöne Reise. Jetzt muss ich aber mal was einkaufen, der Kühlschrank ist ganz leer. Sonne in Berlin.
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12. Mai 2014

Schöne lange Nacht in Wien. Gut gegessen, Bier getrunken! (unter anderem).
Nach Landung Flieger, Taxi in den vierten Bezirk. Ganz nette Unterhaltung mit vor siebzehn Jahren aus Salzburg zugezogener Wienerin. Wohnung Lambrechtgasse, Lichtschalter und Internet ausprobiert, Möbel leicht gerückt. Sachen ausgepackt. Andere Sachen angezogen. Augen nachgemalt. Proviant gegessen. Klingeling. Victor gezeigt, welche Lichtschalter ich noch nicht begriffen habe. Begüßungsschnaps in der Küche getrunken. Draußen rumgelaufen. Eingekehrt im Rüdigerhof. Schön! Von da bis in den 1. Bezirk flaniert. Eingekehrt im Motto am Fluss. Sehr lauschig! Barry White und Prince zur Untermalung des ausgezeichneten Essens. Drunten die Donau. Eingekehrt im Philosoph. Tausend Sachen erzählt. Nicht wenig getrunken. Geraucht! Fünf mal „Light my Fire“ gehört. Taxi heim! Gute Nacht!
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12. Mai 2014

Schöne lange Nacht in Wien. Gut gegessen, Bier getrunken! (unter anderem).
Nach Landung Flieger, Taxi in den vierten Bezirk. Ganz nette Unterhaltung mit vor siebzehn Jahren aus Salzburg zugezogener Wienerin. Wohnung Lambrechtgasse, Lichtschalter und Internet ausprobiert, Möbel leicht gerückt. Sachen ausgepackt. Andere Sachen angezogen. Augen nachgemalt. Proviant gegessen. Klingeling. Victor gezeigt, welche Lichtschalter ich noch nicht begriffen habe. Begüßungsschnaps in der Küche getrunken. Draußen rumgelaufen. Eingekehrt im Rüdigerhof. Schön! Von da bis in den 1. Bezirk flaniert. Eingekehrt im Motto am Fluss. Sehr lauschig! Barry White und Prince zur Untermalung des ausgezeichneten Essens. Drunten die Donau. Eingekehrt im Philosoph. Tausend Sachen erzählt. Nicht wenig getrunken. Geraucht! Fünf mal „Light my Fire“ gehört. Taxi heim! Gute Nacht!
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10. Mai 2014

Kleine Große Gedenkminute. Mein Bruder wurde heute vor fünfzig Jahren geboren, am 10. Mai 1964. Keine Ahnung, ob da oben in der Ecke des Himmels, in die ich gerade geschaut habe, ein Funken von ihm lebt, da oben im Sternenmeer, das man nur erahnt. Wie alles. Ich trinke aber trotzdem auf dich. Deine kleine Schwester trinkt auf dich. Und dein Sohn Valerian bestimmt auch. Ich habe ihm gerade auf seinem facebook-Profil geschrieben, dass heute dein fünfzigster Geburtstag wäre. So Geburtstage merkt man sich ja nicht so leicht, wenn man mit jemandem nie zu Lebzeiten Geburtstag gefeiert hat. Eigentlich sollte ich Bourbon trinken…hast du gerne gemocht. Hab ich aber gerade nicht da. Es gibt Calvados und Williamsbrand und Silvaner. Such dir was aus. Ich trinke, was du willst. Auf Dich. Auf die dreiundzwanzig Jahre, die ich dich kennen durfte. Und die siebenundzwanzig Jahre danach, ohne dich. Das Leben ist schön. Ich hab immer noch nicht gepackt. Aber alles besorgt, was ich brauche. Morgen Mittag geht der Flieger. Du hast mir einmal eine Postkarte aus Wien geschickt, wo es dir sehr gefallen hat. Da war ein Denkmal drauf, von dem Walzerkönig Johann Strauss. Ich grüße Wien von dir. Versprochen.

10. Mai 2014

Kleine Große Gedenkminute. Mein Bruder wurde heute vor fünfzig Jahren geboren, am 10. Mai 1964. Keine Ahnung, ob da oben in der Ecke des Himmels, in die ich gerade geschaut habe, ein Funken von ihm lebt, da oben im Sternenmeer, das man nur erahnt. Wie alles. Ich trinke aber trotzdem auf dich. Deine kleine Schwester trinkt auf dich. Und dein Sohn Valerian bestimmt auch. Ich habe ihm gerade auf seinem facebook-Profil geschrieben, dass heute dein fünfzigster Geburtstag wäre. So Geburtstage merkt man sich ja nicht so leicht, wenn man mit jemandem nie zu Lebzeiten Geburtstag gefeiert hat. Eigentlich sollte ich Bourbon trinken…hast du gerne gemocht. Hab ich aber gerade nicht da. Es gibt Calvados und Williamsbrand und Silvaner. Such dir was aus. Ich trinke, was du willst. Auf Dich. Auf die dreiundzwanzig Jahre, die ich dich kennen durfte. Und die siebenundzwanzig Jahre danach, ohne dich. Das Leben ist schön. Ich hab immer noch nicht gepackt. Aber alles besorgt, was ich brauche. Morgen Mittag geht der Flieger. Du hast mir einmal eine Postkarte aus Wien geschickt, wo es dir sehr gefallen hat. Da war ein Denkmal drauf, von dem Walzerkönig Johann Strauss. Ich grüße Wien von dir. Versprochen.

10. Mai 2014




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War
fast wie früher. Ich kopiere der Einfachheit halber einfach die Beschreibung vom Foto-Album:
„Gaga Nielsen besucht am zweiten Tag der re:publica , dem 7. Mai 2014 das Damen-Kaffeekränzchen am Affenfelsen, zu dem Wortschnittchen eingeladen hat und Kaffee und Mokkatassen mitgebracht hat. Gekommen sind außer der Gastgeberin Wortschnittchen:
Creezy von holyfruitsalad
das Nuf (nur von hinten zu sehen)
Franzi von franziskript
Frau Engl
Frau Mutti
Gaga Nielsen (ich selber)
Journelle (nach ihrem Star-Auftritt)
die Kaltmamsell (verspätet!)
Katia Schwadroneuse (pünktlich!)
sowie noch zwei nette Ladies, deren Namen ich leider nicht behalten habe. Und undercover, der Blogger Thomas W. Wir sind ja tolerant.“
Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

10. Mai 2014

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Erster Tag. Habe ich ja schon erzählt. Mal sehen, wie ich dazu komme, den zweiten und dritten Tag zu posten. Ich muss nämlich morgen meine Reise nach Wien vorbereiten. Oder besser das Gepäck. Da ist noch nicht viel passiert. Und Geld holen. Bin lange nicht mehr verreist. Der letzte Flug war nicht privater Natur und auch kein für mich attraktives Ziel. Aber davon wollen wir nicht reden. Am Sonntag fliege ich nach Wien und ich würde gerne noch morgen wenigstens den zweiten re:publica-Tag mit den Bildern vom Kaffeekränzchen auf dem Affenfelsen hochladen, weil da nach langer Zeit auch mal wieder Blogger von mir abgelichtet wurden. Einige davon habe ich vor fast zehn Jahren fotografiert. Mal sehen, wie weit ich komme. Und am dritten Tag war ich auch da. Der schönste Augenblick war, wie eigentlich fast schon erwartet, das gemeinsame Singen der Bohemian Rhapsody. Da gibt es auch Bilder von elektrisiertem Publikum. Bei mehr als sechstausend Besuchern kann man allerdings davon ausgehen, dass es wahrscheinlich schon mindestens sechstausend Bilder im Netz gibt, von dieser Veranstaltung. Das ist nicht mehr so wie damals, als Blogger bei einem Event waren, einer überschaubaren Lesung und anschließend die Blogs der Anwesenden gescannt haben, ob es schon Bilder gibt, oder Artikel mit Links zu einer Bildstrecke. Vielleicht kann ich aber trotzdem einen anderen Blickwinkel beitragen, auch wenn es in dem großen Bilderstrom untergeht. Für mich hatte es auch die Bedeutung, dass ich diesen blinden Flick auflösen wollte, was es denn nun mit diesem Ereignis auf sich hat. Ich habe auch gelernt, dass die Re:publica-Besucher, wenn sie nicht gerade mit jemandem reden, den sie sowieso schon kennen, oder in einem Panel sitzen, sich mit ihren Geräten beschäftigen und selten hochschauen. Manche sitzen in den Sessions mit ihrem Notebook und gucken nicht mal auf die Bühne, sondern tippen irgendwas. Ich empfinde das als unverschämt. So vom Eindruck her. Welchen Sinn hat es dann überhaupt, in dem dunklen Saal herumzusitzen? Aber ich will hier nicht vom Leder ziehen. Bin auch arg müde jetzt und muss morgen viel erledigen.

10. Mai 2014

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Erster Tag. Habe ich ja schon erzählt. Mal sehen, wie ich dazu komme, den zweiten und dritten Tag zu posten. Ich muss nämlich morgen meine Reise nach Wien vorbereiten. Oder besser das Gepäck. Da ist noch nicht viel passiert. Und Geld holen. Bin lange nicht mehr verreist. Der letzte Flug war nicht privater Natur und auch kein für mich attraktives Ziel. Aber davon wollen wir nicht reden. Am Sonntag fliege ich nach Wien und ich würde gerne noch morgen wenigstens den zweiten re:publica-Tag mit den Bildern vom Kaffeekränzchen auf dem Affenfelsen hochladen, weil da nach langer Zeit auch mal wieder Blogger von mir abgelichtet wurden. Einige davon habe ich vor fast zehn Jahren fotografiert. Mal sehen, wie weit ich komme. Und am dritten Tag war ich auch da. Der schönste Augenblick war, wie eigentlich fast schon erwartet, das gemeinsame Singen der Bohemian Rhapsody. Da gibt es auch Bilder von elektrisiertem Publikum. Bei mehr als sechstausend Besuchern kann man allerdings davon ausgehen, dass es wahrscheinlich schon mindestens sechstausend Bilder im Netz gibt, von dieser Veranstaltung. Das ist nicht mehr so wie damals, als Blogger bei einem Event waren, einer überschaubaren Lesung und anschließend die Blogs der Anwesenden gescannt haben, ob es schon Bilder gibt, oder Artikel mit Links zu einer Bildstrecke. Vielleicht kann ich aber trotzdem einen anderen Blickwinkel beitragen, auch wenn es in dem großen Bilderstrom untergeht. Für mich hatte es auch die Bedeutung, dass ich diesen blinden Flick auflösen wollte, was es denn nun mit diesem Ereignis auf sich hat. Ich habe auch gelernt, dass die Re:publica-Besucher, wenn sie nicht gerade mit jemandem reden, den sie sowieso schon kennen, oder in einem Panel sitzen, sich mit ihren Geräten beschäftigen und selten hochschauen. Manche sitzen in den Sessions mit ihrem Notebook und gucken nicht mal auf die Bühne, sondern tippen irgendwas. Ich empfinde das als unverschämt. So vom Eindruck her. Welchen Sinn hat es dann überhaupt, in dem dunklen Saal herumzusitzen? Aber ich will hier nicht vom Leder ziehen. Bin auch arg müde jetzt und muss morgen viel erledigen.

07. Mai 2014


Es ist spät und ich muss schlafen. Wie ja eigentlich alle. Aber ich will vorher noch erzählen, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben auf der berühmten re:publica war. Sogar zweimal. Obwohl erst der erste Tag war. Das muss man erst mal schaffen! Das erste Mal war gleich in der Früh, ich habe noch gar keine Karte gehabt und bin einfach hin. Da war der Apparat kaputt – oder besser noch nicht fertig installiert oder konfiguriert, wo die Gäste dann auch eine Rechnung bekommen können. An dem Ticketschalter waren Preise geschrieben. Das waren leider andere Preise, vor allem der, der mich betrifft, als der Preis, den ich im Internet abgelesen habe. Aber ich war nun einmal willig und daran sollte es nicht scheitern. Aber mein Bargeld hat nicht gelangt. Der Geldautomat war leider gerade kaputt – oder besser noch nicht fertig konfiguriert vielleicht, und es war schon bald halbzehn. Dann bin ich kurzerhand die Schöneberger Straße entlang gelaufen, auf der Suche nach einem Geldautomat. Bald schon war ich an der Stresemannstraße, keine Viertelstunde mag es gedauert haben, da waren Hotels. In einem habe ich mich nach einem Geldautomaten durchgefragt. Um die Ecke war dann einer. Ich habe jede Menge Bargeld geholt. Man weiß ja nie! Womöglich kommen noch andere Unkosten auf mich zu, sicher ist sicher. Da ich keine Armbanduhr besitze und auch kein Mobiltelephon und auch kein Smartphone und auch kein Tablett (oder schreibt man das Tablet?), und mein Klapprechner, auf dem ich das gerade tippe, auch daheim war, bin ich darauf angewiesen, Leute anzusprechen, um die Uhrzeit zu erfahren. Oder ich halte eben Ausschau nach Uhren, die es manchmal – oder eigentlich immer – in U-Bahnhöfen gibt und in der Nähe. Also ich habe kein Problem, die Uhrzeit zu erfahren, wenn es unbedingt sein muss. Es ist auch ganz gut, wenn ich ab und zu gezwungen bin, Leute anzusprechen. Das ist eine gute Übung. Auf jeden Fall war es so gerade noch im Rahmen, als ich wieder zurück war, und ich konnte mich in der Mini-Schlange vor dem Ticketschalter einreihen. Die hatte eine ganz komische Form. Wir waren vier und die Schlange war ungefähr kreisförmig. Ging auch irgendwie. Der Geldautomat ging inzwischen, aber den habe ich ja nicht mehr gebraucht, ich war jetzt ja reich an Bargeld! Im Tickethäuschen gab es immer noch Probleme. Blöd! Beim ersten in unserer kreisförmigen Schlange, die mittlerweile aber ordentliche Schlangenlinien hintendran bekommen hatte, ging es noch ganz schnell. Dann hieß es wieder Warten. Nach ungefähr einer Viertelstunde war es dann so weit und ich konnte reichlich Geld loswerden. Die Maschine hat immer noch nicht funktioniert, aber ich brauchte ja keine Rechnung wie die anderen, sondern habe mich mit einem pinkroten Bändchen zufriedengegeben. Also die Farbe ist so pinkes Rot. Oder fast wie die neuen Feuerwehrautos. Also ich war jedenfalls drin! Gleich bin ich zum Saal geeilt, wo die Eröffnung stattgefunden hat, da muss man dabei sein, dachte ich so bei mir. Ich konnte im Saal leider nur die Leute auf der Bühne erkennen, die anderen waren in Schummerlicht getaucht und nur zu erkennen, wenn man nah dran war. Ich sehe vielleicht auch nicht mehr so gut. Von den Lichtstrahlen der Show habe ich ein paar interessante Fotos gemacht. Nach der Begrüßungsveranstaltung sind alle rausgeströmt. Ich auch. Dann bin ich immer so rumgelaufen und war doch ein bißchen überrascht, dass ich so rein niemanden, nicht mal vom Sehen oder von einem Foto kenne. Das war schon ganz schön schade! Eine Bloggerin, die ich nicht lese, aber schon einmal auf einem Foto gesehen habe, habe ich im Hof stehen sehen, aber die wollte ich auch nicht ansprechen. Ich hätte gar nicht gewusst, was ich mit ihr reden soll. Zumal ich ihr Blog ja nicht lese. Das wäre dann womöglich eher peinlich geworden. Sie liest mich nicht, ich lese sie nicht – was soll das? Eben. Nach weiteren Fotos mit interessanten Perspektiven der Dekoration habe ich mir überlegt, dass ich erst mal wieder heimfahre. Hunger habe ich auch gehabt. Es gibt dort alles Mögliche zu essen und zu trinken, aber ich wollte nicht so allein am Tisch sitzen. Na gut, man wäre jetzt physikalisch nicht alleine dort gesessen, auf dem Hof oder auch drinnen, mit fünfhundert bis fünftausend Besuchern (ich kann mir die Zahlen nicht merken), aber halt innerlich. Daheim habe ich die Bilder von der Kamera geladen und gesehen, dass der eine Fotograf, der mir beim Verlassen des Geländes noch so interessant aufgefallen war, und den ich deswegen im Gegenlicht geknipst hatte, doch nicht so gut gefällt, wie zunächst gedacht. Aber nett war er schon. Da war so eine große, gläserne Box mit Sprüchen drauf, wo man sich fotografieren lassen kann, als digitale Grußpostkarte von der re:publica. Ich habe dann auch die zwei Wörter mit den hashtags bekommen, wo man die Bilder anschauen kann, aber ich kriege es nicht hin, weil ich kein twitter habe und zu blöd bin. Da hängen jedenfalls jetzt ungefähr zwei bis drei Fotos, wo ich drauf bin. Egal! Daheim habe ich dann der Kaltmamsell eine kurze Mail geschickt, weil die ja auch auf der re:publica ist, wo ich ein bißchen geweint habe, weil ich niemanden getroffen habe. Weil sie ein großes Herz hat, hat sie gleich zurückgeschrieben (wahrschienlich vom berühmten Affenfelsen!), dass wir uns ja zum Sascha-Vortrag vorher an der Garderobe treffen können, um 17:15. Ich habe kurz gezögert, ich war auch ein bißchen abgeschlafft und noch etwas deprimiert, habe mir dann aber gesagt: ergreife deine Chance! Sage zu! Zier dich nicht! Reiß dich zusammen! Also habe ich mich noch mal in Form gebracht, einen Espresso gemacht und meine Unternehmungslust neu konfiguriert. Diesmal habe ich eine andere Verbindung genommen als am Vormittag. S-Bahn Oranienburger Straße bis Potdamer Platz und dann umgestiegen in die U2 bis Gleisdreieck. Ich habe mich sogar noch mal umgezogen! Das wird man dann alles haarklein sehen können, wenn ich eines fernen Tages die Bilder am Start habe. Diesmal war der Hof schon viel voller, obwohl er vorher auch nicht leer war. Bei meinem ersten etwas chaotischen Besuch habe ich ja nur ein Bändchen gekriegt, aber diesmal wollte ich mich schlaumachen, woher die anderen die Bändchen um den Hals haben, wo ein Schild dranhängt. Ich konnte noch eins kriegen und man hat mir auch sehr nett gesagt, wo der Name draufgedruckt wird. Nämlich in einer Ecke der Garderobe. Da musste ich ja sowieso hin. Wie praktisch! Also habe ich ein Schild drucken lassen. Weil sich die junge Frau mit der Schilderdruck-Software noch nicht so richtig ausgekannt hat, sind gleich zwei Schilder rausgekommen. Eins in Reserve! Dann war es auch schon Treffpunktzeit und die Kaltmamsell war da. Sie hatte eine Rock in genau der Farbe von dem Bändchen an, was mich schwer irritiert hat. Woher hat sie gewusst, dass das Bändchen für den Hals und den Arm die Farbe von ihrem Rock haben wird? Ich konnte mich deswegen gar nicht mehr einkriegen! Es war einfach zu auffällig. Es war verdächtig! Na ja, ich bin dann nicht weiter in sie gedrungen, es war ja auch Zeit für den Sascha-Vortrag. Rede zur Lage der Nation, glaube ich. Wir haben keinen Sitzplatz gefunden, also nicht auf Stühlen, weil alles schon voll besetzt war, und haben uns auf den Boden gesetzt, und zwar genau vor ein paar Bloggern, die sogar ich gekannt habe. Von früher noch! Die Schwadroneuse Katja und ihr Felix. Was für eine Freude! Und noch andere, die man auch schon mal gesehen hat. Und dann kam noch Creezy vorbei und so war es schon einmal fast wie früher. Jedenfalls war ich nicht mehr mutteseelenallein! In dem Vortrag waren wieder schlaue Sachen, es lohnt sich bestimmt, den Vortrag später auf Video zu gucken. Mein Lieblingswort war Sicherheitsesoterik. Damit hat Sascha Lobo genau in die Kerbe gehauenn, die ich auch gerne immer bearbeite: die Feinde mit ihren eigenen Waffen schlagen und den Idioten die Bedeutungshoheit von Begriffen entreißen. Aber das will ich jetzt nicht weiter ausführen, dafür ist ja der Vortrag da. Also es war hörenswert.
Und danach sind wir auf den Hof gelaufen und noch nett in der Abendsonne im Kreis gestanden. Da waren dann auf einmal auch noch andere von ganz Früher da. Frau Engl und Wortschnittchen und die Kopffüsslerin, die jetzt in Keksen macht. Und Creezy hatte einen eisgekühlten Pfirsichcocktail im Proviant, den sie spendiert hat und der ausgezeichnet geschmeckt hat. Betrunken habe ich mich aber nicht auf dem ersten Tag der re:publica, es kommen ja noch andere Tage! Ich bin dann im Schlepptau, um nicht zu sagen, am Rockzipfel hängend, der Kaltmamsell nach draußen gefolgt, die hatte nämlich schon wieder die nächste Verabredung, zufällig in einem schicken Lokal nicht weit von meiner Wohnung. Da hatte ich dann eine feine Ausrede, dass ich ja genau in dieselbe Richtung muss, und deswegen gleich mitkomme. Aber ich habe mich dann vor dem Lokal verabschiedet und bin schnurstracks heim. Ich bin ja noch ein bißchen unsicher und habe zur Kaltmamsell gesagt, dass ich ja noch Welpenschutz habe. Morgen ist dann mein zweiter Tag als re:pulica-Azubi. Ich habe aber auch noch einen Schornsteinfeger-Termin von 13 bis 14 Uhr ungefähr. Und danach ist Damenkaffeekränzchen auf dem Affenfelsen. Ich darf auch dabeisein, wenn ich mag, hat Wortschnittchen gesagt. Aber jetzt muss ich schlafen! Jetzt aber wirklich! Das mit den Bildern kommt dann zwischen Ende re:publica und Abflug Wien. Das ist ja auch schon bald. Sonntag! Jetzt aber wirklich schlafen!

