
Im Treppenhaus. Vielleicht eine Skulptur aus der früheren Maxim Gorki-Gedenkstätte in Bad Saarow. Da hat er auch rumgekurt. Habe mich nicht vertippt! Er war sowohl in Bad Saarow als auch in Heringsdorf zur Kur, wegen seiner schweren Lungentuberkolose. Und auch in Marienbad. Und noch anderen Kurbädern. In Heringsdorf war er vier Monate, 1922 einen ganzen Sommer lang.

In der Nähe des Sanatoriums im brandenburgischen Bad Saarow war seit 1972 fast drei Jahrzehnte auch eine Gedenkstätte für ihn, in einer kurios aussehenden Holzvilla namens „Villa Putti“ mit der gesamten Bibliothek Gorkis. Die wurde Ende der Neunziger aufgelöst und Sachen davon sind nun in der Villa Irmgard. Ob auch Möbel, weiß ich nicht. Die Möbel, die dort, in der Villa Irmgard sind, sollen wohl vor allem originale historische Möblierung der damaligen Pension Irmgard aus eben der Zeit sein, in der er sich dort erholte. Der Grund, wieso die Gedenkstätte in der Ulmenstraße 9 in Bad Saarow aufgelöst wurde, hat auch eine schöne Seite. Das damalige Gorki-Gedenkhaus, eben diese Villa Putti, gehörte einst der jüdischen Bankiersfamilie Landsberg aus Berlin. Sie konnte in den 30er Jahren rechtzeitig vor den Nazis nach Brasilien fliehen und erhielt das Haus 1999 gerechterweise zurück. Damit endete dann die Geschichte der Gedenkstätte in Bad Saarow. Seine Bibliothek wanderte weiter in die Ulmenstraße 15, lese ich gerade. Ich bin übrigens kein Fan von Maxim Gorki, dafür habe ich mich zu wenig mit seinem Werk beschäftigt. Eigentlich gar nicht. Aber sein Lebensweg beeindruckt mich immens. Seine internationalen Reisen, sein ganzer beruflicher Werdegang aus einfachsten Verhältnissen, wie er sich für keine Arbeit zu schade war. Die Villa Irmgard hat in mir näher gebracht.