05. Mai 2014

Gestern im Westen




https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=143270

1. Etappe: Kaltmamsell in der Kreuzberger Wohnung aufgegabelt. 2. Etappe: auf dem Weg zum Halleschen Tor über Friedhof gelaufen, dabei mit jungem Mann verhandelt, der ein bißchen Geld wollte, aber mein Kleingeld dann lieber doch nicht. 3. Etappe: mit der U2 Richtung Uhlandstraße. 4. Etappe KuDamm, Richtung Grosz zwischen Bleibtreu- und Schlüterstr. 5. Etappe Grosz. 6. Etappe KuDamm Richtung Bikini gelaufen (kalt! Kaltmamsell telefoniert mit Halle, wo sie am nächsten Tag hinmuss) 7. Etappe: Bikini (durchgelaufen, Sachen angefasst, wieder zurückgelegt, Speisekarte im Pavillon für zu geringfügig erachtet). 8. Etappe: zum Savignyplatz gelaufen (Eisenwarenladen C. Adolph und Zwiebelfisch erläutert, Tisch im Florian reserviert) 9. Etappe: Cocktails im Brel getrunken (mich beraten lassen, weil keine Ahnung von Cocktails, Kaltmamsell aber schon, hat dann auch geschmeckt). 10. Etappe: Florian. Schöner Tisch in der Ecke neben der Tür, konnte man auch gut sehen, wer kommt und geht. Was aber meistens nicht der Fall war, also das Sehen, weil ohne Punkt und Komma erzählt und dabei gegessen. Kaltmamsell hat schon geschrieben, was sie hatte – ich vorneweg was mit Avocado und Krabben, dann Krautwickel mit irgendwelchen raffinierten Beilagen und danach ein Mokka-Parfait oder so ähnlich, jedenfalls mit Kaffee-Geschmack. Dazu mehrere Gläser Silvaner und Wasser. Alles gut bekommen! Zur späten Stunde hat dann ein Trio das Lokal verlassen, wo ich spontan aufs Neue entschieden habe, demnächst noch keine Unterspritzungen mit dieser Säure für die Nasiolabialfalten machen zu lassen und auch vorerst noch nicht mit Skalpell arbeiten zu lassen. Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass die Frau genauso alt ist wie ich. Also erst mal lieber nicht! War ein sehr schöner Nachmittag und Abend trotz hartem Wind!

05. Mai 2014

Gestern im Westen




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1. Etappe: Kaltmamsell in der Kreuzberger Wohnung aufgegabelt. 2. Etappe: auf dem Weg zum Halleschen Tor über Friedhof gelaufen, dabei mit jungem Mann verhandelt, der ein bißchen Geld wollte, aber mein Kleingeld dann lieber doch nicht. 3. Etappe: mit der U2 Richtung Uhlandstraße. 4. Etappe KuDamm, Richtung Grosz zwischen Bleibtreu- und Schlüterstr. 5. Etappe Grosz. 6. Etappe KuDamm Richtung Bikini gelaufen (kalt! Kaltmamsell telefoniert mit Halle, wo sie am nächsten Tag hinmuss) 7. Etappe: Bikini (durchgelaufen, Sachen angefasst, wieder zurückgelegt, Speisekarte im Pavillon für zu geringfügig erachtet). 8. Etappe: zum Savignyplatz gelaufen (Eisenwarenladen C. Adolph und Zwiebelfisch erläutert, Tisch im Florian reserviert) 9. Etappe: Cocktails im Brel getrunken (mich beraten lassen, weil keine Ahnung von Cocktails, Kaltmamsell aber schon, hat dann auch geschmeckt). 10. Etappe: Florian. Schöner Tisch in der Ecke neben der Tür, konnte man auch gut sehen, wer kommt und geht. Was aber meistens nicht der Fall war, also das Sehen, weil ohne Punkt und Komma erzählt und dabei gegessen. Kaltmamsell hat schon geschrieben, was sie hatte – ich vorneweg was mit Avocado und Krabben, dann Krautwickel mit irgendwelchen raffinierten Beilagen und danach ein Mokka-Parfait oder so ähnlich, jedenfalls mit Kaffee-Geschmack. Dazu mehrere Gläser Silvaner und Wasser. Alles gut bekommen! Zur späten Stunde hat dann ein Trio das Lokal verlassen, wo ich spontan aufs Neue entschieden habe, demnächst noch keine Unterspritzungen mit dieser Säure für die Nasiolabialfalten machen zu lassen und auch vorerst noch nicht mit Skalpell arbeiten zu lassen. Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass die Frau genauso alt ist wie ich. Also erst mal lieber nicht! War ein sehr schöner Nachmittag und Abend trotz hartem Wind!

03. Mai 2014


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Mir fehlt ein rechter Einleitungssatz für meinen kleinen Aufsatz. Er soll davon handeln, dass ich einerseits gestern Abend durch einen Zufallstreffer auf der Fernbedienung über einen Film gestolpert bin, der schon angefangen hatte, in dem Senta Berger zu sehen war. Wenn Senta Berger im Bild ist, schalte ich eigentlich nie ab, auch wenn ich den Film schon kenne. Aber den kannte ich eindeutig noch nicht. Und zum anderen möchte ich meine heutigen Zufallstreffer mit meiner alten Kamera verarbeiten. Die sind genauso zufällig entstanden, wie ich auf den Film gestoßen bin, eine Art erfreuliche Nebenerscheinung. Man könnte auch hochtrabend von Serendipity reden. Gut. Das wäre jetzt aber noch keinen Blogeintrag wert, wenn es nicht wie folgt, mit meinem Fernsehabend weiter gegangen wäre. Ich sehe also Senta, die ich einfach unheimlich gerne mag, wie sie in einer Mietwohnung auf den Hinterhof guckt und es ist schon gleich klar, wir befinden uns auf einem Berliner Hinterhof, so Kraut und Rüben, wie es da aussieht. Senta gehört nicht so recht hierhin und jammert auch ein bißchen rum, weil der Nachbar wieder die Musik zu laut aufdreht. Das ist jetzt auch noch nicht so immens spektakulär als Plot, aber ich will ja auf etwas ganz Anderes hinaus. Sie müssen den Film einfach auch selber anschauen, er heißt super sophisticated „Nette Nachbarn küsst man nicht„. Unter dem Link kann man ja auch nachlesen, was die Fachpresse dazu schreibt. Nun möchte ich mich heute Abend aber nicht als Filmkritikerin ausprobieren, sondern – ich merke, ich schreibe schon wieder um den heißen Brei rum, genauso wie in dem Eintrag neulich mit dem Schönheitsgeheimnis von Salma Hayek – also was ich sagen will: in dem Film geht es ja maßgeblich um eine erotische Begegnung mit dem Nachbarn von Senta. Der Mann ist um einiges jünger und macht ihr in dem Film ganz starke Avancen, die auch recht bald fruchten. Nun schaue ich also gestern auf den Fernseher und sehe den jungen, glutäugigen Mann, der Sentas Blut in Wallung bringt. Und da denke ich mir doch so: „Ja, Hoppla, das ist doch – – – “ Und da fällt mir doch wieder ein, woher ich den Mann zu kennen glaube. Da gibt es doch Fotos in meinem Flickr, wo wir beide sehr schön eingefangen wurden. Ich erinnere mich, als wäre es gestern. Ja, tatsächlich, und da sind sie doch, die schönen Bilder. Mir ist dann auch sein Name wieder eingefallen. Wenn nicht, hätte ich ja auch nur auf die Besetzungsliste schauen müssen. Erdal. Wirklich sehr gut gespielt, die Verführung von Senta. Das war schon irgendwie seltsam, da gestern zuzuschauen, weil ich aufgrund der Begegnung seinerzeit eine ungefähre, grobe, aber sehr reale Vorstellung habe, wie sich das in der Wirklichkeit gestaltet, so ein erster Blickkontakt mit Erdal. Es beschäftigt mich immer noch. Da war ja damals nichts weiter, aber ich muss sagen, es war schon recht bemerkenswert, was da über Blicke kommuniziert wurde. Erdal war damals bei der Premiere von dem Stück der Heiner Müller-Witwe Brigitte Maria Mayer, Anatomie Titus in der Akademie der Künste, so eine filmische Performance. In den Filmsequenzen spielte Erdal eine tragende Rolle, daher stammt auch das Bild da oben, das ich während der Projektion geschossen habe. Erdal fiel mir zuerst auf – oder wir uns gegenseitig, bevor die Vorstellung anfing. Er stand in der Eingangstür zum Projektionsraum und hat mir so unverschämt selbstverständlich und lange in die Augen geschaut und dabei gegrinst wie ein Lausbub. Da konnte man ja gar nicht wegschauen. Auf jeden Fall war sofort ein Draht da, Elektrizität. Da reicht ein einziger Blickkontakt. Danach sind wir in der Bar aufeinander getroffen, wo er mit seiner besten Schauspieler-Freundin Naomi am Tresen stand. Jan war damals auch dabei. Wir hatten einen schönen Abend an der Bar. Und so entstanden die Fotos. Man könnte denken, wir hätten ein viel innigeres Verhältnis gehabt, als es nach geraumer Zeit gemeinsamen Trinkens und Redens der Fall sein kann. So schnell entsteht zuweilen menschliche Nähe. Insofern habe ich den Film gestern mit ganz anderer Aufmerksamkeit verfolgt, als manche andere Zuschauerin vor dem Fernsehapparat. Ich muss schon bekennen, dass Erdal Yildiz nicht nur in der Rolle eine äußerst intensive Präsenz hat. Der gestrige Film hat einen absurden Witz, den man leider nicht so oft findet. Und die übrigen Bilder, von wegen Test – ich habe heute Nachmittag auf dem Teppich im Sonnengelichter in der Bedienungsanleitung meiner alten Kamera ein paar Sachen nachgelesen. Dabei habe ich eine Einstellung bei der Aufnahme ausprobiert und zu dem Zweck einfach auf die Bedienungsanleitung vor mir draufgehalten. Die Bilder fand ich dann zufällig ganz interessant, jedenfalls nicht schlecht genug, um sie wegzuwerfen.

Und dann fiel mir wieder die Bildstrecke von damals in der Bar mit Erdal ein, und irgendwie passen die Bilder zusammen. Deswegen gibt es jetzt einen Blogeintrag über meinen gestrigen Fernsehabend mit Senta und Erdal, und dazu die Testfotos mit der alten Bedienungsanleitung meiner Canon von heute Nachmittag.

30. April 2014


00:42
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01:10
01:17
01:21
02:32
02:37
Dieses Joan Jett-Styling war das Beste, was ich an Nena gesehen habe. Das könnte sie doch immer noch tragen. Ich bin da fast ein bißchen konservativ. Und unbedingt jede Menge Luftgitarre-Riffs. In dem Video bin ich wirklich stark von ihr beeindruckt, um nicht zu sagen erotisiert. Wenn ich noch ein bißchen übe, werde ich vielleicht doch noch bisexuell. Das wäre auf jeden Fall eine Bereicherung. Ich habe mich ja schon einmal in den Achtzigern bemüht, als mir verschiedene homosexuelle Frauen (bzw. eine besonders) starke Avancen machten. Aber es hat einfach nicht klappen wollen. Die sah allerdings auch leider überhaupt nicht aus wie Nena in dem Video. Aber bei Männern habe ich mir ja auch immer schwer getan. Also einen so extrem attraktiv zu finden, dass ich Kontakt aufnehmen wollte. Wenn es dann aber passiert ist, musste es unbedingt sein, auf Biegen und Brechen. Ich wusste ja, wie schwer ich jemanden finde, der mich interessiert. Da konnte ich im Ernstfall nicht gleichgültig daneben stehen, nach dem Motto „Kommst du heut nicht, kommst du morgen…!“ Das rabiate Begehren habe ich aber nie demonstrativ nach Außen gezeigt. Aber der innere Aufruhr war mächtig. Und das konnte man dann auch nicht ganz verstecken. Was schreibe ich denn da bloß. Das wird mir alles zu persönlich! Ich höre mal wieder auf. Dabei bin ich komplett nüchtern. Ich sollte etwas trinken, um wieder zur Besinnung zu kommen. Schließlich wollte ich nur noch einmal an ein paar sehr gelungene Videoschnipsel mit zwei schönen Frauen, die ich gut leiden kann, erinnern. Was der junge Mann mit dem nichtssagenden Gesicht in dem Video verloren hat, erschließt sich mir allerdings überhaupt nicht. Der ist doch total überflüssig. So, ich muss jetzt unbedingt noch etwas trnken. Schon gleich Mitternacht. Ach ja, stimmt – Walpurgisnacht – Beltane! Daher die schlüpfrigen Gedankengänge. Einen schönen Mai wünsche ich. Darauf trinke ich.

30. April 2014


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Dieses Joan Jett-Styling war das Beste, was ich an Nena gesehen habe. Das könnte sie doch immer noch tragen. Ich bin da fast ein bißchen konservativ. Und unbedingt jede Menge Luftgitarre-Riffs. In dem Video bin ich wirklich stark von ihr beeindruckt, um nicht zu sagen erotisiert. Wenn ich noch ein bißchen übe, werde ich vielleicht doch noch bisexuell. Das wäre auf jeden Fall eine Bereicherung. Ich habe mich ja schon einmal in den Achtzigern bemüht, als mir verschiedene homosexuelle Frauen (bzw. eine besonders) starke Avancen machten. Aber es hat einfach nicht klappen wollen. Die sah allerdings auch leider überhaupt nicht aus wie Nena in dem Video. Aber bei Männern habe ich mir ja auch immer schwer getan. Also einen so extrem attraktiv zu finden, dass ich Kontakt aufnehmen wollte. Wenn es dann aber passiert ist, musste es unbedingt sein, auf Biegen und Brechen. Ich wusste ja, wie schwer ich jemanden finde, der mich interessiert. Da konnte ich im Ernstfall nicht gleichgültig daneben stehen, nach dem Motto „Kommst du heut nicht, kommst du morgen…!“ Das rabiate Begehren habe ich aber nie demonstrativ nach Außen gezeigt. Aber der innere Aufruhr war mächtig. Und das konnte man dann auch nicht ganz verstecken. Was schreibe ich denn da bloß. Das wird mir alles zu persönlich! Ich höre mal wieder auf. Dabei bin ich komplett nüchtern. Ich sollte etwas trinken, um wieder zur Besinnung zu kommen. Schließlich wollte ich nur noch einmal an ein paar sehr gelungene Videoschnipsel mit zwei schönen Frauen, die ich gut leiden kann, erinnern. Was der junge Mann mit dem nichtssagenden Gesicht in dem Video verloren hat, erschließt sich mir allerdings überhaupt nicht. Der ist doch total überflüssig. So, ich muss jetzt unbedingt noch etwas trnken. Schon gleich Mitternacht. Ach ja, stimmt – Walpurgisnacht – Beltane! Daher die schlüpfrigen Gedankengänge. Einen schönen Mai wünsche ich. Darauf trinke ich.

29. April 2014

Das ist nun wieder einmal fürchterlich banal, aber es geht mir immer noch im Kopf rum. Ich werde es nun bloggen und damit ist der Unfug gebannt. Vor ein, zwei Tagen wurde mein Blick von einem Aufmacher in der Bunten gefangen. Irgendwo rechts unten in der Ecke von der Internetpräsentation der Klatschpostille, die leider für meine Begriffe viel zu wenig von Prominenten handelt, wurde mein Blick von einem Bild von – Dings – nicht Penelope Cruz – die andere – – – Salma Hayek oder so ähnlich, gefangen. Die Schauspielerin, die auch so ein bißchen südamerikanisch aus der Wäsche guckt und mal Frida Kahlo gespielt hat. Jedenfalls war über dem Foto eine knallige Überschrift, sinngemäß: Pene – äh – Salma Hayek verrät IHR SCHÖNHEITSGEHEIMNIS! Im ersten Moment waren so meine missgünstigen Gedanken, dass Salma Hayek wahrscheinlich jetzt wieder die Geschichte vom Yoga und Wasser-Trinken erzählt. Oder Pilates. Oder was ist noch so modern? Kabbalah, Capoeiro? Da sind jetzt bestimmt Schreibfehler in den Fachausdrücken, aber sei’s drum! Ich kann mich nicht auch noch um die richtige Grammatik bei dem ganzen Unfug kümmern. Also ich war schon versucht, NICHT auf den Teaser zu klicken. Aber so beim Querlesen der anderen Aufmacher war mir dann so dermaßen langweilig, dass ich das kleinste Übel gewählt habe. O.k., dann meinethalben ein wahnsinnig geheimes Geheimnis, das endlich gelüftet wurde. Also, ich merke gerade, man kann über so einen Blödsinn ziemlich ausführlich bloggen, wenn einem gerade danach ist. Jedenfalls: ich klicke also drauf und denke noch so: na ja, mit geschickt aufgetragenem Augen Make up und sonstigen Malereiern sind die Leute immer zu beeindrucken, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Dazu noch ein geschickter Fotograf, schon klappt’s auf dem roten Teppich. Das weiß ich jetzt nun wiederum nicht aus eigener Erfahrung, ich bin da ja eher der scheue Typ. So, nun sind wir langsam alle zum Platzen gespannt, was denn nun das Schönheitsgeheimnis von Pene – Salma Hayek ist. Ich will die Leser und vor allem die Leserinnen nun auch nicht noch länger quälen. Es war eine Offenbarung, mit der ich ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet hätte. Das Outing des Geheimrezepts hat gute Chancen auf Platz Eins der hanebüchensten Antworten auf die ewige Frage der Menschheit, an gut in Schuss gebliebene Darstellerinnen. Die Antwort lautet: Meine Oma hat mir immer gesagt, das Wichtigste ist, egal wie müde du bist, vergiss nicht, dich abzuschminken!
Ich möchte an dieser Stelle eine kleine Pause einlegen, symbolisiert durch einen Absatz, um das Bekenntnis noch besser wirken zu lassen, um ihm Raum zu geben.
Ja. Da staunt man. Vergessen Sie Yoga, vergessen Sie Wasser trinken, vergessen Sie die gute Gene-Antwort. The Next Big Thing: Gesicht öfter mal waschen. Und schon sehen Sie aus wie eine Filmschauspielerin in der Bunten! Ein super Tipp. Und so preisgünstig. Weg mit der Schminke, weg mit dem Gedöns. Wasser und Seife! Wenn man ordentlich schrubbt, verändert sich wahrscheinlich dann auch einfach mit der Zeit die Physognomie und die Ausstrahlung und die Farbe der Wimpern und Augenbrauen und der Lippenkontur. Ich bin jetzt ein bißchen sauer auf Salma, dass sie jetzt erst damit rausrückt. Diese Schlampe. Hat wohl Angst, dass die Konkurrenz ihr über den Kopf wächst! Das musste ich einfach noch loswerden, vor dem Schlafengehen Abschminken.

29. April 2014

Das ist nun wieder einmal fürchterlich banal, aber es geht mir immer noch im Kopf rum. Ich werde es nun bloggen und damit ist der Unfug gebannt. Vor ein, zwei Tagen wurde mein Blick von einem Aufmacher in der Bunten gefangen. Irgendwo rechts unten in der Ecke von der Internetpräsentation der Klatschpostille, die leider für meine Begriffe viel zu wenig von Prominenten handelt, wurde mein Blick von einem Bild von – Dings – nicht Penelope Cruz – die andere – – – Salma Hayek oder so ähnlich, gefangen. Die Schauspielerin, die auch so ein bißchen südamerikanisch aus der Wäsche guckt und mal Frida Kahlo gespielt hat. Jedenfalls war über dem Foto eine knallige Überschrift, sinngemäß: Pene – äh – Salma Hayek verrät IHR SCHÖNHEITSGEHEIMNIS! Im ersten Moment waren so meine missgünstigen Gedanken, dass Salma Hayek wahrscheinlich jetzt wieder die Geschichte vom Yoga und Wasser-Trinken erzählt. Oder Pilates. Oder was ist noch so modern? Kabbalah, Capoeiro? Da sind jetzt bestimmt Schreibfehler in den Fachausdrücken, aber sei’s drum! Ich kann mich nicht auch noch um die richtige Grammatik bei dem ganzen Unfug kümmern. Also ich war schon versucht, NICHT auf den Teaser zu klicken. Aber so beim Querlesen der anderen Aufmacher war mir dann so dermaßen langweilig, dass ich das kleinste Übel gewählt habe. O.k., dann meinethalben ein wahnsinnig geheimes Geheimnis, das endlich gelüftet wurde. Also, ich merke gerade, man kann über so einen Blödsinn ziemlich ausführlich bloggen, wenn einem gerade danach ist. Jedenfalls: ich klicke also drauf und denke noch so: na ja, mit geschickt aufgetragenem Augen Make up und sonstigen Malereiern sind die Leute immer zu beeindrucken, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Dazu noch ein geschickter Fotograf, schon klappt’s auf dem roten Teppich. Das weiß ich jetzt nun wiederum nicht aus eigener Erfahrung, ich bin da ja eher der scheue Typ. So, nun sind wir langsam alle zum Platzen gespannt, was denn nun das Schönheitsgeheimnis von Pene – Salma Hayek ist. Ich will die Leser und vor allem die Leserinnen nun auch nicht noch länger quälen. Es war eine Offenbarung, mit der ich ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet hätte. Das Outing des Geheimrezepts hat gute Chancen auf Platz Eins der hanebüchensten Antworten auf die ewige Frage der Menschheit, an gut in Schuss gebliebene Darstellerinnen. Die Antwort lautet: Meine Oma hat mir immer gesagt, das Wichtigste ist, egal wie müde du bist, vergiss nicht, dich abzuschminken!
Ich möchte an dieser Stelle eine kleine Pause einlegen, symbolisiert durch einen Absatz, um das Bekenntnis noch besser wirken zu lassen, um ihm Raum zu geben.
Ja. Da staunt man. Vergessen Sie Yoga, vergessen Sie Wasser trinken, vergessen Sie die gute Gene-Antwort. The Next Big Thing: Gesicht öfter mal waschen. Und schon sehen Sie aus wie eine Filmschauspielerin in der Bunten! Ein super Tipp. Und so preisgünstig. Weg mit der Schminke, weg mit dem Gedöns. Wasser und Seife! Wenn man ordentlich schrubbt, verändert sich wahrscheinlich dann auch einfach mit der Zeit die Physognomie und die Ausstrahlung und die Farbe der Wimpern und Augenbrauen und der Lippenkontur. Ich bin jetzt ein bißchen sauer auf Salma, dass sie jetzt erst damit rausrückt. Diese Schlampe. Hat wohl Angst, dass die Konkurrenz ihr über den Kopf wächst! Das musste ich einfach noch loswerden, vor dem Schlafengehen Abschminken.

26. April 2014

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Ein komplett ungeplanter Frühlingsspaziergang. Eigentlich war ich gegen dreizehn Uhr mit dem Schornsteinfeger verabredet. Schon das zweite Mal. In meinem Kabuff in Neukölln sind neue Schlösser eingebaut worden, und mir fehlt noch die Routine, die richtigen Schlüssel zu greifen. Leider war auch beim zweiten Termin der entscheidende Schlüssel aus dem Sortiment wieder nicht dabei. Meine Schuld. Hätte mal alle mitnehmen sollen. Aber der Schornsteinfeger war auch diesmal überhaupt nicht böse. Und dann bin ich gelegenheitshalber auf den mehr oder weniger gegenüberliegenden St. Jacobi Kirchhof spaziert. Da war ein schönes kleines Bänkchen auf einer Wiese und viel Vogelgezwitscher. Man hat richtig den Frühling gemerkt. Weil ich die Kamera ausnahmsweise dabei hatte, habe ich sie auch benutzt. Kommt ja nicht so oft vor. Wirklich, das ist keine ironische Bemerkung. Ich gehe ganz selten mit der Kamera aus dem Haus, warum mir gestern danach war, kann ich nur so erklären, dass ich dachte, dass mir auf dem Weg zu meiner Verabredung vielleicht etwas über den Weg läuft, was ich einfangen möchte. Im Alltag geht mir das nur noch selten so. Bzw. halte ich nicht mehr so intensiv wie früher danach Ausschau. Man könnte jeden Tag tausend Bilder machen. Wer soll die alle verarbeiten und anschauen. Es ist so eine Massenbewegung geworden, auf Schritt und Tritt das Leben und die Eindrücke zu konservieren, was ich ja auch verstehen kann, dass man das Gefühl hat, tsunamiartig überschwemmt zu werden. Niemand hat die Zeit, das allüberall, bei jedem mit dem man zu tun hat, zu würdigen. Ich verstehe das komplett. Es ist nicht so, dass ich keine Beziehung zu erwachenden Blütenknospen hätte oder den blühenden Bäumen. Durchaus, aber wenn ich heute an einem blühenden Baum vorbeigehe, schaue ich ihn intensiv an, würdige den Eindruck und habe nicht mehr das drängende Gefühl, das als Foto in der Welt zeigen zu wollen. Sofort fallen mir die zahllosen Bilder in Blogs ein, die saisonal pünktlich Obst- und Baumblüten zeigen, viele schöne Fotos dabei, immer wieder. Jahr für Jahr. Es wiederholt sich. Wie das Leben eben in vielen Dingen von Wiederholungen geprägt ist. Man nimmt aber selten einen neuen Eindruck mit, den man nicht schon ähnlich hatte. Ich habe da auch Zweifel, dass ich etwas Neues beitragen könnte. Aber gestern habe ich mal ein paar wenige Bilder gemacht, die immerhin zeigen, dass ich das schon auch sehe und wahrnehme, was in der Natur an Wunderbarem geschieht. Schon schön. Besonders der Magnolienbaum, ganz in der Nähe vom Eingang vom Kirchhof. Der Friedhof hat viele verwilderte Ecken. Interessant fand ich auch die Perspektive, ganz am Ende der Bildstrecke, wo man das hellgelbe Mietshaus sieht, inmitten von Grün. Das habe ich fotografiert, als ich auf dem S-Bahn-Steig in der Sonne saß. Es ist der Blick über die Gleise hinweg, nach oben. Wegen Betriebsstörung war die Ringbahn kurzfristig ausgefallen und ich hatte Zeit, in die Sonne zu blinzeln.

22. April 2014





















BIKINI BERLIN (…)













http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=143270
Die 420 anderen Bikini-Fotos sind hier zu sehen. Farbaufnahmen sind auch dabei. Ich bin viele Monate am Bauzaun vorbeigelaufen. Schade, dass ich ihn nie fotografiert habe. Nie gab es eine schönere Verkleidung einer Großbaustelle. Aber was aus dem Dahinter geworden ist, ist auch sehr schön. Und das war alles am zweiten Tag, der eher wolkig war. Früher Abend und Dämmerung, bis es dunkel wurde. Ich habe auch etwas gekauft. Man kann Gutes am besten damit unterstützen, dass man Geld hingibt, nicht nur warme Worte der Bewunderung. Es ist ein filigranes Konzept, weil die in der Breite populären Luxusmarken woanders sind. Elitäres Design für Eingeweihte mit angemessenen Preisen braucht eine entsprechend liquide und informierte Zielgruppe. Kann man nur hoffen, dass es sich herumspricht und publik wird, wie sehenswert diese Dinge sind. Die Terrasse natürlich auch, die ist über die Freitreppe leicht zugänglich. Man kann draußen sitzen. Das habe ich an diesem Abend, wo es kühl war, nicht ausführlich dokumentiert. In diesen Frühlingswochen mit Regen wird auch schon einiges gewachsen sein. Ich meine die Pflanzen in den Beeten auf der Dachterrasse. Die Weite da oben hat mir sehr gefallen, die verschiedenen Ebenen. Der gläserne Gestalten-Kubus mit dem kleinen Restaurant. Und der Blick auf die begrünten Felslandschaften vom Zoologischen Garten. Man muss es gesehen haben, das neue Bikini. Eine neue Ära für die alte West-City. Und den Blick auf das Waldorf Astoria. All das. Und den restaurierten Zoopalast muss ich mir auch endlich von innen anschauen. Und das ist noch lange nicht alles, was es dort zu sehen gibt. Wer ein bißchen Schwellenangst oder Vorbehalte bei solchen schicken Designerläden hat, kann dann hier bei mir ein bißchen herumspazieren. Ich habe es auch weidlich ausgenutzt, dass es gerade eröffnet war, und man wohl daher Großzügigkeit beim Fotografieren in den Innenräumen walten ließ. So ein Bikini will ja auch in der Öffentlichkeit präsentiert werden. Et voilà. Bienvenue.

22. April 2014





















BIKINI BERLIN (…)













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Die 420 anderen Bikini-Fotos sind hier zu sehen. Farbaufnahmen sind auch dabei. Ich bin viele Monate am Bauzaun vorbeigelaufen. Schade, dass ich ihn nie fotografiert habe. Nie gab es eine schönere Verkleidung einer Großbaustelle. Aber was aus dem Dahinter geworden ist, ist auch sehr schön. Und das war alles am zweiten Tag, der eher wolkig war. Früher Abend und Dämmerung, bis es dunkel wurde. Ich habe auch etwas gekauft. Man kann Gutes am besten damit unterstützen, dass man Geld hingibt, nicht nur warme Worte der Bewunderung. Es ist ein filigranes Konzept, weil die in der Breite populären Luxusmarken woanders sind. Elitäres Design für Eingeweihte mit angemessenen Preisen braucht eine entsprechend liquide und informierte Zielgruppe. Kann man nur hoffen, dass es sich herumspricht und publik wird, wie sehenswert diese Dinge sind. Die Terrasse natürlich auch, die ist über die Freitreppe leicht zugänglich. Man kann draußen sitzen. Das habe ich an diesem Abend, wo es kühl war, nicht ausführlich dokumentiert. In diesen Frühlingswochen mit Regen wird auch schon einiges gewachsen sein. Ich meine die Pflanzen in den Beeten auf der Dachterrasse. Die Weite da oben hat mir sehr gefallen, die verschiedenen Ebenen. Der gläserne Gestalten-Kubus mit dem kleinen Restaurant. Und der Blick auf die begrünten Felslandschaften vom Zoologischen Garten. Man muss es gesehen haben, das neue Bikini. Eine neue Ära für die alte West-City. Und den Blick auf das Waldorf Astoria. All das. Und den restaurierten Zoopalast muss ich mir auch endlich von innen anschauen. Und das ist noch lange nicht alles, was es dort zu sehen gibt. Wer ein bißchen Schwellenangst oder Vorbehalte bei solchen schicken Designerläden hat, kann dann hier bei mir ein bißchen herumspazieren. Ich habe es auch weidlich ausgenutzt, dass es gerade eröffnet war, und man wohl daher Großzügigkeit beim Fotografieren in den Innenräumen walten ließ. So ein Bikini will ja auch in der Öffentlichkeit präsentiert werden. Et voilà. Bienvenue.

22. April 2014

So. Ich gehe jetzt zu Saturn. Mir langt’s mit meinen Dilettanten-Anamnesen in Sachen krankes Uralt-Notebook. Habe vorhin angerufen und erfragt, wie sich der Service gestaltet. Der Mann war so extrem nett am Telefon, dass ich nun den Apparat einpacken werde und auf den Tisch legen, wie mir geheißen wurde. Und dem Techniker sagen werde, was er nach der finalen Explantierung der Trojaner- und Wurmreste draufmachen soll. Ich weiß schon grob was. Ich werde es aber hier nicht benennen, weil das nur sehr wenige werden nachvollziehen können. Ja, ein neues Betriebssystem. Und nein, nicht alle möglichen Sachen, die ich auf dem guten alten Apparat gar nicht benutzen will. Ich will weder Mails schreiben, noch im Internet surfen, noch Bilder bearbeiten. Jedenfalls keine, die nicht laufen können. Ich weiß genau, was ich will. Aber das bleibt mein Geheimnis! Geschäftsgeheimnis! Muss mich noch mal ein bißchen auf Vordermann bringen, bevor ich das Haus verlasse. So ein Techniker zeigt sich einfach noch hilfsbereiter, wenn die Kundschaft wie eine Frühlingsblume duftet! Der wird Bauklötze staunen, was ich da drauf haben will. Haha. Freue mich schon auf das Gesicht! Und auch wie er gucken wird, wenn ich ihm fachmännisch erkläre, was ich schon vorab veranlasst habe, um Sasser platt zu machen. Der lebt zumindest nicht mehr, wenn überhaupt nur sehr rudimentär. Natürlich könnte ich das mit viel Zeitaufwand auch alles selber irgendwie hinfrickeln, aber die Wirtschaft muss stetig angekurbelt werden, und ich habe schon genug Zeit darauf verplempert. Da schreibe ich lieber einen launigen Blogeintrag über meinen geplanten Saturn-Besuch am Alexanderplatz. So, jetzt aber auf, auf!

20. April 2014

Von wegen Auferstehung. Dass ich nicht lache. Voll der Vorfreude und Inbrunst hielt ich mich für die Auferstehung von meinem Heiland GRT896HP, meinem ersten Klapprechner namens Vaio bereit, der Anno 2009 in die Totenstarre fiel, nachdem ihn teuflische Werkzeuge Ungläubiger gemartert hatten. Ein böser Trojaner und ein ekelhafter Wurm namens Sasser. Sein kleiner Bruder hält mir seitdem tapfer die Stange und reicht mir die Hostien für die heiligen Internet-Messen. Aber heute, so dachte ich, wäre die Stunde gekommen, der Auferstehung beizuwohnen. Ich nahm die System-Wiederherstellungs-CD von 2003 aus der goldenen Reliquien-Schatulle und löschte die alten Schriften, um eine neue Ära einzuleiten. Den ganzen Nachmittag saß ich wie gebannt am Altar. Es war vollbracht. Ich schaffte es sogar ins Internet. Doch zu früh gefreut! Die Diener der heiligen Handlungen erinnerten sich nicht miehr an die Rituale, weil in den letzten sechs Jahren neue Gebete eingeführt wurden. Und mein aus der Totenstarre erwachter Heiliger, fand sich ohne Unterstützung der Messdiener nicht mehr in die Liturgie. Wenn Sie mir folgen können. Um es auf den Punkt zu bringen: auch ein verseuchter Rechner sollte mit Updates auf dem Laufenden gehalten werden. Zwar gibt es seit 8. April 2014 keine XP-Updates mehr, aber wenn ich mich mal vorher drum bemüht hätte, wäre vielleicht ein fast aktuelles veraltetes Betriebssystem drauf, und ich hätte ein Dings mit Funktionen, das noch aktuelle Programminstallationen ermöglicht – ach – hätte – ja. Hat nicht sollen sein. Ich hänge ein bißchen an dem alten Apparat. Vielleicht klemme ich ihn mir mal unter den Arm und gehe in den Fachhandel und die können dann da so ein Vista oder so ein Zeugs draufmachen, falls er das verträgt. Und die verbliebenen Wurmexkremente entsorgen. Also das war mein Ostersonntag. Aber ich habe es immerhin versucht. Dass ich es erst nach so vielen Jahren anging, hatte mit einem schwer zu sichernden, umfangreichen Mail-Schriftverkehr zu tun, der mir geraume Zeit zu heilig war. Aber alles versinkt ohnehin irgendwann. Auch ein Vorgeschmack, diese Erfahrung, auf etwas, was man selbst nicht mehr erleben wird. Alte Festplatten mit einst kostbaren Daten werden auf Flohmärkten feilgeboten werden. Wenn überhaupt. Jemand wird sie öffnen wollen und mangels Software keinen Zugang finden. Unfug. Niemand wird sie öffnen wollen. Es wird zu viele geben, und alle sehen gleich aus. Schwarze Kunststoff- und Metallkästen, die keinen Einblick, keinen Vorgeschmack gewähren, was einen erwartet. Anders als alte, lederne Fotoalben auf dem Flohmarkt am Siebzehnten Juni oder sonstwo. Darüber muss man sich klar sein. Wie lange werden unsere Internet-Offenbarungen sichtbar sein? Wenn das Dateiformat irgendwann nicht mehr angepasst wird? Muss man vielleicht lernen, sich nicht zu sehr an die schöne, allzu idealistische Idee zu klammern, dass man etwas Bleibendes hinterlässt. Mehr fällt mir dazu gerade auch nicht ein. Und jetzt wird es langsam dunkel. Aber soll nicht traurig gemeint sein, der Eintrag. Nur ein bißchen melancholisch gefärbt, zwischen all dem Frühlingsgrün. Ich brauche jetzt ein Osterwasser.

20. April 2014

Was mir auch Sorge bereitet: es war heute so ruhig da unten. Ich rede von dem Spielplatz. Es war zwar nicht durchgängig sonnig, aber immer wieder, und es gab weder Regen noch Unwetter. Gebieten Oster-Rituale, Kinder in der Wohnung bzw. an der Ostertafel gefangen zu halten? Ich geißle das. Morgen ist ja auch noch ein freier Tag. Ich werde die Sache im Auge behalten und ggf. Anzeige wegen Nötigung erstatten.

20. April 2014

Was mir auch Sorge bereitet: es war heute so ruhig da unten. Ich rede von dem Spielplatz. Es war zwar nicht durchgängig sonnig, aber immer wieder, und es gab weder Regen noch Unwetter. Gebieten Oster-Rituale, Kinder in der Wohnung bzw. an der Ostertafel gefangen zu halten? Ich geißle das. Morgen ist ja auch noch ein freier Tag. Ich werde die Sache im Auge behalten und ggf. Anzeige wegen Nötigung erstatten.

20. April 2014

Von wegen Auferstehung. Dass ich nicht lache. Voll der Vorfreude und Inbrunst hielt ich mich für die Auferstehung von meinem Heiland GRT896HP, meinem ersten Klapprechner namens Vaio bereit, der Anno 2009 in die Totenstarre fiel, nachdem ihn teuflische Werkzeuge Ungläubiger gemartert hatten. Ein böser Trojaner und ein ekelhafter Wurm namens Sasser. Sein kleiner Bruder hält mir seitdem tapfer die Stange und reicht mir die Hostien für die heiligen Internet-Messen. Aber heute, so dachte ich, wäre die Stunde gekommen, der Auferstehung beizuwohnen. Ich nahm die System-Wiederherstellungs-CD von 2003 aus der goldenen Reliquien-Schatulle und löschte die alten Schriften, um eine neue Ära einzuleiten. Den ganzen Nachmittag saß ich wie gebannt am Altar. Es war vollbracht. Ich schaffte es sogar ins Internet. Doch zu früh gefreut! Die Diener der heiligen Handlungen erinnerten sich nicht miehr an die Rituale, weil in den letzten sechs Jahren neue Gebete eingeführt wurden. Und mein aus der Totenstarre erwachter Heiliger, fand sich ohne Unterstützung der Messdiener nicht mehr in die Liturgie. Wenn Sie mir folgen können. Um es auf den Punkt zu bringen: auch ein verseuchter Rechner sollte mit Updates auf dem Laufenden gehalten werden. Zwar gibt es seit 8. April 2014 keine XP-Updates mehr, aber wenn ich mich mal vorher drum bemüht hätte, wäre vielleicht ein fast aktuelles veraltetes Betriebssystem drauf, und ich hätte ein Dings mit Funktionen, das noch aktuelle Programminstallationen ermöglicht – ach – hätte – ja. Hat nicht sollen sein. Ich hänge ein bißchen an dem alten Apparat. Vielleicht klemme ich ihn mir mal unter den Arm und gehe in den Fachhandel und die können dann da so ein Vista oder so ein Zeugs draufmachen, falls er das verträgt. Und die verbliebenen Wurmexkremente entsorgen. Also das war mein Ostersonntag. Aber ich habe es immerhin versucht. Dass ich es erst nach so vielen Jahren anging, hatte mit einem schwer zu sichernden, umfangreichen Mail-Schriftverkehr zu tun, der mir geraume Zeit zu heilig war. Aber alles versinkt ohnehin irgendwann. Auch ein Vorgeschmack, diese Erfahrung, auf etwas, was man selbst nicht mehr erleben wird. Alte Festplatten mit einst kostbaren Daten werden auf Flohmärkten feilgeboten werden. Wenn überhaupt. Jemand wird sie öffnen wollen und mangels Software keinen Zugang finden. Unfug. Niemand wird sie öffnen wollen. Es wird zu viele geben, und alle sehen gleich aus. Schwarze Kunststoff- und Metallkästen, die keinen Einblick, keinen Vorgeschmack gewähren, was einen erwartet. Anders als alte, lederne Fotoalben auf dem Flohmarkt am Siebzehnten Juni oder sonstwo. Darüber muss man sich klar sein. Wie lange werden unsere Internet-Offenbarungen sichtbar sein? Wenn das Dateiformat irgendwann nicht mehr angepasst wird? Muss man vielleicht lernen, sich nicht zu sehr an die schöne, allzu idealistische Idee zu klammern, dass man etwas Bleibendes hinterlässt. Mehr fällt mir dazu gerade auch nicht ein. Und jetzt wird es langsam dunkel. Aber soll nicht traurig gemeint sein, der Eintrag. Nur ein bißchen melancholisch gefärbt, zwischen all dem Frühlingsgrün. Ich brauche jetzt ein Osterwasser.

17. April 2014


Drei Momente, die etwas Bemerkenswertes hatten. Und immer mit der S-Bahn zu tun. Am Montag war es, dass ich morgens gegen neun Uhr in die S-Bahn am Hackeschen Markt einstieg. Es ist der Strang, der die Ost-City mit der West-City verbindet, grob gesagt, die Strecke, die Alexanderplatz und Bahnhof Zoo verbindet. Wer regelmäßiger Fahrgast ist, kennt sämtliche Darbietungen von Straßenmusikanten, die sich über Monate, Jahre wiederholen. Mit den ewig gleichen Liedern. Den Trupp von zwei bis drei Leuten, die auf einer Handkarre eine Art Karaoke-Apparat mit beträchtlichem Lautsprecher mitführen, aus dem dann die Rhythmusspur dröhnt, um die Tröten und Trompeten und den begleitenden Stimmungs-Gesang zu untermalen. In aller Herrgottsfrüh gibt es eine scheppernde Version von „When the Saints go Marching in“ oder „Hit the Road, Jack“, die nicht geeignet ist, um die Lebensgeister auf angenehme Art zu wecken. Zu Applaus oder Zugabe-Forderungen führt die Aufführung nicht. Nicht etwa, weil Berliner Fahrgäste griesgrämig oder unmusikalisch wären. Ich kann das beurteilen. Na ja. Die Welt ist rund und bunt und manchmal ein bißchen lärmintensiv. Gerade in den Morgenstunden, wenn man oft noch im Alpha-Zustand ist, wo man lieber mit geringfügiger Geräuschkulisse in den Tag gleiten will. Organisch in Zeitlupe erwachen, Halbschlaf-Traumfetzen vorsichtig in die Schublade legen… bitte keinen Krach. Ach.
Montag. Ich betrete den S-Bahn-Wagon. Entfernter, von hinten in der Mitte höre ich etwas, das ein bißchen klingt, wie Street Hassle. Ein anderes Stück, aber ähnlich. Dazu den Rhythmus einer sehr percussiv gespielten Gitarre. Das Cello macht etwas, das sehr treibend ist, ja hypnotisch. Es nervt überhaupt nicht. Ich registriere einen Mann in meiner Nähe, Ausschau haltend, wer da musiziert. Er holt sein Geld aus der Tasche und bewegt sich Richtung Musik. Ich vergesse, mein Buch aus der Tasche zu nehmen. Fahrgäste haben die Augen geschlossen, wippen. Keine Abwehr. Ein unsichtbares Starkstromkabel spannt sich rhythmisch vibrierend durch den fahrenden Raum. Neugier treibt mich weiter. Ich will das sehen. Von wem das kommt. Im Bereich vor den Türen, wo mehr Platz ist als im Gang, auf dem Fußboden, ein Mann Mitte Zwanzig im Schneidersitz. Die Augen geschlossen, der Beat entsteht auf den Saiten einer Westerngitarre. Dreadlocks. Ein fragiler, hellhäutiger Mensch. Neben ihm ein Cello und eine Frau, die es mit einem Ausdruck zwischen hingegebener Konzentration und erotisiertem Lächeln spielt. Grauschwarze Klamotten, trotzige Ausstrahlung. Keine Frisur. Wild, struppig, eigensinnig. Mitunter haut sie bei den Tönen ein bißchen daneben, aber mit großer Impulsivität, und sie bleibt im Flow, hält durchgängig die Spannung. Als ich auf Augenhöhe mit dem Cello bin, spüre ich die Vibration des großen Resonanzkörpers. Auf dem Boden zwei Mützen. Schwarz, schon gut gefüllt. Ein paar Schritte weiter finde ich einen Platz, von dem ich die beiden sehen kann. Das Stück dauert so lange wie meine Fahrt. Kurz vor Bahnhof Zoo Ende. Und dann Applaus. Ein nicht geringer Teil schenkt Beifall. Ich kann mich nur an ein einziges Mal in all den Jahren erinnern, dass jemand in der S-Bahn Applaus bekommen hat. Vor Jahren ein russischer Musiker mit einer Gitarre, der etwas Herzzerreißendes sang; auf Russisch. Da habe ich auch geklatscht. Mit ein, zwei Tränen in den Augenwinkeln. Es entscheidet sich in Sekunden, ob jemand den Nerv trifft. Wie einig wir uns sofort waren, wir zusammengeworfener Haufen von Fahrgästen in einer Berliner S-Bahn.
Ein anderer, mir erinnerbarer Moment am Abend. Im RBB ein Dokumentarfilm über den Berliner S-Bahn-Ring, der mit dem Bau der Mauer zerbrach, durch die Teilung zerstört wurde. Und, ich glaube 2002, nach über vierzig Jahren wieder geschlossen. Heil gemacht. Da war der Moment, als die S-Bahn-Züge aus beiden Richtungen immer näher aneinanderrückten, um endlich wieder verbunden zu werden. Es war eine derart bildhafte Wiedervereinigung, die mich fassunglos auf den Fernseher starren ließ. Da hätte ich gerne ein Taschentuch in Reichweite gehabt. Den Rotz dann mit dem Handrücken abgewischt. Die Dokumentation widmete sich jeder Station des Berliner Rings, die Kamera spazierte in die Straßen rundherum, zeigte Sehenswürdigkeiten und Menschen, die dort zuhause sind.
Und seit gestern, am S-Bahnhof Hackescher Markt, brennen auf der rechten Seite vom Treppenabsatz Kerzen. Weiße Lilien schmücken die Mauer und den Boden, wo sonst immer ein, zwei Obdachlose residierten. Einer saß im Rollstuhl. Oft waren es auch mehr als zwei, man traf sich dort, sie tranken gemeinsam und stritten sich auch ab und zu recht laut. Jetzt sind da nur noch Kerzen und die Blumen. Gestern wie heute. Daneben auf dem Boden ein Zettel, auf dem geschrieben steht: Bitte nicht wegnehmen, ein Freund von uns ist hier gestorben. Es sieht feierlich aus. Ein Altar für jemanden, dessen Heimat zwei Quadratmeter vom S-Bahnhof Hackescher Markt waren. Wer bekommt schon eine Gedenkstätte in Berlin Mitte. Wenn auch nur für ein paar Tage. Irgendwie grandios, trotz der Umstände. Drei Eindrücke, die ich nicht vergessen will.

14. April 2014


Undramatisch. Bin gerade ein bißchen mehr in meiner anderen, dreidimenisonalen Welt. Jenseits der geliebten, luftigen, elektrifizierten. Repariere Sachen, arbeite zuverlässig. Bohre und schraube ein bißchen rum (also wirklich, nicht am Computer). Lese. Suche und finde – zum Glück – Ruhe. Hier bei mir. Daheim. Gucke ab und zu was im Fernseher kommt. Mehr als früher. Schalte aber auch oft frühzeitig wieder ab. Wie heute. Wie gestern. Zu viele Kochsendungen ohne Besichtigungsmöglichkeit von Privatwohnungen. Schon bin ich desinteressiert. Dagegen manche lustige oder auch einfach nur interessante Konversation oder Beobachtung im Alltag. Eine Frau, beinah so alt wie ich, feiert ihren fünfzigsten Geburtstag. Sie erzählt von einer Schiffsfahrt auf der Donau von Passau bis Wien. Hat sie sich gegönnt. Allein. Tochter hat gerade Abi-Prüfungen. Sie schon eine Weile glücklich geschieden. Erzählt von einem Flirt mit dem Barkeeper auf dem Schiff. Ich sehe ihn vor mir. Ich sehe aber keinen Mann unserer Generation. Ich sehe einen um einiges jüngeren Mann vor meinem geistigen Auge. Ungefähr Mitte Dreißig. Obwohl sie ihn in keinster Weise näher beschrieben hat. Nur, wie er gezwinkert hat. Ein Bartender auf einem Schiff. Mit dem sie Lust hatte zu flirten. So einer ist nicht unsere Generation. Oder eher selten. Leider… Ich frage sie, ob es ihr ähnlich wie mir geht. Ich sage, dass ich mitunter merke, wie die dann doch weniger werdenden Avancen auch von Herren kommen, bei denen ich innerlich Formulierungen wie „Was bildet sich der alte Sack eigentlich ein…?“ in freier Schwebe in meinem Kopf registriere. Bei näherer Betrachtung oder Nachfrage stellt sich dann vielleicht heraus, dass es sich um Angehörige meiner Generation handelt. Die sich eben nicht so gut gehalten haben. Wie ich mir von mir gerne einbilde. Was aber nicht in dem Ausmaß stimmen kann, wie ich es gerne von mir empfinde. Denn sonst wären ja die Avancen der jüngeren Generation nennenswerter. Was man sich so einbildet. Sie bestätigt jedenfalls, dass sie auch eine verzerrte Wahrnehmung hat, was die Zugehörigkeit zur eigenen Generation angeht. Dann Frauen der eigenen Generation in der Öffentlichkeit. Ohne Namen zu nennen – aber Unterspritzungen lassen einen selten jünger und frischer aussehen. Das Phänomen bei solchen Eingriffen ist ja erschreckenderweise, dass ein sichtbarer Eingriff immer die Assoziation von einem noch weit fortgeschrittenerem Alter auslöst, als der Personalausweis offenbaren könnte. Kaum erkennt man die Unter- und Aufspritzung und die operative Straffung, denkt man an ein Lebensalter zwischen Mitte Fünfzig und Siebzig plus. Ein ganz heikles Unterfangen. Selten wirklich gelungen zu beobachten. Ich wäre ja nicht dagegen, wenn es wirklich gute Beispiele zu sehen gäbe. Wird es wohl auch geben, aber da ist dann wieder Diskretion das Maß aller Dinge. Die angekündigten Bikini-Fotos kommen auch noch irgendwann, aber um nicht weiter kryptische, Teaser-mäßige Andeutungen zu machen – wenn ich je von Bikini-Fotos erzähle, geht es um ein Stück Berliner Architektur. Ich habe aktuell keine Pläne, mich im Zweiteiler aus Stoff zu präsentieren. Wir haben ja momentan auch gar nicht das Wetter dafür. Obwohl, heute war schon wieder ein bißchen mehr Sonne. Und dann auch noch zur Generations-Neurose fällt mir ein, wie ich mich doch allen Ernstes gefreut habe, dass mich im Supermarkt in der Großen Hamburger Straße an der Kasse ein entschieden jüngerer Mann so von der Seite angequatscht hat. Er war nicht ganz nüchtern, vermute ich. Zumindest zielten seine Pläne für den Feierabend eindeutig in diese Richtung. Wir hatten beide alkoholische Getränke auf dem Förderband. Er meinte dann so ungefähr: „Das wird wohl wild heute Abend!“ Ich: „Och nö, nicht so wild…“ Auf jeden Fall freut man sich dann auch schon mal, so vor dem demnächst anstehenden, beginnenden fünften Lebensjahrzehnt, wenn man von so einem Mittdreißiger von der Seite angequatscht wird. Also nicht als Mutti. Habe ich eigentlich schon einmal erzählt, was meine absolut favorisierte Männer-Reaktion im Straßenverkehr ist? Auch von Frauen natürlich, da nur noch seltener erfahren: in dem Augenblick, in dem man auf Augenhöhe vorbeiläuft, anfangen ein Liedchen zu summen. Würde ich mich nie beschweren. Wenn sie mir den Tag verschönern wollen, und ich an ihnen vorbeilaufe, fangen sie doch einfach an ein kleines Lied zu summen. Ich liebe das. Nicht pfeifen, keine Bemerkung, keine Sprüche. Nur ein kleines Lied. Das führt auch zu nichts Weiterführendem, aber es macht den Tag ein bißchen frühlingshafter. Und ich weiß dann, dass ich so weitermachen kann. Und noch nicht jenseits von Gut und Böse bin. Alles auf Anfang. Irgendwie. So ähnlich. Sinngemäß. Und so weiter und so f.

14. April 2014


Undramatisch. Bin gerade ein bißchen mehr in meiner anderen, dreidimenisonalen Welt. Jenseits der geliebten, luftigen, elektrifizierten. Repariere Sachen, arbeite zuverlässig. Bohre und schraube ein bißchen rum (also wirklich, nicht am Computer). Lese. Suche und finde – zum Glück – Ruhe. Hier bei mir. Daheim. Gucke ab und zu was im Fernseher kommt. Mehr als früher. Schalte aber auch oft frühzeitig wieder ab. Wie heute. Wie gestern. Zu viele Kochsendungen ohne Besichtigungsmöglichkeit von Privatwohnungen. Schon bin ich desinteressiert. Dagegen manche lustige oder auch einfach nur interessante Konversation oder Beobachtung im Alltag. Eine Frau, beinah so alt wie ich, feiert ihren fünfzigsten Geburtstag. Sie erzählt von einer Schiffsfahrt auf der Donau von Passau bis Wien. Hat sie sich gegönnt. Allein. Tochter hat gerade Abi-Prüfungen. Sie schon eine Weile glücklich geschieden. Erzählt von einem Flirt mit dem Barkeeper auf dem Schiff. Ich sehe ihn vor mir. Ich sehe aber keinen Mann unserer Generation. Ich sehe einen um einiges jüngeren Mann vor meinem geistigen Auge. Ungefähr Mitte Dreißig. Obwohl sie ihn in keinster Weise näher beschrieben hat. Nur, wie er gezwinkert hat. Ein Bartender auf einem Schiff. Mit dem sie Lust hatte zu flirten. So einer ist nicht unsere Generation. Oder eher selten. Leider… Ich frage sie, ob es ihr ähnlich wie mir geht. Ich sage, dass ich mitunter merke, wie die dann doch weniger werdenden Avancen auch von Herren kommen, bei denen ich innerlich Formulierungen wie „Was bildet sich der alte Sack eigentlich ein…?“ in freier Schwebe in meinem Kopf registriere. Bei näherer Betrachtung oder Nachfrage stellt sich dann vielleicht heraus, dass es sich um Angehörige meiner Generation handelt. Die sich eben nicht so gut gehalten haben. Wie ich mir von mir gerne einbilde. Was aber nicht in dem Ausmaß stimmen kann, wie ich es gerne von mir empfinde. Denn sonst wären ja die Avancen der jüngeren Generation nennenswerter. Was man sich so einbildet. Sie bestätigt jedenfalls, dass sie auch eine verzerrte Wahrnehmung hat, was die Zugehörigkeit zur eigenen Generation angeht. Dann Frauen der eigenen Generation in der Öffentlichkeit. Ohne Namen zu nennen – aber Unterspritzungen lassen einen selten jünger und frischer aussehen. Das Phänomen bei solchen Eingriffen ist ja erschreckenderweise, dass ein sichtbarer Eingriff immer die Assoziation von einem noch weit fortgeschrittenerem Alter auslöst, als der Personalausweis offenbaren könnte. Kaum erkennt man die Unter- und Aufspritzung und die operative Straffung, denkt man an ein Lebensalter zwischen Mitte Fünfzig und Siebzig plus. Ein ganz heikles Unterfangen. Selten wirklich gelungen zu beobachten. Ich wäre ja nicht dagegen, wenn es wirklich gute Beispiele zu sehen gäbe. Wird es wohl auch geben, aber da ist dann wieder Diskretion das Maß aller Dinge. Die angekündigten Bikini-Fotos kommen auch noch irgendwann, aber um nicht weiter kryptische, Teaser-mäßige Andeutungen zu machen – wenn ich je von Bikini-Fotos erzähle, geht es um ein Stück Berliner Architektur. Ich habe aktuell keine Pläne, mich im Zweiteiler aus Stoff zu präsentieren. Wir haben ja momentan auch gar nicht das Wetter dafür. Obwohl, heute war schon wieder ein bißchen mehr Sonne. Und dann auch noch zur Generations-Neurose fällt mir ein, wie ich mich doch allen Ernstes gefreut habe, dass mich im Supermarkt in der Großen Hamburger Straße an der Kasse ein entschieden jüngerer Mann so von der Seite angequatscht hat. Er war nicht ganz nüchtern, vermute ich. Zumindest zielten seine Pläne für den Feierabend eindeutig in diese Richtung. Wir hatten beide alkoholische Getränke auf dem Förderband. Er meinte dann so ungefähr: „Das wird wohl wild heute Abend!“ Ich: „Och nö, nicht so wild…“ Auf jeden Fall freut man sich dann auch schon mal, so vor dem demnächst anstehenden, beginnenden fünften Lebensjahrzehnt, wenn man von so einem Mittdreißiger von der Seite angequatscht wird. Also nicht als Mutti. Habe ich eigentlich schon einmal erzählt, was meine absolut favorisierte Männer-Reaktion im Straßenverkehr ist? Auch von Frauen natürlich, da nur noch seltener erfahren: in dem Augenblick, in dem man auf Augenhöhe vorbeiläuft, anfangen ein Liedchen zu summen. Würde ich mich nie beschweren. Wenn sie mir den Tag verschönern wollen, und ich an ihnen vorbeilaufe, fangen sie doch einfach an ein kleines Lied zu summen. Ich liebe das. Nicht pfeifen, keine Bemerkung, keine Sprüche. Nur ein kleines Lied. Das führt auch zu nichts Weiterführendem, aber es macht den Tag ein bißchen frühlingshafter. Und ich weiß dann, dass ich so weitermachen kann. Und noch nicht jenseits von Gut und Böse bin. Alles auf Anfang. Irgendwie. So ähnlich. Sinngemäß. Und so weiter und so f.

05. April 2014








Blöd. Keine Bikini-Fotos. Ich muss mich dafür entschuldigen. Denn schließlich war ich doch im Bikini, am Donnerstag! Vorher hab ich Bilder gemacht, aber als ich dann im Bikini war, habe ich auf einmal gemerkt, dass ich meinen Fotoapparat vergessen habe. Wie blöd! Als ich dann nicht mehr im Bikini war, sondern wieder daheim, wollte ich wenigstens irgendwelche anderen Fotos machen. Deswegen habe ich einfach den Balkon fotografiert, weil mir eben nach Bildern machen war. Es war dann schon Abend und die Sonne auch weg und deswegen gibt es eben keine Bikini-Fotos, obwohl das natürlich nicht so attraktiv ist, denn schließlich sind alle verrückt nach Bikini-Fotos! Aber am nächsten Tag war ich gleich wieder im Bikini zu sehen und da habe ich ganz viele Fotos davon gemacht. Die zeige ich auch bald. Zwar hat die Sonne gestern nicht geschienen, aber mir hat es im Bikini trotzdem super gefallen. Das kann man jetzt vielleicht nicht so richtig verstehen, wenn man kein Berliner ist, wieso man als Berlinerin, auch wenn es draußen eher kühl und bewölkt ist, trotzdem gerne im Bikini ist. Aber ich kann das erklären. Also ganz bald. Ungefähr übermorgen. Jetzt aber erst mal Fotos von mir ohne Bikini, sondern im Anzug.

https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=143270

05. April 2014








Blöd. Keine Bikini-Fotos. Ich muss mich dafür entschuldigen. Denn schließlich war ich doch im Bikini, am Donnerstag! Vorher hab ich Bilder gemacht, aber als ich dann im Bikini war, habe ich auf einmal gemerkt, dass ich meinen Fotoapparat vergessen habe. Wie blöd! Als ich dann nicht mehr im Bikini war, sondern wieder daheim, wollte ich wenigstens irgendwelche anderen Fotos machen. Deswegen habe ich einfach den Balkon fotografiert, weil mir eben nach Bildern machen war. Es war dann schon Abend und die Sonne auch weg und deswegen gibt es eben keine Bikini-Fotos, obwohl das natürlich nicht so attraktiv ist, denn schließlich sind alle verrückt nach Bikini-Fotos! Aber am nächsten Tag war ich gleich wieder im Bikini zu sehen und da habe ich ganz viele Fotos davon gemacht. Die zeige ich auch bald. Zwar hat die Sonne gestern nicht geschienen, aber mir hat es im Bikini trotzdem super gefallen. Das kann man jetzt vielleicht nicht so richtig verstehen, wenn man kein Berliner ist, wieso man als Berlinerin, auch wenn es draußen eher kühl und bewölkt ist, trotzdem gerne im Bikini ist. Aber ich kann das erklären. Also ganz bald. Ungefähr übermorgen. Jetzt aber erst mal Fotos von mir ohne Bikini, sondern im Anzug.

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01. April 2014

Nur ganz kurz, vor dem Schlafengehen, zwei herzerwärmende Sachen: heute früh, gegen halb neun, in der Sophienstraße. Ich laufe die kurze Strecke von den Sophie-Gips-Höfen, Richtung Eingang Hackesche Höfe. Die Sonne scheint. Auf dem Gehsteig zieht im Gänsemarsch in Dreierreihen eine kleine Kinder-Herde vorbei. Vorneweg eine Kindergartentante oder Lehrerin, die von hinten wie die Pippi Langstrumpf-Schauspielerin Inger Nilsson ausschaut. Also Pippi ohne Zöpfe in groß. Nicht wegen Ringelstrümpfen oder so, sondern wie sie gelaufen ist. Aber das habe ich ja erst viel später gesehen. Bestimmt waren in der Kinder-Herde, oder wie man das nennt, fündundzwanzig bis dreißig Stück. Ungefähr zwischen fünf und sieben. Ich kann das schlecht beurteilen. Jedenfalls laufe ich an den Kleinen vorbei und höre eine Textzeile, die mir bekannt vorkommt. Von früher, wo ich selber klein war. Die Kinder, hauptsächlich Mädchen, so kommt es mir jedenfalls vor, singen mit strahlenden Gesichtern im piepsigen Chor (und zwar ohne die vorneweg laufende Pippi): „(…), sagt die Biene zu dem Stachelschwein…“ Das kenne ich doch… lange nicht mehr gehört… dass Kinder von heute das überhaupt kennen…„(…) Du und ich, wir stimmen ein: schön ist es auf der Welt zu sein!“. Das war… oh je. Kleine Mädchen spazieren in der Frühlingsssonne, fassen sich an den Händen und singen „Schön ist es auf der Welt zu sein“ …ganz schön überzeugend. Als ich in den schattigen Eingang von den Hackeschen Höfen gebogen bin, war ich geradezu erschüttert, ja einigermaßen gerührt. Und dann heute Abend, wo ich eigentlich nur so den Fernseher angemacht habe, ohne großartig was zu erwarten, ich hatte auch ein paar Sachen nebenher zu tun, ist auf Sat 1 ein Film gekommen, der mich erst richtig zum Heulen gebracht hat. Der da. Das war ganz schön feinsinnig und behutsam gespielt. Da hätte ich als Kathi Thalbach auch eine winzige Nebenrolle übernommen. Zuerst war ich ein bißchen von den punktuellen türkischen Untertiteln gelangweilt. Aber das hatte schon alles seinen Sinn. Schön, dass die Geschichte, wie es überhaupt dazu kam, dass es in Deutschland sogenannte „Gastarbeiter“ gab, einmal so gewürdigt wird. So vielschichtig und anrührend. Der kleine Junge war aber auch zum Adoptieren. Also heute eine Menge Herz und Kinder im Spiel. Muss auch mal sein.

01. April 2014

Nur ganz kurz, vor dem Schlafengehen, zwei herzerwärmende Sachen: heute früh, gegen halb neun, in der Sophienstraße. Ich laufe die kurze Strecke von den Sophie-Gips-Höfen, Richtung Eingang Hackesche Höfe. Die Sonne scheint. Auf dem Gehsteig zieht im Gänsemarsch in Dreierreihen eine kleine Kinder-Herde vorbei. Vorneweg eine Kindergartentante oder Lehrerin, die von hinten wie die Pippi Langstrumpf-Schauspielerin Inger Nilsson ausschaut. Also Pippi ohne Zöpfe in groß. Nicht wegen Ringelstrümpfen oder so, sondern wie sie gelaufen ist. Aber das habe ich ja erst viel später gesehen. Bestimmt waren in der Kinder-Herde, oder wie man das nennt, fündundzwanzig bis dreißig Stück. Ungefähr zwischen fünf und sieben. Ich kann das schlecht beurteilen. Jedenfalls laufe ich an den Kleinen vorbei und höre eine Textzeile, die mir bekannt vorkommt. Von früher, wo ich selber klein war. Die Kinder, hauptsächlich Mädchen, so kommt es mir jedenfalls vor, singen mit strahlenden Gesichtern im piepsigen Chor (und zwar ohne die vorneweg laufende Pippi): „(…), sagt die Biene zu dem Stachelschwein…“ Das kenne ich doch… lange nicht mehr gehört… dass Kinder von heute das überhaupt kennen…„(…) Du und ich, wir stimmen ein: schön ist es auf der Welt zu sein!“. Das war… oh je. Kleine Mädchen spazieren in der Frühlingsssonne, fassen sich an den Händen und singen „Schön ist es auf der Welt zu sein“ …ganz schön überzeugend. Als ich in den schattigen Eingang von den Hackeschen Höfen gebogen bin, war ich geradezu erschüttert, ja einigermaßen gerührt. Und dann heute Abend, wo ich eigentlich nur so den Fernseher angemacht habe, ohne großartig was zu erwarten, ich hatte auch ein paar Sachen nebenher zu tun, ist auf Sat 1 ein Film gekommen, der mich erst richtig zum Heulen gebracht hat. Der da. Das war ganz schön feinsinnig und behutsam gespielt. Da hätte ich als Kathi Thalbach auch eine winzige Nebenrolle übernommen. Zuerst war ich ein bißchen von den punktuellen türkischen Untertiteln gelangweilt. Aber das hatte schon alles seinen Sinn. Schön, dass die Geschichte, wie es überhaupt dazu kam, dass es in Deutschland sogenannte „Gastarbeiter“ gab, einmal so gewürdigt wird. So vielschichtig und anrührend. Der kleine Junge war aber auch zum Adoptieren. Also heute eine Menge Herz und Kinder im Spiel. Muss auch mal sein.

26. März 2014


Mal gucken, wohin die Entwicklung geht, bei der weltweiten Smartphone-Selfie-Manie. Verständlicherweise beobachte ich das als Phänomen besonders interessiert, da es inzwischen dazu geführt hat, dass das Kultivieren hochfrequenter, visueller Selbst-Dokumentation, als Massenmode nicht mehr mit Rückfragen und Erklärungsforderungen oder -Nöten belastet ist. Das Inflationäre macht es flächendeckend nicht mehr wunderlich, weniger besonders, doch das ist kein wirkliches Problem. Vermutlich sind es aber am Ende eher doch diejenigen, die schon immer eine Liebesaffäre mit Selbsterforschung hatten. Selten sieht man leider Aufnahmen, die vom Bildaufbau interessant sind oder gar die Verwechslung mit der Fotografie aus einer wirklichen Foto-Kamera ermöglichen. Da muss doch noch mehr drin sein. Seit Jahren wird die angeblich immer bessere, differenziertere Aufnahmequalität dieser Smartphone-Kameras beworben. Ich sehe im Ergebnis aber überwiegend Verrauschtes und Grobpixeliges. Wie kann das denn angehen? Ich habe ja nun (wie immer wieder gerne von mir kolportiert) noch nie ein Mobiltelephon besessen und auch kein Smartphone und sehne mich auch unverändert nicht danach. Ich meine: was könnte mir so ein Apparat bieten, was ich nicht auch sonst im Leben zu angemessener Stunde genieße? Die Benutzer müssten das ja beantworten können. Übrigens habe ich vor cirka zwei Jahren aufgehört, unterwegs Musik zu hören. Ich hatte bis dahin einen Player, bei dem eine Taste, die entscheidende, wegen Materialermüdung kaputt ging. Da waren Tausende von Songs drauf, aber es kam nicht oft genug Neues hinzu. Ich kümmerte mich nicht darum, mir dauernd neue Musik zu erschließen und runterzuladen. Das geschah nur dann und wann nach einem Zufalls-Entdeckungsprinzip. Im Schnitt vielleicht alle acht bis zehn Wochen ein neuer Song. Oder ein alter, aufs Neue entdeckter. Jedenfalls hatte ich nach dem Exitus des Geräts kein deutliches Gefühl von Defizit. Ich fand es sogar erholsam, mich nicht am Kopf zu verkabeln und mir unterwegs eine ruhigere akustische Zeit zu genehmigen. Das hat sich auch nicht mehr geändert bislang. Auch zuhause höre ich seltener Musik. Zwar schon jeden Tag, aber es gibt auch viele Stunden komplett ohne extra Geräuschkulisse. Ich höre manchmal auch gerne nur das Plätschern in den Heizkörpern, wie einen kleinen Springbrunnen. Und dazu das kleine Geräusch, wenn ich die Tasten beim Schreiben runterdrücke. Ein paar Geräusche durch das Fenster, der nächtlichen Stadt. Autos in der Ferne, da hinten in der Rosenthaler Straße. Die Auguststraße ist sehr ruhig um diese Zeit. Geschwindigkeitsbegrenzung. Keine Hauptstraße. Stimmen von Menschen, die aus den Lokalen kommen. Heute ist es zu kühl zum draußen sitzen. Aber ein paar Raucher stehen immer vor der Tür. Gerade lacht eine junge Frau. Ich habe das Fenster gekippt. Wenn die Leute, da unten auf der Bank am Spielplatz vom Gipsdreieck wüssten, wie deutlich ich manchmal ihre Gespräche hören kann. Wie oft da Menschen sitzen, zwei Freunde oder zwei Freundinnen, die sich unter vier Augen etwas erzählen. Manche Sätze höre ich ganz klar, sie wehen in aller Deutlichkeit nach oben zu mir bis in den fünften Stock. Jetzt Schritte auf dem Kopfsteinpflaster. Klack klack klack.

26. März 2014


Mal gucken, wohin die Entwicklung geht, bei der weltweiten Smartphone-Selfie-Manie. Verständlicherweise beobachte ich das als Phänomen besonders interessiert, da es inzwischen dazu geführt hat, dass das Kultivieren hochfrequenter, visueller Selbst-Dokumentation, als Massenmode nicht mehr mit Rückfragen und Erklärungsforderungen oder -Nöten belastet ist. Das Inflationäre macht es flächendeckend nicht mehr wunderlich, weniger besonders, doch das ist kein wirkliches Problem. Vermutlich sind es aber am Ende eher doch diejenigen, die schon immer eine Liebesaffäre mit Selbsterforschung hatten. Selten sieht man leider Aufnahmen, die vom Bildaufbau interessant sind oder gar die Verwechslung mit der Fotografie aus einer wirklichen Foto-Kamera ermöglichen. Da muss doch noch mehr drin sein. Seit Jahren wird die angeblich immer bessere, differenziertere Aufnahmequalität dieser Smartphone-Kameras beworben. Ich sehe im Ergebnis aber überwiegend Verrauschtes und Grobpixeliges. Wie kann das denn angehen? Ich habe ja nun (wie immer wieder gerne von mir kolportiert) noch nie ein Mobiltelephon besessen und auch kein Smartphone und sehne mich auch unverändert nicht danach. Ich meine: was könnte mir so ein Apparat bieten, was ich nicht auch sonst im Leben zu angemessener Stunde genieße? Die Benutzer müssten das ja beantworten können. Übrigens habe ich vor cirka zwei Jahren aufgehört, unterwegs Musik zu hören. Ich hatte bis dahin einen Player, bei dem eine Taste, die entscheidende, wegen Materialermüdung kaputt ging. Da waren Tausende von Songs drauf, aber es kam nicht oft genug Neues hinzu. Ich kümmerte mich nicht darum, mir dauernd neue Musik zu erschließen und runterzuladen. Das geschah nur dann und wann nach einem Zufalls-Entdeckungsprinzip. Im Schnitt vielleicht alle acht bis zehn Wochen ein neuer Song. Oder ein alter, aufs Neue entdeckter. Jedenfalls hatte ich nach dem Exitus des Geräts kein deutliches Gefühl von Defizit. Ich fand es sogar erholsam, mich nicht am Kopf zu verkabeln und mir unterwegs eine ruhigere akustische Zeit zu genehmigen. Das hat sich auch nicht mehr geändert bislang. Auch zuhause höre ich seltener Musik. Zwar schon jeden Tag, aber es gibt auch viele Stunden komplett ohne extra Geräuschkulisse. Ich höre manchmal auch gerne nur das Plätschern in den Heizkörpern, wie einen kleinen Springbrunnen. Und dazu das kleine Geräusch, wenn ich die Tasten beim Schreiben runterdrücke. Ein paar Geräusche durch das Fenster, der nächtlichen Stadt. Autos in der Ferne, da hinten in der Rosenthaler Straße. Die Auguststraße ist sehr ruhig um diese Zeit. Geschwindigkeitsbegrenzung. Keine Hauptstraße. Stimmen von Menschen, die aus den Lokalen kommen. Heute ist es zu kühl zum draußen sitzen. Aber ein paar Raucher stehen immer vor der Tür. Gerade lacht eine junge Frau. Ich habe das Fenster gekippt. Wenn die Leute, da unten auf der Bank am Spielplatz vom Gipsdreieck wüssten, wie deutlich ich manchmal ihre Gespräche hören kann. Wie oft da Menschen sitzen, zwei Freunde oder zwei Freundinnen, die sich unter vier Augen etwas erzählen. Manche Sätze höre ich ganz klar, sie wehen in aller Deutlichkeit nach oben zu mir bis in den fünften Stock. Jetzt Schritte auf dem Kopfsteinpflaster. Klack klack klack.

22. März 2014


Fünfzehn Stunden geschlafen. Um fünf nach Acht aufgestanden. Wann bin ich zu Bett gegangen? Kleine Rechenaufgabe. Lesen, Schreiben, Rechnen. Rechnen kommt im Internet eindeutig zu kurz. Unsere schönen Synapsen aus der Schulzeit werden vertrocknen und verkümmern. Ich rechne manchmal ganz gerne. Aber nur praktische Berechnungen, nichts Abstraktes! Nach dem Aufstehen und Duschen habe ich Kaffee gekocht und die Waschmaschine vollgestopft. Und angeschaltet. Vorher noch Waschmittel ins Waschmittelfach gegeben – das ist wichtig! Es hat geregnet. Im Internet waren keine neuen interessanten Sachen, also fast gar keine. Ich habe den Computer wieder ausgeschaltet. Auf dem Balkon im Regen war der halbrunde Balkontisch, den ich für 19,99 Euro geholt habe. Den habe ich grau und weiß angestrichen, aber nicht im Regen, sondern drinnen, an der offenen Balkontür. Unter den Tisch habe ich Reklame gelegt, wo die Farbe drauftropfen kann. Dann habe ich den Tisch ein bißchen trocknen lassen. Weil es immer noch geregnet hat und ich eigentlich doch einkaufen wollte, habe ich zur Überbrückung ein Telefongespräch geführt. Dabei war mein Blick immer auf die Regenrinne unterm Dach gerichtet, da kann man am besten sehen, ob es noch vom Himmel tropft. Wo es heller geworden ist und nicht mehr geregnet hat, habe ich ins Telefon gesagt: „Oh, jetzt kommt die Sonne! Es hat aufgehört zu regnen. Dann kann ich jetzt ja einkaufen gehen! Tschüs!“ Ich bin aber nicht gleich einkaufen gegangen, weil ich ausprobieren wollte, wie der Tisch auf dem Balkon ausschaut, da wo ich ihn mir gedacht habe. Also habe ich ihn dahin gestellt. Dann habe ich gesehen, dass meine Rechnung nicht aufgegangen ist! Das Weiß-Grau hat nicht so gut ausgesehen wie gedacht, das Weiße war zu hell und zu grell und unnötig. Dann habe ich den Pinsel und die graue Farbdose wieder genommen und andere Reklame geholt und wieder druntergelegt und direkt auf dem Balkon weiter gepinselt. Alles Grau. Also so Hellgrau. Das macht den Tisch einfach unauffälliger, weil die Balustrade aus so einem Blech ist, in auch so einem Grau. Das hat schon noch mal ein halbes Stündchen gedauert. Und dann habe ich mich endlich auf den Weg gemacht. Nicht ohne den Müll runterzubringen, die Reklame mit den Farbtropfen habe ich auch gleich mitgenommen und weggeschmissen. Dann bin ich zu dem Biosupermarkt am Rosenthaler Platz und habe Mayonnaise gekauft. Die Hausmarke. Mehr habe ich von da nicht kaufen wollen. Es waren zwei sehr attraktive Männer in der Schlange an der Kasse. Der Kassierer war auch recht hübsch. Also schon drei. Wobei – als ich reingekommen bin, war da auch noch ein Mitarbeiter, der einen guten Eindruck bei mir hinterlassen hat. Da dachte ich so bei mir: wenn man jetzt auf Männerfang wäre, könnte man beim Einkauf im Biosupermarkt schon ein paar recht passable Exemplare treffen. Es sind auch alleinstehende Männer unterwegs! Das betone ich deswegen extra, weil es ganz schön viele Männer in den besten Jahren zwischen Mitte Dreißig und Ende Vierzig dort gibt, die ein oder zwei Kleinkinder im Gepäck dabei haben. Da es Samstag ist, kann ich schlecht beurteilen, ob die Herren in Elternzeit sind, das also quasi beruflich machen, oder einfach mal allein mit den Kindern unterwegs sind, damit die zugehörige Mutter sich mal in Ruhe die Wimpern tuschen kann. Oder was anderes machen, wo man sehr gerne auf Gesellschaft verzichten kann. Auch denke ich immer: wenn man praktisch veranlagte Männer treffen oder zumindest studieren will, ist der Baumarkt ein sehr guter Ort, um sich in diesem Genre weiterzubilden. Man kann davon ausgehen, dass dort Männer sind, die wissen wo der Hammer hängt. Also zumindest die Fachverkäufer. Danach bin ich weiter zur U-Bahnhaltestelle Rosenthaler Platz und die Treppe runter. Eine Station weiter gefahren und wieder ausgestiegen. Da kommt man dann immer an der Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße raus. Über die Kreuzung, nur ein paar Meter, und links kommt dann mein Aldi. Dort habe ich gleich Blumentöpfe im Sonderangebot gesehen. Rhododendron in drei Farben. Rosa, lila und weiß. Ich habe einen weißen mitgenommen. Ganz schön schwer! 4,99. Dann noch Äpfel und Suppengrün und Gurken und Hüttenkäse und Weintrauben und Tiefkühl-Lachs und Porree und Butter und Williamsbrand geholt. Hat alles gerade so in meine zwei Taschen gepasst. Dann zurück zur U-Bahn. Heim! Und so weiter und so fort. Später bißchen kommentiert und gebloggt. Ist ganz schön viel!

P.S.: selbstverständlich habe ich auch noch die Waschmaschine ausgeräumt und Wäsche aufgehängt und mich zurecht gemacht, bevor ich die Wohnung verlassen habe. Hätte ich fast vergessen! Und sogar noch ein Kapitel in einem Buch gelesen. Ganz schön was geschafft! Den Feierabend habe ich mir aber wirklich verdient!

22. März 2014


Fünfzehn Stunden geschlafen. Um fünf nach Acht aufgestanden. Wann bin ich zu Bett gegangen? Kleine Rechenaufgabe. Lesen, Schreiben, Rechnen. Rechnen kommt im Internet eindeutig zu kurz. Unsere schönen Synapsen aus der Schulzeit werden vertrocknen und verkümmern. Ich rechne manchmal ganz gerne. Aber nur praktische Berechnungen, nichts Abstraktes! Nach dem Aufstehen und Duschen habe ich Kaffee gekocht und die Waschmaschine vollgestopft. Und angeschaltet. Vorher noch Waschmittel ins Waschmittelfach gegeben – das ist wichtig! Es hat geregnet. Im Internet waren keine neuen interessanten Sachen, also fast gar keine. Ich habe den Computer wieder ausgeschaltet. Auf dem Balkon im Regen war der halbrunde Balkontisch, den ich für 19,99 Euro geholt habe. Den habe ich grau und weiß angestrichen, aber nicht im Regen, sondern drinnen, an der offenen Balkontür. Unter den Tisch habe ich Reklame gelegt, wo die Farbe drauftropfen kann. Dann habe ich den Tisch ein bißchen trocknen lassen. Weil es immer noch geregnet hat und ich eigentlich doch einkaufen wollte, habe ich zur Überbrückung ein Telefongespräch geführt. Dabei war mein Blick immer auf die Regenrinne unterm Dach gerichtet, da kann man am besten sehen, ob es noch vom Himmel tropft. Wo es heller geworden ist und nicht mehr geregnet hat, habe ich ins Telefon gesagt: „Oh, jetzt kommt die Sonne! Es hat aufgehört zu regnen. Dann kann ich jetzt ja einkaufen gehen! Tschüs!“ Ich bin aber nicht gleich einkaufen gegangen, weil ich ausprobieren wollte, wie der Tisch auf dem Balkon ausschaut, da wo ich ihn mir gedacht habe. Also habe ich ihn dahin gestellt. Dann habe ich gesehen, dass meine Rechnung nicht aufgegangen ist! Das Weiß-Grau hat nicht so gut ausgesehen wie gedacht, das Weiße war zu hell und zu grell und unnötig. Dann habe ich den Pinsel und die graue Farbdose wieder genommen und andere Reklame geholt und wieder druntergelegt und direkt auf dem Balkon weiter gepinselt. Alles Grau. Also so Hellgrau. Das macht den Tisch einfach unauffälliger, weil die Balustrade aus so einem Blech ist, in auch so einem Grau. Das hat schon noch mal ein halbes Stündchen gedauert. Und dann habe ich mich endlich auf den Weg gemacht. Nicht ohne den Müll runterzubringen, die Reklame mit den Farbtropfen habe ich auch gleich mitgenommen und weggeschmissen. Dann bin ich zu dem Biosupermarkt am Rosenthaler Platz und habe Mayonnaise gekauft. Die Hausmarke. Mehr habe ich von da nicht kaufen wollen. Es waren zwei sehr attraktive Männer in der Schlange an der Kasse. Der Kassierer war auch recht hübsch. Also schon drei. Wobei – als ich reingekommen bin, war da auch noch ein Mitarbeiter, der einen guten Eindruck bei mir hinterlassen hat. Da dachte ich so bei mir: wenn man jetzt auf Männerfang wäre, könnte man beim Einkauf im Biosupermarkt schon ein paar recht passable Exemplare treffen. Es sind auch alleinstehende Männer unterwegs! Das betone ich deswegen extra, weil es ganz schön viele Männer in den besten Jahren zwischen Mitte Dreißig und Ende Vierzig dort gibt, die ein oder zwei Kleinkinder im Gepäck dabei haben. Da es Samstag ist, kann ich schlecht beurteilen, ob die Herren in Elternzeit sind, das also quasi beruflich machen, oder einfach mal allein mit den Kindern unterwegs sind, damit die zugehörige Mutter sich mal in Ruhe die Wimpern tuschen kann. Oder was anderes machen, wo man sehr gerne auf Gesellschaft verzichten kann. Auch denke ich immer: wenn man praktisch veranlagte Männer treffen oder zumindest studieren will, ist der Baumarkt ein sehr guter Ort, um sich in diesem Genre weiterzubilden. Man kann davon ausgehen, dass dort Männer sind, die wissen wo der Hammer hängt. Also zumindest die Fachverkäufer. Danach bin ich weiter zur U-Bahnhaltestelle Rosenthaler Platz und die Treppe runter. Eine Station weiter gefahren und wieder ausgestiegen. Da kommt man dann immer an der Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße raus. Über die Kreuzung, nur ein paar Meter, und links kommt dann mein Aldi. Dort habe ich gleich Blumentöpfe im Sonderangebot gesehen. Rhododendron in drei Farben. Rosa, lila und weiß. Ich habe einen weißen mitgenommen. Ganz schön schwer! 4,99. Dann noch Äpfel und Suppengrün und Gurken und Hüttenkäse und Weintrauben und Tiefkühl-Lachs und Porree und Butter und Williamsbrand geholt. Hat alles gerade so in meine zwei Taschen gepasst. Dann zurück zur U-Bahn. Heim! Und so weiter und so fort. Später bißchen kommentiert und gebloggt. Ist ganz schön viel!

P.S.: selbstverständlich habe ich auch noch die Waschmaschine ausgeräumt und Wäsche aufgehängt und mich zurecht gemacht, bevor ich die Wohnung verlassen habe. Hätte ich fast vergessen! Und sogar noch ein Kapitel in einem Buch gelesen. Ganz schön was geschafft! Den Feierabend habe ich mir aber wirklich verdient!

16. März 2014

„Bei der Auswahl der Werke, welche unsere Ausstellung schmücken, war nur das Talent, in welcher Richtung es sich auch offenbarte, ausschlaggebend. Wir sind ebenso stolz darauf, die Werke eines Menzel als die des Böcklin dem Publikum zeigen zu dürfen. Für uns gibt es keine allein seligmachende Richtung in der Kunst, sondern als Kunstwerk erscheint uns jedes Werk – welcher Richtung es angehören möge –, in dem sich eine aufrichtige Empfindung verkörpert. Nur die gewerbsmäßige Routine und die oberflächliche Mache derer, die in der Kunst nur die milchende Kuh sehen, bleiben grundsätzlich ausgeschlossen. Auch sind wir uns wohl bewußt, daß wir von Seiten des Publikums, welches in der Kunst ungern von liebgewonnenen Gewohnheiten läßt, vielfachen Anfeindungen ausgesetzt sind. Doch im Vertrauen auf die siegreiche Kraft der Jugend und das wachsende Verständnis der Beschauer haben wir ein Unternehmen ins Leben gerufen, das einzig und allein der Kunst dienen will.“ M. Liebermann 1899; Pr. Gutenb.

Ewige goldene Worte, stammend von Max Liebermann in seiner Eröffnungsrede anlässlich der Ausstellung, mit der im Frühling 1899 die Berliner Secession aus der Taufe gehoben wurde. Alfred Flechtheim griff im Dezember 1913 diese Zeilen in seinem Vorwort des Katalogs zur Eröffnung seiner ersten eigenen Galerie auf. [„Es ist was Wahnsinniges mit der Kunst – Alfred Flechtheim, Sammler, Kunsthändler, Verleger“ S. 86/87 v. Otffried Dascher, Nimbus 2011]

16. März 2014

„Bei der Auswahl der Werke, welche unsere Ausstellung schmücken, war nur das Talent, in welcher Richtung es sich auch offenbarte, ausschlaggebend. Wir sind ebenso stolz darauf, die Werke eines Menzel als die des Böcklin dem Publikum zeigen zu dürfen. Für uns gibt es keine allein seligmachende Richtung in der Kunst, sondern als Kunstwerk erscheint uns jedes Werk – welcher Richtung es angehören möge –, in dem sich eine aufrichtige Empfindung verkörpert. Nur die gewerbsmäßige Routine und die oberflächliche Mache derer, die in der Kunst nur die milchende Kuh sehen, bleiben grundsätzlich ausgeschlossen. Auch sind wir uns wohl bewußt, daß wir von Seiten des Publikums, welches in der Kunst ungern von liebgewonnenen Gewohnheiten läßt, vielfachen Anfeindungen ausgesetzt sind. Doch im Vertrauen auf die siegreiche Kraft der Jugend und das wachsende Verständnis der Beschauer haben wir ein Unternehmen ins Leben gerufen, das einzig und allein der Kunst dienen will.“ M. Liebermann 1899; Pr. Gutenb.

Ewige goldene Worte, stammend von Max Liebermann in seiner Eröffnungsrede anlässlich der Ausstellung, mit der im Frühling 1899 die Berliner Secession aus der Taufe gehoben wurde. Alfred Flechtheim griff im Dezember 1913 diese Zeilen in seinem Vorwort des Katalogs zur Eröffnung seiner ersten eigenen Galerie auf. [„Es ist was Wahnsinniges mit der Kunst – Alfred Flechtheim, Sammler, Kunsthändler, Verleger“ S. 86/87 v. Otffried Dascher, Nimbus 2011]

12. März 2014


Gibt es eigentlich einen Fachbegriff für diese Fernsehformate, wo irgendein Thema anhand von uralten Bild- und Filmdokumenten von mehr oder weniger Prominenten abgehandelt wird, und wo dann links oder rechts im Bild eingeblendet, ein aktueller G-Prominenter einen pointenfreien Privatkommentar dazu abgibt? Also so ähnlich, wie ich auf dem Bild da oben. Auch ich könnte jetzt Angelesenes über Joseph Beuys absondern. Getroffen haben wir uns nie. Und G-Promi bin ich ja auch. Na gut, in Bloggerkreisen eventuell sogar Doppel-D. Auf jeden Fall ein Format, das meinethalben nicht unbedingt wieitergeführt werden muss. Mir würde direkt nichts fehlen. Es sei denn, man könnte in nächster Zukunft geistreiche Prominente mit geistreichen Kommentaren, zu meinethalben auch mitunter nicht nur geistreichen Themen gewinnen. Aber es dürfte schon ein nennenswertes Quentchen Geist drinstecken.

12. März 2014


Gibt es eigentlich einen Fachbegriff für diese Fernsehformate, wo irgendein Thema anhand von uralten Bild- und Filmdokumenten von mehr oder weniger Prominenten abgehandelt wird, und wo dann links oder rechts im Bild eingeblendet, ein aktueller G-Prominenter einen pointenfreien Privatkommentar dazu abgibt? Also so ähnlich, wie ich auf dem Bild da oben. Auch ich könnte jetzt Angelesenes über Joseph Beuys absondern. Getroffen haben wir uns nie. Und G-Promi bin ich ja auch. Na gut, in Bloggerkreisen eventuell sogar Doppel-D. Auf jeden Fall ein Format, das meinethalben nicht unbedingt wieitergeführt werden muss. Mir würde direkt nichts fehlen. Es sei denn, man könnte in nächster Zukunft geistreiche Prominente mit geistreichen Kommentaren, zu meinethalben auch mitunter nicht nur geistreichen Themen gewinnen. Aber es dürfte schon ein nennenswertes Quentchen Geist drinstecken.

07. März 2014

Alles vergeht. Weingläser fallen vom Tisch. Scherben auf dem Küchenboden. Ich lache darüber. Es ist mir egal. Ich kaufe neue Gläser, wieder die gleichen. Die schönsten. Materialschäden. Pippikram. Ich maile viel hin und her. Meistens mit Jan, kurze Auseinandersetzungen. Ich bekomme dabei Klarheit über mein gewachsenes Ego. Oh là là. Und wie geringfügig das Mann-Frau-Thema eine Rolle in meinem Bewusstsein spielt. Nicht mehr. Oder nun in anderer Hinsicht. Mich beschäftigt, jenseits von verzehrender Sehnsucht befindlich, inwieweit das Gefühl anderweitiger Anerkennung (als als Frau) mir Seelenfrieden bereitet. Kurz gefasst. Um einfach mal wieder etwas zu bloggen.

09. März 2014


http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=140556
















Am letzten Sonntag bei Jan. Sie sehen siebzehn von zweihundertneunundzwanzig Fotos. Da sind auch welche dabei, die Jan gemacht hat. Man erkennt sie ganz leicht daran, dass meine Hände drauf zu sehen sind. Also alle beide. Ein sicheres Indiz, dass ich ein Foto nicht gemacht habe. Später waren wir noch spazieren, im Park. Ich sage aber nicht, in welchem, wegen Datenschutz! Auf jeden Fall in Berlin. Da, wo die Frau mit den rot angemalten Lippen im Beet rumsteht. Man muss sich mal vorstellen, man wäre Detektiv und wollte herauskriegen, wo in Berlin eine Frauenskulputur im Park mit rotem Lippenstift steht. Ein moderner Detektiv mit Internet würde wahrscheinlich ein Foto posten und eine Prämie aussetzen. „Suchen Sie mit BZ Online die Frau mit dem roten Lippenstift! Als Prämie winkt ein Gratis-Beschattungs-Auftrag vom Detektiv-Büro Schulze! Kommen Sie Ihrem untreuen Gatten endlich auf die Schliche!“ Super. Ich denke, die Fotos, wo man Jan kochen sieht, werden bestimmt wieder gut bei meinen weiblichen Leserinnen ankommen. Männer am Kochtopf sind einfach im Trend! Ich persönlich finde es auch nicht verkehrt, wenn der anschließende Abwasch auch von qualifizierter Männerhand verrichtet wird. So ein Mann hat einfach, genetisch bedingt, bessere motorische Fähigkeiten und lässt nicht so leicht aus Versehen einen Teller beim Abtrocknen fallen, wie unsereiner. So zarte Frauenhände sind einfach besser geeignet, um einen empfindlichen Fotoapparat zu halten oder interessante Requisiten wie Barbiepuppen- und Totenköpfe und schwarze Masken. Man sollte niemals gegen die Natur arbeiten. Wegen Ökologie und so.

09. März 2014


http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=140556
















Am letzten Sonntag bei Jan. Sie sehen siebzehn von zweihundertneunundzwanzig Fotos. Da sind auch welche dabei, die Jan gemacht hat. Man erkennt sie ganz leicht daran, dass meine Hände drauf zu sehen sind. Also alle beide. Ein sicheres Indiz, dass ich ein Foto nicht gemacht habe. Später waren wir noch spazieren, im Park. Ich sage aber nicht, in welchem, wegen Datenschutz! Auf jeden Fall in Berlin. Da, wo die Frau mit den rot angemalten Lippen im Beet rumsteht. Man muss sich mal vorstellen, man wäre Detektiv und wollte herauskriegen, wo in Berlin eine Frauenskulputur im Park mit rotem Lippenstift steht. Ein moderner Detektiv mit Internet würde wahrscheinlich ein Foto posten und eine Prämie aussetzen. „Suchen Sie mit BZ Online die Frau mit dem roten Lippenstift! Als Prämie winkt ein Gratis-Beschattungs-Auftrag vom Detektiv-Büro Schulze! Kommen Sie Ihrem untreuen Gatten endlich auf die Schliche!“ Super. Ich denke, die Fotos, wo man Jan kochen sieht, werden bestimmt wieder gut bei meinen weiblichen Leserinnen ankommen. Männer am Kochtopf sind einfach im Trend! Ich persönlich finde es auch nicht verkehrt, wenn der anschließende Abwasch auch von qualifizierter Männerhand verrichtet wird. So ein Mann hat einfach, genetisch bedingt, bessere motorische Fähigkeiten und lässt nicht so leicht aus Versehen einen Teller beim Abtrocknen fallen, wie unsereiner. So zarte Frauenhände sind einfach besser geeignet, um einen empfindlichen Fotoapparat zu halten oder interessante Requisiten wie Barbiepuppen- und Totenköpfe und schwarze Masken. Man sollte niemals gegen die Natur arbeiten. Wegen Ökologie und so.

07. März 2014

OK GO
SKYSCRAPERS

Bin elektrisiert von der Auswahl der Clips auf diesem erst vor kürzester Zeit von mir entdecktem Video-Channel „Deluxe Music„. Es gab ja richtig gute Musik-Videos in den letzten dreißig Jahren. Kein Geschwafel dazwischen. Grace Jones, Slave to the Rhythm. Neues Zeug auch. Gute Auswahl. Lasse ich jetzt laufen. Wie früher ab und zu MTV. Das ist ja lange vorbei. Meine letzte Erinnerung an elektrisiert MTV gucken, datiert auf 1999, als ich mit zertrümmertem Handgelenk, an die Wohnung gefesselt, tagsüber MTV guckte, schon morgens, während ich mir mit der linken Hand zwei Stunden lang die Wimpern tuschte, um in repräsentativem Zustand bei der Physiotherapeutin anzutanzen. Den Weg zu ihr nahm ich zu Fuß. Auguststraße, Mulackstraße, Schleichwege, Almstadtstraße, mal so, mal so, Alte Schönhauser, Rosa-Luxemburg-Platz. Dort war die Praxis. Im selben Haus wie die Kanzlei von Gregor Gysi. Da bei dem Kino. Na, wie heißt es noch. Da, wo die Stummfilme laufen, mit Piano-Begleitung. Babylon, oder?. Da neben der Volksbühne. Die Termine waren unselig früh. Furchtbar. Acht oder neun Uhr oder so. Dann wurde das Handgelenk beturnt. Jeden Tag. Montag bis Freitag. Manchmal merke ich Wetterumschwung. Ja, wie komme ich von Musikvideos auf mein Handgelenk? J.Lo, also Jennifer Lopez, hatte in diesem Sommer ein sehr schönes Video auf MTV. Sie war ganz weiß angezogen und tanzte sehr sexy zu ihrem Hit. Das war alles auf den Punkt. Und der Moment, ab dem ich sie ernst nahm. Als willenstarke, eigensinnige Person. Sehr wow, J. Lo in dem Video, das ich wieder einmal zu faul bin, zu googeln. Aber das Video, das ich ganz oben erwähne, suche ich gleich mal. Zum Verlinken. Augenblick.
Hier.

07. März 2014

Alles vergeht. Weingläser fallen vom Tisch. Scherben auf dem Küchenboden. Ich lache darüber. Es ist mir egal. Ich kaufe neue Gläser, wieder die gleichen. Die schönsten. Materialschäden. Pippikram. Ich maile viel hin und her. Meistens mit Jan, kurze Auseinandersetzungen. Ich bekomme dabei Klarheit über mein gewachsenes Ego. Oh là là. Und wie geringfügig das Mann-Frau-Thema eine Rolle in meinem Bewusstsein spielt. Nicht mehr. Oder nun in anderer Hinsicht. Mich beschäftigt, jenseits von verzehrender Sehnsucht befindlich, inwieweit das Gefühl anderweitiger Anerkennung (als als Frau) mir Seelenfrieden bereitet. Kurz gefasst. Um einfach mal wieder etwas zu bloggen.

01. März 2014

In good spirits wie der Engländer sagt. Und amerikanische Reporter. Das ist zum Beispiel auch so eine Redewendung, die man einfach nicht in der Schule lernt. Die wirklich schönen Sachen lernt man einfach nicht in der Schule. Ich bastle noch an einem Video, das ich auch vorhin aufgenommen habe. Muss noch Gezappel wegmachen, dann zu sehen. Wie schön es ist, dass der Winter so kurz war. Man muss auch mal loben! Ganz schöner erster März heute. Morgen gehe ich vor die Tür. Das steht fest. Ob Sonne, Wolken, Regen oder Schnee. Was ich auch komisch finde bzw. erforschenswürdig, dass ich gerade einen Wein trinke, einen spanischen Weißwein aus ökologischem Anbau, der mir vom Geschmack her nicht so zusagt, ein bißchen zu parfümiert apfelig-zitronig (mir wie so oft, nicht trocken genug, so dass ich ihn mit Sprudelwasser strecke) der aber dennoch ’sauber‘ wirkt (kann ich schlecht anders beschreiben) und der unheimlich schön in der Wirkung ist. „Beglückend“ wäre jetzt vielleicht ein bißchen pathetisch, aber so grob in die Richtung. Jetzt möchte man doch einen Wein finden, der genauso wirkt, einem auch noch super schmeckt und keinen Ausschlag verursacht. Ich forsche weiter. Nun muss ich mich aber wieder um meinen kleinen Film kümmern!
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=140556

17. Februar 2014


Ich lese hauptsächlich. Und mache mir so meine Gedanken. Wäre jetzt aber zu kompliziert und zeitaufwändig, die aufzuschreiben. Nur zur Information. Zwischendurch schreibe ich auch halb ausgegorene Eindrücke per E-Mail. Ohne Anrede und nicht selten auch ohne Unterschrift. Wie das die jungen Leute heute eben auch so machen. So alt bin ich ja auch noch nicht, das kriege ich auch noch hin. Das halbe Bild da oben ist übrigens ein Meisterwerk aus dem Jahre 1975. Falls es vor September entstanden ist (was ich nicht mehr nachvollziehen kann, da ich versäumt habe, es genauer zu datieren und zu signieren), wäre ich da neun gewesen. Wenn nach erstem September, schon zehn. Das war so eine Spielerei, wo man auf die eine Hälfte von einem Blatt aus einem Malblock, mit Papier mit viel Holz drin, mit viel nasser Wasserfarbe ein halbes Gesicht gemalt hat und dann schnell, bevor es trocken wird, die leere Papierhälfte draufgedrückt hat, und schon hat man ein komplettes Gesicht gehabt, ohne die Arbeit, die andere Hälfte malen zu müssen. Wirklich praktisch! Diese ökonomische Malmethode ist völlig zu Unrecht aus der Mode gekommen, bzw. nie rein. Das Bild heißt VAMP, ich glaube aber nicht, dass ich mit Neun oder Zehn schon so tolle Wörter wie Vamp gekannt habe. Das habe ich mir bestimmt später dazu ausgedacht, wegen der falschen Wimpern der Dame. Was man sofort erkennt. Solche Wimpern sind niemals echt. Wie Hildegard Knef! Es ist aber glaube ich kein Knef-Portrait, sondern mehr so eine Frau, die meinem damaligen Schönheitsideal von irgendwie verrucht und stark geschminkt entsprochen hat. Ich halte solche Bilder von früher ja unwahrscheinlich in Ehren. Sollte man auch, finde ich. Die Frühwerke sind noch nicht intellektuell beeinträchtigt, das macht sich im Allgemeinen immer gut, bei so einem Bild, wie ich finde.

25. Februar 2014

Da bin ich wieder. Ich habe eine interessante Beobachtung gemacht. Es ist im Bereich des Vorstellbaren für mich, wieder häufiger unter Leute zu gehen. Das ist ein bißchen kurz gekommen, in den letzten vier Jahren. Wenn man eine knallharte Analyse machen würde, in der man zum Beispiel die Zeitspanne der Jahre 2007 bis 2009 mit der Zeitspanne der Jahre 2011 bis 2013 im Hinblick auf meine Teilhabe an gesellschaftlichen Zusammenkünften prozentual vergleichen würde, käme man wahrscheinlich auf eine Einbuße von 90 – 97 Prozent. Alleine mit der letzten Woche habe ich mich für das Jahr 2014 bereits um mindestens zwei Prozent gesteigert, und damit die Einbuße um denselben Prozentsatz für das Geschäftsjahr 2014 verringern können. Ich möchte die ganze Sache allerdings gewinnorientierter angehen, damit die Bilanz zu Jahresende endlich wieder ein ordentliches Plus aufweist, das eine Erweiterung der Gesamt-Aktivitäten für die Geschäftsjahre 2015 bis 2016 erlaubt. Eventuell werde ich sogar den Weltmarkt anpeilen. Man könnte auch mal die eine oder andere Abendgesellschaft in Hollywood oder New York in Betracht ziehen. Man muss auch einfach mal über den Tellerrand schauen und sich für die Nachbarn interessieren. Am Donnerstag gibt es einen interessanten Vortrag in einem Westbezirk. Ich habe da keine Berührungsängste. Ich bin ja selber aus dem Westen, wenn jetzt auch seit fünfzehn Jahren in Ostberlin ansässig, die dreizehn Jahre vorher war ich auf Tournee in Westberlin, angefangen mit der Argentinischen Allee in Zehlendorf, dann kam die Prinzessinnenstraße in Kreuzberg, allerdings nur ein zweimonatiges Intermezzo, dann wieder zurück in die Argentinische Allee, dann meine erste eigene Wohnung in der Leberstraße in Schöneberg, erst ein paar Jahre im Erdgeschoss, dann im selben Haus zwei weitere Jahre eine Etage höher. Dann folgten sieben Jahre Wilmersdorf, allerdings sehr im Süden, schon fast am Südwestkorso, in der Wetzlarer Straße, neben dem Ludwig-Barnay-Platz. Das war mir dann doch zu ruhig. Ab nach Mitte. Und nun also immer noch hier. Vorhin war im RBB eine Dokumentation über Mitte und gerade mein Ecke dran. Komisch, wenn man gerade in der Auguststraße sitzt und im Fernseher Häuser abgebildet sind, auf die man aus dem Fenster guckt. Sie hatten es gerade von Clärchens Ballhaus und alte Aufnahmen von der Ecke Tucholskystraße wurden gezeigt, alte Schwarzweiß-Fotos aus der Zeit vor der Wende. Dann habe ich eine Mail wegen Post an mich gekriegt, also der Anschrift, weil es da immer mal eine kleine Verwirrung gibt, weil ich dauernd von der Auguststraße rede, aber in meiner Mailsignatur Joachimstraße steht. Dann habe ich erklärt, dass das doch ein Eckhaus ist, wo ich wohne, und die Fenster von meiner Wohnung und der Balkon zu Auguststraße gucken und die Haustür aber auf der Seite von der Joachimstraße eingebaut ist. Das Haus hat auch zur Auguststraße eine Hausnummer, aber keine Briefkästen und Klingeln. So ist es eben mit so einem Eckhaus! Der Bauherr muss sich entscheiden, wo er die Haustür einbaut und die Briefkästen und Klingeln anbringt. Und das ist dann eben die Adresse. So, nun wissen alle Bescheid. Und mein armes kleines verwaistes Atelier ist wieder woanders, nämlich in der Schierker Straße in Neukölln. Aber da bin ich doch nie, also zur Zeit, auch weil die U 8 seit Monaten zwischen Boddinstraße und Leinestraße unterbrochen ist, weil im U-Bahnhof renoviert wird. Bis Sommer angeblich. Was ist Sommer? 21. Juni? 20. September? Na jedenfalls – es dauert noch. Deswegen mir da bloß nichts hinschicken! Bestimmt ist der Briefkasten schon wieder total vollgestopft. Aber wenn ich hin will, muss ich mit dem Schienenersatzverkehr, also dem Bus fahren und umsteigen. Alles umständlich! Jetzt trinke ich noch was. Ich sage aber nicht was, das wirkt sonst gleich wieder, als hätte ich ein latentes Alkoholproblem, weil die meisten Leute keine härteren Sachen trinken und sich nicht vorstellen können, dass es sich dabei um ein gepflegtes Ritual wie eben ein gutes Glas Wein handeln kann. Dabei trinke ich sehr gemäßigt! Seit vier Tagen sogar überhaupt keinen Wein mehr. Ist wieder mal so ein Test. Leider bekommt mir das sehr gut. Ärgerlich. Ich mag ja solche Trinkrituale. Wenn ich also jetzt wieder gesellschaftlich aktiver werden würde, brächte das bestimmt auch wieder häufigeres Trinken von nicht alkoholfreien Getränken mit sich. Obwohl ich ja neulich den Mittwoch, wo ich so verkatert war (ja, ich habe es nun schon mehrfach erwähnt, daran sieht man auch, so oft kann es nicht passieren, sonst wäre er mir nicht so erwähnenswert) nur Wasser getrunken habe. Wie lustig wäre der Abend erst geworden, wernn ich mir alles noch schöner getrunken hätte! Dabei war es so auch schon recht amüsant. Aber nichts, das sich nicht noch steigern ließe! Also, jetzt habe ich die Kurve zum Eingangsthema wieder gekriegt: Zweitausendvierzehn wird das Jahr, in dem Gaga Nielsen ab und zu Leute treffen wird und vielleicht sogar mit manchen sprechen! Ich berichte dann jedenfalls. Fortsetzung folgt.

25. Februar 2014

Da bin ich wieder. Ich habe eine interessante Beobachtung gemacht. Es ist im Bereich des Vorstellbaren für mich, wieder häufiger unter Leute zu gehen. Das ist ein bißchen kurz gekommen, in den letzten vier Jahren. Wenn man eine knallharte Analyse machen würde, in der man zum Beispiel die Zeitspanne der Jahre 2007 bis 2009 mit der Zeitspanne der Jahre 2011 bis 2013 im Hinblick auf meine Teilhabe an gesellschaftlichen Zusammenkünften prozentual vergleichen würde, käme man wahrscheinlich auf eine Einbuße von 90 – 97 Prozent. Alleine mit der letzten Woche habe ich mich für das Jahr 2014 bereits um mindestens zwei Prozent gesteigert, und damit die Einbuße um denselben Prozentsatz für das Geschäftsjahr 2014 verringern können. Ich möchte die ganze Sache allerdings gewinnorientierter angehen, damit die Bilanz zu Jahresende endlich wieder ein ordentliches Plus aufweist, das eine Erweiterung der Gesamt-Aktivitäten für die Geschäftsjahre 2015 bis 2016 erlaubt. Eventuell werde ich sogar den Weltmarkt anpeilen. Man könnte auch mal die eine oder andere Abendgesellschaft in Hollywood oder New York in Betracht ziehen. Man muss auch einfach mal über den Tellerrand schauen und sich für die Nachbarn interessieren. Am Donnerstag gibt es einen interessanten Vortrag in einem Westbezirk. Ich habe da keine Berührungsängste. Ich bin ja selber aus dem Westen, wenn jetzt auch seit fünfzehn Jahren in Ostberlin ansässig, die dreizehn Jahre vorher war ich auf Tournee in Westberlin, angefangen mit der Argentinischen Allee in Zehlendorf, dann kam die Prinzessinnenstraße in Kreuzberg, allerdings nur ein zweimonatiges Intermezzo, dann wieder zurück in die Argentinische Allee, dann meine erste eigene Wohnung in der Leberstraße in Schöneberg, erst ein paar Jahre im Erdgeschoss, dann im selben Haus zwei weitere Jahre eine Etage höher. Dann folgten sieben Jahre Wilmersdorf, allerdings sehr im Süden, schon fast am Südwestkorso, in der Wetzlarer Straße, neben dem Ludwig-Barnay-Platz. Das war mir dann doch zu ruhig. Ab nach Mitte. Und nun also immer noch hier. Vorhin war im RBB eine Dokumentation über Mitte und gerade mein Ecke dran. Komisch, wenn man gerade in der Auguststraße sitzt und im Fernseher Häuser abgebildet sind, auf die man aus dem Fenster guckt. Sie hatten es gerade von Clärchens Ballhaus und alte Aufnahmen von der Ecke Tucholskystraße wurden gezeigt, alte Schwarzweiß-Fotos aus der Zeit vor der Wende. Dann habe ich eine Mail wegen Post an mich gekriegt, also der Anschrift, weil es da immer mal eine kleine Verwirrung gibt, weil ich dauernd von der Auguststraße rede, aber in meiner Mailsignatur Joachimstraße steht. Dann habe ich erklärt, dass das doch ein Eckhaus ist, wo ich wohne, und die Fenster von meiner Wohnung und der Balkon zu Auguststraße gucken und die Haustür aber auf der Seite von der Joachimstraße eingebaut ist. Das Haus hat auch zur Auguststraße eine Hausnummer, aber keine Briefkästen und Klingeln. So ist es eben mit so einem Eckhaus! Der Bauherr muss sich entscheiden, wo er die Haustür einbaut und die Briefkästen und Klingeln anbringt. Und das ist dann eben die Adresse. So, nun wissen alle Bescheid. Und mein armes kleines verwaistes Atelier ist wieder woanders, nämlich in der Schierker Straße in Neukölln. Aber da bin ich doch nie, also zur Zeit, auch weil die U 8 seit Monaten zwischen Boddinstraße und Leinestraße unterbrochen ist, weil im U-Bahnhof renoviert wird. Bis Sommer angeblich. Was ist Sommer? 21. Juni? 20. September? Na jedenfalls – es dauert noch. Deswegen mir da bloß nichts hinschicken! Bestimmt ist der Briefkasten schon wieder total vollgestopft. Aber wenn ich hin will, muss ich mit dem Schienenersatzverkehr, also dem Bus fahren und umsteigen. Alles umständlich! Jetzt trinke ich noch was. Ich sage aber nicht was, das wirkt sonst gleich wieder, als hätte ich ein latentes Alkoholproblem, weil die meisten Leute keine härteren Sachen trinken und sich nicht vorstellen können, dass es sich dabei um ein gepflegtes Ritual wie eben ein gutes Glas Wein handeln kann. Dabei trinke ich sehr gemäßigt! Seit vier Tagen sogar überhaupt keinen Wein mehr. Ist wieder mal so ein Test. Leider bekommt mir das sehr gut. Ärgerlich. Ich mag ja solche Trinkrituale. Wenn ich also jetzt wieder gesellschaftlich aktiver werden würde, brächte das bestimmt auch wieder häufigeres Trinken von nicht alkoholfreien Getränken mit sich. Obwohl ich ja neulich den Mittwoch, wo ich so verkatert war (ja, ich habe es nun schon mehrfach erwähnt, daran sieht man auch, so oft kann es nicht passieren, sonst wäre er mir nicht so erwähnenswert) nur Wasser getrunken habe. Wie lustig wäre der Abend erst geworden, wernn ich mir alles noch schöner getrunken hätte! Dabei war es so auch schon recht amüsant. Aber nichts, das sich nicht noch steigern ließe! Also, jetzt habe ich die Kurve zum Eingangsthema wieder gekriegt: Zweitausendvierzehn wird das Jahr, in dem Gaga Nielsen ab und zu Leute treffen wird und vielleicht sogar mit manchen sprechen! Ich berichte dann jedenfalls. Fortsetzung folgt.

23. Februar 2014










http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=140556

Letzten Mittwoch in Berlin. Nach dem Besuch bei Frau Iannone. Wo Jan erst nicht hinwollte. Er konnte aber in jeder Hinsicht bekehrt werden. Unlängst, anlässlich meiner Wiener Reise-Ambitionen verschiedene Personen zu den Unterschieden zwischen Berlin und Wien befragt. Eine Teilnehmerin an der Studie vom Meinungsforschungsinstitut Nielsen antwortete wie folgt (ach so, vorab die Daten zur Person: berufstätige Frau ohne Familienanhang, Anfang Sechzig, agil, in den siebziger Jahren zwecks Studium aus Süddeutschland (Bayern) eingewandert, liest und reist viel und gerne, Grundeinstellung: ‚Leben und leben lassen‘) also sie: „Der Unterschied zwischen Wien und Berlin? Der Unterschied? Ja also, Wien! Sehr, sehr hübsch, alles sehr, sehr hübsch, barock, toll. Tolle alte Bauwerke! So ein bißchen ähnlich wie München. Gemütlich, gediegen. Alles sehr nett. Ja. Unbedingt. Aber wissen Sie: da fehlt halt einfach das Durchgeknallte.“ Weiß nicht, was die Dame meint. In welchen Kreisen die wohl verkehrt.

23. Februar 2014










http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=140556

Letzten Mittwoch in Berlin. Nach dem Besuch bei Frau Iannone. Wo Jan erst nicht hinwollte. Er konnte aber in jeder Hinsicht bekehrt werden. Unlängst, anlässlich meiner Wiener Reise-Ambitionen verschiedene Personen zu den Unterschieden zwischen Berlin und Wien befragt. Eine Teilnehmerin an der Studie vom Meinungsforschungsinstitut Nielsen antwortete wie folgt (ach so, vorab die Daten zur Person: berufstätige Frau ohne Familienanhang, Anfang Sechzig, agil, in den siebziger Jahren zwecks Studium aus Süddeutschland (Bayern) eingewandert, liest und reist viel und gerne, Grundeinstellung: ‚Leben und leben lassen‘) also sie: „Der Unterschied zwischen Wien und Berlin? Der Unterschied? Ja also, Wien! Sehr, sehr hübsch, alles sehr, sehr hübsch, barock, toll. Tolle alte Bauwerke! So ein bißchen ähnlich wie München. Gemütlich, gediegen. Alles sehr nett. Ja. Unbedingt. Aber wissen Sie: da fehlt halt einfach das Durchgeknallte.“ Weiß nicht, was die Dame meint. In welchen Kreisen die wohl verkehrt.

22. Februar 2014


Hereinspaziert. Willkommen zur großen Hippie- und Schweinkram-Bilder-Ausstellung von Dorothy Iannone. Am Anfang sieht man mehr Dorothy und Besucher, später sieht man Bildchen mit allem Drum und Dran. Ich habe natürlich nicht alles fotografiert, in der riesigen Ausstellung, sondern nur die Sachen, die mir am Besten gefallen haben. Eigentlich hat mir aber fast Nichts überhaupt nicht gefallen. Ich könnte mich ganz schwer für ein Bild oder Blatt von Frau Iannone entscheiden. Ich bin ja im Grunde auch ein Hippie-Kind. Das langt schon, wenn man in den Sechziger Jahren geboren ist, und dauernd die psychedelischen Muster auf den Sommerkleidchen in Pink und Orange gesehen hat. Und die Musik im Radio gehört hat. Da müssen die eigenen Eltern gar nicht mit LSD und Eigenanbau experimentiert haben. Das haben wir dann, sobald wir größer waren, sowieso stellvertretend übernommen. Wenn man also mal Lust hat, sich in die Hippiezeit zu versetzen, geht man einfach in die kunterbunte Ausstellung von Frau Iannone.

Erwähnen möchte ich auch noch, weil sich ja meine Leser auch immer für Prominentenklatsch interessieren, dass ich Jan plötzlich im Gespräch mit Eva Mattes gesehen habe, wir waren ja dort verabredet, Jan und ich. Und wo ich die Frau Mattes sehe, ist mir auf einmal eingefallen, dass ich den Tag vorher auf einmal ganz intensiv an sie habe denken müssen, obwohl sie mich normalerweise in keinster Weise beschäftigt. Das habe ich ihr dann gleich dringend erzählen müssen. Dazu muss man vorausschicken, dass Frau Mattes ab und zu als Sprecherin bei Dokumentationen tätig ist. Nun gibt es eine ganz umfangreiche Doku über Romy Schneider, in der Eva Mattes immer die Romy-Gedanken und -Briefe aus dem Off liest, und ich glaube auch die Briefe ihrer Freundin Christiane Höllger. Die Stimme von Eva Mattes trägt die ganze Dokumentation. Das ist sehr schön gesprochen. Ich habe damals gar nicht identifiziert, dass das ihre Stimme ist, nur beim Abspann extra darauf geachtet, weil sie mir so gut gefiel, die Stimme und die Art zu sprechen. So. Und nun war ich doch den Tag vor der Iannone-Eröffnung in der Video-Installation von Hanna Schygulla. Ich habe extra nichts dazu geschrieben, sondern nur ein paar Links zu Berichten unter meine Bildstrecke geklebt. Der Grund ist, dass ich kein uneingeschränkter Fan von ihr bin, aber die Idee der Installation und der Selbstexperimente mit Video einigermaßen gut nachvollziehen kann, nicht wahr. Nun hat mich einerseits die Installation beeindruckt, auch ein kurzes, späteres Video über das Berliner Holocaust-Mahnmal, andererseits bin ich jedes Mal zusammengezuckt, wenn die überwiegend stummen Filmbilder plötzlich mit einer Audiospur versehen waren, wo man sie sprechen hörte. Ich bin deswegen zusammengezuckt, weil ich eben kein Fan von der Sprechweise bin, der man die fehlende Ausbildung doch recht drastisch anmerkt. Und da stand ich also in der Installation und wünschte mir eine Eva Mattes-Stimme zu den Bildern herbei, zwecks Vollendung des Werks. In meinen Ohren klingt alles, was Frau Schygulla auf Deutsch vorträgt, wie ein bayrisches Knödelrezept. Was dann in Verbindung mit den doch zum Teil recht ätherischen Filmbildern nicht zielführend ist. Ja, man könnte sagen: ernüchternd wirkt. Also auf mich. Das kann ja jeder empfinden wie er will. So drastisch und ausführlich, habe ich es der guten Eva Mattes jetzt nicht erzählt, aber die Botschaft ist schon angekommen. Es könnte auch sein, dass sie ein bißchen gegrient hat. Sie hat auch was gesagt, aber das sage ich jetzt lieber nicht. Jan meinte dazu nur: „Na, das war jetzt aber auch eine Steilvorlage von dir.“ Danach habe ich gemerkt, dass das vielleicht schon ein bißchen gemein war. Manchmal bin ich so impulsiv wie eine Fünfjährige. Nach der Ausstellung wollte Jan noch, dass ich ein paar Fotos von ihm in der ebenfalls kunterbunten Franz Ackermann-Ausstellung in der Eingangshalle mache. Habe ich auch gemacht. Danach sind wir dann weiter zum Kunstkontakter- Geburtstag, wo er erst nicht hinwollte, weil der irgendeine komische Bemerkung neulich gemacht hat. Ich habe ihn dann aber doch überreden können. Davon biete ich dann morgen Bildmaterial!

http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=140556

22. Februar 2014


Hereinspaziert. Willkommen zur großen Hippie- und Schweinkram-Bilder-Ausstellung von Dorothy Iannone. Am Anfang sieht man mehr Dorothy und Besucher, später sieht man Bildchen mit allem Drum und Dran. Ich habe natürlich nicht alles fotografiert, in der riesigen Ausstellung, sondern nur die Sachen, die mir am Besten gefallen haben. Eigentlich hat mir aber fast Nichts überhaupt nicht gefallen. Ich könnte mich ganz schwer für ein Bild oder Blatt von Frau Iannone entscheiden. Ich bin ja im Grunde auch ein Hippie-Kind. Das langt schon, wenn man in den Sechziger Jahren geboren ist, und dauernd die psychedelischen Muster auf den Sommerkleidchen in Pink und Orange gesehen hat. Und die Musik im Radio gehört hat. Da müssen die eigenen Eltern gar nicht mit LSD und Eigenanbau experimentiert haben. Das haben wir dann, sobald wir größer waren, sowieso stellvertretend übernommen. Wenn man also mal Lust hat, sich in die Hippiezeit zu versetzen, geht man einfach in die kunterbunte Ausstellung von Frau Iannone.

Erwähnen möchte ich auch noch, weil sich ja meine Leser auch immer für Prominentenklatsch interessieren, dass ich Jan plötzlich im Gespräch mit Eva Mattes gesehen habe, wir waren ja dort verabredet, Jan und ich. Und wo ich die Frau Mattes sehe, ist mir auf einmal eingefallen, dass ich den Tag vorher auf einmal ganz intensiv an sie habe denken müssen, obwohl sie mich normalerweise in keinster Weise beschäftigt. Das habe ich ihr dann gleich dringend erzählen müssen. Dazu muss man vorausschicken, dass Frau Mattes ab und zu als Sprecherin bei Dokumentationen tätig ist. Nun gibt es eine ganz umfangreiche Doku über Romy Schneider, in der Eva Mattes immer die Romy-Gedanken und -Briefe aus dem Off liest, und ich glaube auch die Briefe ihrer Freundin Christiane Höllger. Die Stimme von Eva Mattes trägt die ganze Dokumentation. Das ist sehr schön gesprochen. Ich habe damals gar nicht identifiziert, dass das ihre Stimme ist, nur beim Abspann extra darauf geachtet, weil sie mir so gut gefiel, die Stimme und die Art zu sprechen. So. Und nun war ich doch den Tag vor der Iannone-Eröffnung in der Video-Installation von Hanna Schygulla. Ich habe extra nichts dazu geschrieben, sondern nur ein paar Links zu Berichten unter meine Bildstrecke geklebt. Der Grund ist, dass ich kein uneingeschränkter Fan von ihr bin, aber die Idee der Installation und der Selbstexperimente mit Video einigermaßen gut nachvollziehen kann, nicht wahr. Nun hat mich einerseits die Installation beeindruckt, auch ein kurzes, späteres Video über das Berliner Holocaust-Mahnmal, andererseits bin ich jedes Mal zusammengezuckt, wenn die überwiegend stummen Filmbilder plötzlich mit einer Audiospur versehen waren, wo man sie sprechen hörte. Ich bin deswegen zusammengezuckt, weil ich eben kein Fan von der Sprechweise bin, der man die fehlende Ausbildung doch recht drastisch anmerkt. Und da stand ich also in der Installation und wünschte mir eine Eva Mattes-Stimme zu den Bildern herbei, zwecks Vollendung des Werks. In meinen Ohren klingt alles, was Frau Schygulla auf Deutsch vorträgt, wie ein bayrisches Knödelrezept. Was dann in Verbindung mit den doch zum Teil recht ätherischen Filmbildern nicht zielführend ist. Ja, man könnte sagen: ernüchternd wirkt. Also auf mich. Das kann ja jeder empfinden wie er will. So drastisch und ausführlich, habe ich es der guten Eva Mattes jetzt nicht erzählt, aber die Botschaft ist schon angekommen. Es könnte auch sein, dass sie ein bißchen gegrient hat. Sie hat auch was gesagt, aber das sage ich jetzt lieber nicht. Jan meinte dazu nur: „Na, das war jetzt aber auch eine Steilvorlage von dir.“ Danach habe ich gemerkt, dass das vielleicht schon ein bißchen gemein war. Manchmal bin ich so impulsiv wie eine Fünfjährige. Nach der Ausstellung wollte Jan noch, dass ich ein paar Fotos von ihm in der ebenfalls kunterbunten Franz Ackermann-Ausstellung in der Eingangshalle mache. Habe ich auch gemacht. Danach sind wir dann weiter zum Kunstkontakter- Geburtstag, wo er erst nicht hinwollte, weil der irgendeine komische Bemerkung neulich gemacht hat. Ich habe ihn dann aber doch überreden können. Davon biete ich dann morgen Bildmaterial!

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22. Februar 2014


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Wo ich so verkatert war, bevor ich los bin. Ja, ich schreibe gerne Umgangssprache. Gestelztes Deutsch gibt’s in der Zeitung! Eigentlich wollte ich die Fotos erst vor die Dorothy Iannone-Strecke kleben, aber wenn dann wer das Album anschaut, der nicht weiß, dass ich mich nie komplett ignoriere, nicht daheim und nicht unterwegs, und das Ganze dann mit Bildern ohne Dorothy Iannone drauf anfängt, ist das doch irgendwie blöd. Nun ist der Auftakt also operativ explantiert worden, damit die fremden Leute nicht über Gebühr mit mir genervt werden und dann den Rest gar nicht mehr anschauen wollen, wo dann ja doch noch ausgiebig Frau Iannone und ihr Werk gewürdigt und abgebildet wird. Das gestrickte Teil mit dem Indianermuster habe ich auch noch nie fotografiert, musste auch dokumentiert werden. Leider habe ich den ganzen Abend über dann nur die unten herausschauenden Zipfel hergezeigt, weil ich, wie meistens, keine Lust hatte, die Jacke auszuziehen. Wohin mit einer Jacke, wenn man schon die Hände mit dem Fotoapparat voll hat? Ich bin auch nicht der Typ, der sich stundenlang an der Garderobe anstellt, lieber ziehe ich mich von vorneherein so an, dass ich mich auch mit dem Obendrüber wohlfühle. Meistens ist es in Galerien ja auch nicht so warm, dass man es gar nicht aushält. Bevor ich mich dem Aussortieren und Hochladen der Dorothy Iannone-Strecke widme, muss ich noch die Waschmaschine ausräumen, die ist gerade fertig, wie ich höre, und den Müll runterbringen und einkaufen gehen. Zuerst zum Bio Company-Supermarkt am Rosenthaler Platz, wo ich unter anderem immer gerne die Terra-Bio-Schlagsahne in dem gelben Becher ohne das reingerührte E 407 (Carrageen) hole, selber Preis wie die Bio-Sahne von Edeka: 0,89 €, und danach zu meinem Aldi in der Brunnenstraße Ecke Bernauer. Draußen scheint heute die Sonne!

22. Februar 2014


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Wo ich so verkatert war, bevor ich los bin. Ja, ich schreibe gerne Umgangssprache. Gestelztes Deutsch gibt’s in der Zeitung! Eigentlich wollte ich die Fotos erst vor die Dorothy Iannone-Strecke kleben, aber wenn dann wer das Album anschaut, der nicht weiß, dass ich mich nie komplett ignoriere, nicht daheim und nicht unterwegs, und das Ganze dann mit Bildern ohne Dorothy Iannone drauf anfängt, ist das doch irgendwie blöd. Nun ist der Auftakt also operativ explantiert worden, damit die fremden Leute nicht über Gebühr mit mir genervt werden und dann den Rest gar nicht mehr anschauen wollen, wo dann ja doch noch ausgiebig Frau Iannone und ihr Werk gewürdigt und abgebildet wird. Das gestrickte Teil mit dem Indianermuster habe ich auch noch nie fotografiert, musste auch dokumentiert werden. Leider habe ich den ganzen Abend über dann nur die unten herausschauenden Zipfel hergezeigt, weil ich, wie meistens, keine Lust hatte, die Jacke auszuziehen. Wohin mit einer Jacke, wenn man schon die Hände mit dem Fotoapparat voll hat? Ich bin auch nicht der Typ, der sich stundenlang an der Garderobe anstellt, lieber ziehe ich mich von vorneherein so an, dass ich mich auch mit dem Obendrüber wohlfühle. Meistens ist es in Galerien ja auch nicht so warm, dass man es gar nicht aushält. Bevor ich mich dem Aussortieren und Hochladen der Dorothy Iannone-Strecke widme, muss ich noch die Waschmaschine ausräumen, die ist gerade fertig, wie ich höre, und den Müll runterbringen und einkaufen gehen. Zuerst zum Bio Company-Supermarkt am Rosenthaler Platz, wo ich unter anderem immer gerne die Terra-Bio-Schlagsahne in dem gelben Becher ohne das reingerührte E 407 (Carrageen) hole, selber Preis wie die Bio-Sahne von Edeka: 0,89 €, und danach zu meinem Aldi in der Brunnenstraße Ecke Bernauer. Draußen scheint heute die Sonne!

21. Februar 2014

Alter Artikel. Aber niedlich. Wenn ich diesen Mini-Eintrag blogge, komme ich in mein persönliches Guiness-Buch der Rekorde. Ich blogge ja meistens vor dem Schlafengehen, mitunter gegen Nachmittag, aber eigentlich nie nach dem Aufstehen. So auch heute. Aber so spät war vor dem Schlafengehen Bloggen noch nie. Na gut. Ich las also eben, kurz vorm Rechner runterfahren noch schnell den alten Artikel, und zwar den folgenden Absatz:

„Für René Koch ist Berlin Modestadt: „Sie war es und ist es heute.“ Udo Walz schüttelt sein graues Haupt. Missbilligend. Er schwärmt von den Düsseldorferinnen, Münchnerinnen, den Hamburgerinnen: „Sie sind anders angezogen, perfekter.“ Koch kontert: „Aber ich liebe das Unperfekte. Daraus entsteht Kreativität.“ Walz poltert (…)“

Und weil wir es ja spät in der Nacht haben, die Vögel fangen schon zu zwitschern an, kann ich nicht mehr richtig gucken. Ich lese ja immer noch ohne Brille. Auch wenn manches bei der Schummerbeleuchtung, in der ich mich oft aufhalte, leicht verschwimmt. Also ich habe den oben zitierten Absatz jedenfalls folgendermaßen gelesen:
„Für René Koch ist Berlin Modestadt: „Sie war es und ist es heute.“ Udo Walz schüttelt sein graues Haupt. Missbilligend. Er schwärmt von den Düsseldorferinnen, Münchnerinnen, den Hamburgerinnen: „Sie sind anders angezogen, perfekter.“ Koch kontert: „Aber ich liebe das Unperfekte. Daraus entsteht Kriminalität.“ Walz poltert (…)“
Wahrscheinlich finde nur ich das lustig genug, um es zu bloggen. Egal. Man bloggt ja schließlich auch für sich selber! Gute Nacht.

19. Februar 2014


Tschoii Vleeming habe ich 1975 portraitieren dürfen. Damals hatte sie ihren ganz großen Durchbruch mit dem Grand Prix-Lied „Ein Lied kann eine Brücke sein„. Grand Prix habe ich als Kind immer schauen dürfen. Bei diesem hochkarätigen Werk kann ich sogar das Datum des Entstehens und somit mein Alter näher eingrenzen. Der Grand Prix, wie wir früher gesagt haben, war 1975 im März, das habe ich über Internet ausgetüftelt. Demzufolge war die Künstlerin (also ICH!) neun Jahre alt. Was mich allerdings ein wenig erschüttert, ist die Rechtschreibung. Konnte ich mit neun noch nicht richtig lesen und schreiben? Der Name Joy Fleming muss doch im Fernseher eingeblendet gewesen sein. Oder nur kurz, und dann habe ich den Namen immer nur aus dem Fernseher gehört und dann halt irgendwie so geschrieben, wie ich es mir eben gedacht habe. Lautschrift eben! Tschoii Vleeming. Der Fernsehsprecher muss dann aber auch einen komischen Akzent gehabt haben, weil eigentlich gibt es ja keine Grundlage für zwei E in Vleeming. Ein Rätsel! Was mich persönlich ganz stark anspricht in dem Werk, ist rechts unten der Zusatz „TAPS TABS„. Das bringt eine unheimliche Dynamik in das Bild, wie ich finde. Auch die Frisur scheint mir recht gut gelungen. Die Dame links in dem für die Siebziger Jahre typischen Blümchen-Maxi-Kleid kann ich nicht recht zuordnen. Vielleicht eine der Backgroundsängerinnen. Obwohl in den youtube-Videos, wo sie das Lied singt, keine Backgroundsängerin ein Blümchenkleid anhat. Vielleicht ist das auch nur unter künstlerische Freiheit zu verbuchen. Wahrscheinlich habe ich damals einfach gerne langhaarige Frauen mit Blümchenkleidern gemalt. Wo eben gerade Platz war. Vielleicht ist es sogar ein Selbstportrait. Mit neun hatte ich meiner Erinnerung nach genau so eine Haarfrisur. Vielleicht fing das damals schon an, mit den Selbstportraits. Ich möchte jetzt nicht von Frühvollendung sprechen, denn noch lebe ich ja und bin eigentlich auch recht gesund und munter. Außer, im Moment vielleicht gerade. Ich arbeite noch an meiner Form, damit ich heute Abend recht frisch und gut aussehe. Leider bin ich noch etwas verkatert, wegen nächtlichen Drogenmissbrauchs bei der Lektüre von einem Buch von meinem alten Freund Victor, „Philosoph auf Reisen“, da wird so viel getrunken und geraucht, dass mich das gestern Nacht in meiner Küche animiert hat, es dem Hauptprotagonisten gleich zu tun. Das ist dann einfach irgendwie geselliger beim Lesen. Aber die Spätfolgen habe ich wieder nicht bedacht. Ich war sowieso höchst überrascht, dass das selber angebaute Gras, das seit vier oder fünf Jahren in einer Teedose in der Küche steht, überhaupt noch aktive Substanz in sich hat. Nun ja, wenn ich jemals wieder Besuch bekommen sollte, hätte ich dann jedenfalls was zum Anbieten. Abgesehen von Branntwein, versteht sich. Der ist natürlich immer im Haus. Vielleicht hätte ich mich auch einfach nur auf eine Sache konzentrieren sollen. Also entweder Kiffen oder Saufen. Ist ja eigentlich eine alte Regel. Aber die wird in seinem Buch auch dauernd gebrochen, das war natürlich kein gutes Vorbild. Aber nun bin ich mit dem launigen und bildungsstarken Werk ja am Ende und kann mich weiter erholen. Heute Abend will ich nämlich, wenn irgendwie machbar, zu Frau Iannone. Danke nach Hamburg für den Hinweis. Das Schaffen der Dame erinnert mich auch an das Werk von Danielle de Picciotto. Schon furios. Frau Iannone wohnt ja gar in Berlin. Da wird sie ja wohl auch selber dann da sein. 81 ist doch kein Alter! Jan kommt auch, vorhin seine Mail mit dem Inhalt gelesen: „KOMME 19 UHR!“. Als noch fast fünf Stunden, um mich in Form zu bringen. Ich denke, ich leg mich noch mal hin.

19. Februar 2014


Tschoii Vleeming habe ich 1975 portraitieren dürfen. Damals hatte sie ihren ganz großen Durchbruch mit dem Grand Prix-Lied „Ein Lied kann eine Brücke sein„. Grand Prix habe ich als Kind immer schauen dürfen. Bei diesem hochkarätigen Werk kann ich sogar das Datum des Entstehens und somit mein Alter näher eingrenzen. Der Grand Prix, wie wir früher gesagt haben, war 1975 im März, das habe ich über Internet ausgetüftelt. Demzufolge war die Künstlerin (also ICH!) neun Jahre alt. Was mich allerdings ein wenig erschüttert, ist die Rechtschreibung. Konnte ich mit neun noch nicht richtig lesen und schreiben? Der Name Joy Fleming muss doch im Fernseher eingeblendet gewesen sein. Oder nur kurz, und dann habe ich den Namen immer nur aus dem Fernseher gehört und dann halt irgendwie so geschrieben, wie ich es mir eben gedacht habe. Lautschrift eben! Tschoii Vleeming. Der Fernsehsprecher muss dann aber auch einen komischen Akzent gehabt haben, weil eigentlich gibt es ja keine Grundlage für zwei E in Vleeming. Ein Rätsel! Was mich persönlich ganz stark anspricht in dem Werk, ist rechts unten der Zusatz „TAPS TABS„. Das bringt eine unheimliche Dynamik in das Bild, wie ich finde. Auch die Frisur scheint mir recht gut gelungen. Die Dame links in dem für die Siebziger Jahre typischen Blümchen-Maxi-Kleid kann ich nicht recht zuordnen. Vielleicht eine der Backgroundsängerinnen. Obwohl in den youtube-Videos, wo sie das Lied singt, keine Backgroundsängerin ein Blümchenkleid anhat. Vielleicht ist das auch nur unter künstlerische Freiheit zu verbuchen. Wahrscheinlich habe ich damals einfach gerne langhaarige Frauen mit Blümchenkleidern gemalt. Wo eben gerade Platz war. Vielleicht ist es sogar ein Selbstportrait. Mit neun hatte ich meiner Erinnerung nach genau so eine Haarfrisur. Vielleicht fing das damals schon an, mit den Selbstportraits. Ich möchte jetzt nicht von Frühvollendung sprechen, denn noch lebe ich ja und bin eigentlich auch recht gesund und munter. Außer, im Moment vielleicht gerade. Ich arbeite noch an meiner Form, damit ich heute Abend recht frisch und gut aussehe. Leider bin ich noch etwas verkatert, wegen nächtlichen Drogenmissbrauchs bei der Lektüre von einem Buch von meinem alten Freund Victor, „Philosoph auf Reisen“, da wird so viel getrunken und geraucht, dass mich das gestern Nacht in meiner Küche animiert hat, es dem Hauptprotagonisten gleich zu tun. Das ist dann einfach irgendwie geselliger beim Lesen. Aber die Spätfolgen habe ich wieder nicht bedacht. Ich war sowieso höchst überrascht, dass das selber angebaute Gras, das seit vier oder fünf Jahren in einer Teedose in der Küche steht, überhaupt noch aktive Substanz in sich hat. Nun ja, wenn ich jemals wieder Besuch bekommen sollte, hätte ich dann jedenfalls was zum Anbieten. Abgesehen von Branntwein, versteht sich. Der ist natürlich immer im Haus. Vielleicht hätte ich mich auch einfach nur auf eine Sache konzentrieren sollen. Also entweder Kiffen oder Saufen. Ist ja eigentlich eine alte Regel. Aber die wird in seinem Buch auch dauernd gebrochen, das war natürlich kein gutes Vorbild. Aber nun bin ich mit dem launigen und bildungsstarken Werk ja am Ende und kann mich weiter erholen. Heute Abend will ich nämlich, wenn irgendwie machbar, zu Frau Iannone. Danke nach Hamburg für den Hinweis. Das Schaffen der Dame erinnert mich auch an das Werk von Danielle de Picciotto. Schon furios. Frau Iannone wohnt ja gar in Berlin. Da wird sie ja wohl auch selber dann da sein. 81 ist doch kein Alter! Jan kommt auch, vorhin seine Mail mit dem Inhalt gelesen: „KOMME 19 UHR!“. Als noch fast fünf Stunden, um mich in Form zu bringen. Ich denke, ich leg mich noch mal hin.

16. Februar 2014 – ZEHN JAHRE.

Liebe Leserinnen. Liebe Leser.
Ich habe mich heute verzettelt. Ausgerechnet heute. Seit mindestens drei Tagen habe ich im Hinterkopf, wie schön und angemessen es doch wäre, einen recht feierlichen Blogeintrag zu verfassen, pünktlich zum 16. Februar 2014. Eine Dekade nach meinem ersten Blogeintrag am 16. Februar 2004. Nun ist der Tag ja noch nicht zu Ende, und es könnte doch noch etwas werden, mit uns beiden, dem feierlichen Eintrag und mir. Ich muss zugeben, man fühlt sich ein bißchen wie bei der Oscarverleihung – so stelle ich es mir wenigstens vor – wenn man den goldenen Mann in die Hand gedrückt bekommt und dann haltloses Zeug brabbelt, viel zu vielen Mitarbeitern dankt, die kein Mensch da draußen kennt. Nun sind hier die Mitarbeiter und MItarbeiterinnen ja die Kommentatoren. Ohne einzelne Namen zu nennen, ich könnte jemanden vergessen, sage ich also feierlich: danke für zehn Jahre (ja manche lesen hier wirklich schon so lange) aufmerksame Lektüre und Antworten, die mich oft zum Lachen, aber auch zum Nachdenken gebracht haben, denn wenn erst einmal kommentiert wird hier, was ja nicht immer der Fall ist, ergibt sich oft ein selten schönes Pingpong, das mich sehr glücklich macht. Ja, ich muss es sagen: ich lebe sehr in diesem Blog, es ist schon wie ein Körperteil geworden, ohne den man sich nicht mehr komplett fühlen würde. Schauen Sie, hier rechts, gegenüber von der Spalte, wo die letzten Kommentare zu sehen sind, habe ich ein kleines Buffet aufbauen lassen, gekühlte Getränke finden Sie natürlich in unbegrenzter Menge, auch welche ohne Alkohol (wobei ich jetzt gerade nicht wüsste, wer…?) Auch Kaffee und heiße Schokolade mit Schlagobers wie unser österreichischer Gastgeber knallgrau sagen würde, ist für Zwischendurch vorhanden. Was sonst noch an Schmankerln aufgetischt ist, sehen Sie ja selber, das kann man ja gar nicht mehr alles aufzählen. Also ich habe zu dem Catering-Veranstalter gesagt: heute darf es einmal etwas kosten! Geld spielt keine Rolle, die Korken müssen knallen! Schon, um die bösen Geister zu vertreiben, die uns manchmal einflüstern: „Für wen, denkst du eigentlich, dass du dir hier die Finger wundtippst? Das wird doch sowieso alles irgendwann mit einem Klick gelöscht, wenn die Firma Pleite geht, oder kein Geschäft mehr damit macht!“. Nein, nein, wir glauben noch an das Gute und ein paar Jahre Zukunft hier! Zehn Jahre mindestens. Das wäre schön! Aber im Zweifel mehr. Also ich bleibe dran. Ich kenne mich jetzt ja. Prost, meine Lieben! Und besonders tief schau ich denen in die Augen, die das Ganze noch ein paar Tage länger machen als ich.

Wer das alles ist, und wie das alles kam, habe ich in wirklich allerschönster Ausführlichkeit zum siebten Jubeltag hier geschrieben. Mir gefällt der Eintrag selber so gut, dass ich ihn heute nicht besser schreiben könnte, und deswegen allen noch einmal warm ans Herz legend, verlinke.
Immer die Ihre
Gaga Nielsen